Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Einzelne Nummer 15 Pfg. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 867 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1889.) Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Pfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 fg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 27. Sonnabend, den 6. Juli 1889. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. III. Jahrgang. " Der Tod Wilhelm Hasenelevers. Nach Weitere Preßstimmen über die Bestrafung Also Einigungsämter, damit die Arbeitgeber" Ze it flänge zu den Streiks. Berufskrankheiten gewinnen, die nöthigen Kult's aus der Provinz oder dem der Arbeiter. des Kontraktbruches und die Streiks. Fürst Liechtenstein über die Auslande heranzuziehen, um so die alten Arbeiter mürbe foziale Frage. Die französische Arbeiter- Die ,, Kreuzzeitung" behandelt die Frage in ihrer zu machen. Vielleicht schlägt demnächst ein findiger Kopf dichtung. III. Judenthum und Papstthum. besonderen Art, kann aber nicht umhin, den nationalliberalen noch vor, daß das Einigungsverfahren" immer ein Novelle. Ländliche Tage- Grubenbaronen des Rheinlandes einige derbe Wahrheiten Vierteljahr zu währen habe, mindestens aber so lange, löhner. III. Zu den Streiks. zu sagen. Es heißt da u. a.: als bis die nöthigen Streitbrecher" und" Scabs" heranZu Erekutoren des Großkapitals... will die Dort- geschafft sind oder bis die Arbeitssaison zu Ende ist. munder Handelskammer das deutsche Reich, Se. Maj. den Kaiser Die Deutsche Volkswirthschaftliche Correund die deutsche Armee degradiren Gedicht. Politische Nachrichten. liches. Gewerkschaft Vereine und Versammlungen. t Wilhelm Hasenclever.+ geb. 19. April 1837 zu Arnsberg, geft. 3. Juli 1889 bei Berlin. Der Tod hat in der jüngsten Zeit rasche Ernte gerade unter den erprobtesten Genossen gehalten. Als ob er mit unseren Gegnern verschworen wäre, hat er den unerhörten Opfern, mit denen uns behördliche und private Verfolgungen zu erdrücken versuchen, neue und schwere Verluste hinzugefügt. So ist nunmehr auch Wilhelm Hasenelever in den rüftigsten Mannesjahren seinen Freunden Kayser und Kräcker gefolgt; nur war es ihm wie er selber mohl gehofft hatte nicht bejchieben, kämpfend bis ter themzuge auszuharren: ein fückisches Schicksal riß ihn bzeits früher aus den Reihen seiner Mitstreiter und hielt ihn lange Monate hindurch in geistiger Umnachtung fest, aus der er nie wieder erwachen sollte. In ihm, dem alten Lassalleaner und letzten Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins verkörperte sich zugleich ein Abschnitt der Entwicklung der Sozialdemokratie. Aus bürgerlichen Kreisen stammend, hatte er sich im Beginn der sechziger Jahre der rein politischen Demokratie angeschlossen, der er als Journalist und Redner seine Sträfte widmete, bis der zündende Weckruf Lassalles auch ihn traf und ihn in die sozialistische Strömung hineinriß. Von da ab hat er mit seiner reichen Arbeits- und Lebenskraft unermüdlich dem Proletariate gedient. Die Lassalleaner erkannten seine Verdienste neidlos an, indem sie ihn 1866. bereits zum Sekretär, 1868 zum Kassirer und 1871 endlich als Herr v. Schweizer aus der Leitung schied Präsidenten ihres damals 5300 Mitglieder starken Vereins ernannten. In dieser Stellung entwickelte H. ein hervorragendes Agitations- und Organisationstalent: der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein umfaßte 1873 über 19 000 Mitglieder, sein Organ hatte 11 000 Abonnenten. Trotzdem dachte H. niemals daran, mit seinen Freunden eine Sonderstellung zu beanspruchen, und man wird es ihm immer zur höchsten Ehre anrechnen, daß er 1874 für die Vereinigung mit den Eisenachern mit gewohnter Thatkraft eintrat und so die Versöhnung der beiden Bruderparteien wesentlich mit schaffen half. zum In allen Wandlungen seines vielbewegten Lebens, in Noth und Gefahr, unter tausendfachen Sorgen und Kämpfen ist dann der Hingeschiedene seinen politischen Idealen treu geblieben. Was er in den letzten Jahren als einer der fleißigsten und gewandtesten Schriftsteller und der erfahrensten und angesehenſten Parlamentarier der Sozialdemokratie war, das wissen alle deutschen Arbeiter aus eigener Erfahrung. Sie werden ihn an seinem Grabe ehren, wie sie die Besten aus ihren Reihen stets geehrt haben und sie werden seinen letzten Willen getreulich erfüllen, indem sie selber unverzagt für die Freiheit und das Wohlergehen des ganzen Volkes den Kampf fortsetzen, in dem der Verblichene zu früh hinfant. wir Ihm war nur der Frieden des Todes beschieden werden den Lebenden den Frieden erkämpfen und in diesem Ringen möge uns sein Bild stets anfeuernd voranschweben. " Der Massenkontraktbruch soll bestraft und die„ thatsächliche spondenz", ein Schutzollblatt, wendet sich weniger an Straffreiheit für Heßerei beseitigt" werden. Unter" Heßerei" die Geseßgebung wie an die Kapitalisten selber. Ste ist jede Polemik gegen die Praktiken und die Anschauungen meint, und auch für diese Offenheit sind wir zu Danke der Zechenverwaltungen zu verstehen. Es giebt nämlich verpflichtet: nur eine Heßerei gegen die Arbeitgeber, eine Hezzerei gegen die Arbeiter ist ein nicht eristirender Begriff... Die Herren wollen deren Mißerfolg für die Streifenden zu ziehende Lehre eindring= Man wird im Wiederholungsfalle solcher Streits die aus den Staat bloß dann eintreten lassen, wenn es ihnen zum licher machen müssen. Dieses kann geschehen, indem bei geradezu Profit gereicht; fürchten sie das Gegentheil, so sind sie die reinsten frivolen Streiks, nachdem die Arbeitnehmer vom Streifen genug Manchestermänner Das ist der Patriotismus des Geldfaces! Der Staat soll den Zechen die Arbeiter an Händen und haben, die Arbeitgeber den Strike aufnehmen und fort Füßen fesseln und dann ihnen ruhig" das Weitere überlassen". so wird die Unternehmerschaft sich koaliren müssen und ihrerseits setzen. Wiederholt die Sozialdemokratie derartige Generalstreiks, Hoffentlich werden die Herren sich darin gründlich irren.. Lohnbedingungen aufstellen, welche hinter diejenigen zurückgehen, welche bei Ausbruch des Streits bestanden. Wer dadurch, daß auf den Schaden nicht ankommt, den er sich und Anderen zufügt, er der sozialdemokratischen Streifverlockung folgt, zeigt, daß es ihm Ebenso resultatlos dürfte der Appell der Handelskammer an empfindlich zum Bewußtsein gebracht wird. Wer nur durch Schaden wird sich nicht beklagen dürfen, wenn sein Schaden ihm möglichst den Fürsten Bismarck verlaufen. Man erinnert sich, daß der flug werden will, wird es mtf sich nehmen müssen, wenn die Ge Kanzler it seiner lezten Reichstagsrede feine frühere Zugehörigket; „ ranion Caple oekundete, und mo weiß, wie Stahl überlegenheit, flug zu werden, ihm in verstärktem Maße geboten wird." den Kampf des Sozialismus gegen den Großkapitalismus dachte. Diese Blätter haben offenbar nicht eine Spur von „ Gegen dieses selbst süchtige und profane Eigenthum..." Schamgefühl mehr in sich: während sie auf der einen fagte er, ist der Krieg des Sozialismus nicht ohne Seite verlangen, daß den Arbeitern das Streifrecht Berechtigung." Wie könnte ein Monarch sich so weit erniedrigen, und seinen Thron selbst so unterminiren, der Scherge einer Pluto kratie[ einer durch ihr Geld herrschenden Klique] gegen die eigenen Landeskinder zu sein. Ein Punkt mag hier schließlich noch erwähnt werden. Die genommen werde, weil die Industrie keine langen Handelskammer spricht in der Eingabe von der„ Autorität" der Stockungen vertragen könne fordern sie auf der anderen Bechenleute, indem sie gegen die Einigungsämter polemifirt, die Seite die Unternehmer auf, die Streiks und die ,, alle Autorität untergraben" würden. Wir sind als Konservative Stockungen zu verlängern, um der Arbeit den Fuß um gewiß überall, wo es nur irgend angeht, für die Autorität, aber so fester auf den Nacken seßen zu können. hier kann mit Verlaub zu bemerken, von Autorität gar keine " Rede sein... Die industrielle Entwicklung hat in unserer modernen Die Konservative Korrespondenz" benutzt die Zeit dazu geführt, daß die Arbeiter zum Arbeitgeber in einem Ver- Streits zu Denunziationen gegen die Gewerkschaftsbewegung hältniß stehen, wie der Kaufmann zu seinen Kunden. Wie überhaupt, in der sie nur sozialdemokratische" Machinazum Kaufmann der Kunde kommt, um für Geld eine Waare ein- tionen sieht. Sie sagt u. a.: zukaufen, so verkauft der Arbeiter dem Arbeitgeber seine Arbeitskraft für Geld. Von irgend welchem ethischen idealeren Verhältnisse ist Berlin im Zuge befindlichen Ausgabe von Streitkarten, die den " Mit der jetzt allenthalben auch in anderen Gewerken in keine Rede. Konvenirt einem Theile der Kontrakt nicht mehr, so sozialdemokratischen Genossen als Erkennungszeichen dienen und geht man auseinander, und die Trennung erfolgt ohne Schmerzen, weil jeder dem andern fremd, jedem das Wohl und Wehe des denjenigen Arbeiter, der sie ablehnt, als Zielscheibe für ein System andern sehr gleichgültig ist. Unter solchen Umständen berufe seiner Arbeitsstelle gedrängt ist, stigmatisiren, bereitet sich vielmehr des Terrorismus und der moralischen Mißhandlung, bis er aus man fich doch nicht auf die Autorität". Die Autorität bedingt eine umfassende Aufstellung und Ausfüllung von sozialistischen ein patriarchalisches Verhältniß. Ein jegliches Recht hat Pflichten adres vor, von denen man, wofern nicht eingegriffen wird, als Korrelat, woher aber die meisten modernen Großindustriellen in einer ungleich planvolleren und ausgedehnteren Anlage künftiger eine ,, Autorität über ihre Arbeiter herzuleiten vermöchten, begreifen Streifs die Resultate erleben wird." wir nicht. Die Arbeiter bekommen für ihre Thätigkeit eine ent= sprechende Geldentschädigung voilà tout. Sie können gehen, wenn sie wollen, niemand vermag sie zu halten, und man kann sie auch fortschicken, wenns beliebt. Wir verstehen nicht, wie dieses Die Berufskrankheiten der Arbeiter und falt- geschäftliche Verhältniß durch irgend welche ,, Autorität" geheiligt wird. Hat über einen Kaufmann auch der Kunde der Kapitalismus. ,, Autorität"? I. von Unter der ,, Kreuz- 3tg." steht natürlich der Nationalliberale Dechelhäuser, der in einem Artikel der von ihm O In der Martyriologie der Klasse, welche reffortirenden Deutschen Arbeiterzeitung" unter Be- Gottes Zorn noch ist bis jetzt das Proletariat", nimmt zugnahme auf die Erscheinungen bei der jüngsten Lohn- das Kapitel der Berufskrankheiten einen breiten Raum ein. bewegung die Einführung einer strafrechtlichen Verfolgung Die Berufskrankheiten überfüllen Krankenhäuser und des Kontraktbruchs erörtert und einer solchen Einführung Spitäler der Städte und Industriezentren, Berufskrantnicht abgeneigt ist, mindestens für solche Berufskategorien, heiten, welche den Einzelnen vor der Zeit ins Grab stürzen, wo die Folgen eines Streifs, wie im Kohlenbergbau, tief und oft im Laufe einer Generation drei Geschlechter fortin das ganze wirthschaftliche Leben der Nation eingreifen raffen, dezimiren das arbeitende Volk ebenso start, wie es und wo jeder streikende Arbeiter so viele andere Arbeiter in den früheren Jahrhunderten die Kriegszüge der großen außer Brod sezt." Als ob das nicht jede Waarenzurück- Eroberer thaten, Berufskrankheiten tragen sich schon durch haltung zum Zwecke der Preistreibung seitens der Kapita- Vererbung auf die Kinder der Lohnsklaven über und tödten listen auch thäte. Will Herr Dechelhäuser diese Millionäre deren Nachwuchs im Keim. Die ohne Heuchelei und Ver= und Spekulanten auch ins Gefängniß seßen? tuschung geschriebene Geschichte der Berufskrankheiten, mit Die Preußischen Jahrbücher" schreiben- und Einschluß aller gesundheitsschädlichen Elemente und Bewir sind dieser freikonservativen und freiwillig gouver- dingungen, unter denen der Proletarier dank dem kapitalistischen mentalen Zeitschrift sehr dankbar für ihre Offenheit: Wirthschaftssystem schafft, wird eines Tages einen Anklage= Man muß die Entschlossenheit haben, die sogenannte Koali- aft gegen die heutige Gesellschaft bilden, wie er furchtbarer tionsfreiheit einzuschränken. Man muß die Arbeiterausschüsse und erdrückender nicht gedacht werden kann. und Einigungsämter einrichten und dann verfügen, daß jede Aufforderung zur Arbeitseinstellung strafbar, jede Ver- Sowohl was das Zuviel als das Zuwenig anbetrifft, ſammlung, Organisation, Bildung von Unterstügungsfonds un- übt der Kapitalismus in gesundheitlicher Beziehung nach tersagt ist, wegen 3wiſtigkeiten, die nicht vorher in dem Einigungsamt oben und nach unten sein zerstörendes Wert. Das Proleverhandelt worden sind. Die Beerdigung findet am Sonntag Vormittag Arbeitgeber aus, so können die Arbeiter zwar mun doch noch streiken wüchsiger Kraft und seiner Massenbasis möglich ist, durch Fällt deffen Spruch zu Gunsten der tariat degenerirt und lichtet er, soweit dies bei dessen ur10 Uhr von der Leichenhalle des Friedhofes der zwischenzeit ist doch für die Arbeitgeber ein großer ein Recht, das man ihnen unmöglich nehmen kann aber die Zwischenzeit ist doch für die Arbeitgeber ein großer das Zuviel der Arbeit unter den schlechtesten Bedingungen und in der mörderischsten Umgebung, und durch das Zu= Freireligiösen Gemeinde aus statt. Gewinn." wenig an Nahrung, Pflege, Anpassung an die Forderungen| zusammen, aus welchem die Geschichte ihr Verdikt ab- für eigene Rechnung oder im Auftrage von Senatoren der Hygieine in der Lebenshaltung und beim Schaffen. leiten wird. das Geld Früchte tragen" ließen.( Heiterkeit). Die Klasse der Bourgeoisie zerfrißt er durch ein Zuwenig Einen trefflichen Beitrag zur Geschichte der BerufsM. H.! Auch wir im 19. Jahrhundert haben. an Arbeit und ein Zuviel an Nahrung, Pflege, Genüffen. frankheiten der Arbeiter hat der englische Arzt Dr. Arlidge unsere Plutokratie, Senat wie Ritter, FinanzAusschweifung und Entbehrung, Verweichlichung und Ver- in Vorträgen geliefert, welche er im März 1887 vor dem barone jeden Kalibers( stürmischer Beifall und Händenachlässigung, Müßiggang und Ueberarbeit schließen mit königlichen Kollegium Londoner Aerzte über Beschäfti- klatschen), von den großen Welthäusern angefangen bis zu der gleichen Ausartung und Aufreibung ganzer Bevölkerungs- gungen und Gewerke in ihrer Beziehung zur den strebsamen Matadoren der Börsenkoulisse( Heiterkeit schichten ab. öffentlichen Gesundheit" gehalten hat. und lebhafter Beifall); fie befleißen sich zwar nicht der Wir kommen das nächste Mal ausführlich darauf römischen Vielseitigkeit( lebhafte Heiterkeit), sie dienen nicht zurück. " in der Kavallerie( stürmische Heiterkeit, andauernder Beifall und Händeklatschen), sie verschmähen kurulische Würden, Ehrgeiz und Vaterlandsliebe sind ihnen in gleicher Weise fremd( stürmischer Beifall und Händeklatschen), sie konzen Allerdings zeigt sich in der Bekämpfung dieser Folgen der ganze Unterschied in der Lage der Lieblinge des Kapitals und der seiner Stiefkinder. Der Kapitalist kann seine Fettleibigkeit, sein Podagra, die Konsequenzen ,, seiner Aus der Rede des Fürsten Liechtenstein. kleinen galanten Sünden", seine Neurose und Gehirnerweichung von den Spizen der Wissenschaft mit allen Ueber den österreichischen Katholikentag und feine triren sich auf ihren eigentlichen Beruf: den Geldgewinn. Mitteln der modernen Medizin bekämpfen lassen. Der Bestrebungen brachten wir bereits in Nr. 20 der Volks-( Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wenn die Völker von Schwindsucht, Bleivergiftung 2c. heimgesuchte Prole- Tribüne" einen eingehenden Artikel von Dr. Adler- Wien. auf den Schlachtfeldern bluten, bleibt ihnen der Sieg tarier muß Gott und der Gutherzigkeit der Gesellschaft Wir hoben auch die Rede des Fürsten Liechtenstein hervor und die Beute.( Lebhafter Beifall.) Profit vor der dankbar sein, wenn er in ein Hospital von Bettels Gnaden und äußerten bereits damals, daß wir sie zum Abdruck Kriegserklärung an der Rüstungsanleihe, Profit nach dem als Versuchsthier aufgenommen wird. Bis zum letzten bringen würden, soweit sie eine sehr wirksame sozialistische Friedensschlusse an der Kriegsentschädigung.( Stürmische Athemzuge muß der Proletarier überall da mit seiner Agitationsrede ist, da man Fürst Liechtenstein sein müsse, Heiterkeit und Beifall). Wenn die Völker im Frieden sich Haut zahlen, wo der Kapitalist mit seinem Gold zahlen kann. um derlei unkonfiszirt sagen zu dürfen. verschulden, so sind sie es, an deren Thüren die StaatsFür den Manchestermann ist die aus ungesunden Wir kommen unserem Versprechen nunmehr nach und männer anklopfen, um einen Vorschuß für die Bedürf Arbeitsbedingungen entsprungene Krankheit, Sterblichkeit, heben aus den Ausführungen Liechtensteins folgendes nisse des nächsten Quartals.( Lebhafte Heiterkeit.) Entartung des Proletariers eine unvermeidliche Nothwendig- hervor ein Eingehen auf den Gesammtcharakter der ,, Und nun zurück nach Rom.( Heiterkeit.) Es würde keit. Was sollte denn auch aus der goldnen Freiheit Rede uns für später vorbehaltend. Sie ermüden, wenn ich jene Einkünfte und Sporteln aufder Arbeit und des Individuums werden, wenn dem Fürst Liechtenstein äußerte am 2. Mai 1889 u. a.: zählen wollte, welche der römische Ritterstand am Staate Arbeiter nicht mehr das Recht zustehen sollte, sich Aus-„ In Rom war das Land getheilt in Latifundien, am Volke machte, als Lieferanten, mancipes, als Bächter zehrung, Rheumatismus, Knochenbrand zu erarbeiten. Es mittlere und kleine Befiße, die aber alle zumeist nur mit von Gütern und Steuern des Staates, redemtores ist ja kein Gesetzesparagraph, es ist ja nur der unerbittliche unfreien Kräften bewirthschaftet wurden. So war auch vectigalium überhaupt als publicani, als Unternehmer Hunger, es ist die ,, materialistische, kommune Magenfrage", die Manufaktur der großen Städte in den Händen von im Auftrage und auf Rechnung des Staates. Es genügt, welche den Proletarier zwingt, seine Arbeitskraft auch in Eigenthümern, welche sich unfreier Hilfskräfte bedienten. m. H., wenn ich erwähne, daß sie als Lieferanten mitdie ungünstigsten Umstände hinein zu verkaufen. Wenn Die ganze Arbeit, welche die Bevölkerung des römischen unter und selten großmüthig, häufiger aber spisbübisch die Bedingungen, unter denen er schaffen muß, wenn seine Reiches mit Kleidung, Wohnung, Nahrung versorgte, zu Werke gingen( Beifall), daß sie z. B. im Jahre 212 Arbeiten selbst geradezu mörderisch sind, so daß dieselben wurde durch Sklaven oder Halbsklaven aller Kate- v. Chr. ihre gesammte Kriegstransportslotte zuerst vom seine Lebensdauer um Jahre verkürzen, nun, um so gorien geleistet. Staate hoch afsekuriren( versichern), dann aber von ihren schlimmer für ihn. Er mußte ja darauf gefaßt sein, und„ Das charakteristische Merkmal der wirthschaftlichen Sklaven ausräumen und an einer passenden Felsenküste es stand ihm ebenso frei, die Arbeit zu nehmen und sich Lage dieser Klasse bestand darin, daß sie niemals mehr scheitern und ersäufen ließen.( Heiterkeit und Beifall.) Zoll für Zoll zu tödten, oder dieselbe zurückzuweisen mit als den knappen Lebensbedarf für sich behielt, daß Es genügt, glaube ich, wenn ich erwähne, daß sie am der Aussicht, nach etlichen Tagen dem Hungertode zu er- ihr die Gründung und Erhaltung einer Familie materiell Forum meistbietend alle fünf Jahre den Pacht der Stipendia, liegen wie es dem Unternehmer frei stand, mit Rücksicht außerordentlich erschwert war und daß der gesammte der firen Tribute ehemals carthaginiensischer Provinzen auf seine Profite die Arbeitsbedingungen mehr oder weniger Reingewinn ihrer Arbeit den Besizern des Bodens, des die Zölle, partoria. den Zehent, decumae, die Weidezinse gesundheitsschädlich zu gestalten. Die ganze Schuld der Handwerkzeuges und der Geldkapitalien zufiel. pascua oder scriptueae, erftanden, daß sie weit höhere Berufskrankheit liegt nach dem Mann des laisser- faire, ,, Meine Herren! Im neunzehnten Jahrhundert sind Summen aus den unterdrückten Völkern willkürlich herauslaisser- aller an der Natur der Arbeit. Das Wesen die arbeitenden Klassen allerdings frei, allein es fehlt ihnen preßten und sich die Connivenz der Statthalter durch derselben soll nothwendiger Weise untrennbar mit den oder es werden ihnen bald abhanden kommen jene wesent Bestechung erkauften. oder jenen gesundheitsschädlichen Folgen verbunden sein, lichen Attribute der Freiheit, ohne welche sie nur ein leeres M. H. Im neunzehnten Jahrhundert verpachten und da die Gesellschaft oder wenigstens der private Wort und eine bittere Ironie ist( Beifall), nämlich die allerdings die Staaten ihre Einkünfte nur in den seltenfreie Unternehmer nicht auf die betreffende Arbeit verzichten wirthschaftliche Selbständigkeit und jener Ueberschuß über sten Fällen. Allein ihre wichtigsten, besten, natürlichsten tann, so müssen schon all ihre Konsequenzen in den Kauf die Lebensnothdurft, welcher allein die Gründung und Einkünfte haben sie leider aus der Hand gegeben( 3ugenommen werden. Erhaltung einer ehrlichen Familie und deren kulturellen stimmung); alle großen Verkehrswege zu Wasser und zu Wie bei allem und jedem, was sich auf das Gebiet Fortschritt ermöglicht.( Bravo! Bravo!) Lande hat das mobile Kapital besetzt( Bravo!) und der Produktion bezieht, unterläuft dem Manchesterling Der Bauernstand, diese Urform der freien Land- seine Steuerschraube sind die Tarife. Sein sind die auch hier das Malheur, daß er als natürliche, unverwirthschaft, ist in vielen Ländern Europas bereits ver- Bettelbanken, welche den Werth des umlaufenden Geldes meidliche Attribute eines Arbeitszweiges gelten läßt, was schwunden, und überall schränkt sich sein Territorium ein. nach Belieben ändern; sein sind die Edelmetalle, welche in der Mehrzahl der Fälle nur künstliche, von den Was von ihm übrig leibt, ist nichts mehr als ein rares jenseits des Dzeqns en gros fauft und hier en detail jeweiligen gesellschaftlichen Zuständen geschaffene sind. antwortlicher Tagelöhner auf dem eigenen Grunde, in verschleißt; ein ten neuester Zeit sogar unsere ScheideDie gesundheitsschädlichen Folgen, welche mit der Aus- dessen Rente sich Gläubiger und Staat theilen.( Leb- münze, das Kupfer, geworden( Beifall); sein ist das Erdöl übung gewisser Industrien verbunden sind, rühren in der hafter Beifall und Händeklatschen.) des Kaukasus, welches uns leuchtet, sein sind die Kohlen Regel nur daher, daß letztere nur mit Rücksicht auf den„ Der Handwerkerstand ist verloren, wenn es so der ergiebigsten Reviere, welche uns erwärmen. Die Völker zu erzielenden möglichst hohen Gewinn organisirt sind, daß weiter geht. Kapitalisten, die es nie erlernten, entziehen zahlen ihm den Zoll, partoria, und den Zehent, decumae, fich also das ganze Bestreben des Fabrikanten darauf kon- dem Handwerk die Hilfskräfte, die Kundschaft und das und beide Hemisphären werden vom mobilen Kapitale abzentrirt, die Produktionskosten so niedrig als möglich zu Brod und erwarten in aller Gemüthsruhe den Augenblick, geweidet pascua.( Heiterkeit.) gestalten und die Arbeitskraft so lange und so intensiv wo die Noth die Meister zwingen wird, ihre Geschicklich- ,, Noch lehrreicher, m. H., ist der Vergleich des reinen als nur thunlich auszunüßen. Aus dieser Tendenz folgt feit, ihren Fleiß, ihre Erfahrung in die Dienste jener zu Geldgeschäftes in Rom und in der modernen Zeit. die gröbste Rücksichtslosigkeit gegen Leben und Gesundheit stellen, denen alle diese Eigenschaften fehlen.( Stürmischer In Rom strömten die Tribute und Steuern der ganzen der Arbeiter, die zum System erhobene Vernachlässigung Beifall.) Welt zusammen; in Rom war daher das Geld billig; zu aller hygienischen und Schußmaßregeln, welche die Thätig- Der Lohnarbeiter der Fabriksindustrie ist hingegen Cicero's Zeiten zinfte es nur mehr zu 4 Percent. Diesem keit in gewissen Berufszweigen weniger gesundheitsschädlich jener Typus, welcher in der modernen Gesellschaft den Ueberflusse in Rom entsprach der Geldmangel der machen würden. Den Forderungen der Hygiene bei Ein- antiken Vorbildern am nächsten steht. Vermögenslos bis Provinzen und dieser wurde nun künstlich vermehrt... richtung von Arbeitsräumen und Gestaltung der Arbeits- auf das Gewand, welches seine Blöße bedeckt, bis auf was entstand nun daraus? Ein brillantes Geschäft für bedingungen Rechnung tragen, das hieße ja die Kosten des das Taschengeld für das Frühstück des nächsten Morgens, den römischen Ritterstand, denn er konnte sehr billig in Produktionsprozesses steigern, also den Gewinn um ein ist diese Klasse nicht im Stande, sich aus den eigenen Rom Geld aufnehmen, um es zu den exorbitantesten Bruchtheilchen schmälern, und es lebe der Profit, wenn Reihen zu ergänzen, denn die Frau wird von der Kindes- Wucherzinsen in den Provinzen zu placiren und von der auch die Welt zu Grunde geht. wiege und vom Kochherde zur Maschine hingestellt; die Differenz lebte er.( Heiterkeit und Beifall.) Einer sozialen Organisation, welche nicht zum Zwecke Kinder werden schlecht genährt und gar nicht gehütet, diese neunzehnten Jahrhunderte, m. H., ist das Kreditwesen des individuellen Gewinnes, sondern lediglich zur sterben jung oder werden frühzeitig alt; und Streits und vollständig verkünftelt. In den großen Instituten strömt Befriedigung der gesellschaftlichen Bedürfnisse produzirt, Freizügigkeit, die gefährlichsten Illusionen der Freiheit, ver- das Geld zusammen gegen billige Verzinsung, aber nur wird es ein Leichtes sein, eine ganze Reihe von Industrie- schärfen nur die Abhängigkeit dieser Klasse.( Beifall.) in den seltensten Fällen fließt es aus den Instituten direkt zweigen ihres jeßigen gesundheitsschädlichen Charakters zu Nun, m. H., vergleichen wir in dem antiken Rom zurück in die Produktion, um sie zu befruchten. Der entkleiden, und in dem Rest, die zufolge der zur Ver- und im neunzehnten Jahrhundert die herrschende kleine Kaufmann, der den Waarenumsatz wirklich besorgt, wendung gelangenden Stoffe die Gefundheit beeinträchtigen, Klasse des Geldbesizes. In Rom haben sich in der der Handwerker oder Landwirth erhält den Kredit nur die Gefahr auf ein Minimum zu beschränken. Blüthezeit der Republik zwei Gruppen der herrschenden aus zweiter, britter Hand, unmäßig vertheuert.( Lebhafter Die offizielle Nationalökonomie drückt sich an den Klasse bald vertragen und bald gestritten: der Aemter- Beifall.) unliebsamen Thatsachen der Berufskrankheiten und Berufs- adel der senatorischen Familien, in denen sich ein kleiner Die römischen Prokonsuln, wenn sie in die Provin gefahrett so gut als möglich vorüber, sie sucht dieselben Kern patrizischer Stammbürger Roms befand, und der zen zogen, pflegten ihr gesammtes einheimisches Vermögen entweder zu ignoriren oder als unvermeidlich hinzustellen. Ritterstand, die equites, die wohlhabendsten und mäch zu liquidiren, um damit in ihrer neuen Statthalterschaft Die Medizin wegen dieser Thatsachen dem aktuellen tigsten Bürger der italienischen Gemeinden. Beide Gruppen zu wuchern; manche haben das Geld aus den KriegsWirthschaftssystem gegenüber nicht immer und nicht ganz dieser herrschenden Klasse waren ausschließlich pluto- kaffen dazu verwendet und dafür ihren Legionen das so höflich. Sie konstatirt die Berufskrankheiten und giebt kratischer Natur... denn die älteste Volkserhebung, Plündern gestattet. Brutus, dieser Feind der Tyrannen", ihnen besonders durch Vertreter, in denen sich der Arzt welche die römische Geschichte verzeichnet, war gegen ihren hat dem Senat der Stadt Salamis auf Cypern, dem dor= Niemals tigen Gemeinderathe, zu 48 Percent geliehen und hat mit den Soziologen paart, den ihnen gebührenden Plaz. gräulichen Wucher gerichtet.( Sehr richtig!) Allerdings konstatirt sie meist nur die zunächst liegenden hat der veredelnde Einfluß öffentlicher Wirksamkeit diesen säumigen Schuldner durch seine Kohorten belagern Ursachen und die zunächst liegenden Heilmittel, zu schüchtern, diese Plutokratie von ihren ursprünglichen Instinkten abge- und aushungern lassen. Brutus und Pompejus haben bis auf die Grundursache und die wahre Heilung des lenkt. Allerdings hat ein Geset, die lex Flaminina von zusammen die Geldnoth eines unbehilflichen Königs von Uebels zurückzugreifen. Die Männer der Wissenschaft 217 vor Chrifti, den Senatoren und ihren Söhnen den Kappadozien, Ariobarzanes, ausgenüßt und haben aus stehen nur zu oft im Dienste der herrschenden Klasse und Betrieb von Handel-, Wechsel- und Geldgeschäften verboten, diefem ihrem Opfer der eine hundert, der andere zweihundert wässern ihren Wein nach dem Motto: Weß Brot ich allein dieses Gesetz wurde häufig übertreten und gewöhn- Talente Zinsen in sechs Monaten ausgepreßt. Der römische esse, deß Lied ich finge." Aber schon der Umstand ist lich umgangen, selbst für die unehrlichsten Spekulationen, Ritter Sittius hat ebenfalls große Schulden auf dem wichtig, daß die Medizin die Uebel als bestehend anerkennt, so von dem gestrengen Cato durch seinen freigelassenen römischen Markte kontrahirt, um einem Könige von Maudaß fie, auf unwiderlegliche, wissenschaftliche Argumente Quintio, so von dem Freiheitshelden Brutus durch seine ritanien, Hiempsal, das Geld zu pumpen. gestüßt, ihre Veranlassung nennt und die Maßregeln an- Agenten Scaptius und Gavius( Heiterkeit), so durch den Und nun sehen Sie, wie sich Alles auf der Erde giebt, welche schon innerhalb der heutigen Gesellschaft und großen Pompejus, selbst als er schon hohe Staatsämter im Laufe der Jahrtausende wiederholt. Hiempsal von mit sehr geringer Einbuße am Gewinn zur Sicherung der bekleidete, durch seinen Mittelsmann, den Ritter Cluvius. Mauritanien, Ariobarzanes von Kappadozien, diese armen Arbeitergesundheit durchgeführt werden können. Bewußt Der Ritterstand aber, die equites, welche der Census im Barbaren, die sich nicht zu helfen wissen, finden sie nicht oder unbewußt trägt sie Material für die Anklage Kriege zum Reiterdienste verpflichtete, waren es, welche ihre Doppelgänger im neunzehnten Jahrhundert Auch im mildernden Anschauungen ergeben, müssen die Vertreter| Untergebenen, einen Unterworfenen des Unternehmers, D, über diese Heuchelei, o, über diese Unbilligkeit! und Vertheidiger der Arbeiterrechte unablässig das Wort sondern für einen vollkommen gleichberechtigten Staats- Der Arbeiter ist ein jedem anderen ohne Ausnahme ergreifen, wenn auch einerseits kaum in diesen Fragen bürger, der die bestehenden Geseze in erlaubter Art aus- gleichberechtigter Staatsbürger; er hat dieselben Ansprüche noch irgend etwas zu sagen ist, was nicht gut genug schon nüßen darf, ohne Rücksicht darauf, ob der andere Theil an das Leben, die irgend ein anderer zu machen sich für vorher gesagt ist, und andererseits es manchem ein ver- dadurch sein Interesse verlegt fühlt. berechtigt hält; er hat keine Verpflichtung, in dienendem gebliches Bemühen erscheinen mag, mit Personen zu Dem deutschen Arbeiter steht das Recht zu, sich zur Gehorsam zu verharren, weil es dem Kapitalprofite so streiten, die zum großen Theil entweder aus Unehrlichkeit Erreichung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen zu entspricht; er hat bei Festsetzung der Arbeitsbedingungen die Wahrheit nicht sehen wollen oder die sie aus geistiger vereinigen und diese durch gemeinsames Niederlegen der entscheidend und berathend mitzureden, was auch der Beschränktheit nicht sehen können. Man muß der Unwahr- Arbeit zu erzwingen. Ihm ist gesetzlich die Gleich- Dünkel der Unternehmer und ihrer Beamten dagegen einheit stets die volle alte Wahrheit, den Verdrehungen und berechtigung mit dem Unternehmer zugesprochen, er nimmt wenden mag; er hat das Recht, seinen Vortheil zu verVerdächtigungen immer wieder dieselben Richtigstellungen diese Gleichberechtigung voll und ganz in Anspruch. Er folgen, selbst wenn der Kapitalprofit darunter leiden sollte; entgegenseßen. braucht keine Rücksicht zu nehmen, wenn, wie z. B. beim er darf sich seine Rechte und seinen Vortheil durch Zwang, So mögen es auch unsere Leser entschuldigen, wenn Streit der Bergleute, die Ausübung seines Rechtes die durch Arbeitseinstellung ertrozen; er ist entschuldigt, wenn wir hier alten Kohl wieder aufwärmen. Es geht eben Unternehmer in weiten Kreisen schädigt. Er verletzt durch er die ihm durch Elend und Hunger abgepreßten Verträge nicht anders. die Arbeitsniederlegung auch keine rechtlich bestehenden zerreißt und niemand hat das Recht, ihn dafür zu tadeln, Der erste Vorwurf, der den in den Lohnkampf ein- Gefeße der Unterordnung, denn diese sind nicht vorhanden, am allerwenigsten diejenigen, die die Arbeiter gewohnheitstretenden Arbeitern in der Regel gemacht wird, ist der, fie bestehen nur in der Anmaßung der Unternehmer. mäßig vergewaltigen und ihre Rechte mit Füßen treten. Alle den streikenden Arbeitern nach dieser Richtung Schnitzel. daß sie mit Gewalt die Unternehmer zu Zugeständnissen Er übt dabei freilich einen Druck, einen Zwang auf zwingen wollen, daß man darin eine gefeßlich verbotene die Unternehmer aus, den sie gern„ Erpressung" nennen, gemachten Vorwürfe müssen mit Entschiedenheit als vollNöthigung sieht, und daß die Arbeiter, indem sie sich ein- zu der der Arbeiter aber vollkommen berechtigt ist. Er kommen unberechtigt zurückgewiesen werden. seitig von den bestehenden Arbeitsbedingungen lossagen, erwidert damit nur, was gegen ihn täglich auseinen Kontrakt bruch begehen, der eigentlich noch besonders geübt wird. bestraft werden müßte kurz, daß die streikenden Arbeiter schon bloß durch die Thatsache, daß sie die Arbeit nieder- bekanntlich von der falschen Annahme des freiwilligen Unser Recht zwischen Arbeiter und Unternehmer geht gelegt haben, ein schreiendes Unrecht begangen hätten. Bertrages" aus. Unser Unternehmerthum weist heftig und Man verlangt deshalb in vielen Fällen von ihnen, bevor leidenschaftlich jeden Versuch zurück, das Verhältniß zwischen man ihre Forderungen überhaupt nur prüft und in Betracht ihnen und den Arbeitern gesetzlich zu regeln. Jeder Vernimmt, daß sie das„ begangene Unrecht" wieder fühnen such, einen wirksamen Arbeiterschutz oder eine Einrichtung und die Arbeit wieder aufnehmen. von Einigungsämtern durch Gesetz einzurichten, wodurch Warum schleppt sich blutend, elend Unter Kreuzlast der Gerechte, Während glücklich als ein Sieger Trabt auf hohem Noß der Schlechte? * * * * * * * * Heine. Einem stets Mangel leidenden Menschen ist es schwerer, stets Dieser Anschauung, wo sie ehrlich auftritt, liegt ohne den Unternehmern die Fähigkeit genommen würde, die ehrenwerth zu handeln, als einem leeren Sack, aufrecht zu stehen. Zweifel die Annahme zu Grunde, daß der Arbeiter ein Arbeiter nach Willkür zu vergewaltigen, wird von den Benjamin Franklin. Wesen niederer Art sei, der zum leidenden Gehorsam ersteren lebhaft bekämpft. Wo man durchaus nicht hat geboren ist, der keine Rechte hat, sondern was er erhält, umhin können, dem Recht der Arbeiter einigen gefeßlichen dienstlicher oder geschäftlicher Abhängigkeit. Zimmermädchen, Der Grund zu der Korruption der Mädchen liegt meist in nur der Gnade der sogenannten höheren Stände" ver- Schuß zu gewähren, wie in der Reichsgewerbeordnung Gouvernanten, einfache Dienstmädchen, Näherinnen in Geschäften, dankt. Diese Anschauung findet ihren Ausdruck in dem in Betreff der Baarzahlung der Löhne, des Ver- Ladnerinnen, Arbeiterinnen in Fabriken- all' diese werden regeldeutschen Sprachgebrauch. Schon die Rede von höheren einigungsrechtes, der Bestimmungen gegen willkür- mäßig Opfer der Ausbeutung und schließlich der Korruption. Ständen" ist ein Ausfluß solcher Anmaßung, weil man liche Entlassung der Arbeiter, da hat man nicht nur Germania, 9. Juni. höchstens von ,, wohlhabenderen Ständen" sprechen dürfte. diese gesetzlichen Bestimmungen durch Ausnahmen und Der„ Brodherr", der ,, Arbeitgeber" find fernere Zeugen Einschränkungen bis aufs Unwesentliche abgeschwächt, sondern nur eine einzige wohlthätige oder auch nur erhebende Wirkung zuEs ist eitel Schwindel, der französischen Revolution auch solcher falscher Anschauungen. Ferner lehrt die Thatsache, man verlangt auch noch eine Auslegung und Handhabung zuschreiben. Ihre Macher waren im besten Falle Phantasten, wie wir es in dem von uns besprochenen Bericht des dieser Reste durch Richter und Polizei so, daß nichts für die offene Thüren einrannten; ihr staatsmännisch Bedeutendster, badischen Fabrikinspektors aktenmäßig niedergelegt fanden, den Arbeiter davon übrig bleibt, und man sieht diesem Mirabeau, ein fittlich durch und durch faules Subjekt; ein daß die Unternehmer es durchaus nicht für ihre Pflicht, Verlangen in der Regel entsprechen. Wir brauchen da großer Theil dieser Weltverbefferer einfach Diebe, die den allsondern für ein ganz besonders anerkennenswerthes ,, wohl keine Beispiele anzuführen. Jeder weiß, wie den Unter- Gegenüber dem Geschwätz der landläufigen Geschichtshandbücher ist gemeinen Strach zu ihrer persönlichen Bereicherung benutten. thätiges" Werk halten, wofür sie besonders Dank ver- nehmern gestattet ist, sich durch Konventionalstrafen anzuerkennen, daß die vielberufenen Greuel der Inquifition ein dienen, wenn sie den Arbeiter, aus dessen Arbeit sie ihren und Ehrenwortabnahme, also durch Bedrohung mit Kinderspiel sind gegenüber den raffinirten Schandthaten dieser Wohlstand schöpfen, nicht mit seiner Familie einfach ver- materiellen Verlusten und mit Verrufserklärung Freiheitsbanditen... Nur wer etwas von den Tiefen Gottes hungern lassen, sondern ihn durch kümmerliches Almosen gegenseitig zu hindern, von Verabredungen zur Er- fie fich u. a. in Robespierre verkörpert haben. Ihn als einen weiß, vermag auch etwas von den Tiefen Satans zu ahnen, wie - ,, damit er seine Lage noch fühlt"- nothdürftig reichung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen zurück- Bösewicht gewöhnlicher Sorte zu nehmen, verbietet seine notorische am Leben erhalten. zutreten; wie sie, wie z. B. der Verband der deutschen Unbestechlichkeit; ihn als einen Narren zu tariren, verbieten seine Solche Anschauungen müssen natürlich in militärischen Ofeninteressenten, offen gegen die bestehenden Vereinsgefeße Erfolge. Wir möchten ihn am liebsten einen Heiligen Satans Kreisen noch schroffer hervortreten als in bürgerlichen. verstoßen dürfen; wie im Gegentheil den Arbeiter sehr nennen. Mit diesen Mächten gilt es auch jezt zu rechnen. Kreuzzeitung. Hier ist man gewohnt, den Menschen nicht als Person harte Strafe trifft, wenn er auch nur den zehnten Theil anzusehen, sondern nur als tödtende und Tod empfangende dessen gegen die Gefeße thut, was die Unternehmer strafMaschine, als eine Figur im Schachspiel um Ruhm und los thun. Wenn die Unternehmer troß dieser ihnen Länderbeute. Da nun diese militärischen An- günstigen Zustände so sehr dagegen sind, daß ihr Verschauungen bei uns in Deutschland den ganzen Beamten- hältniß zu den Arbeitern gefeßlich weiter geregelt wird, stand und weite Kreise des Bürgerthums durchsetzt haben, so liegt der Grund darin, daß sie wissen, der Arbeiter ist so kann man sich über die weite Verbreitung solcher dem ihnen heute in der Regel vollkommen hilf- und willenlos Arbeiterstande ungünstiger Annahmen nicht gerade sehr in die Hand gegeben. wundern. Dem Vortheil der Bourgeoisie kommt der an- Der freie Arbeitsvertrag ist eine Lüge. Der Arbeiter erzogene Irrthum zu Hilfe. Die Arbeiter können und wird vom Unternehmer bei Abschluß dieses Vertrages werden natürlich niemals solche Irrthümer als Wahrheiten vergewaltigt, er hat keinen freien Willen, sondern muß sich anerkennen. Der Versuch der kapitalistischen Kirchen, dem rohen Zwange fügen. " " * * Nicht blinder Wahn der Zeit, nicht Schicksals Tücke, Nicht off'ne Wuth, noch Hasses gift'ges Flüstern, Nicht Bosheit, roher Sinn und freches Trachten Vermögen je, den Tag mir zu verdüstern, Mir zu verschleiern meine hellen Blicke, Noch meiner Sonne Glanz mir zu umnachten. Giordano Bruno. Kleine Mittheilungen. Ist der Wirth verpflichtet, jedem anständigen Gast Gesolche falsche Annahmen von der Ungleichheit der Menschen Welcher vernünftige Mann kann glauben, daß mit tränke zu verabreichen? Darüber wird neuerdings mitgetheilt, daß durch die Geburt heilig zu sprechen, werden, je mehr die Vernunft begabte Wesen, denkende Arbeiter auch mit der der dritte Straffenat des Reichsgerichts in dieser Frage eine interErkenntniß fortschreitet, je weniger Gläubige finden. Manche aller niedrigsten Einsicht, sich freiwillig Arbeitsbedingungen essante Entscheidung getroffen hat. Nach derselben ist der Gastwirth Kirchen zeigen sogar schon sehr die Geneigtheit, mindestens auflegen lassen, wie sie z. B. von vielen 3ünften den zwar nicht gesetzlich, aber doch durch seine gewerbliche Stellung eine Versöhnung der unversöhnlichen Gegenfäße zu ver- Arbeitern aufgedrängt werden? Bedingungen, welche unter anständig betragen, Speisen und Getränke zu verabreichen. Es verpflichtet, allen Gästen, die bei ihm einkehren und sich suchen. Sie begreifen, daß ihnen das Volt", die anderem bestimmen, daß der Arbeiter das Arbeitsverhältniß steht nicht in seinem Belieben, irgend welchem anstän= Arbeiter, in Massen abfallen müssen, wenn sie schroff die kündigen muß, während ihm der Meister" nicht zubigen Gaste die Verabreichung zu verweigern. Denn Lehre von der gottgewollten Ungleichheit aufrecht erhalten. kündigen braucht; daß er zu einer Kasse, von der er nichts dadurch, daß der Gastwirth sein Lokal dem öffentlichen Verkehr zur Diese Priesterschaften suchen vorläufig auf beiden Achseln wissen will, die zu seinem Schaden errichtet ist, Beiträge Gast in dasselbe einzutreten und daselbst behufs Einnahme der Gr= Verfügung stellt, erwirkt jeder anständige Mensch das Recht als zu tragen, fie proklamiren das göttliche Recht der herrschen- zahlen muß; daß er sich einen Arbeitsschein aufdrängen frischungen so lange zu verweilen, als es erforderlich ist, das Ver= den Klassen und Familien, reden aber gleichzeitig von den lassen muß, durch den der Meister" es in der Gewalt langte zu verzehren. Die grundlose Zurückweisung eines Gaftes Pflichten gegen die Arbeiter. Befriedigen können sie dabei hat, den Arbeiter zu kennzeichnen und schwer zu schädigen; würde eine Beleidigung involviren. Hat aber der Gast das nach keiner Seite, denn der Arbeiter besonders glaubt daß er Ueberstunden arbeiten muß, wenn der Meister es Ermessen Zeit genug gehabt, dasselbe zu verzehren, so braucht ihn Bestellte erhalten und verzehrt, oder hatte er nach verständigem nicht mehr an eine göttliche Weltordnung, die den einen in seinem Vortheil findet; kurz, daß er rechtlos der Willkür der Wirth nicht länger zu dulden. Theil zum Herrschen und Genießen, den anderen zum des Meisters" ausgesetzt ist! Welcher vernünftige Mensch Unterbricht die polizeiliche Ausweisung einen MiethsGehorsam, zum Dulden, zum Darben bestimmt hat. kann annehmen, daß sich ein zurechnungsfähiger Fabrik vertrag? Diese Frage ist bisher noch nicht zur gerichtlichen EntWenigstens werden diejenigen, die diese Irrthümer glauben, arbeiter den chikanösen Fabrikordnungen mit ihren willkür- Scheidung gelangt, weil die Hauswirthe in solchen Fällen sich mit der für das laufende Quartal bereits gezahlten Miethe begnügt und den unter den Arbeitern immer seltener. lichen Straf- Räubereien, mit ihren oft noch die Zuchthaus- Miether von seinen ferneren Pflichten entbunden haben. Nach unDie besitzenden und herrschenden Klassen zeigen durch Ordnungen übertreffenden launenvollen Bestimmungen frei- feren Gesetzen würde aber der Richter, falls er einen derartigen Streitfall zu entscheiden hätte, schwerlich anders als zu Gunsten des ihre Handlungen, daß sie sehr leicht über ihre Pflichten willig unterwerfen wird? denken, die die Priesterschaften ihnen auflegen möchten. Vermiethers erkennen. Neuerdings hat jedoch ein Hauswirth in Nein, es waltet hier der körperliche Zwang ob, Rirdorf auf seinem Schein bestanden und einen Arbeiter, der auf Der kirchliche Sozialismus ist ein ohnmächtiges Ding ohne diese Arbeitsverträge sind dem Arbeiter durch Grund des Sozialistengesetzes ausgewiesen wurde, von seinen alle praktische Bedeutung, weil die Priester sich nie ernstlich Hunger und Elend abgepreßt, abgefoltert. fontraftlichen Verpflichtungen nicht entbunden, so daß sich Letzterer, der sich in sehr ärmlichen Verhältnissen befindet, genöthigt gesehen von den herrschenden Klassen trennen können, und immer Und wenn nun der Arbeiter den Augenblick gekommen hat, das alte Hilfsmittel des Rückens" in Anwendung zu bringen. den Interessen derselben dienstbar sein müssen, diese glaubt, daß er von seinem ihm gefeßlich garantirten Recht Ueber die Verknöcherung der preußischen BureauInteressen aber mit denen der Arbeiter unvereinbar sind. Gebrauch macht, daß er die Macht zu haben vermeint, fratie erzählt ein Mitarbeiter der Voff. 3tg." eine prächtige Die Arbeiter, soweit sie zum Denken erwacht sind und gegen den Druck, gegen den Zwang, gegen die Ver- Anekdote. Als die Cholera zum ersten Male Preußen durchzog, erstattete dazu erweckt werden, prüfen das Recht, ausgehend von der gewaltigung sich aufzulehnen; wenn er nun dem lange den Stopf verloren hatte, wie Herr von Hagemeister kürzlich dent eine Regierungsbehörde, die der neuen Erscheinung gegenüber ebenso Gleichberechtigung aller Menschen zum Genuß ertragenen Unrecht das Unrecht einer Stunde entgegensett Massenausstande der Bergarbeiter gegenüber, einen Bericht an den dessen, was die Kultur dem Menschen bietet. Sie und diese Verträge, an welche Gewalt und List ihn Minister von Schuckmann, in welchem es hieß: da nun die vererkennen keine Herrscher über Menschen an, sondern geschmiedet haben, zerreißt, dann will man sich stellen, als derbliche Seuche sich auch ihrem Regierungssige nähere, so hätten nur Diener der Gesellschaft, die im Auftrage der- habe ein Soldat die Disziplin gebrochen, als sei ein Zucht- sprechender Vorwegnahme ihres Gehalts zu nehmen, und bäten die Beamten beschlossen, einen dreimonatlichen Urlaub mit ent selben die Ordnung nach den Geseßen zu wahren be- häusler aus dem Gefängniß ausgebrochen, man will von Seine Exzellenz um hochgeneigte Genehmigung. Herr von Schuckrufen find. ,, Unrecht" reden, in das der Arbeiter sich gesetzt, indem mann, der über drastischen Humor verfügte, erwiderte umgehend, " Da nun der heutige Zustand einmal einen unausgleicher das alte Unrecht zerbrach, man wirft ihm Kontraktbruch von der Cholera hätten sie nichts zu besorgen; wenn sich aber lichen Widerstreit zwischen den Interessen des Besitzes und vor und schreit nach neuen Ketten für den Ungehorsamen, wäre für sie Gefahr im Anzuge und er bäte um schleunigen Bewider Vermuthen die Kinderpest ihrem Size nähern sollte, dann den Interessen der Arbeit geschaffen hat, da der Kapital- der es wagte, sich unmoralischer Fesseln zu entledigen. richt! Der kleine Vorfall ist für die Verknöcherung der Büreauprofit und der Arbeitsertrag des Arbeiters einmal einander Man verlangt, daß er das alte Joch sich erst wieder auf- fratie kennzeichnend. Ohne Blick für das Leben, ohne Sinn für entgegenstehen, so verlangt der Arbeiter für sich das gleiche ladet, das er abzuwerfen sich erdreistet hat. Ist er erst das Leben, ohne Sinn für die wirklichen Bedürfnisse, verliert fie Recht im Vertreten seines Interesses, das der Besitz in wieder im alten Geschirr, dann wird man die Trensen stellungen durchbricht, die kalte Fassung und greift zu den verkehrbei jedem Ereignisse, welches den Rahmen der gewohnten VorAnspruch nimmt. Es hält sich der Arbeiter nicht für einen schon so fest ziehen, daß ihm der Widerstand vergehen soll. testen Maßregeln." Zum internationalen Arbeiterkongress. Soeben erschien: Berliner Arbeiterbibliothek Seft 5: Charakterköpfe aus der französischen Arbeiterbewegung. Von Ossip Zetkin- Paris f.( Guesde. Louise Michel.) 48 S. Pr. 20 Pf.. Die Schrift bildet eine Ergänzung zu Lafargue. Deville Vaillant. Heft 4: Die franzöfifche Arbeiterbewegung seit der Pariser Kommune. Bon Offip Zetkin- Paris †. 48 Seiten. Preis 20 Pf. Bestellungen sind zu richten an die bekannten Kolporteure und Buchhändler oder Berlag der Berliner Volks- Tribüne", Berlin, Oranienstr. 23. Von 10 Exemplaren an hohe Preisermäßigung. IF Geschäftseröffnung! an den Meinen werthen Freunden, Kollegen und Genossen hierdurch zur Anzeige, daß ich infolge meiner Maßregelung ein Galanterie-, Posamentier-, Kurz-, Schnitt- und Wollwaaren-, Hut- und Müzengeschäft, Buch- und Papierhandlung eröffnet habe. Auch nehme ich Bestellungen der„ VolksTribüne", Arbeiterchronit", Nord- Wacht"," Wahren Jakob", sowie sämmtliche in der Arbeiterliteratur erscheinenden Werke entgegen. Um geneigten Zuspruch bittet achtungsvoll H. Günther, Velten i. M., Viktoriastraße 21. Große Schneider- Versammlung der Freien Vereinigung der Schneider Berlins. Montag, den 8. Juli, Abends 812 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. 1. Vortrag. Tagesordnung: 2. Vereinsangelegenheiten, 3. Verschiedenes und Fragekasten. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Geschäfts- Eröffnung! Allen Freunden und Genossen zur gefälligen Kenntnissnahme, dass wir mit dem 1. Juli eine Buchdruckerei eröffnet haben und ersuchen bei Druckaufträgen uns gütigst berücksichtigen zu wollen. Achtungsvoll Maurer, Werner& Co., Sebastianstrasse 72, nahe der Prinzenstrasse. Möbel-, Spiegel- u. Volfterwaaren- Magazin bon Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Bebel u. Liebknecht auf einem Bilde. Preis 50 Pf. Wiederverkäufern Rabatt. Zu haben bei Die von Mitgliedern des Fachvereins gegründete Produktiv- und Rohstoff- Genossenschaft der Schneider zu Berlin( E. G.) 30 Zimmerstrasse 30 empfiehlt sich einem geehrten Publikum zur Anfertigung von Herren- Garderoben jeder Art. Reichliche Auswahl in- und ausländischer Stoffe. Neelle Bedienung, guten Siz, solide Preise garantirt der Vorstand. Gleichzeitig machen wir auf unser reichhaltiges Lager: Frühjahr- und Sommerpaletots, aufmerksam. Um zu räumen herabgesezte Preise! [ 48 R. Kohlhardt, Brandenburgstr. 56. Wendt's Restaurant Sozialdemokratischer SchuhSchuh- und Stiefelwaarenlager Wahlverein für den 3.Berliner Reichstagswahlkreis. Grosse Versammlung am Montag, den 8. Juli, Abends 8a Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Tagesordnung: 1. Die Nothwendigkeit eines Wahlvereins im III. Berliner Freichswahlkreis, 2. Statutenberathung. 3. Wahl des definitien Borstandes. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Sattler! Der unentgeltliche Arbeitsnachweis des Vereins der Sattler und Fachgenossen befindet sich Dresdenerstr. 116, Wendt's Restaurant. Freie Vereinigung und Fachgenossen der Maurer Berlins. Versammlung Sonntag, den 7. Juli, Vormittags 10 Uhr, in Orschel's Salon, Sebastianstr. 39. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn E. Schmidt: Unterschied zwischen Akkordarbeit und Lohnarbeit. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Jeder Maurer hat Zutritt. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Grosse Versammlung sämmtlicher Mitglieder Berlins. Sonntag, den 7. Juli, Vormittags 10% Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Tagesordnung: 1. Wahl der Delegirten zur Generalversammlung. 2. Statutenberathung. 3. Kaffenangelegenheiten. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis Dienstag, den 9. Juli, Abends 812 Uhr, im Deutschen Voltstheater, Schönhauser Allee 156. Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Türk. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Für Burg und für beide Jerichower Kreise nimmt Bestellungen auf die ,, Berliner Volks- Tribüne" entgegen und versichert pünktliche Zustellung ins Haus H. Pohlmann, von Klinger und Grossmann, Waldemarstraße 68a( früher Trainkaserne). Verband deutscher Zimmerleute. Sämmtliche Lokalverbände Berlins. Große Generalversammlung am Sonntag, den 7. Juli, Vormittags 10 Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmarktstr. 72. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten vom diesjährigen Handwerkertage zu Weimar und Bericht des Verbands- Ausschußes. 2. Wahl des Verbands- Ausschusses. 3. Verschiedenes. Es ist Ehrensache eines jeden Mitgliedes in der Versammlung zu erscheinen. Auch werden daselbst Mitglieder aufgenommen. Quittungsbuch legitimirt. J. A.: Fr. Schreiber, Gneisenaustr. 82. Grosses Sommerfest Dresdenerstraße 116. Inh. W. Gründel, [ 47 Arbeitsnachweis für Maler, Tischler, Schlosser ,. Buchbinder, Drechsler, Töpfer, Möbelpolirer und. Sattler. Reichhaltiger Frühstücks-, Mittags: und Abendtisch. Speisen à la carte zu jeder Tageszeit, sol. Preise.. Vorzügliches Weiß- und Bairisch Bier. 2 franz. Billards und 2 Kegelbahnen stehen zur Verfügung. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager von 0. Klein. 15. Ritterstraße 15. [ 40 Dafelbft Zahlstelle der Gürtler u.Bronceure( E.H.60.) Schüßenplak Limbach. Empfehle zum Schüßenfest Freunden, Bekannten: sowie allen Besuchern mein geräumiges Zelt.. ff. Biere und Speisen. Billige Preise. Hochachtend C. A. Friedrich, Limbach i. S. Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein der Tischler begründete. Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Februar ab Dresdenerstraße 116, im Restaurant Wendt. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 9/2 Uhr Abends, Sonntags von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da fich die vier Staffirer der Ortskrankenkasse der Tischler: und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, sich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter des Vereins zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandten Berufsgenossen Berlins. Montag, den 15. Juli, Nachmittags 4 Uhr. in Weimann's Volksgarten, Gesundbrunnen. Billets sind vorher zum Preise von 30 Pf. bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern, sowie in ausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr und den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Große öffentliche Tischlerversammlung Montag, den 8. Juli, Abends 8½ Uhr, in den Bürgerfälen, Dresdenerstraße 96. Tagesordnung: 1. Die Lage der streikenden Tischler in den verschiedenen Städten Deutschlands. Referent: Herr Aßmann aus Braunschweig. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Fachverein der Tischler. Heute, Sonnabend, den 6. Juli, Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Christeller über: Ernährung und Verdauung. 2. Diskussion. 3. Veréinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Montag, den 15. Juli, im Elysium, Landsberger Allee 39-41: Grosses Sommerfest. Billets sind auf allen Zahlstellen des Vereins, sowie bei folgenden Herren zu haben: Heimbs, Scharnhorststr. 3, 3 Tr.; Witte, Invalidenstr. 21; Millarg, Lehrterstr. 22, 2 Tr.; Markmann, Barnimstr. 46; Hemp, Pallisadenstr. 63, 4 Tr.; Hoyer, Grüner Weg 70; Buchholz, Fruchtstr. 65 1 Tr. bei Müller; Winter, Manteuffelstr. 6, 3 Tr.; Glocke, Eisenbahnstr. 32, 2 Tr.; Wiedemann, Wendenstr. 2, 4 Tr.; Haberland, Reichenbergerstr. 161, 3 Tr.; Schulz, Brizerstr. 42, v. 4 Tr.; Monien, Streuzbergstr. 9, Quergeb. 4 Tr.; Witte, Möckernftr. 95, 3 Tr.; Elsasser, Nostizstr. 40; Apelt, Sebastianstr. 27/28( Möbelhandlung); Merkel, Mittenwalderstr. 13, H. 4 Tr. NB. Die Zahlstelle für Nord- West befindet sich nicht bei Heinrich, wie irrthümlich angezeigt, sondern bei Jahnke, Lübecker- und Thurmstraßen- Ecke. Der Vorstand. Deutscher Sozialdemokratischer Sozialdemokratischer Leseklub ,, Lessing." Jeden Montag, Abends 9 Uhr, Wallstr. 20. ( Restaurant Leonhardt.) Vorlesung und Diskussion. Burg b. Magdeburg, fl. Hof 6. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Leseklub Paris, Ecke der rue Montmartre 33 und rue Etienne Marcel 36. Jeden Sonnabend Abend um 9 Uhr: Versammlung. befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Zilm, vorm. Pfister. Die Adressen Sonntage Vormittags von 10-11 Uhr unentgeltlich statt. Arbeitsnachweis der Maler früher Ritterstr. 123 bei Sodtke, jezr Dresdenerstr. 116( Restaurant Wendt). Jeden Abend von 8-9 Uhr( außer Sonnabend). und Sonntags Vormittag von 10-12 Uhr un entgeltliche Arbeitsvermittelung. Die Bevollmächtigten der Filiale I, Verein zur Regelung der gewerb lichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Der Arbeitsnachweis befindet sich Dresdenerstraße 116 bei Wendt. Die Arbeitszuweisung ist unentgeltlich, auch Nichtvereinsmitglieder und geschieht an Wochentagen von 7-9 Uhr Abends, Sonntags von 10 bis 12 Uhr Vormittags. an Cigarren u.Tabake reichhaltiges Lager, empfiehlt M. Wilschke, [ 39, Junkerstr. 1, Ecke d. Markgrafenftr. Quittungsmarken& RASER Kautschukstempel- Fabrik 10 der EVER Feilenhauer von [ 46 Conrad Müller Schkeuditz- Leipzig empfiehlt sich allen Arbeitervereinen, Krankenkassen u. s. w. Ausführung sauber und schnell. Preislisten gratis und franto. Gerichtssachen, Verwalt.-, Gemeinde-, Steuer- u. Patent- Angel., Ermittelung von Schuldnern im In- und Auslande, Gewerkschaftss., Aufsätze, Briefe. Honorar mäßig. Sprechzeit: 10-12. 4-6. Sonnt. 10-12. B. Sparr, Privatjurist und Schriftsteller, Berlin, Adalbertstraße 84, 4 Tr. r. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. J27. Beiblatt zur„ Berliner Volks- Tribüne". Sonnabend, den 6. Juli 1889. Berliner Arbeiterbibliothek. angenehmer Stimme, welche dieſe Worte sprach und jetzt Soeben erschien: Heft 5: Offip Betkin Paris t. Charakterköpfe aus der französischen Arbeiterbewegung.( 48S. Pr. 20 Pf.) ( Jules Guesde. Paul Lafargue. Gabriel Deville. Malon.- Vaillant. Der Pariser Gemeinderath. Louise Michel.) Dieses Heft bildet zugleich eine Ergänzung von dem bereits erschienenen Heft 4: Preis 20 Pfg. Der Sozialismus in Frankreich feit der Pariser Kommune. Von Offip Zetkin- Paris †. 48 Seiten Zu beziehen durch die bekannten Kolporteure, sowie durch die Expedition dieses Blattes. Des Armen Fahrt. Ein Leichenwagen, einspännig, im Trab! So werden die Armen geschleppt in das Grab! Der Weg ist rauh, daß der Wagen oft springt, Und hört, was der Kutscher, der launige, singt: ,, Schleift rasch sein Gebein Ueber Stock und Stein, Es ist nur ein Armer, den Niemand nennt sein!" Welch Stoßen und Aechzen auf steinigem Pfad! Wie klatscht die Peitsche, wie dreht sich das Rad! Weithin wird der Koth auf die Hecken geschnellt Macht auch noch der Todte Geräusch in der Welt? ,, Schleift rasch sein Gebein Ueber Stock und Stein, Es ist nur ein Armer, der Niemand nennt sein!" Seht, wie er so lang in der Kutsche sich streckt! Der Bettler ward vornehm, seitdem er verreckt, Jetzt fährt er im Wagen doch, wie sich's gebührt, Doch dauert's nicht lang, wenn so flott man ihn führt. ,, Schleift rasch sein Gebein Ueber Stock und Stein, Es ist nur ein Armer, den Niemand nennt sein!" Wie die Maulaffen glozen. Man macht zu viel Staat! Seht, welchen Respekt vor dem Erdklos man hat! Ja, freut euch, wenn still euch die Pulse einst steh'n, Daß ihr könnt ins Grab wie ein Edelmann geh'n. ,, Schleift rasch sein Gebein Ueber Stock und Stein, Es ist nur ein Armer, der Niemand nennt sein!" denn mir blutet das Herz, Doch schweige, mein Lied! Zu denken, daß Menschen mit Seelen von Erz Dem Armen bereiten solch schauerlich Loos, Daß freundlos er scheidet und nackend und blos. Tragt sanft sein Gebein Ueber Stock und Stein, Und laßt unseren Bruder den Armen auch sein! Nach dem Englischen von T. Noel. Uebersezt von Eduard Dorsch. Deutsche Tramps in NordAmerika. Eine Geschichte von A. Otto- Walster. ( Schluß.) " Du leugnest, daß Du das Feuer angelegt?", fragte der Farmer. " Ich leugne es nicht, ich sage die Wahrheit, ich sage, es ist eine verdammte Lüge." " Und willst Du sagen, daß Dein Kamerad nichts damit zu thun gehabt?" " Er? Er ist wie ein Kind, er würde sich lieber selbst verbrennen, als einen Menschen durch Brand schädigen. Das ist mein einziger Trost, daß er wenigstens Euren Händen entschlüpft ist. Zwar könnte er für mich zeugen, aber....“ Siebentes Kapitel. III. Jahrgang. ,, Du liebst mich also immer noch?" ,, Mädchen, mehr denn je", rief der Gefragte und riß mit selbstbewußter Haltung, die ihrer hohen, kräftigen Gestalt, welche ein grobes Umschlagetuch nur theilweise die Fragerin stürmisch an sein Herz. verbarg, recht gut stand, bis nahe an den Gerichtstisch trat. Achtes Kapitel. Was wollt Ihr sagen, Mary Kroeber?", fragte der Vorsitzende erstaunt. Es war Mitternacht, als die Farmer nach langem " Ich will sagen, oder erst fragen, ob man einen von lebhaftem Gespräch bei dem Squire aufbrachen und ihren den beiden Angeschuldigten vorher in der Nähe der ver- zerstreuten Farmen auf den verschiedensten Wegen zueilten. brannten Gebäude gesehen hat. Wer es sagen kann, der Für Burger war nun gesorgt, aber um die Person seines soll es vorerst sagen. Ich bin nun, weil mein armer Freundes und Reisegefährten, dem auch der Squire nun Vater gestorben, seine Erbin und Farmer, so gut wie Ihr, Herberge in zuvorkommenster Weise angeboten, entstand und verlange mein Recht." ,, Niemand wird Euer Recht bestreiten, Mary Kroeber", erklärte der Vorsitzende. " Ich habe gefragt und will meine Frage beantwortet haben. Stellet die Frage, Vorfißender." „ Ich stelle also die Frage, ob einer der Beifizer oder Zeugen die Angeschuldigten vor dem Feuer auf Jimmy's Farm in der Nähe gesehen hat?" Niemand antwortete. Das junge Weib nahm nun das Kopftuch ab und ließ ihr reiches hellbraunes Haar sehen. So wandte sie sich an den Gefangenen und fragte: Bist Du nicht Ferdinand Burger?" " Ja, der bin ich." ,, Aus Hersfeld in Hessen- Kassel?" " So ist's." ,, Kennst Du mich?" Ja, Du bist Mary Kroeber." ,, Sagtest Du nicht am Himmelfahrtstage vor schon acht Jahren, Du möchtest mich zu Deinem Weibe, wenn nicht die böse Militärpflicht wäre?" „ Ja, Amerika." " und die böse Militärpflicht trieb mich nach Und uns die Noth." Die hohe, starke Gestalt des Mädchens brach bei diesen Worten sichtlich zusammen, eine lange Zeit der Entbehrung und harten Arbeit, eine Zeit voll mancher Familienleiden zog an ihrer Erinnerung vorüber. Mühsam errang das harte Hessenmädchen seine Fassung wieder, die es befähigte, in früherem Tone fortzufahren: „ Herr Vorsigender, ich habe eine kranke Kuh, das hinderte mich, Euch bei Zeiten zu melden, daß ich als nächster Anwohner gestern Abend des Jimmy blödsinnigen Vetter mit freiem Licht in die Scheune gehen sah. Da wußte ich denn hinterher gleich, wie das Feuer entstan den war." ,, Könnt Ihr das beschwören, Mary Kroeber?" Ja, das kann und will und werd' ich. Und ich erhebe Einspruch gegen die Verfolgung der beiden Fremden und verlange, daß diefer Ferdinand Burger aus meinem Heimathort freigelassen wird auf meine Bürgschaft." Seid Jhr damit einverstanden, daß der Gefangene entlassen wird seiner Haft?" fragte der Vorsißende. Wer dafür ist, erhebe sich von seinem Size." Alle erhoben sich. " Ist irgend Jemand da, der gegen den Anderen, den Gefährten dieses Entlassenen, eine Anklage erheben will? Niemand? Die Angeklagten sind ehrenvoll entlassen." ein kleiner Streit: " , Er ist nun einmal hier im Hause", meinte der Lettgenannte, und er wird müde sein." " 1 Als mein Freund und Leidensgefährte gehört er mir", meinte nun Burger, und ich werde wohl das nächste Recht haben, ihn als Gast aufzunehmen, vorausgesetzt, daß Mary nichts dagegen hat." " Der junge Fremde wird wohl selbst bestimmen, wessen Gast er sein will", meinte Hannah, indem sie unmuthig ihre blonden Zöpfe zurückwarf, und vorläufig ist er unser Gast, wenn er seinen Sinn nicht ändert." „ Ich bin diesem Mädchen sehr großen Dank schuldig", erklärte Johann Schäfer verlegen, wenn ich wüßte, daß ich nicht unbequem würde, wenn sie ihre Gastfreundschaft weiter erstrecken will, so. ,, Wirst Du wieder mit zurückgehen, so muß ich mich bescheiden, und hoffe Dich bei Zeiten morgen früh bei uns erscheinen zu sehen. Gute Nacht Euch Allen. Komm, Mary!" Das Wetter war ziemlich mild für die Nacht. Mit feinen filbernen Lichtwellen umfloß und umwogte der bleiche Mond die schneebedeckte Landschaft. Der alte Farmer ging mit einem Nachbar in lebhaftem Gespräche voraus. doch " Ihr geht ziemlich schwer", meinte Hannah. " Es ist wahr, ich bin müde und der Fuß schmerzt noch ziemlich heftig." „ Ich war dessen nicht mehr bedacht, Ihr wäret so doch besser beim Squire geblieben." ,, Dann hätte ich das Vergnügen nicht gehabt, mit Euch zusammenzugehen." ,, Macht es Euch Vergnügen? Aber stüßt Euch auf meinen Arm." leicht " " ,, Es würde Euch belästigen und ermüden." Stüßt Euch immerhin, ich trage es schon." Wie schön die Landschaft hier ist, ich werde sie so nicht vergessen." Es wird Euch leid thun hier fortzugehen, da Ihr Euren Freund verlassen müßt." ″ , Es wird mir gewiß noch mehreres leid thun, seit langer, langer Zeit ist es mir nicht vorgekommen, daß ich mich an einem Orte dieses Landes so heimisch gefühlt hätte, wie gerade hier." ,, Habt Ihr nicht auch irgendwo eine Freundin ge= lassen, wie Euer Gefährte?" Nein, Hannah, ich bin bis jetzt noch mit keinem Mädchen zusammengekommen, welches mich so angezogen hätte, wie Ihr in dieser kurzen Zeit." Der Arm des Mädchens zuckte merklich und ihrem Begleiter war es, als fühlte er die Pulsschläge ihres Herzens an seiner Hand, die jetzt dicht an ihrem Buſen lag. den jungen Mann zur Seite. ,, Au," schrie sie mit einem Male auf und riß jäh ,, Nachdem die beiden Angeklagten ehrenvoll entlassen, wurde vom Vorsitzenden die Sißung geschlossen. Derselbe wandte sich zu den Versammelten hin:„ Wenn es den Ladies und den Gentlemen gefällig ist, bei mir einen Milchpunsch einzunehmen, bevor Sie nach Hause gehen, so bemühen Sie sich gefälligst mit mir in's Haus." ,, Um Gott, Hannah, was ist mit Dir," rief er, und schlang schüßend seine Arme um ihre schöne, kräftige GeDa war unter den Anwesenden Keiner, der nach stalt, die nun eine kurze Zeit an seiner Brust ruhte, und solchem Erlebniß nicht das Bedürfniß empfunden hätte, von' unwiderstehlichem Drange erfaßt, drückte er einen der Einladung Folge zu leisten. Kuß auf die reine glatte Stirn. " „ D, was thust Du," rief sie ihn zurückstoßend, und die eben vom Schrecken erbleichten Züge füllten sich mit raschanströmender Röthe. Beim Ueberschreiten des schneebedeckten Hofes ging Ferdinand Burger dicht neben Mary Kroeber. Sie gingen Und ich bin da, um für Dich zu zeugen, Ferdinand", schweigend neben einander und so langsam, daß selbst die rief plötzlich eine helle muthige Stimme, und Johann Neugierigen schließlich vor ihnen in's Haus treten mußten. Schäfer trat zum mächtigen Erstaunen der Versammelten Als der Leßte verschwunden war, blieb das Mädchen hervor und legte seinen Arm auf die Schulter seines Ge- stehen und fragte:" Wo wirst Du heute Nacht bleiben, Fuß fährten. Verurtheilt ihn nur, Ihr Herren, die Ihr Ferdinand?" " " Was ist geschehen?" ist durch die Eiskrufte gebrochen. Geh' nur jetzt „ D, es fließt hier ein kleines Gewässer und mein allein." ,, Kommt Ihr denn," rief jetzt der Farmer, der soeben , Wir kommen", rief das Mädchen rasch gefaßt, und ergriff hastig den Arm ihres Begleiters,„ der Fremde kann nicht schnell vorwärts." Kläger und Richter in einer Person seid und Euch den ,, Was weiß ich?" entgegnete dieser.„ Vielleicht Schein der Gesetzlichkeit hinter dem Rücken des Gefeßes findet sich nun, da Du so herrlich für mich eingetreten, von seinem Nachbar Abschied genommen. gebet. Mein Freund hat recht und wahr gesprochen, wie irgend Einer, der mir Nachtquartier bietet." ein ächter Sozialist, der auch ich bin, er hat gegen mich Es wird es jeßt ein Jeder thun, und ich würde es gehandelt wie ein guter, wahrer Mensch, und freudig will vor allen Anderen thun, wenn nicht das Gerede wäre. ich sein Loos theilen. Sterben ist leichter, als leben in Aber möchtest Du nicht, da doch die Zeiten so schlecht, einer Gesellschaft, die die Menschheit mit Füßen tritt. wie Du selbst gesagt, vorläufig bei uns bleiben? Arbeit Tödtet uns, nehmt als Henkerslohn die Verachtung freierer giebt's schon." und befferer Menschen, als Ihr seid." Hohlweg, der nahe an das Haus führte. Schon recht", bemerkte der Alte und bog in den Ach, Marie, wenn ich nicht so ein armer Tramp Mann nach einer kleinen Pause, während welcher fie ,, Bist Du mir böse, Hannah?" fragte der junge Die ganze Versammlung war durch diese leidenschaft geworden wäre, ich bliebe gar zu gern in Deiner Nähe. schweigend nebeneinander gegangen. lichen Reden schon längst in die äußerste Erregung ge- Aber so heißt's: hinaus auf's Ungefähr." Ich bin nun ein altes Mädchen geworden in dieser denn?" kommen, die zeitweilig nur durch den Wunsch, die Worte zu vernehmen, die da gesprochen wurden, sich einigermaßen Einsamkeit bei harter Arbeit, und Dir blüht die ganze legte. Welt." Der Vorsißende suchte vergeblich nach Mitteln, um Schön blüht fie, diese Welt. Ich habe soeben ein wieder Herr der Situation zu werden. Aber bevor er Probestückchen erlebt." noch einen Versuch machen konnte, trat eine neue Persön=" Ja, so ist's", seufzte das Mädchen, wirst Du mich lichkeit in die Schranken, welche alsbald die allgemeine aber nicht wieder vergessen?" Spannung hervorrief. " Nein, Marie, ich schwör' Dir's zu, Dein Bild foll ,, Bevor hier von Richten und Hängen die Rede sein ewig in mir leben, und wenn mir's gelingen sollte, ein kann, will ich erst einmal wissen, mit wem wir's hier zu Heim zu gründen, das uns Beiden eine Eriſtenz gewähr thun haben." leistet, dann frage ich Dich wieder, ob Du mein sein Es war ein Weib mit rauher, aber doch nicht un- willst." Es war sehr verwegen von Dir, was dachtest Du Ich dachte nicht, Hannah, ich fühlte nur, daß Du mir in dieser kurzen Zeit so lieb geworden." ,, Du wirst weiter reisen?" " Ich werde reisen, wenn Du sagst, ich soll, aber ich werde bleiben, wenn ich von Dir höre, daß Dir das lieber ist. Soll ich bleiben?" Ja," hauchte das Mädchen. Diesmal tüßte er nicht die weiße Stirn, sondern den kleinen rothen Mund. Skizzen aus dem Leben des ländlichen Tagelöhners. III. Lebensverhältnisse des Tagelöhners. auf dem Lande unzählbar. Alle Gewaltmittel der Reaktion,| Witterungsverhältnisse vielfach jedes strenge Einhalten der eine Einschränkung der Tanzerlaubniß und aller Vergnü- Ruhe- und Eßpausen unmöglich. Die Folge dieser ge= gungen, gemeine Beleidigungen der unglücklichen Mutter, ringen Abwechselung und Diät der Nahrung sind chronische bei Gelegenheit der Taufe ihres bedauernswerthen Kindes, Magenkrankheiten, die auf dem Lande in erschreckender helfen gegen diese„ Sittenverderbniß" natürlich nichts. Weise grassiren. Das engere Familienleben bietet ebenfalls ein trauE. N. Eine Betrachtung der Wohnungs-, Arbeits- Die Sterblichkeit unter diesen außerehelichen Kindern ist bei dem Mangel jeglicher Pflege und dem namen- riges Bild. Die mangelhafte Erziehung und Bildung, und Lohnverhältnisse des Land- Tagelöhners hat uns gezeigt, Losen Elend der Mütter eine sehr bedeutende; hier ist der der Umgang mit störrischem Vieh und schließlich die ganze daß alle Bedingungen für eine gefunde geistige und körper- Tod für beide Theile oft eine Erlösung von unsagbarer ihn umgebende Misere selbst, schließen jedes gemüthvolle daß alle Bedingungen für eine gesunde geistige und körperliche Fortentwickelung fehlen, eine furze Erörterung seiner Noth. und innige Zusammenleben aus und machen den Tageganzen Lebenslage von der Kindheit bis ins Alter soll dies Bild vervollständigen. Die Knaben werden nach dem Verlassen der Schule löhner daheim leider oft zu einem halben Barbaren. Die gleichfalls in den meisten Fällen zu Hause behalten und unglückliche Frau ist dann die Zielscheibe seines Grolles Beginnen wir bei der Kindheit. Sobald die Mutter des kleinen Tagelöhnerfindes das gehen als Ochsenjungen oder Feldarbeiter auf Taglohn. und den rohesten Mißhandlungen ausgesetzt, die derartig Wochenbett verlassen kann, thut sie es, denn entweder Auf diese Weise erhalten die Eltern durch sie nach den auf der Tagesordnung sind, daß selbst die auf's höchste die Rücksichtslosigkeit des Bauern oder der Hungerlohn jahrelangen Ausgaben eine kleine Einnahme, die wegfiele, ausgebildete Klatschsucht der Landbewohner solche Vorfälle die Rücksichtslosigkeit des Bauern oder der Hungerlohn wenn sie nach der Stadt bei einem Handwerker in die unbeachtet läßt. Die Kindesliebe ist noch der einzige ihres Mannes fordern gebieterisch ihre Mitarbeit. Er lauben es die Witterungsverhältnisse und die Jahreszeit, Lehre oder bei dem Bauern in Gesindedienst gegeben Lichtblick in dieser trostlosen Welt. Leider haben die lauben es die Witterungsverhältnisse und die Jahreszeit, würden. Die Bezahlung beträgt für den Anfang im Eltern nur selten Zeit sich mit ihren Kleinen, zu befassen, so nimmt sie den kleinen Säugling im Wagen mit hinaus Durchschnitt 3/4 des Frauentagelohns, steigt aber nach 3 bis da der ununterbrochene Kampf ums Dasein jede Erholung auf's Feld, um ihm wenigstens in den Pausen etwas Pflege angedeihen zu lassen, wenn nicht, so bleibt er eben 4 Jahren fast bis zum vollen Männerverdienste. durch. unmöglich macht. Fast alle jungen Männer heirathen sofort nach der Wird der Tagelöhner krank oder ist seine Kraft volldaheim in der ungefunden Wohnungsluft und wächst ohne zurückgelegten Militärzeit, einmal weil bei dem ungenirten ständig aufgebraucht, so ist sein Geschick ein furchtbares. jede Wartung oder höchstens unter der Aufsicht seiner jede Wartung oder höchstens unter der Aufsicht seiner Verkehr der beiden Geschlechter daheim und auf dem Felde Im ersten Falle schüßt ihn vielleicht eine Krankenkasse älteren Geschwister auf. Tausende und abertausende Liebschaften selten ohne Folgen bleiben und dann, weil auf einige Wochen hinaus vor dem Verhungern, im letzten gehen an den aus dieser Vernachlässigung entspringenden ein dauerndes Zusammenwohnen der Erwachsenen, bei der Falle nichts. Solche Leute suchen sich die Gemeinden d. h. Krankheiten zu grunde, die Besserveranlagten ringen sich Stärke der Tagelöhnerfamilien, durch die ewigen Reibe- die Bauern und Besizer, die nach der Gemeindeordnung Tritt das Kind in das schulfähige Alter, so haben reien, den Klatsch und Neid untereinander zur Unmöglich die einzig Stimmberechtigten sind, so viel und schnell als nur wenige das Glück, eine Schule am Drte vorzufinden, feit wird. Mit der Heirath beginnt dann die Noth auch möglich vom Halse zu schaffen. Am leichtesten erreichen der größte Theil von ihnen muß oft eine Stunde weit hier, denn der größte Theil besitzt oft nicht das noth- sie diesen Zweck dadurch, daß sie die Unglücklichen obbachdurch Schnee und Regen bis zum nächsten Dorfe laufen, wendigste für den Haushalt und fängt mit Schulden an. los machen und so zwingen fortzuwandern. Der Bauer wo er dann durchnäßt, erfroren und hungrig ankommt. Von einem Familienleben kann dann bei dem elenden kündigt dem invalid gewordenen Tagelöhner unter irgend Von einer ordentlichen Ernährung kann hierbei natürlich Zustande der Wohnung und der übermäßig ausgedehnten einem Vorwande die Wohnung und auf alle diejenigen, keine Rede sein, ein Stückchen Brot und Spec müssen bis Arbeitszeit keine Rede sein, die Ehe bleibt einzig ein die ihm eine solche vermiethet haben, wird so lange ein zum Abend reichen, denn früher kommen die Eltern nicht physischer Genuß, dessen Folgen den Mann immer ab- Druck ausgeübt, bis sie ein Gleiches thun. Allerdings erreichen die Grundherrn bei diesem Vorgehen selten den hängiger machen und fester an seine Scholle ketten. von der Arbeit. " Mit dem schulfähigen Alter hat aber auch das arbeits- Der baare Lohn muß nach einigen Jahren unter 5-6 vollen Zweck, denn auch die anderen Gemeinden sind bei fähige begonnen. Direkt von der Schule müssen die Kinder Köpfe vertheilt werden und langt bald weder her noch hin, die großen Städte nicht minder, aber der Vortheil kommt der Aufnahme solcher Ausgestoßener sehr vorsichtig und auf's Feld, dort werden sie von erwachsenen Aufsehern und das um so weniger, als auf dem Lande alle Konsum- die großen Städte nicht minder, aber der Vortheil kommt auf's äußerste ausgenutzt und bis zur Erschöpfung getrieben, artikel verhältnißmäßig doppelt so theuer und dabei noch dabei doch heraus, daß der arme kranke Tagelöhner, wenn weil auch bei ihrer Arbeit der Bauer nur noch nach doppelt so schlecht als in der Stadt sind. Auf dem Dorfe er nach monatelangem Umherirren vollständig gebrochen in Akkordsägen bezahlt. Pro Morgen Rübenziehen, Unkraut- ist selbst für Geld wenig zu haben. Der Bauer verkauft das Heimathsdorf zurückkehrt, gern die letzten verzweifelten jäten, Samenschneiden oder Pflanzenstecken erhalten sie, je den armen Leuten seine Erzeugnisse überhaupt nicht, da er Anstrengungen macht, sich durch kleine Arbeitsleistungen nach der Anzahl der Betheiligten, 10, 15 und 20 Pfg. den größten Theil derselben entweder auf Monats- und als Aufseher, Bote 2c. die jämmerliche Verpflegung im oder, wenn sie im Tagelohn arbeiten, durchschnittlich die Jahreslieferung an die Händler der nahen Städte abgiebt Gemeindehause zu verdienen. Das genügt dem Bauern, Hälfte des Frauenverdienstes. Für die arme Tage- oder es der lumpigen paar Pfennige wegen, für die der er braucht den Arbeitsinvaliden, der ihm seine Gesundlöhnerfamilie ist diese geringe ökonomische Aushilfe gewiß kleine Mann" seine Bedürfnisse einkauft, nicht für der heit und seine Kräfte geopfert, auf dessen alte Tage ganz werthvoll, aber steht sie auch im Verhältniß zu der Mühe werth hält, in den Keller und nach dem Boden zu wenigstens nicht ganz umsonst ernähren. Glücklicherweise ist ein langes Siechthum auf dem körperlichen und geistigen Einbuße, die der kleine Arbeiter gehen. Der Arbeiter ist also auch hier auf den Zwischen- Lande eine Seltenheit. Die Leute arbeiten aus Furcht durch fie erleidet? Er ist wie seine Eltern während der händler angewiesen, der ihm aber, außer dem üblichen Lande eine Seltenheit. Die Leute arbeiten aus Furcht Arbeit allen Unbilden des Wetters ausgesezt, und wenn Profit, immer noch einige Pfennige über dem Marktpreis vor dem Gemeindehause, bis sie zusammenstürzen, ihr der Körper dadurch auch abgehärtet wird, so sind doch abnimmt, da keine Konkurrenz die Preise normirt. Beim ganzes Leben, das nur ein langsamer Hungertod war, bei dessen Zartheit frühzeitiger Rheumatismus, Huften- Dorfkrämer muß er vollends alle Artikel 25-50 pбt. endet meist in einer plöglichen Katastrophe, wenn die und Brustkrankheiten die häufigst eintretende Folge. In theurer bezahlen als in der Stadt; das fällt den Leuten Grenze der Entbehrungsfähigkeit erreicht ist. Wenn dann der todte Tagelöhner im schlichten Sarge, geistiger Hinsicht ist diese lettere noch bedenklicher. Ein- natürlich wenig auf, da sie immer nur geringe Quantimal wird der Schulunterricht ganz vernachlässigt und täten einkaufen und- borgen. Auf den Borg ist der geleitet von seinen trauernden Kindern und Enkeln und dann wird durch die einförmige Arbeit, gerade wie bei Tagelöhner eben nach kurzer Zeit angewiesen und kommt seinen alten Arbeitsgenossen, durch die sonnenbestrahlten wogenden Saatenfelder hinausgetragen wird nach dem den Eltern, der Geist frühzeitig abgeftumpft. Anstatt daß dann meist sein Lebtag nicht aus den Schulden heraus. stillen Friedhofe, dann hält der Geistliche für schweres sich bei Spiel und Erholung das Kind frei und ungebunden Direkt betrogen aber wird er durch die haufenweise Geld und der Bauer diesmal umsonst eine lange er=\ entwickele, lernt es schon frühzeitig unter der Knute des herumziehenden Hausterer, die ihm allen Schund auf- bauliche Rede, die in dem Schlußsatz gipfelt:„ Ja! es war Aufsehers die Abhängigkeit und Knechtschaft kennen. Was schwaßen und besonders dadurch, daß sie ihm ihre Waare ein fleißiger, ehrlicher Mann, den wir hier begraben, er aber soll es in der Schule lernen, wenn es zwei- und auf Abzahlung geben und so auch die Aermſten zum hat sich alle Zeit redlich und mühsam durchs Leben ge= dreimal in der Woche den Unterricht ganz versäumen muß, Kaufen verlocken. Ehe dann die werthlose Waare bezahlt schlagen, liebe Leute, nehmt euch ein Beispiel an ihm!" weil der Bauer die billige Kinderarbeit braucht? Es sind ist, ist sie abgenußt und die Entnahme auf Kredit beginnt Und die lieben Leute," sie nehmen sich eins, sie auf dem Lande ohnedies eine große Anzahl von Ferien- von neuem. Aber es hilft ihm auch wenig, sich direkt wochen, die alle nur dem Grundbefizer zu gute kommen, nach der Stadt zu wenden, was er besonders beim Ein- gehen hin und leben und sterben wie er. daß aber der Egoismus des letzteren auch außer dieser kaufe der Kleidung thut. Er wird dort ebenso überZeit ganz willkürlich über die Freiheit der Kinder verfügt, theuert und seine Unerfahrenheit und Unsicherheit ebenso ist ein trauriges Zeichen der Zeit. Der arme Dorfschul- ausgebeutet als zu Hause. Zu den Streiks. Sowie die Arbeiter in einigermaßen größerem lehrer steht diesem Treiben ganz wehrlos gegenüber, Wie steht es nun mit dem Naturallohn? Der Nöthigung der Unternehmer. Kontraktbruch. würde er es wagen, dem Anfinnen der Bauern, so und Kartoffelacker liefert ihm wohl Stoff genug, seinen Magen so viel Kinder während dieses oder jenes Tages zu be- zu füllen, aber keine gesunde und kräftige Nahrung. Der Umfange von ihrem Koalitionsrechte Gebrauch machen und urlauben, Widerstand zu leisten, so wäre er ein verlorener Ueberfluß an Kartoffeln verlockt ihn auch, sich ein Schwein zur Verbesserung ihrer Lage die Arbeit einstellen, so er= Mann. Was nicht Geld einbringt ist in den Augen des zu halten und dieses wieder fesselt den Landarbeiter noch schallen aus dem kapitalistischen Lager sofort immer Bauern eine werthlose Sache, weshalb also der viele mehr an seine Heimath. Er hält sich für reich und glück- dieselben abgegriffenen Verdächtigungen, Verdrehungen der Schulunterricht, und ein Lehrer, der auf des letzteren lich gegenüber seinem Kollegen in der Stadt, weil er vier Thatsachen und albernen Beschuldigungen gegen die Regelmäßigkeit hält, wird als liberal verschrieen und Wochen lang im Jahre Wurst und Fleisch und kaum ein Arbeiter. Diese Aeußerungen des kapitalistischen Hasses denunzirt, ganz abgesehen von den tausend Chikanen, halbes Jahr Speck zu seinem Brote hat. Der arme Thor! gegen die Rechte der Arbeiter entspringen zum großen unter welchen man ihn leiden läßt. Einen mächtigen und Wenn er am Ende des Jahres einmal zusammenrechnen Theil der absichtlichen Verlogenheit. Wenn z. B. würdigen Bundesgenossen bei allen diesen willkürlichen würde, wie viel Geld er baar für sein Schwein bezahlt, der Verein der Berliner Bauinteressenten an den Eingriffen in die gefeßlichen und rechtlichen Verhältnisse wieviel Kartoffeln und Schrot dasselbe verzehrt, wieviel Polizeipräsidenten schreibt, es wäre ,, die aufrichtige des armen Landvolkes findet der Bauer in dem Dorf- Arbeit und Mühe ihm dessen Aufziehen gemacht, so würde Meinung" der Mitglieder des Vereins, daß der Ausstand geistlichen, den wir später noch näher kennen lernen er leicht finden, daß er gerade doppelt so theures Fleisch der Berliner Maurer nur von wenigen Personen gemacht werden. Den großen Einfluß, welchen sich der Geistliche gegessen als er sich für baares Geld hätte kaufen können. wäre und daß er nur im Interesse von Parteien, die auf den auf das leicht empfängliche Gemüth des Kindes verschafft, Gar nicht gerechnet die Fälle, wo das mühsam aufge- Umsturz der Staats- und Gesellschaftsordnung abzielen, den er auch dann noch, wenn jenes längst seiner Obhut fütterte Thier krepirt oder ihm abgepfändet wird, da er geleitet und unterstützt werde, so ist dies ohne Zweifel entzogen ist, geltend macht und später auf den Erwachsenen am Termin das vom Viehhändler geliehene Ankaufsgeld nicht die aufrichtige Meinung der Leiter dieses Vereins, überträgt, verwendet er in allen Fällen zu gunsten nicht bezahlen konnte. So lange Fleisch und Wurst reichen, wenn wir auch einen Theil der Mitglieder solch einer des Bauern, wo ein anderer, sei es der Lehrer oder der ist das ja eine schöne Sache und während dieser Zeit ist geistigen Beschränktheit wohl für fähig halten. Die Leiter Tagelöhner selbst, dessen ungerechten Forderungen entgegen- auch die ganze Familie im Unverstand drauf los, leider des Vereins gebrauchen diese Anschuldigung offenbar gegen tritt. So wird das Kind schon von Jugend auf an hat das sehr bald ein Ende und dann kommen magere besseres Wissen, weil sie annehmen, daß in den Kreisen Abhängigkeit und Unterwürfigkeit gewöhnt. und fastenreiche Monate. Erhält er Getreide geliefert, der Machthaber solche Unwahrheiten gern gehört werden. Ist das Kind der Schule entwachsen, so ist die Frage womit natürlich immer eine bedeutende Erniedrigung des Aber ein großer Theil der kapitalistischen Kreise ist nach dem zu erwählenden Berufe für die Eltern nicht Geldlohnes gleichen Schritt hält, so geht es ihm ebenso, freilich durch seine Erziehung, durch eingeimpfte Vorurtheile, schwer zu beantworten. die starke Familie ißt, so lange etwas da ist, und dann durch falsche Anschauungen und nicht zum Wenigsten durch Die Mädchen werden bei einem Bauern in Dienst darbt sie um so mehr. Dentfaulheit und Unfähigkeit, offenbare Thatsachen zu gegeben, später versuchen sie vielleicht, durch Verwandte Durch diese unregelmäßige Lebensweise wird die sehen, von der Richtigkeit solcher unwahren Anschuldigungen oder Bekannte bewogen, ihr Glück in der großen Stadt. Gesundheit ebenfalls geschädigt. Gekochte Speisen nimmt gegen die Arbeiter überzeugt. Er hält jeden Versuch der Nur wenige aber finden es, der größte Theil kehrt, wenn er des Tages höchstens einmal zu sich und zwar Kartoffeln Arbeiter, sich die staatsbürgerliche Gleichberechtigung auf er nicht etwa der Prostitution in die Hände gefallen, nach am Abend, alle anderen Mahlzeiten bestehen aus Brot und dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung zu erringen, kurzer Zeit gebrochen und vernichtet oder enttäuscht, in den Speck, selbst den Kaffee trinkt er kalt, da er ihn in Flaschen für eine sträfliche Auflehnung gegen die von Gott gesetzte meisten Fällen ein Kind unter dem Herzen, in das Eltern- mit auf's Feld nimmt. Wer soll auch zu Hause kochen? Ordnung", die den Kapitalprofit als Endziel alles mensch= haus und von da in das alte Dienstverhältniß zurück. Frau und Kind müssen ja fleißig mitarbeiten, außerdem lichen Schaffens und Wirkens gesetzt haben soll. Infolge der aus der mangelhaften Erziehung entspringen- liegt das Feld, auf dem er beschäftigt ist, oft stundenweit Gegen beide Klassen der Gegner der Arbeiterrechte, den Unerfahrenheit und infolge der gesammten Wirth- vom Dorfe entfernt, so daß an ein Nachhausegehen nicht sowie gegen alle Spielarten, die sich aus der Mischung schafts- und Lebensverhältnisse sind die unehelichen Kinder zu denken ist, desgleichen machen, wie bereits erwähnt, die dieser beiden unter sich und mit anderen ablenkenden und im Sultan, im Khedive von Egypten, im Bey wies mich im Hintergrunde in einen dunkeln Gang, an Allein der sechzehnjährige Jüngling weigerte sich hartvon Tunis? Wie die Römer dereinst ihre Ko- dessen Ende eine Treppe befindlich sei. Tappend im näckig, den ihm aufgedrungenen Priesterstand zu ergreifen. horten, so senden die christlichen Nationen ihre Finstern gelangte ich vorwärts, begann zu steigen und Da vermiethete ihn sein Pflegevater als Arbeiter an eine Armeen in die Länder der Moslims auf Erekution brach plößlich mit dem Fuße durch ein Loch in den ver- Lyoner Seidenfabrik auf fünf Jahre. Allein schon nach im Auftrage von Wucherer- Syndikaten.( Lebhafter morschten Stufen. Glücklich bis in das zweite Stockwerk wenigen Tagen entfloh Pierre Dupont aus der Fabrik. Beifall und Händeklatschen.) gelangt, stieß ich an einen Balken, der, ich weiß nicht Sein erzürnter Bathe gab ihm eine kleine Geldsumme und ,, Dabei war in Rom die Plutokratie nur solidarisch wozu, hier aufgestellt, krachend zur Erde fiel. Drei Thüren zog seine Hand von dem selbständigen Charakter ab. gegen ihre Opfer, gegen die unterdrückten und ausge- öffneten sich, und kreischende zerlumpte Weiber überhäuften Dupont verschaffte sich eine Stelle als Kommis in einem preßten Völker; dagegen innerhalb der Klasse herrschte mich mit Schimpfworten. Aber in der dritten Thüre stand Bankgeschäfte. Hier blieb er zwei Jahre, bis ein Gastvon jeher das erbarmungslose Recht des Stärkeren. Senat ein schönes blasses Weib, das fragte mich sanft, wen ich spiel der Schauspielerin Rachel den in ihm schlummernden und Ritterstand wechselten ab in dem Besitze des Richter- suche. ,, Gustave Leroy"! Doch schon hatte ich ihn er- Funken der Poesie zu einem Brande entfachte. Dupont amtes und übten es gegeneinander aus, wie eine Vendetta tannt. Seine Nähkasten leimend saß er in kalter Stube, eilte nach Paris, um ausschließlich dichterisch zu arbeiten. gegen einen persönlichen Feind. Wo die Parteilichkeit der aus welcher sich ein erstickender Dunst wälzte. Auf dem Allein von Verlegern und Schriftstellern mit Achselzucken Tribunale nicht mehr ausreichte oder zu langsam arbeitete, Fußboden lag ein schreiendes Kindes starb wenige empfangen, sah er sich bald in bittere Noth versetzt. griff man zu Aechtungen und Massenkonfiskationen, so Tage nachher troß aufopfernder Pflege. Ein Tisch, ein Nachdem er eine Zeit lang durch Stundengeben in einer unter Marius, unter Sulla und während der beiden Bett, ein hölzernes Gesims, drei Stühle das war das kleinen Lehranstalt sein Leben gefristet, kam ihm eines Triumvirate. ganze Mobiliar. Ich fragte den Dichter nach seinen Tages in den Sinn, nach der Stadt Provins zu reisen, ,, M. H.! Um wie viel besser steht es im neunzehnten Liedern. ,, Die sind meist aus dem Buchhandel ver- wo noch einige Verwandte seines Vaters lebten. Von Jahrhunderte! Dieses ist gesittet und milde. Wir leben schwunden, gab er zur Antwort. Doch da Sie fich dafür diesen freundlich aufgenommen, fand der junge Dichter die ja in einer Aera der unblutigen Proskriptionen, welche interessiren, will ich zusehen, ob ich selbst noch einige Muße, ein größeres Gedicht„ Die beiden Engel" zu blos das Vermögen des Gegners treffen und dessen befize." Dabei langte er von dem Gefims einen Holzkaften vollenden. Seine Verse erwarben ihm die Gunst des in werthloses Leben verschonen.( Stürmischer Beifall und herab, in dem außer zerbrochenen Scherben, Handwerkszeug Provins weilenden Akademikers Lebrun. Als er nun, Händeklatschen.) Aber in keiner Zeit, m. H., hat es so und allerlei Spänen sich zuletzt auch Gedichte vorfanden. vierundzwanzig Jahre alt, zu siebenjährigem Militärdienste massenhafte, so ausgebreitete, so plögliche Vermögens- Es war ein Haufen ungeordneter Papiere, theils von berufen wurde, ohne Geld zum Anwerben eines Stellveränderungen gegeben, wie gerade heutzutage. Jeder Mäufen zernagt, theils durch das Alter und den schlechten vertreters zu besigen, da war es sein Gönner Lebrun, Fischzug an der Börse liefert Hunderte von Aufbewahrungsort zerstört. Leroy suchte das Leserlichste welcher für Subskription des genannten Gedichtes sorgte zappelnden Existenzen an den Strand.( Stürmi- heraus. Ich konnte nicht umhin, ihm Vorwürfe zu machen und dem Dichter durch seine Bemühungen einen Reinscher Beifall und Händeklatschen.) Jeder Ring, jeder Krach, über seine Sorglosigkeit, mit welcher er die letzten Eremplare gewinn von 5000 Franks verschaffte. Nach sechswöchigem jede. Krise bringt ganze Gruppen von Reichen und Wohl seiner Lieder der Vernichtung anheim gäbe. Ich verstehe Dienste sah sich nun Dupont vom Militär befreit. Auf habenden, von Unschuldigen und Schuldigen an den Sie nicht, entgegnete der Dichter. Jene Lieder mußte ich die Empfehlung Lebruns wurde das Gedicht ,, Die beiden Bettelstab, und immer ist der Schlußakt solcher sozialer schreiben. Sie haben zu ihrer Zeit genügt oder doch Engel" 1842 mit dem Preise von der Akademie gekrönt Dramen die Abrundung der größten Vermögen. gefallen- ihr Zweck ist erreicht. Die guten Lieder können und der Verfasser als Mitarbeiter am Wörterbuche der ( Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Denn es haben Sie heute noch auf der Gasse hören. Daß man die Akademie angestellt. Zu dieser Zeit befreundete sich die geräumigen, feuerfesten Kassen eine Anziehungskraft schlechten vergißt, dagegen habe ich mich niemals gewehrt. Dupont mit den Musikern Gounod und Parisot. Eines auf gefüllte Brieftaschen, wie nur der stärkste Magnet auf Ich versuchte übrigens schon einmal eine gesammelte Aus- Tages hörte Gounod seinen Freund singen, mit seelenvoller Eisenfeilspäne.( Heiterkeit.) Also, m. H., in dem furcht- gabe meiner Gedichte dem Volke zu übergeben; aber beim und schmiegsamer Stimme, ein unbekanntes, ergreifendes baren Kontraste zwischen dem Massenelende und dem über- fechsten Bogen konfiszirte die Polizei die ganze Auflage. Lied. Was ist das für ein Lied? Und wo hast du mäßigen Reichthume einiger Weniger liegt jedenfalls die Es soll also nicht sein. Uebrigens was gehen mich die singen gelernt?"„ Ich habe nirgend singen gelernt. Aehnlichkeit der modernen und der antiken Zeit. alten Lieder an? Soll ich jetzt, wo ich noch junge Und das Lied habe ich soeben erdacht." Gounod ,, Das erweiterte Stimmrecht, die Preß-, die Rede- dichten kann, schon für die Eitelkeit des Greiſenalters notirte sich die Noten und war erstaunt über das natürund die Versammlungsfreiheit, der sorgfältigere und aus- sorgen?" Der so charakterisirte Mann betheiligte sich fort- liche Genie Duponts. Wenige Tage später galt Dupont nahmslose Volksschulunterricht... sind aber unvereinbar während an den Ereignissen der Zeit. Schon 1840 wurde in ganz Paris als neuerstandener Stern. Der Anblick mit einem wirthschaftlichen Zustande, welcher den arbeiten- das Publikum auf ihn aufmerksam, als aus allen Werk- einer Heerde stattlicher Landochsen hatte ihn zu einem den Klassen gegen erhöhte Leistungen nur Elend und Un- stätten sein Lied„ Die Todten" erscholl. Ein anderes Lied Gedichte begeistert, in welchem ein Bauer seine beiden sicherheit zu bieten vermag.( Lebhafter Beifall und Hände- Der Eingang in die Tuilerien" zog ihm die erste Ver- Ochsen preist und ihren Verlust durch Verarmung fürchtet. flatschen.) und ebenso unvereinbar mit einem solchen folgung zu. Leroy hatte Einfluß auf die Wahlen, warnte Die von Dupont erfundene wehmüthige Melodie entzückte Zustande ist gewiß, aus Gründen, die ich hier gar nicht vor Louis Napoleon, kritisirte die Maßnahmen der Gounod sowie berühmte Sänger, welche das Lied öffentlich mehr weiter zu erörtern brauche, die allgemeine Wehrpflicht. Regierung, verherrlichte die Verbannten und das alles vortrugen, unter dem Beifall der entzückten Menge. Wie Bei Strafe des Unterganges also wird sich die durch sein schlichtes Lied. Er war der erste, welcher durch das Gedicht„ Die Ochsen" sind viele Gedichte der ersten moderne Welt eine neue wirthschaftliche und seinen schwungvollen Gruß der jungen Republik" den Periode Duponts der Verherrlichung ländlicher Natur soziale Organisation schaffen müssen, und sie hat Sieg des Volkes feierte. Dieses Lied griff in die Vor- gewidmet. Als Probe dieser Gattung möge eine Strophe damit bereits begonnen. gänge der Revolution ein, indem es zur Verbrennung des des Liedes„ Ehrenpreis" dienen. Man wird daraus erJulithrones durch die Strophe führte: Verbrennt den Thron, auf dem die Schmach gesessen, Auf dem Verrath erschlug den Julikampf! Verbrennt den Thron! Und laßt im Opferdampf Das Recht erhöhen, das ein Fürst vergessen! Mag Seid' und Holz im Feuerbrand verderben, Das Königthum erwärmt uns anders nicht. Gegrüßt, gegrüßt! Nun kann ich ruhig sterben O Republik, ich sah dein Angesicht!" " 1 sehen, daß der Revolutionsdichter kein teuflischer Bluthund, sondern eine weiche, schwärmerische Natur war. Wenn, um des Frühlings Huld zu grüßen, Die Eiche sproẞt in jungem Reis, Dann sat den Teppich ihr zu Füßen Das blaue Blümchen Ehrenpreis Ein blasses Kind und ohne Düften, Kaum in der Fris Blick getaucht, Ein Tropfen Thau, den aus den Lüften Das Morgenroth zur Blume haucht. Gegrüßt, du zarte Blüthenseele, Die eine Stund' entfärben muß, Mitleidend- fromm und ohne Fehle Und flüchtig wie ein Liebesgruß!" " In der bisherigen Domäne des Liberalismus, in den großen Städten und insbesondere in der Reichshauptstadt wendet sich das Bolt enttäuscht von dem Liberalismus und seiner trostlosen wirthschaftlichen Lehre, dem Manchesterthume, ab, seine Rolle ist ausgespielt. ( Beifall.) Er hat die Weltbühne betreten, wie Nathan der Weise; er trieft von Aufklärung und predigt Menschenglück. Aber gar bald ist Am 17. März 1849, als die Hinrichtung der soer aus der eingelernten, in die natürliche Rolle genannten Mörder des Generals Brèa jedes menschliche zurückgefallen: in die des alten Shylock, welcher Herz erschütterte, faßte Leroy den Grimm Tausender_in auf seinem Scheine besteht und ein Pfund Fleisch ein zorniges Lied, das noch am Abend von den Gassen aus unserem Leibe begehrt. Es ist kein Wunder, zu den Scheiben des banfettirenden Präsidentenschlosses Die Hungersnoth des Jahres 1846 und der tägliche m. H., daß das Volk höflich aber entschieden ein solches emporgrollte. Die Staatsgewalt fühlte die Gefährlichkeit Anblick des sozialen Elends wandelten den idyllischen Anerbieten abgelehnt hat."( Stürmischer langanhaltender solcher Kritik ihres unfittlichen Systems, fie verurtheilte Charakter der Dupont'schen Dichtung in in einen sozialBeifall und Händeklatschen. Wiederholte Hochrufe.) statt des Präsidenten den Proletarier. Das Volk aber philosophischen und politisch- revolutionären um. Das ernährte während Leroy's Gefangenschaft dessen Weib und Lied vom Brote", der ,, Gesang der Arbeiter", der ,, Gesang Kind, ja es sang ihm sein eigenes Lied unter dem Kerker- der Völker" find Gedichte voll großer, packender, wenn gitter als Zeichen der Treue und des Dankes. Das war auch vielfach ungeordneter und durch Phrasenkleidung gewohl der einzige Lohn, der dem Dichter zu Theil wurde. schwächter Gedanken. Alle Dupont'schen Lieder aber zündeten Und so konnte Leroy wohl seinem Liede grollen, es ver- gewaltig in der Masse und gingen der Revolution vorauf bannen", wie er dies in dem Gedichte„ Die Verbannung wie Sturmvögel dem Orkane. Den Klang dieser Lieder des Liedes" thut. Die französische Arbeiterdichtung der Achtundvierziger- Zeit. III. B. W. Praktischer, aber minder begabt als JeanJournet war A. Bourgeois, ein energischer Mann, der an großen Gedanken sich stählt, für große Thaten sich begeistert. Als der Luftschiffer Pétrin einen lenkbaren Luftballon erfunden hatte und kein Kapital zur Realisirung finden konnte, erließ Bourgeois einen Aufruf an das Volk", den Erfinder durch kleine Geldspenden zur Ausführung seiner Idee zu befähigen. Das Luftschiff bewegt sich nach Pétrin vorwärts durch Anwendung einer schiefen Ebene, bald schräg aufwärts, bald schräg abwärts. Ein Apparat von vier Ballons trägt nach des Erfinders Berechnung eine Zahl von 500 Menschen mit einer Schnelligkeit von stündlich 10 bis 50 Pariser Meilen. In der That eine Idee, für welche man sich begeistern kann nach Art Bourgeois', welcher ſang: " So laßt empor uns aus dem Dunkel schweben, Das lang im Schlaf die Menschenseele band; Vermag uns Flügel das Talent zu geben, Auf, streckt entgegen ihm die Bruderhand! Den Ruf erklingen laßt zum Weltenende; Ein Stern erglänzt durch Nacht und Nebelduft!... Mann aus dem Volf, gieb deine Freiheitsspende, Dem Vogel gleich durchkreuzen wir die Luft." Das Proletariat bewahrte auch bei dieser Gelegenheit seinen Ruf der Intelligenz und Mildherzigkeit. Ob sich die Pétrinſche Idee nun zur Ausführung bringen läßt, war von mir nicht in Erfahrung zu bringen. Fest steht, daß ein Modell der fischförmigen Maschine im Winter 1850/51 zu Paris ausgestellt worden ist. Mir sprach ein Freund:„ Verbanne nicht dein Lied!" Ich aber meine, daß er kläglich rieth. Wenn alles ausgesagt was soll ich weiter fingen? Einst hört ich Lust und Scherz aus jeder Seele klingen, Heut bin ich allzugut belehrt in Herzensdingen Verstumme drum, mein Lied! Die Ehre doch?" Leicht ist um sie ein Lied. Heut flag ich nur, daß sie von dannen schied. Ein armes Wort verwischt nicht mehr der Seele Flecken, Seit wir die Ehre in Pistolenläufe stecken Und einer Kinderschaar Geschick mit Nacht bedecken. Verstumme drum, mein Lied! " Die Tugend doch?" Leicht ist um sie ein Lied; Sie ist ein Ruf, den gern der Schlechte flieht. Ich will auch diesen Kelch ausleeren bis zum Grunde, Daß fast die Schande nur Reichthum erwirbt zur Stunde, Wenn sich der Brave arm verzehrt an seiner Wunde. Verstumme drum, mein Lied! ,, Die Freiheit doch?" Leicht ist um sie ein Lied. Sie ist der Stern, zu dem mein Auge sieht. Mit ihrem Glanze kam sie in den Junischauern Still! Von den Gittern bringt der Morgenwind ein Trauern; Wie kann der Freiheit Baum gedeihn auf Kerker= mauern? Verstumme drum, mein Lied! mögen einige Verse vom ,, Gesang der Studenten" kennzeichnen, welcher ein Studententhum feiert, das im Gegensatz zum heutigen noch die Fähigkeit, fühn zu denken und fich für wahre Ideale zu begeistern, hatte. ,, Studenten, auf zum frohen Bunde, The Jünglinge der freien That! Dem Volke lauscht und seiner Kunde, Pfeift Malthus aus mit seinem Rath! Auf ihrer Stirn der Freiheit Stempel, Bahnt sich den Weg die junge Schaar. Zwei Säulen hat der Zukunft Tempel; Es sind Student und Proletar. Marschiert ohne Trommeln und Pfeifen, Zu erobern die neue Welt, Und laßt in die Brust euch das Todesblei greifen, Wie gethan Robert Blam, der prächtige Held. Mag auch das Licht der Sonne blenden Den trüben Blick der Gulenschaar; Uns laßt marschieren, Hand in Händen, Studenten hier, hier Proletar! Hurrah, ihr wackern Jünglingsherzen Von Wien, Berlin, vom Seinestrand! Allüberall Studentenkerzen, Und jubelu sollte frei das Land! Marschiert ohne Trommeln und Pfeifen, Zu erobern die neue Welt, Und laßt in die Brust euch das Todesblei greifen, Wie gethan Robert Blum, der prächtige Held!" Pierre Dupont ist einer der bekanntesten Proletarier- Nach dem Staatsstreiche vom 2. Dezember hielt sich dichter, dessen Name auch den deutschen Arbeitern vertraut Dupont ein halbes Jahr lang in einigen unbeachteten ist infolge des von ihm verfaßten„ Gefanges der Arbeiter". Landstädten verborgen, bis man den gefürchteten VolksEiner der liederreichsten Proletarierdichter ist der Näh- Der Dichter wurde am 23. April 1821 zu Lyon als dichter entdeckte und verhaftete. Vor ein Kriegsgericht getasten- Arbeiter Gustav Leroy. Von ihm erzähltein Deutscher: Sohn eines Schmiedes geboren. Nachdem er in zartem stellt, ward er zu sechsjähriger Verbannung nach Lambessa Ich lernte ihn auf der Straße kennen und besuchte ihn Alter sowohl Vater wie Mutter verloren hatte, wurde er verurtheilt. Doch einflußreiche Gönner erwirkten seine an einem kalten, klaren Novembertage in seiner Wohnung. von seinem Bathen, einem alten Landgeistlichen, aufgenommen Begnadigung. Seitdem hat sich Dupont vorwiegend der Eine alte Kaldaunenhökerin öffnete mir das Haus und und mit zehn Jahren in ein geistliches Seminar gesandt. Richtung seiner ältern Poesie zugewandt. Der internationale Arbeiterkongrek in Paris. " am Der tyrannische Feldzug Louis Napoleons gegen die| Verboten! In München sind von der dortigen Polizei Presse Frankreichs hat natürlich auch die Erzeugnisse der zivei Arbeiterversammlungen, in denen der internationale Arbeiter= Arbeiterdichter nicht verschont. Eine unheimliche Stille tongreß in Paris die Tagesordnung bilden sollte, von vornherein verboten worden. Der Breslaner Polizeipräsident verbietet überzog das Land, kein Lied milderte mehr den Despotis- Zum Kongreß find bis jept, ohne die deutschen, Sammlungen zum Zweck der Beschichung des Stongresses. In mus. Sich im Volte einen stummen Gegner zu erschaffen, österreichischen und französischen Delegirte angemeldet: aus Mainz verbietet man Versammlungen und Sammlungen. Der dessen Groll und dessen geplante Thaten kein Wort ver- Holland 3, aus Schweden 3, aus Norwegen 1, aus.-." giebt bekannt, daß der Verein für volksthümliche Wahlen kündet, ist ein gefährliches Spiel. Das hat jener franzö- Griechenland 1, aus Polen 2, aus Rußland 2, aus verboten worden ist. für Pforzheim und Umgegend" auf Grund des Sozialistengesezes sische Kaiser erfahren. Auch in Deutschland ist die Spanien 3, aus der Schweiz 10, aus England 10, aus Verboten und wieder freigegeben wurde die Nummer Arbeiterdichtung gegenwärtig stumm. Ja, mit Staunen Amerika 5, zusammen 40 Delegirte. Da aus Deutschland 74 des„ Südwestdeutschen Volksblattes" und zwar wegen Abdruck wird mancher Arbeiter vernehmen, daß das Proletariat zirka 80 Delegirte kommen werden, aus Desterreich 5-6, des Artikels über den badischen Fabrikinspektor aus der„ Neuen Beit". eine hervorragende poetische Literatur hat, daß in wenigen und da auch sonst noch verschiedene noch nicht angemeldete Aufgelöst wurde in Berlin: am Sonnabend die öffent= Jahren tausend begeisterungsvolle Lieder aus einer einzigen Delegirte zu erwarten sind, so wird die Zahl der nicht- liche Versammlung der Bauarbeitsleute, als Herr Wallenthin Großstadt lerchengleich emporstiegen. Was ist schuld an französischen Delegirten wohl die Ziffer 130 übersteigen, ausführte, wie die Maschine dem Arbeiter das Brod nehme dem heutigen bangen Schweigen? Mag die Poesie während die Zahl der französischen Delegirten sich auf Berliner Wahlkreise, als Herr Mar Schippel ohne jede weitere Dienstag die öffentliche Wahlvereinsversammlung im 2. ihre Klagen an die Väter des Sozialistengesezes richten! 150 bis 200 erheben dürfte ein imposantes Arbeiter Bemerkung fonstatirte, daß die freisinnige Partei für die letzten parlament, wie die Welt noch keins gesehen hat. großen Militärerhöhungen gestimmt habe am Mittwoch die Wahlvereinsversammlung im 5. Kreise, als nach ½ stündiger In die Antisemiten ist kürzlich ein großer Merger aug Delegirte zum internationalen Kongres: Freiburg i. B.: Rede Herr Max Baginsky die Worte gebrauchte:„ Die Arbeiter gefahren, während ihre Gegner mit verstärktem Selbst- Drechsler: Legien- Hamburg Bielefeld: Schneider N. 3 wiener Deutsche haben erkannt, daß die Kluft zwischen denen, die arbeiten und nichts Leipzig: Tischler August haben, und denen an demselben Tage die Wahlver= bewußtsein in die Zukunft schauen und zwar hat ein Pfeiffer, Bigarrenfabrikant Friedrich Geyer, Lithograph Karl ein sversammlung im 4. Streise, als in der Diskussion Herr Kunert hoher katholischer Würdenträger das alles bewirkt. Pintau, Former Paul Schiemann- Magdeburger Schneider, meinte, in China herrsche eine wahre Musterfreiheit im Vergleiche in am Donnerstag die Versammlung der Das ging aber so zu: Der päpstliche Nuntius, Stürschner und Posamentirer: Schneider Holzhäu Be r- Braunschweig zu unseren Zuständen die Berliner Tischler Herrn Theodor Glocke- Berlin Monsignore Galimberti, speiste, hoffentlich gut, bei dem Hannover: Abg. Meister- Barmen: Abg. Harms streifenden Maler und Anstreicher, als Herr Hohlwegler be= merkte, die Bevölkerung würde ihre Sympathien den Streifenden Bischof von Fünfkirchen. Segiz. zuwenden, es sei eine Frechheit der Kapitalisten, die Arbeiter zu verhöhnen. Papstthum und Judenthum. * * * Fürth: Aus der Schweiz kommen Fürsprech, Scherrer und Redakteur Brandt( Grüttverein), Fürſprech Reichel und Redakteur Steck ( Schweizerische Sozialdemokratie) und Sekretär Merk( Gewerkschaftsbund). * Eine Versammlung von Bergarbeiter- Delegirten von 37 Bechen hat am Sonntag in Dortmund unter dem Vorsiz des Herrn Schröder stattgefunden. Die Ausführungen einzelner Delegirten gipfelten darin, daß die alten Uebelstände noch jezt eristirten, Neben vielen ungenannten ,, Vorständen militärischer und ziviler Behörden" wohnte dem Festmahle auch ein gewisser Herr Josef Engel de Janofi bei; bisher unbekannt in der Weltgeschichte, ist von ihm nur festgestellt, daß er der Sohn eines jüdischen Großgrundbesizers ist. Nach An die in der Hausindustrie thätigen Arbeiter daß eine Lohnerhöhung fast nirgends eingetreten sei und die ZechenAn die in der Hausindustrie thätigen Arbeiter beamten nach dem Streik noch viel rücksichtsloser aufträten, Absolvirung des glänzenden Menus wurde er dem Nuntius Berlins ergeht die Aufforderung, für ihre Vertretung auf dem als vorher. Welcher Druck auf die Leiter der Versammlung ausvorgestellt, welcher ihm freudig die Hand drückte und bemerkte: internationalen Arbeiterkongreß in Paris Sammlungen vorzunehmen. geübt wird, geht aus folgender Aeußerung des Grubendirektors von " Unsere Stirche steht Ihrem Glauben keinesfalls Sammellisten find zu haben bei folgenden Kommissionsmitgliedern: Beche„ Kaiserstuhl- Westfalia" hervor. Derselbe sagte zu Herrn feindlich gegenüber, da sie doch aus demselben hervorging Täterow, Schneider, Mauerstr. 9, v. III; Gottschalk, Schneider, Schröder:„ Wenn noch einmal die Firma Bunte, Schröder, Siegel und viele Berührungspunkte, wie die Bibel, die Propheten, Often, Schuhmacher, Zimmerſtr. 14 bei Kaufsau; Feldmann, Buch wird Ihnen gekündigt!" Schröder soll auch bereits den Abkehrund viele Berührungspunkte, wie die Bibel, die Propheten, Kronenstr. 34/40, v. IV; kördel, Schuhmacher, Forſterſtr. 58. v. 1; in der Zeitung unter einer Bekanntmachung oder Erklärung steht, Psalmen 2c., mit demselben hat. Jede positive Religion binder, Sophienstr. 26/27, H. 1. Querg. II; Widker, Buchbinder, schein erhalten haben.- Von der von der Regierung angeordneten den ,, Abkehr= ist dem Atheismus vorzuziehen, der die soziale Manteuffelstr. 5, v. III r.; Bombin, Sattler, Admiralstr. 15; obrigkeitlichen Untersuchung können sich die Bergleute nicht viel verOrdnung zerstört; daher sollen alle Konfessionen Maurer, Sattler, Mittelstr. 34; Freiwaldt, Tapezierer, Wienerstr. 9; sprechen. Die Zechenverwaltungen schicken zumeist solche Bergleute einig sein und friedlich unter einander wirken. Versichern Gräffel, Tapezierer, Lindenstr. 12, H. Querg. III; Nöhden, Posa- zu der Untersuchungskommission, die gar nicht gestreift haben, oder Sie Ihre Glaubensgenossen meiner dauernden Sympathien!" Ob der Nuntius Herrn de Janosi bei diesen Worten mentier, Dresdenerstr. 18, v. III. solche, von denen sie wissen, daß sie den Mund kaum aufthun. zugeblinzelt hat, wird uns leider nicht berichtet. Wahrscheinlich aber ist es, daß er ihn für einen Anguren gehalten hat, bei dem er auf Verständniß rechnen kann, auch ohne weitere Bemerkungen. Die Metallarbeiter Berlins fordern zu Sammlungen für ihre Vertretung zum internationalen Kongres in Paris auf. 3ur Entgegennahme von freiwilligen Beiträgen sind bereit die Commissionsmitglieder: Richard Wendler, Neinickendorferstr. 29, Reinicke, Grünthalerstr. 66, Fahrenwald, Dieffenbachstr. 72. Gile thut jedoch noth, da die Delegirten Mitte nächster Woche reiseDie Tischleradressen in Berlin sind uns nicht zugegangen. fertig sein müssen. Gewerkschaftliches, Versammlungen. Die Töpfer streifen in Köln b. Meißen, Fürstenwalde Gera, Magdeburg( die Nachricht von der Beendigung des Streits Hamburg, Eberswalde, Dresden und Kottbus. war also von den Unternehmern erfunden), Güstrow, Nürnberg, In unserer Zeit des Rassenhasses und des kirchlichen Fanatismus wäre gewiß nichts erfreulicher, als wenn von einer Stelle, die es nicht erwarten läßt, eine Aeußerung Richard Tabert, Münchebergerstr. 13; Paul Hybszer, AdmiralBeiträge für die Berliner Drechsler nehmen entgegen: der Achtung vor der Ueberzeugung des Andersstraße 26, vorn 3 Tr.; W. Bothe, Steinstr. 15, 1 Tr.; Friz Stein, denkenden laut würde. Jedoch es handelt sich hier nicht Mittenwalderstr. 10, v. 2 Tr.; Franz Rautenberg und Theodor Die Berliner Maurer haben nunmehr den Generalstreik um Duldung, noch weniger um Achtung, sondern um Leipart, Michaelskirchplas 8, Hof 2 Tr.; Julius Hildebrandt, Wienerstr. 62. aufgehoben und beschlossen: 1. Die Einführung der neunstündigen etwas Greisbareres, um ein Schuß- und Truzbündniß. Der päpstliche Nuntius sagt in dürren Worten: Wir streng durchgeführt ist. 2. Wo die neunstündige Arbeitszeit und Arbeitszeit wird so lange als Fordernng erhalten, bis dieselbe beide, Christen und Juden, haben ein gemeinsames Interesse, 60 Pf. Stundenlohn bewilligt sind, kann die Arbeit aufgenommen die Aufrechthaltung der sozialen Ordnung". Der Glaubenswerden. Jeder Streikende, der unter diesen Bedingungen keine inhalt unserer verschiedenen Konfessionen ist ein unterArbeit erhält, hat sich täglich in seiner Filiale zu melden und wird geordnetes Detail. Das Wesentliche, ihr Werth besteht derselbe unterſtüßt. 3. Sämmtliche Maurer Berlins und Umgegend darin, daß sie die soziale Ordnung" stügen, welche der Der„ Reichsanzeiger" veröffentlicht drei Erlasse des haben die Sammlungen wieder aufzunehmen, jedoch nicht unter Atheismus zerstört. Daher, weil wir beide diese soziale Reichskanzlers an den deutschen Gesandten in Bern 1 Mart pro Woche, um die am 23. Mai d. J. gefaßte Resolution Drdnung wollen, müssen alle Konfessionen einig sein". d. d. Berlin, den 5. Juni, Berlin, den 6. Juni und zur vollen Durchführung zu bringen.- Geldsendungen richte man Das Wort„ Atheismus" ist natürlich ganz ungenau; Varzin, den 26. Juni. Aus diesen Schriftstücken ersehen Aus diesen Schriftstücken ersehen an Wilhelm Kerstan, Berlin, Dresdenerstr. 116 bei Wendt. Alle es sagt an sich gar nichts Bestimmtes und es können wir zunächst, daß nicht, wie man vielfach angenommen Arbeiterblätter ersuchen wir um Nachdruck. J. A.: Julius Wernau, darunter verschiedene Weltanschauungen gemeint sein, die hatte, der junge Graf Bismarck die Verhandlungen Zionskirchplatz 2, 3 Tr. Politisches und Sozialpolitisches. revolutionärsten wie die reaktionärsten. Diese Eigenschaft mit der Schweiz geführt hat, sondern der Reichskanzler " Auch die Maler und Anstreicher Berlins sind nun in der Vieldeutigkeit hat das Wort„ Atheismus" mit dem selber. Die Erklärungen, welche in diesen Schriftstücken den Lohnkampf energisch eingetreten. Eine RiefenverWorte Religion", sogar mit dem Worte„ Christenthum" der deutsche Gesandte aufgefordert wird, dem Chef des sammlung beschloß: Die Maler und Anstreicher legen in gemein. Aber das Bündniß der Herren Galimberti und wärtigen Departements der Schweiz, Herrn Droz, vorzu- fämmtlichen Werkstellen die Arbeit nieder Engel de Janofi bezieht sich nicht auf solche philosophische lesen, sind sehr schroffer, kategorischer Art, enthalten und nehmen dieselbe nicht eher wieder auf, bis eine geFeinheiten. aber inhaltlich wenig, was nicht schon in der Nordd. nügende Anzahl Arbeitgeber die in der Versammlung vom 7. April aufgestellten Forderungen( 56 Pf. Lohn, Die positiven Religionen" haben die soziale Ord- Allg. 3tg." ausgeführt wäre: es seien sozialdemokratische 9 stündige Arbeit, Anerkennung des Arbeitsnachweises nung" zu schüßen. Gewiß, das thun sie auch, das haben Schriften aus der Schweiz verbreitet worden, anarchistische der Gefellen, für Anstreicher 50 Pf. Lohn.) anerkannt fie stets gethan. Freilich war die soziale Ordnung" zur Verbrecher seien aus der Schweiz gekommen, dem Wohl- und bewilligt haben. Alle unverheiratheten Kollegen Zeit Karl des Großen eine andere, als zur Zeit der gemuth habe man nicht die gebührende Behandlung wieder- haben laut Beschluß der Versammlung Berlin zu verBauernkriege; und die soziale Ordnung" vor der franzö- fahren lassen der Niederlassungsvertrag vom 27. April laffen. Der Arbeitsnachweis der Innung ist zu meiden. fischen Revolution war einigermaßen verschieden von jener, 1876 verbiete es der Schweiz, Deutsche dort Wohnsiz Zimmerlente Berlins und der Umgegend. Ihr alle welche heute, 100 Jahre nach dem Bastillensturm, herrscht nehmen zu lassen, wenn sie nicht mit einem Leumunds wißt, daß Geld noth thut, Ihr alle wißt, daß der neue Kampf aber in der That, die Kirche hat alle diese sozialen zeugniß der deutschen Regierung versehen seien. neue, ja noch größere Mitte, als der erste erfordern wird. Daher sammelt die von Euch beschlossene Mark pro Woche. Playlisten Ordnungen" gestüßt, sie war stets auf Seite der jeweiligen Da nun, so heißt es weiter, Deutschland nicht mehr sind zu haben bei den Kameraden Jäckel, Blumenstr. 19; Knüpfer, sozialen Ordnung" und stüßte sie gegen die kommende. im Stande sei, sich gegen die Umtriebe und Brandschriften Greifswalderstr. 29, v. 3 Tr.; Zipke, Eisenbahnstr. 37; Schmidt, Und, um nicht mißverstanden zu werden, wollen wir hin- der in der Schweiz geduldeten deutschen Reichsfeinde durch Lausitzerstr. 3; Naumann, Steinmezstr. 28; Ordtland, Stegligerzufügen, daß das vom Judenthum mindestens ebenso sehr Beobachtung an Ort und Stelle zu schüßen, so sei Deutsch- traße 58, bei Nellen; Stehr, Wilsnackerstr. 26, H. 4 Tr.; Leonhardt, gilt. Es giebt nichts Konservativeres, ja nichts Reaktio- land genöthigt, die Kontrole des feindlichen Treibens Antonſtr. 34, H. 4 Tr.; Schreiber, Gneisenaustr. 82. näreres als das Jubenthum, wie sich das bei einer alten auf die deutsche Seite der Grenze zu verlegen, obwohl maschinenbauer und Berufsgenossen am Montag, d. 8. b. m. Große öffentliche Versammlung der Schloffer, Staatsreligion, welche nur den Zweck hatte, die soziale dies doch nur unvollständig und mit großem Schaden im Elysium, Landsberger Allee 39, Abends 82 Uhr: 1. Wie stellen Ordnung" von damals zu stüßen, von selbst versteht. für den friedliebenden Theil beider Länder durchgeführt sich die Schlosser und Maschienenbauer zur Verkürzung der ArbeitsAber, wie ist uns denn? Erzählt man uns nicht werden könne. Schließlich droht der Kanzler mit der zeit? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Genehmigung ist sonst das gerade Gegentheil? Sagt man uns nicht fort Kündigung des Niederlassungsvertrages. Diese ertheilt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines während, die heutige„ soziale Ordnung" sei nur ein Mittel, Kündigung ist nach Artikel 11. des Vertrages jederzeit jeden Stollegen, pünktlich zu erscheinen. Freie Vereinigung der Zuschneider, Stepper und religiöse Ideen zu verwirklichen? Monarchie, Eigenthum möglich. Der Vertrag bleibt dann in Geltung, bis zum Vorrichter Berlins Sonnabend, den 6. Jul, Abends 8 Uhr, und Familie seien die Formen, in welchen sich der Wille Ablaufe eines Jahres von dem Tage an, an welchem der Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: 1. Kassenbericht, 2. Vorlesung Gottes auf Erden durchseze? Was sagt man dem Armen, eine oder der andere der vertragenden Theile ihn gekün- aus Heft 3 der Berliner Arbeiter- Bibliothek: Die Frauenfrage. dem Darbenden, dem Geknechteten, welchem die soziale digt hat." Bis zum Ablaufe dieses Jahres wird aber Abend präz. 812 Uhr in Scheffers Salon, Inselstr. 10: Stellung= Ordnung" auf den Nägeln brennt? Es ist der Wille hoffentlich die Temperatur eine etwas kühlere geworden nahme zum Malerstreik. Gottes, der sich erfüllt; diese„ Ordnung" ist von Gott sein und wird Deutschland, welches kein wildes Land" Große öffentliche Modelltischlerversammlung Sonnabend eingefeßt. Diese Ordnung ist heilig", weil die Religion sein will, der zweifelhafte Ruhm erspart bleiben, die Abends 8 Uhr bei Täger, Gartenstr. 13: Organisationsfrage und Beschickung des internationalen Kongresses. fie sanktionirt hat. Schweizer aus Deutschland, gleich den Polen, auszuweisen Große öffentliche Versammlung der Schuhmacher Was sagt hingegen der päpstliche Nuntius Monsignore und hunderttausend Deutsche, welche heute in der Schweiz Berlins Montag Abend 8 Uhr in Feuersteins großem Saal, Galimberti? Er spricht es offen aus, diese Religion ist freiwillig oder als politische Flüchtlinge ihr Brod erwerben, Alte Jakobftr. 75. Tagesordnung: Was hinderte die Schuhmacher, heilig, weil sie der sozialen Ordnung" nüßt. Die soziale aus den Grenzen der Eidgenossenschaft ausgewiesen zu sehen. dieses Jahr in eine Lohnbewegung einzutreten? Referent Rich. Baginsky. Ordnung" wird von der Religion sanktionirt. Die Religion " 1 ist Mittel, die ,, Drdnung" der Zweck. Der Kirchenfürst Soweit ist es nunmehr glücklich gekommen, daß die Für die streikenden Bergarbeiter gingen ein: H. B. hätte Schopenhauer zitiren können:„ Den Fürsten ist der für den September geplante internationale Regierungs- in Görliz Mt. 4,70. Verschiedene Berichte mußten leider wegen RaumHerrgott der Knecht Ruprecht, mit dem sie die großen Arbeiterschußkonferenz in der Schweiz alle Aussicht Kinder zu Bette jagen, wenn nichts anderes mehr helfen hat," verschoben", d. h. ad calendas graecas vertagt mangels zurückbleiben. zu werden. Die Fr. 3." kann mittheilen, daß„ anzuwill; daher sie auch viel auf ihn halten." Wir fürchten, Herr Galimberti wird hinterher ein nehmen" sei, der Kongreß werde verschoben, sofern bis wenig bedauern, so aus der Schule geplaudert zu haben. dahin der deutsch- schweizerische Konflikt seine Erledigung Dr. V. Adler. nicht fände." Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23. Wirksame Agitation! Gelesene Nummern der Arbeiterblätter" wirft man nicht weg, sondern sendet dieselben unter Kreuzband mit einer 3 Pfennig- Marke versehen abwechselnd an verschiedene unserer Bewegung angehörige Personen.