Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Bolts- Tribune" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Bfg. pränumerando( frei ins Haus). Ginze'ne Nummer 15 Bfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Breis viertel jährlich 1 t. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 867 der Zeitungspreistifte für das Jahr 1889.) Inserate werden die 4 spaltige Betit- Zeile oder deren Raum mit 20 Bfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 37. Die Kreuzbandabonnenten Sonnabend, den 14. September 1889. " Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. III. Jahrgang. ist ganz unberechenbar. Im gewöhnlichen Lauf der Dinge ist der Das Elend, welches aus dem ersten dieser Uebel entspringt, ungelernte und untergeordnete Arbeiter der erste, welcher unter dem verringerten Arbeitsangebot leidet, und der letzte, welchem ein steigendes Angebot zu gute kommt. Der britische Gewerkschaftskongreß. II.- George Shipton, der Vorsitzende des parlamenta Schwierigkeit des intelligenten Lohnarbeiters, eine ihm entsprechende Streiks.- Arbeiterhäuschen.- Preußen und rischen Komitees, eröffnete am Montag, den 2. September Stellung zu finden, zuzuschreiben. den Kongreß mit dem Hinweis auf die systematischen" die Volksschule. III. Lassalle. Prolog von Henckell. Novelle. und„ böswilligen" Angriffe, die letzthin nicht blos auf Benoit Malon. III.- Die Sünden der einzelne Personen, sondern auf die gewerkschaftliche Organi Preffe. IV.- Die Entwickelung der preußisation überhaupt gemacht worden seien. Die Motive der schen Agrarverhältnisse. III. jenigen, sagte er, welche sich ein bisher unerhörtes Benehmen Reihen besonders aus der Armee der ungelernten Arbeiter Die Sozialisten erklären uns freimüthig, daß sich ihre hätten zu Schulden kommen lassen, würden bald offenbar rekrutiren, und warum? Weil die Gewerkschaften feine werden. Er forderte alle Anwesenden auf, ihrer schweren direkte Anstalt getroffen haben, sich mit der Lage der Verantwortlichkeit eingebenk, fest zusammenzustehen gegen auf die Trades Unions als auf ihre natürlichen Feinde zu blicken. ungelernten Arbeiter zu befassen. Sie sind deshalb geneigt, bitten wir um das Ausschreiben der vielen Adressen alle feindlichen Angriffe und auch für die Zukunft einig zu Beschränkung der Tagesarbeit auf 8 Stunden durch zu ersparen- wo es irgend angeht, vom 1. Oktober an bleiben. Sie wären immer bereit gewesen, gemeinsam im Parlamentsbeschluß ist der ganz allgemein gebilligte Weg, den direkt von der Post anstalt zu beziehen. Interesse der Arbeit zu wirken. Niemand würde ein höheres Arbeitslosen unseres Landes Beschäftigung zu verschaffen. In weniDie Bestellungen müssen hier vor Monatsschluß soziales Leben, eine bessere Form der gesellschaftlichen Dr- gen Fragen hat die öffentliche Meinung einen so rapiden Fortschritt gebewirkt werden und können bei allen Postanstalten ganisation herzlicher willkommen heißen, als die Trades- macht, wie in bezug auf die Intervention der Gesetzgebung in der Frage des Arbeitstages. Innerhalb zweier Jahre haben unfere des Reiches erfolgen( unter Nr. 867 der Zeitungs- Unionisten. Unions fast gänzlich ihren Standpunkt gewechselt, und preisliste für 1889). Nachdem Ritchie, der Sekretär des Vereinigten Ge- die allgemeine Maffe ihrer Mitglieder ist ihren Führern Die Zeitung muß dann bei der betr. Poftanstalt werkschaftsrathes von Dundee, zum Vorsißenden des Kon- weit voraus." abgeholt werden. Gegen 15 Pfg. Aufgeld pro Quartal liefert aber der Briefträger auch frei in's Haus. gresses gewählt worden war, ging man zunächst dazu über, Dann sagt Ritchie über den Dock- Streit:„ DieWo Kreuzband aus besonderen Gründen weiter den streikenden Londoner Dockarbeitern seine volle jenigen, welche das Ostend von London kennen, sprechen gewünscht wird, erbitten wir umgehende Nachricht: Sympathie auszudrücken und alle Unions zu nachhaltiger mit Bewunderung über das Verhalten der Streifer, aber sonst nehmen wir an, daß direkte Bestellung bei der Post erfolgt ist und senden daher vom 1. Oktober ab nicht finanzieller Unterstützung derselben aufzufordern. Eine ent- fie erzählen auch eine ergreifende Geschichte von den schreckerfolgt ist und senden daher vom 1. Oktober ab nicht sprechende Resolution wurde einstimmig angenommen und lichen Leiden der betroffenen Familien. Dies ist ein Kampf Der Verlag der liner Volks- Tribüne". eine Sammlung zu gunsten der Docker sofort veranstaltet. zwischen Kapital und Arbeit, in welchem die öffentliche Broadhurst, als Sekretär des parlamentarischen Sympathie, wie ich zu sagen wage, vollständig auf Seiten Komitees, verlas nunmeden Jahresbericht, in welchem der Arbeiter ist. ue parlamentarisches Eingreifen in es heißt: einem solchen Falle nicht selbst von Unionisten mit Genugweiter. Berlin O., Oranienstr. 23. Zum Kongreß der englischen Gewerkschaften zu Dundee. ( Vom 2. bis 6. September 1889.) II. pfr. London, 10. September. Wir geben für heute einen gedrängten Bericht über die Verhandlungen des Kongresses und behalten uns vor, in der nächsten Nummer der„ Volks- Tribüne" speziell auf ben Hauptpunkt seiner Tagesordnung, die Frage des acht stündigen Normalarbeitstages, ausführlicher zurück zukommen. " Wir( nämlich das Komitee) beglückwünschen die Unions in thuung begrüßt werden? Wie kann man solchen Gesellbezug auf die allgemeine Hebung von Handel und Ver- schaften wie diejenigen, gegen deren Gewissenlosigkeit die fehr() in dem gefammten Vereinigten Königreich und freuen uns, Dock Arbeiter fämpfen, anders beikommen? Sie haben mittheilen zu können, daß es den Arbeitern in einigen Industriezweigen durch ihre Vereinigung gelungen ist, theilzunehmen gefeßlich kein Gewissen und erfüllen keine ihrer Pflichten an der wachsenden Prosperität.(!) als Arbeitgeber; ihr einziges Interesse ist der Dividenden" Wir hoffen, daß diese Tendenz(!) anhalten und zunehmen betrag, der aus den Knochen und Sehnen des Arbeiters wird, aber ohne starke Unions fann dies nur in beschränktem Maße ausgepreßt werden kann. Ich will nicht sagen, daß ist, wie einige glauben machen wollen, dann sollen sie abgeschafft, Läden nur acht Stunden täglich offen sein sollen. Denn ihre Mitglieder zerstreut, ihre Streitkräfte aufgelöst werden, und die dann konnte man auch sagen, daß Eisenbahnen nur acht Arbeiter mögen in der Wildheit des Chaos von neuem die Suche Stunden im Betrieb sein oder daß Schiffe von 24 Stunnach den besten Schutz- und Hilfsmitteln beginnen. unionismus einen enormen Erfolg gehabt und den Arbeiter dieses wendung des Ablösungssystems, um den Bedürfnissen der Wenn aber, wie wir im Gegentheil glauben, der Trades- den acht müßig bleiben sollten. Nein, eine weitere AnLandes in eine bessere Lage versezt hat, als die, welche die Ar- verschiedenen Gewerbe entgegenzukommen, scheint mir die Der Kongreß hat vielen tausenden eine Ueberraschung beiter des Festlandes genießen, wo das Gewerkschaftswesen niemals einfachste und wirksamste Methode, alle Schwierigkeiten zu gebracht, sie in einen solchen Zustand der Verblüffung, der Arbeit dadurch gehoben hat, daß er sie zu einer bedeutungsvollen in einer wirksamen Form eristirt hat, wenn er die ganze Lage der beseitigen. Erstarrung versetzt, daß sie sich selbst jetzt, nachdem schon Macht in vielen Staatsangelegenheiten machte, in dem er ihr Ver- Ritchie's Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen verschiedene Tage seit dem Schlusse des Kongresses in's treter in den Departements der Regierung( 1) und an entscheidenden und ihm von dem Kongreß ein einstimmiger Dank votirt. Land gezogen find, kaum davon erholt haben. Allmählich Gerichtshöfen( 1) gab; wenn die Arbeit hauptsächlich durch die Unter- Es folgte nun eine erregte Debatte über den beginnt diese Ueberraschung dem Gefühl der tiefsten Infügung der Gewerkschaften ſeinen Weg in die Bertretungen der Bericht des Parlamentarischen Komitees. ſtüßung NewLokalverwaltung und Erziehungsinstitute gefunden hat, dann er= dignation, der flammendsten Entrüstung zu weichen, das flären wir ohne Zögern, daß der, welcher durch falsche Angaben stead( London) beantragte, die vier letzten Abfäße desfich bald ganz öffentlich äußern und in energischen Pro- 3wietracht in unseren Reihen zu säen sucht und dadurch, daß er selben zu streichen, da diese nichts enthielten als eine testen Luft machen wird. an die Leidenschaften und Vorurtheile appellirt, ein Feind der Ar- Reihe von indirekten Angriffen, gemeinen Anschuldigungen beitersache ist. Der Verlauf des Kongresses hat Dinge an's Diejenigen, welche Zwiespalt in den Unions verbreiten und und Insulten gegen diejenigen, welche versucht hatten, Licht gebracht, die in den Annalen der gesammten den Unionismus zu zerstören suchen, indem sie seine her- im Gegensatz zu der reaktionären Thätigkeit des parlamenArbeiterbewegung wohl einzig dastehen. vorragendsten Vertreter heftig angreifen, diese Leute tarischen Komitees und seines Sekretärs die Räder des Der trockene Bericht des parlamentarischen Ko- stehen wir nicht an, jedes Bertrauens unwürdig zu erklären, welche Fortschritts vorwärts zu treiben. Nach einer hißigen mitees giebt einfach an, daß bei der im Auftrage des demgemäß auch gemieden werden sollten. Während des letzten Jahres Debatte fällt das Amendement mit 142 gegen 18 Stimmen. find euer Komitee und besonders euer Sekretär der Gegenstand einer legten Gewerkschaftskongresses über die Frage des Acht- Verleumdung und Entstellung gewesen, welche nur darauf stunden tages inzwischen vorgenommenen Abstimmung hinzi elte, die Grundlagen der Gewerkschaften und des 62 883 Stimmen sich dagegen und 39 629 Stim Stongresses zu zerstören. Wir zeigen euch diese Gefahr und enthüllen euch jene Politik.. men sich dafür erklärt haben! Man erfährt nach und stein Fortschritt kann gemacht werden, wenn 3wietracht in unserem nach, wie dieses wahrhaft lächerliche Resultat zu stande ge- Lager herrscht, und diejenigen welche ihn schaffen, sind nicht der Gekommen ist, und daß es der Wahrheit direkt in's Gesicht sellschaft ernster Männer werth. schlägt. Jene Abstimmung hat man zur schamlosesten Farce scheidung wird es abhängen, ob unsere Trades Unions und ihre Wir legen den Bericht in eure Hände, und von eurer Entverunstaltet, indem zehntausende von Stimmen ge: Jahreskongresse noch fernerhin einen wohlthätigen Einfluß auf die radezu unterschlagen worden sind. Wenn man den Sache der Arbeit haben sollen." hierfür verantwortlichen Personen der einzelnen Unions und Mit jenem Hymnus Broadhurst's auf die Lage der insbesondere dem parlamentarischen Komitee den Vorwurf Arbeiter vergleiche man die Rede, die Präsident Ritchie der Nachlässigkeit und Pflichtvergessenheit machen wollte, so am folgenden Tage hielt: wäre das viel zu gelinde ausgedrückt; es liegt hier ge-„ Alle, welche dem industriellen Problem nur irgendwelche radezu ein abfichtlicher Stimmenunterschleif, eine direkte Aufmerksamkeit schenkten, sind ganz überzeugt von der Thatsache, Fälschung vor, die auf das Schonungsloseste gebrandmarkt daß ein Geist des Mißvergnügens beständig in der Klasse zu werden verdient. Wir werden in der nächsten Nummer der Lohnarbeiter um sich greift. Dem Kongreß liegt es ob, den zahlenmäßigen Beweis liefern. * * Auf diesem 22. Jahreskongreß der Trades Unions hatten fich 210 Delegirte eingefunden, eine Zahl, die die Ursache dieses Mißvergnügens und dieser Unzufriedenheit mit dem jeßigen Stand der Dinge in Erwägung zu ziehen und womöglich festzustellen und ein Mittel vorzuschlagen, damit die Solidarität der Arbeiterpartei aufrecht erhalten werden kann. Keir Hardie, der Vertreter von 10 000 schottischen Bergarbeitern( auch Deputirter auf dem Marristischen Kongreß zu Paris) stellt zu einem für Broadhurst beantragten Vertrauensvotum folgendes Amendement: Daß dieser Kongreß, in Anbetracht der Thatsache, daß ein starkes Gefühl der Entrüstung sich in den Gemüthern der Trades- Unionisten erhebt gegen die Thätigkeit Henry Broadhurst's, Mitglied des Parlaments, da er bei den Wahlen diejenigen, welche Sweaters"( ausbeutende Zwischenunternehmer) und schamlose Auspresser der Arbeit waren, unterstüßt hat, da er in Zukunft hierin fortfahren will nach seiner eigenen Erklärung, und ferner in anbetracht der Thatsache, daß er zuge= standenermaßen Aftien einer Gesellschaft hielte, welche ihre Leute schändlich überarbeitete und unterbezahlte, erklärt, daß er nicht die geeignete und passende Persönlichkeit ist, als Sekretär des parlamentarischen Komitees der Trades- Unionisten von Groß- Britannien zu fungiren." Keir Hardie begründet sein Amendement in ausführlicher Rede und bringt das zahlenmäßige Belastungsmaterial in geradezu erdrückender Fülle herbei und fand Das Mißvergnügen ist nach meiner Meinung hauptsächlich als einer der populärsten und angesehensten schottischen die größte vorher jemals erreichte um 30 überſtieg. Vergleichen Vertheilung der Früchte der Arbeit zwischen Arbeiter eine aufmerkſame Zuhörerschaft. In der nun be= treten waren im ganzen 885 055 Arbeiter. Arbeiter und Kapitalist und der immer mehr wachsenden ginnenden Diskussion erfolgte ein wahres Wettbalgen 3. Der Kongreß erklärt es für eine Pflicht aller Arbeiter, bis heut immer die Zwecke gewesen, die man durch. die schweizerische Regierung in ihrem Bestreben, einen Streits zu erreichen gesucht hat und die man öfters auch internationalen Kongreß der Regierungen der Welt herbeizuführen, um internationale Verträge zum besseren erreicht hat. zwischen den Broadhurst'schen und Shipton'schen Kreaturen mit deren Gegner, bis sich schließlich Broadhurst selbst erhob, um sich zu vertheidigen. Mit allgemeinen Redensarten und Sentenzen suchte er sich über die gegen ihn vorArbeiterschutz zu formuliren, nachdrücklich zu unterstüßen. Die Sozialdemokratie behauptet bekanntlich, eine gründgebrachten Anklagen hinwegzubalanziren, indem er alle 4. Der Kongreß billigt den Vorschlag, am 1. Mai 1890 liche Befferstellung der Arbeiter ist auf grund der einen allgemeinen Feiertag zu machen, um Ver- heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung nicht möglich, diese gewichtigen Thatsachen mit souveräner Verachtung ſammlungen zu gunsten des Achtſtundentages abzuhalten." fie muß gründlich umgeformt werden. Die Sozialdemo= strafte und suchte nicht eine einzige widerlegte er Keir Hardie weist darauf hin, daß dies eine der von fratie müßte den Streits also, da diese auf dem Boden die Angriffe auf seine Person und das parlamentarische dem Pariser Kongreß angenommenen Resolutionen sei. Komitee zu Angriffen auf die Trades Unions selbst zu Es wird vorgeschlagen, über den Punkt a erst abzustimmen, fie weiter nichts als Zuckungen der heutigen anarchischen der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung stehen, da stempeln, wie dies schon der offizielle Bericht that. Anstatt menn das volle Resultat der Abstimmung der Gewerk sie weiter nichts als Zuckungen der heutigen anarchiſchen fich die Mühe zu geben, auch nur eine Thatsache zu entschaften vorliege. Dies wird angenommen, die übrigen Wirthschaftsweise find, kühl und ablehnend gegenüber stehen. fräften, suchte er vielmehr die Motive seiner Gegner in Punkte der Resolution werden mit 75 gegen 49 Stimmen Sozialdemokraten, und nicht der schlechteste derselben, Es möchte wohl bekannt sein, daß ein Theil der der gemeinsten Weise zu verdächtigen, sie selbst als Agen- abgelehnt. ten der konservativen Tories zu denunziren. Ein Eine Resolution welche die Einwanderung fremder konservativer Delegirter, deſſen Namen er nicht nannte, Arbeitskräfte verhindern soll, wird in der Fassung an hätte ihm anvertraut, daß die Konservativen entschloffen genommen, daß sie sich nur auf fremde Paupers( gänzfeien, ihn zu vernichten, weil er seiner( der liberalen) lich Mittellofe) beziehen soll( was wohl völlig gleichbe Partei Dienste geleistet hätte. Gegen schreiende That- deutend mit Arbeiter ist). Stimmen sanktionirte. bis ganz vor kurzer Zeit auch einen solchen Standpunkt eingenommen hat, und daß vielleicht ein kleiner Theil ihn noch einnimmt. Mehrheit eingesehen, daß der sogenannte Lohnkampf, Die Sozialdemokraten haben aber in ihrer großen sachen wußte er also nichts als elende Verdächtigungen zu Eine allgemeine Einführung des Achtſtundentages wenn er auch nicht zur gründlichen Besserung der Lage stellen. Schließlich appellirte er weinerlich an das Mitleid wird am 6. September endgiltig mit 88 gegen 63 Stim- der Arbeiter zu führen vermag, doch diese Lage einigerdes Kongresses, der dasselbe ihm auch in vollem Maße ge men abgelehnt, dagegen seine Einführung unter den maßen zu verbessern, oder sie vor Verschlechterung zu währte und das Vertrauensvotum mit 177 gegen 11 Bergarbeitern einstimmig angenommen, ebenso wie ein schützen wohl fähig ist. Nun kommt dazu einerseits, daß Am Mittwoch, den 4. September erfolgte der„ Bericht" Antrag zu Gunsten der„ Nationalisirung" des die Sozialdemokratie einen möglichst widerstandsfähigen, Grund und Bodens. geistig und körperlich gut entwickelten Arbeiterdes parlamentarischen Komitees über das Votum der Am Schluß des Kongresses wurden Broadhurst und stand wünschen muß, weil sie erfahrungsmäßig aus einem Trades- Unions in bezug auf die Achtſtundenfrage. seine Leute wieder in das parlamentarische Komitee gewählt. solchen vorzüglich die treueſten, überzeugtesten und thatDanach hätten nur 33 Gewerkschaften eine Abstimmung Nach der Annahme einer Resolution, gemäß welcher das träftigsten Anhänger bezieht, während der durch die Last eingesandt; 62 883 Stimmen hätten sich dagegen, 39 629 parlamentarische Komitee alle Mittel aufbieten sollte, um der mechanischen Arbeit und durch die Noth verthierte dafür erklärt. Von diesen 39 629 seien 28 489 für Ein- internationale Gewerkschaftskongresse zu befördern Arbeiter höchstens einmal bei der Aufregung einer Wahlführung des Achtſtundentages durch Parlamentsbeschluß, und so ein Band zwischen den Arbeitern und Arbeiterinnen agitation zur thätigen Mitwirkung zu bewegen ist, in der 12 274 für selbständiges Vorgehen gewesen.') Großbritanniens und des Kontinents herzustellen, ging Regel aber gefühllos in seinem Elend dahin lebt, und andererseits der Sozialdemokratie jede Regung der SelbstEin Antrag, welcher die energische Mißbilligung des der Kongreß am Sonnabend, den 7. September, aus von der Regierung vorgeschlagenen Haftpflichtgefeßes einander. aussprach, wurde einstimmig angenommen. " Der nächste Jahreskongreß soll 1890 in Liverpool Ueber Streiks. Die Streiks und die Sozialdemokratie. ständigkeit der Arbeiter ebenso angenehm sein muß, schaftsweise, in welcher die Arbeiter als die Schwachen nur wie sie den Anhängern der heutigen anarchischen Wirthals Ausbeutungsmaterial mitzählen, durchaus unangenehm sein muß. Threlfall( Southport), brachte den Antrag ein, daß stattfinden. der Kongreß das Parlamentarische Komitee beauftrage, im Unterhaus dahin zu wirken, daß die Bezahlung der Parlamentsmitglieder aus Staatsmitteln und die Rechnet man hierzu noch den Umstand, daß die Wahlkosten aus Gemeindeſteuern bestritten werden sollten; Sozialdemokratie, wenn auch keine reine Arbeiterpartei, daß ferner das Komitee alles in Bewegung setzen soll, um doch eine solche ist, die ihre Hauptkraft aus dem ArbeiterAus unserem letzten Aussage unter der Ueber- stande zieht, also zu den sachlichen Gründen auch einen eine weitere Arbeitervertretung in dem Parlament, den Gemeinderäthen und anderen Körperschaften zu erschrift„ Nüßen die Streiks den Arbeitern?" in welchem mehr persönlichen Grund hat, sich hier, wie überall, wo langen. Keir Hardie unterstüßt den Antrag und jetzt wir flar legten, daß die Arbeiter mit wiederholten die Interessen der Arbeiter in Frage kommen, voll und in ausführlicher, mit großem Beifall aufgenommener Rede Ausständen die Unternehmer mürbe machen können, hat ganz auf die Seite der Arbeiter zu stellen, so wird man an der Spitze die leicht begreifen, welches die Stellung der Sozialdemokratie auseinander, daß das jetzige Parlament nichts sei als eine eine Reihe kapitalistischer Blätter- an der Spitze die ganz auf die Seite der Arbeiter zu stellen, so wird man gezu Sie wird sie stets beKörperschaft, welche nur die Interessen der Bourgeoisie Norddeutsche Allgemeine Zeitung" die Folgerung ge- zu den Ausständen sein wird. vertrete, für die ein Proletariat nicht eristire, und daß die 30gen, es wäre daraus der Beweis zu entnehmen, daß es günstigen, wenn der Kampf irgendwo entbrannt ist, fie Interessen des Lohnftlaventhums nur durch Abgeordnete sich bei den Ausständen nicht um Lohnverbesserungen wird dabei immer auf der Seite der Arbeiter stehen hochgehalten werden könnten, die aus seiner eigenen Mitte für die Arbeiter sondern um Angriffe auf die Staats- müssen, sie wird immer wünschen, daß die Arbeiter siegen, und Gesellschaftsordnung handele. gewählt seien. Der Antrag wurde einstimmig angeund diesen Sieg begünstigen. Sie wird sich aber sehr Wir müssen zugestehen, wir sind an manche Auslegung hüten, jemals den Arbeitern die Lehre zu prediEine Forderung, weitere Fabrikinspektoren einzu- und Verdrehung durch die Presse unserer Gegner gewöhnt, gen, die Ausstände wären ein Mittel zur gründ= stellen ging am 5. September einstimmig durch; ebenso die aber diese ist denn doch etwas sehr kühn. lichen Verbesserung der Lage der Arbeiter, sie Weil wir gezeigt haben, daß ein öfter wiederhol wird niemals Ausstände hervorrufen, weil ihr sonst der Forderung, daß die Zahl aller Fabrikinspektoren mindestens ter Streit die Unternehmer zwingt, die Forderungen Mißerfolg zur Last gebracha gverden würde. zur Hälfte aus von Arbeitern Gewählten bestehen solle. Der energische Delegirte John Wilson( Sunder- der Arbeiter zu bewilligen, ihnen zur Erreichung Wo in einer Gewerkschaft Sozialdemokraten in größe Zweckes, die Erzielung günstiger Lohn- rer Zahl vorhanden sind, da sind sie, as werden selbst land) der in den beiden letzten Jahren die Matrosen und ihres Zweckes, die Erzielung günstiger Schiffsmaschinenheizer Groß- Britanniens in einer 70 000 und Arbeitsbedingungen, nüßlich iſt, ſollen wir zu unsere Gegner ernstlich nicht in Abrede stellen, immer die Mann starken Gewerkschaft organisirt hat, stellt eine An- gegeben haben, daß die Erzielung günstiger Lohn- und aufgewecktesten, begabtesten, thatkräftigsten Mitglieder der zahl von Anträgen zum Schuße der Seeleute, die sämmt- Arbeitsbedingungen nicht der Zweck der Ausstände ist! Gewerkschaft, deshalb fällt ihnen die Führerschaft von Das verstehe wer will. Es gehört zu solch einer Be- selbst zu. Oftmals nicht deshalb, weil sie Sozialdemo lich angenommen werden. hauptung die ganze Unehrlichkeit, die unsere Gegner der traten sind, sondern obgleich sie Sozialdemokraten sind; Sozialdemokratie gegenüber öfters anzuwenden pflegen. Der Lohnkampf ist eben ein Kampf, ein bitterer und nommen. Die offizielle Unterstüßung der kooperativen Genoffenschaften, soweit sie nicht den Zwecken kapitalistischer Aussauger dienen, wird gleichfalls allgemein gebilligt. In betreff der Arbeiterschutzfrage legt Reir Hardie dem Kongreß die folgende Resolution vor: man fann sie nicht entbehren. Einen großen Nußen ziehen die Sozialdemokraten aus. ernster Kampf. Unsere anarchische Wirthschaftsordnung den Lohnkämpfen durch die Schuld der Gegner. Bei hat leider keine Mittel, hier regelnd einzutreten, der schon öfters von uns gekennzeichneten Taktik unserer an Stelle des Kampfes ein gefeßmäßiges Recht zu seßen. Gegner, sich die Mühe des Beweisens oder Widerlegens " Daß der Kongreß das parlamentarische Komitee be- Die Arbeiter haben ohne Zweifel das verbürgte Recht dadurch vom Halse zu schaffen, daß sie einfach jede ihnen auftragt, weitere Schritte einzuleiten auf Grund folgender und auch die Pflicht, den Kampf mit allen gefeßlichen unbequeme Regung der Arbeiter als sozialdemokratisch" Erwägungen: 1. Da der Erlaß von Arbeiterschutzgesezen in allen Län- Mitteln zu führen. Eines dieser gefeßlichen Mittel ist die denunziren und diese Denunziation besonders der Lohndern eine Nothwendigkeit geworden ist, um der industriellen Arbeitseinstellung. Mit derselben beabsichtigen fie bewegung, dem Streben der Arbeiter nach günstigen Lohnweitere physische und moralische Versumpfung der Arbeiter ganz natürlich, die Unternehmer zum Bewilligen der Arbeiter- und Arbeitsbedingungen gegenüber mit blinder Wuth gezu verhindern, schlägt der Kongres das Folgende als forderungen zu zwingen, während die Unternehmer alles brauchen, weil den kapitalistischen Kreisen diese Lohnin ihren Kräften Stehende thun, um den Ausstand für bewegung besonders verhaßt und unbequem ist, dadurch Entwickelung der letzten Jahre zu begegnen, und um die Basis für eine solche Gesetzgebung vor: 8 Stunden sein. Nothwendigkeit ist. a) der Maximalarbeitstag soll in allen Gewerben sie siegreich zu beenden. Die Unternehmer sind in der weisen sie die Arbeiter geradezu an uns, an die Sozialb) Berbot der Fabritarbeit von Kindern unter 14 Jah- Regel die Stärkeren in dieſem Kampf und es stünde um bemokraten, sie machen dem Arbeiter klar und begreiflich, b) Verbot der Fabrikarbeit von Kindern unter 14 Jah die Bewilligung der Arbeiterforderungen sehr schlecht, wenn daß er nur bei den Sozialdemokraten eine Unterſtüßung ren und Beschränkung der Arbeit junger Personen unter 18 Jahren auf 6 Stunden pro Tag. die Stellung der Unternehmer nicht den schwachen seiner Forderungen findet, daß alle anderen Parteien diesen c) Verbot der Nachtarbeit, mit Ausnahme in den In Punkt hätte, daß öfters wiederholte Ausstände sie Forderungen, so gerecht sie auch sein mögen, durchaus dustrien, in welchen beständiger Betrieb eine absolute mürbe machen und sie zwingen, die Forderungen der Ar- feindlich entgegen stehen. Mit dieser Thätigkeit unserer d) Berbot der Frauenarbeit in solchen Arbeitszweigen, beiter nach günstigen Lohn- und Arbeitsbedingungen zu Gegner können wir nur sehr zufrieden sein. Der heutige welche als dem weiblichen Organismus besonders erfüllen. Feldzug gegen das Vereinigungsrecht der Arschädlich bekannt sind. Nur wer ungünstige Lohn- und Arbeitsbedingungen beiter, mit der Behauptung unterstüßt, der Lohnkampf e) Absolutes Verbot der Nachtarbeit von Frauen und für die Arbeiter als nothwendig für die heutige wäre eine sozialdemokratische Veranstaltung, nüßt uns f) Eine Raft von wenigstens 36 Stunden hintereinander Staats- und Gesellschaftsordnung hält, kann aus sicher, so sehr, daß wir gerne die Lügen und Verdrehundem Umstande, daß die Arbeiter durch wiederholte Streiks gen dabei mit in den Kauf nehmen, ohne uns sonderlich g) Verbot solcher Juduſtrien und solcher Produktions- die Unternehmer mürbe zu machen suchen, um günstige über dieselben zu erbosen. weisen, die für die Arbeiter besonders nachtheilig sind. Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erhalten, einen Angriff von jungen Personen unter 18 Jahren. in jeder Woche. h) Geeignete Inspektion der Werkstätten, wo industrielle Arbeit geschieht, die Hausindustrie mit ein- auf die Staats- und Gesellschaftsordnung herleiten. Nur zu! Ihr wollt es schlecht mit uns machen, aber geschlossen, durch eine genügende Anzahl von Juspek- Wir nehmen aus diesem uns gemachten Vorwurf die fiehe da, ihr habt unsere Sache gefördert! toren, die vom Staat zu befolden sind, und von Gelegenheit, einmal klar zu machen, wie die Sozialdemo= benen mindestens die Hälfte von den Arbei- tratie zu den Streits eigentlich steht und nothwendig tern selbst zu wählen ist. 2. Der Stongreß erklärt, daß diese Reformen endgiltig nur stehen muß. verwirklichen. Wozu das Arbeiterhäuschen" gut ist. auf dem Wege der Gesetzgebung zu erreichen sind, ob- Eine Verbesserung der bestehenden Lohn- und Die Sozialdemokratie hat bekanntlich stets darauf hinwohl zu ihrer Beförderung viel durch die Initiative der Arbeitsbedingungen der Arbeiter ist ohne Zweifel auf dem gewiesen, daß der Besitz eines kleinen eigenen Hauses oder Gewerkschaften geschehen kann; er fordert daher die Arbeiter auf, sich politisch und Boden der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung denk eines Stückes Feld für den Arbeiter im Lohnkampfe, in industriell zu organisiren, um diese Reformen bald zu bar, ja es ist durch Erfahrung bewiesen, daß solche Ver- der Erreichung befferer Lebensbedingungen nur hinderlich befferungen erreichbar sind, ohne daß Staats- und Ge- ist. Der freie", d. h. von jedem Besiz entblößte Arbeiter sellschaftsordnung, wie sie heut bestehen, darunter gelitten kann jederzeit wenn ihm anderswo günstigere Arbeits1) Wir haben schon eingangs darauf hingewiesen, welcher haben. Die Streiks wollen die Staats- und Gesellschafts- verhältnisse winken, seinen Wohnsitz wechseln. Der„ Hauseinstimmmung mit der allgemeinen Ansicht über das Resultat der- ordnung durchaus nicht ändern. Noch kein Streik ist uns befizer" ist in der freien Bewegung, in der Ausnüßung felben hatten wir in der vorigen Nummer angegeben, daß die bekannt geworden, in welchem Forderungen auf Ab- günstiger Konjunkturen stets gehemmt: er muß erst seinen Majorität fich zu gunsten des Achtſtundentages entschieden habe. änderung dieser Staats- und Gesellschaftsordnung gestellt Besiz veräußern, ehe er fortziehen kann, und er wird das besonDies müssen wir dahin modifiziren, daß diese Angabe zwar der find. Mehr Lohn, kürzere Arbeitszeit, Abschaffung der meist nur zu einem Schleuderpreis vermögen Wahrheit entspricht, daß aber die Abstimmung in haarsträubender Weise verhunzt worden ist. Wir werden das in der nächsten Aus- Affordarbeit, Zurückweisung von Uebergriffen der Unter- ders wenn neben ihm noch viele Arbeitskollegen in derselben gabe der V.-Tr." flarlegen. nehmer in die bürgerlichen Rechte der Arbeiter, das find Lage find, wenn also gerade in der kritischen Zeit( z. B. " In der Nordd. Allg. Ztg." vom 10. d. M. finden wir das ganz offen eingestanden. Es heißt da: " Man konnte dort( im rheinisch- westfälischen Kohlenrevier) nämlich deutlich bemerken, wie der allgemeine Streit bei denjenigen Zechen zulegt ausbrach und am ersten bei ihnen beendet war, deren Belegschaften zu einem großen Theil aus solchen Bergleuten bestehen, die ein fleines Eigenthum, entweder nur ein eigenes Häuschen mit Garten, oder auch nur etwas Acker dazu besitzen. " " eines Streits) ein Massenangebot von„ Häuschen" und| Junkerthum den Dolch der Volksbildung mit eigener Hand| wandten Summen die materielle Lage vieler preu,, Gärtchen“ erfolgt. in's Herz stoßen würde? Nein, jeder Reform steht nun ßischer Lehrer seit einigen Menschenaltern viel In anderen Fällen wieder verfällt die auf das Haus einmal das nackte Interesse, das schrankenlose Profitstreben trauriger geworden ist." bisher angezahlte Summe, wenn in der Abzahlung eine- oder wollen wir uns gebildet" ausdrücken wie die Auch der ehemalige Präsident der Unterrichtskommission längere Stockung eintritt wucherische ,, Abzahlungs- vornehme Bourgeoispresse die patriotische Rücksicht auf des preußischen Abgeordnetenhauses, Herr Geh.- Rath und geschäfte" giebt es ja auf allen Gebieten, nur hat man die nationale Wohlfahrt und der besonnene, Gesetz und Professor Rudolf von Gneist hat gleichfalls ein in dieser gegen manche Arten von großkapitalistischer Seite nichts Ordnung liebende Sinn unserer Rittergutsbefizer und Beziehung sehr interessantes Geständniß abgelegt. Er sagt einzuwenden der Streik aber bringt diese Stockung fast Fabrikherren als Todfeind gegenüber! Rückschritt, nicht nämlich') Der Verlauf der Behandlung der Volks= nothwendig mit sich. Fortschritt ist die Parole! schule zeigt einen Mangel an ausdauerndem Willen Das, Arbeiterhäuschen" wirkt also wie eine Wie das Proletariat in seinen wirthschaftlichen und in dem Maße, daß aller Anläufe ungeachtet die ökono= pekuniäre Bestrafung des Streiks, des Kontrakt- politischen Bestrebungen gehemmt und lahm gelegt wird, mische Grundlage der Elementarschule über den bruches u. s. w., es hält durch drohende Verluste von der so wird auch die Schule des Proletariats, die Volksschule, Standpunkt von 1794 wo das allgemeine Landrecht freien Bewegung ab. in ihrer Entwickelung zurückgehalten. Hier wie überall edirt wurde nicht hinausgekommen ist. Es giebt laufen die Interessen des Proletariats und der Bourgeosie nur eine Probe für den ernsten Willen, der Volksschule zu einander schnurstracks zuwider und so lange die kapitalistischen helfen: diese Probe liegt in dem Entschlusse, Geld für die Interessen herrschen, so lange kann mit der Volksbildung Volksschule zu schaffen. und der Reform der Volksschule nicht begonnen werden. Nun, wie wir gesehen haben, hat die herrschende Es ist nöthig, sich dies Abhängigkeitsverhältniß fort- Klasse diese Probe nicht bestanden, im Gegentheil hat fie während vor Augen zu halten, und den Irrthum vieler mit allen Kräften danach gestrebt, die Volsschule ihres Leute zu zerstören als wäre es geboten, die Eroberung der demokratischen Charakters zu berauben und sie zu einem politischen Macht durch das Proletariat erst dann anzu- Instrumente umzugestalten, mit dem sie die berechtigten streben, wenn es in der Volksschule„ gebildet" und„ er: Bestrebungen des Proletariats niederhalten kann. zogen" sei. Denn die Sache ist gerade umgekehrt. Aber wie die Bourgeofie in ihrem blinden Eifer und Die ganze Geschichte des preußischen Volksschulwesens turzsichtigen Interesse nichts thun und unternehmen kann, liefert hierfür den Beweis. was nicht für das Proletariat ein direkter Nußen wäre, Denn anstatt auf Fortschritt stoßen wir überall auf so auch hier. Ihre Profithascherei ließ es nicht zu, den Rückschritte. Volksschullehrer angemessen zu besolden. Auch ihn wollte Die Zahl der Volksschulen z. B. ist zwar von 1822 fie ausbeuten. Aber anstatt sich damit zu nüßen, schädigte bis 1882 von 21 150 auf 33 040 gestiegen. Aber sieht sie sich. Dadurch, daß sie den Volsschullehrer zum Mit dieser Beobachtung würde übereinstimmen, daß es verhältnismäßig lange dauerte, bis sich die Bergarbeiter im man genauer zu, so steckt hinter diesen Zahlen kein Fort- Proletarier machte, trieb sie ihn dem Sozialis= Saargebiet dem allgemeinen Streit anschlossen, obwohl sie schritt, sondern ein gewaltiger Rückschritt. Denn während mus in die Arme; denn heute schon befindet sich von allen Seiten in dieser Richtung bearbeitet wurden. Dort die Bevölkerung von 1822 bis 1882 fich im Verhältniß ein großer Theil der Volksschullehrer in unserem hat bekanntlich der Bergfiskus besondere Fonds zur von 100: 235, die Zahl der schulpflichtigen Kinder sich in Lager. Es ist das eine Thatsache, die unsere Gegner mit Disposition, welche den Bergleuten die Ansiedelung zu erleichtern bestimmt sind, und ist seit einer längeren Reihe dem von 100: 304 vermehrte, wuchs die Zahl der Volks- Wuth und Entseßen erfüllt, aber von ihnen nicht einmal von Jahren ein nicht unerheblicher Theil der Belegschaften zu schulen in demselben Zeitraum nur im Verhältniß von bestritten wird. Die proletarisirten Volksschulleher nun Besizern ihrer mit etwas Acker ausgestatteten Wohnhäuser 100: 156. Würde heute nur noch ein gleiches Verhältniß verbreiten als die berufenen Agitatoren das" Gift" der gemacht worden. Auch von anderer Seite, wo man den Kontraktbruch der zwischen der Zahl der schulpflichtigen Kinder und derjenigen sozialistischen Idee in dem heranwachsenden Volk und verländlichen Arbeiter als einen Uebelstand empfindet, hat der Schulen bestehen, so könnten wir uns gratuliren; dann mehren damit die Masse des seine Klassenlage begreifenden man empfohlen, die Neigung zur Sachsengängerei 2c. dadurch müßten wir nämlich statt 33 040 Volksschulen 62 1481) Proletariats. Im Essener Bezirk, wo theils von Alters her der Bergmannsstand eine solche Ansässigkeit überkommen hat, theils die Zechen- und Werksverwaltungen Einrichtungen geschaffen haben, vermittelst deren ihren Arbeitern der Erwerb von Haus und Acer erleichtert wird, brach nicht nur im allgemeinen der Streit zuleßt aus und wurde zuerst beendet, sondern man will auch beobachtet haben, wie mit dem Grade der Ansässigkeit der Berglente bei den einzelnen Belegschaften deren Geneigtheit, den Geboten der Streifführer zu folgen, zu und abnahm. zu dämpfen, daß man den Arbeitern Gelegenheit bietet, ein haben. Wollten wir uns also in dem Bewußtsein gehoben Das Vorhandensein dieser Thatsache ist den Gegnern kleines Besigthum zu erwerben. Wenn aber sowohl die industriellen wie die landwirth- fühlen, seit 1822 in dieser Beziehung keinen einzigen Schritt auch nicht entgangen und aus diesem Grunde sehen viele schaftlichen Verhältnisse darauf hinweisen, die Seßhaftigkeit weiter gekommen zu sein, so müßten wir 1882 29 108 lieber monarchisch gesinnte Unteroffiziere als aufgeklärte des Arbeiterstandes zu befördern, indem man dem einzelnen Schulen mehr besessen haben, als wir thatsächlich und pädagogisch gebildete Lehrer angestellt. Schon Herr Gelegenheit schafft und erleichtert, Eigenthum zu erwerben, hatten. Geh.- Reg.- Rath Eilers, 2) Mitglied des berüchtigten Ministeriso dürfte diese Angelegenheit für wichtig genug erkannt wer= Aehnlich verhält es sich mit den Lehrerkräften. ums Eichhorn beklagt sich über talentvolleren Seminaristen. den, um ein initiatives Eingreifen, sei es der kommu: Wie schon im vorigen Artikel nachgewiesen wurde, fehlt Er schreibt einmal: nalen Verbände, sei es des Staates zu rechtfertigen." Hat der Staat also bisher bei Streifs dem Kapital nicht nur für jede Schule durchschnittlich ein Lehrer, es ist nur Polizei und Nichter zur Verfügung gestellt, so soll er in Zukunft dem Kapital auch noch Arbeiterhäuschen und ähnliche ,, kleine Besißthümer" zu Hülfe senden. Bisher sind derartige Projekte schon oft empfohlen, aber nirgends in großem Maßstabe verwirklicht worden. Sollte es jetzt anders kommen, so würde man freilich sehr bald wiederum die Erfahrung machen, daß auch das nichts ist". Preußen und die Volksschule. IV. sogar die Aussicht vorhanden, daß durch die Abnahme der Seminaristen es in Zukunft überhaupt nicht möglich sein wird, die Zahl der heute vorhandenen Lehrer und Lehrerinnen zu erhalten. „ Es gebrach ihnen an derjenigen bescheidenen, frommen und freudigen Auffassung ihrer Verhältnisse und Aufgaben, ohne welche ein Dorfschullehrer nimmer zur Zu= friedenheit und nüzlichen Wirksamkeit gelangen kann. Die Natur und das Wesen dieser Seminarbildung brachte zunächst ein bitteres und scharfes Gefühl der Unzufriedenheit mit äußeren Verhältnissen, Wohnung, Besoldung, Schulstuben, bäuerlichen Sitten 2c. mit sich In Dör fern, wo Lehrer standen, die nicht im Seminar gebildet waren, habe ich meistens herzliches Einverständniß der Väter und Mütter mit denselben getroffen. Die Erscheinung, daß immer weniger junge Leute sich dem Lehrerberuf widmen, hängt wiederum mit dem heutigen Charakter der Volksschule zusammen. Die Bourgeiofie, die von dem Prinzip ausgeht, daß die vom Proletariat geschaffenen Werte und aufgebrachten Steuern nur ihren In den Kenntnissen waren freilich die Kinder solcher der Bourgeofie Schulen nicht so gefördert, als in den Schulen der in Interessen dienstbar gemacht werden dürfen, hat kein Geld für die Erziehung des Proletariats den Seminarien gebildeten Lehrer; ich muß aber aufrichtig gestehen, daß mir der Nachtheil des sonstigen Einflusses der übrig oder verwendet dafür doch nur so viel, wie sie in wissenschaftlich mehr gebildeten Lehrer den Vorteil der In einer Rede zum Sozialistengesez) verglich Bis- ihrem eigenen furzsichtigen Intereffe verwenden muß. Oder Kenntnisse weit zu überwiegen scheint. Denn ich bin marck einmal die Sozialdemokratie mit dem verschleierten besagt es vielleicht etwas anderes, wenn der jährliche Zuüberzeugt, daß die Volksschulen zunächst auf den Glauben an die geoffenbarten Wahrheiten des Christenthums Gesicht des Propheten von Chorassau, von dem sich die ar- schuß aus allgemeinen Mitteln für den Studenten dann auf Bescheidenheit in den Ansprüchen des beitenden Klassen mit Entseßen abwenden würden, wenn auf der Universität 464 Mart, der für den GymGenusses zuletzt freilich auch auf diejenigen Kenntnisse, der Schleier gefallen. Wenn sie es sehen würden, wür- nasiasten 80 Mark, der für das Proletarierkind in welche zur menschlichen Bildung gehören, hinzuwirken haben. den sie davor erschrecken, sie würden ein Leichengesicht er- der Volksschule aber nur 18 Mark beträgt, als daß Eine Mutter, die mir einmal sagte:„ der alte Lehrer, der blicken." den Katechismus bloß habe auffagen lassen, sei ihr lieber ge= die Bourgeoisie alles für sich nimmt und das Proletariat wesen als der neue, vornehme, der aus sich selbst allerlei Nun, ein Leichengesicht haben auch wir erblickt, aber mit einem Bettelpfennig abfindet? hinzurede", traf meine eigene, innerste Ueberzeugung!" nicht nachdem wir den Schleier vom Gesichte der Sozial- Und dabei bedenke man, daß das Proletarierkind demokratie genommen Wie ergreifend tönt uns aus diesem Erguß des Geh. wohl höchstens 7-8 Jahre die Schule besucht, den Staat also Reg.- Rathes die Sehnsucht nach jenen herrlichen Zeiten - denn sie trägt keinen aber nachdem wir dem preußischen Staate seine volksbil nur 126-144 Mark koftet, des Sohn des Beſißenden entgegen, wo noch der Lohndiener der Gemeinde, der Bebungsfreundliche Maske vom Gesicht gerissen haben. Und aber 12-14 Jahre auf dem Gymnasium und 4-5 Jahre diente des Dorfpfarrers, oder gar ein invalider Korporal die Beispiele, welche wir zur Veranschaulichung der schreck auf der Universität zubringt, also einen Staatszuschuß und versoffener Student der Theologie den Kindern den lichen Verwahrlosung, in der sich die preußische Volksschule von mindestens 3000-3500 Mark erhält. 2) befindet, in dem legten Artikel beigebracht haben Katechismus einbläute! Aber die Zeiten, wo sich der Lauf Infolge diefer ungerechten Vertheilung der Geldmittel der Dinge ausschließlich nach den Interessen der Bourgeoisie könnten wir noch bis in das unendliche vermehren, denn für die Lehranstalten der Besitzenden und des Proletariats, richtete, sind unwiederbringlich dahin! Heute wagt sie nicht es sind keineswegs vereinzelte abnorme Zustände gewesen, ist die materielle Stellung der Volksschullehrer einmal mehr die Erziehung zur„ Bescheidenheit in den Anwelche wir dem Leser geschildert, sondern nur die gereiften eine tief traurige. Früchte des herrschenden Systems auf dem Gebiete der Selbst der erzreaktionäre Rektor Grünewald beklagt zustellen und den Unterricht in den elementaren Fächern als sprüchen des Genusses" als Aufgabe der Volksschule hinVolkserziehung. sich in seiner unlängst erschienenen Broschüre³) darüber, daß ihr legtes Ziel zu bezeichnen. Obgleich fie innerlich noch Führwahr, ein Leichengesicht! Die Schulräume sind der größte Theil der Landlehrer sich den Lebensunter die Ansichten des Geh. Neg.- Naths Eilers hat, offen und überfüllt und schlechter als die Ställe, die Kinder ermattet, halt theilweise erst auf dem Acker verdienen muß", und frei spricht sie dies nicht mehr aus. Ja sie getraut die Lehrer erdrückt von der Unzahl ihrer Schüler, die Un- und an einer späteren Stelle entschlüpft ihm sogar das sich nicht mehr das Bildungsbedürfniß der arbeitenden terrichtspläne sind mit Religionsstunden überladen; ja und erbauliche Geständniß, daß es der größte Theil des Ein- Klassen durch Anstellung verkommener Subjekte als Lehrer tausende von Kindern wachsen noch ohne jeden Unterricht kommens der Landschullehrer ist, den sie sich durch land- Klaſſen durch Anstellung verkommener Subjekte als Lehrer zu verhöhnen. auf wie die Thiere des Waldes. wirthschaftliche Arbeiten verdienen müssen. Und es ist interessant zu sehen, daß in den Städten fte Und doch, wen kann dieser Zustand Wunder nehmen? Es ist klar, daß die Aussicht auf eine solche Misére wo das Proletariat organisirt und aufgeklärt ist, es auch Nur den, der in der ideologischen Anschauung befangen ist, alle intelligenten jungen Leuten abhalten muß, sich dem bessere und tüchtigere Lehrer in den Volksschulen hat, als als sei es dem Staate wirklich um die Verwirklichung eines Beruf eines Volksschullehrers zu widmen, und daß die auf dem Lande, wo es noch nicht zur Erkenntniß seiner Bildungsideals zu thun. So„ doktrinär" ist aber ein Lehrer, die unter solchen Verhältnissen zu existiren ge- Lage gekommen ist. Je mehr also das Proletariat Staat niemals gewesen. Wenn die Kinder auf dem Felde zwungen sind, unmöglich ihre ganze Kraft dem anstrengen- erstartt, an Macht und Einfluß gewinnt, desto Rüben ausziehen oder zum Jäten verwandt werden, so kommt den Unterricht einer großen Schülerzahl widmen können. größer werden die Konzessionen sein, welche es den Schlotbaronen und Krautjunkern das Resultat dieser Zwar hat man in der letzten Zeit vielfach von Geber herrschenden Klasse abringt. Thätigkeit viel werthvoller vor, als wenn sie von dem haltsaufbesserungen gesprochen und sich den Anschein gegeben, Und diese kommen auch den Volksschullehrern zu gut. meist sehr verhaßten Schullehrer in ,, allerlei unnüßem Quart" als führe der Volksschullehrer ein wahres Paschaleben. Mögen diese nicht vergessen, daß es das Proletariat gewesen Nichts desto weniger aber hat Dr. Lütting in einem um ist, welches sie aus ihrer tiefen sozialen Stellung herausunterrichtet werden. Der Und so lange der Gesichtspunkt dieser Herren der fangreichen Buche) den Beweis geliefert, daß trop aller gehoben und ihnen Achtung und Ansehen verschafft hat. maßgebende ist, so lange sie das Heft in den Händen haben in den letzten Jahrzehnten zu Gehaltsaufbesserungen ver- Auf dem Lande, wo kein organisirtes Proletariat hinter und nach ihren Ansichten" die Geseze machen, so lange dem Lehrer steht, ist er noch heute die Zielscheibe junkerist auch keine Hoffnung vorhanden, daß die skandalösen 1) Die Berechnung ist nach den Angaben des Jahrbuches für lichen Spottes, das Opfer junkerlicher Brutalität. Zustände in der Volksschule durch eine gründliche Reform die amtliche Statistik des preußischen Staates, V. Jahrgang, 1883, Volksschullehrer hat keinen besseren Freund, keibeseitigt werden, daß ein einheitliches Volksschulgesetz er- gemacht. laffen wird. Das wäre ja Selbstmord der herrschenden Bd. V, 1883. 3) Jahrbuch für die amtliche Statistik d. preuß. Staates nen treueren Beschüßer als die arbeitende Klasse, nur fie tann und wird ihm eine materiell gesicherte wie Klaffe, und wer möchte glauben, daß sich das kapitalistische 3) Grünewald Der Kampf gegen die sozialistischen Ideen sozial geachtete Stellung verschaffen. der preußischen Volksschule." Berlin, 1889. 1) Rede in der Sigung des Reichstages vom 9. Oktober 1878. Zweite Lesung des Sozialistengefeßes. " 4) Dr. Lütting Geschichte des Rückschrittes in der Dotation der preußischen Volksschule". 1) R. v. Gneist„ Die Selbstverwaltung der Volksschule" S. 9. 2) Eilers„ Zur Beurtheilung d. Ministeriums Eichhorn" 1889 Die Zukunft des Volksschullehrers hängt von der des Proletariats ab. Dessen möge er stets eingedenk sein und bei den Wahlen danach handeln! Ein entdecktes„ Komplott". Die ,, Norddeutsche Allgemeine Zeitung", welche die Arbeiterblätter hauptsächlich zu dem Zwecke durchschnüffelt, um ihren Rostgängern den tagtäglichen Kohl hin und wieder mit einer fetten Ente in Gestalt einer Denunziation gegen die Sozialisten serviren zu können, erpindtert in der ,, Volks Tribüne vom 31. August mit gewohntem Scharfsinn eine günstige Gelegenheit sich wieder einmal gründlich zu blamiren. Jene Nummer der„ Volks- Tribüne" brachte nämlich unter dem 27. Auguſt aus London die Nachricht, daß infolge des hartnäckigen Widerstandes der Dock- Direktoren gegenüber den streifenden Arbeitern bereits von einem Generalstreik die Rede sei, und am 30. August Abends erhielt man in der That in der Wilhelmstraße die Depesche von der Proklamirung eines Manifestes, welches die Londoner Arbeiter zum Generalstreik aufforderte.') Die Sophisten des Militarismus und des National-, Die für Zeit bestimmte Versammlung wurde auf Grund des§ 9 dünkels haben zu jeder Zeit den Krieg als einen sittlichen Zucht- des Sozialistengesetzes verboten; eine solche für Naumburg durch meister gepriesen. Abtreiben des Saales illusorisch gemacht. Für innerlich schon verlotte rte Völker, denen ihr Tyrann Fachverein der Papierarbeiterinnen und verwandter äußere Motion( Bewegung) machen muß, mag diese Behauptung, Berufsgenoffinnen. Große Versammlung am Dienstag, den wie schon Aristoteles andeutet, eine traurige Wahrheit sein. Da 17. September, Abends 8 Uhr in Lehmanns Lokal, Schwedter= heißt es Gift gegen Gift! Revolution im Völkerleben gegen innere straße 23. Vortrag der Frau Marie Greifenberg. Gäste, Damen und Herren, haben Zutritt. Revolution! Dennoch kann niemand verkennen, daß der Krieg der höhe= ren Kultur tausendfach schadet. Er ist dem humanen, idealen kleidungsbranche beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen Große öffentliche Versammlung für alle in der BeStreben feindlich und bringt einen bengelhaft brutalen Natio- am Montag, den 16. September, Abends 8 Uhr, Belforterstr. 15 nalegoismus, der sich als" Mord- Patriotismus" breit macht,( an der Prenzlauer Allee). zur Herrschaft. Er schwächt den Freiheitssinn der Völker, Große öffentliche Schuhmacherversammlung. Montag, dürftigen Nationalstolz voll von furchtbaren Gefahren, erschüttert rinstraße 13. erzieht sie für die innere Knechtschaft. Er hätſchelt einen blut den 16. September, Abends 8 Uhr in Gründers Salon, Schwe= die Achtung des Rechtes..., erweckt die Raubthiertriebe in Fachverein der Tischler. Die Zahlstellen des Vereins find civilisirten Menschen wieder, zerrüttet den Natinalwohlstand; durch zur Entgegennahme der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder das Schuldenwesen in seinem Gefolge leistet er der Geldoligarchie jeden Sonnabend von 8-10 geöffnet, und zwar befindet sich ZahlBorschub und wird Zuchtschule von zahllosen anderen Aeußerungen stelle I Friedrichsbergerstr. 25 bei Christen; II Staligerstr. 107 bei privater und öffentlicher Unsittlichkeit. Kunstmann; III Belle- Allianceplatz 6 b. Hilscher; IV Zionsfirchplatz 11 Er beugt nicht einmal den Chauvinismus des besiegten bei Hohn; V Bülowstr. 52 bei Böhland; VI Mariendorferstr., Volkes, sondern macht den Rachedurst zum einzigen Hebel, um der Ecke Solmsstr. bei Schmidt; VII Dresdenerstr. 116 bei Wendt, Berrüttung, der es nur dem Sieger zum Nußen verfällt, Einhalt daselbst befindet sich auch der Zentral- Arbeitsnachweis des zu thun. Vereins; VIII Lübecker- und Thurmstraßenecke bei Jahnke. Die Bis zur Erschöpfung aller Völker erzeugt ein Sie, den an- Arbeitsvermittelung geschieht unentgeltlich. Der Nachweis ist ge= deren, und in jedem wird die Gesammteristenz mehr oder weniger öffnet an Wochentagen von 812-91/ 2 Uhr, Sonntag Morgens von dem Spiel des Zufalls preisgegeben. Der Staat, der den Krieg 81/ 2-11 Uhr. zum Selbstzweck macht, negirt die Nationalexistenz der anderen Freie Vereinigung der Zuschneider, Stepper Völker, die er beſiegt, und seine eigene, indem er diese dem Spiel und Vorrichter Berlins. Sonnabend, den 14. Sept., Abends des Zufalls und der Gewalt anheimgiebt. 82 Uhr, Alte Jakobstr. 83: Versammlung. Schäffle, t. f. Minister a. D. Politisches und Sozialpolitisches. Das ist nun für die„ Norddeutsche" ein unbezahlbarer Fund. Sofort konstatirt sie triumphirend, daß die Berliner Sozialisten eher um den bevorstehenden Generalstreik wissen, als er in London überhaupt proklamirt ist! In demselben Athemzuge ,, kombinirt" sie weiter, daß somit der ganze Streik eine abgekartete Sache, ein von der internationalen Sozialdemokratie anIn den letzten Wochen und Tagen haben in vergezetteltes Komplott sei und läßt diplomatisch fein durch- schiedenen irischen Distrikten wieder massenhafte Ausblicken, daß dies für die englischen Behörden eine prächtige weisungen von Bächterfamilien stattgefunden. Mit Gelegenheit sei, die deutschen Sozialisten in London, die Hilfe von Polizei und Militär erstürmten die Erekutivoffenbar die Hand im Spiele haben müssen, beim Kragen beamten die elenden Hütten der armen Leute, warfen die zu nehmen oder sie aus dem Lande hinauszukomplimentiren. Insassen, gleichviel ob jung oder alt, ob gesund oder krank, Vergebene Liebesmüh'! In England hat man sich auf die Straße und machten dann die eroberten" Beglücklicherweise noch nicht zu dem Standpunkt emporge- hausungen dem Erdboden gleich. schwungen, einen Streik, selbst wenn er planmäßig in Szene gefeßt sein sollte was der gegenwärtige nicht war zu einem Staatsverbrechen zu stempeln. Das Beste kommt nun aber noch! Zentral- Kranken- und Sterbefasse der Tischler, E. H. in Hamburg, Sonnabend, den 14. d., im Restaurant Wedding= part, Müllerstraße 178, Sommerfest und Ball. Konzertanfang 4 Uhr Nachmittags. Kinderbelustigung, Kaffeekochen, Preiskegeln für Damen 2c. Billets sind zu haben bei dem Bevollmächtigten Herrn Fr. Gleinert, Daldorferstraße 19, v. 3 Tr., Kassirer F. Gisheit, Chausseestraße 63 v. 3 Tr. und am Sonnabend in den Zahl= straße bei Haffe, Ruheplasstraßen- und Antonstraßen- Ecke, Heising, stellen bei Hering, Müllerstraße 184, Fennstraße 4a, Krüger, Bad= Oranienburgerstrasse 52 bei Stiefer. Großes Sommernachtsfest am Sonnabend, den 14. September 1889 veranstaltet von der Freien Vereinigung der Maurer Berlins im Schweizergarten am Friedrichshain. Literarische s. Briefkasten. Auch auf der britischen Poft scheint das Briefge Der Textil- Arbeiter. Organ zur Wahrung der Interessen heimniß nicht so heilig zu sein, wie die Bibel auf dem Altar". der Weber, Wirker, Färber, Spinner, Bandwirker, Stricker, PosaZwar bestritt fürzlich der Generalpostmeister Raikes dem irischen Ab-| mentirer, Sticker, Raschmacher, Seiler, Handschuhmacher 2c., event. Der Berliner Korrespondent der Londoner geordneten Serton gegenüber, daß ein Brief, den der Präsident der Offizielles Organ der Krankenkasse der Weber, Wirker u. s. w. Vereinigten Staaten an Sexton in dessen Eigenschaft als Lord Mayor( Siz Chemniz) und des Wirkerverbandes. Der Abonnementspreis ,, Daily News", welcher die beneidenswerthe Pflicht hat, von Dublin sandte und der geöffnet in Sexton's Hände gelangte, des Organs soll pro Exemplar 60 Pfg. vierteljährlich be= täglich an seinem Morgenkaffee den Norddeutschen Kohl auf der britischen Post verletzt sein könnte. Aber es ist bei dieser tragen, durch die Post bezogen 75 Pfg. Die Filialen erhalten bei zu verspeisen, ist einfach, baff" über die schaurigen ,, Ent- Gelegenheit festgestellt worden, daß es Herrn Barnell schon lange Bezug von über 50 Exemplaren besonderen Rabatt. Der Insertions= hüllungen" und läuft spornstreichs zum Telegraphenamt, das Herr Campell, der Sekretär Parnell's, seitdem der sogenannte gratis durch den Verlag: J. Walthers Buchdruckerei, Burgstädt nichts neues mehr ist, eröffnete Briefe zugestellt zu erhalten, und preis beträgt pro 1 gespaltene Korpuszeile 10 Pfg. Probenummern um seiner Patronin in der Themsestadt, dem liberalen Parnell- Ausschuß tagte, eine große Anzahl seiner Briefe nicht nur in Sachsen. Weltblatt und Gladstone'schen Leiborgan, die Schreckens- eröffnet, sondern oft auch zwei oder drei Tage zu spät zu erhalten mähr brühwarm zuzukabeln! gewohnt ist. Allgemeine Dachdeckerzeitung. Organ für die GesammtIn Karlsruhe beschloß eine äußerst stark besuchte Arbeiter- interessen der Dachdecker Deutschlands." Erscheint monatlich zweimal Der geehrte Herr scheint seine englischen Zeitungen| versammlung, bei den badischen Landtagswahlen durch Abgeben am 1. und 15. Preis per Quartal 75 Pf. Direkt unter Kreuzebenso schlecht zu lesen, wie er die deutschen Reptilien nicht von weißen Betteln Protest gegen das herrschende System zu band bezogen: Preis per Quartal 85 Pf. Verantwortlicher Redak zu schäßen weiß. Denn die englischen Blätter, voran erheben. Als dieser Beschluß als Resolution der sozialdemokratischen teur: W. Rackwitz, Berlin, Wollinerstr. 7. Verlag, Expedition und die reaktions- und sensationssüchtigen„ Evening News and Arbeiterpartei verkündet werden sollte, wurde die Versammlung Inseratenannahme: Friz Hanke, Berlin N., Zionskirchplay 3, IV. aufgelöst. Ferner zur Nachricht, daß die Protokolle des 1. Deutschen Post", eine würdige Kollegin der Berliner" Post", brachten In einer Uebersicht über die Zusammensetzung des Dachdecker- Gesellen- Kongresses" fertig im Druck erschienen und beim lange vor dem Erscheinen des Manifests die Nachricht, Berliner ,, Molkenmarktes" lesen wir über die politische Vorsitzenden, W. Rackwiz, Berlin N., Wollinerstr. 7, gegen Erdaß die Streikenden offen damit drohten, den Generalstreik Polizei: Diese in Verbindung mit der Aufsicht der Presse und stattung des Betrages, à Stück 10 Pfg., zu haben sind. veranlassen zu wollen, um dadurch auf die Dockgesell- das riefig angewachsene Vereins- und Versammlungswesen schaften einen stärkeren Druck auszuüben. Als derselbe am Beitung des Reg.- Raths Dr. Schütte, welchem 2 Regierungsbedarf ausgedehnter Büreauräume. Diese Abtheilung steht unter 30. Auguft wirklich proklamirt wurde, handelte es sich also räthe, 3 Regierungs- Assessoren und 1 Polizei- Hauptmann zur Seite Expeditionszeit: 1/ 29-1 Uhr, 3-7 Uhr. bloß um die Verwirklichung einer Maßregel, die längst stehen, die Exekutive wird unter dem Polizei- Direktor Weimar. Sendungen müssen Donnerstags eintreffen. Freierwartet und gefürchtet wurde. Davon weiß der Mann Krüger von 1 Polizeirath und 9 Kriminalkommissarien ausgeübt. tags liefern wir das Blatt bereits für auswärts zur Post. In der„ Daily News" natürlich nichts, und ihr selbst fällt es In dem Büreau der politischen Polizei sind allein 25 Büreau- nächster Nummer. beamte dauernd beschäftigt. Ganz gewaltig ist auch das Arbeitsgar nicht ein, ihn zu dementiren. Berliner Abonnent. Es ist manchem Spediteur zu um= feld der I. Abtheilung, welche die allgemeine und landesDieses Erzkapitalistenblatt weint jetzt welch rüh- polizeiliche Verwaltung bearbeitet und unter dem Ober- Reg- ständlich, ganz allein die„ Volks- Tribüne", womöglich viele Stockrendes Schauspiel- die arbeiterfreundlichsten Krokodils- Rath Friedheim steht. In dieser Abtheilung allein sind beschäftigt werke hoch, auszutragen. Der Spediteur aber, der sowieso Sonnthränen, weil es nämlich mit dem Chorus der englischen arbeiter und in den 5 gesonderten Büreaus dieser Abtheilung beide auf einmal abgeben kann, nimmt gern den Nebenverdienst 7 Regierungsräthe, 3 Regierungsassessoren und 1 medizinischer Hilfs- abends früh schon eine tägliche Zeitung bringt und nun gleich Zeitungen mitheulen muß, und findet das Spiel der Dock 5 Vorsteher und ca. 100 Beamte." gesellschaften mit den armen Arbeitern schändlich". Frei- Selbstmordstatistik in Frankreich. Wie in ganz Europa, mit, der ihm auch nicht einen Schritt Mehrlauferei macht. Man lich nur anstandshalber; denn in Wirklichkeit ist das Blatt ſo zeigt auch in Frankreich die Zahl der Selbstmorde eine beständige fichert sich also prompteste Zustellung, wenn man dem Volks= mit der„ Nordb." Allg." ein Herz und eine Seele, und ein Buahme. Bon 1882–1877 hat sich ihr Verhältniß von 15 auf blatt 2c. Spediteur auch die„ Bolts- Tribüne" über= 21 für je 100 000 Einwohner gesteigert. geheimes sozialistisches Komplott käme auch ihr gerade recht. Das Genossenschaftswesen in Belgien. Durch die von giebt. Beim Umzug läßt sich das, wo nicht alles geklappt hat, am Anseele 1886 geschaffene sozialistische Arbeitervereinigung Vooruit" esten regeln. Nur mache man das gleich und nicht erst in letter in Gent, hat er die kooperative Bewegung in Belgien in Fluß ge- Stunde. bracht. Seitdem sind 135 kooperative Genossenschaften entstanden. Versammlungsberichte. Wir können auch die kürzesten Belgien, welches 1878 nur 13 fooperative Genossenschaften hatte, Berichte nur dann bringen, wenn etwas für die Arbeiterfache Be= hat heute deren 179, von denen sich 53 mit der Beschaffung von deutsames und Neues paffirt ist: wie Streiferklärung, GrünLebensmitteln, 24 mit der Kreditertheilung, 36 mit der Brodbäckerei dung einer neuen Organisation u. f. w. Ueber die gewöhnliche befassen; darunter befinden sich 18 Genossenschaften, welche selbst Geschäftsabwicklung bringen die Tageblätter jeden Tag mehreren produziren und 15 landwirthschaftliche Syndikate. Spalten, also gerade genug. Wollten wir das auch so handhaben, so hätten wir 12-18 Spalten Vereinsberichte allein aus Berlin und im ganzen stehen uns nur 20 Spalten zur Verfügung. Wir nüßen durch Artikel über wichtige gewerkschaftliche und politische Fragen auch den Vereinen viel mehr wie durch lange Berichte. Arbeiterverein. Warum fein Inserat? Der Antrag zu inseriren ist doch in Ihrem Verein gestellt und auch angenommen worden. Schnitzel. ,, Keine Macht der Welt ist start genug, sich zwischen Millionen Menschen und ihr Recht zu stellen, das jene mit ernstem Willen erstreben". Daniel O'Connell im Kampf um die Emanzipation der Katholiken in England. * Hätte die Natur so viele Gesetze als der Staat, Gott selbst tönnte sie nicht regieren. * * Börne. Es läßt sich berechnen, daß die Spizbuben weit mehr Vortheil von der bürgerlichen Gesellschaft ziehen, als die ehrlichen Leute. Börne. Gewerkschaftliches, Versammlungen. Arbeiterinnenbewegung. In Halle a. S. fand am Montag voriger Woche in der Morißburg eine Frauenversammlung statt, in der Frau Ihrer über die wirthschaftliche Lage der Frauen" referirte. Die Bersammlung nahm eine Resolution im Sinne des Referats an. Auch wurde eine Kommission aus Frauen gewählt, welche die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Arbeiterinnen Halles 1) Eine verfehlte Maßregel, die noch am selben Tage glück zu untersuchen hat. Die außerordentlich stark besuchte Versammlung licherweise zurückgenommen wurde. zeigte das lebhafteste Interesse für die Arbeiterinnen- Bewegung. Fachverein der Tischler. Heute, Sonnabend, 14. Sept., Abends 81/2 Uhr, in Jordan's Salon, 1. Neue Grünftraße 28: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Niedergang des Kleingewerbes." Ref.: Th. Glocke. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. Die Kollegen der Werkstatt von Krüger, Friedrichstr. 44, Hecht und Schmidt, Elisabethufer 11, sowie Trost, Dresdenerstraße sind hiermit eingeladen. 4. Vereinsangelegenheiten. Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Der Vorstand. Berliner Arbeiterbibliothek. Heft 6: Die Hausinduftrie in Deutschland. Ihre Entwickelung, ihre Zustände und ihre Reform. Von Paul Kampffmeyer- Genf. ( 32 Seiten: Preis 15 Pf.) Wirksame Agitation! Gelesene Nummern der Arbeiterblätter" wirft man nicht weg, sondern sendet dieselben unter Kreuzband, mit einer 3 Pfennig- Marke versehen, abwechselnd an verschiedene unserer Bewegung angehörige Personen. Inhalt: Hardwerk und Hausindustrie. Proletariat und Hausindustrie. Zwischenqusbeuter, Trucksystem und Uebervortheilung. Nothstände. Statistit. die Arbeiterpartei. Die heutigen Zustände und Nothwendige Reform. Die Hausindustriellen und Von 10 Exemplaren an hohe Preisermäßigung. Zahlreichen Bestellungen entgegensehend Expedition der„ Berliner Volks- Tribüne", Berlin SO., Oranienstraße 23. Für Nowawes und Neuendorf nehmen Abonnements auf die ,, Berliner Volkstribüne", die ,, Nordwacht", den ,, Wahren Jakob u. s. w. entgegen: Hermann Bathe, Wilhelmstraße Nr. 33, Julius Franke, Louisenstraße 47. Wilhelm Seidel, Lindenstr. 25. Sozialdemokratischer Leseklub ,, Lessing." Jeden Montag, Abends 9 Uhr, Wallstr. 20. ( Restaurant Leonhardt.) Vorlesung und Diskussion. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Empfehle meinen werthen Freunden und Genossen sowie den Lesern dieses Blattes mein Cigarren- Geschäft. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Carl Lehmann. Brunnenstr. 83, dicht am Humboldthain. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. № 37. Ferdinand Laffalle. ( Nach dem Prolog zur Feier des 25 jährigen Todestages.) Er ist nicht todt, der heute ruft. Er lebt. Der frische Muth, der uns're Brust durchbebt, Der Stolz der Arbeit, uns'rer Eintracht Wall, Er lebt, er athmet Ferdinand Lassalle! hört! Blank zieht er seine Worte. Ein Kolbenschlag auf springt der Zukunft Pforte. Er redet Er predigt Gluth, und rastlos wallt der Brand Der neuen Botschaft durch der Arbeit Land. Zwei Jahre nur! Zwei Jahre nur der That Für uns gebrochen war der Freiheit Pfad. Auf seines Führers Spur in sichren Säulen Vordrang das Volk mit seiner Schlagkraft Keulen. Wir denken deiner, kühner Volkstribun, Nicht, um beim Kranzeswinden auszuruh'n. Nicht, um dein Ich anbetend zu vergöttern Und deinen Ruhm in's Schmeichelhorn zu schmettern, Nicht faul zu feiern, prahlend müß'ger Troß, Wir denken kämpfend deiner, Kampfgenoß! An Wissen reich, gesättigt mit Genie, Begriffst du, wie das Recht nach Geltung schrie. Der Leidenschaften schönster Kataraft, Die Sturzfluth der Idee hat dich gepackt, Und sturmfeck schreitend durch Gewalt und Lüge Rangst du das Recht der jungen Macht zum Siege. Du fielst abseits. Für uns dein Werk fiel nicht, Weltdrama ward dein Nationalgedicht. Und keine Grenze kennt- tönt's von Paris Die Zeitenwende, die dein Mund verhieß.... Lassalle! Die Zahl, die du begehrt, ist voll, Von Herd zu Herde glimmt des Volkes Groll. Breit schwillt die Macht der Streiter im Gefecht, Das Unrecht bebt, ernst rüstet sich das Recht, Mit Würde die Entscheidung zu gewinnen Und des Programms Vollendung zu beginnen. Karl Henckell. Ein troftloses Leben. Von Holger Drachmann. Aus dem Dänischen. Sie waren drei Geschwister; zwei erwachsene Burschen, Julius und Jakob, und dann das Mädchen: Ane. Die Eltern waren todt, der Vater auf der See er trunken und die Mutter im Bette gestorben an etwas " Inwendigem", hieß es. Julius und Jakob fischten zusammen im Boote des Vaters - dem einzigen, was von ihm wieder zum Vorschein gekommen war. Sonnabend, den 14. September 1889. III. Jahrgang. Menge Schillinge gefunden hatte, die im Halbkreis um sagen, und dann sagte er endlich doch:„ Na, ihr habt es einen dreibeinigen Holzbock mit einem Kompaßhäuschen wohl gut zusammen?" gereiht waren. " Er ist zur Zeit Kellner!" antwortete Ane ernst und fuhr mit der Hand über das Gesicht des Bildes, auf welchem Julius' Finger einen feuchten Fleck hinterlassen hatten. Er wird sich nächstes Frühjahr etabliren." Als Gastwirth?" " „ Ja " Restaurateur. Vielleicht bekommt er die Dampfschiffe, aber es ist nicht sicher. Es bewerben sich so viele darum, sagte er." " Wie heißt er?" „ Ludwig!" " Nein, ich meine, wie er sonst heißt." " Na Bisserup!" Herr Bisserup beugte den Kopf und machte die Stimme dumpf, und er antwortete:„ Ich sorge für alle Pflege, so gut ich kann; thu' ich es nicht, mein vieltheures Mädchen?" Und über des ehemaligen Kellners nervöse Züge mit diesem unbeschreiblichen gebildeten Anstrich glitt ein feiner, momentaner Ausdruck eines echten Gefühls so viel sich eben aus dieser Vorausseßung davon ergeben konnte; und Ane nickte. Hierauf ging Julius. Das leßte, was sie zu ihm sagte, war: Grüße sie daheim und sei gut gegen Mussi( die graue Kaße)." Aber Julius dachte unterwegs beständig darüber nach, was für ein Kloß er gewesen sei, und daß er nichts von dem gesagt habe, was er hatte sagen wollen, hingegen gerade das gesagt habe, was er nicht hatte sagen wollen: „ na, ihr habt es wohl gut zusammen?" Julius mußte fich winden vor Lachen. Er war ja rein zum Sterben dieser Name. Er war zu lächerlich! Aber auf den Namen kam es ja nicht an. Db er sonst ein guter Mensch sei? Ja, das sei er. Was Und als Jakob zu Hause ihn fragte, wie die Sachen er ihr gegeben hätte? Zumeist Geld, nicht sehr viel; stünden, kamen die Hobelspäne und der feuchte Kalk und aber wenn er einen Ertraverdienst gehabt, hätte sie ihren die Medizin, und es ekelte ihn davon, während er gleichAntheil bekommen.- Worin dieser Antheil bestände, ob es zeitig Ane's Hand fühlte, und er drehte sich um und antGeschenke wären? Nein, etwas von den Trinkgeldern; wortete haftig und entschieden:„ Schlecht!" auch sei sie häufig mit ihm in's Theater gegangen; denn Aber zehn Minuten später, als er unten beim Boote er liebe das Theater und er könne es später selbst sagen, stand, konnte er sich nicht mehr zurückhalten; er mußte und er spreche überhaupt so schön und trinke nicht mehr, lachen, so ein wenig in sich hinein. Dieser Kellner mit als die Stellung es mit sich bringe und sie wollten der feierlichen, tiefen Stimme, mit seiner Umarmung und heirathen, so bald er sich etablirt und entweder ein Wirths- mit den langen Künstlerhaaren war doch zu komisch. geschäft oder die Dampfschiffe erhalten hätte. Julius kniff das eine Auge zu, blickte etwas auf die Seite und fragte die graue Kaße, die vorbeiſtrich, ob sie vielleicht schon beisammen gewesen wären? Ane steckte die Photographie zu sich, ganz ruhig. ,, Bist Du närrisch?" fragte sie. Da könnte er mich ja zum besten haben und mich fißen lassen!" Acht Tage darauf war Ane todt. Herr Ludwig Bisserup kam selbst hinaus und meldete es. Er warf sich an den Hals zuerst dem Julius, den er ja kannte, und dann dem Jakob, der verlegen und verdrießlich wurde. Hierauf gingen sie zusammen die Verwandtschaft besuchen. ( Schluß folgt.) Benoit Malon.*) Aus dem Leben eines Proletarierführers. III. Im Winter machte der Kaufmann, bei dem Ane diente, Bankerott. Man war gezwungen, sich einzuschränken, und das Mädchen mußte zur Unzeit einen Dienst annehmen, wo sie einen solchen bekommen konnte. Sie erhielt einen von diesen bekannten Kopenhagener Dienstplägen, wo die Nahrung aus dünner Fruchtsuppe und Mehlspeise besteht, und wo das Mädchen in einem Loche schläft, das entstandenen Arbeiterbewegung, die immer entschiedener c- n. Mit der jungen in Frankreich nach der Kommune bemerken, daß ihre Kräfte schwanden, sie bekam Huften während seines Erils in Beziehung getreten. zu schlecht ist für eine Rumpelkammer. Sie begann zu einen sozialistischen Charakter annahm, war Malon noch und Blutbrechen, man kündigte ihr den Dienst. Sie ging zu ihrem Kellner. größeren Restaurationen. Es gab Arbeit vom Morgen Er verschaffte ihr einen Platz in der Küche einer der bis über Mitternacht hinaus. Sie wurde immer schlechter, verbarg es jedoch vor ihm. Endlich aber ging fie doch zu ihm und sagte, sie wolle heim zu den Brüdernheim, um in Ruhe zu sterben. arbeitete habe!" Kaum konnte er infolge der Amnestie den Fuß auf Vorfämpfern und Führern und leistete sowohl nach seite den heimischen Boden seßen, so schloß er sich voll und ganz der Bewegung an, gehörte zu deren hervorragendsten der aufklärenden Agitation wie der Organisation hin Treffliches. Die große Beliebtheit, der sich Malon noch von früher her erfreute und die sich noch steigerte, trug fast ebenso viel zum Erfolg seiner Thätigkeit bei, wie seine Befähigung, sein Wissen, feine Energie. Julius glich dem Tordenskjold auf den Zündhölzchen schachteln; er lachte gewöhnlich, ausgenommen wenn etwas ganz ungewöhnliches Ernst erheischte; und dann lachte er hinterdrein doppelt, um sich zu entschädigen. Er war Er blickte sie an und glättete seinen Haarbuckel, indem fleißig, flink, und sprang wie eine Kage bei jeder Arbeit. er den Kopf auf die Seite legte und den Mund schief zog, Doch, wenn er die Gelegenheit wahrnehmen und sich ein wie der Provinzschauspieler, wenn er tiefe Entmuthigung zwischen Boffibilisten und Marristen**) eintrat, stand Malon Als die verhängnißvolle aber unvermeidliche Spaltung paar Minuten Ruhe gönnen konnte, saß er, frumm nach ausdrücken soll. porn gebeugt, und hielt sich die Seiten, wie ein Mann, infolge seiner Auffassung und seines Charakters auf seite Sie hatte eine ganz aschgraue Gesichtsfarbe und be- der ersteren; ja man kann ihm sogar nicht den Vorwurf der Magenschmerzen hat. Er lachte über dies oder jenes, gleichgiltig was, wenn er nur lachen durfte. Seinem ginnende dunkle Ringe unter den Augen; und dies stand ersparen, daß er sich von Brousse in die Intriguen gegen in einem gar seltsamen Gegensatz zu ihrem starken Körper- Guesde hineinziehen ließ. Der Umstand erscheint seitens Magen fehlte nichts; er artete dem Vater nach. eines bis zur weichsten Sentimentalität versöhnlichen und verdroffen, zäh bei der Arbeit, schwer zum Lachen zu Aber ich liebe Dich Jakob hatte die Mutter beerbt. Er war wortfarg, bau und ihren schönen Zügen. " Ja, Ane," sagte er, Du siehst schlecht aus; sehr. toleranten Mannes wie Malon unbegreiflich, erklärt sich bringen. Es war inwendig" etwas nicht in Ordnung! Du nicht, daß wenn wir ein Geschäft anfingen... weiß Gott! so heiß! Glaubst aber zum großen Theil aus seiner eklektischen Auffassung Aber die Nothwendigkeit zwang ihn und trieb ihn an; ist nämlich ein Keller im neuen Stadtviertel, den ich be- seitig und unvollständig hält und die ihn im Gegensatz zu Da des Sozialismus, welche die marristische Theorie für eindie beständige schwere Arbeit härtete ihn ab, die gezwungene tommen fönnte Diät Fisch und Brei, Brei und Fisch abschon ich allerdings noch kein Geld den Vertretern der Schule brachte, deren prinzipielle Undem Inwendigen" entgegen. Es war dabei kein Hinderbeugsamkeit für ihn gleichbedeutend mit Autoritarismus Sie sprachen hierüber. Sie bejah den Keller und er und Sektarismus war. Brousse's Geschicklichkeit, welche niß, daß er sich in frischer Luft aufhielt, im Gegentheil; und der Landdoktor erklärte, daß er ganz alt werden könne, beſtellte die Trauung beim Pfarrer. Aber Ane wurde auf diese Auffassung spekulirte, trug dann das Uebrige und der Landdoktor erklärte, daß er ganz alt werden könne, immer schlechter und schlechter, und sollte nun in's Spital. Dazu bei, Malon in die Parteizwistigkeiten hineinzuziehen. trotz des schlechten Magens. Ane hieß sie. Blond, wohlgebaut, gutgewölbte Das wollte sie nicht; dann lieber heim. Das wollte Uebrigens zögerte der bekannte Intrigant nicht, nachdem er Brust, feste Hüften, Fischerraffe. Aber sie war auffallend er nicht. So mietheten fie den Keller, nahmen eine Malon's Popularität gegen Guesde und Freunde ausblaß. Das war auch die Mutter gewesen. Und mit der halbe Einrichtung auf Abzahlung und hierauf legte sie sich gespielt hatte, auch gegen Malon selbst zu intriguiren: der Unbefangenheit, mit der man in Vangaa Familienange- dort zu Bette und blieb liegen und wurde immer schlechter. Mohr hatte seine Schuldigkeit gethan, der Mohr konnte legenheiten bespricht, sagten die Brüder gleich nach der die Sache einen Tag lang nach und reiste am nächsten Julius erhielt darüber einen Brief. Er sann über nun gehen. Konfirmation zu ihr: Du stirbst wohl jung, Ane!" Die widerlichen Parteizwiftigkeiten, mit ihren Verleumdungen und Kabalen haben wesentlich dazu beigetragen, Das war der Troft, den sie in die Hauptstadt mit Tage in die Stadt. Er fand richtig den Keller in einem ganz neuen daß sich Malon in den letzten Jahren mehr und mehr bekam, als sie sich dahin begab, um in einen Dienst zu Viertel, wo in allen Fenstern„ vermiethet" geschrieben von dem Parteileben zurückgezogen hat, obgleich dies auch Sie kam den ersten Sommer mit ihrer Herrschaft stand; aber Leute gab es hier nicht. Das Wirthslokal theilweise auf Rechnung seiner großen Kränklichkeit zurüdzurück, welche in Vangaa Sommeraufenthalt nahm. Die war auch nicht überfüllt. Herr Bisserup saß bei einem zuführen ist. Jedoch ist unter diesem Zurückziehen vom Augen waren etwas matt geworden, aber sie bekamen einzigen Gaste, vor einem frischlackirten Schanktisch, mit Parteileben nicht zu verstehen, daß er troßend abseits in einigen Glanz, als fie Julius auf die Seite nahm und der Hand in gedankenvoller Stellung das Kinn stüßend. seinem Zelt fißt. Nach wie vor ist er ein kämpfender ihm eine Photographie zeigte. Er warf sich sogleich dem Schwager um den Hals, was Sieht er so aus?" fragte Julius, während es in Julius in einige Verlegenheit brachte; er wußte nicht, ob ihm leise zu glucksen begann. er lachen, oder was er überhaupt mit seinem Kopf an Es war der Geliebte. Ein Herr in schwarzem Rock, fangen sollte. Er fragte nun nach Ane. einen Cylinderhut( er war zu groß gerathen) in der einen Sie ist da drinnen in ihrer Kammer. Ich habe Hand und die andere Hand auf ein Geländer mit Schling- die meinige drüben.- Hier ist Dein Bruder, mein viel laub gestemmt, das jeder Stüße zu bedürfen schien, die theures Mädchen!" es erhalten konnte. Eine nachdenkliche Stellung, halb Sie standen vor dem mit Ocker angestrichenen Bette Profil, das sehr lange, glänzende Haar mit einem kleinen in der halbdunklen Kammer; das einzige Fenster derselben Buckel über das Dhr gekämmt; vorne, auf der tiefausge- befand sich hoch oben. Es roch nach der nassen Mauer, schnittenen Weste, hing ein Zwicker an einem breiten, nach Hobelspähnen und nach Medizin. Und hier lag Ane schwarzen Bande. unter einer Decke mit geblümtem Ueberzug; fie gab Julius und sie " Ift er ein Schauspieler?" fragte Julius, nachdem die Hand so eine feuchte, warme Hand **) Bergl.„ Berl. Arbeiterbibliothek" Heft 4: Der Sozialiser die Rückseite des Porträts untersucht und darauf eine fah ihn an und er blickte sie an, und er konnte nichts mus in Frankreich( Preis 20 Pfg.). treten. " -Sozialist geblieben, und zwar der fleißigsten und geschäßtesten einer, nur daß sich seine Thätigkeit ausschließlich auf das schriftstellerische Gebiet beschränkt und außerhalb jeder bestehenden sozialistischen Fraktion geübt wird. Greifen wir in seinem Wirken als sozialistischer Schriftsteller bis zu seiner Rückkehr nach Frankreich zurück, so müssen wir zuerst der Herausgabe der„ Emancipation" von Lyon gedenken, an der bekanntlich Malon als Hauptredakteur und Mitarbeiter thätigen Antheil nahm- ferner der Artikel, welche er für den" Prolétaire", das„ Prolétariat", den„ Citoyen"( Bürger) sowie eine Reihe sozia*) Sprich: bönoa malong. listischer Eintagsfliegen in Paris und der Provinz lieferte. Malon hat auch im vorigen Jahre an dem Homme| möglichst großen Leserkreis haben; dann wird viel inserirt. Zur Geschichte der französischen Arbeiterbewegung nach der libre"( der freie Mensch) und der auf diesen folgenden Wie aber erwirbt und erhält sich die Zeitung einen Kommune hat er in dem aus zwei Bänden bestehenden„ Egalité"( nicht zu verwechseln mit der früher erscheinen- großen Leserkreis? Dadurch, daß fie die Interessen Werke Le Nouveau Parti"( die neue Partei Band I: den„ Egalité" der Kollektivisten und der jetzt erscheinen- einer gewichtigen sozialen Schicht vertritt, und ihren Indie Prinzipien, Band II: die Politik-), sowie in einer den„ Egalité" unter Roque's Redaktion) mitgearbeitet, in halt den Wünschen, der Fähigkeit, dem Geschmacke der= Artikelferie, welche in der„ Revue Sozialiste" erschienen, welchen Blättern er ,, Lundis socialistes"( sozialistische selben anpaẞt! reichhaltiges und interessantes, wenn auch vielfach unge- Montage) veröffentlichte. Der Mehrzahl nach waren dies Unter der Leitung solcher Grundsäge entwickelten sich fichtetes Material niedergelegt. Die betreffenden Publika- Studien über Vorläufer des Sozialismus, über die Be- die gerügten Eigenschaften: Partikularistische Interessentionen, von denen die erstgenannte 1881 und 1882, die wegung in den einzelnen Ländern, ihre Träger, Prin- politik, Würdelosigkeit, Verlogenheit, Bestechlichkeit, FeigArtikelserie gegen 1887 erschien, geben die intellektuelle zipien 2c. heit, Oberflächlichkeit und Geschmacksroheit. Diese EigenEs ist unmöglich, in dem Rahmen eines kurzen bio- schaften wurden dadurch noch gesteigert, daß die Zeitungstrop mancher irrthümlicher und parteiischer Auffassung, wie graphischen Artikels alle Publikationen eines so thätigen schreiber zu mechanisch arbeitenden Proletariern herabsanken. sie seitens eines Mannes unvermeidlich war, der damals Autors wie Malon aufzuzählen und ausführlich zu erörtern, Wie ist es nun möglich, die Presse von dem moramitten im Parteigetriebe stand. Nebenbei sei übrigens eingehend zu kritisiren. Dieselben legen im allgemeinen lischen Aussaße zu reinigen? Die Antwort ist selbstbemerkt, daß die Artikel über den Kollektivismus in Zeugniß ab von einem vielseitigen Studium, von einem verständlich: Tödtet den Preßbazillus! Macht, daß die Frankreich" 2c. dem Werke:„ le Nouveau Parti" bedeutend weiten, aber theilweise freilich flachen Wissen, erinnern hier Zeitungen aufhören, kapitalistische Geldgeschäfte zu sein! und politische Physiognomie der Bewegung recht gut wieder überlegen sind. 1883 erschien das„ Handbuch der sozialen Dekonomie", in den folgenden Jahren eine Reihe von Studien über den ,, reformatorischen Sozialismus", den sozialistischen Katholizismus", die„ Agiotage von 1720-1871", die soziale Moral"," Constantin Becqueur" 2c., von denen besonders die„ Agiotage" als treffliches Werk hervorgehoben zu werden verdient. nnd da an den unermüdlich strebenden Autodidakten. Diese Aufforderung aber läuft hinaus auf eine andere, Malon's Werke tragen alle mehr oder weniger stark das allgemeinere: Schließt euch der großartigen sozialpolitischen Merkmal des Eklektizismus, der systemlosen Wissensanhäufung Bewegung des Proletariats aller Länder an, welche nichts an sich, eines zu breiten Betonens der philosop hischen Geringeres erstrebt, als Beseitigung der materiellen Noth, Spekulation und der moralischen Forderungen, die oft nicht allgemeine geistige und sittliche Erhebung des Volkes; und in ihrer engen Beziehung zu den wirthschaftlichen Trieb- welche als Mittel hierzu die Abschaffung des Kapitalisfräften sondern selbst als Haupttriebkraft hingestellt werden. mus, d. h. die Ueberführung der Privatwirthschaft in die Charakteristisch ist für sie der Mangel an Kritik, der gesellschaftliche Produktion, betrachtet! In den Jahren 1880-1883 veröffentlichte Malon überall Sozialismus und Sozialisten entdecken läßt. Gewiß, Nur der Sozialismus, kennt das Mittel, welches die die Ergebnisse seiner geschichtlichen Studien in der fünf- daß der alte Sat: Prüfet alles und das beste behaltet" Preffe von ihrer moralischen Krankheit zu heilen vermag, bändigen Geschichte des Sozialismus", ein beredtes Zeug- seine Berechtigung hat, aber nur dann, wenn wirklich das welches ein neues, ideales Geschlecht von Zeitungen erstehen niß seiner unermüdlichen Arbeit, das jedoch, abgesehen von beste von allem erkannt und einheitlich zu einem Ganzen läßt, während die alten, verworfenen Preß- Charaktere die mannichfachen Irrthümern im Detail, auch den Hauptfehler verschmolzen wird. Dies ist gerade bei Malon nicht verdiente Vernichtung finden. Mit Fug konnte Lassalle Malon's scharf hervortreten läßt: seinen Mangel an immer der Fall. Sein Eklektizismus führt ihn zur Un- von uns Sozialdemokraten sagen:„ Der Augenblick wird Kritik und an einem einheitlichen System, seine bis zur klarheit, Verschwommenheit, Gestaltlosigkeit, zur Spekula kommen, wo wir den Blizz schleudern, der diese Presse in Verschwommenheit gesteigerte Breite der Auffassung. tion, die oft an einen gewissen Mystizismus streift. ewige Nacht begräbt." 1884 rief Malon von neuem die ,, Revue socialiste" Bezeichnend für seine Auffassung ist z. B. unter ande- Und der Tag, welcher dann anbricht, was für Preßins Leben, deren Hauptredakteur und vorzüglichster Mit- rem, daß er einen französischen moralischen Sozialismus" zustände wird er beleuchten? Wie werden die Zeitungen, arbeiter Malon ist, dessen Auffassung und Entwickelung im Gegensatz zu dem deutschen materialistischen Sozialis- welche die Stelle der kapitalistischen Blätter einnehmen, dem Organ sein ihm eigenthümliches Gepräge aufdrückt. mus" stellt, daß er die nationalen Momente mit einer wie werden diese sozialistischen Zeitungen eingerichtet Wir führen aus dem Programm der„ Revue socialiste"-Schärfe betont, welche mit dem Internationalismus un fein? Aus wessen Mitteln werden sie hergestellt, wie gezur Zeit das einzige wissenschaftliche Organ der französischen verträglich ist und die ihm den Vorwurf zugezogen hat, leitet? Sozialisten- etliche Stellen an, weil diese nicht nur für daß er zum Chauvinismus neige, daß er das Rassen- Diese Fragen sind offenbar ebenso schwer mit Bedie Zeitschrift selbst, sondern auch für Malon durchaus moment überschäße, das Klassenmoment dagegen unter- stimmtheit zu beantworten, als sie dem Kritiker unserer charakteristisch find: schäße. Preßzustände wichtig erscheinen und sich aufdrängen. Doch Infolge der angedeuteten Eigenthümlichkeiten haben es ist gar nicht nöthig, schon heute eine bestimmte AntMalon's Werke weniger Bedeutung für die Ausarbeitung wort zu geben! Die Zukunft läßt sich nicht bis ins und Ausbildung des Sozialismus nach seiner theoretischen Einzelne hinein konstruiren. Wir Proletarier bewegen uns Seite hin, sondern sie bieten vielmehr für den künftigen nach einer bestimmten Richtung, dorthin, wo nach unserer Geschichtsschreiber der sozialistischen Bewegung ein reiches sozialwissenschaftlichen Einsicht das gelobte Land liegen Wir wenden uns an alle, welche auf dem Boden der Frei- Material, das der Sichtung, Klärung und Kritik bedarf. muß; die Einzelheiten unseres Weges ergiebt der Fortheit und republikanischen Gleichheit arbeiten für die Einführung Troß alledem zählt Malon jedenfalls zu den hervor schritt, die Entwickelung, die Zukunft; die kleineren einer Gesellschaft, welche von Unwissenheit und Elend, den letzten Formen der Leibeigenschaft, befreit ist, für Abschaffung des Gegen- ragendsten Vorkämpfern des Sozialismus in Frankreich, Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg stellen, werden fazes der Klassen durch die soziale Organisation der Produktion und seine Physiognomie bildet in vieler Hinsicht ein ge- wir beseitigen oder umgehen, wenn wir an Ort und und der Vertheilung der Reichthümer treues Spiegelbild des noch schwankenden und verschwomme- Stelle sind. nen Gepräges, das der französischen Arbeiterbewegung noch Immerhin hat die Ausmalung der Zukunft bis ins vielfach anhaftet. Kleine einen agitatorischen Werth, insofern sie nämlich kleinmüthigen Zweiflern zeigt, daß die Sozialifirung der Gesellschaft an den Einzelheiten keine unüberwindlichen Hindernisse findet. Möge es drum, der Agitation wegen, an dieser Stelle verstattet sein, anzudeuten, wie sich der Verfasser dieser Zeilen die Organisation der Zukunftspresse denkt. Mögen aber alle Leser besonders die Gegner sich gesagt sein lassen, daß dieser Zukunftsgedanke als das Produkt eines Kopfes, nicht etwa als eine Partei ansicht, aufzufassen ist.') „ Die„ sozialistische Revue" wird weder das Organ eines Mannes, noch einer Sette, ja nicht einmal das einer Partei sein; sie soll den Brennpunkt bilden, in dem alle Ideen über soziale Reform und Umwandlung, welche unter dem Druck der politi schen und ökonomischen Nothwendigkeiten so tragisch unsere Epoche bewegen, zusammentreffen Welche Theorie und wäre sie noch so weitgehend, könnte in den Maschen ihres Eisennezes den zeitgenössischen sozialen Gedanken einschließen und in allen feinen Einzelheiten das so vielseitige Broblem des 19. Jahrhunderts lösen? wissenschaftlichen Relativismus des eklektischen Moderantismus anflagen? Kann man unseren Solange Gestalten und Charaktere wie Malon aus der Masse des Volkes hervorgehen, braucht niemandem für die Entwickelungsfähigkeit, für den Fonds an Kraft, Begabung und Edelmuth des vierten Standes bange zu Gewiffe Settirer wollen dies nicht zugeben. Für sie ist das Wort„ außerhalb der Kirche kein Heil" zu einem Glaubensartikel geworden, an dem sie streng festhalten. Die Folge davon sein. ist, daß man von Erkommunikation zu Erkommunikation, von Unterabtheilung zu Unterabtheilung dazu kommt, daß die Vorhut der westlichen Revolution demoralisirt und zerstreut wird. Der Sozialismus zählt schon zu viele unter einander getheilte Parteien... Die menschliche Entwicklung ist eins in der Gesammtheit der Dinge Rundgebungen. Die Sünden der Presse. IV. B. W. Wir haben die Sünden der Presse gemustert, und dem Laufe der Zeiten, sie ist vielfach in ihren äußerlichen die wichtigsten hervorgehoben und diese Aeußerungen einer Wir haben nicht weiter nöthig auf den engen Zusammenhang großartigen Verseuchung rückwärts verfolgt, und all diese hinzuweisen, der zwischen der moralischen Entwickelung der Ge- rückläufigen Verfolgungen führten uns zu dem gleichen sellschaften und ihrer ökonomischen Entwickelung besteht, welche gemeinschaftlich die Gesammtheit der sozialen Entwickelung bilden... Orte, so daß wir behaupten fönnen: sozialistischen Gesellschaft auf Staats kosten redigirt, ge= Meiner Meinung nach müssen die Zeitungen einer leitet und verbreitet werden. Das verlangt nicht nur der ökonomische, sondern auch der moralische Charakter dieser Gesellschaft. Dieselbe muß nämlich nicht bloß die passive. So wenig wie die Dekonomisten und Moralisten Recht haben, sich Die Verderbtheit der Presse hat wesentlich eine Ur Duldfamkeit, nach welcher geistige Aeußerungen nicht unterden sozialen und ökonomischen Fragen gegenüber gleichgiltig zn ver- fache Diese Ursache liegt auf wirthschaftlichem Ge- drückt werden dürfen, ausüben, sondern auch die aktive halten, so wenig haben die Sozialisten das Recht, den philo- biete. Sie besteht in dem Umstande, daß im allgemeinen Duldsamkeit, nach welcher geistige Aeußerungen zu begünsophischen und moralischen Fragen gegenüber gleichgiltig zu sein. Diese Integralität ist vom exklusiv sozialistischen Standpunkt jede Zeitung ein kapitalistisches Unternehmen ist, ſtigen, zu fördern, zu verbreiten sind( weil nämlich jeder aus nicht weniger unentbehrlich, da abgesehen von gewissen ver- welches den Endzweck hat, möglichst viel Gewinn abzu- Gedanke eine Wahrheit und somit ein Segen für die Allalteten Dingen und Begriffen, welche gegen die historische Strömung werfen. ankämpfen, jedes System und jede Partei in dem endlichen Relativismus der Sachen einen Theil von ihnen eigenthümlicher Wahrheit befizen, die man nicht vernachlässigen darf... Der Preßbazillus heißt also Kapitalismus. Dem Vorstehenden schließen sich folgende Erklärungen dieses Bazillus: gemeinheit sein kann, und weil die Unterdrückung vermeintlich gemeingefährlicher Gedanken nicht nur erfolglos bleibt, Werfen wir einen kurzen Rückblick auf die Thätigkeit sondern auch schwere sittliche Schäden nach sich zieht). Selbstverständlich kann aber nicht jeder Bauplan einer Die Preffe diente anfangs nur der Gedankenverbrei- Beitung ausgeführt werden. Ein Minimum von Abonnenten aus der Einleitung" zu dem„ integralen Sozialismus" an, welcher im Laufe dieses Jahres in zwei Bänden er- tung. Als aber der Kapitalismus sich entfaltete, da ent- wird zur Realisirung nöthig sein; nehmen wir an 1000 scheinen soll, ebenso wie ein anderes größeres Werk„ Mis- deckten die Unternehmer des Handels und der Industrie, sei das Minimum. Verlangen nur 1000 Genossen( natürdaß die Presse sich vorzüglich eigne, um durch Insera te lich: oder Genossinnen) ein neues Blatt nach ihrem Plane, cellen aus Philosophie, Politik und Sozialismus." Proletariats. „ Die hervorragendsten und wirksamsten Faktoren einer Um- Geschäfte auszurufen, anzupreisen und zu vermitteln, und so hat der Staat seine Redaktionsräume, seine Druckereien gestaltung der Gesellschaft sind die neuen Nothwendigkeiten der die Zeitungsverleger erkannten, daß dies neuentdeckte und Expeditionen der neuen Partei zur Verfügung zu Produktion und des Austausches und das Auftreten des modernen Talent eine ergiebigere Geldquelle, als das bloße Abonne- stellen sowie( allenfalls) den Redakteur nach dem MaßAuf die alten utopistischen Schulen sind bestimmte sozialistische ment, sei. Weil so die Zeitungen immer profitabeler stabe seiner Arbeitszeit zu bezahlen. Die neue Partei Parteien gefolgt, die nur zu leicht dazu neigen, sich zu sondern, zu wurden, warf sich das gewinnsüchtige Kapital immer gie hat nur nöthig, den Redakteur aus ihrer Mitte zu wählen verknöchern und die sozialistischen Ziele zu beschränken.. Diese riger auf Gründung und Ankauf von Blättern und und( natürlich unentgeltlich) diejenigen Gedanken schriftVerknöcherung und Beschränkung der sozialistischen Ziele ist, wie ich verwandelte diese mehr und mehr aus idealen Unterneh- ftellerisch zu produziren, welche die Spalten des neuen wohl weiß, eine Nothwendigkeit für die im Kampfe stehenden polimungen in geschäftliche. tischen Parteien allein sie sollte wenigstens feinen so feindlich Blattes füllen sollen. Das Blatt würde von der neuen Ein Wort, welches dieser Wahrheit sehr nahe kommt, Partei als Hauptagitationsmittel verwendet werden, also abschließenden Charakter tragen. Die sozialistischen Parteien fönnen nicht jede im Einzelnen die Anmaßung erheben, der ganze äußerten die„ Nationalen Blätter"( Organ des Deutschen zugleich Flugblatt sein. Mit der Partei müßte die Auflage Vereins in Desterreich- Ungarn) zum 1. September 1889, wachsen. Die Pflicht aller Emanzipirten ist deshalb vor allem die dem Tage, an welchem die Wiener Neue Freie Presse" freie Forschung... der eble Kampf des Gedankens bildet ihr 25 jähriges Bestehen feierte. Der Tag- so schreiben Kopfes. Vielleicht ist er für die Zukunft werthlos. Die Doch, wie gesagt, dieser Gedanke ist der eines Die Reaktion des modernen Sozialismus gegen die utopisti- die Nat. Bl." ift bedeutungsvoll; denn er bezeichnet Zukunft wird ihre Angelegenheiten bestellen mit mehr Einschen Schulen war zu start... Man schnitt dem Sozialismus nicht mehr und nicht weniger, als daß an diesem Tage ficht im Detail. Sorgen wir Kinder der Gegenwart vor alle gefühlsmäßigen Antriebe, alle philosophischen und auf Brüder vor fünfundzwanzig Jahren die Korruption der Preffe allem für die Gegenwart. lichkeit beruhenden Bestrebungen ab, welche die Hälfte seiner Straft Sozialismus zu sein. zugleich eine Ablenkung von dem Kampf unter den Personen. " Und da ist es nächst der ausmachten. Mit einem Wort die gelehrte und mächtige groß und mündig geworden war, und daß die Presse von selbstverständlichen Agitation für unser Parteiprogramm, Schule von Marg, welche seit zehn Jahren fast alle proletari- da ab nicht mehr die Dienerin der Wahrheit, welches das wirksame Rezept gegen die allgemeine Breßschen und revolutionären Organisationen geistig beeinflußt, hat den sondern die Dienerin des Geschäftes endgültig verseuchung bildet, im besonderen unsere Aufgabe, die Sozialismus auf einen von dem industriellen Proletariat gegen wurde." Beziehen wir dieses Wort nicht auf einen be- Arbeiterpresse von allen ihr etwa anhaftenden Fehlern nach die kapitalistische Bourgeoisie geführten Klassenkrieg zurückgeführt... Der ökonomische Materialismus von Mary bildet ſtimmten Zeitpunkt und ein bestimmtes Blatt, so haben Möglichkeit zu säubern. ein mächtiges, jedoch unvollständiges historisches Bauwerk.... wir darin die volle Wahrheit. Das individuelle oder sogar das Klasseninteresse ist kein ge= Als kapitalistisches Unternehmen muß die Presse ihren 1) Wir selber vermögen auch nicht allen in der Artikelserie nügender Beweggrund, um die Massen zum Ansturm gegen die Leitern naturgemäß folgende Aufgaben stellen: Wie werden entwickelten Ansicht' n zuzustimmen. Die Red. d.„ ,, Volkstr.". alten Bedrückungen, die alten Ungerechtigkeiten zu treiben.... Die Die zutreffende herrschende Krise ist keine bloß ökonomische, sondern auch recht viel Inserate herbeigeschafft? eine philosophische, politische und soziale.... 2c. 2c." Antwort auf diese Frage lautet: Die Zeitung muß einen Die Entwickelung der Agrarverhältnisse in Provinzen ,,, um den Bauern, wie es heißt, an die neue| Kurmark heißt die Unwissenheit ihrer Unterfassen 1816! Preußen. Eine sozialpolitische Studie. III. In Pommern, Schlesien, Brandenburg, Preußen, schuf die Gesetzgebung nur 45 493 bäuerliche Eigenthümer statt allein 60 000 spannfähiger und 160 000 spannfähiger und nichtspannfähiger Bauern, welche das Gesetz von 1811 erfordert hätte.2) Herrschaft zu gewöhnen". Aber was wurde aus den pol- und veranlaßten sie zu erklären ,,, daß sie ihre Grundstücke in nischen Bauern in Oberschlesien? Wollte man ihnen die einem Pachtverhältniß befäßen und die Gutsherrpreußische Herrschaft nicht angenehm machen? Sie standen schaft darüber schalten, dieselben auch einziehen könnte; allerdings häufig unter der Fuchtel eines preußischen Adligen; worauf dann Zeitpachtverträge mit ihnen abgeschlossen Jetzt betrachten wir einmal das„ parteilose" Machwerk und dies sagte alles. In Oberschlesien beschränkte man sind, obgleich unzweifelhaft ein gutsherrlichdieser Junkerkammer: Die Deklaration vom 29. Mai 1827 sogar noch die so junkerfreundliche Regulirungsgesetz- bäuerliches Verhältniß stattgefunden hat." gebung zu gunsten des Adels. Die oberschlesischen Bauern In den gedruckten Motiven des Gesetzes von 1850 Früher nach dem Edikt von 1811 sollten alle bäuer-( Dienſtgärtner) mußten nicht nur spannfähig" wie die lesen wir, daß die Aecker der kleinen bäuerlichen lichen Stellen regulirbar sein. Jeßt nach der Dekla- übrigen Bauern sein, nein sie mußten noch außerdem 25 Wir the von den Gutsherren zu ihren Vorwerken einge= ration von 1816 war die Regulirbarkeit an folgende Be- Morgen mittlerer Bodenklasse besißen, um zu den Regu- zogen wurden und die Besizer derselben in den Tagedingungen geknüpft: lirungen zugelassen zu werden. Und das Resultat dieser löhnerstand treten mußten. ,, Das Gemeinwohl erfordert, Erstens mußte die bäuerliche Stelle den Inhaber als neuen Zugeständnisse an den preußischen Adel war, daß dem weiteren Umsichgreifen solcher Mißstände ein Ziel zu selbständigen Landwirth ernähren, fie mußte spann- die Regulirungen thatsächlich nur bei den größeren Bauern seßen." fähig sein. eintraten, und daß abgesehen von den großen Bauern in So räumte der Adel gründlich mit den Zweitens mußte sie in den Steueranschlägen der Oberschlesien von 1827-1846 nur 10 Regulirungen zu Bauern auf. Er zog die besetzten Stellen ein, gleichProvinz katastrirt sein. Infolge dieser Bestimmung konnten Stande gekommen sind, so schwer waren die Bedingungen giltig ob durch Vertrag oder, was gewiß seltener war') alle die Ackernahrungen eingezogen werden, welche auf Vor- des Gesetzes vom 13. Juli 1827." Jn Posen schuf man durch rechtlich unzulässige Mittel, oder verwandelte werkland gebildet waren und feine Steuern trugen. Außer- dagegen bis 1848 20086 erbliche Eigenthümer, in den die Bauern in Zeitpächter oder wartete schließlich die Erdem standen kleinere Stellen häufig nicht im Kataſter, weil übrigen vier östlichen Provinzen, Pommern, Brandenburg, ledigung der Stelle durch Todesfall ab und zog sie der Gutsherr die von den Bauern gezahlten Steuern oft Schlesien und Preußen nur 45 493. dann ein. Er expropriirte mit deutscher Gründ= an den Staat abführte. Ueberhaupt entstanden durch die gerühmte preußische lichkeit. Drittens mußten die Bauernstellen alten Bestandes Agrargesezgebung bis 1848 nur 70 582 erbliche Eigensein. Hiermit ließ man alle die zahlreichen Befizungenthümer mit einen Besitz von 5 158 827 Morgen.) fallen, welche der Bauernschutz der preußischen Könige in Neben diesen 70 582 Eigenthümern befreiten sich bis der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts geschaffen hatte. zu jener Zeit 289 651 Bauern von feudalen Lasten und Man sette einen Zeitpunkt fest, und erklärte dann die Diensten. Wohlverstanden, bei diesen Bauern handelte es Stellen für älteren Bestandes", die schon vor diesem sich nur um Ablösung von feudalen Verpflichtungen, von Diese Bauern waren häufig in sogenannte„ Insten" existirten. Und zwar zählte man mit ausgesuchter Heim- Hand- und Spanndiensten 2c. verwandelt worden, d. h. in ländliche Arbeiter, welche tücke gerade solche Zeitpunkte, wo der Bestand an Beide Klassen von Bauern, die also ablösbare" oder einige Hufen Land inne hatten und auf dem adligen Bauern am kleinsten war".") ,, regulirbare" Stellen innehatten, erkauften sich mit riesigen Gut schanzen mußten, da sie ihre Barzelle nicht ernährte. Viertens mußte noch auf der bäuerlichen Stelle die Geldsummen, Geld- und Naturalrenten und einer gewal- Der Adel besaß jetzt für seine Güter die erforderlichen gutsherrliche Verpflichtung steter Wiederbese ßung tigen Einbuße an Land ihre Freiheit". Sie traten freien Arbeitskräfte". berselben im Falle der Erledigung ruhen. Diese 1533 050 Morgen Land an den Abel ab, zahlten Als die Revolution von 1848 kam, waren nur Bestimmung war weniger wirksam als die vorhergehende. an Rapital 18544 766 Thaler und an jährlichen noch wenige Bauern zu retten" und zu freien EigenDemnach waren alle nicht spannfähigen Bauern- Renten 1599 992 Thaler in Gold und in natura thümern zu erheben, sie waren bereits vernichtet worden. nahrungen ohne weiteres dem Adel geopfert worden. 249 436 Scheffel Roggen und 10 633 Scheffel in Im allgemeinen gab die Revolution der Agrargesezgebung Ferner von den spannfähigen Nahrungen folgende Klassen: Hafer, Weizen und Gerste. Es wurden hierdurch einen kräftigen Anstoß. Die Bauernaufstände in Schlesien die spannfähigen neueren Bestandes, die nicht kata: 5978 295 Spanndiensttage und 16 869 824 Hand- schreckten die Regierung aus ihrem Schlummer auf. Die strirten spannfähigen und schließlich all die spannfähigen diensttage) abgelöst! Das ist das Resultat des Be- Minister erkannten die Nothwendigkeit umfassender AgrarNahrungen, welche nicht unter dem Beseßungszwange stan- freiungswertes von 1848! den. Ein schönes Opfermahl! Ein Opfermahl, jedenfalls Die große Masse der kleineren Bauern konnte sich Die Frucht der Revolution war die Agrargesez= zu Ehren der bäuerlichen Kämpfer der Freiheitskriege ver- nicht zu Eigenthümern erheben, sie konnte sich nicht gebung von 1850.„ Sie lag dem Minister Manteuffel anstaltet! Der Schutz für alle diese nicht regulirbaren einmal von den feudalen Lasten ablösen. Wir haben ge- wohl nicht ganz am Herzen", drückt sich vorsichtig Knapp Bauernhöfe und die Zahl derselben war sehr groß sehen, daß nur den größeren spannfähigen Bauernahrungen aus; fie schien ihm nothwendig, also führt er sie durch!" hatte nach der Deklaration von 1816 aufgehört! die Ablösungsgesetzgebung zu gute kam; die Million der Sie war nothwendig durch die Revolution geworden, das Fragen wir zunächst nicht nach ihrem traurigen Schicksal fleinen Bauern mußte nach wie vor ihren feudalen Ver- ist das Geheimniß. Vierundzwanzig gutsherrliche sondern beschäftigen wir uns mit dem Schicksal der Bauern, pflichtungen nachkommen, wußte nach wie vor auf den Berechtigungen fielen sofort ohne Entschädigung. welche glücklich über den hohen Zaun gefeßlicher Bestimm- adligen Gütern schanzen. Es war wirklich noch ein schönes Stück Mittelalter, ungen hinwegkamen, ohne von einem dieser vielen krummen Noch engherziger wie diese Ablösungsgesetzgebung aber das da zu Grabe getragen wurde: die Jagdleistungen, die Paragraphenzeichen derselben fest gehalten zu werden. war die Regulirungsgeseßgebung. Nicht einmal alle spann- Pflichten der Bewachung der gutsherrlichen Gebäude, die Diese hatten sich nun mit dem adligen Herrn über fähigen Stellen, von den unspannfähigen gar nicht zu Abgaben zu Taufen, Ausstattungen 2c., das Recht, die die Höhe der an ihn zu zahlenden Entschädigung aus- reden, konnten regulirt werden. Diese mußten spannfähig, Gänse der bäuerlichen Wirthe berupfen zu lassen", die" festeinanderzusetzen. Mit den Normalentschädigungen von 1811, fataſtrict, alten Bestandes 2c. sein, kurz sie mußten eine gefeßten Dienste der Bauern für Reisen des Gutsherrn bei denen es sich um die Abtretung eines Drittels resp. ganze Reihe von Bedingungen erfüllen, um unter diese und seiner Beamten 2c. 2c. " der Hälfte des Landes handelte, wurde gebrochen, man Gesetzgebung zu fallen. Drückender als nach den Vor" " reformen an. Ferner erklärte man alle seit 1811 und 1819 be= sette dafür im allgemeinen fest, daß die Entschädigung schriften der Deklaration von 1816, schrieb G. Leuper 1817, ſtehenden Bauerngüter für regulirbar, welche zu einem nach dem besonderen Fall zu bemessen sei" 2) Beide Theile, kann nun wohl eine Eigenthums- Erwerbung nicht sein.") erblichen Nutzungsrechte verliehen" waren, oder die bei Ritter sowohl wie Bauer, konnten gegen die Normalent- Die große, übergroße Mehrzahl von Bauern konnte sich zeitlich beschränkten Nutzungsrechten nach Herkommen mit schädigung protestiren, und höhere resp. niedere Entschädi- daher nicht zu Eigenthümern erheben, sie waren, da die einem Wirthe stets befeßt werden mußten.) gungsansprüche anregen". Das Regulirungsverfahren Regierung seit 1816 den Bauernschutz beseitigt hatte, dem In den Regierungsbezirken Danzig, Stettin und Köslin wurde auf Grund des Antrages eines der beiden Theile Adel auf Gnade oder Ungnade in die Hände gegeben. schloß man im Jahre 1853 alle diejenigen Hufen von der Regu= eingeleitet. Die Einziehung wüster Hufen erleichterte die Welchem Schicksal gingen nun diese Bauern entgegen? lirbarkeit aus, auf denen 1811 nicht die Pflicht geruht Gesetzgebung dem Adel wesentlich. Sie beseitigte die Pflicht Starb z. B. ein solcher Bauer, so konnte seinen hatte, eine Steuer an den Staat zu zahlen.) Dies war des Gutsherrn, die Parzelle öffentlich auszubieten ,,, um Kindern der Hof aberkannt werden; und der Guts- abermaliges Zugeständniß an die Gutsbesizer. etwa einen Annehmer zu finden".3) Der Justizminister herr zog ihn ein. Auf diese Weise sind in Ostpreußen Da im Laufe der Zeit nun, wie wir gesehen haben, Schuckmann entblödete sich nicht eine vollkommen unwahre schreibt Herr von Brauchitsch 1818 aus Königsberg- sehr viele Bauern in Zeitpächter, ländliche Arbeiter verBegründung für die Erleichterung der Einziehung wüster schon viele Höfe durch richterliche Erkenntniß wüste geworden; wandelt waren, so hatten nur wenige noch einen VorStellen b'izubringen. Er gab an, daß„ jeßt nicht mehr wie und da die Regulirung der bäuerlichen Verhältnisse nur theil von der Regulirungsgefeßgebung. Nur 12706 1811 die Tendenz des Gutsherrn zur Einziehung der Bau- langsam fortschreitet, so können noch viele Wittwen und Bauern wurden noch in Eigenthümer verwandelt. Es gab ernhöfe vorherrschend sei, da jetzt( 1816) die Kapitalien Unmündige von Haus und Hof getrieben werden."+) nach Meißen 1865 83 288 regulirte Eigenthümer mit einem der Landwirthschaft nicht mehr zuströmen." Wenn es Häufig kündigten die Gutsherren den Bauern die Befiß von 5 511 132 Morgen Land. sich nm Grund und Boden handelt, find bodenlose Lügen unregulirbaren Stellen. Und die Gerichte schritten, wie nicht unangebracht. dies aus einem Rechtsfall ersichtlich ist, nicht dagegen ein. Einen weiteren Schritt zur Umgestaltung der bäuer- In vielen Fällen sagt Knapp dürften sich die lichen Verhältnisse that die Ablösungsordnung von Inhaber bei der für sie ungünstigen Entscheidung beruhigt 1821. Sie ließ nur für spannfähige Ackernahrung die haben." Viel energischer wirkte die Ablösungsgesetzgebung von 1850 auf die Beseitigung der feudalen Verpflichtungen des Bauernstandes ein als die von 1821. Während sich bis 1848 nur 289 651 Dienst- und Abgabenpflichtige abgelöst hatten, lösten sich bis 1865 1303 992, also über eine Ablösung von feudalen Diensten und Lasten zu. Die Ab- Viele Bauerngüter wurden ohne weiteres von dem Million Bauern von Spann- und Handdiensten ab. lösung, wohlverstanden, änderte nichts am Besizrechte Adel eingezogen. In einem Erlaß des Staatskanzlers 366 274 Spanndiensttage und 6 680 507 Handdiensttage der Bauern;„ die Erbzinsleute und Erbpächter blieben Hardenberg von 1817 lesen wir Folgendes:„ Nach dem wurden von diesen abgelöst. Sie zahlten dafür 19697483 nach der Ablösung dies, was sie sind".( Knapp.) Hier Beitungsbericht der Stettiner Regierung nehmen viele Thaler an Kapital, an Rente jährlich 3890 136, dann noch handelt es sich nur um die Ablösung von Diensten, feu- Gutsbefizer in Pommern von der Deklaration vom eine geringe Naturalrente. Außerdem traten sie noch 113071 balen Abgaben, Leistungen 2c. Ein zur Ablösung berech 14. September 1811 Veranlassung, ihren Bauern die Morgen Land ab. 5) Auf die Art und Weise, in welcher tigter Bauer konnte sich z. B. von einer Naturalleistung Eigenthumsverleihung zu verweigern und deren Ländereien die Ablösung erfolgte, wollen wir hier nicht weiter einbefreien, wenn er den 25 fachen Betrag derselben bezahlte. den herrschaftlichen Vorwerken einzuverleiben. Sogar soll gehen. Wir geben hier gleich die Resultate der AblösungsDiese Ablösungsordnung kam nur den spannfähigen Bau- dies mit ganzen Dörfern z. B. Hoetkewiek mit 23 und Regulirungsgesetzgebung. ernnahrungen zu gute. In den Verhältnissen der weit Bauern versucht sein und selbst in Absicht der Bauern Schlägt man die Geldsummen, die Renten zusammen, zahlreicheren spannlosen bäuerlichen Nahrungen, insbeson- und Büdner stattfinden, welche mit Hülfe der vom Staate berechnet man den Kapitalwerth des abgetretenen Landes, dere bei den niederschlesischen Dreschgärtnern, soweit sie von 1772-1786 bewilligten 1161 325 Thlr. Meliora- so erhält man nach Meißen ein Kapital von 213 861 035 Spannlos waren, änderte sich also nichts." Die größere tionsgelder auf Vorwerksländereien etablirt sind." Also Thalern.) Sage: 213 Millionen Thaler hatte der Maffe der Bauern wurde also durch die Ablösungsgesetz selbst die mit großen Staatsmitteln geschaffenen Bauern- Bauer für einen Theil des Landes zu zahlen, der gebung ebenso stiefmütterlich behandelt wie durch die vor güter waren nicht vor dem" Legen" geschüßt. Einige ihm einstmal vor dem Zeitalter des Bauernlegens her gekennzeichnete Regulirungsgesetzgebung. Man ließ fie der speziellen Fälle, welche der Superintendent Reber von und der Agrargeseggebung gehört hatte, und für einfach noch weiter in den Ketten feudaler Abhängigkeit Ostpreußen angeführt und belegt hat, ergeben, daß auch die Ablösung von Lasten, die ihm theilweise erst in dieser Provinz eine gleiche Tendenz der Gutsherren in den le ßten Jahrhunderten durch brutale UnterUnd was hätte diese Agrargefeßgebung im Interesse herrscht, und daß die Provinzialbehörden dem keineswegs drückungsmaßregeln aufgedrungen waren. der Heranbildung eines gefunden kräftigen Bauernstandes entgegenwirken." 5) leisten können, wenn sie sich nicht zum Mundstück des Jun- In anderen Fällen benußten die Gutsherren- wie 1) Knapp I, 283. es in einem Gutachten der Generalkommission für die schmachten. terthums erniedrigt hätte! In Posen z. B., wo man dem antipreußischen polnischen Adel ein's am Zeuge flicken wollte, ging man schärfer gegen die Grundbesißer vor wie in den übrigen niffe 1) Knapp Bauernbefreiung", I, 187. 3) Knapp" Bauernbefreiung", I, 193. 3) Knapp" Bauernbefreiung", I, 197. 1) Meißen Der Boden und die landwirthschaftlichen Verhältdes preußischen Staates", I, 432/433. 2) Meigen I, 432/333 3) Knapp Bauernbefreiung", I 248/249. Knapp I, 277. 5) Knapp I, 278. Schmoller, Jahrbuch für Gesetzgebung: Besprechung des Knapp'schen Wertes. 3) Knapp I, 226. *) Knapp I, 233. 5) Diese Zahlen erhalten wir, wenn wir die Daten der Meißenschen Tabellen 432/433 und 434/435 mit einander vergleichen. 6) Meißen I, 437. Boden 2c. des preuß. Staates." Dabet ist der Morgen Kulturland nur zu 20 Thaler, der Morgen Forstland nur zu 10 Thaler berechnet. Zu wahrhaft überraschenden Resultaten hatte also die Agrargefeßgebung geführt. Zur Vernichtung ganzer Klassen leistungsfähiger Bauern, zur Degradation derselben zu un selbständigen ländlichen Arbeitern, zur kolossalen Bereicherung des Adels mit Land und Kapital. Befißende Gutsbefißer auf der einen Seite, besißlose Landarbeiter auf der anderen! Rechtsfragen. Arbeitet und agitirt unaufhörlich für unser großes Ziel: die Ver-| in unserer Branche findet am Dienstag, den 17. September in Deigs besserung unserer Lage! Briefe und Anfragen in betreff des müller's Salon eine Versammlung statt. Kongresses find an Emil Böhl, Berlin O., Frankfurter Allee 74, zu richten. Alle Arbeiterzeitungen werden um Abdruck gebeten. Sozialdemokratischer Leseklub„ Lessing". Jeden Montag Abend 9 Uhr im Restaurant Leonhardt, Wallstraße 20, Vorlesung und Diskussion. Verein der Klempner Berlins. Arbeitsnachweis bei Stramm, Ritterstraße 123. Stuffateurkongreß. In Halle a. S. tagte am 5., 6. und 7. Auguſt ein Stongres deutscher Stuffateure( Gypfer). Vertreten waren 10 Städte( Leipzig, Hamburg, Chemnitz, Breslau, Dresden,- Achtung! Weber. Achtung! Das Stiftungsfest der Elberfeld, Barmen, Köln, Halle a. S., Magdeburg) durch 13 Dele- Allgemeinen Stuhlarbeiter- Vereinigung findet nicht am 14. Septem= girte. München und Essen a. Rh. hatten Zustimmungsadressen ab- ber bei Pastor, Neue Königstraße 7, statt, sondern am 21. Sepgesandt und erklärt, sich den Kongreßbeschlüssen unterordnen zu tember im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13. Die wollen. Beschlossen wurde, keine Zentralorganisation der Stukka- Billets vom 14. September haben Gültigkeit. Der Arbeits- Nachweis des Fachvereins der teure einzurichten, sondern nur dahin zu wirken, daß in ganz DeutschDas Magdeburger Polizeipräsidium erklärte die Auf- land Lokalorganisationen eingeführt werden. Das ,, Vereins- Schlosser befindet sich für den Süden Dresdenerstr. 116 bei lösung einer Versammlung für gerechtfertigt, weil die Versammlung blatt der Bauhandwerker" in Braunschweig wurde als offi- Gründel, für den Norden Anklamerstr. 49 bei Nürnberg. fich bei ihrer Eröffnung als eine allgemeine Bauhandwerkerver- zielles Organ der Stuffateure anerkannt und das Abonnement auf sammlung dargestellt habe, während der Polizei nur eine Mit dies treffliche Fachorgan empfohlen. gliederversammlung des Vereins der Bauhandwerker angemeldet war. Es kommt bemerkt die Freis. 3tg." hierzu- garnicht darauf an, als was eine Bersammlung im einzelnen „ angemeldet" ist. En genügt für die Anmeldung die Bemerkung " zur Erörterung von öffentlichen Angelegenheiten". Welche öffentlichen Angelegenheiten zur Erörterung kommen sollen, erfährt die Polizei noch zeitig genug aus dem Gang der Verhandlungen selbst. Wenn über den Zweck der Versammlung der Polizei näheres mitgetheilt ist bei der Anmeldung, so ist die Versammlung an diese Mittheilung nicht gebunden. Anders liegt die Sache in solchen Orten, über welche der fleine Belagerungszustand verhängt ist, wo nicht bloß eine Bescheinigung", sondern eine Genehmigung" öffentlicher Versammlungen mit näherer Detaillirung der Tagesordnung verlangt werden kann und wie in Berlin thatsächlich auch verlangt wird. " Ist bloße ,, Beitragsleistung" für sozialdemokratische Zwecke strafbar? Das Reichsgericht hat nach der Leipz. Gerichts- Zeitung" fürzlich eine Entscheidung gefällt dahingehend, daß die bloße Beitragsleistung an Personen, welche zur Förderung sozialdemokratischer Zwecke Geldbeiträge einsammeln, als Beihilfe zum Vergehen des Sammelns nicht anzusehen sei. Strafbar ist vielmehr nach der Ansicht des Reichsgerichts nur derjenige, welcher durch seine Leiſtung gleichzeitig auch andere zur Förderung des vom Sammler beabsichtigten Erfolges veranlassen will. So würde z. B. denjenigen eine Strafe treffen, welcher in Gegenwart vieler Gesinnungsgenossen seinen Beitrag in der Absicht entrichtet, auch diese zum Zahlen von Beiträgen zu bewegen. Gewerkschaftliches, Vereine. Ein Kongreß der Vergolder, Goldleistenarbeiter und Berufsgenossen Deutschlands soll demnächst abgehalten werden. Wir bitten euch alle, dazu Stellung zu nehmen. Tagesordnung empfehlen wir: Als 1. Gründung eines Verbandes der Vergolder Deutschlands. 2. Festsetzung der Arbeitszeit. 3. Einführung eines Arbeitsnachweises. 4. Mittel und Wege dazu. Kollegen in Ost und West, in Süd und Nord, reicht euch die Hand zum Bunde, berathet euch, ernennt jemanden, der sich mit uns in Verbindung setzt, daß eure Wünsche berücksichtigt werden. PAGRINDO Quittungsmarken GENE ERLINER MAURER für Krankenkassen, Vereine etc. St. 0. 1 BERLINS fertigt an die Buchdruckerei bon Maurer, Werner& Co. Berlin S., Sebastianstr. 72. Die Maurer Berlins bitten, auch ferner den Zuzug fernzuhalten. Alle Liſten und Anfragen betreffs des Streits find an eine der unterzeichneten Vertrauenspersonen, aber sonst an feine andere Adresse zu schicken. 1. W. Ferkel, Moabit, Birkenstraße 12 a. 2. H. Macejewski, W., Steinmeßstraße 24. 3. W. Baganz, W., Brlowstraße 51, bei Pankow. 4. K. Köhler, S., Schenkendorfstraße 4, vorn 4 Tr. 5. K. Wagner, SO., Admiralstraße 27, vorn 3 Tr. 6. W. Kerstan, SO., Lübbenerstraße 4, vorn 3 Tr. 7. F. Wegner, O., Blumenstraße 29, Quergeb. 4 Tr. 8. K. Braun, O., Koppenstraße 71. 9. H. Röhling, N., Neue Hochstraße 32. 10. H. Schijolsti, N., Belforterstraße 3, Seitenflügel 3 Tr., bei Zimmermann. 11. Aug. Fritsche, C., Kleine Auguststraße 11, bei Werbelow. Bei diesen Kollegen sind Sammellisten in Empfang zu nehmer, sowie alle freiwilligen Beiträge zu dem Berliner Generalfonds abzuliefern. Pflicht eines jeden in Berlin arbeitenden Kollegen ist es, dazu sein Scherflein beizutragen. Alle ferneren Anfragen sind zu richten an Wilhelm Kerstan, Lübbenerstraße 4, vorn 3. Tr. Ein großer Schneiderstreik ist in Berlin mit dem Beginn der kommenden Frühjahrssaison in Sicht! Die Auflösung der Invalidenkasse des Verbandes der Gewerkvereine( Hirsch- Dunker) ist in der am letzten Sonntag in Berlin stattgehabten Generalversammlung beschlossen worden. Der Unterstützungsverein deutscher Tabakarbeiter hielt in vergangener Woche in Magdeburg seine ordentliche Generalversammlung ab, welche außer von den Vorstands- und Ausschußmitgliedern von 44 Vertretern aus allen Theilen Deutschlands be= sucht war. Unterstüßungsfragen, Streiks, Arbeitsnachweis standen hauptsächlich zur Diskussion. Näheres im„ Gewerkschafter". Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Wir machen bekannt, daß die Ortsverwaltung Berlin II, am Sonnabend, den 14. September, kei Deigmüller, Alte Jakobstraße 48 a, und die Ortsverwaltung Berlin I am Sonnabend, den 16. November, bei Sahms, Annenstr. 16, ein Familienkränzchen abhält. An die Schneider Berlins. Für die weiblichen Arbeiter - Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin I. Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 14. Sept., Abends 8/2 Uhr, Lichterfelderstr. 8. Vortrag des Bevollmächtigtigten Hrn. E. Schwittau: Die Gestaltung unserer Kaffe in Zukunft und Zuschußkasse. Wegen den Neuerungen innerhalb unserer Kasse vom 1. Oktober ab, werden die Mitglieder ersucht in dieser Versammlung zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Briefkasten. Alle Berliner Abonnenten wollen beim bevorstehenden Umzug rechtzeitig ihre neuen Adressen nicht an uns, sondern an einen passenden Zeitungsspediteur aufgeben. Unregelmäßigkeiten werden am besten dadurch gehoben, daß man die ,, Volkstr." von demselben Spes Diteur bringen läßt, der nach der Abonnements= quittung auch die tägliche Zeitung( Volksbl. 2c.) bringt. Bunzlan. Von Genehmigung" der Statuten ist keine Rede. Sie haben sie als politischer Verein nur einzureichen“ und damit Punktum. Sie können also Versammlungen abhalten. Glacehandschuhmacher. Rommt zu spät. Nürnberg. Das Gedicht läßt leider noch manches zu wünschen übrig. Gelnhausen. Die Mitglieder sind nicht haftbar. Gnesen. Die Broschüren sind verboten. Osnabrück. Hier ist schwer etwas zu empfehlen. Für ersteres vielleicht Heft 2 der Internationalen Bibliothek( Stuttgart, Diez): Kautsky- Marr. August. Sie werden unter solchen Umständen( Nichtkenntniß des Schriftstückes) schwerlich etwas erreichen. Ackerstraße, Zeitungen. Besten Dank, die Sachen sind uns bekannt. Steglitz. Meister kann man sich nennen, aber nicht Innungs" meister. Das Recht hat er ohne Auflösung 2c. nicht. Torgau. Die Zeitung ist wohl faum zu empfehlen. . W. S. Nichtet sich ganz nach den Statuten. Ein Wechsel der Kasse wird kaum möglich sein. Schuhmacherverein. Könnten Sie denn nicht einmal die seit Februar ausstehenden Annonzen abrechnen? Wahlverein Berlin I. Wir bitten doch endlich einmal abzurechnen. In der letzten Zeit sind uns Annonzen trotz aller Benachrichtigungen regelmäßig zu spät zugegangen immer erst Freitag Nachmittag, wo wir bereits zur Post nach auswärts liefern. Möbel, Spiegel- u. Volflerwaaren- Magazin bon [ 47 Julius Apelt, Sebastianitraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. An alle Wähler zum sächsischen Landtage. Anfragen, Anträge und Briefe, die bevorstehende Landtagswahl betreffend, erCigarren u.Tabake fuchen wir zu senden an Herrn reichhaltiges Lager bon O. Klein. 15. Ritterstraße 15. [ 40 Dafelbst Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.H.60.) Wendt's Restaurant Dresdenerstraße 116. Inh. W. Gründel, Arbeitsnachweis für Maler, Tischler, Schlosser, Buchbinder, Drechsler, Töpfer, Möbelpolirer und Sattler. Reichhaltiger Frühstücks, Mittags: und Abendtisch. Speisen à la carte zu jeder Tageszeit, sol. Preise. Vorzügliches Weiß- und Bairisch Bier. 2 franz. Billards und 2 Kegelbahnen stehen zur Verfügung. Allgemeiner Metallarbeiter- Verein Berlins und der Umgegend. Sonnabend, d. 14. d. M., Abends 8/2 Uhr, in Tegel, Restaurant Gude, Hauptstr. 14. Große Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Christeller. Thema: Geschlechtskrankheiten. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Gewerkschaftliches. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Dienstag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenhaide. Grosse Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Buchdruckers Herrn W. Werner über: Die Sozialreform und die Arbeiter." 2. Diskussion. " 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben in beiden Versammlungen Zutritt. Um recht zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet Der Vorstand. Carl Riemann, Chemnitz, Sonnenstr. 58, III. Das Komitee für die Landtagswahlen in Sachsen. Große öffentliche Versammlung = Große sämmtl. in der Solzbranche beschäftigten Arbeiter. wie Tischler, Bildhauer, Stellmacher, Böttcher u.f. w. Quittungsmarken& 10 Kautschukstempel- Fabrik Unte stutzungs der Verein Fellerhauer von Conrad Müller Schkeuditz- Leipzig empfiehlt sich allen Arbeitervereinen, Krankenkassen u. s. w. Ausführung sauber und schnell. Preislisten gratis und franko. Empfehle meinen Großen, kräftigen Mittagstisch a 40 Pf. Abendtisch a 30 Pf. und bitte um geneigten Zuspruch. H. Hoffmann, Kaiserstraße 4. Nürnberg. Abonnements auf die ,, Berliner Volks- Tribüne", ,, Verliner Arbeiterbibliothek", Montag, den 16. September, Abends 8 Uhr, in den Bürgerfälen, entgegen und versichert pünktliche 3uDresdenerstr. 96. Tagesordnung: 1. Abrechnung über die eingegangenen Gelder für Beschickung des Pariser Kongresses. 2. Vortrag: Die wirthschaftlichen Krisen und die Sozialgesetzgebung." Ref.: Th. Glocke. 3. Diskussion. Uni recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer: A. Apel. A. Borta, Schneidermeister, 20. Blücherstr. 20, 1 Tr. empfiehlt sich zur Anfertigung eleganter Herren- Garderoben zu soliden Preisen. Gestützt auf genügende Erfahrung und Fachkenntnisse, bin ich in der Lage ein elegantes Kleidungsstück zu liefern. Lager in- u. ausländischer Stoffe. Zuschneider der ehemal. Genossenschaft. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Sonntag, den 15. d. M., Vorm. 10 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28. Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassirers. 3. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 4. Innere Vereinsangelegenheiten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Alle Mitglieder werden dringend ersucht zu erscheinen. Verein zur Regelung der gewerb lichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 in Restaurant Zilm, vorm. Pfister. Die Adressennimmt stellung Konrad Herrmann, Ohmstr. 2 III. Carl Breder, Aeußere Läufergasse 5. II. Fachverein der Buchbinder und verw. Berufsgenossen. Montag, den 16. Sept., Abends 81/2 Uhr, Vereinslokal, Amenstr. 16( Luisenst. Klubhaus). Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion über ,, Darwin's Lehre von der Abstammung des Menschen." Referent: Herr Bölsche. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. NB. Die Versammlungen finden von nun an wieder regelmäßig Montags statt. Der Arbeitsnachweis des Vereins befindet sich Dresdenerstr. 116, bei Wendt und steht derselbe allen Kollegen zur Verfügung. Der Vorstand. ausrabe finder jeden Abend von 8-9 Uhr und Arbeitsnachweis für Tischler. Sonntage Vormittags von 10-11 Uhr unentgeltlich statt. Arbeitsnachweis der Maler früher Ritterstr. 123 bei Sodtke, jezt Dresdenerstr. 116( Restaurant Wendt). Jeden Abend von 8-9 Uhr( außer Sonnabend) und Sonntags Vormittag von 10-12 Uhr un entgeltliche Arbeitsvermittelung. Die Bevollmächtigten der Filiale L. Ehrenerklärung. Der Arbeitsnachweis befindet sich Dresdenerstraße 116 bei Wendt Die Anfangs Juni d. J. gegen den Vorstand Die Arbeitszuweisung ist unentgeltlich, auch des Fachvereins der Tischler ausgesprochene BeEin gemaßregelter Weber der Provinz sucht an Nichtvereinsmitglieder und geschieht leidigung nehme ich zurück. Stellung in Berlin. Nachrichten unter S. W. an Wochentagen von 8-9 Uhr Abends, Sonntags an die Erp. d. Bl. von 11 bis 12 Uhr Vormittags. Robert Labens, Tischler, Großbeerenstr. 27 a. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Februar ab Dresdenerstraße 116, im Restaurant Wendt. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da sich von 8 bis 91/2 Uhr Abends, Sonntags bie vier Raffirer der„ Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten ArDer Vorstand. beitsnachweis zu benußen. Eine leere Stube mit Kammer in der Manteuffelstraße, Nähe der Köpnickerstr., ist zum 1. Oftober zu vermiethen. Näheres in der Erped. dieses Blattes. Verantwortlicher Rebatteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: T. Posekel, Berlin 2. O., Dranienstraße 23.