Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Wolfs Tribüne" erscheint jeden Sonnabend rruh. 933 Einzelne Nummer 15 fg. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus) Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis viertel jährlich 1 mt. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 867 der Zeitungspreistifte für das Jahr 1889.) Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 39. III. Achtstundentag. Inserate werden die 4 spaltige Betit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Bfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Lohnhöhen. Die Postabonnenten unseres Blattes erinnern wir daran, ohne Säumen und vor Monatsschluß ihr Abonnement zu erneuern, Post- Zeitungskatalog für 1889 Nr. 867. Preis pro Quartal Mt. 1,50 Sonnabend, den 28. September 1889. erhoben werden. Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. " III. Jahrgang. An die Bäcker. Das immer im geraden Verhältniß zu der Zahl der besetzbaren daß der Strom der sich zum Studium drängenden Kräfte gebildete Proletariat 1. Der Streik der Aemter und Stellen. eingedämmt werden müsse, und das ist ja auch so weit Dockarbeiter. Erst im Anfang der 70er Jahre beginnen die Klagen ganz löblich, wenn es sich darum handelt, in ihrer grenzenDie englischen Gewerkschaften Die bishe über den starken Zudrang zu den Staatsämtern, Pfarren losen Beschränktheit und in ihrem Unvermögen die Zeichen Zum Sozialistengeseh. rigen sozialistischen Abgeordneten. und Lehrerposten und über die dadurch hervorgerufene der Zeit" zu deuten, konsequent zu bleiben. Wie in allen Gedicht. Novelle. Der heutige Ge- Konkurrenz unter den Studirten; anfangs den Studirten; anfangs treten sie sozialen Fragen, so bewahrt sie auch hier ihre Charlanterie. schichtsunterricht. Ein bürgerlicher Moralist. vereinzelt auf, werden dann im Lauf der Jahre häufiger Sie weiß der tranfen bürgerlichen Gesellschaft keine andere Frauenstimmrecht in England.- Der Acht- und lauter, bis sie endlich in unseren Tagen mit dröhnen- Medizin zu verschreiben als eine moralische Wassersuppe. stundentag im Amerika. Aus den Fabrik- dem, betäubendem Schall in der ganzen bürgerlichen Presse Ja, da ist der sträfliche Hochmuth, auch wohl der hochfliegende Jdealismus des Kleinbürgerthums schuld. inspektorenberichten II. Sprechende Zahlen. Nach dem, was man in den letzten Wochen über Diese übermüthigen Handwerker sind es, welche, anstatt diesen Gegenstand in den Zeitungen lesen konnte, wäre ihre Söhne in der Werkstatt zu behalten, sie auf das man zu glauben verleitet, Tod und Verderben pochten be- Gymnasium schicken, damit sie sich später in die heiligen reits an das Thor unserer herrlichen bürgerlichen Gesell- Hallen der Wissenschaft eindrängen! Ihre vermaledeite schaft. Warum dies Geschrei? Ein paar tausend studirter Großmannssucht ist es, welche die Gesellschaft in VerwirrLeute müssen einige Jahre stellenlos umherlaufen! Das ist ung bringt und für den Staat schwere Gefahren heraufalles, und was will das heißen im Vergleich zu jener rie- beschwört". Daher, laßt ab, ihr Handwerker, von eurem igen Proletarierarmee, die schon jahrelang nicht nur löblichen aber doch verwerflichen Streben und bleibt mit arbeits: sondern sogar brodlos in unserer bürgerlichen Ge- euren Söhnen bei eurem Leisten! sellschaft verkommt, vor unseren eigenen Augen zu grunde Das ist so ungefähr der gewöhnliche Inhalt der geht! Warum erhißen sich die Herren Zeitungsschreiber Standreden, welche die großbürgerlichen Zeitungen dem nicht darüber die Köpfe, warum füllen sie die Spalten Kleinbürgerthum zu halten sich bemüßigt glauben. Haben ihrer gebildeten" Organe nicht mit geist- und wißlosen sie diese Ermahnungen noch mit einigen statistischen Daten Betrachtungen über die Gefahr, welcher der Gesellschaft herausgepußt, dann sind sie aber auch mit ihrem Latein durch die tägliche Vergrößerung der industriellen Reserve- zu Ende. armee" erwächst? Daß sie sich von solchen moralischen Ergüssen eine Die Erklärung ist einfach. Was Teufel scheert man Wirkung auf die Massen" versprechen, daß sie eine so sich um Proletarier, ja, wenn Bourgeois jahrelang ohne ganz und gar gesellschaftlich bedingte Erscheinung Anstellung und Verdienst bleiben, so ist das etwas anderes! wie es die von der Ueberfüllung der gelehrten Berufe doch Hier handelt es sich um eine Nothlage von Klassengenossen, ist in ihrem Wesen so gänzlich verkennen können um eine Durchlöcherung heiliger Privilegien, um das Auf- das wollten wir ihnen nicht übel nehmen; diese Illusion kommen eines Feindes im eigenen Schooße der bürger- und diese Unfähigkeit, die Dinge in ihrer wahren Bedeulichen Gesellschaft. Da stößt die Presse angsterfüllt in's tung zu erfassen, ist nöthig, damit sie ihre sittliche AufHorn, erschreckt durch das heraufziehende Gespenst des gabe, die Massen aufzuklären und zu belehren", erfüllen ,, Gelehrtenproletariats"! das sonst von der Post als erlosch en betrachtet wird. Erst nach bem Monatsschluß eingegangene Bestellungen sind mit unnügen Kosten und Arbeits- und Zeitvergendungen verbunden ganz abgesehen davon, daß eine Nachlieferung der bereits erschienenen Nummern oft gar nicht mehr erfolgen kann. Der Verlag der Berliner Volks- Tribüne". Berlin S. 6., Leanbeufte. 22. An alle Arbeiter und Parteigenossen richten wir wiederholt die Aufforderung, unermüdlich neue Abonnenten für unser Blatt zu werben. Um unseren Genossen die Gewinnung neuer Abonnenten zu erleichtern, werden wir Exemplare gratis zur Agitation versenden. Alle Freunde unseres Blattes, die eine bestimmte Anzahl solcher Gratis- Exemplare wünschen, bitten wir um umgehende Benach richtigung durch Postkarte. Die Vertheilung empfiehlt sich besonders außerhalb Berlins in Vereinen und Versammlungen. " 1 Der Achtstundentag. 11 fönnen. " Und wir wollen sie nicht beruhigen; unsere Ordnungs- Wir aber wollen materialistisch, wie wir nun einmänner haben alle Ursache, sich gegenseitig gruselig zu mal sind den Dingen auf den Grund gehen, uns beDas schweizerische Erekutivkomitee( bestehend aus den machen. Wir lassen sie gerne entsetzt vor der Thatsache mühen, die Erscheinung der Ueberproduktion an akademisch Genossen Karl Bürkli, Kantonsrath, D. Lang, K. Manz, stehen, daß die Zahl der zum Studium drängenden jungen gebildeten Leuten zu verstehen und als gesellschaftlich nothBuchbinder, A. Merk, Sekretär beim schweizerischen Arbeits- Leute sich seit 1871 fast verdoppelt hat, ohne daß die wendig zu erklären. sekretariat und Eugen Wullschleger, Großrath und Redak Bahl der Aemter und Posten auch nur annähernd im Werfen wir zunächst die Frage auf: was bewegt den teur des Basler Arbeiterfreundes) macht folgende Vorschläge, gleichen Verhältniß gewachsen wäre, wir lassen sie hände- Kleinbürger wohl, seinen Sohn auf dem Gymnasium die wohl noch einer sehr eingehenden Erörterung bedürfen: ringend die Resultate der von Prof. Lexis ausgearbeiteten 12-14 Jahre zu bringen zu lassen, ihn dann auf weitere Das vom Kongreß beschlossene dreisprachige Wochen- Denkschrift lesen, worin bewiesen wird, daß allein der 8-12 Semester auf die Universität zu schicken und die blatt Der achtstündige Arbeitstag", erscheint vorläufig in preußische Staat augenblicklich schon ca. 15 000 großen Kosten für diese Erziehung und akademische Auszwangsloser Reihenfolge, bis das Unternehmen finanziell ge- überschüssige Studenten hat, die keine Aussicht haben, bildung zu tragen? Hochmuth? Jdealismus? Etwa das sichert ist. Nach dem diesfälligen Beschluß des Kongresses kommt in den nächsten 5-8 Jahren angestellt zu werden. Wir Verlangen, mit seinem Sohn am Wirthshaustisch renomdiesem Blatte die Aufgabe zu, die Bestrebungen zu gun- unsererseits begnügen uns damit, diese Thatsachen zu kon- miren zu können? Ein Narr, der das glauben könnte! sten des achtstündigen Arbeitstages in nähere Ber- statieren. Es ist das nackte Interesse, die Aussicht auf eine bindung zu bringen und die Leser über den Fortgang Wir läugnen auch nicht, daß diese Ueberproduktion gesicherte Lebensstellung", welche den Handwerker der Arbeiterschutzgesetzgebung in Europa und Amerika, an studirten Leuten unter den heutigen Verhältnissen ein veranlaßt, seinen Sohn die sogenannte Gelehrtenlaufbahn sowie über den Stand der Arbeiterbewegung zu informiren. Die Kosten der Herausgabe des Blattes, die Büreau- Uebelstand ist. Im Gegentheil; durch die Jagd nach einer einschlagen zu lassen. Und warum das? wird der Leser arbeiten, die Ueberfegungen, Bublikationen 2c., die auf ca. Anstellung werden tausende in die Lage; gebracht, sich zu weiter fragen. Weil unser Handwerker heute schon weiß 15-20 000 Franken( 12-16000 M.) pro Jahr ver- Handlungen herbeizulassen, die Charakter und Rechtssinn oder doch instinktiv fühlt, daß dem Kleinbetrieb bald die anschlagt werden, sind durch freiwillige Beiträge derjenigen Arbeiterverbände 2c. aufzubringen, die am Kongreß vertreten zu Schanden werden lassen; in dem Wettrennen nach einem leßte Stunde schlägt, weil er merkt, daß eine darauf geStaatsamt sucht der eine den anderen in Unterwürfigkeit gründete Existenz durch die rapide Entwicklung der kapitaund reaktionärer Gesinnung zu überbieten. listischen Wirthschaft in ihren Grundfesten erschüttert ist, Was ist denn der Antisemitismus und der Mords- und weil er endlich hundertmal klarer sieht, als alle BeiAn die Bäder Deutschlands. patriotismus der heutigen akademischen Jugend anders als tungsschreiber, und nicht weiß, ob er noch in 10 Jahren Der Reichstagsabgeordnete Bebel beabsichtigt, eine eine Folge dieser übermäßig gesteigerten Wettbewerbung?" bestehen", seinem Sohne etwas hinterlassen kann. Untersuchung über die Zustände im Bädergewerbe anzu- Unverkennbar ist auch der Schaden, welcher der Gesellschaft Darum trachtet er mit durchaus anerkennenswerther stellen. Er giebt zu diesem Zwecke Fragebogen aus, die dadurch erwächst, daß tausende von jungen kräftigen Män- Fürsorge danach, seinen Sohn nicht den Launen des Schick= von ihm selbst ,, Dresden- Plauen,( Hochstraße 22), von der nern zu jahrelangem Faullenzen, oder doch zu Arbeiten fals preiszugeben, seine Existenz bei Zeiten zu sichern, ihn Redaktion der„ Bäckerzeitung", Berlin NO., Linienstr. 7, verurtheilt sind, die mit ihrer Leistungsfähigkeit in keinem in eine Stellung hineinzubringen, wo er ein gutes und und von C. Kretschmer, Hamburg, Schaumburgerstr. 12, Verhältniß stehen. vor allem sein ,, ficheres Brod" hat. Darum scheut er zu beziehen sind. Er fordert zur Ausfüllung dieser Bogen und Rücksendung an ihn bis spätestens Mitte Oktober dieses Jahres auf. waren. Und die durch solche Nothlagen geschaffene Unzufrie- teine Mühen und keine Opfer, er bestreitet die Ausgaben denheit? Anstatt sie zu fürchten, wie die bürgerliche Presse, für Schule und Universität mit Freuden, wofern nur sein freuen wir uns darüber, und anstatt sie für ein gefähr: Sohn das Ziel erreicht. Er, der die Unsicherheit einer liches Moment zu halten, erblicken wir in ihr die gesunde selbständigen auf das Handwerk gegründeten Existenz an Die Ueberfüllung in den gelehrten Berufen. Reaktion gegen die Krankheit, ein heilendes Moment. Hunderten von Fällen gesehen, er schäßt vor allem die Wird sie doch eines Tages helfen, einen Zustand zu Sicherheit" hoch und darum sucht er seinem Sohne, so= schaffen, der keine„ Ueberfüllung" in den gelehrten Berufen fern dieser nur die nöthigen Fähigkeiten hat, den Weg zur hm. Die Ueberfüllung in den gelehrten Berufen ist kennen wird: die sozialistische Gesellschaft. Beamtenfarrière mit allen Mitteln zu eröffnen. Wer dürfte eine gesellschaftliche Erscheinung neueren Datums. Noch Diese Auffassung theilt natürlich unsere bürgerliche ihn dafür tadeln? Der heutige Kleinbürger sieht sich eben por 25 Jahren konnte man nichts davon hören; die Zahl Presse nicht. por die Alternative gestellt, seine Nachkommen entweder der Studirenden wuchs nur sehr langsam und blieb daher Sie zieht aus den vorliegenden Thatsachen den Schluß, tn's Proletariat, zu Lohnarbeitern herabsinken zu lassen I. " 1 ober sie für die gelehrten Berufe auszubilden. Er wählt, wenn er nur irgend kann, das letztere, und selbst die That- fache der„Ueberfüllung" wird an seiner Entscheidung nichts ändern. Als ob nicht die Ueberfüllung auch bei den Lohn- arbeitern vorhanden wäre. So lange der Handwerker seine Kinder liebt, so lange entscheidet er sich für die Be- amtenlaufbahn mit ihrer geringen Aussicht auf hohen Ver- dienst und ihrer großen Abhängigkeit. Um diese Entscheidung zu hindern und zu ändern, genügten nicht tausend Mahnungen, das könnte nur durch eine Verbesserung in der Sicherheit der kleinbürgerlichen Existenzen, durch Hebung des Handwerks geschehen, die aber weder durch moralische Standpauken— selbst wenn Bismarck sie im Reichstag vortrüge— noch durch Innungen zu Wege gebracht werden kann. Diese ist der ganzen Richtung unserer wirihschaftlichen Entwicklung gemäß aus- geschlossen. Die Befestigung des Kleinbetriebes ist heute ein Ding der Unmöglichkeit geworden, ebenso wie die aus dieser Thatsache sich ergebenden Folgen; der Zug der kleinbürgerlichen Elemente auf die Universitäten wird wohl von den Preßkötern angebellt, aber nicht abgestellt werden können. Darum wird auch nach wie vor der Handwerker seinen Sohn Pastor, Richter, Arzt, Lehrer oder Beamter werden lassen und wie wir im nächsten Aufsatz sehen werden, nicht zu unserem Schaden. Der Sieg der Londoner Dockardeiter. Wie wir voraussahen, hat der Streik der auf den Londoner Docks beschäftigten Arbeiter mit einem glänzenden Siege geendigt. Nach fünf Wochen des stand- hasteften, heldenmüthigsten, glorreichsten Kampfe, der je von den Männern der Arbeit gegen den Uebermuth und die unerbittliche Profitsucht des Kapitals geführt worden ist. haben die wackeren Streiter auf der ganzen Linie ge- liegt. Alle von ihnen aufgestellten Forderungen sind ihnen bewilligt worden. Am Sonnabend, den 14. September wurde von den Direktoren der Dockgesellschasten, von den Vermittlern, dem Kardinal Manning, dem Lord Mayor von London und dem radikalen Parlamentsmitgliede Sydney Buxton und endlich von Benjamin Ttllett und John Burns für das Streikkomitee ein Dokument unterzeichnet, welchem gemäß vom 4. November dieses Jahres ab die folgenden Bestimmungen in Kraft treten: 1. Die 5 Pence-Rate pro Stunde wird für jede Nichtstückarbcit an und nach dem nächsten 4. November auf 6 Pence pro Stunde, aus 8 Pence pro Ueberstunde erhöht. Keine Be- zahlung für Mahlzeiten. 2. Die angenommenen Leute sind mit nicht weniger als 2 Schilling Bezahlung zu entlassen, ausgenommen in Fällen besonders kurzen Engagements am Nachmittag. 3. Die gegenwärtige Kontraktarbcit wird mindestens bis zum 4. November in Stückarbeit verwandelt, unter welcher die Leute mit nicht weniger als 6 Pence per Stunde und 8 Pence per Ueberstunde bezahlt werden; Ueberschuß, wenn vorhanden, wird gleichmäßig unter ihnen vertheilt. Alle Bezahlungen haben unter Ueberwachung der Dockbeamten zu geschehen. 4. Die Ueberzeitstunden auf den Docks und den Stadtlager- Häusern sollen von 6 Uhr Nachmittags bis 8 Uhr Vor- mittags reichen. 5. Der gegenwärtige Streik wird für beendigt erklärt, und alle Leute, welche auf den Docks, den Werften und dem Flusse beschäftigt waren, kehren hiermit zur Arbeit zurück. 6. Die Streiker und ihre Führer unternehmen es bedingungs- los, daß alle Arbeiter, die während des Streiks ihre Arbeit fortgesetzt haben, unbelästtgt und von denjenigen als Arbeits- kollegen behandelt werden sollen, welche am Streik betheiligt waren. 7. Bei der Wiederbeschäfttgung der Leute, nachdem der Streik beendigt ist, wollen die Dockdirektorcn keinen Unterschied machen zwischen denjenigen, welche daran theilgenommen und denen, welche es nicht gethan haben, und wollen weder direkt noch indireft es denen nachtragen, welche in den Streik eingetreten waren. Es ist also alles angenommen worden, was man von vornherein gefordert. Die Frist bis zum 4. Novem- ber wurde von den Dockdirektionen, ob mit Recht lassen wir dahingestellt, für unumgänglich erklärt, weil sie nach den neuen Lohnsätzen ihre Taxen umändern müßten. Der Verlauf des Streiks ist ein glänzendes Beispiel dafür, was Ausdauer, Zusammenhalten und Solidarität unter den Arbeitern vermag. Er hat bewiesen, welche ungeahnte moralische Kraft m jener Schicht der Londoner Bevölkerung steckt, die zwar nicht das Lumpenproletariat bildet, aus der sich dasselbe aber beständig rekrutirt. Dieses großartige, beispiellose Phänomen hat das Erstaunen ganz Englands hervorgerufen, zugleich aber auch ein ge- Heimes Grauen vor der Macht, welche in dem erwachenden, jungen Riesen Proletariat steckt. Wer hätte dem stumpfsinnigen, hungernden, zerlumpten Bewohner des östlichen London die Entwicklung einer solchen Energie, einen solchen unerschütterlichen Widerstand gegen den grimmigen Feind Hunger und zugleich eine so maßvolle und weise Zurück- Haltung seiner selbst zugetraut, wo selbst dem Zaghaftesten der Zorn und die Empörung über die brutale Aus- Hungerungsmethode der Norwood das Blut in die Wangen gejagt hatte? Allen Provokationen klug aus dem Wege gehend, die einzige unkluge, weil nicht genügend vorbereitete Maßregel, das Manifest vom 27. August sofort wieder gut machend, hat das Heer der Streiker eine Haltung und Würde gezeigt, welche dem fortgeschrittensten Theile des Proletariats alle Ehre gemacht hätte. Nicht die Ueberlegung und Einsicht in ihre Klassenlage haben diesen unzerbrechlichen, ehernen Ring solidarisch fühlender Herzen zusammengeschmiedet; nein, das gleiche Schicksal, der gleiche Hunger, das gleiche Elend, die gleiche Unter- drückung. Das Bewußtsein ihrer Klassenzusammengehörig- keit ist neben den materiellen Vortheilen, die sie errungen, ein bleibendes Gut, das sie aus diesem rühmlichen Kampfe erst hinwegtragen. Dieses bunt zusammengewürfelte Volk des Ostends kannte keine nationalen und Rassenunterschiede; der Deutsche, der Engländer, der Jude, sie waren hier alle Brüder; die einzigen Unterschiede, die sie jetzt klar begriffen haben, das sind die Klassenunterschiede. Trotz ihrer physischen Verkrüppelung und geistigen Degeneration, trotz ihrer Unbildung zeigten sie sich in jeder Beziehung als wahre Geisteshelden gegenüber den heutigen Vertretern der Bourgeoisie. Zu den Helden des Streiks gehören auch die Steve- dores und Lightermen, gewisse besser bezahlte und stän- dige Arbeiter, die in den Docks thätig sind und die aus Sympathie und allein deswegen in den Streik eingetreten sind; nicbt genug aber damit, daß sie den Streikenden einen moralischen Rückhalt boten, leerten sie mit bewun- derungswürdiger Aufopferung ihre wohlgefüllten Kassen zur Unterstützung des Streiks so unermüdlich, bis sie selbst unterstützungsbedürftig wurden. Besonders zu erwähnen ist auch die großmüthige Unterstützung, die den Streikenden aus Australien zu Theil wurde. 440 000 Mark sind ihnen innerhalb weniger Tage telegraphisch von dort überwiesen worden. Alles in allem werden sie an 2 Millionen Mark an Geld erhalten haben. Welches Beispiel von Solidarität und Opfermuth! Der Streik ist vorüber, die Kampfesrufe sind verhallt; nicht aber die Wirkungen desselben, die für den Augenblick in ihrer ganzen Tragweite noch gar nicht zu übersehen sind. Viel wichtiger und dauernder als die äußeren sind die moralischen Errungenschaften. Jene können und werden wieder verloren gehen, die letzteren nicht. Dies wird sich vielleicht bald zeigen. Der Herbst, der Winter steht vor der Thür. Wie lange wird es dauern, dann stehen wieder die unabsehbaren Armeen der unemployed, der Arbeitslosen mit ihren Forderungen da. Wie können die herrschenden Klassen sich dieses gewaltigen Gegners erwehren, wenn er sich die Lehren des letzten großen Kampfes zu nutze macht? Die hungernden Prole- tarier-Heere wachsen aus dem Boden wie die Köpfe der Hydra. Wo ist der Herkules, der diese Hydra bezwingen wird? pfr. Zum Kongreß der englischen Gewerkschaften zu Dundee. in. pfr. London, den 26. September. Der eklatante Sieg der Klique Broadhurst während der ersten Tage des Kongresses ist den meisten uner- wartet gekommen. Indessen wird dieses Resultat weniger befremdlich er- scheinen, wenn man die Ursachen erwägt, welche zusammen- gewirkt haben, um es herbeizuführen. Zunächst war es ein äußerst glücklicher Umstand für die Chancen des parlamentarischen Komitees, daß sein ge- fährlichster und Hauptgegner, der Sozialist John Burns, in London durch seine Thäiigkeit beim Streik der Dock- arbeiter zurückgehalten war und daher sein Delegirten- Mandat zum Kongreß hatte abgeben müssen. Ebenso waren die Sozialisten Thomas Mann und Bateman, gleichfalls energische Gegner jener Sippschaft, in London zurückgehalten. Besonders hätte sich die Stimme Burns', des unermüdlichen Hauptorganisators des jetzt glücklich beendeten Dockstreiks, auf dem Kongreß ein ernstes Gehör verschafft. Ferner ist zu bedenken, daß die Shipton, Broadhurst und Genossen im voraus wohl begriffen hatten, um was es sich für sie auf diesem Kongreß handle, nämlich nicht bloß um Prinzipien und um ihre politische und private Ebre, sondern um verdammt materielle Interessen, um gut besoldete Stellen, deren sie verlustig gehen konnten, und auf deren gewichtiger Autorität fußend sich bei ihrem weiten Gemissen manches ersprießliche Geschäftchen abwickeln ließ. Kein Wunder, daß sie daher so viele von ihren Kreaturen als nur möglich bei den Delegirtenwahlen durchzudrücken und gegen die Logik aller von feiten der Gegner vorge- brachten Vernunftsgründe und schreienden Thatsachen vor- her zu hypnotisiren gesucht haben. Ties ist ihnen denn auch gelungen. Endlich hat der weitere Verlauf des Kongresses un- zweideutig ergeben, daß viele ernsthafte und weniger beein- flußte Dclegirle die ganze Streitfrage nur als Personenfrage auffaßten, trnd daß ihrer Ansicht gemäß das Verhalten jener als Privatpersonen, d. h. außerhalb des Gebietes der Trades Unions, keine Einwirkung auf die Beurtheilung ihrer Stellung als Mitglieder des parlamentarischen Ko- mitees haben könne. Nun ist es freilich eine verkehrte Ansicht, Broadhurst habe als glänzend bezahlter Agitator für den liberalen Ausbeuter Brunner in seiner Eigenschaft als Privatmann gehandelt. Broadhurst als Broad- hurst ist l keine 20 Pfund die Woche werth, wohl aber als Sekretär des parlamentarischen Komitees der eng- tischen Gewerkschaften. Indessen muß man ausdrücklich hervorheben, daß sich die Freunde der Herren vom Komitee durch ihre obige Ansicht durchaus nicht für verpflichtet hielten, mit jenen durch Dick und Dünn zu gehen. Im Gegentheil. Sie scheuten sich nicht, schließlich sogar das glänzende Vertrauensvotum für das Komitee bei Gelegenheit in ein Mißtrauensvotum zu verwandeln. So griff Bailey(Nottingham), der Haupt- vertheidiger Broadhurst's, diesen und Maudsley, den osfi- ziellen Stimmenzähler, wegen ihres unverantwortlichen Ver- Haltens in bezug auf die Abstimmung der Unions über den Achtstundentag auf's schärfste an. Die Decharge, die dem„Privatmann" Broadhurst ertheilt worden war, wurde hier also dem Sekretär vorenthalten. Man würde auch sehr fehlgehen, wenn man aus der mit großer Majorität erfolgten Annahme des Jahresberichts des parlamentarischen Komitees die allgemeine Billigung desselben seitens dieser Majorität folgern wollte. Wie un- richtig das wäre, zeigt die Antrittsrede des Präsidenten Ritchie, eines Mitgliedes jener Mehrheit. Den lügen- hasten Schönfärbereien des Berichts, welche nichts dar- stellten als einen jedes liberalen Harmoniepredigers würdi- gen Hymnus auf die beständige„Antheilnahme" des Arbeiters „an dem wachsenden Wohlstand", gab er ein offenes Dementi. Er stellte ihnen die bedenkliche Thatsache gegenüber, daß unter den Lohnarbeitern ganz unleugbar„ein ständiges. Mißvergnügen um sich greife" über die wachsende Unsicher- heit ihrer Lage und„über die ungleiche Vertheilung des Arbeitsertrages zwischen Kapitalist und Arbeiter", kurz „über den destehenden Zustand der Dinge" überhaupt. Da Ritchie's Rede den ungetheilten Beifall des Kongresses erntete, so geht aus dem seltsamen Kontrast zwischen den Ansichten des Kongresses und der„ Führer" klar hervor, daß die Annahme des Jahresberichts nur den Zweck der Rehabilitirttug der angegriffenen Ehre des parlamentarischen Komitees hatte, keineswegs aber als absolute Jdentifizirung mit allen in dem Bericht gethanen Acußerungen auszufassen ist. Da Broadhurst und seine Freunde dies wohl erkannt hatten, so hüteten sie sich sorgfältig, irgend wie aktiv in den Gang der Verhandlungen einzugreifen und sich durch die Befürwortung reaktionärer Maßregeln bloß- zustellen, um so mehr, als ihrer noch eine vernichtende Kritik wartete infolge ihres geradezu skanvalösen Verhal- tens bei der Abstimmung der Trades Unions über den Achtstundentag. Schon der vorletzte Jahreskongreß hatte den Beschluß gefaßt, die Meinung der Trades Unions in dieser Frage durch eine direkte Abstimmung ersotschen zu lassen; dem parlamentarischen Komitee lag die Ausführung des Beschlusses ob. Nun hatte sich aber infolge der ganz ver- kehrten, zu Mißverständnissen Anlaß gebenden Fragestellung ein Resultat ergeben, welches vo» dem letzten Kongreß ein- fach zurückgewiesen wurde, und es wurde abermals an die Unions appellirt. Durch beispiellose Fahrlässigkeit, hinter der man deutlich den schlechten Willen der mit der Exekutive des Kongreßbeschlusses Betrauten erkennen kann, ist wieder ein derartig zu Ungunsten des achtstündigen Normalarbeits- tages gefälschtes Resultat zu stände gekommen, daß es schließlich nach energischem allseitigen Protest gegen die traurige Haltung des Komitees abermals als ungillig von dem Kongreß verworfen wurde. Wie schon gesagt, sind zehntausende von Stimmen einfach unterschlagen worden. Abstimmungsresultate aus den einzelnen Unions, die entweder zu früh oder zu spät (nämlich nach der Ansicht des Komitees) eingelaufen waren, wurden bei der Zusammenstellung des Gesammtresultats ohne weiteres ausgeschlossen. Es wäre lächerlich, wenn es nicht empörend wäre> bei der Feststellung der einfachen Thatsache, ob die Majorität der Trades Unions für oder gegen den Achtstundentag sei, die bornirtesten bureaukra- tischen Bedenken walten zu lassen. So wurde die Ab- stimmung der Bergarbeiter von Nottinghamshire, welche sich mit einer Majorität von 8000 Stimmen für eine Achtstundenbill erklärt hatten, ohne weiteres anttullirt. Der Liverpooler Gewerkschaftsrath, der sich aus 24 Delegirten zusammensetzt und eine Mitgliedschaft von etwa 5000 Unio- nisten vertritt, entschied sich mit einer Majorität von 22 gegen 2 Stimme» für das Achtstundengesetz. Diese 22 Stimmen dafür wurden nun ohne vieles Federlesen zu den übrigen addirt, während der Gewerkschastsrath von Wolverhampton, der dagegen war, mit 4500 Voten aufgeführt wurde! 700 Stimmen der Baumwollspinner von Preston, die einmüthig dafür eintraten, sind spurlos verschwunden! Ebenso spurlos verschwunden sind verschie- dene bedeutende Minoritäten, welche dafür stimmten. Die Baumwollspinner und Weber von Lancashire sind in dein offiziellen Bericht mit 17 125 und 33 756 Stimmen dagegen angeführt. Die Abstimmung wurde nämlich in Generalversammlungen ohne die Anwendung von Stimm- zetteln vorgenommen. Eine Mehrheit erklärte sich dagegen. Flugs führt der Bericht 50881 Stimmen der Weber und Spinner von Lancashire dagegen auf. Minorität dafür existirt nicht! Das aus diesem Bezirk eingelaufene Resultat macht in der That das Gros sämmtlicher gegen das Achtstunden- gesetz abgegebenen Stimmen aus, welche letzteren sich auf nur 67 390 bezifferten, während 39 629 dafür waren. Ziehen wir die in die erste Zahl eingeschlossenen Minori- täten ab und zählen sie zu der anderen zu nebst den übrigen verschwundenen Voten, so erhalten wir eine ganz� beträchtliche Majorität von Stimmen für die geforderte Beschränkung des Arbeitstages. Merkwürdigerweise sind alle diese Verstöße und Mißverständnisse den Gegnern jener Beschränkung zu gute gekommen! Sonderbarer Zufall! Wenn wir das Facit aus dieser lehrreichen Betrach, tung ziehen, so gelangen wir dahin, die betheiligten Mit- glieder des Komitees der wissentlichen Mitschuld an diesen„Zufällen" zu bezichtigen. Wie wäre es möglich gewesen, beispielsweise das Resultat der Abstimmung von Liverpool mit 22 gegen 2 Stimmen unbesehen hinzunehmen, wenn jene sich nicht der flagrantesten Pflichtvergessenheit schuldig gemacht hätten. Statt die begangenen Fehler durch sofortige Korrektur ungeschehen zu machen, und alle Unions über den Abstimmungsmodus gehörig zu orientiren, legten sie unthätig die Hände in den Schoß, ja sahen wohl mit geheimer Schadenfreude zu, wie die ganze Sache ver- pfuscht wurde. Wenn die Abstimmung über das Vertrauensvotum nach diesen Offenbarungen erfolgt wäre, so würde der Sieg der Broadhurstianer nicht so glänzend gewesen sein, Der„ Sozialdemokrat" bezeichnet denselben daher mit Recht als einen Pyrrhussieg. Die äußere Geschichte des Sozialistengesetzes Geib, August, Buchhändler in Hamburg; geb. 10. April 1842, evangel. 1. August 1879. 1874-76 Vertreter des 9. Sächsischen Wahlkr. Freibergs Hainichen Oederan. Geiser, Bruno, Schriftsteller, früher Redakteur der„ Neuen Welt", in Breslau; geb. 10. April 1846 daselbst Konfessionslos. 1881-87 Vertreter für Chemniz. Unterlag 1887 dem Gegenkandidaten der Septennatsparteien Clauß. Geyer, Friedrich, Cigarrenfabrikant in Großenhain. Durch Nachwahl für Ebert( tons.) 1886-87 Vertreter des Sächs. Wahlkr. Stollberg- Schneeberg. Grillenberger, Carl, Korrektor in Nürnberg; geb. 22. Febr. 1881-87 und 3. 3. Vertreter für Nürnberg. Es ist also kein Zweifel, daß die vorgebliche Ablehnung des Achtstundentages in Wirklichkeit voll und ganz faßt die Nationalztg." wie folgt zusammen: eine Annahme bedeutet. Aber abgesehen hiervon steht ,, Am 20. Mai 1878, nach dem Hödel'schen Attentat, den Anhängern desselben noch ein erheblicher Sukkurs be- wurde dem Reichstag der erste Gefeßentwurf vorgelegt, vor, da verschiedene Unions, die dafür sind, sich gar nicht welcher mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. an der Abstimmung betheiligt haben, z. B. die Berg- Es folgte nach dem Nobiling'schen Attentat die Aufarbeiter von Wales und von Yorkshire. Unter den lösung des Reichstags und die Vereinbarung des noch 19. Bergarbeitern besteht überhaupt eine starke Strömung zu heute bestehenden Gesetzes vom 21. Oktober 1878 durch 1848 in Zirndorf bei Fürth, freirel. Gunsten des Achtstundentages. So find die Bergleute von eine konservativ- nationalliberale Mehrheit. Ayrshire, Derbyshire, Nottinghamshire geschlossen dafür eingetreten und nur die von Northumberland dagegen. Ein anderer Arbeitszweig, der sich überwiegend zu seinen Gunsten ausgesprochen, ist der der Buchdrucker und Seßer. Eine einzelne Union, in der eine besonders große Majorität er langt wurde, ist die vereinigte Gesellschaft der Eisenbahnarbeiter, von der sich 3344 Mitglieder dafür und nur 350 dagegen erklärten. Wenn nun zwar unzweifelhaft, wie der Präsident Ritchie auf dem Kongreß erklärte, die Arbeiter in dieser Frage weit fortgeschrittener als ihre Führer" sind, so ist es doch eine Thatsache, daß weitaus der größere Theil der Trades- Unionisten dabei völlig indifferent geblieben ist. Diese Gleichgiltigkeit erklärt sich daraus, daß vielfach bereits ein acht oder neunstündiger Arbeitstag eingeführt ist und ferner, daß die Mitglieder der Trades Unions überhaupt die relativ bestgestellte Schicht der englischen Arbeiterklasse darstellen. Die Gültigkeitsdauer des Geseßes war in dem ersten, abgelehnten Entwurf auf drei Jahre festgesezt gewesen, in dem zweiten Entwurfe war eine Gültigkeitsfrist überhaupt nicht vorgesehen; doch fügte der Reichstag eine solche bis zum 31. März 1881 hinzu. Im Frühjahr 1880 schlug dann die Regierung eine Erneuerung des Gesezes mit Gültigkeit bis zum 31. März 1886 vor; die Mehrheit des Reichstags setzte aber diese Frist bis zum 30. September 1884 herab. In dieser Gestalt fand das Gesetz eine verhältnißmäßig noch zahl reichere Majorität als das ursprüngliche; dieselbe verstärkte sich noch durch etwa 15 Zentrumsmitglieder. 1844 Harm, Friedrich, Kaufmann in Elberfeld; geb. 25. August in Leezen, ev. 1884-87 und 3. 3. Vertreter für Elberfeld- Barmen. Hartmann, Georg Wilhelm, Wirth in Hamburg. Durch Nachw. für Bauer( natl.) vom 27. April 1880-81 Vertreter des 2. Hamburger Wahlkr. Berlin VI. vertrat. Hasenclever, Wilhelm, Schriftsteller in Dessau; geb. 19. April 1837 in Arnsberg, ev. † 3. Juli 1889. Durch Nachw. für den natl. Keller im nordd. Reichstag. Vertr. des 6. Düsseldorfer Wahlkr. Duis burg, 1874-76 für AltonaStormarn. 1877 in Altona und Berlin VI gewählt, nahm er für letteren Wahlkreis an; diese Wahl wurde für ungiltig erklärt, boch wird er im Juli 1877 wiedergewählt. 1878 unterliegt H. dem fortschr. Gegenkandidaten Kloz. Durch Nachwahl für den † Reinders ( Sozd.) vom 18. Juli 1879-87 Vertreter für Breslau- Ost. Jm März 1884 wurde dem Reichstag ein Geseß- 1884 in diesem Wahltr. und in Berlin VI gewählt, nimmt er das entwurf vorgelegt, welcher die Geltungsdauer des Gesetzes Mandat für Breslau an, während er im gegenwärtigen Reichstage Hasselmann, Wilhelm, Schriftsteller, 3. 3. in Amerika; auf zwei weitere Jahre, bis zum 30. September 1886, zu verlängern vorschlug. Dieser Geseßentwurf wurde in der geb. 25. Sept. 1844 in Bremen, Materialiſt. 1874-76 und 1878-81 Vertr. für Elberfeld- Barmen. berühmten Abstimmung vom 10. Mai 1884 mit 189 gegen 157 Stimmen angenommen. Dafür stimmten die H. wurde durch Beschluß des Wydener Kongresses vom 22. März Dieser Umstand braucht uns indeß nicht zu entmuthi- beiden konservativen Fraktionen und die Nationalliberalen 1880 aus der sozd. Partei ausgeschlossen. Heine, August, Hutmachermeister in Halberstadt; geb. gen, da einerseits die Trades Unions immerhin nur einen geschlossen, 39 Zentrumsmitglieder und 27 Mitglieder 11. Jan. 1842 daselbst,' Dissident. 1884-87 Vertreter für Magdeburg. Unterlag 1887 dem geringen Bruchtheil der 5 oder 6 Millionen englischer Ar- der deutschfreisinnigen Partei( 25 ehemalige Sebeiter bilden, während andrerseits die große Masse der zeffionisten und 2 ehemalige Fortschrittler; von den letzteren natl. Gegenkand. Duvigneau. Jacoby, Joh., Dr. med., praft. Arzt in Königsberg i. Pr. † 6. März 1877. unskilled Arbeiter der Frage keineswegs mehr indifferent waren aber noch einige abkommandirt"). gegenübersteht. Das haben die zahl- und umfangreichen Im Februar 1886 wurde dann eine Erneuerung 1874 als Vertreter für Leipzig- Land gewählt, lehnt das Bewegungen namentlich dieses Jahres genügend bewiesen. des Gesetzes auf fünf Jahre beantragt. Der Reichstag Mandat ab. Kapell, Zimmerer in Hamburg; geb. 21. März 1844 in Es ist bereits erwähnt, daß sich eine General Labourers' nahm den Gesezentwurf mit 169 gegen 137 Stimmen, Berlin, ev. 1877-78 Vertr. des 11. Breslauer Wahltr. Reichenbach= Union gebildet hat, eine„ Gewerkschaft" der ungelernten jedoch mit der Beschränkung auf zwei Jahre an. Dafür Arbeiter, welche sofort den Achtstundentag auf ihre Fahne ſtimmten die beiden konservativen Fraktionen und die Na- Neurode. K. unterlag 1878 dem Gegenkandidaten der deutschen geschrieben hat. Eine andere, die kürzlich gegründete, sehr tionalliberalen gefchloffen und 27 Mitglieder des Zentrums; Reichspartei, Friedenthal. zahlreiche Gasworkers' Union, deren Mitglieder in Wirk die Deutschfreisinnigen stimmten diesmal geschlossen lichkeit auch weiter nichts als unskilled Arbeiter find, dagegen, es fehlten aber 14 Mitglieder. haben ihn bereits erkämpft. For- Stimmungen Kayser, Max, Schriftsteller in Dresden; geb. 9. Mai 1853 in Tarnowiß, konfessionslos.+ 29. März 1888. 1878-84 Vertreter des 9. Sächs. Wahlkr. Freiberg= Saini chen Dederan- Frauenstein und 1884-87 d. 22. Sächs. Wahltr. Reichenbach- Auerbach- Falkenstein. Kräcker, Julins, geb. 26. Juni 1889,+2. Oft. 1888. Vertrat seit 1884 Breslau- West. Kühn, Schneidermeister, geb. 25. Oft. in Altenlohm, Streis Goldberg- Haynau, Dissident, seit 1888( Nachwahl für Kräcker) Ber= Liebknecht, Wilhelm, Journalist in Borsdorf b. Leipzig; Im nordd. Reichstage und 1874-81 Vertr. des 19. Sächs. in diesem Wahlkr. dem tons. Gegenkand. Ebert, wird aber in OffenbachDieburg und Mainz gew. 2. nimmt die Wahl für Offenbachunterlag er dort dem natl. Gegenkandidaten Böhm. Durch NachDieburg an, welchen Streis er auch 1884-87 wieder vertritt. 1887 wahl für Hasenclever( sozd.) am 30. August 1888 für Berlin VI gewählt. Jm Winter 1887-1888 fam dann die Regierung Dem aufmerksamen Beobachter der englischen Arbeiter: mit dem Vorschlag, das bestehende Gesetz nicht nur auf bewegung kann es nicht entgehen, daß die neuen Unions weitere fünf Jahre für gültig zu erklären, sondern( zum jeßt wie Pilze aus der Erde schießen und sofort die For- ersten Mal) auch noch eine Reihe neuer verschärfter Bederung des Achtstundentages stellen, so die Bäcker, ſtimmungen hinzuzufügen. Die letteren wurden indessen Eisenbahnarbeiter 2c. In der That find die großen Streiks vom Reichstag abgelehnt und das unveränderte Gesez treter für Breslau- Weſt. abermals auf zwei Jahre verlängert. Die Majorität war dieſes Jahres faſt nur unter den bisher unorganisirten 164 gegen 80. Dafür stimmten wieder die Konservativen geb. 29. Märd. Reichstage und Arbeitern ausgebrochen. Hunger und Elend aber, im Bunde mit den eigenthümlichen Bedingungen, welche sich und Nationalliberalen geschlossen, sowie 8 Zentrumsmit- Wahltr. Stollberg- Schneeberg, unterlag 1881 überall da vorfinden, wo die moderne Produktionsweise glieder; fast die Hälfte des Zentrums fehlte. Dies war die letzte Verhandlung über das Sozialisten herrscht, haben spielend unter diesen unorganisirten Arbeitern Organisationen geschaffen, welche uneinnehmbare gesetz und es wurde dadurch eine Gültigkeitsdauer bis Bollwerke des Proletariats geworden sind. Dieselben sind 30. September 1890 festgesetzt". eben nicht künstlich hervorgezaubert worden, sie haben vielmehr im Geheimen und unsichtbar längst bestanden; ihr Bestehen brauchte nur offen ausgesprochen und durch einmüthiges Vorgehen gegen die Bedrücker bethätigt zu wer den, wie es in dem Dockarbeiterstreit geschehen ist, in dem sich zum Erstaunen der Welt die professionirten Hunger in Dommelstadt b. Passau, kath. leider des Ostends in geschlossener Phalanx erhoben. Man sieht, nicht die Aristokraten der Arbeit" sondern die Proletarier par excellence find die thätigsten und energischsten Vorkämpfer der englischen Arbeiterklasse. " 1 Die bisherigen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten. Auer, Ignat, Sattler in München; geb. 19. April 1846 1877-78 Vertreter des 22. Sächsischen Wahlkreises Auerbach- Reichenbach; unterlag 1878 dem Kompromißkandidaten Schmiedel; 2. März 1880 in der Nachwahl für Bracke( Sozd.) für den 17. Sächsischen Wahlkreis Glauchau- Meerane gewählt; unterlag 1881 dem nationalliberalen Gegenkandidaten Leuschner, wurde aber für 1884-87 gegen denselben Kandidaten als Vertreter Leuschner als Sieger aus der Urne hervorging. für Glauchau- Meerane wiedergewählt, während 1887 wiederum Bebel, August, Drechslermeister in Plauen b. Dresden; geb. 22. Februar 1840 in Köln, religionslos. Meister, Heinrich Ernst August, Cigarrenarbeiter in Hannover; geb. 2. Oft. 1842 in Hildesheim, ev. 1884-87 und z. 3. Vertreter für Hannover. Mende, Fritz, zuletzt in Homburg v. d. H.: geb. 25. Oft. 1844. 5. Juli 1879. Durch Nachw. für Sachse( Bundesst. konst.) im nordd. Reichst. von Mitte März 1869 ab Vertr. des 9. Sächsischen Wahlkreises Freiberg- Dederan. Most, Joh., Buchbinder, jezt in Amerika; geb. 5 Febr. 1846 in Augsburg, Materialiſt. 1874-78 Bertr. des 16. Sächs. Wahlkr. Chemniz. 1878 unterlag M. dem natl. Gegenkand. Vopel. Motteler, Julius, in London; geb. 18. Juni 1838, Diff. 1874-78 Vertreter des 18. Sächsischen Wahltr. Zwickau= Grimmitschau. Unterlag 1878 d. fortschr. Gegenfand. Streit. Pfannkuch, Wilhelm, Tischler in Kassel. 1884-87 Vertreter für Berlin VI. t. = Man hat in den Ergebnissen des Kongresses einen Rückschritt gefunden. Einen relativen mit Recht; nicht einen absoluten. Bei der schließlichen Abstimmung waren 86 gegen, 63 für den Achtstundentag, während sich 61 Im konst. und nordd. Reichstag, im Zollparlamente und Reimer, Otto, Cigarrenarb. in Altona; geb. 26. Mai 1841, Delegirte, welche damit sympathisirten, sich der Abstimmung enthielten; im letzten Jahre indessen waren dies nur 8! 1871-76 im Deutschen Reichstage Vertreter des 17. Sächsischen luth. für Wahlkreises Glauchau- Meerane, 1877-81 Vertreter 1874-76 Vertr. des 9. Schlesw. Wahlkr. Plön- Sege= Wenn das so fort geht", sagt Cuninghame Graham im Dresden. B. unterlag 1881 in legterem Wahlkreise seinem natl. berg- Neustadt. N. unterlag 1877 dem konf. Gegenkand. Grafen Londoner ,, Labour Elector", so können wir mit Leich- Gegenkandidaten Dr. Stübel und bei der Nachwahl in Mainz dem v. Holstein. Reincke, Peter Adolf, Dr. med. Sanitätsrath u. prakt. tigkeit in fünf Jahren eine Sechsstundenbill durch- fortschrittl. Gegenkandidaten Dr. Philipps, wurde aber im Juli 83 bringen". Es war deutlich zu sehen, daß die Opposition in der Nachwahl und 1884-87 als Vertreter des 1. Hamburger Arzt in Berlin; geb. 7. April 1818 in Stönigsberg i. Pr. Wahlkreises gewählt, welcher Wahlkreis ihn auch für den gegen= Im nordd. Reichstag Vertreter des 1. Düsseld. Wahlkreises Lennep Mettmann. N. legt das Mandat am 19. Juni 1868 in den Trades Unions bedeutend gewachsen ist und daß wärtigen Reichstag mit dem Mandat betraute. der Kongreß infolgedessen gar nicht die Meinungen seiner Blos, Wilhelm, Schriftsteller in Stuttgart; geb. 5. Oft. nieder. Reinders, Klaas Peter, Photograph in Breslau. Mandatare in den richtigen Verhältnissen vertrat; der Prä- 1849 in Wertheim in Baden. sident Ritchie stand gar nicht an, dies freimüthig im Antonservativen Gegenfandidaten März, 1881-84 Vertreter desselben 1877-78 Vertreter für Reuß ä. 2., unterlag 1878 dem † 22. Mai 1879. 1878-79 Vertr. für Breslau- Ost. gesichte des Kongresses zu erklären. Stimmen in der der Wahlkreises, 1884 in Reuß ä. 2. und Braunschweig gewählt, Minorität befreundeten radikalen Presse haben sich aus nahm er die Wahl für letzteren Streis an, unterlag aber 1887 bem diesem Grunde für eine Abänderung des Wahlverfahrens Septennatsfreunde Retemeyer. Bock, Friedrich Louis Wilhelm, Schuhmacher und Reder Kongreßdelegirten erklärt, da ein Gewohnheitsrecht besteht, daß die Unions ihren offiziellen Beamten, dem Vor- bakteur in Gotha; geb. 26. April 1846 in Großbreitenbach i. Thür., Dissident. fißenden und dem Sekretär das Mandat für den Kongreß übertragen. Es besteht die Absicht, durch einen Antrag auf dem nächsten Kongreß dem in Zukunft vorzubeugen. Weitere Proteste werden schwerlich auf sich warten laffen. 1884-87 Vertreter für Goth a. Unterlag 1887 seinem natt. Gegenkandidaten Henneberg. Rittinghausen, Morių, Schriftst. in Köln; geb. 22. Nov. 1814 in Hückeswagen, Freid. 1877-78 und 1881-84 Vertr. des 3. Düsseld. Wahlkreises Solingen. 1878 unterlag N. dem Gegenkand. der Deutschen Reichspartei Melbeck. Rödiger, Carl Hugo, Holzbildhauer in Gera; geb. 9. Febr. 1840 in Reudniß bei Leipzig, Diffident. Bracke, Wilhelm, Buchhändler in Braunschweig; geb. 26. 29. Mai 1842 daselbst konfessionslos. † 27. April 1880. 1877-79 Vertreter des 17. Sächsischen Wahlkr. GlauchauMeerane. B. legt am 30. Dezember 1879 das Mandat nieder. Demmler, Georg Adolf, Hofbaumeister a. D. und Hofbaurath in Schwerin; geb. 22. Dezember 1804. † 1885. 1877-78 Vertreter für Leipzig Land. Als eine Art Protest ist es auch anzusehen, daß sich in Dundee, der Stadt des Kongresses, nach dem kürzlich erfolgten Tode ihres Abgeordneten im Parlament, ein vielDien, Johann Heinrich Wilhelm, Buchdrucker und hunderttöpfiges Komitee gebildet hat, welches den beſtgehaßten Gegner des parlamentarischen Komitees, John Buchhändler in Stuttgart; geb. 3. Oftober 1843 in Lübeck, ev. 1881-87 und zur Zeit Vertreter des 2. Hamburger WahlBurns, enthusiastisch zum Kandidaten erklärt hat.*) treifes. Die jeßige Lebendigkeit und Rührigkeit in dem Schoße der Försterling, Friedr. Wilh. Emil, Kupferschmiedemeister englischen Arbeiterschaft ist ferner ein bedeutsames Zeichen, in Dresden; geb. 3. Sept. 1827 daselbst. 10. März 1872. Im nordd. Reichstag Vertreter für Chemniz. F. legt das daß sie nicht gewillt ist, den langsamen Trab der traditioMandat am 5. April 1870 nieder. nellen, abgelebten Gewerkschaftspolitik mitzumachen, sondern daß sie entschlossen ist, den aufrichtigen Gegnern der heutigen Gesellschaft immer stärkere Hilfskorps zuzuführen und ihren Sieg muthig und unbeirrt miterringen zu helfen. *) Burns hat unterdeß abgelehnt. Fritsche, Friedrich Wilhelm, 3. 3. in Chicago; geb. 25. März 1825 in Leipzig, Diffident. Im nordd. Reichstag durch Nachwahl für Reincke vom 24. Juli 1868 ab Vertreter des 1. Düsseld. Wahlkr. Lennep- Mettmann und 1877-81 Vertreter des 4. Berliner Wahlkr. Frohme, Karl Franz Egon, Schriftsteller in Bockenheim b. Frankfurt a. M.; geb. 4. Febr. 1850 in Hannover, Diffident. 1881-84 Vertreter für Hanau- Gelnhausen, seit 1884 und auch z. 3. für Altona- Stormarn. 31. 1884-87 Vertreter des Fürstenthum Neuß j. 2. Sabor, Adolf, Lehrer, früher in Frankfurt a. M.; geb. Sept. 1841, fonfessionslos. 1884-87 und 3. 3. Vertreter für Frankfurt a. M. Schumacher, Georg, Lederhändler in Solingen; geb. Oktober 1844 in Köln, religionslos. 1884-87 u. 3. 3. Vertreter des 3. Düsseldorfer Wahlkreises Solingen. v. Schweizer, Joh. Bapt., Dr. jur., Schriftst. in Berlin; geb. 12. Juli 1834 in Frankfurt a. M. † 28. Juli 1875. Im nordd. Reichstage Vertr. für Elberfeld- Barmen. Singer, Paul, Kaufmann in Berlin; geb. 16. Jan. 1844 daselbst, mos. 1884-87 und 3. 3. Vertr. für Berlin IV. Stolle, Carl Wilhelm, Gärtner und Gastwirth in Gesau bei Glauchau; geb. 19. Dezember 1842 in Frankenhausen bei Crimmitschau, freirel. 1881-87 Vertr. des 18. Sächs. Wahlkr. Zwidau- Crimmißschau. Bahlteich, Karl Julius, Schuhmacher, 3. 3. in Amerika; geb. 30. Dez. 1839 in Leipzig, deutsch- kath. 1874-76. 11. 1878-81 Vertr. des 15. Sächs. Wahlkreises Mittweida- Frankenberg. Viereck, Louis, Journalist in München; geb. 21. März 1851 in Berlin, konfessionslos. 1884-87 Vertreter für Leipzig- Land. und Hessens wegen Erneuerung des Belagerungszu-| Mittagspause, in der wieder die Pferde zu füttern sind, bis Sonnenv. Vollmar, Georg Heinrich, Schriftsteller in München; standes für Berlin und Frankfurt a. M. und Um- untergang mit den Pferden arbeiten und zuletzt noch bis nach 10 Uhr geb. 7. März 1850 daselbst. wieder füttern muß. 1881-84 Vertr. des 15. Sächs. Wahltr. Mittweida- gegend, für Hamburg- Altona und Umgegend,' sowie" Der Gendarm unterbrach den Redner mehrmals, Limbach und 1884-87 für München I. Wiemer, Philipp, Kaufmann in Nürnberg; geb. 17. Jan. 1849 das., Dissident. 1878-81 Vertr. des 20. Sächsischen Wahlkr. 3 schop au= Marienberg und 1884-87 durch Nachwahl für den doppelt gewählten Sozd. Blos für Reuß ä. 2. Aus der bürgerlichen Presse. Wenn das Kartell eine Niederlage erleiden sollte, so ist der König und Kaiser immer noch da, und wird, davon sind wir fest überzeugt, auch ohne Kartell ganz gut fertig werden. Kreuzztg., 20. Sept. * * Was die„ N. Pr. 3tg."( Kreuzztg.) für„ Royalismus" ausgiebt, ist nichts weiter, als die frasseste Partei- Eigensucht, welche der Krone die Aufgabe zuweist, falls es infolge der von der ,, N. Pr. 3tg." empfohlenen Spieler- Politik schief gehen sollte, die Gesinnungsgenossen des Blattes wieder herauszuhauen. * * Natztg., 21. Sept. Se. Maj. der Kaiser und König beehrte heute Abend das Berliner Theater mit seinem Besuche.... Der hocherfreute Bühnenleiter durfte den Kaiser darauf aufmerksam machen, daß der Logenseisel, von dem aus Höchstderselbe der Aufführung beizuwohnen geruhe, ein historisch er" sei: Kaiser Wilhelm I. sowohl, wie der nachmalige Kaiser Friedrich III. haben gelegentlich ihres Besuchs auf demselben Stuhle gesessen. " * Kreuzztg., 25. Sept. * Es giebt komische Leute bei uns. Diese sehen in dem siegreich durchgeführten Strike( der Londoner Dockarbeiter) lediglich einen Sieg der Sozialdemokratie. Diese Leute behaupten zu und wir zweifeln gar nicht, daß dieses Wissen richtig wissen daß die Führer der Ausstandbewegung Sozialdemokraten waren. Für gewisse Köpfe ist die Sache damit erschöpft, und selbstzufrieden rufen sie aus: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir aber sagen: wenn die Führer Sozialdemokraten waren, so haben sie sich durchweg als verständige Männer benommen; sie haben verstanden, ihr Fahrzeug in den Strom der natürlichen Verhältnisse zu treiben sie haben... ein heilsames gesellschaftliches Ziel erreicht und werden es hoffentlich behaupten und ausgestalten, wenn sie es auch noch nicht gesichert haben. Post, 22. Sept. = für den Kreis Offenbach zugestimmt. Stettin scheint sonst verlief die Versammlung ruhig." Also zu lesen in einem Verman vergessen zu haben. sammlungsbericht über eine im Wahlkreis Ojchaz- Wurzen stattge= habte Wahlversammlung Es geht doch nichts über die sächsische Gemüthlichkeit. Bei der Landtagswahl in Altenburg haben die Sozialdemokraten in der dritten Wählerabtheilung der Residenzstadt ihren Siz im Landtage behauptet. Ca. 3000 Buchdruckergehilfen sollen in Deutschland arbeitslos sein. Einer Zahl von 25 000 Buchdruckergehilfen soll eine Schaar von ca. 10 000 Lehrlingen gegenüberstehen und infolge dessen eine förmliche Ueberfluthung des Arbeitsmarktes an Arbeitsfräften zu erwarten sein. London, 27. November. Mehrere tausend Bäcker und Konditorgesellen hielten am Sonnabend eine Versammlung im Hydepart, in welcher einstimmig ein Beschluß zu gunsten der Einschrän= Wegen Majestätsbeleidigung wurde der Schriftsetzer fung der Arbeitszeit auf 10 Stunden den Tag und eines höheren Paul Wilh. John in Berlin zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Lohnes für die Arbeitszeit angenommen wurde. Burns hielt eine Es handelte sich um eine Aeußerung in einer StepperinnenversammRede, in welcher er die Lage der Bäckergesellen als traurig schil- lung, die an den Empfang der Bergarbeiterdeputation anknüpfte. derte und die oberen und mittleren Klassen aufforderte, denselben Der Reichstagsabgeordnete Sabor wird sich, aus Geihre Hilfe und Theilnahme zu gewähren in dem Ausstande, der ſundheitsrücksichten um ein ferneres Mandat nicht mehr bewerben. entrehen dürfte, wenn ihren Forderungen nicht nachgegeben würde. Der Kandidat für die Sozialdemokraten für die nächste Reichstags= Ein neues Arbeiterblatt erscheint vorläufig wöchentlich wahl wird in Frankfurt a. M. Herr Lithograph Wilhelm einmal für Rheinland und Westfalen in Dortmund unter dem Schmidt sein. Titel Volksstimme". Als Herausgeber zeichnet Jos. Jeup, Elverjeld, Kleeblattstraße 5. müssen“ Gewerkschaftliches, Vereine. Verbotene Druckschriften: Die nicht periodische Druckschrift„ Sozialdemokratisches Liederbuch", Sammlung revolutionärer Gesänge, elfte unveränderte Auflage, London German Holzarbeiter! Schlußabrechnung der Kommission über die Coop. Publ. Co. durch den Berliner Polizeipräsidenten die nicht eingelaufenen Gelder zur Beschichung des Pariser Kongresses. Einperiodische Druckschrift:„ An die Töpfer Deutschland 3" nahme 817 M. 73 Pf., Ausgabe 494 Wi. 75 Pf., Unkosten der " Der Generalausschuß der Töpfer Deutschlands, i. A. Ferdinand letzten Versammlung vom 16. d. Mts. 34 M. 98 Pf.; bleibt ein Kaulich, j. Vorsitzender" durch den Hildesheimer Regierungs- Bestand von 286 M. Es erhielten laut Beschluß der Holzarbeiter= präsidenten. Versammlung die Böttcher Berlins 16 M. 70 Pf., die BildAufgelöst wurde: am Montag, d. 16. d. M. die öffentliche hauer Berlins 26 M. 30 Pf., die Stellmacher Berlins 30 M. Holzarbeiter-( Tischler-) Versammlung in Berlin, als der Referent, 50 Pf. Es wurden verabfolgt an den Generalstreiffonds der Herr Glocke, zum Pariser Kongreß äußerte: Alle Anwesenden Tischler 212 M. 50 Pf. Gesammtsnmme 286 M. Namens der waren sich darüber einig, daß die besten Arbeiterschutzgesetze auf die Kommission Aug. Apel, Stegliẞerstr. 91. Namens der Revisoren: Dauer dem Arbeiter nichts helfen werden, sondern daß sich die I. Schulz, Tischler, Brizerstr. 42. Petitionslisten zur Beseitigung des denaturirten Arbeiter nur eine dauernde Besserstellung durch die völlige Beseitigung der heutigen modernen Gesellschaftsordnung werde erkämpfen Spiritus zu gewerblichen Zwecken können in Empfang genommen am Sonntag, d. 22. d. M., die Versammlung der werden bei folgenden Kommissionsmitgliedern: Gustav Reuter, Gr. „ Ethischen Gesellschaft" in Berlin, nach einem Vortrag des Herrn Frankfurterstr. Nr. 128; Emil Schade, Gubenerstr. 61; Gustav MilBölsche, als Herr Schuhm. Krause betonte, daß die Arbeiter ein brodt, Adalbertstr. 94; Robert Weber, Fliederstr. 6; Karl Kurth, Recht auf Bildung haben; dieses Recht werde ihnen aber von den Schönhauser Allee 21; Friz Zubeil, Waldemarst. 73 und Robert Reichen und Mächtigen nicht zugestanden, d. h. von denjenigen, Berger, Gr. Frankfurterstr. 95. Bei letzterem werden auch frei= bei den willige Beiträge entgegen genommen. Ferner ersucht die Kommission, welche von den Errungenschaften der Arbeit leben Berliner Lithographieſteinschleifern, als Herr Schulz sich etwa wört- sämmtliche ausstehenden Sammellisten bei letzterem abzuliefern. Alle Zimmerlente, welche noch Sammel- Liste:: in Händen lich wie folgt äußerte:„ Meine Herren, auch Sie werden in kurzer Beit berufen sein, zu beweisen, ob Sie sich mit Ihren Berufsgenossen haben, werden um sofortige Einsendung ersucht von H. Jäckel, die Versammlung des Blumenstraße 19. solidarisch fühlen, um mit zu wirken Wahlvereins für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis im großen Fachverein der Kernmacher und verwandter Berufs= Saale der Bockbrauerei am Dienstag, als der Referent Mar Schippel genossen Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 28. Sept., äußerte: auch der heutige Staat als Arbeitgeber unterjoche die Ar- Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Gnadt, Brunnenstraße 38, beiter die Wahlvereinsversammlung im 4. Berliner Kreise am Versammlung. Vortrag des Herrn Fr. Krüger über:„ Altes und Dienstag, während eines Vortrages des Herrn Nob. Schmidt über Neues in der Naturgeschichte“. Der in Aussicht genommene VorSozialdemokratie und Religion" die am Sonnabend, den 21. trag des Herrn Türk über die französische Revolution ist polizeilich 5. M. tagende Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins zu nicht genehmigt worden. Eilenburg, als der Referent Herr Hofmeister- Halle die AeußeDer Arbeits- Nachweis des Fachvereins der rung that, daß man die Vermehrung der Religionsstunden deshalb Schlosser befindet sich für den Süden Dresdenerstr. 116 bei anstrebe, um das Volk auf das himmlische Manna desto besser Gründel, für den Norden Anklamerstr. 49 bei Nürnberg. In diesem Falle sind die letzteren in hohem Maße hinters verweisen zu können die Versammlung am 21. d. M. in SaalVerein der Klempner Berlins. Arbeitsnachweis bei Licht geführt worden, denn alles, was hier von.. Entschei- feld, in der Baumeister Keßler über das Koalitionsrecht sprach Stramm, Ritterstraße 123. dungen, Verhandlungen u.s. w. gefabelt wurde, ist eine reine Erfin- nach einstündiger Dauer des Referats. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für Klavierdung und trägt auch für jeden halbwegs verständigen Mann den arbeiter befindet sich Waldemarstr. 61, bei Zilm. Stempel der Lüge an der Stirn. Fachverein der Buchbinder und verw. Berufs= genossen. Montag Abend 9 Uhr Versammlung, Annenstr. 16. Vormittags 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, d. 29. September, Vortrag des Herrn Dr. Völfel über:" Leistungen und Gebrechen der alten Kirche." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. -Sozialdemokratischer Leseklub Lessing". Jeden Montag Abend 9 Uhr im Restaurant Leonhardt, Wallstraße 20, Vorlesung und Diskussion. * * * Nichts ist Wahrheit und alles ist Großprahlerei. Die französische Regierung wird diesem bezahlten Spion gegenüber die allbekannte Erfahrung gemacht haben, daß Leute, welche nichts wiffen und deshalb nichts zu berichten haben, aus ihrer Phantasie schöpfen und Beliebiges erfinden, einerseits, um sich interessant zu machen, und andererseits, um mehr Geld von ihren Auftraggebern zu erpressen. " Post" über den Spizel Foucault de Mondion. * * Wenn es Grundsatz der Unionisten( der englischen Gewerf schaften) ist, nicht mit Nicht unionisten zusammen zu arbeiten, so ist das nicht blos eine Gewaltthätigkeit gegen diejenigen Arbeiter, die sich den Unionisten nicht anschließen wollen, sondern auch gegen die Unternehmer, die in der freien Wahl ihrer Arbeitskräfte beschränkt werden. Ein dauernder Friede ist bei solcher Anmaßlichkeit ausgeschlossen, und es kann gar nicht fehlen, daß die vorhandenen Sympathien der bürgerlichen Streise, wenn dieser Grundsatz aufrecht erhalten wird, sich sehr bald abkühlen werden und ein gemeinsamer Kampf der ganzen bürgerlichen Gesellschaft gegen die Anmaßlichkeit der Arbeiter eintreten muß. * * " Verboten wurden folgende in Aussicht genommenen Versammlungen: am 22. d. M. in Probzella( Ref. Seßler) am 25. d. M. in Zwickau Bauhandwerkerversammlung ( Seßler über Koalitionsrecht) die Bergarbeiterversammlung in Lugau, in der SiegelDorstfeld sprechen sollte, während er kurz vorher in Gersdorf hatte referiren dürfen am 24. d. M. die Schreinerversammlung in Frankfurt a. M. und die Stellung des Arbeiters referiren sollte. in welcher Karl Kloß- Stuttgart über die heutige Produktionsweise Für nicht gerechtfertigt erklärt wurde in Berlin: die Auflösung bei der Mitgliederversammlung der Freien Vereinigung der Maurer. Verboten auf Grund des Sozialistengesetzes wird durch den Regierungspräsidenten von Lüneburg der dortige " Verein für volksthümliche Wahlen". Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 29. September, Abends 7/2 Uhr bei Heydrich, Beuthstr. 20 I( Haupteingang) Vortrag des Herrn Mar Baumgart. Darauf gesellige Unterhaltung. Gäste, Herren und Damen, stets willkommen. Verein der Parquetbodenleger Berlins. Montag, den 30. d. M., Abends 8 Uhr, bei Jordan, Neue Grünstraße 28: General- Versammlung. Voss. 3tg. 25. Sept. * Alle( Arbeiter-) Versicherungen sind nur neue Flicken auf das alte Kleid... Sie thun dem Grundsay, daß über Arbeit, Lohn u. s. w. nur das freie Uebereinkommen" zwischen Arbeiter und Arbeitgeber entscheidet, nichts zu Leide. Volt. 26. Sept. * * Wir müssen immer und immer wieder dagegen Protest erheben, daß die Beschränkung auf die Arbeiterversicherungen die sozialreformatorische Geseßgebung" absorbire, mit ihrem Begriffe sich decke. Mer das einfach ignorirt und einen gewissen Stillstand" der sozialen Gesetzgebung auch nur für kurze Zeit verkündigt, der kennt nicht das ABC der Sozialpolitik und versündigt sich an den nothleidenden Ständen und an dem Wohle und der Ruhe des Germania, 14. Sept. Vaterlandes. In merkwürdiger Weise vereitelt wurde eine Versamm lung in Osnabrück. Der Zug des Referenten( Abg. Meiſter) hatte sich, wohl wegen der Manövertransporte, verspätet. Die Versammlung wurde infolge dessen um eine Stunde vertagt. Nach Ablauf derselben füllte sich abermals der Saal, der Referent erschien und bald darauf wurde das Zeichen mit der Glocke gegeben. Da er flärte der überwachende Polizeiinspektor, die festgesetzte Zeit zum Beginne der Versammlung sei um fünf Minuten(!) überschritten und müsse er daher gesetzlich die Versammlung auflösen. Der ehemalige österr. Handelsminister Schäffle soll Unterstüßungsverein der Maurer im Westen Berlins. Das 2. Stiftungsfest findet am Sonnabend, den 28. d. M. im Lokale Stönigshof, Bülowstr. 37, statt. - Zentral- Kranken- und Begräbnißtasse für die Mitglieder des U.- V. D. B.( E. H. Nr. 7). Mitgliederver= Sammlung am Sonntag, den 29. Sept., Vormittags präzise 11 Uhr, in Heydrich's Saal, Beuthstr. 22, 1 Tr. I. Briefkasten. " 10 in Württemberg bei der nächsten Vacanz für einen hohen Posten Geeignete auswärtige Adressen behufs weiterer Verim vaterländischen Dienste in Vussicht genommen" sein. Wir breitung der„ Volks- Tribüne", besonders Adressen von auswärtigen wüßten auch nicht, was dem entgegenstände, nachdem Herr Schäffle Kolporteuren, bitten wir unsere Freunde an die Expedition, in feierlichen Episteln an einen Staatsmann" alle sozialistischen Oranienstr. 23, zu senden. Zur Verbreitung der Anwandlungen abgeschworen hat. Arbeiter: Bibliothek" kann Die zu lange Arbeitszeit auf den großen Gütern ist, jeder Einzelne viel beitragen, indem er in Vereinen und Versammwie ein Artikel der, Danz. 3tg." ausführt, wesentlich ein Grund, lungen auf das Unternehmen aufmerksam macht, oder einzelne Hefte warum so viele Landarbeiter in den östlichen Provinzen die großen unter Kreuzband( 3 Pfg. Porto) an Freunde und Kollegen nach Städte oder den Westen aufsuchen. Es ist durchaus nicht so selten, auswärts sendet. Besonders in Süddeutschland und in den KüstenDer Bundesrath hat in seiner Mittwochs- Plenarsißung daß der Knecht Morgens 3½½ Uhr aufstehen muß, um seine Pferde gegenden( Hamburg, Bremen, Lübeck) ist die„ Arbeiterbibliothek“ den Anträgen Preußens, bezw. Preußens und Hamburgs zu füttern und zu pußen, dann von 6 Uhr an mit Ausschluß der fast gar nicht bekannt. Politisches und Sozialpolitisches. Berliner Arbeiterbibliothek. Soeben erschienen: Heft 7: Junker und Bauer. Von Paul Kampffmeyer- Genf. 32 Seiten. Preis 15 Pfg. Inhalt: Der alte gemeinfreie Bauer. Leibeigenschaft, Auskaufen und Legen der Bauern. Der Adel verhindert alle Reformen. Selbst die Stein- Hardenberg'sche Bauernbefreiung" bedeutet eine ausgedehnte Expropriation der Bauern zu gunsten des Adels. Die Entwickelung nach 1848. " " Bestellungen sind zu richten an den Verlag der Berliner Volts- Tribüne", Berlin, Dranienftr. 23, oder an die bekannten Kolporteure. Von 10 Eremplaren an hohe Preisermäßigung. A. Borta, Schneidermeister, 20. Blücherstr. 20. 1 Tr. empfiehlt sich zur Anfertigung eleganter Herren- Garderoben zu soliden Preisen. Gestüzt auf genügende Erfahrung und Fachkenntnisse, bin ich in der Lage ein elegantes Kleidungsstück zu liefern. Lager in- u. ausländischer Stoffe. Zuschneider der ehemal. Genossenschaft. Sonntag bis Abend geöffnet. 20 Große öffentliche Volksversammlung. Montag, den 30. September, Abends 8 Uhr, im großen Saale der Bockbrauerei( Tempelhoferberg). Tagesordnung: 1. Das Koalitionsrecht der Arbeiter. Referent: Herr Rechtsanwalt Arthur Stadthagen. 2. Das Vorgehen der Puyer im Maurergewerbe. Eine recht zahlreiche Betheiligung erwartet Der Einberufer Wilhelm Kerstan, Lübbenerstr. 4. Große öffentliche Tischler- Versammlung. Montag, den 30. September, Abends 8 Uhr, in Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Tagesordnung: 1. Die diesjährigen auswärtigen Streits im Tischlergewerbe und ihre Nückwirkung auf die Verhältnisse der Tischler Berlins. Referent: Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Berlag: I. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. № 39. Zur Weltausstellung. Du wunderglänzendes Paris, Woher dein neues Leben? Wer konnte dir den Eifelthurm Aus Eisenfäden weben? Wer konnte dir auf kahlem Feld Eine neue Prunkstadt bauen? Wer sammelte der Völker Schaar, Um diesen Schatz zu schauen? Du Wunderſtadt, wer kleidet dich In diese funkelnde Pracht? Bergiß es nicht im Uebermuth: Es ist der Arbeit macht! Sie wob und spann, sie grub und wusch, Sie hämmerte wuchtige Streiche, Sie warf die Netze des Schienenwegs Weit über alle Reiche. Allein die Arbeit der ganzen Welt Mit ihren schwieligen Händen, Sie konnte dir, du stolze Stadt, So reiche Gaben ſpenden. Und was im Glanz der Sonne schwärmt, Was ist und trinkt und lacht, Vergeßt es nicht, ihr Thoren ihr: Das lebt von ihrer Macht. Doch sie, die alles Große wirkt Mit ungeahnter Stärke, Ihr ladet sie nicht zum Feste ein, Zur Freude ihrer Werke! In den Fabriken immerfort Soll sie von neuem schaffen, Und allen Reichthum, den sie schuf, Wollt ihr zusammenraffen. Du stolze Stadt, ihr Thoren ihr, gebt im Taumel Acht! Von fernher dröhnt die Erde schon: Das ist der Arbeit macht. Allüberall in jedem Land, Da sammeln sich die Massen, Die Arbeit mustert ihr rußiges Heer Auf allen Wegen und Gassen. Inmitten eurer lauten Pracht, Beim Völker- Bachanale, Sonnabend, den 28. September 1889. III. Jahrgang. einen Wink. Mit vieler Mühe ließen die beiden Männer glück, das sie betroffen, der Sohn grollend, verbittert, ein den Sarg in die Grube. Der Todtengräber stieß seine mit sich selbst zerfallener Mann. Und sein Groll hielt an, Schaufel in den aufgeworfenen Erdhaufen und entfernte sich. bis er mit eigener Hand den Bruder zur letzten Ruhe Jeßt stürzte die Frau kraftlos zu Boden, fie mußte gebettet. sich an die Erdschollen flammern, um nicht in die Grube Als er sich dann aufrichtete, fiel sein Blick auf die zu rollen. Sie schrie nicht mehr, aber sie weinte ununter- fich thürmenden Massen des Gebirges, wo seine Heimath brochen, mit ihren glanzlosen, alten Augen stierte fie in war. Die Sonne hatte das Gewölk durchbrochen und das Grab und murmelte und murmelte, und wieder warf umzog mit blauem Duft die fernen Wälder. Da trat sie den Kopf von rechts nach links, immer und immer wieder das Bild des frischen, blondlockigen Knaben, dem wieder. er Vater, Mutter, alles gewesen, vor das Auge des * * Auch der Sohn hatte sich auf die Kniee niedergelassen Mannes, die harte Ninde, welche Zorn und Groll um und die Müße vom Kopfe gezogen. Hinter dem rechten sein Herz gelegt, schmolz, er sank in die Knie und weinte. Auge lief ihm eine große Narbe die Wange herab, blut- Der Bruder hatte vergeben, vergessen. roth und mit gezackten, bläulichen Nändern. Und die Narbe glühte auf, und in dem harten, von Wetter und Sorgen gemeißelten Antlig begann es zu zucken und zu arbeiten, pfauchend kam der Athem aus der Kehle. In der Mitte des Friedhofs, dort, wo die polirten Marmorflächen der Grüfte erglänzten, stieg bläulicher Weihrauchdampf in die regensatte Luft. Gebete und ResponDer Mann dachte an seinen Bruder. Als der Vater forien ertönten, dann trat eine Schaar Männer in schwarvon einem fallenden Baum erschlagen wurde, war jener zen, glänzenden Röcken zusammen und sang ein Lied, noch ein Kind. Die Mutter mußte um Taglohn auf Arbeit gefühlvoll und herzerhebend". Aber niemand von den gehen, um Brot ins Haus zu schaffen. Niemand wartete vielen Anwesenden trocknete eine Thräne. Und doch waren des kleinen Bruders als er. Zum Greifen deutlich sah er alle diese Herren und Damen gekommen, um zu zeigen, den blauäugigen, blondlockigen Knirps vor sich, wie er ihn daß sie mit dem Geschiedenen, dessen blanken Metallsarg zum erstenmale zur Schule führte, er spürte das Krabbeln man hinabsenkte, verwandt oder bekannt waren. der kleinen Finger, die den Bruder nicht loslassen wollten und ihn am liebsten mit auf die Schulbank gezogen hätten, Ueber die klägliche Art des heutigen Genur um ihm stets nahe zu sein. Und dann, als er selbst Ueber die klägliche das Gewerbe des todten Vaters ergriffen und Holzfäller " schichtsunterrichtes geworden war, mit welcher Sehnsucht und verhaltener äußert die Freisinnige Zeitung" des Herrn Eugen Freude wartete er nicht jeden Tag auf seinen kleinen Richter: Bruder, der ihm das Essen in den Wald nachbrachte. ,, Vor uns liegen die sämmtlichen Handbücher, Und später, als Anton heranwuchs, was für ein welche auf den Berliner höheren Lehranstalten gegenprächtiger, saftstrozender Bursch versprach er zu werden! wärtig als Grundlage dienen für Ertheilung namentlich Wie wußte er die Art zu schwingen, und wie schnell und auch des Unterrichts in der neuesten Geschichte. Es sind leicht ging ihm jede Arbeit aus der Hand. Wie guckten dies beispielsweise„ Uebersicht der Weltgeschichte" von ihm die Mädchen nach, wenn der tannenschlanke Bursch Dr. E. Fischer, Professor am Königstädtischen Gymnasium, durch's Dorf schritt und wie zitterten sie vor Freude, wenn Andrae ,,, Leiter sie auf dem Tanzboden zu einem„ Dreher" oder faden der Geschichte des deutschen Volkes" von Dr. David Dreher" oder" Grundriß der Weltgeschichte" von J. C. Andrae, „ Schleifer" aufforderte! Nur in Zorn durfte er nicht Müller,„ Historisches Hilfsbuch" von Oskar Jaeger, Gymkommen. Niemand kannte ihn dann mehr, so entstellt nafialdirektor in Köln, Leitfaden zur allgemeinen Gewar sein Gesicht, so wild blickten seine Augen, wie eine schichte" von Prof. Dr. Foß, Direktor der Luisenstädtischen Raserei kam es über ihn, er wußte selbst nicht, was er Realschule in Berlin. that. Immer war es der ältere Bruder, der ihn von Wir müssen gestehen, daß wir erschrocken sind einer schwer sich rächenden Unbesonnenheit, einem Todt- über die öde, geistlose und vielfach wahrheits[ Nachbrud verboten. schlag bewahrte. widrige Art, wie in fast allen diesen Lehrbüchern die In eu'rem Paris verkündet auch sie Die Internationale. Schon dämmert still der Tag heran, Da nimmt sie all die Pracht Und schmückt damit den eignen Leib: Das ist der Arbeit macht. Ein Begräbniß. Von H. Nikolaus Krauß. 6. S. Aber das alles hätte ihn nicht ins Unglück gebracht, Geschichte der französischen Revolution von 1789 wäre nicht die schwarze Lise dazu gekommen, dieses Teu- skizzirt wird. Von den„ Greueln und Verirrungen" der felsmädel mit den flirrenden Kaßenaugen und einem Sinn, Konventsregierung, der Herrschaft der Guillotine und von Man hatte ihr gesagt, der Todte wäre bereits auf launenhaft und abwechslungstoll wie Aprilwetter. Auch Königsmord ist überall die Nede, aber ohne die Spur einer dem Friedhofe. Und so war sie denn hinausgehumpelt dem Toni hatte sie es angethan und den armen Burschen Andeutung davon, daß zu jener Zeit die fremden Heere nach dem entlegenen Acker, mit brennenden Augen und so aufgeregt und närrisch gemacht, daß er am liebsten mit im Herzen Frankreichs standen und daß der französische trampfhaft zuckender Kinnlade. Ihr ältester Sohn, ein dem Herrgott selbst gerauft hätte. Er wurde zum Ge- König mit denselben konspirirt hatte gegen die frangrauhaariger Mann mit scharfen, starren Zügen schritt ihr spötte aller seiner Kameraden, selbst die Mädchen kicherten, zösische Regierung. Direktor Foß nennt selbst die Erstürzur Seite und streckte ein um das andere Mal den Arm wenn sie an ihm vorbeigegangen waren. Nur er, der mung der Bastille im Jahre 1789 ein„ trauriges Ereigniß", aus, um ihre Eile zu hemmen, aber er vermochte es nicht. Narr, merkte nichts; und als sein Bruder ihm endlich die welches durch Demagogen von den Straßen und den KaffeeAls sie durch die gothische Halle traten, stand der Augen öffnete, und ihm das nichtswürdige Spiel der häusern veranlaßt worden sei. Was die Bastille gewesen, Knecht des Todtengräbers schon bereit. Vor sich hatte er schwarzen Here darlegte, da kehrte sich sein Zorn nicht welcher schändlichen Justizwirthschaft dieselbe als Schauplat einen zweirädrigen Handkarren, und darauf lag ein Sarg, gegen das Weib, das ihn so lange am Seile geführt wie gedient hat, davon erfahren die Schüler des Herrn Foß schlechtgestrichen, daß an den Fugen die graugelbe Natur- einen Tanzbären: mit geschwungener Art fuhr er gegen mit keiner Silbe. Vielleicht würde sonst ihre Trauer über farbe der Kieferbretter hervorlugte, eng und schmal, wie den Bruder los und schlug ihm das Eisen in den Schädel. die Erstürmung doch einigermaßen gemildert werden. der eines halbwüchsigen Jungen. Und dann kamen die Herren vom Gericht und er ,, Ueberhaupt werden in fast sämmtlichen Handbüchern Mit einem Aufschrei brach die alte Frau in die Kniee, wurde abgeführt in die Untersuchungshaft. die Ursachen der Revolution, die Greuel und Verirrungen und mit beiden Händen den Griff ihres Stockes umklam- Im Hause aber schwebte der Bruder wochenlang zwi der französischen Könige nur in der schonendsten Weise, mernd, fragte sie mit heiserer Flüsterstimme, während sie schen Tod und Leben. Als er wieder hergestellt war, rief theilweise sogar in mehrdeutigen Worten erwähnt. Fischer den Kopf in einemfort von rechts nach links warf:„ Darin man ihn vor Gericht, er sollte Zeugniß ablegen gegen erwähnt als Ursache der Revolution, daß das Vertrauen soll mein Anton sein? Mein Kind? Das so groß, so schön seinen Bruder. Und wie schnitt es ihm ins Herz, als er zum Königthum und der allgemeinen Sittlichkeit durch war? Nein. Sie belügen mich. Sie betrügen mich.. nach der Stadt und in den großen Saal kam, und den geistreiche, aber leichtfertige Schriftsteller wie VolSehen will ich ihn. Nur einmal noch, nur einmal. fahlwangigen, hohläugigen Mann sah. Das sollte sein taire aufs tiefste untergraben worden sei! Sie wußte es nicht, die Arme, daß man ihren Sohn Bruder sein!? Die Verhandlung war kurz, der Angeklagte" Die sämmtlichen uns vorliegenden Handbücher ersezirt hatte, daß man die einzelnen Stücke des Leichnams wurde zu einem Jahre schweren Kerker verurtheilt. wähnen taum des Wortes Menschenrechte" bei bunt durcheinander in den Sarg geworfen hatte, in einen Sarg, den der„ Christliche Armenverein" mit einem Kostenaufwand von siebzig Kreuzer beigestellt. 11 " Der ältere Bruder aber schritt heim, Groll und Zorn der Darstellung des Jahres 1789; feines dieser Handim Herzen über die Schande, welche man seiner Familie bücher deutet auch nur mit einer Silbe an, was unter angethan. Der Sommer verging, und der Toni kam noch diesen Menschenrechten damals verstanden wurde. Und Der Knecht des Todtengräbers wurde ungeduldig und nicht. Oft beschlich den älteren Bruder, wenn er im Walde doch war diese Erklärung der Ausgangspunkt für die Bebegann den Karren vor sich herzuschieben. Mit einem Ruck arbeitete und zu seinen Häupten der Wind in den Wipfeln schränkungen der fürstlichen Gewalt in Gesetzgebung und hatte sich die alte Frau erhoben und blickte sich nach dem orgelte und er an den Gefangenen hinter seinen Mauern Rechtsprechung durch Repräsentativverfassungen, für die BePriester um. Es war keiner hier, kein Chor- und kein und Eisengittern dachte, eine milde Regung des Verzeihens seitigung der ständischen Unterscheidungen, der feudalen und Sängerknabe, fein Leidtragender sonst als sie und ihr und Vergessens; sie ging schnell vorüber. Seine Wunde, zünftlerischen Sonderrechte, und für die Proklamirung jener älterer Sohn. Nur von weither klang der Meißel eines die war vernarbt, er dachte nicht mehr daran. Aber der Gleichheit vor dem Gefeß, wie sie in den neueren Geſeß= Steinmez: Kling... fling... klirr Groll gegen seinen Bruder war geblieben, er fraß sich in büchern und Verfassungsurkunden mehr oder weniger zur Und das unsägliche Leid und die Verlassenheit warf ihn hinein, tiefer und tiefer. Es kamen Augenblicke, in Anerkennung gelangt ist. fich auf die Frau und drückte sie in sich zusammen, wie welchen er sich einen herzlosen, zornberückten Menschen, Die Schüler der höheren Lehranstalten, welche nach der Sturm eine Weide, und machte sie aufschluchzen und schalt, in welchen es ihm unendlich schwer wurde, eine solchen Handbüchern unterrichtet werden, wie sie uns voraufschreien in verworrenen Tönen und Lauten wie ein zu mildere Regung seines Herzens niederzuzwingen. Wenn liegen, erhalten keinen Begriff davon, wie es gekommen Tode getroffenes Thier. er aber dann seine alte Mutter betrachtete, wie sie einsam ist, daß die französischen Heere um die Wende des 19. JahrUnd der Karren rollte die breite, baumbeschattete in ihrer Stube saß und stundenlang verloren vor sich hin- hunderts einen Siegeszug in Deutschland unternehmen Allee hinauf, vorbei an den prunkenden Marmordenk- starrte, dann wallte es in ihm auf und er hob die ge- konnten und vielfach dabei von der Bevölkerung als mälern der Reichen, vorbei an den schlichten Kreuzen, ballte Hand, als wollte er einen Widersacher zu Boden Befreier aufgenommen wurden." welche die Liebe und die Erinnerung gefeßt, hinauf den schlagen. lehmigen Weg, der zu dem neuangelegten Theil des Fried- Noch wenige Tage und das Jahr war um, und der hofes führte. Bruder, der Lump, kehrte nach Hause zurück. Da kam Die alte Frau weinte nicht mehr und sie schrie nicht aus der Stadt ein Schreiben mit einem großen Siegel, mehr, mit gesenktem Haupte stapfte sie dahin unter den und darin stand, daß der Anton Berggruber, nachdem er hängenden Wolken eines trüben Charfreitagmorgens, immer- längere Zeit getränkelt, eines plößlichen Todes gestorben zu, immerfort bis zu den theergestrichenen Planken des sei; an dem und dem Tage werde er begraben. Friedhofes. Der Todtengräber machte Halt, schob den Und sie gingen in die Stadt, die Mutter ganz ge= B. W. Der Staat Topia man findet ihn nicht wird beherrscht Sarg von dem Karren und gab dem Sohne der Frau brochen, aber doch ohne rechtes Verständniß für das Un- auf der Landkarte, doch auf der Erde Ein bürgerlicher Moralist über soziale Fragen. II. Die Arbeiterfrage. von Besitzern zahlreicher Handelsschiffe. Die Schiffe sind des Kleinkapitals, also zur Stärkung, Konzentration des| leistet unentbehrliche Dienste, wie diese alte Flinte nun veraltete Segelschiffe, denen leicht ein Unfall zustößt. Großkapitals, zur Großproduktion. Und die Großproduktion einmal organisirt ist." Ja freilich, wie die Produktion Unter diesem Umstande hat natürlich die Bemannung sehr macht durch Vereinfachung der Produktion abermals jeßt organisirt ist, können die Arbeiter die Mittel des zu leiden. Alle Jahre gehen topistische Schiffe unter, und Arbeiter überflüssig. Die so geschaffene industrielle Reserve- Kapitalisten nicht entbehren. Aber die sozialistische Prozahlreiche Matrosen ertrinken. In Erwägung solcher Noth armee gebiert sich beständig von neuem; denn ihre hun- buktion kennt keinen Rapitalgewinn; und das ist einer der haben intelligente Köpfe unter den Seeleuten eine Be- gernden Leute und die von deren Konkurrenz bedrohten Gründe, die für den Sozialismrs sprechen. wegung zu stande gebracht, welche auf Beseitigung der Arbeiter lassen sich von den Unternehmern eine Verlänge- Auch die Redensart vom„ Risiko" tischt Salter auf, großen Mißstände, auf Lösung der sogenannten ,, nautischen" rung der Arbeitszeit aufnöthigen, und der längere Arbeits- um den Unternehmergewinn zu rechtfertigen. Freilich giebt Frage gerichtet ist. Dieser drängenden Bewegung glauben tag macht natürlich wieder Arbeiter brodlos. Wie er zu, daß auch der Arbeiter etwas risfire und dafür nicht zahlreiche Schiffbefizer Zugeständnisse machen zu müssen. tommen wir aus diesem„ circulus vitiosus" heraus? entschädigt werde. Von ihren Anschauungen geleitet, sucht ein Prediger die Allein durch Sozialisirung der Produktion! Immerhin bedeutet ihm der Unternehmergewinn, und nautische Frage auf eigenthümliche Weise zu lösen, nämlich Salter meint, der Streik könne den Arbeitern helfen, somit vielleicht auch der Kapitalgewinn eine„ Risiko- Prämie". durch moralische Mittel. So ermahnt er die Handels- und sucht deswegen das Solidaritätsgefühl des Prole- Bugegeben: der Kapitalist riskiert, sein Geld zu verlieren, herren, ihre Schiffe nicht gar zu sehr verwahrlosen zu lassen tariats zu steigern. Zunächst ist es merkwürdig, daß so würde daraus doch nur folgen, daß er durchschnittlich und die Matrosen, Schwimmvereine zu gründen, damit ein er den Streit für etwas Nicht- Gewaltsames, dagegen ein soviel gewinnen soll, als er durchschnittlich verliert, damit jeder bei einem Schiffbruche sich retten könne. Ferner Arbeiterschutzgesetz nach dem oben angeführten Aus- er nämlich schadlos gehalten werde. Aber das Vermögen rügt er das Verhalten der Seeleute bei Schiffbrüchen; da spruche für eine Art Gewalt" hält. Was nun den des Kapitalisten bleibt nicht dasselbe, sondern wächst bedenke jeder nur an sein Leben und sei gegen seine Mit Werth des Streits betrifft, so sind wir weit entfernt, den- ständig, und oft mit unvergleichlicher Geschwindigkeit. menschen höchst rücksichtslos; es tomme sogar vor, daß selben zu bestreiten. Aber Salter überschäßt ihn. Der „ Hast du was, so wirst du bald Schwimmende um einen Balken kämpften; u. f. w. Streif vermag den Lohn einer bestimmten Arbeiterschaft Noch vielmehr dazu bekommen." Wenn ein jeder sich bessere, werde solchem Unheil gesteuert. zu heben, der Masse des Proletariats jedoch nicht nehmerdienste, laßt uns dies zugeben, sind von einer wesentReaktionär ist die Meinung Salters:„ Die UnterGegen den Moralprediger tritt nun eine Partei auf, zu helfen. Die große Streikbewegung, welche jetzt durch lich höheren Natur als die der Arbeiter, wie die Arbeit welche meint: Moralpredigten fruchten bei vorliegendem die Kulturwelt geht, und welche ihren Gipfel noch nicht des Geistes größere Wirkung hat, als die des Falle sehr wenig. Das Uebel kommt einfach von der Ge- erreicht hat, hilft vorläufig einigen Gewerken, um Körpers". Wie stimmt dazu die kurze vorhergehende brechlichkeit der Schiffe. Schicken wir drum diese elenden schließlich kaum mehr als eine nominelle, scheinbare Lohn- Aeußerung:„ Ich fürchte, diejenigen von uns, welche UnArchen zum Teufel und schaffen wir neue, widerstands- erhöhung zu erzielen. Das„ cherne Lohngeset" wird ternehmer sind, täuschen sich selbst, wenn sie denken, daß fähige Schiffe an, große Dampfschiffe, wie das Kultur- durch kein Streiken gebrochen; und solange dies nicht ge- wir infolge des Werthes unserer Dienste auf den großen volk der Utopisten solche hat. Dort in Utopia gehen schehen ist, bleibt die Lage der Arbeiterklasse schlimm. Gewinn, den wir zuweilen machen, einen Anspruch haben. die Schiffe nicht unter." Uebrigens fann ein Streit auch mit der Niederlage der Nicht ihr Werth, sondern ihre Seltenheit ist es, was ihren Der topistische Prediger heißt Salter. Wir sind Arbeiter enden; ja im allgemeinen wird das Kapital hohen Preis bestimmt seine Gegenpartei. der einfache Umstand der stärkere Theil sein, besonders wenn seine Macht noch Bufall für uns- daß nicht hundert oder tausend andere Salter ist echt bürgerlich in unsere privat- durch Koalitionen gesteigert ist. zur Hand find, welche bereit sind, dieselben Dienste zu wirthschaftliche Produktionsweise ganz verliebt; er möchte Durch Moralisiren sucht Salter ferner die Arbeiter leisten-?" sie nicht aufgeben, so sehr sie auch von unserer Seite als dahin zu bringen, daß sie denjenigen Lohn, welcher gerecht unhaltbar geschildert wird. Ihre Uebelstände hofft er da ist, nicht unterbieten. Es sollte ein Minimum des Lohnes scheidenen Gewinn zu begnügen, das übrige aber ihren Salter ermahnt die Unternehmer, sich mit einem be= durch beseitigen zu können, daß er die Leute moralischer geben, und keine Frau und kein Mann sollte eine Tages- Arbeitern zu geben; und das konsumirende Publikum ermacht. In seinem Vortrage Moralische Mittel zur Lösung arbeit irgend welcher Art für weniger als dies thun."- mahnt er, nicht so sehr nach Billigkeit der Waaren zu der Arbeiterfrage" sagt er: Was läßt sich thun? Es Ein frommer Wunsch, aber auch nur das! Denn wenn streben, weil dies Streben die Industriellen zur Schmälegiebt gewaltsame Mittel, die Arbeiterfrage zu lösen, und der Arbeiter vor der Wahl steht, für geringeren Lohn zu rung der Arbeiterlöhne antreibe. es giebt moralische Mittel, Wege des Friedens. Von den arbeiten oder Ganz abgesehen dazu verhungern, wird er das erstere von, daß Salter die Bedeutung der Konkurrenz als moralischen Mitteln will ich sprechen. Ich lasse sogar das wählen; und niemand kann ihm das übel nehmen; gegen einer oft geradezu zwingenden Macht unterschäßt, offenzur Seite, was das Gesetz in der Angelegenheit thun kann, diese Thatsache wird die Moral so gut wie nichts aus- bart sich in seinem Moralisiren die Kindlichkeit eines Jdeaobwohl ich nicht leugne, daß das Gesetz etwas thun kann richten. listen, welcher den selbstsüchtigen Leitern des Geschäftes und denn das Gesetz ist schließlich eine Art Gewalt und Als Schwärmer für die„ Selbsthilfe" verfällt Salter der Haushaltung ein prinzipielles moralisches Streben zuich frage: Was können die Menschen freiwillig thun?" natürlich auch darauf, den Arbeitern die Kooperation zu traut, weil er selbst, der edle, gemüth- und phantasievolle Da haben wir die eigenthümliche Scheu der bürger- empfehlen. Die Arbeiter sollten sich, meint er, zu Pro- Mann, täglich an die Stadt des Lichtes" mit Sehnsucht lichen Freiheitler vor Einmischung des Staatsgesetzes in duktionsgenossenschaften zusammenthun und so ihre eigenen denkt. " " " ein die Volkswirthschaft! Wie sehr Herrn Salter an der Unternehmer" werden. Salter glaubt, daß diese Methode, Wenn er schon durch persönliches Moralisiren die Erhaltung der bestehenden Produktionsweise gelegen ist, das Arbeitsproblem zu lösen, nicht eine hoffnungslose" sei. Arbeiterfrage lösen will, weshalb wiederholt er dann nicht zeigt die Aeußerung:„ Es kann feinen wirklichen Wandel Darin irrt er sich aber. Produktionsgenossenschaften inner- lieber gleich die Aufforderung Jesu: Nimm alles, was zum Bessern geben, bis ein Wandel in den Grundsägen, halb unserer Privatwirthschaft werden unter dem Drucke du hast, und gieb es den Armen!"? Weshalb verurtheilt nach welchen die Arbeit behandelt wird, eintritt. So lange der großkapitalistischen Konkurrenz vielfach ohne Gewinn er nicht wie die Urchriften, das Zinsnehmen? Weshalb es noch Zeit ist, sollten diese friedlichen und moralischen bleiben, wenn sie nicht verkrachen. Werfen sie aber einen ermahnt er zum Beispiel nicht die Koupon= Abschneider, Mittel zur Lösung der Arbeiterfrage ernst in Anwendung Gewinn ab, so kommt dieser nur einem kleinen Theil der all ihren Kapitalgewinn in eine große gemeinsame Kasse gebracht werden, zu dem Ende, daß die Benugung aller Arbeiterwelt zu gute. Zu einer großartigen Entfaltung zur Lösung der Arbeiterfrage fließen zu lassen? andern Mittel unnöthig und unentschuldbar wird." kann es die auf freier Vereinbarung" beruhende Koopera- Herr Salter forderte versuchsweise dazu auf, um zu Wegen seiner Vorliebe für die privatkapitalistische tion nicht bringen; denn der Privatkapitalismus pflegt ihr lernen, wie wenig persönliches Moralisiren sozialen Produktion und seiner Schwärmerei für rein moralische dadurch überlegen zu sein, daß er seine Arbeiter aus Strankheiten gegenüber ausrichtet, wie sehr dagegen soziale Mittel vermeidet es Salter( ich möchte sagen: mit dem beutet, während die genossenschaftlichen Arbeiter sich nicht Forderungen geboten sind. Instinkt des Bürgers), diejenigen Zustände unserer Volks- selber ausbeuten werden; auch bringt den Genossenschaften wirthschaft zu tadeln, welche das ganze System in Miß- die Ehrlichkeit ihrer Geschäftsführung manchen Schaden. kredit bringen können; das System hält er für gut; persönliche Schuld ist ihm die eigentliche Quelle des Arbeiterelends. Frauenstimmrechts- Agitation in England. Warum scheut sich Salter eigentlich vor einer radikalen Kooperation, wie sie der Sozialismus erstrebt? Jüngst erließ eine große Anzahl vornehmer Damen Mir scheint deswegen, weil er die bürgerlichen Institutionen, in England in der Londoner Monatsschrift Nineteenth Cen= So giebt er eine falsche Erklärung von der Arbeiter Kapitalismus und Unternehmerthum, nicht abschaffen möchte. tury" einen Protest gegen Frauenstimmrecht. frage, um nicht nöthig zu haben, das System des Privat: Er sucht den Unternehmergewinn zu rechtfertigen. Das Als Antwort darauf unterzeichneten 2000 Damen eigenthums zu tadeln. Die Frage fagt er ist macht er aber sehr gewaltsam. Zunächst giebt er eine aller Stände einen Aufruf für Frauenstimmrecht, der in kurz diese: Empfangen die Arbeiter einen gerechten An- falsche Erklärung des Begriffes, Arbeiter"; er sagt der Fortnighely Review" erschien; es waren Schriftstelletheil von dem Werthe der Dinge, welche sie schaffen nämlich:„ Ich verstehe darunter alle diejenigen, welche mit rinnen, Arbeiterinnen, Künstlerinnen, Geschäftsfrauen, helfen? Nicht diese ist es: Schuldet die Welt einem jeden ihrer Hand arbeiten." Natürlich ist diese Definition zu Damen aus den höheren Beamtenkreisen und dem Adel. den Lebensunterhalt? Das ist nicht die Frage eines eng. Jeder, welcher sich an der Hervorbringung von all- Unter anderen sind dabei zu finden: die Frau von Karl Arbeiters, sondern die eines Müßigängers Die gemeingültigen Werthen mit Müheleistung betheiligt, ob Blind, die Tochter des verstorbenen Freihandels- Agitators Arbeiterfrage hat Grenzen... Es giebt keine Arbeiter mit Hand oder Kopf, ist ein Arbeiter. Nachdem nun Cobden, die Schwiegertochter von Karl Darwin, die Wittfrage für eine Fabrik, welche mit Verlust arbeitet oder Salter den Begriff ,, Arbeiter Arbeiter" zu eng gefaßt hat, bleibt wen der Erzbischöfe von Canterbury und York, Frl. Thackeray, kaum die Kosten gedeckt erhält, ebensowenig wie für einen ihm allerdings Raum, um dem Unternehmer noch ein die amerikanische Sängerin Sterling; sämmtlich Personen, Schuhmacher, der sein Schild aushängt und findet, daß Pläßchen an der Tafel der Gerechtigkeit zu verschaffen. Die ihr Leben mit einem Berufe ausfüllen, während die niemand da ist, der sich Schuhe machen lassen will, oder Dabei ereifert er sich obendrein gegen uns.„ Die Sozia- Protestlerinnen lauter nichtsthuende Damen sind. für einen Zimmermann, der nach einer Stadt kommt und listen, sagt er, reden oft so, als wenn die Arbeit( d. h. Der Aufruf beginnt mit der Erklärung, daß die Antifindet, daß da nicht gebaut wird. Das Problem die Handarbeit) alles produzirte, sodaß, wenn unser Ar- Stimmrechtlerinnen Damen sind, die keine ernste Sorge der Menschen, für welche keine Arbeit da ist, das beiterwelt das gesammte Vermögen des Landes nehme, es haben und daß solchen Frauen unmöglich das Recht zu= Problem für die, für welche wirklich nichts zu thun nur nehmen würde, was ihm gebührte. Aber dies ist ein gesprochen werden kann, über das Schicksal anderer, die ist, wodurch sie der Gesellschaft dienen könnten wenn ungeheurer Irrthum. Die Frage, wie, in welcher Gestalt, um ihre Eristenz zu kämpfen haben, eine Entscheidung zu es solche giebt- ist ein Problem der Nächstenliebe, zu welchem Betrage Waaren erzeugt werden sollen, ist, treffen. Dann sagen fie:" Diejenigen, die das Frauennicht ein Problem der Arbeit; und solche Personen haben was ihren Werth anbelangt, oft die ganze Frage. stimmrecht unterstüßten, thun es nicht im Geiste des ge= Ansprüche auf uns einfach als unglückliche Mitmenschen, Der Arbeitgeber ist es, der diese leitende Thätigkeit auf wöhnlichen Widerstreites oder der Rivalität gegen die und nicht infolge irgend eines Unrechtes, das sie litten." sich nimmt; und das kostet genau soviel physische Energie Männer; sie erkennen offen und ganz die Unterschiede Welch ein Irrthum! Salter erkennt das Recht auf und angespanntes Nachdenken u. s. m." Gemach! Wer zwischen Mann und Frau an, und wünschen ganz und gar Arbeit" nicht an. Er sieht nicht ein, daß die epidemische bestreitet denn, daß die Leitung der Produktion eine wert- nicht, daß man jene Unterschiede übersehe; am allerwenigsten Arbeitslosigkeit, die industrielle Reservearmee" zu volle Thätigkeit ist? Soweit die Unternehmer ihr obliegen, wollen diese Frauen auf ihre Weiblichkeit verzichten; ste be= den wichtigsten Punkten der Arbeiterfrage gehört. Und und soweit sie bei besserer Organisation nicht überflüssig ist, gründen ihren Anspruch auf politische Vertretung der Frauen das sieht er eben deshalb nicht ein, weil er die privat- soll sie ja bezahlt werden. Aber, was die Sozialisten nicht hauptsächlich mit der bekannten Ungerechtigkeit der be= wirthschaftliche Produktion nicht beseitigt wissen will. Wollte angreifen, ist der Kapitalgewinn. Kann Salter auch den stehenden Gesetze gegen die Frauen, sondern weil die Erer die Arbeitslosigkeit beseitigen, so müßte er die Privat- Gewinn der noch dazu bedeutend ist- eines Men- fahrung aus anderen, das Wahlrecht erweiternden Gesezen wirthschaft angreifen, weil erstere aus der letzteren mit schen rechtfertigen, welcher sich an der Produktion nur gezeigt hat, daß die Verantwortlichkeit, welche mit dem Unvermeidlichkeit hervorgeht. Denn keine Privatwirth- dadurch betheiligt, daß er Geld dafür vorstreckt? Stimmrecht verbunden ist, einen guten Einfluß auf den schaft ohne Kapitalgewinn, kein Kapitalgewinn aber ohne Wird Salter etwa für den Kapitalisten jene Recht- Charakter ausübt. Die Ausschließung sonst qualifizirter grundsägliche ,, Sparsamkeit" in den Produktionskosten. Diese fertigung vorbringen, die er für den Unternehmer gelten Bürger vom Stimmrecht wegen des Geschlechts allein be= " Sparsamkeit" ruft die Maschine hervor, und die Maschine läßt, indem er sagt:„ Beide( nämlich der Arbeitnehmer sagt:" Frauen sind nicht berufen, über Landesangelegenmacht Arbeiter überflüssig. Diese Sparsamkeit drückt und der Arbeitgeber) thun, wie die Industrie jetzt ge- heiten nachzudenken oder für dieselben etwas zu thun." ferner die Löhne, schmälert also die Kaufkraft der Volks- wöhnlich organisirt ist, unentbehrliche Dienste, und Die Zulassung der Frauen zur politischen Vertretung ist masse und trägt so wesentlich zu den„ Ueberproduktionen" beide sollten gebührend belohnt werden?"-- Ein wunder- nur eine Maßregel, die politische Stellung der Frauen den bei, welche Geschäftskrisen hervorrufen und dadurch zahl- licher Gedanke! Ganz ähnlich könnte der Besitzer einer Veränderungen anzupassen, welche die geistige, erziehliche reiche Arbeiter brodlos machen. Das Streben nach hohem alten Feuersteinflinte, dem der Erfinder des Zündnadel- und industrielle Lage des weiblichen Geschlechts in der Kapitalgewinn treibt die Unternehmer, einander den Markt gewehres die Mängel der Feuerstein- Entzündung ausein- regten Zeit aufzuweisen hatte." streitig zu machen. Diese Konkurrenz führt zur Niederlage anderseßt, sagen: Was wollen Sie? Der Feuerstein . Bur Achtstundenbewegung find in den Vereinigten Staaten von Amerika seitens der Gewerkschafter und Sozialisten schon eine Reihe von lesenswerthen Flugschriften erschienen. Die zuleẞt veröffentlichte trägt den Namen Lemuel Danryid als Verfasser. Das ist augenscheinlich ein Pseudonym und läßt, wenn man die Buchstaben des Namens ein wenig verstellt, Dyer Daniel Lum, den früheren Redakteur des„ Alarm", als Verfasser errathen. Derselbe beginnt mit einer Darstellung der Ursachen, welche zur Ueberfüllung des Waarenmarktes in allen In dustrieländern der Welt führen, und zieht daraus folgende Schlüsse: 1. Alle großen Industrie- Nationen der Welt befinden fich in einer ähnlichen industriellen Lage wie die Amerifaner; sie entspringt überall denselben Ursachen. 2. Die Frage des hohen oder niedrigen Schußzolls Kinder unter 14 Jahren aus den Fabriken verschwinden Erwachsener, als es schon besitzt, um die Maschi= zu laſſen." Nun, wie man sieht, von allein verschwinden nen entbehrlich zu machen. sie nicht! * * * Zur Erläuterung fügen wir gleich hinzu: Nach§ 135 unserer Gewerbe- Ordnung dürfen Kinden unter 12 Jahren in Fabriken nicht beschäftigt werden und darf die Be: schäftigung von Kindern unter 14 Jahren( also von 12-14 Jahren) die Dauer von 6 Stunden täglich nicht überschreiten. Ein Reichstagsbeschluß vom 17. Juni 1887 ging dahin, daß bom 1. April 1890 ab die Beschäftigung in Fabriken nur Kindern über 13 Jahren, welche ihrer landesgeseßlichen Schulpflicht genügt haben, und zwar bis zum 14. Jahre nur während der auch jetzt nur zulässigen sechs Stunden täglich, gestattet sein sollte. Andere Länder gehen in dieser Beziehung bekanntlich noch weiter. In der Schweiz und in Desterreich ist die Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren in Fabriken untersagt und die selbe Forderung ist für uns selbstverständlich. * * * Obenan steht die Textilindustrie, in welcher 1761 Maschinen mit einer wirklichen Leiſtung von 33 351,9 Pferdestärken beschäftigt werden, 28,20 pCt. aller Maschinen, 34,60 pt. der gesammten Leistung. Dann kommt die Industrie der Nahrungs- und Genußmittel mit 1039 Maschinen und 10 340,5 Pferdestärken( 16,64 pCt. bezw. 10,73 pCt.); dann der Bergbau und das Hüttenwesen u.f.w. Mit der größeren Entwicklung der Industrie geht eine entsprechende Verschiebung der Bevölkerung Hand in Hand. Die Großindustrie braucht troß ihrer vermehrten Maschinerie doch auch vermehrte und besonders billige Arbeitskraft. Die Folge ist eine starke Einwanderung von bäuerlichen in industrielle Gegenden, vom Lande in die Stadt. Dasselbe Schauspiel, das England Ende der dreißiger und Die Frauenarbeit hat nach den Berichten der Ge- Anfang der vierziger Jahre bot, daß nämlich die Stadtwerberäthe ebenfalls nicht unbeträchtlich zugenommen, bevölkerung auf Kosten des Landes in rapider Weise zu3. Daß die relative Lohnhöhe in allen Industrielän- besonders in der Textil- und Zigarren- Industrie, aber auch nahm, dasselbe Schauspiel zeigt uns heute das deutsche dern nahezu gleich ist, und daß in allen Ländern Anstren- in den Ziegeleien und in der Hüttenindustrie und der In- Reich. dustrie der Steine und Erden. Wenn man als Großstädte Drte von mindestens gungen gemacht worden sind, um den Arbeitstag zu ver- dustrie der Steine und Erden. Ziffernmäßig läßt sich leider die Zunahme der Frauen- 100 000 Einwohner, als Mittelstädte die von 20 000 bis fürzen. arbeit an der Hand der Berichte nicht genau fonstatiren, 100 000, als Kleinstädte die von 2000 bis 5000, als eben so wenig erhält man genauen Aufschluß über die Landorte( Dörfer) endlich die von weniger als 2000 Einwohnern bezeichnet, so lebten am 1. Dezember 1885 von Nacht- und Sonntagsarbeit der Frauen. der Gesammtbevölkerung des deutschen Reiches in Einwohner kommt dabei nicht in Betracht. 4. Daß weder die Regierungs- Politik" noch die gegenwärtige National- Dekonomie" im Stande ist, die Frage zu lösen. 5. Daß der schreiende Nothstand in jedem Lande nicht aus dem Fehlen der Produktionskraft, sondern der Konsumkraft der Massen herrührt. Die Frage sei, wie die letztere zu erhöhen ist. Traurige Angaben über Lohnhöhen macht der preußische Gewerberath für den Bezirk Oppeln Die Broschüre giebt dann eine Geschichte der Kämpfe in seinem Berichte für 1887. für die Reduktion der Arbeitszeit in den Vereinigten Der Durchschnittslohn beträgt hiernach für 17 058 Staaten seit den dreißiger Jahren, bis zur Einführung gelernte Arbeiter in 91 Betrieben nur 648 Mark des zehnstündigen, des neunstündigen und in manchen fürs Jahr, bleibt mithin noch hinter dem Lohne zurück, Fällen auch des achtstündigen Arbeitstages, und schließt welcher für alle unfallversicherten Arbeiter auf 653 Mark damit, daß sowohl vom national- ökonomischen wie vom ermittelt ist. humanitären Standpunkt aus eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit auf vorläufig acht Stunden per Tag nöthig ist. Die Berichte der preußischen Fabrikinspektoren für das Jahr 1888. II. 21 Großstädten 116 Mittelstädten 865 Kleinstädten 1951 Landstädten 4 446 881 4 171 874 6054 629 5 805 893 den übrigen Landorten 26 376 817 Zusammen 46 856 094 Danach kamen auf die Landbevölkerung 46,3 pct., auf die Stadtbevölkerung 43,7 pCt. der gesammten EinUnter diesen 91 Betrieben sind sogar 21 Anlagen wohnerschaft des Reiches, und zwar auf die Großstädte aufgeführt, in welchen der Jahreslohn bis auf 111 Mt. 9,5, die Mittelstädte 8,9, die Kleinstädte 12,9 und auf hinuntergegangen ist und durchschnittlich nur 283 Mt. Landstädte 12,4. betragen hat! Seit dem Jahre 1871 ist der Prozentsaz der städtiSelbst für diejenigen 20 Anlagen, welche die best- schen Bevölkerung und namentlich derjenige der größeren gelohnten gelernten Arbeiter beschäftigen, stellt sich der Städte ein immer größerer geworden. Es lebten unter Durchschnittslohn für 4942 Arbeiter nicht höher als 1000 Einwohnern des Reiches nämlich in 906 Mart, d. h. auf wöchentlich 17-18 Mark! Wie Wie hat sich die Zahl der industriell thätigen Kinder gejagt, bei den Bestgelohnten! Ueberaus ungünstig stellen sich vollends die Löhne und jugendlichen Arbeiter gestellt diese Frage der nichtgelernten Arbeiter. Hier werden in 16 Bewird regelmäßig mit zuerst aus den Berichten der Getrieben Durchschnittslöhne von 210 Mark notirt. Selbst werberäthe zu beantworten gesucht. zu= sammen 54 715 85 813 wenn wir diese aber ausscheiden, weil vielleicht eine Voll1871 1875 1880 1885 Großstädten 4,8 6,2 7,2 9,5 Mittelstädten 7,7 8,2 8,9 8,9 Kleinstädten 11,2 12 12,6 12,9 Landstädten 12,4 12,6 12,7 12,4 Landorten 63,9 61 58,6 56,3 Die Frankf. 3tg." stellt folgende Uebersicht für beschäftigung nicht vorliegt, so verbleiben doch in 64 Be- Währenddem sonach die Einwohnerschaft der Landgemeinden Preußen zusammen. Es wurden in Preußen beschäftigt: trieben 6965 nichtgelernte Arbeiter, welche einen durch in dem kurzen Zeitraume von 15 Jahren mehr als schnittlichen Jahreslohn von nur 442 Mart, einen 71/2 pCt. abgenommen hat, erfuhr die Bevölkerung der Kinder jugendl. Arbeiter Großstädte einen Zuwachs von beinahe 100 pct. Wochenlohn von noch nicht 9 Mark, haben. männl. weibl. männl. weibl. Durchschnittslöhne von mehr als 500 Mt. werden Die radikale Veränderung in dem Charakter der Be1880 3181 1614 32 194 17 726 an ungelernte Arbeiter nur in einem Hochofenbetrieb, einer völkerung wird bei der Volkszählung von 1890 jedenfalls 1884 3753 1914 55 446 24 700 1886 3937 2055 53 578 24 487 84 057 Chamottziegelei, einer chemischen, Maschinen- und Tabak- in noch größerem Umfange als bisher zu Tage treten und fabrik, einer Weberei und Brauerei, einem Walz-, einem dadurch der städtischen und industriellen Bevölkerung in 1888 4019 2206 Stahl- und einem Bessemerwerk und in je zwei Zinkhütten, einigen Jahrzehnten das unbestrittene Uebergewicht sichern. Buddelwerken, Koaksöfen und Eisengießereien gezahlt. 68 513 29 501 104 239 Obige Nebeneinanderstellung zeigt übrigens die bis jezt noch nicht beachtete Besonderheit, daß in der Beschäf= tigung jugendlicher Arbeiter von 14-16 Jahren 1884 ein kleiner, aber vorübergehender Stillstand eintrat, wähentwickelte. Sprechende Zahlen. Die aus obigen Zahlen sich ergebende ungemein rasche ökonomische Entwickelung des deutschen Reichs schließt in sich eine große Vermehrung der Lohnarbeiter. Die Zunahme der Lohnarbeiter bedingt eine Stärkung des Sozialismus, Rechtsfragen. rend gerade die zu den größten Bedenken Anlaß gebende Die wirthschaftliche Umwälzung, die sich in den letzten und die nächsten Reichstagswahlen werden zeigen, daß die Kinderarbeit( 12-14 Jahre) sich ohne jede Stockung fort- Jahrzehnten im deutschen Reiche vollzog, und die daffelbe Sozialdemokratie mit der Entwickelung der Großindustrie zum industriellsten Lande des europäischen Kontinents machte, im Deutschen Reiche gleichen Schritt hält. Die Voss. Ztg." schreibt über denselben Punkt: wird durch nichts besser beleuchtet, als durch einige Ziffern, Am 23. Januar 1889 sagte der Abgeordnete Hiße im die jüngst veröffentlicht wurden. Reichstage:„ Ich konstatire die Thatsache, daß seit 1881 Unzweifelhaft giebt die Anwendung von Dampf= die Zahl der beschäftigten Kinder von 9347 allmählich maschinen einen Maßstab für die Höhe der großindustri- Die ,, Einziehung" von Druckschriften, welche einem in auf mehr als 21 000 im Jahre 1886 gestiegen ist; ellen Entwicklung eines Landes, und daß diese Entwicklung Gemäßheit des§. 28 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878( Sozia= ich konstatire, daß die überwiegende Anzahl dieser Kinder in Deutschland eine rapide ist, geht aus folgenden Ziffern sind, kann nur dann ausgesprochen werden, wenn der Thäter vor= über 10 000 in Sachsen beschäftigt ist, daß auch hervor, die in der Zeitschrift des Sächsischen Statistischen säglich gehandelt, d. h. mit Kenntniß des Verbots. Reichs- Ge= in diesem Jahre die Zahl der Kinder wieder um ca. 600 Bureaus" erschienen, und die eine Uebersicht geben über richtsentscheidung vom 15. Febr. 1889. sich vermehrt hat. Und diese Thatsachen sollen uns kein die Zahl der Dampskessel und Dampfmaschinen im KönigAnlaß sein, geseßlich einzugreifen?" reich Sachsen. listengesetz) erlassenen Verbote zuwider, zur Verbreitung bestimmt" Schnitzel. Es ist das allgemeine Schicksal der Sekten, wegen Was besagen nun die jeßigen Berichte der preußi- Diese Statistik umfaßt die feststehenden Dampfschen Gewerberäthe? Etwa einen Rückgang der Kinderarbeit? maschinen, die Lokomobilen und beweglichen Dampfkeffel, Sowohl die Zahl der Kinder im Alter von 12-14 Jahren, sowie die Schiffsdampskessel und Schiffsdampfmaschinen, ihrer Heiligkeit in hohem Grade geachtet zu werden, so wie der jugendlichen Arbeiter im Alter von 14-16 Jahren während die Uebersicht über die feststehenden Dampfkessel lange fie unterdrückt sind, und diese Achtung zu verlieren, ist gestiegen, diejenige der beschäftigten Kinder ist gegen bereits früher in der betreffenden Zeitschrift veröffentlicht sobald sie mächtig werden. das Vergleichsjahr 1886 von 5992 auf 6225, alfo um wurde. Aus dem reichen Material können hier nur einige Der Grund davon liegt nahe. Selten kommt es vor, 233, diejenige der jugendlichen Arbeiter, einschließlich der der Hauptzahlen hervorgehoben werden. daß jemand aus einem anderen Grunde in eine verbotene Kinder, von 84 057 auf 104 239, also um 20 182 ge- Am 1. Januar 1886 waren in Sachsen 6244 fest- religiöse Gesellschaft tritt, als weil sie für ihn Gewissensstiegen. stehende Dampfmaschinen vorhanden gegen 4548 am sache ist. Eine solche Gesellschaft besteht deshalb mit weniAehnlich liegen die Verhältnisse in den außerpreußi- 1. Januar 1879. Die Zahl der Maschinen hat sich also gen Ausnahmen aus lauteren Persönlichkeiten. fchen Staaten. Beispielsweise ist in Sachsen die Zahl um 37,29 pet. in diesen sieben Jahren vermehrt, Aber wenn eine Sekte mächtig wird, wenn ihre Gunst der beschäftigten Kinder in den Jahren 1886/88 9728 die der Kessel um nur 31,68 pCt. den Weg zu Reichthümern und Würden ebnet, dann drängen 10 65211 089 gewefen. Welch' ungemeinen industriellen Aufschwung diese sich weltliche und ehrgeizige Leute an sie heran, reden Die Zahl der Kinder und jugendlichen Ar- Zahlen bedeuten, wird klar, wenn man sie mit Ergebnissen ihre Sprache, richten sich genau nach ihren Gebräuchen, beiter in Fabriken in Deutschland ist heute auf früherer Erhebungen vergleicht. Ende 1846 waren erst ahmen ihre Eigenthümlichkeiten nach und übertreffen häufig rund 180 000 angewachsen. 197, Ende 1856: 550, Ende 1661: 1003 Maschinen vor ihre achtbaren Mitglieder in allen äußeren Zeichen des Macaulay. Eine Zählung im Jahre 1880, bei der allerdings handen. Noch bedeutender stellt sich jedoch die immer Eifers. neben einigen Kleinstaaten Sachsen nicht berücksichtigt stärkere Verwendung der Maschinenkraft dar, wenn man Der Wahn, daß man der Revolution am sichersten wurde, ergab 74 610 jugendliche Arbeiter in deutschen die Leistung der Maschine in's Auge faßt. Dieselbe beFabriken; 1884 war die Zahl auf 114 358 und 1886 zifferte sich am 1. Januar 1886 auf 96 382,5, am 1. Ja- durch Festhalten am Alten und durch strenge Verfolbereits auf 155 282 gewachsen. Wenn sich jetzt ein wei- nuar 1879 auf 66 410,7 und am 1. Januar 1862 auf gung der durch solche geltend gemachten Grundsäße entteres Anschwellen auf 180 000 zeigt, so fragt man sich 15 633,5 Pferdestärken, ist somit von 1862 bis 1886 gegentreten könne, hat besonders dazu beigetragen, die doch, ob die Regierung im Interesse der Volksgesundheit um 522,53 pCt. und von 1879 bis 1886 um 45,13 Revolution zu fördern und derselben eine stets wachsende nicht wenigstens auf die Aeußerung der Lüdenscheider pet. gewachsen, stärker als die Zahl der Maschinen. Die Ausdehnung zu geben. Handelskammer zurückgreifen soll, daß die weit über- auf eine Maschine entfallende Leistung betrug am 1. Jawiegende Mehrzahl der Fabrikanten„ kein nennenswerthes nuar 1886: 15,44, 1879 dagegen 14,64 Pferdekräfte. Interesse" an der kindlichen Arbeit habe. Hat doch Interessant ist der Vergleich der Maschinenleistung selbst der Geheimrath Lohmann als Vertreter der mit der menschlichen Arbeit: zur Erzeugung der 96 382,5 Reichsregierung 1883 vom Bundesrathstische die Aeuße- Pferdestärken betragenden Gesammtleistung wären 1 003 984 rung gethan, daß die natürliche Entwickelung der Ver- Menschen erforderlich, d. h. das Königreich Sachsen hältnisse über kurz oder lang dahin führen müßte, die bedürfte beinahe noch einmal soviel arbeitsfähiger * * * Die Gewalt dieser Grundsäße ist so groß, sie sind so allgemein anerkannt und verbreitet, daß der Staat, der fie nicht annimmt, entweder seinem Untergange oder der erzwungenen Annahme derselben entgegensehen muß. Frh. v. Hardenberg am 12. Septbr. 1807 an den preuß. König. Gewerkschaftliches, Versammlungen. Die Kreuz bandabonnenten -Verein zur Wahrung der Interessen der Miether des Norden Berlins. Die Aufnahme neuer Mitglieder um das Ausschreiben der vielen Adressen In Nürnberg ist in der Dynamo- Elektrischen Maschinen- erfolgt gegen ein Beitrittsgeld von 25 Pf., der Beitrag pro Monat bitten wir Fabrik wegen Maßregelung eines Kollegen Streit ausgebrochen. beträgt 25 Pf. Folgende Zahlstellen nehmen Anmeldungen und zu ersparen- wo es irgend angeht, vom 1. Oktober an Beiträge entgegen: 1. Schmidt, Stettinerstr. 2; 2. Scheyer, direkt von der Post an ft alt zu beziehen. Ueber 300 Arbeiter find betheiligt. Sendungen an den Vorsitzenden Acker- und Invalidenstr.- Ede;- 3. Tiebe, Fennstr. 7; 4. Viek, des Streiffomitees Konrad Hermann, Ohmstr. 2. III. Zuzug ist- Freie Vereinigung der Zuschneider, Vorrichter fernzuhalten. und Stepper. Versammlung am Sonnabend, den 28. d. M., Abends 82 Uhr, Alte Jakobstr. 83 im großen Saal. Vortrag des Herrn W. Werner: Die Fabrikinspektion und ihre Bedeutung für die Arbeiter. Gäste willkommen. Drechsler. Am Montag, den 30. September, Abends 812 Uhr, findet eine öffentliche Versammlung der Drechsler und verw. Berufe im Lokale des Herrn Lehmann( früher Silbers), SchwedterStraße 23, statt. Große öffentliche Schneiderversammlung. Montag, den 30. September, Abends 8 Uhr, Oranienstr. 180, in den ZentralFestsälen. Tagesordnung: Der Streit und die Plazarbeiter. Alle Schneider sind eingeladen. Der Einberufer: P. Striemer, Nixdorf. Freie Vereinigung Berliner Zimmerleute( neu gegründet). Montag, 30. b. M., Abends 82 Uhr in Krüger's Salon, Hochstr. 32a, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Statutenberathung. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29. Hamburg), Filiale Berlin 8. Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 28. d. M., Abends 81/2 Uhr, bei Paul Gottschalt, Badstr. 22. Literarische s. = ,, Christlich sozial oder das Christenthum und die soziale Frage von Sincerus. Druck und Verlag von M. Ernst, München. 8o. 14 S. Mt. 0.15. Der Zeitgeist. Monatsschrift für das soziale Leben der Gegenwart. Redaktion H. Müllerstein, Hamburg. 1889. 2. Heft. Preis 50 Pfg, Verlag von E. Jensen u. Ko., Hamburg, Raboisen 87. Wo Kreuzband aus besonderen Gründen weiter gewünscht wird, erbitten wir umgehende Nachricht; sonst nehmen wir an, daß direkte Bestellung bei der Post erfolgt ist und senden daher vom 1. Oktober ab nicht weiter. Briefkasten. Alle Berliner Abonnenten wollen beim bevor stehenden Umzug rechtzeitig ihre neuen Adressen- nicht an uns, sondern an einen passenden Zeitungsspediteur aufgeben. Unregelmäßigkeiten werden am besten dadurch gehoben, daß man die ,, Volkstr." von demselben Spe= Biteur bringen läßt, der nach der Abonnementsquittung auch die tägliche Zeitung( Volksbl. 2c.) bringt. Ein Verzeichniß der besten und neuesten, wie aber auch werthvoller älterer Bücher über die Gesammte Textilinduſtrie, Spinnerei, Weberei, Wirkerei, Seidenindustrie 2c., sowie über Hildesheim. Der Wahlvorsteher muß nach§ 15 des WahlFachverein der Steindrucker und Lithographen. Appretur, Bleicherei, Färberei und Wäscherei hat soeben die Poly- reglements den Stimmzettel uneröffnet laffen. Zuwiderhandlungen Das diesjährige Stiftungsfest( Herrenabend) findet am Sonnabend, technische Buchhandlung A. Seydel in Berlin W., Mohrenstraße 9 fönnen nach§ 108 des Strafgesetzbuches wenn die Absicht, ein den 5. Oftober, in den Bürgerfälen, Dresdenerstr., statt und sind veröffentlicht, welche dasselbe Interessenten gern fostenfrei übersendet. unrichtiges Ergebniß herbeizuführen", anzunehmen ist mit Ges Billets bei folgenden Herren zu haben: Sillier, Krautstr. 26 a; Volksbibliothek des gesammten menschlichen Wissens. fängniß von einer Woche bis zu drei Jahren bestraft werden. Friedewald, Sorauerstr. 7; Gent, Wasserthorstr. 49; Herrmann, Bar- Herr Bebel bezeichnet in einer Zuschrift an das„ Volksbl." diese W. 13. Noch nicht zur Veröffentlichung geeignet. nimstraße 21; Brall, Swinemünderstr. 4; Obier, Brunnenſtr. 88; Heftesammlung als ein reines Privatunternehmen; der Verfasser der Delsnit i. V. Ja, in Frankenberg- Mittweida.- 1884 Neumann, Brunnenstr. 101. Die nächste Versammlung findet am Sozialen Frage", Herr Schlesinger= Breslau, gehöre überhaupt im April. 2. ist nicht Kaplan, sondern, wenn wir nicht irren, 17. Oftober in Jordan's Salon statt. nicht zur deutschen Sozialdemokratie. Rechtsanwalt. Elberfelder„ Freie Presse". Wer sich für den seit 1/2 Jahren schwebenden, voraussichtlich im nächsten Vierteljahre zur gerichtlichen Verhandlung gelangenden Elberfelder RiesenSozialisten- Prozeß intereffirt und ausführliche, objektive Berichte Achtung! Sozialdemokratischer Leseklub„ Lessing". Das Stiftungsfest findet im„, Elysium" nicht statt, da der Inhaber darüber zu lesen wünscht, der abonnire beim be- sein Lokal zu Versammlungen verweigert. Dasselbe wird borstehenden Quartalswechsel auf die Elberfelder " Freie Presse", Organ für das werkthätige Volk von Rheinland und Westfalen. Einziges täglich erscheinendes Arbeiterblatt der genannten beiden Provinzen. Preis durch die Post bezogen nur 2 Mt., in's Haus gebracht 2 Mt. 40 Pfg. GENERAL- FONDS 50 BERLINER MAURER Verlag der Freien Presse“. Fr. Harm. Quittungsmarken für Krankenkassen, Vereine etc. St. B. Top BERLINS fertigt an die Buchdruckerei von Maurer, Werner& Co. Berlin S., Sebastianstr. 72. fer Oigarren u.Tabake reichhaltiges Lager bon 0. Klein. 15. Ritterstraße 15. [ 40 Daselbst Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.H.60.) Wendt's Restaurant Dresdenerstraße 116. Inh. W. Gründel. Arbeitsnachweis für Maler, Tischler, Schlosser, Buchbinder, Drechsler, Töpfer, Möbelpolirer und Sattler. Reichhaltiger Frühstücks, Mittags: und Abendtisch. Speisen à la carte zu jeder Tageszeit, fol. Preise. Vorzügliches Weiß- und Bairisch Bier. = 2 franz. Billards und 2 Kegelbahnen stehen zur Empfehle meinen Verfügung. Heute, Sonnabend, den 28. d. Mts., im Schweizer- Garten gefeiert. Die ausgegebenen Billets haben Giltigkeit. Das Komitee. Maurer Berlins! Achtung! Maurer = Geschäfts- Eröffnung Meinen werthen Freunden und Gönnern die ergebene Anzeige, daß ich in der Adalbertstraße 93, nahe der Oranienstraße ein Putz- Geschäft eröffnet habe. Ferner habe ich Ball- und Hochzeits- Toiletten zu verleihen. Außerdem führe ich mein MaskengarderobenGeschäft in der Oranienstr. 178 unverändert fort. F. Panknin. Alle diejenigen, welche infolge unseres Streiks wegen Flugblatt- Geschäfts- Eröffnung! vertheilung 2c. mit einem Strafmandat bedacht worden sind, werden dringend gebeten, sich auf kürzestem Wege bei Unterzeichnetem melden zu wollen. Im ferneren diene noch zur Nachricht, daß diejenigen, welche erst nach dem 1. September Sonnabends abends und Sonntags vormittags bei mir einlösen können. zurückgekehrt sind und sich noch nicht im Besitz einer Streikkarte befinden, fich diefelbe Wilhelm Kerstan, Lübbenerstr. 4, v. 3 Tr. 1. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstagswahlkreis. Donnerstag, den 3. Oktober, Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28. Versammlung. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Vorstandes und Abrechnung des Kassirers. 2. Statutenänderung, Neuwahl des Vorstandes. 3. Vortrag: Die gegenwärtige politische Lage. Referent: Gottfried Schulz. 4. Diskussion. Verschiedenes und Fragekasten. Zutritt für jedermann; Aufnahme neuer Mitglieder. Zu zahlreichem Besuch ladet ein. Geschäfts- Eröffnung. Der Vorstand. Allen Parteigenossen erlaube ich mir die Mittheilung zu machen, daß ich am 1. Oktober d. J. Großen, kräftigen Mittagstisch a 40 Bf. in Köpenick, Grünauerstr. 4, ein Abendtisch a 30 Pf. und bitte um geneigten Zuspruch. H. Hoffmann, Kaiserstraße 4. Auch werden dort Abonnements auf die ,, Berliner Volkstribüne" angenommen. Nürnberg. Abonnements auf die ,, Berliner Volks- Tribüne", Berliner Arbeiterbibliothek", nimmt entgegen und versichert pünktliche Zustellung Konrad Herrmann, Ohmstr. 2 III. Carl Breder, Aeußere Läufergasse 5. II. Empfehle meinen werthen Freunden und Genoffen sowie den Lesern dieses Blattes mein Cigarren- Geschäft. Carl Lehmann. Brunnenstr. 83, dicht am Humboldthain. Ein gemaßregelter Weber der Provinz sucht Stellung in Berlin. Nachrichten unter S. W. an die Erp. d. Bl. Eine leere Stube mit Kammer in der Manteuffelstraße, Nähe der Köpnickerstr., ist zum 1. Oftober zu vermiethen. Näheres in der Erped. dieses Blattes. 10 der Cigarren- und Tabakgeschäft, verbunden mit Buchhandlung eröffnen werde. Gleichzeitig erlaube ich mir die Mittheilung zu machen, daß ich Kravattennadeln( mit Bild und Text), Broschen, Manschettenknöpfe, Medaillons, Streichhölzerhülsen, Primdosen( mit Bildniß Lassalle, Mary, Hasenclever, Sträcker, Bebel, Liebknecht 2c.) in großer Auswahl und bei billigster Preisberechnung stets auf Lager führen werde, und bitte bei ev. Bedarf mich berücksichtigen zu wollen. Achtungsvoll Franz Ungering, Köpenick b. Berlin, Grünauerstrasse 4. Hierdurch zeige meinen geehrten Kunden an, daß sich vom 1. Oktober ab meine Buchhandlung und Buchbinderei in der Mariannenstr. 34, parterre befindet. R. Kohlhardt. Fachverein der Former und Berufsgenossen Sonntag, den 29. September 1889, Vorm. 10 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakob- Straße No. 48a. General- Versammlung. = Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission zur Verbesserung des Arbeitsnachweises. Referent: Kollege Körsten. 2. Diskussion. Allen Freunden und Genossen theile hierdurch mit, daß ich ein Lager von Cigarren, Cigarretten und Tabaken Ernst Arndt, eröffnet habe. Sfaligerstr. 107, Ede d. Manteuffelstr. Freie Vereinigung und Fachgenossen der Maurer Berlins und der Umgegend. Große ordentliche Mitglieder- Versammlung. Sonntag, d. 29. d. M., Vormittags 10 Uhr, in den Bürgersälen, Dresdenerstr. 96. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Vogtherr über:„ Alte und neue Volkserziehung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A.: Carl Freidank. Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Februar ab Dresdenerstraße 116, im Restaurant Wendt. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 92 Uhr Abends, Sonntags bon 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da fich die vier Kaffirer der Ortskrankenkasse der Tischler und Bianofortearbeiter Berling" verpflichtet haben, fich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich nach wie vor Waldemarstr. 61 im Restaurant Zilm, vorm. Pfister. Die Adressen ausgabe finder jeden Abend von 8-9 Uhr und Sonntage Vormittags von 10-11 Uhr unentgeltlich statt. Arbeitsnachweis der Maler früher Ritterstr. 123 bei Sodtke, jest Dresdenerstr.116( Restaurant Wendt). Jeden Abend von 8-9 Uhr( außer Sonnabend) entgeltliche Arbeitsvermittelung. 3. Stellungnahme betr. der Arbeitseinstellung in der Schwarzkopff'schen Metall- und Sonntags Vormittag von 10-12 Uhr un Quittungsmarken& gießerei wegen Maßregelung. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Kautschukstempel- Fabrik von Conrad Müller Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, Der Vorstand. [ 46 zu erscheinen. An alle Wähler zum sächsischen Landtage. empfiehlt sich allen Arbeitervereinen, suchen wir zu senden an Herrn Anfragen, Anträge und Briefe, die bevorstehende Landtagswahl betreffend, er: Krankenkassen u. s. w. Schkeuditz- Leipzig Ausführung sauber und schnell. Preislisten gratis und franko. Carl Riemann, Chemnit, Sonnenstr. 58, III. Das Komitee für die Laudtagswahlen in Sachsen. Die Bevollmächtigten der Filiale I, Verein zur Regelung der gewerb. lichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Der Arbeitsnachweis befindet sich Dresdenerstraße 116 bei Wendt. Die Arbeitszuweisung ist unentgeltlich, auch an Nichtvereinsmitglieder und geschieht an Wochentagen von 8-9 Uhr Abends, Sonntags bon 11 bis 12 Uhr Vormittags. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.