" Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Ginzelne Nummer 15 fg. Die Berliner Bolts Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 m. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 867 der Zeitungspreislifte für das Jahr 1889.) Redaktion und Expedition: S.O.( 26). Oranien- Straße 23. № 40. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Bfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Reichstagswahlen.- Wohlfahrts- EinrichSonnabend, den 5. Oktober 1889. Sie Wir kennen diese Wohlfahrtseinrichtungen! tungen und Zersetzung der Familie. Das ge- sollen es ermöglichen, die Arbeitskraft recht billig zu erbildete Proletariat II. Der Sozialismus halten. Gut! so sage man doch offen, was die Sache und die Erhöhung der Lebenshaltung. Der ist. Man sage ehrlich:„ Wir Fabrikanten brauchen billige Produktionsaufschwung in England. Sozia: Arbeiter. Wir müssen deshalb Einrichtungen treffen, die listengesetz und Rechtsprechung. die Frauen der Arbeiter von der Sorge für die WirthGedicht. Die Todte. Von Maupassant. schaft entlasten, damit sie in die Fabrik gehen können, wo Ein bürgerlicher Moralist über soziale wir ihre billige Arbeitskraft nicht entbehren wollen. Wir Fragen III.- Die materialistische Geschichts- finden es billiger, den Arbeitern einen Theil ihres Lohnes, auffaffung. Reichstagswahlen in naher Aussicht. " Ausgabe für Spediteure: " Merkur" Zimmer- Straße 54. III. Jahrgang. Die Einrichtung dieser beiden Anstalten kostete 13 626 Mart. Die Wöchnerinnenpflege" wird seit 1886 betrieben. Jm vorigen Jahre wurden darin 18 Frauen gepflegt, ihnen die Sorge für die Speisung des Mannes abgenommen und den Wöchnerinnen und Säuglingen eine sorgfältige, familienhafte Pflege gesichert. Warum soll man nicht gerne zugeben, daß in dem Knaben- und Mädchenheim" die Kinder unter bessere Leitung gestellt werden können, indem man für die der zu ihrem nothdürftigen Unterhalte durchaus erforder- Kindererziehung ausgebildete Kräfte zur Beaufsichtigung lich ist, in Einrichtungen zu geben, die sich, im großen beizieht, als dies durch die erzieherisch gar nicht ausgeausgeführt, billiger stellen, als in der kleinen Familien- bildeten und oft dafür ganz ungeeigneten Personen in der wirthschaft. Es können die Speisen billiger und besser Kleinfamilie geschehen kann? Wir Sozialisten verlangen Die Kreuzzeitung" erhält aus„ amtlichen Kreisen" bereitet werden, wenn man für 100 Personen focht, als ja dieselbe Einrichtung für alle, nicht nur für einen kleinen eine Zuschrift, in welcher es als die Absicht der Regierung wenn die Arbeiterfrau ihren kleinen Familientopf ans Theil einer Klasse. Warum soll für die Allgemeinheit ausgesprochen wird, die Reichstagssession schon vor Feuer rückt. Die gemeinsam essenden Arbeiter das nicht gut sein, was für einen Theil der Arbeiter als Weihnachten zu schließen und auf die Feststellung können also für billigeren Lohn arbeiten, als die Wohlfahrtseinrichtung" geschildert wird? Vielleicht würden des Haushaltsetats und die Sozialistenfrage zu beschränken. in der Familie speisenden. Die Beaufsichtigung der sogar die Kinder der Herren Gebrüder Heyl u. Co.,( wir Der Entwurf einer Novelle zum Straf- und zum Preß- Kinder kommt weit billiger, wenn die Kinder einer wissen nicht, ob sie welche haben) in solchen gemeinsamen geset werde dem Reichstag nicht mehr zugehen, und es großen Anzahl Familien, an einer Stelle vereinigt, unter Erziehungsanstalten besser erzogen werden, als in ihrer bestehe an beachtenswerthen Stellen die Ansicht, daß das gemeinsame Aufsicht gestellt werden, als wenn in jeder Kleinfamilie. Für hunderte von reichen Familien, alte Sozialistengeset wieder zur Berathung täme mit der Familie eine Person deshalb sich von der Fabrikarbeit die wir kennen, trifft solche Vorausseßung ohne Zweifel zu. einzigen wfentlichen Menderung te Dauer diefes fernhalten muß. Jedenfalls wird man jezt mindestens das sozialistische Gefeßes eine andere würde." terinen tönnen in einem Verlangen nach gesellschaftlicher Höherbildung der Familien Sollte eine Erledigung des Sozialistengefeßes nicht gemeinsamen Krankenhause veer verpflegt werden und nicht mehr als die Gesellschaft umstürzend bezeichnen können, zu Stande kommen, so wäre die Möglichkeit vorhanden, vor allem billiger als in den einzelnen Familien. Es wenn man diesen Versuch im Kleinen als ,, Wohlfahrtsdie Neuwahlen so früh erfolgen zu lassen, daß der werden, durch die Wartung der Kranken im großen, weniger einrichtung" bezeichnet. neue Reichstag noc einer Frühjahrs- Session einberufen Hände" der Fabrikarbeit entzogen. werden könnte, um ihm die Sozialistenfrage und andere Entwürfe vorzulegen. 04 Die Kranten, bi Also, wenn wir Fabrikanten solche Einrichtungen II. treffen, sichern wir uns die Möglichkeit, billigere Ar- Die Ueberfüllung in den gelehrten Berufen. beitskräfte zu erhalten, als wenn wir den einzelnen Arbeitern einen Lohn zu zahlen genöthigt sind, von dem sie Wohlfahrtseinrichtungen und Zersehung der sich das, was wir ihnen im großen bieten, im kleinen Familie. beschaffen können." hm. Die Bourgeoisie ist die herrschende Klasse in unserem Staate und daher hat sie eine in jeder Beziehung priviliWir haben gegen solche Veranstaltungen gar nichts girte Stellung inne. Nicht allein, daß sie das ihr zuWenn wir die glühende Begeisterung gewahren, die einzuwenden. Wir sehen in denselben nur einen weiteren stehende Recht, an der Gesetzgebung im Parlament mitdie Anhänger der wirthschaftlichen Anarchie für Eigenthum, Beweis dafür, daß die sozialistische Gesellschaft, welche die zuwirken, dazu benußt, um sich durch Zölle und andere Ehe, Familie öffentlich zur Schau tragen; wenn wir lesen, Kindererziehung, die Krankenpflege, die Hauswirthschaft Mittel die mannichfachsten Vortheile zu verschaffen- nicht wie sie diese Einrichtungen als die Grundsäulen der heuti- nothwendigerweise in ihrer Art vergesellschaftlichen genug, daß sie die ihr zukommende Steuerlast auf die argen Staats- und Gesellschaftsordnung ausgeben, und wenn müßte, eine ganz nothwendige Folge der heutigen Wirth beitende Klasse abwälzt sie hat sich auch das Privilegium wir dann die Thaten dieser„ Ordnungsmänner" ansehen: schaftsweise ist, daß unsere Gegner wider Willen gezwun in unserem Klassenstaat ausbedungen, daß die hohen bann müssen wir über die Leichtfertigkeit staunen, mit gen sind, die Familie im einzelnen, die Klein familie Staatsämter, die modernen Pfründen und Sinekuren welcher dieselben Herren diese Grundsäulen untergraben aufzulösen und an ihre Stelle die sozialistische Familie ausschließlich mit Angehörigen ihrer Kaste besetzt werden. und wegreißen. zu setzen. Wir sehen in solchen Einrichtungen eine all- Dieses Privilegium steht zwar in keinem Paragraphen " " " 1 Sie halten nur das Eigenthum für heilig, das sich mähliche Umbildung aus der heutigen wirthschaftlichen der Verfassung oder eines Staatsgesetzes, so wenig wie gerade im eigenen Besitz befindet. Sie scheuen sich nicht, Anarchie in die sozialistische Ordnung. Wir stehen den ihre übrigen das wäre ja auch eine zu unkluge Provoaber nichts destoweniger durch Wucher, Betrug, Schwindel und jede Art Hinterlift nach dieser Richtung gehenden Bestrebungen Einzelner, des fation der arbeitenden Klassen das Eigenthum anderer anzugreifen. Sie bilden zur ge- Staates, oder größerer Privatgemeinschaften nicht feindlich besteht es thatsächlich so gut, als wäre es verbrieft und meinsamen Ausplünderung der anderen Befizer Bereini- gegenüber, sie helfen uns, fie fördern uns. versiegelt. gungen, die sie" Hochpreisvereine" nennen, sie bilden Was wir bekämpfen, ist nur die Heuchelei, als ob Dieser Umstand hindert natürlich die Bourgeoisie nicht, Innungen und Fabrikantenverbände, um das Eigenthum" solche Einrichtungen Wohlfahrtseinrichtungen" für die äußerlich und scheinbar an dem Prinzip der Befähigung" der Armen, die Arbeit, sich für willkürlich gefeßte Hunger- Arbeiter wären, für die sie auf die sozialistische Idee" festzuhalten. Mit Pathos rühmt man unserer Gesellschaftslöhne anzueignen. ordnung verzichten müßten. wie der sonst so geistvolle Rudolf von TheDie Ehe ist ihnen eine Einrichtung zur Führung Zu dieser Betrachtung wurden wir veranlaßt durch ring nach, daß in ihr kein Genie, und sei es auch dem eines glänzenden Haushaltes, die sie ungescheut brechen, die Reklametrompete, welche in der Presse zum Lobe eines Proletariat entsproffen, untergehen könne, daß sich ein wenn ihre Geldmittel es erlauben, sich die Gunst einer Charlottenburger Fabrikanten ertönte und dessen Wohl- jeder, sofern er nur Begabung habe, emporarbeiten könne. Phryne der höheren Klassen zu kaufen, oder wenn es ihnen fahrtseinrichtungen" pries. Aber das sind alles nur leere Rebensarten. Jedenfalls gelingt, durch Künste der Verführung ein leichtgläubiges Mädchen zu bethören. Und nun die Familie! Welche Familie meinen denn diese Herren? Die Familien des größten Theiles des Boltes werden durch die Frauen- und Kinderarbeit schonungslos zerrissen. Besteht noch eine Familie, wenn der Mann und die Frau in der Fabrik getrennt arbeiten und die Kinder schon mit dem 14. Jahre einen selbständigen Verdienst sich suchen müssen, der sie von den Eltern unabhängig macht? Diese Familien Zerstörung scheint den wirthschaftlichen Anarchisten durchaus keine Gefahr für die Staats- und Gesellschaftsordnung zu bedeuten, sie würden sie sonst nicht so ungescheut, nicht so rücksichtslos betreiben, wenn der Kapitalprofit es verlangt. Den Gipfel der Heuchelei erklimmen diese Leute aber dann, wenn sie Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, die Auflösung der Familien der Arbeiter zum Heile des Kapitalprofites zu erleichtern, mit dem Namen ,, Wohlfahrtseinrichtungen" belegen. Wir fanden folgende Bemerkung in den Zeitungen: waren es wunderbarerweise bisher immer die Sprößlinge Die Wohlfahrtseinrichtungen, welche die chemische Fa- der hohen Geburts- und Finanzaristokratie, welche sich durch brit Gebr. Heyl u. Ko. in Charlottenburg für die ihre große Begabung für die hohen Staatskarrieren ausKinder und jugendlichen Arbeiter eingerichtet und auf der zeichneten. Daß aber die höchsten jener hohen Beamten, Ausstellung für Unfallverhütung zur Anschauung gebracht die Diplomaten in der Regel rechte Hohlschädel sind, das hat, find umfangreich und mustergiltig. Diese Wohlfahrtseinrichtungen umfassen ein, Knaben- hat uns Bismarck selbst erzählt, indem er in einem Brief heim", ein Mädchenheim" und eine Kleinkinder- an seine Frau einmal schrieb: und Wöchnerinnenpflege". " „ Ich habe nie daran gezweifelt, daß sie alle mit Das„ Knabenheim" ist eine erziehende Familiengemeinschaft, zu welcher sich die Knaben vom sechsten bis zum vier- Wasser kochen; aber eine solche nüchterne, einfältige Wasser= zehnten Jahre an schulfreien Nachmittagen täglich von 2-6 suppe, in der auch nicht ein einziges Fettauge zu spüren Kein Mensch, selbst der bös= Uhr versammeln. Hier erhält jeder sein hauswirthschaftliches ist überrascht mich Amt, welches wöchentlich wechselt, hier werden die Schul- willigste Zweifler von Demokrat, glaubt es, was für Chararbeiten gemacht, die Kinder in Handfertigkeiten unterrichtet, lanterie und Wichtigthuerei in dieser Diplomatie hier steckt." gesungen, exerzirt und bisweilen auch Theater gespielt. Kleine Belohnungen fließen in eine Sparkasse. Zur Einsegnung er= hält jeder Knabe seinen Antheil nebst Zinsen ausbezahlt und bas Leder zu seinen Einsegnungsstiefeln, die er selbst arbeitet, außerdem 30 Mart zu einem Einſegnungsanzuge. Aehnlich eingerichtet ist das„ Mädchenheim", wo die Mädchen einen forgfamen Unterricht im Kochen und in allen hauswirthschaftlichen Angelegenheiten erhalten. Nach diesem Ausspruche eines gewiß in dieser Sache urtheilsfähigen Mannes glauben wir das Geschwäß der offiziösen Presse nicht, wonach sich die Staatsregierung in Zukunft nur die„ Befähigten" aussuchen wird. Im Gegen= theil wird die lettere regelmäßig die Wahl auf den Sohn reicher, angesehener und gesinnungstüchtiger" Eltern lenken Und daß diese Eventualtiät bisher selten eintrat, dafür hat die Bourgeoisie schon durch ein Bollwerk gesorgt, welches ihr Privilegium ficherer als selbst ein Gesetz geschüßt hat: dies Bollwerk war das Gymnasium. wenn diesem auch ein zehnmal klügerer und begabterer| bewerben lassen. Durch diesen Umstand droht dem Gym-| rathe von Tuch oder Leinwand enthaltenen Arbeit„ gesellSohn eines schlichten Handwerkers gegenübersteht. nafium das Verhängniß, seinen Charakter, Schule der herrschaftlich- nothwendig" gewesen. Der Kapitalismus hat im schenden Klasse zu sein, zu verlieren. Es ist das nach Verhältniß von 100 zu 1 Arbeit vergeudet. Um 1 Theil der Ueberfüllung in den gelehrten Ständen die zweite Wir- Werth zu erzeugen, sind 99 Theile Werthsubstanz vertung unserer wirthschaftlichen Entwickelung auf dem Ge- nichtet worden. biete des modernen Bildungswesens. Das ist es, was im gegenwärtigen System der ReichDer Zweck des Gymnasiums nämlich war nicht etwa, Je weiter nun aber diese Entwickelung fortschreitet, je thumsproduktion Tag für Tag praktizirt wird. Die Wirthwie man glauben möchte, auf die Universität vorzubereiten, mehr wird das Gymnaſium ſeines ursprünglichen Charak- schaft von heute bethätigt sich hundertmal mehr als Entsondern die Schule der herrschenden Klasse zu sein. ters entkleidet. werthungs-, denn als Wertherzeugungsprozeß. Auf dem Gymnasium sollen die regierenden" Stände Wenn ein großer Theil des Kleinbürgerthums„ an- Nein, um sich eine Vorstellung bilden zu können, wie herangebildet werden", heißt es in einem Regierungsreskript tike Bildung" hat, dann ist der Werth der letzteren für die viel Reichthum und Genuß die Welt, die der Proletarier Bourgeoisie dahin. Wenn die Kenntniß der alten Sprachen zu gewinnen hat, jedem einzelnen darbieten wird, darf man Als Schule der Privilegirten hat das Gymnasium auch Gemeingut einer anderen Klaffe als der herrschenden wird, nicht die armselige Reicht humsproduktion von heute noch das Privilegium, allein zum Studium aller wenn die sie auszeichnende Bildung auch im Befiße einer heute in's Auge faffen. Ganz abgesehen von der EvenUniversitätsdisziplinen und zum Einschlagen aller höheren niederen Klasse ist, dann sinkt sie dadurch auf das Niveau tualität weiterer Verbesserungen der Technik, können wir Staatskarrieren zu berechtigen, obgleich es nur in sehr dieser Klaſſe herab. Kommen in die Studentenschaft viele getrost behaupten, daß die sozialistische Organiſation der mangelhafter Weise darauf vorbereitet, so daß, arme Teufel hinein, so sinkt sie in ihrer Gesammtheit von Arbeit aller für alle schon mit den heutzutage gegebenen wie die Realschulmänner nachgewiesen haben, dies Monopol der Höhe ihrer sozialen Stellung herab; der Student Hilfsmitteln nicht bloß zwei, drei oder viermal so viel durchaus unberechtigt ist. verliert mit der Zeit seinen priviligirten Cha- Werthgegenstände, Reichthumselemente, dem einzelnen Menschen gewähren kann, als solche mit dem durchschnittlichen Arbeitslohn zur Zeit gekauft werden können. vom Jahre 1818.1) Und in der That, was hat denn der Kultus der rakter und nimmt einen proletarischen an. todten Sprachen mit der Verwaltungslehre, dem höheren Die Reaktion, welche sich gegen diesen naturnothwenBaufach, der Forstwissenschaft zu thun? Die auf den heu- bigen gesellschaftlichen Prozeß in den Korps mit Bändchen, tigen Gymnasien erworbene Bildung hätte wohl für das Käppi, frisirtem Haar und arrogantem Wesen geltend macht, Universitätsstudium vor 2-300 Jahren in geeigneter Weise ist nur als die Absonderung eines Krankheitsstoffes, als vorbereitet, als noch die Disziplinen in lateinischer Sprache eine Eiterbeule aufzufassen, welche der gesundende Körper vorgetragen wurden; heute aber, wo unsere Wissenschaften ausscheidet. Je früher und schneller die Studentenschaft wirkliche Wissenschaften geworden sind, wo sie sich auf das sich ihres priviligirten Charakters entkleidet und sich in das Experiment und die empirische Forschung und nicht mehr gefürchtete Gelehrtenproletariat" verwandelt, desto eher hat auf die Anekdoten und Fabeln der alten„ klassischen" auch die Ueberfüllung in den gelehrten Berufen ein Ende. Schriftsteller gründen, heute wo zum Studium logisches, flares Denken, aber kein Latein und Griechisch nothwendig = Der Kapitalismus verarmt die Massen, um wenige zu bereichern. Der Sozialismus will, kann und wird alle reich" machen. ift, heute ist auch die Gymnasialbildung als Vorbereitung Der Sozialismus und die Verbesserung der Jahrhunderts der Kohle und des Eisens, kurzweg des zur wissenschaftlichen Beschäftigung keinen Pfifferling mehr werth. verscheuchen. Lebenslage des Volkes. Der Aufschwung der Produktion in England*). Unter den verschiedenen Bezeichnungen, welche man unferem Jahrhundert gegeben, hat wohl am besten die des ,, eisernen Jahrhunderts" gefallen. Es ist interessant, die Entwicklung dieser beiden Stoffe zu verfolgen, auf welchen heutzutage die ganze menschliche Industrie beruht. Man lese folgende Tabelle, welche die Produktion von Kohle und Roheisen im Vereinigten Königreich') seit 1854 veran= nv. Von dem möglichen Umfang der Verbesserungen in Zwar faselt man noch immer von der unvergänglichen Schönheit der antiken Schriftdenkmäler, von ihrem hohen Lebenslage und Lebensgenuß, welche der Sozialismus dem Bildungswerth. So wenig wir nun das auch bestreiten einzelnen Menschen in Aussicht stellt, obwalten selbst in wollen, so ändert das doch nichts an unserem Saße, daß gefinnungsgenössischen Kreisen noch unklare Vorstellungen, schaulicht. die Gymnasialbildung nicht mehr praktisch werthlos ist, die der Größe des Siegespreises ganz und gar nicht sondern sogar schädlich auf die ihr unterworfene Jugend nahe kommen. Freilich kann man auch den jüngsten Schüler der sowirkt. Bestände daran noch ein Zweifel, so müßte ein Blick auf das Treiben der Studenten genügen, um ihn zu zialistischen Lehre nicht mit jenem oft zitirten Kalauer Rothschilds verblüffen, der bekanntlich darin gipfelt, daß der Anstatt des vielgepriesenen„ Idealismus“ bringen die Kommunist" Theilung" verlangt und dabei der einzelne Herren Gymnasialabiturienten gewöhnlich eine streberhafte von den vierzig Millionen Deutschen" aus den„ vierzig Gesinnung, einen unreifen Charakter und rohen„ Materia- Millionen Thalern" des Frankfurter Krösus mit einem lismus“ mit auf die Hochschulen. Die reichen Korpsstudenten, Thaler" abgespeist wird. Wohl aber kommt es immer noch vor, daß die vom die in den„ besten" Familien aufgewachsen sind und deren Faulheit und Liederlichkeit bereits sprichwörtlich geworden Sozialismus zu erwartenden Berbesserungen insofern unterist, liefern mit ihren Bierwänsten" gewiß einen sehr greif- fchäßt werden, als das Lohneinkommen des Arbeiters von baren und gewichtigen Beweis dafür, daß auf den Gym- heute bloß mit dem heutzutage realisirten Werthe naften wissenschaftlicher Sinn eher getödtet als geweckt der Produktion verglichen wird. Mit anderen Worten: wird. Rauchen, Reiten, Kneipen, Ballet, Kindereien mit man findet, daß der Erlös aus dem Verkauf der Arbeitspelt, in manchen Fällen dreiBändchen und Käppi, und nächtlicher Unfug- das find produkte dem Kapitalisten " Gymnasiasten offen stehen. werde. " Jahr Kohle Zahl der geförderten Tonnen 65 000 000 Roheisen Zahl der erzeugten Tonnen 3 100 000 4.700 000 1854 1857 • 65 000 000 3 600 000 • 1860. 80 000 000 3 800 000 1864 93 000 000 1866 101 000 000 4 4 500 000 1867 104 000 000 . 4 700 000 1870 .. 110 000 000 5 900 000 1872 .123 000 000 6 700 000 1873 127 000 000 . 6 500 000 • 1874 125 000 000 6 000 000 4 1877 .134 000 000 6 600 000 1880 7 700 000 1883 1885 + 1886 147 000 000 164 000 000 159 000 000 157 300 000 8 500 000 7.400.000 7 000 000 Die Kohlenproduktion Englands hat sich demdie Dinge, die Reiz für den fünftigen Geheimen Nath und oder viermal so viel einvringt als die Arbeiter an Lohn Reichsgerichtsrath haben. Mit Fug und Recht hat man ausgezahlt erhalten: und darauf kommt man zu der Schluß- nach in den 29 Jahren von 1854 bis 1883 um schon behauptet, daß der sich aus den höheren Ständen folgerung, daß die Abschaffung des Systems der Profit- 150 Prozent gehoben; seither ist sie wohl etwas zurückrekrutirende Theil der Studenten zu den sittlich ver- macherei den Lohn der Arbeit, im Vergleich zum heutigen gegangen, hat aber in 1887 wieder zugenommen und tommensten Elementen unserer Gesellschaft zählt. Stande, auf das doppelte, dreifache oder vierfache erhöhen bereits die höchsten bisherigen Ziffern überstiegen. Eine Produktion von 160 bis 170 Millionen Tonnen jährlich Und zahllos sind die Klagen der Professoren über die Bloß um so viel? Darin liegt ein Irrthum, ist für das Vereinigte Königreich eine so phänomenale, Faulheit besonders der die Jurisprudenz und Medizin tu- dem wir wieder einmal, wie schon oft, mit einigen Hin- daß die Befürchtungen vor einer baldigen Erschöpfung der direnden Jugend Disziplinen, die bekanntlich nur den weisungen entgegentreten. englischen Kohlenminen leicht erklärlich find. In Belgien Von den vielen Gesichtspunkten, die hier in betracht zeigen sich bereits bei einigen Kohlenminen Symptome der Man sollte denken, daß gerade diese Zustände zur tommen, erinnern wir an folgende: Erschöpfung, aber für England ist eine solche, nach dem Genüge die Unbrauchbarkeit, ja Schädlichkeit der Gymnasial- Der im fapitalistischen System erzeugte Neichthum ist Ausspruche von Fachmännern auf absehbare Zeiten nicht bildung in ihr richtiges Licht seßten. Wenn aber trotzdem schon deshalb nur ein kleiner Bruchtheil des Reichthums, zu befürchten, ganz abgesehen davon, daß neue Erfindun das Gymnasium die meisten ,, Berechtigungen" befißt, so den die sozialistische Produktionsordnung selbst bei dem gen, wie z. B. Verbesserung der Dampftessel, den Kohlensollte jeder daran erkennen, daß diese ihren Grund nicht in der vorzüglichen, durch dies Institut vermittelten Bil- weil der Kapitalismus an sich gleichbedeutend ist mit fräfte, wie die Elektrizität, die Kohle zu verdrängen bein der vorzüglichen, durch dies Institut vermittelten Bil- gegenwärtigen Stande der Technik hervorbringen könnte, verbrauch relativ einzuschränken und neu exploitirte Naturdung haben, sondern daß sie aus dem Charakter des Gym Planlosigkeit, Unvernunft, mit vollständiger Anar- ginnen. Man hat wohl immer tiefer bohren müssen, aber nafiums als Schule der, regierenden Stände" herzuchie im Produktioswesen. Seine größte Force äußert die Kunst des Ingenieurs hat offenbar größere Fortschritte das System doch gerade darin, daß es, um des Profits gemacht. leiten sind. Und gerade weil das Gymnasium die Schule der halber, durch Herabdrückung der Arbeitslöhne und daher Die Roheisen- Produktion hat sich im Vereinigten Bourgeoisie par excellence fein soll, darum kann es vom rührende Beschränkung der Konsumtion eine mehr oder Königreich beinahe proportionell der Kohlenproduktion verKultus der todten Sprachen nicht lassen, darum muß es minder bedeutende Stockung der Produktionsthätigkeit be- größert. Von 1854 auf 1886 beträgt die Vermehrung die Bourgeoissöhne in gänzlich werthlosen Gegenständen wirkt und Millionen von Reichthumserzeugern zu uner- 130 Prozent. 1883 war der Höhepunkt, damals betrug unterrichten, und in ihnen jeden wissenschaftlichen Sinn er wünschter Muße verurtheilt. die Vermehrung 180 Prozent; von da ab tritt eine rücksticken. Die herrschende Klasse muß ihren Nachwuchs ebenso Ganze Bibliotheken könnte man schreiben, um all jene läufige Entwicklung ein, erst 1888 und 1889 zeigen deutblafirt erziehen wie sie selbst ist, muß dafür sorgen, daß Thatsachen aufzuzählen, welche das gegenwärtige System lich einen Aufschwung. er mit den auf der Schule erworbenen Kenntnissen nichts der Reichthumsproduktion als ein Chaos der Kraftver- Neben der Kohlenproduktion ist auch der Kohlenerport anfangen kann. Denn wie mit der Mode so ist es auch schwendung, Stoffverwüstung und Reichthumszerstörung Englands enorm gewachsen. Im Jahre 1854 betrug er mit der Gymnasialbildung. Die herrschende Klasse will erkennen laffen. 4 300 000 Tonnen im Werthe von 53 Millionen Frcs., sich vor der unterdrückten auszeichnen, die Frauen der Der aller- absurdeste Widerspruch im System der kapi: er hat sich allmählich gehoben im Jahre 1867 auf mehr Bourgeoisie thun das durch fortwährendes Wechseln ihrer talistischen Reichthumsproduktion besteht aber darin, daß als 10 Millionen Tonnen und 135 Millionen Frcs., im Roben, damit sie ja nicht dasselbe Kostüm tragen wie die die Erzeugung von Werthen- Neichthums- Elementen Jahre 1882 auf fast 21 Millionen Tonnen und 240 MilFrauen des Kleinbürgerthums, die Männer zeichnen sich hier stets Hand in Hand geht mit Bernichtung des lionen Frcs.; im Jahre 1886 überſtieg er 23 Millionen durch antike Bildung" aus, ein Luxus, den sich der KleinWerthcharakters der Produktionsresultate. Wie unsere Tonnen und 245 Millionen Fres. Troß dieser kolossalen bürger nicht gestatten kann; er sieht sich darauf angewiesen, geser wissen, ist„ Werth" nichts anderes als vergegenständ- Entwicklung beträgt der Kohlenerport Englands noch immer seine Kenntnisse praktisch zu verwerthen. Dafür aber lichte aesellschaftlich- nothwendige Arbeit. Der Werth nicht mehr als ein Siebentel der Produktion; sechs Siebentel hat er auch keine„ foziale Stellung", ist nicht geſellſchuit jedes Produktes, und damit der Gravitationspunkt des werden im Lande selbst verarbeitet. lich geachtet" wie der Bourgeoissohn, der auf dem Gym Preises jeder Waare, richtet sich nicht nach dem Quantum Auch für das Roheisen macht der Erport bloß ein nasium sich an den klassikern gebildet, d. h. mit Ueber der in dem betreffenden Gegenstande überhaupt verleiblichten Siebentel der Erzeugung aus, nämlich 1040 000 Tonnen jezungen feinen Cicero oder Xenophon nothdürftig gelesen Arbeit, sondern bloß nach demjenigen Arbeitsquantum, Export im Jahre 1886 gegen 7 Millionen Produktion. hat. Mag das Proletarierkind das Bourgeoissöhnchen an welches gemäß dem allgemeinen Stande, sowohl der Pro- Man hat wohl die Engländer oft als spezifische Geist und Kenntniß weit überragen- wenn es feine buktionskraft als auch des Konsumtionsbedarfes nothwendig Baumwoll- Industrielle bezeichnet und Manchester als ,, klassische Bildung" genossen hat, so bleibt es doch nur ist. Wenn Tuch, Getreide, Bücher auf dem Weltmarkt er- Metropole des englischen Gewerbefleißes betrachtet. Wenn ein ,, Halbgebildeter". Diese Schranke der„ klassischen Bildung" nun hat scheinen, dann fragt es sich nicht bloß, ob bei Herstellung man die nachfolgenden Zahlen durchsieht, bemerkt man, klaſſiſchen Bildung" nun hat dieser Waaren in bezug auf Maschinerie und Arbeits- daß sich die Baumwollindustrie im laufenden Halb- Jahrdas Kleinbürgerthum mit der Zeit niedergerissen; aus methoden den zur Zeit geltenden technischen Anforderungen hundert nicht so raich entwickelt hat als die Eisen- und den im vorigen Artikel entwickelten Gründen hat es einen Rechnung getragen wurde; nein, es fragt sich auch, ob die Kohlenindustrie. Man lese die folgende Tabelle, welche Theil seiner Söhne auf das Gymnasium gefchickt, studiren Quantität im Angebot dieſer Waaren der Nachfrage des und mit den Bourgeoissöhnen sich um die Staatsämter Marktes, d. i. dem gesellschaftlichen Bedarfe angemessen iſt.*) Wir haben nach einem französischen Blatte diese Statistik " 1) Vergl. O. Perthes: Die Mitschuld unseren höheres Schul- Nehmen wir an: es ist hundertmal mehr Tuch oder Lein- wiedergegeben, die zeigt, wie selbst in der unfähigen kapitalistischen wesens an der Ueberfüllung der gelehrten Ständen. 1889. S. 16. wand produzirt worden, als im Markte Absatz findet, so Produktion der„ Reichthum" steigt. S. auch den vorhergehenden ist nur der hundertste Theil der in dem gesammten Vor- 1) England und Wales, Schottland und Irland. Gotha, Perthes. 1889. Artikel. die in England importirten Mengen Rohbaumwolle wiedergiebt¹): Jahr Mengen Hundredweights²) Jahr 1854 7 900 000 1870 1857 8 700 000 1871 1860 12 400 000 1875 1861 11 200 000 1878 Mengen Hundredweights 12 000 000 15 900 000 13 300 000 12 000 000 1862 4 700 000 1881 15 000 000 1864 8 000 000 1885 1865 8 700 000 1886 12 700 000 15 300 000 1866 12 300 000 Es gehört nun aber zu den landläufigen Gedanken-| schaftlichen Widerstand zu finden, läßt die Sozialdemokratie losigkeiten und logischen Trugschlüssen, aus dem revolu- ihre Standarten vorschieben und die Grenzpfähle ihres tionären Charakter der sozialdemokratischen Grundlehre auch Herrschaftsgebietes weiter hinausrücken. Auf der einen die Nothwendigkeit der Anwendung revolutionärer Mittel Seite wird eine wirksame(?) wissenschaftliche(?) Bezu deren Durchführung zu deduziren und mit dem Saße kämpfung der Sozialdemokratie auf dem Gebiete ihrer die Köpfe zu verwirren, die Sozialdemokratie vermöge nur Agitation verhindert, auf der andern aber sorgt eine oftauf dem Wege des gewaltsamen Umsturzes zum Siege mals geradezu unglaublich rigorose Handhabung des zu gelangen. Die radikalsten, einer früheren Zeitepoche un- Sozialistengesetzes für ihre intensive Kräftigung. möglich scheinenden Umwandlungen können die Geschichte Die Hauptstärke der Sozialdemokratie liegt in der ist reich an Belegen dafür auf dem legalsten Wege Kritik des Bestehenden; sie kann hier ihre Beweisführung In dem Zeitraum von 32 Jahren also hat sich der der Welt, dem der Gesetzgebung, zu Stande gebracht mit realen Faktoren stüßen und die Massen um so eher Import von Roh- Baumwolle in England nicht verdoppelt. werden, wenn und nachdem eine jeßt nicht einmal dunkel überzeugen, als diese die gerügten Mängel vielfach an sich Die Schafwolle dagegen zeigt eine folossale industrielle geahnte thatsächliche Veränderung der äußeren Verhältnisse selbst verspüren und deshalb der sozialdemokratischen Entwicklung in England und einen bedeutenden Preisfall. und der Richtung des öffentlichen Geistes eingetreten ist; Kritik mit instinktivem Verständniß entgegen kommen. Die Die enorme Entwicklung der Schafwoll Produktion ist ein dann bedarf der Uebergang zu den neuen Formen nicht Praxis des Sozialistengesetzes hat sich nun nach und nach Charakteristikum unserer Zeit, ein Phänomen, das wohl mehr des großen, ja ungeheuerlichen Schrittes, den wir daran gewöhnt, in sozialdemokratischen Preßerzeugnissen bloß eine transitorische Bedeutung hat, dessen Endigung heute im Hinblick auf die jetzt noch bestehende Lage der und rhetorischen Ergüssen strafbare Umsturzbestrebungen man aber nicht vorausberechnen kann. Viele der Civili Dinge für nothwendig erachten. Was heute unmöglich zu erblicken, wo in Wahrheit keine zu finden sind und sation neu gewonnene Länder, auf welche sich die europäi- scheint, ist es nicht auch in absehbarer Zeit, und man dadurch den gesunden Sinn der Massen gezwungen, sich sche Auswanderung und europäisches Kapital in den legten darf nie vergessen, daß die Gesellschaftsordnung und ihre für das Vorgehen der Behörden eine natürliche Erklärung Jahrzehnten geworfen haben, wie Auftralien, Argentinien, Fundamente fein stabiler Organismus sind, sondern einem zu suchen. Ist es dann unbegreiflich, wenn die Auffassung Uruguay, Südafrika stehen eben noch auf dem Standpunkt beständigen Fluß und einer immerwährenden Umwandlung zur Geltung kommt oder mit Leichtigkeit hervorgerufen der Heerdenwirthschaft. Gewiß werden sie eines Tages unterworfen bleiben, einen Entwickelungsprozeß durchmachen, wird, daß eine offene Darlegung der vorhandenen Schä= Agrikulturländer werden, aber, wer weiß, wie lange das der allerdings einer nur auf die Gegenwart beschränkten den nicht geduldet werden solle? Naturnothwendig Betrachtung unbekannt bleibt. erwacht in Folge deffen ein tiefes Mißtrauen gegen ReEs kommt mir im Hinblick auf die Handhabung des gierung und Besitzende... während sich anderseits um Sozialistengefeßes, welche, wie wir sehen werden, vielfach die Sozialdemokratie der Nimbus bildet, daß sie allein den sozialdemokratischen Bestrebungen ohne Weiteres jede Verständniß für die Leiden der Armen und den Muth Möglichkeit einer legalen Realisirung abspricht, nur auf und Willen, ihnen zu helfen, habe, und daß sie nicht bloß die Zurückweisung dieses Saßes an. helfen wolle, sondern auch könne. noch dauern kann. Die nachfolgende Tabelle giebt die in England im portirten Mengen von Schafwolle und die Preise: Jahr Millionen engl. Pfund Werth des engl. Pfundes in Pence 1854 105 000 000 14,7 1860 145 000 000 17,8 1864 204 000 000 18,0 1868 251 000 000 14,3 1870 259 000 000 14,4 1871 319 000 000 13,3 1877 406 000 000 14,4 1880 461 000 000 13,6 1884 518 000 000 1886 592 000 000 12,1 9,1 1887 573 000 000 " Ich kann mich für meinen Standpunkt auch auf den Sie erobert so Herz und Gemüth der Massen Gesetzgeber selbst berufen, der in dem Sozialistengeset und damit das Vertrauen, welches sie einer scharf wissennicht die sozialdemokratischen Bestrebungen schlechterdings schaftlichen Begründung ihrer organisatorischen Zukunftsim Auge hat, sondern, wie ausdrücklich bestimmt ist, nur projekte enthebt(?). Ihre Lehre wird zum Evangelium, die auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesell- zu einer Religion der Armen und Enterbten", welcher schaftsordnung gerichteten und in einer bestimmten Weise eine engherzige und kleinliche Polizei zu dem wirksam sten zu Tage tretenden. Mittel der Propaganda, dem Martyrium der Wir werden Gelegenheit haben, auf die einzelnen Ueberzeugung, verhilft. Im günstigsten Fall kann man dem Sozialistengeset Der Schafwoll- Import hat sich demnach in England Bestimmungen in den folgenden Kapiteln, welche uns zeigen während der legten 32 Jahre mehr als verfünffacht. sollen, wie wenig die Praxis den Standpunkt des Gesetz- einräumen, daß es die Ausdehnung der Sozialdemokratie Gegenüber 1864 ist der Preis um 50 Prozent, gegengeset will, was es nicht kann: einer so gewaltigen deffen Aeste beschnitten werden, wird ſtammiger; er ſchlägt gebers eingehalten hat, näher einzugehen. Das Sozialisten der Breite nach etwas verlangsamt. Der Baum aber, über 1870 unt 35 Prozent gefallen. Nun wollen wir noch den Schiffsbau betrachten, Strömung, wie der sozialistischen, vermag man mit dem um so kräftigere Wurzeln in das Erdreich, und unaufhalt= Nun wollen wir noch den Schiffsbau betrachten, welcher von so maßgebender Wichtigkeit für die wirthschaft- mechanischen Mittel der Ausdehnung der Polizeigewalt sam brechen neue Schößlinge nach den Seiten hin aus. - und die Praxis will, was Der Sozialismus wird tiefer in den Organismus des liche Entwickelung der Menschheit ist. Nachfolgende Tabelle nicht Einhalt zu gebieten fie nicht foll. sozialen Körpers eingetrieben, und während die polizeiliche giebt die Tonnenzahl der in den einzelnen Jahren erbauten Schiffe: Wenn man den Polizeibehörden auf die Finger Heilkunst den geringfügigsten Hautausschlag auf dessen schaut, so wird man sich der Ueberzeugung nicht erwehren Oberfläche mit glühenden Zangen behandelt, frißt die können, daß manchmal Vereine, Versammlungen und soziale Krankheit" nach Innen um so lustiger weiter. Schriften ohne sozialdemokratischen Inhalt verboten werden Eine wachsende Erbitterung und Verbitterung der Massen wegen ihrer oppositionellen Haltung überhaupt. erweitert die Kluft zwischen den sich entfremdeten ProleEs ist leider keine Seltenheit, daß in den Augen einer tariern und Nichtproletariern, man versteht sich schließlich oft unbeschreiblich turzsichtigen Polizei eine ent- nicht mehr, mißtraut sich aber gegenseitig und unterschieden demokratische Forderung als eine sozial- schiebt fich böse Absichten und Ränke; immer düsterer demokratische und eine energische Bekämpfung der jeweiligen wird die Perspektive auf eine friedliche Lösung der Regierung und ihrer Politik als eine auf den Umsturz brennenden Frage. des Staates und seiner Verfassung gerichtete Bestrebung erscheint und behandelt wird. Das polizeiliche Verbot der demokratischen Berliner Volkszeitung" ist einer von den vielen Belegen für die bureaukratischen Exzesse einer das Sozialistengeset loyal" handhabenden Polizei. Jahre Segler 1854 133 000 Dampfer 64 000 1855 242 000 81 000 1860 158 000 54 000 1864 272 000 159 000 1869 231 000 123 000 1870 117 000 226 000 1871 56 000 298 000 1872 55 000 338 000 1874 187 000 334 000 1880 57 000 346 000 1881 92 000 409 000 1882 146 000 521 000 1883 147 000 622 000 1886 138 000 154 000 1887 81 000 225 000 Wenn man bedenkt, daß 1 Tonne eines Dampfers " Politisches und Sozialpolitisches. Der Reichstag tritt, wie nationalliberale Blätter lange im Effekt etwa 3 Tonnen eines Sealers gleichsleht, so Die Polizeibehörden sollten vor allem wissen, welche vorher schon angekündigt hatten, am Dienstag, 22. Dfkann man sagen, daß von 1870-1880 die alljähr- Momente einer Bestrebung den Charakier einer sozialistischen tober wieder zusammen. Der Reichsanzeiger" meldet lich der englischen Marine hinzugefügte effektive 2c. verleihen, also eine wissenschaftliche Prüfung vornehmen seine Einberufung in den üblichen Formen, und so wird Kraft vier- oder fünfmal so groß war als in der önnen, welche mehr fachliche Kenntnisse vorausseßt, als denn in zwei Wochen die letzte Tagung eines Parlamentes Periode 1854-1860. fie jenen eigen zu sein pflegen.- Die Handhabung des anheben, dem der Ruhm billig zuerkannt werden muß, das Für diese rasche Entwicklung seit 1870 waren zwei Sozialistengesetzes hat schon den Besitz verbotener sozial- reaktionärfte zu sein, das wir in Deutschland gehabt haben. Erscheinungen maßgebend: die Eröffnung des Suezkanals demokratischer Schriften, und die bekannte Entscheidung Die letzte Session des Reichstages wird diesen Rühm nicht und die Erfindung der Compoundmaschinen, welche viel des Reichsgerichts den Bezug solcher zu einer Gefahr schmälern, sondern erfüllen; sie wird sich in keiner Richtung Kohle ersparen. gemacht, der sich auszusetzen nur wenige Nichtsozialisten von ihren Vorgängerinnen unterscheiden. Alles wird rasch Luft oder Muth haben. Die Erschwerung der Be- in die Scheuern gebracht werden, was im Felde steht; in schaffung sozialistischer Schriften erschwert auch erster Linie das Sozialistengeset. In seiner alten Form ge= die Kenntniß der wirklichen Lehren der Sozial- nügt es der Reaktion nicht, über die neue Gestalt zerbrechen liefert auch die jüngst erschienene Schrift von Rechtsanwalt demokraten, ihrer wissenschaftlichen Begründung und sich aber die Regierung und die Weisen des Kartells noch Oskar Muser: Sozialistengefeß und Rechts- Entwickelung.. die Köpfe. Die Sozialdemokratie ist in der glücklichen Eine Kritik des Sozialistengesetzes = pflege".) Der Verfasser hat als Vertheidiger einen Während so auf der einen Seite beim Mangel einer Lage, dieser ganzen Entwickelung am ruhigsten zusehen zu erhalten und kann die bürgerlichen Kreise selber denen Literatur die Erkenntniß des wahren Wesens der Sozial erbringen, daß andere allen Grund haben, sie zu fürchten. tieferen Einblick in die Praris der Behörden und Gerichte gründlichen Information aus der sozialdemokratischen können; sie hofft nichts, aber sie fürchtet auch nichts und wird bei den nächsten Wahlen den sehr schlagenden Beweis er, obwohl Demokrat, angehört nicht genug vor der demokratie verhindert wird, verbreitet andererseits eine durch den Ausnahmezustand erzeugten Korruption warnen. sich durch Unwissenheit oder Frivolität oder Beides Wir heben aus der Einleitung der sehr zeitgemäßen auszeichnende Presse die abenteuerlichsten und einfältraten in der Schweiz gegen den Bundesanwalt auszuNur 22 100 Unterschriften haben die Sozialdemo Broschüre Folgendes hervor: tigsten Vorstellungen über den Sozialismus, unterschiebt fraten in der Schweiz gegen den Bundesanwalt aufzuDie Sozialdemokratie will das Privateigenthum an ihm Thesen, welche er gar nicht aufstellt, fällt dann über treiben vermocht. Inzwischen ist die zur Sammlung der den Arbeitsmitteln( Grund und Boden 2c. 2c.) in Ge- diese mit überlegenem Hohne her und glaubt selbstgefällig, unterschriften gewährte Frist erloschen und damit die Agi= sellschafts eigenthum umwandeln und an Stelle der pri- einen Gegner bekämpfen oder gar besiegen zu können, den tation gegen den Bundesanwalt leider als gescheitert zu vatistischen Arbeitsthätigkeit in freier Konkurrenz die gesell- sie nicht nur nicht fennt, sondern verkennt. betrachten. schaftliche und gesellschaftlich geordnete seßen. Die natürliche Folge ist dann die, daß ein nur halb- Im 1. Düsseldorfer Reichstagswahlkreise LennepDie Sozialdemokratie ist also zweifellos revolutionär, wegs gewandter Sozialdemokrat seine Gegner mit dem Remscheid Wettmann haben die Sozialdemokraten für die bedieses Wort in seiner wissenschaftlichen und philoso- berechtigten Vorwurf der Verleumdung moralisch diskredi- vorstehenden Wahlen als Kandidaten Herrn Karl Meist aus Köln phischen Bedeutung genommen, wonach es die Konstituirung tiren und die gegnerische Kampfesweise als Beweis für fraten so angestrengt um den Sieg zu ringen haben wie hier. Es aufgestellt. Es wird wenig Kreise geben, in denen die Sozialdemo eines neuen Prinzips bedeutet, im Gegensatz zu reforma- die wissenschaftliche Unanfechtbarkeit der sozialdemokratischen geht dies schon aus nachstehendem Stimmenverhältniß hervor, weltorisch, worunter die konsequentere und beffere Durchführung Position in's Feld führen kann. Wer gegen die ches wir in nach unten abgerundeten Zahlen angeben, eines bestehen bleibenden Prinzips verstanden wird. Sozialdemokratie kämpfen will, muß sie zuerst Eine Lehre kann nun aber ihrem Prinzip nach revo- fennen lernen, sie auf ihrem eigenen Gebiete aufsuchen. lutionär sein, ohne daß sie es deswegen auch ihren Mitteln Die öffentliche, auf den wahren Kern der Sache einnach ist, mit anderen Worten, ein wissenschaftlich revo- gehende Diskussion zwischen Sozialisten und Nichtlutionäres Programm braucht nicht schon als solches der Meist, Soz. Friedrichs, Kartell sozialisten ist nun aber durch das Sozialistengeset und 14 200 politischen Revolution zu seiner Realisirung. seine Handhabung unmöglich gemacht, während ander- 1884 sowie 1887 hat in der Stichwahl der Freisinn mit Hilfe 1) Die Erdstriche, welche Baumwolle produziren, vermehren feits erfahrungsgemäß die schärfsten Maßregeln den der Sozialdemokraten gefiegt, während fünftig die letzteren gewillt find, aus eigener Kraft den Wahlkreis zu erobern, wobei sich dann sich nur wenig. Die Zahlen von 1862 zeigen den Einfluß des Schmuggel mit verbotenen Schriften und damit das Ein- der Freifinn als Ehrenmitglied des Kartell- Mischmasches einnordamerikanischen Krieges. Seither haben Indien und Egypten dringen der sozialdemokratischen Lehre in die Massen zu zeichnen kann. ihren Aufschwung genommen und in allerneuester Zeit beginnt auch verhindern außer Stande sind. In Folge davon vermag Gehaussucht wurde in Berlin bei dem Zigarrenfabrikanten Russisch- Zentralasien sich den älteren Ländern der Baumwollproduk die sozialdemokratische Agitation ihren Samen auszustreuen, Herrn Friz Voß, Birkenstraße 59. Gefunden wurde nichts als ein tion anzureihen. remplar der Broschüre„ Acht Opfer des Klaffenhasses"; ohne dabei von einer sachverständigen gegnerischen Kritik am Sonntag Bormittag um 10 Uhr bei dem Korbmacher Herrn oder Kontrole belästigt werden zu können; ohne wissen- Emil Großmann, Grimmstr. 2 und zwar refultatios. 2) 1 Hundredweight 50 Kilogramm 8024. 3) Karlsruhe, Handels- Druckerei, Pr. 50 Pf. Schuhmacher, Soz. 5 400 1884. Schlüter, Freis. 8 300 1887. Schmidt, Freis. 8.600 Friedrichs, Kartell 9 700 8 400 ferner am Gewerkschaftliches, Vereine. Kranken- und Begräbnißkasse des Vereins Auflösungen und Verbote von Versammlungen. Aufsämmtlicher Berafsklassen.( Verwaltungsstelle 36.) Mitglie= gelöst wurde am 27. September eine Schneiderversammlung in Dortmund, als in der Diskussion der Referent Zwiener- Bielefeld An alle Maschinenschlosser, Feinmechaniker, Dreher derversammlung am Sonnabend, 5. Okt.., Abends 8 Uhr, Brunnenäußerte, der Name Sozialdemokrat" sei ein Ehrentitel Allgemeine Kranten und Sterbekasse der Mittwoch voriger Woche die Versammlung des Wahlvereins für Deutschlands! Kollegen! Wir theilen euch mit, daß der Streit straße 38. Gäste willkommen. in der Elektr.- dynamo- Maschinenfabrik von S, Schuckert in den 6. Berliner Wahlkreis, als der Referent eine anscheinend Nürnberg unverändert fortdauert; die Zahl der Streifenden be- metallarbeiter( G. H. 29, Hamburg), Filiale Rirdorf. Am Sonnabend, 5. Oft., Abends 81/2 Uhr: Mitgliederversammlung. von einem agent provocateur gestellte Frage beantwortete. trägt noch 100 Mann. Wir appelliren an eure Solidarität. HalFachverein für Schlosser und Berufsgenossen. Verboten wurde eine zum 28. September einberufene öffentliche tet den Zuzug fern! Alle Aufträge sind zu richten an Konrad Montag, den 7. Oft., Abends 8 Uhr, General- Versammlung im Malerversammlung in Braunschweig mit der Tagesordnung: Herrmann, Ohmstr. 2, III. oberen Saale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Zweck und Ziele der Gewerkschaftsbewegung. Referent: W. Schweizer, Herrmann, Ohmstr. 2, III. Verein der Filzschuharbeiter und Berufsgen. Berlin. Der Metallarbeiterverein in Bernburg ist polizeilich aufgelöst worden. Verboten wurde der Verein Dienstag, 8. Oft., Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Zemter, zur Erzielung volksthümlicher Wahlen" in Breslau durch den Münzstr. 11: Versammlung. dortigen Regierungspräsidenten. Aus der bürgerlichen Presse. Wird erst das Invaliditäts- und Altersversorgungsgesetz tommen, so wird der Arbeiter darin einen Grund mehr erkennen, sorglos in den Tag hineinzuleben, denn nun kann er ja unmöglich zu grunde gehen; überall steht ihm die Staatshilfe zur Seite. Rheinisch- West f. 3tg. * * Jedes Kind kennt und liebt die Namen der Zieten, der Schwerin, Seydlik, Blücher, York, Kleist und Bülow, der Moltke, Werder, Falckenstein und Göben und weiß von ihren und anderer " Junker" Thaten zu erzählen. Von Geschlecht zu Geschlecht vererben sich in den Reihen des zahlreichen Kleinadels, namentlich des Nordens und Ostens, der Degen und die sich an denselben knüpfenden Traditionen. " * * Kreuzztg. Einladung zum Lehrkursus zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen. Im Jahre 1888 wurde von Berliner Arbeitern der oben benannte Kursus gegründet, um bei Unglücksfällen auf Bauten, Pläßen, Fabriken u. s. w. sich gegenseitig zu unterstüßen durch AnFreie Vereinigung Berliner Zimmerleute( neu legung von Verbänden und Transport Verunglückter, veranschaulicht gegründet). Sonntag, 6. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Gottdurch Vorträge und praktische Uebungen durch den praktischen Arzt schalt's Salon, Badstr. 22: Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Dr. Bernstein. Unterzeichneter Vorstand ersucht die Arbeiter Ber- Bewegung der deutschen Zimmerer. Referent A. Bringmann- Maglins, welche das 18. Lebensjahr überschritten haben, sich recht rege deburg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Jeder zu betheiligen. Die Vorträge dauern die Wintermonate über und Zimmerer hat Zutritt. beginnen am 7. Oktober d. Js., Abends 8% Uhr im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobstr. 75 im Tunnel. Um Verbreitung dieses wird gebeten. Der Vorstand. J. A.: Gustav Dietrich, B. W. 62, Verl. Winterfeldstr. 21 d. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher u. verw. Berufe. Am Sonntag, den 27. Oktober findet das 2. Stiftungsfest des Vereins in Heydrich's Sälen, Beuthstraße Nr. 20, statt. Billets, Herren 50 Pf., Damen 25 Pf., sind in den Große öffentliche Versammlung aller Bildhauer Versammlungen sowie beim Vorstand Ruff, Templinerstr. 7, CriBerlins( Prinzipale und Gehilfen) am Montag, den 7. Oktober, stensen, Kronenstr. 26, Borchardt, Waldemarstr. 16, Will, KottAbends 82 Uhr in Sanssouci, Kottbuserstr. 4. Tagesordnung: buferdamm 6, Adamczak, Auguſtr. 6a, Grünberg, Grünerweg 81, 1. Wie stellen sich die Bildhauer Berlins zur Verkürzung der Ar- sowie beim Vergnügungsfomiteemitglied Kunze, Ruppinerstraße 2 beitszeit? 2. Wie verhalten sich die Bildhauer zur Abschaffung der zu haben. Fachverein der Buchbinder u. verw. Berufsgen. Afford- Arbeit? 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht jedes Bildhauers in der Versammlung zu er- Sonnabend, den 5. Oktober, gemüthlicher Abend im Vereinslokal Annenstr. 16. Am Montag, den 7. Oktober findet die Vereinsver= scheinen. ſammlung nicht statt. Große öffentliche Versammlung der Kupferschmiede Berlins und Umgegend, am Sonnabend, 5. Oktober, Abends 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28. Mit den alten historischen Geschlechtern" ist es eine Große Bolksversammlung für Friedenau, Steglit eigene Sache. Beispielsweise war York von Wartenburg der unehe- und Umgegend, am Sonnabend, 5. Oftober, Abends 82 Uhr, liche Sohn einer Handwerkertochter, Bülow von Dennewiß der un- im Kurhaus" zu Friedenau. Tagesordnung: Wodurch entsteht die eheliche Sohn einer Dorfschullehrertochter Schulz, Neithardt von Wertheuerung der Lebensmittel. Referent Herr W. Werner. Gneisenau der uneheliche Sohn einer Miller. Freis. 3tg. * * * Es handelt sich heute nicht bloß wie 1887 um eine Aufbietung des Kartells gegen links, sondern zugleich um eine solche gegen rechts. Denn der gegenwärtige Herrscher heißt Wilhelm II., während damals der künftige Thron- Inhaber Friedrich hieß. Münch. Neueste Nachr. * * Schwere, sehr schwere Krisen werden unserer Entwickelung nicht erspart bleiben, wenn dem dem Abgrunde zurollenden Rade nicht zur rechten Stunde der Keil untergeschoben werden kann. Dem gegenüber liegt die Umschau nahe: wo finden wir noch einen festen Halt in den bestehenden Gesellschafts- Ordnungen? Antwort! im„ rocher de bronce" unseres Heeres. Zu den sozialen Machtmitteln, welche wir hier im Auge haben, gehört vor allem unser Heer, und weil dem so ist, sieht der Vaterlandsfreund mit hohem Stolz auf eine Institution, in deren Ausgestaltung Preußen- Deutschland den Völkern Europas voranschritt. Kreuzztg. Max Schippel Paula Oppermann Vermählte. Friedrichshagen b. Berlin. 30. September. Die ,, Nord- Wacht" Wochenblatt für das arbeitende Volf. Erscheint einmal wöchentl., jeden Sonntag, achtseitig, zum Abonnementspreise von 1 Mt. vierteljährlich und 35 Pf. monatlich. Im volksthümlichen Tone gehalten und nach dem Grundsay:" Alles für das Volk und Alles durch das Volk", nur auf die Interessen des arbeitenden Volkes bedacht, tritt sie entschieden ein für durchgreifende soziale Reformen auf wirthschaftlichem Gebiet und eine freiheitliche Entwickelung auf politischem Gebiet. ,, Die Nord- Wacht" ist in der Postzeitungsliste unter Nr. 4320 eingetragen. Abonnements nehmen alle Postanstalten die Filialexpeditionen und Kolporteure entgegen. Zu zahlreichem Abonnement ladet ein Redaktion und Verlag der ,, Nord- Wacht", F. Kühn. Bant- Wilhelmshaven. München- Gladbach. Bestellungen auf die ,, Berliner Volks- Tribüne", ,, Berliner Arbeiterbibliothet" nimmt jederzeit entgegen und versichert pünktliche Zustellung ins Haus Wilh. Kreistöther, Scheiferstr. 41, Hinterhaus. Pirna. Abonnements auf die Berliner Volks- Tribüne, Sächsisches Wochenblatt, Arbeiterbibliothet, Wahren Jacob, Liebknechts Fremd= wörterbuch, Geschichte der Erde 2c. nimmt Welt- und Notizkalender Fr. Leuschke, Buchhandlung, Nr. 29 Langestraße Nr. 29. Vereinigung der deutschen Maler, Lackirer und verw. Berufe.( Filiale 3, Oft.) Am 8. Oft., Abends 8½½ Uhr, bei Heise, Lichtenbergerstr. 21: Generalversammlung. Briefkasten. Arbeiterbibliothek. In den Versammlungen wird ja oft Große öffentliche Versammlung der Modelltischler Berlins und Umgegend, am Sonnabend, den 5. Oktober, aufgefordert, das Volksbl." und die„ Volfstrib." zu lesen. Fügen Sie stets hinzu: ,, und die Arbeiterbibliothek". Abends 8 Uhr, im Wedding- Nestaurant, Wüllerstr. 178. Unfallversicherung. Speziell als Unfallversicherungsanwalt Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Damen- hat sich Herr Referendar Radau in Berlin, Lothringerstr. 44( am mäntelschneider und aller in der Bekleidungsindustrie beschäftigten Rosenthalerthor) niedergelassen. Sie erhalten hier wohl die beste Arbeiterinnen, am Dienstag, den 8. Oktober, Abends 82 Uhr, Auskunft. in Renz's Salon, Naunynstr. 27. Referentin: Frau Ihrer aus Fabrikinspektor. Die preußischen Berichte sind bei Bauer Belten. Wahl einer Agitations- Kommission. Das Erscheinen aller in Berlin erschienen und kosten Mt. 4,50. ist nothwendig. Oeffentliche Versammlung der Weißgerber, am Sonnabend, den 5. Oktober, Abends 81 Uhr, im Huth'schen Lokal, Badstraße 22. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Türck über Poesie und Arbeiterbewegung. 2. Diskussion. 3. Errichtung einer Sanitätskasse. 4. Verschiedenes. Große öffentliche Versammlung fämmtl. Zimmerlente Berlins und Umgegend, am Montag, den 7. Oftober, Abends 82 Uhr, im großen Saale des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee 11-13. Lohnfrage. Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler. General Versammlung am Sonnabend, den 5. Oktober, Abends 812 Uhr, im Restaurant Kloth, Dresdenerstr. 10. = Königsberg. Wenn wir nicht irren, liegen Entscheidungen des Reichsversicherungsamtes vor, daß es sich hier in der That um Natürlich haben die Mitglieder einen Unfall im Beruf handelt. das Recht zu revidiren u. s. w. Es handelt sich doch um ein Stiftungsfest des Vereins und nicht des Vorstandes. Berichtigung zu voriger Nummer. Julius Sträcker ist am 26. Juni 1839 in Breslau geboren. Er war seit 1881 Ver= treter im Reichstag. Weimar. Sendungen müssen Donnerstags eintreffen. Freitags liefern wir das Blatt bereits für auswärts zur Post. In nächster Nummer. Fachverein der ischier. Sonnabend, den 12. Oktober 1889, Abends 8 Uhr, Tanzkränzchen in Heydrich's Festfälen, Beuthstr. 20. Billets find auf allen Zahlstellen des Vereins, sowie bei folgenden Herren zu haben: Witte, Invalidenstr. 21; Millarg, Lehrterstr. 22, 2 Tr.; Markmann, Barnimstr. 46, 4 Tr.; Hemp, Pallisadenstr. 63, 4 Tr.; Hoyer, Grüner Weg 70; Winter, Manteuffelstr. 6, 3 Tr.; Glocke, Laufiberstr. 52, 3 Tr.; Wiedemann, Wendenstr. 2, 4 Tr.; Haberland, Reichenbergerstr. 161, 3 Tr.; Schulz, Brizerstr. 42, v. 4 Tr.; Monien, Kreuzbergstr. 9, Quergeb. 4 Tr.; Witte, Möckernstr. 95, 3 Tr.; Elsasser, Nostizstr. 40; Apelt, Sebastianstr. 27/28( Möbelhandlung); Merkel, Mittenwalderstr. 13, H. 4 Tr. Der Vorstand. Grosse öffentliche SattlerVersammlung für Berlin und Umgegend. Montag, d. 7. Oktober, Abends 8½½ Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48 a. Tagesordnung: 1. Entstehung, Nußen und Werth der Streits. Referent Th. Glocke. 2. Stellungnahme zur Lohnfrage. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse Fachverein der Tapezirer. der Töpfer Berlins. Sonnabend, den 19. Oktober er. I. Stiftungsfest im Schweizergarten( am Friedrichshain). Während der Kaffee- Pause: Auftreten hervorragender Spezialitäten 2c. Billets( Herren 50 Pf., Damen 25 Pf.) sind zn haben bei den Herren: Graffunder, Restaurateur, Ziethen- und Schwerinstr.- Ede; Richard Schulz, Chauffeeftr. 84; Holz, Angermünderstr. 11; Werschke, Adalbertstr. 16; H. Hoffmann, Frankfurter Allee 111 und im Arbeitsnachweis, Dresdenerstr. 116. Stiftungsfest der Freien Vereinigung" der Schneider Berlins. Montag, den 14. Oktober, in den Bürgerfälen, Dresdenerstr. 96. Grosses Vocal- und Instrumentalkonzert, ausgeführt von der verstärkten Hauskapelle und dem Gesangverein Allegro unter Leitung des Dirigenten Herrn W. Seeger und gütiger Mitwirkung des Githervirtuosen Herrn W. Vyscocil. Prolog. Feftrede gesprochen von Herrn Rechtsanwalt A. Stadthagen. Nach dem Konzert: Großes Tanzkränzchen. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. extra. Billets à 30 Pf. sind zu haben bei A. Taeterow, Mauerstr. 9 III, Strausenstr. 11( Herberge), Pohl, Junkerstr. 12( im Laden), Gründel, Dresdenerstr. 116( Restaurant), Gnadt, Brunnenstr. 38, in allen Versammlungen und in den mit Plakaten belegten Handlungen. Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Große ftets entgegen und empfiehlt gleichzeitig Neue öffentliche Versammlung aller Bildhauer Berlins. ( Prinzipale und Gehilfen.) Montag, den 7. Oktober, Abends 8 Uhr, in Sanssouci, Kottbuserstr. 4. Tagesordnung: Für Alt- Glienicke nimmt Bestellungen auf die Berliner Volks- Tribüne" ,, Berliner Arbeiterbibliothek" entgegen und versichert pünktliche Zustellung ins Haus E. Dieck, Alt- Glienicke, Rudowerstraße. 1. Wie stellen sich die Bildhauer Berlin's zur Verkürzung der Arbeitszeit? 2. Wie verhalten sich die Bildhauer zur Abschaffung der Akkordarbeit? 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Bildhauers in der Versammlung zu erscheinen. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Der Vorstand. Verein zur Wahrung d. Interessen der Schuhmacher. Mitglieder- Versammlung. Montag, den 7. Oktober, Abends 8 Uhr, in Heydrich's Saal, Beuthstraße 22. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Wilh. Bölsche über Heinrich Heine. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Montag, den 7. Oktober, Abends 8 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag mit Diskussion über Stück- und Zeitlohn. Ref. Herr W. Werner. 2. Gewerkschaftliches. 3. Vereinsangelegenheiten. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung zahlreiches Erscheinen Ehrensache. Gäste haben Zutritt. Das Stiftungsfest findet am Sonntag, den 13. Oktober bei Heydrich, Benthstr. 20, statt. Billets sind im Bureau, Schüßenstr. 18/19( Restaurant) zu haben. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungs- Verein ,, Berlin Nord". General- Versammlung. Uhr, in Montag, den 7. d. M., Abends 8 Krüger's Salon, Hochstr. 32a. Tagesordnung höchst wichtig, Erscheinen eines Der Vorstand. ieben Mitgliedes unbedingt erforderlich. Grosse Schneider- Versammlung Montag, den 7. Oktober, Abends 81/2 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Tagesordnung: 1. Bericht des Beauftragten über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. 2. Der Streifartikel der Fachzeitung für Schneider" vom 29. 9. cr. Zahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet Der Einberufer. Für Genossen Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden auf- bin ich zu sprechen Morgens 8-9%, Nachmitt. genommen. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 3-4 Uhr. Auffäße, Gedichte, Rathertheilung in allen behördlichen u. geschäftlichen Angelegenheiten. Berthold Sparr, Adalbertstr. 84. 4 Tr. r. Drud und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. № 40. Frühritt um die Freiheit. Von Maurice Reinhold von Stern. Du sei mir gepriesen, o Morgenluft! Frisch schlägt's an die witternde Nase; Es steigt der jungfräuliche Erdenduft Thaudampfend aus glizerndem Grase; Es perlt am Hute, es blinkt am Schwert, Und wie sich die Zweige bewegen, Wenn durch die Blätter ein Windhauch fährt, Da sprüht es wie funkelnder Regen. Hinein, hinein in das lachende Feld, Hinein in das sonn'ge Gefilde! Ja, schön ist die Welt und weit ist die Welt, Und blank ist mein Wappen im Schilde! Frisch auf, mein Rapp, und tummle dich fein; Wir wollen die Lande durchreuten! Schon pfeift die Amsel und klingt es drein Aus der Ferne wie Früheläuten. Glückauf, Kamerade! Glückauf, glückauf! Glückauf unter duftenden Maien! Auf einem Wege in eiligem Lauf: Es reitet sich besser zu zweien. Die Rosse wiehern der Sonne zu, Gemeinsamem Ziele entgegen: Morgensonne, o Freiheit du Uraltes Ziel allerwegen! Die Todte. Von Guy de Maupassant. [ Nachdruck verboten.] Sonnabend, den 5. Oftober 1889. III. Jahrgang. auf ihre Veranlassung daselbst angebracht worden, damit platte, auf der ich saß, bewegte. Gewiß, sie bewegte sich, sie täglich beim Ausgehen von Kopf bis zu den Füßen als ob man sie in die Höhe gehoben hätte. muſtern konnte, ob ihr die Toilette gut stand. Mit einem Sprung stürzte ich mich auf das nächste Und ich blieb wie festgebannt vor dem Spiegel stehen, Grab, und ich sah, ja wahrhaftig, ich sah ganz deutlich, welcher ihr Bild so oft zurückgestrahlt hatte. So oft, so daß der Stein, den ich soeben verlassen hatte, sich ganz oft, daß er gewiß ihr Bild behalten hatte. Da stand ich gerade in die Höhe richtete. Und der Todte erschien, nun, zitternd, die Augen fest auf das Glas, das glatte, ein nacktes Skelett, das mit dem gekrümmten Rücken den tiefe und leere Glas geheftet, das fie ebenso wie ich, wie Stein aufhob. Ich sah alles, ich sah es genau, obgleich mein leidenschaftlicher Blick umfangen und besessen hatte. die Nacht sehr finster war. Auf dem Kreuz konnte ich Es schien mir, daß ich diese Spiegelscheibe liebte ich lesen:„ Hier ruht in Gott Jakob Olivant, verschieden in berührte sie sie war kalt! Oh, die Erinnerung! die einem Alter von 51 Jahren. Er liebte die Seinen, war Erinnerung! Ist sie nicht ein Spiegel voller Schmerzen, rechtschaffen und gut und starb in dem Frieden des ein glühender, lebender, schrecklicher Spiegel, welcher uns Herrn." alle Qualen durchkosten läßt? Glücklich die Menschen, Der Todte las auch, was auf seinem Grabstein gederen Herz, wie ein Spiegel, über welchen die Bilder schrieben stand. Dann hob er auf dem Weg einen Stein gleiten und sich verwischen, alles vergißt, was es gehegt auf, ein kleines, spizes Steinchen und kratte mit diesem und gepflegt hat, alles was an ihm vorübergegangen ist, die Grabschrift hinweg. Er ruhte nicht eher, bis alle alles, was sich in seiner Zuneigung, in seiner Liebe gesonnt Buchstaben verschwunden waren und betrachtete dann mit und gespiegelt hat. Wie ich leide! seinen leeren Augenhöhlen die Stelle, wo sie gestanden. Ich ging fort, und unwillkürlich, ohne es zu wissen und zu wollen, lenkte ich meine Schritte dem Friedhofe zu. Ich fand ihr ganz einfaches Grab, mit einem Marmorkreuz darauf, das nur die Worte trug: Sie liebte, ward geliebt und starb." Da lag sie, da unten, verwest! Oh Entsetzen! Stirn gegen das Grab gestüßt, schluchzte ich laut. Die So blieb ich lange, lange. Endlich bemerkte ich, daß der Abend hereinbrach. Da bemächtigte sich meiner ein wunderlicher, wahnsinniger Wunsch, ein Wunsch, wie er nur in der Seele eines verzweifelten Liebenden emporsteigt. Ich wollte die Nacht, die letzte Nacht in ihrer Nähe verbringen, ich wollte auf ihrem Grabe meinen. Aber wenn man mich sähe, so würde man mich fortweisen. Mit der Spiße des Knochens, der sein Zeigefinger gewesen, schrieb er hierauf mit leuchtenden Lettern auf den Ste ,, Hier ruht Jakob Olivant, verschieden in einem Alter von 51 Jahren. Er beschleunigte durch seine Härte den Tod seines Vaters, den er beerben wollte, er peinigte seine Frau, quälte seine Kinder, betrog seine Nachbarn, stahl wo er konnte und starb elend." Als der Todte mit Schreiben fertig war, betrachtete er unbeweglich sein Werk. Und als ich mich umwandte, bemerkte ich plöglich, daß alle Gräber offen standen, daß alle Todten aus ihnen emporgestiegen, und daß sie die Lügen verwischt hatten, welche die Verwandten auf den Leichenstein geschrieben hatten. An ihrer Stelle meißelten sie die Wahrheit in den Stein. Ich hatte sie zum Rasendwerden geliebt. Warum liebt man? Ist es nicht wunderlich, in der Welt nur ein Wesen zu sehen, im Geist nur einen Gedanken, Was thun? Ich nahm meine Zuflucht zu einer List. Und ich sah, daß alle diese guten Väter, diese treuen im Herzen nur einen Wunsch zu tragen, im Munde nur Ich stand auf und irrte durch die Stadt der Verschwun- Gattinnen, aufopfernden Söhne, diese keuschen jungen einen Namen zu führen: einen Namen, welcher sich unauf- denen und Verschollenen. Ich lenkte meine Schritte bald Mädchen, ehrlichen Geschäftsleute, mit einem Worte alle hörlich auf die Lippen drängt, der wie das Wasser einer da, bald dort hin, weiter, weiter, ohne Ruhe, ohne Rast. diese tadellosen und makellosen Männer und Frauen die Quelle aus der Tiefe der Seele emporsteigt, welchen man Wie ist doch die Stadt der Todten im Vergleich zu Henker ihrer Nächsten, daß sie haßerfüllte, unehrliche, heuchsagt, wieder und immer wieder sagt, vor sich hinmurmelt der anderen, zu der, wo man lebt, so klein! Und dies, lerische, lügnerische und trügerische, verläumderische, neidische wie der Gläubige ein Gebet! obgleich die Zahl der Todten weit größer als die der Geschöpfe gewesen, daß sie gestohlen, betrogen, die verab= Ich will unsere Geschichte nicht erzählen. Die Liebe Lebenden ist. Wir brauchen hohe Häuser, Straßen, so viel scheuungswürdigsten Handlungen begangen hatten. hat nur eine, stets und überall die nämliche. Ich war ihr Platz für die vier Generationen, welche zu gleicher Zeit Sie alle schrieben zu gleicher Zeit auf der Schwelle begegnet und liebte sie. Das ist alles. Und ich hatte ein das Tageslicht schauen, das Quellwasser, den Wein der ihrer ewigen Wohnung die grausame, schreckliche und heilige. ganzes Jahr lang in ihrer Zärtlichkeit, in ihren Armen, Rebenhügel trinken und das in den Ebenen wachsende Wahrheit, welche hier auf der Erde niemand weiß oder in ihren Liebkosungen, ihrem Blick, ihrem Wort gelebt. Brot essen. Und für alle die Generationen der Todten, die jedermann nicht zu missen heuchelt. Alles, was von ihr kam, hatte mich so vollständig ergriffen, für die ganze bis zu uns reichende Stufenleiter der Ich dachte, daß auch sie die Wahrheit auf ihr Grab gefesselt, zum Gefangenen gemacht, daß ich nicht mehr Menschheit genügt ein Nichts an Raum, ein Feld, fast geschrieben hätte. Und ohne eine Spur von Furcht lief wußte, ob es Tag oder Nacht, ob ich lebend oder todt nichts! Die Erde nimmt sie in ihren Schooß, das Ver- ich jetzt mitten durch die Reihen von halbgeöffneten Särgen, war, ob ich noch auf der alten Mutter Erde oder sonst mitten durch Leichname und Skelette; ich war fest überwo wandelte. zeugt, daß ich sie jetzt finden mußte. Und da starb sie! Wie ich weiß es nicht, ich weiß nichts mehr. gessen verlöscht ihre Spur. Lebt wohl! 1 Am Ende des neuen Friedhofes bemerkte ich plöglich den verlassenen, alten Friedhof, wo die vor langen Jahren Ich erkannte sie von weitem, trotz des Leichentuchs, Verstorbenen ihren Staub mit der Erde vermischen, wo welches ihr Gesicht verhüllte. Sie tam an einem regnerischen Tage ganz durchnäßt sogar die Kreuze vermodern, wo man morgen die jüngst Und auf dem Marmorkreuz, wo ich kurz vorher da las gelesen: Sie liebte, ward geliebt und starb" nach Hause, und am nächsten Morgen hustete sie. Sie Verblichenen bestatten wird. Hustete ungefähr eine Woche lang, dann mußte sie sich zu Wild und üppig wuchernde Rosen, kräftige und düstere ich jetzt: Bett legen. Zypressen bedecken ihn, er ist ein prächtiger und trauriger ,, Da sie eines Tages ausgegangen war, um ihren Garten, dessen Vegetation ihre Nahrung aus Menschen- Geliebten zu täuschen, erkältete sie sich im Regen und leibern zieht. starb." Was ist geschehen? Ich erinnere mich nicht mehr daran. Aerzte kamen, schrieben und gingen wieder fort. Man brachte Medizin, nnd eine Frau gab sie ihr ein. Die Hände der Kranten waren heiß, die Stirn glühend und feucht, die Augen glänzten und hatten einen traurigen Ausdruck. Was haben wir uns gesagt? Ich weiß es nicht mehr. Ich habe alles vergessen, alles, alles! Sie starb. Ich erinnere mich deutlich ihres letzten, so leisen und schwachen Seufzers. Die Krankenwärterin sagte:„ Ach!" Ich verstand, ich verstand Weiter weiß ich nichts. Gar nichts. " Ich war allein, ganz allein. Ich drückte mich gegen Wie es scheint, hat man mich beim anbrechenden Tag einen Baum, ich verbarg mich ganz in seinen üppigen, leblos zusammengebrochen neben einem Grab gefunden.... dunklen Zweigen. Und ich erwartete so die Nacht, an den Baum geklammert, wie sich ein Schiffbrüchiger an die Trümmer des Fahrzeugs flammert. Als sich schwarze, tiefschwarze Nacht auf die Erde gesenkt hatte, verließ ich mein Versteck und ging leise, mit langsamen, gedämpften Schritten über die todtenreiche Erde. Jch irrte lange, lange, lange umher. Ich konnte Ein bürgerlicher Moralist über soziale Fragen. III. Die Frauenfrage. Ich sah einen Priester, welcher von meiner„ Mätresse" B. W. Auch die Frauenfrage berührt Salter per= sprach. Es schien mir, daß er sie beleidigte. Nun, da sie sie nicht finden. Mit vorgestreckten Armen und weit ge- sönlich moralisirend vom Standpunkte des Bürgerthums gestorben war, hatte man nicht mehr das Recht, darüber öffneten Augen, mich mit Händen, Füßen, den Knieen, aus. Obgleich einem Lande angehörig, welches in der zu sprechen. Ich wies dem Priester die Thüre. Ein an- der Brust, ja sogar dem Kopf gegen Gräber stoßend, Frauen- Emanzipation wohl den größten Fortschritt gemacht hat, betrachtet er freilich ohne sich dessen bewußt zu derer kam, welcher sehr gut und sehr sanft war. Ich ver- wanderte ich hin und her, ohne sie zu finden. gaß heiße Thränen, als er mir von ihr sprach. Man Ich fühlte und tastete umher, wie ein Blinder, der sein das Weib als ein untergeordnetes, unſelbholte meinen Rath über tausenderlei ein, das sich auf das Be- seinen Weg sucht, ich betastete Steine, Kreuze, eiserne Gitter, ständiges Wesen, deffen natürlicher Vormund der gräbniß bezog. Ich weiß nichts mehr davon. Ich erinnere Kränze aus Glasperlen und Kränze aus verwelkten Blumen. Mann ist. Betrachten wir, um diese Grundanschauung als solche mich jedoch sehr gut an den Sarg und an die Hammer: Ich las die Namen, indem ich meine Finger langsam über schläge, als man sie einnagelte. Ach, mein Gott! die Buchstaben gleiten ließ. Welche Nacht! Welche Nacht! zu erkennen, einige Stellen aus Salters Moralische Neben". In seinem Vortrage Moral für junge Leute" sagt Sie ward begraben! Begraben! Sie! In das schwarz Ich sollte sie also nicht wiederfinden! Kein Mond am unser Moralist: gähnende Loch! Einige wenige Personen, Freundinnen Himmel! Welche Nacht! di waren zum Begräbniß gekommen. Ich machte, daß ich Ich fürchtete mich, fürchtete mich entseßlich in diesen davon kam. Ich stürzte fort. Ich irrte lange durch die engen Fußwegen, zwischen zwei Reihen von Gräbern. Straßen umher. Dann ging ich nach Hause. Am folgen- Gräber! Gräber! Gräber! Nichts als Gräber! Rechts, den Tag unternahm ich eine längere Reise. links, vor mir, um mich, überall Gräber! Ich sant auf eines von ihnen nieder, denn ich konnte nicht mehr gehen, meine Knice drohten unter mir zusammen zu brechen. Ich hörte mein Herz klopfen. „ Ich bin weit davon entfernt, es für das wahre Ideal zu halten, daß Frauen in eine Brod bringende Beschäftigung gedrängt werden; sie mögen arbeiten, aber sie sollten nicht des Unterhaltes wegen dazu gezwungen sein oder wenn es vorkommt, sollte es eine Ausnahme, nicht die Regel sein. Die Männer sollten den Unterhalt verdienen, die Väter und Söhne und Brüder; und die Frauen sollten das Haus ordnen, verschönen und schmücken, und sich in eine Beschäftigung und Thätigkeit außer dem Hause dann, und nur dann einlassen, wenn ihre Natur sie dazu treibt." Gestern bin ich nach Paris zurückgekehrt. Als ich mein Zimmer, unser Zimmer, unser Bett, unsere Möbel, das ganze Haus wieder sah, wo alles geblieben war, was von dem Leben eines Wesens nach sei- Und ich hörte auch noch etwas anderes. Was? Ein nem Tode übrig bleibt, ward ich von neuem von einem nicht zu beschreibendes, verworrenes Geräusch. Kam dieses Wie sehr vernachlässigt dieser Gedanke die Berücksichtiso heftigen Kummer ergriffen, daß ich mich beinahe zum Geräusch aus meinem in der undurchdringlichen Nacht bis Fenster hinaus gestürzt hätte. Da ich nicht länger inmitten zum Wahnsinn überreizten Gehirn, kam er aus der geheim- gung der modernen Wirthschaftsverhältnisse!„ Die Männer all dieser Sachen, innerhalb der Mauern bleiben konnte, nißvollen, mit menschlichen Leichnamen besäeten Erde? Ich sollten den Unterhalt verdienen, und die Frauen nur dann welche sie umschlossen, ihr Obdach geboten hatten, und schaute um mich. außer dem Hause arbeiten, wenn ihre Natur sie dazu welche in ihren unsichtbaren Poren sicherlich tausend Atome Wie lange bin ich dort geblieben? Ich weiß es nicht. treibt!" Hätte Salter wenigstens gesagt: Wenn die Noth von ihr, von ihrem Körper, ihrem Athem enthalten mußten, Ich war vor Schrecken gelähmt, ich war vor Entseßen sie dazu treibt! Denn die Erwägung:„ wovon soll ich so eilte ich fort. Als ich auf die Thür zustürzte, mußte trunken, ich war im Begriff zu schreien, zu sterben. leben", nicht die: wozu habe ich Lust und Talent", treibt ich an dem großen Spiegel des Vorzimmers vorüber, der Und plößlich schien es mir, daß sich die Marmor- die Weiber zur außerhäuslichen Arbeit. Nicht jedes Weib Was sollen wir von einem jungen Weibe denken, wel-| bestehenden Gesellschaft, dieser besten aller Welten"! ches sich von jemandem, mit dem sie nicht verlobt ist, füssen Beigt uns einen Ausweg, Moralisten! Ihr müßt gestehen, oder ihn noch größere Freiheiten gegen ihre Person sich her- daß eine Gesellschaft, die einem großen Theil der Jugend ausnehmen läßt?" hat eben einen Mann, und nicht jeder Mann vermag seine Familie ausreichend zu ernähren. Die Ursachen, welche diesen Zustand zu einem epidemischen machen, haben wir bereits im vorigen Auffaze kurz erörtert. Mit diesen Verhältnissen auf feiten des Proletariats verbünden sich Baare dürfen fich physische Zärtlichkeiten erlauben. Also nur verheirathete oder wenigstens verlobte" nur die Wahl zwischen der ganz unnatürlichen, das Gesetz Erst des Lebens verlegenden Enthaltsamkeit, krankhafter BeVerhältnisse auf seiten des Kapitals. Hier haben eine schaff einen Ring herbei, verliebter Schäfer, sonst tüsse ich friedigung, feiler Liebe und verfolgter" wilder" Liebe hochentwickelte Arbeitstheilung, die Maschine und auch die dich nicht!" läßt... daß eine solche Gesellschaft durchaus ungesund, Thatsächlichkeit. allgemeine Volksbildung bewirkt, daß Weiber in der außer- Ach wie weit hat sich von diesem Ideale bürgerlicher unmoralisch" und der Reform bedürftig ist. Bedenkt euch, häuslichen Produktion beschäftigt werden können. Indem Ehrsamkeit die moderne Sitte, besonders die der Großstadt, Moralisten, che ihr das Verdammungsurtheil über die nun das gwinngierige Kapital auf die Bedürfnißlosigkeit entfernt! Wir können uns nicht der Thatsache verschließen, freie Liebe fällt, wie es die Bourgeois thun! Bedenkt, der Weiber spekulirt, macht er aus dieser Möglichkeit daß eine Bevölkerung wie die Berlins mehr und mehr der daß ihr dadurch die Jugend der Unnatur und Prostitution Wenn Salter die betrachteten Zustände durch persönliches Moralisiren umzuändern hofft, so freien Liebe" huldigt. Bedeutet nun diese Thatsache eine mit ihrem sanitären und moralischen Unheil in die Arme moralische Entartung, eine Verwilderung der Sitten? Mag treibt. Glaubt doch nicht, daß viele der jungen Leute, moralische Entartung, eine Verwilderung der Sitten? Mag ist diese Hoffnung utopistisch. fein, mag auch nicht sein! Jedenfalls vermag persönliches welche in erotischer Beziehung rein zu sein scheinen, dies Salters Wunsch, die Frau solle nur im Hause ar- Moralisiren gegen diese Entwickelung der Sitten nichts aus: wirklich find! Laßt euch nicht bestechen durch den Schein beiten, ist ferner rückschrittlich. Er wurzelt in einem zurichten. Denn dieselbe wird bedingt durch wirthschaftliche der Sittlichkeit! Hätten wir einige Naturen von der ge= Zeitalter, wo das Hauswesen eine Menge von Verrich- Verhältnisse, welche stärker wirken als die Ermahnungen waltigen Offenheit eines Rousseau, so würde die entsetztungen erforderte, welche die weibliche Arbeitskraft völlig eines Moralpredigers. liche Fäulniß sich zeigen, welche unter dem Gewande der in Anspruch nahmen. Eine derartige Zeit mußte die An- Früher arbeitete das Mädchen ausschließlich im Haus- Wohlanständigkeit das erotische Leben der Gegenwart heimschauung hervorbringen, die Frau sei ausschließlich für's halt, unter der Aufsicht der„ züchtigen Hausfrau"; jetzt sucht. Salters: wickelt werden muß Haus da, mußte das Weib in Abhängigkeit vom Manne geht die Großstädterin ins Geschäft" oder zur Fabrik, Versetzt euch in die Gefühle und Gedanken armer erhalten und zur Verherrlichung jener weiblichen Häuslich- wo sie in Gemeinschaft mit Männern arbeitet. Am Feier- Liebesleute, welche von Erwägungen, wie es die schon an= keit gelangen, welche Beschränktheit der Interessen und Er- abend wird das Mädchen nicht von einer stillen, bürger- geführten sind, abgehalten werden, einander zu heirathen, fahrungen bedeutet, sich scheu vor der Berührung mit dem lich beschränkten Häuslichkeit empfangen, sondern mehr ge- Berhaltens von der bürgerlichen Gesellschaft geschmäht und und doch nicht entsagen können, und welche wegen dieses großen Leben da draußen, vor dem Blick in die weite so- reizt vom großstädtischen Treiben, welches Vergnügen ziale Welt zurückzieht und das eingeborene Interesse für sprudelt. Das Mädchen von heute, wofern es nicht dem verfolgt werden. Sie fühlen sich ungerecht verfolgt. die Gesammtheit hinterm Heerde versauern läßt. in der Entwickelung zurückgebliebenen Gesinde angehört, Ihr Rechtsgefühl läßt sie sprechen:„ Man wirft uns vor, Solchen sozialen Zuständen entstammt auch das Wort empfängt statt der Naturalverpflegung Geldlohn, und das wir wollten die Verpflichtungen gesetzlicher Eheleute nicht erhöht seine Freiheit. Weil aber die 40-50 Mart, die auf uns nehmen. Allerdings wollen wir das nicht, aber " Nichts wischt sich so leicht weg wie die Blüthe der eine Verkäuferin oder Näherin monatlich verdient, kaum deswegen, weil wir diese Verpflichtungen theils nicht erSittlichkeit von der Wange eines jungen Weibes wenn zur Bestreitung der dringendsten Bedürfnisse ausreichen, so füllen können, theils nicht anerkennen. Die Pflicht sie Andere unfittsame Dinge thun sieht." wünscht das Mädchen lebhaft Anschluß an den besser der Kindererziehung allerdings erkennen wir an und werden Also das Weib, von welchem unser Moralist redet, fituirten Mann,') zumal auch die Sitte im Vergnügungs- dieselbe zur Zeit nach bestem Können erfüllen; denn wir ist so zart, so empfindlich, daß es vom bloßen Anblick der leben einen„ Begleiter" verlangt. Daß aus diesem An- lieben uns und werden auch unsere Kinder lieben. Aber Unfittlichkeit verdorben werden kann. Gewiß, unfertige schluß ein geseßlicher Bund wird, suchen folgende soziale die Pflicht, zusammen zu bleiben auf alle Fälle, auch falls Charaktere können durch böses Beispiel schlecht werden. Verhältnisse zu verhindern. Das Einkommen junger wir uns nicht mehr lieben, erkennen wir nicht an. Und Wenn das aber gerade beim Weibe zu befürchten ist, wenn Männer pflegt nach ihrer und der Verwandten Meinung nicht erkennen wir die Pflicht an, unseren Bund gesetzlich demgemäß das Weib ängstlich vor dem rauhen Hauche des eine Heirath nicht zu gestatten. Hat aber ein Mann eine zu machen. Derselbe ist heilig genug durch unsere Liebe. sozialen Lebens behütet und gewissermaßen in Watte ge- einträgliche Stellung, so ist dieselbe vielleicht unzuverlässig, Drum ist unser Treiben keineswegs unſittlich. Wir stehen dann fürwahr muß das Weib ein iſt, keine Stellung fürs Leben". Hinter jedem Wohl über jenen Menschen, welche durch Unnatur oder inferiores Wesen, unreif wie ein Kind sein. Aber fituirten lauert ein Konkurrent, lauert eine ganze Reserve- Prostitution ihr Liebesbedürfniß befriedigen. dann sollten wir solch weibliche Zartheit, welche eine Armee" von Arbeitslosen, um die Stellung einzunehmen. Wir stehen auch über jenen wohlanständigen Bürgern und " Wangenblüthe der Sittsamkeit", die aus Beschränktheit Bei solchen Verhältnissen ist das Heirathen ein Risiko; Bürgerinnen, welche eine zwar gesetzliche, aber vom Inund Unſelbſtändigkeit hervorsproßt, bedauern, nicht aber denn welcher vermögenslose Mann glaubt die Ernährung teresse gestiftete Ehe haben. Wir stehen höher als hegen und verherrlichen, wie das Salter thut. Würde ein einer Familie für alle Zukunft verbürgen zu können? viele unserer Verfolger. Wer sind denn diese Verfolger Weib, wie es Jbsens Nora am Ende des Dramas ist, die Salter wendet vielleicht ein: hier möge, was der Mann überhaupt? Vielfach, wir geben es zu, ehrliche und denangeführten Worte Salters lesen, ihm stiege freuen wir an Einkommen zu wenig habe, die Frau verdienen. Aber fende Moralisten möge deren soziale Erfahrung wachsen! uns dessen! die Röthe der empfangenen Beleidigung nach der Anschauung vieler Männer und sehr vieler Weiber Aber vielfach auch Leute, die nur deshalb gut reden haben, in's Gesicht, des Unwillens darüber, daß noch immer, und unterscheidet sich eine Ehefrau, welche nicht Hausfrau weil sie wohlhabend und glücklich verheirathet sind. Oder sogar von geistig hervorragenden Männern, die Frau als sein kann, wenig von einer bloßen Geliebten. Zudem es find gar Heuchler, welche Grund haben, vor scharfein unmündiges, schwächliches, in die Watte der Häuslich verlangt die moderne Volkswirthschaft von Arbeitern und blickenden Kennern des Geschlechtslebens zu erröthen; oder keit zu wickelndes Wesen betrachtet wird. Arbeiterinnen eine Beweglichkeit, für welche die Ehe ein Leute, die heimlich das Elend ihrer bürgerlichen Ehe verEs wäre sehr bedauerlich, wenn unsere wirthschaftliche Hemmschuh ist. Auch erscheint dem Manne heutzutage die verfluchen und dieselbe bei allen günstigen Gelegenheiten Entwickelung, die das Weib selbständig zu machen sucht, die Che gar nicht so nöthig, wie früher; sorgt doch die moderne brechen, wie dies gleichfalls der junge Allwing in Ibsen's von Salter gewünschte rückschrittliche Richtung nähme. Denn Stadt für die Bedürfnisse des Junggesellen nach Bieler Gespenstern" treffend bemerkt." das vom Manne abhängige, in die Häuslichkeit eingemauerte Geschmack besser, als es eine Hausfrau vermag. Kurz, danken vieler Anhänger der freien Liebe sein....') Weib bringt üble Eigenschaften hervor: geistige Beschränktheit, die Ehe ist aus einer Selbstverständlichkeit ein Es kam uns darauf an, zu zeigen, daß die freie Liebe Kleinigkeitskrämerei, krassen Familienegoismus, welcher von Lurus geworden, den sich ein Mann nicht so leicht kein Ausfluß moralischer Entartung, sondern eine menschlichen Zielen nicht einmal eine Ahnung hat und für leisten kann. Wirkung wirthschaftlicher Zustände ist, und daß den edler fühlenden Mann ein böses Prinzip bildet; für Aber nicht bloß die wirthschaftlichen Verhältnisse sind unsere wirthschaftliche Entwickelung voraussichtlich die viele Weiber hat die Eheschließung ganz oder theilweise zur heutzutage der Eheschließung ungünstig; mit der ökono- Anzahl der bürgerlichen Ghen zu gunsten der„ wilden" Triebfeder den Wunsch, versorgt zu werden eine Trieb- mischen Unabhängigkeit beider Geschlechter hat sich auch ein Ehen vermindern wird. Aus diesem Saße aber folgt, daß feder, welche im Range nicht viel höher steht, als das ge- moralischer Unabhängigkeitssinn entwickelt, welcher in bezug auf unser erotisches Problem das persönliche wöhnliche Motiv der Prostituirten, und welche über viele Weib wie Mann mehr Bedenken tragen läßt vor dem„ Sich Moralisiren ziemlich erfolglos ist und bleiben wird, so Ehen großes Unheil bringt. Erlangt nun das Weib die ewig binden". Der Nihilist in Gontscharows Roman lange die Moralvorschriften mit Hunger, Liebestrieb und wirthschaftliche Selbständigkeit des Mannes, so wird es„ Der Absturz", welcher sich mit dem heißgeliebten Mäd- derartig starken Triebfedern wettstreiten. Ein Salter, der jene üblen Eigenschaften ablegen und männlich werden, chen nicht verloben und verheirathen will, weil er ebenso durch persönliches Moralisiren gegen die wirthschaftliche ohne die wahren Vorzüge der Weiblichkeit zu verlieren; es wenig als irgend ein Mensch in die Zukunft schauen und Entwickelung anzukämpfen hofft, gleicht jenem Schmiede, wird moralische Selbständigkeit und auch politische Freiheit beiderseitige Liebe für Lebenszeit garantiren könne, ist unter der als Vertreter der guten alten Zeit" mit dem Brecherlangen, und die Würde der Frauen" wird dann nicht der jungen. Generation keine vereinzelte Erscheinung mehr. eisen in der Faust die heranstürmende Lokomotive, das mehr bloß darin bestehen, daß sie himmlische Nosen in's irdische Leben flechten" und„ das Haus ordnen, verschönen Leute sich mit dem Liebestrieb abfinden? Eine heitle Frage kämpfen, muß man das persönliche Moralisiren aufgeben Wie sollen bei derartigen sozialen Zuständen junge neue Teufelswerk" fällen und die Eisenbahnen auf diese Weise vernichten wollte. Um soziale„ Sünden" zu be= und schmücken", sondern darin, daß sie tüchtigen Männern für einen Moralisten! Das werden die Gewirthschaftlich, politisch, geistig und sittlich gewachsene Ge- Soll die Jugend ihren heißen Liebestrieb unterdrücken? und das soziale Moralisiren wählen, d. h. die Gesell= nossinnen sind. Im Bewußtsein dieses ursächlichen Zu- Enthaltsamkeit bedeutet jedenfalls eine Einbuße an Glück: schaft, soweit sie zum„ Sündigen" verleitet, anklagen und sammenhanges verlangt Nora nach wirthschaftlicher Selbst- schädigt zudem die Gesundheit und vermindert z. B. beim für bessere soziale Zustände sorgen, damit wir ,, aus diesen ständigkeit. Möge Salter keine Nora von diesem Schritte Manne das Selbstgefühl und macht das Weib hysterisch. von neuem geboren werden." Was aber am meisten gegen Empfehlung der EnthaltsamUnweiblichkeit aufmuntert was anders, als daß er kein * * abhalten! " In diesem Zeichen werdet ihr siegen", glauben wir Geradezu komisch wirkt die bürgerliche Prüderie in feit spricht, ist die Erwägung, daß der Liebestrieb der dem Ausspruche Salters: stärkste aller Triebe, der Brennpunkt des Willens" ist, sowohl den amerikanischen und englischen„ Gesellschaften für " Was sollen wir von einem jungen Weibe denken, und daß das Ansehen solcher Moralisten Schaden nimmi, sittliche Kultur" als auch unsern freien Gemeinden welches raucht- und noch dazu in Gegenwart eines Herrn? welche etwas verlangen, was allzu schwer zu leisten ist. mit Recht zurufen zu dürfen. Wenn die letzteren gegenwärtig in dem Zustande einer Was sollen wir von einem jungen Manne denken, der solche Als in Jbsens Drama„ Gespenster" der Pastor die geistigen Charakterlosigkeit und Erfolglosigkeit Gentleman ist und vor dem Weibe kein wahre Achtung hat?"" freie Liebe" tadelt und verlangt, daß Liebesleute, die nach außen leben, so liegt dies wesentlich daran, daß sie zur Heirath keine Mittel haben, einander fern bleiben keine großen, packenden Grundgedanken haben. Die FreiAuch wir lieben es nicht, wenn Weiber mit der 3i follten" wird ihm mit Weisheit geantwortet:„ Mit solchen heitsschwärmerei von achtundvierzig wirkt heute nicht mehr; garette fofettiren und herausfordern. Wir werden auch Ermahnungen werden Sie bei jungen, heißblütigen Leuten die dogmatische Kirche bekämpfen heißt fast eine Ruine mit nicht über jemand lächeln, der das Rauchen überhaupt wenig ausrichten." Kanonen einschießen oder predigen, was die Spaßen von verwirft. Aber worin soll das„ Unweibliche" des Rau- Sehen wir von der Enthaltsamkeit ab, so bleiben den Dächern pfeifen; und wenn der Moralist einen jungen chens liegen? Etwa darin, daß es bisher nur von Männern brei Arten des erotischen Verhaltens übrig: Unnatur, Mann wegen freier Liebe, einen Proletarier wegen Dulausgeübt wurde? Auch das Schlittschuhlaufen wurde noch Benußung der Prostitution und freie Liebe". dung vor wenigen Jahrzehnten ausschließlich von Männern auseinen wegen geübt, und es ist nicht lange her, seit in der Voss. 8ta" Fürwahr in arge Klemmen treiben uns die Zustände der Arbeiterausbeutung anklagt, so werden die Angeklagten ein Bericht über die Betheiligung von Damen am Eislauf 1) Eine Illustration dieses Sazes liefert folgende Zuschrift, sich nicht verstanden glauben, die Achseln zucken und erstand, in welchem hervorgehoben wurde, wie ungraziös und welche das" Sächs. Wochenblatt" in Dresden jüngst aus dem widern:„ Wir können nicht anders." unweiblich" das Schlittschuhlaufen der Damen aussehe. Publikum erhielt: ,, Eine gebildete, junge Dame, infolge eines Lungenleidens 1) Wir möchten nicht falsch verstanden werden. Es liegt Die Urtheile über Anstand ändern sich eben, und manches längere Zeit außer Stellung, suchte nach Gesundung Stellung irgend uns natürlich fern, die erotischen Verhältnisse von Lebemännern zu Ewigweibliche" ist von einer sehr zweifelhaften Ewigkeit. welcher Art; fie war Gouvernannte. Es wollte sich augenblicklich billigen, welche arme Mädchen für gut genug halten, ihre Gelüfte Von zweifelhafter Ewigkeit ist auch die Anschauung, nichts passendes finden, weshalb sie gesonnen war, die erste Stellung zu befriedigen, aber nicht für gut genug, die Rolle der Ehefrau irgend welcher Art, die sich bietet, an zunehmen. Sie stellte sich zu- folch hochgeborener, reicher und gebildeter Herren zu übernehmen. daß ein Liebesleben nur dann eine fittliche Ehe sei, wenn nächst bei S. vor. Da sie mehrere Sprachen fertig spricht, hätte sie Es liegt uns ebenso fern, die ehrliche freie Liebe, wie sie heutzutage es sich nach den bestehenden bürgerlichen Institutionen auch ankommen können, aber der Lohn von monatlich dreißig Mark zu sein und sich zu verhalten pflegt, als etwas Begehrenswerthes richtet. Schon jetzt glaubt mancher, der sich vom bürger- schien ihr zu gering. Sie erklärt dieses Herrn S. und derselbe giebt zu empfehlen. Die wilde Ehe" von heute ist vielmehr in ber lichen Fühlen emanzipirt und die modernen sozialen Zu- ihr zur Antwort, daß seine Mädchens meistens soviel gar nicht be- That ein wildes Gewächs, welches erst gepflegt werden muß, um tämen, sondern 15-20 Mark höchstens, fie fämen aber alle recht ideale Formen anzunehmen. Aber auch Enthaltsamkeit, Unnatur stände studirt hat, ein Wort aus vergangener Zeit zu ver- gut durch, indem jede einen guten Freund habe, der nachhülfe. In und Prostitution sind Uebel; und zuweilen muß man den Teufel nehmen, wenn Salter sagt: derselben Weise hat sich auch Herr R. ausgesprochen." " durch ein Beelzebübchen austreiben lassen. Wenn aber der - Es ist alles Veränderung und Bewegung; Die Ursache dieser Bewegung sind die materiellen Verhältnisse. Moralist zeigt, wie Gebrechen sozialen Zuständen entspringen, Es verändert sich alles das klingt nun wieder wenn er zur Höherbildung der Gesellschaftsord außerordentlich selbstverständlich, und man sollte denken, nung auffordert, so werden viele Menschen sich verstanden um das einzusehen, brauche man gerade kein großer Philound vom wüsten Drucke persönlicher Schuld erlöst fühlen; foph zu sein. Allein so selbstverständlich, wie sie aussieht, Das sind zwei formale Säße, die an sich wenig Reiz und diesem Bewußtsein, welches dem ähnlich ist, was ist die Sache durchaus nicht. Man denke daran, daß es zu bieten vermögen; ihre große Wichtigkeit erhalten sie gläubige Christen Gnade, Enttsühnung nennen, wird neue erst wenige Jahrzehnte her ist, seit die Darwin'sche erst durch ihre Anwendung auf die Betrachtung der Ge= Hoffnung und Begeisterung zum Kampfe gegen das Uebel Theorie sich Bahn gebrochen hat; bis auf Darwin glaubte schichte. entquellen. man, daß sich die Thier- und Pflanzenarten nicht ver- Alles ist Bewegung; die gegenwärtigen Zustände find änderten, daß Hund und Kaze, Dchs und Esel schon vor die Folge der vorangegangenen Bewegung, sie sind der Millionen von Jahren Hund und Kaze, Ochs und Esel Ausgangspunkt der zukünftigen. gewesen seien; erst Darwin lehrte, daß sich diese Arten Die gegenwärtige Gesellschaft ist das Produkt der Die materialistische Geschichtsauffassung. entwickelt haben aus früheren Arten, und daß sie sich Bourgeoisie. Die kapitalistische Produktionsweise sprengte I. Die Hegel'sche Dialektik und Mary. auch weiter entwickeln werden zu späteren Arten. Oder die alte feudale Ordnung und schuf eine neue Gesellschaftswenn man an das politische Leben denkt, so wird man ordnung. P. E. Der Unterschied zwischen dem utopistischen viele Leute finden, welche die Veränderlichkeit der Dinge Sozialismus und dem wissenschaftlichen beruht darin, nicht begreifen können, und sich etwa einbilden, eine abso- für den Selbstgebrauch gewesen; was ein Mensch gearDie Produktion des Mittelalters war Einzelproduktion daß der erstere sich auf moralische, der zweite auf ge= lute Monarchie wieder einrichten zu können, wie sie vor beitet hatte, das verbrauchte er auch; oder er arbeitete schichtliche Gründe stüßt. zweihundert Jahren bestanden hat. Oder, um in eine vielleicht ein weniges über seinen eigenen Gebrauch für Die Utopisten sagten: die gegenwärtige Gesellschaft andere Gesellschaft zu kommen: man denke an einen uto- einen ziemlich direkten Umtausch gegen andere Arbeitsentspricht nicht unserem Ideal des größtmöglichsten Glückes, pischen Sozialisten, welcher sich einbildet, wenn er erst den produkte. und deshalb haben wir die Pflicht, eine andere Gesellschaft sozialen Staat eingerichtet hat, so ist die Menschheit aller zu schaffen. Der wissenschaftliche Sozialismus fagt: die Leiden ledig, das himmlische Jerusalem ist auf die Erde hat nicht mehr den Selbst gebrauch zum Zwecke, fie Die moderne Produktion ist Waarenproduktion; fie gegenwärtige Gesellschaft ist, wie alles, was eriſtirt, nicht gekommen, und die Menschheit lebt nun bis in alle hat keinen privaten, sondern einen gesellschaftlichen etwas unveränderliches, definitiv Feststehendes; sie stellt nur Ewigkeiten in derselben Verfassung weiter. Man sieht Charakter. einen gewissen Punkt einer Entwickelung dar, welche bis hier- also, daß dieser Satz von der Veränderlichkeit alles Bestehher ihren Gang gegangen ist und von hier weiter ihren Gang enden durchaus nicht so selbstverständlich ist, wie er aus- war auch natürlich die Produktionsweise privat; dem mittelIm Mittelalter, zur Zeit der privaten Produktion gehen wird; indem wir nun die Gesetze dieser Entwickelung sieht, denn viele Leute vermögen nicht an ihn zu glauben; alterlichen Produzenten gehörte sein Produkt, denn er hatte studiren, können wir im großen vorher sagen, wie die zu man braucht auch nur einige andere Worte zu nehmen, es ja geschaffen, es war sein Eigenthum; er konnte mit künftige Gesellschaft beschaffen sein wird. Der Utopist ist um den Satz auffälliger zu machen: man kann sagen, daß ihm machen, was er wollte. auf seinem Standpunkt befangen; er bildet sich ein, in die Geschichte eine beständige Revolution ist, daß das seiner moralischen Forderung ein Absolutes gefunden zu Alte stürzt, es ändern sich die Zeiten und neues Leben Produktion gesellschaftlich ist, sich auch die ProduktionsMan sollte nun meinen, daß gegenwärtig, wo die haben, ein Geseß, das für ewige Zeiten giltig sein muß; blüht aus den Ruinen" ein Zitat aus Schiller, welches weise vergesellschaftlicht haben müßte. aber der wissenschaftliche Sozialist weist ihm nach, daß so staatsgefährlich ist, daß auf Grund desselben schon ein- Fabrikarbeiter fann nicht sagen: dies ist mein Arbeitsprodieses moralische Ideal nichts ist, als das Produkt mal eine Versammlung polizeilich aufgelöst ist oder duft, dies habe ich geschaffen; er hat an diesem Produkt einer geschichtlichen Entwickelung, die auf einem daß alles, was besteht, werth ist, daß es zu grunde geht" mit einer ganzen Menge Menschen, vielleicht mit hunderten gewissen Punkt angekommen ist; er prophezeit dem Schwär- man sieht, daß da der Gedanke schon ganz anders mer, daß er ganz andere Ideale hätte, wenn er zwei- klingt: hundert Jahre später geboren würde. Der Idealist, welcher im Mittelalter Anhänger einer kirchlichen Sekte wurde, die gegen die unchristliche Gesellschaft protestirte, wäre vor hundert Jahren ein Kämpfer für die Volkssouveränität und Wie kam er nun dazu, zur anderen Hälfte ein rein die Freiheit der ökonomischen Verhältnisse geworden, für konservativer Denker zu sein? Er wollte ein System " Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit", er würde später schaffen, nach der Sitte der deutschen Philosophen, welche mit Saint- Simon für einen sozialen Staat geschwärmt sich nicht begnügen wollen, einzelne Blicke in die Unendhaben, und nach hundert Jahren, wenn die Hoffnungen, lichkeit der Erscheinungen zu thun, sondern welche die Produktionsmitteln eine Person; gegenwärtig sind sie zwei des Sozialismus verwirklicht find nun, dann würde ganze Summe der Erscheinungen, mit allem, was hinter Personen: Kapitalist und Proletarier. Der mittelalterliche er irgend einen anderen Zukunftstraum träumen, der als ihnen liegt, umfassen wollen. Er wollte ein System Befißer der Produktionsmittel konnte sich das Produkt andann geschichtlich nothwendig geworden ist. Der schaffen. Er hatte auf der andern Seite eingesehen, daß eignen er war ja selbst Produzent, hatte es selbst geSozialist, welcher aus moralischem Drange Sozialist ist, die ewige Wahrheit nichts ist, als die ewige Veränderung, schaffen; der moderne Kapitalist eignet sich das Produkt beweist nur den Einfluß der augenblicklichen Joeale das Absolute nichts, als das Relative, der erträumte End- auch an; aber er ist nicht mehr Produzent, eine Gesellauf einen ideal gerichteten Charakter, nichts weiter; der punkt und Ruhepunkt nichts als ein Moment im beständig schaft von Proletariern produzirt. wissenschaftliche Sozialist weist nach, daß die Ideale jenes fluthenden Strome des Seins. Aber auf der anderen Die revolutionäre Seite von Hegel, seine dialektische Methode ist also die Verkündigung der beständigen Veränderung und Bewegung. Ein moderner von Menschen gearbeitet; ein jeder befißt einen Theil an dem Eigenthum dieser Werke- welchen, daß läßt sich unmöglich bestimmen; das Produkt ist eben nicht das Eigenthum eines einzelnen, es ist das Eigenthum der ganzen produzirenden hundert Menschen. beiter die Produkte bekommt, sondern der Kapitalist. Aber wir sehen in Wirklichkeit, daß nicht der Ar= Das erklärt sich aus den mittelalterlichen Verhältnissen. Im Mittelalter waren Produzent und Besitzer von Menschen nothwendig erfüllt werden müssen, weil sie eben Seite wollte er ein System haben, eine ewige Wahrheit, ein Widerspruch: die Produktion ist gesellschaftlich; Bei den gegenwärtigen Verhältnissen findet sich also das Produkt jener bestimmten Verhältnisse sind, welche ein Absolutes, einen Endpunkt in dem Bewußtwerden der Aneignungsform der Produktion hat die Einzelim Lauf der geschichtlichen Entwickelung die unmittelbar dieser absoluten Relativität; uno sie wurde den Menschen produktion zur Voraussetzung. Dieser Widerspruch tritt nächste Stelle vor jenen zu Thatsachen gewordenen bewußt in der Philosophie Hegel's. Die Hegel'sche Philo- zu Tage in der Erscheinung von Kapitalist und Proletarier. Idealen hat. sophie also ist der End- und Schlußpunkt der ganzen EntWie Mary und Engels selbst erzählen, ist ihre ma- wicklung; bis zu ihr gab es Geschichte, seit ihr sprechend der gesellschaftlich gewordenen Produktion haben Der Widerspruch hat eine eigenthümliche Folge: ent= terialistische Geschichtsauffassung", die Grundlage ihres giebt es feine Geschichte mehr. wissenschaftlichen Sozialismus, eine einfache Folgerung aus utopist hofft, daß nach der Einrichtung der sozialen Charakter gewonnen: sie haben die Tendenz, möglichst viel Ebenso, wie der auch die Produktionsmittel einen gesellschaftlichen den Säßen Hegels. Staaten feine Verbesserung oder Veränderung mehr mög- zu produziren. Der Handpflug der alten Bauern genügte, In dem Denken Hegels sind zwei Dinge zu unterlich sei, daß mit Einführung des sozialen Staates die so viel Land umzuwerfen, wie nöthig war, damit der scheiden: das System und die Methode. Das System Geschichte aufhöre, ebenso lehrt auch Hegel, daß nach ihm Bauer seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte; der moderne ist der Gedankenbau, den er geschaffen hat, die Methode keine Geschichte mehr sei. Proudhon ist der wahre Schüler Dampfpflug ackert hunderte von Morgen um, und in einiist das Werkzeug, mit welchem er baute. Und nun be- des Hegel'schen Systems; und gerade an ihm kann man gen Tagen wird vielleicht eine neue Konstruktion erfunden, merken wir eine auffällige Erscheinung: das System ist sehen, wie dieser sich so radikal geberdende moralische So- welche tausend Morgen bearbeitet. Der Kapitalist muß zu konservativ, die Methode, die Dialektik, ist revolutionär. zialismus im Grunde eine rein konservative, reaktionäre bem Produktionsmittel greifen, welches am meisten produNach Hegel's Tode schieden sich seine Anhänger in zwei Anschauung ist. Parteien, in eine Rechte und eine Linke. Zur Rechten gezirt, er wird durch die Konkurrenz gezwungen; wenn die Mary bildete also nur die Methode, die Dialektik verbesserte Konstruktion des Dampfpfluges erfunden ist, so hörten die frömmsten und harmlosesten Pastoren, zur Linken Leute wie Ruge, Marr, Lassalle. Diese Erscheinung Hegels weiter aus, das System ließ er links liegen. muß der Kapitalist sie anwenden, sonst erdrückt ihn die ist dadurch zu erklären, daß sich die einen an das System, diese Methode für ihn freilich nicht zu gebrauchen. Hegel Menge von Produkten auf den Markt zu werfen, obgleich In der Form, wie sie sich bei Hegel vorfand, war Konkurrenz. Er ist also gezwungen, die denkbar größte die andern an die dialektische Methode gehalten haben. Welches ist nun diese Methode? Der dialektische war Idealist, für ihn existirte nichts, als der Begriff gar nicht der genügende Absatz vorhanden ist, denn die Prozeß verläuft in drei Stadien: von der Position zur Das, was wir Realitäten nennen, die Erscheinungen, find Ausdehnung der Konsumtion unterliegt ganz anderen GeNegation, von da zur Negation der Negation- oder, mit für ihn nichts, als Abbilder der Begriffe. Die Begriffe fezen als die der Produktion, er hat die Herrschaft veranderen Fremdworten ausgedrückt, von der These zur sind die wirkliche Welt, alles andere ist nur Schein. Die loren; nicht er beherrscht mehr die Art der Verwendung Antithese, von da zur Synthese oder deutsch: ein Ding Dialektik ist also nicht die Entwickelung der Dinge, des des Produktes, das Produkt beherrscht ihn. Durch diesen ist, es ist nicht, und es ist wieder, und zwar in einer neuen Gerstentorns, des römischen Reichs; sie ist die Entwicklung Gegensatz von übermäßigem Angebot und ungenügender Nachfrage entstehen die Krisen, die eine Zeit lang mit Ein Mann der exakten Wissenschaft kann mit dieser fast zu berechnender Regelmäßigkeit wiederkehrten, und Gestalt. Wenn ein Gerstenkorn in die Erde gelegt wird, so der Begriffe. verfault es, es geht von der Position zur Negation, von Form der Methode nichts anfangen; was gehen den gegenwärtig fast gar permanent geworden sind. In diesen der These zur Antithese, vom Sein in's Nichtsein über; Nationalökonomen die Begriffe an? Für ihn sind nur Krisen geht der schwächere Kapitalist zu grunde, nur der denn nach einiger Zeit ist das Gerstenkorn wirklich ver die Erscheinungen von Werth. Deshalb stürzte Marr stärkere kann sich halten; der Ring der Kapitalisten wird schwunden; statt des gelben, harten, länglich geformten fühn das ganze Verhältniß um, er sagte nicht mehr idea- immer enger, die Armee des Proletariats immer größer. Störpers ist eine faulige, weiche, schwarze runde Masse listisch: die Dinge, die Erscheinungen, sind die Nachbilder Während der Bourgeois zum Proletarier herabfinkt, vorhanden. Aber aus der Zerseßung geht wieder der der Begriffe, sondern materialistisch: die Begriffe sind die verkommt der Proletarier zum Lumpen; die Krisen, die Halm hervor, an dem neue Gerstenkörner wachsen, die Nachbilder der Dinge; ber dialektische Prozeß findet nicht Einführung neuer Maschinen, werfen tausende auf's Pflaster, Negation ist wieder negirt, die Antithese ist in die Syn- statt in bezug auf die Begriffe, sondern in bezug auf die die umkommen. Dinge. these übergegangen, aus dem Nichtsein ist ein neues Sein entstanden. Gleichzeitig mit Marr und Engels hat ein Arbeiter, schwindigkeit, wie ein Stein, der vom Berg herabgerollt Beide Prozesse vollziehen sich mit immer vergrößerter GeOder, denken wir an ein Beispiel aus der Geschichte: Josef Dießgen dieselbe Entdeckung vollkommen selbständig wird, in immer größeren Säßen dem Thale zu eilt. das römische Reich existirte, es zerfiel, und aus seinem es zerfiel, und aus seinem gemacht; zu einer Zeit, wo die Philosophie in Deutschland Je mehr sich das Kapital konzentrirt, in je weniger Zersezungsprozeß entstanden neue Reiche. Alles was exiftirt, bei den Gebildeten im Untergehen begriffen war, hat sie Hände es kommt, desto mehr nähert sich die jeßige Proeristirt in einem Momente eines dialektischen Prozeſſes, sich in den Arbeiterstand gerettet, und es iſt ja auch be- duktionsweise ihrem Umschlag; ist die Spitze der Entwickekannt, daß jeßt, wo auf den deutschen Universitäten der lung erreicht, so erfolgt dieser Umschlag: die gefellalles Sein ist ein dialektischer Vorgang. Dieser Gedankengang erscheint äußerst schwierig zu flauefte und ſeichteste Eklektizismus herrscht, wo die Bour- schaftliche Natur der Produktionsmittel wird anerkannt; verstehen; allein in Wahrheit giebt es nichts Einfacheres geoisie gänzlich verständnißlos ist für philofophifche Fragen, fie bleiben nicht das Eigenthum der Privaten, sondern und Natürlicheres. Das Ueberraschende beruht auf dem daß da manchen deutschen Arbeiter die schwierigsten und ab- sie gehen in das Eigenthum der produzirenden GesellBegriff„ Negation", welcher so weit gefaßt ist, daß er straktesten Theorien faſt in Fleiſch und Blut überge- schaft über, und die Produktions-, Austausch- und Aneinfach jede Art von Veränderung unter sich begreift; gangen find. wenn etwas verändert ist, so ist es nicht mehr das, II. was es zuerst war, sondern etwas anderes; das erste ist weg oder negiert, und jetzt ist etwas anderes da. Der einfache Sinn der Dialektik ist also: es verändert sich alles. eignungsweise wird in Einklang gebracht mit diesem ge= Der wissenschaftliche Sozialismus und die sellschaftlichen Charakter der Produktionskräfte. Gesellschaftsordnung der Gegenwart. Dadurch werden zunächst die Klassengegensäße aufgehoben; es wird nicht mehr Proletarier und BourDie materialistische Geschichtsauffassung ruht nach alle geois geben, sondern nur eine Klasse mit gleichen Lebensbem auf zwei Säßen: bedingungen. Das macht den Staat überflüssig, der ja Verein zur Wahrung der Interessen der Mies nur so lange nöthig ist, als verschiedene Klassen eristiren,| Berger, Gr. Frankfurterstr. 95. Bei letzterem werden auch frei-| von dem die besser gestellten vor den schlechter gestellten willige Beiträge entgegen genommen. Ferner ersucht die Kommission, ther des Nordens Berlins. Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt gegen ein Beitrittsgeld von 25 Pf., der Beitrag pro Monat beschüßt werden müssen; zugleich fällt die Religion, welche sämmtliche ausstehenden Sammelliſten bei letterem abzuliefern. Fachverein der Tischler. Die Zahlstellen des Vereins find beträgt 25 Pf. Folgende Zahlstellen nehmen Anmeldungen und denselben Zweck hat; und endlich bekommt die Familie zur Entgegennahme der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder Beiträge entgegen: 1. Schmidt, Stettinerstr. 2;-2. Scheher, eine ganz andere Form, wenn es möglich ist, daß auch das jeden Sonnabend von 8-10 geöffnet, und zwar befindet sich Zahl- Acker- und Invalidenstr.- Ece; 3. Tiebe, Fennstr. 7; 4. Viet, Weib wirthschaftlich selbständig wird, also dem Manne stelle I Friedrichsbergerstr. 25 bei Christen; II Staligerstr. 107 bei Birkenstr. 24; ferner: der Vorsitzende Paul Heitmann, Brunnenſtr. gleich und nicht untergeordnet ist. Natürlich wird sich das Kunstmann; III Belle- Allianceplay 6 b. Hilscher; IV Zionsfirchplatz 11 92, of 3 Tr. r.;- der 2. Kassirer, Wilhelm Geschewsky, Schle= in einem langsamen Prozeß abwickeln, nicht plößlich, nicht Ecke Solmsstr. bei Schmidt; VII Dresdenerstr. 116 bei Wendt, Das diesjährige Stiftungsfest( Herrenabend) findet am Sonnabend, bei Hohn; V Bülowstr. 52 bei Böhland; VI Mariendorferstr., gelstr. 27, Hof geradezu 2 Tr. Fachverein der Steindrucker und Lithographen. auf einen Schlag, nicht durch eine Revolte. daselbst befindet sich auch der Zentral- Arbeitsnachweis des Bedrohung von Eigenthum, Staat, Religion und Fa- Vereins; VIII Lübecker- und Thurmstraßenecke bei Jahnke. Die den 5. Oftober, in den Bürgerfälen, Dresdenerstr. 96, statt. Arbeitsvermittelung geschieht unentgeltlich. Der Nachweis ist ge= -Sozialdemokratischer Leseklub Lessing". Jeden milie, das sind die Schlagworte, mit welchem der gute öffnet an Wochentagen von 812-92 Uhr, Sonntag Morgens von Montag Abend 9 Uhr im Reſtaurant Leonhardt, Wallstraße 20, Spießbürger in Angst vor der Sozialdemokratie geſetzt 82-11 Uhr. wird. Der Spießbürger bildet sich ein, daß die bösen Sozialdemokraten nur noch warten, bis sie stark genug find, um eine Revolution zu machen. * * Reinickendorf. Sonntag, den 6. d. M., Mittags 12/2 Uhr, Daß die Sozialdemokratie nichts ist, als eine Ge- im Reſtaurant„ Seeschlößchen", Markstraße 2: Große Versammlung. Daß die Sozialdemokratie nichts ist, als eine Ge- Vortrag des Rechtsanwalts A. Stadthagen über:„ An's Vaterland, schichtsphilosophie, die nur deshalb allein ihre Anhänger an's theure schließ dich an." hat, weil sie den Arbeitern eine bessere Zukunft prophezeit; Achtung! Den Mitgliedern der Zentralfrankenkasse der daß sie eine Philosophie ist, welche gerade Revolten und Maurer Grundstein zur Einigkeit", Berlin 1, hiermit zur Kenntniß, Aufstände auf das schärffte verurtheilt, weil diese den Gang daß im Osten von jest ab Rüdersdorferstr. 8 bei Böhl, Sonntags der geschichtlichen Entwickelung nicht zu beschleunigen ver- Vormittags von 9-12 Uhr tafsirt wird. mögen, daß also gerade der sozialdemokratische Arbeiter der ruhigste und am wenigsten zu Radau geeignete ist das kann er nicht verstehen. Gewerkschaftliches, Versammlungen. " Vorlesung und Diskussion. Der Arbeits- Nachweis des Fachvereins der Schlosser befindet sich für den Süden Dresdenerstr. 116 bei Gründel, für den Norden Anklamerstr. 49 bei Nürnberg. Verein der Klempner Berlins. Arbeitsnachweis bei Stramm, Ritterstraße 123. -Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für Klaviers arbeiter befindet sich Waldemarstr. 61, bei Zilm. Fachverein der Buchbinder und verw. Berufss genossen. Montag Abend 9 Uhr Versammlung, Annenstr. 16. Literarisch e s. Fachverein sämmtlicher an HolzbearbeitungsMaschinen beschäftigter Arbeiter. Montag, den 7. d. M., Abends 82 Uhr, in Säger's Lokal, Grüner Weg 29: General- Von der ,, Neuen Zeit", Stuttgart, Verlag von J. H. W. Versammlung. Diez, ist soeben das 10. Heft des 7. Jahrganges erschienen. Kranken- und Sterbekasse der Berliner Haus- Inhalt: Das Werthgesez und die Profitrate. Von Dr. Konr diener.( E. H. 61.) Mittwoch, 16. d. Mts., Abends 9 Uhr, Kom-| Schmidt. Die Bergarbeiter und der Bauernkrieg, vornehmlich in mandantenstr. 77-79: Außerordentliche General- Versammlung. Thüringen. Von Karl Kautsky.( Forts.) Das Gesez über die In Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 6. Oktober, validitäts- und Altersversicherung im Deutschen Neiche. Von A. Vormittags 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38. Vortrag des Herrn Bebel.( Schluß.) Literarische Rundschau. Dr. Bruno Wille über:" Bibelpredigt und Bibelbeherzigung." Deutsche Blätter". Monatshefte für Literatur, Kunst Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. und öffentliches Leben. III. Jahrgang, halbjährig 1 fl. 20 fr. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Orts- 2 Mt. 50 Pf. Eger: Hans N. Krauß; Leipzig: Zander'sche Buchverwaltung Berlin 3. Montag, den 7. Oktober, Abends 8½ Uhr, handlung: Wien: A. Amonesta IV. bei Bolzmann, Andreasstr. 26. Versammlung. Frankfurt a. M. Am Montag, den 30. September fand hierselbst eine allgemeine Volksversammlung statt. Tagesordnung: Gründung eines Wahlvereins. Die sehr zahlreich besuchte Versammlung leitete Genosse Fischer, das Referat hatte Genosse Emmel übernommen. Am Schlusse des mit großem Beifall aufgenommenen Vortrages beantragt der Referent, einen Wahlverein zu gründen. Nachdem noch einige Genossen gesprochen hatten, wurde der Antrag Freie Vereinigung der Schneider Berlins. Moneinstimmig angenommen. 250 der Anwesenden zeichneten sich sofort tag, 14. b. Mts., in den Bürgersälen, Dresdenerstr. 96: Erstes ein. Eine Kommission von 5 Mann wurde gewählt, welche die Stiftungsfest. Die Festrede hat Herr Rechtsanwalt A. StadtArbeiten bis zur konstituirenden Versammlung zu verrichten hat. hagen übernommen. Nach dem Konzert findet Tanz statt. Billets Zum Schluß wird der Brauereien und Wirthe gedacht, die ihre zu 30 Pf. find zu haben bei A. Täterow, Mauerstr. 9 v. 3 Tr., Lokale zur Abhaltung von Arbeiterversammlungen verweigern. Mit Krausenstr. 11( Schneiderherberge); R. Frank, Stronenstr. 39-40; diesen Leuten wird ebenso verfahren, wie es die Berliner Genossen Wendt, Mulackstr. 8; Pohl, Junkerstr. 18, im Laden; Gründel, thun, um zu zeigen, daß die hiesigen Arbeiter mehr Einfluß haben Dresdenerstr. 116; J. Gnadt, Brunnenstr. 38, sowie in allen Verals die Polizei. sammlungen und in den mit Plakaten belegten Handlungen. Charlottenburg. Am 26. Auguft cr. ist auch hier in CharTottenburg eine Lokalfommission in öffentlicher Versammlung gewählt worden, welche in einer zweiten Versammlung am 17. September den Auftrag erhielt, sämmtliche Lofalwirthe, wo Arbeiter ständig verkehren, aufzufordern, das„ Berl. Volksblatt" und die Berl. Bolfstribüne" auszulegen. Die Liedertafel d. Maler u. verwandten Berufs= genossen tagt von jest ab wieder Kaiser- Franz- Grenadier- Platz 7, bei Berg. Am 12. Oftober d. J. findet bei Deigmüller, Alte Jafobstraße 48a Stiftungsfest statt, wozu Kollegen und Freunde ganz ergebenst eingeladen find. Fachverein der Korbmacher Berlins. Sonnabend, Petitionslisten zur Beseitigung des denaturirten den 5. Oftober, Abends 82 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte JaSpiritus zu gewerblichen Zwecken können in Empfang genommen fobstraße 48 a: VII. Stiftungsfest, verbunden mit Tanzkränzchen u. werden bei folgenden Kommissionsmitgliedern: Gustav Reuter, Gr. Vorträgen. Gäste willkommen. Frankfurterstr. Nr. 128; Emil Schade, Gubenerstr. 61; Gustav MilFreie Vereinigung der Loh gerber und Leder brodt, Adalbertstr. 94; Robert Weber, Fliederstr. 6; Karl Kurth, zurichter Berlins. Sonnabend, den 6. Oktober, Vorm. 10% Schönhauser Allee 21; Friz Zubeil, Waldemarst. 73 und Robert| Uhr, Weinstr. 11, bei Bobert: Generalversammlung. Berliner Arbeiterbibliothek. Soeben erschienen: Heft 7: unker und Bauer. Von Paul Kampffmeyer- Genf. 32 Seiten. Preis 15 Pfg. Inhalt: Der alte gemeinfreie Bauer. Leibeigenschaft, Auskaufen und Legen der Bauern. Der Adel verhindert alle Reformen. Selbst die Stein- Hardenberg'sche„ Bauernbefreiung" bedeutet eine ausgedehnte Expropriation der Bauern zu gunsten des Adels. Die Entwickelung nach 1848. Bestellungen sind zu richten an den Verlag der„ Berliner Volks- Tribüne", Berlin, Dranienftr. 23, oder an die bekannten Kolporteure. Von 10 Eremplaren an hohe Preisermäßigung. Elberfelder ,, Freie Presse". schwebenden, Briefkasten. Dortmund. Nur recht kurz. S.„ Auflösungen" Belagerungszustand. === Diese Bestimmungen des Be= lagerungszustandes gelten für folgende Bezirke: die Stadt Berlin, die Stadtkreise Potsdam, Charlottenburg und Spandau, sowie die Kreise Teltow, Niederbarnim und Ostha velland. Der§ 2 lautet: In dem im§ 1 bezeichneten Bezirk ist die Verbreitung von Druckschriften auf öffentlichen Wegen, Straßen, Pläßen oder an anderen öffentlichen Orten ohne beDas Tragen von Waffen bezieht sich nur auf Berlin und die Stadtkreise Potsdam sondere polizeiliche Genehmigung verboten. und Charlottenburg. Crefeld. Uns augenblicklich auch unbekannt. Alle Kolporteure und Verbreiter der„ Volfstribüne" und der„ Arbeiterbibliothek" bitten wir um recht baldige Abrechnung mit der Expedition. Kleine Beträge( bis 5 Mark) werden am bil ligsten in Briefmarken übersandt. Am 1. Oftober Geschäfts- Eröffnung. 19 1889 Albert Auerbach, Berlin S, Kottbuserdamm 7. 1889 Schuh- und Stiefel- Lager= für Herren, Damen und Kinder. Reelle Bedienung. Feste Preise. A. 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