Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Bolts- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis viertel jährlich 1 Mt. 50 Bfg.; eingetragen unter Str. 867 der Zeitungspreisliste für Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 41. Inserate werden die 4 spaltige Betit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Bereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 12. Oktober 1889. Einzelne Nummer 15 Bfg. das Jahr 1889.) Ausgabe für Spediteure: „ Volksblatt" Zimmer- Straße 44. III. Jahrgang. Zur Frauenfrage I.- Der Londoner Dock tretenden sind der Ansicht, daß die Frau mit ihrer Thätig- weniger die Natur einer Arbeit an und für sich, welche arbeiterstreik. Von John Burns I. Darwiteit, mit ihrem Leben und Weben in die Gesellschaft den weiblichen und überhaupt den menschlichen Organisnismus und Sozialismus. Die Macht des gehört. mus schädigt, als vielmehr das Zuviel und das Zuspekulativen Kapitals. Disziplinarstrafen Das Kriterium, ob die Frau im Hause oder außer lange der zu leistenden Arbeit, die ungesunden Arbeitsgegen Gefangene. halb des Hauses thätig sein soll, wird jedoch weder durch bedingungen, unter denen sie in der kapitalistischen WirthNovelle von Mackay I. Pennen in New- die durchaus subjektiven Wünsche und Ansichten des schaft geleistet wird, das schlechte Leben, welches keine York.- Die Lage der Londoner Dockarbeiter. frauenrechtlerischen Kunz, noch durch die ebenso subjektiven entsprechende Wiederherstellung der verausgabten Kräfte - Die Verhältnisse der Bäcker.- Staats- Ar- Wünsche des antifrauenrechtlerischen Hinz geliefert, sondern ermöglicht. Nach diesen Seiten hin müssen also die beiter und Koalitionsfreiheit. Der Groß einzig und allein durch die Gesammtsumme der gesell- Forderungen erhoben werden, wenn die Arbeit der Frau betrieb in der Schuhmacherei. Aus dem schaftlichen Verhältnisse, die sich gründen auf das in der Industrie den weiblichen Organismus nicht anBuchdruckerverein. Die Versicherung der Wesen der jeweiligen Produktionsverhältnisse. Geradeso wie greifen und zerstören soll. land- und Forstwirthschaftlichen Arbeiter. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die Verbreitung der„ Berliner Volks- Tribüne", besonders aber der Berliner Arbeiter- Bibliothek" ein. Zur Frage der Frauenarbeit. Von Klara Zetkin. I. " 1 Die Nummer 17 der Brünner Arbeiterstimme" widmete der Frauenarbeit in der Industrie einen Leitartikel, in welchem die so wichtige und brennende Frage in Anknüpfung an ihre Behandlung auf dem Pariser Kongreß erörtert wird. Alles in allem bricht der Verfasser für den wohl für immer abgeschnittenen Zopf der Arbeiterbewegung, die Forderung einer umfassenden Beschränkung der Frauenarbeit eine Lanze. die gesellschaftlichen Verhältnisse aus ökonomischer Noth- Ferner darf man bei der im Interesse des proletariwendigkeit die Frau Jahrhunderte lang mit ihrer Thätig- schen Nachwuchses gestellten sanitären Forderung nicht verteit ans Haus fesselten, so schleudern sie dieselbe seit gessen, daß das Kind nicht blos eine Mutter, sondern auch Entwickelung des Großbetriebes mitten hinein in das in einen Vater hat, dessen Gesundheitszustand vererbt werden dustrielle Leben. Die Frage darf daher nicht gestellt kann, wenn auch in dieser Beziehung die Natur der Mutter werden: soll die Frau ihre Thätigkeit aufs Haus be- von größerem Einflusse ist. Uebrigens ist der Nachwuchs schränken sondern sie muß lauten: kann die Frau bei der Frau, welche sich im Haus, mit häuslicher Arbeit den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen, in anbe- vom frühen Morgen bis zum späten Abend bei schlechter Ertracht der wirthschaftlichen Faktoren, ihr Wirken ausschließ- nährung, ungenügenden Ruhepausen, bitteren Sorgen ablich innerhalb des Familienkreises konzentriren? rackern muß, in gesundheitlicher Beziehung nicht besser Die Thatsachen zeigen täglich mehr, daß diese Frage prädisponirt, wie die Nachkommenſchaffan ungefunden verneint werden muß, daß es sie ökonomischen Verhältarbeiterin. Sticht vergesse, Aufenthalt in ungefunden nie für immer weitere Streise zur uppturen nuvy stammen, ungenugende Ernährung, Ueberarbeit werden den lichkeit machen, die Wirksamkeit der Frau auf das gleichen verwüstenden Einfluß auf den weiblichen OrganisHaus zu beschränken. Alle, auf eine Aenderung dieser mus ausüben, ganz unabhängig davon, ob er diesen verVerhältnisse abzielenden Forderungen und Beschlußfassungen hängnißvollen Einflüssen zu Hause oder in einer Fabrik prallen an der unerbittlichen Folgerichtigkeit der ökonomischen Bedingungen machtlos ab und werden, wenn viel leicht auch augenblicklich siegreich, von ihnen früher oder später zu nichte gemacht. ausgefeßt ist. Wenn sich diese Einflüsse bei der Fabrikarbeit stärker vordrängen, so ist dies keine unvermeidliche, natürliche Folge der betreffenden Arbeitsart, sondern nur eine Konsequenz von der schlechten Organisation innerDaher auch die Thatsache, daß troß aller auf eine halb der heutigen kapitalistischen Gesellschaft. umfassende Beschränkung der Frauenarbeit hinaus lau- Von besonderen Fällen für schwangere Frauen abDa eine Erörterung und Klärung der Frage der fender Beschlüsse der Arbeiterorganisationen, Arbeitertage 2c., gesehen, machen die sänitären Rücksichten nicht eine BeFrauenarbeit täglich immer mehr zur Nothwendigkeit wird, die Verwendung der Frau in der Industrie nicht abge- schränkung der Frauenarbeit im allgemeinen nöthig, und da der vom Genossen H. vertretene Standpunkt noch nommen, sondern im Gegentheil immer größere Aus- wohl aber umfassende Schutzmaßregeln zu gunsten aller vielfach in Arbeiterkreisen getheilt wird, so scheint ein Ein- dehnung gewonnen, sich auf immer weitere Kreise erstreckt menschlichen Arbeit überhaupt. gehen auf die in dem beregten Artikel entwickelten Aus- hat. Der Umstand, den Genosse H. zugiebt, beweist, was führungen nicht überflüssig, obgleich die nämliche Frage be- er anzuzweifeln scheint, nämlich: daß die Arbeiterreits mehrfach in der Volks- Tribüne" und in der„ Ber- bewegung mit derartigen Beschlußfassungen nicht liner Arbeiter- Bibliothek" behandelt worden ist. nur gegen die ökonomischen Entwickelungsgeseze Genosse H. giebt von vornherein als richtig zu, daß verstieß, sondern daß sie auch die prinzipielle Be" " Ein Rückblick auf den großen Streik. Von John Burns- London. ¹) I. von einer Beseitigung der Frauenarbeit überhaupt noch deutung der Frage verkannte, daß sie in dieser Be- Von einem Soldaten, der gerade aus heiß tobender nie die Rede war und sein kann, weil die Gesellschaft auf siehung gegen den demokratifirenden, gesellschaftlich nivelli- Schlacht gekommen ist, darf man nicht die beste, die gedie Arbeit der einen Hälfte des Menschengeschlechts kaum renden Zug sich aufzulehnen versuchte, welcher im Gefolge wissenhafteste, die unparteiischste Schilderung alles dessen zu verzichten in der Lage ist". Wir halten diese Erklärung der modernen Produktionsverhältnisse durch die Geschichte erwarten, was in dem Treffen als einem Ganzen von fest, mit der Erlaubniß jedoch, das Wörtchen kaum", geht. Genosse H. hält an dem früheren Standpunkt der hoher Bedeutung war. Seine Augen und seine Haut welches eventuell eine andere Deutung, ein Hinterpförtchen Arbeiterbewegung in der Frage der industriellen Frauen-( wenn ihm nicht eine schlimmere Verlegung widerfahren offen läßt, durch das bestimmte und kein Ausweichen ge- arbeit fest, und er fordert eine umfassendere Beschrän= ift) sind noch wund von dem Rauch; sein Gehör ist durch stattende ,, nicht" zu ersetzen. In der That, eine Besei- kung derselben aus einem dreifachen Grunde: dem ökono: das Getöse abgeſtumpft; seine Eindrücke find roh und tigung der Arbeit der einen Hälfte der Mensch- mischen( wirthschaftlichen), sanitären( gesundheitlichen) und laufen durcheinander, wie geschlagene und sich flüchtende heit zu fordern, das liefe auf nichts Geringeres hinaus, tulturellen. als entweder in eine ganz ungeheure nicht zu ertragende Verringerung des gesellschaftlichen Neichthums auf den Rücken binden wollen. * * * Soldaten einander auf die Hacken treten. Und seine eigene Rolle, ob groß oder klein, beherrscht seine Vorstellungen Wir wollen zunächst mit etlichen Worten die Forde- und Erinnerungen. Ich war hier oder da, während das zu willigen, oder aber, die andere Hälfte der Menschen mit dem doppelten Arbeisquantum zu belasten, fie rung einer Beschränkung der Frauenarbeit aus hygie- und das geschah. Ich that das und das, als der Befehl geradezu zu versflaven. Kein Mann, auch nicht der am Kein Mann, auch nicht der am nischen( gesundheitlichen) Gründen abthun, auf welche zum Angriff gegeben wurde." Uns erscheint gerade Wenn er indessen, sei es auch in welcher Rolle, zähesten an seinen Vorurtheilen über die Rolle der Frau Genosse H. nicht weiter eingeht. klebende, wird sich die Ruthe einer derartigen Eventualität dieser Punkt als der einzig stichhaltige, von dem aus mitten im Gefecht war, so spricht er mit einem gewissen eine gewisse Eindämmung der Frauenarbeit zu fordern ist, Grade von Autorität, als jemand, dessen Handlungen einen Ist im Interesse der Gesellschaft die Unmöglichkeit der und gewiß im Interesse der Frau selbst, wie auch des Theil und ein Glied in der Begebenheit bildeten und zu dem allgemeinen Resultat beitrugen. Endlich ist, wie man Beseitigung der Frauenarbeit zugegeben, so folgt daraus, proletarischen Nachwuchses. Allerdings muß man sich bei Ausführung der von annehmen kann, sein Anspruch, über die Sache gehört zu daß die Arbeit der Frau in der Industrie an und für werden, um so triftiger, wenn er sich in würdiger Weise fich und im Prinzip weder eine Entlastung, noch dem Pariser Kongreß erhobeneu Forderung: Beschränkung, resp. Verbot der Frauenarbeit in allen, als ein Führer in dem Kampf erwiesen hat. eine Versklavung der Frau bedeutet, sondern einfach den weiblichen Organismus besonders schädigenden Industrie- Wäre es meiner freien Wahl überlassen gewesen, so eine Verlegung ihrer Thätigkeit aus einem Kreise in eine andere Sphäre. davor hüten, die für das weibliche Geschlecht geeigneten würde ich es gerade jeßt nicht übernommen haben, meine Die Frage dreht sich also nicht um die Thatsache, oder passenden" Industrien nach der alten Schablone eigenen Gedanken über den Streit und seine Resultate mit der Feder daß die Frau arbeitet, sondern nur darum, in welcher weiter zu klassifiziren. Es giebt eine ganze Reihe von auf das Papier hinzusetzen. Ich bin Form, in welcher Mitte die Arbeit zu geschehen hat, Beschäftigungen, welche als durchaus weiblich", ja als in der Hand- noch nicht recht klar über die Richtung ob im Hause und für die Familie oder in der Gesellschaft fast ausschließliches Erwerbsterrain der Frauen betrachtet und Tragweite jener Vorgänge. Ob ich gewissenhaft genug und für den Markt. werden, wie das Maschinen nähen, das Schneidern, bin? Wahrlich, ich vermag es nicht zu sagen. UnDas Spießbürgerthum aller Nüancen, das sozialistische Nähen überhaupt, welche gerade für den weiblichen parteiisch? Ich wage es nicht zu behaupten. Ich bin in mit inbegriffen, antwortet darauf, daß das Schaffen der Organismus ganz besonders schädlich sind. 1) Diese Aufzeichnungen des Führers des großen Londoner Frau auf das Haus beschränkt bleiben muß. Die für Von Industriezweigen abgesehen, in denen Gift- und Streits dürften für unsere Leser von besonderem Interesse sein. die wahre Emanzipation des weiblichen Geschlechts Ein- ähnliche Stoffe zur Verwendung gelangen, ist es übrigens Vergl. auch den Artikel in der Beilage aus bürgerlichen Kreisen. zweigen" letter Zeit so viel und so oft bort unten" 1) gewesen;| Ciceros Reden gegen Catilina in den Sinn, und für den in der That Leute gegeben, die in der Chemie von einem für den bildet natürlich der Darwi- Kampf um's Dasein der Elemente, in der Astronomie von ganze Tage und ganze Nächte. Und es ist nicht leicht, Naturforscher Woche für Woche„ dort hinunter" zu gehen, seine Schul- nismus den Prüfftein für die Richtigkeit oder Unrichtigkeit einem Kampf um's Dasein der Himmelskörper sprechen.. So allgemein genommen, ist natürlich der Kampf um's tern an Leuten zu streifen, die stillschweigend Hunger leiden, des Sozialismus. Lassen sich beide vereinigen oder nicht? schmalwangige Weiber ihre Betttücher in die Pfandläden das ist für ihn die Frage und nicht nur für ihn, sondern Dasein auch in der menschlichen Gesellschaft thätig und tragen zu sehen und dann, nach Hause zurückgekehrt, die für unzählige andere, worunter nicht wenige, die von Dar- nothwendig, denn schließlich kann man ja jede Arbeit, jede Geschichte mit kalter Unparteilichkeit zu erzählen. winismus wie von Sozialismus nur etwas läuten gehört Thätigkeit als einen Kampf um's Dasein betrachten. Aber so allgemein genommen verliert der Begriff des Ich will mich auch nicht entschuldigen, daß ich meine haben. eigenen Gefühle in meiner eigenen Weise niederschreibe. Neben der technischen Entwickelung sind der Darwi Kampfes um's Dasein jede wissenschaftliche Bedeutung; er Jedermann hat das gethan ist dazu gezwungen worden nismus und der Sozialismus die beiden hervorragendsten hört auf, etwas zu erklären. Darwin verstand unter dem durch sein menschliches Gefühl der nach dem Ostend Merkmale unserer Epoche, und der Gedanke liegt nahe, Kampfe um's Dasein nicht den vagen Begriff eines Kamhinunter gegangen ist, um selbst das Leben der Ostend- beide in Beziehung zu einander zu bringen. Und viel pfes überhaupt, sondern etwas ganz Bestimmtes. Er fand, Arbeiter zu sehen; und ich überzeuge mich mehr und mehr, mehr als der Jurist, Theologe, Philologe oder Historiker daß überall in der Natur die Zahl der Keime der Lebedaß derjenige, welcher mit wirklicher Kenntniß über den hatte der darwinistisch gesinnte Naturforscher, namentlich wesen die Zahl der möglichen Lebewesen weitaus überGegenstand schreibt, im selben Verhältniß wahrer schreibt, in den Anfängen des Darwinismus, ein Interesse daran, ragt. Würde aus jedem Ei ein Thier, aus jedem Samen als sein Herz heißer in ihm brennt. Ich möchte fast, sich über seine Stellung zum Sozialismus klar zu werden. korn eine Pflanze, die Erde könnte sie alle nicht fassen. daß ich die„ Unparteilichkeit" in alle Winde zerstreuen Hatten doch Darwinismus und Sozialismus die gleichen Aber nicht jeder Keim gelangt zur Entwickelung und nicht könnte! Gegner, wurden gleich wüthend angegriffen und in den jedes Lebewesen wird reif und in den Stand gesezt, sich habe. * * * Doch glaube ich bei alledem für einen Führer des gleichen Topf geworfen. Das schien eine gewisse Waffen- fortzupflanzen. Die Keime und die daraus sich entwickelnStreits den Gang der Sache mit mehr als ausreichender brüderschaft zwischen den beiden angegriffenen Theilen er- den Wesen sind so mannigfaltigen Gefahren ausgesetzt, daß Billigkeit vorführen zu können. Von jedem anderen Motiv zeugen zu wollen. Sympathisch kamen die Sozialisten nur verhältnismäßig wenige dieselben überstehen. Es sind abgesehen, ist in der That kein Grund vorhanden, warum der neuen Lehre entgegen. Sollte man diese Bundes- aber nicht alle Individuen einer Gattung ganz gleich. Ein. man versuchen sollte, den Fall in anderer Weise darzu- genossenschaft annehmen? Konnte sie nicht kompromitirend jedes ist in untergeordneten Punkten von den anderen verschieden, ein jedes hat seine besonderen Eigenthümlichkeiten. legen; überdies ist in der eben beendeten großen und wirken? außerordentlichen Bewegung die Sache der Arbeit die Die Darwinisten mußten trachten, zu einem Urtheil Erschweren diese Eigenthümlichkeiten dem Individuum volksthümliche Sache der ganzen Welt gewesen, und die über den Sozialismus zu gelangen. Die Sozialisten hin- den Kampf gegen die es umgebenden Gefahren- das ist: Streiter und ihre Führer sind bei ihrem Vorgehen von wiederum suchten aus dem Darwinismus eine Bestätigung den Kampf um's Dasein so ist die Wahrscheinlichkeit, einem solchen Ausbruch öffentlicher Sympathie unterstützt ihrer Lehren herauszulesen. Die revolutionäre Natur- daß es diesen aushält und sich fortpflanzt, gering. Sie und angestachelt worden, wie ich ihn, was mich anbetrifft, wissenschaft sollte zur Basis werden für die revolutionäre ist größer bei Individuen, die Eigenthümlichkeiten an sich tragen, die ihnen vortheilhaft sind. Solche nüßliche in Verbindung mit ähnlichen Erhebungen während der Sozialwissenschaft. Eigenthümlichkeiten werden sich also leichter vererben, als zwölf Jahre meines öffentlichen Lebens nimmer erfahren So ist denn für beide Theile die Beantwortung der schädliche, unter den Nachkommen mit diesen EigenUnd nun zum Ursprung und Beginn des Streifs. Frage höchst wichtig geworden: Steht der Sozialismus thümlichkeiten werden wieder diejenigen den Kampf um's An dieser Stelle jedoch vorher ein Wort über die im Widerspruch zum Kampf ums Dasein, der nach Dasein am besten bestehen, welche dieselben am stärksten Direktoren, die ihre eigenen Ansichten darüber hatten, der Lehre Darwins den wichtigsten Hebel der Entwicke- entwickelt haben u. s. w. So werden diese nüßlichen Eigen= wie der Streit herbeigeführt wurde, welche Ursachen dazu lung bildet, beseitigt er ihn oder giebt er ihm vielmehr thümlichkeiten immer stärker- und stärker ausgebildet und führten und aus welchen Quellen er am wesentlichsten erst die für die Menschheit entsprechendste Form? Die so- werden sich immer mehr unter den Individuen einer Gattung unterhalten wurde! Mr. Norwood2) hat auf Verschwö- zialistischen Darwinianer und darwinistischen Sozialisten verbreiten. Sie werden schließlich zu scharf ausgeprägten rungen, tief angelegte Komplotte, geheime und verborgene behaupten natürlich das lettere, ihre Gegner das erstere. Merkmalen der ganzen Gattung. Die Gattung vervollThätigkeit und ich weiß nicht was sonst noch dergleichen Der Sozialismus ist kulturfeindlich, sagten diese; er kommnet sich auf diese Weise immer mehr durch natürliche angespielt, ja offen davon gesprochen. Es wurde versucht, will die Konkurrenz aufheben, die Konkurrenz ist aber Büchtung unter dem Einflusse des Kampfes um's Dasein.. Der Kampf ums Dasein hat also bei Darwin eine die öffentliche Meinung zu überzeugen, daß dies das Er- nichts anderes, als der Kampf ums Dasein. Wir finden gebniß einer gigantischen, organisirten, geheimen Ver: fie in der ganzen Thier- und Pflanzenwelt; sie ist ein ganz bestimmte Bedeutung: er ist ein Hebel der Entschwörung von seiten der Arbeit gegen das Kapital sei, Naturgesez für alle Lebewesen, ohne sie giebt es keine wicklung der Thier- und Pflanzenarten. errichtet auf dem Untergrund unbeschränkten Geldzuschusses Entwickelung, giebt es nur Versumpfung, Rückschritt. Und von ausländischen Sozialisten. Ich will hier ein- ebenso widernatürlich als die Aufhebung der Konkurrenz Er ist jedoch keineswegs der einzige dieser schaltend bemerken, daß der Geldbetrag, welchen das ist die Einführung der Gleichheit. Die ganze Entwickelung Hebel. Es dürfte noch manchen geben, den wir nicht Streiffomitee von Anfang bis zu Ende von kontinentalen der belebten Welt beruht auf der Ungleichheit, darauf, daß kennen. Darwin selbst hat aber bereits einige namhaft Ländern empfing, 100 Pfund( 2000 Mark) nicht überstieg es Stärkere und Schwächere, Begabtere und weniger Be- gemacht, die außer dem Kampf ums Dasein die Entund kaum erreichte. Deutschland sandte uns, glaube ich, gabte, gut und schlecht Ausgerüstete giebt. Die Stärkeren, wicklung der Arten der Lebewesen beeinflussen können. 50 Pfund( 1000 Mt.); Frankreich die Hälfte dieser Begabteren und besser Ausgerüsteten siegen, pflanzen sich Als einen derselben nannte er die geschlechtliche Summe; Belgien ungefähr ebenso viel als Frankreich; fort und verbessern so ihre Gattung; diese Verbesserung, 3uchtwahl, die Auswahl der Besten, Anziehendsten, Summen tenes begs ulls us we het binigus, Meynten, wer Jareth Rusgerüsteten, auf ihrer den zur Verfügung stehenden Individuen des anderen Ges guten Grund anzunehmen, daß diese dieser Fortschritt beruht auf dem Unterliegen der Schwächeren, Stärksten 2c., die ein Individuum bei der Paarung aus wer französischer und belgischer Sozialisten bestanden. Die Noth, auf ihrem Elend. Konkurrenz, Ungleichheit, Noth schlechtes trifft. Angaben und Behauptungen der Direktoren in bezug auf und Elend find Naturnothwendigkeiten, die man beklagen Ein anderer Hebel war allgemein schon vor Darwin diesen Punkt sind damit gegenstandslos. muß, die höchst traurig sind, die aber ebensowenig beseitigt bekannt, er hat diesem in gewisser Beziehung den Schlüffel Den Beschuldigungen der Verschwörung und des ge- werden können, wie andere eben so traurige Naturnoth- zu seiner Theorie gegeben: die künstliche Zuchtwahl, heimen Komplottirens glaube ich am Besten entgegentreten wendigkeiten, wie z. B. das Alter und der Tod. die planmäßige Züchtung, wie sie der Mensch, von und sie widerlegen zu können durch eine kurze Darlegung Wohl erkennen wir die Nothwendigkeit des Kampfes einer gewissen Kulturstufe an, bei den von ihm gezähmten der hauptsächlichsten vorangehenden Ursachen des ums Dasein an, erwiderten die Sozialisten, aber wir leug- Thieren vornimmt. Für unsere Hausthiere ist z. B. Streifs, welche zeigen wird, wie offen und nichts weniger nen, daß die kapitalistische Konkurrenz der Kampf der Kampf ums Dasein auf ein Minimum einals lichtscheu das Verfahren der Änstifter und Führer um's Dasein ist. In dem heutigen Konkurrenzkampf ent- geschränkt. Der Mensch schützt sie vor Gefahren und desselben durchgängig gewesen ist. mir Sozialismus und Darwinismus.*) Von Karl Kautsky. weniger Beyaban, * * * scheiden nicht die persönlichen Eigenschaften, sondern der sorgt für regelmäßige und ausreichende Zufuhr von Futter. Besiz. Der besiglose Begabte unterliegt und geht zu Die großartige Verschwendung von Individuen, Grunde, indeß der Besitzende, wie wenig begabt er auch die der Kampf ums Dasein bedingt, hört da sein möge, siegt. Soweit noch persönliche Eigenschaften im ebenso auf, wie dessen Leiden. Die Vermehrung der Konkurrenzkampf in Betracht kommen, sind es die niedrig- Art wird geregelt und es werden nicht mehr Individuen Es ist eine alte Regel, daß die Erfahrungen, die sten Instinkte, die da den Sieg erringen und so groß ge- in die Welt gefeßt, als Plaz für sie vorhanden; dafür auf einem bestimmten Gebiete gemacht hat, nicht ohne zogen werden: Habsucht, Rücksichtslosigkeit, Verlogenheit, wird aber auch dahin getrachtet, daß wo möglich jedes weiteres auf andere Gebiete übertragen werden dürfen, Gemeinheit. Und wie der Kampf um's Dasein ist auch Individuum zur geeigneten Entfaltung gelange. daß Gesetze, die für einen Wissenszweig gelten, deswegen geschlechtliche Zuchtwahl in der kapitalistischen Gesellschaft und trotz des Aufhörens der angeblichen Naturnothwendignoch lange nicht für die anderen Wissenszweige Geltung verzerrt, man sucht nicht das beste, schönste, gesündeste In- keit des Kampfes ums Dasein, finden wir bei den Haushaben müssen. dividuum des anderen Geschlechts zum Lebensgefährten, thieren eine weit raschere Entwicklung der Arten und " Diese Regel wird allgemein anerkannt und ebenso all- sondern das möglichst reiche, mag es auch häßlich, frank, Barietäten, als bei den Thieren im Naturzustande, infolge gemein übertreten. Der Grund davon ist unschwer zu er- verkommen sein. Die kapitalistische Gesellschaft führt nicht des bewußten, planmäßigen Eingreifens des mit den kennen: Die Spezialisirung der einzelnen Wissenszweige zur Verbesserung, sondern zur Verschlechterung der Gattung. Naturgesetzen vertrauten Menschen. macht heute immer größere Fortschritte, immer mehr geht Die Sozialisten, die so argumentiren, haben vollkom= Darwins Buch über das Variiren der Thiere und darüber den einzelnen Denkern und Forschern und deren men Recht; aber sie widerlegen damit nicht ihre Gegner; Pflanzen im Zustande der Domestikation" zeigt uns bereits Handlangern die Uebersicht über die Gesammtheit des Pro- beide schießen aneinander vorbei. Die Gegner des Sozia- die Ersetzbarkeit des Kampfes ums Dasein, selbst wenn zesses verloren, von dem sie nur ein Theilchen begreifen. lismus behaupten, daß in einer sozialistischen Gesell- wir innerhalb des Gebietes der Entwicklung der Arten Der Wassertropfen, auf den der Gelehrte sich beschränkt, schaft der Kampf um's Dasein aufgehoben sein werde. stehen bleiben. erscheint ihm als das Urbild der ganzen Welt, und wird Im Gegentheil, erwidern unsere Freunde, er existirt in der Echen wir uns unter den Thieren im Naturzustande er einmal veranlaßt, sich neben diesem Tropfen ein wenig heutigen Gesellschaft nicht. um, so finden wir weiter, daß der Kampf ums Dasein umzuschauen, dann findet er überall nur den Refler der Aber ist damit bewiesen, daß er in der sozialistischen bei den verschiedenen Arten in verschiedenem Grade Erscheinungen, die ihm dieser geboten hat. Gesellschaft existiren würde? Die heutige Konkurrenz ist wirksam ist. Am auffallendsten zeigt sich das vielleicht in bezug auf kein Kampf um's Dasein im darwinistischen Sinne, kein Am wenigsten macht er sich bemerkbar bei den ge den Sozialismus. Jeder denkende Mensch muß suchen, Hebel der Entwickelung der Art. Aber folgt daraus ohne fellschaftlich( in Heerden wie die Pferde, Rinder- in über diese hervorragendste Erscheinung der Neuzeit zu weiteres, daß die Aufhebung der heutigen Konkurrenz gleich: Völkern", wie die Bienen 2c.) lebenden Thieren. Innereinem Urtheil zu gelangen, aber die Fachgelehrten lieben bedeutend sei mit der Einführung des„ wahren" Kampfes halb einer thierischen Gesellschaft ist der Kampf ums es, an sie nicht vom Standpunkt der Erforschung der heu- um's Dasein? Wäre es nicht möglich, daß der Kampf Dasein so gut wie ausgeschlossen. Das schwächere Thier tigen gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern vom Stand- um's Dasein im darwinistischen Sinne in der sozialistischen nimmt an deren Vortheilen ebenso Theil wie das stärkere; punkte ihrer verschiedenen Spezialwissenschaften heranzu- Gesellschaft ebensowenig eristiren werde, wie in der heutigen? es hat dieselbe Weidegelegenheit, denselben Schuß wie treten. Der Theolog sieht zu, ob und inwieweit die modiefes'). Der Kampf ums Dasein zeigt sich da um so saische Gesetzgebung, die Kirchenväter oder Thomas von * * * Bei der Untersuchung der Frage, ob Sozialismus und weniger wirksam, ja vollkommener, je geschlossener Aquino den Sozialismus rechtfertigen; der Juriſt will ihn Darwinismus mit einander vereinbar seien oder nicht, geht die Gesellschaft ist. Und doch finden wir unter den in ein paar turze Formeln einschnüren, um untersuchen zu können, ob er sich dem Gedankengang des römischen oder man in der Regel von der Voraussetzung aus, daß der am höchsten entwickelten Thieren vornehmlich solche, die eines anderen alten Rechts anpassen läßt; dem Philologen Kampf um's Dasein eine absolute Nothwendigkeit in Gesellschaften leben: Bienen, Ameisen, Pferde, Elekommen die platonische kommunistische Republik und für die Entwickelung sei. Ist dem wirklich so? Diese phanten, Hunde, Affen 2c. Wir finden also bereits in der Thierwelt zwei Mo 1) Im Ostend, unterhalb der eigentlichen Stadt an der Wenn man jeden Kampf als einen Kampf um's mente, die die Wirksamkeit des Kampfes ums Dasein er Dasein betrachtet, dann wird man diesen überall wirksam 2) Vorsitzender des vereinigten Komitees der Dockgesellschaften. 1) Es will mir scheinen, als träte bei gesellschaftlich lebenden *) Wir entnehmen diesen sehr beachtenswerthen Auffaz bem finden, wo eine Bewegung vorhanden ist, denn jede Be- Thieren in Bezug auf Waffen, Farbe, Zeichnung u. bgl. mehr der eben erschienenen: Desterreichischen Arbeiterkalender für das wegung entsteht durch das Aufeinanderwirken von Gegen- Einfluß der geschlechtlichen Zuchtwahl, bei isolirt lebenden Jahr 1890.( Siehe Literarisches.) fäßen, also, wenn man will, durch einen Kampf. Es hat Thieren mehr der der natürlichen Zuchtwahl hervor. Themse. Frage wäre vor allem zu entscheiden. Der Einwand gegen den Sozialismus, er hebe den Kampf ums Dasein auf, ist nicht weniger absurd, als seinerzeit der Einwand, den fromme Leute gegen den Blizableiter erhoben: er störe den lieben Gott in seinem Richteramt, da er seine Blige von ihrem Ziele ablenke. * * * Wir brauchen uns also nicht den Kopf zu zerbrechen darüber, wie Sozialismus und Darwinismus zu vereinbaren seien. Beide haben mit= einander nichts zu thun. " 1 heblich einschränken: das planmäßige Eingreifen sellschaft und ihrer Entwicklung, nicht auf grund des schaft gilt: nämlich möglichst billig gekauft, um möglichst des Menschen und das gesellschaftliche Zusammen- Studiums der Entwicklung der Pflanzen- und Thierarten. theuer zu verkaufen. Die Folgen seiner Handlungsweise leben. Reines der beiden hindert die Entwicklung der Die Gefeße der Konkurrenz aus den Geseßen des Kampfes aber waren, daß ein großer Theil der Spinnereiarbeiter Arten; das erstere der beiden fördert sie entschieden; das um's Dasein abzuleiten, ist ungefähr ebenso vernünftig, als wochenlang nur halbe Zeit arbeitete, also auch nur zweite scheint in der gleichen Richtung wirksam zu sein. die Gesetze des Geldumlaufs nach denen des Blutumlaufs halben Lohn bekam, und wäre es zur allgemeinen EinDas thut jede Vergesellschaftung, je des planmäßige bestimmen zu wollen. Dergleichen kann zu mehr oder stellung der Arbeit gekommen, so wäre das Elend in den Eingreifen des wissenden Menschen in den Gang der weniger geistreichen Spielereien à la Schäffle Veranlassung Fabrikstädten und Dörfern Lancashire's, trop GewerkDinge. Dasselbe Argument, das die Herren sozialisten- geben, nie aber eine wissenschaftliche Erforschung des schaftsfonds und Unterstüßung, ein entseßliches geworden. gegnerischen Darwinianer gegen den Sozialismus vor Gegenstandes ermöglichen. Eine ganze große Industrie so zu sagen an der Gurgel bringen, gilt gegen jede Gesellschaft, gegen jede praktische gepackt von einem einzigen Spekulanten soweit hat es Anwendung der Wissenschaft überhaupt. Ein jeder Arzt, die freie" Konkurrenz gebracht! der einem Siechen das Leben verlängert, stört die natürUnd das Mittel, das gegen seinen Beutezug ange= liche Zuchtwahl"; dasselbe thut die Eisenbahn, die den wandt werden sollte? Die Arbeiter und immer wieder asthmatischen ebenso rasch ans Ziel bringt, wie den Die Naturforscher haben als solche über den So- die Arbeiter sollten die Kosten tragen. Entweder hungern Schnelläufer, dasselbe thut überhaupt jede Maschine, jede zialismus gar kein Urtheil. oder ihre Kassen leeren, damit ihnen die Meister nachher Vorrichtung, jede Anwendung der Wissenschaft, die die per- Aber ebenso wenig die Sozialisten als solche über nach Gutdünken eine Lohnreduktion aufoktroyiren können sönlichen Kräfte des Menschen durch unpersönliche, den naturwissenschaftliche Fragen. das waren die Aussichten der Arbeiter. infolge dieses verschiedensten Individuen gleich zugängliche, ersetzt. Leider finden Grenzverlegungen von unserer Seite Börsenkoups! Und die englischen Arbeiter und ihre Führer verstehen Und ist nicht jede Familie eine Verlegung der Geseze fast ebenso häufig statt, wie von der anderen. Es ist absolut der Zuchtwahl, in der für die schwachen Mitglieder ungerechtfertigt, die soziale Frage vom naturwissenschaft- noch nicht einmal die symptomatische Bedeutung dieses Erebenso, oft noch mehr gesorgt wird als für die starken; lichen Standpunkt aus lösen zu wollen. Aber ebenso un- eignisses. Von irgend einer Idee, diesen Zuständen ein und ebenso jede Vereinigung, die alle ihre Mitglieder in gerechtfertigt ist es, wenn wir uns anmaßen, etwa in der Ende zu machen, und eine Arbeiterbevölkerung von einigen gleicher Weise schüßt? Impffrage ein Urtheil abgeben, und diese rein natur- Millionen Seelen nicht mehr auf Gnade und Ungnade der wissenschaftliche Frage, die nur von Fachmännern ent- Spekulation als Ausbeutungsobjekt zu überlassen, keine schieden werden kann, mit politischen Schlagworten von Spur! Davon, daß solche Vorkommnisse in der kapitaFreiheit"," offizielle Wissenschaft"," Autorität" 2c. abthun liftischen Gesellschaft, unter dem Regime der freien Konzu wollen. furrenz, einfach unvermeidlich sind, scheint den Herren Der Grundsatz, daß jeder alles versteht, ist klein-| Gewerkschaftsführern noch keine Ahnung gekommen zu sein. Oder doch?! Vielleicht ist es nicht Unwissenheit, bürgerlich- demokratisch, nicht sozialdemokratisch. In naturWenn die Herren Darwinianer Gesellschaft und wissenschaftlichen Fragen beugen wir uns vor den Autori- sondern Interesse, das sie verhindert, den Arbeitern die angewandte( praktische) Wissenschaft überhaupt verneinen täten auf dieſem Gebiet. Aber wir lassen uns von ihnen Wahrheit zu sagen: daß es nur einen Weg giebt, solchen wollen, dann mögen fie mit ihrem Kampf ums Dasein nicht imponiren, wenn sie auf Fragen zu sprechen kommen, Spekulanten, wie Steenstrand das Handwerk zu legen, nämlich durch die Aufhebung des Privatkapitals, das sich anrücken. Aber es ist lächerlich, ihn bei der Entscheidung von denen sie oft viel weniger verstehen als wir. zu immer größeren und verheerenderen Massen zusammender Streitfrage, ob Kapitalismus, ob Sozialismus, ins ballt und das die Interessen des gesammten Volkes immer Feld zu führen. Eine Gesellschaftsform, in der die natürliche Zuchtwahl des Kampfes um's Dasein nicht auf ein Die Macht des spekulirenden Kapitals. schwerer gefährdet. Kein Despot hat jemals mit Einkommen und Besitz Minimum beschränkt wäre, giebt es nicht. Die Ent- Welche Schädigung ein einziger Großkapitalist heute der Unterthanen so schalten und walten dürfen, wie es wicklung der menschlichen Gesellschaften, aber wird durch breiten Volksschichten zuzufügen vermag, das zeigte neuer auf der jetzt erreichten Höhe seiner Machtvollkommenheit ganz andere Faktoren, ganz andere Einflüsse bestimmt, dings wieder einmal der Baumwoll ,, corner" in England, das Kapital thatsächlich zu thun vermag. Die alten als durch den Kampf um's Dasein; sie wird bedingt durch der die gesammte Baumwollindustrie von Lancashire in Despotieen sind dahin gesunken, auch die kapitalistischen die Formen der Arbeit, der Produktion. In ihrer eine gefahrdrohende Krisis versette. Auswüchse wird das Volk bald nicht mehr spüren, wenn vollkommensten Gestalt ist die Arbeit etwas ausschließlich Ein Spekulant von Liverpool, Steenstrand mit es seine Interessen und seine Macht erst einmal kennen menschliches. Eine Spinne", sagt Marr ,,, perrichtet Ope- Namen, hatte seit geraumer Zeit alle Vorräthe amerika- gelernt haben wird. rationen, die denen des Webers ähneln, und eine Biene nischer Baumwolle aufgekauft und infolge dieser Spekulation beschämt durch den Bau ihrer Wachszellen manchen mensch im Zusammenhang mit der schlechten vorjährigen Ernte, lichen Baumeister. Was aber von vornherein den schlechte waren die Baumwollpreise enorm gestiegen. ften Baumeister vor der besten Biene auszeichnet, ist, daß Den Spinnereibefizern kam das ganz unerwartet und er die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in um so unangenehmer, als sie nach ihren Geschäftsab= Wachs baut. Am Ende des Arbeitsprozesses kommt ein schlüssen noch auf lange Zeit billig ihre Waaren( Garne 2c.) bringt das„ Lehrbuch der Gefängnißkunde" von Krohne, Resultat heraus, das beim Beginn desselben schon in zu liefern hatten und bei der Theuerung der Baumwolle, dem Direktor der Moabiter Strafanstalt, zur Sprache. der Vorstellung des Arbeiters, also ideell vorhanden ihres Rohstoffes, nichts verdienen, ja oft nur mit direktem Die Prügelstrafe wird in den Strafanstalten der= Verlust arbeiten konnten. Produktion mit Verlust oder art vollzogen, daß der zu Bestrafende mit Hände und Füßen Noch ausschließlicher menschlich, da sich in der Einstellung der Produktion überhaupt, bis die diesjährige in einen Bock geschnallt wird, sodaß der für die Prügel Thierwelt nicht einmal ein Analogon( etwas damit Ver- Baumwollernte auf den Markt kam und die Preise wieder bestimmte Körpertheil straff gespannt ist. Dann wird mit gleichbares, findet, ist die Entwicklung der Produktion in- senkte vor dieser Alternative standen die Fabrikanten. dem Stocke, einem Ochsenziemer, einer ledernen Peitsche folge der Verbesserung der Produktionsmittel und Pro- Schon im September hatten eine ganze Reihe von oder einer Ruthe, auf den entblößten Körpertheil die zu= duktionsmethoden und des Wachsens der Einsicht in die Spinnereien nur halbe Zeit arbeiten lassen und für diesen erkannte Anzahl Streiche verabreicht". thatsächlichen Zusammenhänge in der Natur. Die Pro- Monat sollten die meisten sogar vierzehn Tage ganz ge- Nach der Darstellung Krohnes ist in Preußen über duktion ist von vornherein gesellschaftlicher Art gewesen schloffen werden, um den Spekulanten Steenstrand durch die bei der Prügelstrafe zur Anwendung kommende Peitsche und sie wird es immer mehr. Je höher die Produktions- Stockung des Absages seiner Waare mürbe zu machen. nichts vorgeschrieben. Gewöhnlich ist es eine, aus einer weise, desto umfangreicher die einzelnen Gesellschaften, desto Die Spinnereibefizer fanden in diesem Vorgehen die Anzahl Ledersträhnen bestehende, an einem kurzen, etwa abhängiger der einzelne vom gesammten gesellschaftlichen Unterstüßung ihrer Arbeiter, die in ihren Gewerkschaftsver- 50 Etm. langen Stiel befestigte 100 Ctm. lange Peitsche. Leben. Die Produktionsweise ist es, die die Verhält sammlungen mit großer Majorität beschlossen, in allen nisse der einzelnen Mitglieder innerhalb der menschlichen Fabriken, deren Befizer dennoch fortarbeiten wollten und Gesellschaft zu einander, ihre Verbindungen und Gegen- dadurch die künstliche Preistheuerung unterstützten, die Arsäße beſtimmt. " war."( Kapital, I., 2. Aufl. S. 164.) beit einzustellen. Scheußliche Einzelheiten über die DisziplinarStrafen in den Strafanstalten Der Strang ist an seinem oberen Ende dicker als an seinem unteren. Die Dicke desselben wechselt je nach den provinziellen und individuellen Anschauungen. Die schwächeren Exemplare haben am Kopf 5 Etm., am Ende 3 Ctm. im Umfang. Der Produktionsprozeß ist aber kein Kampf um's Welche Bedeutung dieser Beschluß hatte, ist leicht zu Dasein und die durch die Produktionsweise erzeugten ermessen. Die feiernden Arbeiter hätten sämmtlich von Für das Königreich Sachsen ist vorgeschrieben, daß Kämpfe sind es auch nicht; sie haben mit der Entwicklung den Gewerkschaftsfonds unterstützt werden müssen. Tau- der Stock 1 Ctm. stark und 80 bis 90 Ctm. lang sein soll. der Arten nichts zu thun. Der Produktionsprozeß, weit sende und tausende von Pfunden hätten den Die Höchstzahl der Streiche ist verschieden bemessen: entfernt, ein Kampf um's Dasein zu sein, bedeutet viel Rassen entnommen werden müssen, alles um die 25 in Mecklenburg und Oldenburg, 30 in Sachsen, 60 in mehr gerade die Ausschließung des Kampfes um's Folgen der Spekulation einer handvoll Leute Preußen. Wird mit dem Strick, so lesen wir bei Krohne, oder dern auch aus allen denjenigen Gebieten der Natur, zu Die Arbeiter in Lancashire müssen natürlich am der Peitsche von einem kräftigen Mann„ ordonnanzmäßig" deren Beherrschung er gelangt ist. Die oben erwähnte besten wissen, was ihren Interessen frommt. Daß ein zugeschlagen, so muß beim fünften Siebe die angekünstliche Zuchtwahl ist ein Theil des Produktions- solches Vorgehen, das ausgesprochenermaßen zu gunsten spannte Haut platen und jeder folgende Hieb und im Einverständniß mit den Fabrikanten geplant war, klatscht in die blutige Maffe, bis je nach der Zahl Dasein, nicht bloß aus der menschlichen Gesellschaft, son abzuwenden. prozesses. * * * Der Kampf um's Dasein bedeutet Anpassung des jedoch auch eine sehr bedenkliche Seite hat, ist nicht zu der Hiebe der ganze Körpertheil zu Brei geschlagen ist. Organismus an die ihn umgebenden natürlichen Bedin- verkennen. Durch die Unterstützung der Arbeiter während Jeder wuchtige Hieb mit einer solchen Peitsche auf ein gungen. Die Produktion bedeutet Anpassung der natür- der Periode des Ausstandes, wären die Kassen bedenk- tannenes Brett hinterläßt eine Rinne, und zertrümmert ein lichen Bedingungen an die Bedürfnisse des Organismus, lich geschwächt worden, und die Arbeiterorganisationen halbzölliges tannenes Brett nach den ersten Schlägen. Da= zunächst des Menschen, dann seiner Thiere und Pflanzen. außer Stande gewesen, einen etwaigen Kampf mit den nach ist anzunehmen, daß ein Schlag, welcher zufällig den Der Kampf um's Dasein ist blind; die Produktion ist Fabrikanten in nächster Zeit aufzunehmen. Die Fabrikanten Rückenwirbel statt des für die Prügel bestimmten Körperplanmäßig( wir haben da die technische, nicht die kommer-| waren natürlich ganz damit einverstanden, daß die Ar- theils trifft, denselben, wenn nicht zertrümmern, so doch zielle Seite im Auge); der Kampf um's Dasein be- beiter ihnen die Kastanien aus dem Feuer holen sollten, erheblich beschädigen kann. deutet Erzielung eines Resultates unter maß- und die kapitalistische Presse war vor Freuden über die Daß die körperliche Züchtigung als Disziplinarstrafe auch jetzt noch in Preußen in Anwendung kommt, zeigt die loser Verschwendung, maßlosen Leiden; die Pro- gute Haltung der braven Arbeiter ganz außer sich. duktion bedeuter Erzielung des größtmöglichen Doch der„ Corner" wurde gesprengt, ohne daß es zu letzte statistische Uebersicht, welche über die Strafen in GeResultates mit dem möglichst geringen Aufwand. diesem äußersten Schritte fam. Am 30. September( dem fängnißanstalten im Ressort des Ministerium des Innern legten Tage des Monats, wo die Preise endgiltig fest- pro 1. April 1886/87 amtlich veröffentlicht sind. Es Entwicklung durch die Produktion und Entwicklung gefeßt werden), entwickelte sich auf der Liverpooler Baum- tamen danach Fälle körperlicher Züchtigung von Zuchthausdurch den Kampf um's Dasein sind also zwei ganz ver- wollenbörse eine wahre Banit. Steenstrand, anstatt zu gefangenen vor schiede Begriffe. Man kann den einen vollkommen erfaßt versuchen, die Preise weiter in die Höhe zu treiben, legte und doch keinen Dunst von dem anderen haben. Man sich auf's Verkaufen. Er hatte sein Schäfchen im Trocknen kann ein großer Darwinianer sein und doch nicht im ge- und ,, realisirte", wie der Kunstausdruck der Börsianer ringsten den Unterschied zwischen der modernen sozialisti- lautet. Die Preise fielen gewaltig, und da jezt auch die schen Produktionsweise wissen, wie man ein sehr gelehrter neue Baumwolle auf den Markt kommt, ist von einer Soziolog sein kann, ohne etwa den Unterschied und die Einstellung des Betriebes der Spinnereien Abstand geAehnlichkeit zwischen dem Embryo eines Huhnes und dem nommen worden, weil sie nunmehr überflüssig erscheint. eines Hundes zu kennen. Welch'. eine blutige Satire auf die vielgerühmte Der Lattenarrest besteht darin, daß die einsame Jedes Wissensgebiet hat seine eigenen Geseße, und bürgerliche Gesellschaftsordnung zeigt sich in diesem Beutedie Entwicklung der menschlichen Gesellschaft unterliegt anzug eines geldsüchtigen Spekulanten! Der Mann hat Einsperrung in einem Strafgelaß vollzogen wird, dessen deren Gesezen, als die Entwicklung der Arten. Wer nichts gethan, was ihm vom Standpunkt der heutigen Fußboden mit dreikantigen Latten, die spiße Seite nach über den Sozialismus zu einem Urtheil gelangen will, Gesellschaft zum Vorwurf gemacht werden könnte. Er hat oben gekehrt, belegt ist. In den sächsischen Strafanstalten kann dies nur auf Grund der Erkenntniß der heutigen Ge- befolgt, was als das Grundprinzip der heutigen Gesell- wird nicht nur der Fußboden, sondern werden auch noch 1. April 1877/78: 102, 1. April 1878/79: 190, 1. April 1879/80: 170, 1. April 1880/81: 131, 1. April 1881/82: 131, 1. April 1882/83: 128, 1. April 1883/84: 136, 1. April 1884/85: 115, 1. April 1885/86: 109, 1. April 1886/87: 130, die Wände mit dreikantigen Latten, die spiẞe Seite nach Auch in den Zuchthäusern besteht die Prügelstrafe| bungen der Sozialdemokratie: 1. der Fachverein der Schreiner oben gekehrt, bedeckt. Der Bestrafte ist dabei nur mit nicht mehr in Baden, Bayern, Braunschweig, Bremen, und verwandten Berufsgenossen in Düsseldorf, 2. die Zahlstelle Düsseldorf des Deutschen Tischlerverbandes mit dem Haupteinem Leinenanzuge und Strümpfen gekleidet. Der Ge- Sachsen- Koburg- Gotha, Sachsen- Weimar, Württemberg, fise zu Stuttgart und 3. die Filiale Düsseldorf der Vereins deutfangene kann darin auf längere Zeit weder stehen, Desterreich. Oldenburg hat das Verdienst, die Prügelstrafe scher Schuhmacher( früher Unterstützungsverein der Schuhmacher) figen oder liegen, hat Tag und Nacht keine in den Strafanstalten eingeführt zu haben, nachdem sie seit mit dem Hauptfize in Nürnberg. In Breslau wurde der VerRuhe und wird nach und nach mit Striemen 40 Jahren abgeschafft war. bedeckt. Der Lattenarreft wurde in Preußen im Jahre 1886 und 1887 in 56 Fällen verhängt und zwar 41 mal über männliche und 15 mal über weibliche Zuchthausgefangen. Die 56 Fälle des Lattenarreftes vertheilen sich auf 17 Strafanstalten. Je 11 und 7 Fälle kamen auf die Zuchthäuser in Sonnenburg und Brandenburg. Krohne, also ein erfahrener Praktiker, nennt alle diese Disziplinarstrafen, welche wie Lattenarrest und körperliche Züchtigung durch Mißhandlung des Körpers eine möglichst abschreckende oder bändigende Wirkung erzielen wollen, einen Ueberreft aus barbarischer Unkultur". Ueber das Barbarische, speziell der Prügelstrafe, schreibt Direktor Krohne folgendes: Politisches, Gewerkschaftliches. Aus Berlin wird mehreren nationalliberalen Blättern folgendes geschrieben: die ,, Auch aus Bundesrathskreisen verlautet jetzt, daß die Regierung damit rechnet, die dringendsten Arbeiten des Reichstages bis etwa zum 20. De zember erledigen zu lassen. Es heißt ferner, daß es in der Absicht liege, die Neuwahlen in der ersten Hälfte des Januar stattfinden zu lassen, sodaß die Thatigkeit des preußischen Landtags davon unberührt bleiben würde." Die Wahlvorbereitungen sind also überall energisch in Hand zu nehmen. ein zur Erzielung volkthümlicher Wahlen aufgelöst. Aufgelöst wurde in Königsberg am 3. Oktober eine Versammlung mit der Tagesordnung:„ Die bevorstehenden Reichstagswahlen" nach kaum 1/4 stündiger Dauer, als der Vorsigende in seiner Einleitung sagte: die sozialdemokratische Partei ist die einzige Partei, die unentwegt für die Arbeitersache eintritt.- Mit polizeilicher Auflösung endete in Berlin eine öffentliche Versammlung von Damenmäntelschneidern und Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie, die, fast ausschließlich von Frauen besucht, am Dienstag Abend in Renz Salon, Naunynstraße, tagte, als nach dem Referat der Frau Ihrer Herr Täterow äußerte:" Man müsse wenigstens eine solche Lebenshaltung bewahren, daß man imftande sei, für Ideale einzutreten." Die Zigarrenmacher Berlins sind in die Lohnbewegung eingetreten. Die Lohnkommission legt ihren Forderungen die Berechnung zu' grunde, daß ein Zigarrenmacher( Roller) wöchentlich 3000 Stste fertige und sonach bei einem Lohnsaße von 6 Mart arbeit müsse aber etwas höher bezahlt werden, weil der Hauseinen Wochenverdienst von 18 Mark erzielen soll. Die Hausarbeiter sich das Rohmaterial aus der Fabrik zu holen, die Zigarren " In Kulturländern, wo selbst die Thiere gegen Mißdorthin zu schaffen und den Arbeitsraum, Licht 2c. herzugeben hübe. handlung unter strafrechtlichen Schuß gestellt sind, und jeder, Diese Forgerungen sollen einer am 14. d. Mts. abzuhaltender seinen Hund oder sein Pferd in der Weise be Der den Arbeitern bestens bekannte vielseitige Schrift- den öffentlichen Bigarrenarbeiter Versammlung vorgelegt handeln wollte, wie es die Disziplinarstrafe zuläßt, eine Anklage wegen Thierquälerei gewärtigen müßte; wo steller und Dichter echt deutscher Volkslieder Dr. Mar werden. Es ist also Pflicht aller Berufsgenossen dort zu erscheinen. Große Versammlung des Vereins der Näherinnen Strafe und Strafvollzug auf sittliche Grundlage gestellt und Vogler ist plößlich im 36. Lebensjahre in seinem Gedie Strafvollzugseinrichtungen dementsprechend gestaltet sind, burtsorte Lunzenau( Sachsen) an einem Herzleiden ge= tober in Schneiders Salon, Belforterstr. 17. Vortrag des Herrn und Handarbeiterinnen Berlins am Donnerstag, deu 17. Of= hat die Prügelstrafe eine Berechtigung nicht." storben. Pirsch über: Licht und Schattenseiten des Großbetriebs. An einer anderen Stelle meint Krohne von dem BeSozialdemokratischer Wahlverein d. 5. Berliner straften: nach der Bestrafung ist der letzte Funken Ehrgefühl heraus und grimmiger Haß hineingeprügelt. Und die Wirkung auf die Beamten? Auf die zuschauenden ein unglaublicher Ekel, auf den hauenden ein Gefühl unwilligen Zornes, daß er dazu verdammt ist, mit faltem Frankfurt a. M. Die hiesige Polizeibehörde hat auf Grund Blute auf den wehrlos vor ihm liegenden Menschen los- bes§ 9 des Sozialistengesetzes die auf Mittwoch, den 9. d. Mts. zuschlagen. Wird er öfter dazu kommandirt, so sinkt er anberaumte konstituirende Versammlung zum Wahlverein verin der Achtung seiner Kameraden, verroht und verkommt. boten. Ebenfalls mußten die Metallarbeiter, der Sonntagsruhe Wird die Strafe beschränkt auf die Fälle thätlichen An- wegen, die Generalversammlung, welche Sonntag, den 6. d. Mts., griffs auf einen Beamten, so kann es sich ereignen, daß früh 10 Uhr stattfinden sollte, vertagen. dem Sträfling zunächst in gerechter Abwehr der Schädel halb eingeschlagen wird, er darauf in passenden Abtheilungen 60 Peitschenhiebe bekommt und dann noch obendrein zu einer erklecklichen Anzahl Jahre Zuchthaus oder Gefängniß verurtheilt wird. Geschäfts- Eröffnung Meinen werthen Freunden und Gönnern die ergebene Anzeige, daß ich in der Adalbertstraße 93, nahe der Oranienstraße ein Putz- Geschäft eröffnet habe. Ferner habe ich Ball- und Hochzeits- Toiletten zu verleihen. Außerdem führe ich mein MaskengarderobenGeschäft in der Oranienstr. 178 unverändert fort. F. Panknin. Frankfurt a. M. Bestellungen auf die Berliner Volks- Tribüne", ,, Berliner Arbeiterbibliothek" nimmt jederzeit entgegen und versichert pünktliche Zustellung ins Haus H. Faust, Schäfergasse 15, 4 Tr. Für Friedrichshagen. Abonnements auf die ,, Berliner Volks- Tribüne", Berliner Arbeiterbibliothek", Reichstagskandidaturen. Die Sozialdemokraten stellen Reichstagswahlkreises. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß in Gotha den früheren Abg. Bod, im 1. weimarischen Wahl- die nächste Vereins- Versammlung nicht stattfinden kann, weil es unfreise Herrn Karl Schulze, den Redakteur der Thür. Tribüne" möglich ist, ein Lokal zu bekommen. ( früher in Leipzig), als Kandidaten auf, in Niederbarnim Herr Rechtsanwalt Stadthagen- Berlin. - Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 13. Oktober, Nachmittags 5 Uhr in den Industrie- Hallen, Mariannenstr. 31/32. Vortrag des Herr Steffen über: Bogenglühlampe und Phonograph mit Experimenten. Darauf gesellige Unterhaltung. Gäste, Herren und Damen, stets willkommen. Freie Vereinigung der im Vergolder- Gewerbe beschäftigten Arbeiterinnen Berlins. Montag, den 14. Oktober in Scheffer's Salon, Inselstr. 10, große Versammlung. Vortrag der Frau Ihrer über Voltsernährung". Versammlungs- Auflösungen und Verbote. Polizeilich verboten wurde die zu Sonntag, den 6. d. Mts., nach Moabit einberufene Versammlung des Fachvereins der Holz- u. Bretterträger Berlins. Verboten wurde: der Allgemeine Bildungsverein ferner vom Regierungspräsidenten in Düsseldorf auf grund der u Mühlhausen a. Rh., der„ Bolksverein zu Themniz §§ 1 und 6 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestre- zufügen. Große Versammlung Briefkasten. Vergolder. Annonce oder redaktionell ist immer bei= = des sozialdemokratischen Wahlvereins für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Montag, den 14. Oktober, Abends 812 Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstraße 5-7. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Wilhelm Schweiter: Unsere politische Lage. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Am 1. Oktober Geschäfts- Eröffnung. 1889 Albert Auerbach, Berlin S, Kottbuserdamm 7. Schuh- und Stiefel- Lager für Herren, Damen und Kinder. Reelle Bedienung. Feste Preise. Am 1. Oktober 1889 nimmt entgegen und verfichert pünktliche Bu- Möbel- Spiegel- u. Volsterwaaren- Magazin Stellung Th. Stachow. Wilhelmstraße 72. Materialwaaren, Cigarren und Flaschenbier- Handlung von Wilhelm Weyland, Braunschweig, Reichenstr. 22. Empfiehlt sich dem geehrten Publikum unter Zuficherung strengster reeller Bedienung. Annahme von Abonnements der Arbeiter= Chronit, Volks- Tribüne, Wahrer Jakob sowie aller Arbeiterliteratur. Annahmestelle jedweder Druckfarbeit. E. M. Wilschke, Junkerstraße 1. Cigarren- und Tabakshandlung. Russische u. türk. Zigarretten in größter Auswahl. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich vom 20. Oftober ab Naunynstr. 78 bei Winter. Die Adressenausgabe finder jeden Abend von 8-91/ 2 Uhr u. Sonntage Vormittags bon 10-11 Uhr unentgeltlich statt. Grosse öffentliche Schuhmacherversammlung Montag, d. 14. Oftober, Abends 812 Uhr, in Klein's Festsälen, Oranienstr. 180. Tagesordnung: 1. Wie verhalten sich die Schuhmacher Berlins zur Verkürzung der Arbeitszeit? Referent: Herr Frizz Krüger. 2. Berschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet Der Einberufer. bon Julius Apelt, Sebastianstraße 27-28. Reelle Waare. Prompte Bedienung. [ 47 Verein der Saffler Goldschmiede Berlins! und Fachgenossen. Dienstag, den 15. Oktober, Abends 81/2 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Vorstandes und der Arbeitsvermittlung. 2. Abrechnung vom 3. Quartal. 3. Wahl der Revisoren und Arbeitsvermittler. 4. Wahl eines Bibliothekars. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter. Eingetragene Hilfskaffe 3 in Hamburg. Verwaltung Berlin A. Montag, 14. Oktober, Abends 82 Uhr, Mitglieder- Versammlung. in Süd- Ost, Waldemarstr. 75. Tagesordnung: 1. Die Antwort des Zentral- Borstandes über die Theilung der Verwaltung in A und H. 2. Wahl von Aerzten. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Sämmtliche Mitglieder haben die Pflicht, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Dienstag, 15. Oftober, Abends 8½ Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. ( oberer Saal) Grosse Versammlung sämmtl. Goldschmiede und Berufsgenossen Berlins. Tagesordnung: 1. Ist die gewerkschaftliche Organisation der Goldschmiede eine Nothwendigkeit? Referent: Herr Gottfried Schulz. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Um die weiteste, Verbreitung dieser Bekannt machung wird gebeten. Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Februar ab Dresdenerstraße 116, Große öffentliche Versammlung der Tabakarbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Montag, den 14. Oktober, Abends 8½ Uhr, im Schweizergarten, am Königsthor. Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Lohnkommission und der aufzustellende Minimallohn. Referent: Herr W. Hermann. 2. Verschiedenes. Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht Die Lohnkommission. Verband deutscher Mechaniker und verwandter Berufsgenossen Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 16. Oktober, Abends 81/2 Uhr, im Luisenstädtiſen Klubhaus, Annenſtr. 16. Versammlung. 1. Vortrag. 2. Diskussion. Tagesordnung: 3. Das Verhalten der Kollegen der Zahlstelle Nürnberg zu dem Streik in der Schuckert'schen Fabrik und welche Stellung nehmen wir dazu? 4. Bericht über die Sperre der Werkstatt von Willing u. Violet. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Alle Mitglieder werden dringend ersucht zu erscheinen. Der Vorstand. Fachverein der Buchbinder und verw. Berufsgenossen. Montag, den 14. Oktober, Abends 9 Uhr, im Luisenstädtischen Klubhaus, Annenstr 16. General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Bericht der Arbeitsnachweis- Kommission. 3. Ergänzungswahl zum Vorstand. 4. Statutenänderung. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis des Vereins befindet sich Dresdenerstraße 116 im Restaurant und wird jedem Kollegen zur Benutzung empfohlen. Arbeitsnachweis der Maler früher Ritterstr. 123 bei Sodtke, jezt Dresdenerstr. 116( Restaurant Wendt). Jeden Abend von 8-9 Uhr( außer Sonnabend) und Sonntags Vormittag von 10-12 Uhr unentgeltliche Arbeitsvermittelung. Die Bevollmächtigten der Filiale I, Sozialdemokratischer Leseklub Lessing. 66 im Restaurant Wendt. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8 bis 91/2 Uhr Abends, Sonntage bon 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da sich die vier Kassirer der„ Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, sich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Arbeitsnachweis zu benutzen. Der Vorstand. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. " Jeden Montag, Abends 9 Uhr, Wallstr. 20. ( Restaurant Leonhardt.) Vorlesung und Diskussion. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Drud und Berlag: T. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. № 41. [ Nachdruck verboten.] Nur eine Kellnerin. Bon John Henry Mackay. Die Nohheit des Lebens ist so groß, daß wir nur versuchen fönnen, sie wahr zu schildern. Sie war wieder geschlagen worden. Sie haßte die Frau, welche es verstanden hatte, das Andenken an ihre todte Mutter so in ihrem Vater zu ertödten, daß dieser keine Augen mehr dafür hatte, wie sein einziges Kind behandelt wurde. Sonnabend, den 12. Oktober 1889. " III. Jahrgang. mählich an Alles gewöhnt, was ihre neue Stellung mit Er sah troß der Hiße vergnügt aus, da er in einer sich brachte: an die rohen Scherze, die zwei- oder unzwei- kleinen, heiteren Gesellschaft sehr gut zu Mittag gegessen deutigen Nebensarten der Gäste, die Grobheit des Wirthes hatte. Wer ihn sah, in seinem eleganten Sommeranzug und noch immer war sie dem treu geblieben, was sie und dem weißen Strohhut, der mußte einen angenehmen fich vorgenommen hatte sich mit keinem Manne ein- Eindruck von ihm bekommen. Bei seinen Freunden war 3nlassen. Sie ging am Abend, wenn das Lokal geschlossen er beliebt; allerdings gab es einige Menschen, welche bewurde, stets allein nach Hause, obwohl sie jeden Abend haupteten, man dürfe in keiner Beziehung große Ansprüche von Neuem alle Klugheit und Festigkeit aufbieten mußte, an ihn machen, weder in bezug auf seinen Kopf, noch auf um den Anträgen, fie nach Hause zu begleiten, und welche sein Herz. Aber diese wenigen hatten eigentlich gar keine oft in ganz gutem und freundlichem Sinne gemacht wurden, Gelegenheit, das oft zu sagen, denn Hans Grüßmeyer gezu entgehen. Sie blieb an ihren freien Tagen bei ihrer hörte zu den Menschen, welche es nicht sehr lieben, das alten Wirthin zu Hause und half dieser bei ihrer Wirth- Urtheil anderer herauszufordern, sondern sich am liebsten schaft, theils weil sie sich nicht in das Gewühl der fremden, in allem, was sie thun und sagen, in einer Art vornehmer Als sie am Abend zusammensaßen, erklärte Marl, großen Stadt allein getraute, und theils, weil sie fühlte, Reserve halten, welcher weder Spott noch Tadel, noch auch daß sie es nicht länger ertragen könne und am nächsten daß sie diese Tage der Ruhe nach den Anstrengungen der besonderes Lob nah zu kommen pflegt. So hatte er denn Tage fortgehen würde. Sie sagte es ruhig und klar, wie vorhergehenden sehr nöthig hatte. Einmal war in das auch bisher einen sicheren, ruhigen Weg zurückgelegt, hatte Etwas, das sie schon lange mit sich herumgetragen, und Restaurant ein Herr gekommen, welcher sichtlich ein tieferes das genoffen, was wir eine gute Erziehung" zu nennen von dem sie sich nun frei mache. Sie sah das Erschrecken Interesse an ihr nahm, und welcher ihr zu ihrem größten gewohnt sind, und sich gerade genug um sein eigenes, und des Vaters, und wie er nicht wagte, etwas zu antworten, Erstaunen nach einigen Wochen einen rellen Heirathsantrag so wenig um das Glück oder Unglück seiner Nebenmenschen bevor nicht die Alte gesprochen. Er hatte nur seine ängst- machte. Sie war zuerst sprachlos gewesen. Aber da zu gekümmert, um ein zufriedener Mensch zu sein. Seine gute wie werden die Erziehung hatte ihm auch eine berechnende Liebenswürdig= lichen, trüben Augen auf sie geheftet. ihren„ Idealen" auch das gehörte Aber als diese nun anfing mit ihren Vorwürfen und jungen Damen der höheren" Stände darüber lächeln, feit gelehrt, welche ihre Wirkung selten verfehlte, und ihn ihrem Schelten, stand sie auf und ging hinaus auf ihr wenn ihnen ein boshafter Zufall diese Zeilen in die Hände so zu einem sehr geschäßten Theilnehmer an Gesellschaften kleines Zimmer. Es mußte ein Ende gemacht werden! spielen sollte! nicht ohne Liebe zu heirathen, und sie und Bällen machte. Sie fühlte, wie sie an diesem Leben zu Grunde ging, für den seltsamen Menschen keine besondere Zuneigung langsam und sicher, und zwecklos. Und darum wollte sie fühlte, so schlug sie das Anerbieten aus, wenn es ihr auch ein Ende machen, bevor es zu spät war. Sie dachte wohl geschienen hatte, als müsse sie sich hinein flüchten in diese an ihren Vater, aber sie war selbst so elend, daß sie kein sichere Welt, welche sich ihr so unvermuthet aufgethan Mitleid mehr mit dem schwachen Mann fühlen konnte. hatte. Und was würde es ihnen beiden helfen, wenn sie noch Der Mann war traurig aufgestanden und nicht wieder einmal bliebe? Sie würden einige Wochen Ruhe haben, gekommen, Marl aber hatte schon am nächsten Tage ihre oder auch nur einige Tage, und dann würde es von Fröhlichkeit wieder. Neuem wieder beginnen, dies unerträgliche Leben voll kleinlichem Aerger und voll Lieblosigkeit, und es würde immer schlimmer werden. Sie wußte es, es gab nur einen Ausweg. Und darum verließ sie am andern Morgen das Haus, in welchem sie ihre ganze Jugend verlebt hatte. I. furz vorher, ehe Und er hatte, was Als Herr Grüßmeyer unter dem Fenster des Restaurants vorbeischlenderte, sah er das schlafende Mädchen. Er lächelte leise und ging weiter. Aber als er ein paar hundert Schritte weiter gegangen war, war es ihm, als flöge eine jähe Erinnerung an ihm vorüber er mußte jenes Gesicht schon einmal gesehen haben, dieses oder ein ähnliches! Einen gewissen Zug wenn er ihn hätte beschreiben sollen, es wäre ihm unmöglich gewesen hatte dieses Gesicht mit einem anderen gemein, von dem er längst getrennt war. Es war zwischen zwei und drei Uhr Nachmittags Er ging aber weiter und suchte in seinem Gedächtniß. und mitten im heißen die" müde" Stunde des Tages war es nicht da ge= Sommer. Die beiden Fenster und die Thür der Kneipe Als er noch in die Schule ging waren offen. Aber nur ein feiner, grauer Straßenstaub wesen? Vor der Thür des Eckhauses wurde von den glühenden Wogen der Hiße in das nicht der Weg leicht zu steigen anfing? hohe Zimmer getragen, keine Kühle. Der letzte Früher suchte. In dieser Thür stand jeden Morgen, wenn er schoppengast war endlich gegangen. Die Wirthsleute zur Schule trabte, ein kleines Mädchen. Und Hans Grüßmeyer lächelte wieder behaglich vor schliefen; der Mann war überhaupt noch nicht aus dem Mit der Stunde ihres Austritts aus dem kleinen Bette gekommen. Die zweite Kellnerin, Lenchen, hatte frei, fich hin, indem er an die Naivität und Schüchternheit Kreise ihrer unterdrückten Jugend, und der ihres Ein- Marl war allein. Ihre Arbeit war gethan, und müde seiner ersten Liebe dachte. tritts in eine neue, weite und fremde Welt begann für faß sie am offenen Fenster, die Hände lässig im Schooß. Als er zu Hause war, hatte er alles wieder vergeffen. Marl Braun die Geschichte ihres Lebens. Sie ging nach Sie sah mit großen Augen vor sich hin, denn sie Indessen war an der Wand der Kneipe die Sonne Berlin. Halb in dem falschen Glauben, es müsse bort wollte wach bletben, um nicht schlafend gefunden zu werden, einen Streifen höher gerüdt. Marl schlief noch immer. wo so viele Menschen seien leicht sein, sein Brod zu wenn etwa ein Gast tommen sollte. Sie dachte daran, Ihr Gesicht lag in halbem Schatten. Es war kein schönes verdienen; halb in der Hoffnung, dort völlig allem ent- ob heute Abend wohl Studenten kommen würden, denn Gesicht. Man sagt, jedes Mädchen von siebzehn Jahren ronnen zu sein, was ihre Jugend sie haffen gelehrt hatte. Diese gaben immer ein Trinkgeld. Sie war auf Trink- sei schön; die Jugend mache in diesem Alter auch das unSie wurde Kellnerin in einem kleinen Lokal im Osten gelder angewiesen. Der heutige Morgen war ein schlechter scheinbarste schön. Aber Marl war nie jung gewesen. Die Berlins, in einem jener Stadttheile, in welche sich jene gewesen. Es waren zwar viele Gäste zu bedienen, aber Härte des Lebens hatte den zarten Duft der Jugend von Maffen der Menschen in hohe, dunkle Häuser zusammen- keiner hatte an das Trinkgeld gedacht. das Trinkgeld gedacht. Sie rechnete. ihr abgestreift und unverwischbare, wenn auch ganz feine drängen, welche eben genug zum Leben haben, welche Aber plößlich fiel ihr der unangenehme Bierdunst auf, Spuren in ihr junges Gesicht gezogen. Aber sie wurde morgen verzehren, was sie heute verdient haben: kleine der in dem Zimmer Herrschte. Sie empfand wieder das- fast schön, zum mindesten interessant und eigenartig hübsch, Beamtenfamilien, schlecht fituirte Kaufleute, Handwerker. selbe Gefühl des Widerwillens, welches sie befallen hatte, wenn sie sprach, besonders wenn ihr Humor durchbrach. Im Winter liegen diese Straßen beständig in dem als sie am ersten Tage hier war, welches aber seitdem von Sie hatte einen schönen Kopf und prachtvolle, schwarze eintönigen, grauen Zwielicht, welches sich auf die Gefichter der täglichen Gewohnheit völlig erstickt war. Sie wollte Haare, aber ihre Stirn war niedrig. Ihr graues Auge all ihrer Bewohner gelagert hat, und diese so krank und aufstehen. Aber sie war so müde in den Füßen, daß war flug und in den Grübchen ihrer Wangen saß der farblos erscheinen läßt. Aber auch im Frühling hat es fie sißen blieb. Schalk, aber ihr Mund lockte nicht zum Küssen, trop der etwas Beängstigendes, die hellen, breiten Fluthen des Sie ließ ihren Blick auf der Wand haften, auf deren selten schönen Zähne. Sie war ausgelassen, aber zu flug, Sonnenlichtes an den einförmigen, endlosen Häuserreihen einer Hälfte grell und brennend der Sonnenschein lag, und um leidenschaftlich sein zu können; im Herzen ein Kind an entlang gleiten zu sehen, über das ewig- schmutzige Pflaster, sah, wie abscheulich schmuzig die Tapete war. Dann blickte Unerfahrenheit und Reinheit und in ihren Gedanken und an den blinden Scheiben hinauf. Kein Baum, kein sie weiter in das Zimmer, und alles kam ihr gemeiner doch meist eine sichere Beurtheilerin von Menschen und Vogel; nur immer die gleiche dumpfe, erstickende Luft. und häßlicher vor die gelbraunen Tische, die gewöhn- Dingen. Doch wenn sie fehlgriff, dann war sie blind in An den Sonntagen fliehen die Menschen dann wohl hinaus, lichen Bilder an der Wand, der mit Zigarrenasche und ihrem Vertrauen. Und sie griff ein einziges mal fehl.. aber nur um bedrückter und freudloser zurückzukehren zu halbverbrannten Streichhölzern besäte Fußboden, und es Sie hatte keine Phantasie und darum keine große ihrem kleinlichen, endlosen Tagewerk. Selten erhebt Einer war ihr wieder, als müsse sie aufstehen und hinausgehen Sehnsucht nach der Welt, von der sie bisher noch nichts die Blicke über die Dächer hinauf, wo ein karges Stück aus diesem elenden Leben. gesehen hatte als kleinliche Menschen und enge Wände. Himmel leuchtet. Aber sie blieb wieder sitzen. Es war ihr traurig zu Aber ihre Jugend begann, troßdem sie nicht sinnlich war, In einer dieser Straßen lag die Kneipe, in welcher Muthe. Sie dachte seit den ersten Tagen in ihrer neuen ihr Recht zu fordern. Je öfter jedoch ein geheimes WünMarl Kellnerin wurde. Sie hatte keine andere Stellung Stellung in dem letzten Vierteljahr zum ersten Mal wieder schen in ihr die Flügel regte, desto härter suchte sie gegen finden könnnen. So hatte sie sich von der Noth in diese über sich nach. Und Alles war ihr zuwider, woran sie sich selbst zu werden. Denn ihre einzige Waffe wahr ihr hineintreiben lassen. Sie fühlte sich in den ersten Tagen benken mußte. Stolz. Und sie war stolz auf ihre sittliche Stärke und die sehr fremd in ihrer neuen Umgebung. Aber sie war Wenn nur ein Gast käme Festigkeit ihres Willens, wie es nur eine Natur werden nicht umsonst eine Süddeutsche. Ihr leichter Sinn half Aber selbst auf der Straße war es fast leer. Nur kann, welche eine ganze, lange Jugend unterdrückt war. ihr immer wieder über die Stunden hinweg, in welchen zuweilen ging jemand langsam und müde unter dem Fenster Dieser Stolz ließ sie nicht erröthen, wenn sie die ge= fie nur mit Mühe ihre Thränen zurückhalten konnte. vorbei, starr vor sich sehend, in der unerträglichen Gluth. meinen Redensarten um sich herum hörte, wenn ihr Worte Sie war sehr unerfahren. Von den Männern dachte sie Sie wollte nicht schlafen. Aber sie hatte ihren Vorsatz in's Ohr geflüstert wurden, welche sie nur halb verstand. sehr gering. Die Meisten, so glaubte fie, seien sehr schlecht, schon vergessen, und als sie ihre Augen schloß nur Denn sie fühlte, wie sie über denen stand, welche nach ihr und auf nichts Anderes bedacht, als ein junges Mädchen einen Augenblick übermannte sie plößlich die Müdigkeit greifen wollten mit schmußigen Händen. So blieb sie zu hintergehen und zu Fall zu bringen. Sie mochte darin und sie schlief ein. Ihr Kopf neigte sich nach hinten und auch nicht so ganz Unrecht haben. Jedenfalls konnte ihr fiel leicht gegen den Fensterrahmen. diese Ansicht bei ihrer neuen Stellung nicht schaden. In dem Raum war alles still; nur die Fliegen trieben Schlimm war aber, daß sie sich einbildete, einige Männer leise schwirrend ihr unverdroffenes Spiel. Kellnerin. An die Zukunft dachte sie nie, so wenig mehr wie an ihre Vergangenheit. Als die Sonne in höchster Gluth stand, erwachte Marl. ganz wenige nur! seien dagegen sehr edel und gut, Um dieselbe Stunde ging der Referendar Hans Grüß Ihr erstes Gefühl war Aerger darüber, daß sie nun doch und ganz anders, wie alle die anderen. Es hatte davon meyer durch die Straße. Er hatte in der Ostgegend der eingeschlafen war, und ihr zweites Freude, daß es nieso etwas in den wenigen Büchern gestanden, welche fie Stadt am Morgen einen Besuch gemacht, und war auf mand gemerkt hatte. gelesen hatte. Im Uebrigen aber war Marl ein sehr dem Wege nach Hause. Da er nie in dieser Gegend ge= Sie stand langsam auf und ging zwischen den Tischen fluges und vernünftiges Mädchen, und gab sich selten un- wesen war, hatte er keinen Wagen genommen und schlen- umher, indem sie fich besann, was sie geträumt hatte. Aber klaren Träumen hin. Sie hatte wenig gelernt, und ihr berte langsam die Straßen hinunter, dem Westen zu, wo es wollte ihr nicht wieder einfallen. Dann stellte sie sich Gesichtskreis war eng und beschränkt. Aber sie hatte er wohnte, indem er neugierig hierhin und dorthin sah, vor den Spiegel und ordnete ihr Haar. In der Art, wie etwas Festes und Bestimmtes in ihrem ganzen Wesen, und und fand, daß die Straßen alle gleich langweilig und öde sie das that, lag wenig Eitelkeit. Da fie glaubte, es von Natur aus ein ziemlich richtiges Gefühl für Menschen waren. Hans Grüßmeyer hatte vor ein paar Tagen sein tämen Schritte die Treppe herauf, trat sie zurück und sah und Dinge, und meist auch ein treffendes Urtheil. Referendar- Examen gemacht, und wollte sich nun noch ein nach der Thür hin. Aber es war nur ein Bewohner der paar Wochen in der Hauptstadt, in welcher er ein Jahr oberen Stockwerke, welcher vorbeiging. Sie setzte sich an Drei Monate war Marl Braun nun schon Kellnerin gewesen war ,,, amüsiren", bevor er nach Hause reifte, um einen der Tische und stüßte den Kopf in die Hände. Plötzin der Kneipe im Osten Berlins und sie hatte sich all- dort seine neue Würde zu bethätigen. lich überkam sie das Gefühl der Verlassenheit mit solcher " Stärke, daß sie fühlte, wie die Angst ihr die Brust ein- wieder an zu sägen, erst sanft und mild wie mit Mohnöl den Sohn vererbte. Es waren zwar die Löhne nicht höher Klemmte. Sie sprang auf und ging wieder umher, wie geschmiert, dann lauter und lauter wie knarrende Wagen- als heutzutage, aber der Mann konnte für 10 Monate suchend. Und als wenn sie nicht finden könne, was sie räder, bis er wieder auf so einen verdammten Aft stößt, des Jahres auf eine regelmäßige Beschäftigung für etwa suche, so ging fie immer schneller und schneller zwischen der nicht durch will. Dann möchte man dem Kerl bei- 10 Stunden täglich rechnen; und er war gewohnt, 20 bis den Tischen umher. Es lag eine stumme Angst in ihren springen, weil er dem Ersticken nahe scheint, noch eine kon- 25 sh( 1 Schilling= 1 Mark) durchschnittlich pro Woche unsicheren Bewegungen, wie vor einer unsichtbaren Gefahr. vulsivische Anstrengung und wieder ist ein Knorren durch. zu verdienen. In den alten Zeiten der Segelschifffahrt Dann trat fie an das Büffet und ließ ein Glas voll Bier Zureden und Zurufe helfen nichts, es müssen diejenigen, gab es weniger Schwankungen in der Zahl der beschäftigten laufen, welches sie hastig und gierig austrant. In die welche im Schlafe gestört werden, von Zeit zu Zeit einen Arbeiter als heutzutage. Die Schiffe liefen ein und hatten Kasse legte sie als Bezahlung desselben eine Marke. Schuh oder Stiefel nach dem Bette des Schnarchers werfen, keine Eile, sofort ausgeladen zu werden. Sie fühlte sich leichter. Sie hätte gern noch ein Glas das hilft immer für kurze Zeit. Inzwischen kann man Während vor 18 Jahren ein Westindien- Führer von getrunken, aber sie wagte es nicht, aus Sparsamkeit. Sie eingeschlafen sein und das Schnarchen wird überhört. 300 bis 400 Tonnen in einer Woche ausgeladen wurde, überlegte, ob sie das Glas, welches sie jeden Abend zum Die überwiegende Mehrzahl der Kunden", die ge- was als eine sehr tüchtige Leistung galt, kommen heutzuEssen vom Wirth bekam, jezt schon trinken sollte. Aber auch legentlich pennen, schläft im Sommer in Wagen, die an tage Dampfschiffe mit 1500 Tonnen Zucker an, und diese das unterließ sie. der Straße stehen, in den Bauholzhöfen, im Centralpark, Ladung muß binnen 7 Stunden gelöscht sein, zu welWenige Minuten später kam ein Gast, und Marl im Stehen an den Straßenbahnpfeilern, nachdem sie bis chem Zwecke die Hände" Nachts über zur Arbeit ange= hatte von da an den ganzen Abend unaufhörlich zu be- Mitternacht in den Lesezimmern der Logirhäuser herum- halten werden. Die Masse der Arbeit ist immens ge( Fortseßung folgt.) gehockt haben und dann beim Austlariren" auf die wachsen. Aber zu gleicher Zeit ist die Zahl der ArbeitsStraße geschickt wurden. bewerber um vielleicht 60 Perzent größer geworden, und Gegen 6 Uhr früh wird ausgekehrt und werden die außerdem haben Maschinen zum Theil die Arbeit der Stühle wieder gestellt. Dann finden sich auch wieder die menschlichen Hand überflüssig gemacht. In früherer Zeit obdachlosen Tramps ein, die nun auf den Stühlen wurde jeder Ballen und jede Kiste einzelnen mit großer Lieber Proletar! Rümpfe nicht die Nase, wenn ich ihren Nachtschlaf nachholen; oder sie gehen in die früh Mühe aus dem Schiffe herausgewälzt, heute leeren Dampfdich nicht in vornehme Hotels oder Miethshäuser führe, geöffneten„ Trampsaloons", verzehren gelegentlich 5 Cents und hydraulische Maschinen ein Theeschiff in der Art, daß sondern in die geringsten Vagabondenherbergen New- Yorks. und säubern die Teller von den Speisereſten des vorher per Stunde 72 Packkörbe ausgehoben werden, von welchen In den ersteren war ich auch schon und in noch besseren gehenden Abends, dann nicken sie auf ihrem Stuhle ein. jeder 86-96 Kisten enthält. und größeren, in vier Erdtheilen, und habe dort Wärter Unter den besseren Tramps giebt es immer ein be- Immerhin aber ist für gewisse Vorrichtungen die in allen Hautfarben und hübsche Kammerkäßchen zur Be- trächtliches, erſt kürzlich eingewandertes Element von menschliche Muskelkraft noch immer unter den heutigen dienung gehabt. Es ist schöner dort und bequemer in den Deutschen, darunter frühere Kommis, Lehrer, Beamte Verhältnissen unentbehrlich, so bei Getreide- und Holzfuhren. weichen Bolstern als auf der Maisstrohmatraße des und andere Leute mit guter Schulbildung. So lange ihre Jede Dockgesellschaft giebt daher auch einer Anzahl kräfGarderobe noch in gutem Zustande ist, fallen sie immer tiger Leute das ganze Jahr über dauernde Beschäftigung dienen. Pennen in New- York. ( Nach amerikanischen Arbeiterblättern.) „ Tramps".1) " " 1 Vor der Trampherberge steht kategorisch geschrieben: noch auf die" Agenten gesucht"-Anzeigen der Staats- mit einem Lohn von 20-30 sh. wöchentlich; diese Arbeiter Nur für Männer!" Im Leſezimmer hängen große zeitung" herein, wobei sie als Subskribentensammler, Ver- werden Vorzugsleute( preference men) oder von den Schilder mit der Inschrift:„ Das Herumlungern, Karten- ficherungsagenturschnorrer, Verkäufer von neuem Patent- schlechter gestellten Arbeitern mit ironischer Bewunderung spielen, Würfeln, Banken und Verunreinigen der Betten Schnick- Schnack im Laufe der ganzen Woche, bei Ausdauer, auch" Royals"( Königliche) genannt. ist streng verboten. Betrunkene Personen können hier Geschick und Glück von ein paar Schillingen bis zu ein Doch hat die Einführung von Maschinen und das nicht schlafen." Auf den Tischen des Lesezimmers findest Baar Dollars verdienen können. Die in New- York selber gleichzeitige gewaltige Anwachsen der Zahl der Konkurrenten du alle größeren Zeitungen New- Yorks, auf allen Zeitungen Geborenen fallen auf den Schwindel nicht herein, trotzdem im allgemeinen die Dockarbeit zu einer unregelmäßig, aber gestempelt oder mit dicker Schrift quer über geschrieben: sie mit natürlicher Unverschämtheit und Kenntniß von von Fall zu Fall zu betreibenden( casual) Beschäftigung Land und Leuten ausgestattet sind, um in dieser Branche gemacht, gut genug bloß für die Enterbten der Gesellschaft oder jene Schiffbrüchigen, die eine Umwälzung in ihrem " Diese Zeitung ist von dem stohlen." Logirhaus gejeden Grünen" überbieten zu können. " 1 Du bist also in ganz netter Gesellschaft, wenn du Das trampische Jung- Amerika, soweit es am meisten ursprünglichen Beruf gezwungen hat, jede noch so prekäre schon gleich beim Eintritt solche Proteste siehst... Be- verkommen ist, zieht es vor, von seinem Wiß auf hundert Beschäftigung, die sich ihnen bietet, zu ergreifen. Das trunkene kommen häufig herein, denn es vergeht keine verschiedenen Wegen und Abwegen zu leben, worunter find die ständigen Mitglieder der Dockfarbeiter- Armee. Nacht, in der man nicht unter 40-50 Schlafgenossen in nicht das letzte die Assoziation mit verkommenen Straßen- Es giebt aber noch andere, welche zu bestimmten einem großen Saal den Refrain von Kotzebue's Ver- dirnen ist. Sie dienen als Schlepper, Hehler, Ausräuber, treten. Landwirthschaft. zweiflung hörte:„ Ob... ob... ob sie Gurken hätten." Hinausschmeißer und zugleich als Liebhaber oder Fellers". Zeiten des Jahres ihre Zahl vergrößern. Bis SonnenUngeziefer darfst du mitbringen, denn du wirst nicht unter: In der Theatersaison, bei den Theatern zweiter und aufgang belagert auch der Anstreicher, der Schnitter und sucht, du kannst dir sogar eine ganze Menagerie von Kerb- dritter Klasse, sind sie„ Supes" oder Statisten, Billet der landwirthschaftliche Arbeiter überhaupt die Thore der thieren zulegen, die Zuchtwahl und Kreuzung der Rassen verkäufer auf der Straße, Ausläufer und-Taschendiebe. Docks, der Schneider und der Gemüsehaufirer sind in studiren, wenn du dich jede Nacht in ein anderes Bett Diese Sorte spekulirt besonders auf betrunkene Matrosen schlechter Zeit dort zu Besuch, und überhaupt jedes gelernte Handwerk steuert seine Quote von Unbeschäftigten zum legst. Um die Insektenkunde zu erschöpfen, sei noch er- und andere wankende Gestalten. wähnt, daß Wanze und Wanze verschieden sind. Die Von weiblichen Tramp- Herbergen giebt es gleich- Rekruten- Kontingent der Dockarbeit bei. Noch immer ist die Zahl dieser Erwerbssuchenden im Gattung cimex communis, die gemeine Hauswanze, ist ein falls eine erkleckliche Zahl. Die zweifelhaften und verwenig intelligentes Thier. Sie behält einen stabilen rufenen sind in den Seitenstraßen, die nach Chatham Wachsen. Die Schäßungen derselben bewegen sich zwischen Wohnort, nährt ihre Familie reblich in demselben Bett, in Square einmünden, sowie einige in den Hausnummern 50 000 und 100 000. Wie schwankend ihre Verwendung dem sie geboren und innerhalb acht Tagen Urgroßmutter zwischen Nr. 1 und 50 an der Bowery. Eine der bekann- ist, zeigt die von der Kommission abgegebene Aussage des geworden ist, und vertrocknet auch dort an Altersschwäche, testen ist Nr. 15 Bowery, wo es 25 Cents für die Schlaf- Geschäftsführers der East and West India Docks, wonach eine dünne durchsichtige Haut zurücklassend. Die Herbergs stelle, und 50 Cents für ein Paar" kostet. Nach dem Ge- es sogar vorkommt, daß den einen Tag 3000, den anderen 200 Leute Beschäftigung finden. Diese Wanze, cimex ambulantis, auch Wanderwanze genannt, schlecht der Kunden wird dort nicht gefragt. verschmäht den darunter liegenden kränklichen, mageren Auf Ehrbarkeit wird jedoch streng in den billigsten Unregelmäßigkeit ist durchaus keine Betriebsnothwendigkeit; oder altersschwachen Schläfer, und kriecht an den Bett- der weiblichen Herbergen gesehen, die sich an Rivington Str., der genannte Geschäftsführer gab auf diesbezügliche Fragen pfosten hinauf zu dem vollblütigen und gefunden Gaste, nahe der Bowery, neben dem Cunard House befindet. zu, daß es auch möglich wäre, das System zu ändern und der darüber liegt, auch umgekehrt, wenn der fette Nähr Männer haben dort keinen Zutritt. Die Einrichtung ist eine größere Zahl von Kräften permanent zu beschäftigen. Diese Unregelmäßigkeit der Beschäftigung macht den körper unten liegt. Die Wanze kriecht sogar an den fast dieselbe wie in den Männerherbergen, zwei Betten Wänden bis zur Decke hinauf und läßt sich von da mitten übereinander, der Preis 15 Cents per Nacht oder einen Verdienst der fallweise verwendeten( casual) Dockarbeiter auf das Bett fallen, wenn sie anderweit Schwierigkeiten Dollar per Woche. Auch hier ist jede Altersklasse ver- so knapp; der Stundenlohn ist an sich nicht so außerordentlich niedrig. Der Wochenverdienst ist aber niemals mit findet, zu ihrem Ziel zu kommen. Die Zahl der Betten ist durch das Kubik- Luftgesetz 2) Die überall in nächster Nähe solcher Proletariats- Sicherheit zu berechnen, weil die Erlangung von Beschäf= geregelt, es stehen nicht mehr und nicht weniger darin, Herbergen befindlichen billigen Restaurants, in denen man tigung bei den Docks in der Regel Sache des glücklichen als das Gesez für gesunde Luftzufuhr in einem gewissen für 5 Cents( 20 Pf.) einen großen Teller voll„ Hash" Zufalles iſt. 50 Perzent der Arbeiter stammen aus der Raum erlaubt. Gewöhnlich sind es ca. 50 Betten, in 25 aus schwer definirbaren Fleischresten, Brot und Kartoffeln Die Szenen, die sich an den Dockthören entwickeln, eifernen Ständen, je 2 Betten übereinander, wie in der erhält, eine Tasse Kaffee für 2 Cents( 8 Pf.), oder mit Schiffstoje. Zwischen je zwei Ständen steht ein Kleider: Brod und Oleomargarine für 5 Gents, liefern für ein mögen auch mit einigen Worten berührt werden. Sobald eine Nachfrage nach Arbeitskräften entsteht, haben von dem kaften mit zwei Schränken von 1 Fuß Breite und 1 Fuß Billiges den täglichen Lebensunterhalt.. Tiefe, zu dem der betr. Tramp" einen Schlüssel erhält So macht das unterste Proletariat allerdings das großen Haufen Arbeitsloser diejenigen die besten Chancen, welche immer zur Stelle sind. Die Anstrengungen des und den der regelmäßige Kunde auch über Tag bei sich Leben", aber was für ein Leben. Wartens werden einigermaßen durch die Hütten gemildert, führen kann. Ob es nun so Gewohnheit oder„ Custom" welche die Dockgesellschaften errichtet haben, um den Arin den billigen Herbergen ist oder ob auch diejenigen, welche dieselben Betten immer wieder beziehen, sich fürchten, beitern einigen Schuß zu gewähren. Zumeist ist zwischen 7 und 8 Uhr früh Arbeit zu finden. Die Nachricht, daß Ungeziefer in das Unterzeug zu bekommen, weil eben tags Als in diesem Sommer die großen Kohlenarbeiter- in irgend einem der Docks Schiffe fällig sind, verbreitet über doch einmal ein Bummler mit Ungeziefer für 15 Cents Streifs in Deutschland ausbrachen, war man ohne jede sich rasch, und zeitlich am Morgen sind die Thore der dort seinen Rausch ausgeschlafen haben kann That Information über die sozialen Verhältnisse der Streikenden; Docks befeßt. sache ist, daß die Mehrzahl vollständig nackt, selbst ohne erst nachträglich wurde eine Enquete von Regierungswegen Die Schärfe des Kampfes um die Arbeit, der sich hier Feigenblatt, auf dem Bett liegt. Im heißen Sommer veranstaltet, deren Unvoreingenommenheit nach den voran- entspinnt, ist verschieden, je nach dem bei der Aufnahme ziehen sie noch nicht einmal ein Bett- Tuch über die nackten gegangenen Ausständen begreiflicherweise mannigfach be- der Arbeiter angewendeten System. Ein Zeuge schildert zweifelt wird. Die Engländer haben den Werth sozial- den Vorgang folgendermaßen: Am Eingang des Docks ist Die nächste Annehmlichkeit bildet das Schnarch- statistischer Untersuchungen von jeher besser zu würdigen eine Kette angebracht, auf deren einer Seite die ArbeitKonzert. Wenn man einen in seiner Kunst vollständig gewußt. tuchenden, auf der anderen die Arbeitvergebenden( contrac= ausgebildeten Schnarcher unter sich im andern Bett und So hat sich die von uns mehrerwähnte, zur Er- fors) stehen. Da drängen sich 1500 bis 2000 Männer ein paar rechts und links in den anstoßenden Betten hat, forschung des Sweating- Systems eingefeßte königliche Kom- auf einander und die vorne Stehenden werden mit aller ist das Konzert fertig, aber der Schlaf für den Zuhörer mission in London u. a. auch über die Lage der Dock- Gewalt gegen die Kette gedrückt. Die rückwärts gleichfalls. Die Unterhaltung ist glücklich beendet, die arbeiter informirt, und die Resultate ihrer Enquete liegen Stehenden klettern den Vorderen auf die Köpfe, Gäste wälzen sich noch ein paar Mal auf dem Bett herum, auf 300 Folioseiten ihres offiziellen Berichtes vor. Ein- und der Kontraktor vor ihnen sucht sich aus der großen dann fallen sie allmählich in Morpheus Arme. Plößlich vernommen wurden von der Kommission Mr. Tillet, der Masse die Leute aus, denen er Arbeit giebt, meist seine fängt einer unter dir an zu sägen, erst langsam und regel- Sekretär des Dockarbeiter- Vereins, der auch mit an der Günstlinge oder die von diesen Empfohlenen. Ein anderer mäßig, es ist weiches Holz, dann aber kommt er auf ein- Spiße des Streiks stand, ferner einige von den Dock- Beuge sagt: Wenn Einer nicht sehr stark ist, können mal an einen alten knorrigen Ast; es ist schwere, harte arbeitern aller Kategorien. Auf der anderen Seite wurden ihm leicht die Kleider rückwärts vom Leibe gerissen Arbeit in abgebrochener Stößen; noch ein Stoß, ratsch! verhört die Geschäftsführer der East und West India Docks-, werden. der Aft ist durch. Es giebt eine kurze Ruhepause, der der Milwall- Docks- und der London and St. Katharine Körperkraft, sollte man eigentlich meinen, wäre die Holzsäger wälzt sich von der Seite auf den Bauch, vom Docks- Gesellschaft, außerdem eine Reihe von Beamten, Qualifikation des Dockarbeiters. Nach Aussage eines der Bauch auf den Rücken; er ist in einer Art Halbschlaf; Kolonnenführern 2c. dieser Gesellschaften. Aus deren Aus- Geschäftsführer aber ist dies durchaus nicht der Fall. Die bald aber schläft er wieder fest und dann fängt er auch sagen sind nach dem Wiener Handelsmuseum" die fol- wirklich starken Leute gewinnen gar bald eine höhere Gegenden Mittheilungen geschöpft.: schicklichkeit und gehen aus der Klasse der fallweise BeVor 16 oder 20 Jahren war die Dockarbeit eine schäftigten( ,, casual") in die besser gestellten Klassen über. Iregelmäßige Beschäftigung, welche sich vom Vater auf Aber die armen Teufel, welche in den Docks einen Verdienst Glieder. 1) Tramp Vagabund, Arbeitsloser, armer Reisender. 2) Das Gesetz, wonach in Logirhäusern auf den Besucher ein gewisser Luftraum kommen muß. Die Lage der Londoner Dockarbeiter. = = suchen, sind meist ohne auch nur die gewöhnliche Körper- nicht standhält! Daß trotzdem die bleichen, eingefallenen Im nächsten Raume, dem Aufzwicksaal, geht das Montiren traft, was sich aus ihrer Lebensweise erklärt. Sie sind Gesichter, die müde Haltung, das Hüfteln oder Husten ver- des Schuhes vor sich. Ungefähr 60 Arbeiter sind in demselben beschäftigt, das Oberleder, den Schaft auf den Leisten zu bringen und elend gekleidet, in einem jammervollen Zustande und nicht räth, wie diese ganz gewohnten Dinge eine starke Bresche die Brand- und Untersohlen mittelst kleiner Nägel an das Oberfähig rasch zu gehen, weil dies der Zustand ihres gelegt haben in die feste Struktur der Leute! Ich weiß leder zu heften. Schuhwerks nicht zuläßt. Es sind Leute, die in den zwar augenblicklich nicht, wie lange es ein Bäckergeselle Es fragt sich nun weiter, ob die Sohle aufgenagelt oder tiefften Abgrund der Armuth gesunken sind; sie haben ohne Schaden für die Gesundheit durchschnittlich aushält; aufgenäht werden soll. Wenn Letzteres der Fall, so tritt die Sohlenaufnähe maschine in Thätigkeit. Hat schon diese Maschine den besten Willen gut zu arbeiten, aber nicht die aber für den Kundigeren muß sich aus dem Angeführten das Staunen und die Bewunderung der Fachkreise und der LaienKraft dazu. Da giebt es Männer, die zur Arbeit kommen, der Zeitpunkt nicht schwer berechnen lassen, wo der Mann welt hervorgerufen, um wieviel mehr erregt die Sohlenaufnogelohne noch einen Bissen Nahrung in ihrem Mund gehabt aus der Backstube weg muß, aus Rücksicht auf die Sicher- maschine die Aufmerksamkeit derselben. Mit scharfer Genauigkeit locht sie die Sohlen selbst, schneidet den Schuhpflock, schlägt den= zu haben, oft seit dem vorigen Tag. Nun haben sie heit des Lebens selben ein und rückt automatisch einen jeden Stift in gleicher Enteine Stunde gearbeitet und glücklich 5 d.( 40 Pf.) verfernung von den anderen ab, bis die Sohle vollständig aufge= dient; da läßt sie aber der Hunger nicht weiter arbeiten, nagelt ist. fie nehmen ihre 5 d. und kaufen sich etwas zum Essen, das ist oft das erste Stückchen Nahrung, das sie seit 24 Stunden in den Mund nehmen. Der Typhus, die Folge der Schlaflosigkeit, mag bei diesem Kapitel nicht unerwähnt bleiben. Brüche, vom Tragen des Mehles, sind häufig. " Wenn das fertigzustellende Schuhzeug erst hier angelangt ist, Wagt es nun ein armer Teufel von Bäckergehilfe dann steht auch dessen Vollendung nahe bevor; doch greift immer noch eine größere Anzahl von Apparaten in lebhafter Bethätigung unter solchen Umständen, etwas, nachdem er halbsiech ge- der ihnen zugewiesenen maschinellen Funktionen zur Ergänzung der Wenn diese Leute bei alledem doch ihr Leben fort- worden, verbesserungsbedürftig zu finden, so heißt es: nach und nach fortschreitenden Schuhentstehung ein. fristen können, sagte Tillett als Zeuge, so ist dies einer Was? Der Lump ist ohnehin schon ganz herabgekommen Kaum zweier Stunden Arbeit hat es bedurft, um den elegewissen Art von Kommunismus zuzuschreiben, der und will noch sein großes Maul gebrauchen?" Man be- ganten Schuh herzustellen, der nun in die Welt hinaus wandert und Zeugniß giebt von dem Können einer hoch entwickelten unter ihnen herrscht. Sie helfen einander aus, zahlen im trachtet ihn mit Argwohn und Uebelwollen als Wühler, Induſtrie. Nothfall einer für den andern das Bettgeld, wenn einer macht kurzen Prozeß und setzt ihn an die Luft; der Hunger keine Arbeit gefunden hat. Doch bedarf es oft noch der macht ihn schon vorsichtiger, daß er künftig den Mund öffentlichen und privaten Wohlthätigkeit, um diesen Un- hält. Denn bei der übergroßen Zahl von Arbeitsuchenden glücklichen die Fortfristung ihres traurigen Daseins zu er muß er sicher 4-5, oft 6-8 Monate warten, bis er wendenden Schiffen vorhanden( die Schiffe der Kriegsmarine nicht möglichen. Ueber die Lage der Bäcker berichtete, mit besonderer Berücksichtigung Wiens, vor einiger Zeit ein öfterreichisches Arbeiterblatt folgendes: Die nächtliche Lebensweise und die Länge der Arbeitszeit an sich bilden schon einen beachtenswerthen sanitären Uebelstand im Bäckergewerbe. einen neuen Platz findet. Produktionsfortschritte. Im preußischen Staate waren an Dampfkraft vermitgerechnet): Anfang 1879 " 609 1889 1482 Schiffe Dampfkessel Dampfmaschinen 702 1836 623 1674 Seine Hilflosigkeit wird noch gesteigert, durch die Haltung des Publikums. Dringen bei einem Streik die Gehilfen auf Abstellung der kolossalen Mißstände, so Demnach hat sich also die Anzahl der Fahrzeuge verdoppelt, haben sie es nicht bloß mit Meiſtern und Behörden zu dagegen stieg die Zahl der Steſſel und Maſchinen auf weit über thun, sondern auch mit dem Publikum, welchent von den das Doppelte. Die Leistungsfähigkeit der leztecen hat sich aber prinzipiellen Feinden der Streikenden, den interesfirten mehr als verdreifacht; dieselbe betrug 1879 nämlich 50 309, " Da 1889 dagegen 154 189 Pferdestärken. Kreisen, immerfort in die Ohren getrommelt wird: kann man schwer etwas ändern, man kann nicht dem Dazu treten aber noch ganz andere Dinge, die die Bäckergesellen zu Liebe dem Volke das ohnehin schon theure Der Vorstand des Unterstützungs- Vereins Gesundheit in hohem Maße gefährden. Die Art der Ar- Brot noch mehr vertheuern." Das Publikum möge sich Deutscher Buchdrucker beit selbst, das viele Stehen bei derselben und das Schleppen nicht täuschen lassen und vor allem bedenken, daß es nicht der Körbe erzeugt die bekannten schiefen Beine; die bös- die Bäckergehilfen als Opfer fordern dürfe im Kampfe hat vor einigen Wochen den Rechenschaftsbericht der Allgemeinen artige Luft und der Mangel aller Ventilation zusammen um das große Brot. Es möge ferner bedenken, daß Kasse für das Jahr 1888 versandt. Aus demselben ersehen wir, mit dem vielen Staube greift die Lunge an, die Tuber- selbst heute, bei verständig geordneten Verhältnissen, d. i. kulose ist eine der häufigsten Krankheiten beim Bäcker. Das bei Unterdrückung des schmarogenden Zwischenhandels, das rasche Arbeiten in der dampferfüllten Backstube im Verein Brot keineswegs vertheuert würde, wenn den Streikenden mit der hohen Temperatur bewirkt reichlichen Schweiß; die doch immer bescheidenen Wünsche gewährt werden. nun sind die Gehilfen genöthigt, oft die Backstube zu verlassen, ohne die Zeit zu haben, gehörige Kleidung anzulegen, die Folge iſt oftmalige Erkältung oder in sehr vielen Die Koalitionsfreiheit der Staatsarbeiter Fällen ein akutes Lungenübel, an dem der Arbeiter zu grunde geht. Schweiß und Staub ferner vermischen sich, in England. bilden eine Schmußkruste, und verhindern die Thätigkeit Es giebt mehr als 11 000 Bostbeamte in London. der Haut, oder dringen in diese ein und bewirken Aus- Bis jetzt sind sie ganz unorganisirt gewesen, weil es ihnen schläge. Man rechne dazu die Genußmittel, Kaffee, Thee ihr Arbeitsreglement verbietet, sich zu koaliren und oder Schnaps, Tabak, mit denen er die ermatteten Lebens- Berathungen in Bezug auf ihre Löhne und Arbeitsverhält geister aufrütteln muß; sie greifen Magen und Nerven nisse zu halten! Das heißt Freiheit! Die Mehrzahl dieser Arbeiter verdient nur etwa 16 natürlich in heftiger Weise an. Aber damit ist die Serie noch lange nicht zu Ende. bis 18 sh.( 1 Schilling= 1 Mark) die Woche, die UeberIn den Kellergewölben, wo man die Bäckereien jetzt in der zeit beläuft sich auf zehn Stunden die Woche; wird aber Regel unterbringt, thun Lichtmangel und Erdfeuchtigkeit nicht extra bezahlt. In der That werden die zufälligen das übrige. An die feuchte Wand setzt sich der Staub, Weihnachtsgaben des Publikums in den Lohn mit einund es beginnt dieser ekelhafte Ueberzug selbständig zu gerechnet. faulen und zu stinken. Die Lagerstätten, ebenfalls voll Kein Wunder auch, daß das englische Postamt jedes Staub, weil der Gehilfe sich gewöhnlich nicht Zeit nehmen Jahr große Profite macht, und Profite bestehen, wie man kann zu Waschungen und zum Umkleiden, sondern nur weiß, aus unbezahlter Arbeit! todtmüde in seiner Arbeitskleidung sich auf das Bett wirft, find voll der üppigsten schwarzen Springer und ähnlichen Geziefers, das in der Wärme und dem Staube reichlich wuchert, und lassen in der Regel alles Menschenwürdige zu Reichthum und Armuth. Das abgeschätzte Vermögen in den norwegischen Städten belief wünschen übrig. Ein Strohsack, ein kleines Kissen und ein sich nach dem norwegischen statistischen Zentralbureau Kozen( Pferdedecke) ist die gewöhnliche Ausstattung eines solchen Lagers, auch diese nicht neu, sondern vom Zahne der Zeit meiſtentheils sehr mitgenommen. 1866 auf 215 000 000 Stronen Und an Armenabgaben wurden gezahlt: 1871 1875 " 〃 1880 287 000 000 440 000 000 497 000 000 " " " fr 1886: 832 000 kronen. 1871: 1118 000 " 1875: 1 140 000 1880: 1595 000 " " Die Bäcker Wiens hatten sich schon während des Streits von 1870 um diesen Punkt sehr angenommen, und eine Kommission sollte die Lokale periodisch revidiren. Das Nevidiren scheint aber mit der Zeit immer wieder in Vergessenheit zu gerathen. Denn beim Streik In dem Zeitraume von 15 Jahren hat sich also das Vervom April 1883 wurde abermals eine Kommission zum mögen der Städte etwas mehr als verdoppelt. Aber zugleich hat gleichen Zwecke eingesetzt, die Bäckermeister aber mittelst auch die Armuth nahezu die doppelte Ausdehnung gewonnen! Troß alledem leben auch die norwegischen Arbeiter in der Zirkulare rechtzeitigt verständigt, sie möchten die Lokalitäten auspußen und Ordnung herstellen. Dennoch konnte das besten und gerechtesten der Welten! Wiener Stadtphysikat in seinem Jahresberichte für 1883 zu 1884, S. 9 und 10, folgendes mittheilen: " Eine große Zahl sanitätswidriger Schlafstellen wurde anläßlich des im Jahre 1883 stattgehabten Bäckerstreifs eruirt. daß auch in diesem Jahre der Verein ungeheure Opfer bringen mußte, um das Heer der Stellenlosen zu unterstützen. So zahlte die kasse für die auf der Landstraße sich befindender Mitglieder in dem genannten Zeitraum die Summe von Mark 77 101,65, und als Unterstüßung an Arbeitslose am Orte Mt. 76 687,05. Lettere Unterstützungsberechtigte müssen zu der Kasse 150 Beiträge geleistet haben. An sonstigen Unterſtüßungen( für Streifende, Gemaßregelte 2c.) wurden Mark 26 282,85 verausgabt. Außerdem zahlte die Staffe noch für Gewährung von Rechtsschutz und an außerordentlichen Unterstützungen die Summe von Mark 760,44 und leistete für reisende Mitglieder als Beiträge zur Zentral- Kranken- und Begräbnißkasse Mark 6 395. Die Verwaltungskosten( Agitationskosten einbegriffen) beliefen fich auf za. Mark 25 000. Der Bestand der Kasse betrug am 31. März dieses Jahres Mark 84 160,68. Die Zahl der steuernden Mitglieder bezifferte fich am Schlusse des Jahres 1888 auf 11 643 in 587 Druckorten. Wenn in betracht gezogen wird, daß außer diesen hier ange= führten Summen aus den Lokalkassen der einzelnen, namentlich größeren Druckstädte ebenfalls ganz bedeutende Zuschüsse für Konbitionslose und Streifende geliefert werden, jo verdienen diese Leiſtungen alle Anerkennung. Wir befürchten aber, daß es auch dieser jo fest organisirten Gehilfenschaft für die Dauer unmöglich sein wird, die von den Herren Unternehmern immer größer gemachte Reserve= armee zu erhalten. Die mächtigen Gewerkvereine Englands liefern ein zu beredtes Beispiel. Darum vergesse fein Buchdrucker, neben seiner Vereinsthätig= feit in politischer Beziehung energisch für die Bestrebungen der sozialdemokratischen Partei einzutreten, damit durch die Ge= seggebung wahre Arbeiterschutzgeseze geschaffen werden können und der Ausnutzung der Arbeiter ein Ende gemacht werden kann. Die Versicherung der land- und fortwirthschaftlichen Arbeiter. Das Gesetz, betreffend die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und Forstwirthschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen ist nunmehr in ganz Deutschland zur Durchführung gelangt. Bekanntlich schreibt das Gesetz vom 5. Mai 1886 vor, daß der Zeitpunkt, mit welchem dasselbe seinem ganzen Umfange nach für das Reich oder Theile desselben in Kraft treten solle, mit Zustimmung des Bundesraths durch kaiserliche Verordnung bestimmt würde. Für die verschiedenen Bundesstaaten sind diese Verordnungen zu verschiedenen Zeiten ergangen. Die zeitliche Reihenfolge der= selben ist die nachstehende: für Preußen, Württemberg, Großherzogthum Sachsen, Waldeck und Pyrmont, Schaumburg- Lippe, sowie Lübeck wurde das Gesetz seinem vollen Umfange nach durch Verordnung vom 28. März 1888 in Kraft gefeßt; für Mecklenburg- Schwerin durch Verordnung vom 23. Mai 1888, für Schwarzburg- Sondershausen durch Verordnung von 26. Juni 1888, für Bayern, Sachsen, Baden durch Verordnung vom Juli 1888, Der Großbetrieb in der Schuhmacherei. Ueber eine Aktienschuhfabrik im Königreich Sachsen, Die Uebelstände, welche hierbei zu Tage traten, waren die wöchentlich 5000-5500 Paar Schuhe und Stiefel mannigfache und bestanden zumeist in der Benüßung überliefert und in der ungefähr 200 Arbeiter und 100 Hilfs- 21. einanderstehender Betten, in dem Beisammenschlafen zweier Personen oder der abwechslungsweisen Be- maschinen thätig sind, lesen wir folgende Schilderung nügung eines Bettes von mehreren Personen. Fer- eines Besuches: ner in der ungenügenden räumlichen Ausdehnung des Schlaffür Anhalt durch Verordnung vom 2. Oftober 1888, für Hessen, Mecklenburg Strelig, Sachsen- Koburg- Gotha, Reuß ä. L., Bremen durch Verordnung vom 27. Oktober 1888, Zuerst galt dem Zuschneidesaal der Besuch. Ungefähr für Braunschweig durch Verordnung vom 19. November 1888, für Oldenburg, Sachsen- Altenburg, Schwarzburg- Rudolstadt, lokales und der ungünstigen Situirung desselben, insbesondere 20 Arbeiter waren in demselben beschäftigt, welche von den 800, mit Rücksicht auf die Nähe des Backofens und des Mehl- den kleinsten Kinderschuh wie den größten Reiterstiefel umfassenden Reuß i. 2., Lippe durch Verordnung vom 17. Dezember 1888, für Hamburg, Elsaß- Lothringen durch Verordnung vom depots. Die in dieser Richtung vorgefundenen Uebelstände Formen je nach Bedarf und Auftrag die vorgeschriebenen Dimen16. April 1889 und schließlich waren meist so greller Natur, daß sich die Nothwendig- fionen an Material festzustellen haben. Von den Zuschneidern gelangen die Stücke in den Steppsaal, für Sachsen- Meiningen durch Verordnung vom 30. Septent= keit der Beseitigung derselben nahezu von selbst ergab." Heute wäre wohl wieder ein solches Zirkular von wo 50 Nähmaschinen verschiedener Systeme, von kundiger Mädchen- ber 1889. hand geleitet, die einzelnen Schafttheile aneinander zu fügen haben. Durch diese Verordnungen sind auf grund des Gesetzes vom nöthen, wie anno 1883. Vom Dampfbetriebe unterstüßt, geschieht die Stepperei gleichsam im 5. Mai 1886 rund 8 Millionen land- und forstwirthschaftliche Unter so bewandten Umständen ziehen es manche vor, Nu. In demselben Raume befindet sich eine Knopfloch aus näh- Arbeiter zur Unfallversicherung herangezogen worden. von ihrem ohnehin schon schmalen Lohne einen guten Theil maschine, welche in den Schäften der Knopfstiefel die ebenfalls zu nehmen, um auswärts ein Bett zu miethen. Ein ge- durch die Maschine eingeschnittenen Snopflöcher ein- und ausnäht, wiffenloser Meister in einem Vororte benüßte aber selbst dann eine Knopfannähe maschine, bei deren Funktion die andiesen Umstand wiederum als Entschuldigungsgrund, als brachten Trichter geworfen werden, worauf das Anihn eine Kommission wegen des schlechten Zustandes der nähen, das richtige Vertheilen der Knöpfe auf die den Auch die Arbeiterinnen in der Posamentenbranche Lagerstätte zur Rede stellte; er sagte einfach: Meine Bur- Knopflöchern entsprechenden Stellen, das Verknoten wollen sich in Berlin organisiren. Am Montag sprach Frau Ihrer schen schlafen ohnehin meistentheils außer Hause." Man und Abschneiden der Fäden ganz automatisch von der in einer glänzend besuchten Versammlung in Scheffer's Salon. Hierauf wurde eine Kommission von 5 Arbeiterinnen: Frau Vilain, macht, wie hieraus ersichtlich, wenig Geschichten, und recht- Maschine selbst erfolgt. Das Obertheil ist nun zur Verarbeitung fertig, jest tommt Frl. Bertha Arlt, Frau Massuthe, Frau Fleck und Frl. Budowski fertigt sich mit Sprüchlein, wie z. B.: Früher war's noch die Bearbeitung der Sohlen an die Reihe. Maschinenarbeit läßt gewählt, die die nöthigen Schritte zur Anbahnung einer Organisation schlechter";" Jeder Stand hat eben sein Unangenehmes"; lettere durch Stanzen rasch aus dem Sohlleder entstehen. Der thun soll. hierzu eingerichtete Stanzraum zeigt vier große Stanzwerte. Damit ,, Das ist der Bäcker schon so gewohnt"! Merkwürdig, daß troß all' des Gewohntseins der eine gleichmäßige Stärke der Sohlen ermöglicht werde, läuft das Sohlleder durch ein kalanderartiges Walzwerk, unter dessen Druck stärkste Körperbau diesem andringenden Heere von Uebeln es völlig gleich- und ebenmäßig die Presse verläßt. zunähenden Knöpfe in einen an der Maschine ange= Gewerkschaftliches, Vereine. Eine große öffentliche Bildhauer- Versammlung in Berlin( Sanssouci) nahm am Montag folgende Resolution an: Die Versammlung erkennt an, daß die gegenwärtig im Bildhauergewerbe vorhandenen Schäden, hervorgerufen durch zu lange Arbeitszeit und übermäßige Ausnutzung der sogenannten Akkord2. eine Kommission von 7 Mitgliedern zu wählen, welche die Vorarbeiten in die Hand nimmt zur Durchführung der Forderung: gänzliche Beseitigung der Akkordarbeit und Einführung der Wochenlöhnung oder Stundenlöhnung." Große öffentliche Versammlung der Rohrleger und Berufsgenossen. Montag, den 14. Oftober, Abends 8 Uhr, in bewegung. Große öffentliche Schuhmacherversammlung. Montag, den 14. Oftober 1889, Abends 82 Uhr in Klein's Festsälen, Oranienstraße. = Literarische s. Oesterreichischer Arbeiter Kalender für das Jahr Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der stensen, Kronenstr. 26, Borchardt, Waldemarstr. 16, Will, Kotts arbeit derartig angewachsen sind, daß eine Besserung der Verhält- Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin III. buferdamm 6, Adamczak, Auguftr. 6a, Grünberg, Grünerweg 81, niffe unumgänglich nothwendig ist. Die Versammlung beschließt Am Sonntag, den 13. Off., Vormittags 10% Uhr, Manteuffelstr. sowie beim Vergnügungsfomiteemitglied Kunze, Ruppinerstraße 2 deshalb: Nr. 90: Versammlung. zu haben. 1. Mit allen Kräften für die sofortige Einführung einer Vereinigung der deutschen Maler, Lacirer und Verein zur Regelung der gewerblichen Vers neunstündigen täglichen Arbeitszeit einzutreten. Vor 7 Uhr verw. Berufe.( Filiale 1, Süd.) Am Donnerstag, den 17. Oft., hältnisse der Töpfer. Sonnabend, den 19. Oftober 1889; Morgens ist nicht anzufangen, eine Mittagspause von min- in Hoffmann's Zentral- Festsälen, Oranienſtr. 180: Regelmäßige 1. Stiftungsfest im Schweizer- Garten( am Friedrichshain). Billets. destens 1 Stunde ist innezuhalten.... Die nothwendigen Mitglieder- Versammlung. ( für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf.) sind zu haben bei den Herren viertelstündigen Frühstücks- und Vesperpausen sind da, wo Kranken- und Sterbekasse der Berliner Haus- Richard Schulz, Chausseestr. 84; Holz, Angermünderstr. 11; schon im Lohn gearbeitet wird, mit einzurechnen; diener.( E. H. 61.) Mittwoch, 16. d. Mts., Abends 9 Uhr, Kom- Graffunder( Reſtaurant), Ziethen- und Schwerinstr.- Ecke; Hoffmann, mandantenstr. 77-79: Außerordentliche General- Versammlung. Frankfurter Allee 111; Werschke, Adalbertstr. 16 und im Arbeits-Freie Kranken- und Begräbnißkasse der Schuh- nachweis, Dresdenerstraße 116. macher und Berufsgenosseu Berlins( E. H. 27). Montag, 21. Oftober, Abends 8 Uhr, Fischerstraße 25: Generalversammlung. Zentral- Kranken- und Begräbnißkasse d. Maler Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: Lohn jammlung nicht am 10. sondern am 15. Oftober, Abends 8 Uhr 1890. Preis geheftet 35 Str., geb. 40 r.( Porto 5 Kr. mehr). ( Filiale 4). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Vereins- Verim Königshof stattfindet. Sozialdemokratischer Leseklub„ Lessing". Jeden Brünn, Verlag des Volksfreund". Aus dem wiederum ungemein Montag Abend 9 Uhr im Restaurant Leonhardt, Wallstraße 20, reichen Inhalt heben wir hervor: Joh. Ph. Becker.( Eine Skizze Vorlesung und Diskussion. seines Lebens mit Porträt.) Sozialpolitische Rückschau über das Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstr. 38, Sonn- Jahr 1888-1889. Von Emil Kralit. Die Arbeiterschuß- Gesetz-tag, den 13. Oktober, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn gebung Desterreichs. Von Egal. Sozialismus und Darwinis mus. Von Karl Kautsky. Dr. Specht- Gotha, über:" Freidenkerthum und Geisteskultur". Zweck und Bedeutung der ge= Abends 7 Uhr: Gesellige Versammlung u. Vortrag des Dr. Specht werkschaftlichen Organisation. Von H.- Die Frau im AlterArbeitskraft, Werth der Arbeitsüber:„ Ein Ausflug in die Sternenwelt" mit bildlichen Erläute- thum. Von Minna Kautsky. fraft und Kapital. Von m- xl. rungen. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Verzeichniß der ArbeiterFreie Vereinigung der Zuschneider, Vorrichter Vereine und Krankenkassen in Oesterreich- Ungarn. und Stepper. Versammlung am Sonnabend, den 12. d. M., Abends 8/2 Uhr, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wie haben sich einzelne Fachvereinigungen zu verhalten gegen= über ausbrechender Lohnbewegung. Referent Herr Meßner. Schneider. Annoncen erbitten wir bis Donnerstag Abend, -Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 12. d. M., spätestens Freitag früh ganz zeitig. Sie haben Ihren Brief erst Abends 8 Uhr Tanzkränzchen in Heydrich's Festsälen, Beuthstr. 20. Freitag früh zwischen 9 und 10 Uhr eingeworfen. Klempner. Der Gesangverein Freya" feiert sein 6. Stiftungs- Alls Wochenblatt müssen wir auf Wiedergabe langer Versammlungsfest, verbunden mit Gesangs-, deklamatorischen, humoristischen Vorberichte verzichten. Nur von wichtigeren Vorfällen( Streiferklärung, trägen u. Tanzkränzchen, am Sonnabend, den 19. Oktober, Abends Vereinsgründung, Stellung zur Frauenfrage u. s. w.) fönnen wir 8 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28. Freunde und Notiz nehmen. Buchdrucker. War ganz vergessen worden. Gönner des Vereins, durch Mitglieder eingeführt, sind herzlich will- Besten Dank. kommen. Die Adresse des Herrn Schippel ist: Friedrichshagen Freie Vereinigung der Schneider Berlins. Mon- bei Berlin, Wilhelmstraße 72. Sprechstunde in Berlin: Dontag, 14. 5. Mts., in den Bürgersälen, Dresdenerstr. 96: Erstes nerstag früh 8-10 Uhr, Nachmittags 4-6 Uhr, Freitag früh Stiftungsfest. 8-9 Uhr und Mittags 12-1/ 2 2 Uhr. -Verein zur Wahrung der Interessen der SchuhAlle Geldsendungen u. geschäftlichen Mittheilungen macher u. verw. Berufe. Am Sonntag, den 27. Oktober findet sind an die Expedition, nicht an die Redaktion zu richten. Wir das 2. Stiftungsfest des Vereins in Heydrich's Sälen, Beuthstraße Fitten, darauf mehr als bisher zu achten, da sonst Verzögerungen. Nr. 20, statt. Billets, Herren 50 Pf., Damen 25 Pf., sind in den unausbleiblich sind. Versammlungen sowie beim Vorstand Ruff, Templinerstr. 7, Gri-| Alle Goldschmiede Berlins werden ersucht, in der am Dienstag, den 15. Oktober, Abends 82 Uhr, in Feuerstein's Restaurant( oberer Saal) stattfindenden öffentlichen GoldschmiedeVersammlung Mann für Mann zu erscheinen, um dadurch zu befunden, daß die Errichtung einer Organisation eine Nothwendigfeit für das Goldschmiedegewerbe ist. Zugleich wird gebeten, für das Organ„ Der Goldarbeiter" in allen Werkstätten auf das fräftigste zu wirken und werden Abonnements 2c. in der Versammlung entgegen genommen. Das erste Stiftungsfest des Vereins der Nähmaschinen und Handarbeiterinnen Berlins und Umgegend findet am 12. Oktober in Scheffer's Salon, Inselstr. Nr. 10 statt. Gleichzeitig machen wir die Mitglieder, welche beim Oktoberumzug ihre Wohnung gewechselt haben, darauf aufmerksam, es der Kassirerin Frau Suman, Cuvrystraße 50, oder bei Frau Gubela, Friedenstraße 78 2 Tr., zu melden. Achtung! Leseklub ,, Heine". Am Sonnabend, den 12. Oktober cr., findet in den Sälen der Berliner Bock= Brauerei, Am Tempelhofer Berg, Familienkränzchen, statt. Während der Pausen Quartett- Gesang. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler 2c. ( E. H. 3. in Hamburg.) Dertliche Verwaltungsstelle Berlin A. Durch Beschluß der Mitglieder Versammlung sind folgende Zahl= stellen verlegt worden: von Wrangelstraße 86 bei Aurus nach Cuvryftraße 16 bei Ziemer; von Reichenbergerstraße 71 bei 3ylinsky nach Forsterstraße 45 bei Linke; von Laufigerstraße 9 bei Wägerich nach Görligerstraße 58 bei Tolksdorf. Die ,, Nord- Wacht" Wochenblatt für das arbeitende Volk. Erscheint einmal wöchentl., jeden Sonntag, achtseitig, zum Abonnementspreise von 1 Mt. vierteljährlich und 35 Pf. monatlich. Im volksthümlichen Tone gehalten und nach dem Grundsay:„ Alles für das Volk und Alles durch das Volk", nur auf die Interessen des arbeitenden Volkes bedacht, tritt sie entschieden ein für durchgreifende soziale Reformen auf wirthschaftlichem Gebiet und eine freiheitliche Entwickelung auf politischem Gebiet. " , Die Nord- Wacht" ist in der Postzeitungsliste unter Nr. 4320 eingetragen. Abonnements nehmen alle Postanstalten die Filialexpeditionen und Kolporteure entgegen. Zu zahlreichem Abonnement ladet ein Redaktion und Verlag der ,, Nord- Wacht", F. Kühn, Bant- Wilhelmshaven. GENERALFONDS BERLINER MAURER Quittungsmarken für Krankenkassen, st. D. Vereine etc. BERLINS fertigt an die Buchdruckerei von Maurer, Werner& Co. Berlin S., Sebastianstr. 72. Pirna. Abonnements auf die Berliner Volks- Tribüne, Sächsisches Wochenblatt, Arbeiterbibliothek, Wahren Jacob, Liebknechts Fremdwörterbuch, Geschichte der Erde 2c. nimmt stets entgegen und empfiehlt gleichzeitig Neue Welt- und Notizkalender Fr. Leuschke, Buchhandlung, Nr. 29 Langestraße Nr. 29. Wendt's Restaurant Dresdenerstraße 116. Inh. W. Gründel, Arbeitsnachweis für Maler, Tischler, Schlosser, Buchbinder, Drechsler, Töpfer, Möbelpolirer und Sattler. Reichhaltiger Frühstücks-, Mittags: und Abendtisch. Speisen à la carte zu jeder Tageszeit, sol. Preise. Vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. 2 franz. Billards und 2 Kegelbahnen stehen zur Verfügung. Empfehle meinen werthen Freunden und Genossen sowie den Lesern dieses Blattes mein Cigarren- Geschäft. Carl Lehmann. Brunnenstr. 83, dicht am Humboldthain. Oigarren u.Tabake reichhaltiges Lager von [ 40 O. Klein. 15. Ritterstraße 15. " Briefkaste n. Schuh- und Stiefelwaarenlager Achtung! Metallarbeiter! bon Ernst Grossmann, ( Firma: Klinger und Grossmann) Berlin SO., Waldemarstraße 65 a( früher Trainkaserne). Zwischen Mariannenplatz und Manteuffelstraße. Große Auswahl. Reelle Bedienung. Gr. öffentliche Generalversammlung fämmtlicher Zimmerleute Berlins und Amgegend am Montag, den 14. Oktober, Abends 8 Uhr, im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Tagesordnung: 1. Regelung der Frage, welche Organisation ist ferner von den Zimmerern. für Berlin und Umgegend als maßgebend zu betrachten? 2. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. J. A.: H. Jäckel. Große öffentliche Tischler- Versammlung. Dienstag, den 15. Oktober, Abends 8 Uhr, im Schweizergarten, am Friedrichshain, Königsthor. Tagesordnung: 1. Die diesjährigen auswärtigen Streits im Tischlergewerbe und ihre Nückwirkung auf die Verhältnisse der Tischler Berlins. Referent: Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. Achtung! Leseklub ,, Heine" Am Sonnabend, den 12. Oktober, in den Sälen der Berliner Bockbrauerei( Tempelhofer Berg) Familienkränzchen. Während der Pausen Quartett- Gesang. Hierzu ladet freundlichst ein Der Leseklub ,, Heine". Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Sonnabend, den 19. Oktober er. I. Stiftungsfest im Schweizergarten( am Friedrichshain). Während der Kaffee- Pause: Auftreten hervorragender Spezialitäten 2c. Billets( Herren 50 Pf., Damen 25 Pf.) sind zn haben bei den Herren: Graffunder, Restaurateur, Biethen- und Schwerinstr.- Ecke; Richard Schulz, Chausseestr. 84; Holz, Angermünderstr. 11; Werschke, Adalbertstr. 16; H. Hoffmann, Frankfurter Allee 111 und im Dafelbft Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.H.60.)| Arbeitsnachweis, Dresdenerstr. 116. = Die Bibliothek des Allgemeinen Metallarbeiter Vereins für Berlin und Umgegend, sowie der Arbeitsnachweis für den Süden befindet sich von heute ab nicht mehr in der Neanderstr. 5. Die Mitglieder werden ersucht, die Bücher bis auf weiteres Ritterstraße 15 bei Otto Klein abzugeben resp. umzutauschen. Berlin, den 9. Oftober 1889. Der Vorstand: Joseph Hartmann. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den 15. Oftober, Abends 82 Uhr, in Lehmann's Salon, Schwedterstr. 24. Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Wernau über die ökonomische Lage der Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die Wähler aller Parteien sind eingeladen. Neue Mitgleder werden aufgenommen. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Zuschneider, Vorrichter, Stepper und Stepperinnen der Schaftbranche. Sonntag, den 13. d. M., Vormittags 10 Uhr, in Jordans Salon, Neue Grünftr. 28. Tagesordnung: 1. Bericht der Lohn kommission. Ref.: Kollege Krause. 2. Diskussion. 3. Ver= schiedenes. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Freie Vereinigung und Fachgenossen der Maurer Berlins und der Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Versammlung am Sonntag, den 13. d. M., in den Bürgersälen nicht stattfinden kann, da dieselbe polizeilicherseits nicht genehmigt wurde. J. A.: Der Vorstand. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Der Arbeitsnachweis befindet sich Dresdenerstraße 116 bei Wendt. Die Arbeitszuweisung ist unentgeltlich, auch an Nichtvereinsmitglieder und geschieht an Wochentagen von 8-9 Uhr Abends, Sonntags von 11 bis 12 Uhr Vormittags. Für Genossen bin ich zu sprechen Morgens 8-9/ 2, Nachmitt. 3-4 Uhr. Auffäße, Gedichte, Rathertheilung in allen behördlichen u. geschäftlichen Angelegenheiten. Berthold Sparr, Adalbertstr. 84. 4 Tr. r. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Drud und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23.