Die Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. Einzelne Nummer 15 Pfg. „ Berliner Bolts- Tribune" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Voft- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 mt. 50 fg.: eingetragen unter Nr. 867 der Zeitungspreisitste für das Jahr 1889.) Inserate werden die 4 spaltige Betit- Zeile oder deren taum mit 20 fg. berechnet.- Bereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Bfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Cranien- Straße 23. № 43. Die Eröffnung des Reichstages. mentarisches.- Frauenfrage. III. über den Niedergang der Bourgeoisie. englischen Gewerkschaftskongresse. land. Die -Sonnabend, den 26. Oktober 1889. usgabe für Spediteure: „ Voltsblatt" Zimmer- Straße 44. III. Jahrgang. Parla- unter den Kartellparteien gefürchtet. In dem betreffenden Verfahren gegen die in Elberfeld wegen GeheimbünEngels Aufsatz giebt er einen sehr lehrreichen Ueberblick über die Ent- delei angeklagten Abgeordneten Bebel, Harm, GrillenDie wickelung der Getreidezölle. Die Einnahmen aus ihnen berger und Schuhmacher für die Dauer der Session einzuAus Eng- betrugen 1880 142, 1882 fchon 19, 1884 fast 24, stellen, zu verzichten, um an ihrem Theil dazu beizu1886 30, 1887 462 und 1888 57 Millionen. Im tragen, daß endlich die durch diesen Prozeß erzeugte Gedicht. Novelle von Mackay. III.- laufenden Jahre steigt wegen der Theuerung die Summe Beunruhigung weiter Volkskreise-es waren ursprünglich Der Londoner Dockarbeiterstreik. Von John natürlich ebenfalls wieder bedeutend. Das arbeitende Volk gegen 300 Personen angeschuldigt und in allen Theilen Burns. III. Zur Naturgeschichte der anti- denn dieses bezahlt die Brotsteuer fast ausschließlich des Reiches wurden hunderte von Zeugen vernommen semitischen Bewegung. I.- Arbeiter und Pro- ist also in einem Zeitraum von 9 Jahren bloß durch Steiger- aufhört, und dem Volke der Werth dieses Riesenprozesses letarier. Produktion und Technik. ung des Getreidezolls gegen früher um mehr als das vier- durch die gerichtlichen Verhandlungen klar wird. fache belastet. Ferner beschloß die Fraktion, beim Reichstage die Molochs Hunger kennt kein Maß, seit 1872 wurden Aufhebung sämmtlicher Zölle auf nothwendige lekte Session des Kartellreichstages. mehr als 9½ Milliarden für Heer und Marine in Lebensmittel( Getreide, Backwaaren, Fleiſch, Butter, cs. Unsere Volksvertreter( zertreter wäre die richtige Deutschland für ihn verausgabt. Wie lange wird es dauern, Häringe, Fische, Schmalz, Eier u. s. w.) sowie Aufhebung Bezeichnung) haben sich im Weißen Saal des Kaiserlichen is wir unter der Wucht unserer Panzerplatten erschöpft der Viehzölle zu beantragen. Schlosses versammelt, um dort die Thronrede zur Er- zusammenbrechen? Ein Antrag, welcher einige Lücken des Unfallversiche= öffnung des Reichstages anzuhören. Troßdem in der Die Volksfreundlichkeit des jezigen Systems wäre un- rungsgesetz zu beseitigen bezweckt, ist in Vorbereitung und nächsten Session die allerwichtigsten Gefeße zu erwarten vollständig, wenn sie sich nur in Geldforderungen für die wird demnächst eingebracht werden. sind, war die Rede äußerst knapp gehalten. Sie verrieth Armen und vom Volke zu erkennen gäbe. Das Soziaso gut wie nichts, was man nicht schon vorher gewußt listengesetz bildet die wünschenswerthe Ergänzung zu den hätte, nur das eine fonnte man aus ihr entnehmen: daß übrigen Segnungen. die Regierung den Weg, welchen sie bisher eingeschlagen, auch noch weiter, ja in möglichst beschleunigtem Tempo weiter verfolgen will. Der Reichstag wird wegen der " patriotischen" Leichtherzigkeit, mit welcher er nach den freundlich belobt! Aber, er kann sich glücklicherweise auch „ Den staatsgefährlichen Elementen gegenüber, welche namentlich die Arbeiterbevölkerung durch fortgesezte Agitationen zur Unzufriedenheit und Beierwidrigkeit zu verführen trachten, bedarf es einer gesetzlich gronelen, dauernden und thatkräftigen Abwehr", * * * Erst am Donnerstag war der Reichstag beschlußfähig( 17 Abgeordnete mehr als erforderlich), sodaß er die Wahl des Präsidiums vornehmen konnte. Es wurde das Präsidium der vorigen Session wiedergewählt, also v. Levehow( tons.) zum Präsidenten, Abg. Dr. Buhl( nl.) zum 1. Vizepräsidenten, Abg. v. Unruhe- Bomst ( Np.) zum 2. Vizepräsidenten. Gegen die beiden letzteren demonstrirte, wie in früheren Sef= fionen, die Centrum spartei, die den Platz des ersten Vizepräsidenten, Das Sozialistengesetz ist im Bundesrath unverändert nach Dienstag beginnt die erste Lesung des Etats. Zur Frage der Frauenarbeit. Von Klara Zetkin. III. Angstwahlen von 1887 die Ausgaben für Militär erhöhte, heißt es in der Thronrede. Das Schlimme ist nur, daß ihrer Fraktionsstärke entsprechend, für sich in Anspruch nimmt. noch fürderhin hübsch artig zeigen, es ist sofort eine kleine jene böjen Elemente nicht einzelne Personen, daß es viel der Vorlage angenommen worden und wird dem Reichstag underneue Aufgabe für ihn da. Denn, fährt die Thronrede, Da nun fein Sozialistengesek diese Verhältnisse verändern Denn, fährt die Thronrede, mehr die materiellen ökonomischen Verhältnisse selbst sind. züglich zugehen. sich an die Abgeordneten wendend, fort: fann das könnte nur ein Gesetz der Sozialisten so ,, auch jetzt wird Ihre Mitwirkung dafür in Anspruch ge- werden alle Maßregeln der Regierung nichts erreichen, die nommen werden, um die Tüchtigkeit und Schlagfertigkeit des Heeres den Verhältnissen entsprechend auszustatten, und Abgeordneten mögen bewilligen, was sie wollen. Die Verdadurch den auf Erhaltung des Friedens gerichteten Be- folgung der sozialdemokratischen Partei kann einzelne strebungen Seiner Majestät des Kaisers und Seiner hohen Arbeiter, nicht aber die proletarische Bewegung schädigen. Verbündeten denjenigen Nachdruck zu geben, welcher ihnen Daß man das Ausnahmegesez mit sehr geringen AbAber es giebt einen anderen zwingenden ökonomischen Mit anderen Worten, die Regierung wird von dem änderungen troß alledem verlängert, ist bei der Zusammeneine umfassende Beschränkung der setzung des Reichstages selbstverständlich. Höchstens kann Grund, der eine umfassende Reichstage neue Millionen für das Militär verlangen, und, darüber noch ein Zweifel bestehen, ob die Regierung das, Frauenarbeit unmöglich macht. trotzdem der Etat für das nächste Jahr im Ganzen rund was sie so schön eine„ dauernde Abwehr" nennt, erreichen die Existenzkosten einer ganzen Familie zu decken. Der 200 Millionen mehr als früher für Armee und wird. Dadurch, daß die Abgeordneten bisher alle zwei Arbeiter ist also gezwungen, einen eventuellen Erwerb der Marine fordert, der Reichstag wird das Geld natürlich Jahre von neuem darüber zu entscheiden hatten, ob sie die im Rathe der Völker gebührt." Einzelstaaten und Kommunen ungerechnet. " Steuerreform" zu nennen pflegt. Der Rechtsstaat behauptet es und sie muß es doch wissen In der That finden wir dementsprechend unter der dennoch anstangslos bewilligen. In Summa soll das gute Bollmacht der Regierung gegenüber den Arbeitern verwerfen Frau in Anrechnung zu bringen, wenn er an Gründung Volk der Deutschen an die Reichskasse allein fortan jähr oder von neuem anerkennen wollten, besaßen die bürger einer Familie denkt oder aber von Anfang an auf Ehe lich mehr als 1 Milliarde bezahlen, die Steuern der lichen Parteien eine Gewähr, daß die Regierung von ihren und Kinder zu verzichten. Das Großmachtſein ist jedenfalls ein theures Ver- Bollmachten nur einen„ gesetzlichen“ Gebrauch machte, daß arbeitenden Masse beide Erscheinungen: Abnahme der gnügen, besonders für die breiten Schichten des Volfes fie das Sozialistengefeß nur gegen das Proletariat, Eheschließungen, Enthaltung von Kinderzeugung, Abnahme auf deren geduldigen Rücken man die Hauptlast aller Aus nicht auch gegen andere oppositionelle Bestrebungen an der" legitimen" Geburten, für deren Erhaltung der Mann Auswandte. Jezt will man auch dieses letzte Bollwerk vergaben abwälzt, ein Prozeß, den man bei uns zu Lande nichten. Wenn aber erst die ganz verschwommenen Bara- gesetzlich verpflichtet ist, Zunahme der" illegitimen" Ge= graphen des Sozialistengesetzes für ewige" Zeiten be- burten, bei denen es dem Manne vielfach, ja meist mögwir leben nämlich in einen solchen, die Nationalzeitung willigt sind, dann kann der Kanzler thun, was ihm be- lich ist, sich den ökonomischen Verpflichtungen zu entziehen, fängt es ganz liebt. Es wird dann ein Kinderspiel für unsere geübten Praktizirung von Neumalthufianismus, von Fruchtabtreiwie jener Menschenfreund an, der seinem Affenpinscher das Richter sein, auch die bürgerliche Opposition als sozialistisch bung einerseits andererseits aber auch ein stetig größere Schwänzchen stutzeu wollte, aber vor der Brutalität zurückschreckte, mit einem kräftigen offenen Schnitt das Betreffende zu definiren und entsprechend zu verfolgen. Die National- Ausdehnung gewinnendes Eindringen der Frau in die liberalen sehen ganz wohl, welche Maufefalle die Regierung Industrie, ermöglicht durch die Eigenthümlichkeiten der meabzuschneiden. Jeden Tag knipste er ein fleines Endchen da aufstellen will, aber sie werden natürlich doch hinein- chanischen Produktion, welche den muskelstarken, wie auch des Schwanzes herunter und glaubte durch diese humane gehen. Um den Preis, als staatserhaltend" von oben den gelernten Arbeiter überflüssig machen. Behandlungsart sich den tiefsten Dank des Thierchens zu her der ökonomischen Entwickelung entsprechend, muß sich der verdienen. Deutschland wendet dieselbe Methode bei der er anerkannt zu werden, sind sie zu allem fähig. In Arbeiter in die eine oder andere Möglichkeit schicken, je verdienen. Deutschland wendet dieselbe Methode bei der jede Falle kann die Regierung sie locken, wenn sie ihnen nach seiner Individualität, nach dem Zusammenwirken der Steuerzahlung an. Was man aus dem Volke herausbrücken will, wird nicht offen aus seiner Tasche genommen. Das könnte ja den armen Teufeln wehe thun und sie zur Militärlasten, das werden aller Voraussicht nach die letzten Kopfarbeit, das vielfach mit kleinbürgerlichen Elementen Verewigung des Sozialistengesetzes und Erhöhung der Umstände diese oder jene vorziehend. So finden wir z. B. unter dem Proletariat der Unzufriedenheit reizen. Nein, jeden Tag flappert leise die Seldenthaten dieses Reichstages sein. Man darf wohl Man darf wohl Scheere der Regierung und jeden Tag wird jedem treuen hoffen, daß sie Eindruck auf das Volk machen. Die Ant perquickt ist, und wo in der Regel das spießbürgerlichste Unterthanen ein Stücklein seines Tagelohnes abgeschnitten. wort wird bei den nächsten Wahlen ertheilt werden. Vorurtheil eben so groß, wie die Erwerbsfähigkeit der Daß das Volk bei einer solchen Methode keine Schmerzen Frauen entsprechend gering ist, besonders Abnahme der empfinden kann, gehört zu den festesten Glaubensartikeln Eheschließungen, Malthusianismus und Neumalthufianis= der reichsfreundlichen Dogmatik. mus, Prostitution außerhalb und innerhalb der Ehe, vielfach aber auch Andrang der Frauen zu den liberalen Berufen, Kunstgewerben 2c., den Zug nach ökonomischer Berselbständigung. diesen Speck zeigt. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages Dem Zuge Wenn man sich einen Begriff davon machen will, wie schwer die Getreidesteuer des Reiches auf die Schultern der Armen drückt, thut man gut, den Artikel über Getreide- beschloß im Hinblick auf die bevorstehenden Neuwahlen, die zölle in dem Richterschen ,, ABC Buch für freifinnige Wähler" im Auslande lebenden deutschen Parteigenossen aufzufor- Unter dem Proletariat der Handarbeit, wo die nachzulesen. Richter, welcher in der freisinnigen Partei das dern, den Wahlkampf durch Sendung von Geldbeiträgen Frau zu allen Zeiten als Arbeitskraft eine wichtige Rolle schrofffte Manchesterthum vertritt, gehört wenigstens zu den nach Kräften zu unterstüßen. Gelder nehmen alle Frat- gespielt hat, überwiegt wohl ganz bedeutend die Tendenz, stärksten Feinden der Zollpolitik des Kanzlers, und ist wegen tionsmitglieder entgegen. daß sich die Frau als Industriearbeiterin ökonomisch seiner gründlichen Kenntnisse des Finanzwesens weithin Ferner wurde beschlossen, auf einen Antrag, das auf eigene Füße stellt. Wenn auch der Einzelne augenblicklich vielleicht noch einer den alten wirthschaftlichen und gesellschaftlichen Ver-[ rechte pochen und London zum toftspieligsten Hafen in der Lage ist, soviel zu verdienen, daß sein Erwerb, hältnissen angepaßten Theilung der Arbeit zwischen Mann der Welt machen, haben sich die Mitglieder derselben in zusammen mit der ersparenden Thätigkeit der Frau im und Frau. Ohne die Thätigkeit der Frau wäre die Arbeit reine Bourgeois verwandelt, die außer ihren Kunden noch Hause, die Unterhaltungskosten der ganzen Familie deckt, des Mannes nicht hinreichend gewesen, den Unterhalt der ihre Arbeiter in schnödefter Weise ausnußen, und so die so bieten ihm doch die wirthschaftlichen Verhältnisse nicht ganzen Familie zu beschaffen. Nur dadurch, daß die Frau Vortheile der mittelalterlich- zünftigen und modern- kapitadie geringste Bürgschaft für die Dauer dieses Zustandes. gewisse, für die Existenz des Mannes nöthige Vorrichtungen liftischen Gesellschaft gleichzeitig einsacken. Eine einzige Erfindung genügt, das Produktionsverfahren auf sich nahm, ward dieser frei, dem Erwerbe außerhalb Da aber diese Ausnußung im Rahmen der moderneines Industriezweiges gründlich zu revolutioniren, dort des Hauses nachzugehen. Ferner war dieser Erwerb des kapitalistischen Gesellschaft vor sich ging, blieb sie trop die Anwendung von Maschinenkraft möglich zu machen, Mannes auch in der Regel nur hinreichend, die Bedürfnisse der mittelalterlichen Verkleidung den Gesezen dieser Ge wo bisher noch Menschenkraft nöthig war, und der Ar der gesammten Familie zu bestreiten, weil er nicht in zur fellschaft unterworfen. Die Großen fraßen die Kleinen beiter fliegt sofort auf das Pflaster oder sieht wenigstens Konsumtion fertige Gebrauchsartikel umgeseẞt ward, sondern auf, oder ketteten sie wenigstens an ihre Siegeswagen. seinen Lohn bedeutend sinken. Der Verdienst der Frau nur zur Beschaffung der Rohmaterialien diente, aus der Die großen Dockgesellschaften wurden die Herren über die wird also täglich mehr eine ökonomische Noth- die Frau dieselben erzeugte. Zünfte der Werftbefizer, Ewerführer und Bootsleute und wendigkeit. Die Frau lebte also in der Familie nicht auf Kosten damit über den ganzen Londoner Hafen. Sie sahen damit Ueberhaupt braucht man sich über die Heranziehung der Arbeit des Mannes, sondern auf Grund ihrer eignen die Aussicht auf grenzenlosen Profit eröffnet. Diese Ausder Frau zur Bestreitung der Unterhaltskosten werthschaffenden Thätigkeit. Mit Unrecht galt der Mann sicht blendete sie. Sie warfen Millionen zum Fenster hinder gesammten Familie durchaus nicht zu entseßen. offiziell als der Erhalter von Frau und Kind, weil er der aus in thörichten Anlagen; und da dieser Gesellschaften Dieselbe ist kein neues Moment, sondern hat in einer Befißer der wichtigsten Produktionsmittel war, weil er vor mehrere waren, ließen sie sich auf einen gegenseitigen KonForm, welche den jeweiligen wirthschaftlichen Verhältnissen allem sozusagen das Kapital" lieferte, welches den Be furrenzkrieg ein, der weitere Millionen foftete, neue finnentsprach, für die arbeitende Masse stets stattgefunden. stand der Familie unter der Voraussetzung verbürgte, daß lose Bauten hervorrief und die Gesellschaften an den Vor der Periode der Großproduktion kam die Frau für die Frau demselben durch ihre Arbeit entsprechend mehr Rand des Bankerotts brachte, bis sie endlich vor etwa ihren Unterhalt und einen Theil des Unterhalts der Werth beifügte. zwei Jahren sich einigten. Kinder dadurch auf, daß sie in der Familie die meisten„ Der Groschen, den die Frau erspart, ist soviel werth, Inzwischen hatte der Londoner Handel seinen Höheder für deren Eristenz nöthigen Produkte erzeugte. Die wie der Thaler, den der Mann verdient" sagt das Sprich punkt überschritten. Havre, Antwerpen, Hamburg, und Großproduktion hat diese Produktion im Hause wirth- wort, und es hat damit in bezug auf die Thätigkeit der seit dem neuen Seekanal Amsterdam, zogen einen wachsenschaftlich unmöglich gemacht, die Frau muß also ihren Frau im Hause unter den früheren Produktionsbedingungen den Antheil des Verkehrs an sich, der früher in London Unterhalt und den Theil des Unterhalts der Kinder außer durchaus seine Richtigkeit. Der Satz also, daß der Mann seinen Mittelpunkt gefunden. Liverpool, Hull und Glasgow dem Hause erwerben. Das Wesen der Sachlage hat sich früher soviel verdiente, um die Eriſtenzkosten der ganzen nahmen ebenfalls ihren Theil. Die neugebauten Docks also nicht geändert, nur deren Form. Familie zu decken, daß er der Erhalter von Frau und blieben leer, die Dividenden schrumpften ein und verEs gehört allerdings zu einem der vornehmsten Kind war, muß also dahin ergänzt werden, daß der Ver- schwanden theilweise ganz, die Aktien sanken, die DockGlaubensartikel des Spießbürgers, daß der Mann der dienst des Mannes in Verbindung mit der produf direktoren, eigensinnige, durch die alte gute Zeit verwöhnte ,, natürliche Erhalter und Ernährer" von Frau und Kindern tiven Thätigkeit der Frau den Unterhalt der Familie hochmüthige Geldproßen, wußten keinen Rath. gewöhnlich ist. Und er verfehlt nicht, dieses Credo durch bestritt. Hinweis auf das Vogelmännchen zu unterstüßen, welches = Die wirklichen Ursachen des relativen und absoluten Rückgangs des Londoner Hafenverkehrs wollten sie nicht dem Weibchen während der Brutzeit das Futter zuträgt. Was die Bourgeoisie nicht kann und was eingestehen. Und diese Ursachen, soweit sie lokaler Natur, die Arbeiter können. Von Fr. Engels. Von seiner eigenen Güte und der idyllischen Poesie seines Vergleichs ist er dann gewöhnlich so tief gerührt, daß er fich jedes weiteren Nachdenkens enthoben fühlt. Aber es geht dem Argument wie fast allen, die aus einem Ver- Von allen nationalen Bourgeoisien hat unleugbar die gleich der Zustände in einer künstlichen, historisch gewor- englische bis jetzt den meisten Klassenverstand benen und einer natürlichen Mitte abge leitet werden: es politischen Verstand sich bewahrt. hinkt ganz bedeutend. d. h. sind einzig und allein ihre eigene hochnasige Verkehrtheit, und deren Mutter, ihre privilegirte Stellung, die mittel= alterliche, längst überlebte Verfassung der City und des Hafens von London, die von Rechtswegen in's britische Museum gehört, neben egyptische Mumien und assyrische steinerne Ungeheuer. Unsere deutsche Bourgeoisie ist dumm und feig; fic Nirgendwo sonst in der Welt würde eine derartige Bei Lichte besehen, erweist sich der Saß, daß der hat nicht einmal verstanden, die ihr 1848 durch die Ar- Verrücktheit geduldet werden. In Liverpool, wo ähnliche Mann der natürliche Erhalter der Familie ist, als ein beiterklasse erkämpfte politische Herrschaft zu ergreifen und Zustände in der Bildung begriffen waren, wurden sie im toloffaler Gemeinplaß, als das reinste, von der alltäglichen festzuhalten; die Arbeiterklasse muß in Deutschland noch Keim erdrückt und die ganze Hafenverfassung moderSpießbürgermoral breitgewalzte Blech. In jeder Ge- Reste des Feudalismus und des patriarchalischen Absolu- nisirt. Aber in London leidet der Handel darunter, knurrt, läßt es über sich ergehen. Die Bourgeoisie, deren sellschaft, in jeder Gesellschaftsklasse, wo der Einzelne von tismus überwinden, die unsere Bourgeoisie längst aus der und Masse die Kosten dieser Abgeschmacktheiten zu zahlen hat, dem Ertrage eigener und nicht von der Ausbeutung und Welt zu schaffen verpflichtet war. Aneignung fremder Arbeit lebt, da lebt auch die Frau Die französische Bourgeoisie, die geldgierigfte und beugt sich vor dem Monopol- widerwillig zwar, aber sie von dem Ertrage ihrer Arbeit und trägt durch dieselbe genußsüchtigste von allen, wird durch ihre eigene Geldgier beugt sich. Sie hat nicht mehr die Energie, den Alp abihren Theil zur Erhaltung der in der Familie oder der geblendet über ihre eigenen Zukunftsinteressen; sie sieht nur zuschütteln, der mit der Zeit die Lebensbedingungen von Gesellschaft gezeugten Kinder bei. Frauen, welche keine von heute auf morgen, fie stürzt fich profitwüthig in die ganz London zu erdrücken droht. Da bricht der Streik der Dockarbeiter aus. Nicht gesellschaftlich nöthige oder nüßliche Arbeit leisten, die ein skandalöseste Korruption, erklärt eine Einkommensteuer für Aequivalent für ihren Unterhalt liefert, Frauen, die nicht sozialistischen Hochverrath, kann keinem Streik anders be- die von den Dockgesellschaften geplünderte Bourgeoisie. auf Grund eigner Arbeit eristiren, find nur in einer Gegegnen als mit Infanteriesalven, und bringt es damit rebellirt; es sind die von ihnen ausgebeuteten Arbeiter, sellschaft möglich, wo Individuen oder ganze Klassen auf fertig, daß in einer Republit mit allgemeinem Stimmrecht die Aermsten der Armen, die unterste Schicht der Proletarier Roften anderer Individuen oder anderer Klaffen leben. die Arbeiter von diesem Rechte wenig zu erwarten haben. des Oftends, die den Dockmagnaten den Fehdehandschuh hinDeshalb findet man z. B. in den Zeiten, wo die Fürsten Die englische Bourgeoisie ist weder so gierig- dumm werfen. Und da endlich besinnt sich die Bourgeoisie, daß nur zeitweilig ernannte Beamte des Gemeinwesens waren, wie die französische, noch so feig- dumm wie die deutsche. auch sie in den Dockmagnaten einen Feind hat, daß die ja sogar noch in der zunächst darauffolgenden Zeit, daß Sie hat während der Zeit ihrer größten Triumphe den streikenden Arbeiter nicht nur in ihrem eigenen Interesse, die Frauen der Könige waschen, spinnen, weben Arbeitern fortwährend Konzessionen gemacht; selbst ihr sondern indirekt auch im Interesse der Bourgeoisieklasse den backen 2c. In dem Maaße, wie sich eine gesellschaftliche bornirtester Theil, die konservative Grund- und Finanz- Rampf aufgenommen haben. Das ist das Geheimnis der Sympathie des Hierarchie von Privilegirten herausarbeitete und Personen aristokratie, scheute sich nicht, den städtischen Arbeitern das und ganze Klassen auf Kosten des Restes der Gesell: Stimmrecht in einem Maße zu übertragen, daß es nur Publikums mit dem Streik, und der bisher unerschaft lebten, da wurden auch die Frauen dieser privile: die Schuld dieser Arbeiter selbst war, wenn sie nicht seit hört freigebigen Geldbeiträge aus bürgerlichen girten Leute und Klassen der Arbeit enthoben, sie wurden 1868 40-50 der ihrigen im Parlamente hatten. Und Kreisen. Konservative Aber dabei blieb's auch. Die Arbeiter gingen in's zu gesellschaftlichen Drohnen, welche sich nicht selbst er seitdem hat die gesammte Bourgeoisie und Liberale vereinigt das erweiterte Stimmrecht auch Feuer unter dem Beifallsruf und Händeklatschen der Bourhielten, sondern die erhalten wurden.') Jedoch auch in diesem Falle ist es nicht der Mann, auf die Landbezirke ausgedehnt, die Größe der Wahlkreise geoisie; die Arbeiter fochten den Kampf aus, und bewiesen welcher durch seine Arbeit Unterhalt für Frau und Kinder annähernd ausgeglichen und damit der Arbeiterklaffe min nicht nur, daß die stolzen Dockmagnaten befiegbar waren, deckt. Es ist dies lediglich die von dem privilegirten bestens dreißig weitere Wahlkreise zur Verfügung gestellt. sondern wühlten auch durch ihren Kampf und Sieg die geWährend die deutsche Bourgeoisie die Fähigkeit, als sammte öffentliche Meinung derartig auf, daß Dock= Mann mit Hilfe des Produktionsprozesses und der be= stehenden Befizverhältnisse ausgenußte arbeitende Masse. herrschende Klasse die Nation zu führen und zu vertreten, monopol und feudale Hafenverfassung jetzt nicht stehenden Besitzverhältnisse ausgenugte arbeitende Masse. Frau und Kinder des Privilegirten leben deshalb nicht um nie gehabt hat, während die französische tagtäglich und länger zu halten sind und demnächst wohl ins britische beweist, daß fie diese Museum wandern werden. so reicher und beffer, je aktiver die Rolle ist, welche der leßthin wieder bei den Wahlen Dies Stück Arbeit hätte die Bourgeoisie längst be= Fähigkeit und sie besaß sie einst in höherem Grade betreffende Mann noch im Produktionsprozeß spielt, sondern je größer die Zahl der Arbeiter ist, welche er bireft als als irgend eine andere Mittelklasse total verloren hat, sorgen sollen. Sie hat es nicht gefonnt oder nicht gewollt. Fabrikant oder indirekt als Börsianer, Bankier 2c. ausnußt. bewies die englische Bourgeoisie( worin die sog. Aristo- Jezt haben die Arbeiter es in die Hand genommen und. Der Kleinkapitalist muß sich in der Regel viel plagen und fratie aufgegangen und einbegriffen ist) bis zuletzt noch icht wird es erledigt. Mit anderen Worten: hier hat forgen, um sein Kapitälchen fruftifiziren zu lassen, und eine gewisse Gabe, ihre Stellung als leitende Klasse wenig- die Bourgeoisie von ihrer eigenen Rolle abgedankt zu Gunsten doch kann seine Familie nicht auf gleichem Fuße leben, stens einigermaßen auszufüllen. wie die des Großkapitalisten, dessen Arbeit" sich vielleicht auf das Lesen der Courszettel und das Schneiden der Coupons beschränkt. " -Das scheint jeßt aber mehr und mehr anders zu werden. * * der Arbeiter. * * Nun ein anderes Bild. Aus dem mittelalterlichen Londoner Hafen gehen wir in die modernen Baumwolla spinnereien von Lancashire. In London ist alles, was mit dem alten StadtDie Frauen der arbeitenden Masse haben im all der Verfassung und der Verwaltung der Hier find wir augenblicklich in der Periode, wo die gemeinen stets durch ihre Arbeit ein Aequivalent für regiment ihre Existenzkosten geliefert und ihren Theil zur Er- eigentlichen City- zusammenhängt noch reines Mittel- Baumwollernte von 1888 erschöpft und die von 1889 noch haltung des Nachwuchses beigetragen. Der Mann aus alter. Und dazu gehört auch der Hafen von London, nicht auf dem Markt angekommen ist, also in der Periode, wo die Spekulation im Rohstoff die besten Aussichten hat. dem Volke sah deshalb in der Regel bei Wahl einer der erste Hafen der Welt. Die Befißer der Ladepläße( wharfingers), die Ewer- Ein reicher Holländer Namens Steenstrand hat mit anderen Lebensgefährtin darauf, daß dieselbe gesund, rüstig und in allen Verrichtungen des Hauswesens erfahren und geschickt führer( ligthermen), die Bootsleute( watermen) bilden Spießgefellen einen Ring" gebildet zum Ankauf aller ver war, mit einem Worte, daß sie eine möglichst produktive richtige Zünfte mit ausschließlichen Privilegien und theil- fügbaren Baumwolle und zur entsprechenden Preistreiberei. Die Baumwollspinner können dem nur entgegentreten, Arbeitskraft versprach. Nur durch das Zusammenwirken weise noch mittelalterlichen Trachten. Diesen altväterischen mit einer solchen Frau ward die Existenz der Familie ge- Zunftprivilegien ist nun in den letzten siebenzig Jahren indem sie die Konsumtion einschränken, d. h. ihre Fabriken sichert, welche eine ökonomische Einheit war, beruhend auf das Monopol der Dockgesellschaften als Krone aufgesezt, mehrere Tage der Woche oder ganz stillseßen, bis neue und damit der ganze große Hafen von London einer Baumwolle in Sicht ist. Das haben sie denn auch seit 1) Die Frauen der Aristokratie und Bourgeoisie leisten dafür kleinen Anzahl privilegirter Korporationen zur rücksichts- sechs Wochen versucht. Aber es will nicht gehen, wie es andere gesellschaftlich nützliche Dienste: durch ihre Anwesenheit bei losen Ausbeutung überantwortet worden. Und diese ganze schon bei früheren Gelegenheiten nie hat gehen wollen. Wettrennen befördern fie die Pferdezucht, durch das Tragen von privilegirte Mißgeburt wird verewigt und sozusagen un- Denn unter den Spinnern sind viele so verschuldet, daß fostbaren Roben ermöglichen fie es, dem Heer der Spinnerinnen, Weberinnen, Schneiderinnen 2c. Beschäftigung zu finden um das antastbar gemacht durch die endlose Reihe verwickelter und theilweiser oder ganzer Stillstand fie an den Rand des nadte Leben zu fristen, sie ermuthigen Kunst und Wissenschaft, indem widerspruchsvoller Parlamentsatte, wodurch fie geschaffen Untergangs bringt. Und andere wünschen sogar, daß die fie behufs Begründung und Befestigung der besten aller Welten dick- und großgezogen wurde, derart, daß dies juristische Laby- Mehrzahl stillseße und damit die Garnpreise herauftreibe; leibige Bände schreiben, sie in Kunstwerken verherrlichen laffen 2c. 2c. rinth ihre beste Schußmauer geworden ist. sie selbst aber wollen fortarbeiten, und von diesen höheren Um das richtige Verständniß für die Tragweite derartiger wichtiger Während aber gegenüber dem handeltreibenden Publi- Garnpreisen profitiren. tum diese Korporationen auf ihre mittelalterlichen Vorgesellschaftlicher Funktionen zu erhalten, ist das Studium von Leroy- Beaulien und anderer Manchesterökonomen unerläßlich. Es hat sich auch schon seit reichlich zehn Jahren heraus gestellt, daß es nur ein Mittel giebt, den allgemeinen und der Gründung neuer Gewerkschaften gerichtet als Frankfurt a. M. Auf Grund des bekannten§ 9 wurde Stillstand aller Baumwollfabriken zu erzwingen auf Streiks. die auf Montag, den 13. d. M., anberaumte provisorische Mitglie= gleichviel für welchen Endzweck. Nämlich indem man Die Friseur- und Barbiergehülfen Londons haben eine berathung, verboten. Dem Gesangverein„ Amicitia", der durch die der- Versammlung des Wahlvereins mit der Tagesordnung Statuteneine Lohnher abseßung, sage von 5 pCt., ins Werk sept. Gewerkschaft gegründet und fordern alle Kollegen zum An- vorjährige Denkschrift vom sog.„ Kleinen" sich einen Weltruf er= Dann giebts einen Streik oder auch einen Fabrikenschluß schluß auf. Die Telegraphen- Maschinisten, Pferdebahn- und worben, wurde das 10jährige Stiftungsfest verboten, später mit durch die Fabrikanten selbst, und dann, im Kampf gegen Omnibusbeamten, sowie die Postboten haben Aufrufe an großer Einschränkung erlaubt. Der Filiale Bockenheim von der die Arbeiter herrscht unbedingte Einigkeit unter den ihre Kollegen zur Bildung bezw. zum Anschluß an die Ge- unterhaltung verboten. Dagegen fonnte der Landtags- Abgeordnete Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Schreiner ist die AbendFabrikanten, und selbst diejenigen segen ihre Maschinen werkschaften erlassen. Im Ostend ist man im Begriff, eine von Hergenhahn in der sehr stürmischen nationalliberalen Verstill, die nicht wissen, ob sie je wieder im Stand sein werden, allgemeine Gewerkschaft für weibliche Arbeiter zu bilden. sammlung sprechen. Die Sozialdemokraten waren stark vertreten. fie in Gang zu sehen. Wir freuen uns über diese Wendung der Bewegung, So kam es auch, als Genosse Emmel und Fischer dem Referenten Wie die Dinge liegen, ist heute eine Lohnherabsetzung denn wir halten mehr von gut organisirten und geleiteten und Sozialdemokratie geschlossen wurde. Ein Antrag der Sozialentgegentraten, daß die Versammlung mit einem Hoch auf Kaiser nicht räthlich. Wie aber ohne sie die allgemeine Schließung Gewerkschaften als wie von Streiks, und wenn wir auch demokratie, freies, gleiches, direktes Wahlrecht auch bei den Landder Fabriken durchseßen, ohne die die Spinner den Speku- überzeugt find, daß zur Lösung der sozialen Frage die Ge- tagswahlen einzuführen, wurde nicht zur Abstimmung zugelassen. lanten auf etwa sechs Wochen an Händen und Füßen gewerkschaften nicht ausreichend sind, so glauben wir doch, mittag eine Volksversammlung in Weißensee( Stadthagen: Ans Versammlungen. Aufgelöst wurden: Sonntag Nachbunden ausgeliefert sind? Durch einen Schritt, der in der daß durch ihr bloßes Dasein den Kapitalisten etwas mores Baterland)- am Freitag in Berlin eine öffentliche HausdienerGeschichte der modernen Industrie einzig dasteht. gelehrt werden können und zwar können Gewerkschaften viel versammlung im Louisenstädtischen Konzerthaus( Ref.: Kaufmann Die Fabrikanten, durch ihr Zentralfomité, wenden mehr in der Defensive wie in der Offensive leisten. Nur Auerbach) als Herr Wiemer zum Schluß die Anwesenden aufforderte, fich offiziös" an das Zentralkomité des Fachvereines gut geleitet und organisirt müssen sie sein und nicht ein ein Hoch auf die Sozialdemokratie auszubringen. Nicht genehmigt der Arbeiter mit der Bitte, die organisirten Arbeiter Abklatsch der verknöcherten englischen Gewerkschaften, sondern wurde die Berliner Knopfarbeiterversammlung am Sonntag( Ref. Werner: Fabrifinspektorat) ferner eine Versammlung der möchten im gemeinsamen Interesse die widerspenstigen es müssen Pflanzstätten des Sozialismus werden. Berliner Hausdiener für Donnerstag( Werner: Kapital und ArFabrikanten zum Stillseßen zwingen durch Orga- Zu bedauern haben wir nur noch, daß die englischen beiter). Die öffentliche Tischlerversammlung, welche am 20. Oft., nisirung von Streiks. Die Herren Fabrikanten, im Arbeiter immer noch nicht allein fertig werden können. Da Bormittag 102 Uhr, im Sturhause zu Friedenau stattfinden Eingeständnis ihrer eigenen Unfähigkeit zu geschlossenem haben die einen Lord Rosebery, die andern den Bischof Bersammlung in die Zeit des Gottesdienstes falle. In Burg bei sollte, ist nicht genehmigt worden, mit der Motivirung, daß die Handeln, bitten die, früher so gehaßten, Gewerkschaften der von Bedford zur Leitung ihrer Versammlungen. Das ist Magdeburg durfte Herr Heine- Halberstadt nicht über internatioArbeiter, doch gütigst Zwang gegen sie selbst, die Fabri- ein schlechtes Zeichen, und können die englischen Arbeiter nalen Arbeiterschutz sprechen. Im 6. Berliner Wahlkreis verfiel kanten, anwenden zu wollen, damit sie, die Fabrikanten, entschieden von ihren kontinentalen Brüdern lernen. am 15. d. M. die Wahlvereinsversammlung nach 1/4 stündiger durch die bittre Noth endlich dahin gebracht werden, einDauer der polizeilichen Auflösung. In Königsberg wurde am heitlich, als Klasse, im Interesse ihrer eigenen Klasse 18. d. M. eine von zirka 600 Personen besuchte Versammlung der Kaufmännischen Angestellten bei der Rede des Cigarrenhändlers zu handeln. Schulze aufgelöst; der überwachende Beamte erschien erst bei der Rede desselben und soll erst benachrichtigt worden sein, daß der P. p. Schulze da sei. Bekanntlich hat der Polizeipräsident erklärt, Wort nimmt, weil derfelbe sich als Sozialdemokrat erklärt hat daß jede Versammlung aufgelöst wird, in welcher Schulze das Mannheim durften öffentliche Metallarbeiterversammlungen, in und als Reichstagsfandat aufgestellt sei. In Karlsruhe und denen Breder- Nürnberg referiren sollte, nicht stattfinden. Limbach i. S. durfte Albert Schmidt- Berlin nicht sprechen. " Durch die Arbeiter gezwungen, denn sie selbst bringen's nicht fertig! Die Arbeiter willigten ein. Und die bloße Drohung der Arbeiter genügte. In 24 Stunden war der„ Ring" der Baumwollspekulanten gebrochen. Das beweist, was die Fabrikanten können, und was die Arbeiter. * * Unter den vielen Sympathiebeweisen und Zustimmungs: briefen, die während des Londoner Dockarbeiterstreiks den Leitern desselben zugingen, befindet sich auch ein Brief von Friedrich Engels, von dem wir nach der New Vorker Volkszeitung" folgenden Auszug veröffentlichen: arbeiter. Dieser Strife ist die meistversprechende Bewegung, „ Ich beneide Sie um Ihre Thätigkeit im Streit der Dockdie wir seit Jahren gehabt haben, und ich bin stolz und erfreut darauf, sie zu erleben. O hätte Marr das doch erlebt! " Wenn diese armen, niedergedrückten Menschen, diese Hefe( dregs) Hier also, in der modernsten aller modernen Groß- des Proletariats, diese Abfälle( odds and ends) aller Gewerke, die industrien, erweist sich die Bourgeoisie ebenso unfähig, ihre wenn die sich vereinigen und durch ihre Entschloffenheit den mächtigen fich jeden Morgen an den Thoren der Docks um Arbeit prügeln, eigenen Klasseninteressen durchzuseßen wie im mittelalter- Dockkompagnien Schrecken einjagen können, wahrlich, dann brauchen lichen London. Und noch mehr. Sie gesteht es offen ein, wir nicht an irgend einer Schicht der Arbeiterklasse zu verzweifeln. und, indem sie sich an die organisirten Arbeiter wendet Dies ist der Anfang wirklichen Lebens im Ostend, und wird, wenn mit der Bitte, ein wesentliches Klasseninteresse der Fabri- erfolgreich, den ganzen Charakter desselben umgestalten." Soweit Engels, dessen Freude alle begreifen werden, kanten gegen die Fabrikanten selbst zu erzwingen, dankt sie die wissen, welchen Antheil dieser beste Kenner der englischen nicht nur selbst ab, sondern erkennt in der organisirten Arbeiterverhältnisse seit bald fünfzig Jahren an allen ReArbeiterklasse ihre zur Herrschaft berufene und befähigte gungen der Arbeiterklasse Englands genommen hat. Nachfolgerin. Sie proklamirt es selbst, daß, wenn auch noch jeder einzelne Fabrikant seine eigene Fabrik leiten kann, einzig und allein die organisirten Arbeiter noch im Stande sind, die Leitung der gesammten Baum: wollenindustrie in die Hand zu nehmen. Und das heißt auf deutsch, daß die Fabrikanten keinen anderen Beruf mehr haben, als den, die bezahlten Geschäfts: führer im Dienst der organisirten Arbeiter zu werden. Die bisherigen Kongresse der englischen Trades Unions. * * * Die Verwaltungen der Londoner Pferdebahnen fahren fort, ihre Bediensteten einzeln zu entlassen, als Strafe für ihre Betheiligung an ihren Gewerkschaften! Na türlich haben sie immer andere Ursachen für solche Entlassungen, was ihnen aber, so gut wie den westfälischen Kohlenlorda, niemand glaubt, da es merkwürdiger Weise immer solche Leute trifft, welche sich hervorragend an der Bewegung betheiligt haben. = In Der sozialdemokratische Wahlverein in Marburg ist verboten, ebenso ein von dessem Vorstande herausgegebenes Flugblatt. lich, als es nach den ersten Zeitungsmittheilungen scheinen konnte. Das Befinden des Gen. Auer ist nicht derartig bedenkRichtig ist, daß Auer förperlich leidend ist, doch ist erfreulicherweise ein Grund zu irgend welcher Befürchtung nicht vorhanden. Schutz der nationalen Ochsen. Eine New Yorker Firma, veranlaßt durch die hohen Fleischpreise in Deutschland, beabsichtigte, amerikanische Rinder nach Deutschland zu versenden. 150 Stück amerikanischer Ochsen bester Qualität gingen auch per Dampfer ,, Europa" nach Hamburg. Das Schiff traf am 18. d. in Hamburg ein. Die Gesundheit der Thiere wurde in Amerika mittelst beglaubigten Schreibens des deutschen Konsuls vor der Abfahrt bescheinigt; in Hamburg wurde die Inspektion bei der Ankunft von den betreffenden Staatsthierärzten vorgenommen. Es war dies wohl der erste Transport lebenden fetten Viehes von Verkehrs wird es zweifellos auch nicht den letzten sein lassen. VorAmerika nach Deutschland, und die wachsende Internationalität des läufig sind die Sendungen aber fiftirt. Wie der Kreuz- 3tg." aus Hamburg geschrieben wurde, war am 9. d. M. im Hafen von New- York wieder eine Ladung von 400 Ochsen zur Abfahrt nach Hamburg fertig, als die telegraphische Nachricht von Hamburg eintraf, das Vieh nicht abzusenden. Die Sistirung hängt damit zu= sammen, daß der Konservenfabrik des Militärfiskus im Fort Mainspipe bei Mainz verboten worden ist, amerikanisches Bieh zu schlachten. Die Importeure wollen daher vorläufig fein amerikanisches Vieh mehr kommen lassen. Die Londoner Gasarbeiter, welche kürzlich erst den achtstündigen Arbeitstag erobert haben, sind jetzt daran, Nachstehend geben wir, nach authentischen Quellen, für Sonntagsarbeit doppelten Lohn zu verlangen, oder, statistische Daten über die bisher stattgefundenen was ihnen noch lieber ist, dieselbe ganz abzuschaffen, was In Schweden und Norwegen wird mit 1. Juli Kongresse der englischen Trades- Unions. Im ihrer Ansicht nach leicht dadurch möglich ist, daß die KomJahre 1870 wurde, wie wir gleich vorher bemerken wollen, pagnien einige Reservoirs mehr auf- und einige Arbeiter der in industriellen Gewerben, in den dazu gehörigen kein derartiger Kongreß abgehalten. Jahr Ort Zahl der Delegirten Zahl der Zahl der bertretenen bertretenen Vereine Mitglieder 1. 1868 Manchester.. 34 2. 1869 Birmingham 48 40 3. 1871 London. 50 49 118 367 250 090 289 403 4. 1872 Nottingham 77 63 375 000 5. 1873 Leeds. 132 140 730 074 6. 1874 Sheffield 169 153 1 101 922 7. 1875 Liverpool. 151 107 818 032 8. 1876 Glasgow 139 109 539 823 9. 1877 Leicester 141 112 691 089 10. 1878 Bristol 136 114 623 957 11. 1879 Edinburgh 115 92 541 892 12. 1880 Dublin 120 103 494 222 157 122 463 899 14. 1882 Manchester 163 126 509 337 15. 1883 Nottingham 183 162 471 651 16. 1884 Aberdeen. 143 129 17. 1885 Southport 141 136 18. 1886 Hull 143 121 19. 1887 Swansea 156 131 165 138 210 598 033 580 976 633 088 674 034 816 944 885 055 13. 1881 London. 20. 1888 Bradford 21. 1889 Dundee. mehr einstellen. * * * Die Bergle ute haben ihre Nationalkonferenz in Birmingham abgehalten und haben dort beschlossen, vom 1. Januar 1890 ab in allen Minen den achtstündigen Arbeitstag einzuführen. Ferner wurde Herr Crawford beauftragt, so schnell wie möglich Schritte zu thun, um einen internationalen Bergarbeiterkongreß einzuberufen und wurde folgende Resolution unter allgemeiner Zustimmung angenommen: Die Nationalfonferenz der Bergarbeiter in Birmingham hält die Einberufung eines internationalen Bergarbeiterfongresses für eine absolute Nothwendigkeit in anbetracht der stets wachsenden Produktionsfähigkeit aller Nationen und des ungeheuer billigen und leichten Verkehrs zwischen den verschiedenen Ländern. Wir verpflichten uns daher, einen solchen Kongreß mit allen Kräften zu unterstützen und beauftragen Herrn Grawford, Sekretär der Nationalen Bergarbeiter Union", sofort alle Schritte mit auswärtigen Delegirten einzuleiten, um den Tag des Kongresses und andere Formalitäten so schnell wie möglich festzustellen." 1890 ein Gesetz in Kraft treten, das einen gewissen Schutz Werkstätten und Arbeitspläßen beschäftigten Arbeiter gegen Gefahr für Leben und Gesundheit bezweckt. Unter industriellen Gewerben werden nach§ 1 dieses Gesetzes verstanden: Der Betrieb von Gruben oder einer anderen damit zu vergleichenden Arbeit, welche nicht zum Bergbau gerechnet werden kann; der Betrieb von Hochöfen oder Eisenwerken, Fabriken oder anderen Einrichtungen, welche die Gewinnung oder Veredelung von Produkten des Mineralreiches bezwecken und nicht als Handwerk zu betrachten sind; Fabriken, Schiffswerften, Steinhauereien, Meiereien, Brauereien, Mahl- und Sägemühlen; sowie Handwerksbetriebe, welche in solchem Umfange oder unter solchen sonstigen Verhältnissen betrieben werden, daß fie mit Grund als Fabriksbetrieb anzusehen sind; Buchdruckereien, Brennereien und andere mit Fabriks= betrieb zu vergleichende gewerbliche Thätigkeit. Irlands Entvölkerung hat immer noch kein Ende. Jm Jahre 1845 betrug die Bevölkerungszahl über 814 Millionen. 1851 war dieselbe auf 61/2 Millionen und 1871 auf 5 400 000 ge= sunken. Jetzt ist sie heruntergegangen auf 4777 534 Seelen. Allein im letzten Jahre hat die Bevölkerung um 55 000 abgenommen. Chinesenfrage. Die Regierung von Ecuador( Amerika) hat die Einwanderung der Chinesen verboten. Was sagen Broadhurst und Shipton dazu? KonDer Rückgang in der Zahl der vertretenen Mitglieder ftatirt wurde außerdem, daß die Löhne im Durchschnitt um vom 6. Kongreß 1874, in Sheffield, zum 7., 1875, in 25 pet. gestiegen feien seit lettem Oktober. Hierzu wollen Liverpool und zu den nächstfolgenden Kongressen ist nur wir jedoch bemerken, daß bis zum letzten Oktober die Löhne ein scheinbarer. Schon auf dem 5. Kongreß in Leeds und in dieser Arbeitsbranche fortwährend gesunken waren, so insbesondere dem 6. in Sheffield, waren viele gemischte daß selbst die Ausbesserung von 25 pet. den Lohn kaum Gesellschaften( Unterſtüßungsvereine) vertreten, deren Mit- auf die früher übliche Höhe gebracht haben dürfte. glieder großentheils auch durch Delegirte von TradesUnions vertreten waren. Diese Thatsache wurde auf dem Kongresse zu Sheffield als ein Uebelstand gerügt und es wurden Beschlüsse angenommen, um für die folgenden Harm- Elberfeld und Schuhmacher- Solingen einberufen, findet SonnEin rheinisch- westfälischer Parteitag, von den Abg. Kongresse solcher Doppelvertretung" vorzubeugen. Troß- tag, den 10. November- acht Tage vor Beginn des Geheimbunds= dem verlangten noch auf dem zunächst stattgefundenen prozesses- Vormittags 10 Uhr in Elberfeld statt. Kongreffe in Liverpool verschiedene Vereine Zulassung, Erfolge mit ihrem Boykott gegen diejenigen Brauereien und LokalDie Berliner Sozialdemokraten erzielen fortdauernd deren Mitgliedschaft zum Theil durch Gewerksdelegirte inhaber, welche ihre Säle zu Arbeiterversammlungen nicht her- Problems der Freiheit. Von Theodor Brecht. Bremen, Hugo Kirche und Sklaverei. Ein Beitrag zur Lösung des geben wollen. Ein Wirth nach dem anderen kapitulirt. Klein 1890. vertreten war. Politisches, Gewerkschaftliches. In Wirklichkeit betrug die Zahl der Mitglieder der Ein neues Arbeiterblatt erscheint unter dem Titel„ Der an den Kongressen theilnehmenden Gewerkvereine Englands Arbeiter", Organ für die Luxemburger Arbeiterbevölkerung, ſeit in den Jahren 1873-76 wahrscheinlich nicht viel über 6. Oftober in Luxemburg. Arbeiterblätter werden um Tausch 500 000. Aus England. ersucht. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Schaftfabrikation beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter am Montag, den 28. d. M. Abends 81/2 Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Die Gewerkschaftsorganisation im allgemeinen und die Organisation der Arbeiterinnen im besonderen. Referent Herr Th. Mezner. Diskussion und Gründung eines| Steppenehmigt. rinnen- Vereins. Verschiedenes. Die Versammlung ist ge= Literarisches. Briefkasten. Limbach. Leider nicht bekannt. Styrum. Treten Sie mit Kullrich, Proschwiz b. Reichen in Böhmen in Verbindung. Heide. Die Preise sind ganz verschieden, sodaß also von Seitenzahl nicht auf den Bücherpreis geschlossen werden kann. Verboten wurde an Druckschriften: von dem Schles= wiger Regierungspräsidenten die Broschüre, betitelt ,, Von Oben und von Ünten. Ein Pfingstgruß", ohne Angabe des Verfassers, berg Druckers und Verlegers; ferner die Solidarität- BraunDie Bewegung unter den Londoner Arbeitern ist noch schweig in ihrem ferneren Erscheinen. Besteres Wochenblatt, zu- der im steten Fortschreiten begriffen und ist in neuester Zeit die unter der Mitarbeit Keßlers ganz Vorzügliches auf gewerschaft- wir nicht an.- Metallarbeiter. Zn nächster Nummer. gleich Gratisbeilage zum ,, Vereinsblatt für Bauhandwerker", leistete Tendenz der Bewegung mehr auf die Reformirung alterlichem Gebiete. -Looking backward ist in London für 1 sh englisch zu haben. Bildhauer. Annonzen von gesperrten Werkstätten nehmen Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Möbelpolirer Berlins und Umgegend am Montag, den 28. Oktober, Abends 7½½ Uhr, in den Bürgerfälen, Dresdenerstr. 96. ( früher Vauxhall) Tagesordnung: 1. Wie ist es möglich, in unserem Beruf die 9 stündige resp. 9 stündige Arbeitszeit durchzuführen unter Berücksichtigung der Beschlüsse des internationalen Arbeiterfongresses zu Paris. ( Referent Herr Gustav Milbrodt.) 2. In welchen Werkstätten wird noch am meisten Große öffentliche Volksversammlung. Dienstag, den 29. Oktober, Abends 8 Uhr, im Konzerthause Sanssouci, Koffbuferstraße 4a. Tagesordnung: 1. Die Vertheuerung der Lebensmittel. nach Feierabend und Sonntags gearbeitet. Referent: Rechtsanwalt Arthur Stadthagen. ( Ref. Herr Robert Weber). 3. Verschiedenes. Alle Möbelpolirer müssen am Plaze sein. Siehe am Sonntag Säulenanschlag). Die Fachkommission. J. A.: Heinr. Schulz. Allgemeiner Metallarbeiter- Verein Berlins und der Umgegend. Sonntag, den 27. Oktober, Vormittags 10% Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung des Kassirers und Bericht der Revisoren. 2. Anträge des Vorstandes. 3. Vorlage einer Geschäftsordnung für den Verein. 4. Ergänzungswahl der Obmänner der Fachund Bibliothek- Kommission. 5. Beschlußfassung über das Stiftungsfest. 6. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Fachverein der Tischler. ( für den Often.) Grosse Versammlung am Sonntag, den 27. Oktober, Vorm. 10 Uhr, im Lokale von Saeger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Die Vortheile einer Arbeitszeit- Verkürzung. ( Ref. Emil Schade). 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten, Vereinsangelegen= heiten und Veschiedenes. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Kollegen als Gäste willkommen. Der Bevollmächtigte. Zimmerlente Berlins und der Umgegend. Grosse öffentliche GeneralVersammlung am Mittwoch, den 30. Oktober, Abends 82 Uhr bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: Organisationsfrage und Verschiedenes. Die Beauftragten. Verein der Sattler und Fachgenossen. Dienstag, den 29. Oftober, Abends 81/2 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48 a. Versammlung Siehe Montag Säulenanschlag. Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler und anderer ge= werblicher Arbeiter. Eingetragene Hilfskaffe 3 in Hamburg. Verwaltung Berlin F. Sonntag, den 27. Oktober, Vorm. 11 Uhr, Brunnenstr. 38 bei Gnadt, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1889. 2. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. General- Versammlung der Mitglieder des Verbandes der 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um guten Besuch bittet Der Einberufer. Große Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den 29. Oktober, Abends 8½ Uhr, im großen Saale der Moabiter Brauerei( Ahrens). Tagesordnung: Große öffentliche Metallarbeiter: Versammlung. = Dienstag, den 29. Oktober, Abends 8/2 Uhr, in Lehmann's Salon, Schwedterstr. 23-24. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Arthur Stadthagen über Gewerbeordnung. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. Um recht zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet Der Einberufer. Arbeitsnachweis der Maler früher Ritterstr. 123 bei Sodtke, jezt Dresdenerstr. 116( Restaurant Wendt). Jeden Abend von 8-9 Uhr( außer Sonnabend) und Sonntags Vormittag von 10-12 Uhr unentgeltliche Arbeitsvermittelung. Die Bevollmächtigten der Filiale I. Arbeitsnachweis für Tischler. Der vom Fachverein der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich vom 1. Februar ab Dresdenerstraße 116, im Restaurant Wendt. Die Arbeitsvermitte lung geschieht für Meister und Gesellen( auch Nichtmitglieder des Vereins) unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen 1. Vortrag des Herrn Max Schippel: Die wirthschaftlichen Umwälzungen von 8 bis 9½½ Uhr Abends, Sonntags unserer Zeit und die Sozialdemokratie. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Grosse General- Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins im 4. Berliner Reichstags- Wahlkreise. Mittwoch, den 30. Oktober, Abends 8 Uhr, in Renz' Salon, Naunynstr. 27. Tagesordnung: 1. Rassenabrechnung vom 3. Quartal. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes und Fragekasten Quittungsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden am Eingang aufgenommen. Der Vorstand. Um zahlreiches Erscheinen bittet Große öffentliche Bildhauer- Versammlung. Mittwoch, den 30. Oktober, Abends 8 Uhr, im Schweizergarten am Königsthor. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Lage unserer Lohnbewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Bildhauers ist es in der Versammlung zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. Große öffentliche Volksversammlung in Charlottenburg von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da sich die vier Kassirer der„ Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter Berlins" verpflichtet haben, sich ihrerseits jeder Adressenausgabe zu enthalten, ersuchen wir, nur den obengenannten Ar beitsnachweis zu benußen. Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich jetzt Naunynstr. 78, im Restaurant Winter. Die Adressenausgabe finder jeden Abend von 8-91/ 2 Uhr u. Sonntage Vormittags bon 10-11 Uhr unentgeltlid statt. Verein zur Regelung der gewerb: lichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Der Arbeitsnachweis befindet sich Dresdenerstraße 116 bei Wendt. Die Arbeitszuweisung ist unentgeltlich, auch an Nichtvereinsmitglieder und geschieht an Wochentagen von 8-9 Uhr Abends, Sonntags von 11 bis 12 Uhr Vormittags. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandter Berufsgenossen Berlins. Sonntag, d. 27. Oftober, Abends 7 Uhr, II. Stiftungsfest. in Heydrich's Sälen, Beuthstr. 20. Billets( Herren 50, Damen 25 Pf.) sind zu haben bei Gabbert, Louisenstr. 21, Cristensen, Kronenſtr. 26, Will, Kottbuserdamm 6, Adamczak, Klinger, Waldemarstr. 65a., Kunze, Ruppinerstr. 2. am Sonntag, den 27. Oktober, Vormittags 11 Uhr, in der Gose- Brauerei, Wallstr. 46. Auguſtſtr. 6a., Grünberg, Grüner Weg 81, Tagesordnung: 1. Die deutschfreisinnige Partei und die Arbeiter. Referent Buchdrucker Werner. 2. Gründung eines Wahlvereins zur Erzielung volksthümlicher Wahlen. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Große öffentliche Volksversammlung in Wilmersdorf hente Sonnabend, 26. Oktober, Abends 7 1hr, im Lokal von Pietsch, Berlinerstr. 21. Tagesordnung: Die Vertheuerung der Lebensmittel und die Schußzölle. Referent Buchdrucker Werner, Bekanntmachung. Der Einberufer. Den Mitgliedern des sozialdemokratischen Wahlvereins im 4. Berliner Reichstags- Wahlkreise theilen wir hierdurch mit, daß zur Entgegennahme von Beiträgen folgende Zahlstellen errichtet sind: im Often bei Herrn Tempel, Breslauerstr. 27 und bei Herrn Heindorf, Langestr. 70; im Süd- Osten bei Herrn Karl Scholz, Wrangelstr. 32 und bei Herrn Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40. In diesen Zahlstellen werden auch zu jeder Zeit neue Mitglieder aufgenommen. Der Vorstand. Sorau, den 21. Oftober 1889. Hierdurch theilen wir den Genossen des Forst- Sorauer Kreises mit, daß wir zu der bevorstehenden Reichstagswahl den Genossen Carl Behrend aus Frankfurt a. 0. als Kandidat aufgestellt haben. Wir bitten sämmtliche Genossen, thatkräftig für denselben einzutreten. Die Sozialdemokraten des Forst- Soraner Kreises. deutschen Gold- und Silberarbeiter Vereinigung der deutschen Maler, Lackierer, Anstreicher ( Bahlstelle Berlin) Montag, den 28. Oktober cr. Abends 81/2 Uhr, im Restaurant Feuerstein, Alte Jakobstr. 75 ( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Verlesung der Statuten. 3. Wahl der gesammten Ortsverwaltung. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. I. A.: Herm. Faber. Fachverein der Tischler. und verwandten Berufsgenossen, Filialen Berlins. Wiedereröffnung der Fachschule am 1. November 1889. Praktische Malschule. Holz- und Marmormalen nach den neuesten Methoden. Malen nach Gyps; bunt, Blumen, Früchte, Stillleben, Ornamente und Dekorationen. Vorzügliche Lehre. Der Kursus dauert 4 Monate und findet der Unterricht an 4 Wochentagen Abends von 7-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 8-12 Uhr statt. Das Schulgeld beträgt pro Kursus für Mitglieder, welche länger als 3 Monate der Vereinigung angehören 8 Mart, für andere Mitglieder 10 Mark und für Nichtmitglieder 15 Mark. Um zahlreiche Betheiligung bittet Die Fachschulkommission. Bildhauer Berlins! Wendt's Restaurant Dresdenerstraße 116. Inh. W. Gründel, Arbeitsnachweis für Maler, Tischler, Schlosser, Buchbinder, Drechsler, Töpfer, Möbelpolirer und Sattler. Reichhaltiger Frühstücks, Mittags: und Abendtisch. Speisen à la carte zu jeder Tageszeit, sol. Preise. Vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. 2 franz. Billards und 2 Kegelbahnen stehen zur Verfügung. Bekanntmachung. Allen Freunden und Bekannten theile hierdurch ergebenst mit, daß ich das Parterre Schanklokal, Langestraße 70, von Herrn Franz Schmalowsky käuflich übernommen habe und wird es mein Bestreben sein, durch gute Waare und coulante Bedienung, mir eine dauernde Kundschaft zu erhalten. Hochachtungsvoll Otto Heindorf. Geschäfts- Eröffnung Meinen werthen Freunden und Gönnern die ergebene Anzeige, daß ich in der Adalbertstraße 93, nahe der Oranienstraße ein Putz- Geschäft eröffnet habe. Ferner habe ich Ball- und Hochzeits- Toiletten zu verleihen. Außerdem führe ich mein MaskengarderobenGeschäft in der Oranienſtr. 178 unverändert fort. F. Panknin. Eine freundl. Schlafstelle zum 1. Nov. zu verm. Adalbertstr. 9 b. 4 Tr. bei Mieke. Steglik. Allen Freunden und Bekannnten zur Nachricht daß mein Mann, der Buyer Allen Kollegen, Prinzipalen wie Gehilfen zur gefl. Kenntniß, daß sich die Stellenvermittelung des Ortsvereins mit der des Gauvereins Berliner Bildhauer im Interesse der Lohnbewegung vereinigt hat, zu einer ,, Stellenvermittelung für die Bildhauer Berlins." Alle Kollegen, ob Mitglieder oder nicht, genießen die gleichen Rechte, und bitten wir dieselben dringend, unsere Aufgabe zu unterstützen, und sich nur an dieses Bureau zu wenden; Zeitungsinserate dagegen nicht zu beachten. Die Stellenvermittlung ist geöffnet: Abends von 8-9 Sonntags Vorm. v. 10-11. Annenstraße 16 bei Kekner. Die Kommission. Berantwortlicher Nebatteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin 8. O., Dranienftraße 23. Heute, Sonnabend, 26. Oft., Abends 9 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28: Vorstandssitzung. Wilhelm Stahl am 23. Oftober gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag den 27. Oftob., 2% thr Nachmittags von der Leichenhalle in Steglit aus statt. Frau Stahl. DM»«\k Serliner Uolks Tribüne. Ji 48. Sonnabend, den 26. Oktober 1889. III. Jahrgang. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet eifrig für die Verbreitung der„Berliner Volks-Tribüne", besonders aber der„Berliner Ar- beiter-Bibliothek" ein. �Nachdruck veibolcn.� Die Helden unserer Zeit. Von I. Stern in Stuttgart. Viel wunderbare Thaten melden Die Chroniken aus alter Zeit. Von kühnen Recken, tapfren Helden, Die mit dem Schwert ihr Volk befreit. Wohl gegen Drachen und Tyrannen Auszogen sie zu Kampf und Krieg Und stritten muthig und gewannen, Bedeckt mit Wunden, Ruhm und Sieg. Nicht sind sie tobt: in unfern Tagen Noch leben solcher Helden viel, Die muthig in die Schanze schlagen Ihr Leben für ein großes Ziel. Doch nicht mit mördrischen Geschossen, Mit Bajonetten scharf gespitzt, Nicht kämpfen sie auf hohen Rossen, Kein Helm auf ihrem Haupte blitzt. Die Wack'rcn sinds, die unerschrocken Für Wahrheit kämpfen und für Recht, Vom Golde nicht sich lasten locken, Umgarnen nicht vom Truggeflecht; Die sich um's heil'ge Banner schaaren Der Freiheit, der Gerechtigkeit, Nicht Leiden scheuend, noch Gefahren: Sic sind die Helden unsrer Zeit. Nicht jene nur, die an der Spitze Als Führer stehn in Schrift und Wort, Mit ihrem Feuer, ihrem Witze Die Massen reißen mit sich fort. Sie selbst, die Männer in der Bluse Mit ihren Frauen, brav und schlicht, Sic sind's, für deren Haupt die Muse Den schönsten Hcldcnlorbeer flicht. Sie schaffen von der frühsten Frühe Bis in die tiefe Nacht hinein, Gebeugt, erschlafft von harter Mühe, In Kohle, Holz, Metall und Stein, An die Maschinen fest gekettet Wie Stiere eingeschirrt am Pflug; Und dennoch nur auf Stroh gebettet, Und doch zum Leben kaum genug! Für sie nicht blüht die Pracht der Rose Und würzt die Luft mit ihrem Hauch: Sie athmen die Tuberkulose In sich mit Staub und Dunst und Rauch. Ob Frost ob Hitze, Sturm und Wetter: Dem Dienst gehört ihr Leben ganz, Damit die frohen Erdengötter Sich sonnen in des Glückes Glanz. Und diese Sklaven— hört sie sprechen, Wenn sie berathen ernst und frei, Wie friedlich wohl sie mögen brechen Das harte Joch der Sklaverei. Seht, wie sie lechzend sich erquicken An Früchten, die der Geist gereicht, Wie mit verständigem Entzücken Ihr Sinn in ferne Zukunft schweift. Die Flammen der Begeist'rung lohen Aus ihrer Augen Hellem Strahl. Die Sklaven werden zu Heroen, Beseelt vom höchsten Ideal. In ihren Seelen regt die Schwingen Der Genius herrlichster Misston: Der ganzen Menschheit Heil zu bringen, Die wahre Zivilisatton. Und fester knüpft sich, immer fester, Das Band der Solidarität; Wie für den Bruder, für die Schwester, Der eine für den andern steht! Sich selbst versagend manche Labe, Bringt willig er als Opfer dar Von seiner Armuth eine Gabe Auf der Gemeinsamkeit Altar. Fürwahr, ihr Proletarierschaaren, Die solchem Wirken ihr euch weiht, Ihr seid die Ritter, seid die wahren, Die echten Helden unsrer Zeit.— Glück auf denn! Trotz der Leiden, Sorgen, Nur rüstig vorwärts, unverzagt! Bis daß ein neuer, schön'rer Morgen Euch selbst und allen Menschen tagt. sRachdruck verboten.; Wur eine Kellnerin. Bon John Henry Mackay. (Fortsetzung.) Am andern Morgen begrüßte sie freudig den sonnigen Tag. Sie sah hübscher aus, wie gewöhnlich, als sie mit Hans an dem verabredeten Platze zusammentraf und ihm fröhlich die Hand gab. Sie hatte ihr gutes Kleid an- gelegt, und dachte im Stillen, ob es ihm wohl gefallen würde. Aber er sah es gar nicht. Sie fuhren zusammen zur Jannowitz-Brücke und aßen in dem großen Garten des an der Spree gelegenen Nestau- rants zu Mittag. Auch Hans war gut aufgelegt. Er erzählte Maxl eine Menge Anekdoten, und lachte über ihre Freude. Plötzlich erhob er mitten im Gespräch sein Glas und sagte in seiner liebenswürdig-zutraulichen Weise;„Wollen wir Schmollis zusammen trinken, Maxl?" Sie hatte mit ihm angestoßen, noch ehe sie wußte, was er hatte sagen wollen. Nun überflog eine leichte Verlegenheit ihr Gesicht. Aber Hans lachte:„Nun mußt du„Hans" und„Du" zu mir sagen, Maxl." Da lachte sie auch. Ihre Verlegenheit kam ihr selbst recht albern vor, und sie stieß nochmals mit ihm an;„Prosit, Hans". Aber schon nach ein paar Minuten sagte sie wieder „Sie" zu ihm und wurde von ihm scherzend darauf aufmerksam gemacht. Ihnen gegenüber an der Landungsbrücke kamen und gingen die kleinen Spreedampfer. Ucbcrall, wohin Maxl sah, sonniges, heiteres Sonntagsleben. Und sie sah alles, mit ihrem scharfen Blick, und hatte in ihrer naiven Art eine Menge Fragen an Hans zu stellen, welche dieser oft gar nicht beantwortete. Denn er sprach gern selbst, und sie ließ ihn nur selten dazu kommen. „Wollen wir nach Treptow fahren, Maxl?" „Ach, ja! Wenn Sie wollen!" „Wenn Du willst!" Sie lachte wieder.„Ja, wenn Du willst?" Als sie auf dem Dampfer langsam spreeaufwärts glitten— sie hatten nur noch mit Mühe einen Platz de- kommen können— sagte sie:„Das ist das erste Mal, daß ich aus dem Wasier fahre." Er aber meinte, die Spree sei ja nur ein Bach. Er hatte sich auf dem Ver- deck umgesehen und mit Befriedigung bemerkt, daß keiner seiner Bekannten unter den Pasiagieren war. Als sie vor Treptow waren, meinte er, sie sollten noch einige Stationen weiter fahren. Das Gewühl sei hier zu groß und ungemüthlich. Sie war es gern bereit. Die frische, kühle Lust des Wassers that ihr wohl. So fuhren sie nach Tabbert's Waldschlößchen. „Laß uns hier bleiben, Hans", hatte Maxl gebeten. Es war die erste Bitte gewesen, welche sie an ihn ge- richtet hatte. Sie verbrachten einige Stunden unter den Bäumen. Sie sprang ausgelassen in dem Garten umher und mußte alles sehen. Er hätte sie gern geküßt, denn sie war fast schön in ihrer frischen Lebendigkeit. Aber sie waren nicht allein. Auch hier Ströme von Ausflüglern, welche sich überall hin vertheilt halten. Als sie hörte, wie spät es sei, bekam sie einen Schreck. „Aber ich muß ja um 6 Uhr wieder zurück sein!" Er versuchte es ihr auszureden, aber sie blieb fest.„Bitte laß uns mit dem nächsten Dampfbool zurückfahren! Wenn ick heute Abend nicht aus meinem Platze bin, verliere ich meine Stelle. Und dann wartet Lenchen aus mich, welche heute Abend in's Theater will!" Sie bat ihn so lange, bis er nachgeben mußte. Aber er biß sich auf die Lippen vor Acrger. Auch dieser Tag wieder verloren. Sie sah, wie verstimmt er war, und wußte es sich nicht zu erklären. Der Tag war so schön gewesen. Was wollte er denn noch mehr? Sie war aber doppelt freund- lich gegen ihn. Mit dem nächsten Boot fuhren sie zurück. Maxl saß in der Nähe des Steuers. Die erste Dämmerung sank nieder, und sie wurve plötzlich ernst. Sie sah, wie die kleinen Blätter der über den Strom geneigten Zweige in der leichten Kühle zitterten, wie ein feiner, weißer Nebel über den Wiesen wie ein Schleier ausstieg, wie der Friede des Abends kam mit seinem sanften, versöhnenden Flügel- schlag, wie alles stiller, tiefer, schöner wurde. Der Dampfer glitt sacht und langsam über den Spiegel. Sie hörte das plätschernde Anschlagen der kleinen Wellen am Ufer, das leise Gespräch der Passagiere, und wie Hans ihr etwas erzählte. Aber sie verstand ihn gar nicht, und dachte an etwas ganz anderes. Sie dachte daran, wie schön es doch sein müsse, immer in dieser stillen, fteien Natur zu leben und nicht wieder hinein zu müssen in jene schwarze, rauchende Masse, welche sich dort in der Ferne zeigte; nicht mehr hinein in das Schreien und Lärmen, den Schmutz und die Trübheit. Sie dachte an ihre Jugend, welche alles, was sie eben an köstlichem gesehen hatte, nicht gekannt. Wie eine unabwendbare Schwere legten sich diese Ge- danken aus ihre Brust. Sie starrte vor sich hin und sah nicht, wie über den verlassenen Bäumen jetzt am Himmel die rothen Schimmer der sinkenden Sonne lagen, an welchen die Augen der andcrenMitfahrenden hingen. Da fühlte sie, wie Hans Grützmeyers spöttische Stimme sie aus ihren Träumen riß. Sie hatte unwill- kürlich seine Hand ergriffen, und die ihre in der seinen ruhen lassen. Aber nun erschien seine Hand ihr plötzlich kalt und sie stand auf. Sie wäre am liebsten allein ge- wesen. So aber mußte sie seine Phrasen über sich er- gehen lassen und sich dazu zwingen, ihm zu antworten. Es war nach sieben, als sie wieder an der Jannowitz- Brücke waren. Maxl bereute, unfreundlich gewesen zu sein. Aber es war ihr nicht möglich, den früheren Ton wiederzufinden Sie blieb schweigsam. In der Kneipe erwartete sie Lenchen, welche höchst ungnädig war. Sie hatte sehr viel zu thun und konnte an nichts anderes denken. Kaum, daß sie alle halbe Stunden einmal zu Hans treten konnte, der mürrisch dasaß, sich schauderhaft langweilte und ein Glas Bier nach dem andern trank. Er hatte sich vorgenommen, heute Abend zu warten, bis Maxl frei sein würde, um sie dann nack Hause zu be- gleiten. Aber als er zwei Stunden gewartet hatte, hielt er es nicht mehr aus und ging mit kurzem Nicken gegen Marl fort. Diese hatte sich gewundert, daß er so lange dagesessen hatte und nicht gewußt, was er wollte. Sonst hatte sie weiter keine Zeit gehabt, viel an ihn zu denken. Um 11 Uhr wurde es leerer. Sie setzte sich ermattet an einen Tisch und versuchte ihre Gedanken zu sammeln. Doch ihre Stirn war dumps und schwer. Sie schlief schon halb. Sie wurde durch eine Stimme aufgeschreckt:„Schlafen Sie nur nicht ganz ein, Fräulein Maxl, denn ich möchte vorher noch ein Glas Bier haben." Es war ein Herr, der sehr oft kam und sich besonders für sie interessirte, wie sie bemerkt hatte, obwohl er selten mit ihr mehr als das Nöthige sprach und immer eben so still ging wie er kam. Maxl schämte und ärgerte sich zugleich und sprang auf. Aber als sie zu seinem Tisch kam und das Glas vor ihn hinstellte, sagte er mit demselben ruhigen und durchaus nicht spöttischen Ton, indem er sie fest mit scharfen Augen ansah, als möchte er auf dem Grund ihres Herzens lesen, was er wissen wollte:„Nun, Sie lassen sich ja doch nach Hause begleiten, Fräulein Maxl?" Maxl wurde wieder roth, und es fiel ihr ein, daß sie diesem Herrn vor einigen Wochen seine Bitte, sie nach Hause bringen zu dürfen, weil es nicht gerathen für junge, anständige Mädchen sei, des Abends spät allein durch die Straßen zu gehen, kurz und bestimmt abgeschlagen hatte; „sie ginge immer allein, und ihr sei noch nie etwas passirt." Das alles ging ihr wieder durch den Kopf, als sie jetzt, verlegen vor ihm stehend und die Fingerspitzen ihrer Hände aneinanderdrückend, schnell antwortete:„Wissen Sie, das dürfen Sie mir nicht übel nehmen, mein Herr. Das war nur das eine Mal, und es kam ganz per Zufall." Sie sah nieder, aber sie fühlte doch, wie er sie wieder ansah, als er sagte:„So." Aber da kam ihr Trotz über sie und sie hob ihr ge- röthetes Gesicht empor und gab ihm seinen Blick gleich fest und stark zurück: „Und übrigens, mein Herr, ich denke, ich kann thun, was ich will, und wenn ich mit einem Herr gehen will, so geht das niemanden etwas an." Sie hatte es eifrig hervorgestoßen. Nun aber sah sie, wie eine leichte Trauer über sein Gesicht flog, eine Ent- täuschung, oder was es war. Er wollte etwas sagen, ein freundliches Wort. Sie sah es. Aber er trank langsam sein Glas aus, sah sie dann noch einmal, aber anders wie vorhin an, und ging hinaus, nachdem er ihr ein freund- liches„Guten Abend" gesagt halte. Sie fühlte, wie ihr etwas weh that. Aber sie ärgerte sich immer noch zu sehr über die Art seines Fragens: was ging es diesen Menschen an, mit wem sie ging? Konnte sie nicht thun und lassen, was sie wollte? Und hatte sie sich von jedem Gast vorschreiben zu lassen, wie sie sich ver- halten sollte? Dann fiel es ihr ein, daß sie doch eigentlich recht unfreundlich gegen den Herrn gewesen war. So schnell wechselten ihre Gefühle und Gedanken. Aber er würde schon wiederkommen, und dann wollte sie ihm freund- lich erzählen, wie es gekommen sei, daß sie mit Hans Grütz- meyer zusammen gegangen sei. Aber sie sah diesen Herrn nicht wieder, denn er kam von diesem Abend an nie mehr in die Kneipe, wo sie war. Woher er es nur wußte?— Sie dachte den ganzen Abend darüber nach. Auch den nächsten Tag konnte sie den Gedanken nicht los werden, daß sie dem, was sie sich vorgenommen hatte, untreu geworden war und sie legte sich unaufhörlich die Worte zurecht, welche sie am Abend Hans sagen wollte. Sie wußte, daß er kommen würde, und sie hatte Angst, wenn sie daran dachte, wie er es aufnehmen würde, was sie zu ihm sagen wollte. Der Wirth war ärgerlich über ihre Zerstreutheit, und Lenchen war ungehalten, da ihr noch der letzte Abend in den Gliedern lag, und ließ daher ihren Aerger an Maxl aus, da sie es an keinem andern konnte Als Hans am Abend um seine gewohnte Stunde,| gegen 10 Uhr fam, fand er Marl ängstlich und unruhig. bat Er frage, was ihr fehle. Aber sie hatte so viel zu thun, und sagte ihm, er möge ein wenig warten, sie wolle nachher mit ihm sprechen. Nach einer halben Stunde kam sie zu ihm und setzte sich an seinen Tisch. Sie hatte halb die Worte vergessen, welche sie sich so mühsam zurecht gelegt hatte. „ Du, Hans," fie fand das Du jetzt schon ganz „ Du darfst mir nicht böse sein, aber ich von selbst muß Dich um etwas bitten," begann sie zögernd. Er glaubte natürlich, sie wolle ein Geschenk und sagte für sich„ Aha!" Aber er täuschte sich. Sie plaßte plöglich los: Du darfst mich nie mehr nach Haus begleiten, Hans." " dabei bleibts jetzt! sie weiter. Du solltest mich nicht so quälen", werbe in London haben einen Zuwachs von vollen zehn Prozent zu ihren alten Löhnen und einen kürzeren ArEr fühlte ihren stärkeren Willen und schwieg. beitstag durch den Streik der Dockarbeiter erlangt. RanAls sie aber in den nächsten Tagen immer dieselbe girer, Lastträger und eine Schaar von Arbeitern, die gleichgültige Ruhe bewahrte, während er immer ungeduldiger nicht direkt mit den Docks verbunden sind, haben ihren und verstimmter wurde, verlor er seine Besonnenheit. Er Gewinn davongetragen. versuchte alles mögliche: Spott Freundlichkeit und Lezthin, als der Streik geendet, sind neue Bewegungen einmal wartete er nach dem Schluß der Kneipe auf der daraus hervorgegangen. Ich will einen Augenblick inne Straße auf sie, aber sie gab ihm gar keine Antwort, und halten, um zu konstatieren, wie warm und weitreichend die eilte an ihm vorbei nach Hause, so schnell und behende, Unterstüßung war, die wir im ganzen Ostend von London daß er ihr nicht folgen konnte. erfuhren. Man hat geglaubt, es bestände eine Art AntaAm nächsten Tage war sie sehr ungehalten. Sie gonismus zwischen dem Ostend- Ladenhalter und dem sprach fast gar nicht mit ihm, und als er die Rede auf Ostend- Arbeiter. Aber in diesem Streit sind die Ladenden nächsten Tag- es war wieder ein Sonntag und halter unter unseren großmüthigsten Unterstüßern gewesen. auf ihren geplanten Ausflug brachte, wich sie aus und Wenn ich von Ostend- Ladenhaltern spreche, so denke ich sagte ihm, sie habe keine Zeit. Es war ein ganz er- hauptsächlich an die Pfandleiher. Fünf Pfandleiher von bärmliches Gefühl, mit dem er nach Hause ging. Sein je sechs im Ostend machten bekannt, daß sie keinen Zins Hochmuth und seine Einbildung waren getroffen. Er hatte für Artikel anrechnen wollten, die bei ihnen während des sich zusammen nehmen müssen, um nicht roh zu werden. Streits verpfändet würden; und Logirhauswirthe erließen Aber dies Mädchen hatte ein Etwas in ihrem Wesen, während derselben Zeit ihre Miethe. Das ganze Ostend welches ihn zwang, fie anders zu behandeln, wie die erhob sich und stand mit uns auf einer Seite. Weiber, welche er bisher besessen hatte. Er liebte sie Von dem Augenblick an, wo wir unserer Organisation Er hörte ihr ruhig zu. Dann aber wollte er ärger nicht, denn ihm war es überhaupt nicht gegeben, zu lieben. ficher waren, hatten wir keinen Zweifel an dem Ausgang lich werden.„ Ach, das ist ja alles Unsinn! Thue ich Dir Aber er liebte es, zuweilen seine Hand nach dem zu strecken, der Sache. Wir hatten die Leute nur bis zuletzt mit denn etwas?" Doch in demselben Augenblick durchzuckte was er war sich darüber nicht im Unklaren nicht Nahrung zu versehen, und der Rest war gesichert. Wir ihn der Gedanke, daß, wenn er sich jetzt nicht zusammen- für ihn war. Diesmal hatte er einen fühlbaren Schlag versahen sie damit, und der Sieg war unser. nähme, alles für ihn verloren sei, und er lachte fast heiter über die Finger bekommen. Sonst hatte er immer noch und gutmüthig auf. flug und rechtzeitig die Hand zurückgezogen. Er glaubte nicht recht gehört zu haben. " Aber weshalb denn in aller Welt nicht, liebes Kind? Und weshalb denn so plößlich?" „ Nein, Du darfst es nicht mehr. Es thut mir sehr leid, aber es geht nicht anders." Und nun erzählte sie ihm in fliegender Eile, sehr unklar und sich oft wiederholend, was sie sich vorgenommen hatte. Er that es ungern. Aber er sagte doch:" Nun, wie Du willst. Aber Du bist wirklich nicht recht gescheut." Und aus vollster Ueberzeugung fügte er hinzu:„ So etwas ist mir wirklich noch nicht vorgekommen", während er im Stillen dachte, es ist eine Laune, die schon wieder vergehen wird. * * direktoren. * ,, Du bist ein kleiner Narr, Marl! Stellst Du mich Hans Grüßmeyer war wirklich in seinem Glauben Die ökonomischen Erfolge des Streiks und die Doc= denn ganz in eine Reihe mit den andern?" Er fah ihr an sich selbst etwas erschüttert an diesem Abend. Lächelnd in die Augen. Da beugte sie sich zu ihm und Er hätte sich sofort wieder zu seiner ganzen, unnah- Ich muß nun für einen Augenblick zu allgemeinerem ergriff seine Hand:„ Siehst Du, eben weil ich Dich lieber baren Höhe aufgerichtet, wenn er gewußt hätte, daß Marl übergehen. Ich werde gefragt: Was ist das nette Rehabe, wie alle die anderen, Hans", flüsterte sie zögernd, indessen zu Hause auf dem Stuhl vor ihrem Bette saß, sultat des Streiks? Ich kann das mit einem Wort beantworten. Die als wage sie nicht es zu sagen ,,, eben darum darfst Du und nur mit Mühe ihre Thränen zurückhalten konnte, wenn nicht mehr mit mir gehen. Nicht wahr, Du versprichst es sie an den nun verlorenen Sonntag dachte, auf welchen Streikenden haben 1 Penny Zuschlag pro Stunde der gemir? Du bist so gut? Wir können uns ja so oft sehen, und sie sich im geheimen die ganze, für sie so unermeßlich lange wöhnlichen Zeit, 3 Pence Zuschlag pro Stunde von 6-8 wenn Du willst, fönnen wir auch manchmal des Sonntags Woche tindisch gefreut hatte. Sie hatte nicht geglaubt, Uhr Abends; 2 Pence Zuschlag pro Stunde nach 8 Uhr, zusammen ausgehen, und ob Du mich des Abends nun daß er so schnell fortgehen würde und war erschrocken, während der Lohn von 2 Schilling für eine Minimalzeit ein paar Minuten länger siehst, das ist doch ganz gleich- als sie es gesehen hatte. Er sollte sie nur noch etwas von 4 Stunden die Gewähr andauernder Arbeit giebt, die gültig, nicht wahr?" Sie bat ihn so dringend, daß er ihr bitten und ihr noch etwas zureden. Denn hätte sie ihm jeßt erst gesichert worden ist. Kontraktarbeit ist abgeantworten mußte. verziehen, und sie wären wieder die alten Freunde gewesen. schafft worden. Wenn Hans Grüßmeyer sie wirklich liebte, so wäre das Durch die Abschaffung derselben können die Leute wohl auch so gekommen. So aber war er fortgegangen, fernerhin nicht mehr von Bandenmiethern ausgebeutet werein eitler, bei all' seiner Lebenstlugheit doch recht be- den wie bisher. Das Kontraktsystem war überall ein wesentlicher Nachtheil für die Leute. Wir haben diesem schränkter Mensch. Während Marl in dem quälenden Nachdenken ein- System den Gnadenstoß gegeben und haben damit hundert schlief, wie sie es nur anfangen könne, ihn wieder umzu- Ursachen der Unzufriedenheit und Besorgniß von den Dockstimmen und doch ihrem Vorsatz treu zu bleiben, lief er arbeitern entfernt. Welches Resultat hat der Streit sonst noch erzielt? in doppeltem Aerger in seinem Zimmer auf und ab, riß alle Schubladen auf und pfropfte in seine Stoffer, was Er hat ein für alle mal das System der Zwischenausbeuhinein ging, denn er hatte beim Nachhausekommen einen tung vernichtet, unter welchem der Docker für Hungerlöhne Brief von seinem Vater vorgefunden, in welchem dieser zu arbeiten sich gezwungen fand, zum besten seiner Arbeitseinem Erstaunen darüber sehr unumwundenen Ausdruck geber. Er hat Eifersucht und feindseliges Gefühl jeder gab, weshalb er den Sohn noch immer nicht bei sich sähe, Art unter den Dockern als solchen beseitigt oder viel zur ich da die Ferien doch bereits begonnen, und die nicht zu Beseitigung gethan. Die brutalen Verhältnisse umgehende Forderung stellte, sofort einzupacken und nach kann sie nicht anders nennen die zwischen den Arbeitern Hause zu kommen. Und das heute! Hans Grüßmeyer und den ihnen vorgesezten Leuten existirten, sind verschwunwar wüthend. Schließlich kam er zu der Einsicht, daß der den oder müssen binnen kurzem verschwinden. Augenblick für eine schleunige Abreise eigentlich gar nicht Und was die Beziehungen der Leute zu ihren Arbeitbesser gewählt werden könnte. Am besten wäre entschieden, gebern anbetrifft, so werden auch diese sich nothwendigerer sähe das Mädchen, welches ihn so lange genasführt, weise besser gestalten, insofern als die Arbeitgeber aus es war dies in der That seine Ansicht gar nicht Furcht vor einem neuen Streit einen hinreichenden wieder und lasse sie im vollen Bewußtsein seines unerscß- Grund haben, sich mit ihren Leuten auf besten Fuß zu , Geben Sie es auf, Herr Grüßmeyer," sagte sie lichen Verlustes, welches ihr eines Tages schon kommen stellen. Bisher war das Verhältniß zwischen ihnen und Lachend. Sie mochte ihn nicht recht leiden, und da sie ge- würde, in ihrer dunstigen Kneipe. den Leuten ein äußerst erniedrigendes für die letzteren. merkt hatte, daß er es nicht liebte, mit seinem Zunamen Mit diesem versöhnenden Gedanken ging er endlich Das wird in Zukunft anders sein. angeredet zu werden, that sie es bei jeder Gelegenheit in zu Bett. herausforderndster Weise. Er sah sie wüthend an. Aber das hübsche Mädchen lachte nur, und ging zu ihren Tischen. ,, Und Du fragst mich auch nie mehr darnach, Hans, nicht wahr? Denn sonst wird es mir so schwer, Dir es immer abschlagen zu müssen?" Er nickte. Ganz wie Du befiehlst. Wenn Du willst, komme ich überhaupt nicht mehr her." ,, Nein", erwiderte sie schnell und lachte, da alles so gut abgelaufen war, erleichtert,„ herkommen mußt Du noch und recht oft." Sie sprang auf, da sie gerufen wurde. Er sah ärgerlich vor sich hin und merkte gar nicht, daß Lenchen zu ihm trat, bis sie ihm auf die Schulter schlug und ihn fragte, an was er denke. " Er erzählte ihr von dem verrückten Einfall" Marle, wie er ihn nannte. Aber Lenchen hatte kein Mitleid mit ihm. Sie wußte längst, was er wollte, und sah ihn spöttisch an. " Er sah ihrer vollen, üppigen Gestalt nach und kam sich plötzlich sehr dumm vor. Aber er wollte nun nicht mehr zurück. Als Marl wieder zu ihm trat, sagte er spöttisch: ,, Nun, dann kann ich wohl fortgehen?" Sie wurde roth und kam sich selbst sehr grausam vor. Aber sie antwortete ihm nicht. ( Fortsetzung folgt.) Ein Rückblick auf den großen Streik. Von John Burns- London. III. Allgemeine Hülfsbereischaft. Weitere Folgen. hatte ich geglaubt, daß sie mit den Dockern auf die * * * Soll ich noch ein Wort verlieren über die Stellung der Führer des Streiks gegenüber den Vertretern der Dockgesellschaften? Jezzt, da der Sieg errungen ist, will ich so wenig als möglich darüber sagen. Aber als alter Agitator muß ich meine eigene persönliche Empfindung ausdrücken, daß ich in dem Streit mit Leuten zu verhandeln gehabt habe, die von Anfang bis zu Ende ein sehr falsches Schäßungsvermögen für ihre eigenen besten Interessen und sehr wenig Beachtung für die Gefühle anderer zu befizen schienen. Ja, mehr als das, ich möchte Da stand er mißmuthig auf und ging. Sie blieb mit der andere Gewerke, von deren Beschwerden man vorhaupt nicht ihr eigenes Geschäft zu kennen schienen. Es ist Was mich auch überraschte, war die Bereitwilligkeit, sagen, daß die Vertreter der Dockgesellschaften mir übertraurig stehen, und glaubte zu fühlen, daß sie ihn doch her nichts vernommen hatte, hervorkamen, um sich den nicht das erste Mal, daß ich mit Arbeitgebern als Widereigentlich recht gerne hatte. Dockarbeitern anzuschließen. Daß es hier und da, in allen sachern gegen die Ansprüche der Arbeiter zu verhandeln Theilen von London, in verschiedenen Berufen Arbeiter hatte. Aber ich erinnere mich nicht aus den Duzend Am andern Tag kam er nicht. Er hatte es fich gab, die mit ihrer Lage unzufrieden waren, wußte ich gut Jahren meiner Agitation, je mit Leuten zu thun fest vorgenommen, drei Abende nicht hinzugehen. Am genug. Aber ich hatte von diesen Leuten nicht erwartet, gehabt zu haben, die völliger mit dem Geiste zweiten war er jedoch wieder da, und wurde von Marl daß sie uns Kriegsmunition liefern würden; noch weniger purer Gewinnsucht durchtränkt waren. mit freudigem Lächeln empfangen. " Ich dachte schon, Du würdest nicht mehr kommen, Straße hinausziehen würden. Doch thaten sie es; und die Hans. Aber nun sollst Du auch ein gutes Glas Bier Hilfsmannschaften aus der übrigen Arbeiterwelt, welche haben." gar kein unmittelbares Interesse an dem Streik der Arbeiter ,, Gieb mir lieber einen Kuß," meinte er. Es war hatten, zählten zu unseren schäzbarsten Bundesgenoffen. das erste Mal, daß er sie darum bat. Aber die Gelegen- Sie gaben der Bewegung moralische Kraft. Hunderte von heit war zu günstig gewesen. den Leuten, die mit den Dockern durch die Straßen zogen, hatten nichts von ihrem Anschluß an die Bewegung zu erwarten. Aber alle jene Leute repräsentirten einen Zweig Wir haben vor allem darauf hinzuweisen, daß die Er legte sofort seinen Arm um ihre Taille.„ Dann in der Beschäftigung der Arbeit, und ihre Gewerbe haben Arbeiterschaft in dem ganzen großen Ostend sich gegen= nachher, wenn ich Dich nach Hause bringe. Denn ich hoffe nicht wenig durch den Erfolg der Docker gewonnen. über dem Kapital eine gewichtigere Stellung erdoch, Du bist vernünftig geworden und hast Deine Grillen Wir nahmen Notiz von allen den Gewerben, welche obert hat, als sie je vorher besaß. Noch wichtiger vielleicht vergessen." uns Hilfe geleistet hatten, und der erfolgreiche Ausgang ist die Thatsache, daß die tiefer stehenden Arbeiter ihre Aber sie war durchaus nicht vernünftig geworden, der kleineren Streiks, welche dem Streik der Docker folgten, Fähigkeit, sich zu organisiren, gezeigt haben; ihre Solisondern wurde plößlich wieder ernst. ist in nicht geringem Grade auf den überwältigenden Gin- darität, ihre Kraft, ihre Bereitwilligkeit, viel für geringen Nein, Hans, auf keinen Fall." Und als sie sah, fluß der ersten großen Bewegung zurückführbar. Gewinn zu ertragen. Ferner hat der Arbeiter des Ostens wie er wieder böse werden wollte, faßte sie seine Hand Die von der Post beschäftigten Fuhrleute haben Hoffnung gefaßt. Er hat gelernt, daß Vereinigung ihn und sagte mit ängstlicher Eile: Lohnerhöhungen von einem Schilling bis zu vier Schilling zu jedem und allem führen kann. Er hat den Erfolg als ,, Bitte, Hans, sprich nicht mehr davon. Ich kann es erlangt, und fast jeder Fuhrmann im ganzen Ostend von die unmittelbare Frucht der Vereinigung kennen gelernt, nicht, und ich darf es nicht." Dann fügte sie schnell in London hat etwas gewonnen. Die Arbeiter in den che- und er weiß, daß die Ernte, die er jetzt gehalten hat, nicht ihrem aufflackernden Troß hinzu: Und ich will es auch mischen Fabriken längs den Ufern der Themse, die das leßte ist, was er zu gewinnen erwarten darf. Er hat nicht! Was ich einmal gesagt habe, das thue ich auch! Maschinenbauarbeiter, und im Ganzen einige 200 Ge- den Werth der Selbstaufopferung in einer großen Bewe= ,, Doch nicht hier vor all den Leuten", lachte sie, indem sie sich zu ihm niederbeugte. Der agitatorische Werth des Streiks. Was ferner ist unsere Position unmittelbar nach dem Ausgange des Streiks? Den Gewinn an Lohn habe ich schon berührt. Doch ist das nicht als das wichtigste Resultat zu be= trachten. gung für das Wohl seiner Klasse kennen gelernt. Sich Nun beginnt ein Jauchzen und Halleluja in den lichen Lohn erhalten, sich Proletarier nennen; und da sie selbst bezwingend, hat er gelernt, die Welt des Kapitals Blättern der liberalen Intelligenz. Nun, da dem Antise- ein ganz ungemein ausgeprägtes Rechtsgefühl in ihrer zu bezwingen, deren Feldherren die kläglichsten seiner Un- mitismus der künstliche Boden entzogen ist, da der deutschen Reichsbrust fizzen haben und genau wissen, was terdrücker waren. Meister sich von den Geistern, die er rief, abwendet, werden Recht und Unrecht ist, werfen sie den vermögenden" rum Streiker; ich hörte keinen die Mildthätigkeit anbetteln. betrachten. * * * " Ich habe den ganzen Streik hindurch nicht aufgehört, auch die Geister in die Finsterniß der Vergangenheit ver- Arbeiter vor, daß sie kein Recht hätten, sich Proletarier zu mich zu wundern über die Mäßigkeit und Ehrlichkeit der schwinden, so klingt es im Chore der liberalen Zeitungen. nennen. Dieser Name würde überhaupt nur von den Streiker. Wie häufig hat sich der Prophet des Liberalismus ge- Sozialdemokraten in der niederträchtigen Absicht gebraucht, Ich bin inmitten hungernder Menschen gewesen mit täuscht, wenn er den Hohepriester der Zukunft spielen den Arbeitern ihre eigene vorzügliche Lage als eine jämmerhunderten von Pfunden in der Tasche sie wußten da- wollte! Der Individualismus, welcher in der Philosophie, liche zu schildern, sie auf diese Weise unzufrieden und zu den volkswirthschaftlichen Theoricen, den politischen Be- unversöhnlichen Feinden der bestehenden herrlichen Verund nicht ein Penny kam mir abhanden. Ich strebungen des Liberalismus seinen Herentanz aufführt, hältnisse zu machen. habe Leute, die ich nicht kannte, abgeschickt, mir ein Geld zeigt sich in seiner grandiosen Lächerlichkeit auch ſtets, so- Wie viel besser ist es doch in Hinterpommern, wo die ländlichen Arbeiter wenig Lohn und viel Prügel bekommen, stück zu wechseln, und nicht um einen Benny bin ich be- bald es gilt, politische Erscheinungen zu beurtheilen. Die sozialdemokratische Bewegung ist nach den Be- dafür aber die Ruthe ihres Arbeitgebers küssen und ihren trogen worden. Nicht ein Mann hat alle die Wochen des hauptungen der liberalen Häupter ein Produkt Lassallescher gnädigen Herrn in den Reichstag als ihren Vertreter verzweifelten Streiks hindurch mich jemals um ein Trink Agitationskraft, gefördert durch den Verkehr Bismarck's mit schicken! Wenn in Hinterpommern, wo die Löhne so niedrig geld gebeten. Lassalle; das fachliche Wesen dieser Bewegung verschwindet sind, keine Sozialdemokraten hausen, dann dürften- meint Ich habe aus solchen Dingen gelernt, daß der er- für den kurzsichtigen Blick des Philisters in die Willens- man in anderen Landestheilen, wo höhere Löhne gezahlt werden, erst recht keine sein. Dabei sind die reptizieherische Werth des Streiks nicht unbeträchtlich ge- freiheit einzelner Persönlichkeiten. Als Friedrich III den deutschen Kaiserthron bestieg, lischen Zeitungsschreiber natürlich gleich der Meinung, daß wesen ist. Ich sah bei keiner Prozession einen betrunkenen da jauchzten sie, die bürgerlichen Mannesseelen, und schrieen alle die gut bezahlten Arbeiter waschechte Kartellbrüder Ein Beispiel von hoher Gesinnung der Docker fällt in alle Welt hinein, daß nun eine Aera des Liberalismus sein müßten. anbrechen werde, da der Kaiser die liberalen Grundsäße Daß die besser gestellten Arbeiter sich auch eine höhere mir bei. Ein Freund kam aus dem Westen, um mich zu theile. Die Willensthätigkeit eines einzigen hochgestellten Bildung aneignen, und daß höhere Bildung viel eher suchen. Er traf einen Streifer, der zwei Meilen nach dem Komitee- Hause mit ihm ging und einen Schilling für Mannes ist nach ihrer Meinung im Stande, die Grund- eine demokratische als eine monarchisch- aristokratisch- büreauseine Führerdienste anzunehmen verweigerte. Wir hatten fäße des Liberalismus gegen alle wirthschaftlichen Macht kratische Gesinnung mit sich bringt, kommt den Leuten nicht durchweg mit Leuten zu thun, welche dieser Art von faktoren zu verwirklichen. Die Heine'sche Republik ohne in den Sinn. Wer in einigermaßen befriedigenden Verhältnissen lebt, muß nach der Ansicht dieser Jämmerlinge Selbstverleugnung fähig waren, und eben weil wir solchen Republikaner! Die antisemitische Bewegung ist dem Liberalismus gleich einen beschränkten Unterthanenverstand haben und guten Rückhalt hatten, waren wir im Stande, unsere nur das Produkt Stöckerscher Agitation, auf welche die unterwürfig im Staube kriechen. Wie sie selbst sind, so Gegner zur Uebergabe zu bringen. Hunderterlei Dinge sind mir nicht gegenwärtig, die liebevollen, väterlichen Blicke der Regierung schauten. meinen sie, müßten alle sein, denen es gut geht." Wenn man sich mit dieser Gesellschaft überhaupt ab= ich niederschreiben könnte als Beweis für die allgemeine Immer die Person, nie die Sache! Diese SachblindSympathie; aber ich erinnere mich, wie großmüthig alle heit ist das Verhängniß des Liberalismus gewesen geben darf, so muß man ihr antworten, daß der gebildete Arbeiter stolz und unabhängig gesinnt ist und sich vor Klassen gegen uns handelten die Ostend Krämer, die und wird es auch fernerhin sein. Wir wollen damit nicht etwa die Meinung vertreten, niemandem beugt. Da die ,, vermögenden" Arbeiter Männer Pfandleiher, die sich weigerten Zins für Dinge anzurechnen, die ihnen während des Streits verpfändet wurden; die als sei der Kampf gegen die Person stets ein Irrthum; find, so sind sie Demokraten und feine Kartellbrüder. Hauswirthe und Logirhaushalter, die während derselben im Gegentheil, er wird manchmal zur Pflicht, da wo Daß sie Sozialdemokraten sind, hat auch seine Gründe. Zunächst ist die an einigen Orten und in einzelnen Zeit Miethe zurückwiesen. Ich gedenke der Beiträge der einzelne Menschen in der Lage sind, den von ihnen allerMatrosen, Soldaten, Polizisten, Fischer und der Blinden dings nicht geſchaffenen freiheitsfeindlichen Zuständen das Branchen erreichte Löhnhöhe meistens nur scheinbar, da von Southwark. Ich gedenke der mit Checks versehenen Kainszeichen ihrer Persönlichkeit aufzudrücken. Aber dem nur in einer beschränkten Periode des Jahres gearbeitet, Briefe von Adligen, Klubleuten und Geistlichen. Ich er: Staatsförper kann wie dem kranken Menschenkörper dauernde und für 52 Sonntage und so und so viel Festtage auch innere mich an den halben Souvereign, welchen ein Offizier Heilung nur aus der klaren Erkenntniß der Krankheits- kein Lohn gezahlt wird. Man möge diese beiden Umstände der Garden mir im Parke gab mit der halb geäußerten ursachen und Krankheitserscheinungen erwachsen. In diesem mit in Rechnung ziehen, so verschwinden die abnormen der Garden mir im Parke gab mit der halb geäußerten Bemerkung, daß, wenn er aufgefordert würde, gegen die Sinne ist die antisemitische Bewegung nur wenig unter: Lohnhöhen meistens ganz von selbst und es bleibt eben nur Streifer vorzugehen, er ihnen blinde Patronen geben würde. fucht worden, und darum ist es kein überflüssiges Werk, ein Lohn, der zur Erhaltung des eigenen Leben und der Ich erinnere mich, daß sich unter den Tausenden von sie in ihrem Zusammenhang mit den gesellschaft- Familie nothdürftig ausreicht. Wenn nun aber dennoch Briefen, die ich aus allen Theilen des Königreichs bekam, lichen Faktoren, aus denen sie herausgewachsen ist, zu ein Arbeiter mehr Lohn bezieht, als er unumgänglich nöthig hat, dann ist es doch verwunderlich, lieber Kartellbruder, sich nur zwei beleidigende befanden, und nur zwei. daß er noch Sozialdemokrat ist, nicht wahr? Ja wenn er Als Trades- Unionist hege ich, was den praktischen Die antisemitische Bewegung wird meistens mit der sogar noch einen verhältnißmäßig ansehnlichen Beitrag zu Ausgang des Streits anbetrifft, die Ansicht, daß alle Zweige der Arbeit fich in Trades- Unions organisiren müssen, Thatsache identifizirt, daß in weiten Kreisen eine Abnei- sozialdemokratischen Zwecken liefert, dann ist man doch berechtigt, auf die sozialdemokratischen Agitatoren zu schimpfen daß alle Gewerbe sich verbünden müssen, und daß in Zu- gung gegen das Judenthum herrscht. Schon diese Anschauung ist nicht ganz zutreffend. Sie wie die Rohrspaßen, daß sie von den sauer verdienten kunft entschlossenes und gemeinsames Vorgehen an die Stelle des unentschlossenen und isolirten Vorgehens der hält Ursache und Wirkung für dasselbe. Es ist richtig, die Arbeitergroschen leben? antisemitische Bewegung hätte nicht in's Leben treten können, Hier stehen wir nun vor der räthselhaftesten aller Vergangenheit treten muß. Als Sozialist freue ich mich, daß die organisirte wenn nicht eine Abneigung in mehr oder minder weiten räthselhaften Erscheinungen der Gegenwart. Den KartellAber brüderu will schier das Herz brechen aus Trauer darüber, Arbeit gezeigt hat, wie nachdrücklich sie den Streitkräften Kreisen gegen das Judenthum geherrscht hätte. des Kapitalismus begegnen kann, und welche geringe Aus- zwischen einem abstrakten Gefühl und der Umsetzung dieses daß die Arbeiter ihre sauer verdienten Groschen hergeben, sicht der Unterdrücker der Arbeit gegenüber der entschloffe: Gefühles in eine handgreifliche Thatsache ist ein weiter und diese thun es freudig, ohne eine Spur von Trauer. nen Vereinigung von Menschen hat, welche, nachdem sie Weg. War dieses Gefühl nicht in den früheren Jahr- Die Fürsorge der Kartellbrüder ist wirklich wunderbar einmal ihr Ziel erkannt haben, entschlossen sind, es zu er zehnten seit der Emancipation der Juden in den vorurtheils- rührend und ergreifend. Außer dem vorliegenden Falle einmal ihr Ziel erkannt haben, entschlossen sind, es zu er vollen Köpfen und Herzen vorherrschend? Und doch er- denke man doch an das gigantische Alters- und Invaliden= fahren wir nichts von einer antisemitischen Bewegung in geseß, wodurch alle Invaliden und über 70 Jahre alten den fünfziger und sechziger Jahren unseres Jahrhunderts. Arbeiter zu behäbigen Rentiers werden auf Kosten der Warum sezte sich dieses Gefühl gerade in den menschenfreundlichen Arbeitgeber. Das ist geradezu phänofiebziger Jahren zu einer organisirten, auf die menal. Und trotzdem der Arbeiter Sozialdemokrat! Und öffentlichen Verhältnisse Einfluß erstrebenden Be- noch dazu der reiche Arbeiter! Da muß demjenigen, der -v- n. Er ist leisen, ganz leisen Schrittes von der Höhe wegung um? Um diese für die Beurtheilung bes Antise- nicht denkt, wirklich der Verstand stehen bleiben. Der denkt, wird es wohl begreifen. Der„ vermögende" seiner kulturhistorischen Mission herabgestiegen, er, der zweite mitismus wichtige Frage beantworten zu können, ist es Luther", der mutherfüllte Vertheidiger der Wahrheit, und nothwendig, auf die allgemeine Gefühlswallung gegen die sehr verringern kann, wenn die Hochfluth der Industrie, wird sich, fernab von den brausenden Wogen der Wahl- Juden einige geschichtliche Lichtstreifen zu werfen. Es ist wahr, die Abneigung gegen das Judenthum ist in welcher er beschäftigt ist, vorüber ist; und vorüber gehen bewegung, in der Jbylle der„ inneren Mission" dem wohl schon sehr, sehr alt, sie geht bis in das Alterthum zu- muß sie, da das Publikum nicht lange mehr kaufen kann, verdienten politischen Ruhestand ergeben und warten. Nicht für immer, so glaubt er, und so glauben auch rück. Die Schriftsteller der Griechen und Römer sprachen weil es selbst nichts verdient. Er weiß, daß sein hoher in nicht sehr respektablen Ausdrücken über die Juden. Die Lohn viele niedriger gelohnte Arbeiter anziehen wird, und wir. Gierigen Blickes schaut er nach der Wetterfahne, Gründe für die Abneigung gegen das Volk Palästinas daß durch das erhöhte Angebot sein Lohn sinken muß, und und wenn diese anderen Wind anzeigt, denn wird er wiederum mit der Kühnheit des Löwen in die politische sind jedoch nicht in wirthschaftlichen Gegenfäßen zu finden. daß schließlich die furchtbare Geißel der Arbeiterbevölkerung, Die Juden waren in jener Zeit ein ackerbautreibendes und die Arbeitslosigkeit, auch seine Arbeitsbranche ergreifen muß. Arena treten. Und wenn alles dieses nicht zu befürchten wäre, der Aber nicht unbeweint soll der„ Sozialisten- und Juden- friegerisches Volk, wie viele andere Völker. Es stießen töter" in die Idylle ziehen. Indem wir die Bewegung, vielmehr zwei Weltanschaunngen aufeinander, von gebildete Arbeiter wäre doch Sozialdemokrat. Der gebildete die er so gern als sein eigenes Werk bezeichnete, einer un- denen die eine die Negation der anderen war. Die Lebens- Arbeiter kennt nämlich etwas, was allerdings die Kartellbefangenen Kritik unterziehen, wollen wir untersuchen, welchen freudigkeit, der Genußtrieb, die farbenreiche Phantasie der brüber nicht kennen, das Mitleid, das Mitleid mit den Griechen, welche bis zu einem gewissen Grade auch den unzähligen Unglücklichen, die das heutige Productionssystem Antheil er in Wahrheit an ihrer Erschaffung gehabt. Zwar ist über die antisemitische Bewegung in den Römern eigen war, fühlte sich instinktiv zurückgestoßen von so nothwendig in Gefolg hat wie der Krieg die Todten Tagesblättern und der Broschürenliteratur schon so viel in der abstrakten, transzendentalen, schwermüthig- ernsten Welt- und Verwundeten. Da der gebildete Arbeiter ferner seinen Hymnen und Satyren gefchrieben worden, daß es scheinen anschauung der Juden, welche später ihre Weiterbildung Kollegen in Frankreich und der ganzen civilisirten Welt könnte, man trüge Eulen nach Athen, wenn man noch die im Christenthum erfahren und gerade von den heutigen achtet und weiß, daß er von diesem geachtet wird, daß die Feder in das Tintenfaß taucht, um diese eigenthümliche Talisman in den sich auflösenden Verhältnissen der Gegen- ein Krieg zwischen ihnen nur aus anderen Kreiſen herrühren als ein Interessen aller Kulturländer die gleichen sind, daß also Man hat diese Bewegung verherrlicht, sie als den wart gepriesen wird. Aber als die Germanen mit einer tann, so kennt er nicht den Mordspatriotismus unserer Messias der neuen Zeit gepriesen, man hat sie auch mit ebenso abstrakt- ernsten Weltanschauung in den Kreis der Reichsfreunde, sondern liebt sein Vaterland, wie es ein geden Geschossen: Menschenrecht und Geist des neunzehnten aktiven Völker traten, und das Christenthum zur herrschenden bildeter Mann zu thun pflegt und gehört demnach zur Jahrhunderts beworfen und wunderte sich einerseits, daß Kulturreligion sich emporgerungen hatte, war jeder Grund internationalen Sozialdemokratie. sie noch immer nicht das welterlösende Wort in die That für eine Abneigung gegen das Judenthum geschwunden umgesetzt, und andererseits, daß sie noch nicht, mitten in wir hören während eines Jahrtausends nichts mehr davon. das Herz getroffen, ihre Seele ausgehaucht hat. Viele Jahre reichen. Zur Naturgeschichte der antisemitischen Bewegung. I. Erscheinung von neuem zu behandeln. Antisemiten o Ironie der Weltgeschichte! Arbeiter weiß, daß sein augenblicklich hoher" ohn bald sich Und diese Arbeiter, die gebildeten" wie die„ ungebildeten", werden auch bei den nächsten Reichstagswahlen und bei allen folgenden alle ihre Kräfte anspannen, bis und Gefittung ihre goldenen Strahlen bis zu den höchsten ihr Ziel erreicht ist, bis Wohlstand und Frieden, Bildung Gipfeln der Berge, bis zu den tiefsten Gründen der Thäler werfen. erfreute sie sich in Deutschland der Protection der Re- Etwas von denjenigen Arbeitern, die kein gierung, alles geschah, was eine Regierung nur thun konnte, um diesen schwärmerischen Jüngling aus den Wäldern des Recht haben, sich Proletarier zu nennen. Tacitus zum kräftigen Mann zu entwickeln, das Del der ü. Es ist der Schmerz unserer Reptilien, daß die Kirche floß in nicht spärlichen Tropfen auf sein Haupt, deutsche Arbeiterpartei ihre treuesten und begeistertſten Anund doch, dieser Jüngling wuchs nicht mit den Jahren, er hänger in den Reihen derjenigen Arbeiter findet, die für Aus der Welt der Produktion und Technik. blieb jung und Kind. Der Protektor wendet sich nun, gewöhnlich etwas mehr verdienen, als eben zur Stillung Auf dem Gebiete der Nahrungsmittelverfälschung Hoffnungslosigkeit im Herzen, von dem früher so viel ver- des Hungers erforderlich ist. Sie stoßen ein Wuthgeheul find in der letzten Zeit wieder merkwürdige Entdeckungen gemacht. sprechenden Phänomen ab. aus, wenn Arbeiter, die vielleicht bis an fünf Mark täg- Bor etwa Jahresfrist brach in London eine Manie aus für alle * * möglichen Arten von Fleisch extrakten, so daß sich selbst die eins zu machen, und findet zu diesem Zweck in nächster Woche| grammen find in den Zahlstellen zu haben. Die Zahlstellen bleiben Wirthshäuser widerwillig genöthigt sahen," Bouillon" zu ferviren. bereits wieder eine Versammlung statt. am Sonnabend, den 26. Oktober, geschlossen. Am Die Konkurrenz hat nun den dortigen Markt, namentlich von AntBerliner Sanitätsverein für Arbeiter. Eine große öffentliche Volksversammlung fand für werpen aus, mit einem Stoff versorgt, der sich als Extrakt von Nixdorf am Sonntag Vormittag in der Bergschloß Brauerei Sonntag, den 3. November, Mittags 12 Uhr, in Kaufmann's Pferdefleisch herausgestellt hat, und bei dieser Gelegenheit hat( Neue Welt") statt. Die Tagesordnung lautete: Die Sozial- Varieté, am Stadtbahnhof Alexanderplat. Große Matinee. Eutree man denn auch gefunden, daß sich in London große Quantitäten reform der Regierung und ihre Bedeutung für die Arbeiter. Nach vorher 30 Pf., an der Kasse 50 Pf. Billets find bei sämmtlichen von Roß- Pökelfleisch im Markte befinden. Der Enthusiasmus für Wahl der Herren Niemetscheck, Schulze und Böttcher ins Bureau Vertrauensleuten, sowie bei dem Kassirer des Vereins, Herrn Bouillon und Bökelfleisch hat in Folge dieser Konstatirungen natür- erhielt der Referent, Herr Kaufmann Auerbach das Wort. Der- W. Schmidt, Manteuffelstr. 86, 3 Treppen, zu haben. lich sehr nachgelassen, aber Freund Kapital hat wieder einmal selbe sprach unter dem lebhaften Beifall dee Versammlung. Eine Nationale faufmännische Kranken- u. Sterbe billig produzirt" und theuer verkauft und darum seinen Beruf er- Resolution besagte, die Arbeiterblätter Berliner Volksblatt"," Bolts- fasse.( Eingetragene Hilfskasse Nr. 71.) Bureau: Kl. Frankfurfüllt. Möge er diesem zum Segen der Menschheit noch lange ers Tribüne" und ,, Arbeiter- Bibliothek" durch reges Abonnement ferstraße 10 III. Aufnahme findet jeder kaufmännisch Angestellte halten bleiben! zu unterstüßen. Noch wurde beschlossen, das Lofal des Herrn sowie selbstständige Kaufmann bis zum 45. Lebensjahre zu den Kummer zu Rirdorf, Berliner und Jägerstraßen Ecke, zu meiden, günstigsten Bedingungen. Aufnahmen finden täglich im Bureau, bis Herr Kummer seinen Saal zu allen Versammlungen hergiebt, wie auch in den Vorstandssizungen statt. Die nächste Vorstands= auch gegen Bolle schloß man sich dem Vorgehen der Berliner figung ist Montag, den 21. Oftober 1889, Abends 9 Uhr im Restaurant Röllig, Neue Friedrichsstraße 44. Arbeiter an. Ethische Gesellschaft. Heute, Sonnabend, Abends 9 Große öffentliche Versammlung der HandlungsGehilfen Berlins am Sonntag, den 27. d. Mts., Nachmittags Uhr bei Mundt's Köpnikerstr. 100: Generalversammlung. Das 3/2 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: Erscheinen aller Mitglieder und derer, welche es werden wollen, ist 1. Die Zustände in den Kolonialwaarengeschäften und deren Reform. nothwendig. Morgen, Sonntag Abends 6 Uhr bei Zemter, MünzReferent Kollege August Hinge. 2. Freie Diskussion. 3. Ver- straße 11, Vortrag des Herr W. Bölsche über: Die Zukunft der schiedenes. Besonders soll in dieser Versammlung Stellung gegen Erde, nach den Forschungen der Astronomie." Gäste, Herren und die Verleumdungen seitens des Herrn Redakteurs Hildebrandt ge- Damen, stets willkommen. Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstr. 38, Sonn nommen werden, der speziell eingeladen wird. Große öffentliche Versammlung der Bürsten- und tag, den 27. Oftober, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Pinselmacher Berlins und Umgegend am Sonntag, den Dr. Völkel über: ,, den Autoritätsglauben". 27. Oftober, Vormittags 10 Uhr, in Scheffers Salon, Inselstr. 10. Sozialdemokratischer Leseklub„ Lessing". Jeden Zweck und Ziele einer gewerkschaftlichen Organisation. Referent Montag Abend 9 Uhr im Restaurant Leonhardt, Wallstraße 20, Vorlesung und Diskussion. Herr Zubeil. Gründung eines Fachvereins. Indien war bisher ein Hauptbezugsland für Baumwolle. Als der amerikanische Bürgerkrieg die Zufuhr aus Amerika für die europäische Spinnerei stocken ließ, griff sie auf die indische Produktion zurück, die einen starken Aufschwung nahm. In den fünf Jahren von 1857/ 58-1861/ 62 führte Indien jedes Jahr an Rohbaumwolle im Durchschnitt aus: 817 000 Ballen( zu 392 Pfund): der Durchschnitt stieg dann rasch in den sechziger Jahren auf 1,4 Millionen und beträgt seit Anfang der achtziger Jahre auch kaum mehr, nämlich 1,5-1,6 Millonen Ballen. Die Ernte ist jedoch bedeutender gewachsen, da aus ihr auch die immer zahlreicher werdenden Fabriken in Indien selber versorgt werden, die den europäischen Fabrikanten schon jetzt eine starke Konkurrenz machen, besonders in Indien und China. Der Verbrauch der indischen Fabriken gestaltete sich folgendermaßen: 1862/ 63-1866/ 67 durchschnittlich 60 000 Ballen 1867/ 68-1876/ 77 1877/ 78-1881/ 82 1882/ 83-1886/ 87 1887/88 1888/89 182 000 " " 311 000 " " 591 000 " " и 787 000 846 000 " Der innere Verbrauch Indiens beträgt daher schon über die Hälfte der Ausfuhr und wahrscheinlich wird Europa bald mehr mit der Konkurrenz der indischen Gespinnste und Gewebe wie mit der Zufuhr des indischen Rohstoffes rechnen müssen. * * * Das internationale Kapital. Die englische BierbrauAttien- Gesellschaft( The Bohemian Brewery Limited") hat am 10. d. M. den Kaufvertrag bezüglich der Brauerei in Lieben in Böhm en unterzeichnet und als Kaufschillingsanzahlung den Betrag von 46 000 Pfd. Sterling( 920 000 Mark) baar erlegt. Die Gesellschaft befizt nun zwei große Brauereien in Prag und Umgegend. Eine dritte Brauerei soll demnächst in den definitiven Besitz der Engländer übergehen. * * k Amerikanische Schuhleiste: Maschine. Laut dem III. Quartalsberichte des österreichischen Konsuls in New- York, erregt daselbst eine Schuhleiste- Maschine, Patent J. Patten", großes Aufsehen. Sie ist höchst einfach konstruirt, kann ohne Schwierigkeit für alle Größen und Lederstärken verwendet werden und ist im Stande, mit einem Mann Bedienung 600 Paar Schuhe in acht Arbeitsstunden zu leisten". Gewerkschaftliches, Vereine. Die Arbeiter der Hutfabrik von D. Cohn u. Amendt in Luckenwalde haben am 22. d. Mts. infolge Maßregelung die Arbeit niedergelegt. Wir bitten daher, den Zuzug fern zu halten. Zuschriften und Geldsendungen find an Herrn C. Schmidt, Frankenstraße 21 zu senden. Große öffentliche Versammlung der Puter Berlins und Umgegend am Montag, den 28. B. Mts., Abends 6 Uhr, im Schweizergarten". Wichtige Tagesordnung. Sammellisten zum Generalfonds, sowie Quittungskarten und Marken sind zu haben bei Gustav Arndt, Landsbergerplatz 1; Albert Köller, Borsigstr. 18; Hermann Lehmann, Sorauerstr. 22; Herm. Seifert, Skalizerstr. 54a; H. Neumann, Alvenslebenstr. Sa. Albumarbeiter Berlins! Seit Mittwoch, den 16. Oft., befindet sich der unentgeltliche Arbeitsnachweis des Fachvereins der Albumarbeiter Berlins nicht mehr Ritterstr. 34, sondern Adalbertstraße 4, bei Herschleb, Abends 8-9, Sonntags 10-11 Uhr. " Der Arbeits- Nachweis des Fachvereins der Schlosser befindet sich für den Süden Dresdenerstr. 116 bei Gründel, für den Norden Anklamerstr. 49 bei Nürnberg. Verein der Klempner Berlins. Arbeitsnachweis bei Stramm, Ritterstraße 123. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für Klavierarbeiter befindet sich vom 20. Oftober ab Naunynstr. 78 bei Winzer. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9/ 2 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mitglieder wie an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Literarische s. Fachverein der Buchbinder und verw. Berufs= genossen. Montag Abend 9 Uhr Versammlung, Annenstr. 16. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Entwurf eines bleibenden Schiedsgerichtsvertrages deutschen Drechsler 2c.( E. H. 86, Hamburg), Filiale Ber- zwischen den Völkern. Bericht dem S. Kongreß der interlin B. Am Montag, den 28. Oft., Abends 8½ Uhr, Mariannen- nationalen Liga des Friedens und der Freiheit vorgelegt von straße 31/32( Jndustriehallen): Mitglieder- Versammlung. Charles Lemonnier. Uebersetzt von Marie Fischer geb. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Orts- Lette. Sondershausen. Fr. Aug. Eupel. 42 S. fl. 80. Preis verwaltung Berlin 4. Montag, den 28. Oktober, Abends 8 Uhr, 20 Pfennige. im Saale des Herrn Gnadt, Brunnenstr. 38: Versammlung. Innung, Gewerk- und Fachverein. Referent Herr Hildebrandt. Berliner Kranken- und Begräbnißkasse für Frauen und Mädchen.( E. H. 97). Sonntag, den 3. Nov., Nachm. 3/2 Uhr, in den Gentral- Festfälen", Oranienstraße 180: Generalversammlung. Briefkasten. Die Adresse des Herrn Schippel ist: Friedrichshagen bei Berlin, Wilhelmstraße 72. Sprechstunde in Berlin: Don nerstag früh 1/ 29-10 Uhr, Nachmittags 4-6 Uhr, Freiteg früh 8-9 Uhr und Mittags 12-1/ 22 Uhr. Alle Geldsendungen u. geschäftlichen Mittheilungen find an die Expedition, nicht an die Redaktion zu richten. Wir Allgemeine Kranken- und Sterbekasse de- itten, darauf mehr als bisher zu achten, da sonst Verzögerungen deutschen Drechsler( E. H. 86, Hamburg), örtliche Verwaltungs- unausbleiblich find. stelle Berlin A. Sonntag, den 27. Oktober, Vorm. 102 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstr. 26, Mitgliederversammlung. Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, WasserDie diesmalige monatliche Verund Dampf- Armaturen. sammlung fällt aus dafür am Sonnabend, den 26. Oktober, Abends 8 Uhr, bei Jordan, Neue Grünstr. 28: Gemüthliches Busammensein. Freie Vereinigung der Zuschneider, Stepper und Vorrichter Berlins. Sonnabend, den 26. Oft., Abends Arbeiterinnenbewegung. Am Sonnabend, den 12. d. M. 8/2 Uhr, Alte Jakobstr. 83: Versammlung. Vortrag über fand in Luckenwalde eine öffentliche Arbeiterinnen- Versammlung Darwinismus. Gäste haben Zutritt. statt, welche sehr besucht war, und zwar überwiegend von Frauen. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Sattler, Frl. Selma Chaym sprach über die Frauenarbeit". Es wurde E. H. in Hamburg. Sonnabend, den 26. d. M., findet in Heydrich's eine Kommission von sieben Frauen gewählt, die von der Versamm- Prachtsälen das sechste Stiftungsfest der Kasse statt, bestehend lung beauftragt wurde, die Vorarbeiten zur Gründung eines Ver- in Konzert, humoristischen Vorträgen und Ball. Billets mit ProVerspätet. Unserem Freund und Gesinnungsgenossen Maler Georg Trempa zu seinem diesjährigen Schaukelfeste die besten Wünsche. Roth ist die Liebe. 30 cm. hoch. Die Freunde Dortmunds. Gyps- Büsten! 30 cm. hoch. Lassalle, Bebel und Liebknecht. Sauber ausgeführt, in weiß: Albert Auerbach, Berlin S, Kottbuserdamm 7, Schuh- und Stiefel- Lager für Herren, Damen und Kinder. Reelle Bedienung. Feste Preise. Den Vorstand der Vereinigung der chirurgischen Branche bitten wir um seine Adreſſe. Es handelt sich um eine gewerkschaftliche Anfrage von auswärts. Dortmund. Zu schwerer Brief; toftet 20 Pf. Strafporto. Forst- Sorau. Wir gratuliren Ihnen zu der Wahl und bitten Freund B. bestens zu grüßen. Arbeiterverein. Warum kein Inserat? Der Antrag zu inseriren ist doch in Ihrem Verein gestellt und auch angenommen worden. Dornach. Zum Abdruck nicht ganz geeignet. Zur Beachtung. Empfehle mich einem geehrten Publikum von Kottbus und Umgegend zur Anfertigung eleganter Herren- und Knabengarderobe. Mein Prinzip ist: streng reelle Bedienung, guter Sig, und sehr saubere Arbeit zu den billigsten Preisen zu liefern. Um gütigen Zuspruch bittet Stick 50 Pfg. Schuh- und Stiefelwaarenlager Aug Böttcher, Kleidermacher, pro Auch sind dieselben in allen Bronze- Farben, antik und vergoldet 2c. zu haben. Verpackung 50 Pf. bei Bezug von 10 Stück wird dieselbe nicht berechnet! Dazu passende Konsole à 25 Pf. 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