Zur Reichstagswahl.— Zur Alters- und Invaliden- Versichern«!).— Der Clberfelder — Warum konnte man früher eher lange Zeit arbeiten?— Aus Frankreich.— Die jetzige Lage des Bauernstandes.— Die Arbeiterpresse in Oesterreich.— Aus der bürgerlichen Presse. (Erzählung.— Sozialistische Spaziergänge. —„Freiland" von Theodor Hertzka. III. Parteigenossen! Endlich ist der Tag bestimmt, an welchem das deutsche Volk zeigen wird, zu welcher Partei es das Vertrauen hegt, die Lage des arbeiten- den Volkes zu verbessern. Die Wahlen zum deutschen Reichstag sind auf Donnerstag, 20. Februar festgesetzt. Parteigenossen! Die Zeit ist kurz, es ist Eure Pflicht, sofort in die Agitation einzutreten und überall wo nicht schon Wahl-Vereine be- stehen, in öffentlichen Versammlungen Wahl- Komitees zu wählen. Was wir wollen, ist klar! Um aber unsere Idee in die breiten Schichten der Bevöl- kerung tragen zu können, ist es nothwendig, daß die„Volks- Tribüne" überall verbreitet wird. Die Macht der Presse ist groß! Auf zum Kampf! Der Sieg muß unser sein! Alters- und Anvaliden-Nersicherung. Zur Beachtung für alle Arbeiter. [] Nach§ 16 des Gesetzes betreffend die Alters- und Invalidenversicherung der Arbeiter beträgt die Warte- zeit, vor deren Ablauf eine Rente überhaupt nicht er- hoben werden kann, bei der Invalidenrente 5 Beitrags- jähre, gleich 235 Beitragswochen— und bei der Alters- renke 30 Bcitragsjahre, gleich 1410 Beitragswochen. Um aber denjenigen eine Erleichterung zu verschaffen, die bald nach dem Inkrafttreten des Gesetzes invalide werden sollten, oder die so alt sind, daß sie vor Beendi- gung des 70sten Lebensjahres die 90 Beitragsjahre nicht zurücklegen können, um auch ihnen den Bezug der Rente zu ermöglichen, sind Uebergangs-Bestimmungen in den §§ 156 und 157 getroffen. Der§ 156 sagt: Für Versicherte, welche während der ersten fünf Ka- lenderjahrc nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes erwerbs- unfähig werden, und für welche während der Dauer eines Beitragsjahres auf grund der Versichcrungspflicht die gesetzlichen Beiträge entrichtet worden ,ind, vermindert sich die Wartezeit für die Invalidenrente uni diejenige Zahl von Wochen, während deren sie nachweislich vor dem Jnkraft- treten des Gesetzes, jedoch innerhalb der letzten sunf Jahre vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit, m einem Arbeits- oder Dienstverhältmß gcNandcn haben, welches nach diesem Gesetze die Versichemngspstlcht begründet. Auf die folgenden Abschnitte dieses Paragraphen kommt es vorläufig nicht an, wir übergehen sie also. Der§ 157 lautet: Für Versicherte, welche zur Zeit �s Inkrafttretens dieses Gesetzes das 40. Lebensjahr vollendet haben und den Nachweis liefern, daß sie während der, dem �nkrasltrclen dieses Gesetzes unmittelbar vorangegangenen drei Kalender- jähre insgesammt 141 Wochen hindurch thatfachuch m einem nach diesem Gesetze die Versichcrungspflicht begrün- dcnde Arbeits- oder Dienstvcrhältniß gestanden haben, vermindert sich die Wartezeit für die Altersrente unbeschadet der Vorschriften des§ 32 um so viel Beitrags- jähre, als ihre Lebensjahre zur Zeit des Inkrafttretens des Gesetzes 40 übersteigt. Der Paragraph 1 des Gesetzes bestimmt, soweit» es unseren Leserkreis inrercssirt, das die V ersicherungs- pflicht begründende Arbeits- oder Dienstver- hältniß folgendermaßen: § 1. Nach Maßgabe der Bestimmungen dieses Gesetzes werden vom vollendeten sechszehnten Lebensjahre ab ver- sichert: 1. Personen, welche als Arbeiter, Gehilfen, Ge- seilen, Lehrlinge oder Dienstboten gegen Lohn oder Gehalt beschäftigt sind u. f. w. Es ist anzunehmen, daß das Gesetz entweder am 1. Januar 1891 oder 1. Januar 1892 in Kraft tritt. Nun kann niemand wissen, ob er nicht durch eine Krank- heit oder durch schnell solchen Unfall, der nicht unter die Unfallversicherung'Hlll, schon ein Jahr nach dem Jnkraft- treten dieses GesetzGüinvalide werden kann, es haben also alle Arbeiter nam§ 15( ein Interesse daran, min- desteus von der Zeit von vier Jahren vor Inkrafttreten des Gesetzes sich für alle Fälle den Nachweis zu sichern, daß sie als Gesellen, Gehilfen, Arbeiter, Lehrlinge oder Dienstboten beschäftigt gewesen sind, um sich vorkommenden- falls die, wenn auch sehr kärgliche Invalidenrente zu sichern. Tritt das Gesetz 1891 in Kraft, so kann derjenige Invalidenrente beanspruchen, der 1892 Invalide wird, wenn für ihn mindestens 47 Wochen wirklich Bei- träge zur Versicherung gezahlt sind, und er außerdem bis zum 1. Januar 1887 zurück noch die ihm an 235 Beitragswochen fehlenden Arbeitswochen nachweisen kann. Tritt das Gesetz, was wahrscheinlicher ist, erst 1892 am 1. Januar in Kraft, so wäre bis zum 1. Januar 1888 zurück die Arbeitszeit unter Umständen nachzuweisen nöthig. Als Arbeitszeit gilt die Zeit von Krankheit und Militärzeit, die rechnen mit. Wir machen hier darauf ganz ausdrücklich aufmerksam, daß die Bestimmungen des§ 156 für alle Arbeiter gelten. Wir thun das mit Rücksicht auf einen Jrrthum in der Ausgabe des Gesetzes betreffend die Jnvaliditäts- nnd Altersversicherung, die von August Bebel und Paul Singer herausgegeben ist, und die sich vielfach in den Händen von Arbeitern bc- findet. Es ist falsch, wenn dort in der Erläuterung zu § 156 gesagt ist, dieser Paragraph enthalte eine Erlcichte- rung für diejenigen Versicherten, welche bei Inkrafttreten des Gesetzes bereits über 40 Jahre alt sind. Davon steht im§ 156 kein Wort, er bezieht sich auf alle Ar- bciter. Um also diesen Nachweis zu führen, muß sich jeder Arbeiter von dem Unternehmer, bei dem er beschäftigt ist, sich beim Ab gange die Arbeitszeit bescheinigen lassen. Diese Bescheinigung auszustellen, sind die Unter- nehmer nach§ 113 der Rcichsgewerbeordnung verpflichtet. „Beim Abgange können die Arbeiter ein Zeugniß über die Art und Dauer ihrer Beschäftigung verlangen;" sagt dieser§ 113. Gut, so verlange man von jetzt ab dieses Attest. Wer es irgend erreichen kann, verlange es zurück bis zum 1. Januar 1887 oder mindestens bis zum 1. Januar 1888. Unglück schläft nie, niemand weiß, ob er nicht im Jahre 1893 invalide ist. Dieses Attest muß lauten: „Der..(Name und Vorname) gebürtig aus..... geboren am.. ten..... 18.. hat bei mir als..... ... in der Zeit vom.. ten..... 18.. bis zum.. ten .... 18.. ununterbrochen gegen Lohn in'Arbeit ge- standen. Datum.... Unterschrift. Die Angabe der Höhe des Lohnes ist nicht erforderlich, da es in diesem Falle darauf nicht ankommt. Diese Zusatzwochen rechnen immer zur niedrigsten Klasse. Dieses Attest lasse man sich von der Orts polizei- behörde beglaubigen, die dazu nach§ 114 der Reichs- gewerbeordnung verpflichtet ist. Es geschieht kosten- und stempclfrei. Das Zeugniß irgendwo sonst vorzuzeigen bei einem anderen Unternehmer, wenn man Arbeit sucht oder sonst wie, ist niemand verpflichtet. Es ist dieses Zeugniß über die Dauer der Beschäftigung nicht mit einem Entlaffungs- oder Abkehrscheine zu verwechseln. Was für jeden Arbeiter Snach§ 156 gilt, gilt in er- höhtem Maße für diejenigen Arbeiter, die schon 40 Jahre alt sind oder 1891 oder 1892 43 Jahre alt werden. Sie müssen unter allen Umständen bis zum 1. Januar 1888 oder 1. Januar 1889, je nachdem da» Gesetz 1891 oder 1892 in Kraft tritt, den Beschäftigungs- Nachweis führen können. Wer in der Zeil Solda t gewesen ist, für den diene» seine Militärpapiere als Ausweis, er braucht einen ande- ren Ausweis über diese Zeit nicht. Wer krank war, muß für die Zeit seiner Krankheit einen besonderen Nachweis führen. Um dieses zu ermög- lichen ist durch kaiserliche Verordnung schon jetzt der § 18 und der§ 140 des Invaliden- und Altersversiche- rungsgesetzes in Kraft gesetzt. Der§ 18 lautet: Zum Nachweis einer Krankheit genügt die Bescheini- gung des Vorstandes derjenigen Krankenkasse, beziehungs- weise derjenigen eingeschriebenen Hilfskasse oder auf grund landesherrlicher Vorschriften errichteten Hilfskasse, welcher der Versicherte angehört hat, für diejenige Zeit aber, welche über die Dauer der von den betreffenden Kassen zu ge- währenden Kraukenunterstützung hinausreicht, so wie für die- jenigen Personen, welche einer derartigen Kasse nicht an- gehört haben, die Bescheinigung der Gemeinde- behörde u. s. w. Also wer seit dem 1. Januar 1887 krank war, der wende sich an den Krankenkassenvorstand(bei zentralisirten Hilfskassen ist es der Ze ntralv o rsta nd, der aber durch den Filialvorstand angerufen werden kann) und lasse sich die Zeit der Krankheit bescheinigen.„Ausgesteuerte" Kranke, die zuletzt kein Krankengeld mehr erhielten, müsse« für diese Zeit von der„Gemeindebehörde" die Bescheini- gung verlangen. Nach§ 140 sind auch diese Bescheinigungen kosten- und stempelfrei. Die Kassenvorstände werden die Form, in welcher sie die Bescheinigungen auszustellen haben, von den Auf- sichtsbeh örden vorgeschrieben erhalten, da brauchen wir keine Muster zu gehen. Es möchte sich aber empfehlen, daß aus der Bescheinigung hervorgeht, daß der Krank- gewesene sich die Krankheit nicht vorsätzlich oder bei Begehung eines durch strafgesetzliches Urtheil feststehende« Verbrechens(nicht Vergehens oder Uebertretung), durch schuldbare Betheiligung bei Schlägereien oder Raufhändel, durch Trunkfälligkcit oder durch geschlechtliche Ausschweif- ungen zugezogen hat. Also sorge jeder Arbeiter, so weit er irgend kann, dafür, daß er vom I.Januar 1887 ab nach- weisen kann, mindestens 47 Wochen im Jahre gegen Lohn beschäftigt, oder krank, oder Soldat gewesen zu sein. Ja! da hören wir eine» sehr bedeutenden Theil der Arbeiter, alle Bauarbeiter, alle Schiffer und dergleichen ausrufen, wo nehmen wir die 47 Wochen jährliche Be- schäftigungszeit her? Ja, Freunde, da können wir Euch nicht helfen. Seht, wir leben im Reiche der kolossalste» „Sozialreform". Daß man da, bei solchen noch nie da gewesene» großen Extravorstcllungen in Sozialreform auf die simpele Thatsache, daß ein sehr großer Bruchtheil der Arbeiter keine 47 Wochen im Jahre Arbeit hat, keine Rücksicht nehmen kann, das ist jedem Kartellbruder sehr begreiflich Begreift es der Arbeiter nicht— nun er gehört eben nicht zu denjenigen, die durch Besitz u«d Bildung genügend hoch gehoben sind. Der Elberfelder Urozeß. X Der große Elberfelder Prozeß, der am 18. November begann, hat sein Ende erreicht. Von den 87 An- geklagten sind 43, also etwa die Hälfte freigesprochen. Daß es zu einem solchen Gerichtsverfahren überhaupt kommen konnte, hat seinen Grund in dem Entscheide, welchen das Freiberger Gericht im Herbst 1886 traf. Seit Anfang der achtziger Jahre wünschte man bereits, gege« die Organisation der deutschen Arbeiterpartei als eine Verbindung einzuschreiten, welche„die Maßregeln der Ver- «altung und die Vollziehung von Gesetzen, speziell des Sozialistengesetzes, durch ungesetzliche Mittel verhindern und entkräften will und deren Dasein, Zweck und Verfassung »or der Staatsregierung geheim gehalten wird." Die §§ 128 und 120 des Strafgesetzbuches boten die juristische Grundlage dazu. Sowohl nach dem Wydener Kongreß 1880 als nach dem Kopenhagener von 1883 versuchte man es mit der Einfädelung solcher Prozesse, aber überall lehnten Staats- »nwaltschast und Gericht die ihnen zugedachte Aufgabe ab, es schien eben unmöglich, den Begriff der Geheimbündelei so weit zu dehnen, daß man die rechtmäßigen Handlungen der deuffchen Arbeiterpartei unter jene schönen Paragraphen bringen konnte. Endlich erstand in Sachsen ein öffentlicher Ankläger, dem auch dieses Werk nicht zu schwer dünkte. Doch das Rrtheil in dem von ihm angestrengten bekannten Chem- «itzer Prozesse lautete freisprechend. Das Fortbestehen der sozialistischen Organisation, so hieß es in dem Erkenntnisse, sei freilich offenbar, aber daraus könne man noch auf keine Verbindung im Sinne des Strafgesetzbuches schließen. Weder das Abhalten von Provinzialtagen und Landesversammlungen, die alle an- deren Parteien ebenfalls unternehmen, noch das Vor- handensein von Fonds, die Herausgabe von Flugschriften und die Anerkennung des„Sozialdemokrat" als offizielles Parteiorgan beweise, daß die Angeklagten einer Vereini- gung beigetreten seien, die einen bestimmten Sitz, Vor- stand und Statuten u. s. w. hat und deren Mitglieder die Erklärung abgeben müssen, daß sie ihre Meinung der Gesammtheit unterordnen. Allein wenn diese Voraus- setzungen zuträfen, könne aber von einer Verbindung und weiterhin von einer strafbaren Verbindung die Rede sein. Nun wandte sich der Staatsanwalt an das Reichs- gericht und dieses bearbeitete den Begriff der Verbindung in einer so staatserhaltenden Weise, daß die Freiberger Richter, an welche der Prozeß zur nochmaligen VerHand- lung überwiesen wurde, die sozialistischen Angeklagten als Mitglieder einer durch§ 129 verbotenen ungesetzlichen Verbindung verurtheilen mußten. Dieselbe Auslegung, die man bisher überall als ganz unmöglich abgewiesen hatte, ward also durch den Unfehlbarkeilsspruch der obersten juristischen Behörde sanktionirt, die Richter schworen dem neuen Dogma zu. Sesam öffne dich, hatte das Reichs- gericht zu dem Begriffe der Verbindung gesagt, und der Begriff war nicht spröde gewesen, er streckte und weitete sich, bis man alles, was früher sozialistische Parteiorganisation hieß, in ihn hineinstecken konnte. Subsumiren nennt's die Logik. Die Folge dieses logischen Prozesses waren die Ge- Heimbundsprozesse. Nachdem man den Parteibegriff in den Verbindungsbegriff hinein gesteckt hatte, war es ein Kinderspiel, die lebendigen Menschen, die sich als Mit- glieder der sozialistischen Partei bethätigten, in das Ge- fängniß zu stecken; alles das hatte die Logik vollbracht! Von den vielen Prozessen wegen Geheimbündelei, denen durch das Erkenntniß des Reichsgerichtes die Bahn gebrochen wurde, zeichnet sich der Elberfelder durch die un- erhörte Zahl der Zeugen und Angeklagten— man hatte zuerst 300 vor Gericht stellen wollen— aus. Der riesige Apparat sollte nicht allein dazu dienen, eine örtliche Verbindung der Elberfelder und Barmer Sozialisten nachzuweisen, man hatte es diesmal aus die Fraktion selbst abgesehen. Die Anklage ging von dem Gedanken aus, daß zwischen den lokalen Organisationen und der sozialistischen Vertretung im Reichstage, sowie zwischen dieser und den Parteikongressen em geheimer enger Zusammenhang, eine„Verbindung" im Sinn des Reichs- gerichtes bestehe, welche auf ungesetzlichem Wege für die Ausbreitung der proletarischen Agitation wirke und ins- besondere den Londoner„Sozialdemokrat" in Deutschland zu vertreiben suche. Geleitet werde die Verbindung von der Fraktion und den Redakteuren dieses Organs. Ihre Thätigkeit zeige sich in der Anstellung von Parteibeamten, der Herausgabe von Schriften, der Ver- waltung des Parteisonds und der durch Schiedsgerichte und schwarze Listen ausgeübten Parteidisziplin. Die an- geklagten Mitglieder der sozialistischen Reichstagsfraktion und insbesondere Bebel seien folglich als Führer einer geheimen, auf revolutionäre Ziele gerichteten Verbindung strafbar. Der übrige Theil der Anklageschrift suchte das Be- stehen besonderer sozialistischer Vereinigungen in Barmen und Elberfeld zu beweisen; ihr Verbrechen sollte in Samm- lung von Beiträgen, Verbreitung von Flugschristen und verbotenen Blättern, sowie in der Einberufung von Partei- tagen bestehen. Die Vertheidigung räumte ein, daß ein Theil der Angeklagten Verstöße gegen das Sozialistengesetz begangen habe, aber die Existenz einer geheimen lokalen Verbin- dung war nach ihrer Meinung nicht nachgewiesen. Sie beantragte also Freisprechung in diesem Punkte. Roch viel weniger sei jedoch ein Beweis dafür erbracht, daß die Fraktion mit irgend welchen lokalen Organisationen oder mit dem„Sozialdemokrat" zusammenhänge. Das Blatt habe den Charakter eines Privatunternehmens und stimme auch in seiner Haltung durchaus nicht immer mit der Parteivertretung überein. Daß in den Hauptzentren der Bewegung ein Kreis von Personen zusammenwirke, um den„Sozialdemokrat" unter den Parteigenossen zu verbreiten, erscheine wohl glaublich, nimmermehr aber könne man annehmen, daß Aber ganz Deutschland hin zu diesem Zwecke eine von der Fraktion geleitete heimliche Verbindung geschaffen sei. Ihre Ansichten könne die Partei ja viel einfacher durch die in Deutschland erlaubten soziallstischen Zeitungen vertreten. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen insofern an, als es das Bestehen eines von der Fraktion ge leiteten über ganz Deutschland verzweigten Geheimbundes für nicht genügend erwiesen erklärte. Deshalb wurden die angeklagten Fraktionsmitglieder Bebel, Grillenberger und Schuhmacher fteigesprochen. Andererseits erklärten die Richter, von der Existenz einer„örtlichen Verbindung" in Elberfeld-Barmen überzeugt zu sein, und verurtheilten 41 Sozialisten als Mitglieder derselben zu erheblichen Ge- fängnißstrafen. Der Hauptschlag, welchen der Staatsanwalt zu führen dachte, ist trotz alledem, diesmal wenigstens noch, abgewehrt. Wäre das Ziel erreicht, hätte das Gericht die Fraktion schuldig gefunden, eine derartige Verbindung zu leiten, so hätte man die terroristischen Maßregeln, mit welchen man die Arbeiterpartei zurückzuschrecken sucht, um ein artiges neues Exemplar vermehren können. Die bloße Zugehörigkeit zur sozialistischen Reichstagsver- tretung wäre ein Zeichen von Geheimbündelei und damit strafbar gewesen. Die Abgeordneten hätten ihre Zeit zwischen dem Reichstag und dem Gefängniß theilen können. Der Elberfelder Prozeß bedeutet also ein Fiasko der Regierung. Noch wichtiger erscheint es aber, daß der Gegensatz zwischen dem allgemeinen Rechtsbewußtsein und unserer heutigen Rechtssprechung in diesen Verhandlungen wieder ganz besonders grell hervortrat. Die Borstellung davon dringt weit in die bürgerlichen, rcgierungsfreund- lichen Kreise. Der Elberfelder Prozeß, so schrieb die „National-Zeitung" gilt uns als Beleg für unsere Ansicht, daß das Sozialistengesetz in seiner gegenwärtigen Form schädlich wirkt. In einer Lage, welche durch die viel zu lange Aufrechterhaltung dieses Gesetzes geschaffen ist, würde jede Partei zu einer geheimen Thätigkeit greifen. Mit anderen Worten: die Regierung selbst treibt durch ihre Gesetzgebung eine Million Wähler zum Bruche des Gesetzes, und dieser Bruch erscheint auch dem bürger- lichen Bewußtsein nur als etwas ganz Natürliches, das eigentlich nicht bestraft werden dürfte. Wir sahen, wie für den Elberfelder und die übrigen Geheimbunds- Prozesse durch ein logisches Dekret des Reichsgerichtes, das mit allen bisher üblichen Begriffs- auslegungen brach, die Grundlage geschaffen wurde. Weil einige Männer in Leipzig so und so definirle», darum wurde eine Unzahl sogar unter dem Sozialistengesetz bis- her erlaubter Haildlungen zu ungesetzlichen umgestempelt. Wenn das Reichsgericht die richterlichen Urtheilssprüche durch seine Definitionen kommandiren kann, so hat es über die Rechtsanschauungen, des Volkes zum Glücke auch nicht den Schatten einer Gewalt. Und dies vor allem betrübte den Staatsanwalt, der zu meinen schien, die Gewissen der Menge müßten gleichfalls nach den juristischen Reglements exerzieren. Die Zeugenvernehmungen hatten eine Reihe gemeiner Denunzianten und Spione, die Weber, Wimmers, Rölling- Hof und Münnich entlarvt, und diese wurden mit Fug und Recht als Verräther von den Angeklagten gebrandmarkt. Der Staatsanwalt aber nimmt die Ehrenmänner,„welche der Polizei Mittheilungen gemacht haben", in Schutz. Es sei„staatsbürgerliche Pflicht", alles Ungesetzliche, was man wahrnehme, der Behörde anzuzeigen, ergo hätten die be- treffenden Herren durchaus richtig gehandelt. Aber um solche schönen Schlüsse kümmert sich das Volksbewußtsein nicht, es ist keine Drahtpuppe, die vom grünen Tische aus gezogen wird. Alle Definitionen des Reichsgerichtes und alle Berufungen auf die„staatsbürgerliche Pflicht" werden es nicht dazu bringen, Dinge, die es für recht gehalten, nur darum, weil sie verboten sind, plötzlich für schleckt anzusehen. Durch Anzeige Personen, die nichts schlechtes thun, den juristischen Häschern auszuliefern, wird ihm nach wie vor als schmutziges Denunziantenthum gelten, das durch keine allerhöchste Anerkennung reingewaschen wer- den kann. Wenn sich aber jedes ehrliche, redliche Gefühl sträubt, gegen Menschen belastend auszusagen, die, wie die Ratio- nalzeitung richtig bemerkt, nichts anderes für ihre Sache thun, als was jede Partei in derselben Lage ebenfalls versuchen würde, und wenn andererseits der Staat Zeugen- aussagen erzwingen kann, so ist damit für den als Zeugen Vorgeladenen ein sittlicher Konflikt geschaffen. Soll erden Verfolgern, deren Beginnen ihm als Unrechter- scheint, wahrheitsgemäß berichten und dadurch einen Un- schuldigen vielleicht schwer schädigen, oder soll er den Bedrängten durch einen Meineid retten? Der Staatsanwalt warf der Sozialdemokratie vor, sie vertheidige den Meineid. Bon der Partei als solcher gilt das in keinem Falle. Machen sich aber innerhalb derselben Strömungen be- merkbar, welche in dem eben geschilderten Konflikte den falschen Schwur für das Richtige erklären, wer trägt die Schuld an der Propaganda des Meineids? Regierung und Gerichte, welche vom Volke verlangen, wogegen sich sein gutes Rechtsbewußtsein mit aller Gewalt sträubt, sie schaffen den Konflikt, sie sind verantwortlich für seine Folgen. Die Sozialistenprozesse sorgen dafür, daß der Klassen- charakter unserer ganzen Justiz immer schärfer empfunden, die naive Rechtsgläubigkeit immer weiterer Kreise er- schüttelt wird. Der Staatsanwalt, der in seiner Rede über diese Entwickelung klagt, arbeitet selbst in ihrem Dienste. Warum kannte man früher eher lanAe Zeit arbeiten? Aeltere Leute befreunden sich oft nicht leicht mit den Strebezielen der jüngeren Generation nach Verkürzung der Arbeitszeit. Sie schütteln da bedenklich die Köpfe und reden:„Zu unserer Zeit, da hat man 12 oder 14 Stunden per Tag gearbeitet und die Leute waren zufrieden. Aber die jungen Leute wollen nicht mehr schaffen." Diese klugen Alten und die noch klügeren Jungen aus den sogenannten besseren Ständen, die die Nothwendig- keil weiterer Verkürzung der Arbeitszeit nicht einsehen wollen, seien auf den Unterschied verwiesen, wie man früher arbeitete und wie jetzt. Der fundamentale Unterschied zwischen einst und jetzt ist, daß damals die Arbeit handwerksmäßig war, heute aber fabrikmäßig ist. Diese Wandlung muß vom Gesichtspunkt ihrer Einwirkungen auf den Organismus, auf das körperliche Regen und Befinden der Arbeiter ge- hörig verstanden und richtig beurrheilt werden. Die Physiologie lehrt, daß behufs Erhaltung aller Organe unseres Körpers im gesunden Zustande ein be- stimmtes Maaß von Hebung und Thätigkeit oder, was dasselbe ist, eine bestimmte Thätigkeitsdauer derselben noth- wendig ist; so sehr die Ueberbürdung die Muskeln schwächt und lahm legt, so gewiß ist ein Mangel an Thätigkeit für dieselben schädlich, indem sie dadurch ihrer natürlichen Funktion entwöhnt und zur Erfüllung derselben unfähig werden. So ergiebt sich der erste, so überaus wichtige Grund- satz, daß zur Erhaltung des ganzen Organismus in einem befriedigenden Gesundheitszustand ein gewisses Maaß von Arbeit, gleichmäßig aus die Muskeln aller unserer Organe verlheilt, unbedingt nothwendig ist. Der Grund- charakter aller dem Gesammtorganismus zuträglichen Thä- tigkeit besteht daher darin, daß dieselbe allen unseren Or- ganen in möglichst gleichmäßiger Weise die Gelegenheit zur Bewegung verschafft. Und eben dieser Art waren fast alle Arbeitsverrich- tungen in der urwüchsigen Wirthschaft, wo die Vereinigung oder die Theilung der Arbeit noch sehr wenig fortgeschritten war. Da hatte ein und derselbe Arbeiter eine ganze Reihe höchst verschiedener Operationen zu verrichten, die nach einander die Anstrengungen der Muskeln aller Or- gane seines Körpers erforderten; da war der Arbeiter noch in der Lage, den Charakter seiner Arbeit zu wechseln und die von derselben bedingte Lage und Thätigkeit seines Körpers durch eine andere abzulösen. Nehmen wir als konkretes Beispiel das Gewerbe der Brettschneider vor der Aera der Dampssägemaschinen. Jeder Arbeiter hatte selbst seine Säge zu schärfen, er mußte dann die Unterlage für die Balken zurecht machen; erst nachdem er selbst diese Vorarbeiten ausgeführt, kam das eigentliche Sägen oder Bretterschneiden an die Reihe und waren diese fertig, so mußten wieder dieselben Ar- bciter die Bretter auf den rechten Platz und in die ge- hörige Lage bringen, damit sie trocknen konnten— wie viel ungleiche Anstrengungen der verschiedenen Mus-' keln erforderte nicht die Ausführung aller dieser Einzel- Verrichtungen und wie oft waren nicht jene Arbeiter in der glücklichen Lage, die Position ihres Körpers zu ändern und entsprechend abzulösen! Und die Hauplverrichtung jenes Arbeiters— das Bretterschneiden selbst: wie sehr war dieselbe dazu geeignet, seinen ganzen Körper, gleichsam wie ein Stück, arbeilen zu lassen! Mit jedem Ruck der Säge brachte er den Ober- körper, besonders die Wirbelsäule in starke Bewegung, was. wiederum ein strammes Anspannen der Beine, auf die er sich naturgemäß stützen mußte, zur Folge hatte. So war die Alhmung eine kräftige und der Stoffwechsel ein leb- hafter, was die rochen Wangen und die heileren Gesichter von Anno dazumal erzeugte, die mit den bleichen, blasseu und mürrischen von heute in einem so peinlichen Kontrast stehen. Und wie ist es heute? Der Mensch ist selber wie ein Theil einer Maschine geworden, sein Leben lang an ein und dieselbe öde und einförmige Thcilarbeit ge- fesselt. Das spannt den Körper ab, das lähmt den Geist — das fordert ein viel reichlicheres Maaß von freier Zeit und Erholung, um das Gleichgewicht der körperlichen und geistigen Kräfte wieder herzustellen. Aber statt dieser reichlicheren Erholung zwingt die moderne Industrie dem Arbeiter eine maaßlos verlängerte Arbeitszeit auf, sie versagt ihm durch ihre elenden Löhne selbst in den wenigen freien Augenblicken jeden Genuß—. sie tödlet das Leben, anstatt es lebendiger zu gestallen. Kürzere Arbeitszeit, reichlichere Erholung und besserer Lohn— das sind unter den Heuligen Produktionsverhält- nisscn nothwendige Lebensbedingungen für den Arbeiter- stand, sie bedeuten— wegen der veränderten Arbeltsweise und ihres Einflusses aus Körper und Geist— an sich noch nicht einmal einen Fortschritt. Und selbst diese noch- wendigen Lebensbedingungen sind dem Proletarier noch vielfach versagt. Kann die Wissenschaft und die Politik diesen Verderb- lichen Zustand noch länger ignoriren? mer Aus Frankreich. Neuerdings hat die sozialistische Gruppe in der Kam- , die(den nicht gewählten) Jules Guesde zu ihrem aekretär ernannt hat, unterstützt durch die Abgeordneten Chassang, Girodet, Hovelacque und Millereaud, und unter ausdrucklichem Hinweis auf den Internationalen Arbeiter- kongreß zu Paris, einen Antrag eingebracht, der sich genau den Beschlüssen dieses Kongresses ,, dieser, wie es heißt,| mendes, aber unrechtmäßig Vorenthaltenes. Sehr| verzeichnen. Die spannfähigen Bauerngüter Preußens wahren Generalstände des Proletariats der alten und bezeichnend diese Auffassungsweise der Leute! Wenn sie büßten von 1816-1859 zirka 2 Millionen Morgen an der neuen Welt" anschließt. die entwendeten Naturalien für sich gebrauchen, so fehlten Fläche ein.) Es verschwanden 9873 Güter vollkommen, ihnen diese doch bei ihrem Unterhalte, sie waren ihnen oder 2,8% derselben. Dem Umfang nach gingen die gleichfam vorenthalten worden. Güter um 6% zurück( nach Miastowski's Berechnung). Es handelte sich auf dem Kongreß", heißt es in den Motiven des Antrags, nicht darum, die soziale Frage zu lösen, sondern sich zu verständigen, um überall, wo die Wir haben hier noch sogar die Lage der besser ge- Von 1816-1867 nimmt Miaskowski eine Verminderung kapitalistische Produktion herrscht, den verderblichen Wir stellten ländlichen Arbeiter, die der Insten, geschildert. des spannfähigen Eigenthums um 8% seiner Totalkungen des gegenwärtigen Wirthschaftssystems zu steuern, Noch viel trauriger geht es den hunderttausenden von fläche an. der Versklavung, sowie der physischen und moralischen Ent- Einliegern. Im Gegensatz zu Meißen, den diese Verminderung artung der Arbeiterklasse entgegenzuwirken, und die freie Schon 1852 schäßte von Lengerke sie und ihre der größeren Befizungen nicht beunruhigt, sieht MiasEntwickelung der Menschheit zu sichern... Angehörigen in den alten preußischen Provinzen auf kowski in derselben die größte Gefahr, die die deutsche " Fünf von uns find Delegirte dieses Internationalen 3 745 856 Seelen. Geradezu ungeheuerlich gestalten sich Volkswirthschaft und die deutsche soziale Entwicklung in Kongresses gewesen, der mit einem Ehrenwein im Stadt- ihre Verhältnisse, wenn die Feldfrüchte nicht gerathen. der Gegenwart und Zukunft bedroht." 2)- Man beachte hause endete, den der Pariser Gemeinderath allen seinen Noch im Jahre 1867 hätten die Einlieger„ schaarenweise wohl diesen Ausspruch jenes konservativen Gelehrten! Delegirten anbot. verhungern" müssen, wenn nicht die öffentliche Wohl- Nach 1859 und 1867 schlug aber der Expropriationsthätigkeit außerordentliche Anstrengung zu ihrer Rettung prozeß der größeren Bauernwirthschaften ein viel schnelleres gemacht hätte.( v. d. Golz.) Tempo ein. Jm höheren Maße nahm noch die Verschuldung zu.³) Paul Kampffmeyer. Getreu dem dort empfangenen und am 22. September und am 6. Oktober durch unsere Wähler bestätigten Mandat, wollen wir nicht zögern, Sie aufzufordern, die Ganz unhaltbar ist die Lage der Wanderarbeiter. von den Proletariern der ganzen Welt als ein Mini- Nach der landwirthschaftlichen Enquete finden zeitmum des von ihnen zu beanspruchenden Schußes weise Wanderungen der landwirthschaftlichen Arbeiter in verlangten Maßregeln sozialer Hygieine in gesetzliche Form sehr umfassenden Maße in meisten Theilen Deutschlands" zu bringen. statt. Eine vollständige Auflösung von Sitte und Ordnung vollzieht sich hier in den Kreisen der Wanderarbeiter. Deshalb unterbreiten wir Ihnen, indem wir daran erinnern, daß der größte Theil von Ihnen bei den jüngsten Wahlen die Nothwendigkeit, sich mit den sozialen Fragen zu beschäftigen, anerkannt hat, vertrauensvoll den folgen: den Antrag, den die Resolution des Internationalen Kongresses zu Paris wiedergiebt." Antrag. Einziger Artikel. " In Oesterreich hat die Arbeiter- Presse einen erfreulichen Aufschwung genommen. " Alle diese Blätter erfreuen sich eines bedeutenden Leserkreises und ihr Bestand ist gesichert, während zugleich die Abonnementszahl der schon bestehenden erheblich zuge= nommen hat. In diesem Pfuhl thierischer Wollust, brutaler Un- Begründet wurden nicht weniger als 8 neue Blätter: flätigkeit gehen zahllose weibliche Arbeiterinnen zu Grunde. die Sozialdemokratische Monatsschrift", die ArbeiterMan hat, heißt es in der landwirthschaftlichen Enquete Zeitung", die„ Volkspresse", das„ Fachblatt der Drechsler", von 1875, namentlich in Norddeutschland, wo die Wander- die ,, Glühlichter" in Wien, der Freigeist" in Reichenberg, arbeiter häufig ihre gemeinschaftlichen Schlaf- und Wohn- der ,, Heslo" und ,, Cerwanky" in Brünn. stätten in den sogenannten Schnitterhäusern finden, sehr traurige Erfahrungen in besagter Richtung gemacht! Es wird eine Kommission von 22 Mitgliedern, je 2 Mit-( nämlich in der sittlichen Verwilderung der weiblichen gliedern pro Abtheilung ernannt, mit dem Auftrage, auf folgender Arbeiterinnen.) Grundlage einen Arbeiterschußgesezentwurf auszuarbeiten: Wer hat den Muth, angesichts aller dieser Daten zu Ebenso ist die Zahl der Arbeitervereine in Defterreich 1. Einen achtstündigen Maximalarbeitstag für alle behaupten, daß diese ländlichen Arbeiterverhältnisse nicht bedeutend gewachsen, und die Zahl der Versammlungen, Erwachsene; 2. Verbot der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren und reformbedürftig wären? Wer hat den Muth, noch von die angemeldet wurden, ist eine ungeheure. Gestattet werBeschränkung der Arbeit aller Minderjährigen von 14-18 Jahren patriarchalischen ländlichen Verhältnissen zu reden, denen den freilich Versammlungen nur ausnahmsweise. auf 6 Stunden pro Tag; gegenüber die moderne Sozialreform nicht angebracht sein 3. Berbot der Nachtarbeit mit Ausnahme für jene Betriebe, foll? Die Sozialreform erweist sich hier ebenso nothwendig welche ihrer Natur noch ununterbrochenen Betrieb erfordern; 4. Ausschluß der Frauenarbeit in allen, den weiblichen wie auf allen Gebieten des heutigen wirthschaftlichen Organismus besonders schädlichen Betrieben; Lebens. Wir werden uns mit ihr eingehend beschäftigen, wenn wir aus der Entwicklung der gesammten ländlichen Verhältnisse den einzuschlagenden Weg zur Reform kennen 5. Berbot der Nachtarbeit für Frauen und für männliche Arbeiter unter 18 Jahren; 6. Eine mindestens 36 Stunden hintereinander umfassende Ruhezeit in der Woche; 7. Verbot solcher Industrien und solcher Arbeitsmethoden, welche der Gesundheit der Arbeiter besonders schädlich sind; ternehmer. gelernt haben. III. 8. Beseitigung des Unterverdingungssystems( Marchandage) Die bisherige Geschichte der bäuerlichen Verhältnisse durch Anwendung des betreffen den Gesetzes vom Jahre 1848; zeigte uns den rapiden Niedergang der bäuerlichen 9. Verbot des Trucksystems, wie der Konsumvereine der Un- Wirthschaften. Seßte fich die Entwicklung nach derselben 10. Berbot der privaten Stellenvermittelungsbureaus. Richtung hin fort, so war der Untergang der Bauernklasse 11. Eine alle industriellen Betriebe, einschließlich der Haus- unvermeidlich. industrie umfassende Inspektion durch staatlich besoldete Inspektoren, welche mindestens zur Hälfte von den Arbeitern zu wählen find. Die jetzige Lage des Bauernstandes. II. Aus der bürgerlichen Presse. aufrechterhaltung des Sozialistengesezes von 1878 der In einer Lage wie die, welche durch die viel zu lange Sozialdemokratie geschaffen ist, wird jede Partei zu einer geheimen Thätigkeit greifen.... und daß tausende und abertausende mit ganz demselben Rechte angeklagt, resp. verurtheilt werden könnten, wie die Personen, denen es in Elberfeld geschehen ist, unterliegt nicht dem mindesten Zweifel. Ein solcher Stand der Dinge ist unhaltbar und verderblich. Von den häßlichen begleitenden Erscheinungen, wie die Ausdehnung des Spionenwesens zur polizeilichen Ueberwachung der ge= heimen Thätigkeit der Sozialdemokratie, ganz zu schweigen. Natztg., 1. Januar. Vielleicht ist nicht mehr die Zeit fern, wo unser Kanzler auch Und dies mußte der Fall sein, je mehr der Kapi- von der deutschen Arbeiterpartei auf den Schild gehoben und als talismus in Preußen die Großwirthschaft zur typischen der verdienstliche Staatsmann verehrt wird. Form der ländlischen Produktion erhob. Die Marktpreise Köln. 3tg., 1. Januar. waren eine viel wirksamere Waffe im Kampfe um die Eristenz, wie die alten adligen Waffen. Sie vollzogen die Expropiation ften Steuern zahlen", das glaubt heute, wie die Schwaben sagen, Daß diejenigen die besten Bürger" scien, welche die höch= viel gründlicher wie vorher die brutalen Gewaltmittel. selbst der stärkste Mann nicht mehr". Auch die Bedrückung der Bauern mit Lasten und * * * Kreuzztg., 7. Januar. Kreuzztg., 7. Januar. Je mehr die Industrie auf dem Lande sich ein- Diensten ging nicht mehr so schwerfällig vor sich wie bürgert, je mehr treten die ländlichen Arbeiter mit den früher. Man brauchte diese dem Bauer nicht mehr mit die Aufführung des Unfittendramas„ Der Fall Clemenceau" von Mit aufrichtiger Genugthuung lasen wir füngst, daß irgendwo städtischen in Berührung. Diese aber stehen ihren ganzen Schwert und Spieß gewaltsam aufzuzwingen. Der Bauer der Behörde verboten worden ist; unwillkürlich entstand in uns Lebensansprüchen nach auf einem anderen Culturniveau mußte eine Hypothek aufnehmen, er wurde dem Kapi- der Wunsch, daß in der ersten Stadt des Reiches im neuen Jahre wie die ländlichen Arbeiter. Der politische und gewerk- talisten zins- und abgabenpflichtig wie vorher dem Feudal- eine ähnlich strenge Zensur geübt werden möchte. schaftliche Klassenkampf hat das städtische Proletariat herrn. Natürlich er stellte nicht mehr direkt dem neuen bereits trefflich geschult; mit dem wachsenden Gefühl recht Feudalherrn ein Drittel seiner Arbeitszeit zur Verfügung, licher Gleichberechtigung, erworben in den Kämpfen mit indem er Spann- und Handdienste für diesen leistete, er Das fächsisch- thüringische Zentral- Wahlder kapitalistischen Unternehmerklasse, verfeinert sich das zahlte aber mitunter ein Drittel seines Arbeitsertrages agitationskomitee Unterscheidungsvermögen für die thatsächlichen wirthschaft- in Geld an diesen. Das tam auf das Gleiche heraus,( gez. A. Hoffmann- Halle) giebt bekannt, daß folgende Wirthe thre lichen Ungleichheiten. Mit diesen vorwärts drängenden als wenn er ein Drittel seiner Arbeitszeit in Hand- und Lokale zu Bersammlungen verweigern: Elementen kommen nun die ländlichen Arbeiter zusammen. Spanndiensten für den Kapitalisten verausgabt hätte. Aehnliche Ansprüche an die moderne, durch die Arbeit der Wir sehen also, daß der Kapitalismus ebenso Maffen emporgehobene Kultur schlagen in diesen länd- wie der Feudalismus eine Ausbeutungsform der lichen Arbeitern Wurzeln. Arbeit ist. Die Geldform, welche die ehemaligen Lasten und Dienste annehmen, macht diese Form weniger durchfichtig als die früheren. Schulzes Brauerei, Halle a. S. Dettlers Brauerei, Weißenfels a. S. Politisches, Gewerkschaftliches. Der Reichstag trat am Mittwoch wieder zusammen, Eine ganze Reihe von Zeitungs-, FlugschriftenVereinsverboten ist seitens der Reichskommission aufge= hoben worden, nämlich: Schon 1874/75 verspürte man merklich den Einfluß der städtischen Arbeiterschaft auf die ländliche. Die landwirthschaftliche Enquete von 1875 ergab schon, daß in Und häufig war diese Form der Ausbeutung viel tam aber wegen des Todes der verwittweten Raiserin über 120 Kreisen von gegen 260, welche Berichte ein drückender als die früheren. Der ehemalige hörige Bauer Augusta zu keiner erwähnenswerthen Thätigkeit. geschickt hatten, höhere Lohnansprüche der ländlichen Ar- trat von dem thatsächlich geernteten Getreide seinen Zehnten Im Elberfelder Prozeß haben sowohl Staatsanwalt wie beiter und eine gewisse Unzufriedenheit derselben mit den ab, der heutige freie muß seinen Geldzehnten zahlen, Verurtheilte Einspruch gegen das Urtheil erhoben. alt- eingerosteten Berhältnissen hervortraten.) Ferner regte gleichgültig ob ein großer Theil seines Getreides auf dem sich schon in einigen ländlichen Kreisen die Sozialdemo- Felde verdarb und der übrig gebliebene noch auf dem kratie. Und wie unbedeutend war diese noch 1874 gegen Markte durch einen plößlichen Preissturz total entwerthet und 1887! In Preußen waren 1874 erst gegen 89 Kreise, wurde. Mit den sogenannten himmlischen Mächten ver1887 dagegen schon 132 Kreise von 234 preußischen binden sich heute die irdischen, wirthschaftlichen. Was verWahlkreisen von der sozialdemokratischen Agitation an- mögen die verheerenden Fluthen des Meeres und der Hochgefressen worden. Damals erst über ein Drittel, 1887 schon wasser gegenüber den Springfluthen der heutigen, riesig über die Hälfte! Außerdem verlassen schon jährlich tausende entwickelten Waarenproduktion, welche in kürzester Zeit die und abertausende von ländlichen Arbeitern die östlichen weitentferntesten Märkte überschwemmen und total zu und nördlichen Provinzen Preußens, strömen in die Städte Grunde richten kann. Wer zählt die wirthschaftlich ruinirten oder wandern aus. Existenzen, welche in derartigen Springfluthen ertranken! Ferner häufen sich jetzt riesenhaft schon die Klagen über den Kontraktbruch der ländlichen Arbeiter. Seitdem sich ein gewaltiges zusammenschnürendes Net von Chausseen, Kanälen, Eisenbahnlinien um die ganze Man sieht, die Unzufriedenheit mit diesen geschilderten zivilifirte Welt gelegt hat, find frühere, weit entfernte Märkte zurückgebliebenen Verhältnissen ergreift immer größere fich fast auf den Leib gerückt. Die Parzelle des ostpreußischen Massen ländlicher Arbeiter. Und dies ist nur zu erklärlich, Kleinbauern stößt- um eine Hyperbel zu gebrauchen sind doch diese Verhältnisse ein wahrer Hohn auf unsere mit der Riesenfarm des amerikanischen Landwirths zuheutige, viel gepriesene Kultur. sammen. Nicht nur der ablige,„ königstreue" Gutsnachbar " 1 1. der Nr. 141 des 7. Jahrganges und des ferneren Erscheinens der periodischen Druckschrift: ,, Sächsisches Wochenblatt. Organ für Politik und Voltswirthschaft"; 2. der Nr. 118 bom 9. Oftober 1889 des„ Südwestdeutschen Volksblattes. Offenburger Nachrichten"; 3. a) des Flugblattes:" An die Zimmerer Braunschweigs und Umgegend"; b) der Nrn. 39, 41 und 47 des britten Jahrganges, sowie des ferneren Erscheinens der periodischen Druckschrift: ,, Vereinsblatt für die Krankentaffen, Fachvereine und anderen Organisationen der Bauhandwerker", c) der Probenummer 1 und des ferneren Erscheinens der periodischen Druckschrift;" Der Baugenosse. Zeitschrift zur Wahrung der Interessen aller Berufsgenossen. und anderer Arbeiter"; 4. des Vereins zur Erzielung volksthümlicher Wahlen zu Wolfenbüttel; 5. der Nr. 43 der„ Neuen Tischler Zeitung. Beitschrift für die Interessen des Tischler- Gewerbes" und 6. der sozialdemokratische Wahlverein zu Lüneburg. Ein sozialdemokratischer Parteitag für die ProDiese armen Leute find häufig gezwungen, durch kann heute den Bauer durch niedrigere Preise ruiniren, Diebstahl von Naturalien das Minus in ihrem Unterhalte sondern der erste beste stammverwandte Farmer der Verzu decken. V. d. Golz sagt: Die Eigenthumsbegriffe einigten Staaten, der Erbfeind" der Franzose in Kanada vinzen Ost- und Westpreußen findet morgen, Sonntag, den unserer Leute sind ganz besonderer Art. Den Diebstahl und der russische Erbfreund in Sibirien. von Naturalien, welche sie meist nur selbst ver- Daher hat seit der Entstehung unseres heutigen Weltwenden, betrachten fie als etwas ihnen Zukom verkehrs- und Weltwirthschaftssystems die Verschuldung und Vernichtung der kleineren konkurrenzunfähigen Bauer 1) Dies Resultat ist aus der landwirthschaftlichen Enquete wirthschaften gewaltige Dimensionen angenommen. „ die Lage der ländlichen Arbeiter im deutschen Steich" Berlin 1875, genommen. Der Verfasser hat alle die Streife zusammengezählt, Aber schon vor der eigentlichen Ausbildung dieses wo der Einfluß der industriellen Arbeiterschaft sich fühlbar machte. Weltverkehrssystems fonnte man einen Rückgang derselben 1) Miastowski: Zur Geschichte der neueren Veränderungen in der Bertheilung des deutschen Grundeigenthums. Jahrbuch für Gesezgebung, Verwaltung VI, 1208. 2) A. v. Miastowski: Zur Geschichte der neueren Verände rungen u. f. w. Jahrbuch für Gefeßgebung 2c. VI, 1214. 3) Wir ersehen dies theils aus den Berichten über die bänerlichen Befiz- und Wohlstandsverhältnisse. 12. Januar, Nachmittags 4 Uhr im Kneiphöfschen Gemeindegarten in Rönigsberg statt. Herr Karl Schulz unterzeichnet als Vorstand des Königsberger Arbeiterwahlvereins die Einladung. Korbmacher. Der erste Kongreß deutscher Korbmacher| Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Die Arbeiter und die Wahlen. erklärte in seiner Sigung am Sonntag, den 29. Dezember 1889: Vortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Wanderbursche" ist das amtliche Fachblatt des VerVereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortsbandes der deutschen Korbmacher. Wir gratuliren den Korbmachern verwaltung Berlin 3. Sonntag, den 12. Januar, Vormittags Eine Ersatzwahl für den Chemnizer Landtag findet zu diesem Beschlusse, da die Mitarbeit einer auf gewerkschaftlich- 10% Uhr, Andreasstr. 26 bei Bolzmann: Versammlung. am 14. Januar in Chemnik I statt. Kandidat der Sozialdemo- politischem Gebiete so ausgezeichneten Kraft wie der des Herrn Der Arbeits- Nachweis des Fachvereins der kraten ist der in Chemnitz ungemein beliebte und geachtete Zigarren- Regbaum. Keßler den„ Wanderburschen" zweifellos zu einem Schloffer befindet sich für den Süden Dresdenerstr. 116 bei händler Robert Zeißig. Was die Wahlaussichten betrifft, so Gründel, für den Norden Anklamerstr. 49 bei Nürnberg. tommt allerdings in Betracht, daß dieser erste Wahlkreis infolge vortrefflichen gewerkschaftlichen Organ machen wird. Verein der Klempner Berlins. Arbeitsnachweis bei einer feindurchdachten Wahlkreisgeometrie zu einer der Hochburgen Vergolderkongreß. Am 26. und 27. Dezember 1889 fand Stramm, Ritterstraße 123. des Kartells gehört. Während auf der rechten Seite des Gablenz- in Brandenburg a. H. der erste Kongreß der Vergolder - Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für Klavierbaches und des Chemnitzflusses, welche den zweiten Wahlkreis der Ube arbeiter befindet sich vom 20. Oftober ab Naunynstr. 78 bei Stadt Chemnig bildet, vorwiegend Arbeiter wohnen, überwiegen die Deutſchlands statt. Derselbe hatte die Aufgabe, die Gründung Winzer. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-9/ 2 Uhr besser Situirten, also die Truppen des Kartells, im ersten Wahl- eines Verbandes der Vergolder, Goldleiſtenerbeiter und Be- und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mitkreis, also links des Gablenzbaches und des Chemnikflusses, ganz rufsgenossen Deutschlands anzubahnen. Er erreichte seinen Zweck glieder wie an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. bedeutend. Nun, die Chemnizer Genossen werden ihre Schuldigkeit durch die einstimmige Annahme der Gründung des Verbandes. Sanitätsverein der Arbeiter beiderl. Geschlechts. thun und wahrscheinlich wird ihnen darum troz aller Schwierig: Es wurde beschlossen, daß der Siz des Vorstandes Berlin Beiträge werden täglich entgengenommen, ſowie Bons ausgefertigt und neue Mitglieder aufgenommen bei Herrn Otto Nasche, Mariist und der Sitz des Ausschusses Hamburg. Zum Verbands annenstraße 34, Hof 3 Tr. vorsitzenden wurde F. Schumme- Berlin gewählt. Es waren Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung Delegirte aus allen Gauen Deutschlands vertreten. Die Situations-( frühere Ethische Gesellschaft). Generalversammlung am Sonnberichte waren einigermaßen zufriedenstellende. Ein Resolution, die abend, den 11. Januar, Abends 8½½ Uhr, bei Mundt, KöpnickerFrauenbewegung, laut Beschluß des Pariser Kongresses nach straße 100. Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstr. 38. Sonntag besten Kräften zu unterſtüßen, wurde einstimmig angenommen. den 12. Januar, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Doktor Ebenso wurde beschlossen, den 1. Mai 1890 als Feiertag anzu- Völkel über" Paine's Zeitalter der Vernunft". Abends 7 Uhr, ge= nehmen. Nach einer kurzen kräftigen Schlußrede des 1 Vorsitzenden, Faustmonolog und seine Bedeutung mit Rezitationen. Gäste willſellige Versammlung und Vortrag des Herrn Vogtherr über den des Kollegen Ewald- Brandenburg, wurde der vom Geiste der Soli- kommen. darität beseelte Kongreß am 27. Dezember, Ab. 7 Uhr, geschlossen. feiten der Sieg zufallen. " = 1 Literarisches. Ueber den Umfang der Sachsengängerei haben die für das abgelaufene Jahr im Regierungsbezirk Oppeln angestellten Erhebungen ergeben, daß aus demselben 20 631 ländliche Arbeiter in der Fremde beschäftigt waren; außerdem gingen aus dem Kreise Ratibor 1985 nach Desterreich und Rußland. Von den Arbeitern waren 11 125 männliche und 9506 weibliche. Darunter befanden sich 4901 Verheirathete. In 58 Fällen mußte wegen Fortganges des Familienhaupts die öffentliche Armenpflege eintreten. Die Stadt Berlin und die Altersversicherung. Es -Sozialdemokratischer Leseklub„ Lessing". Monist wahrscheinlich, daß die Stadt Berlin einen eigenen Versicherungsverband für sich bilden wird. Mindestens 400 000 in Berlin in Die Freie Vereinigung der Kaufleute Berling" tag, den 13. Januar im Vereinslokal: Generalversammlung. Arbeit und Lohn stehende Personen männlichen und weiblichen Ge- hielt am 27. Dezember eine Mitglieder- Versammlung ab, in der Alle Mitglieder wollen pünktlich um 8½ Uhr erscheinen. schlechts werden in diesen Versicherungsverband einbezogen sein, da über das Thema„ die Presse und die Handlungsgehilfenbewegung" das Alters- und Invalidenversicherungsgesetz viel weiter greift, als diskutirt wurde. Alle Ausführungen, besonders die der Herren das Krankenversicherungsgeseh. Es fallen z. B. u. a. alle dem Wilde, Türk, Hinze, Auerbach und Miecker gipfelten darin, daß es Dienstbotenstande angehörende Personen unter jenes Gesez, ebenso einzig und allein die Arbeiterpresse sei, deren sich die Handdie Handlungsgehilfen. Die Kosten der ersten Errichtung werden lungsgehilfen zur Lektüre bedienen müßten. Im Großen und lären illustrirten Werkes: Die Geschichte der Erde, von für den Stadthaushalt auf 50 000 Mark veranschlagt, da die Ganzen steht die neue Handlungsgehilfenbewegung troß vieler An- R. Bommeli. Reich illustrirt und mit einigen Karten versehen. neue sozialpolitische Veranstaltung eine ganze Anzahl neuer Be- feindungen der öffentlichen Meinung einer großen Zukunft entgegen( Stuttgart, Diez.) Das ganze Werk wird in ca. 20 Lieferungen à 20 Pfennig erscheinen. amtenträfte, nicht gerade kleine Lokalitäten, nicht unbedeutende Ein- und sie, die vollständig auf dem Boden der allgemeinen richtungen der Schreibstuben zum Theil wohl auch ansehnliche Ge- Arbeiterbewegung steht, wird auch bald im Stande sein mit hälter für die Vorstandsbeamten und sonstigen Angestellten er- Unterstützung der zielbewußten Arbeiterschaft Abhilfe der Mißstände folgen wird. Aus dem Einrichtungsfonds werden noch die Her- im kaufmännischen Berufe herbeizuführen, besonders dann, wenn stellungskosten von 25 Millionen Stück Wochenmarken, 3 Millionen alle kaufmännischen Angestellten, mit Einschluß der weiblichen, von Stück Quittungsfarten und alle Druckkosten und Insertionsgebühren der Gerechtigkeit der Bewegung überzeugt sein werden. Die Mitzu bestreiten sein. glieder der Freien Bereinigung der Kaufleute" aber werden es ſtets als ihre hohe Pflicht erachten, auch im andern Falle die Arbeiter in ihrem schwerem Kampfe ums Dasein nach Möglichkeit zu unterstützen. Soeben erhalten wir heft 13-16 als Fortseßung des popu= Briefkasten. Leser. In Nordhausen kandidirt Herr Theodor Glocke= Berlin. Derselbe ist zugleich in Burg aufgestellt. Frankfurt a. M. Wir sind leider derart mit Beiträgen überhäuft, daß wir vieles ablehnen müssen. J. u. C. 101. An Freunde, Bekannte können Sie stets Potsdam. Es hat sich hier ein Wahlkomitee konstituirt, liefern, nur nicht gewerbsmäßig." Das schließt nicht aus, daß welchem folgende Herren angehören: Aug. Krause, Schneidermstr., 1. Vorsitzender. Wilhelm Benecke, Zigarrenhändler, Junkerstr. 52, General- Versammlung der Filiale 1 der Maler, Lacirer Sie von der Erpedition oder sonstwie für Ihre Mühewaltung eine 2. Vorsigender. Robert Godglück, Schuhmachermstr., Kanal 52, und Anstreicher. Dienstag, den 14. Januar in Hoffmanns Fest- gewisse Vergütung erhalten. Hamburg. Die Adresse des Vorsitzenden des Fachvereine Kassirer. Gustav Wittenbecher, Maurer, Schockstr. 35, Schriftführer. sälen, Oranienstr. 180. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Karl Mude, Metallarbeiter, Heinrichstr. 28, Traugott Förster, Dr. med. Christeller. 2. Vierteljahrsbericht. 3. Filialangelegenheit. Der Berliner Marmorschleifer ist J. Paulikat, Oranienstr 24, Hof 3 Tr. Tischler, Mittelstr. 27, Wilhelm Schulz, Zigarrenmacher, Alte 3. Verschiedenes. Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags= Abonnent. Im Elberfelder Prozeß trägt die Staatskasse Luisenstr. 50, Beifizer. Sämmtliche Anfragen und Briefe sind an den Vorsitzenden Aug. Krause, Potsdam, Zimmerstr. 1, zu richten. wahlkreis. Generalversammlung am Montag, den 13. d. Ms., drei Fünftel der Kosten. Abends 8 Uhr, Münzstr. 11. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Zur Massenverbreitung für die Wahl- Agitation empfohlen, besonders für Wahlvereine! Die Sozialdemokratie und der deutsche Reichstag. Materialien zum Gebrauche für sozialdemokratische Wähler. Berliner Arbeiterbibliothek Seft 10. 36 Seiten. 1 Preis 15 fg. Inhalt: Die Entstehung des Sozialistengesetzes. Die Verlängerungen des Gesezes und die Parteien. Die vorgenommenen Ergänzungen zum Gesez.- Sozialdemokratische Wahlstatistik für die einzelnen Wahlkreise seit 1878. Die Stimmenzahl der einzelnen Parteien bei den Wahlen und die Zahl der Abgeordneten seit Gründung des Reiches 1871.- Die bisherigen sozialdemokratischen Abgeordneten( Tabellen und Biographisches). Anhang: Das deutsche Wahlsystem. Wie geht die Wahlhandlung vor sich? Für Barbiere! 1 Ein seit mehreren Jahren bestehendes Barbierund Haarschneide Geschäft ist sofort oder später fortzugshalber für 600 Mk. zu verkaufen. Off. find unter H. B. 600 Hotel zur Post, Chemnitz niederzulegen. Empfehle meinen Fyernden und Genossen meine Deftillation. Weiland, Weberstraße 66. Allen Parteigenossen empfehle mein in der Forsterstraße 45 be legenes Lokal. Ein großes Zimmer mit Instru= ment( zu zirka 36 Personen) zu Zahlstellen und als Vereinszimmer ist noch zu vergeben. Jeden Sonntag sindet musikalische Abendunterhaltung statt. Otto Linke. Forsterstraße 45. ff. Harz- Käse bersende an Parteigenossen 90-100 Stück Juhalt zu 3,30 Mt. inklus. u. franko gegen Nachnahme. W. Fekel, Harzkäserei, Quedlinburg a. H. Stimmzettel. Wie verhindert man Wahlbeeinflussungen und Uebergriffe? Expedition der Berliner ,, Volks- Tribüne", Berlin S0., Oranienstraße 23. Grosse Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 14. Januar, Abends 82 Uhr, im Saale des Hrn. Keller, Bergstraße. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Arthur Stadthagen über:" Was hat der Arbeiter vom neuen bürgerliche Gesetzbuchen zu erwarten?" 2. Diskussion. 3. Berschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder Um zahlreiches Erscheinen ersucht Versammlung des Der Vorstand. sozialdemokratischen Wahlvereins für den zweiten Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den 14. Januar, Abends 8 Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstraße 6-7. Tagesordnung: 1. Vortrag über„ Die bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie." Referent: Allen Freunden und Genossen empfehle meine E. Wildberger. Restauration. J. Kaddatz. Wienerstraße 50. Freie Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 12. Januar, Vormittags 10 Uhr, in den Bürgerfälen, Dresdenerstr. 96. Große GeneralMitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Kassirers vom 4. Quartal und Berichterstattung der Revisoren. 2. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 3. Rechenschaftsbericht der Rechtsschutz- resp. Agitationskommission 1889. Etwaige Neuwahl derselben. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Die Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen im Rückstande sind, werden ersucht, ihren Pflichten nachzukommen. Auch machen wir darauf aufmerksam, daß in dieser Bersammlung Heft X der Berliner Arbeiterbibliothek von M. Schippel: Die Sozialdemokratie und der deutsche Reichstag zur Ausgabe gelangt, welches bei keinem Wähler fehlen sollte. Der Vorstand. Grosse öffentl. Tischler- Versammlung am Montag, den 13. Januar, Abends 8½ Uhr, im Lokale ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Tagesordnung: 1. Vortrag: Der achtstündige Arbeitstag und seine Bedeutung. Refer it: Herr Th. Glocke. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer: R. Millarg. Clara verw. Wilhelm Hasenclever. 1. Geschäft Chauffeeftr. 49/50. 2. Geschäft Brunnenstr. 122( Ece Anklamerstr.) Empfehlenswerthe 5 Pf.- Cigarren: Nr. 54 Wanda, mittel und Nr. 56 Merito, kräftig. Den Parteigenoffen bei Bedarf beftens empfohlen. Grosse Schneider- Versammlung der Freien Vereinigung der Schneider Berlins Dienstag, den 14. Januar cr., Abends 8½½ Uhr, in Jordans's Salon, Neue Grünstraße 28. Tagesordnung: 1. Die Uebervölkerungsfrage. Referent: Herr W. Schweizer. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste sind stets willkommen. Alle Kollegen ladet freundlichst ein Der Vorstand. Gesellige Abendunterhaltung der Freien Vereinigung der Schneider Berlins" am Sonntag, den 12. Januar cr., Abends 7 Uhr, in Reyer's Salon, Alte Jakobstr. 83. Billets à 25 Pf. für Herren, wofür freier Tanz. Damen haben freien Eintritt. Die Mitglieder und Freunde der " Freien Vereinigung" sind mit ihren werthen Familien freundlichst eingeladen. Allen Freunden zur Nachricht, daß das vom Gesangverein ,, Crescendo" 2c. veranstaltete Konzert mit anschließendem Tanzkränzchen am Sonnabend, den 11. Januar, in Sanssouci bestimmt stattfindet. J. A.: Carl Wuth, Musik- und Gesanglehrer. Fachverein der Tischler. Zur Beachtung! Die Zahlstelle V des Vereins befindet sich von Sonnabend, d. 11. Januar ab nicht mehr Mariendorferstr., sondern Ecke Gneisenaustraße und Schleiermacherstraße bei Schener. Sonnabend, Abends 9 Uhr, Vorstandssitung in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28. Die Bibliothek ist während der Vorstandssigung geöffnet und werden die Mitglieder des Vereins ersucht, die in ihren Händen befindlichen Bücher abzuliefern oder umzutauschen. Sonntag, den 12. Januar, findet eine Vorstellung mit Vortrag in der 99 Arania"( im Ausstellungspark) für den Fachberein der Tischer statt. Billets find bei Herrn Apelt, SebastianStraße 27/28( Möbelhandlung), für den Preis bon 50 Pf. zu haben. Der Vorstand. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Drud und Berlag: T. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Beiblatt zur № 2. Berliner Volks- Tribüne. [ Nachdruck verboten.] Der alte Sof. Erzählung. Bon Johannes Schlaf. IV. Diese Stimmung hielt nun tagelang bei mir an. Meine Lektüre war mir ganz und gar verleidet. Ich muß Euch hier übrigens doch noch etwas näher erklären, wie ich zu dieser Lektüre kam. Ich sagte schon, daß der alte Hof damals einen verftimmenden Eindruck auf mich machte, und das wurde nur schlimmer, als ich das Leben in den Wohnungen von meinem Zimmer aus beobachtete. Von meinem Zimmer aus: das müßt Ihr bedenken! Ich fing an, über den Menschen nachzudenken; so aus freier Hand zunächst. Es ist nicht gerade verwunderlich, daß ich dabei in die Brüche kam. Ich suchte mir nun Hülfe, um etwas Licht in meinen Gedankengang zu bringen und so kam ich auf diese neuen Ideen von der Entwickelung der Organismen und des Menschen. Ich sah nun ein: diese Entwickelung geht zwar durch allerlei Noth und Elend, durch allerlei schlimme Umwälzungen hindurch, aber sie hat ihr gutes Endziei und das wird sie trotzdem erreichen. Dabei fing ich an, mich zu beruhigen. Aber ich hatte ja nicht berücksichtigt, daß ich das Elend nur vom Hörensagen und von meinem Stubenfenster aus kannte; ich meine, so ganz äußerlich. Seit jenem Abend merkte ich aber, daß es doch noch ganz anders ist, wenn man es nun wirklich kennen lernt, aus nächster Nähe. Ich muß sagen: es verwirrte mich ganz und gar und ich kam in einen gründlichen Bessimismus hinein. Der schöne Trost, den mir meine Lektüre geboten hatte, war mir ganz und gar verdorben. Mit dem schönen, tlaren Ueberblick, den ich allmählich zu bekommen anfing, war es vorbei. Ihr werdet später sehen, daß sich das änderte; aber vorläufig war ich wie vor den Kopf geschlagen, wie man fo sagt. Nun hatte ich aber den verzweifelten Trieb, das alles von Grund aus zu durchkosten, und so fing ich an, auf meine Nachbarsleute genau Acht zu geben. Zunächst aber nügte mir das nicht viel. Ein Tag verging nach dem anderen, ohne daß ich sie auch nur zu Gesicht bekam. Aber eines Nachts wurde das anders. Sonnabend, den 11. Januar 1890. sehr schwer. Ich bin auch eher schwächlich als stark. Aber, wenn es darauf ankommt, bringe ich doch soviel Kraft auf, als nöthig ist. IV. Jahrgang. Ich war eben noch furchtbar grün hinter den Dhren... Drinnen sang fie weiter. Ich wurde nachdenklich. Ich brachte ihn glücklich zum Stehen. Er muschelte Dieses Stimmchen hatte auf einmal, wie ich genauer etwas vor sich hin, schwieg aber sofort wieder und schnaufte hinhorche, für mich etwas Rührendes. Nein! Nein! nur. Er taumelte hin und her. Ich hatte wirklich meine Was ich vorhin dachte, das war ja Unsinn! liebe Noth mit ihm und wunderte mich im Stillen, Aber ich wurde doch an dem Tage aus diesem wie es das schwache Mädchen möglich gemacht hatte, ihn Singen nicht klug. eine Treppe in die Höhe zu bringen Jedenfalls wuchs meine Begier, mehr, alles zu wissen. Glücklicherweise machte er Gehversuche. Ich packte Das brachte aber wieder einiges Leben in mich... ihn kräftig um den Leib und zog ihn, mir am Geländer nachhelfend, das ordentlich unter der Last krachte, langsam, ganz langsam aus aller meiner Kraft die Treppen hinauf. VI. Wie gesagt: ich war damals noch recht grün hinter Sie ging, das Geficht uns zugewandt, mit der Lampe den Ohren. leuchtend seitwärts vor uns her. Denn wie hätte ich sie denn sonst auch nur eine SeIch sah sie nur ein einziges Mal an und dann kunde lang verdammen können, weil sie sich ein Liedachtete ich nur auf den Alten, denn ich dachte, es müßte chen sang? ihr peinlich sein, wenn ich sie anfähe. Aber ich werde ihr Gesicht nie vergessen, wie es damals war. So ein einfaches, schlichtes Gesichtchen und so bleich, so unsäglich verhärmt. Es ging mir durch und durch Der Alte wurde mir furchtbar schwer. Es war mir zuweilen, als wenn mir alle Gelenke auseinanderreißen wollten. Aber ich nahm mich in Acht, es nicht merken zu lassen. Ich stöhnte nicht einmal. Endlich sind wir oben. Ich athme auf. Sie öffnet die Thür und ich trete mit dem Alten ein. ,, Legen Sie ihn auf das Sopha." Das kam zitternd, tonlos von ihren Lippen. Ich führte ihn auf ein altes, mit Glanzleder bezoge= nes Sopha und ließ ihn vorsichtig darauf nieder. Jetzt konnte ich sein rothes, gedunsenes Gesicht sehen. Er lacht vor sich hin, wie Betrunkene lachen und dann schnauft er und schläft sofort ein. Ich stehe nun so eine Weile da und betrachte ihn, ohne ihn eigentlich zu sehen. Ich fühle, daß sie in meiner Nähe steht. „ Ich danke Ihnen, Herr." Ich fahre zusammen und sehe sie an. Sie blickt vor sich nieder und ist feuerroth. Ich murmle irgend etwas vor mich hin, wünsche Gute Nacht", mache so etwas wie eine Verbeugung und dann gehe ich hinüber. " 1 Ich warf mich in der dunklen Stube über mein Sopha. ,, Gott! D Gott!" Ich konnte die ganze Nacht kein Auge zuthun.. V. Ach, ich sage euch! Waren das Tage! Es war die allerschlimmste Zeit meines Lebens. Es nahm mich auch köperlich mit. Ich weiß heutzutage ganz genau, wie ich dazu kam. Weil ich schablonisirte. Sie hatte ein so unendlich bitteres Schicksal zu tragen wie ich das damals nannte das durfte fie, konnte sie doch niemals aus dem Augen lassen, und wenn sie es that, wie sie es meiner Meinung nach that, als sie sang, so mußte das ein Zeichen sein, daß sie nichts werth war. Die Menschen waren mir damals eben noch weiter nichts als meine Ideen. Ich war noch nicht reif und verständig genug, um zu wissen, wie komplizirt ein wirklicher, lebendiger Mensch ist, daß er eine Welt für sich ist, die man nicht verdammen kann, sondern die man verstehen lernen muß.. Ich war damals noch ganz und gar ein doktrinärer, bornirter Ideenmensch. Sogar die Leiden, die mich in den letzten Tagen so furchtbar gequält hatten, wurden im Grunde doch nur von Chimären, Phantasmen verursacht und hatten etwas Abstraktes, so furchtbar sie mich auch mitnahmen. Sie hatten aber wenigstens das Gute, daß sie von einem lebendigen Antheil am Leben, einer innersten Sehnsucht herrührten es kennen und verstehen zn lernen. Damals trat nun bei mir, meine ich, ein Wendepunkt ein, indem jenes Umhertaumeln zwischen allerlei Ideen und nebelhaften Abstraktionen dem einfachen prosaischen Wunsche wich, dieses arme Mädchen kennen und verstehen zu lernen, Das war der Anfang zur Reife. Ich will euch, ehe ich euch erzähle, was nun weiter geschah, noch eins bemerken. Ich schäße mich sehr glücklich, daß ich das alles da= Ich trieb mich in dieser Zeit viel umher, denn wenn mals durchmachen mußte, denn dadurch lernte ich das ich allein auf meiner Stube saß, marterte ich mich so mit Leben kennen und gewann eine feste Lebensanschauung. allerlei Gedanken, daß ich Kopfschmerzen bekam und manchDas war für mich, wie ich nun einmal von Natur anmal glaubte, ich müßte verrückt werden. Ich deutete Euch gelegt bin, von der allergrößten Wichtigkeit. Hätte ich schon an, daß ich auch selber mit mancherlei AußerlichEs war mir oft, als wenn gar kein Blut mehr in sie nicht kennen lernen, wäre ich nicht in so nahe Beteiten meine liebe Noth hatte. Das spielte dabei auch meinen Adern flösse. Mein Mund war mir immer ganz ziehung zu ihr getreten, ich glaube, das Leben hätte mich eine bedeutende Rolle. Außerdem hatte ich so gut wie gar trocken. Ich aß kaum und wenn ich aß, dann war mir, eben so zerrieben, wie es Hunderte und Tausende, die mir keinen Verkehr mit Meinesgleichen und vermied eigentlich als wenn ich Papier kaute. Meine Augen waren ent- ähnlich sind, aufreibt. Denn es ist gefährlich, Gedanken auch einen solchen Verkehr zündet und brannten. Es mußte wohl daher kommen, zu haben.. daß ich all die Tage kaum etwas frische Luft hatte, denn Wie die Sachen aber gekommen sind, habe ich jetzt ich saß nur immer auf meinem Zimmer und sah keinen festen Boden unter den Füßen Menschen, keinen einzigen Menschen außer meiner Wirthin. Ich lag nur da und grübelte, grübelte, that nichts als grübeln Na! Also eines Nachts kam ich ungefähr gegen ein Uhr nach Hause. Es dauerte eine Weile, ehe ich die Hausthür auf geschlossen hatte, und in den Flur getreten war. Ich wollte schon mein Zündholzschächtelchen vorlangen, als es mir auffiel, daß vom Treppengang aus ein Lichtschein über die gegenüberliegende, gelbgetünchte Flurwand fiel. Ich wunderte mich im stillen darüber und ging auf die Treppe zu. Ich sah in die Höhe, der Lichtschein schien von der ersten Etage zu kommen. Sehen konnte ich das Licht nicht, denn die Treppe machte eine Biegung. Ich steige nun hinauf. Da biegt sich auf einmal ein Mädchenkopf oben über das Geländer. Die Gesichtszüge tann ich nicht erkennen; dazu ist es zu dunkel. VII. Eines Tages traf ich, als ich von meinem Ausgange Ihr haltet das vielleicht für übertrieben, für krank- zurückkam, mit ihr im Hausflur zusammen. Sie hatte ein haft. Ihr meint, wenn man sich alles Elend um sich her unförmliches, in ein schwarzes Tuch eingeschlagenes Packet zu Herzen gehen lassen wollte, käme man nicht weit. vor sich stehen und strich sich mit dem Taschentuch über Das ist am Ende auch alles ganz richtig; ich muß ihr erhiẞtes Gefichtchen. euch darin Recht geben. so Ich sagte mir Aehnliches sogar damals selber und zwar gerade in den Augenblicken, wo ich oft eine furchtbare Angst vor meinen Gedanken und Grübeleien bekam. Aber es war doch nun einmal so... Uebrigens: eins hielt mich im Grunde aufrecht, denn Ich ziehe ganz mechanisch meinen Hut und wünsche ich weiß wahrhaftig nicht, was mit mir hätte geschehen „ Guten Abend". Der Kopf verschwindet ſchnell, ohne können. Das war so eine- nun, wie soll ich es nennen? eine gewisse Neugier, ein heimliches Erstaunen, wie Nun komme ich auf dem ersten Treppenflur an und denn fie, sie das alles aushalten könne. daß mir geantwortet wird. da bleibe ich unwillkürlich stehen. Davon konnte ich mir nicht den geringsten Begriff Ich grüßte sie sehr verwirrt. Das Herz schlug mir bis in die Kehle. Auch sie schien verlegen. Ich blieb stehen, denn ich hatte mir sofort vorgenommen, sie anzureden. ,, Sie haben da sehr schwer zu tragen gehabt?" Ich sagte das, ohne sie anzusehen. ,, Ach, schwer ist es nicht!.. Es trägt sich nur etwas unbequem!" Es fiel mir gleich auf, daß sie eine sanfte, gleichmäßige Stimme und ein sehr bescheidenes, wie mir schien, etwas schüchternes Benehmen hatte. Das letztere mochte wie ich in diesem Augenblicke an das denken mußte, was Auf der Treppe steht eine kleine Küchenlampe und machen. Ich war eben damals noch sehr verwöhnt aber wohl daher kommen, daß sie wahrscheinlich ebenso in ihrem Lichte sehe ich ein Mädchen an der Wand lehnen. Ja! Wie sie das alles ertragen könnte: das war es, mich mit der Zeit immer mehr beschäftigte, je schwärzer Sie streckt die Hände gefaltet vor sich hin und hat was den Kopf gesenkt, und dann liegt da auf dem staubigen, ich ihre Lage beurtheilte. schmußigen Flur so eine dunkle Masse dicht an der Treppe zur zweiten Etage. Sie giebt allerlei dumpfe, unverständliche Laute von sich. Wie ich genauer hinsehe, sehe ich an ben grauen Haaren, daß es ein alter Mann ist. Ich wende mich um. Hinter mir hör ich ein stilles Weinen. Er... er kommt nicht allein die Treppe hinauf?" Stammle ich. Ich werde Ihnen helfen!" Ich wurde feuerroth und war furchtbar verlegen. Ich wußte ja, wie ihr in diesem Augenblicke zu Muthe war. Es mußte ihr schrecklich sein, daß ich dazu gekommen war. Ich lebte in diesem Augenblicke ganz in ihren Empfindungen... Wenn ich jetzt an ihrem Zimmer vorüberging, dann blieb ich zuweilen stehen und lauschte. Ich wußte, daß fie allein war. Frühmorgens ging ihr Vater fort, tam zu Mittag und blieb dann wieder bis zum Abend weg. Wie ich nun auch so einmal bei ihrer Thür stehe, und mich bemühe, einen Laut von ihr zu hören, da singt auf einmal. Nicht laut, nein: leiſe, ganz leise, mit einem etwas schwachen, aber reinen, hübschen Stimmchen. Zunächst beschlich mich eine häßliche, widerliche Emfie · in jener Nacht vorgefallen war. „ Ich werde Ihnen das Packet hinauftragen!" Ich hatte mich sofort gebückt und das Packet in die Höhe genommen. Ich konnte es kaum mit beiden Armen umspannen und mußte es vor mich hinhalten. ,, D, mein Herr!" Sie sah mich ganz erstaunt an. " Ach, Sie gestatten mir's?" Ich muß sie geradezu bittend angesehen haben. Sie sagte nun nichts mehr und ging, immer noch zögernd, vor mir die Treppe hinauf. Manchmal sah sie sich um und warf einen flüchtigen pfindung. Ich lachte ironisch vor mich hin. Ein paar Blick auf das Packet. Ich merkte ihr dann an, daß sie Augenblicke schämte ich mich vor mir selber, vor meiner noch gar nicht recht wußte, was sie dazu sagen sollte. Dummheit, daß ich mir über das alles so viel KopfIch muß gestehen, daß ich eine Weile darüber verzerbrechen gemacht hatte. Ich empfand sogar einen Etel legen war, so aus dem Stegreif heraus mit ihr angebunvor ihr. Herrgott! Sie ist ein vollständig leichtsinniges, den zu haben. Aber alle Verlegenheit war nicht so stark, Ich zuckte die Achseln. Mir als die Neugier... nein, nicht Neugier.. die. Meine Hände zitterten zuerst, als ich den Alten unter ſtumpfes Geschöpf!... Ich zuckte die Achseln. nun, die innere Erwartung, die ich hatte. Und dann die Schultern packte und ihn aufrichtete. Er war dick und wurde unsäglich bitter zu Muthe. Das waren also die Beiden. schien es mir auch einmal, als sie sich wieder nach dem Packet umsah, als ob sie lächle. Das heißt, es war nicht so deutlich, daß ich es mit Bestimmtheit sagen könnte. Aber, es schien mir so und in meiner inneren Erregung blinzelte ich halb unwillkürlich mit den Augen, als ob es «ir Spaß machte, sie so überrumpelt zu haben. Dabei «ar es mir doch aber gar nicht spaßhast zu Muthe. Als wir oben angekommen waren, und ich das Packet auf die Dielen gesetzt hatte, pustete ich etwas. „Sehen Sie, es ist ihnen doch etwas schwer gewor- den!" Sie lachte. Und wieder hatte ich vorübergehend diese unangenehme Empfindung wie damals, als ich sie singen hörte. „Es ist nur davon, weil ich den Kopf fortwährend zurückbiegen mußte! Das war etwas unbequem!" sagte ich ziemlich barsch. Ich glaube, ich habe sogar ein sin- steres Gesicht gemacht. Sie sah mich einen Augenblick überrascht an und ,or ihrem Blick mußte ich mich schämen. „Haben Sie es weit tragen müsien?" fragte ich deshalb schnell, möglichst freundlich. Ich muß sagen, daß diese Freundlichkeit gelogen war. Sie war vorläufig nur so etwas wie ein diplomatischer Kniff. Ich war in diesem Augenblicke nur deshalb fteund- lich zu ihr, damit sie vertraulich werden sollte und daß ich in ein Gespräch mit ihr kommen konnte; denn ich wollte die zünftige Gelegenheit, etwas zu erfahren, ausnutzen. Sie nahm auch meine Freundlichkeit für baare Münze. „Vom Alexanderplatz aus!" Sie hatte sich gebückt und das Packet geöffnet. Ich sah einen ganzen Stoß zugeschnittener Trikottaillen. „Oh! Vom Alexanderplatz bis zum Wedding? Wie haben Sie das nur möglich gemacht?" „Ach, es geht schon, wenn es muß!" Sie lächelte und legte die Taillen Stück für Stück sauber auf den Tisch. Ich betrachtete sie unterdeffen. Sie war mittelgroß, schlank und schwächlich. Ein keiner Kopf. Schmale Backen. Spitzes Kinn und kleine spitze Nase. Kleine intelligente graue Augen. Man sieht hier viele, sehr viele solcher Gesichter. Es ist der ächte Berliner Typus. Ihr Ausdruck zeigt je nachdem Mutter- «itz, Intelligenz, Frechheit oder Muth, einen Muth, der sich durch nichts irren läßt und mit staunenswerther Energie namentlich hier im Norden sich durch alle Schwierigkeiten, welche die Großstadt einem kleinen Hausstand in den Weg stellt, durchzuhelsen weiß. Hier glaubte ich diesen Muth zu bemerken. Ich war überhaupt erstaunt. Sie sah nicht ein bis- chen melancholisch oder sentimental aus. Ich war jetzt nicht mehr darüber aufgebracht wie vorhin, als sie gar lachte: ich fragte mich nur, wie das möglich sein könnte? „Sie nähen wohl diese Taillen zusammen?" „Ja! Für ein Geschäft!" „Wie lange nähen Sie an diesem Stoß?" „Daran? Nun, bis morgen Abend!" „Morgen... morgen Abend wollen Sie damit fertig sein? Ganz allein?" „Ja? Ach, es geht schon! Mit der Maschine da! Es muß, Wim sonst verdiene ich nichts!... Man be- kommt so wenig dafür und deshalb muß ich mich dazu halten!" Ich schwieg. Es fiel mir auf, wie korrekt sie sprach. Gar nicht den Berliner Dialekt. Ich sah mich in dem Stübchen um. Ich war zwar schon einmal hier gewesen, aber damals hatte ich gar nichts gesehen... Es war so dürstig wie nur möglich. Aber sauber, sehr sauber. Auf dem Fensterbrett, neben der Nähmaschine bemerkte ich ein paar Blumenstöcke. Ueber dem Sopha hing ein großes, sehr verdunkeltes Oelgemälde mit einem einfachen, stlegenbeschmutzten Goldrahmen. Es war ein männliches Porträt. Dieses Porträt setzte mich in Erstaunen. „Was haben Sie denn da für ein Porträt?" Sie sah von ihren Taillen in die Höhe, die sie auf dem Tische zurechtlegte. „Das? O, das stammt noch von meinen Großeltern!" „Wie meinen Sie?" Sie halle das Letzte so leise gesprochen, daß ich es «icht hatte verstehen können. „Von den Großeltern!" wiederholte sie.„Wir.." „Wie?" „O nichts! Ich wollte weiter nichts sagen!" sagte ße leise. Ich hatte ihr aber natürlich doch angemerkt, daß sie noch etwas hatte sagen wollen und daraus, daß sie so plötzlich davon abbrach, merkte ich, daß es etwas Vertrau- liches war, was sie nicht jedem gern minheilen wollte. Trotzdem hatte sie aber einen Versuch gemacht, es mir zu sagen, und das freute mich. „Es ist ein sehr gutes Bild!" Ich war an das Sopha getreten und besah mir das Bild in der Nähe. „Ja! Meine Großeltern lebten in sehr guten Ver- hältniffen." Sie machte sich fortwährend mit den Taillen zu schaffen. „Ah! Das ist Ihr Großvater?" „Ja! Er... er war Gerichtsrath!" Nicht wahr? Ich benahm mich etwas ungenirt. Ich war aber nicht gerade frech und fühlte wohl, daß ich eigentlich mehr fragte, als schicklich war und deshalb zwang ich mir eigentlich auch jede Frage erst ab. Unterdrücken konnte ich sie aber jedenfalls nicht. Nun, ihr wißt ja! Es war ja nicht blos müßige Neugier. „Wir haben hier einen merkwürdigen Hof!" Ich war zum Fenster getreten. Ich fühlte mich ein wenig verlegen. „Er ist recht unfreundlich! Nicht wahr? „Ja! Schrecklich!" „Das war mir im Anfang auch so, aber nachher habe ich mich daran gewöhnt!" sagte sie ruhig, wie es mir schien, etwas nüchtern... Als ich hinüberging in meine Stube, war ich ziemlich mißmuthig. Ich hatte mir nämlich, ich weiß nicht, was für eine überspannte Vorstellung v»n ihr gemacht und nun war sie doch eigentlich sehr nüchtern und prosaisch. Ich fühlte mich in irgend etwas enttäuscht. Ich hatte eben noch gar nicht das Zeug, sie zu ver- stehen... (Fortsetzung folgt.) Sozialistische Spaziergange. B. W. Wie zuweilen jene kleinen, dem unbewaffne- ten Auge nicht bemerkbaren Lebewesen, welche der Natur- forscher Bazillen nennt, Luft oder Waffer oder überhaupt Stoffe, in denen sie einen Nährboden finden, in s» be- bedeutender Weise bevölkern, daß ungeheure Volksmaffen von ihnen befallen werden und die gleichen leiblichen Er- scheinungen zeigen: so giebt es auch geistige Bazillen, Gedanken und Gefühle, welche mit epidemischer Mafien- hafligkeit die Menschen eines Zeitalters erfüllen und ihrer geistigen Verfaffung sowie ihrer Handlungsweise ein be- stimmtes, gleichartiges Gepräge geben; und zu diesen geistigen Bazillen gehören gegenwärtig wohl in erster Linie die sozialistischen Ideen. Die geistige Atmosphäre unseres Zeitalters ist angefüllt von diesen Ideen. In Gesellschaftskreisen erscheinen dieselben oft, wo man sie gar nicht erwartet hat. Freilich finden fie bei gewiffen Bevölkerungsschichten keinen rechten Nährboden. Jndeffen wird ihnen durch unsere wirthschastliche Entwickclung von Jahr zu Jahr mehr Boden gesckaffen. Und selbst wo der sozialistische Bazillus nicht geveiht, offenbart er doch seine Macht, nämlich durch sein bloßes Vorhandensein, dadurch daß er den Organismus zwingt, sich mit ihm abzufinden. Uns Opfern des sozialistischen Bazillus gewährt es ein großes Vergnügen, zu beobachten, wie immer weitere Kreise von unfern Ideen angesteckt werden. Ich habe vor mir selbst eine stille Wette darauf gemacht, daß keine Nummer einer größeren Zeitung erscheint, ohne irgend etwas über die sozialistische Arbeiterbewegung zu bringen; und bis Dato habe ich diese Wette meines Wissens ge- wonnen. Fast neige ich nun zu einer zweiten Wette. Mir scheint es nämlich, als könne keine Gesellschaft von Leuten, die mit Interesse und einigem Verständniß die Entwickelung unseres öffentlichen Lebens betrachten, einige Stunden im Gespräche zusammensein, ohne aus die sozialistische Bewegung zu gerathcn. Wenigstens pflegte eine Gesellschaft von Schriftstellern, und zwar von solchen, welche größteniheils den Anschauungen der bürgerlichen Welt huldigen— so oft ich anwesend war— mir großer Hitze über den genannten Gegenstand zu debattiren. Bei solchen Debatten über den Sozialismus giebt es gewisse Gedanken, welche mit merkwürdiger Regelmäßig- keit von den Bourgeois gegen unsere Bewegung vorgebracht werden; und diese Gedanken find recht bezeichnend für die Bourgeoisie. „Ihre sozialistischen Ideen— so wandte sich jüngst am Biertische ein Schriftsteller gegen mich— sind ja sehr edel; aber ich kann niich zu denselben nicht bekehren. Ich möchte nicht in Ihrem Zukunstsstaate leben, weil tch keine Lust habe, mich zu körperlichen Arbeiten, möglicherweise zu ganz schmutzigen Verrichtungen, zwingen zu lassen. Ohne Zwang geht es ja bei Ihnen nicht. Denn, wenn alle Menschen gebildet sind, wie Sie es ja wollen, so wird alle Welt, im günstigen Falle, falls sie nicht vorzieht zu faulenzen, nur zu geistigen Arbeiten sich bereit finden, von den Handarbeiten da- gegen sich drücken. Wer soll dann die Stiefel putzen und die Straße reinigen?— Nein, Ihre Ideen sind unausführbar! Mich wenigstens bekehren Sie nicht dazu." Ich hatte nicht Lust, an diesen Bourgeois einen Be- kehrungsversuch zu verschwenden, konnte mich aber nicht enthalten, ungefähr Folgendes zu erwidern:„Ich denke nicht daran, Sie bekehren zu wollen, weil nämlich die Entwickelung unserer Gesellschaft nach Ihnen und Ihres Gleichen gar nichts fragt. Das Bürgerthum thut so, als ob von seinem Eutschluffe die Zukunft abhinge. Und dabei ist seine Stellung zu den sozialistischen Ideen für die Weltgeschichte etwas höchst Winziges. Wenn auch gegenwärtig noch einige hunderttausend Bourgeois aus unsere Gesetzgebung einen erhebliche» Einfluß haben— die wirthschastliche Entwickelung wird die bürgerliche Welt zer- sprengen und größtentheils dem Proletariat zutreiben Das Proletariat aber, die weitaus große Masse unserer Bevölkerung, das eigentliche Volk, denkt über körperliche Arbeit ganz anders, als Sie, als die Bourgeoisie. Wenn Sie eine Scheu vor körperlichen Arbeiten, vor Stieselputzen und Straßenreinigen haben, so beweisen Sie damit nur, daß Sie und Ihres Gleichen für die zukünftige Gesellschaft nicht zu brauchen sind, daß Ihre Art, zu fühlen, dem Untergange verfallen ist, daß aus dem Moder der Bourgeoisie die neue Gesellschaft hervorwachsen wird."— Als ich nach solchen Gesprächen in später Nacht nach meiner Wohnung heimkehrte, fesselten mehrere Arbeiter welche bei Fackelschein an dem Geleise einer Pferdebahn hämmerten und bald darauf die Reinigungsarbeiten an einer Strecke der unterirdischen Kanalisation meine Auf- merksamkeit. Das Gespräch mit dem Bourgeois fiel mir ein. Hier waren ja Exemplare von körperlicher und auch schmutziger Arbeit. Vor derartigen Arbeiten also sotten nach der Meinung des Bourgeois die„gebildeten" Menschen einen Widerwillen haben! Welch eine Bildung wäre das! Nichts anderes als die Klassen-Bildung der Bourgeoisie! Diese allerdings scheut eine Reihe von körperlichen Ar- beiten. Warum thut fie das? Weil sie solche Arbeiten für das Kennzeichen des verachteten Proletariats hält; und auch weil sie eine höchst einseitige, aus Stubenhockerei und fast lediglich geistige Thäligkeil hinauslaufende Er- ziehung erhalten hat. Die klaffenhaste Gefühlsart der Bourgeoisie, ihre Abneigung gegen die Arbeiten des Handproletariais, wird von der Geschichte ausgelöscht werden, genau so, wie alle Klassengesühle der Vergangenheit ausgelöscht wurden, sobald ihre Ursachen, die entsprechenden Klassen, beseitigt waren. Es gab eine Zeit, wo unsere Vorfahren in Deutschland die Landwirthschaft für etwas Schimpfliches hielten und als einzig ehrenvolle Erwerbsthätigkeil das Beutemachen und Jagen betrachteten. Noch vor fünfzig Jahren ver- schmähte der deutsche Adel alle„bürgerlichen" Beruft, z. B. Industrie, Handel, Journalistik. Und heute?— Andere Zeiten, andere Sitten, Anschauungen und Et- fühle. Uebrigens ist unsere Bourgeoisie widerspruchsvoll, in- dem sie die körperliche Arbeil verachtet. Gewisse kör- perliche Arbeiten hält sie nämlich für höchst ehrenvoll. Müssen nicht der Einjährig-Freiwillige, der Reserve-Unter- osfizier und der Lieutenant in Staub und Schlamm eper- zieren, so daß sie oft schmutziger sind als der Kanalrutscher? Hat nicht der Arzt oft in Blut und Verwesung herum- zuwühlen? Und der Staatsanwalt... ich erinnere mich einer Geschichte, die mir ein früherer Staatsanwalt erzählte. Um den Mörder einer alten Frau aufzuspüren, ließ dieser Staatsanwalt in nächster Nähe seiner Augen den ekelhaften Inhalt einer Abtrittsgrube sorgfältig durchsieben, um nämlich einen Zahn zu finden, welcher der Ermordeten ausgeschlagen war, und dessen Vorhandensein in der Grube einen bestimmten Schluß auf die Beschaffenheit des Mör- ders rechtfertigte.— Derartige schmutzige Berufslhätig- keiten angesehener Klassengenossen hält die„feine Welt" durchaus nicht für schimpflich— weil sie eben bürgerlich, oder gar adlig sind. Und keiner Prinzessin fällt es ein, sich vor gewissen, durchaus nicht appetitlichen, täglichen Verrichtungen zu scheuen— weil fie eben nothwendig sind. Und angesichts solcher Thatsachcn glaubt die Bour- geosie, körperliche und„schmutzige" Arbeit müsse dem Ge- bildeten widerstreben! O nein! Die Einsicht in die Noth wendigkeit, dazu die Annehmlichkeit der Körper- Übung wird die Genossen der sozialistischen Gesellschaft bestimmen, alle nöthigen Körperarbelten, auch die„schmutzt- gen" zu verrichten, und zwar gern zu verrichten— weil ja dann das Uebermaß und die Einseitigkeit, welche heute die Körperarbeit dem Proletarier oft schwer machen, be- scitigl sind. Freilich werden tausendsältig Leistungen von der Maschine übernommen werden, die heute nur darum die Menschenkraft belasten, weil— Menschenfleisch so billig ist. Als ich nach solchen Betrachtungen mein Zimmer er- reicht halte, schlug ich ein Buch des weisen Leo Tolstoi auf, um mich durch die Gesühlsweise dieses großen Mannes trösten zu lassen über den Wust und die Kleinlichkeit de» Bourgeolsie. Tolstoi stellt die Bedingungen eines wahr- Haft glücklichen Lebens fest und rechnet dazu— entgegen den Lehren der bürgerlichen Welt— die körperliche und als nothwendig anerkannte Acbeit.„Eine unzweifelhafte Bedingung zum Glücke, sagt er, ist körperliche Arbeit, welche Appetit u»d festen, beruhigenden Schlaf giebt. Auch hier: ein je größeres Glück, ihren Begriffen, der Lehre der Welt nach, die Menschen errungen haben,»m so mehr entbehren sie diese Bedingung des Glückes. Alle Glücklichen der Welt, Würdenträger und Millionäre ent- behren Gefangenen gleich, entweder gänzlich die Arbeit und kämpfen erfolglos gegen Krankheiten, die von Mangel an körperlicher Anstrengung herrühren, und kämpfen noch er- solgloser gegen die sie überwältigende Langeweile— ich sage„erfolglos", weil die Arbeit nur dann eine freudige ist, wenn sie unzweifelhaft nothwendig ist; fie aber haben nichts nöthig. Oder sie thuen eine ihnen verhaßte Arbeit, wie die Bankiers, die Anwälte, Gouverneure und Minister mit ihren Frauen, welche Salons einrichten und Pracht- geschirre und Putz für sich und ihre Kinder anschaffen— tch sage„verhaßte", weil ich noch nie unter ihnen einem Menschen begegnet bin, welcher seine Arbeit gepriesen und sie mindestens mit dem gleichen Vergnügen verrichtet hätte, wie mancher Hausknecht den Schnee vor dem Hause wegfegt. Alle diese„Glücklichen" entbehren entweder der Arbeit oder find zu einer unliebsamen Arbeit gezwungen, d. h. fie befinden sich beinahe in derselben Lage wie Galecrensträfltnge." Ich saß in einem Restaurant in Gesellschaft mehrerer junger Männer von bürgerlichen Berufen. Wir hatten ein lebhaftes Gespräch. Da trat in das Lokal ein mir bekannter Herr, der Assessor N., mit gewohnter Stutzer- hafligkeit und Aufgeblasenheit. Offiziersmäßig schritt er zu unserm Tisch, verbeugte sich mit einem„Gestatten die H"ren.stellte sich einigen der Anwesenden vor(„Assessor N., Assessor N.") und nahm zu meiner Linken Platz. Ich fuhr fort, mit einem geistvollen Herrn rechts von mir zu dlSkutiren. Nach einer Weile bemerkte ich, daß unser Ge- sprach den Assessor fesselte, und daß er gern mitgeredet harte. Aber|o oft er meinen geistvollen Nachbar an- blickte, lag eine Kälte auf seinem Gesichte, welche zu sagen| Klassenkampf durchführen will, wurde schon früher hervor- geschafft. Mit den Fesseln der Produktivkräfte fällt schien: Dieser Herr ist mir noch nicht vorgestellt. Es gehoben. Es gehoben. Aber hiervon abgesehen, schmiegt er sich der aber gleichzeitig die Ausbeutung, weil die Arbeitskraft bei bauerte auch nicht lange, da näselte mir der Assessor zu: Marr'schen Anschauungsweise in soweit an, daß er den Aufhebung des Privatkapitals ebenso wie alle anderen Bitte, stellen Sie mich dem Herrn vor." Erst als diese heute sich offenbarenden Widerspruch zwischen den Produk Güter ihre Waarennatur verliert und so dem ehernen Formalität erfüllt war, würdigte uns der Sohn der feinen tionskräften und den Produktionsformen der Gesellschaft Lohngesez endgültig entzogen wird. Der Gegensatz von Welt, an unserm Gespräche theilzunehmen. zum Ausgangspunkte seiner sozialen Reformideen macht. Lohn und Mehrwerth ist beseitigt, der Antheil Aller am = Wie entseßlich langweilig ist doch diese feine Welt! Wie erinnerlich sein wird, bezeichnete er als Grundproblem Gesammtprodukte kann nach dem Grundsaße vernünftiger Da lobe ich mir den Proletar. Wenn zwei Kutscher an der modernen Nationalökonomie die Frage: Warum wer: Gleichheit bemessen werden. einander vorbeifahren, rufen fie fich scherzhafte Bemerkun- den wir nicht reicher nach Maßgabe unserer Fähigkeit, Herzka erkennt die Ueber- Produktion ebenso wie gen zu und dußen einander frisch drauf los. Wenn ein Reichthum zu erzeugen? Er konstatirt damit von vornher- die Sozialisten als ein Symptom für das MißverSchiffer in die Strandschenke tritt, ist ihm jeder Anwesende ein, daß die ökonomisch technischen Fortschritte in Wider hältniß der Produktionskräfte und der modernen Produkein Kamerad, mit dem er sofort verkehren kann, ohne eine spruch mit den sozialen Einrichtungen gerathen sind, denn tionsform an. Aber er leugnet, daß die Ursache derselben gesellschaftliche Schranke zu empfinden. Diese Gefühls nur in den letzteren darf man den Grund für das Zurück in dem System der freien Konkurrenz selbst liege. Er weise des Proletariats ist gesund, weil sie zum Wohl- bleiben der wirklichen hinter der möglichen Reichthums- stellt vielmehr die Ausbeutung der Arbeiter als einzigen befinden des Menschen beiträgt, während das soziale erzeugung suchen. Grund derselben hin. Hauptabnehmer für alle Artikel des Klaffenwesen mit seinen Anstandsformen" eine Plage ist. Daß ein solcher Gegensatz zwischen dem, was produ- Konsums sei die Arbeiterschaft, weil diese aber in LohnHören wir hierüber die weisen Worte Leo Tolstois, zirt wird, und dem, was produzirt werden könnte, heute form immer nur einen kleinen Theil des von ihr erzeugten jenes großen russischen Schriftstellers, welcher als reicherthasächlich besteht, und daß dieser Gegensatz durch eine Waarenwerthes erhalte, könne sie nur für einen Theil Graf aufwuchs und jezt die Lebensweise wie den Kittel Veränderung der ökonomischen Gesellschaftsverfassung zu aller überhaupt produzirten Waaren als Käufer auftreten. des Bauern angenommen hat. Eine Bedingung zum heben sei, ist eine der feftbegründetsten Anschauungen der Da ferner die Kapitalisten die größte Masse ihrer Einschreibt er in dem Buche Worin besteht mein modernen Sozialdemokratie. Herßka hat sie nicht erfunden, nahmen zum Kapitale schlügen und in. folge dessen gleichGlaube" ist die freie, liebevolle Gemeinschaft mit allen nur acceptirt, freilich ohne über die Quellen dankbar zu falls nur wenig Nachfrage nach Konsumptibilien erhübeu, verschiedenartigen Menschen der Welt. Eine je höhere quittiren. sei die Gesammtnachfrage nach Verbrauchsgütern kleiner als Stufe die Menschen in der Welt erreicht haben, um so das Angebot derselben, und darum herrsche heute Ueberproduktion. Man beseitige die Ausbeutung, seße den Arbeiter in vollen Besitz der von ihm erzeugten Waaren und die Harmonie zwischen Angebot und Nachfrage wird hergestellt, die volle Ausnutzung aller Produktivkräfte ge= währleistet sein. Glücke " Beide, die Sozialdemokratie so gut wie Herzka, meimehr entbehren sie diese Hauptbedingung des Glücks. Je nen die ökonomische Grundverfaffung ihres Zukunftsstaates höher, um so enger, beschränkter iſt jener Kreis von zu kennen. Die Aufgabe, welche derselbe zu erfüllen hat, Menschen, mit denen eine Gemeinschaft möglich ist, und ist gleichfalls für beide die gleiche. Sie wollen die Gesell um so niedriger ihrer geistigen und sittlichen Entwickelung schaft im Interesse der großen Volksmassen, des Prolenach stehen jene Menschen, die diesen Zauberkreis bilden, tariats, organisiren, d. h. sie wollen eine Organisation, in aus dem es keinen Ausweg giebt. Dem Bauer und welcher die Ausbeutung ausgeschlossen, der auf Ausbeutung Wie Herzka die Ausbeutung ohne sozialistische Orgaseinem Weibe steht die Gemeinschaft mit der ganzen Welt beruhende Klassenunterschied durch Gleichheit ersetzt wird. nisation zu verhindern denkt, wurde in dem vorigen Aufoffen, und wenn eine Million Menschen mit ihnen nicht und sie wollen beide, daß diese neue Organisation die saß geschildert. Er will die Kapitalisten durch Produktivin Gemeinschaft treten will, so bleiben ihm noch 80 Mil Schranken, welche gegenwärtig die Reichthumserzeugung Assoziationen ersetzen, die ihre Produkte auf dem Markte, lionen eben solcher, arbeitender Menschen, wie er, mit beengen, über den Haufen werfe, daß sie alle nur er- wie bisher, verkaufen. Der Erlös aus denselben ist Eigendenen er von Archangelsk bis Astrachan, ohne Visiten und zeugten Produktivkräfte in den vollen Dienst der Gesell- thum der betreffenden Assoziation und gelangt unter ihren. Vorstellungen abzuwarten, sofort in die nächste, brüderliche schaft stelle und so in ungeahntem Maaße den allgemeinen Mitgliedern zur Vertheilung, so daß sowohl der KapiGemeinschaft tritt. Für den Beamten, für den Kaufmann Wohlstand fördere. talprofit, wie seine Nebenformen Zins und Rente, künftig= und ihre Frauen giebt es hunderte von ihresgleichen; die Aber das Mittel, welches sie zu ihrem gemeinsamen hin fortfallen. Dagegen bleibt die freie Konkurrenz der Höheren aber laffen sie nicht zu sich heran, und die Niedri- Zwecke anwenden wollen, ist gänzlich verschieden. Der verschiedenen Assoziationen durchaus gewahrt, auch darf geren sind alle von ihnen abgeschnitten. Für den reichen Sozialismus verlangt gesellschaftliche Leitung der Produktion jedermann beliebig aus einer Genossenschaft in die andere Weltmann und seine Frau giebt es einige zehn, zwanzig, und Aufhebung jedes Privatbesißes an Kapital, Herzka treten, wenn er nach der augenblicklichen Marktlage durch fünfzig weltliche Familien; alles übrige ist von ihnen ab- als" Freiländer" verwirft eine solche Einmischung der einen solchen Wechsel zu gewinnen hofft. geschnitten. Für den Minister und den Millionär mit Gesammtheit. Die freie Konkurrenz soll, wie wir früher ihren Familien giebt es vielleicht zehn ebenso hochgestellte sahen, in seinem Zukunftsstaate bleiben; dem entspricht, bing zwischen Privatwirthschaft und Sozialismus, im Stande, Ist eine solche Gesellschaftsorganisation, ein Zwitter= oder reiche Leute, wie sie. Für Kaiser und Könige wird daß, während der Sozialismus die gesellschaftlich produ- Ausbeutung und Klaffengegensäße endgiltig zu beseitigen, der Kreis noch enger. Ist denn das nicht eine zirten Güter nach einem gewissen Maßstabe unter die ein- fann fie die Produktivkräfte, von denen heute viele ungeKerterhaft, bei welcher der Gefangene die Mög- zelnen vertheilen will, Herzka den Waarencharakter der braucht verrosten, schrankenlos ausnüßen und so die Harlichkeit der Gemeinschaft nur mit zwei, drei Ge- Güter, d. h. ihren privaten Kauf und Verkauf, in Per- monie zwischen ihnen und den sozialen Formen der Profangenen hat?" manenz erklärt, duktion herstellen? „ Freiland" von Theodor Herkka. III. Hertta als sozialer Organisator. × In dem vorigen Artikel wies ich, um den utopischen Charakter der Herzka'ſchen Schrift flarzulegen, auf die Propaganda hin, durch welche er ſein ſoziales Ziel zu erreichen träumt. Das Ziel selbst, die Freiländische Dr ganisation der ganzen Gesellschaft, wurde nur in den allUm vom Standpunkte der Sozialdemokratie Herzka zu widerlegen, hat man zu zeigen, daß die Absicht, die Nachfrage nach Konsumartikeln herabdrückt und darum ein Offenbar nicht. Daß die Niedrigkeit der Löhne die Ausbeutung und die Fesseln der Produktion dauernd zu Zurückbleiben dieser Nachfrage hinter dem Angebot, also beseitigen, bei der Natur des von ihm gezeichneten Su- Ueberproduktion, hervorruft, ist ein alter und sehr einkunftsstaates unmöglich erreicht werden kann, und daß an= dererseits die inneren Widersprüche, welche seine Konstruk- leuchtender Saz der Nationalökonomie. Nur darf man tionen utopisch erscheinen lassen, der sozialistischen Gesell- diese eine Ursache, die auf ein Mißverhältniß zwischen schaftsreform vollkommen fremd find', daß folglich diese Angebot und Nachfrage hinwirkt, nicht, wie Herzka, als allein jene Absicht zu verwirklichen im Stande sei. die alleinige Ursache jenes in der Ueberproduktion zu Tage Der moderne Gegensatz zwischen Produktivkraft und ob das für den Markt Produzirte einem kaufkräftigen Begemeinsten Umrissen stizzirt, ohne daß auf eine Kritik der Produktionsform tritt in den Erscheinungen der Ueberpro- dürfnisse entspricht und darum Absatz findet, haftet nothtretenden Mißverhältnisses betrachten. Die Unsicherheit, neuen Produktionsform eingegangen wäre. Es erübrigt der Nachweis, daß der unklare, uto: buktion und der Arbeitslosigkeit zu Tage. Sobald mehr wendig jeder auf freier Konkurrenz gegründeten Wirthschaft pische Charakter, den wir in den ökonomischen Ansichten Baaren in einer Branche hergestellt sind, als sich pro- an; sie bleibt, auch wenn die Löhne sehr hoch steigen, ja Herzka's sowie in seinen Anschauungen über den sozialen betrieb der Branche einzuschränken; d. h. die Produktivkraft hoben und der ganze Erlös des jährlich hergestellten Profitabel verkaufen laſſen, wirkt die Tendenz, den Gesammt fogar wenn der Kapitalprofit im Sinne Herzka's aufgeEntwickelungsgang der Menschheit ausgeprägt fanden, in vorhandener Maschinen, die Arbeitskraft vorhandener Ar- buttes Eigenthum der Assoziationen wird. Die Tendenz gleicher Weise auch seinen positiven Zielen anhaftet. Nach der von Marr begründeten materialistischen Ge- beiter hört auf, Güter zu erzeugen, nicht darum, weil ge zur Ueberproduktion muß also von vornherein auch in dem schichtsauffassung ist die Umänderung der Eigenthumsver nug Güter vorhanden, sondern weil die bestehenden Eigen: Herzka'schen„ Freiland" vorhanden sein, man wird die hältnisse, die ganze Fortentwickelung der ökonomischen Ge- thumsverhältnisse nur eine dem Privatkapitaliſten Profit Produktivkräfte auch dort nuv theilweise verwenden können, ſellſchaftsstruktur, in letter Reihe von den Fortschriften der abwerfende Produktion erlauben. Es wäre nur nöthig, die Harmonie zwischen ihnen und der neuen GesellschaftsProduktion abhängig. Denn eben diese Fortschritte der diese einschränkende Bedingung zu entfernen, die Produktion form fehlt. Produktion führen nothwendig zu einem Gegensaße zwischen statt nach ihrer Profitabilität nach den gesellschaftlichen Sieht man sich die erlösende Verfassung, mit welcher der Produktivkraft, welche sich im Schooße der Gesellschaft Bedürfnissen zu regeln, und alle Produktiv- und Menschen- der Verfasser die Menschheit beschenkt, ein wenig näher an, herausgebildet hat, und den Formen, in welchen diese fräfte könnten voll ausgenutzt werden, das Gespenst der so treten die Widersprüche noch ganz anders hervor. Die Produktivkraft auf grund der überkommenen Eigenthums- Ueberproduktion und Arbeitslosigkeit, welches allein in den freie Bewegung der Arbeiter aus einer Assoziation in die verhältnisse allein ausgebeutet werden kann. Es zeigt fich, ſozialen nicht den natürlichen Verhältnissen begründet ist, andere, durch welche jedes Monopol, jebe Klassenbildung daß eine Aenderung der wirthschaftlichen Organisation würde mit eins verschwunden sein. und jede üble Folge der freien Konkurrenz unmöglich ge= nothwendig wäre, um den Neichthum, welcher auf grund Es fragt sich für jeden, der reformiren will: Worin macht werden soll, ist selbst unmöglich; sie dekretieren, der technisch ökonomischen Entwickelung produzirt werden liegt die Ursache der modernen, immer ungeheuerlicher heißt den heute bestehenden Gegensatz zwischen Produktiv= könnte, in Wirklichkeit zu produziren. Die bisherigen werdenden Ueberproduktion, was muß also geschehen, um fräften und ökonomischer Gesellschaftsstruktur noch willEigenthumsverhältnisse erscheinen nicht länger als Hebel, fie und mit ihr die Ausbeutung aufzuheben? Die Stellung fürlich verschärfen. Das begreift sich leicht. sondern als Schranken der Produktion, fie müssen im In- des Sozialismus ist klar. Er behauptet, daß in der Alle Herzka'schen Produktivgenossenschaften arbeiten teresse des Kulturfortschrittes gesprengt werden, und sie freien Konkurrenz als solcher schon der dauernde Anreiz mit einem bestimmten Rapital von Werkzeugen und Mawerden gesprengt. Diejenige Klaffe aber, welche unter dem zu einer die Nachfrage übersteigenden Produktion gegeben schinen. Wenn nun in einer Branche, sagen wir in der Gegensaße der überlieferten Produktionsformen und der sei, denn der einzelne Konkurrent könne weder das gesell- Weberei, von den vielen Assoziationen, die in ihr be= modernen Produktionsmittel am meisten leidet, wird der schaftliche Waarenbedürfniß noch das Waarenangebot in schäftigt sind, einige aus ihren Kapitalersparnissen sich die natürliche Träger der revolutionären Umwälzungsideen. seinem Geschäftszweige übersehen; auch würde er, falls er zulegt erfundenen arbeitsparenden Maschinen angeschafft Indem dieselbe, dem eigenen Interesse gehorchend, gegen iene Uebersicht hätte, sein Geschäft doch nicht entsprechend haben, während die übrigen auf dem alten Standpunkte die alten geheiligten Eigenthumsformen Sturm läuft, und regeln, da ihm die Hoffnung bliebe, daß nicht er, sondern verharren, so werden die ersteren beim Verkaufe ihrer mit aller Kraft strebt, neue an ihre Stelle zu seßen, wirkt seine Kollegen durch die Absaßstockung geschädigt würden. Produkte im Verhältniß zur aufgewandten Arbeit natürlich fie im Sinne des allgemeinen Fortschritts. Denn die Je mehr aber die Produktivkräfte und mit ihnen die Aus- mehr Geld bekommen als die letzteren. Die Zugehörigkeit neuen Formen, nach welchen fie verlangt, entsprechen nicht dehnung des Absaßgebietes zunimmt, um so unberechen zu jenen vorgeschrittenen Weberassoziationen erscheint also nur ihrem eigenen Interesse, sondern zugleich auch der barer werden die Marktverhältnisse, um so stärker die vortheilhaft, und da Herzka seinen Bürgern völlige Freiheit fortentwickelten Produktion, sie sind nothwendig, um die Tendenz zur Ueberproduktion. Erst eine gewaltige Ent- läßt, sich jeder beliebigen Genossenschaft anzuschließen, so vorhandenen Produktionskräfte wirksam auszunuzen und so faltung der Technik läßt das Uebel in seiner wahren Ge- wird naturgemäß aus den konturrirenden Geschäften, die Grundlage aller Kultur, die Reichthumserzeugung zu stalt fich offen zeigen. wahrscheinlich auch aus anderen Branchen, eine große Masse jenen gewinnreichsten Webereiassoziationen zuströmen. Die nothwendige Folge ist, daß die bisherige Maschinerie in jenen Genossenschaften für die plößlich angeschwollene Mitgliederzahl nicht mehr ausreicht. Mit der Zahl der Arbeiter müssen eben auch die Produktionsmittel in einem gewissen Grade vermehrt werden. fördern. Nur solche sozialen Umwälzungen, die durch die So wird die freie Konkurrenz, welche im Kampfe mit ökonomischen Entwickelungen herangebildet und gereift wur- der feudalen Wirthschaftsordnung als Befreierin aller ökoden, gelingen in der Weltgeschichte. Wie Marr sagt: Die nomischen Kräfte erschien, mehr und mehr zu einer Fessel Menschheit stellt sich immer nur solche Aufgaben, die sie derselben. Will man ihre Konsequenz, die Ueberproduktion, lösen kann, d. h. für deren Lösung die ökonomischen Vor- beseitigen, ohne zu mittelalterlicher Zwerg- und Zunft bedingungen bereits eristiren. wirthschaft zurückzukehren, so muß man die freie KonkurDiesen von Mary formulirten Standpunkt nimmt nun renz selbst beseitigen. Indem man das Privatkapital auf- Wovon soll nun der Entscheid über die Vermehrung auch Herzla, zum Theile wenigstens, ein. Daß er den hebt und die gesellschaftlich produzir.en Güter vertheilt, wird der Prodnktionsmittel abhängig sein? Ist die BewegungsUebergang aus den heutigen in bessere ökonomische Ver- Angebot und Nachfrage und darum auch das Mißver- freiheit, die Herzka verspricht, mehr als Phrase, so muß die hältnisse durch Sektenbildung und nicht, wie Marr, durch hältniß beider, eben die Ueberproduktion, aus der Welt Einstellung neuer Maschinen sich durchaus nach der Zahl der neu hinzuftrömenden Genossenschaftsglieder richten. kräfte mehr als die Konkurrenzgeschäfte gewinnen, und daß gewisse Genossenschaften ihre Mitglieder zu ökonoDenn wäre das nicht der Fall, so könnten nicht alle, wenn es in ihrer Hand liegt, wie viel neue Mitglieder fie mischen Herrschern der übrigen erheben, wäre dadurch ein welche in die Affoziation eintreten wollen, Aufnahme finden, annehmen wollen, so wird ihre Position auf dem Markte für allemal ausgeschlossen. Sobald die Verkaufsfreiheit die Bewegungsfreiheit, dies Fundament der Herzka'schen mit wachsendem Reichthum immer günstiger. Sie werden nicht mehr existirt, versteht es sich ferner von selbst, daß Utopie, wäre vernichtet. Wird aber die Maschinerie nach als geschlossene Gesellschaften ihre Konkurrenten je länger die Regelung der Produktion nicht mehr den Genossendem Bedarf der neuen Mitglieder erhöht, so bedeutet das je mehr zurückdrängen, den Markt beherrschen und durch schaften, sondern der Gesellschaft zufällt, daß die Organe keine Entfaltung sondern eine grenzenlose Verschwendung den von ihnen diktirten Waarenpreis die Konsumenten aus dieser den voraussichtlichen Gesellschaftsbedarf an allen der Produktivkräfte, die alles bisher Dagewesene übertrifft. beuten. Mit der Zeit wird die alte Spaltung zwischen Waaren zu berechnen und danach die Vermehrung der So und so viel Maschinen in den übrigen Assoziationen, Arm und Reich erneuert sein, und die Freiländische Orga- Produktionsmittel und die Vertheilung der Arbeitskräfte aus welchen die Arbeiter in die gewinnreicheren herüber- nisation mündet in die alte kapitalistische. Die reichen zwischen den verschiedenen Branchen zu bemessen haben. gegangen, bleiben unbenußt liegen, während andererseits die Assoziationen kaufen die übrigen aus und drücken deren Da der Ertrag vertheilt wird, ist Ueberproduktion und kostspieligsten Umbauten und Neuanschaffungen in den be- Mitglieder zu besiglosen Proletariern, die sich wieder selbst Brachliegen der Produktionskräfte unmöglich gemacht. Ein folches Eingreifen des Staates, welches die soziale Gleichvorzugten Genossenschaften nothwendig sind. Die Vergeu- auf dem Markt feil bieten müssen, herab. dung innerhalb der Produktion und darum der Abstand Noch eine dritte Möglichkeit wäre denkbar. Wenn heit und die volle Entfaltung der ganzen Produktion zwischen dem, was produzirt werden könnte, und dem, was weder die neu hinzuströmende Mitgliederzahl einer Asso- sichert, wird aber nicht von Herzka, sondern vom Sowirklich produzirt wird, müßten grenzenlos sein. ziation noch der alte Stamm derselben über die Vermeh- zialismus befürwortet. Darum ist es auch gut, sich die Widersprüche in rung der Produktionsmittel und Arbeitsgenossen entscheidet, so könnte der Staat, das oberste Organ der Gesellschaft, Freilands Utopien ausführlich klar zu machen, weil die darüber bestimmen. Aber seine Anordnungen würden Erkenntniß dieser Widersprüche gieichzeitig zu der Einsicht gleichfalls die Bewegungsfreiheit der Bürger hemmen und führt, daß nur eine sozialistische Organisation dieselben zu den Assoziationen einen verhältnißmäßig abgeschlossenen Cha- überwinden vermag. Herr Herzka als Nationalökonom, als Utopist, als rafter geben, der dann die Vorbedingung für eine monoDie Bewegungsfreiheit würde zur Verschleuderung der polistische Klassenentwicklung bildet. sozialer Organisator ist ein vortreffliches Objekt, um den Produktivkräfte und so zur Armuth führen, aber die Gleich- Nur in einem einzigen Falle würde das Eingreifen ehernen Zusammenhang und die Folgerichtigkeit des soziaheit aller, wenn es auch die Gleichheit der Armuth wäre, des Staates die Keime jeder Klassenbildung ersticken und listisch proletarischen Gedankenkreises experimentell zu er= bliebe gewahrt. Hat dagegen der alte Stamm der Asso- gleichzeitig alle Produktivkräfte in ununterbrochene Thätig- proben. Jeder Versuch, diesen Kreis abzuändern, führt den ziationsmitglieder zu entscheiden, um wie viel die Produk keit seßen: dann, wenn er nicht nur die Bewegungsfreitionsmittel erweitert und damit die Zahl der Arbeits- heit, sondern auch die Verkaufsfreiheit aufhübe. Wenn Herrn in die blaueste Utopie, in die krassesten Unmöglichgenossen erhöht werden soll, so ist der unsinnigen Schleu- nämlich die von den Genossenschaften hergestellten Produkte lichkeiten. Ebensowenig wie dem Teufel, kann man dem derwirthschaft allerdings ein Riegel vorgeschoben, aber gleich von ihnen nicht verkauft werden dürften, sondern dem Sozialismus einen Finger geben. Die ganze Hand oder Proletarier, jedes zeitig wird die Bewegungsfreiheit gehemmt, und die Keime Staate anheimfielen, der sie unter die Gesammtheit der oder gar nichts, Bourgeois eines neuen Ausbeuter und Klassensystems müssen sich Bürger zu vertheilen hätte, dann müßte der Ertrag von Vermitteln oder Zusammenschweißenwollen verläuft in haltschnell entwickeln. Denn wenn einzelne Genossenschaften Jedermanns Arbeit unabhängig von der Beschaffenheit der lose Phantastik. Lesen Sie Marr, Herr Herzka! durch Zufall, bessere Maschinerie und tüchtigere Arbeits- Afsoziation, in welcher er arbeitet, sein. Die Möglichkeit, Das einzige Gute bei einer solchen selbstmörderischen Drganisation wäre, daß wenigstens die Bildung neuer privilegirten Klassen energisch verhindert würde. Keine er folgreiche Assoziation könnte ihren Mitgliedern, da diese nicht zu einer abgeschlossenen Gesellschaft verbunden sind, ein Monopol des Reichthums verschaffen. = Franz Beyer, Prinzessinnenstr. 15( am Moritzplatz) empfiehlt: Punsch- Effenzen pro Liter 1,50. Glühwein- Effenzen " 1,50. Bei 5 Liter pro Liter Mk. 1,25. Cigarren u. Tabake reichhaltiges Lager von 0. Klein. 15. Ritterstraße 15. [ 40 Daselbst Zahlstelle der Gürtleru.Bronceure( E.H.60.) Empfehle den Genossen meine zum Minimal- Schn der Berliner Tabakarbeiter verfertigten Cigarren. Wilh. Boerner, Ritterstr. 108, d. 2. Haus v. d. Prinzenstr. Berlin S., City- Paffage, Laden 14, Dresdenerstr. 52/53 eröffnete ich eine Buchhandlung für Arbeiter. 3ch führe befonders: 1. Sämmtliche Werke aus dem Berlage von 3.§. W. Diet in Stuttgart. 2. Berliner Arbeiterbibliothek. 3. Alle für den Arbeiter wichtigen Gefeze in den zweckmäßigsten Ausgaben. 4. Weltgeschichten 5. Billige und gute Conversations- Legita und Fremd wörterbücher. 6. 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Abrechnung vom IV. Quartal. 3. Wahl des gesammten Vorstandes. 4. Wahl der Revisoren. 5. Ersagwahl der Arbeitsvermittler. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Mitgliedsbuch legitimirt. Das Erscheinen eines Jeden ist Pflicht. Der Vorstand. Billets zu dem am 15. Februar in der Brauerei Koffer, Taschen, Mappen, Tornister für Friedrichshain stattfindenden Maskenball gelangen Bei Bedarf von: Saben und Mädchen, Hosenträger, Cigarren Etui, Portemonais, Schlittschuhriemen 2c. überhaupt sämmtliche Sattlerartikel, bitte die Genossen sich meiner zu erinnern. Auch jede Art Polsterarbeit, sowie Reparaturen, werden gut und billig ausgeführt. Gustav Aßmann, Sattler und Tapezierer. Schlegelstr. 33( Ecke der Chausseestr.) Der Arbeitsnachweis des Fachvereins der Schloffer und Berufsgenossen befindet sich im Süden Dresdenerstr. 116 im Restaurant bei Gründel( früher Wendt) im Norden Anklamerstr. 44 bei Nürnberg. Die Arbeitsnachweisvermittelung geschieht für Meister und Gesellen auch für Nichtmitglieder unentgeltlich. Die Adressenausgabe erfolgt an Wochentagen von 8-10 Uhr Abends. Sonntags von 10-12 Uhr Vormittags. Die Kommission. Allgemeiner Metallarbeiter- Verein Berlins und der Umgegend. Sonntag, den 12. Januar, Vormittags 10 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28. General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung des Kassirers und Bericht der Revisoren. 2. Rechenschaftsbericht des Vorstandes und der Kommissionen. 3. Neuwahl der ausscheidenden VorstandsMitglieder und der Revisoren. 4. Antrag auf Einrichtung eines ständigen Arbeitsnachweise- Bureaus, und einer monatlich im Centrum Berlins stattfinden beschließenden Mitglieder- Versammlung. 5. Antrag auf Verlegung der Wahlperioden der Kommissionen. 6. Endgültige Beschlußfassung über die Geschäftsordnung des Vereins. zur der Ausgabe. Verein zur Regelung gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins. Donnerstag, den 16. Januar, Abends 7 Uhr, in Silber's Salon, Schwedterstr. 24. Große Mitglieder Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. 2. Vortrag. Ueber die Entstehung der deutschen Gewerkschaftsbewegung.( Referent: Herr Zubeil.) Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. NB. Bücher zu Haushaltungs- Budgets werden ausgegeben. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher Berlins. Montag, den 13. Januar, Abends 81/2 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. ( Gartensaal.) Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk über: Die länd= liche Arbeiterfrage. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Die in der Eiskeller- Versammlung aufgenommenen Mitglieder werden ersucht, die Bücher abzuholen. Der Vorstand. Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufsgenossen. Dienstag, d. 14. Januar, Abends präzise 9 Uhr, im Restaurant Zemter, Münzstr. 11. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht des 4. Quartals. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes in Anbetracht der überaus wichtigen Tagesordnung zu erscheinen. Außerdem haben nur Kollegen Zus tritt, die sich als Mitglieder aufnehmen laffen. Der Vorstand. 7. Ein Antrag aus der letzten Generalversammlung. Es ist Pflicht sämmtlicher Mitglieder zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Um zahlreichen Besuch sowie pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.