ſsion. sden, itten, Alle Cimm, Herrn eiter Uhr, ubeil Närz, chäftEgten eyer's t. terer ſchels Bedeu= Mar 1889 am BergDie Berliner EXPED LEITUNGS B N3M VIREIN der Buchbinder, Rastriner, LedergalanterieCartonage-& Schmucketuiarbeiter NIEDER- ÖSTERREICHS Volks- Tribune. Social- Politisches Wochenblatt. „ Berliner Bolts- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.-Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Bfg. pränumerando( frei ins Haus). Einzelne Nummer 15 Bfg. Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 m. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 893 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1890.) Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Ausgabe für Spediteure: Boltsblatt" Zimmer- Straße 44. IV. Jahrgang. Redaktion und Expedition: 3 ihr 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 12. gam rtelj. n find rbun= ereits reis. oriaretter. DisBcheck, affirer Ians. ler. r be= Meister tgelt: Ochen: Uhr Vor nd. Sonnabend, den 22. März 1890. = Die Gewerbefchiedsgerichte in Deutschland. kann die Landeszentralbehörde die Einrichtung machen. Ob ein linksliberaler Bourgeois oder ein rechtsDeutsche Industrielle über englische Arbeiter anordnen. liberaler oder ein konservativer den Vorsiz am Schiedsverhältnisse II. Der Staat und die Kunst Diese Bestimmung wird die Sache ohne Zweifel för- gerichte führt, ist uns im großen und ganzen auch recht der Gegenwart. Die sozialdemokratischen dern, da die betreffenden gewerblichen Kreise sich an diese gleichgültig. Reichstagsabgeordneten II.- Die schweize Behörden wenden und so die säumigen Ortsbehörden Einen Arbeitervertreter werden die heutigen Gerischen Grütlivereine und der Arbeiterfeiertag. kräftig anregen können, die bis jetzt sehr wenig Eifer meindebehörden nicht zum Vorsitzenden des Schiedsgerichtes Der Rücktritt des Fürsten Bismarck. zeigten, Gewerbegerichte einzurichten. berufen. Vierter Klaffe. Gedicht. Die sachliche Zuständigkeit des Gewerbegerichts soll Existenzen von Wir können also den Streit der liberalen Bourgeoisie Mackay I. Der Humor als Gesellschafts- ganz dem§ 120 a der R. G.-D. entsprechen, wogegen mit der Regierung über das Bestätigungsrecht der SchiedsUnser Wahlrecht. Björnson's nichts einzuwenden ist, doch ist es nicht abzusehen, warum gerichtsvorsitzenden ziemlich ungerührt mit ansehen. Für Monogamie und Polygamie... diese Zuständigkeit auf gewisse Gewerbe und Fabrik- uns sind die Wahlfragen von Wichtigkeit. betriebe beschränkt werden soll, weshalb da Ausnahmen Das Verfahren vor dem Schiedsgerichte, wie eingeführt werden sollen, die ohne Zweifel durch nichts ge- es der Gefeßentwurf vorschreibt, bietet uns zu grundsäßrechtfertigt werden können, als vielleicht durch den Wunsch lichen Erörterungen keine Veranlassung. Wir sind dafür, einzelner Klassen von Gewerbetreibenden, ihren Arbeitern daß eine Vertretung der Parteien durch Rechts- oder nicht die Wohlthat einer schnellen und billigen Rechtspflege Links"-Anwälte ausgeschlossen, daß aber Vertretung durch zu sichern. Familienangehörige oder Kollegen der Arbeiter und durch Beamte der Unternehmer gestattet sein muß. Die Postabonnenten unseres Blattes erinnern wir daran, ohne Säumen und vor Monatsschluß ihr Abonnement zu erneuern, das sonst von der Post als erlosch en betrachtet wird. Post- Zeitungskatalog für 1890 Nr. 893. Preis pro Bierteljahr Mt. 1,50( bei Selbstabholung am Postschalter.) Durch Briefträger fr. ins Hand Mark 1,65 pro Viertelj. • Auch sind wir dafür, daß die Entscheidungen der Gewerbegerichte endgültig sind. Wir wären im Gegentheil der Ansicht, daß die Zu ständigkeit der Schiedsgerichte über möglichst weite Kreise auszudehnen und vor allem auch die kaufmännischen Angestellten mit einzubegreifen sind. In der fran- Dem Abschnitte über das Einigungsamt bei Streitig= zösischen Kaufmannschaft zeigt sich hierfür eine lebhafte Be- feiten über die Lohn- und Arbeitsbedingungen zwischen wegung, und die deutschen kaufmännischen Angestellten Arbeiter und Unternehmer legen wir eine größere WichtigDie Kreuzbandabonnenten sollten sich die Gelegenheit auch nicht entgehen lassen, sich feit nicht bei. So gut die Sache gemeint sein mag, fie bitten wir, wo es irgend angeht, vom 1. April an über diese Sache mindestens zu äußern. wird sich in der Regel als unwirksam erweisen und kann Direkt von der Postanstalt zu beziehen. Die Wahlart, nach der die Beisitzer zum Schieds- sogar der Arbeitersache schädlich und gefährlich Die Bestellungen müssen möglichst bald, jedenfalls gerichte gewählt werden sollen, scheint uns in dem Geseß- werden. vor Monatsschluß bewirkt werden und können bei entwurf eine zu enge. Nehmen wir das Beispiel, es handelt sich um eine allen Postanstalten des Reiches erfolgen. Wo Kreuzband aus besonderen Gründen weiter Erstlich müssen wir lebhaft beklagen, daß die weib- grundsäßliche Verkürzung der Arbeitszeit. So gerecht ant gewünscht wird, erbitten wir umgehende Nachricht; lichen Arbeiter, die doch vor diesen Gerichten auch Recht und nothwendig diese Forderung der Arbeiter auch erscheint, onst nehmen wir an, daß direkte Bestellung bei der Post nehmen müssen, von der Theilnahme an der Wahl aus- so unerläßlich sie sein mag, den kapitalistisch denkenden erfolgt ist und senden daher vom 1. April ab nicht weiter. geschlossen sein sollen. Die weibliche Arbeitskraft spielt Unternehmern wird fie in ganz anderem Lichte, in dem in der heutigen Industrie eine sehr hervorragende Rolle Lichte ihrer Kapitalsinteressen, erscheinen. Sie stehen also und es ist durchaus nur vorauszusehen, daß diese Rolle geschlossen gegen die sozialistische Forderung." Nun Die Gesetzgebung und die Gewerbeschieds- eine noch immer wichtigere werden wird. Es kann hier nehme man an, daß unter den zugezogenen Arbeitervergerichte in Deutschland. nicht unsere Aufgabe sein, zu zeigen, wie die heutige Wirth- tretern sich eine Anzahl befindet, vielleicht nur einer oder schaftsweise die Frau immer mehr in die Deffentlichkeit zwei, die noch in manchesterlichen Anschauungen befangen Da sich die Einrichtung von Gewerbegerichten und das Erwerbsleben drängt, wie gegen diese Wucht der sind, so ist ein Spruch der Einigungsämter gegen die auf grund des§ 120 a der Reichsgewerbeordnung nur sehr Thatsachen kleinliche spießbürgerlichen Einwendungen, die Ansprüche der Arbeiter, mögen sie auch noch so berechtigt wenig entwickelt hatte und Deutschland hierin gegen aus philiftrösen und veralteten Vorstellungen über den sein, vorhanden. Solche manchesterliche Arbeiter giebt es Frankreich ganz erheblich zurückstand, machte sich Beruf der Frau genommen sind, durchaus nichts ausrichten unter Werkmeistern und in einigen wenigen beffer gein der Arbeiterschaft eine drängende Unzufriedenheit geltend, können, da sie die Thatsachen wegzuschaffen nicht in der stellten Gewerben ja noch eine kleine Zahl und sie haben der aber die Reichsregierung durchaus nicht ernstlich ge- Lage sind; wie die scharfe Konkurrenz, die die Frauen- öfters noch vielen Einfluß durch ihre Stellung. recht wurde, obgleich hier doch keine ernstlichen Schwierig- arbeit heute noch der Männerarbeit macht, niemals durch Die Arbeiter brauchen freilich den Schiedsspruch nicht keiten zu überwinden oder so gar dunkle Punkte aufzuklären Behinderung oder Herabdrücken der Frau in ihrer Stellung anzunehmen, das ist richtig, er würde aber als ein moralischer als Arbeiterin, sondern nur durch die Hebung derselben Druck auf ihre Bestrebungen ausgenutzt werden. Fällt binder, nacher, und Bier. zal zu verb fer Wendt. auch eschieht nntags Stutt En), n und mein Tothain platz) D. det ein Cr. waren. Man hatte doch in den gut arbeitenden Gewerbe- zur vollen und unbedingten Gleichberechtigung gemindert solch ein Schiedsspruch aber für den Arbeiter günstig aus, gerichten mehrerer Städte bereits erprobte Vorbilder¹), auch und unschädlich gemacht werden kann: wir müssen aber so würde doch nur die thatsächliche Machtfrage entscheiden, hatten die Ortsstatuten, die den Einrichtungen zu grunde aus diesem Grunde das Recht, zu wählen und gewählt zu ob die Unternehmer ihn anerkennen. lagen, sich im allgemeinen bewährt. Diese Drtsstatuten werden, für die Frauen ganz in demselben Umfange bean- Eine unerläßliche Bedingung dafür ist, daß in Bezug zeigten erhebliche grundsäßliche Verschiedenheiten nicht, ob- spruchen, wie für die Männer. auf Lohn- und Arbeitsbedingungen Gerechtigkeit herrscht, gleich fie für Orte entworfen waren, die, sehr weit von Das für die Wahlberechtigung, sowie für die ist die bedingungslose Herstellung der geseßlichen einander räumlich getrennt, auch wirthschaftlich manche Ver Wahlfähigkeit festgesetzte Aiter von 25 bezw. 30 Jahren Gleichberechtigung der Arbeiter. Ihnen dürfen schiedenheiten aufweisen mußten. Es war also wohl der scheint uns zu hoch gegriffen. Die französische Regie- Organisationen nicht verwehrt werden, die für die Unterthatsächliche Beweis erbracht, daß eine annähernd einheit- rung, woselbst das Gesetz über die Conseils de prud- nehmer behördlicherseits gefordert wurden; die Arbeiter liche Regelung wohl möglich sei. hommes diefelben Altersziffern verlangte, sieht sich heute müssen in bezug auf§ 152 und 153 der St.-G.-D., sowie Ein einmal gemachter Versuch im Reiche und Reichs- veranlaßt, das Alter auf 21 Jahre für die Wähler und in bezug auf das Vereinigungs- und Versammlungsrecht tage war an einem für uns sehr unwesentlichen Punkt, an 25 Jahre für die zu Wählenden herabzus egen. Wir mit demselben, genau und ganz mit demselben Maß ge= dem staatlichen Bestätigungsrechte der Gerichtsvorsißenden sehen feinen Grund, warum bei uns nicht gleich das Alter messen werden als die Unternehmer. Nur wenn sich gescheitert und dann nicht wieder aufgenommen. der Wähler und zu Wählenden auf diese Zahlen herab hierdurch auf beiden Seiten ganz gleichwerthige und gleich Als auf Anregung der sozialdemokratischen Stadtver- gefeßt werden soll. mächtige Organisationen werden hergestellt haben, dann ordneten von Berlin auch für diese Stadt ein Drtsstatut Die Zusammenseßung des Gerichtshofes aus wird von der Thätigkeit eines Einigungsamtes" ernstlich wegen eines Gewerbegerichtes entworfen wurde, kam dieses der gleichen Zahl Arbeiter und Unternehmer, die beider die Rede sein können. Bis dahin können die Einigungszwar mit mehreren Ausstellungen und ohne die erbetene seits möglichst so ausgewählt werden, daß sie in den vor- ämter zwar manchmal in Kleinigkeiten vielleicht einen Nußen Bestätigung zurück, zugleich scheint die Sache aber doch liegenden Streitfragen sachverständig sind, ist eine natür- haben, im Großen müssen sie werth- und wirkungslos dadurch in Fluß gekommen zu sein, denn bald darauf liche. Ob der Vorsitzende von der Staatsbehörde sein, weil der eine Theil sich bei seiner schrankenlosen hörte man, daß dem Bundesrathe ein darauf bezüg: oder von der Ortsbehörde ernannt, bezw. bestätigt wird, und willkürlichen Ausbeutung der Arbeitskraft licher Gesezentwurf vorgelegt worden, der veröffent ist für uns von nicht hervorragender grundsätzlicher Be durch die Behörden, die ihm alle Freiheiten lassen, gestüßt, licht wurde und dem neuen Reichstage wohl ohne Zweifel deutung. Wir haben das Recht, beiden Arten von Be- der andere Theil sich in seiner Vertheidigung durch Polibald in seiner ersten Tagung zugehen wird. hörden dasselbe Vertrauen und dasselbe Mißtrauen ent- zeiwillkür und unerhörte Gese gesauslegungen in ungerechter Der Gefeßentwurf schließt sich im allgemeinen dem gegen zu bringen. Beide Arten von Behörden haben heute Art beschränkt fühlt. bewährten Muster der schon bestehenden Schiedsgerichte an, ohne Zweifel ausgesprochenen kapitalistischen Charakter, Das ist der springende Punkt: die gesegliche die Einrichtung der Gewerbegerichte soll zwar in das und vielleicht die städtischen Behörden noch schärfer aus Gleichberechtigung der Arbeiter, kann diese nicht Ermessen der Ortsbehörden gestellt werden, doch gesprochenen als die staatlichen. Dagegen steht freilich der gegeben werden, dann muß der Arbeiter in allem anderen, Umstand, daß es den Arbeiterinteressen öfters leichter wird, was ihm geboten wird, nur Fallstricke finden, die ihn noch 1) Vergl. den Artikel in Nr. 10 der Volks- Tribüne". fich den Gemeindebehörden beachtenswürdig und fühlbar zu tiefer verstricken sollen. Er muß jede Maßregel mit Miß II. 11 schlaggebende Schwerpunkt, das Uebergewicht, mit einem trauen betrachten, weil er sich sagt:„ Meine gesetzliche Ganz so weit ist man in England allerdings noch Worte: die Macht, aufseiten der arbeitenden Klassen liegt." Gleichberechtigung giebt man mir nicht, man will mich nicht. Die Kommission beklagt sich daher auch fortgesett Nach dieser schönen Erklärung fährt er moralisch ent= also unterdrücken. Man wird daher, wo man es nur darüber, daß man in England bei den Arbeitgebern für kann, mir Schlingen legen, um mir meine knappen gesetz- die gefährlichen Ziele der internationalen Sozialdemokratie rüstet fort: " Daß das ein unsinniges und absolut unberechtigtes Belichen Rechte noch mehr zu beschneiden. Das Schreien gar kein Verständniß fände. gegen das Koalitionsrecht vor wenigen Monaten hat uns Was übrigens den Vorwurf anbetrifft, auf welchen streben und Beginnen ist, wenn die arbeitenden Klassen durch den gezeigt, was man plant, also wollen wir mit höchstem die Kommission hinweist, daß die Trade Unions bei langen, welche unbedingt und zu allen Zeiten dem Kapital Mißtrauen die gebotenen Geschenke prüfen." sämmtlichen Lohnerhöhungen alles für sich in Anspruch gebührt, weil das Kapital allein im wirthschaftlichen Leben Risiko Der Arbeiter hat ein sehr gutes Recht, wenn er so genommen hätten, und daß für die theilweise bei den ge- läuft( der reine Schulze- Delitzsch, d. V.), das brauche ich nicht spricht. lernten Arbeitern in Lohn stehenden unskilled men nichts auszuführen. Also in diesem Sinne sind die alten Unions genau so sozialistisch wie die neuen und in der Bildung beabgefallen sei", so ist zu bemerken, daß diese Arbeiter" griffenen; nur sind dieselben bisher im Ganzen mit Mäßigung vorwohl in der Form der Unions organisirt sind, daß sie gegangen. Sie wollen die Verschiebung zu ihren Gunsten nicht Englische Arbeiterverhältnisse in deutsch- aber meist nichts weniger als Arbeiter", sondern viel gewaltsam und plöslich herbeiführen; sie wollen die Henne nicht mehr Zwischenausbeuter sind, denen mit immer mehr Er- schlachten, von der sie sich noch viele goldene Eier versprechen. Ob kapitalistischer Beleuchtung. das so bleiben wird, ob nicht mit der Zeit der Geist der folg zu Leibe gegangen wird. So z. B. auf den Docks direkten Feindschaft gegen das Kapital ebenso gut auch und den Schiffswerften. In den Londoner Docks sind sie hier Play greifen wird, wie er in den neu gebildeten oder sich bildenden Unions Plaz gegriffen hat, darüber Wie der alte Tradesunionismus von der Kommission durch den großen Streik bereits beseitigt. Sehr richtig stellt der Bericht die Hebung aller tann niemand mit Sicherheit urtheilen. Eine gewisse Zeit gehört der deutschen Industrievertreter" abgethan wurde, haben dazu, denn die jetzigen Arbeiterführer sind offenbar nicht gewillt, wir bereits gesehen; aber auch der neue Trades- Arbeiterkreise als das Ziel der Trade- Union- Bewegung ein Syſtem zu verlassen, welches sie selbst groß gemacht hat. unionismus entgeht diesem Schicksal nicht. Und dies hin. Nichts aber ist falscher als die Behauptung, die Wesentlich wird das Verhalten der alten Unions meines Erachtens um so weniger als der lettere zufällig die Hand- neueste Phase des Tradeunionismus sei unter der aus- beeinflußt werden von dem weiteren Verhalten, der weiteren Entfie ihre Stellung gegenüber dem Kapital einrichten." habe bietet, sich von oberflächlichen Leuten leicht mit dem gesprochenen Abficht, dem sozialdemokratischen Prinzip zum wicklung und den Erfolgen dieser neuen Unions, und danach werden Welch ein Aufwand von Worten hier nöthig ist, um Sozialismus identifiziren zu lassen. Sozialismus aber Siege zu verhelfen, ins Leben getreten. Die Kommission fie ihre Stellung gegenüber dem Stapital einrichten." iſt ein Wort, das den ruhigen Bürger sicher schreckt und weiß dies auch nicht anders darzuthun, als daß sie wieder schließlich mit Hülfe der preußischen Polizeilogik glücklich auf seine Gänsehaut stets die gewünschte Wirkung hervor- und immer wieder den„ sozialdemokratischen" John Burns schließlich mit Hülfe der preußischen Polizeilogik glücklich berechtigten Regung der Arbeiterklasse die Hydra der sozialen bringt. Damit ist der Zweck, welchen der Kommissions- ins Treffen führt, den sie als den Macher der ganzen herauszufinden, daß hinter jeder unscheinbaren, noch so neuen Bewegung hinstellt." Burns, der englische Sozialist bericht verfolgt, vollkommen erfüllt. Es ist hier daran zu erinnern, daß die Arbeiterbe- par excellence, ist der Erfinder und Inszeneur dieser Hiernach kann man schon voraussehen, welcher Art die Nuzanwendung ist, welche die Kommission aus ihren wegung in England, insbesondere aber die Gewerkschafts- neuesten Erscheinung des Unionismus", heißt es Seite 62 bewegung im vergangenen Jahre einen gewaltigen Auf- des Berichtes. Der Bericht bemüht fich dann, aus den verschiedenen in England gemachten„ Erfahrungen" für die Behandlung der deutschen Arbeiterverhältnisse herleiter. schwung genommen hat. Nicht allein, daß in die alten Trade Unions ein neues Leben gekommen ist, indem unter Anzeichen, welche auf ein Vorwärtsschreiten der sozialistischen der deutschen Arbeiterverhältnisse herleitet. anderem namentlich der obligatorische Achtstundentag unter Bewegung in England deuten, einen Rückschluß auf die ihnen viele neue Anhänger gewonnen hat, sondern das sozialdemokratische Gesinnung der Unions als Ganzes zu Jahr 1889 zeitigte auch eine ganz neue Erscheinung in machen. Die Kommission jetzt alle Hebel in Bewegung, Der Staat und die Kunst der Gegenwart.') der englischen Arbeiterbewegung: die Organisation der um die Trades Unions als den Anfang einer gewerkWenn auf einen alten Thron cin junger Herrscher unskilled men, der ungelernten Arbeiter, in großen schaftlich organisirten und sozialdemokratischen Partei erUnions, welche an Mitgliederzahl in wenigen Wochen die scheinen zu lassen. Sie zitirt aus dem„ Labour Elector" fteigt, so beginnt, sagt man, eine neue Aera. Hoffnungen, größten der bestehenden Unions übertrafen. Diese Er- folgende Stelle eines Artikels von Cunninghame Graham: die längst welk geworden, werden wieder blühend, Wünsche, Weder Freihandel nach Schutzoll kann die arbeitenden die längst schlafen gegangen waren, erwachen wieder, die scheinung ist als ein bedeutender Fortschritt in der eng lassen eines Landes beeinflussen, während sie geknechtet alten bösen Träume der letzten Nacht scheinen wie ver lischen Arbeiterbewegung anzusehen. Damit war die bisherige Erklusivität der alten Trade bleiben von den kapitalistischen Klaffen. Wie wir jetzt weht vor der aufgehenden Sonne. Ein millionenkehliger Jubel begrüßt sie! Unions gebrochen, und andrerseits stellten sich dieselben den Freihandel haben, ist es einfach ein internationales Kopf an Kopf steht die Menge da und betrachtet ganz offen auf die Seite der neuen. Ferner sind die Ausschwißungssystem zum Nutzen der kapitalistischen Klassen." letteren der Hauptanwalt der Forderung des Achtstunden- Schließlich kommt der Verfasser zu dem Resultat, daß gläubig das Wunder. Herzen schlagen, Augen füllen sich es das Richtigste sei, den Freihandel zu wählen, as being mit Thränen, Hände falten sich:, wie warm, wie golden, tages. Welche große praktische Bedeutung diese Forderung the most destructive, als das beste Zerstörungsmittel." wie schön! Und erst alle die Ahnungen, die heimlichen Sie zitirt aus einem Flugblatt der National Labour Ahnungen! Ihre Strahlen brennen sie uns in die Seele, infolgedessen bereits erlangt hat, das beweisen die letzten Union" folgenden Passus:„ Wir appelliren an Sie, sich und wir sind zu schwach, wir fühlen uns zu klein vor all Nachwahlen zum englischen Unterhaus, da die Arbeiter Antheil. " Revolution steckt. Von Arno Holz. beschlossen hatten, die Frage des Achtstundentages zu einer mit uns zu verbinden eingebenk des Wortes: Einigkeit der Herrlichkeit, zu erbärmlich, um ihre Berheißungen nicht ,, test question" für sämmtliche Wahlen zu machen. Erst macht start! um dadurch vorbereitet zu sein für den ernsten in uns aufgehen zu lassen. Die letzten Kreuze scheinen kürzlich bei den Wahlen in Partick( Schottland) und North Kampf, welcher in kurzem Plaz greifen muß zwischen gebrochen, die letzten Schierlingsbecher geleert, die Zeiten St. Pancras( London) ist dies deutlich hervorgetreten. Rapital und Arbeit. Ferner, muß die Trade Union der sich erfüllt zu haben. Bis plößlich die schöne Scheibe sich Ganz unzweifelhaft hat der Liberale Bolton in St. Pancras Londoner Seßer nicht weniger als drei Mal( Seite 12, wieder verfinstert, der Himmel wieder aschgrau wie vordem den Konservativen nur mit Hülfe der Arbeiterstimmen 32 und 45 des Berichts) als das drohende Gespenst einer über uns hängt, und ein ehrlicher Platzregen uns sackgrob verdrängt, da er sich ausdrücklich verpflichtet hatte, im in der Mehrzahl ihrer Mitglieder sozialdemokratisch ge- nach Hause schickt; nach Hause zu Muttern, wo auf dem Parlament für den Achtstundentag einzutreten. An diesen finnten Gewerkschaft aufmarschiren, welche noch vor kaum Heerde schon die Knödel brodeln und in der Ecke hinterm Sopha die lange Pfeife ihre bunten Troddeln hängen läßt. Erfolgen hat der neue Tradesunionismus einen wesentlichen brei Jahren durchaus konservativ war. " Schon Mr. Burnett, der ruhig und klar urtheilende Das geschieht freilich nicht immer so, aber doch oft.. Auch bei uns ist vor kurzem auf einen alten Thron Nach Herrn Dr. Beumer aber bedeutet die neueste Labour Correspondent im Board of Trade, ein wie Sie Phase des Tradesunionismus nichts anderes als eine Ver- aus der Druckschrift gesehen haben werden, sehr warmer ein junger Herrscher gestiegen, und auch bei uns hofft man schmelzung des Tradesunionismus mit dem Sozialismus. Anhänger der Trade Unions, bezeichnete uns die Ansicht, nun auf eine neue Mera! Wird sie eintreten? Wird der Tag, an dessen Mor Den Anstoß dazu", sagt der Bericht S. 32, hat der daß die Sozialdemokratie im tontinentalen Sinne in England Ausstand der Dockarbeiter in London gegeben. Bei dieser noch nicht eingedrungen sei, als optimistisch und demgemäß gen wir stehen, ein sonniger werden? Die einen, die Gelegenheit ist aufs Neue der Vorwurf gegen die Trade den Thatsachen nicht entsprechend. Er gab zu, daß wirk- threr viele sind, prophezeien es, die anderen, die ihrer Unions hervorgetreten, daß sie nur gelernte Arbeiter aufliche sozialdemokratische Führer mit einem gewissen An- wenige sind, schweigen und runzeln die Stirnen. That nähmen, daß sie bei sämmtlichen Lohnerhöhungen alles hange in England vorhanden seien; Sozialdemokraten gebe fache ist es, daß wir das rothe Rund noch unversehrt am für sich in Anspruch genommen hätten und daß für die es in allen Trade Unions, wenn auch vorläufig in ge- Himmel sehn, und die ersten Tropfen noch niemand auf theilweise bei den gelernten Arbeitern in Lohn stehenden ringer Zahl. Auch in den Trade Unions als solchen, die Nase gefallen find. Also: Qui vivra, verra!( Wer unskilled men nichts abgefallen sei. Das Ziel der in- fügte Mr. Burnett hinzu, sei jetzt schon eine gewisse Hin lebt, wird sehen!) dustriellen Bewegung müsse aber die Hebung aller Arbeiter- neigung zur Sozialdemokratie vorhanden."( Seite 45.) Dies und noch verschiedenes andere wird von Herrn kreise sein. Das gehe nur an, wenn man beide Ströme, Dr. Beumer und Genossen angeführt, um die Trade den Tradesunionismus und den Sozialismus vereinige. Unions in einem möglichst graufigen Lichte erscheinen zu Und es ist charakteristisch, daß der Führer dieser neuen Eine neue Kunst! Wer hoffte sie nicht?! Aber von Bewegung, der Sozialdemokrat John Burns in London, laffen. Aber alles dies trifft die Unions als solche nicht. Mitglied einer der bedeutendsten Trade Unions, nämlich Reinem Menschen wird es einfallen, bestreiten zu wollen, der Regierung? daß die sozialistische Bewegung endlich in England feſte ber Amalgamated Engineers( der Vereinigten Maschinen- Wurzel gefaßt hat. Die Kommission indessen möchte es aufgestanden, sonderbare Schwärmer, Käuze, Broschüren Ja, von der Regierung! Es sind Leute unter uns In unseren Augen ist der Sozialismus allerdings gern so hinstellen, als wenn der Sozialismus nothwendiger schreiber, die sich lärmend an sie herandrängen und von kein Verbrechen, aber was der Tradeunionismus, selbst weise im Gefolge des Tradeunionismus komme. Das ist ihr die Verwirklichung unserer Ideale fordern. Unserer? der„ neue", mit dem Sozialismus zu thun haben solle, ist natürlich grundfalsch. Beide sind so heterogene, getrennte Nein, ihrer! Denn das Leitmotiv, das durch alle ihre uns schlechterdings unerfindlich. Daß Burns und andere Dinge, wie nur irgend möglich. Der Tradeunionismus Litaneien klingt, ist uns tief zuwider. Es riecht uns nac Organisatoren persönlich überzeugte Sozialisten find, ist stand in England bereits Dezennien in Blüthe, als man Fäulniß und Decadence und ist antimodern bis in seine mehr oder weniger Zufall und für die von den Trade den Sozialismus dort noch kaum dem Namen nach kannte. legte Note. Es lautet: unterstützt uns, unterstüßt uns, Unions angestrebten Ziele vollkommen belanglos. Die Jeßt, nachdem der europäische Kontinent und Amerika unterſtüßt uns! Gottseidank ist die Gruppe, die nach dieser Ehre geizt Unions haben sich daher auch keineswegs offiziell als Englands induſtrielle Entwicklung eingeholt haben, das bauer) ist." schuld. Unter den Hoffnungen aber, die unterdeß laut ge worden, unter den Ahnungen, die sich geregt haben, inter essiert uns hier eine. Nämlich jene, die von der neuen Regierung auch eine neue Kunst hofft. Lit un Re gro nic fte fie Ne her Bi ein die fes Loc Wi zu Th Au 001 tri Ab we hei den Ve der die Sc une ren den er tisd füb dar ede äpf ſetze per ziti enc cine glei ver alle jag wen Kur ftell Mä Her felb 3w aud Un ift an Ha Fa Lich. das deffe Schlo Per find jähr Wu für Fold Tha das die etwa Und ftaur Gott weni fenn eine der Verd deste nicht Stut para Mar etrus Kunf wid Anza weise die i Verg sozialistisch proklamirt. Welche besondere politische Ansicht Industriemonopol jenes Landes also gebrochen zu werden eine kleine. Aber sie weiß, daß sie Ellenbogen hat, und jedes einzelne Mitglied hegt, darum kümmern sie sich als beginnt, fängt auch der Sozialismus an, sich in England kennt keine Rücksichten auf ihre Lunge. Ihre Geschosse solche durchaus nicht. Ihr nächster Zwed ist eben die einzubürgern. Kurz und gut, die Existenz des Sozialismus gleichen den Stinktöpfen der chinesischen Seeräuber und bie Erringung möglichst günftiger Arbeitsbedingungen, also in einem Lande hängt von seinen wirthschaftlichen Zu- Fradschöße ihrer Mitbürger find ihr nicht heilig. Ihre vornehmlich möglichst hoher Lohn und möglichst kurze ständen ab. Weder der alte noch der neue Tradesuni- Fanfaronnaden könnten im Publikum leicht die Meinung Arbeitszeit. Es sollte dem Herrn Dr. Beumer und Ge- onismus, weder Broadhurst noch Burns sind also an dem aufkommen laffen, als repräsentire sie die gesammte Pha nossen schwer werden, nachzuweisen, daß die neuen Unions Borwärtsschreiten der sozialistischen Bewegung in England lany; oder doch zum mindeſten die„ junge Generation". irgendwo mit sozialistischen Forderungen hervorgetreten Nun, wir gehören auch zu dieser, und wir finden wären. Wenn man freilich, wie Herr Fabrikbefizer Caron, Speziell bei Herrn Caron tritt das Bestreben hervor, teinen Ausdruck zu scharf, keine Wendung zu energisch, u der sich der Kommission zugefellt hatte, bei der Berichter die neugegründete oder noch in der Bildung begriffenen gegen eine derartige Auffassung Front zu machen! Trade Unions als rein sozialistische Organisationen zu Was wir von der Regierung verlangen und auch wohl stattung an die Vereine als Sozialismus geistreich jede Machtverschiebung nach links" definirt, dann läßt fennzeichnen. Aber auch die alten Trades Unions sind mit gutem Gewissen verlangen dürfen, ist nicht, daß sie fich überall der Sozialismus herauskonstruiren. Das ist nach seiner Ansicht rein ſozialiſtiſch. Zunächst giebt er uns unterstüßt, ist nicht, daß sie uns Almosen in den dem Zeitalter des Régime Puttkamer durchaus angemessen. nämlich vom Sozialismus eine wahrhaft klaſſiſche Definition, Schoß wirft, sondern, daß sie uns einfach unser Recht Zu deſſen glänzendsten Errungenschaften gehörte es be- die wir unseren Lesern, die gern einmal herzlich lachen, zukommen läßt. Nichts weiter. nur Unser Recht, daß in kanntlich auch, daß den Arbeitern die geringste gewerk- nicht vorenthalten wollen: Ich nenne diejenigen Bestrebungen der arbeitenden schaftliche Regung und Lohnbewegung gewaltsam unmöglich Klaffen sozialistisch, welche sich darauf richten, das Schwer- fage eines angesehenen, aber unabhängigen Künstlers an den he 1) Wir entnehmen diesen Aufsag, der eine unumwundene b gemacht wurde, weil dahinter verschleiert„ die Hydra gewicht des wirthschaftlichen Lebens von der Seite des tigen Staat enthält, der Wochenschrift Freie Bühne für moder der sozialen Revolution ihr Haupt erhebe." Kapitals soweit nach links herüberzuschieben, daß der aus- nes Leben". Berlin, S. Fischer. telt und " Sei feine Die d дет gt." nt= Be den er= tal siko nicht On& be= Jor= ticht nicht Ob der uch tex Liber hört billt, hat. tens Entden um flich 10 alen Art ren ung 1.) cher gen, ſche, die ver chtet fich den, chen eele, - all micht inen weiten fich bem grob dem term läßt. ft.. hron man Nor , die ihrer Chat I am = Literatur- Konventionen besteht, die uns bis heute in der nur selten die genügende Elastizität befizen, die neue Hell- erlitt als solcher wegen Preßvergehens eine dreiwöchentliche Geunverantwortlichsten Weise vorenthalten wurden, unser malerei zu kapiren. Nein, weit entfernt der Kunst zu nüßen, fängnißstrafe und ward beim sozialistengesetzlichen Verbot des Blattes von der Polizeidirektion in Bremen auf Grund des§ 3 des FreiRecht, dem das derzeitige Preßgeset, dessen einzelne Para- ist der übertriebene Kult ihrer Vergangenheit, repräsentirt zügigkeitsgefeßes aus dem bremischen Staate ausgewiesen, welche graphen ja oft noch geradezu ans Vorfintfluthliche grenzen, durch die Museen, vielmehr nur allzusehr dazu geeignet, Maßregel auf eingelegte Beschwerde vom bremischen Senate jedoch nicht gemäß ist, unser Recht, unsere Bilder in die Aus- ihr zu schaden. Verdienstlicher, als ihren Todten Hymnen wieder zurückgenommen werden mußte. stellungen zu hängen, auch wenn ein hochlöblicher Senat zu leiern, ist es, ihren Lebenden keine Steine in den Weg Cigarrengeschäft. Wahlkreis: Bremen. sie nicht nach seiner Schablone findet, und schließlich unser zu legen. Und jedes Museum ist eine Sammlung von Recht, die Gesammtheit unseres Volkes, und nicht wie bis- solchen.. " * * * * * 1875 in Cleve Foerster, K. Hermann, geb. am 18. September 1853 zu Zinna, Kreis Jüterbogk- Luckenwalde, Regierungsbezirk Potsdam. ( Evang.) Gegenwärtig in Hamburg als Cigarrenfabrikant ansässig. Besuchte bis zum 12. Jahre die Elementarschule und vom 12. bis 14. Jahre die Halbtagsschule. Vertreter des Wahlkreises Neuß ältere Linie, daselbst am 20. Februar 1890 gewählt. * * * Dreesbach, August. Geb. 13. August 1844 in Düssel dorf.( Freireligiös.) Besuchte die Volksschule, erlernte das Schreinerher die bureaukratische Willkür einzelner, auch über unsere Kommen jetzt die Königlichen Theater an die Reihe! handwerf, bereiste 1864 und 1865 Süddeutschland und Desterreich. Bücher, Stücke und Statuen entscheiden zu lassen. Mit Daß ihr Zustand heute ein kläglicher ist, ist ein offenes Trat 1868 als Mitglied in den Allgemeinen Deutschen Arbeitereinem Wort: wir wollen das alte Gängelband, an dem Geheimniß. Weswegen? Etwa weil ihre Leiter Inten: Arbeitervereins resp. der sozialdemokratischen Partei im Rheinland, verein. Von 1873 bis 1878 als Agitator des Allg. Deutschen die Regierung die Kunst noch immer hält, nicht noch danten sind? Nicht Fachmänner, sondern Hofmänner? in der Pfalz, in Baden, Würtemberg, Bremen, Thüringen und fester geschnürt wissen, sondern im Gegentheil ge- Raum! Wir meinen, die Gründe liegen tiefer. Uns scheint, Staffel thätig. 1877 und 1878 als Redakteur des Pfälzisch Valockert. Gelockert, und wenn möglich, ganz zerfonitten. als paßte die ganze Hoftheaterwirthschaft einfach gar nicht dischen Volksblatt" in Mannheim. Nach Erlaß des SozialistenWir sehnen uns endlich danach, endlich auf unseren Beinen mehr in unsere Zeit; als wäre sie das letzte Ueberbleibsel Tabat- und Cigarrenhandlung daselbst. Von 1881 bis 1884 Stadt gefeßes Spezereihändler in Mannheim und seit 1886 Inhaber einer zu stehen! einer längst zu Grabe getragenen Epoche; nämlich jener, verordneter und von 1884 bis heute Stadtrath in Mannheim. Bei dieser Entschiedenheit, mit der wir, durch die in der der Puder stäubte und die Kronen noch patriarchalisch 1874 in Stuttgart 6 Wochen in Untersuchungshaft wegen MajestätsThatsachen dazu gezwungen, unseren Forderungen zum auf Perrücken saßen. Die französische Revolution hat zwar beleidigung. Das Verfahren wurde eingestellt. Ausdruck verhelfen müssen, wollen wir durchaus nicht etwa seitdem mit vielem aufgeräumt, aber doch noch nicht mit Gefängniß bestraft. 1876 in Frankenthal 4 Wochen in Unterwegen Vergehens gegen§ 131 des Strafgesetzbuches zu 6 Wochen vorhandenen, wohlmeinenden Absichten der Regierung dok- allem: die Hoftheater eristiren noch. Aber ihre Existenz ist fuchungshaft wegen Vergehens gegen§ 130 des Strafgesetzbuches, trinär den Rücken drehen. Aber auch die wohlmeinendsten eine blutlose, sie sind gewissermaßen ihre eigenen Gespenster fostenlos freigesprochen. 1886 in Mannheim mit Bebel wegen VerAbsichten können eben anstatt Heil nur Unheil anrichten, geworden. Wir meinen, und wenn man heute an Stelle gehens gegen das badische Vereins- und Versammlungsgesetz mit wenn sie sich anschicken, mit derben Fingern in jenen ge- des Herrn Bolko von Hochberg auch Gotthold Ephraim 50 Mark Geldstrafe belegt. XI. Bad. Wahlkreis. MannheimSchwezingen- Weinheim. heimnisvollen, trillionenädrigen Organismus zu greifen, Lessing selber zum Generalintendanten machte es würde den ein altes, ehrliches Wort so schön den„ natürlichen doch nichts dabei herauskommen. Denn der Geist, dem Verlauf der Dinge" nennt. Und diefer und niemand an- auch er sich unterwerfen müßte vorausgesetzt natürlich, ders ist es, der die Gesunden fiegen läßt über die Kranken, daß er es nicht vorzöge, sich auf die bekannten Gesund die Großen über die Kleinen und die Starken über die heitsrücksichten zu berufen ist eben nicht der, der durch Schwachen. Das Gesetz der natürlichen Zuchtwahl herrscht unser Jahrhundert weht. Dagegen würde er ihn wahr unerbittlich auch in der Kunft. ,, Les faibles meurent les scheinlich lebhaft an sein einstiges, eigenes erinnern, das reins cassés, c'est la loi!" Wen die Luft seiner Epoche unser derzeitiger Geschichtsunterricht, wie männiglich be- Großenhain i. S. Geb. 12. März 1853 daselbst. Besuchte die Geyer, Karl August Friedrich, Cigarrenfabrikant in den Athem benimmt, der thut uns nur einen Gefallen, wenn fannt, das Jahrhundert des„ aufgeklärten Despotismus" Volksschulen in Großenhain, Pirna und Berggießhübel.( Dissident.) er an ihr erstickt. Die Kunst ist kein Spital für Asthma- nennt. Und mit diesem läßt sich nun einmal heute nicht Seit 1869 in der Arbeiterbewegung thätig. 1881 wegen Verab= tiscoe. Sie ist die große Welt der Gefunden, und wer mehr regieren. Weder vor, noch hinter den Coulissen. fassung eines Wahlaufrufes für den 7. sächsischen Reichstags- Wahlfühlt, daß er auf Krücken und Lathwergen nicht verzichten Nur hinterbreinhinken. Und das thun denn auch, wie arbeitslos geworden, begründete Geyer ein selbstständiges Geschäft. freis zu acht Monat Gefängniß verurtheilt. Infolge diefer Strafe darf, der mag nur immer hübsch daheim in seiner Ofen- gesagt, unsere Hoftheater nach Kräften. Daß fie der Seit 1885 Mitglied des sächsischen Landtages( II. Kammer). 1886 ecke bleiben und auf die Musik Acht geben, die die Brat Kunst helfen" wer wollte das ernsthaft behaupten? im 19. jächs. Neichstagswahlkreis( Stollberg- Schneeberg- Nachwahl) äpfel machen. Ihn in Watte verpackt in den Sonnenschein Wenn die sich nicht von selber hilft, sie werden ihr sicher gewählt. 1887 unterlegen. 1890 gewählt: Leipzig- Land.( 13. sächs. Wahlkreis.) setzen, heißt an diesem den Gradrückigen nur die Freude nicht helfen. Sie vermögen nur eins zu thun mit ihrem verderben... Wir haben oben schon ein Wort von Zola Golde: ihr zu schaden! Denn angenommen, unsere Hof- Jöst, Franz. Geb. am 12. Dezember 1851 zu Mackenheim zitirt, ist noch eins nöthig? Hier ist es: L'idée d'un bühnen würden, dank einer verzehnfachten Unterstüßung, im Großherzogthum Hessen. Besuchte die Bolksschule zu Oberencouragement général fait sourire"( Der Gedanke an durch die Großartigkeit ihrer Lokalitäten, durch die Ge- Abtsteinach, erlernte von 1867-69 das Tischlergewerbe, diente von eine öffentliche Unterstüßung ist zum Lachen.) Und hier diegenheit ihrer Ausstattungen, ja selbst durch die denkbar 1871-74 beim Militär, war 1882 in Südamerika( Panama und Ecuador) und seit 1883 als Stehlleistenfabrikant in Mainz etablirt. gleich noch eins: ,, La liberté, voilà tout ce qu'un gou- tadelloseste Zusammensetzung ihres schauspielerischen Per Seit 1874 der Arbeiterbewegung angehörend, 1885 nebst Ulrich vernement nous peut donner"( Freie Bewegung, das ist sonals wirklich wieder künstlich in den Mittelpunkt unseres( Offenbach) als Vertreter der Stadt Mainz in die zweite Ständealles was eine Regierung uns geben kann.) Und das Interesses gerückt sein, würden dann auch die dichterischen kammer zu Darmstadt gewählt. 1887 in den Mainzer Geheimfagt ein Franzose, also ein Mann, m dessen Gemeinwesen, Genies davon profitiren? Nein, nur wieder die Talente! bundsprozeß verwickelt, zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Vertreter von Mainz. wenn überhaupt irgendwo, die Theorie einer staatlichen Die Wildenbruchs würden dann nur noch mehr bejubelt Kunstunterstützung bereits Praris geworden ist! werden, und die Ibsen hätten dann auf die endlichen Auf- Kunert, Friz, seit 1889 Redakteur des sozialdemokratischen Man gebe sich doch keinen Jllufionen hin! Man führungen ihrer Meerfrauen nur noch länger zu warten. Organs Schlesische Nachrichten", Breslau. Geb. 15. Sept. 1850 stelle sich doch die Tragikomödie nur einmal vor! Jenen Wahrscheinlich bis zu ihrem jedesmaligen Tode. Nein, 1876 Sozialiſt. 1887 Rücktritt von der Schule, Austritt aus der im Kreise Niederbarnim zu Alt- Landsberg. 1881-87 Lehrer. Seit Märtyrern soll also wirklich der Wille erfüllt werden, und was man auch ins Treffen führen mag, es läßt sich ge: Landeskirche. Bereiste 1277, 1880/81 den Süden Europas, die Herr von Goßler, in dessen redlichste Gesinnungen wir radezu als Axiom hinstellen: jede staatliche Unter- Levante, Arabien u. j. w. 1888/89 Lehrer der Berliner freien selbstverständlich auch nicht das geringste Tüpfelchen von ftüßung, und gebe sie sich auch unter welcher Gemeinde, Stadtverordneter für den Berliner 14. KommunalwahlZweifel feßen, eines schönen Tages, eine oder sagen wir Form sie wolle, kommt in der Kunst immer nur auch zwei Millionen in der Tasche, an die berühmten der Mittelmäßigkeit zu gut! ,, Unterstüßungen" gehen. Was sich dann ereignen würde, Uns nun auch noch über den großen Schillerpreis zu ist unschwer vorauszusehen. Die Tellerlecker würden ergehen, erläßt man uns jegt wohl? Noch ein Dußend antichambriren, und die anständigen Leute zu von solchen Preisen, und das neue deutsche Drama könnte Hause bleiben. Die einzelnen Akte dieser rührenden getrost sein Testament machen! Ein besseres Hausmittelchen " Familienkatastrophe" anzudeuten, erlassen wir uns natür- es glücklich wieder todt zu kriegen, gäbe es gar nicht. lich. Die ganze Farce würde schließen mit einem Bilde, Hoffentlich macht man von ihm keinen Gebrauch. das verdiente bengalisch beleuchtet zu werden, und als Uebrigens worauf jene Leute nicht alles gekommen dessen Titel wir uns erlauben möchten schon heute in Vor- find! Hatte doch einer sogar den Vorschlag gemacht, man schlag zu bringen:„ Die Apothese der Mittelmäßigkeit!" möge agitiren, daß auf Bücher anderer als inlänAuf Namen verzichten wir. Wir kämpfen nicht gegen discher Autoren eine Stempelsteuer gelegt würde. Bersonen, sondern gegen Sachen. Die Personen als solche Also geistige Schutzölle! Und das im Namen des zwanfind uns höchst gleichgültig. zigften Jahrhunderts!" D du heiliger St. Niclas! O du Man wende uns nicht ein, daß der Staat doch„ all- Gottesgebärerin"... jährlich für die Kunst viel thut", und also auch wohl der Wir kennen alle die Geschichte von Alexander dem Wunsch kein so absurder sein kann, er möge noch mehr Großen und Diogenes. Wir haben sie als Jungen oft für sie thun." Wer hat denn die Voraussetzung dieser genug aus dem Deutschen ins Lateinische übersehen müssen: Folgerung schon jemals bewiesen? Auf keinen Fall das Eines Tages sah Alexander der Große zu Athen einen Thatsachenmaterial! Denn das ist unhöflich genug, genau Bettler in der Sonne liegen, der seiner nicht im geringsten das Gegentheil zu beweisen! Nämlich, daß der Staat für 34 achten schien. Es war Diogenes. Verwundert über die Kunst gar nichts thun kann! Er kann höchstens seinen Gleichmuth, ließ der König sich mit ihm in ein etwas gegen sie thun! Und das thut er denn auch! Gespräch ein und gewährte ihm zuletzt die Erlaubniß, fich Und zwar gründlich! eine Gnade auszubitten. Ich brauche nichts", ant ,, Aber die Königlichen Museen", hören wir hier er- wortete Diogenes, aber wenn Du mir wirklich einen Gestaunt ausrufen,„ die Königlichen Theater, und dann, um fallen thun willst, dann, bitte, sei so gut und geh mir ein wenig aus der Sonne!" Gottes Willen, der große Schillerpreis?" auf Wer ge nter euen Don ung iren Don erer? ihre nad feine uns, geizt und hoffe D bit Thre nung Pha inden chen! wobl ɓ fie ben e cht e Ab Бен bers Schön! Also zuerst die Museen. Niemand kann sie Und genau so sprechen auch wir, angesichts der heutigen weniger für überflüssig halten, als gerade wir. Wir er- Unterstügungsfrage zu der neuen Regierung:„ Wir brauchen kennen rückhaltlos an: sie sind eine Wohlihat; und sogar nichts. Aber wenn Du uns wirklich einen Gefallen thun eine große. Ein Privatmann konnte sie uns nicht bauen, willst, dann, bitte, sei so gut und geh uns ein wenig aus der Sonne!" der Staat, der es gethan, hat sich in der That damit ein Verdienst erworben. Aber um die Kunst? Nicht im mindesten! Nur um deren Wissenschaft! Ein Museum ist " 1 * * * bezirk. Im Juli 1889 für Waldenburg i. Schl. und Halle- Saalfreis zum internationalen sozialdemokratischen Kongreß nach Paris delegirt. Am 1. März 1890 von Halle und dem Saalkreis in den Reichstag gewählt. * * Mezger, F. Wilh., Journalist, früher Klempner und Inſtallateur. Geb. 9. Mai 1848 zu Stepin a. H.,( konfessionslos). Besuchte die Volksschule zu Kezin, erlernte die Klempnerei zu Syriz. Nahm nach mehrjähriger Wanderschaft dauernden Aufenthalt in Hamburg. Seit dem Jahre 1869 Mitglied des Allg. Deutschen Arbeitervereins, schloß er sich nach Verhaftung des Braunschweiger Ausschusses und Geib's der Eisenacher sozialdemokratischen Arbeiterpartei an. Von Th. York für die Gewerkschaftsbewegung gewonnen, rief er 1873 den„ Verband der Klempner und verw. Berufsgenossen" ins Leben, dessen Leiter er bis zu dessen Verschmelzung mit der " Internationalen Metallarbeiter- Gewerkschaft" war. Im Jahre 1875 wegen Aufnahme einer Verrufserklärung in das von ihm redigirte Gewerkschaftsblatt Bote" mit 4 Wochen Gefängniß bestraft, traf ihn 1826, wegen Vergehens gegen den bekannten Aufreizungsparagraphen( 130 St.-G.-B.) eine Gefängnißstrafe von 4 Monaten. Nach Aufgabe eines selbständigen Klempner- und Mechaniker- Geschäfts im Jahre 1884 Mitarbeiter der 1887 verbotenen Bürger3eitung", ber 1888 verbotenen Rundschau" und ſeit 1888 bes " Hamburger Echo." Wahlkreis: Hamburg III. * * * * Schmidt, H. Wilhelm, Lithograph in Frankfurt a. M. Geb. 28. November 1851 zu Frankfurt a. M.( Atheiſt.) Besuchte die ehemalige Katharinenschule( 4 klassige Volksschule) zu Frankfurt von 1859-66; erlernte sodann dafelbft die Lithographie bis 1870. Mitglied des gewerblichen Schiedsgerichtes zu Frankfurt für die Jahre 1888-91. Besuchte 1889 den internationalen Arbeiterkongres zu Baris, als Vertreter der Arbeiterschaft Frankfurts und Umgegend. Wahlkreis: 6. Reg-Bez. Wiesbaden, Frankfurt a. M. Schmidt, F. Albert, Buchdrucker. Geb. 2. März 1858 zu Magdeburg.( Dissident.) Besuchte die Volksschule in Magdeburg Lernte Schriftseger. und Bürgerschule Neustadt- Magdeburg. Arbeitete als solcher in Magdeburg, Halberstadt, Leipzig. Uebernahm hier die Redaktion des„ Leipziger Boltsblatt" und wurde nach dem Verbot desselben, 1887, wegen agitatorischer Thätigkeit auf grund des Sozialistengefeßes ausgewiesen. Arbeitete hierauf in Wurzen, war hierselbst Vorsitzender des Arbeiter- Bildungs- Vereins, arbeiter mehrerer Fachblätter und politischer Zeitungen thätig. Am 20. Februar als Vertreter des 15. sächsischen Wahlkreises gewählt. nichts weiter als ein Naturaltenkabinet. Nur daß es dem Biographische Mittheilungen über die jetzt siedelte dann nach Berlin über, dort als Schriftfcher und MitStudium, statt ausgestopfter Reptilien, mikroskopischer Präparate und Versteinerungen aus der Tertiärzeit, griechische Marmorleiber, mit Farben bedeckte Leinweindfchen und etruskische Basen liefert. Nicht die Entwicklung der gewählten sozialdemokratischen Abgeordneten. II. * * * Kunst fördert es, sondern nur das Begreifen dieser Ent- Birt, Georg, Gastwirth, München. Geb. 15. Oftober 1839 wicklung. Ja, für diese selber kann sich eine allzu große in Hinterbach bei Kempten. Besuchte die Volksschule und erlernte das Mezgerhandwerk, bereiste Deutschland, Desterreich und SüdAnzahl derartiger Institute sogar nur als hemmend er: rußland. Hatte im Jahre 1887 eine dreimonatliche Gefängnißstrafe weisen. Sie drängen dem Laien, der sie häufig besucht, wegen Bergehens wider das Sozialistengesetz zu verbüßen. Mit die inzwischen längst überholten Formen und Formeln der Vollmar Herausgeber der„ Münchener Poſt." Bertreter von Südost. 1886 Vorsitzender des Fachvereins der Metallschleifer und Vergangenheit, die sie so systematisch in einander geschach- München 1. im Reichstage. Schulze, Karl, Gigarrenhändler in Königsberg. Geb. den 15. Oftober 1858 zu Steinau a. D.( Evang.) Kam 1861 nach Berlin, besuchte dort die Volksschule, arbeitete, vor dem 14. Lebensjahre vom Schulbesuch dispensirt, in Gärtnerei, Garndruckerei, Cigarrenfabriken u. s. w. Erlernte dann das Schlosserhandwerk 1872-1876, wurde später Metallschleifer, war 1884-86 Vorstandsmitglied des Arbeiter- Bezirksvereins Laufizer Play, Berlin, später verw. Berufsgenossen. 1886 im November aus dem Berliner Belagerungsgebiet ausgewiesen, siedelte er nach zweimonatlicher Reise telt haben, nur allzu leicht als unsterbliche Muster auf Bruhns, J. A. Friedrich, Cigarrenfabrikant in Bremen. nach Chemnitz über, arbeitete dort wieder als Schloffer, ging 1889 und pfropfen so sein Hirn, dessen Aufnahmefähigkeit ja Geb. 15. August 1860 zu Altona.( Evang.) Besuchte daselbst die im Januar nach Stönigsberg, errichtete daselbst, nachdem er kurze nur eine begrenzte ist, derartig an mit Gewesenem", daß Volksschule und lernte dann als Cigarrenarbeiter. Wurde im 3eit als Schloffer gearbeitet, ein Gigarrengeschäft und wurde am Seiendes" in ihm gar keinen Plaß mehr findet. Wer Jahre 1881, kaum 21 Jahre alt, von Hamburg- Altona ausgewiefen 8. März 1890 daselbst, wegen eines von ihm herausgegebenen Flugseine ganze Jugend damit verbracht hat, in den Museen und übersiedelte nach kurzem Aufenthalt in Harburg a. 5. Gibe, blattes, zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt. Wahlkreis: 3. Neg. nach Bremen, woselbst er in seinem Gewerbe thätig war. Im Jahre Bez. Königsberg. Königsberg Stadt. die alte Dunkelmalerei zu bewundern, wird in seinem Alter 1888 ward er Redakteur der sozialistischen„ Bremer Volkszeitung", " 1 * * * * " Schwarz, J. C. Theodor, Speisewirth in Lübeck. Geb. Zeigen wir daher, daß wir die Verkürzung der Arbeits- Wir würden uns freuen, wenn das letztere geschähe; 14. April 1841 in Lübeck.( Lutherisch.) Besuchte die Knabenzeit wollen. vermögen aber noch keinerlei, auch nur schwache Anzeichen Armenschule bis zum 14. Lebensjahre. Erlernte die Formerei in Wie kann dies geschehen? dafür zu erblicken. Was über die Preisgabe des Soziader Eisengießerei von Nöltingk in Lübeck. Nach beendeter Lehrzeit trat er in den Dienst der deutschen Handelsmarine und machte In allen Industriestädten in denen starke Organisa- listengeseßes verlautet, beruht nur auf den leersten Vergrößere Reisen auf Segelschiffen verschiedener Nationalitäten. Be- tionen bestehen, ist der 1. Mai ein Feiertag. Alle Ge- muthungen; was über militärische Reformen an Gerüchten reifte als Former einen großen Theil von Nord- und Süddeutsch werke ruhen! Die Unternehmer sind hiervon rechtzeitig zu auftaucht, dürfte das zulässige Maß politischer Faselei beland und der Schweiz. Trat 1869 wieder als Matrose auf der in Mecklenburg beheimatheten Brigg„ La Fortuna" und erfitt am benachrichtigen. Im Laufe des Vormittags finden öffent- reits überschreiten; was jetzt von der Regierung auf dem 17. Dezember 1869 während eines Orkans eiren totalen Schiffbruch liche Versammlungen statt mit der Tagesordnung:„ Die Gebiete des Arbeiterschußes unterstützt wird, bedeutet eine unter der englischen Küste. Erlernte sodann die feine Küche und Achtstundenbewegung." Der Nachmittag gehört der Familie. Menderung des heutigen Systems ebensowenig, wie es etwa diente bis 1886 als Schiffskoch auf mehreren zwischen Lübeck und Hinaus in's Freie! feinerzeit eine Umwälzung in der freisinnigen Parteipolitik Rußland verkehrenden Passagierdampfern. Verlust ves Lübecker In allen anderen Orten, in denen keine ausgeprägt bedeutete, als die Abgeordneten Halben, Löwe und VirPassagierdampfers Union" durch Spritgas- Explosion am 9. Juli 1876. Seit 1868 Mitglied des„ Allg. Deutschen Arbeiter- Vereins." starken Arbeiter- Organisationen bestehen, der Proklamirung chow sich für gefeßlichen Kinder- und Frauenschuß erwärmten Seit 1875 Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Seit des Feiertages Schwierigkeiten im Wege stehen, mag irgend und selbst die Baumbach allmählich nachfolgten. 1889 Vertrauensmann der deutschen Former. Kandidirte seit 1878 einer der Interessenten zu einer den Verhältnissen des Ortes Von einem großen politischen Ereigniß" kann also zum Reichstag im Wahlkreise Lübeck. Verfasser von: Jürgen Wullenweber", Ein Gedenkblatt zu seinem 350 jährigen Todestage entsprechenden Zeit ebenfalls eine öffentliche Versammlung bislang wohl kaum gesprochen werden, und das ganze ( 1887)." Das alte Lübeck", Bilder aus der Kultur und Ber- mit dem gleichen Thema einberufen. Freudengeheul der Gegner Bismarcks beweist nur, was für gangenheit Lübecks( 1887). Vertritt im jezigen Reichstage Lübeck. Also: überall, in dem kleinsten Flecken Deutschlands, zurückgedrängte Begehrlichkeiten auf der einen Seite plöẞSeifert, Julius, Sohn eines Fabritarbeiters. Geb. den am 1. Mai öffentliche Versammlungen, das gleiche Thema lich wieder aufzuleben beginnen, während die Nieder12. Januar 1848 zu Zwickau. Besuchte die gewöhnliche Volks- und die gleiche Begeisterung für die Verkürzung der Ar- geschlagenheit der anderen Seite Zeugniß dafür ablegt, auf schule, erlernte im Jahre 1862 bis 1866 das Schuhmacherhandwerk, beitszeit! wie schwachen Füßen manche aufgeblasene Tagesgröße in wurde im Jahre 1868 zum Militär ausgehoben, machte den Feldunserem lieben deutschen Reiche stand und steht. zug 1870/71 mit, trat im Jahre 1872, durch die Erlebnisse auf den Schlachtfeldern dazu angeregt, der sozialdemokratischen Partei bei und trieb sein Gewerbe bis zum Jahre 1887, worauf er dann die Kassirerstelle mehrerer Kassen übernahm, als solcher fungirt S. jetzt noch. 16. sächs. Wahlkreis: Stollberg- Schneeberg. * * ( Schluß in nächster Nummer.) Die in den Versammlungen zu fassenden Resolutionen sind mit Angabe der Anzahl der Betheiligten an die Arbeitervertreter im Reichstage zu senden. -11 Die Arbeiter werden gut thun, dem Durcheinander in unseren Regierungskreisen und dem ganzen daran sich Ferner: In allen Versammlungen arrangire man eine knüpfenden Breßspektakel in aller Ruhe zuzusehen und zuMassenpetition, das Material kann durch die Expedition zuhören. Bisher schaut es noch nicht so aus, als wolle der Berliner Volkstribüne" im Laufe der nächsten Woche man dem Volke auch nur einen Theil seiner Rechte zurückDie schweizerischen Grütlivereine und der bezogen werden.*) Sollten wider Erwarten die Versamm geben, die man ihm zu gunsten einer ins Unerträgliche lungen verboten werden, so ist dennoch die Unterschriften- angewachsenen Regierungs- und Kapitalsmacht entzogen hatte; sammlung vorzunehmen und die ausgefüllten Petitions- wie man diese ufurpirte Macht nun innerhalb der Herrbogen mit Angabe der Gründe des Verbots der Versamm- schenden verschiebt und anders vertheilt, das soll uns fühl lung sind an die Unterzeichneten einzusenden. laffen bis an's Herz hinan. Arbeiterfeiertag. Die„ Basler Arbeiterstimme" schreibt: In verschiedene ausländische Arbeiterblätter ist die Notiz übergegangen, daß der Grütliverein und die übrigen schweizerischen Arbeitervereine den Beschluß gefaßt hätten: Den 1. Mai in der ganzen Eidgenossenschaft durch würdige Manifestation zu feiern, jedoch von der Einstellung der Arbeit an diesem Tage abzusehen. Denjenigen Arbeitern, die den ganzen Tag zu einem Feiertag machen wollen und können, foll natürlich nicht entgegengetreten werden. Dem Entschluß der schweizerischen Arbeiterdelegirten liegt die Annahme zu grunde, daß die Proklamirung des 1. Mai als eines allgemeinen Feiertages, an dem nicht gearbeitet wird, zu schweren Konflikten mit der Arbeiterklasse führen würde, welche nicht im Interesse der Sache wären." Dem gegenüber ist festzustellen, daß keine solche Delegirten- Konferenz stattgefunden hat und dem gemäß auch kein solcher, für die gesammte organisirte Arbeiterschaft der Schweiz geltender Beschluß gefaßt worden ist. Vielmehr handeln die Arbeitervereine an jedem Ort hinsichtlich der Feier des 1. Mai ganz nach ihrem eigenen Ermessen. Was soll am 1. Mai geschehen? Nur noch eine kurze Spanne Zeit trennt uns von diesem Tage. Es ist daher nothwendig, mit aller Kraft die Agitation zur Feier der Achtstundenbewegung in die Hand zu nehmen, die Massen aufzuklären, damit der Sieg der Arbeiterschaft am 1. Mai sich mit dem vom 20. Februar deckt. 12 Millionen Stimmen am 20. Februar! 2 Millionen Unterschriften am 1. Mai! Das sei die Parole. Berlin, Ende März 1890. City- Passage. Th. Glocke, Expedient, M. Baginsky, Schuhmacher, W. Schweizer, Malex, Dennewigstr. 26. Lausigerstr. 52, III. Alb. Schmidt, Buchdrucker, Oranienstr. 23. Julius Wernau, Maurer, Zionskirchplaz 2. Oskar Wilde, Gürtler, Stralauer Brüde 4, Quergeb. IV. Mar Schippel, Redakteur, J. Friedrichshagen. E. Wiedemann, Tischler, Wendenstr. 2, IV. Friz Zubeil, Tischler, Waldemarstr. 72. Hartmann, Metallarbeiter, Reichenbergerstr. 73. Der Rücktritt des Fürsten Bismarck von allen seinen Aemtern hielt in der verflossenen Woche die bürgerliche Presse unausgesett in Athem. Politisches. Er Und An f Durc Ich Ich Wie In Da Der Das So Im Das Aus So Von Also warten wir ruhig ab, aber erwarten wir nichts! Von Brin Und Und Gebr Und Und Buja Mit Aus Und Agrarier in Frankreich.„ Um die fremde Konkurrenz zu erschweren", wurde im französischen Parlament beantragt, die bisherigen Zölle, und zwar per 100 kg. Gerste von Frs. 1,50 auf 3 Frs., Malz von Frs. 1,90 auf 5 Frs. zu erhöhen und das bisher zollfreie Gerstenmehl mit 6 Frs. zu belasten. * * Auch im englischen Parlament blüht die Generalschwänzerei, die unseren Kartellreichstag so unrühmlich auszeichnete. Am 7. März inmitten einer hochwichtigen Ers örterung, deren Eindruck den Gladstonianern zufolge die Regierung erschüttern sollte, fand sich kaum mehr denn ein halbes Dugend Parlamentsmitglieder im Hause! Die elektrischen Klingel wurden in Bewegung gefeßt, um alle in den Rauch- und Speisezimmern Lotternden zur Bildung eines erörterungsfähigen Hauses von 40 Köpfen aufzubieten. Als dann aber der Sprecher mit abUnseres Erachtens beweist diese fieberhafte Erregung fichtlicher Langsamkeit zu zählen angefangen, stockte er bei nur, was für Hoffnungen und Befürchtungen einzelne Per- 35; das Haus was also ausgezählt und die Sigung vorsonen und Parteigrößen an einen Wechsel in der obersten bei. Wohl rollten noch bis Mitternacht Wagen mit NeuRegierungsleitung knüpfen, und wie zurückgeblieben die gierigen an, die gern die Neden Balfours und Morleys politische Reife unserer Bourgeoisie ist, die mit ihrem gehört hätten: aber die Fenster waren düster und das langjährigen Abgott womöglich gleich ein ganzes poli- Thor geschlossen. tisches System glaubt in Trümmer finken zu sehen. * * Die Agitation für die Verkürzung der Arbeitszeit ist In Magdeburg wurde nach einer Meldung *) Petitionsbogen zur Einführung des achtstündigen Arbeitsjett um so nothwendiger, da auf dem Programm der internationalen Arbeiterschutz- Konferenz sich nichts findet, tages liefert die Expedition: 100 Stüd mit Mt. 1,75; 500 Stüdes Wolff'ichen Telegraphenbureaus bei der mit Mt. 8,00; 1000 Stüd mit Mt. 15,00. Alle Organisationen 2c. Reichstags- Nachwahl Bock( Sozialdemokrat) mit mt. 8,00; 1000 Stück mit Mr. 15,00. Alle Organisationen 2c. was die Einführung eines Marimalarbeitstages bedingt. wollen umgehend Bestellungen aufgeben. gewählt. BUY Grosse öffentliche Tischler- Versammlung. Böhmisches Brau Haus, Landsberger Allee. Donnerstag, den 27. März, abends 8½½2 Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee. 3. Tagesordnung: 1. Die Beschlüsse des Fachvereins zur diesjährigen Lohnbewegung 2. Diskussion. und wie stellen sich die Branchen- Vereine dazu. Referent: Th. Glocke. Verschiedenes. Laden. Sonntag, den 6. April( 1. Osterfeiertag) Großes Wohlthätigkeits- Matinee Die Vorstände, ganz besonders die Mitglieder sämmtlicher Tischlervereine sind hierzu einge- zum Besten verunglückter und erkrankter Mitglieder arrangiert von der Der Einberufer. Große öffentliche Maurerverfammlung. Mittwoch, den 26. März, abends 82 Uhr in Sonssouci, Kottbuserstr. 4a. Tages Ordnung: = 1. Abrechnung des Generalfonds vom Jahre 1889. 2. Endgültige Beschlußfassung über die Agitation im Baujahr 1890. 3. Neuwahl der Vertrauensleute. 4. Verschiedenes. Eine recht rege Betheiligung erwartet der Einberufer. Achtung! Metallarbeiter! Kollegen! Es sind jetzt fünf Wochen, daß wir im Streit mit der Firma Friedr. Siemens und Komp. wegen Abzug liegen. Leider ist es den Fabrikanten gelungen, schon einige Leute zu bekommen, aber es sind dies nur junge Leute, die nicht organisirt sind, und ist der Fabrikant nicht im Stande, mit denselben auf die Dauer zu fabriziren. Er will nur zeigen, daß er Leute erhält, um uns zur Nachgiebigkeit zu zwingen. Wir aber find gewillt, nicht eher die Arbeit wieder aufzunehmen, bis wir zu den alten Bedingungen wieder eintreten können. Kollegen! Wir stellten keine Forderungen, wollten uns aber, da Steuern, Miethe u. Lebensunterhalt immer höher geschraubt werden, nicht unseren sauer verdienten Lohn verkürzen lassen. Darum also Kollegen! Unterstüßt uns in diesem Stampf, haltet soviel wie möglich den Zuzug fern, denn sollten wir unterliegen, so ist dies ein Schlag für die ganzen Metallarbeiter Berlins. Es streifen Dreher, Schloffer, Former, Kernmacher, sowie sämmtliche Hilfsarbeiter. Die Streiffommission. Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Spezialität: Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Freien Vereinigung der Maurer Berlins Nur Ein Und Und mit allab Gew wille einm Süd lag meh Men die I blieb unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Lorbeerkranz", sowie des Prestigiateurs Herrn Oskar Alberti. Lade dam Programme sind bei folgenden Vorstandsmitglieder zu haben: Julius Wernau, Zions firchplatz 2, III. E. Hanisch, Nostigstr. 40.- W. Schulz, Posenerstr. 23, III.- Schma lowsky, Elisabethstr. 46a. Legeler, Kreuzbergstr. 77. Grahlors, Kulmftr. 20, 2. Hof, II. Redmann, Stephanftr. 4, III. C. Tasch, Gr. Frankfurterstr. 78/79. Belforterstr. 3. G Seinze, Forsterstr. 10. Raschke, Rottbuserdamm 1. Oderbergerstr. 10. in ei ftehe Schigolsky, H. Metzke bei Nebe Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. ein Die Buchhandlung und Buchbinderei v. R. Kohlhardt, tom 34, Mariannen- Strasse 34, empfiehlt allen Bekannten ihre Schriften und Bilder. Arbeiter- Buch- Handlung von R. Baginsky. Berlin S., Dresdenerstr. 52-53( City- Passage). Soeben erschienen: ,, Erinnerungen aus dem todten Hause" von Dostojewski. M. 0,60. Zola's neuester Roman: ,, Die Bestie im Menschen". M. 5,00. Kenan. ,, Sibirien" Schein tonn 鑼 hinü Galanterie-, Kurz- und Zünd Cafe Waaren. Wilhelm Kahl. Berlin SO. ( Enthüllungen über fibirische Gefängnißzustände). Nr. 17. Reichenbergerstraße. Nr. 17. M. 3,00. Homo sum. Neue Gedichte von Größtes Lager in Zigarren- Spizen und J. Hart. M. 2,00. Freie Bühne", Wochen Tabakpfeifen. schrift für modernes Leben. Heft 1-7. à M. 0,40. Manchettenknöpfe, Stravattennadel, Broches, Streich Reichstags Wahlkarten" von 1890. holzhülsen, Medaillons mit Bildnissen. Bilder M." 0,30. Stolporteure hoher Rabatt. Ferner verkauf von Lassalle, Mary, Bebel, Liebknecht, find alle im Verlage von Diez erscheinende Artikel zu beziehen. " # Mülheim am Rhein und Umgegend. Berliner Volks- Tribüne", ,, Berliner Arbeiter- Bibliothek" ,, Kölner Arbeiterzeitung", Bestellungen auf die sowie auf sämmtliche im Verlage von Dies, Stuttgart erscheinende Schriften nimmt entgegen Philipp Neuhardt, Mülheim( Rhein), Danzigerstraße 15. Singer, Hasenclever 2c. Besonders empfehlenswerth: Bilder mit denkwürdigen Insprüchen Seide gestickt. schaf Gelä mir Tisch stant ganz blüh vor über Die zurü in mit brüll muß hole aus im( wur Einrahmungen von Bildern. Billigste Bezugsquelle für Händler und Hauftret Franz Beyer, Prinzessinnenstrasse 15( am Moritzplatz) empfiehlt: Punsch und Rum, Originalflaschen 1.50. Roth- und Ungarwein ½ Fl. 1.50. Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. StiUait M Herlmer Uolks Trit»üne. J\1 12. Sonnabend, den 22. März 1890. IV. Jahrgang. Wierter Klasse. Es rollt und rüttelt und dröhnt und stampft Und klirrt und rasselt und schnaubt und dampft; An kreisenden Feldern vorüber im Flug Durch Pommerns Ebne saust der Zug. Ich schaue und schaue und weiß es kaum; Ich lausche nur immer in stolzem Traum, Wie donnernd um Axe und Axe kreist In Form gegossen der Menschcngeist... Da schreit ein Kindchen neben mir, Der Traum entweicht, es bangt mich schier; Das Weinen klang so wch, so lind— So zart, so mager ist das Kind. Im Wagen trüb die Dämmrung graut, Das Gaslicht fahle Schatten braut; Aus rothgewürfeltem Bettchen sticht So blaß heraus das kleine Gesicht. Von Kisten und Kasten eingeengt, Von Säcken und Packen eingezwängt Bringt schaukelnd die Mutter ihr Kind zur Ruh' Und summt ein Wiegenlied dazu. Und rings umher ein müd Geschwirr Gebrochener Laute, rauh und wirr, Und Mienen knochig, derb und stumpf, Und Menschendünste dick und dumpf. Zusamnicngehockt mit zagem Much, Mit ihrem letzten dürftigen Gut, Aus Posen und Preußen sitzen sie da Und wollen nach Amerika. Nur wenn das Wörtchen„Drüben" fällt, Ein Hoffnungsschein ihr Auge hellt; Und alle athmen tiefer dann, Und alle sehn sich nickend an. Doch durch ihr Seufzen, ihr murrend Gestöhn, Durch Rädergescholler und Eisengetön Wie Ew'ger Hoffnung Stimme zieht Der Mutter leises Wiegenlied. O heil'ger Stall von Bechlehen! Dein Wunder ist noch heut zu sehn, Wenn arm und schwach ein Weib beglückt Ihr Kind an's bange Herze drückt!— Nun schläft's, nun deckt sie's ein recht warm Und legt's behutsam aus dem Arm Und schmiegt an ihren Mann sich dicht Und schaut ihm liebreich in's Gesicht. Und Er versteht den Mutterblick Voll Sorge, Furcht und Mißgeschick, Und mit der starken Schwielenhand Zeigt er hinaus ins finstre Land: „Sei ruhig, Marie! Du wirst schon sehn, Da drüben wird alles anders gehn; Da schaff ich uns eigen Feld und Vieh, Da ist's genug, wenn Ich mich müh'. „Du kannst dich ruhen manche Stund', Ihr werdet Beide wieder gesund; Und unser Kind hat, wenn es groß, Im neuen Land ein besser Loos!" Und Sorge, Furcht und Mißgeschick Zerschmelzen in dem einen Blick, Mit dem sich diese Bauernseelen Von ihrem Kinde stumm erzählen... Es rollt und rüttelt und stampft und staucht Und dröhnt und rasselt und schnaubt und faucht; Durchs wirbelnde Dunkel in rasendem Flug Saust weiter und weiter der jagende Zug. Ich horche und horche und weiß es kaum; Ich träume einen gläub'gen Traum, Wie hoffend und liebend aufwärts kreist Zu neuen Formen der Menschengeist.... Im Wagen schweigend schwebt die Nacht, Der Schlaf schwingt seine Spindel sacht; Die Bäurin auch ist eingenickt, Aufs Knie des Mannes hingebückt. Der sitzt noch wach mit mir allein; Wir gucken uns still in die Augen hinein, Bis bald von der Zunge ein Wörtchen sich dreht Und hin und her das Flüstern geht. Und Er erklärt mir, wie es kam, Daß sie verkauften ihren Kram Und dem Agenten sich verdingt, Der nun sie in den Urwald bringt. Es war kein neues Wort dabei, Es war die alte Litanei Von saurem Schweiß und Hungerlohn, An der nur neu des Jammers Ton!— Und wie dann gar noch Weib und Kind Ihm schwach und krank geworden sind, Da hätten sie endlich das Schwerste gewagt, Dem Dörfchen Lebewohl gesagt. „Und hat Sie auch zuerst geweint, So hat sie doch zuletzt gemeint: Fällt's Uns auch schwer, wenn nur das Kind Ein besser Loos als wir gewinnt!" So schwinden Stationen im Fluge vorbei Und Glockensignale und Kellnergeschrei, Und bleicher tanzen die Lichter schon: Der Morgen steigt auf seinen Thron. �Nachdruck verbotell-l Und um uns her bewegt es sich Und reckt und dehnt uns regt es sich, Und langsam werden alle wach Und blinzeln in den jungen Tag. Ein Tag von jenen, glanzgeküßt, An denen jeder Halm uns grüßt Und jeder Sonnenstrahl daS Herz Zum Lachen zwingt trotz Roth und Schmerz. Die Fenster nieder! schallt's im Chor, Und alle drängen sich freudig vor Und zeigen hinaus, wo stromumblinkt Mit Thürmen und Masten Hamburg winkt. Die Mutter aber stillbewegt Ihr Kindchen an die Brust sich legt Und nimmt das Tuch ihm vom Gesicht Und-- Himmel! was stiert sie und küßt es nicht? Was stiert und stiert sie, daß mir graut? Da winselt leis ein Klagelaut, Da liegt's im Schooß ihr starr und tot. Der Vater, der stammelt: Barmherziger Gott!— Im Wagen plötzlich wird es stumm, Die Bauern sehen scheu sich um, Manch blödes Auge schwimmt und flimmert. Mein Kind, mein Kind! die Mutter wimmert... Es kreischt die Maschine, es stockt der Lauf; Die Schaffner reißen die Thüren auf. Ich stehe im hallenden Bahnhofsraum, Da braust das Leben, es gilt kein Traum; Es gilt, daß man sich's ganz gesteh', Wie Unbekümmert um Glück und Weh In ewig Eigenen Bahnen kreist Schaffend und formend der Menschengeist I _ Richard Dchmel. lNachdiuck verboten.! Gri Armen. Von John-Henry Mackay. Viele Tage find darüber hingegangen. Aber unver- ändert stehen noch die mit ihm gemeinsam durchlebten Stunden vor mir. Und er selbst— sein seltsames Leben und seine Liebe. So stark war der Eindruck seiner Per- sönlichteit, dag alles andere jener Zeit spurlos in meiner Erinnerung zusammengesunken ist. Bielleicht hat sie darum desto klarer festgehalten, was ich erzähle. i. Das zersetzende, ruhelose Leben Berlins hatte mich mit seiner ganzen Gewalt ergriffen. Es zog mich fast allabendlich aus meinmi Zimmer und hinunter in das Gewühl der Menschen. Und ich ließ mich gern zuweilen willenlos von ihm treiben. An einem naßkalten Herbstabend schlenderte ich wieder einmal die lange Friedrichstraße in der Richtung von Süden nach Norden hinaus. Ueber den hohen Dächern lag ein dichter, feuchter Nebeldunst, der sich träge immer mehr und mehr senkte. Das Gas brannte trübe. Die Menschenmaffen schoben sich noch schneller wie gewöhnlich die lange Straßcnflucht hinauf und hinunter; nur selten blieb einer vor dem trüb angelaufenen Schaufenster eines Ladens stehen. Ich ging ziemlich schnell über die Weiden- dammer Brücke, kreuzte die Elsasserstraße und bog dann in eine der nächsten Querstraßen ein, um einen Augenblick stehen bleiben und überlegen zu können, wohin eigentlich bei dem immer unangenehmer sich bemerkbar machenden Nebel. Da fiel mir an der gegenüberliegenden Straßenseite ein rothgrünes Licht, gleichsam meinen Wünschen entgegen- kommend, in die Augen. Irgend ein Restaurant wahr- scheinlich, in dem ich jedenfalls besser meine Pläne machen konnte, als hier ans dem nassen Pflaster. Ich ging schnell hinüber und trat ein. Ich hatte mich geirrt. Es war eins der zahlreichen Cafe cbantants, welche zu den unentbehrlichen Errungenschaften des modernen Berlin zu gehören scheinen. Rohes Gelächter, lautes Singen, erstickender Tabaksqnalm schlugen mir entgegen. Ich setzt: mich schnell an einen der vorderen Tische, wo ich noch einen freien Platz bemerkte; der Stuhl stand in einer Pfeilerecke, von der aus ich ungestört das ganze, ziemlich große Lokal übersehen konnte. Eine abge- blühte Kellnerin brachte mir Bier. Auf einer Art Bühne vor mir saßen etwa sechs Frauenzimmer in geschmacklosen, überladenen Toiletten, mit nackten Armen imd Büsten. Die eine von ihnen halle eben gesungen und trat nun zurück. Der Lärm, der sich erhob, wurde beängstigend. Das Publikum klatschte, scharrte mit den Füßen, stieß mit Stöcken taklmäßig aus den Boden und schrie und brüllte in allen Tonlagen Beifall. Der Klavierspieler mußte von neuem beginnen, die Sängerin das Lied wiederholen. Sie leierte ohne jede Stimme ein bekanntes Lied aus einer modernen Posse niedrigster Art, welche gerade im Centrallheater zum so und so vielsten Male gegeben wurde, ab. Gelangweilt sab ich weg. Mein Blick begegnete fast nur den abgestumpften Zügen von„Kennern", den brutalen von Studenten, den halb vcrbl-vss-en, halb neugierigen einiger Fremden, die sich hierher verirrt hatten, und den sinnlich-iüsterncn einiger alternder Rones— immer wiederkehrende Typen, von denen mir die letzteren am verhaß- testen waren. Da wurden meine Augen plötzlich von den Zügen des Klavierspielers festgehalten. Es war wieder eine Pause eingetreten. Er hatte sich aus seinenl Stuhle umgedreht, um die Anwesenden zu mustern. Scharfe, durchlebte Züge. Aus dunklen Augen sah ein kalter, beobachtender Blick fest auf den einen oder andern. Was mich fesselte, war ein Ausdruck tief ge- sättigter Verachtung, welcher in diesen Augen lag. Sein Gesicht blieb unbeweglich. Um den auffallend häßlichen Mund lag kein Zug von Hohn— alles hatte sich in die Augen geflüchtet, was an Haß und Verachtung in diesem Menschen lag. Da begegneten sich unsere Blicke, aber nur einen kurzen Augenblick. Dann— als ob es ihm unan- genehm sei, von einem andern überhaupt beachtet zu werden — wandte er sich schnell wieder um und begann von neuem. Ich achtete auf sein Spiel. Es war gewandt. Mehr konnte ich aus der schon ungezählte Male vcinom- menen Begleitung nicht heraushören. Auf der Bühne begann eine andere der Sängerinnen. Mit ihr das Mitsingen, das Zurufen, der Lärm, und dazwischen das unerträgliche„Pst"-Nufen von allen Seiten. Eine trübe, dumpfe Atmosphäre lagerte über dem ganzen Ork', die jeden freieren Athemzug erstickte. An der Decke ballten sich dichte Rauchwolken. Die Hitze war fast uner- träglich: eine brennende, ausregende, ungesunde Hitze. Ich wollte aufstehen, um fortzilgehen, als sich eine Hand aus meine Schulter legte. Ein alter Bekannter, den ich wohl seit länger als einem halben Jahre nicht gesehen hatte, stand vor mir und setzte sich dann lachend neben mich. Wir schüttelten uns die Hände. Dann hörte ich seine behagliche, fette Stimme. „Ich habe Dich eben erst entdeckt. Du hast Dich ja so in die Ecke gedrückt. Aber vor allem: wie kommst Du überhaupt hierher?" Ich sagte es ihm. Er lachte.„Nicht wahr, hier ist es fidel?" „Nun— mäßig." Er begann mich zu langweilen. Aber ich fragte ihn doch weiter.„Und was machst Du denn hier?" Er zeigte auf eine der Sängerinnen. „Sieh Dir einmal die Kleine da an! Ich habe mit ihr ein Verhältniß und bin fast jeden Abend hier. Ich bringe sie gewöhnlich nach Haus. Du mußt mich nachher schon entschuldigen."— Er blieb bei mir sitzen, trotzdem er vorher an seinem Tische mit Bekannten zusammen gewesen war. Ich bewunderte die fröhliche Unbefangenheit, mit der er sich hier wie zu Hause fühlte. Fortwährend sah er nach seiner Kleinen, tauschte Blicke mit ihr und applaudirte, wenn sie gesungen hatte, mit seinen kräftigen Händen noch, als die anderen sich schon beruhigt hatten, daß sie von neuem beginnen mußten. Das machte ihm dann viel Vergnügen. Dabei sprach er in seiner lauten Weise fort, daß ich un- willkürlich sitzen blieb und seinem Geschwätze zuhörte. Als die Sängerinnen ihre Plätze verlassen hatten, ging er mit seiner Geliebten nach Hause, nachdem er mich wiederholt um Entschuldigung gebeten hatte. Da ich aber noch ein fast volles Glas vor mir stehen hatte, ließ ich den Saal um mich sich leeren und blieb noch in meiner Ecke sitzen. Der Clavierspieler spielte den üblichen Schlußmarsch. Da überkam mich— ich weiß heute noch nicht weshalb— der Wunsch, mich mit diesem Menschen zu unterhalten, und in dem ganz natürlichen Glauben, daß es einem Manne seiner Stellung nur an- genehm sein könne, von irgend jemand eingeladen zu wer- den, rief ich ihm, als er geendet hatte, zu, ob er Lust habe, noch ein Glas Biex mit mir zu trinken. Aber statt daß er sich zu mir setzte, hörte ich ihn einfach und ruhig sagen:„Ich muß danken, ich bleibe nie länger hier—" und ehe ich ihm antworten konnte, hatte er mich höflich, aber kurz gegrüßt und war hinausgegangen. Ich fand sein Benehmen seltsam. Aufforderungen dieser Art zu er- halten, wußte er gewohnt sein. Er war auch in der That nicht im mindesten überrascht gewesen. Was sollte also diese lächerliche Abweisung eines doch nur freundlich ge- meinten Wunsches? Ich rief nach der Kellnerin und fragte sie, ob sie mir Näheres über den Namen sagen könne. „Ach, lassen Sie doch den, der ist ja verrückt. Das macht er mit allen so, und er kann sich doch nur freuen, wenn jemand ihn einladet."(Sie sagte einladet.) Ich war ihrer Meinung. Ueber seine Person konnte sie mir nichts näheres sagen. „Kommen Sie doch lieber noch ein bischen mit nach hinten zu den schönen, jungen Damen und trinken Sie ein Glas Wein mit uns—" Aber ich dankte; ich kannte dies Glas Wein. Ich be- zahlte und ging schnell nach Haus. Auf dem Heimwege begann ein leichter Aerger sich in mir zu regen. Ueber der langen Häuserflucht der Friedrichstraße lagen die Wolken in dunklen Streifen. Der Nebel hatte sich wieder gehoben. Aber die Feuchtigkeit in der Luft war geblieben. Ich trank ihre Kühle in tiefen Zügen, denn meine Lippen waren heiß und trocken. In den nächsten Tagen war ich stark beschäftigt, und dachte kaum mehr an den vergangenen Abend. Aber als ich etwa vier Tage später um die neunte Abendstunde allein in dem Restaurant saß, in welchem ich zu Abend zu essen pflegte, tauchten ganz unvermittelt die scharfen Züge des Clavierspielers aus dem Tingel-Tangel vor mir auf. Ich sah seine verachtenden Augen wieder vor mir. Und ganz leise begann der Aerger über seine damalige Ab- Weisung wieder an mir zu nagen. Dann ärgerte ich mich darüber, daß ich an eine solche gleichgültige Sache über- Wohl ist es wahr der Humor, der Wiß, die haupt dachte. Aber ich konnte mir dennoch nicht verhehlen,| Massenliteratur" ein gutes Stück Geld kosten würde und daß mein Unmuth seinen Grund in einem gewissen Inter- dem Bürgerthum nicht gut zugemuthet werden kann, für Satire sind auch eine Macht im öffentlichen Leben, aber Hanseffe hatte, welches mir dieser Mann wider Willen abgelockt seine politische Ueberzeugung materielle Opfer zu bringen, fie müssen im Dienste einer großen Sache stehen. hatte. Und dies Interesse war mehr als Neugierde so würde es Herr Koppell- Ellfeld gern sehen, wenn der wurstereien und Albernheiten, wie sie sich in den Wig" blättern der Drdnungsparteien und ganz besonders im jetzt fühlte ich es ganz deutlich. Ich sprang auf und ging Staat gleich die ganze Sache in die Hand nähme. hinaus. Ich wollte in mein kaltes Zimmer und den Abend Dadurch würde auch das finanzielle Risiko wegfallen. Organ des Herrn Koppel Ellfeld breit machen, sind keine tüchtig arbeiten. Außerdem aber müßte der Staat auch die Schrift- Machtfaktoren des öffentlichen Lebens. steller, die sich in den Dienst dieser guten Sache stellen, Wenn das arbeitende Volt politischen Wig und Humor be solden" oder am liebsten gleich fest anstellen. haben will, greift es nach seinen Arbeiter- Wizblättern Wie hübsch müßte das sein, wenn man auf seine da findet es, was es braucht, und wer wollte leugnen, Visitenkarte seßen könnte:„ Dr. N. N., Schriftsteller, König- daß auch diese Blätter ihren Theil zum Erfolg des Wahllicher Hoflieferant", oder Wirkl. Geh. Deutscher Reichs- kampfes und zur Aufklärung der Massen beigetragen haben? Aber der Humor allein thuts freilich nicht. Die Wigbold!" Sache, die er vertritt, macht ihn erst wirksam. Und was hätten die Kartellhumoristen zu vertreten? Als ich mich am Kaffee Bauer durch das Menschengewühl drängte und eben in die Friedrichstraße einbiegen wollte, hörte ich neben mir wieder die laute, fröhliche Stimme meines Bekannten. Er faßte mich ohne weiteres unter den Arm und ging neben mir her. Jetzt hatte ich glücklich einen neuen Grund mich zu ärgern. Aber er war so unbefangen, so zufrieden, so lebhaft, daß er mich doch in ein Gespräch hineinzog. Er stellte Frage auf Frage, und beantwortete sich dabei die meisten selbst. " 1 Aber sehen wir einmal zu, wie die Leute beschaffen sein müssen, die als zu solchem Amt befähigt erscheinen. Nach Herrn Koppel- Ellfeld müssen es erprobte SchriftWir waren bei meiner Wohnung angelangt. Ich steller" sein, namentlich solche, die Humor besigen und wollte mich verabschieden. Aber so leicht kam ich nicht recht populär zu schreiben verstehen." Diesen Auslos. Ich müsse zum mindesten noch einmal mit ihm die erwählten sollen Fachleute ersten Ranges" beigegeben Friedrichstraße hinaufgehen; das weitere würde sich finden. und außerdem alle möglichen Hilfsmittel" zur VerDas„ weitere" war natürlich sein allabendlicher Aufent- fügung gestellt werden. " Unser Wahlrecht. J. T. Die Angriffe auf unser Wahlsystem dauern fort. Nachdem die nationalliberalen ,, Hamburger Nachrichten" in ihrer köstlichen Wuth über den Ausfall der Wahlen gegen das gleiche Wahlrecht opponirten, nachdem das freisinnige Berliner Tageblatt" in seinem ersten Schmerze über das bedeutende Wachsthum der Sozialdentokratie schrieb, daß die numerische Größe allein doch nicht das Recht verleihen könne, Geseze zu machen, meldete sich bald darauf das haltsort, der für mich aber durchaus nichts Anziehendes Welcher Art diese Fachleute sein sollen, darüber werden besaß. Da kam mir plötzlich der über seinem Gespräch wir leider im Unflaren gelassen; vermuthlich Geistliche, vergessene Gedanke wieder und ich fragte ihn nach der Unteroffiziere 2c., da diese Herren ja meist sehr„ volksPerson des Clavierspielers, indem ich ihm von meinem verständlich" zu sein pflegen. Zusammentreffen mit demselben erzählte, was ich für Obwohl in diesen Flugschriften alle das Gemüth konservative Berliner Fremdenblatt" zum Wort mit einer Anspruch nehmenden Fragen" erörtert werden sollen, will ganzen Reihe von dichterischen Citaten, deren ausdrucksHerr Koppel- Ellfeld doch dem Humor den bevorzugten Platz eingeräumt wissen. nöthig hielt. Er wußte wirklich Auskunft.„ Ich kann Dir ein Pendant zu Deinem Erlebniß liefern. Der gute Mann war früher nämlich Student in Kiel. Er hat Dir den Beweis gegeben, daß er den Ton von dazumal auch bei seinem jezigen, edlen Beruf noch für angebracht hält. Also was ich Dir erzählen wollte: ein Freund von mir kommt eines Tages dahin, sieht ihn und erkennt ihn wieder. Nachher geht er auf ihn zu und frägt ihn ganz gemüthlich, ob er sich seiner nicht mehr erinnere? Da steht der andere auf, fieht meinen Freund kurz an, sagt kurz Nein" läßt ihn stehen und geht weg. Wie findest Du das? Wir haben nattirlich darüber gelacht, denn wir machen durch aus keinen Anspruch auf nähere Bekanntschaft mit dem heruntergekommenen Menschen." und den Verstand des Staatsbürgers praktisch in „ Die guten Folgen würden bald überall zu Tage treten, namentlich bei den Wahlen", meint dez zufünftige Hofschriftsteller. Jetzt wird alles, was öffentliche Dinge betrifft, mit unsäglich viel pedantischem Ernst und blutwenig Humor betrieben." Der arme deutsche Spießbürger! Es ist auch unverantwortlich, wenn man von ihm verlangt, daß er eine ernsthafte Sache ernsthaft behandeln foll das würde ja Nachdenken erfordern. Das Nachdenken aber ist dem deutschen Spießer ein Gräuel, denn Er lachte und verbreitete sich des längeren über ver- es strengt den Kopf an und bringt noch nicht einmal bummelte Studenten. -Nun ging ich doch mit ihm. Er setzte das auf Rechnung seiner Ueberredungskunst und ich ließ ihn gern bei seinem Glauben. ( Fortsetzung folgt.) Der Humor als Gesellschaftsretter. E. Kl. Der Ausfall der Wahlen hat gewissen Leuten die Köpfe ganz verdreht, und es ist gar belustigend anzusehen, wie diese Leute jezt einen Vorschlag nach dem andern an das Tageslicht fördern, um die verlorene Pofition in der Zukunft wieder zu erobern, oder doch wenigstens ihren jezigen Stand zu behaupten. Bekannt sind die mannichfachen Vorschläge zur Verkürzung des Wahlrechts, der beabsichtigte Mißbrauch der Schule zu Zwecken der Ordnungsparteien und andere reaktionäre Wünsche, die noch der Erfüllung harren. etwas ein. vollste folgende sind: In den„ Sprüchen in Prosa" Ueber Naturwissenschuft IV" fagt Goethe: " Nichts ist widerwärtiger als die Majorität: denn sie besteht aus wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen, die sich accomodiren, aus Schwachen, die sich assimiliren, und der Masse, die nachtrollt, ohne nur im Mindesten zu wissen, was sie will." Ebenda Ueber Naturwissenschaft III" finden wir Folgendes: " Die Geschichte der Philosophie, der Wissenschaften, der Religion, alles zeigt, daß die Meinungen massenweis fich berbreiten, immer aber diejenige den Vorrang gewinnt, welche faßlicher, d. h. dem menschlichen Geifte in seinem gemeinen Zustande gemäß und bequem iſt. Ja, derjenige, der sich in höherem Sinne ausgebildet, fann immer vorausseßen, daß er die Majorität gegen fich habe." Schiller läßt im ersten Aufzuge des„ Demetrius" den Sapieha sagen: Die Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn; Verstand ist stets bei Wen'gen nur gewesen." Das ist doch weit besser, wenn man an das Gemüth appellirt und durch ein paar sentimentale Phrasen dem Michel die rührendsten Krokodilsthränen entlockt, oder wenn und dann weiter:" man ernsthafte Fragen, die Ansprüche an den Verstand stellen, humoristisch behandelt. Herr Koppel- Ellfeld kultivirt diese Art der Volks: auftlärung schon lange, allerdings mit sehr zweifelhaftem Erfolg. Aber der Herr Doktor möchte nicht nur gern Staatsbeamter werden, er möchte sich auch gern einen Preis verdienen, am liebsten natürlich einen Drden. deren T 1 1 9 e I b I ธ ร D e E t b ( S 2 h r 2 g re fc 3 ge a fr gl Di K ft K ท Ie S fe er bie 3 ſt Man soll die Stimmen wägen, und nicht zählen; Der Staat muß untergeh'n, früh oder spät, Wo Mehrheit siegt und unverstand entscheidet." Was die Trägerin der Fremdenliste Berlins mit diesen Citaten beweisen will, dürfte wohl klar sein. Wenn das Blatt es auch nicht offen ausspricht, sein Gedankengang ist wahrscheinlich folgender. Nach Schiller ist„ Verstand stets bei Wenigen nur gewesen", der Staat soll doch wohl mit Zu diesem Zwecke soll der Staat einen Preis aus- Berstand geleitet werden, das allgemeine Stimmrecht aber seßen für„ die beste volksthümliche, mit Humor gewürzte legt die Macht in die Hände der Mehrheit, also AbFlugschrift über: Die Kunst, sein Wahlrecht aus- schaffung dieses Wahlsystems und Einführung eines an ja, welches tritt an seine Stelle? zuüben." Denn nach Herrn Koppel- Ellfeld ist das wählen Es ist immer ein mißliches Ding, politische Fragen wahrhaftig eine Kunst, in welcher es das noch unver- durch Citate entscheiden zu wollen, umſomehr, als in die Aber die Noth macht erfinderisch. hetzte deutsche Volk leider noch nicht zur Virtuosität sem Falle sich wohl Göthe und Schiller in ihren Gräbern Mit der Beschneidung des Wahlrechts, der Unter- gebracht hat." Tas deutsche Volk soll im Gegentheil erst umdrehen würden, wenn sie diese Anwendung ihrer Säße erfahren könnten. Der Citator, der wahrscheinlich gewich jochung der Schule 2c. find unsere Ordnungshelden nicht noch ordentlich in die Schule genommen werden." zufrieden, auch das Bürgerthum in höchsteigener Person Man sollte doch meinen, die Kartellbrüder hätten estige Autoritäten gegen die Ausbreitung der Volksherr soll sich aufraffen, die verhaßten Sozialdemokraten aus der 1887 schon zu ganz hübschen Leistungen gebracht! schaft gefunden zu haben vermeint, bemerkt nämlich gar Welt zu schaffen. Der große Staatsmann", der nach unserm Herrn nicht, daß seine Citate den Sozialismus nicht vernichten, Da die Polizei die auf sie gefeßten Hoffnungen nicht Doktor bisher zum guten Theil" für diese Schulung sondern ihn schüßen. Vor zwanzig, dreißig Jahren waren rechtfertigte, soll die Literatur die sozialdemokratische Hydra sorgte und der bisher von ihm wie ein Heiliger verehrt eben die sozialistischen Ideen nur im Befiße weniger, wur zerschmettern.„ Maffenverbreitung guter Schriften" ist wurde, scheint jest um einige Prozent in der Achtung den noch von einzelnen vertheidigt, und die wirthschaft jeßt die Losung. Der so viel geschmähte Kolporteur dieses Herrn gefunken zu sein, weil die Wahlen so un- lichen Ideen der Bourgeoisie herrschten, ihnen gehörte die wird jetzt als Rettungsengel wieder aus dem Kehricht günstig ausgefallen find, darum möchte er dem Allgewaltigen Mehrheit; der Verstand war nur bei den wenigen, hervorgesucht, um die bedrohte Ordnung vor dem Unter- gern gute Volksschriftsteller" zur Beihilfe geben. Macht war bei der Majorität, die im Jahre 1878 de gang zu bewahren. Ein Humorist" kann eben nur schwer begreifen, daß Reichstag wählte, der die sozialistisch gesinnten Arbeiter in Die„ Dresdener Nachrichten", diese literarische Kloake die Schule der Erfahrung und der nackten Thatsachen er der empörendsten Weise durch das Sozialistengeset ver der sächsischen Ordnungsparteien, haben jüngst diese Ent- ziehlicher wirkt als die Schule eines großen Staats- gewaltigte. Jeßt aber, da der Sozialismus bei den großen deckung gemacht. mannes" und die Salbadereien guter Volks(?) schrift- Massen Eingang findet, weil seine Theorien auf unan Die Wahlerfolge der Sozialdemokratie feien zu einem fteller." Wenn die Ansprüche an das Volk immer höher fechtbarer Wahrheit beruhen, jeßt sollen diese Wahrheiten guten Theile der aufopfernden, selbstlosen Thätigkeit der geschraubt werden, ohne daß eine ersichtliche Nothwendig grade wegen ihrer Verbreitungsfähigkeit falsch sein. Und Kolporteure zu danken, die geduldig stundenlang in der feit vorliegt, da geht selbst dem größten Optimisten end- gerade durch Schiller sollte ein solches logisches Monstrum Druckerei harrten und bei Wind und Wetter ihr müh- lich der Humor aus und er greift zum oppofitionellen zu vertheidigen sein? feliges Tagewerk verrichteten. Fast im Handumdrehen Stimmzettel, ohne erst den Drill eines politischen Hans- Nein, die Meinung der beiden Dichter ist nur die feien tausende und hunderttausende von Schriften auf den wurstes-pardon: Humoristen abzuwarten. ift eine Theorie falsch, so wird sie nicht dadurch wahr Markt geworfen und an den Mann gebracht. Aber Herr Koppel- Elfeld glaubt vorläufig noch an daß fie eine bedeutende Schaar Anhänger befißt, ja fit Das sollen die Ordnungsparteien jest nachmachen. die unüberwindliche Kraft seines Humors, ja er ruft selbst wird nicht einmal dadurch wahr, daß sie durch Gefängni Der Kolporteur soll jetzt den Karren, den das Kartell die Karrikaturenzeichner zur Hilfe herbei, die in der und Bajonette unterstützt wird, durchaus nicht. Woh durch seine schmachvolle Wirthschaft gründlich verfahren hat, Bilderbogenmanier von Wilhelm Busch und Kon- aber beweist die Wahrheit einer Theorie zum großen Theile wieder aus dem Dreck zerren. sorten dem biederen deutschen Spießbürger zu die Eigenschaft, trop gewaltsamer Unterdrückung eine immer Wir waren uns anfangs nicht recht im flaren, wie Gemüth führen sollen, wie er zu wählen hat- größere Zahl Anhänger zu werben. Und den Besitz diese das edle Organ sich die Sache eigentlich denkt, jetzt aber zum Besten von Kaiser, König und Vaterland!" Eigenschaften haben die sozialistischen Ideen in höchstem find wir eines besseren belehrt. Gut gebrüllt, Löwe! Grade bewiesen. Das Blatt hat nämlich auch ein sogenanntes Wiz- Wahrscheinlich spuft dem Herrn noch das Flugblatt Goethe sagt: Diejenige Meinung gewinnt den Vo blatt, dem aber der bisher schon höchst armselige Wig aus dem Leipziger Landkreise vom Jahre 1887 im Stopfe, rang, die sachlicher ist. Gewiß, nur deswegen konnte durch den Wahlausfall jest vollständig ausgegangen zu wo in Bänkelsängermanier dargestellt war, wie die Fran- lange und von so vielen die wirthschaftliche Lüge geglaub sein scheint. zosen dem Bauern sein Haus anzünden, sein Bich rauben werden, daß der Arbeiter umsomehr verdient, je mehr c In diesem„ Wigblatt" erörtert dessen Redakteur, Herr und sein Weib und Kind schänden. Die Betrogenen von arbeitet, und deswegen wurde den Sozialisten die Ber Dr. Franz Koppel- Elfeld, allen Ernstes die wichtige Frage, damals haben bei der diesjährigen Wahl die Antwort doch breitung der Wahrheit so schwer, daß bei gleichen Pro wie man in Zukunft wieder„ gute" Wahlen zu Stande wahrhaftig deutlich genug gegeben. duktionsbedingungen( Maschinen 2c.) grade durch Verkürzung bringen könne. der Arbeitszeit sich der Lohn erhöht. Herr Koppel- Ellfeld, der durch seine faden Wiße und seine armseligen Theaterstücke sich gern einen Platz in der Literatur erobern möchte, betont die Nothwendigkeit ,,, für eine spottbillige, sozusagen halb geschenkte volkserziehende Massenliteratur zu sorgen." Also politische Traktätchen! Da aber die„ spottbillige, sozusagen halbgeschenkte Warum will der Herr denn nicht auch die Bänkelsänger in den Dienst der guten Sache" stellen? Wer A sagt, muß auch sagen. Die Dann aber hat bei der vorliegenden Frage, welche ist die beste Verfahrungsweise diejenigen zu bestimmen, Wir bezweifeln sehr, daß die Herren von der Drd- die Geseze zu berathen und zu beschließen haben?" die J nungspartei Kolporteure finden werden, die mit gleicher telligenz der Gesetzgeber nur eine nebensächliche Bedeutung Opferfreudigkeit und mit gleichem Eifer die Machwerke der Werden etwa dem Volfe schädliche Gesetze aus mangelnder Herren Koppel Ellfeld und Konsorten vertreiben werden, Einsicht geschaffen? Ist die Theorie, der Staatshaushal wie dies bei der Sozialdemokratie der Fall ist. sei vorzugsweise durch indirekte Steuern aufzubringe " bu I ti A== e etttm nur durch die Unkenntniß der Thatsachen entstanden, daß die indirekten Steuern die ärmeren Klassen bei weitem mehr belasten als die besitzenden? �ind die Theorie des unbeschränkten Arbeitstages, die Gesetze über die freie Konkurrenz, die Mobilisirung des Grundbesitzes etwa nur die Folge der fehlenden Einsichi, daß diese Gesetzgebung die große Masie des Volkes besitzlos, elend macht zu gunsten eines Theiles des Volkes, der Kapitalisten, oder ist die Gesetzgebung nicht vielmehr bestrebt gewesen, den Jnreressen der Bourgeoisie zu dienen? Also die Ge- setzgebung ist durchaus nicht die Folge des Intellekts ihrer Urheber, auch zum geringen Theile ihrer moralischen Eigen schasten, sondern fast ausschließlich des Interesses ihrer Austraggeber, der herrschenden Klaffen. Und da wir die Jntereffen des gesammten Volkes vertreten, das zum größten Theile aus besitzlosen Arbeitern und Arbeiterinnen zusammengesetzt ist, wollen wir das all- gemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht, weil nur eine in dieser Form gewählte Volksvertretung uns die Ge- währ gicbt, das Wohl der arbeitenden Klaffen zu berück- sichtigen. Und was schlagen uns hiergegen die Organe der herrschenden Klaffen vor? Bis jetzt unterlaffen es noch die drei Paladine der Bourgeoisie, das„Berliner Frem- denblatt", die„ Hamburger Nachrichten" und das„Bcr- liner Tageblatt", auf diese Frage eine Antwort zu geben, daher wollen wir die einzelnen in Betracht kommenden Formen einer Betrachtung unterziehen in Rücksicht aus ihre intellektuellen Fähigkeiten. Befürwortet das„Fremdenblatt" die absolute Bio- narchie, von der der konservative Carlyle schon 1840 sagte')(dessen Buch im Verlage des Fremdenblattes erschienen ist) die Vcrfahrungsweise, welche voraussetzte, daß der Aeltestgeborene einer gewisien Geschlechtsfolge der ge- eigneiste auf der geistigen Höhe der Thlbetbewohner stehe? Ein Blick auf die Zustände Rußlands zeigt uns die kulturelle Stärke dieses Systems. Oder eine Form, die nur die Besitzer von großen Landgütern, den Adel befähigt, Gesetze zu schaffen von dem Ibsen sagt:�) „Jene kleine, engbrüstige kurzathmige Schaar, die hin- ter uns zurückgeblieben ist." Ein Blick aus die Thätigkeit unseres preußischen Herrenhauses kann jeden Zweifelnden über die Größe der Intelligenz aufklären. Oder etwa eine Zensuswahl? Der Vergleich der Intelligenz der städtischen Vertretungen, der Landtage mit dem Reichstage illustriren trefflich die Behauptung, daß die durch„Bildung und Besitz" hervor- ragenden Klassen eine intelligentere Vertretung wählten. Also, aus den seither gemachten, reichhaltigen Erfahrungen geht hervor, daß eine aus grund des allgemeinen Stimm- rechts gewählte Volksvertretung immerhin eine größere Intelligenz in sich birgt als alle anderen Formen. Was aber beweist dieser Zusammenschluß der vcr- schieden politischen Elemente in dieser Frage für uns? Zur Zeit, da es dem städtischen Unternehmerlhum an Arbeitern gebrach, bekämpfte es den Einfluß des Großgrundbesitzes auf die Gesetzgebung. Jetzt besitzt es genügende Arbeits- kräfre, ja sogar eine genügende Reservearmee. Es ist aber gleichzeitig in die Lage gestellt, sich zu vertheidigen gegen das andrängende Proletariat, und mobiles wie immobiles Kapital schließen nunmehr ein Kartell, geben jedes politische Ideal, jedes Sonderintercffe auf, um ihren Besitzstand zu vertheidigen. Es hat sich gezeigt, daß zu dresem Kartell die extremen Koilservativen, die um Hammerstein, Puttkamer ebensowenig fähig sind wiejjdie Anhänger Eugen Richters, sie werden ausgeschieden, und nun beginnt der letzte Kampf der Ordnungsparlei gegen die Sozialdeniokratie. Die gemeinsame Opposition gegen das bestehende Wahlrecht ist der Beginn des Kampfs. Wir geben uns keinen Illusionen hin, daß wir mit leichter Mühe das Ziel erringen werden, ob auch von gewichtiger Seile bedeutsame Zugeständnlffe gemacht worden sind; aber wie der Sozialismus unter großen Kämpfen geboren ist, erstarkt ist, so wird er nicht ablaffen, für die Wahrheit seiner Ideen zu streiten und unter diesen leuchtenden Zeichen zu siegen. Wie man die Welt verbessert. P. E. Björnstjerne Björnson ist einem Theil unserer Leser vielleicht schon bekannt; es ist der norwegische Dichter, Schriftsteller und Agitator, deffcn Werke gleich denen des Henrik Ibsen von dem deutschen Spießbürgerthum mit der gebührenden Bewunderung aufgenommen wurden. Björnson ist in seiner Heimath einer der Vorkämpfer des radikalen Kle inbürg erlhums, und diese Stellung drückt sich auch in seinen sämmtlichen Werken aus. Sehr bezeichnend ist dafür seine neue Broschüre „Monogamie und Polygamie." Der tiefe Denker, der in seinem Drama„Der Handschuh" das Problem der mo- dernen bürgerlichen Ehe in so überraschender und gcist- reicher Weise gelöst halle, erfreut uns hier mit der Dar- legung des theoretischen Gedankengangs, den er dort prak- tisch darstellt. Die Broschüre ist höchst bezeichnend für den-Standpunkt, den das Spießbürgerthum in der Ehefrage ein nimmt; und deshalb verlohnt es sich wohl, den Inhalt näher zu betrachten. Mit der naiven Unwissenschaftlichkeit, welche stets den spießbürgerlichen Denker auszeichnet, wird zunächst die ganze Frage aus dem Zusammenhang herausgerissen. Die Ehe wird nicht als Produkt gewisser sozialer Verhältnisse be- trachtet, sondern als eine in der Luft hängende Erscheinung, ') Helden, Heldcnverehrung und da« Heldenthtmlichc in der Geschichte. Berlin 1853. S. 8. •) Volksfeind. Akt IT. S. 7. die mit nichts weiter zu thun hat. Irgend woher wird eine„Linie" abstrahirt.„Historisch sieht nian den Lauf dieser Linie deutlich: sie läuft zu aus die immer strengere Einhaltung der Ehe eines Mannes mit einer Frau. Die Frau, die in einem so langen Zeitraum zur Treue gegen Einen herangezogen worden, ist dadurch natürlich weiter gekommen, als der Mann, und wirkt auf diesen ein."— Also keine Idee davon, daß die monogamische Ehe der Ausdruck des ökonomischen Abhängigkeitsverhält- nisscs des Weibes vom Manne ist— es ist eben eine Linie mit einem historischen Lauf da. Echt spießbürgerlich ist serner die Unbefangenheit, mit welcher die kl einbürge rlichen Verhältnisse als die all- gemeinen betrachtet weiden. Will man sich über die moderne Ehe unterrichten, so muß man doch ihre ver- schiedenen Gestaltungen auseinander halten, man muß die Ehe der Großbourgeoisie— des Kleinbürgerthums— des Proletariats betrachten; aber der Spießbürger kann nun einmal nicht aus sich heraus, er kann sich nicht vorstellen, daß es noch andere Menschen giebt, als ihn und seinen Nachbar Hans und seinen Nachbar Kunz:„Frauen, vie durch gutes Erbe geschützt sind, durch ein gutes Heiin, gute Erziehung, Religion, Aufklärung, Arbeit, Vermögen— durch eins oder das andere— können die im allgemeinen dahin gebracht werden, das Gewissen der Monogamie in ihrem Liebesverhältniß zu verläugnen?"—„drei Frauen aus recht guten Häusern..."„der junge Mann, der aus einen guten Heim kommt..." und so fort. Aber stellen wir uns auf den Standpunkt des guten Björnson. Denken wir nur an die geschlechtliche Frage in der Spießbürg er-Klasse. Die Verhältnisse sind folgende: In dem Kamps, welchen der Kleinbürger führt, um so lange wie möglich seinem Schicksal zu entgehen, das ihn in das Proletariat hinabstößt, müssen alle Kräfte an- gespannt werden. Er muß übermäßig arbeiten für wenig Verdienst. Das äußert sich namentlich fatal für den jungen Mann; denn da die Frau ein Artikel ist, welcher Geld kostet, so kann ihn sich der junge Mann nicht anschaffen; er muß erst warten, bis er mehr verdient— wenn er hoch in den Zwanzig oder im Anfang der Dreißig steht. Daß er die Zeit bis zu seiner Heirath im Coelibat lebt, ist natürlich nickt zu erwarten; er hat„Verkehr mit Damen", wie sich Björnson züchtig ausdrückt— das heißt, er befriedigt sein geschlechtliches Bedürfniß mit Prostituirten. Natürlich ist das nur ein schlechter Behelf; einen nur einigermaßen feinfühlenden Menschen wird es anekeln, aus der einen Seite durch Benutzung einer so namenlos ge- meinen Einrichtung, wie die Prostitution ist, mit schuldig daran zu erscheinen, daß seine Mitmenschen in die tiefste Herabwürdigung gezogen werden; auf der andern Seite sich selbst in den Schmutz und die Gemeinheit zu begeben; und einen Ersatz für den geschlechtlichen Genuß mit einem Weibe, das man wirklich liebt, kann außerdem die Prosti- tution dock nie gewähren. Aber was will der arme Teufel machen? Es bleibt ihm nicht anderes übrig, als sich in die Institutionen der Gesellschaft zu schicken, in der er lebt. Immerhin ist der Mann aus der kleinbürgerlichen Klasse noch in weit besserer Lage, als das Weib. Da vom Weibe Keuschheit verlangt wird, so ist es ihm außer der Ehe fast unmöglich, das geschlechtliche Bedürfniß zu befriedigen; und. da infolge des späten Heirathens der Männer sehr viele Mädchen nickt oder auch nur spät heirathen, so stellt sich als Folge der erzwungenen Keusch- hcit die Hysterie ein mit allen ihren Folgen, die man in Ehcschcidungsprozessen am besten studieren kann. Man sieht, die Frage der Ehe und der Prostitution — oder, um mit dem moralischen Björnson zu sprechen, der Monogamie und Polygamie— läßt sich gar nicht von der Betrachtung der sozialen Verhältnisse loslösen; denn das ganze Problem hat seinen Grund in den sozialen Ver- Hältnissen. Wie wird es nun der spießbürgerliche Schlauberger anfangen, die Frage zu lösen? Als Sohn eines Geistlichen, der seine Abstammung trotz aller radikalen Allüren doch niemals hat verleugnen können, ist Björnson gleich mit einer Antwort bei der Hand: Enthaltsamkeit. Ja, es ist ja richtig, meint er, daß sich die Leute spät verheirathcn können; aber sie sollen eben so lange enthaltsam sein, dann leiden sie keinen Schaden, weder sittlich, noch körperlich, indem sie syphilitisch infizirt werden - der Pastorsohn spricht immer nur von der„schrecklichen Krankheit." Natürlich wird das Rezept da hinaus kommen. Dieses Spicßbürgervolk, das noch nicht einmal so viel moralischen Much hat, um die Dinge mit ihrem richtigen Namen zu nennen— mit der Moral ist es gleich bei der Hand, mit der Moral wird alles verkleistert. Natürlich bringt Björnson auch Gründe vor. Er hat nämlich herausgefunden, daß der Mensch von Natur gar nicht das Bedürfniß nach Befriedigung des Geschlechtstriebes hat, bevor er nicht ausgewachsen ist, also bei Männern nicht vor dem 25., bei Weibern nicht vor dem 21. Jahre. „Und während die niedrigstehenden Völker, nach Darwin, eine Unzahl von Kinoern haben, halten die höher stehen- öen Maß. Der Trieb zu frühzeitigem Verkehr muß also auf Gewöhnung basiren, und nicht auf eine Forde- rung der Natur." Wenn man die Sacke vernünftig betrachtet, so wird man einfach finden, daß der Geschlechtstrieb befriedigt werden muß, so bald die geschlechtliche Reife da ist; findet die Befriedigung nicht statt, so werden die armen Jungen von Pollutionen geplagt; und es giebt mehr als einen. der infolge seiner übertriebenen Keuschheit durch anhaltende Pollutionen der Schwindsucht zum Opfer gefallen ist.— Daß höher entwickelte Völker weniger Kinder haben, als niedriger stehende, hängt durchaus nicht mit geringerer Befriedigung des Geschlechtstriebes zusammen, wie der naive Björnson glaubt, sondern das rührt daher, daß der Kulturmensch nicht so viele Kinder ernähren kann wegen der sozialen Verhältnisse, und deshalb den Akt durch allerlei Mittel unfruchtbar macht. Aber nichts desto weniger— die Enthaltsamkeit wird gepredigt, die Enthaltsamkeit wird euch schon selig machen! Aber wie werden die Leute enthaltsam? Die Enthaltsamkeit muß ihnen gepredigt werden; man muß die Kinder schon von Anfang an darauf er- ziehen. Ja, die Erziehung wird es bringen! Die Mutter ist die beste Erzieherin der Kinder, sie muß anfangen; dann muß in der Schule fortgefahren werden, bis man schließlich den moralischen Mitsterjüngling erzogen hat, der bis in sein sünfundzwanzigstes Jahr mit eherner Konsequenz und schüchternem Augennicderschlagen jede Versuchung des Fleisches von sich abweist, um dann zuletzt eine züchtige Gairin an seinen häuslichen Herd zu führen. Ja, die Schule muß von ethischen Talenten frei nach ihreni eigenen Willen eingerichtet werden— und dahin kommt es, früher oder später!...„Die Schulen müssen gemeinsame Schulen werden, wo die beiden Geschlechter von Kindheit an lernen, wie Kameraden mit einander zu verkehren..." Bei uns auf den Dörfern sind die Schulen oft derart eingerichtet; aber das hat durchaus keinen„kameradschaft- lichen" Verkehr der Kinder zur Folge, sondern einen ganz anderen. Aber es bekommt ihnen ganz gut, und sie finden darin auch gar nichts Unnaiürliches. Aber charakteristisch, sehr charakteristisch für den Bürger ist die Idee: durch die Erziehung eine derartige Verände- rung zu schaffen. Bildung und Erziehung find ja über- Haupt die Universalheilmittel der bürgerlichen Apotheke gegen sämmtliche soziale Schäden und Krankheiten. Als besonders sortgeschrittener und„aufgeklärter Bürger zeigt sich Björnson in der Art, wie er sich die Erziehung vorstellt. Bekanntlich ist die moderne allgemeine Erklärung, aus welcher das Bürgerthum wissenschaftlich alles ableitet, die Theorie von der Vererbung. Genie und Irrsinn, Verbrechen und Prostitution, Sausen und Fressen— alles ist vererbt, beileibe nicht durch die sozialen Zustände ver- ursacht, sondern durch die Vererbung. Was für das „finstere Mittelalter" der göttliche Rathschluß, das ist für das aufgeklärte neunzehnte Jahrhundert die Vererbung, das große, unbekannte T, welches alles erklärt. So wird denn die Vererbung auch hier bei den Haaren herbeigezogen. Es sind nämlich gute und schlechte Trieb« auf den Menschen vererbt; und der Zweck der Er- ziehung muß es nun sein, diese schlechten Triebe zu ver- nichten und die guten zu stärken, in diesem Fall also, die gesellschaftlichen Triebe vis zum 25. Jahre zu vernichten. Ist das erst durch mehrere Generationen durchgeführt, so wird man dann schon eine Generation erzielen, auf welche die Kraft der sünsundzwanzigjährigen Keuschheit schon ver- erbt ist.— Es wäre zwecklos, diese spießbürgerlichen Utopistereien noch weiter zu verfolgen, das Vorstehende möge genügen als Probe davon, wie das Spießbürgerthum die großen Fragen der Gegenwart zu lösen denkt. Daß eine Klasse, die zu nichts weiter kommt, als zu derartigen Phantasien, die geistige Führung der Gesellschaft nicht mehr besorgen kann, das ist klar; und wir sehen ja auch thatsächlich, wie das Proletariat im geistigen Leben immer mehr die Stelle einnimmt, welche früher die Bourgeoisie inne gehabt hat. Interessant ist auch noch eine Notiz aus der Broschüre: „Einige haben behauptet', daß das Idyll in Stücke geht, sobald die Kinder kommen; der eine Theil der betreffenden kann nicht weiter zu dem Erwerb beitragen. Aber auch das wird sich anders ordnen, wenn es allgemein wird, daß zwei junge Menschen, die sich bei erreichtem völlig reifem Alter ernähren können, die Ehe mit einander eingehen. Die Kindergärten sind der Anfang dazu." Die Verhältnisse sind doch immer logischer, wie die Menschen. Mitten zwischen die verschrobensten Theorien platzt mit einem Male diese Bemerkung, erzeugt offenbar durch einfache unbewußte Beobachtung der Verhältnisse: die Ehegatten müssen sozial gleich sein und die Erziehung der Kinder ist Aufgabe der Gesellschaft. Wir wollen den guten Björnsen nicht denunziren als„Zerstörer der Familie"— aber das ist ja dasselbe, was die Sozial- demokratie sagt! Freilich, daß wir es nicht als eine kate- gorische Forderung hinstellen, sondern daß wir nur nach- weisen, die Dinge werden sich thatsächlich so entwickeln. Aber sonst ist das ganz dasselbe, was wir über die Sache denken. Unsere Lösung ist eben so einfach, daß sie sich selbst unfern Gegner ohne seinen Willen aufdrängen muß; denn sie wird einfach gewonnen durch die Einsicht in die wirk- lichen Verhältnisse. Arbeitsgesetzgebung. Aus den fiskalischen Gruben des Saarreviers hat die Bergwerksvenvaltung Arbeitervertretungen ein- geführt. Angeblich sollen die Bergleute in„freier" Wahl ihre eigenen Vertrauensmänner in diese Vertretungen schicken, damit die Bergverwaltung sofort und offen von allen Beschwerden unterrichtet werde. Die Bergleute in den fiskalischen Gruben sind in kleinere Abtheilungen getheilt, deren jede unter einem Steiger steht. Jede dieser einzelnen Abtheilungen sollte vor einigen Tagen einen Vertrauensmann wählen. Die Leute wählten naturgemäß diejenigen, welche sich bereits wurden. = Literarische s. Die Dr. Anton Menger: Das bürgerliche Recht und Die besitlosen Volksklassen. Eine Kritik des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuches für das deutsche Reich.( Sonderausgabe aus dem Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistit".) 156 S. 80. Tübingen 1890. Verlag der H. Laupp'schen Buchhandlung. Preis Mark 2,00. im bergmännischen Rechtsschutzverein als muthige Vertreter Mannheim. Der Medizinal Verband( Verein zur Beihrer Interessen bewährt hatten. Aber was stellte sich schaffung ärztl. Hilfe und Arzeneien) versendet soeben seinen Geschäftsbericht pro 1889, dem wir folgendes entnehmen. Die Mit- Volksbibliothek des menschlichen Wissens.. Herausheraus? Die staatliche Verwaltung hatte dies voraus- gliedszahl stieg seit 1888 um 2,422 und beträgt die Zahl der Mitgeber und Verleger Bruno Geiſer- Breslau, Lüßowstraße 16. Auch gesehen. Sie hatte vor den Wahlen auf jeder Grube alle glieder nun 11,527. Dieselben leisteten an Beiträgen u. f. w. zu beziehen durch R. Schnabel in Dresden( Zwingerstraße 8). ErArbeiter, die in der Bewegung hervorgetreten Mart 34 169,14. Die Leistungen des Verbandes find ganz wesent- fcheint in Wochenheften zu 10 Pfennig. Die soeben zur Ausgabe waren, möglichst einer einzigen Steigerabtheilung liche, so wurden an Aerzte- Honorar 13 875, außerdem für Opera- gelangten Hefte 117 und 118 enthalten: Geschichte der besiglosen zugetheilt, offenbar, damit nur einer dieser Leute in die tionen in 67 Fällen Mark 837,45 geleistet. Es wurden 15 766 Stlaffen, bearbeitet von Bruno Geiser( Fortsetzung).- zu beziehen Rezepte verordnet, welche wieder 20 059 Ordinationen umfaßten durch alle Buchhandlungen und Kolporteure. fünftige Arbeitervertretung gelange, die übrigen Abtheilungen und die Summe von 14 443,30 erforderten. Der Verband gewährt Nichts gegen den Kaiser. Zur sozialen Bewegung. Von aber gezwungen seien, zur öffentlichen Wahrung ihrer In- warme Bäder zu 40 und 35 Pfg., von diesen wurden im Berichts- Martin Hildebrandt. Berlin, Adolf Heim. 36. S. teressen weniger geeignete Persönlichkeiten zu wählen. Die jahre 1560 entnommen. Die Finanzverhältnisse des Verbandes Schrift kennzeichnet einige soziale Mißstände, oft in scharfen WorBergleute glaubten in ihrer heiligen Einfalt, fie brauchten am 1. Januar 1890 Mart 5516,39 gegen 2399,48 im Vorjahre. geschlagenen Heilmittel sind entsprechend falsch beurtheilt, der Versind verhältnißmäßig aute zu nennen. Der Vermögensstand beträgt ten, ohne aber gerade das Wesen der Frage zu erfassen. Die vorsich daran nicht zu kehren, und wählten doch ihre Ver- Für den Verband tonfultiren 40 Aerzte, welche mit bewunderungs- fasser begnügt sich mit der Ueberführung des vaterländischen Grund trauensmänner vom Rechtsschutzverein her. Die Folge ist, würdiger Hingebung den Verband nach jeder Seite thatkräftig un- und Bodens in das Gemeineigenthum". An was für Illusionen daß bereits mehrere Wahlen für ungültig erklärt terſtüßen, jede der 8 Apotheken kann zur Entnahme von Medika- sonst der Verfasser leidet, ergiebt der Titel. menten benutzt werden. Zu bemerken ist noch, daß dieses Institut von Arbeitern 1884 gegründet wurde und von diesen geleitet wird. Sind das nun frägt die„ Demokr. Corr."-Die Ausgaben für Verwaltung betrugen Mark 2050. Für die wirklich Muster" Einrichtungen für staatliche Betriebe, die minderbefizende Klasse ist dieses Institut ein unentbehrlicher Faktor der Privatindustrie als Beispiel dienen können? Die Ant: geworden. Möge dasselbe noch weiter vorangehen. Halle a. S. Die am 10. März im Restaurant zum„ Kühlen wort auf diese Frage dürfte nicht schwer fallen und sie Brunnen" tagende öffentliche Versammlung der Former von Halle Die Frage des internationalen Arbeiterschutes. Nebst dürfte die alte Lehre auf's neue bestätigen, daß eine So- und Umgegend beschloß einstimmig, den 1. Mai 1890 als inter- einer Kritik der Ansicht Gustav Cohns. Von Dr. Georg Adler. Dozent der Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Unizialreform ,, von oben", eine Sozialreform, die nicht zuerst nationalen Feiertag zu betrachten. Streifs. Aus Rüdersdorf wird gemeldet, daß in der versität Freiberg i. B. 7% Bogen gr. 8. Preis broch. M. 1,50. vom Volke und aus dem Volke kommt, ein Unding ist Zementfabrik von Gutmann und Geserich, Rüdersdorf, ein Streit München und Leipzig, G. Hirth.( Separatabdruck aus den Annalen ausgebrochen ist. Es feiern ca. 400 Mann. Forderung zehnstün- des deutschen Reichs 1888). Wir haben die Schrift bereits als bige Arbeitszeit, bis jest war die Arbeitszeit eine elfjtündige. das Ausführlichste und Beste empfohlen, was aus bürgerlichem Lager Stettin. Auf allen Werften hier haben die Schiffszimmerleute für den internationalen Arbeiterschutz erschienen ist. Zur Kenndie Arbeit eingestellt. Barmen, 18. d. M. Die auf heute an- zeichnung unseres Standpunktes verweisen wir auf das nächste Die Arbeiter dürfen nicht boykottiren. In Chem- gekündigten Versammlungen der streikenden Riemenschneidergesellen Woche erscheinende Heft 12 der Berliner Arbeiter- Bibliothek. I. Serie". nig wurden der Redakteur Suft und der Drucker Ludwig zu vier sind auf grung des§ 9 des Sozialistengesezes verboten worden. L'Idée Nouvelle, Revue sociale et Littéraire. Paris, Wochen Gefängniß verurtheilt, weil in ihrem Blatte, der„ Presse" Die Schneidergesellen in Hannover haben die Arbeit nunmehr öfter das Inserat stand:" Die Wirthe X, Y, 3 geben ihre Säle zu niedergelegt. Auf beiden Seiten wird auf dem eingenommenen Rue du Croissant S. Paraît tous les 5 de chaque mois. Standpunkt verharrt. In der Berlin- Neuendorfer Aftien- Principaux Collaborateurs: Jules Guesde, Ed. Vaillant, Thivrier, Versammlungen nicht her." In Leipzig wurde der Tischler Baut aus Schönefeld zu 8 Tagen Haft verurtheilt, weil er in einer Spinnerei zu Neuendorf bei Potsdam ist am Montag Mittag ein Franconie députés, Paul Lafargue, Aug. Chirag, Albert Goullé, Versammlung äußerte:„ Ehe ich die Versammlung schließe, kann umfangreicher Streik ausgebrochen. Dem Spinner H. Bathe war G. Robelet, G. Picourt, Ropartz, J. Dormoy, Eug. Fournière, ich nicht unterlassen, Sie noch aufzufordern, diejenigen gekündigt worden, weil er am Tage der Stich- Wahl ohne Erlaubniß J. Coulet, Pédron. Léon Cladel, Ed. Drumont, Larmane, Boulard, Prix du Numéro: Paris 30 c., Départements 35 c. Wirthe zu unterstüßen, die uns ihre Lokale zur Verfügung die Arbeit versäumt hatte, um sozialdemokratische Stimmzettel aus- etc., etc. Abonnements. France: 1 an, 5 fr.; 6 mois, 2 fr. 50; 3 mois stellen." Das Urtheil des Gerichtshofs führte begründend ans, daß schon in den vom Angeklagten zugegebenen Worten eine AufEtranger: 1 an, 6 fr.; 6 mois, 3 fr. forderung zum Nichtbesuche enthalten sei. Eine solche Verrufserklärung sei aber geeignet, eine Belästigung und Beängstigung bei den Betroffenen hervorzurufen, hier also bei den Wirthen, die ihre Säle zu sozialdemokratischen Versammlungen nicht hergaben. Das Urtheil gründet sich auch in diesem Falle auf§ 360, 11 des Strafgesetzbuches, welcher bekanntlich som groben Unfug handelt. Politisches, Gewerkschaftliches. * * zutragen. = 1 fr. 25. Briefkasten. Die Uebersicht aller Reichstagswahlkreise u. ihrer Abgeordneten können wir erst der nächsten Nummer als Beilage beifügen. 13. März faßten fie in gut besuchter öffentlicher Versammlung folDie Rigdorfer Schmiede beginnen sich zu organisiren. Am genden Beschluß:" Die in heutiger Versammlung erschienenen Schmiede erklären, Mann für Mann der Vereinigung der Schmiede Deutschlands beizutreten und eine eigene Mitgliedschaft zu gründen. An die Schuhmacher Deutschlands! Seit vier Wochen stehen die Arbeiter in den Berliner Schuhfabriken in einer Lohnbewegung. Sie fordern zehnstündige Arbeitszeitung von 5-15 pt. Lefer. Die Kreuzbandabonnenten machen uns eine ganz Wir ersuchen strengstens den Zuzug fernzuhalten. Weitere Mit- andere Arbeit wie die Postabonnenten: die Listenführung ist bei dem Den Ordnungshelden ist der Boykott natürlich ge- theilungen im Schuhmacher- Fachblatt. Alle Sendungen und An- häufigen Wohnungswechel unserer Leser ziemlich umständlich, und stattet. In der Uelzener Kreiszeitung" ist zu lesen: fragen sind zu richten an Albin Reichelt, Berlin, Pegauerstraße. das Adressenschreiben und Verpacken nimmt Woche für Woche eine 1. Wir verpflichten uns, denjenigen Personen, welche sozialdemokratische Ziele verfolgen, keine Arbeit zu geben, Die Vereinigung der Drechsler Deutschlands( Orts- Menge Zeit in Anspruch. Sie können ungefähr schäzen, was das seien es nun Schuster, Schneider, Tagelöhner oder was sonst breasstraße 26 bei Bolzmann eine Bersammlung( Borstands- haben wir nichts weiter zu thun, als jede Woche 500 Gremplare seien es nun Schuster, Schneider, Tagelöhner oder was sonst verwaltung Berlin III) hält am Sonntag Vormittag 11 Uhr, An- 3. B. bei 500 Kreuzbändern ausmacht; bei 500 Postzeitungen für Personen; abzuzählen. Die ganze Listenführung, die Vertheilung nach den 2. wir arbeiten ihnen nichts mit unseren Ge- wahl) ab. Achtung! Möbelpolirer! Freitag Abend von 8-10 Uhr einzelnen Städten und dort wieder an die einzelnen Abonnenten spannen, fie mögen uns zahlen dafür, was sie wollen; 3. wenn irgend möglich, geben wir ihnen keine Bormittag 10 Uhr große öffentliche Versammlung im Königstadt- wieviel Exemplare nach Königsberg, nach Freiburg oder sonstwohin 3. wenn irgend möglich, geben wir ihnen keine Ausgabe der Lohntarife in den bekannten Zahlstellen. Sonntag übernimmt vollständig die Post. Wir wissen hier gar nicht einmal, gehen, geschweige denn, wer unser Blatt dort am Schalter abholt Rafino, Holzmarktstr. 72. Große Versammlung des allgemeinen Arbeiterinnen- oder sich ins Haus bringen läßt. Danach können Sie die enorme Vereins sämmtlicher Berufszweige Berlins und der Umgegend. Arbeitsersparung für uns ermessen, wenn überall an Stelle des Dienstag, 25. März, Abends 8/2 Uhr im Konzertpark Ostend, Kreuzbandbezuges das Postabonnement tritt, und da wir auf eine Frankfurter Allee 72/73. Vortrag des Herrn Th. Glocke. Damen Entlastung der Expedition halten müssen, so werden wir vom und Herren als Gäste haben Zutritt. 1. April ab alle Kreuzbandlieferungen einstellen, wo sie nicht aus besonderen Gründen ausdrücklich gewünscht werden. Lefer. Trade Union, sprich: trehd junienn Gewerkschaft. Unskilled, sprich: önskilledd ungelernt. Obligatorisch erzwungen, nothwendig im Gegensatz zu fukultativ freiwillig. Exklusiv nach außen sich abschließend, auf einen abgeschlossenen Streis beschränkt. Dezennium Jahrzehnt. Wohnung, Land und keine Wiesen in Pacht; 4. bei allen öffentlichen Arbeiten und Unternehmungen verhindern wir, wenn möglich, ihre Theilnahme. * * * Chemnitz, 17. März. Die Arbeiterschaft des hiesigen In dustriekreises ist in letzter Zeit wiederholt für ausgedehnten Arbeiterschutz eingetreten. Bemerkenswerth ist in dieser Beziehung Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 25. d. namentlich eine dieser Tage stattgehabte große Volksversammlung, Mts., Abends 81/2 Uhr bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, Vorlesg. die beschloß, von der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstages des Hofschauspielers Herrn Gerber:„ Ut de Franzosentied". ein energisches Vorgehen bei Erörterung der Arbeiterschusfragen, Allgemeine Kranken und Sterbekaffe der Metallvor allem aber in bezug auf Einführung eines Maximal- Arbeitsarbeiter( E. H. 29, Hamburg. Filiale Berlin V). Sonnabend, tages zu verlangen. den 22. d. M., Abends 9 Uhr bei Zemter: Versammlung. Bentral- Krankenkasse d. Töpfer. Sonntag, den 23. März, vorm. 11 Uhr im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Die dritte ordentliche Generalversammlung im April d. J. in Halle a. S. und etwaige an dieselbe zu stellende Anträge. 2. Wahl der Abgeordneten zur Generalverfammlung gemäß§ 18 des Kassenstatuts. 3. Verschiedene Kaffenangelegenherten. Das Erscheinen jedes Mitgliedes ist Pflicht, da die am 18. d. M. einberufene Versammlung wegen zu schwacher Betheiligung vertagt werden mußte. Von 705 Mitglieder erschienen 41. Carl Habang, Kesselstr. 20. Verein der Sattler u. Fachgen. Dienstag, den 25. März, abends 8 Uhr, in Deigmüllers Salon, Alte Jakobstr. 48 a Gr. Versammlung. Tages- Ordnung. 1. Vortrag über ,, Kapital und Arbeit", Referent: Mag Baginsky. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Verband deutscher Zimmerer. ( Lokalverband Berlin.) Sonntag, den 23. März, vormittags 102 Uhr, in Rennefahrts Salon, Dennewißft. 13 Versammlung 1. Vortrag. Tagesordnung: - 2. Verschiedenes u. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen bittet der Vorstand. Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. Sonntag, den 23. März cr., Abends 7 Uhr im Lokale Dranieustraße 180( Tunnel), Vortrag des Herrn Krause über Elementar- und Erperimental- Chemie. Gäste, Damen und Herren willkommen. Der Vorstand. Mühlhausen in Thüringen. Abonnements auf die ,, Berliner Volks- Tribüne", Berliner Arbeiterbibliothek" nimmt entgegen C. Aeustergerling, Bildhauer und Händler. Mühlhaufen i. Thür. Wahlstraße 37. Grosse = öffentl. Versammlung der Filzschuharbeiter Berlins und der Umgegend. Montag, den 24. März, abends 8 Uhr, in der Münzste. Nr. 11, bei Zemter. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Friz Zubeil über: Entstehung, Nuzen und Werth der Streifs. 2. Wahl einer Streit- Kommission.- 3. Verschiedenes. Der Arbeitsnachweis befindet sich Rosenstr. 30 an der neuen Friedrichsstraße bei Kuhlmey. Große öffentliche Versammlung " = = Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich jest Naunynstr. 78, im Restaurant Winger. Die Adressenausgabe finder jeden Abend von 8-91/ 2 Uhr u. Sonntage Vormittags bon 10-11% Uhr an Mitglieder wie an Nicht mit glieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittlungs- Kommiffion. Der unentgeltliche Central- Arbeits- Nachweis der Maler und Anftreicher Berlins aller i. d. Gold- u. Silberwaarenbranche Berlins beschäft. Arb. Donnerstag, den 27. März cr., Abends 82 Uhr, in Orschel's Salon, befindet sich Sebastianstr. 39. Dresdenerstr. 116( Restaurant Wendt) Tagesordnung: 1. Vortrag des Buchdrucker A. Schmidt über: Die Verkürzung der und ist geöffnet Vormittags von 7-9 Uhr. Arbeitszeit und der achtstündige Arbeitstag". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. Soeben erschien: Heft 11 Berliner Arbeiterbibliothek I. Serie: Die soziale Frage auf dem Lande. 1. Die Arbeiter und Kleinbefizer in Preußen. Von Paul Kampffmeyer- Genf. 2. Der Ruin des ländlichen Kleindesites durch die landwirthschaftliche Großproduktion. Von* 40 Seiten. Preis 20 Pf. Zu beziehen durch die bekannten Kolporteure und die Expedition der ,, Berliner Volks- Tribüne," Berlin S.0., Oranienstraße 23. Wiederverkäufer, sowie Arbeitervereine erhalten hohen Rabatt. Empfehle den Genossen meine zum Minimal- Lohn der Berliner Tabakarbeiter verfertigten Cigarren. Eine Arbeiterzeitung wird per 1. Juli oder August käuflich zu übernehmen gesucht. Offerten sub S. 100 an die Erpedition des Blattes. Wilh. Boerner, Gine Schlafstelle ist zu vermiethen. GörlitzerRitterstr. 108, d. 2. Haus v. d. Prinzenstr. straße 70, 3 Tr. bei Engelhardt. W. Gründel's Restaurant ( früher: R. Wendt.) Dresdenerstraße 116. Arbeitsnachweis und Verkehr der Buchbinder Schlosser, Drechsler, Maler, Töpfer, Stellmacher, Sattler und Gärtner. Reichhaltiger Frühstücks, Mittags= und Abendtisch. 8. reid De ver fet M Ju Ar bei fozi B Deft halt Fra tän die 938 " fürd nati als Tag inter des reid gef tim bei zufe tönn besti daß rb er fäh geh Ger zu mö Die Borzügliches Weiß- und Bairisch- Biet 2 Billards und Kegelbahnen.- Saal z Versammlungen. Oigarren u. Tabake reichhaltiges Lager bon 0. Klein. [ 40 15. Ritterstraße 15. Dafelbft Zahlstelle der Gürtler u. Bronceure(&. 5.60. Albert Auerbach, Berlin S., Kottbuser Damm 7. Schuh- und Stiefel- Lager für Herren, Damen und Kinder Reelle Bedienung. Feste Preise Empfehle meinen werthen Freunden und Genoffen sowie den Lesern dieses Blattes meis Cigarren- Geschäft. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Carl Lehmann. Brunnenstr. 83, dicht am Humboldthain Bo