Soeial-Politisches Wochenblatt, Zum i. Mai.— Der Streit um den 1. Mai. ~~ Versammlungen zun» I. Mai.— Jules Guesde über die Berliner Konferenz.— Die Schule des Bürgerthums. I. � Novelle von Mackay. TU.— Sozialistische Spaziergänge: Wanamaker.— Arbeitsvermittlung in New?)ork.— Eine Frauenarbeits- Enquete in den Bereinigten Staaten I.— lvuesde, Pariser Kommune. II.— Ländliche Wahlbeeinflussung. Zur Beachtung! Soeben erschien: Verliner ArtieiterbiMothtK. I. Serie. Heft 11: Die soziale Frage auf dem Lande. Von Paul Kampffmcycr-Genf und*** 40 Seiten. Preis 20 Pf. Heft 12: Internationale Arbeitsschutzgesetzgebung. Von Paul Erust- Berlin. 30 Seiten. Preis 15 Pf. »Verl. Volks Tribüne," Berlin S.O., Oranieustr. 23, 3�" Wicdcrverkanfer. sowie Zlrvcitcrvcreine erhalten hvheu Rabatt."330 . dändlet- Zum 1. Mai. Die„Neue Tischlerztg.", das Organ des deutschen Tischlerverbandes, sämmtlicher freien Tischleroereme, sowie der Zentralkasse der Tischler schreibt: Unser Vorschlag') zum 1. Mai, eine Masienpetmon itn den Reichstag um Einführung eines gesetzlichen Acaximal- arbeitslages betreffend Hai in Arbeiterkreisen vielsach sympathische Aufnahme gesunden. In verschiedenen Orten haben die Kollegen in ihren Versammlungen bereits �stimmende Beschlüffe gesaßt, und neben einigen anderen Arbeiterblätrern, die sick in gleichem Sinne geäußert, hat auch die„Berliner Volks-Tribüne" unseren Vorschlag ausgegriffen und veröffentlicht in ihrer letzten Nimtmer bereits einen von mehreren in der Berliner Utbelterbc- wegung bekannten Personen unterzeichneten Ausruf, eme »«.w-.K w die Hand genommen und so rasch die Jmtlatlve ergriffen worden ist. Denn abgesehen davon, daß es hier meniger darauf ankommt, wer eine Sache thut, als daß ne überhaupt gethan wird, halten wir es auch aus verschiedenen Gründen für ganz am Platze, wenn das Arrangement einer Sache, für welche die gesamnite deutsche Arbeiterschaft interessirt werden soll, von Berlin geleitet wird. Nur erlauben wir uns hierbei auch dt Erwartung auszusprechen, daß die Leute, welche diese Sache in die Hand genommen haben, nunmehr auch alles thun werden, was zu lhun ist und gethan werden kann, dam» kein Fiasko dabei herauskommt, melmehr zur Wahrheit wird, was die„Volks-Tribüne" am Schluß des «mahnten Aufrufs sagt. ** Die„Sächsische Arbeiterzeitung" schreibt: .®!>e recht bedauerliche Polemik(damals war nur der erste Angriff„aus Fraklionskreisen" erschienen) hat uch neuerdings anläßlich der Feier des ersten Mai entsponnen. Schon seit Anfang des Jahres steht die Frage aus der Tagesordnung bei Fach- und politischen Blattern, nur die Reichstagswahl hat eine Unterbrechung eintreten lasien... Da die Agitation schon seit Wochen Sluß, bisher aber noch eine einheitliche Leitung fehlte, nahmen eine Anzahl Berliner Genoffen, unter lhnen auch der Abg. Schippet, die Sache in die Hand, um Positive Vorschläge zu machen, was am 1. Mai zu ge- ,,*) Wir bemerken hier, daß die„Neue Tischlerztg." schon vor bangerer Zeit die oben ausgesprochene Anregung vertreten hat. schehen habe. Wir fanden diese Vorschläge sehr vernünftig und veröffentlichten den erlaffenen Aufruf in voriger Nummer. Da kommt jetzt plötzlich:m„Berliner Volksblatt" eine Notiz„aus Fraktionskreisen", die sich gegen das Vor- gehen der Berliner Genossen-rklärt und den Partei- genossen empfiehlt, nicht eher Schritte in dieser Angelegen- heit zu thun, bis die Fraktion gesprochen habe. Nun liegt die Sache so, daß man von der Frak- tion noch gar nichts gehört hat, weder von ihrer Neu- konstituirung nach den Wahlen, noch von irgend einer Thätigkeit in Sachen des ersten. Mai, ja es wußte kein Mensch, daß die Fraktion noch vor dem 1. Mai überhaupt zusammentreten werde. Es wär: äußerst unangebracht gewesen, zu warten, denn in 14 Tagen läßt sich die Sache nicht arrangiren, was dann herauskommt, ist Halbheit. Die Zeit, wo die Fraktion sprechen mußte, ist vorüber. Leider hat sich die alte nicht schlüssig über das Vor- gehen gemacht— dann mußte aber die neue sofort nach den Stichwahlen zusammentreten resp. das Zencralwahl- komitee mir den Arrangements betrauen. Jetzt würde einer etwaigen Konrreordre nur vis Des ordre folgen, da viele Versammlungen, Vereine, selbst ganze Orte und Wahlkreise bereits ihre Beschlüffe gesaßt haben, die nicht ohne weiteres umzustoßen sind. Wie zur Entschuldigung sagt die Notiz im„Volks- blatt" noch: nach dem Beschluß des internationalen Kon- greffes in Paris sollte die Agitation für den Achtstunden- tag in der ganzen Kulturwelt gleichzeitig erst am 1. Mai beginnen. Abgesehen davon, daß dies positiv unwahr ist, ist es auch unlogisch. Einmal ist der Normalarbeitstag ein stehendes Thema unserer Agitation, zweitens ist die Agitation zur Feier des 1. Mai gleichbedeutend imit der Agitation für den Achtstundentag. Noch bedauerlicher in dieser Angelegenheit sind die geradezu unqualifizirbaren Angriffe, welche in dieser Sache die demokraiische„Volkszeitung" in Berlin gegen Schippe! schleudert. Diese Tonart von„Narretheien und Schippeleien", die man an diesem Blatte durchaus nicht gewöhnt ist, läßt Schlußfolgerungen zu, über die wir uns einstweilen nicht auslassen. ** Die„Münchener Post" der Genossen v. Wollmar und Birk schreibt am Donnerstag: Das„Berliner Volks- blatt" und die„Bolkstribüne" brachten kürzlich einen Auf- ruf der Berliner Arbeiter, die Feier des 1. Mai betreffend. In diesem Aufruf wurden ganz allgemein gehaltene Richtpunkte für die Art und Weise der Feier gegeben. Das„Berliner Volksblatt" veröffentlicht jetzt eine Zuschrift aus Fraktionskreisen, worin das Vorgehen der Berliner Genoffen als ein übereiltes bezeichnet wird. Es heißt in dieser Zuschrift u. A.: „Wir können unseren Parteigenossen nur empfehlen, nicht eher in dieser Angelegenheit Schritte zu thun, bis die Frak- tion als Vertreterin der Partei gesprochen hat." Diesem Bedenken und dieser Aufforderung zum Zuwarten können wir uns nicht anschließen. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens käme ein Fraktionsbeschluß viel zu spät und würde seinerseits störend in die an vielen Orten schon im vollen Gange befindlichen Vorbereitungen eingreifen und zweitens ist der grundlegende Ge- danke und der Zweck der Feier überall bestimmend und auch bekannt, während sich die Durchführung den örtlichen Verhältnissen anbequemen muß. Der Beschluß des internationalen Arbeiterkongreffes, daß die Agitation für den Achtstundentag gleichzeitig in der ganzen Kulturwelt am 1. Mai beginnen soll, wird durch die jetzigen Vorbereitungen durchaus nicht berührt, wie es der Verfasser der Zuschrift an das„Berliner Volks- blatt" zu befürchten scheint. * Das„Vereinsblatt für Bauhandwcrker" schreibt: Die übrigen Fragen des Arbeiterschutzes, so noth- wendig einzelne derselben auch erscheinen mögen, treten be- sonders bei uns in Deutschland vor der einen zurück: Abkürzung der Arbeitszeit! Wie die deutsche Arbeiterbewegung sich in allen Fragen als eine zielbewußte, auf die Erreichung bestimmter, genau umschriebener Zwecke gerichtete hinstellt, hat sie auch hier in der Abkürzung der Arbeitszeit den wesentlichsten Punkt aller Forderungen gefunden, bei dem zuerst einzusetzen ist. Die Nothwendigkeit, die Möglichkeit und die Zulässig- kcit der Abkürzung der Arbeitszeit muß in erster Linie den Arbeitern selbst klar gemacht werden. Man täusche sich nicht. Es gehört eine ganze Portion wirthschaftlicher Kenntnisse, Erkennrniß der thatsächlichen Verhältnisse und Ucbersicht über das wirthschafrliche Gebiet dazu, um dem sogenannten„gesunden Menschenverstände" es klar zu machen, daß eine Abkürzung der Arbeitszeit durchaus nicht gleichbedeutend ist mit geringerer Leistung, geringerem Verdienst und also Schädigung der Arbeiterinteressen be- deutet, wie unsere Gegner es den Arbeitern so gerne ein- reden möchten. Leider haben die hochgehenden Wogen der Wahlbe- wegung die ruhige und sachliche Erörterung dieser Fragen in der Presse und in Vereinen vielfach zurückgedrängt. Es wird jetzt die Aufgabe sein, die Zeit bis zum 1. Mu-«och gehörig.au?*.« nutzen pm die nöthige Belehrung durch Wort und Schrift' zu verbreiten,! damir bei uns soviel wie möglich der Arbeiter-sesttag am 1. Mai 1890 mit der nöthigen Erkenntniß der Sachlage gefeiert wird; denn nur so wird er die erwünschten Früchte tragen. Nur wenn der gesammte erweckte deutsche Arbeiterstand ans fester und wohl begründeter innerer Ueberzeugung für die Abkürzung der Arbeitszeit eintritt, wird dieselbe in dem gewünschten Umfange zu erreichen sein, wird die Kundgebung von nachhaltiger Wirkung sein. Wir hoffen, daß alle unsere Freunde, was in ihrer Macht liegt, muthig und entschlossen thun, um die Kund- gebung der deutschen Arbeiter zum Donnerstag, den 1. Mai 1890 zu einer so wirksamen, so eindrucksvollen zu machen, als es nur irgend möglich ist. Die„Burgstädter Zeitung" bemerkt zu der Auf- forderung aus Fraktionskreisen,„nichts" zu thun,„bevor nicht die Fraktion gesprochen hat": Wir haben hier zu bemerken, daß die Agitation zu gunsten der Achtstundenbewegung lange bevor der letzte Reichstag geschlossen, von nicht nur Berliner, sondern auch auswärtigen Genossen begonnen hat. In Oesterreich, Frank- reich, der Schweiz, überhaupt in allen Ländern, die auf dem Pariser Kongreß vertreten, waren die Arbeiter schon seit dem November vo rigen Jahres in der kräftigsten Agitation begriffen. Da dies jedenfalls den vorigen Fraktionsmitgliedern bekannt gewesen sein mußte, so wäre es richtiger gewesen, schon längst Stellung zu dieser Frage zu nehmen, als die deutsche Arbeiterschaft so im Unklaren zu lassen. Die Unterzeichner(des Berliner Aufrufes), worunter sich süns Delcgirte zum Pariser Kongreß befinden, waren der Ansicht, daß, wenn wirklich etwas Ersprießliches ge- schaffen werden sollte, eine keineswegs zu früh angesetzte Agitation entfallet werden mußte und der Aufruf ist so wohlerwogen und besonnen abgefaßt, daß er wohl allseitig anerkannt werden wird. Das„Norddeutsche Volksblatt"(Bant-Wilhelms- Häven) schreibt: Zu dem Streitfalle selbst Stellung nehmend, hätten wir lieber gesehen, wenn die Fraktion gleich nach den Wahlen ein entscheidendes Wort gesprochen hätte.... Der Zwischenfall in den Vorbereitungen zur Achtstundenbewegung wird nun jedenfalls die Entschei- dung beschleunigen, in welcher Weise der 1. Mai gefeiert werden soll, ein casus belli aber kann er niemals werden. mündete. Der Streit um den 1. Mai. I. An den in No. 12 der Berliner Volfstribüne" veröffentlichten Aufruf hat sich eine ziemlich erregte Debatte angeknüpft, die sehr bald in einer Fluth persönlicher Anzapfungen und Beschimpfungen des Abg. Schippel ausWir glauben, das ganze jetzt entfesselte Treiben am besten zu charakterisiren, wenn wir, ohne längere Zwischen bemerkungen unsererseits, alles Material aus den letzten Tagen unseren Lesern zur Verfügung stellen und sie bitten, selber zu urtheilen. stattet. Nur einige Worte zur Einführung seien uns geBekanntlich hatte die Idee eines allgemeinen Feiertages am 1. Mai überall in Deutschland gezündet. Die Arbeiterversammlungen erklärten fich für ihn, die Arbeiter blätter unterstüßten ihn durch Aufrufe und auch sonst in jeder Weise. Noch in allerletzter Zeit proklamirten Blätter, die von angesehenen Abgeordneten geleitet wurden oder ihnen nahe standen, den allgemeinen Feiertag für ganz Deutschland. Nun wurde es für Kundige mehr und mehr klar, daß dieses Vorgehen nur zu einem Fiasko führen könne, und da aus Abgeordnetenkreisen keine Vermittlungsvorschläge kamen, so erlaubten sich welch entsegliches Beginnen!- einige Berliner Genossen folgenden Vermittlungsvorschlag, damit wenigstens etwas überall geschehe: 1. Volle Feier, wo es irgend geht, d. h. wo starke Arbeiterorganisationen( wie in Berlin, Hamburg, München u. s. f.) vorhanden sind; Vormittags öffentliche VersammIungen, Nachmittags gemeinsame Ausflüge und Feste; 2., Wenigstens öffentliche Versammlungen, wo an einen allgemeinen Ruhetag nicht zu denken ist. Die im 1. und 2. Falle gefaßten Resolutionen sind unter Angabe der Zahl der Betheiligten an die Reichstagsfraktion zu senden. " in befriedigung, das sich nicht nur in engern Parteifreisen, sondern würdigkeit die sich früher in noch viel höherem Grade bereits auch in Versammlungen und in Artikeln der Fachpresse deutlich zu erkennen gab, kann durch die gestrige Erklärung nur noch gegen andere Abgeordnete unserer Partei zeigte nächster Nummer ein kleines Extra- Plauderſtündchen zu gesteigert werden. Seit Wochen und Monaten ist die Agitation für den Acht- verbringen. stundentag in vollem Flusse und die Fraftion schweigt sich aus über dieselbe, ja einzelne Abgeordnete haben dazu beigetragen, daß Die Berliner Volkszeitung" glaubt an eine unfie in ihrer Richtung zwiſchen Arbeiterfeiertag und bloßem Ber- richtige Wiedergabe des Sinnes des in voriger Nummer ſammlungsabend planlos hin und her irrlichterirt. Doch das wußten wir längst. Jetzt hören wir gar, daß die alte Fraktion erwähnten Liebknecht'schen Schreibens an Herrn Mar Schippel. niemals Stellung genommen und alles der neuen Fraktion über- Wir geben es deshalb im Wortlaut wieder. Es ist am lassen hat von der man im Januar gar nicht wissen konnte, ob sie vor dem 1. Mai überhaupt sich zusammenfinden würde; der Sonntage nach dem Berliner Aufruf geschrieben und lautet: Lieber Genosse! Plan einer Frühjahrssession stand ja noch nicht einmal nach den Wahlen fest. Dazu kommt vollends, daß der Einsender aus Es freut mich, daß die Berliner nicht auf dem allgees hätte nur zu Fraktionskreisen die Agitation für den Achtstundentag erst am meinen Feier-( Nichtarbeits-) Tag bestehen 1. Mai beginnen" lassen will und zwar nach dem Beschluß des Mighelligkeiten und einem Fiasko geführt. Aber die Feier des internationalen Arbeiterfongresses in Paris". Nun beschloß un: 1. Mai muß möglichst allgemein sein, und die zu fassenden Beferes Wissens aber dieser Kongreß: am 1. Mai 1890 in allen schlüsse aus einem Guß, wenn irgend möglich gleichlautend. Nationen aller Orten eine großartige Kundgebung zu ver- Da ich am nächsten Mittwoch in Dresden über den 1. Mai zu anstalten", um dadurch die gesetzliche Festsetzung eines achtstün- reden, und eine mit Freunden noch zu vereinbarende Resolution der digen Marimalarbeitstages zu fordern." Und bisher war Versammlung vorzulegen gedenke, so wäre es mir sehr erwünscht, es allgemein Usus, Kundgebungen vorzubereiten wie anders wenn mir von Berlin bis dahin der Entwurf einer Resolution zu aber nicht die geschickt würde. Ich würde denselben mit Bebel, Singer, Geyer sollten sie denn sonst großartig" werden können? Agitation hinterher beginnen" zu lassen. und anderen vor der Versammlung besprechen. lautet: Es ist hohe Zeit, daß Einheitlichkeit in die Agitation kommt. Mit herzlichem Gruß Dresden, 23. März 1890. Der Aufruf der Berliner Genossen trug anfangs meine Unterschrift nicht, weil ich ihm einen großen Einfluß nicht mehr zutraute. Nach Ihrer gestrigen Erklärung aus Fraktionskreisen erwarte W. Liebknecht, ich vom 1. Mai überhaupt gar nichts mehr. Mar Schippel. Marschallstraße 27. Die darauf erfolgende Duplik aus Fraktionskreisen" Wir müssen es nun unseren Lesern überlassen, zu entscheiden, ob wir in voriger Nummer mit Recht schreiben Es ist zunächst ganz gleichgültig, ob Herr Schipper durften: In einer Zuschrift an das„ Berliner Volksblatt" bezeichnete glaubt, daß durch die Erklärung aus Fraktionsfreisen vom 1. Mai " gar nichts mehr" zu erwarten sei. Ist sein Vertrauen in die Dis- ein Abgeordneter dieses Vorgehen( des Aufrufs) als verfrüht ziplin der Partei so gering, dann ist nur er zu bedauern. Wir, und forderte auf, erst die Fraktion sprechen" zu lassen, was auch die wir etwas länger die Partei kennen, leiden nicht an diesem erst acht Tage vor dem 1. Mai" geschehen könnte, da am Vertrauensmangel und bezweifeln nicht im geringsten, daß das, was 1. Mai die" Agitation" überhaupt erst beginnen" sollte. Er geschehen muß, auch geschehen wird, sollte die bezügliche Erklärung rieth, nichts zu thun, bevor nicht die Fraktion gesprochen hätte. der Fraktion auch erst 8 Tage vor dem 1. Mai erscheinen Anderer Meinung ist hinwiederum der Abg. Liebknecht, der fönnen. am Montag in einem Briefe an Herrn May Schippel um sofortige Einsendung eines Entwurfes zu einer Nesolution bat, die in allen Bersammlungen angenommen werden könne, da es hohe Zeit sei, daß Einheitlichkeit in die Agitation kommt." Herr Schippel sagt ferner: in Parteifreisen habe die passive Haltung der Fraktion gegenüber dem, was am 1. Mai zu geschehen habe, lebhafte Mißstimmung erregt. Darauf haben wir zu erwidern, daß uns von dieser Mißſtimmung nicht das geringste bekannt ist, und daß z. B. bis heute an tein Mitglied des alten Fraktionsvorstandes, der, wie auch Herrn Schippel wohl bekannt ist, noch jetzt die Geschäfte der Partei führt, auch nicht ein Brief eingegangen ist, in welchem dieser Mißstimmung Ausdruck gegeben wurde. 3. Eine Maffenpetition natürlich war diese nicht im Tone einer unterthänigsten Bittschrift gedacht schon um die Kreise herauszuziehen, denen Versammlungen( durch Verbote, Saalmangel u. s. w.) unmöglich sind. Kein Mensch sah in diesem Vermittlungsvorschlage Ebenso hinfällig ist die Schipper'sche Behauptung, die alte etwas unheimliches, fast alle Blätter die früher gegen Fraktion, die Ende Januar auseinander ging, habe nicht wissen den allgemeinen Feiertag nichts weiter vorgebracht können, daß der neugewählte Reichstag so frühzeitig einberufen hatten druckten ihn nach, und wenn anders Frau werde, um noch rechtzeitig zu der Angelegenheit des 1. Mai Stellung Fama recht berichtet, so frug sogar das„ Berliner Bolts- nehmen zu können. Auch das ist falsch und trifft obendrein den Kern der Sache blatt" vorher bei einem Dresdener Reichstagsabgeordneten nicht. Allerdings war mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, telephonisch um Auskunft an, worauf von dort die Antwort daß der Reichstag zu einer Frühjahrssession zusammen trete. Geeintraf, daß dieser Genosse aus Fraktionskreisen" nicht schah dies aber nicht, so lag gar fein Hinderniß im Wege, wiffe, was der Verbreitung des Aufrufes im Wege stehen die Fraktion zu einer besonderen Konferenz zusammen solle. Dieser Aufruf erschien denn auch im: Berliner Partei zum 1. Mai einnehmen solle, zur Entscheidung vorzulegen, zu berufen und ihr nicht allein die Frage, welche Stellung die Volksblatt"( am Sonntag), Hamburger„ Echo"," Nord- sondern auch andere Fragen, die nicht minder wichtig sind, wie deutschen Volksblatt", in der Sächsischen Arbeiterzeitung", 3. B. die über die Einberufung eines allgemeinen Parteitages für der Chemnizer Presse"," Burgstädter Zeitung", im den Herbst. Herr Schippel mag daraus ersehen, daß weit mehr( wieso?) Braunschweiger Unterhaltungsblatt" in der Thüringer an alle diese das Parteileben aufs innigste berührende Fragen geTribüne" ,,, Nordhäuser Zeitung", in der Neuen Tischler- dacht worden ist, als er glaubt annehmen zu müssen. Zeitung", im Organ der deutschen Maler, im ,, Fachge Es ist auch in engerem Kreise die Frage erörtert worden, noffen" der Glasarbeiter und wer weiß, in was für ob nicht, unbeschadet der Einberufung des Reichstages, schon nossen" der Glasarbeiter und wer weiß, in was für früher die Fraktion zu einer Konferenz zusammentreten Blättern sonst noch. Und sie alle glaubten zweifellos, ein solle, und nur die Ueberzeugung, daß die Sache so nicht dränge, gutes Werk gethan zu haben, bis am Dienstag in der veranlaßte, von diesem Plane abzusehen. Frühe das ,, Berliner Volksblatt" Folgendes ,, aus Fraktionstreisen" brachte: " " 1 " 1 " 1 " Der von Seiten einer Anzahl Berliner Genossen veröffent richte Aufruf: Was soll am 1. Mai geschehen?" legt die Frage nahe: wie stellt sich die Fraktion, als die Leiterin der Partei, zur Demonstration am 1. Mai? zu treten. treten. Ein einziger Brief, den Herr Schippel geschrieben, würde ihn über diese Punkte aufgeklärt haben. Arbeiterversammlungen zum 1. Mai. ( Aus den in den letzten Tagen eingetroffenen Arbeiterblättern.) Berlin. In der Berliner Ristenmacher- Bersammlung vom 24. März wurde auf den 1. Mai als Feiertag aufmerksam gemacht. Die Berliner Holz- und Bretterträger beschlossen, am 1. Mai Vormittags eine Versammlung und Nachmittags einen Ausflug abzuhalten. Die Damenmäntelschneider wollen den 1. Mai die Arbeit Die Feilenhauer wollen am 1. Mai feiern. Ebenso die in der Wirkwaarenbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Ebenso die Schmiede. ruhen lassen. Ebenso die Steindrucker und Lithographen, die eine Herrenparthie veranstalten wollen. Die Klempner beschlossen, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu laffen, um dadurch der Regierung zu zeigen, daß die Klempner gewillt find, in die Agitation einzutreten zur Erringung eines achtstündigen Arbeitstages. Die am Donnerstag, den 27. im Weddingpark tagende Vera ſammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis erklärte nach dem Referat des Herrn Schweißer in einer mit Einstimmigkeit gefaßten Resolution, den 1. Mai in der Art und Weise, wie der Aufruf in der„ Volfstribüne" den Genossen anempfahl, zu feiern, ferner sich ganz energisch gegen die Stellung der Fraktion in dieser Frage, und die beiden Kundgebungen im Volfsblatt" seitens der Fraktion, auszusprechen. Hamburg. " Die in Hamer's Etablissement abgehaltene öffentliche Ver sammlung der Gerber und der in der Gerberei beschäftigten Arbeiter Wandsbeks beschloß, den 1. Mai dieses Jahres zu Gunsten des Achtstunden- Arbeitstages als Feiertag zu betrachten. Im Verein zur Vertretung der gewerblichen Interessen der Frauen und Mädchen Hamburgs ersuchte Frau Blohm, wer es irgend möglich machen könne, den 1. Mai als Feiertag zu halten. 1. Mai hätten Morgens, Versammlungen stattzufinden mit der Tagesordnung: Der achtstündige Arbeitstag," Abends dürften Familienfestlichkeiten am Blake sein, um auch die Frauen für unfere Sache aufzuklären. Fest steht also, daß entgegen aller bisherigen Traditionen der Partei, Herr Schippel und ein Theil seiner Berliner Freunde einen Schritt unternahmen, der erst nach Zuratheziehung des hierbei in erster Linie in Betracht kommenden Faktors der Fraktion 70 000 Arbeiter haben hier beschlossen, am 1. Mai 1890 unternommen werden durfte. An dieser Thatsache werden alle nicht zu arbeiten. Darauf ist zu erwidern, daß die Fraktion des verflossenen Erklärungen des Herrn Schippel nichts ändern. Hiermit schließen Die öffentliche Versammlung der Schmiede von Barm bed Reichstages noch vor ihrem Auseinandergehen beschloß, diese Ange- wir unsererseits diese Polemik. und Umgegend beschloß, den 1. Mai zur Demonstration für den legenheiten der neuzuwählenden Fraktion zur Regelung zu Herr Schippel hatte auch keinerlei Luft, die aufge- achtstündigen Arbeitstag zu feiern. Ein Antrag, eine Kommiffion überlassen. Entsprechend diesem Beschluß besteht bei dem ZentralWahlkomitee der Partei die Absicht, die Sache unmittelbar nach worfene Kompetenzfrage weiter zu erörtern, ob mit Seiner zu wählen, welche beauftragt wurde, zum 1. Mai eine Rundgebung stattfinden zu lassen, wurde angenommen. Sie besteht aus den Zusammentritt des jetzt gewählten Reichstage in der ersten Majestät dem deutschen Volke nur die Ministerpräsidenten Herren Kaltenbach, Röhling, mökelmann, Kammer und Schulz. Fraktionsfigung zur Entscheidung zu bringen. Sache der Fraktion der Fraktion oder gelegentlich auch einzelne„ zu bedauernde" ist es alsdann, mit ihren Beschlüssen vor die deutsche Arbeiterschaft schlichte Minister verkehren dürfen. Die Hamburger Schiffszimmerer beschlossen, am 1. Mai Sein Interesse war zu feiern. Das Vorgehen der betreffenden Berliner Genossen greift in auch viel zu sehr durch Angriffe in Anspruch genommen, sprach den Wunsch aus, daß die Maurer Wandsbeks den 1. Mai Die öffentliche Versammlung der Maurer zu Wandsbek diesen Plan bis zu einem gewissen Grade störend ein. Man hat die mit einem Male von ganz anderer Seite kamen. als Feiertag begehen zur Demonstration für die Achtstundenes auch von jener Seite nicht einmal der Mühe werth befunden an- Ehe wir diese aber mittheilen, müssen wir- um bewegung. Dieses wurde von der Versammlung einstimmig an zufragen, ob seitens der Parteileitung die Absicht bestehe, mit einem Schritte in Bezug auf den ersten Mai vor die Oeffentlichkeit zu einigen unserer Gegner den ihnen gebührenden vollen genommen.". Heiterkeitserfolg zu verschaffen zwei Worte über die Dieses selbstständige Vorgehen eines Theiles der Berliner Entstehungsgeschichte des ganzen Aufrufs verlieren. Genoffen in einer für die ganze Partei und die gesammte deutsche Herr Schippel hatte, wie er zu seiner tiefsten Arbeiterklasse so hochwichtigen Frage hat in weiteren Parteifreisen unangenehm berührt. Es lag gewiß gar kein Grund Betrübniß eingestehen muß, weder mit der Abbor, in dieser Frage schon jest(!!) mit einem Aufruf vorzugehen, fassung des Aufrufes noch auch nur mit seiner da der Reichstag aller Wahrscheinlichkeit nach so frühzeitig einbe- Anregung- direkt oder indirekt irgend etwas zu Der Fachberein der Stuckateure Hamburgs erklärte, am rufen wird, daß die Fraktion hinlänglich Zeit hatte, sich schlüssig schaffen. Er huldigte vielmehr sosehr den ,, bisherigen zu machen und mit einem Aufruf an die deutsche Arbeiterschaft her: Traditionen der Partei", daß er trotz aller zeitweiligen borzutreten, der alsdann ein ganz anderes Gewicht hatte, als jener eines Theiles der Berliner Genossen. Außerdem ist gerade in der Bedenken immer mit den anderen Parteiblättern in dasselbe vorliegenden Frage wohlerwogenes, planmäßiges und einmüthiges Horn des allgemeinen Feier tages blies. Da trat an Vorgehen geboten. Wir können unseren Parteigenossen nur empfehlen, nicht ihn die Schlange in Gestalt eines sehr angesehenen Parteieher Schritte in dieser Angelegenheit zu thun, genossen heran und bot ihm den bewußten Aufruf zum bis die Fraktion, als die Vertreterin der Partei, ge- Abdruck an. Herr Sch. wies zunächst das Anschloß, Eine öffentliche Schneiderversammlung in Barmen be sprochen hat. Außerdem soll nach dem Beschluß des inter- finnen zurück, den Aufruf als einen offiziellen der schloß, den 1. Mai als Feiertag zu betrachten. Frankfurt a. M. Eine öffentliche Volksversammlung nahm nationalen Arbeiter- Kongresses zu Paris die Agitation für den " Die heute auf Schwager's Felsenkeller Achtstundentag in der ganzen Kulturwelt gleichzeitig erst am 1. Mai Wolfstribüne" zu bringen, erklärte später aber, daß erfolgende Resolution an: um mit dem Dresdener Abgeordneten zu reden nicht abgehaltene öffentliche Volfsversammlung erklärt sich mit den Ausbeginnen." führungen des Referenten Herrn Schmidt einverstanden und beschließt, Herr Schippel hielt hierauf wenigstens die eine Er- wisse, was der Aufnahme entgegenstände, wenn der Verben 1. Mai als Arbeiter- Feiertag zu begehen und mit allen Sträften wiederung für geboten, daß das„ Unangenehm- Berührtsein" fasser den Aufruf( wie ein Eingesandt) mit seinem Namen dafür einzutreten, daß dieser Feiertag ein allgemeiner wird. Die ganz auf Gegenseitigkeit beruhe. Er schrieb Mittwoch im decken wolle. Dieser zog es vor, eine Reihe von Unter- weitere Agitation und Organisation wird dem heutigen Tagesbureau schriften zu sammeln und da einer der Mitunterzeichner übertragen." fich ,, unangenehm berührt" fand, daß der Name Max monſtration und Betition an den Reichstag. Die Dresdener Tischler beschlossen Anschluß an die De Berlin, den 25. März 1890. Ich bin in die Entstehungsgeschichte des von mir mitunterzeich- Schippel fehle, so wurde dessen Hinzufügung kein weiterer Die Dresdener Tabafarbeiter erklärten den 1. Mai neten Aufrufs einer Anzahl Berliner Genossen nicht eingeweiht genug, Widerstand entgegengesetzt. Herr Mar Schippel steht also um mir darüber eine Meinung bilden zu können, wie weit man bei diesem entsetzlichen Vorgang in einer Reihe mit allen Die Dresdener Bäcker nach einem Referat Goldsteins. vor der Abfaffung Fühlung mit der Reichstagsfraktion gesucht hat. anderen Redaktionen: er nahm den Aufruf auf! Die Leipziger Steindrucker, Lithographen und Berufsgenossen Das find auch Dinge sehr unwesentlicher Art. erklärten den 1. Mai zum Feiertag. Bei Chemnitz fand in Markersdorf eine Volksversammlung statt, welche den 1. Mai als Arbeiter- Feiertag proflamirte. Die Chemnitzer Schneider beschlossen einstimmig, den 1. Mai Eine öffentliche Bauhandwerker versammlung in Chemni Boltsblatt": Wenn es in der heute von Ihnen wiedergegebenen Zuschrift aus Fraktionskreisen" aber heißt, daß das selbstständige Vorgehen eines Welch ungeheurer Frevel wird so tund!" Und darum Schweißer und Hasselmann, d. h. zum Feiertag. Sonst. Deutschland. genehm berührt" habe, so gilt dieselbe Thatsache in noch viel Doch mit dem unschuldsvollen Breßengel, der dieses Stich- als Feiertag zu eiffären. raftion in der Achtstundenbewegung, und dieses Gefühl der Un- wort ausgab, gedenken wir ob seiner befirickenden Liebens- proklamirte den 1. Mai als Feiertag. De cnu น 7= CI (. n 11 30 t r n t t t t In Braunschweig beschlossen die Schuhmacher endgiltig, Welch eine Rolle für Frankreich schweig in Bethmann's Hotel statt. Zum ersten Punkt wurde einstimmig beschlossen, den 1. Mai als allgemeinen Ruhetag Vorfigenden, das gegebene Versprechen auch treu zu halten, schloß derselbe die imposante, zahlreich besuchte Versammlung. In Chemnitz beschloß eine sehr gut befuchte Boltsversamm lung nach einem Referat des Herrn Emil Riemann, soweit wie möglich, den 1. Mai als Feiertag zu begehen. Die Versammlung, welche unter Leitung der Herren Taubert, Fricke und Kempf stand, wurde mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Dresden. Mittwoch, den 26. März fand eine öffentliche Versammlung der Steinmeßen statt; dieselbe war von fast sämmt lichen in Dresden und Umgegend beschäftigten Steinmegen besucht. Es wurde daselbst beschlossen, gegen 1 Stimme, vom 1. Mai an die achtstündige Arbeitszeit einzuführen und den 1. Mai als Feiertag zu begehen. Desterreich. " und welche Revanche thums ging allerdings verloren, dafür wurden aber die den 1. Mai als einen allgemeinen Feiertag zu bezeichnen und für seine militärischen Niederlagen wenn es angesichts Sprößlinge der Bourgeoisie in die Folterkammern rein an diesem Tage jegliche Arbeit ruhen zu lassen. Die Schuhmacher Braunschweigs erwarten in diesem Punkte ein vollständiges ein- feines gekrönten Siegers und seiner Manöver als Vor- schematischer, den Geist verödender sprachlicher Uebungen müthiges Vorgehen der gesammten Arbeiterschaft, um auf fämpfer nicht nur der französischen Arbeiter, sondern auch gesperrt. diese Weise der herrschenden Klasse die gerechte Forderung der der deutschen Arbeiter, der Arbeiter aller Länder auf- Die Grammatik war nicht mehr die Brücke, auf der Verkürzung der Arbeitszeit vorzudemonstriren." Eine allgemeine Schneider- Versammlung fand in Braun- getreten wäre. Und was wäre leichter gewesen als dies? man, wie in früheren Jahrhunderten, in das Zeitalter der In Paris haben sich vergangenes Jahr die Delegirten Griechen und Römer wanderte, sondern sie wurde Endzweck der Arbeiterorganisationen und der sozialistischen Parteien des Unterrichtes, und die Schriftwerke der Alten gelten zu betrachten. Es wurden drei Mann gewählt, welche die Vor der alten und neuen Welt die deutsche Sozialdemokratie unseren modernen Schulpaschas nur als Dokumente für arbeiten zu diesem Tage treffen sollten. Die Stettiner Reepschläger beschlossen, den 1. Mai als inbegriffen auf einem Kongreß zusammengefunden. Und die Richtigkeit ihrer sprachlichen Regeln. von den Proletariern selbst sind auf ihm die Grundzüge Da die sprachlichen Uebungen den größten Theil der Feiertag anzusehen. In einer öffentlichen Versammlung der Metallarbeiter einer Arbeiterschußgefeßgebung entworfen worden. Man Arbeitszeit in Anspruch nahmen, wanderten die neuen DisHalle's c. S. wurde eine Resolution einstimmig angenommen, den hätte nur diese Hefte"( cahiers) des vierten Standes der ziplinen, die man einschaltete, nur in sehr fragmentarischer 1. Mai als Feiertag zu begehen und in allen Branchenorganisationen ganzen Welt aufzunehmen, sie zu den unsrigen machen zu und geistloser Form in die Lateinschulen ein. Der Geist dafür zr agitiren. Nach einem kräftigen Mahnwort von seiten des brauchen, indem man sie als Mandat den französischen der Scholastik, welcher in den sprachlichen Uebungen Bevollmächtigten übergab. Hier ist, was wir wollen, es souverän herrschte, beseelte auch die neu hinzugekommenen ist das, was die Arbeiterklasse von Europa und Amerika naturwissenschaftlichen Führer und gab ihnen alles will, was eure deutsche Arbeiterklasse will." eher als ein modernes Ansehen. Mit diesem Flickwerk Ich wiederhole, was ich gesagt: unter folchen Ver- machten die Lateinschulen entschieden einen Schritt zum hältnissen würden sich vor dem Hotel unseres Gesandten Schlechteren; sie leisteten auf feinem Gebiete etwas Abin Berlin mehr als hunderttausend Männer drängen gerundetes, brachten vielmehr in jedem Fache nichts weiter die hundertsiebenundzwanzigtausend sozialistischen Wähler als elende Stümperei hervor. und sie alle würden den Ruf anstimmen:„ Es lebe Um ein neues Bildungsprinzip an Stelle des alten zu sezen, dazu hatte die Bourgeoisie nicht die genügende Frankreich." Aber wenn man zur Konferenz geht, um daselbst die theoretische Muße. Sie ist mit kaufmännischen Spekulaanti- interventionistischen Theorien des Herrn Yves Guyot tionen, industriellen Unternehmungen und sozial- politischen zu vertreten, um all die reaktionären Efeleien unserer Kämpfen so sehr beschäftigt, daß sie froh ist, wenn sie von Sämmtliche Arbeiter der Münzberg'schen Fabrik Eleonoren- orthodoren Nationalökonomen über die" Freiheit der Ar- Seiten ihrer Schule in Ruhe gelassen wird. Zu einem höhe bei Bensen haben beschlossen, den 1. Mai als Arbeiter- beit", d. h. die Freiheit der Ausbeutung der Arbeit wieder- Flickwerk mußte man sich schon entschließen; dazu zwang zukauen, so wird man ebenfalls nur für den Kaiser arbeiten, das eigene Klasseninteresse, eben grundsäßliche Aendedem es, so wenig er auch thatsächlich zu gunsten der Ar- rungen zu treffen, dazu reichte weder die Zeit noch die beiter interveniren will, nicht schwer halten wird, sich auf Fähigkeit der herrschenden Klasse aus. Man begnügte sich mit einem Kompromiß und schwang sich im nothwendigsten unsere Kosten als Vorsehung der Arbeiter aufzuspielen. Nun ist es leider nicht zu bezweifeln, daß eine solche Falle dazu auf, die Theilung der Arbeit auch in die Haltung diejenige unserer Regierenden sein wird. Sie Schule einzuführen und den Gymnasien, Realschulen an Dörfel. Sämmtliche Arbeiter der Firma Franz Liebieg haben beschlossen, den 1. Mai 1890 als Arbeiter- Feiertag zu begehen. werden abermals das Nationalintereſſe dem kapitaliſtiſchen die Seite zu seßen, ohne letzteren jedoch die Privilegien Eichicht. Die Arbeiter der Hand- und mech. Weberei des Interreffe, oder dem, was die Kapitalistenklasse für ihr der ersteren ganz zu Theil werden zu lassen. Herrn Anton Wondrat Sohn haben beschlossen, den 1. Mai nicht ihr Interesse hält, opfern. Sie werden nur das Wort Die Bourgeoisie erreichte durch diesen Kompromiß Sämmtliche Arbeiter der Firma Letscher u. Löwh in Neu- ergreifen gegen die von der Welt der Arbeit verlangten baffelbe, was sie im politischen Leben mit demſelben Mittel, wald bei Gablong haben sich entschlossen, den 1. Mai als Arbeiter- und erwarteten Reformen, sie werden dieselben bekämpfen wie überhaupt mit dem ganzen Konstitutionalismus stets und begraben. Sie werden mit Nein antworten auf die erreicht hat beide Theile sind mit dem Gegebenen un Feiertag zu halten. In Graz beschlossen am Sonntag 4000, in Preßburg Forderung einer gefeßlichen Beschränkung des Arbeitstages, zufrieden und sehen einander mit scheelen Blicken an. 1400 Arbeiter am 1. Mai zu feiern. mit Nein auf die Verpflichtung einer ununterbrochenen Je größere Anforderungen die stark bewegte Gegen36stündigen Ruhepause per Woche, mit Nein auf alles. wart an den Einzelnen stellte, um so drastischer offenbarte Und sie würden dadurch das von unserer Bourgeofie seit sich die Unfähigkeit dieser" höheren" Schule, in um jo einem halben Jahrhundert begonnene verbrecherische Werk weitere Kreise drang die Unzufriedenheit mit den Leistungen vervollständigen, den Ruin des französischen Vaterlandes. derselben. Auf das militärische Sedan von 1870-71, auf das So kam es, daß in den wissenschaftlich gebildeten industriell- kommerzielle Sedan der letzten Jahre wird das Theilen des Bürgerthums, welche ihr ideales Denken und moratische oder soziale, Sedan folgen: ein Frankreich, das Fühlen von der leidigen Erwerbssucht noch nicht ganz abdankt, den Vormarsch oder die Revolution zu leiten. haben aufzehren lassen, in letzter Zeit eine Bewegung behufs Reform der höheren Schulen im Sinne des modernen Lebens entstand. Diese Reformbewegung trat aber unter einem schlechten Zeichen ins Leben; ihr fehlt das, was eine Bewegung lebenskräftig und zukunftsbedeutend macht einheitliche Grundsäße und einheitFeiertag zu halten. Reichenberg. Die vereinigten Drucker und Formstecher von hier haben sich erklärt, den 1. Mai als Feiertag zu halten. Sämmtliche Arbeiter der Firma Joſof Nohn( Spinnerei) beschloffen, den 1. Mai als Arbeiter- Feiertag zu halten. Sämmt liche Arbeiter der Firma Schmidt u. Stöhr( Stückfärberei) haben beschlossen, den 1. Mai als Arbeiter- Feiertag zu halten. zu arbeiten. Schweiz. Der Arbeiterbund Basel hat beschlossen, am 1. Mai eine Kund gehung sämmtlicher Arbeitervereine und Anhänger dieser Frage zu gunsten des achtstündigen Arbeitstages zu arrangiren. Es soll ein Zug durch die Stadt mit Fahnen, Musik 2c. stattfinden, auf die Schützenmatte, wo Redakteur Wullsch äger die Festrede halten wird. Die Ansicht Jules Guesde's über die Berliner Konferenz.') Was sie auch beschließen mag- und sie wird höchst wahrscheinlich nichts beschließen, was etwas Werth hätte Die Schulreformbestrebungen des Bürgerthums. I. so ist doch die behuss eines internationalen Schußes der Arbeit einberufene Konferenz an und für sich schon ein v- n. Wir leben in einem Zeitalter der Reformbe- liche Ziele. Resultat, und sogar ein sehr bedeuten des Resultat. strebungen. Auf allen Gebieten des politischen, gesellschaft- Wofern diese Grundsäße darauf Anspruch machen, als Welch glänzenderer Beweis für die Macht des Sozialis- lichen und wissenschaftlichen Lebens sehen wir fieberhafte Basis für eine den modernen Bedürfnissen und Joeen anmus, als daß sich der siegreichste aller Kaiser in die Noth- Bemühungen, an die überkommenen Formen die verbessernde gepaßte Schule zu gelten, können sie nur aus der klaren, wendigkeit versetzt fah, den von dem internationalen Kon Hand zu legen. Die alten sozial politischen Autoritäten wissenschaftlichen Erkenntniß unseres Gesell greß zu Paris vorgezeichneten Weg zu beschreiten und und Thatsachen genügen der vorwärtsstrebenden Menschheit schaftskörpers selbst herauswachsen. Und gerade daran hinter den von ihm seit Jahren geheßten Bebel und Lieb- nicht mehr, die Religionen haben an ihrem die Menschheit fehlt es in unserer bürgerlichen Maffe. Soweit ihre Ge-, knecht dreinzuhinken. Daß Kaiser Wilhelm von Deutsch- und den Menschen beherrschenden Zauber verloren, die bankenwelt sich überhaupt mit dem, was man Gesellschaftsland gezwungen war, auf die Tagesordnung des regierenden gesellschaftlichen Heucheleien und konventionellen Lügen fangen zustand nennt, befaßt, kommt sie selbst in ihren IntelliEuropa die Arbeiterforderungen zu setzen, deren Bismarck an, als solche erfannt und läftig zu werden. Allgemeine genzen über die trivialsten Allgemeinheiten, wie Industriemittelst Staatsstreichen, Belagerungszustand, Gefängniß und unzufriedenheit nicht nur in den beherrschten, sondern auch zeitalter, naturwissenschaftliches Zeitalter u. s. w, nicht Ausweisung Herr zu werden glaubte, das ist eine wahre in den herrschenden Klassen ist die Signatur unseres hinaus. Kann es da Wunder nehmen, wenn die bürgerliche Revolution. Die Zeitalters. " 1 Was auch noch geschehen mag, die damit offiziell Aber der Thätigkeitsdrang erstirbt nicht in der Mensch- Schulreformbewegung die größten Differenzen und Eingestellte soziale Frage kann nun nicht mehr vertagt werden. heit. Der skeptische Geist der Negation erzeugt aus sich feitigkeiten zu Tage fördert? Der eine Theil dieser foEs ist die Geschichte jener thörichten Leute des Mittelalters, heraus das ideale Streben nach positiven Verbesserungen. genannten Reformatoren will Alles in der Schule beim welche den Teufel, nachdem sie ihn erst beschworen hatten, In unserer von Reformversuchen erfüllten Atmosphäre Alten lassen und kämpft nur für Gleichberechtigung nicht wieder loswerden konnten und schließlich von ihm kann auch die Schule der Bourgeoisie ihren aus dem der Realschulen mit den Gymnasien hinsichtlich der fortgetragen wurden. Die alte Gesellschaft, welche unfähig mittelalter ererbten Charakter nicht in der idyllischen Zulassung zum akademischen Studium. Der andere Theil, ift, die durch die kaiserlichen Erlaffe in den Werkstätten Ruhe früherer Jahrhunderte bewahren. Gerade an den der" radikalere", wünscht eine Einheitsschule mit vollerweckten Hoffnungen zu befriedigen, mag nachgeben oder höheren Schulen" waren die großen Umwälzungen der ständiger Beseitigung der alten Sprachen und Einwiderstehen, es wird nicht lange dauern und sie bricht unter letzten Jahrhunderte vorübergegangen, ohne bedeutungs- führung der naturwissenschaftlichen Fächer als Hauptden Bemühungen des von ihr in Bewegung gefeßten Prole- vollere Spuren zu hinterlassen. Während die ganze bürger- lehrgegenstände. Zwischen diesen beiden Reformparteien tariats zusammen.. Es ist der Anfang des Endes. liche Gesellschaft dem Umwandlungsprozesse aus dem bewegt sich noch eine ganze Reihe von Duodezbestrebungen, Sollte Frankreich zu der Konferenz gehen? Feudalismus zum Kapitalismus unterlag, während der welche den Hebel der Reform bald an diesen, bald an Gewiß, es mußte gehen. Und wenn man sich über mittelalterliche Katholizismus den neuen Bedürfnissen der jenen Unterrichtszweig angefeßt wissen wollen. etwas wundern kann, so ist es, daß es Leute giebt, welche kapitalistischen Gesellschaft angepaßt wurde, während die Alle diese Schulreformbewegungen kranken an dem unter dem Vorwand der nationalen Würde das theoretischen und praktischen Naturwissenschaften eine Um einen Fehler, daß sie die Gegenwart, der sie die Schule Fernhalten predigen. Wie! Die nationale Würde hat uns wälzung sonder Gleichen erfuhren, während selbst die Volks- anpassen wollen, in ganz falscher Beleuchtung sehen, weil doch nicht verhindert, 1878 nach Berlin zu gehen, um uns schule unter dem ehernen Zwangsgebot der neuen Ver- fie dieselbe losgelöst von der Vergangenheit betrachten. bei der Regelung der uns nicht einen Pfifferling inter- hältnisse wenigstens zum Prinzip des allgemeinen Schul- Es ist dies eine Errungenschaft der liberalen Geschichtseffirenden Balkanfrage belämmern" zu lassen. zwanges gelangte, ist die Bourgeoisie an ihren eigenen schreibung, welche in der Geschichte der Vergangenheit nur Nationalwürde verhindert nicht, daß wir jeden Tag nach Schulen ohne jede grundsätzliche Reform vorübergegangen, einen einzigen großen Irrthum, in dem Mittelalter nur Berlin gehen, sobald es sich um Abschluß von postalen, und wo sie hier und dort mittelalterlichen Wuft wegschnitt, eine einzige Nacht sieht und die Entstehung der Vernunft literarischen, telegraphischen und andren Konventionen hat fie die Ungeschicklichkeit begangen, zu verschlechtern, an- und das Anbrechen des Morgenrothes in der Weltgeschichte handelt. Und sie sollte uns zwingen, daheim zu bleiben, statt zu verbessern. erst in die Zeit der Reformation verlegt. Gegen den wenn dort über das Schicksal der Arbeiter, über das wichIn früheren Jahrhunderten und noch am Anfang des mittelalterlichen Katholizismus hat sich das Bürgertigste Problem des Jahrhunderts debattırt wird? unsrigen wurde in den Lateinschulen das einheitliche thum in eine wahre Berserkerwuth hineinphantasirt. Die Nicht nach Berlin zu gehen, das bedeutete für die Prinzip durchgeführt, den Schülern eine dem Stande der Jahrhundert langen Kämpfe des Bürgerthums mit dem französische Republik das Spiel des deutschen Reiches Wissenschaften entsprechende sprachliche und historische Feudalismus haben in ersterem eine solche Erbitterung ermachen, welches infolge unserer Weigerung überzeugt Kenntniß des Alterthums in des Wortes schönster und zeugt, daß es für alles und jedes, was mit dem Mittelwäre, daß es allein die Sache der Arbeiter in die tiefster Bedeutung beizubringen. In der zweiten Hälfte alter zusammenhängt und was in der Gegenwart hängt Hand genommen hat. Es hieße den Hohenzollern unseres Jahrhunderts wurde das einheitliche Prinzip nicht direkt oder indirekt mit der mittelalterlichen Verdie Arbeiter der ganzen Welt zuführen. durchbrochen und die aus den Schrift- und Kunstwerken gangenheit zusammen?- vas objektive Verständniß verAber wenn die Franzosen nach Berlin gehen müffen, selbst zu gewinnende historische Kenntniß des Alterthums loren hat. so müssen sie aus den nämlichen Gründen als Reformatoren, zurückgedrängt, um Raum zu gewinnen für Disziplinen, Seine ganze Zärtlichkeit und Liebe konzentrirt es da= als Vertreter der Rechte und Intereffen der Arbeiter gehen. beren Kenntniß der moderne Zeitgeist erheischte. gegen auf die Neuzeit. Diese betrachtet das Bürgerthum Aber der traditionelle Geist dieser Bildungsanstalten in eitler Klassenverblendung als sein eigenes Werk, und Theil durch die Ereignisse überholt iſt, theils manches falsch auffaßt ließ sich nicht so leicht ändern. Der Spiritus des Alter- mit je größerer Bewunderung es sich in das gigantisch1) Wir bringen diese Rundgebung Guesde's, obwohl fie_zum komplizirte Produktionsgetriebe der Gegenwart versenkt, Die Arbeiterklaffe hat in der That die Pflicht, den sollten. Nachdem bereits viele Zechenbesizer ihren Arbeitern um so mehr verliert es die Uebersicht über das Ganze der Schulreformbestrebungen der Bourgeoisie mit größerer Theil die verlangten Zugeständnisse gemacht hatten, blieb den Gesellschaftsentwicklung, mit um so größerer Bornirtheit nahme gegenüber zu stehen, als es auf den ersten Blick noch Widerstrebenden nichts übrig, als dasselbe zu thun. die Obgleich der Streit kein allgemeiner war und Gleichgültigkeit betrachtet es die vergangenen Epochen. erforderlich scheinen könnte. Mancher Arbeiter mag vielDiese Gleichgültigkeit macht es verständlich, daß gerade so leicht denken, was kümmern mich die Reformbestrebungen Kohlengruben von Durham, Northumberland, dem westviele in den Naturwissenschaften, der ureigensten Wissen- der Bourgeoisie für ihre eigenen Schulen; wir sind ja doch lichen England und Südwales wurden von demselben nicht schaft der Neuzeit, hervorragende Männer als die energischsten durch unsere sozialen Verhältnisse von ihnen ausgeschlossen. berührt hat sich der Mangel an Kohlen doch in FaGegner jedes obligatorischen Schulunterrichtes in den alten Aber gemach, die Arbeiterklasse kämpft um Emanzipation, briken und im Haushalte von Privatleuten empfindlich be= Sprachen auftreten. fie ringt an das Tageslicht empor, um an allen Errungen- merkbar gemacht. Es herrscht deshalb auch fast allgemein Wer für die Vergangenheit nur ein mangelhaftes schaften der Kultur und Bildung vollberechtigten Antheil außerordentliche Befriedigung über die Beendigung des Verständniß hat, dem spiegelt sich auch die Gegenwart in zu nehmen, deren in der Gegenwart die Bourgeoisie allein Streifs. unflarem Bilde wieder. Denn nur die Vergangenheit ist sich erfreut. Wie diese Errungenschaften in die Ideen- und der Schlüssel für das Verständniß der Gegenwart. Und Gefühlswelt der Jugend verpflanzt werden sollen, ist für so entbehrt auch das Bürgerthum, obwohl es gerade in die kämpfense Arbeiterklasse von mindestens ebenso großer der Epoche des Kapitalismus seine gigantischsten Werke Bedeutung, wie für die genießende Bourgeoisie. aufgeführt hat, jeder tieferen Einsicht in das Wesen der Neuzeit. Durch die bewußte technologische Anwendung der Naturwissenschaften hat das Bürgerthum seine Klassenmacht ins Ungeheure gesteigert; mit glühendem Dank schaut es daher zu den Naturwissenschaften empor und sieht in ihnen die Wissenschaft aller Wissenschaften, wie die Menschheit des Mittelalters in der Theologie die höchste Wissenschaft verehrte. In dem Produktionsprozeß der Gegenwart sieht das Bürgerthum nicht die aus ihm sich entwickelnde gesellschaftliche Umwälzung, sondern nur das Füllhorn seines Klassenreichthums. Daher die einseitige, d. H. falsche Auffassung der gesellschaftlichen Vorgänge, daher der allgemeine Glaube, daß die Naturwissenschaften in der Schule der Zukunft zur Hauptwissenschaft erhoben werden muß. Recht despektirliche Aeußerungen über kaiserliche Erlaffe erlaubte fich jüngst die Kreuzztg.", indem sie schrieb: Seit dem Regierungsantritt des jungen Kaisers wimmelt es in der abendländischen Preise von Nachrichten, welche geeignet sind, die Meinungen und Urtheile über Vorgänge und mögliche Ereignisse in dem Riesenreiche zu verwirren und irre zu führen. Nur in gewissen Kapitalisten freisen scheint man sich über den Sieg der Arbeiter zu beunruhigen. So meint die„ Times", daß für diejenigen, welche in die Zukunft blicken, die Aussichten alarmirend seien; vor zwanzig, ja selbst noch vor zehn Jahren wäre es nicht mög= lich gewesen, 300 000 Arbeiter so zu lenken, daß fie in einem bestimmten Augenblick die Arbeit niederlegen und sie in einem anderen wieder aufnehmen. Sozialistische Agitatoren 2c. aus allen Orten hinauszuprügeln, schlägt das konservative sächsische„ Vaterland" vor humaner" Weise aber erst, wenn sie der höflichen Aufforderung, ben Ort zu verlassen, nicht Folge leisten. Welches Halloh würdeu die Ordnungs- Prügelhelden erheben, wenn wir den gleichen Vorschlag den Kartellbrüdern gegenüber empfehlen wollten. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Schäftebranche Eine Klarstellung der Lage dürfte daher am Plage sein. Was die neuesten Kaiserlichen Erlasse betrifft, Berlins stehen in einer Lohnbewegung. Die Forderungen sind: so ist allerdings aus denselben ein Zug reformatorischen Einführung der neunstündigen Arbeitszeit, Abschaffung der Ueber= Strebens in der neuen Regierung zu erkennen; indessen die stunden und der Sonntagsarbeit, Festsetzung eines Minimallohns papiernen Erlasse des Sohnes des Himmels" vermögen erfahrungsgemäß auf die Dauer nicht viel von 18 Mark pro Woche, für Arbeiter sowohl wie für Arbeiterinnen. auszurichten bei den tiefgewurzelten Einrichtungen und Bis jetzt haben dieselben schon ganz erfreuliche Erfolge erzielt. Die Gepflogenheiten in dem Reiche." Mehrzahl der Unternehmer hat die im Vergleich zu den wirthschaftDon Wie die Bourgeoisie auf gesellschaftlichem Gebiete Zur Beruhigung der Leser wollen wir gleich hinzu- lichen Verhältnissen sehr minimalen Forderungen bereits bewilligt, nicht im Stande ist, eine Demokratisirung durchzuführen, fügen, daß die„ Kreuzztg." hier vom Kaiser nur ein kleiner Theil hat entweder nichts oder nur theilweise beso auch nicht auf dem Gebiete der Wissenschaft. Der China spricht. willigt( entweder die Arbeitszeit verkürzt oder Lohnzulage gewährt). herrschenden Klasse entspricht eine herrschende Wissenschaft, Erfreulicher Weise sind gerade die Arbeiterinnen ganz bed. i. diejenige Wissenschaft, welche im Dienste der Klassen: geistert für die Verkürzung der Arbeitszeit eingetreten, dieselbe bevortheile am besten verwerthet werden kann, für den Feudatrug bis jetzt meistens 10% bis 11 Stunden und darüber. Das Politisches, Gewerkschaftliches. * * * " -verhängt. Der Streik der Firma Siemens& Co. dauert unver= ändert fort. Alle widersprechenden Gerüchte sind falsch. Zuzug fernzuhalten von Schlossern, Drehern, Gießern, Formern, Kernmachern, Klempnern, Modelltischlern, Packern und sämmtlichen Hülfsarbeitern. lismus die Theologie, für den Kapitalismus die Natur- Neues Arbeiterorgan. In Lemberg( Galizien) erscheint gemeinsame Handeln, die Entwickelung des Solidaritätsgefühls ist wissenschaften. Eine Demokratisirung aller Wissenschaften feit dem 1. März ein neues Arbeiterorgan Robotnik" Der hier wohl der lebhaften und vielfach sehr mühevollen Agitation in tann erst diejenige Gesellschaftsform durchführen, welche Arbeiter. Die Redaktion bittet die deutschen Arbeiterblätter um Uebersendung von Tauschexemplaren und überhaupt um moralische fener Branche zuzuschreiben. Ueber diejenigen Werkstätten, in jede Klassenherrschaft aufhebt; erst dann dürfte es möglich Unterstützung. Die Adresse ist: Julian Obirek, Akademische Gasse 8, welchen die Forderungen nicht bewilligt sind, ist die Sperre fein, alle Elemente des menschlichen Wissens zu einem Lemberg( Galizien). einheitlichen Ganzen zu vereinigen und Menschen mit einem das ganze gesellschaftliche Leben mit gleichem Den ,, Gotteskämpfer und Volksfreund Stöcker" beVerständniß und gleichem Interesse umfassenden Geiste grüßt ein christlich- sozialer Sänger bei seinem Wiedereintritt in die sozialpolitische Arena" mit einem langen, athemberaubenden Gedicht, heranzubilden. das mit den Worten anhebt: Dem Königstreuen, Von Weltfurcht Freien, Dem muth'gen Zeugen, Der nicht kann schweigen Wo Steine schreien, Ob ihn bedräuen Der Bösen Notten, Die Gottes spotten. Ihm sei zur Stunde, Mit lautem Munde, Aus voller Macht Ein Hoch gebracht! Dem Gottesstreiter Und Wegbereiter, Dem Christusjünger Und Satanszwinger, Dem Wahrheitsfämpfer Und Lasterdämpfer, Dem Armenfreunde Und Wucherfeinde, Dem scharf Bekriegten, Doch nicht Besiegten, Dem viel Berhezten, Doch Unverletzten, Aber die Bourgeoisie, ohne jeden historischen Sinn für das Gewordene, und den gegenwärtigen Gesellschaftszustand nur von dem einseitigen Standpunkt betrachtend, wie ihn die oberflächliche, sich in Allgemeinheiten er= schöpfende Kenntniß des sozialen Lebens zu erzeugen pflegt, ist außer Stande, eine der gegenwärtigen Kultur entfprechende Reform der Schule durchzuführen. Selbst die radikalen bürgerlichen Vertreter einer Schulreform scheitern daran, daß sie die Schule im Sinne einer Gesellschaft reformiren wollen, die sie selbst nur von einem einseitigen und insofern falschen Standpunkte zu betrachten gewohnt find. Da aber gerade diese radikaleren Reformbestrebungen Das allgemeine Wahlrecht wird auch in Spanien auch in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung vielfach Anklang gefunden haben, werden wir uns genöthigt sehen, eingeführt, troß der Warnungsrufe der Konservativen, die uns mit ihnen ausführlicher zu befassen und sie unter das darin eine Bedrohung der Monarchie sehen. Sezirmesser unserer Kritik zu nehmen. Denn diese Beftrebungen find auch die einzigen, denen man den Namen * * * * * * Der Massenstreit der englischen Kohlengruben= Die Möbelpolirer von Berlin und Umgegen befinden sich im Streit. Sendungen und Briefe sind schnellstens zu richten an: W. Lindener, Blumenstr. 38, bei Hente, im Streifbureau. Die Mainzer Metallarbeiter sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Zuzug ist streng fernzuhalten. Alle Sendungen richte man an Jean Jakobi, Mainz, Martinstr. 25. Die Dresdener Steindrucker, Lithographen und Lichtdrucker sind in eine Lohnbewegung eingetreten und bitten Zuzug fernzuhalten. Briefe und Sendungen an die Adresse " Senefelder" Rest. Hauswald, Dresden, Morizallee. Um Adressen von Vertrauensleuten wird gebeten. Die Maurer Berlins warnen dringend vor Zuzug. Arbeiter und Parteigenossen! Tretet unermüdlich für die Weiterverbreitung eurer ,, Reformbestrebungen" geben kann, da sie wenigstens eine arbeiter hat fürzlich nach viertägiger Dauer mit einem Siege Presse und Literatur ein. Sie sind für uns die besten grundsägliche Aenderung des Schulplanes erstreben. Alle derselben geendet, nachdem in der von den Zechenbefißern und schneidigsten Waffen! anderen Schulbestrebungen lassen die Grundlagen des und Arbeitern beschickten Konferenz ersteren das Zugeständniß Lehrplanes unangetastet und streben nur nach einer Fort- gemacht worden ist, daß die zweite Lohnerhöhung von Briefkasten. fegung des alten Flickwerkes. Sie ausführlicher in einer 5 pбt. erst Anfang August eintreten soll. Die Fortsetzung der Artikel über die franzö Arbeit zu besprechen, welche sich mit den Schulreform= Ursprünglich hatten die Arbeiter 10 pCt. verlangt, fischen Delegirten in Berlin und über das neue bürgerbestrebungen der Bourgeoisie kritisch befaßt, glaubt der dann aber die Forderung dahin geändert, daß 5 pCt. so- Gesetzbuch mußten wir leider bis zur nächsten Nummer Verfasser sich deshalb überhoben. fort und weitere 5 pCt. am 1. Juli bewilligt werden zurückstellen. Berliner Arbeiterbibliothek. I. Serie. Herausgegeben von Max Schippel- Berlin. Eine Sammlung allgemein verständlicher Agitationsschriften in bester Ausstattung und zu niedrigstem Preise, die wir allen Lefern der ,, Volks- Tribüne", sowie allen Mitgliedern von Arbeitervereinen aller Art bestens empfehlen. Heft 1. Ein sozialistischer Roman. Nach dem Amerikanischen. Von Edward Bellamy. 32 Seiten. Preis 15 Pfg. Seft 2. Die Gewerkschaften, ihr Nugen und ihre Bedeutung für die Arbeiterbewegung. Von May Schippel- Berlin. 32 Seiten. Preis 15 Pfg. Heft 3. Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. Von Clara ZetkinParis. 40 Seiten. Preis 20 Pfg. Heft 4. Die franzöfifche Arbeiter bewegung seit der Pariser Kommune. Von Ossip 3etkin Paris.+ 48 Seiten. Preis 20 Pfg. Heft 5. Charakterköpfe aus der franzöfifchen Arbeiterbewegung. Von Ossip ZetkinParis t. 48 Seiten. Preis 20 Bfg. Beft 6. Die Haus: Industrie in Deutschland. Von Paul Kampffmeyer- Genf. 32 Seiten. Preis 15Pfg. Heft 7. Innker und Bauer. Von Paul Kampffmeyer- Genf. 32 Seiten. Preis 15 Pfg. Seft 8. Die wirthschaftlichen Umwälzungen unserer Zeit und die Entwicklung der Sozialdemokratie. Von Mar Schippel- Berlin. 32 Seiten. Preis 15 Bfg. Seft 9. Die Marg'sche Werththeorie. Zur Einführung in das Studium von Mary. Bon Paul Fischer- London. 52 Seiten. Preis 20 Pfg. Heft 10. Die Sozialdemokratie und der Deutsche Reichstag. Materialien zum Gebrauch für sozialdemokratische Reichstagswähler. 36 Seiten. Preis 15 PfgHeft 11. Die foziale Frage auf dem Lande. Von Paul Kamffmeyer Genf u. 40 Seiten. Preis 20 Pfg. Seft 12. Die internationale Arbeitsschutzgesetzgebung. 32 Seiten. Preis 15 Pf. * * * Von Paul Ernst- Berlin. Zu beziehen durch die bekannten Kolporteure und die Expedition der ,, Berliner Volks- Tribüne", Berlin S.0., Oranienstr. 23. Jedes Heft ist einzeln käuflich. Wiederverkäufer, sowie Arbeitervereine erhalten hohen Rabatt. Fachverein der Lederarbeiter. Große öffentl. Versammlung jämmtl. Lederarbeiter, insbej. für Hausarbeiter am Mittwoch, den 9. April, Abends 9 Uhr, Etablissement Buggenhagen, ( Morikplay.) Tages Drdnung: = Wie verhalten sich die Hausarbeiter zur diesjährigen Lohnbewegung? Referent Herr Schuhmachermstr. Meßner. Sämmtliche Haus- und Werkstubenarbeiter werden ersucht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Herren Fabrikanten sind hierzu eingeladen. 0000000000000000000 DOG Nachdruck verboten. Marke Control Gesetzlich Arbeiter deutscher geschütz Hurmacher 000000 Ausgegeben von der Arbeiter Control Commission Bin Berlin Jean Holze Markenfabrik Hamburg. Solidarität! Arbeiter! Nur Hüte, welche nebenstehende Marke unter dem Schweißleder, tragen, bieten Garantie, daß ben Berfertigern gerechter Lohn wurde! Kauft nur Hüte mit diefer Marke! s Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Druck und Verlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 23. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. № 14. Existenzen. Bon John Henry Mackay. Sonnabend, den 5. April 1890. IV. Jahrgang. " [ Nachdruck verboten.] viel erlebt haben, um gegen Vieles einen solchen Haß ein- läufe vor meinem Blicke zerfielen.- Nie hatte mein Leben bis dahin einen großen Schmerz, nie eine große Freude gesogen zu haben. Ich habe niemals Jdeale gehabt jene nebelhaften Bilder einer ungefunden Phantasie, welche gehabt. Nie hatte ich Jemand geliebt. Mein Onkel hätte nie mit den Erfordernissen des Lebens übereinstimmen. mich verlacht, wenn ich ihm mit dergleichen hätte kommen " Ich habe meine Eltern beide nicht mehr gekannt. Ueberall zeigte er mir unter dem schönen Schein die nackte wollen. Sein Leben reichte weit über alles Persönliche Bis zu meinem dreizehnten Jahre etwa lag meine Er Wirklichkeit in ihrer Rohheit und ihrem Elend, und hinaus, und dasselbe Denken erwartete er von mir. Nicht ziehung in den Händen einer älteren Dame, einer ent- meisterlich verstand er es, die innere Unwahrheit einer einmal edel genug war ich, um Zorn zu fühlen über meine fernten Verwandten meines Vaters. Wohin sollte ich auch Sache mit einem scharfen Worte zu treffen und zu rer- eigene Schwäche. Nur ein erbitterter Schmerz zuweilen sonst? Weitere Verwandte hatte ich nicht. Es lebte zwar nichten. Ich war damals wohl siebzehn Jahre alt, als und dann wieder die Verachtung die Verachtung noch ein Bruder meiner Mutter in irgend einem Winkel jene unvergeßlichen Abendstunden für mich begannen, in Er schwieg. Ich hatte ihm fast athemlos zugehört. Norddeutschlands, aber völlig von allem Leben zurückge- denen er mit mir sprach, wie mit einem reifen Manne, Seine Gedanken weilten in der Ferne, und er schien ganz zogen. Er war nach dem, was ich zuweilen von ihm immer an mein innerstes, gesundes Gefühl appellirend, vergessen zu haben, daß er sich selbst unterbrochen hatte hörte, eine bestgehaßte Persönlichkeit. Als ich in die Jahre immer an meinen noch durch keinen Wust angelernten und ich auf das Ende seiner Erzählung wartete. kam, wo ich mich zu wehren lernte, und mich nicht mehr Wissenskrams getrübten Geist. So ging mein Blick schon Ich mußte ihn daran erinnern. ganz so oft und ruhig durchprügeln ließ, griff die Alte in jenen Jahren weit über die Grenzen meiner engen Das Ende?! Nun ja, hören Sie weiter. Ich zu dem Mittel, mir mit diesen alten Onkel zu drohen. Umgebung hinaus. weiß nicht, ob Sie die Stunden kennen, wie solche sich Aber leider erreichte sie ihren Zweck durchaus nicht. Denn Noch heute danke ich ihm über Alles, daß er mir damals durch Wochen über mein Leben ausdehnten. Es je mehr sie über ihn herzog, desto fester ward der Ent- alles Kleine aus meiner Jugend entfernt, und alles Klare ist, als breite sich über alle innere und äußere Welt ein schluß in mir, später diesen Onkel kennen zu lernen. und Große schon früh nahegerückt hat. Er hat mir nie trüber Schleier; alle Farben fließen in ein Bleigrau zuMeine findliche Phantasie übertrug mit der Zeit alle meine von Gutem, Edlem, sondern immer nur von Wahrem ge- sammen; alle Gefühle verebben, und der Wille sinkt sehnenSehnsucht auf ihn. sprochen. Und so ist mir das Unglück erspart geblieben, los in sich zusammen nichts, nichts als trostlose, schreckEs war ein wundervoller Sommermorgen. Ich hatte in der Jugend mit schönen Worten gefüttert zu werden, liche Gleichgültigkeit gegen alle Menschen und am meisten Ferien und nur den einen Wunsch, den ganzen Tag draußen und dann im späteren Leben haltlos und verblüfft dem gegen sich selbst. So war es damals mit mir. Was im Freien zu liegen. So oft ich konnte, lief ich fort. Leben gegenüberzustehen und sehen zu müssen, daß es aus mir wurde, nicht eines Gedankens war es mir mehr Aber an diesem Morgen hatte die Alte mich erwischt. Ich eigentlich gerade umgekehrt beschaffen ist, als man es uns werth. Ja, nicht einmal so viel Kraft hatte ich noch, um sollte eine ganze Seite lateinischer Vokabeln lernen. Alles in der Jugend gezeigt hat. Halten Sie das nicht für noch die Sehnsucht nach dem Tode zu fühlen. Nichts fesselte mich mehr keine Liebe, keine Sträuben half mir diesmal nichts. Sie brachte mich auf einen unendlichen Vortheil? mein Zimmer und seßte mich vor mein Buch. Ich war Sehen Sie, das ist meine Jugend gewesen. Ich habe Hoffnung, kein Wunsch Kennen Sie dies Gefühl nicht, werden, müssen Sie wüthend. Da draußen der hellste Sommermorgen. Eine Sie Ihnen geschildert in wenigen, groben Strichen. Aber Einerlei. Es Fülle von Lust und Leben strömte verlockend zu mir herein Sie hätten ihn sehen müssen, den Mann mit den eisernen es kläglich, unmännlich, krankhaft nennen. - und ich durfte nicht heraus! Ich verbiß meinen Zorn. Zügen, dem scharfen, flugen Auge und der unerbittlichen war bei mir mehr als eine vorübergehende Stimmung, fonnte aber nicht hindern, daß mir die dicken Thränen Härte gegen alles, was unwahr war, dabei von einer der wohl Jeder einmal unterlegen ist. Nach Wochen dieser thatenlosen Tage, von denen über die Backen liefen. Entwischen konnte ich nicht, denn geradezu großartigen Gerechtigkeit gegen alle Fehler und noch keiner mir einen festen Entschluß, nicht einmal den ich wußte ganz gut, daß mein Drache unter mir im Zimmer Schwächen. Ich weiß nicht, was er sagen würde, wenn er sähe, Gedanken an einen solchen gebracht hatte, trieb ich mich war und mich abgefangen und eingeschlossen hätte. EinWahrscheinlich garnichts. öfters an einem von den Orten herum, an welchen Sie geschlossen zu werden aber war für mich die schrecklichste was aus mir geworden ist. Strafe! Dann überfiel mich eine furchtbare Angst und Er ließe mich weiter gehen ohne ein Wort. Denn er mich kennen gelernt haben. Ich konnte da stundenlang ich war tagelang so verstört, daß die Alte nur selten zu wußte nur zu gut: ein freier Mensch kann nur dann fißen: apathisch, gleichgültig und dabei doch alles sehend, glücklich werden, wenn er seinem Willen uneingeschränkt was um mich her vorging. Dies ganze, fremde Leben diesem Zwangsmittel zu greifen wagte. Ich hatte eben das gehaßte, verabscheute Buch in die folgt. Und er wäre der Leßte gewesen, der auch nur den übte eine gewisse Anziehungskraft auf mich aus. Hier stießen die Gegensäße fest aufeinander, über die ich nicht Ecke geworfen und wollte mich troßig in mein Schicksal Versuch einer Beeinflussung gemacht hätte. Er starb, als ich zwanzig Jahre alt war" gerade hinweg konnte. 3nm ersten Male seit langer Zeit fühlte ergeben, da drang die gellende Stimme meiner Alten von unten zu mir herauf:„ Paul Paul tomm zur rechten Zeit", wie er wenige Stunden vor seinem Tode ich den Pulsschlag eines regeren Lebens in mir, der mich herunter!" Mit einem Saß war ich am Fenster. Die fagte. Ich stand neben ihm, als seine Augen brachen. aus der öden Leere der letzten Wochen aufzurütteln schien. Da trat eines Abends plößlich in dem Gesang und Alte streckte ihren Haubenkopf unter mir zum Fenster Noch einmal sprach er, und ich werde seine letzten Worte hinaus. Da ergriff ich in meinem Aerger ein Glas nie vergessen, die vielleicht zum ersten Mal einen direkten Spiel eine Pause ein. Der Klavierspieler war unwohl Wasser und patsch! schüttete ich ihr den ganzen Rath für mich enthielten: Gieb nie Dein Bestes den geworden und mußte hinausgehen. Das Publikum schrie In demselben Anderen preis! Es macht Dich nur unglücklich. Glaube ungeduldig nach Fortseßung. Der Befißer des Lokals war Inhalt desselben über den Nacken.. Augenblick war ich an der Thür, und stürmte die Treppe meiner Erfahrung. Und ich möchte wohl, daß Du glücklich in Verzweiflung. mit dem Ich saß vorn, nahe am Klavier. Da überkam mich hinunter. Aber da hörte ich aus dem Zimmer in das wirst." Dann starb er, wie er gelebt hatte Schreien der Alten hinein ein so dröhnendes Gelächter, Lächeln der Verachtung auf den Lippen, welches selbst der eine plögliche, wilde Laune ich sprang auf, setzte mich Schmerz nicht vermocht hatte zu erwischen. Ich war allein. an das Klavier und spielte das unterbrochene Stück weiter. daß ich unwillkürlich stillstand. Da lachte Jemand Erst lange nach dieser Stunde habe ich die Wahrheit Das Frauenzimmer sang weiter, das Publikum lachte dann konnte es nicht schlimm werden. Die Neugierde war stärker als die Furcht vor der Strafe. Ich öffnete seiner letzten Worte verstanden und nach ihnen gelebt. und ich spielte den ganzen Abend. Es war in der That leise die Thür, und sah im Zimmer einen fremden Herrn Vielleicht, daß ich einmal so thöricht bin, sie zu vergessen. nichts, als eine absichtslose Laune. Als der Abend zu stehen, der aus vollem Halse lachte, während er die Alte Einstweilen aber lebe ich für mich. Ich bin nicht ehrgeizig, Ende war, kam der Besizer auf mich zu, dankte mir und abhielt, fich auf mich zu stürzen. Komm herein, mein und ein entfagendes Märtyrerthum habe ich immer verlacht. gab mir für meine Mühe", wie er sagte brei Mark." dann lachte er wieder. Ich Aber lassen Sie mich nicht abkommen. Ich will Ich lachte, und überlegte eben, ob ich dem Menschen das Junge, komm herein." trat langsam ein und stellte mich halb hinter ihn. Nur Ihnen nichts über die nächsten Jahre sagen: ungebunden, Geld vor die Füße oder es einem der Frauenzimmer in mühsam suchte mein Drache sich zu beruhigen. Sie hatte selbstständig und noch ernster als meine Jugend eigentlich den Schooß werfen sollte, als mir ein Gedanke fam offenbar großen Respekt vor dem Fremden. Der lachte war. Doch das Glück meines Lebens hat nie in Frohsinn ich steckte das Geldstück ein, und fragte, ob ich wiedernoch immer. Du bist ja ein famoser Bengel," sagte er und Heiterkeit gelegen. Ich war glücklich, wenn ich frei kommen könne, um jeden Abend hier zu spielen. Es war gut. - mein Unglück! und sah mich an. Da durchzuckte mich ein Gedanke. war. Jede Schranke Du bist mein Onkel!"" Ja, ich bin Dein alter Onkel. Willst Du mit mir fommen, mein Junge?" jubelte auf. " ( Fortsetzung folgt.) Dann kam ich nach Berlin. Vom ersten Tage an Ich ging an diesem Abend mit ziemlich seltsamen Ich wußte ich, daß hier die neue Heimath meines ferneren Gedanken nach Hause. Aber ich nahm, was mir ein Lebens sei, an die mich anklammern, die ich nie wieder Zufall geboten hatte. Und von jenem Abend an bin ich habe ein Einkommen, Wie oft haben wir beide später über diese ganze verlassen würde. Hier war ich frei. Hier ging der Einzelne wohlbestallter Klavierspieler Szene gelacht. Ich habe sie Ihnen so genau erzählt, weil unter. Hier fielen für seinen Willen alle Schranken zu welches meinen kleinen Bedürfnissen genügt und was mir mehr werth ist, den ganzen Tag über frei... Seit fie über mein Leben in gewissem Sinne entschieden hat, sammen. Hier war meine Zeit! Hier konnte der Einzelne sein jenem Abend aber habe ich das Leben kennen gelernt und dann, weil sie so außerordentlich charakteristisch für das ganze Wesen der Persönlichkeit ist, der ich alles ver: Bestes für sich behalten, ohne daß es ihm von Anderen in all' seiner Rohheit, in all' seinem Schmuß, und in all' seiner Wahrheit, wie ich es wünschte! Und ich darf verbanke wenigftens das Schönste und Beste, was einem entrissen und zerpflückt wurde. Die legten Träume haltloser Sehnsucht zerflatterten. achten, glauben Sie es mir!" Menschen werden kann: eine glückliche Jugend, eine freie Er schwieg, und ich wußte ihm nichts zu antErziehung, und Wahrheit über das Leben und gegen sich Wo ich hinsah, trat ich in den Schmutz der Rohheit und Gemeinheit des Lebens. Ich hatte ja keine schönen Worte, worten. Aber er schien eine Antwort auch nicht zu erSelbst. Er nahm mich sofort mit sich. Dann haben wir wie die Anderen, um mich über die uuzähligen troftlosen warten. Unsere Gläser waren lange leer. Hinter dem zusammen gelebt, mehr als Freunde, nie als Erzieher und Wahrheiten mit einer Phrase hinwegzutäuschen. Aber ich Büffet schlief leise die Alte. Es war wieder alles lautlos Da stand er auf und trat still, ohne die müßte lügen, wenn ich behaupten wollte, es sei alles still um uns. Zögling. Er lebte völlig zurückgezogen in dem kleinen Drte. schmerzlos in mir gewesen. Mein Jnnerstes ist nie durch Alte zu wecken, hinter den Ausschank und füllte selbst Mir ließ er in allen Stücken die größte Freiheit. Ich Kämpfe erschüttert, aber aus der schmerzlichen Bitterkeit, unsere Gläser. konnte thun und lassen, was ich wollte. Nie hat er mich erweckt in mir aus den täglichen Bestätigungen all der gestraft; nie habe ich eine Ermahnung von ihm gehört. Wahrheit, welche mir jahrelang von einem scharfen, er B. W. Der tiefe und ehrliche Denker Leo Tolstoi Er hatte nur hier und da ein Wort feinen Spottes, welches fahrenen Geist gelehrt war, entstand nichts anderes, als tiefere Wirkung auf mich übte, wie die längste Rede. wieder Verachtung, und zuweilen auch ein Haß, der sich hat in seinem Buche„ Mein Glaube" nachgewiesen, daß die Lehre Jesu durchaus anders gewesen ist, als sie von Nur gegen jede unwahrheit, und wäre es auch die kleinste, aber immer wieder vor dem Verstande verkroch. In einer solchen Stunde stand ich vor einer Ent- der Kirche dargestellt wird, z. B. den Krieg, die Herrschaft war er unnachsichtig. Er strafte mich auch da nicht, kümmerte sich aber dann tagelang nicht um mich, denn", scheidung. Mein Onkel hatte mir so viel Vermögen hinter- und den Reichthum als etwas Sündliches bezeichnet hat, sagte er, mit unwahren Menschen will ich nichts zu thun lassen, um einige Jahre davon leben zu können. Das und daß das„ Christenthum", nichts anderes ist als ein war nun aufgezehrt, und ich mußte ernstlich daran denken, Compromiß, den die Priester mit den weltlichen Mächhaben." Als ich in die Jahre kam, wo ich anfing, selbständig mir einen Lebensunterhalt zu verschaffen. Aber was sollte ten schlossen, und der natürlich zur Beschönigung dieser zu werden, nahm er offenbar ein größeres Interesse an ich werden? Ich hätte meinem Leben vielleicht damals ein Mächte führte! Vor Kronen ,, von Gottes Gnaden" neigten mir. Ich habe oft später darüber nachgedacht und glaube Biel gesezt, aber alles scheiterte an den Vorurtheilen, von sich die Priester und priesen die Schwerter, die sich mit bestimmt: ich war ihm ein Experiment, auf deffen Ausgang welchen ich mich umgeben sah, und an meinem nüchternen Gott für König und Vaterland" in Menschenblut tauchten. er neugierig wurde. Er zog mich öfters zu Fragen heran, Urtheil. Da ich nie verstanden habe, wie man dem Und so neigen sich viele„ christliche" Priester auch vor der und wollte meine Meinung darüber hören. Ünerbittlich Phantom des Erfolges sein ganzes Leben opfern kann, höchsten Macht unserer Zeit, vor dem Geldsack. Eine hübsche Illustration dieses modernen Verhält= war er gegen jede Unklarheit. Er mußte in seinem Leben, scheiterten meine wenigen, flüchtigen Pläne an den das in seiner Jugend wild und stürmisch gewesen war, Trümmern, in welche die Meisten dieser„ höheren" Lebens- nisses liefert ein Vortrag, welchen Konsistorialrath Sozialistische Spaziergänge. Dr. Dalton vor einiger Zeit in einem, pofitiv- kirchlichen" Verein von Berlin über das Thema:" Der Postminister der Vereinigten Staaten von Nordamerika oder der ameritanische Stephan" hielt. Der Vortragende, der die letzten drei Monate in Amerika zugebracht hat, führte aus: " " Vielleicht antworten die Arbeiterkinder auch einmal| dem Schazmeister oder den Mitgliedern des Vereins", mit folgenden Bibelsprüchen: dann stellt es sich gar bald heraus, daß die Inschrift über Wehe denen, die ein Haus an das andere ziehen der Thür reiner Schwindel ist. Der Verein" eristirt eben und einen Acker zum anderen bringen, bis daß kein nicht und ist nur ein Aushängeschild. Von dieser ThatBaum mehr da sei, so daß sie allein das Land sache kann sich z. B. Jeder überzeugen, der in dem Arbeitsbesißen." bureau von L. Schoenfeld, Nr. 18 Greenwich Str., vorSelig seid ihr Armen... selig seid ihr, die ihr sprechen will. Ueber dessen Thür steht ebenfalls die er= 1838 wurde als Sohn eines Ziegelstreichers in Philadelphia John Wanamaker geboren. Der Stnabe erhielt eine sehr noth- hier hungert... selig ihr, die ihr hier weinet... Aber wähnte Infchrift und als Schoenfeld dieser Tage von dürftige Erziehung, wurde Laufbursche in einem kaufmännischen wehe euch Reichen!" einem Reporter nach den Beamten des Vereins gefragt Geschäft, wo er fleißig sich weiter bildete, so daß er schon als Sechs- Wehe den Schriftgelehrten, die unrecht Geseze wurde, antwortete Schoenfeld:„ Oh, das ist nur des zehnjähriger zum ersten bezahlten Schriftführer des„ Christlichen Vereins junger Männer" gewählt wurde. Später als Stommis machen, auf daß sie die Sache der Armen beugen Geschäftes halber." thätig, heirathete er die Tochter seines Chefs, gründete dann ein und Gewalt üben im Recht der Bedürftigen meines In der oberen Stadt giebt es ,, Engagement- Bureaus", eigenes Geschäft, welches sich in unglaublicher Weise entwickelte, so Volkes, daß die Wittwen ihr Raub und die Waisen auf deren Fußboden werthvolle Teppiche liegen, die ge= daß er nach kurzer Zeit schon ein Riefenmagazin besaß, welches ein ihre Beute sein müssen!" polsterte Sophas, Spiegel und andere Lurusgegenstände ganzes großes Häuserquadrat, ein Straßenviertel, umfaßte und Es wird eine Zeit sein, wo die Thränen ab- haben, aber dort finden nur Dienstboten für„ feine Leute" welches heut eine Ausdehnung hat, daß es 4000 Angestellte und 56 Chefs beschäftigt und fast alle menschlichen Bedürfnisse für trocknen werden von allen Angesichten, und die Schmach und andere, zu den bessergestellten Proletarierklassen geKleidung, Wohn- Einrichtungen u. s. w. in fürzester Zeit vollkommen aller Völker wird aufgehoben sein; wo die Gerechtig- hörende Arbeit, die sich nicht mehr zu den Armen und befriedigen kann. Die tägliche Durchschnitts- Einnahme des Staunen keit zur Frucht den Frieden haben wird, wo das Volk Glenden rechnen. Einem Manne, oder einem Mädchen mit und Bewunderung erregenden Wanamakerschen Klein- Geschäfts in Philadelphia beträgt etwa 45 000 Dollars, in den Tagen vor Weih- in Häusern des Friedens wohnen wird, in sicheren abgetragenen Kleidern und bleichem, von Hunger und Noth nachten aber 100 000 Dollars, also über 400 000 Mart. Die Ge- Wohnungen und in stolzer Ruhe; wo kein Einwohner entstelltem Gesichte und ausgemergelten Gliedern wird schwindigkeit der Expedition ist unglaublich. Mittels Rohrpost wird sagen wird: Ich bin schwach; wo die Fürsten Herren überhaupt in jenen eleganten Offices kein Eintritt gewährt. von jedem Verkaufstisch aus das vom Käufer gezahlte Geld nach heißen werden ohne Land, und Dornen wachsen werden Der denkende Arbeiter, welcher schon in Europa an einer Zentralstelle befördert und in wenigen Minuten kommt ein etwaiger Ueberschuß mit der Quittung bereits zurück, nachdem der in ihren Palästen! wo es heißen wird: Wohlan alle, die der jeßigen, großen Bewegung theilgenommen hat und Betrag im Bureau bereits gebucht ist. Eine halbe Stunde nach dem ihr derartig seid, kommt zum Wasser, und die ihr fein dort Mitglied seines Gewerkschaftsverbandes war, sowie Schluß des Geschäfts( 6 Uhr Abends, am Sonnabend 1 Uhr Mit- Geld habt, kommt her, kauft und esset ohne Geld, beides derjenige, welcher sich erst in New York anschloß, finden tags) liegt dem Chef schon die Uebersicht des Umsages vom ganzen umsonst, Wein und Milch; wo die, welche das Getreide es nicht so schwer, Arbeit zu erlangen, wie der zu keiner Tage von jeder Verkaufsstelle nebst einer Bergleichung mit dem einbringen, es auch essen werden; wo niemand um- Organisation gehörende. Die Arbeitervereine haben nämlich Umjaze des Vorjahres vor. Daneben besteht noch ein Engrosgeschäft mit etwa gleichem Umsatz. Der Mann, der vor 30 Jahren sonst arbeiten soll oder bauen, damit ein anderer darin größtentheils Arbeitsnachweise mit speziell dazu ernannten noch ein armer Laufbursche ohne einen Groschen Vermögen war, wohne, oder pflanzen, damit ein anderer effe." wird jezt auf 40-80 Mill. geschätzt. Sein Name ist in aller Munde, steht in allen Zeitungen. Dieser Mann ist seit dem ersten minister von Amerika, und so außerordentlich ist seine Kraft, daß Berwaltern, welche den außer Arbeit befindlichen Mitgliedern Stellen nachweisen. Es ist daher schon aus diesem Grunde für jeden Arbeiter empfehlenswerth, sich einer GewerkJanuar der General- Postmeister der Vereinigten Staaten, der Post- Arbeitsvermittlungsbureaux in New- York. schafts- Organisation anzuschließen. Die Arbeitser daneben noch einer der thätigsten Männer auf kirchlichem Ge- Es giebt in der Stadt New York ungefähr 250 Per- Nachweise der Unions weisen auch prinzipiell nur solche biete ist. Er ist schon im Glauben erzogen. Er ist von Hause aus fonen, welche damit Geld verdienen, daß sie Arbeitslosen Stellen nach, in denen der Arbeiter einigermaßen menschein ausgesprochener Christ, ein Presbyterianer, ein Mann, der sich Stellen verschaffen. seines Bekenntniffes nicht schämt, der überall frei und offen Farbe Stellen verschaffen. Sie treiben dies gewerksmäßig und lich behandelt wird und der Lohn nicht unter dem Hungerbekennt. Er, der Inhaber des größten Waarengeschäfts, der Post- man nennt ihre Geschäftslokale ,, Employment Bureaus" niveau steht- ja, die Mehrzahl der Unions garantirt minister ist auch der Leiter der größten Sonntagsschule( Kinder-( wörtlich: Stellungbureaus). Dieselben bestehen meisten- durch ihre Nachweisungs- Bureaus den höchsten Lohn, welcher gottesdienst) der ganzen Welt, der allſonntäglich 3000 Kinder um theils in einem erbärmlich möblirten, großen Zimmer mit überhaupt in dem betreffenden Gewerk bezahlt wird, fich und das Wort Gottes versammelt. Durch sein jetziges Amt ist er gezwungen, in Washington za wohnen; aber er hat deshalb einem Verschlag für den Inhaber, hinter dem er an einem nämlich den Unionlohn. In den Arbeitsbureaus liegen und meistentheils Zeitungen noch nie seine Sonntagschule in Philadelphia versäumt, für welche Pult fißt, auf welchem ein Buch liegt, in dem die Namen auch belehrende er einen prächtigen Palast neben der auch von ihm erbauten Kirche und Adressen von Arbeitslosen und Arbeiter- Suchenden ein- Broschüren auf; es sind Tische und Stühle vorhanden, der Bethanygemeinde errichtet hat. Jeden Sonnabend fährt er die getragen werden. An den Wänden herum stehen Bänke, auf an denen man sich mit Berufsgenossen unterhalten, ein 250 Kilometer nach seiner Vaterstadt und jeden Montag fährt er zurück nach Washington. In Amerifa wartet man mit dem Stirchen- denen die Stellungsuchenden fizen. Viele diefer Bureaus" Spiel Karten machen, oder sich sonst die Zeit vertreiben bau nicht, bis der Staat das Geld oder die Erlaubniß dazu giebt. find in schmußigen Kellern gelegen, hauptsächlich diejenigen fann, wodurch der Stellensuchende der Nothwendigkeit entDie Kirche ist dort frei und selbstständig. Aber jeder Einzelne weiß in der unteren Stadt, wo Farmarbeiter und Handlanger hoben wird, auf der Straße umherzulungern, oder sein auch mit diesen unschätzbaren Rechten die ernſteſte Pflichterfüllung zu finden sind. Geld in Wirthschaften und Kosthäusern zu verzehren. Auch zu verbinden. Wanamaker opferte eine Million für den Bau der Kirche und der Sonntagsschule. Und das ist durch ein solches Bureau eine Stelle findet, wird ihm von sich verlohnen, diese Bureaus zu besuchen. Sie finden Der Arbeitslose läßt sich einschreiben und wenn er für Arbeiter, welche keinem Fachverein angehören, wird es Redner schildert den Verlauf einer von Wanamaker geleiteten seinem Lohn ein Dollar( 4 Mark), oder auch weniger dort stets Leute, welche sie über den Werth der ArbeiterSonntagsschule, deren Saal amphitheatralisch, fächerartig gebaut oder mehr abgezogen und derjenige, welcher ihn engagirt, Organisationen aufklären und ihnen den Weg weisen, wie und so eingerichtet ist, daß er für die Gruppenunterweisung durch zahlt 1 bis 3 Dollars( 4-12 Mt.) an den Besitzer des fie ebenfalls gute Gewerkschafts- Mitglieder werden und Leichte Wände in Zimmer eingetheilt werden und sehr schnell wieder als solche von den Vortheilen der Gewerkschaften profitiren zu einem Ganzen vereinigt werden kann. Die 3000 Kinder find in Bureaus. drei Abtheilungen getheilt: Die großen Knaben und Mädchen je Durch diese Bureaus finden im Jahre ungefähr fönnen. besonders, die kleinen zusammen. Daneben besteht noch eine Ab- 300 000 Personen Arbeit und zwar hauptsächlich Farmnur ein Bruchtheil dessen, was er thut. Orchester, von dem 50-60 junge Leute unentgeltlich mit Musik, theilung für Erwachsene. Hinter der Plattform erhebt sich ein arbeiter, Tagelöhner, Eisenbahnarbeiter, Köche, Kellner, Eine Enquête über Frauenarbeit in den die in raschem, fröhlichem Tempo komponirten Lieder mit Wechsel- Barbiere und Dienstboten. Geschickte Handwerker, Fabrikgefängen begleiten. Wanamaker, ein schwarzgefleideter, frischer, arbeiter, Kaufleute und andere Kopfarbeiter bemühen sich großen Städten der Vereinigten Staaten. lebendiger Mann, fragt erst aus der heiligen Schrift; die Kinder in den meisten Fällen vergebens, wenn sie erwarten, durch I. antworten mit auswendig gelernten Bibelsprüchen; er fragt folche Bureaus Stellen zu erlangen. dann: wer in der Kirche war, wer eine Bibel mit hat u. s. m. en. Carroll- Wright, der Chef des statistischen ArbeitsIn früheren Jahren wurde von den Besizern dieser bureaus der Vereinigten Staaten, hat vor etlichen Monaten Damit vergeht eine Stunde. Dann beginnt die eigentliche Sonn- Bureaus heilloser Unfug getrieben. Sie pflegten von den vierten Jahresbericht über die industrielle Handarbeit tagsschule nach dem Gruppensystem, wobei Wanamaker selbst die Arbeitslosen Geld zu nehmen und ließen sie dann tage der Frauen in den Vereinigten Staaten veröffentlicht. Erwachsenen, etwa 400 bis 500 Väter und Mütter der anwesenden und lobt oder tadelt nach Befund auch die Erwachsenen. 1. in den großen Städten, und 2. welche bei Arbeiten und Verrichtungen beschäftigt find, welche ausschließlich mit der Hand ver= richtet werden. So waren nicht nur die tausende und abertausende Kinder übernimmt. Konsistorialrath Dr. Dalton war überrascht, und wochenlang warten, um dann, wenn es nicht möglich Derfelbe ist auf eine Enquête bafirt, welche sich auf erbaut und erquickt von der überzeugenden, ergreifenden Kraft der war, den Leuten Stellen zu verschaffen, sich zu weigern, die einschlägigen Verhältnisse in den Jahren 1884-1888 religiösen Rede des Ministers der Posten in Amerika. Alles, was das bezahlte Handgeld wieder herauszugeben. Seit jedoch( inklusive) bezieht. Allerdings giebt der Bericht kein Bild diefer während einer halben Stunde sagte, legte Zeugniß ab von die städtischen Behörden infolge vielfacher Beschwerden an- von der Ausdehnung und Wichtigkeit, welche die industrielle einer tiefen Schriftkenntniß und von der hohen Begabung, ein ge= gebenes Schriftwort zu einem bestimmten Zweck bestimmten Leuten gefangen haben, eine strenge Kontrolle zu üben und alle Frauenarbeit in den Vereinigten Staaten erlangt hat. Der ans Herz zu legen.„ Ich dachte", so meinte der Vortragende,„ hätte ich solche Bureaus unnachsichtlich zu schließen, deren Inhaber Kreis, auf den sich die angestellten Untersuchungen bezogen, von ihm stets lernen können." Nach einer halben Stunde ver- derartige spißbübische Praktiken betreiben, ist eine Besserung war von vornherein ein sehr eng begrenzter. Die Enquête einigten sich alle wieder und derselbe Mann, der soeben zu den eingetreten. umfaßte nur Frauen, welche Männern so ernst gesprochen, war jest ebenso freundlich und heiter zu den Kindern und verwerthete in seiner Rede die großen durch Trozdem giebt es aber immer noch eine genügende die Zeitungen gegangenen Ereignisse der Woche. Nach zwei- Anzahl von Employment Bureaus", in denen hauptstündiger Dauer hörte die Sache noch nicht auf, sondern sächlich„ Grüne" über's Ohr gehauen und betrogen werden. Dr. Dalton mußte noch eine Ansprache halten, und zuletzt Mancher Leser wird sich vielleicht an Liverpool Jack" forderte Wanamaker noch zu einer engeren Gebetsgemein= fchaft auf. Wanamaler liebt den Schmuck. Für Kunstwerte erinnern, welcher hunderte von Unglücklichen nach entgiebt er wie für Liebeswerke Hunderttausende, ja Millionen aus. fernten Orten und sogar nach fremden Ländern in die von Arbeiterinnen ausgeschlossen, welche in den vielfach Wanamaker ist ein Christ, ein Mann vom Scheitel bis zur Sohle, Sklaveret verkaufte, wofür er schließlich in's Zuchthaus sehr bedeutenden Fabriken, Werkstätten und anderen Beder Gott fürchtet und liebt und welcher darum(!) auch die geschickt wurde. An ihm haben sich die übrigen ein war- trieben der mittleren und kleinen Städte resp. anderer Menschen liebt." In der That! Gott verläßt die Seinen nicht. der Weise zu treiben, wie Fitzpatrick es trieb. nendes Beispiel genommen und sie hüten sich sehr, es in Ortschaften thätig sind, sondern auch die Frauen, welche in den in Rede kommenden großen Städten als SegerDenn wie reich hat er seinen Knecht gesegnet! Er machte Wer immer sich indessen durch die Stellenvermittler innen, Rorrektorinnen, Stenographiſtinnen, im Post- und den Sechszehnjährigen zum„ bezahlten" Schriftführer eines in Greenwich Str. verhandeln läßt, kann sicher darauf Telegraphendienst, im Lehrfach, als Reporterinnen, Buchfrommen Vereins, ließ ihn dann eine gute Barthie" rechnen, daß er den niedrigsten Lohn erhält, der führerinnen 2c. 2c. ihr Brot erwerben. Und ihre Zahl ift machen, d. h. die Tochter des Chefs heirathen, verschaffte überhaupt gezahlt wird. Acht Dollars per Monat ist gerade in den Vereinigten Staaten eine höchst ansehnliche. ihm Kredit, rüstete ihn mit Schlauheit und derartiger viel" für solche, die sich jenen Stellenvermittlungen an- Außerdem giebt uns der Bericht auch nur Auskunft über Ausbeutungsfähigkeit aus, daß die Dollars förmlich auf vertrauen; meistens aber bekommen fie 6 bis 7 Dollars die Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnisse eines sehr ihn niederregneten. Und nun ist der Sohn des armen per Monat nebst Kost und Logis. Dienstboten und Röche geringen Bruchtheils des weiblichen Proletariats der HandZiegelstreichers ein Krösus, der sich den Sport leisten stehen allerdings höher im Preise und Kellner und Barbiere arbeit, das sich in den zur Untersuchung herangezogenen fann, Papst zu spielen. Führwahr, wunderbar sind Führwahr, wunderbar sind verdingen sich per Woche. des Herrn Wege! Eines der im schlimmsten Rufe stehenden Arbeits- Er bafirt auf der Zusammenstellung und Vergleichung Aber Wanamaker hat auch Gottes Segen redlich ver- Vermittelungs- Bureaus war vor einigen Jahren dasjenige von 17 427 einzelnen Aussagen von Arbeiterinnen, die nur dient. Das beweisen seine Liebeswerke." Denn er liebt von Henry Zander& Co., Nr. 16 Greenwich Str. 6- höchstens 7 pCt. der weiblichen Arbeiterschaft bilden, in der That die Menschen( weil er nämlich„ Gott fürchtet Zander war eine Art deutscher Liverpool Jad. Er hat welche die beiden obigen Bedingungen Arbeit in einer und liebt!); Gott aber liebt er nun, jedenfalls jährlich tausende deutscher Arbeiter an geizige Farmer großen Stadt und ausschließlich mit der Hand verrichtete auch aus einem bestimmten Grunde! vielleicht weil er... und Eisenbahn- Kontraktoren verschachert, selbstverständlich Beschäftigung- erfüllt. Doch nein! Der heilige Wanamaker ist uneigen- für die lumpigsten Hungerlöhne. Er ist jetzt verschollen, Die Zahl der mit rein manuellen Arbeiten ben nüßig, ohne Zweifel! Er vollbringt ja ,, Liebeswerke!" wenigstens behaupten dies seine Nachfolger Mayer& Coppock, schäftigten Frauen betrüge demnach in 22 Städten gegen Worin die bestehen? ,, Kleingläubiger, warum zweifelst welche augenblicklich das Geschäft betreiben. 300 000( genauer 290-450 bei 6 pCt.) du?" Sankt Wanamaker opferte eine Million für den In der Nähe der ehemals Zander'schen Spelunke be- Allein der Bericht giebt sehr eingehende Kenntniß der Bau der Kirche und der Sonntagsschule," außerdem finden sich mehrere Arbeits- Bureaus, über deren Thür die Arbeitsbedingungen und Lebensverhältnisse des Bruchtheils, für Kunstwerke". Inschrift steht: ,, Deutscher Arbeitsverein". Dadurch welcher der Enquête unterzogen worden ist, und der sich ihr Und was thut er für seine Arbeiter? Nun, die werden Leute angelockt, die vielleicht glauben, daß sie unterzogen hat. schickt er in die Kirche und Sonntagsschule, lobt und tadelt einem Verein mehr vertrauen können, als einer in Daß trop der klein scheinenden Zahl von Arbeiterinnen, nach Befund" und läßt ihre Kinder mit auswendig ge- Menschenfleisch spekulirenden Privat- Person. Geht man auf die der Rapport Bezug hat, die Verwendung der Frau lernten Bibelsprüchen antworten." aber hinein und fragt nach dem Präsidenten, dem. Sekretär, in der Industrie auch in den Vereinigten Staaten immer " 22 Städten befindet. " per en at= s= Or= er= on = gt es Je= De " Je= and it " größere Dimensionen annimmt, davon zeugt die große An=| der 18. März in seinem Programm, in seinen Tendenzen| Werkstätten von Paris dem Pariser Proletariat zurückzahl verschiedenartiger Industrien, in denen die befragten sozial oder sozialistisch. zugeben und noch außerdem diese Zurückgabe auf die Frauen thätig waren. Die 17 427 Arbeiterinnen ver- Sein Ziel war, wie es die Erklärung vom 19. April verlassenen" Werkstätten zu beschränken und dieselbe noch theilen sich auf nicht weniger als 343 verschiedene In- an das französische Volk andeutet, das Eigenthum zu obendrein von der Auszahlung einer festgeseßten Entdustriezweige. Carroll- Wright verleiht dieser Thatsache er- verallgemeinern"( universaliser la propriété). In einer schädigungssumme abhängig zu machen. höhtes Relief, indem er gelegentlich der für Frauen üb- anderen, an die Departements gerichteteten Proklamation Zwischen unseren Forderungen und denen der lichen niedrigen Lohnsäße( 5 Dollars 24 Cents pro Woche) liest man:„ Das Werkzeug dem Arbeiter, die Kommunekämpfer besteht der ganze Unterschied, wie bemerkt, daß es besser sei, etwas als nichts zu verdienen Erde dem, der sie bebaut." zwischen dem Geschrei eines neugeborenen Kindes und dem welch genügsame Philosophie! und daß es den Und trop ces Kampfes, welcher alle ihre Kräfte in Wort eines Erwachsenen. Jahre sind seit der letzten NieFrauen noch vor kaum 20 Jahren höchstens in 10 In- Anspruch nahm, ergriff die Kommune die folgenden Maß-| derlage des französischen Proletariats vergangen, und die, dustrien möglich gewesen wäre, etwas zu verdienen. regeln, deren Tragweite sogar einigen der Männer ent- welche die Hekatombe überlebten, haben diese Jahre benutzt, Aus den vorliegenden Daten der Enquête kann man gangen zu sein scheint, welche dieselben beschlossen um den vollen und ganzen Umfang ihrer Rechte und auch heraus lesen, daß in den Vereinigten Staaten, wie haben. gleichzeitig das einzige Mittel, denselben Geltung zu verüberall die Industrialisirung des weiblichen Sie fezte das Marimum des Gehalts der in den schaffen, kennen zu lernen. Was man damals noch tastend Geschlechts herbeigeführt wird durch die Ent- verschiedenen Kommunaldiensten und Betrieben angestellten suchte, das haben wir gefunden. Wo man damals noch werthung der Hausarbeit im alten Stile, zusammen Beamten auf 6000 Frcs. herab,- was ein erster und zögernd schwankte, da treten wir heute fest und bestimmt mit der Entwerthung der menschlichen Arbeitskraft auf dem und bedeutsamer Schritt war in der Richtung der Gleich auf. Es genügt, einen Blick auf unser Programm zu Arbeitsmarkte. Der Verdienst des Mannes allein reicht merthigkeit der Berufsthätigkeiten und der Gleichheit der werfen, um zu begreifen, inwiefern und worin das Programm nicht für den Unterhalt der ganzen Familie aus, die häus- Löhne. Sie beschlossen, daß keine private oder öffent- der Kommune heutzutage reaktionär sein würde. liche Arbeit der weiblichen Familienmitglieder hat nicht den liche. Verwaltung den Angestellten oder Arbeitern Straf- Wir kennen heute die einzige Ursache des Elends der alten Werth und kann nicht wie früher das Manto er gel der oder Lohnabzüge auferlegen dürfe," und sie Produzenten aller Hteichthümer, aber wir kennen auch das gänzen, so müssen dieselben außerhalb des Hauses Be- verbot die Nachtarbeit in den Bäckereien." einzige Mittel, ihm ein Ende zu machen: die Enteignung schäftigung suchen, deren Lohn ganz oder theilweise ihren Sie nahm es also mit dem laisser faire der Bour- der kapitalistischen Minderheit, die Zurückgabe aller ProUnterhalt bedt. geoisie auf und griff nicht wie heute zu Nuß und Frommen duktionsmittel an die Gesellschaft, die Vergesellschaftung Das breitere und massigere Eindringen der Frauen des Kapitalisten, sondern zu Gunsten der Arbeiter zwischen der jetzigen Privatindustrie. in die Industrie der Vereinigten Staaten hat nach dieser Kapital und Arbeit ein. Aus dieser Erkenntniß stammt unsere Kraft. So wie Seite hin ihr besonderes Gewicht. Diesseits und jenseits Sie begriff endlich, daß die Kooperation fein Mittel fich die politische Gewalt in unseren Händen befinden wird, des Ozeans giebt es noch Käuze, welche sich mit der zur Befreiung ist, sondern nur das Resultat einer Ueber- werden wir dieselbe zur Abschaffung der Lohnarbeit geJllusion nähren oder mit ihr Gimpel zu fangen suchen, führung des Kapitals an diejenigen, welche es anwenden. brauchen. daß die Vereinigten Staaten in bezug auf ihre Arbeits- Sie berief also die Syndikatskammern behufs Bildung verhältnisse eine goldene Ausnahmestellung einnehmen, daß einer Kommission, deren Zweck war: th rd rt. nd te en er Ecb en rn de f= 3= hier der fleißige und ordentliche Arbeiter" noch ein Eldo- 1) eine Statistik der verlassenen Werkstätten aufzustellen, be h= r= Ert er D en De 11, in ent t= in ch es en T= ie d n # en it uf 8 ld Te er 1, te gt C= De b er Se C= ιδ ft e. er r D= En g r 1, er te E It er r 1, น t Zum ( Eingesandt.) In der Nummer 7 brachte die Volkstribüne" einen " rado finden könne. Nun, auch in diesem angeblichen„ fowie eine genaue Aufzeichnung ihres jeweiligen Zustandes Kapitel der ländlichen Wahlbeeinflussung. Kanaan der Arbeit, wo außerdem fein Ueberschuß der weib- und der in ihnen befindlichen Arbeitsinstrumente." lichen Bevölkerung über die männliche vorhanden, wo die 2) ,, einen Bericht einzureichen über die praktischen Frau noch eine gesuchtere„ Waare" auf dem Heiraths- Bedingungen, unter denen die schleunige Benutzung dieser Artikel über dies Kapitel, der besonders auf eine Art bemarkt ist, wird die Frau" täglich mehr in den Kreis der Werkstätten nicht durch die Flüchtlinge, welche fie verlassen wußter oder unbewußter Wahlbeeinflussung aufmerksam modernen Industrie gezogen, fie bürgert fich als Lohn- hatten, sondern durch den genossenschaftlichen Verband der macht, nämlich auf den sonderbaren Zustand, in den Landarbeiterin in immer mehr Produktionszweigen ein. Es hieße in ihnen beschäftigten Arbeiter erfolgen konnte." doch den Menschen mehr Naivetät zutrauen, als sie that- 3) ein Projekt über Bildung dieser vereinigten koope- wahlbezirken zu Wahlvorstehern solche Personen zu er3) ein Projekt über Bildung dieser vereinigten koope- nennen, die durch ihre amtliche oder materielle Stellung sächlich besigen, wollte man annehmen, daß sich diese hun- rativen Gesellschaften auszuarbeiten." gerade auf dem Lande bei dem bekannten" Respekt" der derttausende von arbeitenden Frauen lediglich 10, 12 und Die Kommune von Paris hat also, wenn auch neben- Bewohner vor jeder Amtsperson" selbst unbeabsichtigt die noch mehr Stunden pro Tag abrackern, um dann das sehr bei, das Recht auf das Kapital, das Recht auf die Wahl in hohem Grade beeinflussen können. Um zu zeigen, ideale Vergnügen zu genießen, die Millionen der Vander Produktionswerkzeuge und Produktionsstoffe und nicht blos daß dies System nicht nur in Jüterbock- Luckenwalde, sondern bilt, Jay Gould und anderer Mackay mit ihrem Schweiß das Recht auf die Arbeit erklärt. Sie zeigte sich darin wohl im ganzen deutschen Vaterlande zu Hause ist, soweit zu befruchten und andere Millionen Hecken zu lassen, daß als zu gewißigt, um 1870 mit 1848 zu verwechseln und die deutsche Zunge klingt und Gott im Himmel Lieder fie sich mit dem Nothdürftigsten an Nahrung, Kleidung und die Forderungen der Arbeiter auf die verkrüppelte und fingt," und vielleicht noch ein Stückchen weiter nach Wohnung, an allen geistigen und moralischen Bedürfnissen unvollständige Formel zurückzuführen, in der dieselben Osten und Westen will ich, da Zahlenbeispiele stets selbst verleugnend begnügen, nur damit jene Herren in defto 34 Jahren früher zum Ausdruck gelangt waren. die sichersten Beweise für dergleichen systematisch betriebenen größerer Bracht schwelgen. Aber die wahre Tragweite des 18. März für die Zufälligkeiten" find, ein solches aus meinem VaterWas diese Schaaren von Frauen in die industriellen Arbeiterbewegung, für die sozialistische Bewegung, beruht ländchen Anhalt" geben, der durch die herzogl. anhaltische Werkstätten 2c. treibt, ist die Sorge um das Brot. Von in seinen historischen Folgen, welche was nicht Kreisdirektion bewirkten Amtlichen Bekanntmachung des den 17 427 Frauen des Berichtes brauchen blos 701 ihren übersehen werden darf ihm mehr noch als sein Programm Verzeichnisses der Wahlbezirke 2c. zur Reichstagswahl im Verdienst nicht für Unterhalt und Wohnung zu veraus zu einem revolutionären Versuch stempeln; seine Be- Kreise Köthen" genau folgend. gaben, die übrigen 16 726 führen denselben entweder ganz beutung beruht vor allem in den Hoffnungen und Befürchoder zum größten Theil an ihre Familien ab oder be tungen, welche er Der Kreis zählt im ganzen 63 Wahlbezirke, von von einem Ende der Welt bis zum benen 7 auf die Städte Köthen, Gröbzig, Radegast und streiten außerhalb derselben ihren Unterhalt. Wer Ohren anderen erweckt hat, und deren Wirkungen noch bis heute 56 auf das platte Land" fallen. hat zum hören, wer Augen hat zum sehen, der entnimmt fortdauern. Diese 56 ländlichen Wahlbezirke genießen nun wie aus solchen und anderen Thatsachen, daß troß des Ge- Was sehen wir in der That? Kaum daß das roche durch ein Wunder die Segnung von Wahlvorstehern, von schreis mancher Yankee's das kapitalistische Ausbeutungs- Banner, das Banner der Kommune, den Händen ihres denen 26 Drtsschulzen, 21 Amtsvorsteher, Gutsvorsteher fystem, mit allen seinen Folgen auch in den Vereinigten leßten Soldaten entfunken ist? Das Proletariat aller oder stellvertretende Amts- oder Gutsvorsteher, 6 Amtmann, Staaten in voller Blüthe steht. Länder hebt dieses Banner aus dem Blute auf, entfaltet Oberamtmann, Rittergutsbefizer oder Dekonomieinspektor, " " Es wäre höchst voreilig, wollte man aus anderen es und macht es zum Zeichen seiner Sammlung. Der 2 Faktor und 1 Rentier sind. Es sind also von den Ziffern des Berichts, welche eine bedeutende Abnahme der Schrei:" Es lebe die Kommune" ist kaum auf dem 56 Wahlvorstehern der Landbezirke 47 polizeiliche oder Arbeiterinnen im Alter von über 25 Jahren zeigen, darauf Père- Lachaise von einem letzten Mitrailleusenschuß errichterliche Beamte, 6 Gutsbefizer, Pächter oder Verwalter, schließen, daß die der Mehrzahl nach verheiratheten Frauen stickt, als es mächtiger und lauter als je im Norden und 2 Faktoren ländlicher Fabriken. Bleibt demnach ein aus der Industrie ausscheiden, ergo daß die Familie nicht Süden, im Osten und Westen aus der Kehle von tausen einziger, der nicht direkt durch seine Stellung die Wähler auf den Nebenverdienft ihrer weiblichen Glieder angewiesen den von Arbeitern aller Länder ertönt, welche das Datum beeinfluffen könnte. Bei den„ Stellvertretern des Wahlset. Wie angeführt, hat nur ein geringer Bruchtheil des 18. März um die Wette als Vorspiel zu der Aera vorstehers" sehen wir die Thatsache noch schärfer: 52 6-7 pet. des weiblichen Proletariats der Handarbeit ihrer Befreiung feiern. Drtsschulzen oder Schöppen, 3 Gutsbesizer und 1 ZimmerWas sehen wir andererseits? Die leitenden und be- meister, der wohl auch Gutsbesizer ist. vor den Kommissären und Kommissärinnen der Enquête ausgefagt. Man darf wohl annehmen, daß sich unter den fizenden Klassen aller Länder, mögen sie inbezug auf ihre Nun stelle man sich die Zustände in unserem 93-94 pCt. von Arbeiterinnen, welche der Untersuchung Staatsformen die größten Unterschiede aufweisen, mögen Kreise vor. fern blieben, sehr viele verheirathete Frauen befanden. fie fich auf Monarchie oder Republik berufen, sind einig Wir haben zwei Arten von Dörfern: solche, mit Man kann in vielen Fällen bei derartigen Enquêten beob- darin, dieses Datum zu verfluchen, diesen Schrei zu ächten; einem oder doch sehr wenigen Großgütern, in denen die achten, daß eine größere Anzahl von jungen Mädchen als sie finden sich einig und solidarisch dem gegenüber zu sonstige Bevölkerung aus Tagelöhnern ohne Grundbesitz von verheiratheten Frauen aussagt.') Vor der von der sammen, was sie als ihren gemeinsamen Feind an und Häuslern" besteht, welche, da sie ihre Scholle nicht französischen Rammer ernannten Enquêtekommission, die erkennen. nährt, ebenfalls mit Weib und Kind auf dem Gute tageNachtarbeit der Frauen betreffend, haben der Hauptsache Auf der einen Seite, auf Seite der Kommune alle löhnern müssen, und dann eine andere Art von Dörfern nach junge Mädchen ausgesagt, und doch sind in den ver- jene, welcher Nationalität sie auch angehören, welchen Grad mit größeren oder kleineren Bauern, die ihr Gut mit einer schiedenen Berufszweigen, welche vor der Kommiffion ver- der politischen Freiheit sie auch genießen, die die Opfer Anzahl von Knechten bewirthschaften, da die Tagelöhner treten waren, taufende von verheiratheten Frauen be- der aktuellen ökonomischen Ordnung sind, und welche deren hier seltener find, sich aber auch schon aus ruinirten Kleinschäftigt. Beseitigung anstreben. Auf der andern Seite befinden bauern bilden. Daß der Kapitalist vor der Hand die goldenen sich alle jene, welchen diese Ordnung irgendwie zu Nugen Die oben als Wahlvorsteher genannten Amts- oder Früchte der Industrialisirung der weiblichen Arbeitskraft kommt und welche deshalb sie zu bewahren trachten. Gutsvorsteher", auch die stellvertretenden, find die Großpflückt, das lehrt ein Blick auf die Löhne, die dort wie Aber wenn wir auch den Jahrestag des 18. März grundbesißer der Großgutsdörfer oder Pächter der herzogl. hier zu niedrig zum Leben und zu hoch zum Sterben find, feftlich begehen, wenn wir uns mit den Besiegten der oder staatlichen Domänen, und beherrschen so nicht nur Schade, daß diesen Löhnen nicht die Höhe des geschaffenen Maiwoche 1871, wie mit denen vom Juni 1848 und denen durch ihre amtliche Stellung, sondern auch als direkte Neichthums gegenüber gestellt wird, damit man recht augen von 1831 solidarisiren, wenn auch in geschichtlicher Be Vorgesezte und Gutsherren, als Arbeitgeber, das ganze scheinlich den Werth des unfreiwilligen Geschenkes sehen ziehung die Sozialisten von heute an diese verschiedenen Dorf. Die Schulzen sind natürlich auch sämmtlich Grundwürde, das jede Arbeiterin durchschnittlich ihrem Brot- Bewegungen, als an ebensoviel Etappen der sozialen Be- besiger, größere oder kleinere Bauern, deren Ansehen als herrn" macht. wegung anknüpfen können, so dürfen fie fich doch nicht Respektspersonen" ebenso natürlich genügt, um nur gutmit ihnen verwechseln. Die Zukunft hat ihre Forderungen gefinnte Stimmen in die Urne zu bekommen. Vergegennicht nach der Vergangenheit abzumessen. Wir können die wärtige man sich nun noch, daß bisher jede Spur politischen Kommunekämpfer von 1871 als die unsrigen erklären und Lebens fehlte( bis 1887 hat man, glaube ich, stets nur wir thun dies, es sind Soldaten derselben Sache, Waffen- einen Kandidaten aufgestellt), daß die ländliche Bevölkebrüder. Aber wir sind etwas anderes als die Kommune- rung teine Ahnung hat von ihren Rechten und es sicher Troß der verhängnißvollen Erklärung der Kommune, fämpfer. Wenn wir heute Sieger wären, so würden wir glauben würde, wenn der Herr Drtsschulze sagte: ihr welche die am 18. März vollzogene Revolution als eine nicht die Bewegung kommunalisiren"; wir würden nicht werdet eingesperrt, wenn ihr einen andern Schein abausschließlich Pariser und munizipale( im Bereiche der unter dem Vorwand, die Autonomie der übrigen franzöſi- gebt, ferner, daß die Herren Wahlvorstände fast Gemeinde sich abspielende) Revolution darstellten, war doch schen Kommunen zu respektiren, Gewehr bei Fuß abwarten, sämmtlich den Aufruf zu Gunsten des Herrn Ochelhäuser daß man zuerst gegen uns und dann gegen die anderen oder gar des stöckerschen Herrn von Ziehlberg unterzeichnet » Der Umstand erklärt sich wohl meistentheils dadurch, daß Gemeinden die schönste Armee" organisirte," welche Frank- haben, so hat man ein einigermaßen klares Bild der die verheirathete Frau im Hause viele Nebenbeschäftigungen hat, vielleicht unbeabsichtigten Wahlbeeinflussung höchften bie es ihr schwierig oder unmöglich machen, vor Enquêtekommissionen reich je besessen hat." an erscheinen, ihre Zeit zu opfern. Die Pariser Kommune. Bon Jules Guesde. II. " Wir hätten nicht den 16. April erwartet, um die Grades. Wenn troß alledem in 32 der ländlichen Bezirke Auch im Speditionsgewerbe, das überall an einer Vormittags ab zu veranlassen und durchzuführen mit einziger Stimmen für die sozialistischen Kandidaten abgegeben ungeregelten und überlangen Arbeitszeit krankt, denkt man Ausnahme derjenigen, welche zur Erhaltung des Wohles und der Gesundheit der Bevölkerung unbedingt erforderlich sind." Bei der am find, so ist dies für unsere politisch vernachlässigte Gegend an eine Verkürzung der Arbeitsdauer. geradezu ein großer Triumph, der, so klar er für den 18. d. M. stattgehabten Generalversammlung der Kommersozialistischen Bazillus" und die rührige Pflichterfüllung zialgüter- Beförderer in Wien wurde die nachstehende Einunserer wenigen städtischen Genossen spricht, noch viel klarer gabe eines Unternehmers zur Verlesung gebracht: dem ,, antikollektivistischen Bauernschädel" des Herrn Schäffle ,, Während die Staaten in ihrer Fürsorge für die gewerb noch immer, der Arbeiterklasse eine ihrer Bedeutung einen tüchtigen Stoß giebt. Nun, die Saat wird auflichen Arbeiter sich vereinigen, um denselben in gemeinsamer gehen, und kräftig in die Halme schießen auch in den Bauernschädeln. Die nächste Wahl wird es zeigen. Was aber das geschilderte„ System" betrifft, so möchte es wohl angebracht sein, authentisches Material darüber zu sammeln, damit unsere Abgeordneten es dem Reichstage vorlegen und eine Aenderung dieser Zufällig feiten" bewirken können. An Personen, die in die Geheimnine des Schreibens, Lesens und Zählens eingeweiht find, ist heutzutage auch auf dem Lande fein Mangel, am allerwenigsten im Kreise Köthen, dessen Bewohner eine seltene Elementarbildung befizen. Man wird sich auch hüten, den Mangel an Kenntnissen als Grund derartiger Wahlmännerwahlen hinzustellen, denn dies wäre doch wohl das sehr kompromittirende Geständniß, daß man nicht gerade sehr väterlich für die Bildung der getreuen Unterthanen gesorgt hat. Mögen nun die geschilderten Zustände eine bewußte oder unbewußte Wahlbeeinflussung in sich schließen gleichgültig. Jedenfalls hoffen wir, bei den nächsten Wahlen nicht so vielen Amtspersonen als Wahlvorstehern zu begegnen wie bei den jezigen. Zur Arbeitsgesetzgebung( Arbeiterschutz, Arbeiterversicherung u. s. w.) Die Legislatur von Virginien( Vereinigte Staaten) hat ein Gesetz passirt, welches die Beschäftigung von Kindern unter vierzehn Jahren in Tabatfabriken ver bietet. Daraufhin haben die Fabrikanten den Gouverneur ersucht, das Gesetz nicht zu unterzeichnen, weil sonst ihr Geschäft zu Grunde gehen müßte. Die Arbeiter im englischen Parlament. Die Führer der englischen Liberalen sträuben sich Thätigkeit ein menschenwürdiges Dasein 31. ermöglichen, während und Zahl entsprechende Vertretung im Parlamente einzu= der Schutz der Gesundheit, die Hebung des intellektuellen und räumen. Auf eine diesbezügliche Anfrage hat nach der moralischen Zustandes der arbeitenden Klassen Staat und Gesell- Frankf. 3tg." Gladstone vor einigen Tagen erklärt, schaft beschäftigen, während wir auf allen Gebieten Fortschritte zu daß auch er eine stärkere Vertretung der Arbeiter im verzeichnen haben, blühen in unserem Gewerbe nicht im Parlamente wünsche, aber er selbst sei zu alt, um perBergen sondern in voller Oeffentlichkeit Zustände, fönlich Vorschläge auf dem schwierigen Gebiete der sozialen Verborgenen wie aus dem langen Bestehen derselben anzunehmen wäre die den geringsten Forderungen der Menschlichkeit Frage zu machen, zumal die irische Frage vor allem" geradezu hoh sprechen! Vom frühesten Morgen bis in die späte Nacht sind in unserem erledigt werden müsse, die allerdings mit raschen Schritten Gewerbe Chefs(?) sowohl wie unsere technischen und manuellen ihrer Lösung entgegengehe; außerdem liege eine SchwierigMitarbeiter bei anstrengendster Arbeit thätig; wenn andere fich von in der Mittellosigkeit der geeigneten Kandidaten. der Tagesarbeit erholen, Vergnügungen aussuchen oder in anderer diese Schwierigkeit zu beheben, fordern eben die Radikalen Weise auf ihren Geist anregend zu wirken trachten, können wir die Zahlung von Diäten. Eine solche Neuerung paßt an die Nachtarbeit gehen. Während für die gewerb= freudig lichen Arbeiter( in Desterreich) ein Maximalarbeitstag von 11 Stun- aber dem alten Herrn ebensowenig, wie die Vermehrung den feitgefekt ist, während die meiſten Geschäfte um 7 Uhr ge- der Zahl der Arbeiterabgeordneten. Selbst John Morleu schlossen werden, müssen wir und unsere Mitarbeiter 16-18 Stun scheint fich um die Sache herumbrücken zu wollen: er sei den bei harten Mühen ausharren. set dagegen meint er sehr weisheitsvoll daß die Nation in Klassen geschieden werde. Literarisch e 3. Um Es ist unnöthig, mich auf eine ausführlichere Schilderung dieser Verhältnisse einzulassen; sie sind in unserem Gewerbe allgemein bekannt. Alle, dies ist meine Ueberzeugung, wünschen sehnlichst eine Aenderung und es fehlte bisher nur an der Initiative; wenn ich sie hiermit ergreife, so ist es wohl klar, daß ich mich nicht allein von Carl Marschner, die Horatier. Trauerspiel in zwei persönlichen Motiven leiten lasse, sondern von der Ueberzeugung gedrängt werde, daß die bestehenden Zustände in unserem Aufzügen. Dresden und Leipzig, J. Pierson's Verlag., 1890. Gewerbe unhaltbar sind, daß in kurzer Zeit, wenn wir nicht Louis Bertrand, La question ouvrière et la zuvorkommen, unsere Arbeiter eine Aenderung schaffen werden, conférence internationale de Berlin. Bruxelles 16 rue du Persil. schaffen müssen. Unser Sinn für Menschlichkeit, aber auch unser 16 p. 10 centimes. Interesse soll uns jedoch bewegen, das freiwillig zu bieten, was wir in Sturzent voraussichtlich geben werden müssen. Der Einzelne ist freilich außer Stande, selbstständig vorzugehen und seinen Arbeitern sowie sich selbst zu gewähren, was er für unbedingt nothwendig hält. Dies ist nur zu bewirken, durch freie Vereinbarung der Chefs, Zwang durch die Arbeiter oder gesegliche Regelung; letzteres wäre bei unserer Abhängigkeit von der übrigen Staufmannswelt und den hieraus für die freie Vereinbarung resultirenden Schwierigkeiten vielleicht am besten!" Diesem sehr beifällig aufgenommenen Antrage wurde Nun, wenn die Virginier Tabakfabrikanten ohne die Folge geleistet und ein Komitee zur Berathung und baldigen Arbeit der Kinder nicht bestehen können, dann sollen sie Beschlußfassung in dieser Angelegenheit gewählt. selber arbeiten oder zu Grunde gehen. In legterem Falle wird ihnen keiner eine Thräne nachweinen. Die Kinderarbeit ist ein entsetzlicher Fluch unseres Zeitalters, ein Spott auf unsere Zivilisation, ein Spott auf das Christenthum. Die Gesellschaft, welche nicht fertig werden kann, ohne die Arbeitskraft der Kinder in den Fabriken auszubeuten, ist werth, daß sie zu Grunde geht; je eher, desto besser. Zur Sonntagsruhe. Der Verein der Berliner Papier- und Schreibwaarenhändler beschloß am Donnerstag voriger Woche: " In Erwägung des Umstandes, daß die Sonntgsruhe zur Erhaltung des förperlichen und geistigen Wohles der Kollegen unbedingt erforderlich ist, J. Schäppi, Arbeit, Verdienst, Besserstellung der unverheirathet bleibenden Frauen. Zürich, Schröter und Meyer 1888. 108 S. 1 Mark. Briefkasten. 18. März. Der Kranz der Berliner Genossen trug die schöne Inschrift: Dank Euch, in fernerer Erwägung, daß es bisher nicht möglich gewesen, die Schließung der Geschäfte an Sonn- und Feiertagen selbst nur den während einiger Stunden und in einigen Monaten des Jahres durchführen zu können, Die Virginier Tabakfabrikanten haben nichts erzielt, denn der Gouverneur unterzeichnete die Bill troß ihres Protestes. Es ist die erste derartige Bill, welche in einem Aber je mehr der Süden des südlichem Staate durchging. der Vereinigten Staaten industriell wird, desto mehr wird auch der gesegliche Arbeiterschutz nothwendig werden. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich jetzt Naunynstr. 78, im Restaurant Winter. Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8-91/ 2 Uhr u. Sonntage Vormittags bon 10-11 Uhr an Mitglieder wie an Nicht mit glieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittlungs- Kommiffion. Der unentgeltliche Central- Arbeits- Nachweis der Maler und Anstreicher Berlins befindet sich Dresdenerstr. 116( Restaurant Wendt) und ist geöffnet Vormittags von 7-9 Uhr. W. Gründel's Restaurant ( früher: R. Wendt.) Dresdenerstraße 116. Arbeitsnachweis und Verkehr der Buchbinder, Schloffer, Drechsler, Maler, Töpfer, Stellmacher, Sattler und Gärtner. Reichhaltiger Frühstücks, Mittags: und Abendtisch. Borzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. 2 Billards und Kegelbahnen.- Saal zu Versammlungen. Fernsprech- Anschluß. Amt 9a. Nr. 578. Allen Freunden und Genossen empfehle mein Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. 2 Vereinszimmer stehen zur Verfügung. Herrmann Wuttke, Friedrichsbergerstr. 20, pt. Franz Beyer, Prinzessinnenstrasse 15( am Moritzplatz) empfiehlt: Punsch und Rum, Originalflaschen 1.50. Roth- und Ungarwein/ Fl. 1.50. Oigarren u. Tabake reichhaltiges Lager bon O. Klein. 15. Ritterstraße 15. [ 40 Dafelbst Zahlstelle der Gürtler u. Bronceure( E.H.60. der Ihr Kämpfer stark und treu, Daß muthig Ihr gerungen, Des Volkes Rechte ohne Scheu Ihr sterbend habt erzwungen. Wenn auch der grüne Blätterkranz, Verwelfen muß und modern, Wird stets doch Eurer Thaten Glanz Begeisternd in urs lodern.. Und sankt Ihr auch zum Tod hinab, Der nie den Streiter ächte, Wir reichen über Eurem Grab', Verbrüdernd uns die Rechte! Den tapferen Kämpfern für Freiheit und Recht gewidmet von Genossen der Berliner Sozialdemokratie. Frankfurt a. M. Früher war das wohl der Fall, in den legten Jahren seines Lebens hat B. aber wohl nichts mehr gegeben, begrüßt die heutige Versammlung die getroffenen Maßnahmen dagegen war er immer bereit, arme Genoffen umsonst aufzunehmen. Krefeld. Generalanzeiger. Wir haben solchen Unsinn Königlichen Polizeipräsidiums betreffend zeitweise Schließung über den Normalarbeitstag schon 100 Mal gelesen und widerlegt. Geschäfte an Sonn- und Festtagen mit Freuden, ersucht aber das königliche Polizeipräsidium, die Warum nun noch das 101. Mal? gänzliche Schließung jämmtlicher Geschäfte von 10 Uhr Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabge. setzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Spezialität: Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. Die Buchhandlung und Buchbinderei v. R. Kohlhardt, 34, Mariannen- Strasse 34, empfiehlt allen Bekannten ihre Schriften und Bilder. Achtung! Der Streit der Firma Friedrich Siemens& Co., Neuenburgerstraße 24, dauert unverändert fort. 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