Berliner Volks- Tribüne Social- Politisches Wochenblatt. UNES Einzelne Nummer 15 Bfg. Die Berliner Bolts- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Bfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jebe Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Brets viertelfährlich 1 mr. 50 Bfg.; eingetragen unter Nr. 893 der Zeitungspreisitfte für das Jahr 1890.) Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 16. Zum 1. Mai. demokratie. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Naum mit 20 Bfg. berechnet.- Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Expedition: Oranien- Straße 23. Sonnabend, den 19. April 1890. Ausgabe für Spebiten re: Boltsblatt" Zimmer- Straße 44. IV. Jahrgang. Atheismus und Sozial- Unter solchen Umständen können wir es mit unserem maitage, Euch des Vertrauens, mit welchem die Arbeiter der Gewissen nicht vereinigen, den deutschen Arbeitern zu Welt auf die Sieger des 20. Februar blicken, würdig zeigen. Löhnungstag. Gedicht. Novelle von empfehlen, daß sie den 1. Mai zu einem Tag allgemeiner Halle a. S., den 13. April 1890. Mackay VII.- Das Risiko der Eisenbahn- Arbeitsruhe machen. Die sozialdemokratische Fraktion des Deutschen arbeiter. Die Lage der Schreiner in München. Ein solcher Beschluß würde nicht durchzuführen Reichstages. Die Großbourgeoisie und die kaiserlichen sein; er würde in den Arbeiterkreisen selbst vielfach auf Aner. Bebel. Birk Blos. Bock. Bruhns. Diet. Erlaffe. Internationale Fleischproduktion. Widerstand stoßen; er würde möglicherweise wirthschaftliche Dreesbach. Förster. Frohme. Geyer. Grillenberger. Pferdefleischnahrung. Ein Bekämpfer der und politische Konflikte von unabsehbarer Tragweite ver- arm. Heine. Hickel. Joest. Liebknecht. Meister. Sozialdemokratic. anlassen und dem Zweck der Manifestation nur Abbruch thun. An die Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands! Die deutsche Sozialdemokratie hat nicht nöthig, Heerschau zu halten nach dem großen Aufmarsch und Sieg des 20. Februar. Megger. Molkenbuhr. Schippel. Schmidt( Frankfurt). Schmidt( Mittweida). Schulze. Schumacher. Schwarz. Seifert. Singer. Stadthagen. Stolle. Tupauer. Ulrich. Vollmar. Wurm.') * * * Resolution: Das, worauf es ankommt, und das, was der Pariser Der internationale Arbeiterkongreß, welcher am 14. Juli Kongreß gewollt hat, ist eine allgemeine, imposante Kund- Die am 1. Mai d. J. in tagende, von un= des vorigen Jahres in Paris zusammentrat, faßte in der gebung der Arbeiter zu Gunsten des Achtstundentages und gefähr Personen besuchte Versammlung erklärt Sigung des 19. Juli folgenden Beschluß: der nationalen und internationalen Arbeiterschuß- Gesez- im Einverständniß mit den Beschlüssen des Pariser Arbeiter„ Es ist für einen bestimmten Zeitpunkt eine gebung. Die deutsche Arbeiterschaft soll möglichst in ihrer tongresses, auf welchem die deutsche Arbeiterschaft durch große internationale Manifestation( Rundgebung) zu Gesammtheit den 1. Mai feiern, und dieser Zweck wird fast hundert Delegirte vertreten war, daß die Forderung organisiren, und zwar dergestalt, daß gleichzeitig voll und ganz erreicht durch Abhaltung von Arbeiter eines gefeßlich festzustellenden Normalarbeitstages, der in in allen Ländern und in allen Städten an einem versammlungen, Arbeiterfeste und ähnliche Kund- den wirthschaftlich entwickelten Ländern schon jetzt, unter bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentlichen gebungen, auf denen Massenbeschlüsse im Sinne des Pariser Wahrung aller berechtigten Interessen der Industrie, auf Gewalten( Behörden) die Forderung richten, den Kongresses gefaßt werden. acht Stunden bemessen werden kann, sowie die übrigen von Ob nun aber das eine oder das andere am 1. Mai Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen und Wo immer man eine Srbeitsruhe am 1. Mai dem Pariser Kongreß formulirten Forderungen des natiodie übrigen Beschlüsse des internationalen Kongresses ohne Konflitte erwirten an, da möge es genalen und internationalen Arbeiterschutzes eine Lebensvon Paris zur Ausführung zu bringen. fchehen. frage für das arbeitende Bolt find und sie wenden fich In Anbetracht der Thatsache, daß eine solche an die Gesetzgebung mit dem Verlangen, diesen Forderungen Rundgebung bereits von dem Amerikanischen Arbeiter geschicht, überall wo Massenzusammenkünfte stattfinden, gerecht zu werden. bund( Federation of Labor) auf seinem im Debund( Federation of Labor) auf seinem im De empfehlen wir den Leitern dieser Arrangements auf's soeben beschlossene Resolution unter Beifügung der einDas Bureau der Versammlung wird beauftragt, die zember 1888 zu St. Louis abgehaltenen Kongreß Dringendste, durch Aufstellung zahlreicher Ordner, die schlägigen Beschlüsse des Pariser Kongresses zur Kenntniß für den 1. Mai 1890 beschlossen worden ist, wird äußerlich kenntlich sind, dafür zu sorgen, daß es zu keinerlei des Deutschen Reichstages zu bringen. dieser Zeitpunkt als Tag der internationalen Kund- Störungen und unliebsamen Auftritten kommt. Weiter empfehlen wir unbeschadet der Gestalt, welche gebung angenommen. Die Arbeiter der verschiedenen Nationen haben die Rundgebung in der Art und Weise, wie sie ihnen die Manifestation annimmt, allüberall die Sammlung durch die Verhältnisse ihres Landes vorgeschrieben von Maffenunterschriften für eine Petition an den wird, ins Werk zu setzen." Reichstag zu organisiren, in welcher die Verwirklichung Dies ist der Wortlaut des Beschlusses in möglichst der Beschlüsse des Pariser internationalen Arbeiterkongresses treuer Uebersetzung. gefordert wird. * * * Diese Beschlüsse des Pariser Kongresses lauten: " In Erwägung, daß die kapitalistische Produktion in rascher Entwickelung nach und nach die ganze Welt erfaßt, in Erwägung, daß die kapitalistische Produktionsweise die steigende Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die herrschende Klasse bedeutet, daß die immer intensivere Ausbeutung die soziale und poli Der Kongreß hat also nicht vorgeschrieben, auf Dieser Petitionssturm soll am 1. Mai beginnen, und welche Weise die Kundgebung des 1. Mai bewerkstelligt die Sammlung der Unterschriften soll die nächsten Monate tische Unterdrückung und Versklavung der Arbeiterklasse zur Folge werden soll. Die Art und Weise der Ausführung ist dem hindurch bis Ende September d. J. ununterbrochen betrieben hat, zu ihrer physischen und moralischen Degeneration führt, werden. Die Petitionsformulare sind vom 22. d. M. daß es deshalb Pflicht und Aufgabe der Arbeiterklasse aller Ermessen der Arbeiter der verschiedenen Länder überlassen ab in beliebiger Anzahl unentgeltlich in den Erpeditionen Länder ist, diese sie ruinirende und die freie Entwickelung der Insbesondere ist nicht davon die Rede gewesen, daß der deutschen Arbeiterblätter in Empfang zu nehmen, und Menschheit bedrohende Gesellschaftsorganisation mit allen ihr zu am 1. Mai 1890 die Arbeit ruhen solle. Wäre eine der die unterzeichneten Petitionen find auch wieder an diese Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen, worden. artige Ansicht ausgesprochen worden, so wäre sie auf entschiedenen Widerstand gestoßen, ebenso wie der Vorschlag, einen allgemeinen Streik zu organisiren, welcher Vorschlag von deutscher Seite bekämpft und von dem Kongreß zurück gewiesen wurde. abzuliefern. überall neue Arbeiterorganisationen, wo solche noch Endlich muß die Manifestation auch benußt werden, nicht bestehen, in's Leben zu rufen und die bestehenden Organisationen zu feftigen. Ohne Organisation im Kampfe tein Sieg. Der Zweck des Beschlusses war, eine gleichzeitige Kundgebung der Arbeiter aller Länder zu veranlassen, um die die kräftigste Mitwirkung der Arbeiterpresse. In jedem Fall rechnen wir in all diesen Dingen auf Einheitlichkeit der Bestrebungen aller Arbeiter zu klarem Sind nicht überall Redner vorhanden, welche in VerAusdruck zu bringen. In der Einheitlichkeit und Allge: sammlungen die Beschlüsse begründen können, so werden meinheit der Kundgebung liegt ihr Werth. Es muß also sich doch überall tüchtige Genossen finden, welche die Resoalles vermieden werden, was der Kundgebung diesen impo- lution, deren Wortlaut wir nachstehend folgen lassen, versanten Charakter der Einheitlichkeit und Allgemeinheit lesen und mit den angemessenen Erläuterungen versehen nehmen könnte. fönnen. daß es sich aber in erster Linie darum handelt, der weiteren gegen zu arbeiten, verheererden Wirkung der herrschenden Wirthschaftsordnung entbeschließt der Kongreß: I. Die Schaffung einer wirksamen Arbeiterschuß- Gesetzgebung für alle Länder mit moderner Produktion ist eine unabweisbare Nothwendigkeit. Als Grundlage derselben betrachtet der Kongreß: a) den achtstündigen Normalarbeitstag. b) Verbot der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren und Beschränkung der Arbeit aller Minderjährigen von 14-18 Jahren auf 6 Stunden pro Tag. c) Verbot der Nachtarbeit mit Ausnahme für jene Betriebe, welche ihrer Natur nach ununterbrochenen Betrieb erfordern. d) Ausschluß der Frauenarbeit in allen den weiblichen Dr=" ganismus besonders schädigenden Betrieben. e) Verbot der Nachtarbeit für Frauen und für männliche Arbeiter unter 18 Jahren. f) Eine mindestens 36 Stunden hintereinander umfaffenbe Ruhezeit pro Woche. g) Verbot solcher Industrien und solcher Arbeitsmethoden, welche der Gesundheit der Arbeiter besonders schädlich find. h) Aufhebung des Trucksystems. Ein allgemeines Ruhen der Arbeit läßt sich unter den Parteigenossen, Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschgegenwärtigen Arbeitsverhältnissen unmöglich erwirken; lands! im wesentlichen dieselben Gründe, die den Kongreß veran- Die Pflichten, welche das Vertrauen unserer Wähler, laßten, den allgemeinen Streit zu verwerfen, stellen sich die Beschlüsse dreier Parteikongreffe und der Zwang der auch dem Plan einer solchen allgemeinen Arbeitsfeier, dem Verhältnisse uns auferlegen, sind die Veranlassung, daß allgemeinen Ruhenlassen der Arbeit für die Dauer eines wir in dieser Angelegenheit das Wort nehmen, obgleich bestimmten Tages, entgegen. schon mehrfach Beschlüsse bezüglich der Feier des 1. Mai Zu diesen Erwägungen kommen noch politische gefaßt find. Parteigenossen, Arbeiter und Arbeiterinnen DeutschBedenken; es liegt in der Natur der Dinge, daß die Feinde der Arbeitersache in Deutschland jetzt alles auf lands! bieten, um den Arbeitern die Früchte des Sieges vom Wir wissen, daß Ihr auf der Höhe Eurer Aufgabe industrie, umfassende Inspektion durch staatlich besoldete Inspek20. Februar d. J. zu entreißen. Wer die Preßorgane fteht. Ihr werdet auch am 1. Mai die besonnene Haltung toren, welche mindestens zur Hälfte von den Arbeitern selbst zu der Bourgeoisie lieft, ersieht aus denselben, daß die Feinde bewahren, der wir den Sieg des 20. Februar verdanken. wählen find. der Arbeiterfache auf den 1. Mai große Hoffnungen sezen. Wir wissen, Ihr seid Euch der Bedeutung des Mo1) Die fehlende Unterschrift des Abg. Kunert erklärt sich ane Sie hoffen und wünschen, daß die Kundgebung des 1. Mai mentes voll bewußt, und Ihr werdet durch Massentheil- dem Umstand, daß sich derselbe wegen Majestätsbeleidigung in zu Konflikten mit der Staatsgewalt führen werde. nahme an der Manifestation des internationalen Arbeiter- Untersuchungshaft befindet. i) Eine alle industriellen Betriebe, einschließlich der Haus * * II. Der Kongreß erklärt es für nothwendig, alle diese Maß-| nofen behandelnd, von der unglaublichen Boraussetzung Der Reichsbote" faßt die Sache ganz anders auf. regeln durch Gesetze bezw. durch internationale Verträge zu sichern ausging, man habe in Berlin den allgemeinen Feiertag Er meint:„ Der Aufruf der sozialdemokratischen Fraktion und fordert die Arbeiterklasse aller Länder auf, in der ihren am proklamirt. Herr Liebknecht bat uns am Sonntag, ausdrück an die Arbeiter Deutschlands ist eine schwere Niedergeeignetsten erscheinenden Weise für die Verwirklichung dieser For- lich konstatiren zu wollen, daß er mit dieser Leipziger ,, Eselei" lage für Leute wie May Schippel und viele andere, derungen einzutreten und ihre Durchführung zu überwachen. absolut nichts zu schaffen habe. Für uns stand dies von welche bereits eine allgemeine(???) Arbeitseinstellung für III. Außerdem erklärt der Kongreß: Es ist Pflicht aller vornherein fest, wir wollen es gern aber auch für alle den 1. Mai proklamirten und von einer sozialdemokratischen Arbeiter, die Arbeiterinnen als gleichberechtigte Mitkämpferinnen unsere Leser feststellen. Heerschau und einer Rundgebung prahlten, welche der Welt die Macht der Arbeiter über alle Verhältnisse beweisen anzusehen und dem Grundsaße: Gleicher Lohn für gleiche Leistungen auch in Bezug auf die Arbeiterinnen zur Geltung zu verhelfen. In einer Korrespondenz aus Deutschland" wird im sollte. Die„ Volks- Tribüne" suchte sogar durch Gedichte Als ein wesentliches zum Ziel führendes Mittel hierfür, wie für Londoner ,, Sozialdemokrat" behauptet, die Unterzeichner dazu aufzuregen." die Berwirklichung der Emanzipationsbestrebungen der Arbeiterklasse des Berliner Aufrufes seien vorher entschieden für die berhaupt, erachtet der Kongreß die Organisation der Arbeiterklasse allgemeine Arbeitsruhe gewesen. Das ist ein großer Aehnlich bemerkt die Nation alzeitung":" Wie and fordert demnach volle Koalitions- und Vereinigungsfreiheit. Irrthum. Die Berliner Genossen waren im Gegentheil man sieht, hat die Fraktion sich auf den von Herrn von der Unmöglichkeit der allgemeinen Ruhe längst Liebknecht eingenommenen Standpunkt gestellt. überzeugt, und bedauerten darum um so mehr, daß von Der entgegengesetzten Auffassung wird ein Zugeständniß anderer Seite keine Vermittlungsvorschläge kamen. Sie durch den faft nur beiläufigen Saß gemacht, daß, wo immer man eine Arbeitsruhe am 1. Mai ohne Konflikte entschlossen sich dann selbst zu solchen und empfahlen: erwirken kann, es geschehen möge." Der Nachdruck des Aufrufes aber liegt auf der Mahnung, keinen Versuch zur Wenn Erzwingung der Arbeitsunterbrechung zu machen. dabei behauptet wird, die Bourgeoisie" wünsche Ronflikte am 1. Mai, so ist das eine von den stereotypen Heßereien, die zum eisernen Bestand der sozialdemokratischen Agitation gehören. Alle Welt wünscht, daß die auf Ausgleichung der Klaffengegensäge gerichteten Bestrebungen nicht durchkreuzt werden mögen durch einen willkürlichen Versuch der Vergewaltigung der Produktion seitens der Arbeiter, wie er in der einseitigen Unterbrechung der Arbeit liegen würde." Dieser Aufruf der Reichstagsfraktion trägt den Stempel des Kompromisses deutlich an der Stirn, aber wir glauben, daß unter den obwaltenden Verhältnissen ein anderes Resultat nicht zu erzielen war wenn die zu Tage getretenen verschiedenen Strömungen zusammen und nicht gegeneinander arbeiten wollten. Volle Feier, wo starke Gewerkschaften sind, Bersammlungen mit gemeinsamen Resolutionen, wo an eine Feier nicht zu denken ist, und Massenpetitionen auf alle Fälle. Der Charakter des Kompromisses tritt am deutlichsten Der Abgeordnete Liebknecht hat an den Sekretär hervor, wenn man den Aufruf der Fraktion mit dem ber Fédération nationale des syndicats in Bordeaux Berliner Programm so dürfen wir der Kürze folgendes Schreiben gerichtet: vergleicht. Dieses schlug wörtwegen wohl fagen fich vor: Ferner: In allen Versammlungen arrangire man eine Maffenpetition. Sollten wider Erwarten die VersammIungen verboten werden, so ist dennoch die Unterschriftenfammlung vorzunehmen. 1/2 Millionen Stimmen am 20. Februar! 2 Millionen Unterschriften am 1. Mai! Theuerer Genosse! Ich habe foeben Ihren Brief erhalten und beeile mich, ihn zu beantworten. Es ist wahr, daß ich mich gegen den General st re it ( contre le chômage général) erflärt habe, weil wir ihn nicht durchsetzen können und weil der Versuch, ihn durchzuführen, uns Enttäuschungen und wahrscheinlich konflitte bringen würde, die besser vermieden werden. Alle meine Freunde theilen meine Meinung. Was Frankreich anbelangt, so habe ich kein Urtheil, und habe auch keinen Nath zu ertheilen. Das ist Ihre Sache. Liebknecht. In allen Industriestädten, in denen starke Organisationen bestehen, ist der 1. Mai ein Feiertag. In allen anderen Orten, in denen keine ausgeprägt starten Arbeiter- Organisationen bestehen, der Proklamirung des Feiertages Schwierigkeiten im Wege stehen, mag In der Vossischen Zeitung" lesen wir:„ Die irgend einer der Interessenten zu einer den Verhältnissen des Aber überall, wo die Arbeiter gut genug organifirt deutsche Sozialdemokratie, soweit sie durch ihre Abgeord= Ortes entsprechenden Zeit ebenfalls eine öffentliche Ver- find, um den Bourgeois die Arbeitsruhe aufzuzwingen, sammlung mit dem gleichen Thema einberufen. Also: da sollen sie es thun.( Mais partout où les ouvriers sont neten vertreten ist, hat neuerlich einen Beweis bewundernsAberall, in dem fleinsten Flecken Deutschlands, am 1. Mai assez bien organisés pour imposer le chômage aux bourgeois, würdiger Disziplin gegeben. Wiewohl die Meinungen über öffentliche Versammlungen, das gleiche Thema und die gleiche qu'ils le fassent.) Der 1. Mai muß allgemein gefeiert werden die für den 1. Mai geplante Rundgebung weit auseinander Begeisterung für die Verkürzung der Arbeitszeit! Die in und die Manifestation, auf der wir bestehen, wird allgemein sein. gingen, insbesondere der Abgeordnete für Chemniz, Mar den Versammlungen zu fassenden Resolutionen sind mit Es wird Versammlungen, Feſte u. 1. w. am Abend geben und eine Schippel, in der hiesigen„ Volks- Tribüne" mit großer Angabe der Anzahl der Betheiligten an die Arbeitervertreter einzige Resolution für ganz Deutschland. im Reichstage zu senden. Lebhaftigkeit für den Weltfeiertag(???) eingetreten war, eine Reihe von sozialdemokratischen Versammlungen fich auch in diesem Sinne schlüssig gemacht hatte, veröffentlicht die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages nunmehr Die Voss. 3tg.", das objektivste bürgerliche Blatt einen Aufruf, in welchem mit klaren und bündigen Worten von Einwänden erhob man nicht gegen die erste und die der„ Volfstribüne" für den allgemeinen Weltfeiertag vermochten, es daher den Arbeitern überlassen wollten, ob Diese drei Forderungen und welche Fluth in Berlin, meint, Herr Schippel sei noch in voriger Nr. der Weltfeiertag verworfen wird. Die Mittheilung, daß sich die sozialdemokratischen Abgeordneten nicht zu einigen legte! sind also durchgedrungen. Der Aufruf der eingetreten. Das ist ein Irrthum. Die„ Volfstribüne vermochten, es daher den Arbeitern überlassen wollten, ob zeichnete wohl das Biel" und das darinliegende Hinreißende fie den 1. Mai feiern oder nicht, hat sich nicht bestätigt. des Gedankens des Feiertages, fügte aber gleich hinzu, daß unter der Erklärung stehen die Namen sämmtlicher sozialSchippel. Nur die Unterschrift des Herrn Kunert fehlt, Die Frage im Augenblicke so stehe:„ wie weit wir jetzt demokratischen Abgeordneten, auch derjenige des Herrn gerade dem Ziel uns zu nähern vermögen." der Gedanke der thatsächlichen Durchführung für diesen da fich derselbe wegen Majestätsbeleidigung in Untersuchungs1. Mai_zurückgewiesen, der nächste wird uns hoffentlich haft befindet... Wir können diese Haltung der sozialstärker finden. Für diesmal schlugen die Berliner Genossen gebung vom 1. Mai ist dadurch ihres bedenklichsten demokratischen Abgeordneten nur billigen vor: Arbeitsruhe, wo starke Gewerkschaften gebung vom 1. Mai ist dadurch ihres bedenklichsten .. Die Kundgebung vom 1. Mai barafters entfleibet wird nach dem Aufrufe der sozialdemokratischen Fraktion, vorausgesetzt, daß derselbe allenthalben beobachtet wird, keine bedrohlichen Folgen haben." Fraktion empfiehlt ebenfalls: Arbeiterversammlungen mit Massen beschlüssen, Arbeitsruhe( wo sie ohne Konflikt erwirkt werden kann), Maffenunterschriften für eine Petition an den Reichstag. Soweit könnte man an einen vollständigen Sieg der Berliner Unterzeichner glauben, aber es ist auch hier der Ton, der die Musik macht, und der in der Einleitung des Fraktionsaufrufes angeschlagene Ton iſt zweifellos geeignet, die ursprüngliche Begeisterung der deutschen Arbeiter für die Arbeitsruhe wesentlich herabzustimmen. Es steht auch nach dem Fraktionsaufruf den Arbeitern noch frei, zu feiern, soweit es ihnen beliebt nur„ KonKitte" sollen fie nicht heraufbeschwören. Aber die Einleitung des Schriftstückes wird zweifellos das Gewicht der jenigen Elemente verstärken, die der Feier fernzubleiben. gedenken. " " vorhanden sind." Damit ist Von Presstimmen registriren wir die folgenden: Die Freisinnige Zeitung" macht es flußig, daß im Aufruf die Stelle geblieben ist: H Wo immer man eine Arbeitsruhe am 1. Mai ohne Konflikte erwirken kann, da möge es geschehen." * Die KundDie Nordd. Allg. 3tg." urtheilt:„ Daß man sich durch Etablirung eines Arbeiterfeiertages mit der bürgerlichen und wirthschaftlichen Ordnung aller Länder in Ronflikt segen müsse, lag auf der Hand, und dieses zu thun, nahmen weitere Kreise der Arbeiter Und da möchten wir, soweit unser Einfluß reicht, Man ist in Halle zu einem Kompromiß gelangt, wohl vielfach Anstand. Auch in Deutschland war dies allen auf das Eindringlichste in das Gedächtniß rufen, daß welches aber das Widerspruchsvolle und Inkonsequente des offenkundig der Fall; es ist eben ein Unterschied zwiein von zahlreichen Berufsgenossen nicht eingehaltener, ganzen Vorgehens nur um so schärfer hervortreten läßt. schen Abgabe eines sozialdemokratischen Stimmalso partieller Feiertag viel gefährlicher ist wie Wenn nicht die Absicht bestanden hätte, am 1. Mai auch zettels bei einer geheimen Wahl und dem perein allgemeiner Feiertag in demselben Gewerke oder die Arbeit einzustellen, wie ist man denn überhaupt dazu fönlichen Eintreten für öffentliche sozialdemo= internationale ,, Rundgebung" demselben Etablissement desselben Ortes. An Konflikte mit gekommen, für die große internationale Rundgebung" ge- fratische Demonstrationen Das Schippel'sche der Staatsgewalt glauben wir überhaupt nicht, aber die rabe einen Werktag zu wählen, also einen Tag, an Blatt aber ließ verkünden, daß es die Hauptsache" sei, der Staatsgewalt glauben wir überhaupt nicht, aber die welchem die Veranstaltung von Festen und Versammlungen durch allgemeinste Begehung des Arbeiterfeiertages zu zeigen: Unternehmer werden alle Machtmittel gegen die Arbeiter durch den abendlichen Schluß der Werkstätte von vornherein„ daß das ganze Wirthschaftsgetriebe von Euch abin Anwendung bringen und ihr Muth wird jett wahrlich ebenso behindert wird wie durch den frühen Anfang der hängt". So war es gewiß nicht leicht, bei den in ... Es ist nun das Kom- Halle geführten Verhandlungen der sozialdemokratischen nicht geringer geworden sein. Und da ist eines klar: feiern Arbeit am andern Morgen?. in dem gleichen Orte alle Arbeiter derselben Fabrik, der- promiß zu Stande gekommen, welches sogar in der Fassung Reichstagsabgeordneten die Brücke des Kompromisses des Aufrufs klar hervortritt. Denn während es im Ein- zwischen den weitauseinandergehenden Meinun felben Gewerkschaft'), dann giebt es keine Maßregelungen, gang heißt, daß in der Einheitlichkeit und Allgemeinheit gen zu schlagen. Wie die in den sozialdemokratischen denn wollte ein Unternehmer erst damit anfangen, so müßte der Kundgebung der Werth liege, ist im weiteren Verfolg Blättern vorliegende Ansprache ergiebt, hat man diesen er gleich die ganze Bude zu" machen. Feiert aber nur des Aufrufs die Stelle eingeschoben worden: Kompromiß zu schließen gewußt; man spricht sich gegen ,, Wo immer man eine Arbeitsruhe am 1. Mai " ein Theil, kommen in dieselbe Fabrik die einen nicht, ,, ein allgemeines Ruhen der Arbeit" aus, weil sich ohne Konflikte erwirken kann, da möge es gefolches unter den gegenwärtigen Arbeitsverhältnissen un während die anderen wie immer arbeiten dann werden schehen." Maßregelungen auf Maßregelungen fich häufen und sie Das heißt also mit anderen Worten: wenn man den möglich erwirken" lasse; wo aber eine Arbeitsruhe werden gerade die anständigsten und entschlossensten unserer 1. Mai blau machen kann, so möge man es thun, unbe- am 1. Mai ohne Konflikte" zu erwirken sei, ba schadet, daß dadurch der Charakter der Einheitlichkeit ver- möge es geschehen".... Hier genügt es, zu konstatiren, Kämpfer treffen. loren geht. Unter" Konflikten" find hier offenbar nur die daß das beschwichtigende Element bei dem ersten in Wir rathen heute den deutschen Genossen weiter nicht, Sonflikte mit der Staatsgewalt zu verstehen, welche ver- der neu zusammengesezten sozialdemokratischen Reichstagsweil wir unsere Hände für gebunden erachten. Die mieden werden sollen. Ein Konflikt mit den Intereffen partei hervorgetretenen und nach außen bekannt gewordenen Arbeiter aber, die noch freie Hand haben und die fich der Arbeitgeber aber liegt bei der Arbeitseinstellung am Konflikt die Oberhand für diesmal behalten, und Ein solcher Konflikt daß das erste, was die Fraktion nach dem für sie unerfür volle Arbeitsruhe entscheiden, mögen wenigstens nicht 1. Mai unter allen Umständen vor. vergessen, daß sie alle Berufsgenossen ihres Ortes und ist zugleich auch ein Konflikt mit der Rechtsordnung, sobald wartet günstigen Ausfalle der Reichstagswahlen gethan, die Arbeitseinstellung nicht innerhalb der geltenden Kündi- die Vermittelung eines Rompromisses im eigenen Lager Gewerkes mit sich fortzureißen fuchen müssen und daß nun- gungsfrist vorher angekündigt wird. Der Aufruf im war." mehr nach dem Fraktionsaufruf für fe die Situa- Ganzen macht den Eindruck einer Rückzugskannonade, Die Berliner Volkszeitung" meint zum Aufruf: tion viel gefahrvoller ist wie vorher. nachdem man sich überzeugt hat, daß man sich zu weit Eine Rückzugstannonade der Sozialisten und Daß fich auch der Name des Herrn Mar Schippel darWir konstatiren damit einfach eine Thatsache, wir vorgewagt. weiter nichts werden auch die für den 1. Mai geplanten unter befindet, dessen Vollstribüne" noch am Tage vor kritifiren sie nicht, aber wir möchten auch nicht, daß sie Bersammlungen sein... Eine Rückzugskannonade wird dem in Salle gefaßten Beſchluſſe in ſchlechter Brosa und auch der Petitionssturm" sein, der arrangirt werden noch schlechteren Reimen für den Weltfeiertag donnerte, soll und der von vorn herein seine Bedeutung dadurch ver- das ist der Humor davon." liert, daß er nach einer bis ins kleinste Detail von oben her vorgeschriebenen Schablone ins Werk gesetzt wird. In sozialistischen Blättern wurde vor einigen Tagen noch der Plan, die Feier des 1. Mai in einem solchen Petitionssturm auslaufen zu lassen, auf das ergste bekrittelt und bespöttelt." übersehen wird. Wir erwähnten in voriger Nummer einen Artikel des Leipziger„ Wähler", der, den Aufruf der Berliner Ge1) Wir gebrauchen hier Gewerkschaft im Sinne von: alle Angehörigen desselben Berufes, also alle Tischler, Schneider x. s. w., nicht nur die im Fachberein"( Gewerkschaft in diesem Sinne) suganirten. * * Der Leipziger Wähler schreibt: „ Vorstehender Aufruf, welcher den von uns vertretenen Anso hoffen wir bon schauungen vollkommen entspricht, wird der gesammten Arbeiterschaft Deutschlands mit Freuden begrüßt werden. Unsere Feinde aber, die schon vom Zerfall der Sozialbemokratie redeten und die Fraktion in atvei feindliche Lager ge= spalten wähnten, find, ebenso wie das Loekspitzelthum, das auf den ersten Mai als de« Tag der Rettung gehofft hatte, um eine Hoffnung betrogen. Die deutschen Arbeiter stehen zu ihren erwählten Führern, und sie werden jedem Versuch, Spaltungen herbeizuführen, mit kräftiger Hand entgegentreten..... In unserer Partei ist es unmöglich, daß ein Individuum sich über die Sesammtheit erheben, persönliche Interessen über die Parteiinteressen stellen kann. Wer das wollte, wäre einfach kein Sozialdemokrat, und würde. sobald er seine wahre Natur zeigte, aus der Partei entfernt werden falls es ihm möglich war, die Genossen zu düpiren.... Es liegt « der Macht keines Individuums, die Sozialdemokratie zu spalten, in der freieu Kritik aber, die wir in unseren eigenen Reihen rück- haltlos üben, besteht ein wesentliches Moment unserer Stärke. veung— die Einheitlichkeit der Partei hat sich wieder glänzend bewährt, und der 1. Mai wird ein Triumphtag des deutschen Pro letariats sein, würdig des 20. Februar!" Die„Schles. Nachr.", das Organ der Breslauer Genossen, versprechen sich von dem Pelitionsgedankcn nicht viel.„Max Schippel(?)hat den Vorschlag gemacht, für Einführung des achtstündigen Arbeitstages Massen-Pctilionen an den Reichstag zu senden. Er hofft, es würden sich 2 Millionen Unterschriften aufbringen lassen. Wir glauben im Gegentheil, daß die Zahl der Unterschriften aus ver schiedenen Gründen bei weitem nicht die Zahl von V/z Mill. die Zahl der sozialdemokratischen Wahlstimmen, erreichen könnte. Außerdem däucht uns, eine Petition sei eine die zu schwächliche Demonstration für diese Angelegenheit!"— Die„Schles. Nachr." rathen den Genossen nunmehr Fol gendes:„Der 1. Mai d. I. soll ein Arbeitstag von nicht mehr als 8 Stunden sein. Da in den meisten Fabriken die Arbeit um 6 Uhr früh beginnt, so laufen wenn man für Frühstück und Mittag im Ganzen zwei Stunden Pause rechnet, die 8 Stunden um 4 Uhr Nach mittags ab. Um 4 Uhr wäre dann Seitens aller Genossen die eine Demonstration für den Achtstundentag begehen wollen, die Arbeit niederzulegen. Der Rest des Tages ist zu einem Ausflug ins Freie oder zur Theilnahme an einer Versammlung zu verwenden." Zum 1. Mai i» Oesterreich. Die österreichischen Genossen haben bekanntlich den 1. Mai als Feiertag proklamirt. Die Wiener„Arbeiter- Zeitung", das österreichische Centralorgan, schreibt: „Unser Programm ist bescheiden, aber es hat den Borzug, daß es durchführbar ist. Die österreichischen Arbeiter sind älter und klüger geworden. Sie wissen heute genau, was sie wollen; sie wissen auch, was sie können. Xnd sie wollen nur, was sie können. Daß sie aber den 1. Mai in Oesterreich zum Arbeiter- seiertag machen können, haben sie heute, Anfangs Apri schon gezeigt. Die Kundgebungen aus dem ganzen Reiche, aus den großen Industriezentren sowohl, als aus den abgelegenen Landstädten beweisen, daß der Gedanke des Kongresses auch in Oesterreich einen fruchtbaren Boden vorgefunden hat. Wir brauchten nur zu fragen, die Antwort war bereit. Und von hundertlausenden von Arbeitern wird am 1. Mai auch in Oesterreich der Ruf tönen: Wir wollen den gesetzlichen Achtstundentag! Wir «ollen die Befreiung der Arbeit, wie unsere Brüder sie «ollen auf der ganzen Erde! Also der Erfolg ist gesichen. Die Kundgebung wird eine friedliche, streng gesetzliche, in ihrer Form höchst Harm- lose sein. Der 1. Mai gilt bei uns ohnebin als Halb- feiertag— freilich bis jetzt nur für die Besitzenden. Es ist nicht allzu unbescheiden, daß auch die Arbeiter ihn als ihren Festtag wählen. Sie haben so gut ein Recht aus einen besonderen Feiertag, als etwa die Bauern auf ihre vielen Bauernfeiertage. Und so viel Anlaß haben sie immerhin, am 1 Mai die Arbeit ruhen zu lassen, als etwa an den Namenstagen der verschiedenen Landesparrone, die sie ja feiern müssen, ohne befragt zu sein. Auch müssen die meisten von ihnen so viele Wochen im Jahr feiern, weil das Geschäft es so will, daß darin wohl nichts Erschreckendes für die Industrie liegt, daß die Saison von nun an um vierundzwanzig Stunden später zu Ende sein wird. Die Herren„Arbeitsgeber" können nicht sagen, daß sie von der Sache überrascht sind, daß„Kontraktbruch" vorliege, denn sie wissen es seit Monaten. Die Presse ist voll davon, hunderte von Versammlungen haben es ange- kündigt, ja, in einzelnen Fällen ist den Unternehmern direkt und persönlich mitgetheilt worden, wie von den Bäckern Wiens, daß am 1. Mai nicht gearbeitet werden wird. Es wäre also geradezu muthwillige Provokation von Seite der Unternehmer, der Fabrikanten und Meister, würden sie Schwierigkeiten machen. Der zweite Faktor sind die Behörden. Was ste thun könnten, ist: die Versammlungen verbieten. Warum? Nun, zum Verbitten braucht man bekanntlich keinen Grund — sondem nur einen Paragraph. Und davon haben sie die Fülle. Wir glauben aber nicht, daß die Versammlungen am 1. Mai einem Verbot zum Opfer fallen werden. Wir glauben das nicht, weil wir überzeugt sind, daß die Behörden in den letzten Jahren genugsam Er- fahrungen gesammelt haben müssen, um zu wissen, daß der 1. Mai umso ruhiger, umso würdiger, umso erwünschter für beide Theijle verlaufen wird, je weniger die Behörde sich einmischt. Sie weiß so gut, wie wir selbst, daß ste es eigentlich nicht nothwendig hat, daß es kein besser disziplinirtes Bevölkerungselement giebt als die Arbeiter. Sie weiß so genau, wie wir selbst, wie es übrigens jeder weiß, der Augen und Ohren ge- brauchen kann, daß, wenn e» am 1. Mai irgendwo im iande zur geringsten unliebsamen Szene kommen sollte — gewiß nicht die Arbeiter Schnld daran tragen «erden.... Wir lassen uns nicht einschüchtern und nicht prvvoziren, das wird unsere Losung sein; So wird unsere Absicht gelingen, die klar erkannte Forderung der klassenbewußten Arbeiter Oesterreichs zum Ausdruck zu bringen und die noch indifferente Arbeiterschaft zum Nach- denken über ihre wichtigsten Interessen anzuregen. Der Arbeiterfeiertag am I.Mai wird den Vorzug vor anderen Festen haben, daß sein Sinn allen deutlich bewußt ist, die ihn begehen, daß seine Bedeutung lebendig ist für alle, die ihn feiern. Der 1. Mai 1890 wird in der Geschichte der Arbeiter- klaffe einen großen Fortschritt bezeichnen. Die Einheitlich- keit ihrer Ziele, die enge Solidarität ihrer Bestrebungen, sie wird einen imponirenden Ausdruck erhalten. Aber auch der Fortschritt der ökonomischen Entwicklung in allen ihren Seiten wird zur Erscheinung kommen. Was, als es gesprochen wurde, nur für England galt, es gilt heule für die ganze industrielle Welt in beiden Hemisphären, das Wort von Karl Marx:„Zum Schutz gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammen- rotten und als Klasse ein Staatsgesctz erzwingen, ein über- mächtiges, gesellschaftliches Hinderniß, das sie selbst ver- hindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen. An die Stelle des prunkvollen Katalogs der„unveräußer- lichen Menschenrechte" tritt die bescheidene Magna Charta eines gesetzlich beschränkten Arbeitstages, die endlich klar macht, wann die Zeit, die der Arbeiter verkauft, endet, und wann die ihm selbst gehörige Zeit beginnt." Die österreichische„Freie Sch uhmacherzeitung" schreibt: „Am Vormittag des 1. Mai werden alle organisirten Körperschaften Wiens und auch in den Provinzen Ver- sammlungen mit der Tagesordnung über die Bedeutung des Achtstundentages abhalten und, nachdem alle Ver- sammlungen zu einer bestimmten Stunde geschlossen werden, erfolgt truppenweiser Abmarsch über die Ringstraße in den Pratcr, allwo sich jeder nach Herzenslust unterhalten kann. Die Arbeiter werden bei diesem Anlasse so wenig provoziren, als sie sich prov oziren lassen werden. er 1. Mai 1890 soll Zeugniß ablegen von der Soli- darität der österreichischen Arbeiterpartei überhaupt und das— so hoffen wir— wird ein glänzendes, die besten Eindrücke hervorbringendes sein. Darum Schuhmacher Oesterreichs! Rüstet Euch für den 1. Mai 1890." Arbeiterversammlunge« zum 1. Mai. «Aus den in den letzten Tagen eingetroffenen Arbeiterblättcrn.) Die schwedischen Sozialdemokraten sind in allen größeren Städten mit den Vorbereitungen zur Feier des 1. Mai beschäftigt. Tieselbe soll namentlich in Stockholm eine großartige werden. Die Partei hat dort beschlossen, Nachmittags 2 Uhr einen große» Kuudgebungszug durch die Straßen gehen zu lassen, und eine Anfrage auf die Behörde gerichtet, wie sich dieselbe zur Sache stelle. Der Polizcimeister hat ein anerkcnnenswerthes Entgegenkommen gezeigt, indem er den Sozialdemokraten zwei der größeren Plätze der Stadt zur Aufstellung des Zuges und zu einer Massenversammlung unter freiem Himmel zur Verftigung kellte. Zugleich betonte der Polizeimeister, daß er es den Sozialdemokralen selbst überlassen wolle, für die Aufrecht- erhaltung der Okdnung zu sorgen. In Berlin regislrirten wir 8 weitere Versammlungen für den Feiertag, in Hamburg ö. Die Görlitzer Tischler, die Nürnberger Metalldrücker wollen eiern. Der Schriftsetzer- und Druckervercin in Pest beschloß, ich der Bewegung für die Feier des 1. Mai anzuschließen und die Herausgeber der hauptstädtischen Zeitungen zu ersuchen, am 2. Mai keine Blätter erscheinen zu lassen. Die Maurergesellen in Prag bcschloffen, fich an der Feier des 1. Mai nur dann zu betheiligen, wenn dies von den Arbeitgebern bewilligt würde. Gegen die Feier des 1. Mai erklärte sich der„Rat.-Ztg." zufolge eine am Sonntag abgehaltene Bergarbeiterversamm- lung in Saarlouis, weil es lediglich eine sozialdemokratische Demonstration sei. Der Kongreß deutscher Bauarbeiter in Hannover hat beschlossen, daß' jeder Delegirtc in seiner Heimath dafür eintrete, daß der 1. Mai dieses Jahres als der größte internationale Feier- tag gefeiert wird. Aus Prag schreibt man der„Kreuzztg.": Die Bewegung für die achtstündige Arbeitszeit und die Feier des 1. Mai zieht immer weitere Kreise. Nur die gegen 800 Köpfe starken Buchdruckerei- Gehülfcu haben die Erklärung abgegeben, daß sie zwar ebenfalls für die Einführung der achtstündigen Arbeitszett(statt der gegen- wärtigcn tOstündigen) eintreten, daß sie jedoch am 1. Mai gleichwie an jedem Wochentage arbesten werden. Dieselben haben infolge- dessen von den anderen Arbettergenossenschaften und Vereinen die heftigsten Angriffe wegen dieser Störung der sonst völlig ungetrüb- ten Solidarität erfahren. Die Münchener Sch neider wollen feiern. In München haben 33 Gewerkschaften eine gemeinsame Kommission für die Feier eingesetzt. Die Kommission hat ein Gesuch an alle Unternehmer gerichtet, daß denjenigen Arbeitern, welche um Freigabe des betreffenden Tages nachsuchen, die Gc- nehmigung nicht versagt werden möge. Die Berliner Former beschlossen, den 1. Mai 1890 als einen Arbeiterfeicrtag zu erklären. In Nürnberg beschloß eine Metall drück erVersammlung, den 1. Mai als vollen Arbeiterfeiertag zu betrachten. Eine Arbeiterversammlung in Magdeburg konnte sich über die Frage, ob am 1. Mai gefeiert oder gearbeitet werden solle, nicht einigen. Nach stürmischen Debatten ging die Versammlung rcsultat- los auseinander. Die Sozialdemokaten in Kopenhagen haben einen Auftuf erlassen, in welchem sie die Arbeiter auffordern, den 1. Mai als Feiertag zu halten und Kundgebungen zu gunsten deS achtstündigen Normalarbeitstagcs zu veranstalten. Ein in Leipzig kursirendes Flugblatt fordert die Arbeiter auf, von einer Feier des 1. Mai Abstand zu nehmen. Atheism«»«nd Sozialdemokratie. pfr. Unter obigem Titel ist vor kurzem zu Leipzig eine Brochüre veröffentlicht worden, welche in gewisser Hinsicht bemerkenswerth ist, da sie sich vortheilhaft von dem gewöhnlichen byzantinischen Brochürenpöbel unter- scheidet, der sich seit dem Beginn der„neuesten Aera" auf den politischen Büchermarkt drängt. Der Verfasser hat den Muth der eigenen, wenn auch unvorschriflsmäßigen Ueberzeugung; wir hätten nur gewünscht, daß er auch den Muth gehabt hätte, dieselbe mit seinem Namen zu ver- treten. Allerdings kann man diese Unterlassung verzeihlich finden zu einer Zeit, wo unfehlbar gesellschaftlich verfehmt und in Acht und Bann gelhan wird, wer sich auch nur mit der leisesten Anerkennung für die Sozialdemokratie zu engagiren wagt. Die litterarische Anonymität kann daher zuweilen als Akt der persönlichen Nothwehr gelten, besonders da für einen Angehörigen der bürgerlichen Klasse die gesellschaftliche Fchme empfindlicher werden kann, als für einen simplen Proletarier. Der Verfasser der erwähnten Schrift zeichnet sich durch einen weitgehenden politischen Freimuth aus. Er bringt der Sozialdemokratie eine an direkte Bewunderung grenzende Toleranz entgegen, und an der Haltung unserer verlotterten Bourgeoisie übt er eine überaus scharfe Kritik. Aber dieser Kritik, so richtig sie formell ist, fehlt eine feste Basis, da der Verfasser diese Basis allein in seinem moralischen Bewußtsein findet. Seinem politischen Freimuth steht ein gewisser religiöser Freimuth gegenüber, der zwar aus wissenschaftlicher Natur- erkenntniß entsprungen ist, sich aber hartnäckig-zaghaft scheut, die letzten Konsequenzen zu ziehen. Dem kirchlichen Dogmenglauben geht er energisch zu Leibe, kommt aber nicht zu dem Resultate, ein jedes Dogma für unannehmbar zu erklären, sondern macht mit dem ersteren nur reinen Tisch, um sein eigen produzirtes Dogma an dessen Stelle zu setzen. Nach Feuerbach weist er die Unsinnigkeit der Annahme eines persönlichen, lebendigen Gottes nach; das Endergebniß ist aber keineswegs die Negation jedes gött- lichen Wesens, sondern die Ersetzung des„falschen" Gottes durch den„wahren" Gott. Ebenso setzt er an Stelle der„falschen" die„wahre" Religion, an Stelle des„falschen" den„wahren" Glauben. Der Inbegriff des wahren Glaubens, der wahren Religion, des wahren Gottes ist ihm die absolute sittliche Idee. Nach der Herkunft dieser absoluten sittlichen Idee gefragt, ant- wortet unser Anonymus: Sie existirt nicht außer oder über uns, sondern in uns; und als vermeintlich unbe- streitbare Thatsache zieht er sie aus seiner Brust hervor. Diese sittliche Ueberzeugung, die er in seinem Bewußtsein vorfindet, ist ihm das Höchste, was er kennt, und, mehr pietätvoll gegen alles Altersgraue und Ehrwürdige als geschmackvoll, belegt er diese seine sittliche Ueberzeugung mit dem Namen Gott, mit dem Namen eben des Begriffs, fen er zuvor kritisch abgethan. Vom Standpunkt seiner Wichen Idee herab beurtheilt er nun alle Dinge, die sein Denken herausfordern. Es könnte scheinen, als leugneten wir die Existenz oder die Berechtigung jeder Moral. Dem ist keineswegs so. Was wir leugnen, ist vielmehr die abso lute Moral. Die Moral ist durch die Menschheit bedingt; nicht um- gekehrt. Die Menschheit ist etwas geschichtlich Gewordenes, und demgemäß ist auch die menschliche Moral etwas ge- schichtlich Gewordenes. Unsere heutigen moralischen An- schauungen sind verschieden von denjenigen von vor hundert Jahren, und letztere sind verschieden von den von vor tausend Jahren. Ja selbst die verschiedenen Klassen einer und derselben Gesellschaft haben beträchtlich auseinander- laufende moralische Anschauungen. In seiner Schrift führt der Verfasser hierfür selbst ein Beispiel an. Er exemplifi- zirt auf die sittliche Verkommenheit der deutschen Bour- geoisie und weist darauf hin, wie erhaben ihr gegenüber das deutsche Proletariat da stehe. Wo kommt da der Raum her für eine ideale, also nothwendig unabhängig von der Menschheit existirende Moral? Wenn sie existirt, warum offenbart sie sich nicht überall in gleicher Weise? Sie ist eben abhängig von äußeren Umständen, bei den einzelnen Individuen oder Klassen bestimmt durch die äußeren gesellschaftlichen Ver- Hältnisse, in denen sich jene befinden. Damit ist der Moral, das heißt der absoluten Moral, das Urtheil gesprochen. Moral ist weiter nichts, als der mehr oder minder bewußte und kodifizirte Ausdruck gesellschaftlicher und natürlicher Beziehungen der Menschen zu einander, und eine Um- Wandlung in jenen Beziehungen führt eine Umwandlung der moralischen Begriffe herbei. Die letzteren sind also stets aus ihrer gesellschaftlichen Grundlage heraus zu er- klären. Aus diesem Standpunkt steht unser Autor nicht. Er legt an alle Ereignisse, Verhältnisse, Handlungen den Maß- stab seiner sittlichen Idee. Was dieser entspricht, wird von ihm akzeptirt, was ihr nicht entspricht, wird von ihm verworfen. Er findet daher in Begebenheiten oder Hand- lungen nicht den Ausfluß bestimmter äußerer Verhältnisse, sondern sucht überall nach dem vorhandenen oder nicht vorhandenen Einfluß seiner sittlichen Idee. Alles zwängt k# in das Prokrustesbett seines absoluten moralischen Ge- setzes. Anstatt zu erklären, Zusammenhänge bloßzulegen, moralisirt er. Hier einige Proben. Die maßlose„Selbstsucht, den Hunger nach Besitz und äußeren Gütern", wodurch sich die Bourgeoisie aus- zeichnet, bezeichnet er als„ein sittliches Uebel", einen Fehler der Menschennatur". Darin, daß „unser Bürgerthum lustig im Strome der Kapitalherrschaft schwimmt," und daß„das todte Kapital, der Vampyr, der seine eigene Kinder frißt, der lebendigen Arbeit gegenüber der stärkere Theil ist," findet er Seite 9 nichts als eine Sozialdemokratie, die sich als atheistisch bekenne, sei gar ihre Lebensäußerungen und Anschauungen bedingt, heraus,, Verzichtleistung auf das moralische Gesez." nicht atheistisch, denn ihre Haltung und Handlungsweise gelöst werden und Injektionen mit der höheren sittlichen Ebenda heißt es weiter: War es nicht Unmoral bewiese das. Nämlich: Jdee empfangen sollen, wird uns nicht gesagt. Wollten und Rohheit der Gesinnung, daß dieselben Elemerte Der theoretische Materialismus innerhalb der Kreise wir uns auf die Macht der Joee allein verlassen, so des Bürgerthums erst das Ausnahme- und Unterdrückungs- der Sozialdemokratie.... hat ein nicht hoch genug an- könnten wir einpacken. Dies wäre ebenso unsinnig, wie gesetz befürworten und beschließen halfen eine Ver- zuschlagendes Gegengewicht in deren praktischer Haltung, der Rodbertus'sche Borschlag, eine platonische Reformpartei, sündigung gegen das Prinzip der Gewissens- und die doch gekennzeichnet ist durch eine bewunderungswürdige aber um Himmels willen keine politische Partei zu Meinungsfreiheit, wie gegen den Grundsay: Gleiches Opferwilligkeit und einen Gemeinsinn ohne Gleichen, Eigen- gründen. Politisches. Recht für alle und so die Sozialdemokratie an Händen schaften, denen gegenüber das bürgerliche Element in gar Allerdings ist eine Umwandlung in den sittlichen Anund Füßen knebelten und ihr den Mund verstopften, um feinen Vergleich kommen fann." schauungen deutlich sichtbar. Diese Wirkung ist aber nicht sie dann hinterher ungestraft beschimpfen und verleumden„ Der Menschen Herz ist oftmals besser, als ihr der Macht der„ sittlichen Idee" zuzuschreiben, sondern der zu können?" Verstand." verdammt realen Umwandlung, welche sich zusehends inner,, Und zeigt sich nicht die Unmoral eines Theils ,, Offenbart sich Gott dem Geiste als Wahrheit, dem halb der bürgerlichen Gesellschaft vollzieht. Darin liegt unferes Bürgerthums im gegenwärtigen Augenblicke darin, Herzen als Liebe und dem Willen als Gerechtigkeit, und unsere Berechtigung und unsere Macht, und in diesem daß für die Stichwahlen zum Reichstag die Stimmen der ist uns in diesen drei Seiten das ganze Wesen Gottes Zeichen werden wir siegen. Deutsch- Freisinnigen geworben und erbettelt worden, die offenbart, so kann man getrost behaupten, daß dieselben Ernsthaftes Studium der wirklichen Welt und man seit einem Jahrzehnt auf gleiche Linie mit der Sozial- Sozialdemokraten, welche Gott theoretisch leugnen, durch ernst nehmen wir den Berfasser der Schrift wird ihn demokratie gestellt und als„ Reichsfeinde" geächtet und die That ihn bekennen und verehren. Sie lieben vielfach zu der gleichen Einsicht führen. verschrieen hat? Zahlen nicht viele Fabrikanter, zumal an von ganzer Seele die Wahrheit und wissen nicht, daß sie weibliche Arbeitskräfte, wahre Hungerlöhne?"( S. 9 u. 10.) Gott lieben, der die Wahrheit selber ist. Sie preisen und Wie schon angeführt, ist für den Verfasser der zitirten üben Liebe zu den Menschen und wissen nur nicht, daß sie Schrift seine sittliche Jdee sein Gott. Was ihr entspricht, Gott verehren, der die Liebe ist. Sie haben einen stark Die Nationalliberalen und das Sozialistengeset. ist ihm daher göttlich, was ihr zuwiderläuft, atheistisch. ausgeprägten und lebendigen Sinn für Gerechtigkeit und Von den nationalliberalen Blättern tritt allein noch die„ Kölu. Daraus läßt sich verstehen, wenn dieser wunderliche Hei- wissen nur nicht, daß sie in der Gerechtigkeit Gott dienen. 3tg." für das Sozialistengesetz ein, während das„ Frankfurter lige zu folgendem Ausspruch kommt: Und ist es nicht Sie leugnen den Namen, aber sie wollen die Sache, den Journal" sich direkt dagegen erklärt und hervorhebt, unter allen auch fast atheistisch, wenn ein Theil des Bürgerthums Inhalt; Name ist aber Schall und Rauch, umnebelnd nationalliberalen Parteiführern bestände über die Inopportunität durch Zölle die Lebensmittel der Armen und Gedrückten Himmelsgluth." des Sozialistengesezes kein Zweifel und die„ National- 3tg." ebenvertheuert und durch indirekte Steuern auf diese den Löwen= Wenn nach des Verfassers Ansicht Gott die fittliche falls dieser Ansicht mehr zuneigt. Die„ National- 3tg." ist zufrieden, antheil der Staatslasten abwälzt?"( Seite 10.) Idee ist, und seine sittliche Idee mit den Moralbegriffen einen Versuch mit dem gemeinen Recht zu machen, das später Also Unmoral und Rohheit der Gesinnung, Atheis- und der thatsächlichen Handlungsweise der Sozialdemokratie eventuell noch verschärft werden könne. Für das Sozialistenmus, Verstöße gegen das Sittengeset, so urtheilt der übereinstimmt, so können wir die uns oben gemachten gesetz und dessen Verlängerung ist nach wie vor die nationalliberale Autor über die angeführten Beispiele. Das ist Alles, Komplimente mit gutem Gewissen annehmen. Aber cela Partei", so versichert hingegen wiederum feierlich die„ Nationalliberale was wir erfahren. Was wissen wir aber Neues, wenn n'engage à rien. Korrespondenz." Glücklicherweise kommt es darauf, wie die uns gesagt wird, diese Dinge entsprächen nicht den An- Wir nehmen seine sonstigen Anschauungen damit nicht nationalliberale Partei darüber tenkt, im neuen Reichstag gar nicht schauungen des p.p. Müller oder Schulze? Da sind wir in Kauf. Aus der Uebereinstimmung der Moralbegriffe mehr an. nachher wie vorher. Den grellen gesellschaftlichen Klassen- folgert er, daß der Atheismus der Sozialdemokratie nur Die Verbannung der Sozialisten nach Kamerun oder gegensatz, das wenngleich sehr schlecht kapirte Interesse der ein scheinbarer sei. Wir können aber nicht umgekehrt so Ostafrika, welche zuerst in den Jahrbüchern des Prof. Schmoller herrschenden Klasse, welches in jenen Handlungen in die weit gehen, ihn einen Atheisten zu nennen, denn er ist empfohlen wurde, scheint bei der sächsischen Regierung großen AnErscheinung tritt, ficht und begreift der Autor nicht. Wenn noch immer in einem gewissen himmlischen Widerschein der flang zu finden. Das Organ derselben, die„ Leipziger Zeitung", feine Gedanken trotzdem hin und wieder formell das Richtige irdischen Welt befangen. befürwortet, die jetzt Ausgewiesenen wieder an den Ort ihres treffen, so geschieht dies, weil sich, ihm selbst unbewußt, Wenn er seine individuelle sittliche Anschauung zu früheren Aufenthalts zurückkehren zu lassen, ihnen aber die Verfeine fittliche Idee zuweilen unversehens als die Anschauungs- einer höheren absoluten sittlichen Idee erhebt, so ist der bannung aus dem Reiche oder nach einer deutschen Kolonie auf weise der unterdrückten Klasse entpuppt. selben auf Schritt und Tritt dieselbe irdische Herkunft an- gefeßlichem Wege anzudrohen. Sehr drollig nimmt nun der Verfasser die Sozial- zumerken, wie dem mit potenzirten menschlichen Eigenschaften demokratie gegen den Vorwurf des Atheismus in Schutz. ausgestatteten Idealmenschen, der als Gott betrachtet wurde. Zunächst bemerkt er ganz richtig, daß man die Sozialdemo- Das eine so gut wie das andere ist Anthropomorfraten als Atheisten brandmarke, ohne sie ihren Gegnern phismus. Briefkasten. Tempelhofer Werkstatt. Für lezte Nummer zu spät. Bitten immer bis Donnerstag Mittag. Berichtigung. In der heutigen Beilage, Artikel„ Großbourgeoisie" muß es 3. 3 heißen: der gerade am treuesten" die gegenüber mit gleichem Maße zu messen; die Gerechtigkeit Aus seiner fittlichen Idee fließen denn auch natürlich erfordere zum mindesten, daß auch dem Bürgerthum der seine Vorschläge und Zukunftspläne. Die Menschheit soll Gegenwart der Vorwurf der Ungläubigkeit nicht erspart eine höhere sittlich- religiöse Wiedergeburt erleben, und die Gedanken ausplaudert..... 3. 11 der Ungewißheit" statt Un= werde. Dann sagt er, der theoretische Atheismus eines Macht seiner sittlichen Idee soll dieselbe zu Wege bringen. wissenheit. Schluß der Redaktion Donnerstag Mittag. VerTheils der Sozialdemokratie sei noch lange kein Fehler der Wie dies geschehen soll, bleibt unklar. Ob etwa die fchiedene Einsendungen wegen Raummangels zurückGesinnung und des Charakters. Und endlich findet er, die Menschen einzeln aus der umgebenden Wirklichkeit, die alle gestellt. Filzschuh- Arbeiter Berlins und Umgegend. Grosse öffentl. Versammlung am Sonnabend, den 19. April, Abends 812 Uhr, bei Rehlib, Bergstraße Nr. 12. Tages DOrdnung: = 1. Bericht der Kommission über: Die Verhandlungen über den Streit in der Firma Silberstein& Landsberger. 2. Bericht der Kommission über: Die Ausarbeitung der Lohnstatistik. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Dienstag, den 22. April, Abends 8 Uhr, im Lokale der Moabiter VoltsBrauerei, Alt- Moabit 42/43 große Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Friz Krüger, Rirdorf: Der 1. Mai. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste sehr willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein der Vorstand. Große öffentliche Tischler- Versammlung für Weißensee und Umgegend am Sonntag, den 20. d. M., Nachmittags 122 Uhr, im Lokale Langhausstr. 106. Tages Ordnung: = 1. Die bevorstehenden Streits im Tischlergewerbe. Referent Emil Schade. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Empfehle den Genossen meine zum Minimal- Lohntarif der Berliner Tabakarbeiter verfertigten Cigarren. Der Einberufer. Fachverein der Tischler ( für den Bezirk Rigdorf u. Umgegend). Gr. Versammlung am Sonnabend, den 19. April, Abends 8½ Uhr, Wilh. Boerner, in Barta's Salon, Bergstr. 120( oberer fl. Saal). Ritterstr. 108, d. 2. Haus v. d. Prinzenstr. Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. Am Sonntag, den 20. ds. Mts., Abends 7 Uhr, Vortrag des Herrn Wach über:„ Marr' Werththeorie." Gäste, Damen und Herren willkommen. Der Vorstand. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Friz Krüger über: Altes und Neues aus der Naturgeschichte. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Der Bevollmächtigte. Große und Kleine Reste zu Hosen und Anzügen, sowie Kleider- u. Regenmäntelstoffe. Seidenplüsch, Trifot zu Taillen, gleich zugeschnitten, auch ange= fertigt. Albert Karle, Waldemarstr. 66. Große öffentliche Versammlung der Metallarbeiter aller Branchen am Montag, den 21. April. Abends 8 Uhr, im Konzerthause„ Sanssouci", Kottbuserstraße 4a. Tages Ordnung: = 1. Stellungnahme der Metallarbeiter zum Kongreß in Weimar,- 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegirten. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Metallarbeiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 20. April cr., Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Fenske, Landsbergerstr. 37: Ordtl. General- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Bericht des Vorstandes der Rechtsschutz- Kommission und des Kassirers. 2. Statutenbe rathung. 3. Neuwahl der Arbeitsvermittler. 4. Wahl des Gesammtvorstandes und der Rechtsschuß- Kommission. 5. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Nur einmal angezeigt! Zum 1. Mai! Robert Seidels Schriften. Arbeiter- Gesangvereinen für Arbeiterfeste bestens empfohlen! Jm J. Günther'schen Verlag, Dresden, Ziegelstraße 24, erscheint soeben für 4 stimm. Männerchor und Solo: Aufruf von Herwegh comp. v. Cl. Zahn. " Frisch auf mein Volt mit Trommelschlag Im Zorneswetterschein; wag' es doch nur einen Tag. Nur Einen, frei zu sein!" Partitur 40 Pf. Jede Stimme 15 Pf. Lied mit Pianobegleitung 80 Pf. Bitte zu verlangen. Liefere nur baar. J. Günther's Verlag Ziegelstraße, Dresden. Ein Buchdrucker möchte sich gerne in einer Stadt etabliren, in der eine Zeitung, die die sozialistische Tendenz vertritt beſtehen kann. Sozialistische Wahlvereine, die dieses Unternehmen begünstigen wollen, mögen fofort ihre Adresse nebst näheren Mittheilungen unter A. B. 100 an die Erpededition d. Zeitung einschicken. Der Arbeitsunterricht eine pädagogische u. soziale Nothwendigkeit. Preis Mk. 2. Friedrich d. Große u. d. Volksschule. Preis Mk. 1.50. Sozial- pädagogische Streiflichter über Frankreich und Deutschland. Preis Mk. 2. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Vorräthig in Berlin bei: Max Baginsky, City- Passage. Abonnements für Nowawes- Neuendorf und Umgegend auf die Blatt, Textil- Arbeiter, Nordwacht, Wahren Berliner Volks- Tribüne, Berliner Bolts Deutscher Bauernkrieg, Arbeiterbibliothek Jakob, Dr. Zimmermann's Großer Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Berlag: F. Posekel, Berlin S. O., Dranienstraße 28. x. 1. w. nimmt entgegen Herm. Bathe, Nowawes, Wilhelmstr. 54. 3 Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. № 16. Hoch in des Abendhimmels Dunkel Stößt der Fabrikschlot grauen Dampf, Durch hundertfenstrig Lichtgefunkel Dröhnt der Maschinenwucht Gestampf. Die Niemen hin und wieder fliegen, Die Räder schwingen mit Gewalt, Und in den Räumen, auf den Stiegen Regt sich ein Schaffen tausendfalt. Fernher erdröhnen Glockenschläge Ein langer Pfiff der Tag ist um! Die Räder drehn sich plötzlich träge, Und die Maschinen werden stumm. Im Werke tausend Hände stocken, Erschlaffend wie auf einen Schlag, In die Gesichter steigt Frohlocken.. Hei! heut' ist ja der Löhmungstag! Auf knarrt die Thür, die dunkle Masse Strömt in die freie Luft hinaus, Aufathmend geht man durch die Gasse,. Nun, Gott sei Lob! die Qual ist aus! ,, Der Löhnungstag ist doch das Beste!" So lacht ein Bursch den andern an Und schlägt vergnügt auf seine Weste, Daß man die Münzen hören kann. " Da soll mich heute doch die Schänke Beleuchten bei gefülltem Glas, Bis ich die Kehle mir verrenke!" So jauchzt der Bursch in rauhem Baß. Er kneift ein Mädel in die Backen, Und alles kichert rings und lacht, " Du hast doch auch genug vom Blacken, Kommst doch zum Tanz für heute Nacht?" Zwei Alte sieht vorbei man schleichen, Sie schreiten ernst und keiner spricht. " Ob wohl die Lumpengroschen reichen?" So grübeln fie." Ich glaub' es nicht. Der hohe Zins, die vielen Kinder, Zum Sattfichessen langt's nicht hin, Welt, du bist ein arger Schinder, Weiß nicht, wozu ich lebend bin! bei Menschen. Existenzen. Von John Henry Mackay. Sonnabend, den 19. April 1890. Löhnungstag. Wer mag den Ausweg da gewinnen!" Gedanken sinds zum Geistverwirr'n, Den Alten wird es schwül zu Sinnen, Sie wischen seufzend sich die Stirn. " Ob wirs erleben", raunt der eine Dem andern zu, daß von der Last Der Arbeit, die uns preßt wie Steine, Nicht mehr ein andrer sorglos praẞt?" " Hab' nur Geduld! Wenn eine Brücke Zu stark mit Lasten du beschwerst, Dann bricht der ganze Bau in Stücke, Dann darben sie und du verzehrst. Ja, Bruder, ja! Verlier den Muth nicht! Bleib uns getreu! Es kommt die Zeit! Der Geist, der Bess'rung heischt, er ruht nicht, Und ist es Zeit, wir sind bereit. Und wir sind stark, die Muskeln schwellen Gestärkt mit jedem Frühlichtschein. Uns strömt es zu in hohen Wellen Aus allen, aus den besten Neih'n. Wir werden türmen einen Felsen, So groß sah ihn die Selbstsucht nie, Der Geist der Zukunft wird sich wälzen Wie eine Sturmflut über sie." Der Alte ließ die Hand entgleiten Des Andern und sein Wort verklang, Ganz nahe sah vorüberschreiten Er einen Mann mit leisem Gang. Den kannten sie an seinen Mienen, Den Mann mit list'gem Späherblick, Sie spieen auf sein feiles Dienen, Die graden Männer der Fabrik. Heut' Löhnungstag, da giebts zu spüren Im Tanzsaal und im Schänkenhaus, Wo sie die rothen Flammen schüren, Die Winkel kennt der Spürer aus. Er schleicht sich lächelnd in die Reihen, Er setzt sich unter sie zum Bier, Ein Opfer wird ihm schon gedeihen, O, prächt'ger Weizen winkt ihm hier! IV. Jahrgang. Da fißen sie an engen Tischen Im Tanzlokale, Kopf an Stopf, Und juchzen zu der Bögen Zischen, Ergrauter Mann und grüner Tropf. Conzert, hurrah! und, o wie billig! Gelärm und schwärmendes Gezech! Die schweißerkämpften Heller willig Hinrasseln auf das Tellerblech. [ Nachdruck verboten.] Hallo! Komm her, Fabrikendirne! Schürz' dich zum Tanz! O der Genuß, Wenn man tagüber seine Stirne, In gift'gen Dünsten baden muß! Ab schloß die Nacht mit dem Geschinde, Nun drücke fest dich Brust an Brust! Vergiß im Rausch die trockne Rinde, Trink' dir Vergessen aus der Luft! Der Nickel rollt. Was' s will, laß's kosten, Der heute nicht, geht morgen doch. Nur hin! uns glänzte zum Verrosten Kein Heller in der Tasche noch. Und wenn wir morgen hungern müssen, Wir haben's hungern ja gelernt! Schwing, Mädchen, dich und laß dich küssen, Bis müde sich die Nacht entsternt! Und weiter wieder wie Gewitter Im Taumel raft' es wirbelnd hin, Fest krallt ich mich am Gartengitter, Ein Schwindel pacte meinen Sinn. Los riß ich mich von den Gesichtern, Hinweg aus dieser Bilder Frohn, Schrill hinter mir bei grellen Lichtern Aufjauchzte der Verzweiflung Hohn. In dunkler Gasse blieb ich stehen, Mir war der Sinn ins Mark vergällt, Da hört' ich zwei vorübergehen, Zwei Männer aus der feinsten Welt. Der eine sprach:" So wäre wieder, Ein nettes Sümmchen eingesteckt, O, die Fabrik hat starke Glieder, Komm her, begießen wirs mit Sett!" Franz Diederich. Rachbruck verboten.] mir Alles zu sagen, was er mir nicht sagen konnte, weil hatten. Ich hatte mir vorgenommen, es mit ihr zu halten, es Dinge giebt, über die überhaupt nie ein Mensch zum wie mit den übrigen. Ich wollte allein sein und allein bleiben. Anderen spricht.. was ich sagen wollte. Dann antwortete ich ihm; aber es war nicht das, ,, Sie ist nicht schön, aber anziehend la beauté du diable nicht unberührt Da trat sie eines Abends zum zum ersten Mal in dem Kostüm eines Schusterjungen auf und sang eins der urwüchsigen Kouplets, wie sie so nur auf Berliner Boden entstehen können. Sie hatte mit demselben eigentlich zum ersten Mal Erfolg. Ich hatte wieder meine helle Freude an ihrer genialen Urwüchsigkeit. Wie sie da stand, in der leinenen Jacke, ihrem kurzgeschnittenen Haar, die Nicht unberührt"- und ich sah den Zorn in seine Hände in den Hosentaschen vergraben, mit der drastischen, so voller Leben und Frechheit, war Schläfe steigen ,, nicht unberührt? Was verlangst brolligen Miene Da lachte er, schneidend und gellend. ,, La beauté du diable -ja, das war sie! „ Ich hatte einige Wochen gespielt, viel gesehen, was mir neu war, viel gehört, was ich bisher kaum für möglich gehalten hatte. Da erschien an einem Freitag Nachmittag auf der Probe eine neue Sängerin. Diese Proben wurden Nachmittags in dem halbhellen Saal abgehalten. Da versant aller Flitter des Abends vor dem grauen Licht des Tages, vor der grenzenlosen Nüchternheit, welche in dem leeren Raum und unter uns herrschte. Die Sänge rinnen erschienen in ihren Straßenkleidern, unluſtig und Du eigentlich von einem Mädchen, das seine Jugend sie der verkörperte Berliner Straßenjunge in all' seiner verschlafen. Aber wir waren doch unter uns, Menschen hindurch durch den Schlamm des Lebens in seinen tiefsten dummdreiſten Pfiffigkeit! Das war doch einmal etwas Anderes, als das ewig langweilige Komm' herab, o Aber keusch war sie noch Tiefen gezogen wird?! welches damals an der TagesDie Sängerinnen wechselten alle Augenblicke, mit hörst Du, feusch war sie noch, als ich sie kennen lernte, Madonna Theresa" Ausnahme von einigen altstabilen, welche an den Abenden und das sie das noch war, ist anbetungswürdig. Denn ordnung war, und welches sogar meiner Gleichgültigkeit refignirt den etwas solideren Hintergrund abgaben. So das wären hunderte und aberhunderte von den Mädchen anfing zu viel zu werden. Als ich nach Hause gehen wollte ich hatte noch war es nichts Auffallendes, daß an jenem Nachmittag ein aus Deinen Ständen nicht mehr gewesen, wenn sie durch stand sie vor der Thür, in leer gewordener Platz von einer Anderen ausgefüllt wurde. eine solche Jugend geschleift worden wären, wie dies mit dem Wirth gesprochen Wesen!" ihrem einfachen Kleid, keck und herausfordernd, und dabei Aber schon als sie zum ersten Male sang, fesselte sie meine Das glaube ich Dir gern." Ich wurde nun ebenfalls überlegen- gleichgültig. Ich wollte mit ein paar Worten Aufmerksamkeit. Sie war noch ein Kind. Vielleicht noch nicht sechszehn Jahre- und doch schon eine gleichgültige aufgeregt.„ Oder glaubst Du vielleicht, ich rechne den vorbeigehen. Aber sie sagte plöglich: Was eilen Sie Sicherheit, welche mir sagte, daß sie in ihren fünfzehn Beitpunkt, bis zu dem ein Mädchen unberührt bleibt, von denn so? Wir können doch einmal zusammen gehen." dem Augenblick an, in dem sie in den Armen eines Sie sagte es, wie wir überhaupt zu einander sprachen, Jahren mehr erlebt haben müßte, wie zehn andere Frauen Mannes liegt, einerlei ob sie diesem durch die Ehe ver offen und absichtslos. Denn wenn wir unter uns find, in ihrem fünfzigsten. Sie hatte keine Spur von Stimme. bunden ist oder nicht? Ich glaube, hier entscheidet doch brauchen wir uns keine Maske vorzulegen, und sie ahnte Die hat überhaupt keine einzige von diesen Sängerinnen. ficher nicht, daß ich anders, als ein ganzes Leben, gelebt Aber eine solche geniale Natürlichkeit, eine solche packende Er sah mich an, als ob ich ihm etwas gesagt hätte, haben könnte, wie jetzt. Wir gingen also nebeneinander Ausdrucksfähigkeit in Allem, was sie sang, daß es mich her, tranken noch eine Taffe' Kaffee miteinander und unterüberraschte. Wann hatte ich mich jemals für einen fremden woran er nie bisher gedacht. hielten uns über das, was uns zunächst lag, ohne alle Menschen interesfirt? Nie. Aber dies Kind mit seiner Aber da flog über sein Gesicht die alte Verachtung. Nebenansicht, welche jedes Gespräch verzerrt, einfach und reizenden Unbefangenheit in seinem Wesen zwang mir Worte! Worte!" Er hatte ihr Bild wieder an natürlich. Dann gaben wir uns die Hand und gingen Beachtung ab. Ich suchte nach Beendigung der Probe den Befizer des Lokales auf. Sie wurde sofort engagirt. fich genommen und schien unschlüssig, ob er weiter erzählen nach Hause. sollte oder nicht. Als ich aber wieder hereinkam, war fie fort. Unberührt ist die Frau, die nie einem Manne eine größere Macht über sich eingeräumt hat, als sich selbst, glaube ich." Am Abend sang sie zum ersten Mal. Ich war gespannt auf ihre Kostüme. Bei einer Frau sagen diese beinahe Alles. Sie hatte keinen Erfolg. Ich hatte es vorher gewußt, und freute mich fast darüber. Er hielt inne und warf eine Photographie vor mich hin. ,, Das ist sie." nur die Natur?" " 1 Oder die Liebe!" fügte ich hinzu. So lernten wir uns kennen. Sie hatte kein Verhältniß, an das sie gebunden gewesen wäre, wohnte bet einer Kollegin, und so tam es ganz von selbst, daß wir allmählich Abend für Abend zusammen nach Hause gingen, wenn sie nicht ein oder das andere Mal in dem Chantant Er schwieg. " Dann war sie immer keusch, so lange ich fie kannte," bleiben mußte, weil sie von einem der Gäste eingeladen sagte er dann. Es war wie ein Aufathmen; und doch worden war. Wir sprachen immer nur zusammen, wie flang es aus seinen Worten heraus wie furchtbare Qual. an jenem ersten Abend: wie Menschen, die in dieselben Ich wußte jeßt, daß er sie liebte. Darum bat ich Lebensgleise geschleudert sind, ohne die Absicht einander zu Ich sah ein kleines, reizendes Gesicht mit unregelmäßigen Zügen, einem feinen Mund, und Augen voll ihn freundlich, mir weiter zu erzählen. Zum ersten Male gefallen. So war unser Beiſammensein immer zwanglos Klugheit und Tiefe einem Gesicht voll Leben, voll dauerte er mich. Dadurch gewann ich zum ersten Mal und unbefangen. Unser Gespräch stockte nie, kurz- wir waren gute, liebe Kameraden, die sich prächtig verstanden. Ausdruck, und über ihm lag jener eigenthümliche Duft, eine Macht über ihn. Klar und ruhig, wie er begonnen hatte, fuhr er fort. So hatte ich keine Gelegenheit, mir darüber klar zu werden, welcher manchen Zügen etwas unerklärbar Anziehendes wie unentbehrlich sie mir allmählich wurde. verleiht. Aber einem schärferen Auge sprach dieses jugend- Er verstand es meisterlich, sich zu beherrschen. Sie war etwa vierzehn Tage schon in dem Café Mit der Zeit lernten wir natürlich auch unser gegenliche Gesicht auch von einer langen, langsamen Jugend boll Elend und Bitterkeit. Das Bild lebte und sprach. chantant, ohne daß wir mehr als einige kurze Worte, seitiges Leben kennen. Ich bin vielleicht der Einzige ge Es dauerte lange, ehe ich es ihm zurückgab. 7 Es schien welche sich auf die Vorträge bezogen, miteinander gewechselt wesen, dem fte alles erzählt hat, was sie erlebte. Eben weil ich ihr Freund, und nicht ihr Geliebter war. Gegen diesen hätte sie nie so schrankenlos offen werden können. Hier hätte sie immer jene jeder Frau an geborene Koketterie, welche erwerben, festhalten, anziehen und fortstoßen will, abgehalten, gewisse Dinge zu sagen Aber wir wußten nicht, daß wir uns gegenüber etwas zu gewinnen oder zu verlieren halten. So erzählte sie mir Alles, nicht an einem Abend, aber sie hat mich in Alles unbewußt und rückhaltlos hineinblicken lassen, wie es gerade kam und wie ich es ebenso sie bei mir ließ.. Wir gewöhnten uns an einander— und doch ist Alles anders geworden! Aber in jenen Wochen haben wir uns Alles gesagt. Mit übermüthigem Spott erzählte sie mir jeden Abend, wenn wir entweder ermüdet gleich nach Hause gingen, oder noch zusammen hier oder dort eine Stunde verbrachten, was sie gesehen und erlebt hatte. Sie verstand meisterhaft zu charakterisiren. Wie lachte sie über die dummen Männer, welche glaubten, mit ihrem schmutzigen Held sei jedes Weib käuflich; über die Jammergestalten, welche jeden Abend in dem Tingel-Tangel herumlungerten und nachher nach Verdienst ausgebeutet wurden! Mit welcher Verachtung konnte sie von der rohen Gemeinheit sprechen, von welcher wir umgeben waren, und über welcher wir doch standen! Aber sie empfand trotzdem nie eine Sehnsucht nach etwas Anderem, weil sie es nicht kannte und ich?— nun ich empfinde sie noch heute nicht, denn es ist ja doch überall dasselbe. Bei Tage sahen wir uns selten. Sie kam ab und zu aus mein Zimmer um mich zu der Vorstellung abzuholen, oder wenn sie sich allzu sehr langweilte, stöberte in meinen Büchern umher, und wir schlenderten dann zusammen durch die Straßen— aber immer wie gute Freunde, die sich zufällig zusammenge- funden haben und sich für einander interessiren. Ich «üßre nicht, daß jemals die Leidenschaft mich in diesen Wochen berührt hätte, einerlei ob sie bei mir oder nicht bei mir war. Ich lebte ruhig und gleichgültig fort. Ich wußte nicht, daß ich nur in ihr noch lebte. Gelangweilt haben wir uns nie zusammen. Sie war unglaublich interessant— in Allem, was sie that und sprach, einzig originell. Ihr urwüchsiger Humor, den sie sich durch eine erbarmungswürdige Jugend errettet hatte, und meine Skepsis paßten zusammen.. So gingen wir nebeneinander her. Das kann man nicht, wenn man sich liebt. Wenigstens nicht, so lange man jung ist. Unsere Unbe- sangenheit machte uns offen und rückhaltlos gegeneinander. Keiner dachte daran, daß eines Tages Alles anders werden könnte... Du siehst, ich kann mich von diesen Wochen nicht trennen. Aber sie find so ziemlich das Einzige, in das meine Erinnerung sich flüchten kann, aus all' den letzten Jahren. — An einem Abend hat mir Hedi erzählt, wie sie nach Berlin gekommen ist. Von ihrer allerersten Jugend wußte ich noch wenig; sie hat immer nur in Andeutungen von ihr gesprochen. Warum auch? Warum reden von einer Jugend ohne Liebe, ohne Licht und ohne Alles, was sonst eine Jugend verschönt? Ein Theaterkind— am Tage bleigraues Elend, am Abend lügenhafter Flitter— unstät— Heimathlos—— was sollte sie davon reden? Aus einer Hand in die andere geschleudert, behandelt, nicht wie ein Mensch, nein, wie eine Waare, so war sie endlich nach Steltin gekommen, wo sie in einem Chantant angefangen hatte zu singen. Ihren Verdienst mußte sie einer Alten bringen. Sie trieb sich meist zwischen den Akrobaten, den Komikern, den aus allen Ständen zusammengewürfelten «eiblichen Mitgliedern der Truppe umher. Die Geschäfte gingen schlecht. Bisher hatte sick Keiner um sie gekümmert. Da erschien eines Abends ein junger Mensch hinter der Bühne, und machte sich an die eine der beiden Chansonetten heran, mit denen sie zusammen wohnte. Sie stand unbe- achtet hinter einer Koulisse, und fing einige der halblaut geflüsterten Worte auf. Dann sah sie, wie sich das Weib etwas in die Hand drücken ließ. Sie wußte Alles— mit einem Schlage! Dort war über ihr Schicksal entschieden, wenn sie sich nicht wehrte. Sie kannte das Alles— seit ihren ersten Tagen hatte sie Derartiges vor Augen gehabt, täglich! Sie war meist mit den Anderen nach Hause gegangen; selten allein. Bisher war sie auf ihren Heimgängen un- belästigt geblieben. An diesem Abend gesellte sich der junge Mann zu ihr. den sie vorhin auf der Bühne gesehen hatte. Sie hatte es vorher gewußt, und ihren Plan zurecht gelegt. Sie ließ ihn ruhig neben sich hergehen, und sich seine Redcnsarien ruhig gefallen. Als sie aber an ihrer Hausthür waren und er sich mit hineindrängen wollie, fließ sie ihn plötzlich zurück, schlug die Thüre zu und schob den Riegel vor. Dann lehnte sie sich an die Wand, um nicht umzufallen... Sie hörte noch sein Bitten, sein Fluchen, sein Drohen ... dann ging er. Sie stieg die Treppe hinauf, und trat in die Zimmer, welche sie mit den Anderen und der Alten bewohnte. In dem zweiten lag diese und schlief, wie unaufweckbar. Sie fetzte sich hin und wartete— zwei lange Stunden auf die Anderen. Sie kamen nicht. Natürlich; sie hatte auch das gewußt. Sie war verkauft. Alles war abgekartetes Spiel. Und war es heute nicht gelungen, so würde es das zweite oder dritte Mal unabweislich gelingen müssen. Sie wußte Alles. Man wächst nicht umsonst unter Schande und Elend auf. Aber ihre Natur wollte um das Letzte wenigstens kämpfen. Als sie länger als zwei Stunden in der Dunkelheit gewartet hatte, stand sie auf und nahm sich von dem Oelde aus der Schublade der Kommode so viel, als sie wußte, daß ihr Verdienst betrug. Tann ging sie— ohne sonst das Geringste mitzunehmen— durch die leeren dunklen Straßen, und blieb im Wartesaal des Bahnhofs bis der Frühzug nach Berlin abging. Am Nachmittag desselben Tages war sie in Berlin am Stettiner Bahnhof Sie hatte in der großen Stadt nur eine Bekannt� mit der sie früher zusammen gespielt hatte, und von der sie wußte, daß sie in einem Spezialitäten-Theater im Osten Berlins sang. Sie ließ sich durch eine Droschke hinfahren Keine Spur von Ausregung war an ihr bemerkbar. Ruhig wartete sie auch hier, bis die Vorstellung begann, in dem kleinen, gänzlich leeren Garten. Zum ersten Mal vielleicht in ihrem Leben war ihr der Zufall günstig. Sie fand die Gesuchte, und einen Platz für die ersten Wochen auf derselben Bühne. Dann kam sie zu uns, in der ersten Entwickelung ihres großen Talentes, welches nur ick kannte..." Er schwieg. Wir füllten uns unsere Gläser. Alles war um uns still. Ich hörte das leise Knistern der Lampen. Das RistKo der Arbeit. (Aus dem Leben der Eiscnbahnarbeit er.) Dem jüngst erschienenen Jahresbericht des New Jersey' er Arbeits statistischen Bureaus entnehmen wir einige recht lehrreiche Thatsachen über die Unfälle au' Eisenbahnen. Während nämlich— Dank dem Spektakel der Bourgeoispresse— für die Passagiere auf Eisenbahnen die Rate der Unfälle in den letzten Jahrzehnten fort- während abgenommen hat und nachgerade auf ein kaum noch bcachtenswerthes Minimum gesunken ist, hat für die Angestellten der Eisenbahn-Kompagnien die Häufigkeit der Unfälle sich bis zu schauerlichen Dimensionen vergrößert. Allein innerhalb des Staates New Jersey find während der 36 Jahre 1852 bis 1887 folgende Zahlen diesbezüglich von den Eisenbahn-Kompagnien selbst an die Staats- behörden berichtet worden: Total der Unfälle, welche Angestellten zugestoßen sind: 4922. Davon mit tödllicher Wirkung: 1208; Verletzungen: 3714. Durchschnitt per Jahr. In den Jahren Total Mit tödtlichem Nicht tödtlich Ausgang 1852—57 20 10.5 9.5 1857-67 2b 15.4 9.6 1867—77 102 40.4 61.4 1877-87 358 58.7 294.5 Jahr 1887(allein) 863 102.0 762.0 Freilich ist hier die in diesem Zeitraum stattgesundene Ausdehnung des Eisenbahnverkehrs mit in Betracht zu ziehen. Hierzu findet sich im Bericht des genannten Statistik-Bureau's leider blos folgender Anhaltspunkt: Im I. 1887 verunglückten per Eisenbahn-Meile 19 Angestellte tödtlich und 3 nicht tödtlich, während in den vorhergehenden 10 Jahren das Verhältniß gleich 1 zu 33 und 1 zu 7 war.') Von den Ursachen, welche Fälle von Tödtung oder Verletzung nach sich ziehen, sind als die folgenreichsten nachstehende zu nennen: 1. Das Gehen oder die Anwesenheit auf dem Geleise; 2. das Herunterfalle» von Zügen, Lokomotiven und Wagen und 3. das Koppeln oder Loskoppeln von Wagen. Von diesen drei Hauptursachen wird nur die erstcre heute noch seitens der„Sachverständigen" als eine solche betrachtet, in bezug auf die nicht durch Verbesserung der Betriebseinrichtungen eine Abnahme der Unglücksfälle bewirkt werden könnte. In der zweiten Kategorie der Ursachen handelt es sich meistens um das Herunterfallen derjenigen Angestellten, welche auf den Dächern der Cars(Wagen) die Funktion des Brcmsens zu besorgen haben. Bei frostigem Wetter 'ind die Laufbretter sehr schlüpfrig, und auch sonst, wenn die Züge sich in Kurven mit einem heftigen Stoß herum- drehen, kann der Bremser sehr leicht den Halt verlieren und herunterstürzen. Um diese Gefahr zu vermindern, ist von feiten der Eisenbahn-Kommissäre des Staates New Dork chon vor zwei Jahren an die Kompagnien eine Empfehlung gerichtet worden, nämlich dahingehend, die Dächer des Cars mit niedrigen Einsassungsgittern zu umgeben. Aber, die Kompagnien haben diese Empfehlung einfach unberücksichtigt gelassen. Natürlich, die Einfassungsgitter kosten Geld; am Ende sogar so viel, daß die allmonatlich fortschreitende Steigerung im Wachsthum des Nettoertrages für die Eisenbahn-Millionäre sich für den Augenblick um eine Kleinigkeit verlangsamt hätte. Der„freie Arbeiter" selbst östet gar nichts; nur seine Arbeitskraft hat einen Markt- werth, und diese allein wird vom Kapital gekauft. Die Einführung von permanenten Luftbremsen auch auf Fracht- zügen würde die Wirksamkeit dieser Ursache bedeutend ver- mindern. Aber, die Arbeitskraft ist in folge der zu langen Dauer des Arbeitstages so wohlfnl, daß die Kompagnien 'ich einstweilen nicht veranlaßt sehen, irgend welche Ber- zesserungcn in Anwendung zu bringen, zu denen sie nicht durch die Konkurrenz unter sich gezwungen sind. Furchtbar groß ist endlich für sich allein schon die Zahl jener Unglücksfälle, welche den Eisenbahn-Angestelllen >ei Ausübung der Funktion des Knppelns und Los- "uppelns der Cars zustoßen. Und diese Gefahr önnte, wie der vorliegende amtliche Bericht an- leutet, durch allgemeine Einführung des Systems der„automatischen Kuppelapparate(„Janney ') Theilweise, sagt der Bericht, erklärt sich diese Ver- chlimmerung im Aussehen der Sachlage aus der Zunahme in Genauigkeit der Verzeichnung und Meldung solcher Fälle. Doch hat daZ wohl kaum viel zu besagen. Type") gänzlich beseitigt oder doch auf ein geringes Maß reduzirt worden. Aber die Kompagnien wollen halt davon nichts wissen. Warum?— Antwort wie oben: Menschen- leben, wenn es sich blos um„Arbeitsmcnschen" handelt, kosten nichts. Das gehört nun einmal zu den Schönheiten der kapitalistischen Ausbeuterwirthschaft. Nur dieser, wie gesagt, mit einer verhältnißmäßig geringen Ausgabe seitens der Kompagnien vermeidbaren Gefahr(beim Kuppeln und Losmachen) fallen Tag für Tag soviele Menschenleben oder die gesunden Glieder von Menschen zum Opfer, daß die Resultate dieser industriellen Massenschlächterei von feiten des New Jersey'er Statistik- Bureau auf nicht weniger als 459 To die, 4080 Schwer- v erwü ndete und 13 770 Leichtverwundete— d. i. auf 18309 Todte und Verwundete zusammenge- nommen— berechnet wurden. Das meint: 18 309 alljährlich nur auf dem Gebiete der Vereinigten Staaten von Amerika allein!(Unter Zugrundelegung der für das System der„Baltimore& Ohio R. R." festgestellten Unfalls-Statistik.) 18 309 alljährlich! Das ist eine Zahl, die um die Hälfte größer ist, als die Zahl der Personen, die in der großen Schlacht an der Wilderneß getödtet oder verwundet wurden.„Nur daß die Zahl der Todten nicht so groß ist."(Diese letztere Bemerkung ist dem New Jersey'er Statistik- Bericht gutzuschreiben.) Nicht so viele Todte wie in jener politischen Schlächterei, allerdings!— Aber, wäre es nicht für manchen Proletarier weit besser, gleich kurzweg getödtet, anstatt im Götzendienst des Kapitals blos ver- stümmelt zu werden?!— Nur noch eine Frage für heute: Wer von unseren Lesern kann uns auch nur eine kleine Anzahl, nur ein Viertel-Dutzcnd von Zeitungen nennen,— außer denen der Arbeiter- Presse— welche es als ihre Pflicht aner- kennen, solche Thatsachen dem Volke vor Augen zu halten? Was haben jene Zeitungen, die von den Eisenbahn- angestellten vielfach noch gehalten werden, aus dem In- halt derartiger amtlicher Berichte veröffentlicht?— Ihr Grundsatz ist— Schweigen. Todtschweigen der Wahrheit! Und warum sollte die kapitalistische Presse sich nicht diesen billigen Spaß erlauben?„Die Dummen werden ja noch lange nicht alle!" Di- Lage der Münchener Schreiner(Tischler). Der von uns unter„Literarisches" erwähnte Bericht kommt zu folgendem Schlußergebniß: Die wirthschastliche Lage der im Schreinereibe ttiebe Beschäftigten ist als keine besonders günstige zu be- zeichnen. Sollte deßhalb von einzelnen, welche das Resultat mit anderen Augen ansehen als wir, der Einwand erhoben werden, daß nicht alle Gehilfen, welche hierorts he- schäftigt sind an der Statistik mitgewirkt haben, so ist dies wohl richtig, daß einige hundert der hier am Orte weilenden Schreinergehilfen sich nicht an den Erhebungen betheiligt haben. Dieselben würden aber, so wäre wohl mit Be- stimmtheit zu behaupten, keinen Ausschlag gegeben haben zu Gunsten des Resultates. Denn erstens war ein ziemlicher Theil davon jedenfalls außer Arbeit, ein anderer Theil, welcher aus Lethargie sich nicht betheiligt, rekrutirt sich der Mehrzahl nach fast immer aus solchen Elementen, deren wirthschastliche Ber- Hältnisse auf ein solches Niveau heruntergedrückt sind, daß sie alle Selbstständigkeit, eine Besserung ihrer Lage anzu- streben, verloren haben. Unter dem etwa noch aus- 'tehenden Rest befinden sich vielleicht eine kleine Zahl solcher, welche wähnen, daß sie vermöge ihrer besseren Verhältnisse naserümpsend über derartigen Enqueten stehen dürften. Tie Mehrzahl des noch übrig gebliebenen Restes besteht aber aus sogenannten„Liebedienern", deren Verdienst- Verhältnisse oft sehr wechselnde find. Daß die große Mehrzahl der Gehilfen, welche für 'ich das Prädikat„Mann" in Anspruch nehmen, that- sächlich mitgewirkt haben, geht wohl aus den Zahlen selbst jervor. Jeder hierauf bezügliche Einwurf würde durch das Material widerlegt. Doch kehren wir zu unserem Resume zurück. Dasselbe ergiebt, daß nicht nur die Konkurrenz für die Arbeits- !raft des einzelnen wirklich besteht, sondern sich durch die bedeutende Vermehrung der Maschinen in immer- währender Steigerung befindet. Auch daß die vorhandenen Arbeitskräfte oft sehr eigemhümlich, fast sprungweise zur Anwendung ge- angen. Es werden— und dieses trifft in vielen größeren Werkstätten mit maschinellem Verriebe zu— wenn Arbeitsaufträge vorhanden sind, Sonn- und Feiertage und Feier- abendstunden bei oft größerer Anzahl von Arbeitern dazu verwendet, die Aufträge fertig zu stellen. Ist dieses ge- chehen, so werden Entlassungen in oft größerer Anzahl, die vielfach sogar auf die schlechtere Jahreszeit entfallen. vorgenommen. Wenn wir dann weiter betrachten, daß die Verdienst- Verhältnisse seit beinahe 20 Jah-ren im Grunde ge- nommen keine od�r verhältnißmäßig nur minimale Steigerung erfahren haben— denn es wurde im Jahre 1872 nach den Vereinbarungen mit den Meistern als niedrigster Lohnsatz M. 3.— per Tag bezahlt— so finden wir heute, daß derselbe in vielen Fällen niedriger bemessen ist. Vergleichen wir die Steigerungen der Lebens- mittelpreise und der Wohnungsmiethen und ziehen wir in Betracht, daß doch die zwei verflossenen Dezennien auch in kultureller Hinsicht größere Ansprüche an die Menschen geltend gemacht haben— was in Zukunft in jedenfalls " * * noch höherem Maße eintreten wird- so muß wohl die p Solche Gedanken, solche Zweifel, solches Mißtrauen beherrschen| find keine selbstständigen Handwerker mehr, Klage vieler, daß die heutigen Verdienstverhältnisse sehr die Erwerbsklassen, und sie sind geeignet, die Unternehmungs sondern nur noch Detailverkäufer, fie beziehen ihren täglichen oder wöchentlichen Bedarf aus der Massen= unzureichend sind, von jedem vorurtheilslosen und ver- luft in jeder Richtung zu hemmen. Diese Woche schreibt die„ Nationalztg.": Ueberall fabrit. Außerhalb Chikagos bestehen ähnliche Anlagen noch in nünftig denkenden Manne bejaht werden. Marasmus ein starkes Geldangebot, ein Sinken des ansas City und Omaha, in New York besteht eine große Exportschlächterei. Das Geschäft mit dressed beef ist der Mittelpunkt Zinsfußes und dennoch Einschüchterung, Lahmlegung, Ge- geworden, um den fich die Zentral- Viehmärkte gegenwärtig drehen. Ueber den Werth der Lohnerhöhung im Verhältniß drücktheit der Tendenz und Hinneigung zum Bessi mis- Die Farmer des Ostens und die Schlächter allerorts führen zur Verkürzung der Arbeitszeit urtheilt der Bericht: mus. Es bleibt nichts übrig, als die Verschuldung bittere Klage über jene Umwälzung. Daß eine Lohnerhöhung nicht allein im Stande dieses Verhaltens in der Hauptsache auf die Unruhe und induſtrie beruht: einmal auf den Vorzügen jedes industriellen Es ist klar, worauf der ungeheuere Erfolg der neuen Großist, eine dauernde Besserung herbeizuführen, dürfte aus Ungewißheit zu schieben, welche die Behandlung der sozi Großbetriebes vor dem Handwerk: der ungemein gegliederten den oben festgestellten Ergebnissen, der fortschreitenden Ent- alen Frage hervorgerufen hat. Mit ihrer Diskussion Arbeitstheilung, der ausgedehnten Verwendung von Maschinen, der wicklung der Maschinentechnik hervorgehoben sein. Die hängt es zusammen, wenn in den Kreisen der Unter- Nuzbarmachung jedes Atoms der Schlachtabfälle ferner aber auf bis ins Unermeßliche zunehmende Arbeitslosigkeit zwingt nehmer Mißtrauen herrscht, welches die Thätigkeit der außerordentlichen Ersparniß an Transportkosten beim Versandt ausgeschlachteten Fleisches gegenüber dem Versandt lebender Thiere. uns, der Entwerthung der Menschenhände" mit allen ge- derselben hemmt. Eine Rückwirkung des Mißtrauens ist Ein Eisenbahnwagen faßt 20 Stück Vieh, während ein Refrigeratorfeßlich zulässigen Mitteln entgegen zu arbeiten. Und zwar in allen Zweigen der Industrie zu verspüren und wer wagen derselben Größe das Fleisch von 38 Stück fortschafft. aus Gründen der Humanität und Hygiene sowohl, als könnte es für ein Paradoxon halten, wenn man behauptet, Auch spart man bei der neuen Versandtmethode die Kosten für auch der Produktion und der gesammten Gesellschaft. daß auf dem Eisenmarkt ebenfalls das Schwergewicht des Fütterung und Begleitmannschaft auf der Reise, und namentlich er= leidet man keine Gewichtseinbuße. Auf der Seereise werden die 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Muße und Mißtrauens lastet und den Verkehr beeinträchtigt." ungeheueren Verluste vermieden, welche unter lebend verschifftem 8 Stunden Schlaf!!" Eine von den größten Sozial- Die Deutsche Arbeiterzeitung," die Gründung Vieh bei Sturm entstehen man hat von den von Amerika nach ökonomen und Hygienikern der Jeßtzeit aufgestellte und der Herren Dechelhäuser, Miquel u. s. w. meint:" Die England mit Viehladung fahrenden Schiffen 1888 1984 Stück über auf ihre Durchführbarkeit hin begründete Devise. im ,, Reichs- Anzeiger" erschienenen Auffäße über: Sozial- Bord geworfen oder todt gelandet der Transport zur See stellt fich wesentlich billiger als der von lebendem Vieh. In Form von Daß sich jedoch nicht mit einem Schlage, mit einem politik, Sozialreform und Sozialismus" haben großes Stücken erscheint auch die Ausfuhr geringerer Qualitäten als Ruck das Räderwerk der fortschreitenden Kultur auf diese Aufsehen gemacht, namentlich insofern sie den Eindruck möglich. Stufe heben läßt, sieht jeder denkende Arbeiter ein. In hervorrufen konnten, als ob darin das sozialpolitische Nach England wird heute bereits nicht viel weniger Rindfleisch anbetracht dessen haben dann auch in den Fragebögen in Programm der nach dem Rücktritt des Fürsten Bismarck in frischem Zustande als lebend von Nordamerika verschickt. betreff der Verkürzung der Arbeitszeit die Kollegen folgender- beginnenden Aera dargelegt werden und als ob jetzt mit europäischen Kontinents mit frischem Fleisch von Nordamerika zu Es kann nicht ausbleiben, daß man auch die Bevölkerung des maßen geantwortet: vollen Segeln in das Fahrwasser des Staats- versorgen unternehmen wird. Freilich ist das nicht so leicht wie Bon 1657 Betheiligten erklärten sich 1407 für Verkürzung sozialismus eingelenkt werden sollte. Es ist jedoch die Verproviantirung Englands, weil die größten Bevölkerungsder Arbeitszeit und 66 dagegen, während eine bestimmte Antwort von den übrigen 184 nicht abgegeben wurde. Für 8stündige Arbeits- sicherlich verkehrt, jeden Saß in diesen Artikeln zergliedern zentren dieses Landes an der Küste, in Deutschland aber im Binnenlande liegen. Nur die breiten Volksmassen der Großstädte können zeit erklärten fich 151, für 9stündige 1038, für 912 Stunden 27/ und zerlegen zu wollen, um daraus Schlüsse auf die fernere bei den Fleischsendungen von fernher ins Auge gefaßt werden, weil sozialpolitische Gesetzgebung zu ziehen. Nur im allgemeinen das Fleisch unmittelbar nach der Ankunft abgesezt und verzehr " und für 10 Stunden 10 Mann. jein möge. erbaut wären. " 11 An diese Erklärungen fnüpfen sich eine Reihe von Einzel- geben diese Artikel die kaiserlichen Gedanken wieder; die werden muß, wenn es nicht verderben soll. Es würden also zunächst heiten in betreff des Anfangs und Ende der Arbeitszeit, sowie Aufstellung eines Programms war nicht beabsichtigt und nur unsere Seeſtädte namentlich Hamburg- in Betracht der Bausen während derselben. So verlangen 14 bei 9 Stunden kommen. Daß es aber auch techniſch möglich wäre, Städte wie bon 7-6 Uhr den Arbeitstag, 28 treten für 12 Stunden Mittags: konnte auch nicht beabsichtigt werden. Ce wie die, des Köln und Berlin in der angedeuteten Weise mit frischem Fleisch zu pause ein. Ueber den Schluß der Woche sprechen sich 2 Kollegen Weiteren bleibt die Lohnfrage und die Frage der Ar- versorgen, ist heute kaum noch zu bezweifeln. dahin aus, daß Samstag um 4 und 2 andere um 5 Uhr Feierabend beitsdauer zu regeln übrig" verlieren sich in unabsehbare Soweit Prof. Sering. Ziele und sind darum nur geeignet, Verwirrung und Ueber die Einfuhr von gefrorenem Fleisch, speziell Die bedeutungsvollsten Punkte sind jedenfalls gleich- Mißverständnisse hervorzurufen." Das klingt auch in England, giebt die neue naturwissenschaftliche Wochenmäßig Beginn und Ende der Arbeitszeit, sowie die 1/ 2- nicht, als ob die nationalliberalen„ Arbeiterfreunde" sehr schrift Prometheus" folgende Zahlen an: ftündige Mittagspause. Australien begann die Einfuhr von gefrorenem Fleisch Zu erwähnen ist noch, daß weibliche Arbeitsfräfte Der Reichsbote" meint:„ Die Fürsorge der Reichs im Jahre 1880 mit 400 Schafen, 1888 war sie auf bis jetzt nur in einem der betheiligten Betriebe eingeführt regierung für das Wohl der arbeitenden Klassen wird in 112 000 Schafe angewachsen. find, was jedoch, je mehr sich der Betrieb der Schreine- den Kreisen der Großindustriellen und Großaktio= Neuseeland folgte dem Beispiele seines Kontinents reien der Theil arbeit zuwendet, erfahrungsgemäß mehr näre seit den jüngsten Ereignissen mit offen eingestan im Jahre 1882, indem es 8839 Schafe nach England Nachahmung finden wird. denem Mißtrauen und wachsendem Widerspruch lieferte. Und 1888 betrug die Zahl der aus Neuseeland Dieses das Resultat der statistischen Erhebung in beobachtet. Die Gesinnung, aus welcher die Stellung- importirten gefrorenen Schafe 766 417. Die australische unserm Berufe, dem wir nur den Wunsch anfügen möchten, nahme hervorgeht, fand vor einigen Tagen in einem Insel hat in den Jahren 1882-1888 3395 886 ge= daß durch diese Zusammenstellung, den Erwartungen aller rheinischen Kapitalistenblatte eine Beleuchtung, wie sie nicht frorene Schafe auf den englischen Markt gebracht! Interessenten entsprechend, die Nüßlichkeit derselben aner- schärfer denkbar ist. Das Blatt verfluchte das herrliche Am spätesten begann die Einfuhr aus den La Platakannt wird und ähnlichen später stattfindenden Erhebungen Frühlingswetter dieses Jahres und bat den Himmel um Staaten( Südamerika), nämlich im Jahre 1883 mit Interesse und größtmöglichste Betheiligung entgegengebracht strömende Regengüsse, damit die Bergarbeiter gerne in ihre 17 665 Stüd Schafen. Die La Plata- Staaten hatten es werden möchte. unterirdischen Arbeitsstätten hinabstiegen, und die Dividen- im Jahre 1888 am weitesten gebracht, ihre Einfuhr er den der Bergwerksgesellschaften nicht in Gefahr geriethen. reichte in diesem Jahre die enorme Höhe von 837 460 Der Kampf der Großbourgeoisie gegen die Diefelbe Angst vor einer Schmälerung der Dividenden er Stück. Ihre Gesammilieferung betrug 2 266 584 Schlachtgreift die Geldmenschen bei dem Frühlingswehen der Reform- Schafe. kaiserlichen Erlasse scheint jetzt lebhafter zu werden. In der„ Nationalztg." von voriger Woche lesen In der„ Nationalztg." von voriger Woche leſen wir im Börsentheil, der aber gerade die neuesten Gedanken der Finanzkreise ausplaudert: politik! das jetzt durch die deutschen Lande geht. Und da Diese ungeheuren Zahlen beweisen am besten, einem Geld Macht bedeutet, müssen wir uns auf eine scharfe wie tief gehenden Bedürfniß die Einfuhr des gefrorenen Opposition gegen alle auf die wirthschaftliche und intellek Fleisches in England abgeholfen hat. Und bei der allgetuelle Hebung des Arbeiterstandes gerichteten Bestrebungen meinen Fleischvertheuerung ist es wohl auch für Deutschland gefaßt machen. Schon erkennt man in der Behandlung, nur noch eine Frage der Zeit, daß es zu diesem Mittel In den leitenden finanziellen Kreisen, in den Reihen der in welche die liberalen Zeitungen den einzelnen Vorkommnissen billiger Fleischbeschaffung greifen wird. duftriellen Unternehmer, deren Blick geschärft und geweitet ist, in der Arbeiterbewegung angedeihen lassen, das System. denen ihr Beruf eine stete Umschau und Uebersicht über die Ent- Wenn ganze Arbeiterversammlungen vom Lohnkampfe abwickelung der allgemeinen Verhältnisse als unabweisbare Pflicht zustehen beschließen, da ihnen durch die Reichsregierung Der Konsum des Pferdefleisches gebietet, beobachtet man nicht nur mit der höchsten Spannung, schon ihr Recht verschafft werde( wo ist das geschehen?), nimmt in allen großen Städten in auffälliger Weise zu, sondern auch mit einiger Besorgniß, welche die Begleiterin der Unwiffenheit ist, den Verlauf der jüngsten Ereignisse im Reich, so schweigt man entweder darüber, oder man deutet an, wo ein ansehnlicher Theil der Bevölkerung mit knapper prüft man genau die Bestrebungen der Steuermänner, die das daß man also nur den Gegner gewechselt habe. Strifen Noth sein Leben durch Handarbeit oder im Tagelohn durch Ruder des Staatsschiffes lenken. Man verhehlt sich nicht, daß auf aber einzelne Belegschaften oder Theile derselben, so erklärt schwere Arbeit fristen muß und tausende von Existenzen die soziale Frage, die sich als eine räthselhafte Sphing vor das man das aus einer von oben her genährten Begehrlichkeit. vegetiren, ohne daß man eigentlich weiß, wie und wodurch Ende des Jahrhunderts aufgestellt hat, jest fräftige und deutliche Antworten gegeben werden, daß die Nealpolitik es versucht, mit Immerhin hat sich bisher die kapitalistische Opposition, fie ihren Hunger stillen, so daß man den Pferdefleischeiferner Pflugschaar den sozialen Boden der deutschen Gegenwart wie wir gerne anerkennen, noch als ziemlich zahm erwiesen; konsum mit Recht als Barometer der Berarmung einer zu beackern. Man fühlt den Ernst der Zeit, der dem gesellschaft- aber wir stehen erst am Vorabend des entscheidenden Stadtbevölkerung ansehen kann. lichen Quietismus ein Ende macht, und empfindet es flar, an dem Kampfes. Sobald erst ein Minister mit positiven Gesezes= Wendepunkt einer wirthschaftlichen Entwickelung angelangt zu sein, vorschlägen vor das Parlament treten wird, dürfte der der Alle herausfordert, Stellung zu nehmen. Das eben ist das Beunruhigende, das sich bereits allen Streit der Meinungen eine Schärfe annehmen, wie nur je Geldmärkten mittheilte und nur langsam überwunden werden wird, ein politischer Streit." daß Niemand weiß, was sich vorbereitet, daß die Geschäftswelt dem Druck der Ungewißheit unterliegt, weil wallende Nebel das Bild der neuen Situation umhüllen und es den Blicken entziehen. Heute erhebt sich( vielleicht ganz unberechtigter Weise) der Zweifel an der Stabilität der Verhältnisse, heute wird vermuthet, daß man nicht wolle, daß sich der allgemein als nothwendig angesehene Wechsel wirthschaftlicher Formen in dem langsamen Athemzug ökonomischer Entwicklung vollziehe, sondern in einem raschen Ländern nach Europa nimmt immer mehr überhand. Tempo, welchem die Industrie zu folgen nicht im Stande ist. Der Großbetrieb und die Internationalität in der Fleischproduktien. Die Versendung von frischem Fleisch aus überseeischen Ueber Amerika äußerte jüngst Prof. Dr. Sering in einem Vortrage vor der Deutschen Landwirthschaftsgesellschaft: Der Reichs- Anzeiger", um nur eine jener oben erwähnten Andeutungen des Zukunftsbildes hervorzuheben, behandelt die soziale England bezieht bereits ganze Flotten von frischem Fleisch in Frage und spißt sie zu einer Lohnfrage und zu der Frage der Arbeitsdauer zu. Er vergleicht mit einer eigenen Schneidigkeit Kühlräumen aus Australien, aus Süd- und Nordamerika, in im Ausdruck die Gesellschaft mit einer Waage in der Hand des Rußland hat man große Exportschlächtereien eingerichtet und Monarchen". Dieser müßte bald hier, bald dort ein Gewicht hin- auch Berlin verschickt seine Exporthammel ausgeschlachtet nach zufügen oder entfernen, um die Schwankungen zu beseitigen und so Paris. Dieser Industriezweig steht aber überall sonst noch in seinen bie Harmonie, wenn sie einmal gestört ist, wiederherzustellen. Die ersten Anfängen nur in Nordamerika hat derselbe, schon Aufgabe des Parlaments bestehe nun darin, der Krone als Mit- vor 20 Jahren eingeführt, sich im letzten Jahrzehnt zu kolossalen helfer an dem Werk der ausgleichenden Gerechtigkeit zu dienen, ihre Dimensionen entwickelt. Noch vor 10 Jahren hatten 70 pCt. von allem Vieh, welches Handlungen wie der Chor in antiken Dramen zu begutachten. reform" giebt für Wien folgende Zahlen über den PferdeDie Vogelsang'sche Monatsschrift für christliche Sozialfleischkonsum: Im Jahre Bevölkerungssiffer Anzahl der geschlachteten Pferde Es entfällt ein Pferd auf je Konsumenten 1876 473 957 1090 434 1877 677 040 4056 167 1878 686 367 3770 182 1879 695 908 3557 196 1880 704 756 4000 176 1881 709 528 4494 158 1882 720 070 5065 142 1883 739 762 5086 143 1884 728 849 5034 146 1885 748 889 5268 142 1886 759 066 5833 130 1887 774 591 6271 123 782 117 6277 124 - daß 1888 Wir sehen bemerkt unsere Quelle hierzu Wenn früher in übertriebener Art die Selbst bestimmung, aus einem Umkreis von 1000 englischen Meilen in Chikago zu der Verbrauch von Pferdefleisch in Wien in steter Zuder Egoismus als der Bauberlehrling galt, welcher die Harmonie fammenſtrömte, nachdem sie dort verkauft und umgeladen waren, nahme begriffen ist, denn die Anzahl jener Personen, auf Der Kräfte zum Wohle der Welt in der Hand halte und wahre, eine zweite Reise von 1000 Meilen nach der Seeküste zurückzu welche je ein zum Konsume geschlachtetes Pferd entfällt, wird jetzt der Staat als die Vorsehung hingestellt, wird ihm die legen. Heute werden umgekehrt 70 pet. aller in Chikago umgeStolle des allweisen und allgütigen Vaters zugewiesen, der mit der festen Thiere dort geschlachtet und in Refrigeratorwagen wird von Jahr zu Jahr kleiner, daß heißt mit anderen Worten: es sehen sich immer mehr Personen in Waage in der Hand Jedem seinen Antheil zumißt, das Interesse über das ganze Land verschickt. Vier Riesengeschäfte in Chitago schlachteten allein 1888 des Einzelnen genau abwägt, die individuelle Bestimmung aufhebt, den komplizirten sozialen Apparat mit seinen auf die menschliche 1971 000 Rinder, wovon etwa 3/4 in Form von Vierteln verkauft Folge der zunehmenden Verarmung in den unEigenart geſtükten organischen Kräften durch eine mechanische Vor- wurden. Die Firmen Armour u. Co. und Swift u. Co. haben teren breiten Schichten der Bevölkerung genöthigt, an einzelnen Tagen 4500 Stück Vich geschlachtet, Swift befizt mit Pferdefleisch ihren Hunger zu stillen, daher Biele wollen an solchen Auslaffungen, die den wirthschaftlichen 1600, Armour 1100 eigene Refrigerator Eisenbahnwagen. In auch die Zahl der für den Konsum geschlachteten Pferde Absolutismus auf das Biedestal stellen, das Gepräge eines offi- harten Stämpfen mit den Bahngeſellſchaften haben sie es durchgefeßt, alljährlich größer wird. ziösen Ursprungs erkennen, wir vermuthen aber, daß sie nur daß sie heute nach jeder größeren und mittleren Stadt auf bie Meinungen unverantwortlicher Rathgeber ausdrücken, die an der bem amerikanischen Kontinent ihr frisches Fleisch liefern. Wirklichkeit und an dem gesunden Sinn der öffentlichen Meinung cheitern werden. richtung ersetzt. Das rofige Gesicht der Schlächtermeister ist von den amerikanischen Bichmärkten verschwunden, die Schlächter Wenn man die Leute betrachtet, welche in den Läden der Pferdeschlächter ihr karges Mittagsmahl oder ihren Abendimbiß einkaufen, so wird man finden, daß die Mehr zahl aus Tagelöhnern und kleinen Gewerbsleuten besteht, bei den Kindern geschützten Alters von 7 auf 9 Jahre; die in-| nachstehende Erklärung Stellung zu der beabsichtigten Feier des daß jedoch auch Soldaten, arme Studenten, ja selbst fleine difchen Handelskammern protestiren gegen dieses Gesetz und erklären, 1. Mai:„ Der Kongreß beschließt, daß jeder anwesende Delegirte Beamte darunter find. Hunger thut bekanntlich sehr wehe, daß die indische Induſtrie daffelbe nicht ertragen könne. Andererseits sind die Baumwollspinner in England, besonders in seiner Heimath dafür eintrete, daß der 1. Mai 1890 als der und mit einem Stück Brot und einer Wurst aus Pferde in Lancashire, von der Arbeiterschutzgesetzgebung in Indien gar nicht größte internationale Fest tag begangen werde." fleisch läßt sich der leere Magen auch sättigen, und zwar befriedigt, weil sie ihnen in ihren gegen England zurückbleibenden Der Kongreß der Zimmerer Deutschlands fand in kann dies mit wenigen Pfennigen oder Kreuzern geschehen. Bestimmungen die Konkurrenz erschwert. So ist Freund Kapital nun einmal: für sich gegen jede Wer mehr für seines Leibes Nothdurft aufzuwenden Beschränkung der Ausbeutungsfreiheit gegen die Arbeit, weil ihm Gotha statt und beschloß: In Anbetracht, daß die heutigen Geseze vermag, der sucht wohl ein Gast- oder Speisehaus auf das das Geschäft schädigt; seinem Konkurrenten aber gönnt er jede es nicht gestatten, die Lohn- und Arbeitsbedingungen wirksam zu und sättigt sich mit warmer, schmackhafterer Kost; es Fessel weil er wiederum dabei ein Geschäft macht. verbessern, mit aller Macht dahin zu wirken, daß solche Gesezes= müssen diejenigen, welche aus dem Laden der Pferdefleischer bestimmungen herbeigeführt werden, die es der Arbeiterklasse ihre Nahrung holen, gewiß ie Acrmsten der Armen sein. ermöglichen, Lohn- und Arbeitsbedingungen so zu regeln, wie es Daß es deren viele, sehr viele geben muß, das bezeugen Die Internationalität in der Getreideproduktion. der Stand der Produktion gestattet und die Zahl der Arbeiter Icider die von uns vorgeführten Ziffern über den Pferde- Im Jahrfünft 1883/87 betrug der gesammte Export der Länder fleischkonsum. Aber auch diesen Aermsten wird ihre arm mit Getreideüberschuß etwa 1 Milliarde Pud. Davon haben ge= liefert: selige, von der Mehrzahl der Bevölkerung mit einer gewissen Scheu und Abneigung angesehene Fleischnahrung bald zu theuer sein, wenn das Pferdefleisch fort im Preise steigt, wie dies seit Jahren wohl langsamt, aber stetig der Fall ist. Ein kluger Bekämpfer der Sozialdemokratie ist der Leiter der Tapetenfabrik G. L. Peine in Hildes heim. Dieser legte nach den Wahlen seinen Arbeitern zu, und was für Summen! Den jüngeren Arbeitern 5 Bf. pro Tag von Mt. 1,70 stieg ihr Lohn auf Mt. 1,75 - den älteren von 30 Jahren und darüber 10 Pf., ihr Lohn stieg von Mt. 2,20 auf Mt. 2,30. Den verhei ratheten Arbeitern wurde ein jährlicher Wohnungszuschuß von 15 bis 30 Mark versprochen. Auf dem gedruckten Formular, welches die frohe Botschaft enthielt, fand sich aber zugleich noch folgender Herzenserguß: Warnung! Produktion und Technik, Statistisches. Rußland 35 pCt., die Vereinigten Staaten 33 pCt., Rumänien 8 pt., Indien 7 pCt., Desterreich- Ungarn 4,3 pбt., Argentinien 3,6 pŒt., Kanada 2,8 pCt., Australien 2,3 pt. bedingt. In fernerer Erwägung, daß die Unternehmer- Klassen sich in der Weise solidarisch erklären, um die Bestrebungen der Arbeiter zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu unterdrücken, erklären sich durch den Kongreß die Zimmerer Deutschlands den Unternehmerbestrebungen gegenüber solidarisch und beschließen, die beiden bestehenden Zimmerer- Organisationen in Deutsch= land zunächst nebeneinander fortwirken zu lassen im Interesse der Gesammtheit der Zimmerer, bis sich beide Vereinigungen zu einer einheitlichen Organisation verschmelzen. 2. Der in Gotha am 7. April zusammengetretene erste NonRußland liefert 88 pet. des gesammten Roggens im Welthandel, 67 pet. Hafer( Schweden 18 pбt.), 52 pet. Gerste. Was Weizen betrifft, hat wohl Rußland in den Jahren 1888 und 1889 greß der deutschen Zimmerer beschließt, wo es die örtlichen 1883/87 nimmt, sieht es hinter den Vereinigten Staaten zurück: Verhältnisse zulassen, den 1. Mai als Feiertag zu be= seine Suprematie wiedergewonnen; wenn man aber die Periode 25 pet. gegen 42 pбt. trachten und dabei das Berliner Programm als Unter= das Jahr 1879 auf 690 Millionen Kilogramm geſchäßt, im Jahre Versammlungen, Tagesordnung: Der Achtſtunden- Arbeitstag, NachDie gesammte Wollproduktion der Welt wurde für Tage zu nehmen: Vormittags durch Abhalten von öffentlichen 1888 betrug fie bereits 890 Millionen Kilogramm. Das macht für mittags durch Abhalten von öffentlichen Vergnügungen. zehn Jahre einen Zuwachs von 200 Millionen, d. i. etwa 29 pŒt. Diese enorme Produktion vertheilt sich auf die einzelnen Provenienzen wie folgt: 1. Australien Die beabsichtigten Rundgebungen seitens der Sozialdemokratie 2. Europäischer Kontinent werden nicht ausbleiben. Diejenigen, welche sich aus meiner Fabrik 3. Nordamerika daran betheiligen, bekennen sich offen zu dieser Partei und 4. Plata. 5. England. verlieren durch dieses Bekenntniß ihre Stellung. G. 2. Peine. 6. Cap Einige Worte über die Ziele der Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratic hat durch ihre wüste und verlogene Agitation leider auch schon friedliche Arbeiterkreise, wie die jüngsten Wahlen beweisen, mit ihren Lehren vergiftet, so daß es jedem ge wissenhaften Manne, sei er Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, zur dringenden Pflicht wird, sie auf das heftigste zu bekämpfen. Die Sozialdemokratie ist eine Umsturzpartei, sie ist in jeder Hinsicht revolutionär, verachtet Gesez und Religion; ihre haltlosen Versprechungen kann sie nie und nimmer einlösen. Nur auf den Trümmern unseres geliebten Vaterlandes, die dann im Gefolge habende Vernichtung unserer Industrie und Verwüstung der Landwirthschaft( Geliebtes Deutsch, verlaß mich nicht!), kann sie ihr Haupt erheben. 7. Verschiedene Provenienzen 1888 Kilogrammm 212 551 065 204 000 000 151 889 000 149 169 000 1879 130 579 000 204 000 000 111 500 000 102 468 000 69 370 000 23 123 000 48 967 000 690 007 000 60 755 000 39 445 000 72 997 000 Literarisches. 2000-1887. Edward Bellamy, Ein Rückblick. Uebersetzung nach dem 301. Tausend der amerikanischen Originalausgabe. Herausgegeben von Georg von Gizicki. 270 Seiten. Reklams Universalbibliothek Nr. 2661, 2662. Preis 40 Pf., elegant gebunden 80 Pi. " Wir möchten diese spottbillige, vollständige Ausgabe unseren Lesern bestens empfehlen. Wir hoben aus dem Buche in Heft 1 der Arbeiterbibliothek",(„ Ein sozialpolitische Roman") einige Stellen hervor, die uns bei dem jezigen Stand der deutschen Arbeiter= bewegung besonders geeignet schienen, einige unserer Zukunftsideale zu konkreterer Anschauung zu bringen, oder über manche Probleme zum Nachdenken anzuregen. Eine Vorstellung von dem ganzen Roman vermochte ein derartiger Au zug na ürlich nicht zu geben. 890 806 000 Während die Produktion Europas stationär bleibt oder sogar eine Tendenz zum Rückgang hat, wächst die Erzeugung Australiens, Afrikas und der beiden Amerika in enormen Proportionen an. Heute steht der europäische Kontinent an zweiter Stelle, 1879 über- Wir rathen daher auch den Lesern der Arbeiterbibliothek" zur Anragte er Australien noch um die Hälfte von dessen Produktion. Gewerkschaftliches, Vereine. An die Schmiede Deutschlands. Auf, agitirt, wo und Wer seine Familie und Angehörige vor Untergang bewahren wie sich Euch die Gelegenheit bietet, für den am 2. und 3. Pfingst will, wer Liebe zu Kaiser und Reich hat, wende sich mit Abſchen tage in Halle a. d. Saale stattfindenden Schmiedetag. Ich von dieser Partei, trage vielmehr zur Aufklärung über die blutigen sege vorläufig folgende Tagesordnung für denselben fest: Ziele der Sozialdemokratie bei der großen Anzahl Unwissender mit bei. Dann werden sich die herrlichen Worte in den Erlassen unferes geliebten Staisers verwirklichen und der segensreiche Friede wird überall einkehren. Für 5 Pfennige Lohnzulage ist das den Arbeitern entschieden zu viel zugemuthet! 3ur Arbeitsgesetzgebung( Arbeiterschutz, Arbeiterversicherung u. s. w.) 1. Die Lage des Schmiedegewerks. 2. Unsere Organisation und deren Hindernisse. 3. Welche Mittel stehen uns zur Verfügung, dieselben zu beseitigen? 4. Organfrage. Ferner mache ich die Kollegen wiederholt darauf aufmerksam, daß nur in öffentlichen Schmiede- Versammlungen Stellung zum Schmiedetag zu nehmen ist. Desgleichen darf auch die Wahl der Delegirten nur in öffent= lichen Versammlungen vollzogen werden. Die Mittel zur Bestreitung der Unkosten sind am besten durch eine freiwillige BeiSteuer aufzubringen. Alle vorgenommenen Wahlen nebst Namen Die Unternehmer und die Arbeiterschutzgesetzgebung und Adresse der Gewählten unter Beglaubigung des Bureaus, in Indien. Der neue Entwurf zur Reform der Faftories Aft welches die Versammlung leitete, bitte ich baldigst an meine Adresse vom Jahre 1881 in Indien enthält folgende hauptsächliche Be- gelangen zu lassen. Mit Gruß E. Hilmer, Düſternſtr. 4, Hamstimmungen: Die Faktories Aft soll auch auf Werkstätten angewendet burg. Zur Zeit Vertrauensmann der Schmiede Deutschlands. Alle werden, sobald sie 20 Arbeiter beschäftigen. Kinder unter 9 Jahren Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. dürfen nicht aufgenommen werden, Frauen und Kinder täglich nicht mehr als 11 Stunden thätig sein und müssen denselben monatlich Der Kongreß deutscher Bauarbeiter tagte am 11. April 4 Rasttage gewährt werden, die je nach der Klasse oder Kaste, in Hannover und entschied sich für Lokalorganisation. Ferner bewelcher sie zugehören, bestimmt werden. Die Unternehmer in Indien fühlen sich nun durch diesen schloß man, eine Agitations- Kommission zu bilden und dieser ihren Gesezentwurf sehr beschwert, insbesondere durch die Erhöhung des Siz in Hamburg anzuweisen. Sodann nahm der Kongreß durch Buchbinderei von K. Janiszewski. Meine Buchbinderei befindet sich Gräfeftr. 93, 1. und bitte alle für mich bestimmte Arbeiten dorthin, oder nach meiner Wohnung Oranienftr. 10, IV. zu senden. K. Janiszewski. Frankfurt a. M. Allen Freunden und Parteigenossen empfehle ich die„ Berliner Volks- Tribüne" und ganz besonders die Berliner Arbeiterbibliothek". I. Serie 12 Hefte. Preis pro Heft 15 u. 20 Pf. 1. Heft: Ein sozialistischer Noman. 2. Heft: Die Gewerkschaften, ihr Nußen und ihre Bedeutung. 3. Heft: Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der 4. Heft: Der Sozialismus in schaffung des Buches, um so mehr, a der Name des Herausgeber& für die Tüchtigkeit der Uebersetzung und Bearbeitung bürgt. Das in Lieferungen erscheinerde reich illustrirte Werk: ,, Die Geschichte der Erde", von R. Bommeli( Stuttgart, J. H. W. Diez' Verlag), liegt nunmehr mit dem 22, Heft komplet vor. XX und 684 Seiten gr. Oftav. Broschirt Mt. 4,40, geb. Mt. 5,90. Zunächst erscheint nun in der Internationalen Bibliothek: Dr. W. Zimmermann's" Großer deutscher Bauernkrieg." Illustrirte Bolksausgabe. Komplet in ca. 26 Heften à 20 Pf. ,, Neue Zeit", Stuttgart, Verlag von J. H. W. Diez. 4. Heft des 8. Jahrgangs. Inhalt: Die auswärtige Politik des russischen Barenthums. Von Friedrich Engels.- Die Arbeiterbewegung in Defterreich. Von Karl Kautsky.( Schluß.)- Zur Psychologie des Kleinbürgerthums. Von Dr. Bruno Schoenlant. Schluß.)- Zur Verskunst Heinrich Heine's. Von Dr. Paul Nemer( Paris). Der Darwinismus auf der französischen Bühne. Ein neuer Pharao. Von Paul Ernst. Ergebnis der statistischen Erhebung im Schreinergewerbe Münchens. 1889. Herausgegeben von Edm. Jordan und Ed. Schmid in München. Berlag von M. Ernst, München. 38 Seiten. Schweizerischer Arbeiterbund und Schweizerisches Arbeitersekretariat.- Dritter Jahresbericht des leitenden Ausschusses für das Jahr 1889. 78 Seiten. Winterthur, Verlag von Geschwister Ziegen. Enthält neben den Jahresberichten eine sehr interessante Arbeit über die Arbeiterschußeinrichtungen des Gemeinderathes von Paris." Briefkasten. Gedicht. Charlottenburg. Nicht zu verwenden. Jüterbogk. Beim Amtsgericht. 2 Jahre nachdem ihr Austritt vollzogen wurde. Die seit 1877 bestehende, weitbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabge. setzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. 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Heft: Die wirthschaftlichen Umwälzungen und die Entwicklung der Sozialdemokratie. 9. Heft: Die Marr'sche 34, Mariannen- Strasse 34, empfiehlt allen Bekannten ihre Schriften und Bilder. Werththeorie. 10. Heft: Die Sozialdemokratie Albert Auerbach, Oigarren u. Tabake und der deutsche Reichstag. 11. Die soziale Frage auf dem Lande. 12. Heft: Internationale Arbeitsschutzgesetzgebung. Möchte jeder Genosse dazu beitragen, daß die Bibliothek jeder Arbeiter bekommt, denn unsere Losung muß sein: immer mehr Licht. H. Faust, Schäfergasse 15, 4 Tr. Frankfurt a. M. Empfehle meinen werthen Freunden und Berlin S., Kottbuser Damm 7. Schuh- und Stiefel- Lager für Herren, Damen und Kinder. Reelle Bedienung. Feste Preise. Der unentgeltliche Central- Arbeits- Nachweis der reichhaltiges Lager von [ 40 O. Klein. 15. Ritterstraße 15. Daselbst Zahlstelle der Gürtler u. Bronceure( E.H.60. Allen Freunden und Genossen empfehle meine Restauration. 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