Nr. 238. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Prets pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags: Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 mr. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Zeitungs Preistifte für 1896 unter Str. 7277. Vorwärts 18. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für bte fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fest tagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Etwas Sonnabend, den 10. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Ausbeutung und Knechtung viel intenfiver, als der Privat tapitalist oder eine Gesellschaft von Privatkapitalisten es vermag." " " verlangen, daß er in den Staatsbetrieben die Ausbeutung nicht intensiv betreiben, dem wirthschaftlichen Druck, den vom„ Staats- Sozialismus". Unser neulicher Artikel über" Munizipal- Sozialismus" Staatsfozialismus", aber ist sie nicht eine treffliche Charakteristit heißt von Disteln verlangen, daß sie Feigen tragen, oder dem Der Vorwärts" bezieht diefe Aeußerung allerdings auf den er ausübt, nicht den politischen Druck zugesellen solle, bas hat wegen der Kritik, die wir darin an dem sogenannten bes Bukunftsstaates"?- G8 ist eben fiets das alte sozialistische Bolt blauen Dunst vormachen. Und wenn die Frankfurter " Staats- Sozialismus" übten, nach verschiedenen und ent- Lied: der Marxismus allein tann Heil und Hilfe bringen. Beitung" unsere Charakteristik des Staats sozialismus gegengesetten Seiten hin angestoßen. Zunächst beschäftigt Dabei übersehen die Sozialdemokraten nur zu oft, wie außer auf den Zukunftsstaat" anwendet, so ist das weder gerecht fich die bürgerlich- demokratische Frankfurter Zeitung" mit ordentlich viel auf dem ruhigen Wege der Sozialveforim zu noch ehrlich, und obendrein ein so mäßiger Wiz", daß unseren Ausführungen. Sie schrieb in ihrer Nummer von erzielen ist, und so können auch Erscheinungen, wie der das Frankfurter Organ der bürgerlichen Demokratie ihn Letztem Montag: Solinger Segerstreit der bekanntlich gezeigt hat, daß die besser Herr Eugen Richter überlassen hätte. Positiv unIn einer der legten Nummern des„ Vorwärts" findet sich sozialdemokratische Partei juft nicht der angenehmste Arbeit gerecht und unehrlich" ist es, zu behaupten, wir hätten das folgende Stelle:„ Der Ausbeutung des" Menschen durch den geber ist nicht Wunder nehmen. Auch diese fatale Geschichte Schlagwort von der einzigen reaktionären Masse" in unserem Menschen ein Ziel zu ſehen, mit der Herrschaft der Ausbeuter- hat die sozialistische Preffe aus der heutigen Gesellschaftsordnung Artikel gegen die bürgerlichen Parteien angewandt. Das tlaffe die Klaffenherrschaft zu beseitigen- das ist das Ziel des erklären und entschuldigen wollen. Da ist es aber denn doch ist uns nicht eingefallen. Wir haben im Gegentheil ausSozialismus, der zu diesem Zweckt allerdings die Privat werkwürdig, daß die Arbeiter manches Privatunternehmers, der produktion und den Privatbetrieb abschaffen und durch den nicht auf den großen Kladderadatsch" spekulirt, sich einer un- drücklich hervorgehoben, daß bürgerlich demokratische staatlichen oder gesellschaftlichen Betrieb ersetzen muß." vergleichlich günstigeren Lage erfreuen, als die Solinger Ge- Forderungen einen Theil unseres Programms bilden. Und Aber wenn der Sozialismus den Privatbetrieb abschafft, so ge noffen". Der Grund hierfür wird wohl darin liegen, daß in wir wissen, und haben es hundertmal anerkannt schieht es, um die Ausbeutung abzuschaffen. Wenn der heutige dem einen Falle das Hauptgewicht auf die praktische Sozialreform daß die bürgerliche Demokratie da, wo sie sich der absoluten Klaffenstaat irgend einen Privatbetrieb abschafft und dafür den gelegt wurde, im andern Falle auf den Kultus des alleinfelig: Herrschaft des Kapitalismus entziehen kann, sehr viel Gutes, Staatsbetrieb einführt, so thut er es, um die Ausbeutung selber machenden Marxismus. Durch dieses Vorgehen schadet die Sozial- auch auf wirthschaftlichem Gebiete zu leisten vermag. Allein zu üben und sich die Vortheile der Ausbeutung direkt zuzu- demokratie nur sich selbst, und sie wird erst dann als vollwerthig wenden". Deshalb tönne man nicht von einem Staatssozia- gelten fönnen, wenn sie den orthoboren Glauben an allgemeine, außer der Schweiz fennen wir keinen derartigen Staat, und auch die schweizerische Demokratie ist nicht im stande Iismus, fondern nur von einem Staats ta pitalismus unfehlbare Lösungen aufgiebt. sprechen. Ob diese begriffliche Unterscheidung zutreffend ist oder So die Frankfurter Zeitung", deren Artikel wir dem gewesen, schmachvolle Orgien des Kapitalismus zu vev nicht, intereffirt uns sehr wenig. Worauf wir aber nachdrücklich Leser vollständig vorgelegt haben. hindern. binweisen möchten, das ist der Doktrinarismus der deutschen Man sieht, den Fundamentalsaß, welchen wir aufgestellt Die Frankf. 3tg." sollte außerdem doch auch wissen, daß Sozialdemokratie, der in diesen Ausführungen des Vorwärts" haben: daß das Wesen des Sozialismus fich gegen das wir Sozialdemokraten in dem Großbetrieb einen entschiedenen wieder einmal klar zu tage tritt. Wenn heute irgendwo die Eisen- fapitalistische Ausbeutungssystem richte, be- und nothwendigen Fortschritt gegenüber dem Kleinbetrieb bahnen verstaatlicht werden, fo liegt es nach der Ansicht des kämpft die" Frankfurter Zeitung" nicht direkt. Dann würde erblicken. Schon von diesem Gesichtspunkt aus sind wir Vorwärts" in der Natur der Sache, daß die Verstaat die infälligkeit ihrer Kritit allzu offenbar werden. Sie be- teine bedingungslosen Gegner des Staatsbetriebes. Selbst lichung lediglich zum Zwecke der Ausbeutung erfolgt. Nun ist es aber Thatsache, daß seinerzeit in Preußen Regierung und streitet blos, daß die Verstaatlichung", also das, was man in grundkapitalistischen Ländern, wie England und den Boltsvertretung, also der Staat, die Werftaatlichung der Eifen- heute gemeiniglich Staatssozialismus" nennt, auf dem Bereinigten Staaten würden wir die Verstaatlichung der bahnen vor allem deshalb wünschten, damit diese wichtigsten Boden des tapitalistischen Ausbeutungssystems fich bewege. Eisenbahnen für einen außerordentlichen Fortschritt halten, Verkehrsmittel möglichst nach gemeinwirthschaftlichen Daß die Ausbeutung lediglich" 8wed der Ver- um so mehr, als eine Ausnutzung im Interesse rückständiger Brinzipien geleitet werden, und als sich dann trogdem eine ftaatlichung fei, das hat der„ Borwärts" nicht gesagt. Aber Bevölkerungsschichten und reaktionärer Ziele, ähnlich wie Ueberschuß- Wirthschaft entwickelte, sind es stets auch bürger gesagt haben wir, daß der Staatsbetrieb in der kapitalistischen es in Deutschland geschieht, dort vollkommen ausgeschlossen liche Parteien gewesen, die dagegen energisch protestirten und Gesellschaft mit Nothwendigkeit das kapitalistische Prinzip der erscheint. verlangten, daß die Volksvertretung auf die Bildung der Aber der Staatsbetrieb ist doch kein Sozialismus. Tarife 2c. entsprechenden Einfluß nehme. Wenn diese Bestre- Ausbeutung befolgen müsse. Dabei ist allerdings ein Unterschied bungen bisher feinen durchgreifenden Erfolg erzielten, so möge zwischen Ausbeutung und Ausbeutung. Ein demokratischerStaat Und das ist der Punkt, um den es sich in unserem Artikel man die Schuld denjenigen Parteien aufhalsen, die dafür ver- wie die Schweiz, in der das demokratische Prinzip dem gehandelt hat. antwortlich zu machen find, aber das Generalisiren, das Schlag- tapitalistischen einigermaßen die Stange hält, wird die Aus- Das Hineinziehen des Solinger Segerstreits beweist die wort von der einzigen reaktionären Masse" ist hier, wie überall, beutung nicht so intensiv betreiben, wie ein undemokratischer Verlegenheit um gute Gründe. Was hat ein kleiner Buchungerecht und unehrlich. Es ist ja leider heute der Fall, daß Klassenstaat, gleich dem Deutschen Reich. Unsere schweizerischen druckereibetrieb in Solingen mit Staatssozialismus zu thun? einzelne Barteien der Regierung die Möglichkeit bieten, eine sehr Genossen haben deshalb in bezug auf Staatsmonopole einen Was überhaupt mit Sozialismus? Die Parteigeschäfte tapitalistische Politik zu treiben, aber welche Garantie giebt man anderen Standpunkt einnehmen können, als wir Deutsche. der Sozialisten sind ausnahmslos bürgerlich fapitalistisch uns, daß der Sozialismus mit der Aufhebung des Privat. In Deutschland konnte die Verstaatlichung nur die verwaltet, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil die betriebes wirklich die Ausbeutung" abschaffen würde? Der " Vorwärts" schlägt sich selbst, denn wenige Zeilen nach dem Früchte erzeugen, die sie erzeugt hat. Von einem bürgerlich tapitalistische Welt keine andere Möglichkeit des obigen Zitat fagt er: Junker- und Militärstaat, der alle Machtmittel des Bestandes darbietet. Der Unterschied zwischen unseren Parteis .. Der Staat, der die politische Macht mit der wirth- Kapitalismus in seiner Hand zusammenfassen will, und geschäften und kapitalistischen Privatgeschäften ist nur schaftlichen in seiner Faust vereinigt, betreibt die kapitalistische seiner Natur nach es wollen muß von diesem Staat der, daß der aus der Lohnarbeit gewonnene 92] " Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Sechstes Rapitel. Der Sturz. 0 0 Ueberzeugung die Menge, für sie mußte der Tribun auf tiefen Mitleidens nicht zu verkennen war, überschauend der Höhe seines Ruhms dieses erdulden! Die an so vielen und als das Läuten der Glocke aufhörte, rebete er das Mauern und Säulen gegen ihn angeheftete Bulle machte horchende Volk mit folgenden Worten an: ihm zum Verbrechen: Rebellion( weil er die Freiheiten Also, Ihr seid doch noch einmal gekommen! Rommt Roms wiederhergestellt), Keßerei( weil er kirchliche Miß- Ihr als Sklaven, oder als freie Männer? Eine geringe bräuche entfernt), Kirchenschändung( weil er sich in der Zahl bewaffneter Söldner ist in Eure Mauern eingedrungen; Porphyrvase Constantins gebadet hatte). Die Römer fühlten wollt Ihr, die Ihr von Euren Thoren die stolzesten Ritter, diese Ueberzeugung; sie seufzten, sie klagten, aber in seinem die erfahrensten Krieger Roms vertrieben habt, jetzt hundertgroßen Palast war der Tribun, außer von einigen treuen undfünfzig Miethlingen und Ausländern Euch unterwerfen? und anhänglichen Herzen umgeben, allein und verlassen! Wollt Ihr Euch bewaffnen für Euren Tribunen? bleiben. Es war wie ein Donnerschlag an einem heiteren Tage, der Sturz des Tribunen in dem Zenith seiner Macht, als seine Feinde darniedergeschmettert waren und er mit einer fleinen Echaar tapferer Römer, wenn sie hätten frei sein Die tapfersten von seinen toskanischen Söldnern be- hr schweigt? Nun, es sei! Wollt Ihr Euch für Eure, wollen, für immer die der Freiheit Roms entgegenstrebenden gleiteten Jrene. Seine übrigen bewaffneten Soldaten be- eigenen Freiheiten, für Eure eigene Baterstadt bewaffnen? Macht zu vernichten, die Rechte seines Vaterlandes zu sichern standen, außer einer kleinen Wache, aus besoldeten Bürgern Ihr schweigt noch. Seid Ihr so entartet? Habt Ihr keine und seinen eigenen Ruhm für ewig zu begründen vermochte. der römischen Miliz, welche, längst unzufrieden, weil sie Arme für Eure eigene Vertheidigung? Römer, hört mich Ein solcher Untergang war wie ein Hohnlachen des Schicksals, lange feinen Sold erhalten hatten, jetzt die Erkommuni- fan! Habe ich Euch Unrecht gethan, so laßt mich sterben das ihn im Unglück unterstüßte, um ihn auf der Höhe seines tation als Vorwand benutten, um unthätig zu Hause zu durch Eure Hände, dann tretet mit den von meinem Blute Glücks plöglich zu verlassen. noch rauchenden Waffen dem Räuber entgegen, der nur Am nächsten Morgen sah man keinen Menschen in den Am dritten Tage unterbrach ein neues Ereigniß die der Verkünder Eurer Sklaverei ist, und ich sterbe ehrenvoll Straßen, die Läden waren geschlossen, ja selbst die Kirchen; Todtenstille der Stadt; hundertundfünfzig Söldner, mit und mein Tod wird gerächt werden. Ihr weint! Großer Gott, es war, als seufzte die Stadt unter einem Interditt. Der Pepin von Mivorbino, einem Neapolitaner, einer Kreatur ihr weint! Ja, auch ich könnte weinen darüber, daß ich es schreckliche Fluch der päpstlichen Exkommunikation gegen Monreal's, an der Spize, rückten in Rom ein, besezten den erleben mußte, vergebens zu den Römern von ihrer Freiheit das Oberhaupt der päpstlichen Stadt schien alle Lebens- Palast der Colonna, und es wurde ein Herold durch die zu sprechen! Weinen! Jst dieses eine Stunde für Thränen? adern erstarrt zu haben. Der Legat selbst hatte sich unter Stadt geschickt, der im Namen des Kardinal- Legaten ver- Weint nur, und Eure Thränen werden Verbrechen, und dem Vorgeben, er halte sich in Rom nicht für sicher, nach fündete, daß ein Preis von zehntausend Florenen auf den werden Gewaltthätigkeiten und Despotismus bald einernten! Monte Fiascone begeben, wo die Barone unmittelbar nach Ropf des Cola di Rienzi gesetzt sei. Römer! bewaffnet Euch! folgt mir zu dem Palast des der Bekanntmachung des Edikts mit ihm zusammen trafen. Darauf ertönte, in hellen und lauten Tönen, wie früher, Colonna! vertreibt diese Schurken; vertreibt Euren Feind," Der Fluch sollte besser wirken während der Abwesenheit des die große Glocke des Kapitols, das Bolt, entmuthigt er hielt inne, seine Worte schienen feine Begeisterung zu Verfluchenden. durch die Furcht vor der päpstlichen Autorität( welche erregen, oder," fuhr er fort, ich überlasse Euch Eurem Furcht seit der Entfernung des päpstlichen Sizes von Rom Schicksal!" nur noch gesteigert worden war) kam unbewaffnet und auf dem Plage des Löwen erwartete es der Tribun. Seine Schildknappen standen unten an der Treppe mit seinem Pferde, seinem Helm und derselben Streitart, die er im glorreichen Kampf geschwungen hatte. Gegen Abend sah man einige Personen über den großen Platz des Kapitols gehen, die sich bekreuzten, als sie die an dem Löwen angeheftete Bulle erblickten, und in dem großen Thor des Palastes verschwanden. Nach und nach versammelten sich ängstlich einige Gruppen in den Straßen, die sich aber bald wieder zerstreuten. Es war eine plötzliche Unterbrechung alles öffentlichen Verkehrs und Treis Neben ihm standen einige Soldaten von seiner Wache, bens eingetreten. Keine physische Kraft vermochte in jenen seine Dienerschaft und zwei bis drei von den vornehmsten Zeiten der geistlichen und unbewaffneten Autorität zu Bürgern. widerstehen, welche, wie die unsichtbare Haud Gottes, den Mit entblößtem Haupt stand er da in gebietender Marktplatz verödete und die gekrönten Häupter demüthigte. Stellung, die beschämte und unbewaffnete Menge mit einem Aber in dem allgemeinen Schrecken erfüllte doch eine Blick bitterer Verachtung, indem aber auch der Ausdruck Man vernahm ein allgemeines, tiefes Gemurmel, das endlich sich lauter aussprach, und man hörte mehrere Stimmen gleichzeitig schreien:" Die Bulle des Papstes! Du bist von der Kirche verflucht worden!" Was!" rief der Tribun, und Ihr verlaßt mich, um deretwillen allein ein Mensch es wagt, den rächenden Blizz Gottes auf mich herab zu rufen! Werde ich nicht um Euretwillen für einen Verbrecher und Rebellen erklärt? Welches sind die Verbrechen, die man mir zur Last legt? Daß ich Rom frei gemacht und daß ich behauptet habe, ganz Italien habe Ansprüche, frei zu sein! Daß ich veberschuß statt in die Tasche eineS Privat- Unter« nehmers, in die der Partei wandert. Sozia- listische Geschäfte haben wir nicht und können wir unter der Herrschaft des Kapitalismus nicht haben. Wir haben nicht das Bedürfniß, durch schöne Worte zu täuschen; und da, wo dies von anderen versucht wird, fühlen wir uns verpflichtet, Protest zu erheben. Es giebt nur einen Sozialismus, und wir lassen uns weder den Wechselbalg der S o z i a l r e s o r m, noch den des Staatssozialismus unterschieben. Die„Frankfurter Zeitung" hat in ihrem Kampfe für den Staatssozialismus einen Bundesgenossen bekommen, au den sie nicht stolz sein wird: die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung". Herr Pindter Nr. 3 legt eine Lanze ein für die „sozialistischen Forderungen" des Edinburgher Gewerkschafts Kongresses, und verkündet der staunenden Welt, daß diese Forderungen, namentlich die Verstaatlichung der Eisein bahnen auf der Grundlage �gcmeinwirthschaftlicher"Prinzipien in der preußischen Monarchie längst erfüllt seien. Der böse„Vorwärts"— meint Pindter Nr. 3— hat sich ganz willkürlich„den Ausbeuterstaat konstruirt". Nun, mit der„Norddeutschen Allgenieinen Zeitung polennsiren wir nicht. Der„Frankfurter Zeitung" aber rathen wir, ihre früheren Artikel über die Thielen sche„Gemeinwirthschaft" zu lesen, und sie wird darin die vollste Bestätigung dessen flnden, was wir über die Ausbcuternatur des„Staatssozialismus" und über dessen Uuterdrückungssucht gesagt haben. Wir verlangen nur, daß dieser Pseudo-Staats so zialismuS bei seinem richtigen Namen genannt werde: Staatskapitalismus VolMfche LlebevJtrfjk. Berlin, 9. Oktober. Warum man die großen Städte nicht anf dem Lande erbaut t ist eine der naiven Fragen, die schon vor Jahrzehnten von naiven Personen, welche die Uebelstände der großen Städte beklagten, aufgeworfen wurde. Die sonderbarsten Hirngespinnste entspringen aus den Köpfen derjenigen Kreise und Personen welche Sozialreformen verlange», aber vor allen Dingen es ver meiden wollen, radikale oder sozialistische Heilmittel anzuwenden So zerbricht sich die„Zeit", das neue Organ der Christliche Sozialen der Naumann'sche» Richtung oder, wie es sich selbst nennt.„Organ für nationalliberalen Sozialismus auf christlicher Grundlage", de» Kopf über die Frage, wie man bei der stetigen Zunahme der Bevölkerung in Deutschland es ver- hüten könne, daß dieser Ucberschuß den großen Städten zufalle, während die Landbevölkerung abnehme. An der letztere» Thatsache soll die Verlheilung des Landes die Schuld tragen. „Je fester der Boden in großen Händen liegt, desto heimathloser wird die Bevölkerung." An den Fideikommissen und an dem Erbrecht der großen Güter müsse gerüttelt werden, um de» Zu- wachs der Bevölkerung auf dem Lande festzuhalten. Die Zer fchlagung der großen Güter, Domänen u. f. w. ist auch die Fol! dermig des liberalen Kapitalismus, der daran die Hoffnung knüpft, den Grundbesitz zu mobilisiren, der damit dem Schicksale des mobilen Kapitals verfallen würde. Der kleine Grundbesitz würde das Schicksal des Kleinkapitals und des Kleingewerbes theilcn, über kurz oder lang vom Großkapital oder Groß- betrieb aufgesogen zu werden. Was aber die Seßhaft- machung der Landarbeiter betrifft, so ist es der Hauptivunsch der Konservativen, die Arbeiter an die Scholle zu binden, und diesem Zwecke würde es dienen, wenn dem Arbeiter«ine kleine Parzelle zugewiesen würde, zu klein, um. ihn selbständig zu machen und doch hinreichend, um ihn an der Auswanderung und Preisgebnng dieses Besitzes zu hindern. Da die„Zeit" vorgiebt, die Interessen des vierten Standes zu vertreten, so mußte sie sich doch zunächst fragen, ob dieses im Interesse der Arbeiter zu er- wünschen wäre, da die Erfahrung lehrt, daß dieser kleine Besitz den Arbeiter nur in größere Abhängigkeit brächte und noch schlimmerer Ausbeutung preisgäbe. Soll aber der Besitz des Landarbeiters es ermöglichen, diesem ein« selbständige Stellung zu gewähren, so ließen sich wohl einige tausend selbständige Bauerustellen schaffen, aber immerhin nur einem winzige» Theile der Bevölkerung würden diese zu gute kommen, und diese mühten»och obendrein im freien Verkehr so starken Fesseln unterworfen werden, die stolzen Magnaten demüthigte, welche die Geißel, nicht allein des Volkes, sondern auch des Papstes waren. Und Ihr, Ihr macht mir zum Vorwurf, was ich für Euch ge> wagt und vollbracht habe! Mit Euch würde ich gekämpft, für Euch würde ich mein Leben geopfert haben! Ihr ver- laßt Euch selbst, indem Ihr mich verlaßt, und wenn ich nicht länger über tapfere Männer regieren kann, so über lasse ich meine Macht den Tyrannen» die Ihr mir vorzieht, sieben Monate habe ich das Staatsruder geführt. Der Handel blühte, die Gerechtigkeit waltete unparteiisch, wir waren siegreich gegen unsere Feinde, ich habe Euch bewiesen, was Rom noch jetzt sein kann; und nun, da ich. die Regie- rung, die Ihr mir übertrugt, niederlege, vertheidigt wenigstens Eure eigene Freiheit! Es kommt wenig darauf an, wer das Oberhaupt eines kräftigen und edelen Volkes ist. B weiset, daß Rom noch einen anderen Rienzi besitzt, der glücklicher sein möge, als ich." „Ich wollte, er hätte uns nicht mit neuen Abgaben belasten»vollen," sagte Cecco del Vecchio, der die Volks- stimmung getreu darstellte,„und er hätte die Barone ent- haupten lassen!" „Ja," rief der Extodtengräber,„aber die heilige Por- phyrvase!" „Und weshalb sollen wir uns umbringen lassen?" sagte der Metzger,„wie meine beiden Brüder, Gott habe sie selig!" In den Zügen der Menge las man den Ausdruck von Uncntjchiedenheit und Scham. Manche weinten und»veh- klagten, wenige(nur die vorhin erwähnten Unzufriedenen) machten Rienzi Vorivüfe, aber niemand schien auch geneigt, sich für ihn zu bewaffnen. Es war einer jener seltsamen Zustände der Lethargie und des panischen Schreckens, die oft eines Volkes sich bemächtigen, für das die Freiheit nur eine Art von Feldgeschrei ist, und das noch nicht lange genug ihrer praktischen und gesegneten Erfolge sich erfreute, das durch die Stürme erschreckt wurde, welche gewöhnlich die Morgendämmerung der Freiheit begleiten, ein Volk, wie es deren so viele im Süden giebt, und die selbst dem Norden nicht ganz unbekannt sind, wie vielleicht, hätte Cromwell noch ein Jahr länger gelebt, selbst England es gesehen haben würde. Selbst das edelste Volk wird einer solchen Entartung und Verblendung nicht entgehen können, wenn die Freiheit, die nur durch Jahrhunderte gereift werden, und ihre Wurzeln durch das Erdreich verjährter Sitten und Gebräuche ausbreiten sollte, wie das Gewächs einer Stunde entsteht u»»d mit dem Geist, der sie beschützt, aufblüht und— verivelkt. tFortsetzung folgt.) daß die Segrnrnaen ihre? Besitze« weit aufgewogen werden. Dieser Versuch wurde übrigens hunderte Millionen kosten, denn es ist nicht anzunehmen, daß irgendwie kapitalkräftige Leute sich um den Besitz eines Bauernhofes drängen werden. Die Zu stände in Baden und Württemberg, auf welche die„Zeit" hin iveist, sind allerdings besser wie rn Ostpreußen und Schlesien. aber doch gewiß nicht derartige, um ihnen nachzueifern und noch dazu, um tausende Millionen dafür zu opfern. WaS die„Zeif also verlangt: eine„Agrarverfassung" zn schaffen, die es den Leuten ermöglicht, auf dem Lande zu bleiben— wäre ein Palliativmittelchen ohne dauernde Abhilfe gegen das Nebel, das eben nur in dem Privateigenthum an Grund und Boden be� gründet ist, das der Sozialismus daher beseitigen, das Herr Naumann jedoch fortbestehen lassen will, obivohl er durch dasselbe gerade das Uebel, ivelches er beseitigen will, vermehrt und das Palliativmittelchen unwirksam macht Was nun den zweiten Punkt anbetrifft, die Frage: kann man in gewissen Gegenden die Vorbedingungen eines guten Gedeihens der Industrie schaffen, damit die neuen 10 Millionen, um welche nach Naumann'scher Hypothese die Bevölkerung Deutschlands in den nächsten 20 Jahren sich vermehren wird, nicht nur dazu dienen, unsere Großstädte zu vermehren? so ist Herr Naumann klug genug, sie nicht zu beantworten und auch nicht ihre Be� antwortung zu versuchen.— Die Zahl der U>»gliicksfälle während und infolge des Z a r e n-R u m m e l s in Paris ist eine weit größere als anfänglich gemeldet ward. Sie soll weit über Tausend betragen. Und die Schuld wird der Polizei zugemessen. die über der Sorge um die Person des nervösen Zaren. der überall Dolche und Bomben sieht, die Sorge um das Publikum vollständig außer acht ge lassen hat. Um den Zaren möglichst erfolgreich zu schützen, wurden russische und französische Geheimpolizisten in Adjutanteuuniformen gesteckt, obgleich schon Schwärme wirklicher Adjutanten vorhanden waren, Die Zarcn-Begeisterung ist durch diese Polizeithaten und-Unthaten erheblich abgekühlt»vorden; und der Unglück- liche Zar, der ja dem Spott reichlich Handhaben bietet. ist bereits dem Pariser Witz verfallen, der spitzer ist als Dolche und giftiger als Blausäure. Uebrigens war es mit der Begeisterung auch nicht weit her. Sie war anf einen sehr kleinen Kreis beschränkt. Die Massen— das wird ausdrücklich nicht blos von den sozialistischen sondern auch von den bürgerlich-republikanischen Blättern festgestellt— riefen nicht: Vivo I'Lmxermu-! sondern Viva 1 a Republique! E s lebe die Republik! was nur als ein Protestruf gegen die hündische Speichelleckerei des Mobs der oberen Klassen aus gefaßt werden kann.— Chrouik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Die Magdeburger„Volksstimine" theilt an der Spitze ihres Blattes mit:„Redakteur John in Freiheit! Wenn unsere Leser diese Nummer erhalten, ist unser Genosse Joh» aus der Haft entlassen. Sein Vertheidiger, Rechtsanwalt Landsberg, hat de» Bescheid erhalten, daß der gegen John erlassene Haftbefehl »ach Hinterlegung von 5000 Mark ausgehoben iverden wird. Das Geld ist sofort hinterlegt worden. Die Eile, mit der das Haftenllassungsaesnch des Vertheidigers erledigt worden ist. steht in wohlthuendem Gegensatz zu der Ver zögerung, über die sich seiner Zeit Genosse Harbaum zu beklage» hatte, als er im Maibildprozeß unter Hinweis ans die völlige Nichtigkeit der gegen ihn erhobenen Beschuldigung sowie auf die vorgerückte Schivangerschaft und krankhafte Nervosität seiner Frau das Verlangen aussprach, ihn ans freien Fuß zu setzen. Der vielfach wegen Eigenthnmsvergehen und auch wegen Majestätsbeleidigung mit 2 Jahren Gefängniß vorbestrafte Zigarrenarbeiter Seeger hatte sich am 8. d. M. wiederum vor dein Landgericht zu Altona wegen Majestätsbcleidigung zn ver- antworten. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit statt. Der Angeklagte gab zu, daß er dem Zigarrenarbeiter Paaland gegenüber, als derselbe»hu gefragt habe, ob er Soldat gewesen sei, eine beleidigend« Aeußernng über den deutsche» Kaiser gethan habe. Auf welche Weise die Sache zur Kenntniß der Behörde gekommen ist, wurde nicht festgestellt. Vor nunmehr vierzehn Tagen hielt es die Breslaner Staats anwaltschaft für nöihig, die Broschüre„Dem deutschen Volke ein Volkskaiser. Ein offener Brief an Kaiser Wilhelm II.", die sich in Angriffen gegen die persönliche, amtliche und politische Um gebiing deS Kaisers ergeht, zn beschlagnahmen und in Leipzig durch Ansuchen das gleiche Verfahren zu be wirken. Amtsgerichtlich ist das Verfahren bestätigt worden. Mag nun eine Majestälsbeleidigung in der Schrift enthalte» sein oder nicht,— es wird vom Verfasser Absicht und Be- wußtsein der Beleidigring lebhaft bestritten,— so sind jedenfalls nach dein Wortlaute des§ 27 des Preßgesetzes„bei der Beschlagnahme die dieselbe veranlassenden Stellen der Schrift unter Anführung der verletzten Gesetze zu bezeichnen." Obwohl nun aber der Verleger der Broschüre, W. Friedrich in Leipzig, schriftlich und telegraphisch sich wiederholt an die Brcslauer Staatsanwaltschaft gewandt hat, um die inkrimiiiirten Stellen zu erfahren, die bei der Beschlagnahme nicht bezeichnet ind, ist jede Antwort anf sein Ansuchen ausgeblieben. « �« Deutsches Reich. — BundeSrath. In der gestern abgehaltenen Plenar- itzung des Bundesraths machte zunächst der Vorsitzende von der erfolgten Ernennung der Mitglieder der Ausschüsse für das Landheer und die Festungen und für das Seewesen Mittheilung. Sodann wurden die Übrigen Ausschüsse durch Zurusswahl gebildet. Die Vorlagen. betreffend den Entwurf einer Verordnung über die Kautionen von Beamten beim kaiserlichen Patentamt, sowie betreffend den Entwurf eines Gesetzes zur Ergänzung der Gesetze Über Postdampfschiffs- Ver- bindungen mit überseeischen Ländern wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Den Ausschiißanträßen, betreffend die Resolutionen des Reichstages zum Entwurf eines Börsengesetzes, 'owie betreffend den Entwurf von Bestimmungen über die Führung der Börsenregister, wurde die Zustimmung ertheilt. ferner wurde über die wegen Wiederbesetzung erledigter Stellen ?ei verschiedenen Disziplinarkamniern zu unterbreitenden Bor- chläge, sowie über mehrere Eingaben Beschluß gefaßt.— — Die Agrarier haben Pech. Jetzt ist der gesummte Plesser Kreis infolge des Umsichgreifens der Maul- und Klauen- euch« seitens des Landraths Schröter als seucheverdächtig erklärt worden, was zur Folge hat, daß das gesammle Klauenvieh (Rinder. Schafe. Ziegen, Schweine) unter polizeiliche Beobachtung gestellt wird. Ob jetzt wohl Rußland gegen uns die Viehsperre verhängen wird? Bedauernswerthes Oberschlesien! Nun werden die schon jetzt exorbitanten Fleischpreise dort noch höher »eigen.— — Zu derAffäreHammerstein hatte im Oktober vorigen Jahres im Breslauer freisinnigen Volksverein„Franz . Ziegler" der Vorsitzende Rechtsanwalt Feige Mitlheilungen gemacht, aus welchen hervorging, daß sich der ehemalige Chef- redakteur der„Kreuz-Zeitung" Freiherr v. Hammerstein schon vor echs Jahren als Borsitzender bezw. Aufsichlsrathsmitglied der Hagel-BersicherungZgesellschaft„Borussia" Unregelmäßigkeiten zu Sckulden kommen ließ, welche nur die Entlassung Hammerstein's als Mitglied deS Aufsichtsraths dieser Gesellschaft zur Folge gehabt hätten, die aber mit recht vor den Staatsanwalt gehört hätten. Von diesen Unregelmäßig- leiten— es handelte sich u. a. um die Entnahme von lö 000 M. ohne die Hinterlegung der entsprechenden Sicherheit und die Auf- stellung falscher Bilancen— hätten zwölfPersonen Kenntniß gehabt, die alle zu der Partei des Herrn v.Hammer- stein gehörten, und von denen über die Hälfte Grase» und Barone wären. Die Direktoren der„Borussia" Eck und Krüger stellten gegen Rechtsanwalt Feige und Dr. Stanjek, den ver- antwortlichen Redakteur der„Breslauer Zeitung", die jene Mittheilungen übernommen hatte, Strafantrag wegen Beleidigung, welchem die königliche Staats- anwaltschaft in Breslau auch Folge gab. Rechts- anwalt Feige stellte der Staatsanwaltschaft ein um- fangreiches Material zum Beweise seiner Behauptungen zur Verfügung. Jetzt hat nun, neun Monate nach Einreichung des Aktenmaterials, wie der„Niederschl. Anzeiger" schreibt, der Erste Staatsanwalt v. Rosenberg in Breslau den Herren Feige und Stanjek mitgetheilt, daß das gegen sie eingeleitete Verfahren wegen Beleidigung eingestellt sei.— -�Mitder Ausweisung der englischen Ge> werkschafter aus der Republik Hamburg be» schäftigten sich noch nachträglich fünf zum 7. Oktober abends vom Gewerkschaflskartell einberufene Vollsversammlungeu, die sämmt- lich sehr gut besucht waren. In Tutge's Etablissement am Valentinskamp geißelte Reichstags- Abgeordneter Legien in längeren Ausführungen das Verfahren der Hamburger Polizei- behörde. Die Versammlung spendete dem Redner stürmischen Beifall und nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die heute am 7. Oktober in Tutge's Etablissement tagende, von 3000 Personen besuchte Volksversammlung erblickt in der polizeilichen Ausweisung der englischen Gewerkschafter Tom Mann, Buzzo und Fehr einen brutalen Willkürakt gegenüber der hiesige» Arbeiterbewegung, sowie einen ungebührlichen Ein- griff in das Koalitionsrecht und in Rücksicht auf den iuter- nationalen Handel und Berkebr Hamburgs eine höchst taktlose und blamable Maßnahme. Die Versammlung protestirt um jo entschiedener gegen diese unverantwortliche Verletzung der Volksrechte, als sich die Vertretung der Republik Hamburg in Höflichkeiten und Ehrerbietungen erschöpft, wenn es gilt, den herrschenden Klassen genehme, ans,«artige bezw. ausländische Polentaten und sonstige Geivalthaber zu empfangen. „In Erinnerung daran, daß die Hamburger Polizei von jeher schon ausländische Arbeiter auswies, wenn sich die- selben gewerkschaftlich bethätigten, und andererseits von den Kapitalisten herangeholte ausländische Streikbrecher nicht nur duldete, sondern zum Schaden der hiesigen Arbeiter weitgehendste Unterstützung lieh, damit solche Leute hier unbehelligt bleiben konnten, erklärt die Versammlung, dafür sorgen zu wollen, daß solcher Polizei- und Kapitalisten- Willkür für die Folge mir aller Energie entgegeugetreleu werde. „Die Versammelten sind überzeugt, daß ein derartiger Einfluß nachhaltig nur durch große festgeschlossene Orgauisalionen er- folgen kann und versprechen deshalb, durch Beitritt zu den Gewerkschaften dieselbe» zu stärken und für Ausbreitung der Organisationen nach Kräften zu wirken." In der Versammlung im„Barmbeker Kasino", welche von 1000 Personen besucht war, reserirte Genosse Bömelburg unter lebhafter Zustiinninug.— In Ehler's Vereinslokal in Eimsbüttel sprach Genosse Kimmel vor etwa 1000 Persoueu, im„Englischen Tivoli", St. Georg, Genosse Kölle, und im„RothenburgLorter Tivoli" Genosse Martikke. Leipzig, 6. Oktober. Wegen Beleidigung d«S k ö n i g l. sächsischen Ministeriums ist vom Landgericht Zwickau am 1. Juni der Redakteur des sozialdemokratischen „Sächsischen Volksblattes", der Schriftsetzer Karl Keil, zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Er hatte aus der „Sächsischen Arbeiterzeitung" einen Ülrtikel abgedruckt, in welchem der Eiitivurf des später angenommenen Wahlgesetzes für den sächsischen Landtag einer abfälligen Kritik unterzogen worden war.— In seiner Revision bestritt der Angeklagte, sich einer Beleidigung schuldig gemacht zu haben, da er doch gar nicht der Verfasser sei und doch jeder Staatsbürger das Recht haben müsse, seine Meinung zu sagen.— Das Reichsgericht erkannte in der heutigen Sitzung auf Verwerfung der Revision. Stuttgart, 8. Okt.(Eig. Ber.) Wenn zwei dasselbe thun, so ist es doch nicht das gleiche. Dies trifft auch beim Betteln zu, je vor- nehmer der Bettler, desto weniger läuft er Gefahr, angerempelt zu iverden. Vor einiger Zeit war die„Echwäb. Tajjwacht" in der Lage, von einigen drastischen Fälle» zu berichten, m welchen arme Frauen, die bei ihren geiftlichen Seelsorgern um eine kleine Unterstützung baten, von diesen der Polizei angezeigt wurden und wegen Bettelns bestraft wurden. Einer dieser Frauen wurde sogar ihr Säugling morgens und abends inS Gefängniß geschickt, um ihn zu stille», und das nur wegen deS„Verbrechens", weil die Frauen bei ihrem Pfarrer, wie überall üblich, um eine kleine Unterstützung baten. Ganz anders werden aber in der frommen Muckerstadt Stuttgarts vornehme Bettler behandelt. Bekanntlich hat das V. Deutsche Sängerfest in Stuttgart mit einem Defizit von zirka 20 000 Mark abgeschlossen, was ivohl auch dem Umstand zu verdanken ist, daß die Arbeiter- Gesang- vereine und die Arbeiter, durch das protzenhaste Vorgehen des Stuttgarter Liederkranzes veranlaßt, de» Festlichkeiten fernblieben. Statt daß nun der großartige Liederkranz diese Bagatelle aus seinen Milteli, deckt, soll um, an das Aiisstellungskomitee der Stuttgarter Elektrizitäts- und Kunstgewerbe- Ausstellung das Aiisinnen gerichtet worden fein, ans dem Ueber- schuffe der Ausstellung das Sängersest- Defizit zu decken. Da nun der Ucberschuß der Ausstellung zu wohlthätigen Zwecken verwendet werde» soll, so ist diese Anmaßung der vor- uehmen Bettler eine geradezu unverfrorene. Falls sich dieses Gerücht bewahrheitet, sind wir gespannt, ob nu» das Stadt- polizeiamt Stuttgart gegen diese vornehmen Bettler ebenso chneidig mit Strafmandalen vorgehen wird, wie gegen arme Frauen, die einen Zehrpsennig erbaten.— Karlsruhe, 8. Oktober.(Eig. Ber.) Schutzvereine gegen die Sozialdemokratie ist da? neueste Mittel, um der Sozial- demokratie den Garaus zu machen. Im anitlichen Organ der badischen Regierung, der„Karlsruher Zeitung", macht ein über- eifriges staalsretterisches Genie den Vorschlag, solche Vereine zu gründen, in welchen sich alle bürgerlichen Parteien zusammen- finden, um den Umsturz zu bekämpfen. Der Gedanke hat nichts Originelles in sich. Hat man doch chon vor Jahren in Mannheim einen Verein nichlsozial- >emokratischer Arbeiter gegründet, der berufen ward, unter diesem„hoch" klingenden Namen die Geschäfte des ver- krachten Nationalliberalismus zu besorgen. DaS Resultat war ein klägliches Fiasko, welches bei den heute in Mannheim stattfindenden Bürgerausschnß-Wahlen, wo man den Verein»ichisozialdemokratischer Arbeiter als Stnrmbock vor- geschoben hat, eine glänzende Wiederholung gefunden hat. Sehr bezeichnend für den Wind, der gegenwärtig im„liberalen Mnsterländle" weht, ist aber dies« Auslassung des Regierungs- organS, das bis heute über die„musterstaalliche" Auflösung der Versammlung in Neumühl und die daran sich anschließenden Vorgänge bis heute noch kein Wort g-suiiden hat. das nicht einmal daS Vorgehe" der Bezirksämter in Kehl zu rechtsertigen versucht. Die Opposition macht sich über dieses neueste Angstprodukt«>neS übereifrigen„Staats- retters" nur lustig, denn sie verspürt nicht die geringste Lust, den bankrotten Nationalliberalen die Kastanien aus dem Feuer zu holen. In dieser und der nächsten Woche finden in vielen Orten Baden« die Bürgerausschuß-Wahlen statt. Unsere Parte, hat ein» ganz- Anzahl Mandate zn vertheidigen, die sie wieder zu gewinnen sucht und womöglich noch einige Erfolge hinzu. Hoffentlich werden die badische» Genossen den gothaische» und hessischen Erfolgen noch einige hinzufügen. Spanien. " der Annonce gesagt war: Belgien. Parteiltteratur. Die auf Ende biefer Woche angekündigte| Behandlung ber Arbeiterinnen in der Fischräucherei des Herrn Brüffel, 7. Ottober.( Eig. Ber.) Die ununterbrochene Auf- Agitationsschrift für die sozialdemokratische Arbeiterinnen- Ebeling in der Schloßstraße zu Harburg. Es wurde berichtet, einanderfolge der zahlreichen Wahlen für die gefeßgebenden bewegung Sittlichkeit, Prostitution und Sozial. daß von den Arbeiterinnen lebhaft Klage barüber geführt werde, tommunalen und provinzialen Körperschaften haben während der demokratie von Clara 3ettin fonnte nicht zur Aus- daß die Behandlung eine rigorose sei. Herr Ebeling fühlte sich legten zwei Jahre unfere Hauptkraft auf die politischen Fragen gabe gelangen, weil die Genoffin Bettin infolge Ueberanstrengung beleidigt und strengte gegen den verantwortlichen Redakteur konzentrirt. Diese Einseitigkeit brachte unzweifelhaft einige Gefahren bei der Agitation ertrantt ist; dagegen gelangt: Frauen des Volksblatts", Genossen Thiel, Klage an. So kam die mit sich. Heute ist dies alles vergessen. Die Bündnisse mit anderen frage und Sozialdemokratie von Lily Braun- Gizydki Sache vor dem Schöffengericht zur Berhandlung. Die Zeugen Parteien liegen in einer abgeschlossenen Vergangenheit und wir am Sonnabend Nachmittag zur Ausgabe. bestätigten, daß Worte wie Sch.... gesicht"," Trampelthier", widmen uns mit mehr Eifer, als jemals vorher, der Propaganda im Interesse der wirthschaftlichen Organisation der Arbeiter, Die Freifinnige Zeitung" des Herrn Eugen Richter hat in deshalb unseren Genossen Thiel frei und legte dem Kläger die Zur Wahlbewegung in Brandenburg- Westhavelland. Rameel"," Rindvieh" u. f. w. von Herrn Gbeling den Ar beiterinnen gegenüber gebraucht wurden. Das Gericht sprach der Gewerkschaften und der Genossenschaften. Um dieſe Pro- Beziehung auf einen Versammlungsbericht unseres Branden- deshalb unseren Genoffen Thiel frei und legte dem Kläger die paganda zu fördern, hat die belgische Parteileitung sich entschloffen, burger Partei- Organs behauptet,„ daß die Gozialdemokraten Kosten auf. ein besonderes Setretariat für die gewertschaft mit den beleidigenden Zwischenrufen gegen die freisinnigen So lange der Bürgermeister Such 3 land in Buden. liche Bewegung zu schaffen und dasselbe durch Verbreitung Rebner prahlten, daß die Zwischenrufe angeblich einem alten albe auf Urlaub war, hatten unsere Genoffen Ruhe. Kaum ift von Broschüren, Zirkularen und Zeitungsartikeln in seinen Be- Bauersmann in den Mund gelegt werden, während sie in Wahr- sozialdemokratischen Arbeitern. Mittwoch Abend hielt der sozial Wahr- er vom Urlaub zurück, so giebt's wieder Differenzen mit den mühungen zu fördern. Kein Zweifel, daß in kurzer Zeit die heit von dem Rutscher herrührten, der die Sozialdemokraten von bemokratische Wahlverein eine Versammlung ab, wo Dr. Joël Bahl der gewerkschaftlich organisirten Arbeiter in außerordent Rathenow auf das Land gefahren hat." lichem Maße gestiegen sein wird. Uebrigens ist die" chriftlichdemokratische" Partei gezwungen, falls sie nicht jeden Einfluß dem alten Bauersmann berichtet wird, hat der alte Bauersmann Ende, da löste der überwachende Beamte um 10 Uhr die Ver Darauf erwidert die Brandenburger Zeitung":" Was von über die Eroberung des Nordpols sprach. Die Ber Darauf erwidert die Brandenburger Zeitung":" Was von fammlung begann 1/29 Uhr. Der Vortrag war noch nicht zu verlieren will, uns nachzuahmen und die Arbeiter ebenfalls ge- gesagt. Beleidigend wurde überhaupt kein sozialdemokratischer werkschaftlich zu organisiren, wie z. B. im gegenwärtigen Streit tebner; wohl aber haben die freisinnigen Redner sich die sammlung auf. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärte er dies der ersten Gelegenheit, wo sie Farbe zu bekennen hatten, vor dem bemokraten geleistet. Herr Dr. Wie mer, der verantwort somit die Versammlung eine öffentliche sei. Thatsächlich waren der Tischler. Sie mußten dies thun, wenn sie nicht gleich bei denkbar' frechsten Lügen und Verleumdungen gegen die Sozial- damit, daß er zur Schließung strengen Befehl habe, weil in Rapitalismus die Segel streichen wollten. liche Redakteur ber Freis. 8tg.", hat in Gülpe und Spaaß aber nur Vereinsmitglieder zugegen. Die Auflösung einer Die fozialdemokratische Parteileitung hat ferner beschlossen, felbst gefprochen, weiß aljo ganz gut, daß das, was er Versammlung, wo über das aufreizende Thema der Erforschung ein besonderes Setretariat zu schaffen, das die Thätigkeit in der Freif. 8tg." schreibt, vollständig erlogen ift." unferer Parteigenossen in den Gemeindevertretungen Nach diesem Probchen von freisinniger Kampfesweise darf des Nordpols gesprochen wurde, ist ein Merkmal fo eigenartig und Verwaltungen unterstützen soll. Insbesondere es wohl als ausgemacht gelten, daß Herr Gugen Richter den Sozialpolitischer Befähigung, daß man schwer begreift, warum die hat es die Aufgabe, den sozialistischen Gemeinde Sieg des Sozialdemokraten selber für unabänderlich hält, sonst Suchsland dem grünweißen Vaterlande zu erhalten, wo er sich sächsische Bourgeoisie nicht alles aufgeboten hat, um Herrn vertretern alle verwaltungsrechtlichen und wirthschaftlichen Nach würde der alte Praktikus des Freisinns" in seinem Blatte uns als Stadtrath von Wurzen um die Bekämpfung der verdammten weisungen zu geben, deren sie etwa bedürfen könnten. Es wird zweifelbaft mit mehr Verstand lügen lassen. ferner alle die Materialien sammeln, die nothwendig sind zum Sozi unverweltliche Lorbeeren errungen hat. Studium der hochinteressanten Probleme der kommunalen Sozial- Der erste Parteitag der Sozialdemokratie von-Wegen Beleidigung eines Stadtverordneten in Crimmitschau politit. Somit wird das Sekretariat auf die Kraft und die Ein- Reus ä. 2., der am 4. Oftober in Greiz abgehalten wurde, wurde der verantwortliche Redakteur des„ Sächsischen heitlichkeit unserer Aktion in den Gemeindevertretungen un- war sehr zahlreich besucht. Genoffe Jahn, der die Verhand- Volksblatts", Senoffe C. A. Keil, vom Zwickauer Land zweifelhaft von günstigstem Einfluß sein. lungen als erster Borsitzender leitete, schilderte den Verlauf der gericht zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt. Arbeiterbewegung in Reuß seit dem Jabre 1875, die den großen Während der ganzen Dauer des Bierbrauer- Streits in Erfolg gezeitigt hat, daß die bürgerlichen Parteien gezwungen Speyer erschien im April d. J. an der Spige der Mainzer waren, gegenüber der Sozialdemokratie sich miteinander zu ver- Volkszeitung" eine Notiz, worin die Mainzer Arbeiterschaft aufschmelzen, was ihnen aber auch nichts half, denn bei der letzten gefordert wurde, kein Speyerer Bier zu trinken, bis die Forbe Reichstagswahl erlagen fie gleichwohl der Sozialdemokratie. rungen der dortigen Brauerei- Arbeiter erfüllt seien. Die StaatsAuch in finanzieller Beziehung fonnte erfreuliches berichtet anwaltschaft erhob deshalb gegen den damaligen Redakteur werden. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft des kleinen des genannten Blattes Peter Tiefel und gegen den hat in den Jahren 1893-96 außer den Verleger Ludwig Jost Anklage wegen groben Unfugs und ihrer fortschreitenden Entwickelung durch keine Unterdrückungs- Ländchens ber eigenen Agitation noch 2050 Mart für stüßte diese vorm Schöffengericht auf eine Entscheidung des often Streits und für die Zentralfaffe aufgebracht. Dabei Reichsgerichts, wonach der grobe Unfug nicht verübt zu sein brauche, ist die Agitation in Reuß i. 2. schwierig genug. Insbesondere um strafbar zu erscheinen, sondern es genüge, wenn die gegebenen ist der Gewerkschaftsbewegung das Vereinsgefeß fehr Momente geeignet waren, eine Beunruhigung der Allgemeinheit, hinderlich, indem es die Mitgliedschaft von Frauen nicht zuläßt. des Publikums hervorzurufen. Die Staatsanwaltschaft beantragte Ferner hält das Lafter der Vereinsmeierei noch recht viele Ar- gegen beide Angeklagte eine Geldstrafe von je 50 M. auf grund beiter der politischen und gewerkschaftlichen Organisation fern.§ 360 des R.-Str.-G. und§ 21 des Preßgefeges. Die VerAn alle Petersburger Arbeiter! Genossen! Eine ganze Reihe von Bewegungen im letzten Jahre auf Unterstützung der Gewerkschaftsbewegung ist deshalb um so theidigung plädirte auf Freisprechung mit dem Hinweis, daß das den Fabriken von Laferme, Thornton und anderen haben ihren bringender geboten; man faßte dementsprechend eine Resolution, Ober- Landesgericht in Darmstadt, welches in diesem Abschluß gefunden in dem großen 80 000 Mann umfassenden worin der Nutzen der Gewerkschaften auseinandergefeßt und jeder Falle letzte Instanz fei, auf anderem Standpunkt stehe als das Streit der Weber und der Spinner, von dem die Kunde weit Parteigenosse ersucht wird, auch der Organisation feines Reichsgericht, und in Urtheilen wiederholt der Auffassung Ausüber die Grenzen von Rußland gedrungen ist. Von dieser Zeit Berufs beizutreten. Weiter wurde beschlossen, sich wiederum druck verliehen habe, daß der§ 860 auf die Preffe überhaupt an hat sich der russische Arbeiter in seinem Kampfe an die inter- an den Gemeinderath3 Wahlen zu betheiligen, dabei keine Anwendung finden könne. Das Gericht verurtheilte jedoch nationale Arbeiterfamilie, an die gesammte Arbeiterklasse an: jedoch betont, daß man bei der Nominirung der Kandidaten sehr den Redakteur Tiefel wegen groben Unfugs au 20 M. Geldgefchloffen. Begeistert jubelten die ausländischen Arbeiter auf porsichtig sein und nur überzeugungstreue Genoffen aufstellen buße und sprach nur den mitangeklagten Berleger Fost frei. dem internationalen Sozialisten- Kongreß in London Plechanow, soll. Genoffe H. Jahn wurde mit der Vertretung des Kreises Gegen das Urtheil wird Berufung eingelegt. dem Bertreter des Petersburger Vereins", au, als er auf dem Gothaer Parteitag beauftragt und zum Kreis- Bertrauens unsern Streit erwähnte. Dieser Streit hat auch unsere so für mann gewählt. Das Bureau des Parteitags erhielt den Auftrag, uns forgende Regierung erschreckt. Mag jie mittels einer elenden Mittel und Wege ausfindig zu machen, wie eine den Jntereffen Lüge andere irreführen, indem sie die Zahl der Streifenden der Arbeiter entsprechende Abänderung des reußischen zweimal geringer angiebt und behauptet, daß die Arbeiter Vereinsgefeßes erreicht werden kann. Mit einer ein einander nicht unterstügt haben: sich selbst kann sie durch diese dringlichen Ermahnung, für die Ausführung der gefaßten BeErfindungen nicht belügen. Sie hat gesehen, daß die Arbeiter schlüsse im Intereffe der Gesammtpartei thätig zu sein, schloß der nicht mehr eine gefügige Schafsheerde find, sie hat begriffen, daß die Vorsitzende ben Parteitag. gefchloffene Arbeitermasse, welche einmüthig für ihre Interessen In Darmstadt wurden bei der Delegirtenwahl zur General. tämpft, eine Macht ist, welche weder durch einschmeichelnde Ber- versammlung der Orts Kranten tasse die sozialdemo: sprechungen, noch mit Waffengewalt vernichtet werden tann. Sie fratischen Kandidaten mit 678 Stimmen gewählt. Eine Gegen hat das verstanden und ist flug geworden. Und jetzt lesen wir liste war nicht aufgestellt. in den Zeitungen: Die Regierung bemüht sich gegenwärtig, Von der Agitation. Gemäß dem Beschlusse der württem Berbesserungen der Lage der Arbeiter einzuführen." Jawohl, wir wissen aus unserer eigenen bitteren Erfahrung, daß Bergischen Landesversammlung, in unbestimmten Zwischen sprechungen der Regierung fein Vertrauen verdienen und daß räumen zur Agitation auf dem Lande eine besondere ohne eindringliche Forderungen unsererseits man uns selbst dasjenige Beilage der Schwäbischen Tagwacht" herauszugeben, hat der Landesvorstand der württembergischen Sozialdemokratie be nicht geben wird, was man verspricht. Aber für uns hat schon Be deutung, daß man die Arbeiter als Macht anerkennt, daß deutung, daß man die Arbeiter als Macht anerkennt, daß schloffen, diese Beilage Freitag, den 23. Oktober erscheinen zu man mit ihnen unterhandelt, daß man sie durch Versprechung laffen. Die Bertheilung soll, wenn möglich, Sonntag, den 25. Of von Reformen bestechen will. Alles dies führt uns zur Ueber zeugung, Genoffen, daß es in der ganzen Welt nur eine Macht Der sozialdemokratische Wahlverein in Nürnberg batte giebt, welche im ftande ist, unsere Lage zu erleichtern. Diese am Schlusse seines letzten Bereinsjahres 2950 regelmäßig zahlende Macht sind wir selbst. Nur indem wir als eine Maffe in einem Witglieder. Die Einnahmen betrugen rund 6856 M., die Aussolidarischen, geschlossenen Kampfe auftreten, tönnen wir eine gaben 6080 M. Madrid, 9. Oktober. Der Generalgouverneur der Philippinen meldet: Eine Abtheilung Soldaten in Mindanao ist aufrührerisch geworden; spanische Offiziere sind ermordet worden. Rußland. Die russische Arbeiterbewegung fann in maßregeln mehr aufgehalten werden. Den zahlreichen in Peters burg vorgenommenen Verhaftungen zum Troge sett der Petersburger sozialdemokratische Verein mit frischem Muth und Sieges zuversicht seine agitatorische Thätigkeit unter den Petersburger Arbeitern fort, wie aus seinem Aufruf zu ersehen ist, welchen wir nachstehend zum Abdruck bringen: " Petersburger Arbeiter und Arbeiterinnen! Unser Verein, tober, geschehen. • = Gewerkschaftliches. Achtung, Holzarbeiter Berlins! Morgen Sonntag Vormittag 10 Uhr findet im Feenpalast eine öffentliche Verfammlung der Holzarbeiter statt, wo Stellung zu der von der Regierung eingebrachten Vorlage über die Organisation des Handwerks genommen werden soll. Diese Vorlage enthält Bestimmungen über Einrichtungen, wie Krankentassen, Innungs- Schiedsgerichte," Arbeitsnachweis u. f. w., die für die Arbeiter von weittragender Bedeutung find. Es ist deshalb nothwendig, daß die Versamm lung von den Kollegen zahlreich besucht wird. Beweisen wir, daß wir allen Vorgängen im wirthschaftlichen und öffentlichen Leben unsere volle Aufmerksamkeit zuwenden und dadurch in der Lage find, unsere eigenen Angelegenheiten selbst zu regeln. Der Bertrauensmann. Auf die Mittheilung der Firma M. Fürftenheim u. Co. in gestriger Nummer des Vorwärts" haben wir folgendes zu erwidern: Herr Fürstenheim erklärt im Namen( sämmtlicher) Ballschuh- Fabrikanten, der Streit sei unbegründet, trotzdem Herr Silberberg den Arbeitern und uns gegenüber die Verbesserungsbedürftigkeit in der Ballschuh Branche anerkannte, troßdem weiter selbst in einer Versammlung der Ballschuh Fabrikanten vor ca. drei Wochen verschiedene Redner die Be rechtigung des Streits zugegeben haben. Um diese Auswirkliche Erleichterung unseres gemeinsamen Geschickes erreichen. Die Hatz gegen den ,, Voornit" hat die von uns, aber fagen zu widerlegen, mußte Herr Fürstenheim mindestens welcher den Fabrikanten und der Regierung soviel Bemühungen nicht von den Urhebern des Bubenstücks erwarteten Folgen ge- mit Gründen, anstatt mit leeren Hebensarten tommen. Gründe und Betrübungen bereitet hat, tritt in das zweite Jahr seines tragen: die Zahl der Genossenschaftsmitglieder hat fich be- bat er aber nicht. Daß unser Streit nur allzu sehr berechtigt Beftehens. Ein gutes Jahr war das erste für uns. Der rauhe trächtlich vermehrt, und die ganze Partei Belgiens sich mit ist, ergiebt sich aus folgendem: Gin Ballschuh- Arbeiter verdient Anfeele solidarisch erklärt. Die Veranstalter des heroftratischen das Jahr, wenn ihm Frau und Kinder mithelfen, bei 16 stündiger Rampf hat uns vieles gelehrt. Wir sind flüger geworden, wir Streichs tragen ihren Schande auch noch in auswärtige An- Arbeitszeit im höchsten Falle 850 M., davon kommen noch in verstehen jetzt beffer die uns allen gemeinsamen Interessen und archiften- Blätter; und diese gewähren dem Schmutz auch Auf- Abzug für Fournituren, Wohnung, Heizung und Licht pro Woche Aufgaben. Wir wiffen jeßt, wie nothwendig uns das Recht ist, Aufgaben. Wir wiffen jegt, wie nothwendig uns das Recht ist, unbehindert Streits, Vereine, Kaffen und Versammlungen zwecks Be- nahme und machen sich so zu Mitschuldigen des elenden Pol de mindestens 2 M, so daß im ganzen 750 M. übrig bleiben. sprechung unserer gemeinsamen Angelegenheiten zu veranstalten. Witte und seiner anarchistisch- kapitalistischen Helfershelfer und Es ist also unwahr, wenn Herr Fürstenheim früher behauptete, Gönner in Belgien. die Ballschuh- Arbeiter verdienten im Durchschnitt wöchentlich Das Licht dieser Erkenntniß möge auch fünftig in uns nicht Die Untersuchung gegen den Vooruit" dauert inzwischen 24 M. Daß ihm die Lage der Ballschuh- Arbeiter rofig vorerlöschen. Wir wollen unsere Kräfte sammeln und trotz aller Verfolgungen durch einen unaufhörlichen Kampf Schritt für inspektoren von Gent zu gunsten des Unternehmens abgegeben wenn's Jahr herum ist, einen toloffalen Reingewinn einzuftreichen, Verfolgungen durch einen unaufhörlichen Kampf Schritt für noch fort, trop des Gutachtens," welches die beiden Fabrik fommt, begreift sich, denn er hat allerdings das Vergnügen, Schritt uns immer neue Kongeffionen erobern. Kühn und munter haben. Der anarchistische" Denunziant hat nämlich den Be während die Ballschuh- Arbeiter nicht nur ungenügend bezahlt wollen wir ben geraden und breiten Weg gehen, Hand in Hand hörden gewiffe angebliche Formfehler und Berstöße angezeigt, werden, sondern auch unter allen Uebeln zu leiden haben, die mit den Arbeitern der ganzen Welt den Weg zu unserem und amtliches Einschreiten direkt gefordert. Das nennt sich an die Hausindustrie mit sich bringt. Wir können Herrn FürstenEndziel der vollständigen Befreiung der ar heim nur sagen, daß die Streifenden durchaus nicht gewillt beitenden Klaffe von dem Joche des Kapitals. archistische Bekämpfung der Autorität! sind, die Arbeit unter den alten Bedingungen aufzunehmen. Sie Den 15.( 27.) September 1896. fürchten das Kartell der Fabrikanten nicht. Die Agitations. fommission der Schuhmacher Berlins. J. A.: Karl Willner, Schillingftr. 24. Der Verein für den Kampf um die Befreiung der arbeitenden Klasse." Türkei. Aber auch in diesen untergeordneten Punkten wird sich dem Booruit" feine Unregelmäßigkeit nachweisen lassen, dafür bürgt bie Gewissenhaftigkeit und Geschäftstüchtigkeit unferes Freundes Anseele. Jean Volders ist von den belgischen Arbeitern nicht Kanea, 8. Oftober.( Kölnische Zeitung.") Der Aufruhr vergessen. Die Arbeiterpartei hat einen Ausschuß gebildet, der auf Kreta dauert fort. Vor kurzem verbrannten die Kretenser für ein ihm zu errichtendes Denkmal Geld sammeln und die dauert unverändert fort. Nachdem die Ausständigen fich türkische Regierungsgebäude, Kasernen und Privathäuser, die sonstigen Vorbereitungen treffen soll. Nun, wenn je Giner ein vorher von den Einwohnern verlassen worden waren. Eine Denfmal verdient hat, so hat es der brave, felbstlose Volders. Anzahl von Ortschaften hat sich den Behörden noch nicht Das befte Denkmal eines Boltsmannes ist und bleibt aber immer unterworfen. Die Einwohner verwehren den Regierungs die Verwirklichung dessen, was er erstrebt, der Ausbau und die truppen den Eintritt in die Dörfer. Das Land zwischen Kanea Bollendung seines Werts. und der südlichen Rüfte ist in einem Zustande unbeschreiblicher Verwüstung. Rein türkisches Haus, teine Moschee ist verschont geblieben; die An die Textilarbeiter Deutschlands! Der Streit der Spinner in der Kölnischen Baumwollspinnerei bereit erklärten, auf der Grundlage der Beschlüsse des Ginigungsamtes eine Einigung herbeizuführen, ist auch hierauf die Direktion nicht eingegangen. Die Arbeiter sollen ohne fedes Bugeständniß die Arbeit wieder aufnehmen. Es liegt mun an den Kollegen Deutschlands, die Spinner in ihrem gerechten Kampf thatkräftig zu unterstüßen, vor allem möglichst den Buzug Polizeiliches, Gerichtliches 2c. meisten Ortschaften stehen menschenleer, blatt für arburg", hat am Donnerstag das Sentral Rollegen wird es möglich sein, den Streit mit Erfolg zu beenden. Genoffe Kauffmann, Rebatteur am Bolts. fernzuhalten, weiter für möglichste Geldunterstüßung zu sorgen. Durch die Bethätigung der Solidarität seitens der deutschen da sie ganz unbewohnbar find. Die muselmanische Be völkerung, die nach Kandia geflohen ist, ist außer stande, ohne Diese Strafe war ihm auferlegt, weil er nach Ansicht der Richter wall 68 I, für Geldsendungen: Th. Urbach, Severinswall 13. gefängniß in Hameln nach viermonatigem Aufenthalte verlassen. Geldunterstüßung zum Wiederaufbau ihrer Säuser zurück Für Buſchriften ist die Adresse: Gruft Deinhardt, KarthäuserStaatseinrichtungen verächtlich gemacht hat. Die Behandlung, zukehren. Die Konsuln in Kanea haben troydem darauf ge- bie er als Gefangener au erdulden hatte, ist noch in frischer Er Die Lohnkommission der streikenben Spinner. brungen, daß die Türken ohne Unterstüßung zurückkehren sollen. innerung. Selbst ein großer Theil der bürgerlichen Presse tonnte Den Tabakarbeitern Deutschlands zur Nachricht, daß in diesmal nicht umhin, das gegen einen sozialdemokratischen den Verhältnissen der streitenden Zabatarbeiter in Redakteur beliebte Verfahren mehr oder weniger scharf zu rügen. Fürstenwalde, sowie der Tabatarbeiter von Schweden Nun, Genosse Kauffmann hat die Qual überstanden und wird und Geldern bis jetzt teine Aenderung eingetreten ist. Ganz den Kampf gegen das System, unter dem die Preßfreiheit zu besonders aber machen wir die Berliner Tabalarbeiter nochmals einem leeren Schall geworden ist, mit verdoppelter Energie fort auf den Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 15. Sepsezen. tember aufmerksam, wonach zum Generalfonds wöchentlich - Gegen ben verantwortlichen Rebatteur des Stettiner 25 Pf. für männliche und 10 Bf. für weibliche Rollegen so lange Boltsboten war wegen eines Artikels, überschrieben: zu erheben find, bis die Fürstenwalder Kollegen ihre Forderung Als Delegirte find weiter gewählt: Franz Winter," Wieder eine Aufsehen erregende Begnadigung", ein Verfahren voll und ganz bewilligt erhalten haben. Diese Beiträge find Frankenhausen i. Th. Hofmann( Saalfeld), Rudolstadt. Stolpe eingeleitet, weil durch die Notiz grober Unfug verübt worden entweder auf rothe Karten in den Zahlstellen oder auf Sammel( Danzig), Wahlkreis Bunzlau- Lüben. Ad. Thiele( Halle), Eis- sein sollte. Man hat sich aber eines Besseren besonnen. Das liften, welche bei Rob. Drescher, Veteranenftr. 28, Louis Dechand, leben. Franz Müller( Ramens), Wahlkreis Bittau. Frau Klara Berfahren ist eingestellt worden. O Ruheplasstr. 24, Jakob Reul, Barnimstr. 42, und August Mores, Heinrich, Wahlkreis Freystedt Grünberg Sagan. H. Jahn, Das Hamburger Echo" und das Harburger Boltsblatt" Posenerftr. 17, in Empfang genommen werden können, zu zahlen. Reuß ä. 2. brachten vor ungefähr einem halben Jahre eine Notiz über die l Es wird gleichzeitig gebeten, biefe Listen mit dem gezeichneten Partei- Nachrichten. Den Delegirten zum Gothaer Parteitage hiermit zur Kenntniß, daß die zu ihrem Empfange auf dem Bahnhof in Gotha anwesenden Mitglieder des Bokalfomitees an rothen Rosetten tenntlich sind. % # " " Betrag möglichst wöchentlich an diefelben Stellen, von wo fte aufzuweifen. Die Doder von Antwerpen, die zu organifiren 1157,48 m. Ausgabe. In der Unterstügungstaffe beliefen fich bie entnommen wurden, zurückzuliefern. Die Kommission. früher unmöglich war, bilden jezt eine der träftigsten Gewert- Einnahmen auf 145,45 m., die Ausgaben auf 53,45 M. Das fchaften. Während sie noch im Juli nur einige hundert Mit- Sommerfest hat ein Defizit von 58,45 M. und die Dampferpartie einen Ueberschuß von 22,98 m. ergeben. Zur Revision glieder zählte, hat sie jetzt deren 3500. ber Kaffe wählte die Versammlung Frl. Henschel, Fräulein Herberg und Frau Müller. Zum Schluß macht Frau = " erscheint vom 15. Oftober an unter dem Titel: Lederarbeiter: Soziales. # Der Streik der Tabakarbeiter in Fürstenwalde dauert unverändert fort. Die Fabrikanten lassen sich nicht herbei, die winzige Forderung von 50 Pf. pro Tausend für Zigarrenmacher und 25 Pf. für Wickelmacher zuzulegen. Wir stehen bereits die sechste Woche im Streit, die Haltung der Streikenden ist dennoch Kapital und Arbeit. Das Boltsblatt für Harburg" be- Schulz darauf aufmerksam, daß Billets für die Urania- Voreine musterhafte. Im Ausftande find im ganzen noch 77, darunter richtet: Auf den Vereinigten Gummiwaaren- Fabriken Harburg. ftellung am 15. November bei ihr zu haben sind. 25 Verheirathete mit 49 Kindern. Sämmtliche Tabatarbeiter und Wien ist wieder einmal eine Lohnreduktion vorgenommen worden. Die Agitationskommission der Berliner Bureau- AnArbeiterinnen find organisirt. Alle Briefe sind zu richten an die Auf dem Schuhsaal wurden bisher für das Zuschneiden von gestellten hat bekanntlich im Mai d. J. den hiesigen Anwälten Streittommiffion( Adresse: A. Grünherz, Zentralherberge). Obergummi, Stoß und Vorderkappe pro 100 Baar 40 Pf. ge- und Gerichtsvollziehern in einem Regulativ nebst Denkschrift zahlt. Jezt, nachdem der Lohn herabgesetzt ist, nur zahlreiche Forderungen gestellt, welche die Aufbesserung der And München theilt uns die Firma Gravir und 30 Pf. Für das Schneiden von Biselir Anstalt Rudolf Otto mit, daß die Notiz in äußerst komplizirte Arbeit) wurden gezahlt pro 100 Paar bezwecken sollte. Daraufhin ist vor kurzem von dem hiesigen Gummisporen( eine elenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den hiesigen Bureaus Vir. 232 des Vorwärts" vom 3. Oktober, worin gesagt war, 30 Pf. Jezt nur 27 Pf. Für das Transportiren der Bücher Anwaltverein eine Kommission aus fünf Anwälten gewählt tie Graveure beziehentlich Biseleure jener Firma hätten die für Obergummi bekamen die Arbeiter bisher pro 100 Baar für worden, welche jetzt an sämmtliche hiesige Berufsvereine Arbeit wegen Lohndifferenzen eingestellt, auf unwahrheit beruhe. Vertrauensmänner zur Die Differenzen feien wegen Reduktion der Arbeitszeit ausgewöhnliche Gummischuhe 18 Pf., jetzt nur 10 Pf. Für den mit dem Ersuchen herangetreten ist, Die Differenzen feien wegen Reduktion der Arbeitszeit aus- Transport der Bücher für Canovasschuhe sonst 7 Pf., jeht nur Unterhandlung mit der Anwaltskommission zu ernennen. Auch gebrochen, aber bereits seit 28. September ausgeglichen. 6 Pf. Die Berechnung erfolgt nach der Zahl der täglich an- an den hiesigen Bureau- Beamtenverein, der sich bisher den Der Konditorgehilfen- Verband( Sit Frankfurt a. M.) gefertigten Schuhe, wobei es nicht selten vorkommt, daß die gemeinnüßigen Bestrebungen der zentral- organisirten Bureauhält am 12. Oktober in Köln a. Rh. einen Delegirtentag Arbeiter die Bücher in den Saal bringen und auch wieder heraus- angestellten gegenüber feindlich verhalten hat, ist das gleiche ab, wo unter anderem über folgende Punkte berathen werden holen müssen, obwohl sie nichts dafür bezahlt bekommen. Ersuchen gerichtet worden. Dieser Verein nun sollte sich soll: Absendung einer Petition an den Reichstag betr. beffere Vor allem trifft dies zu, wenn mehrere Arbeiterinnen gestern im Brandenburger Haus mit der Stellungnahme Einhaltung der Sonntagsruhe; Erhöhung des Beitrags von fehlen, was bei der großen Bahl der auf dem Schuhfaal be- zu den Forderungen der Agitationskommission beschäftigen, 10 auf 15 Pf. pro Monat und obligatorische Einführung des schäftigten Arbeiterinnen nicht selten vorkommt. Für das Tragen weshalb fich hierzu auch zahlreiche Mitglieder des Fachblattes auf Roften des Verbandes; Stellung zu den Anträgen der Gummirahmen( eine- sehr schwere Arbeit) wurde bisher auf Bentralvereins eingefunden hatten. Ueber die Köpfe der Mitdes Hamburger Zentralverbandes; Stellung zu dem Gefeßentwurf ie 100 Paar Gummischuhe 25 Pf. gezahlt. Jezt nur 22 Pf., glieder hinweg hatte der Vorstand des Bureau Beamten" betr. Zwangsorganisation des Handwerks. und für Canovasschuhe früher 15 Pf., jezt nur 12 Pf. Die Bereins aus seiner Mitte bereits drei Personen zu Vertrauens Das ,, Vereinsblatt" der Lederarbeiter Deutschlands Lohn geschmälert werden! Arbeit ist zum theil sehr schwer, aber trotzdem muß noch der männern bestimmt und beantragte, dieselben auch zu wählen. Hiergegen wurde jedoch von Kretschmer und anderen Rednern Beitung", Organ für die Interessen aller in der Lederfabrikation Dividende vertheilen können. Dieselbe Fabrit hat im vorigen Jahre 25 Prozent energifch protestirt und beantragt, eine geheime Wahl vorzunehmen. Infolge dieses Autrages entstand eine sehr erregte Debatte. beschäftigten Arbeiter. In Hannover hat ein Theil der bei der Firma Oft erbürgermeister Amt bekannt machte, ben arbeitslosen flärung gedrängt, daß er nicht nur das Regulativ der AgitationsIn Krefeld zahlt die Stadtverwaltung, wie das Ober- Schmidt, der als Vorsitzender sich wiederholt dem minutenlangen Tumult nicht gewachsen zeigte, sah sich schließlich zu der Erwald beschäftigten Buchbinder und Buchdrucker wegen Webern während der Zeit der Beschäftigungslosigkeit die kommission gut heiße, sondern der Vorstand des BureauNichtbewilligung der neulich in einer Versammlung der graphischen Arbeiter und Arbeiterinnen aufgestellten Forderungen Krantentassen- Beiträge. Beamten Vereins noch mehr Forderungen stellen und verdie Arbeit niedergelegt. Eine erfreuliche Nachricht bringt der Offenburger Bolts- treten wolle. Bauer wies darauf hin, daß diese Erklärung dem In Aachen ist der Ausstand der Weber der Fabrik von In unserem stillen Schwarzwaldstädtchen und Badeort Billingen Standpunkt geradezu widerspreche und versuchte einen kurzen freund" aus dem badischen Städtchen Villingen. Er schreibt: bisher in dem Vereinsorgan, der Schreibstube", eingenommenen Siegfried Herzberg durch Vergleich beigelegt. herrscht gegenwärtig eine Epidemie, wie sie nicht jedes Jahr Ueberblick vom gewerkschaftlichen Standpunkte aus zu geben. Ohne Wegen Lohnabzugs ist in der Weberei von Haas- auftritt, zwar teine unglückbringende, sondern eine Epi- begründetes Recht aber wurde ihm und sämmtlichen Gästen das Fahrenberg in Montjoie im Kreise Aachen ein all- demie zum Glück und Wohle der Arbeiterklaffe. Während Wort entzogen und schließlich die vom Vorstand Vorgeschlagenen gemeiner Ausstand ausgebrochen. Nach der Frantf. 3tg." find nämlich die Uhrenfabrik von Maurer, Pfaff u. gewählt. nun an die Webstühle Mädchen gestellt worden. Maier schon vor Jahresfrist freiwillig und ohne Lohukürzung die zehn stündige Arbeitszeit eingeführt hat und zwar zur beiderseitigen Zufriedenheit, hat vor etwa 4 Wochen die Uhrenfabrik von R. Werner dieses rühmliche Beispiel nach geahmt und feit dieser Zeit wetteifern die Fabrikanten mit einander, denn keiner will dem andern nachstehen, und so wurde, theils freiwillig, theils auf Anregung der Arbeiter, in den Fabriken von H. Brautmann, u. K D., Gebr. Wilde und von A. Seeger die zehnstündige Arbeitszeit eingeführt. Ferner hat die Bau- und Möbelfabrit von Gebr. Risterer die Arbeitszeit von 12 auf 11 Stunden herabgesetzt. Wir müssen dieses Vorgehen der hiesigen Fabrikanten rühmend anerkennen und hoffen, daß sie mit der Einführung der neuns und dann der achtstündigen Arbeitszeit nicht mehr lange auf sich warten laffen, um so bestimmter, als fie nach ihrer eigenen Aussage mit der zehnftündigen Arbeitszeit sich besser ftellen als bei 11 Stunden Arbeit. In Düffeldorf ist der Streit der Klempner der Firma Werner zu gunsten der Arbeiter beendet. = Zur Lohnbewegung der Arbeiter und Arbeiterinnen im Buchbinder Gewerbe Leipzigs wird uns von dort mit getheilt, daß sich in den letzten Tagen verschiedenfache Durchbrechungen der bewilligten Forderungen bemerkbar gemacht haben. Die Gehilfen- Lohnkommission hat daher ein Flugblatt herstellen Waldvogel laffen, daß diefe speziellen Fälle berührt und die Arbeiter auffordert, energisch gegen die Durchbrechungen Front zu machen. Ein Theil dieser Mißstände ist zur Beit schon wieder abgestellt. Eine am Dienstag Abend im Pantheon", Dresdenerstraße, abgehaltene Versammlung, die von über 2000 Arbeitern und Arbeiterinnen besucht war, beschäftigte sich speziell mit dem Minimal tarif für Buchbinderarbeiten( Atfordtarif) und faßte den Beschluß, eine nochmalige Durchberathung des Tarifes in Gemein schaft mit der Prinzipals- Vereinigung vorzunehmen, die dann bis 1. Dezember d. J. beendigt sein soll. Am 1. Januar 1897 soll der Tarif dann endgiltig in kraft treten. Früher hatten die Prinzipale eine direkt ablehnende Stellung zum Tarif eingenommen, jetzt wollen sie sich aber bei Bahlung hoher Konventionalstrafe verpflichten, den von den beiderseitigen Kommiffionen endgiltig festgefeßten Tarif streng durchzuführen. Da in der besagten Versammlung den Buchbindereibesitzern der Vorwurf des Wort bruches gemacht worden war, so nahmen von den an wefenden Prinzipalen die Herren Göhre und Hübel das Wort, um den Arbeitern mehr Vertrauen zu empfehlen. Die gemachten Konzessionen seitens der Unternehmer bezeichneten fie als eine Errungenschaft der Drganisation der Gehilfen. Das Nachweisen von Arbeitskräften durch den Innungs- Arbeitsnachweis betrachtet Herr Göhre als nicht von belang, da ja die Arbeiter umgefehrt auch so handelten. 3 In einer öffentlichen Versammlung der Schmiede am Donnerstag referirte Genosse Jahn über„ Die ArbeiterschutzGefeßgebung" mit besonderer Berücksichtigung des gegen wärtigen Standes derselben in Deutschland und den übrigen Kulturländern. Eine Diskussion fand nicht statt. Dagegen führte die in Aussicht genommene Neuwahl der Lohnkommiſſion zu einer lebhaften Auseinandersetzung, ob es überhaupt nothwendig erscheine, eine Neuwahl vorzunehmen, da die Agitations tommission dieselbe Thätigkeit verrichten könne. Es war erklärlich, daß die Gründe, welche die frühere Lohukommission veranlaßt hatte, ihr Amt niederzulegen, zu einer persön= lichen Auseinandersetzung führten, weshalb die Versammlung mit geringer Mehrheit beschloß, eine neue Kommission von 7 Mitgliedern zu wählen. Da sich aber nur Berfonen zur Mandatsannahme bereit erklärten, wurde, nachdem ebling, Hentschel und Bollat gewählt, die Wahl der ebling, Hentschel und Pollat gewählt, die Wahl der übrigen vier für eine spätere Bersammlung verschoben. Als Revisoren für den Maifonds wurden 3 ahner und Bosin Arbeiterschuh in Amerika. Am 1. September d. J. ist gewählt. Dörgeloh berichtigte, daß die im Raffenbericht ver das von der Legislatur des Staates New York befchloffene lefene Summe nicht 222, sondern nur 122 M. betrage. Die vom Gefeß, wo auch die Anstellung und Beschäftigung jugendlicher Vertrauensmann Halm angeregte Frage wegen der weiteren Arbeiter, fpeziell weiblichen Geschlechts, in Thätigkeit der Agitationstommiffion wurde ebenfalls bis zur adengeschäften geregelt wird, in traft getreten. Die nächsten öffentlichen Versammlung vertagt. Der Bibliothekar Hauptbestimmungen dieses Mercantile Establishment Law" rause ist nach der Kolbergerstraße 28 verzogen. Am benannten Gesetzes sind die folgenden: Kinder unter 14 Jahren Sonntag, den 8. November, abends 5 Uhr, findet eine Verdürfen in Ladengeschäften überhaupt nicht angestellt werden. Für fammlung mit Frauen im Englischen Garten" statt, in der Knaben unter 16 und für Mädchen unter 21 Jahren soll die täg Genosse Hoffmann referirt; nach der Versammlung: geselliges liche Arbeitszeit in keinem Falle mehr als 10 Stunden oder ins Beisammensein mit Tanz. gesammt mehr als 60 Stunden im Laufe einer Woche betragen. Nur während der Weihnachtszeit ist eine Ausnahme von Charlottenburg. Eine gut besuchte öffentliche Maurers dieser Bestimmung gestattet. Die Mittagspause muß mindestens versammlung tagte am 7. Oftober im Lokale„ Bismardshöhe". 45 Minuten betragen. Mädchen und Knaben unter 16 Jahren Als Referent war Silberschmidt erschienen, der einen recht dürfen in Kellerräumen nur beschäftigt werden, wenn diese beifällig aufgenommenen Vortrag hielt. Von einer Diskussion Die Lohnkommission der Gehilfen wurde von der erwähnten Räumlichkeiten genügend ventilirt und erleuchtet sind. Für die wurde einstimmig Abstand genommen und traten mehrere der Bersammlung als Tariftommission eingesezt und dann jugendlichen Angestellten, namentlich für die Mädchen, sind Bor- Anwesenden während der darauf folgenden Pause dem Vers von dieser auf grund der gemachten Erfahrungen der Appell an richtungen zum zeitweisen Sinfeßen resp. Ausruhen bande bei. bie Kollegen und Kolleginnen gerichtet, immer kampfbereit zu anzubringen. Zur besseren Kontrolle der Befolgung der Gesetzes sein, damit die Errungenschaften auch wirklich bestehen bleiben. bestimmungen hinsichtlich des Alters der zu Beschäftigenden muß Die Durchführung eines annehmbaren Afford- Minimaltarifes in jedem Geschäft ein Verzeichniß der Angestellten geführt werden, für Buchbinderarbeiten in Leipzig dürfte grundlegend für die worin Alter, Geburtsort und Wohnung derselben anzugeben sind. Lohnhöhe im übrigen Deutschland wirken und müssen sich daher Kinder über 14 Jahre, die in Ladengeschäften angestellt sind oder dort wohl die Kollegen anderer Städte der größtmöglichsten moralischen Beschäftigung suchen, haben sich von der Sanitätsbehörde ein Unterstützung der im Kampfe befindlichen. Buchbinder Leipzigs Bertifikat zu verschaffen, welches besagt, daß sie das vorschriftsbefleißigen. mäßige Alter haben, daß sie gesund und kräftig sind, um die ihnen zu übertragender Arbeiten verrichten zu können, und daß sie auch bereits den nöthigen Schulunterricht genoffen haben. Die Ausstellung dieser Bertifikate erfolgt seitens der Sanitäts: behörde auf grund beschworener Angaben der Eltern oder Vormünder der betreffenden Kinder. türzen, " Versammlungen. " Depeschen und lehte Nachrichten. Wien, 9. Oktober.( W. T. B.) Bei dem gestrigen Eisenbahn Zusammenstoß in Auer( Tyrol) wurden vier Personen, darunter brei Soldaten, verlegt. Wien, 9. Oktober.( W. Z. B.) Eine Versammlung der ausständigen Arbeiter der Staatseisenbahn- Gesellschaft hat angesichts der Erklärung ihres Rechtsbeistandes über eine mit dem Generaldirektor der Staatseisenbahn- Gesellschaft gestern gehabte Besprechung mit allen gegen eine Stimme beschlossen, die Arbeit morgen früh wieder aufzunehmen. " Die Werftarbeiter Dresdens hielten am Donnerstag in Pieschen abermals eine von zirka 2000 Personen besuchte Bersammlung ab. Genosse Arno Reichardt erörterte die Mißstände auf den Werften, wobei er mittheilen konnte, daß die legte Versammlung schon insofern gewirkt hat, als in Chalons, 9. Oftober.( W. 2. B.) Am Schlusse des FrühUebigau die Werftdirektion die Arbeitszeit auf zehn stücks brachte Präsident Faure einen Trinkspruch aus, dessen Stunden herabseite. Die Versammlung faßte einstimmig Schlußfah lautete: folgende Resolution: Die 2c. Verfamminng der Ari Heute bitte ich Euere Majestät im Namen der französischen beiter der Schiffswerften der„ Rette" und„ Defter Der Verband der Bauarbeiter nahm in seiner Mit- Armee und der franzöfifchen Marine für Ihre Waffen zu Wasser reichischen Nord- West" erklärt die Zustände auf diesen Arbeits- aliederversammlung am 4. Oftober die Abrechnung vom dritten und zu Lande die feierliche Beträftigung unwandels plägen für unhaltbar und fordert die Direktionen beider Werften Quartal entgegen. Danach betrugen die Einnahmen inkl. Be- barer Freundschaft zu empfangen. Ich trinke auf auf, die Mißstände abzustellen, die Arbeitszeit zu verftand 194,88 m., die Ausgaben 173,67 M. Unter Verbands- das russische Heer und die russische Marine und erhebe mein ben 2ohn zu erhöhen und vor allen angelegenheiten weist No ac auf den Streit der Schuhmacher Glas zu Ehren Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin!" Dingen darauf zu achten, daß die Behandlung eine hin und ersucht um rege Unterstügung deffelben. Gleichzeitig Hierauf erhob Kaiser Nikolaus sein Glas, stieß mit dem andere wird. Weiter beauftragt die Versammlung die im empfahl Redner, eifrig für den Verband zu wirken, damit durch eine Präsidenten an und ergriff das Wort zu folgendem Trinkspruch: September gewählte Lohnkommission der Metallarbeiter aller stärfere Betheiligung der Berufsgenossen die Organisation fich zu einer Bei unserer Anfunft im Hafen von Cherbourg hatte ich Branchen für Dresden- N. und Umgegend, einen Lohntarif aus- starten, widerstandsfähigen Macht entfaltet. Ein Antrag, das Gelegenheit, ein Geschwader der französischen Kriegsflotte zu be zuarbeiten, damit mit bestimmten Forderungen im geeigneten Versammlungslokal zu verlegen, wurde vorläufig zurückgestellt. wundern; heute, im Begriff Ihr schönes Land zu verlassen, hatte Moment an die Werftdirektionen herangetreten werden kann." die auf, im ich das Bergnügen des imposantesten militärischen Schauspiels, Die Vereinigung Groinscher Schuhwaaren- Fabrikanten Zustellung des hat wegen des Streits des Personals der Firma E. W. Heyl fofort bei einem Wohnungswechsel die neue Adresse mitzutheilen. wohnte. Frankreich kann stolz auf seine Armee sein. Sie haben in Groißsch i. S. ein Birtular an die deutschen Schuhwaaren- Heidmann wünscht, daß ihm unverzüglich die noch ausstehenden recht zu sagen, Herr Präsident, daß die beiden Länder durch unwandelbare Freundschaft verbunden sind. Ebenso beFabrikanten erlassen, worin ersucht wird, niemand von dem Listen eingehändigt werden. Personal zu beschäftigen; den Adressaten wird für Streiffälle Der Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und steht zwischen unfern beiden Heeren ein tiefes Gefühl der gleiches Entgegenkommen zugesichert. Die Bereinigung besteht auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter und affenbrüderschaft. Ich erhebe mein Glas zu Ehren aus den Firmen U. Göze u. E. Fischer, Robert Gutschhahn jun., Arbeiterinnen( Filiale I.) bebattirte am 5. b. M. über den Ihres Landbeeres und Ihrer Seemacht und trinke auf das Wohl E. W. Heyl, Albert Heyne, Richard Langrock u. Romp. des Präsidenten der französischen Republik." Anschluß an den Holzarbeiter- Verband. Einleitend referirte Die anwesenden russischen Offiziere und Herren des Gefolges Der Porzellanarbeiter- Streit in Triptis i. Th. bauert lode über dieses Thema, indem er in einem Hinblick auf die fort. Bum 18. Oftober sind die Ausständigen wegen Rontratt. Entwickelung der Gewerkschaftsbewegung die Organisation großer riefen während des Toaftes des Kaisers zweimal Hurrah. San Sebaftian, 9. Oktober.( W. T. B.) Der holländische zentraler Verbände empfahl. Der Referent erläuterte sodann die bruchs" vor Gericht geladen. Verwaltung, welche die hiesige Bahlstelle des Holzarbeiter Kriegs- Transportdampfer Paramaribo" soll an der spanischen Ein allgemeiner Kutscherstreit steht in Nürnberg in Verbandes getroffen hat, bamit jede Branche zu ihrem Nordküfte untergegangen fein. Aussicht. Die Kutscher flagen über schlechte Lohnverhältnisse und Rechte tommt und ihre Interessen wahren kann. Petersburg, 9. Oktober.( W. T. B.) Infolge des gestrigen In Sturmes ist die Neva start gestiegen; die niedrig gelegenen übermäßig strenge Behandlung durch die Polizei. der sehr lebhaften Debatte erklärte sich die Mehrzahl Aus Prag wurde unterm 9. Oktober telegraphirt: Die der Redner für Anschluß an den Holzarbeiter Verband, Theile der Stadt find überschwemmt. Ein ernster Unglücksfall ist Streitbewegung der Werkstättenarbeiter der Staatsbahngesellschaft jedoch wurde eine definitive Stellungnahme ausgefeßt. Hierauf bisher nicht gemeldet. ist entschieden in der Abnahme begriffen. Sofia, 9. Oktober.( B. H.) Eine Bande aufständischer Gestern nahmen verlas der Kassirer die Abrechnung vom dritten Quartal. Danach Truppen, welche nahe der bulgarischen Grenze von türkischen 130 Arbeiter die Arbeit wieder auf; für heute werden weitere betrug die Einnahme mit einem Bestand von 240,65 m. vom Goldaten geschlagen wurde, ergab sich der bulgarischen Grenzwache. Arbeitsaufnahmen gemeldet. Den Wiener Arbeitern hat die vorigen Quartal 599,40 M. und die Ausgabe 348,50 M.; Allahabad( Indien), 9. Oktober.( W. T. B.) Der„ Pioneer" Direktion die Meldung zugehen lassen, fie sollten die Arbeit ruhig bleibt mithin ein Bestand von 251,10 M. Die Einnahme vom hebt in einer Besprechung der legten Kornaufstände hervor, daß wieder aufnehmen, kein Arbeiter werde in seinen erworbenen Sommerfest beläuft sich auf 75,90 M. und die Ausgabe auf alle Nachrichten darüber auf das Bestehen einer organisirten Rechten geschädigt und niemand gemaßregelt werden. 118,05 M. Zwei Anträge zum Reglement des Arbeitsnachweises Berschwörung schließen lassen, bei der wohlhabende Leute bes wurden von der Versammlung abgelehnt. theiligt sind. Da die vorbereiteten Aufstände in verschiedenen Bum Schluffe forderte Rennthaler Verbandsorgans ihm indem ich der Truppenschau auf gewohntem Uebungsgelände bei: Aus Brüssel wird der Köln. 3tg." zum Ausstand der Tischler berichtet: In den Werkstätten von Damman in Molenbeed nahmen am Montag an 40 Tischler die Arbeit wieder auf. Der Verein der Plätterinnen hatte am 6. Ottober eine Städten und Dörfern der großen Provinz gleichzeitig ausbrachen, Versammlung anberaumt, in der nach einem voraufgegangenen fei deren Ergebnis leicht vorauszusehen, wenn die Bevölkerung Referat des Genossen Hansen geschäftliche Angelegenheiten zur mit Waffen und Schießbedarf versehen ist. Das Blatt giebt der Die Hafenarbeiter Organisation in Antwerpen. Die Erledigung standen. Die von der Kassirerin verlesene Abrechnung Regierung den Rath, ernstlich Mittel zur Lösung dieser Frage zu belgische Gewerkschaftsbewegung hat einen glänzenden Erfolg ergab mit einem alten Bestand 389,77 M. Einnahme und erwägen. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 238. 9 Sonnabend, den 10. Oktober 1896. 13. Jahrg. Der Achkuhr- Ladenfchluk ( Volkswirthschaftslehre), Geschichte, Naturwissenschaft, abendländischer Kultur, die im Reiche der Gottesfurcht und Als Deutsch und Rede Uebung soll uns diesem Ziele näher führen. frommen Gitte hie und da im Schwange sind. und der Parteitag zu Gotha. 25 Pf. so niedrig bemessen, daß ihn jeder Arbeiter noch wird der türkische Gesandte erinnert, am 8. und 9. Mai 1894 ver Der monatliche Mitglieds- und Unterrichtsbeitrag ist mit je der Gummischlauch Prozeß, an dessen Vorgeschichte Von einigen Wahlfreifen ist beantragt, den Achtuhr- Laden- erübrigen können. Um neben der planmäßigen Ausbildung handelt wurde, und durch zahlreiche Beugenaussagen zu tage schluß auf die Tagesordnung des Gothaer Parteitages zu sehen. unserer Mitglieder auch gleichzeitig für ihre allgemeine Bildung getreten war, daß am 18. Januar einzig in der Annahme, daß Einige andere Wahlkreise haben die in Nr. 78 der veröffent zu sorgen, veranstalten wir in zwangloser Aufeinanderfolge ich etwas Staatsgefährliches ereignen könnte, am Friedrichslichten Anträge wiedergegebene Resolution vorgeschlagen, nach Vortragsabende, für die mehrere unserer berufensten hain mit Säbel und Gummischlauch in die unbewaffnete der der gesetzliche Achtuhr Ladenschluß nicht nur für Redner ihre Mitwirkung zugefagt haben; Konzerte und Menge hineingehauen worden ist, da erklärte der Staats die im Handelsgewerbe Angestellten, sondern sondern für die Dichterabende, die im vorigen Semester so ungetheilten anwalt, Benedig mit Namen die Philippika, die der hochgesammte Arbeiterschaft ganz bedeutende" Bortheile mit Beifall gefunden haben; Besuche von tünstlerischen, felige Brausewetter in diesem Prozeß hielt, fann ja sich bringen würde". Beide Arten Anträge sind vor den Ver- wissenschaftlichen und gemeinnügigen In ernsthaft nicht behandelt werden da erklärte Benedix sammlungen, in denen sie von Handelsangestellten eingebracht stituten( so hat Herr Professor Wilhelm Förster, also:„ Das Verfahren der Beamten verdient in jeder Beziehung und zur Annahme geführt wurden, nicht öffentlich besprochen. Direktor der Sternwarte, auf das bereitwilligste den Dank und Anerkennung und nichts anderes." Auch In Nr. 229 des Vorwärts" vom 30. September unternimmt ein Besuch der Sternwarte unter feiner Leitung für gab Herr Benedir in seinem Plädoyer der bedauerlicherweise Parteigenosse den Versuch, den Antrag, den Achtuhr- Ladenschluß einen der nächsten Sonntage gestattet) und andere Arrangements unerfüllt gebliebenen Hoffnung Ausdruck, daß die Verhandlungen auf Die Tagesordnung zu setzen, zu rechtfertigen. Er ernsterer und geselliger Natur. unter Leitung von Brausewetter!- das Bublifum zu einem führt im wesentlichen zu diesem Behufe an, daß der Die Südost- Schule befindet sich wie bisher in der Vertrauensvotum für die Polizei animiren würden. Atuhr Ladenfchluß ein vorzügliches Agitationsmittel für Waldemarstraße 14, die Nord: Schule dagegen ist aus der So geschehen in Preußen. In der Türkei wird man hoffent die 1233 045 im Handelsgewerbe Angestellten sei und daß für unsere Zwecke wenig geeigneten Müllerstraße verlegt nach der lich einsehen, daß die Regierung des Sultans noch sehr weit von die Sozialdemokratie die Gelegenheit der Werbung von Sozial Brunnenstraße 25, in die unmittelbare Nähe des Rosender Höhe chriftlicher Kultur entfernt ist. demokraten aus den Kreisen der Handelsangestellten schleunigst ergreifen müsse. = " Diese Ausführungen und Anträge scheinen mir eine außer ordentliche Ueberschäßung des Werthes eines AchtuhrLadenschlusses und eine ebensogroße Unterschäzung der Aufgaben eines sozialdemokratischen Parteitages zu fein. " zu erreichen, muß -V thaler Zbore 3. Wir bitten besonders die dort wohnenden Genoffen des 5. und 6. Wahlkreises, der Schule zahlreich als der offenen Armenhilfe erforderlichen Aenderungen hielt am Die Subkommission zur Berathung der in der Organisation Mitglieder beizutreten. Der genaue de brplan, der über alles Donnerstag unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Belle eine Nähere Auskunft giebt, wird in den nächsten Tagen im Inferaten Sigung ab, in welcher beschlossen wurde, Armenämter eingu theil des Vorwärts" veröffentlicht werden. richten, welche möglichst an die Standesämter sich anschließen Der Vorstand der Arbeiter- Bildungsschule. Wohin geht denn der plötzlich über alle Maßen so gesollen. Zunächst handelt es sich um einen Versuch mit zwei J. A.: Heinrich Schulz, priesene Vorschlag der Reichstommission für Arbeiterstatistik bes Armenämtern, für deren Einrichtung die Genehmigung der SO. 16, Kaiser- Franz- Grenadier- Platz 7. züglich des Achtuhr Ladenschlusses? Es sollen danach offene städtischen Behörden nachgesucht werden soll. An die Spize der Verkaufsstellen während der Zeit von 8 Uhr abends bis 5 Uhr sich wieder einmal gezeigt, was die freifinnige Stadtverwaltung vom Magistrat dahin delegirt werden und während ihrer AmtsIn der letzten Stadtverordneten- Versammlung hat Armenämter sollen Magistrats- Assessoren gestellt werden, welche morgens gefchloffen sein müssen und innerhalb der dann unter Arbeiterschutz versteht. möglichen Arbeitszeit von 15 1/2 Stunden( bis 81/2 Uhr beiter an den städtischen Gasanstalten die Beseitigung der alle Bekanntlich hatten die Ardauer den Titel„ Amts- Borsteher" führen sollen. soll bedient werden dürfen), soll eine Mittagspause von wenigstens 14 Tage stattfindenden 18stündigen Sonntagsschicht verlangt. Die städtischen Volksbibliotheken werden in der Päd. 1½½ Stunden gewährt werden müssen. Der in der Kommission Vor dem Gewerbegericht, welches mit der Angelegenheit befaßt 3tg." besprochen und bei dieser Gelegenheit gegen unsere Angemachte Vorschlag, gleichzeitig als Maximal- Arbeitszeit 13 bis wurde, fand eine Einigung statt, nach der fortan an stelle der griffe vertheidigt. Seit der" Neuausstattung" der Bibliotheken 14 Stunden( einschließlich der Mittagspause) festzuseßen, wurde 18stündigen eine 15stündige Sonntagsschicht stattfinden soll. Um habe sich die Güte" der Schriften gehoben. Schon eine obers für Arbeiterstatistik eine Reihe von Ausnahmen für bestimmte eine Ausnahme von dem Verbot der Sonntagsarbeit gestatten. wärts", der seinerzeit von einer Erseßung„ alter Scharteken" Zeiten und für bestimmte Gewerbe. Und die Durchführung dieser Ausnahmen sind jedoch gesetzlich nur zulässig, wenn den davon be- durch neue Scharteken" sprach, unsere Bibliotheken nur von Vorschläge sollen nicht nur für angeblich 1233 045 davon troffenen Arbeitern in der Woche eine ununterbrochene Ruhepause von Hörensagen kennt". Ueber den Begriff„ Scharteke" gehen die betroffene Angestellte, sondern auch für " für die gesammte 24 Stunden gewährt wird. Das Abkommen zwischen den Ver- Ansichten allerdings auseinander, das stimmt; felbstverständlich Arbeiterschaft", bie betannlich die Acht stunden- Artretern der städtischen Gasanstalten und den Bevollmächtigten baben aber auch wir unser Urtheil über die Neus beitszeit anstrebt, ganz bedeutende Vortheile" bieten? der Gasarbeiter war am Donnerstag Gegenstand der Verhand- ausstattung" der Bibliotheken auf die neuen Kataloge ge Das heißt denn doch diese Vorschläge außerordentlich über- lung der Stadtverordneten. In einer Erwiderung auf die scharfe stüßt, von denen wir mehrere sehr eingehend durchgesehen schäßen und in bürgerlich- sozialreformatorischer Weise aus einer Kritit, die unser Genoffe Singer an dem auf den Berliner Gas- haben. Hätte der Verfasser des Artikels der„ Päd. 3tg." Mücke einen Elephanten machen. fabriken herrschenden Ausbeutungssystem übte wir verweisen den Vorwärts" etwas gewissenhafter gelesen was feine Thatsächlich besteht schon heute in weiten Gebieten Deutsch auf den ausführlichen Bericht in der gestrigen Nummer theilte Pflicht gewesen wäre, wenn er an unserer Haltung gegenüber lands der Achtuhr- Ladenschluß( z. B. in fast ganz Württemberg) der Leiter des Gasturatoriums Stadtrath Nam 3 Ian mit, daß den Volksbibliotheken Kritik üben wollte, so tönnte er wissen, bei einem weit späteren Beginn der Arbeitszeit als die Kommission die Verwaltung bei der Einführung der 15 stündigen Sonntags: daß wir bereits vor drei Jahren die Dürftigkeit des Bücher vorschlägt. Die Kommission selbst hat dies nicht verkannt und schicht den gesetzlichen Forderungen entsprechend eine 24 stündige bestandes der damals eben neu ausgestatteten" 24. Bibliothek will deshalb den Landesregierungen die Anordnung überlassen, Ruhepause eiuführen wolle. Auf die Aeußerung Singer's, daß( Reichenbergerstraße) an der Hand des neuen Kataloges nachs daß erst nach 5 Uhr morgens geöffnet oder früher als 8 Uhr mit dieser Einrichtung feinesfalls eine Lohnvermin gewiesen haben. Wenn der Artikelschreiber der" Päd. 3tg." abends geschloffen werden darf. Hat in jenen Gebieten der berung verbunden sein dürfe, meinte der Stadtrath, weiter fagt, für den Vorwärts" scheine„ das Ideal einer guten Achtuhr- Ladenschlußber gesammten Arbeiterschaft", ja auch nur daß selbstverständlich der Ruhetag in der Woche nicht bezahlt Boltsbibliothek darin zu bestehen, daß sie nur die Werke aufden Handelsangestellten ganz bedeutende Vortheile" gebracht werden würde. Unser Genosse Singer nagelte sofort und mit nimmt, welche einem sozialdemokratischen Verlage entnommen" Ja, ist auch nur eine sozialdemokratisch werbende Kraft, recht diese Art freifinniger Sozialpolitik fest. die ja der Verfasser des Artikels in Nr. 229 besonders hoch an unserer Ansicht Es ist nach so beweist er damit, daß er zu den albernen Leuten gehört, mit schlägt, jener Einrichtung in den deutschen Gebieten, die sie be- einer 18 stündigen Sonntagsschicht in einem der Gesundheit geradezu unerhört, daß die Beseitigung denen man eigentlich besser nicht diskutirt. figen, zuzuschreiben? Mit nichten. Nicht anders steht es mit so schädlichen Betriebe, wie die Gasbereitung es ist, von den Baukommission einschließlich der vereinigten Konfiftorial, MilitärDie Geschäftsräume der tönigl. Ministerials, Militär- und ähnlichen Einrichtungen im Ausland. In den Kolonien Eng- Arbeitern bezahlt werden soll mit dem Lohnverlust eines Arbeits- und Baukaffe, des tönigl. Domänen- Rentamts Berlin nebst der lands besteht Siebenuhr Ladenschluß, in Neuseeland muß min tages. Thatsächlich werden die Gasarbeiter, welche jetzt einen Thiergartentasse werden in der Woche vom 19.- 24. Oktober von beftens an einem Werktage bereits nachmittags von 1 1hr ab 14tägigen Lohn von 69 M. haben, nach Einführung der der Niederwallstr. 39 in das Dienstgebäude Invalidenstr. 52, Ecke gefchloffen werden. St. Gallen verlangt 14, Kanton Glarus 15stündigen Sonntagsschicht nur noch 59 M. Arbeitsverdienst in Heidestraße, verlegt werden. 15 Stunden als Maximalarbeitszeit( einschließlich der Pausen), zwei Wochen beziehen. Luzern will die Arbeitszeit der Handelsangestellten auf höchstens Arbeiterfreundlichkeit des in der Berliner Gemeindeverwaltung Die sozialen Empfindungen und die Eine mit der Unterschrift: Ein großer Theil der 11 Stunden, die in die Zeit von 6 Uhr morgens bis 8 Uhr verkörperten Liberalismus werden durch die vom Stadtrath Beamten( der Großen Berliner Pferde- Eisenabends fallen, beschränkt wissen. England fezt für noch nicht Namsiau geäußerte Absicht so drafisch gekennzeichnet, daß es bahn- Gesellschaft) versehene Petition ist an den Magistrat 18 Jahr alte Handelsangestellten als Maximum 74 Stunden wöchent- überflüssig ist, ein Wort zuzufügen. gefandt worden, worin zunächst demselben der Dant auslich feft. Jeder anständige Privatunternehme würde es verschmähen, gesprochen wird für seine Fürsorge für sie, die er bei Gelegen Die Vorschläge der Kommission für Arbeiterstatistik bleiben eine seinen Arbeitern gewährte Erleichterung von diesen bezahlen heit der Neuverhandlung mit der Direktion zum Ausdruck also weit hinter den in großen Gebieten Deutschlands bestehenden zu lassen, aber der Chef einer der bedeutendsten städtischen Ver- brachte. Dann heißt es wörtlich weiter: Sie( der Magistrat) Verhältnissen und hinter den in anderen Ländern giltigen Gefeßen waltung darf unter dem Beifallsgetöse der den befcheidenften würden sich jedoch Tausende der Beamten zu ewigem Dant zurück. Und da soll die deutsche Sozialdemokratie plöglich mit Forderungen der Arbeiter gegenüber blinden und tauben verpflichten, wenn Sie die Direktion dahin zu bestimmen aller Energie für diesen kleinlichen Vorschlag, für dies fozial- Majorität der Stadtverordneten verkünden, daß die Ar- vermögen, vorweg eine Pensionstasse für die reformerische Wafch mir den Belz, aber mach' mich nicht naß" beiter die Gewährung einer durch Sonntagsarbeit so mit schwerem Dienst belasteten Beamten nach sich erwärmen? Da soll sie die Achtuhr Ladenschlußfrage, die erzwungenen Ruhepause in der Woche mit einer Staatsmuster einrichten zu lassen; denn von seiten der doch wahrlich im Verhältniß zu den Fragen, zu deren Er- Einbuße am Arbeitsverdienst bezahlen müssen. Direktion und der Aufsichtsräthe, wenngleich die Einnahmen lebigung der deutsche sozialdemokratische Parteitag dienen foll, Das ist liberal freifinnige Sozialpolitit fo steht der noch so groß, haben die armen Beamten nichts anderes zu er ein„ Rinkerligchen" ist, gar als besondere Tagesordnungs- Frage Arbeiterschutz aus, den die Reichshauptstadt ihren Arbeitern warten, als frühen Verbrauch ihrer Kräfte und dann eine behandeln? Mit mehr Recht tönnten dann Bauhandwerker be- gewähren will, und da wundert sich die bürgerliche Preffe offene Thür nach außen. Es ist immerhin erfreulich, gehren, daß etwa die Fensterfrage oder die Koatsofen- Frage auf noch, daß die Arbeiter in immer stärkeren Haufen der Sozial- daß sich nach der vor 4 Jahren verunglückten Bewegung unter den die Tagesordnung geſetzt werde. Gine politische Partei, die demokratie zuströmen. Nur weiter so ihr Herren – es leben Pferdebahnbeamten endlich wieder so etwas wie Klaffenbewußtberlei fleinliche Fragen auf die Tagesordnung ihres unsere Freunde die Feinde! sein zu regen beginnt. Hoffentlich kommt den rücksichtslos ausParteitages fegt, verdient nicht den Namen einer Klaffentampf- Bartei, sondern den einer spießbürgerlichen Reform verhandelte in feiner heutigen Sigung über die Frage der tüchtigen Berufsorganisation gegen ihre Ausbeuter zur Wehr Aus der Magiftratofizung vom Freitag. Der Magiftrat genutzten Leuten auch noch einmal die Ueberzeugung, daß es ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist, sich in einer Der Hinweis auf die vermeintlich werbende Kraft einer Das Kollegium hat beschlossen, nicht allein den Antrag auf Er- au sehen. eventuellen Erhaltung einiger Ausstellungsgebäude. Achtuhr- Ladenagitation beruht auf den irrigen Voraussetzungen, haltung des Ablon u. Dressel'schen Haupts Nach einer Bekanntmachung des Polizeipräsidenten haben daß die Achtube- Ladenschlußfrage, jemand zu einem Sozialdemo- restaurants nebst Wasserthurm und Neuen. See abzulehnen, Personen, welche die Prüfung für Heilgehilfen abzulegen fraten heranzubilden geeignet fei, ferner daß der sozialdemo- fondern hat auch die weiteren Anträge auf Erhaltung anderer wünschen, zunächst 6 M. Prüfungsgebühren bei der töniglichen kratischen Partei damit gedient sein könne, wenn Nicht- Sozial. Gebäude, u. a. dasjenige des Vereins für Feuerbestattung, der Polizeihaupttasse, Alexanderplatz 5, im Erdgeschoß, Eingang II Demokraten sich aus Dautbarkeit für gewerkschaftliche Klein Agitation Sozialdemokraten nennen und endlich, daß es der Spreewaldschente, abzulehnen beschlossen. Ueber diejenigen( Alexanderstraße) in den Vormittagsstunden von 9 bis 1 Uhr gegen Sozialdemokratie gezieme, Bauernfang schlimmster Art zu treiben. Anlagen, welche ohnehin auch für die nächstjährige Gartenbau- Quittung einzuzahlen. Die Anmeldung ist nicht bei dem PolizeiEine ganz andere Frage als die, ob die Achtuhr- Ladenschluß. Ausstellung erhalten bleiben sollen, war ein Beschluß vor der präsidium, sondern lediglich bei dem fönigl. Stadtphyfitus, Tempelhofer Ufer 29 I bis 9 Uhr vormittags persönlich unter Vorlegung frage ein besonderer Punkt der Tagesordnung sein oder zu einer Hand noch nicht erforderlich. der erhaltenen Quittung au machen. Dem Stadtphysikus ist außerdem ein ortspolizeiliches Zeugniß über fittliche Führung des Antragstellers, sowie darüber vorzulegen, daß Antragsteller seinen dauernden Wohnsiz in Berlin hat. Personen, die sich nur vorübergehend hier aufhalten, haben ihre Prüfungsgesuche bei bem für ihren dauernden Wohnsiz zuständigen Regierungspräsidenten anzubringen. pariei. soll, ist die: ob den Achtuhr- Ladenschluß, den als zu weit gehend kein In der Sigung, welcher auch der Stabtelektriker Dr. RallSozialdemokrat bekämpft hat, verherrlicheuden Resolution führen mann beiwohnte, stand ferner die Frage der eventuellen Ueberder Parteitag fich mit der Achtuhr tragung des Eigenthums der Aktiengesellschaft Berliner ElektriLadenschlußfrage beschäftigen und ihre Kleinreformnatur durch sitätswerke auf die Stadtgemeinde zur Berathung. Dem Kollegium eine Resolution zum Ausbruck bringen foll. Nöthig erscheint war eine größere Bahl von Berichten und Gutachten über diese mir auch dies gegenüber der flaren weitergehenden internationalen Frage sowie der Vorschlag der zur Vorberathung eingesetzten Forderung einer Achtſtunden- Arbeitszeit und gegenüber unserem Angelegenheit der für diese Frage feit zirka einem Jahre einSubkommission mitgetheilt worden. Daffelbe befchloß, Daffelbe beschloß, diese Programm nicht. Hält aber der Parteitag eine derartige gesezten gemischten Deputation zur Berathung der Kommissions Galanterie dem stürmischen Werben einiger Handelsangestellten gegenüber und im Intereffe einer Erleichterung der Agitation vorschläge zu überweisen. Handelsbefliffener für angebracht, so wird dagegen schwerlich Widerspruch erhoben werden. Arthur Stadthagen. " Vor einigen Tagen habe ich mich auf dem großen OmnibusKapitalismus und Sittlichkeit. Ein Leser schreibt uns: depot um eine Sattlerstelle bemüht, da ich wußte, daß ein Play Abendland und Morgenland im Zeichen des Gummi- frei werde. Der Meister hatte auch gegen meine Einstellung schlauchs. Im Berliner Lokal- Anzeiger" wird von einer an an sich feine Bedenken, nur sei ihm von oben herab der Befehl fich überaus gleichgiltigen Unterredung berichtet, die ein Vertreter geworden, fortan feine verheiratheten Leute mehr anzunehmen, des Blattes mit dem außerordentlichen Gesandten des Sultans und aus diesem Grunde müsse er auf mich verzichten." Ist in Berlin, Herrn v. Grumbkow Pascha, gehabt hat. Das die Mittheilung richtig, dann ist sie ein neuer Beitrag zu dem Interview wird interessant nur an einer Stelle, in der türkischer- großen Sündenregister dieser Gesellschaft. seits die Verwendung der Knüttelmänner" bei dem VorEin langjähriger Parteigenoffe aus dem 6. Wahlkreise, gehen gegen die Armenier in Konstantinopel vertheidigt wird. Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von Der Fernsprechverkehr mit Ilmenau ist eröffnet worden. Tischler Gustav Norgel, ist am Donnerstag nach anderthalb- Der türkische Gesandte hat dem Manne des„ Lokal- Anzeigers" brei Minuten beträgt eine Mart. jährigem Krantenlager verstorben. Die Beerdigung findet am bei dieser Gelegenheit erklärt: Sonntag, nachmittags 4 Uhr, vom Krankenhaus Moabit statt. Lokales. Wenn Sie an die, Gummifch I au che" denken und sich Berliner Tischlerschule. Die unter städtischer Verwaltung Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins! Die Arbeiter den Unterschied zwischen den Gepflogenheiten des Orients stehende Berliner Tischlerschule beginnt den Unterricht für das Bildungsschule eröffnet am Mittwoch, 14. Ottober, und des zivilisirten Westens vor Augen halten, dann Winter- Halbjahr 1896/97 mit dem 14. Oktober. Gegenstände ihr neues Winter- Semester. Das Ziel, dem die Arbeiter wird Ihnen die Verwendung der Sopatschis( Knüttelmänner) des Unterrichts und der Uebungen find: Freihandzeichnen, Bildungsschule raftlos und mit wachsendem Erfolge zuftrebt, vielleicht noch immer nicht gerechtfertigt, aber ent. Projektionszeichnen, Gipszeichnen, Holzverbindungs- und Formen besteht in der planmäßigen Heranbildung von brauchbaren schuldbar erscheinen." lehre, Fachzeichnen für Tischler, chemische Behandlung der rednerischen und verwaltenden Kräften, wie sie für die moderne So glaubt der Vertreter des barbarischen Oftens die Ver- Hölzer, Modelliren und Holzbildhauen, Fachzeichnen für Drechsler Arbeiterbewegung und ihre Organisationen ein Bedürfniß sind. wendung des Knüttels unter Verhältnissen, die immerhin eine und Werkzeug- und Materialienkunde für Drechsler. Der Unter Ein von berufsmäßigen Lehrern und Fachleuten methodisch er- starke Gefahr für die Regierenden bedeuteten, nicht rechtfertigen, richt findet statt: Krautstr. 49, Wafferthorftr. 31, Zehdenickertheilter Unterricht in den für den Befreiungskampf des Prole- wohl aber entschuldigen zu können. Das ist in der That straße 17, Thurmstr. 86, Fruchtstr. 38, Reichenbergerstr. 131, tariats wichtigen Wissensgebieten, wie Nationalötonomie, barbarisch und kontrastirt auffällig gegen die Gewohnheiten Pallasstr. 15, Putbuserstr. 28. Die Schüler zahlen für Kursus fm Fachzeichnen, Modellire» und Holzbildhanen 4 M.: für den Unterricht in den übrigen Kursen je 2 M. für das Halbjahr. Die sogenannten Sountagö-Fahrkarten nach Schwedt (Oder) vom Stettiner Bahnhof, nach Dahmsdorf-Müncheberg von den Stadtbahn-Fernstationen und nach Lübbenau von diesen und dein Görlitzer Bahnhose, die bisher nur in der Zeit vom 1. Mai bis Sl>. September jedes Jahres zur Ausgabe kamen, werden von jetzt ab während des ganzen Jahres an jedem Hann» und Festtage ausgegeben. Selbstmord veriibt hat gestern Vormittag die 38 Jahre alte Schauspielerin Pauline Dietz, die seit einem Jahre bei dem Rittmeister a. D. v. Z., mit dessen Gattin sie befreundet war, in der Fruchtstraße bö wohnte. Fräulein Dietz ist auf keiner Berliner Bühne beschäftigt gewesen, sondern ausschließlich außer- halb. Schon feit langer Zeit war sie ohne Engagement und ,vurde von Tag zu Tag schwermüthiger. Schon wiederholt hatte sie die Absicht geäußert, Hand an sich zu legen, und gestern führte sie die That aus. Als Herr v. Z. mit seiner Gattin aus- gegangen war, benutzte die Lebensmüde die Gelegenheit, sich mit einer Schnur in ihrer Stube am Kleiderschrank zu erhängen. Der Selbstmord wurde erst bei der Rückkehr des Herrn v. Z. entdeckt. Die Leicheustarre war bereits eingetreten. Der Wasserstand der Spree befindet sich seit einigen Wochen im ständigen Rückgang und ist gegenwärtig so niedrig, wie seit Jahren nicht. In den ausgearbeiteten Kanälen Berlins treten an vielen Stellen bereits die Uferseiten zum Vorschein, während das Wasser auf der Oberspree von den Ufern ganz be- deutend zurückgewichen ist. Bei einem weiteren derartigen Fallen des Wasserstandes dürften der Schisssahrt aus der Spree erheb» liche Schwierigkeiten entstehen. Der Direktor deS NiitersuchuiigS- Gefängnisses in Moabit, Major a. D. Edgar von Bornstedt, ist am Frei- tag Morgen, 7V, Uhr, 75 Jahre alt gestorben. Ein gewaltiger Krach, wie bei einer Entgleisung, und eine mächtige, aus der Erde emporschießende Fcuersäule von Manneshöhe erschreckte Donnerstag Abend um 7 Uhr die Be- wohner der Mauerstraße an der Ecke der Schützenstraße. Jni N» waren viele Hunderte zusammengeströmt, die nur»och sehen konnten, daß schon nach einer Minute ein aus zwei Wagen bestehender Zug der elektrischen Bahn Treptow— Behrenstraße, dem augenscheinlich etwas zugestoßen war, weiferfuhr. Man hatte zuerst den Eindruck, als ob ein Eisenbahnzug in die Häuser hineingefahren sei. An dieser Stelle ist unterirdische Stromzuleitung. Ganz ähnliche er- schreckende Vorfälle haben sich, wie die„National- Zeitung" be- richtet, schon früher zugetragen. Vor einigen Woche» war einem spielenden Knaben sein Rad in die Rille der unterirdischen Zu- leitnng gerathe»; welche Ursache gestern die Störung herbeiführte, wird erst noch festgestellt werden. Die unterirdische Stromzuleitung scheint nicht geeignet für die Großstadt. Am sog. Nationaldcukmal an der Schloßfreiheit hat die Finita Bellering u. Komp. in Nixdorf 500 Quadratmeter Mosaik anzubringen. Diese Arbeiten werden, wie man uns berichtet, nur von Italienern ausgeführt, und als die Firma vor einigen Wochen Arbeitskräfte gebrauchte, ließ sie sich drei Marmor» mosaiksetzer aus Italien und einen solchen Arbeiter ans Paris kommen. Obgleich den Fremde» zugesichert worden war, daß sie bis Ende Noveniber Beschäftigung haben würden und bei täglich elsstündiger Arbeitszeit nur im Stundenlohn arbeiten sollten, erhielten sie doch bald Akkordarbeit, die schließlich aber derart schlecht wurde, daß der Wochenverdienst bei täglich löstündiger Arbeitszeit nur 20 M. betrug. Die Arbeiter sind, da es ihnen hier nicht möglich ist, sich auskömmlich zu ernähren, nunmehr gezwungen, wieder in ihre Heimath zurückzukehren, obgleich ein Streit, den sie wegen einer Forderung von 15 M. mit der Firma haben, noch nicht erledigt ist. Vielleicht dient dieser Fall anderen auswärtigen Ar- beitern zur Warnung. Bei einem Neubau in der Kolonie Grunewald ist der Arbeiter Christian Wagner schwer verunglückt. Auf dem Grund- stück Hubertus-Allee stürzte der 45 Jahre alte Mann infolge eines Fehtrittes aus beträchtlicher Höhe von einer Leiter herab und zog sich außer inneren Verletzungen einen Schenkelbruch zu. Man brachte den Verunglückten in ein Berliner Krankenhaus. A«S dem Polizeibericht vom S. Oktober. Am 7. d. M. abends»ersuchte die 17jährige Martha B. in der Wohnung ihrer Dienstherrschaft in der Bergmannstraße sich mittels verdünnter Zuckersäure zu vergiften. Durch ärztlich verordnete Gegenmittel wurde bald jede Geiahr beseitigt.— Am 8. d. M. vormittags wurde der 28jährige Lademeister-Aspirant Georg B. im Flur des Hauses Swinemünderstr. 108 bewußtlos und ans mehreren Kopf- wunden blutend aufgefunden und nach Anlege» eines Verbandes auf der Unfallstation II nach der Charitee gebracht. Nach Angabe von Zeuge» hat B. vermuthlich infolge von Geistesstörung sich mit einem starken Knüttel so lange gegen den Kopf geschlagen, bis er bewußtlos zu Boden stürzte.— Byr dem Hause Wiener- straße 55 lief die achtjährige Tochter des Tapezierers Scholz gegen einen in voller Fahrt befindlichen Wagen der elektrischen Straßenbahn der Linie Behrenstraße— Treptow, gerieth unter die Räder und erlitt außer einem Bruch des rechten Fußes schwere innere Verletzungen, so daß sie nach An- legung eines Verbandes nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte.— Nachmittags wurde in der Alexandrinen- straße der siebenjährige Sohn des Arbeiters Gustav Schmidt durch eine Droschke überfahren. Er erlitt dabei einen Brnch deS Schlüsselbeines und wurde durch Vorübergehende in die Wohnung seiner Eltern gebracht.— In der in der Unipflasterung befindlichen Bernauerstraße fiel nachmittags der sechsjährige Hans Rllckhardt beim Spiel auf einen Haufen Pflastersteine und zog sich eine erhebliche Verletzung im Gesicht zu, so daß seine Ueberführung in die Charitee erforderlich wurde. — An der Ecke der Mohren- und Kanonierstraße wurde der aus einem Dreirade übermäßig schnellfahrende Bote der Berliner Privatpost durch einen Rollwagen umgestoßen und blieb be- sinnungslos liegen. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Abends wurde in der Leipziger Straße das Pferd einer Kutsche scheu, lief gegen einen Pserdebahnwagen und kam dadurch zu Fall. Hierbei wurde der Führer der Kutsche, der Fuhrherr Julius Preuß, vom Bocke geschleudert und am Kopfe anscheinend leicht verletzt. Er erhielt auf der Unfallstation II einen Verband. AuS den Nachbarorten. Ueber eine recht böse Szene, welche sich in Charlotten- bürg zwischen Polizeibeamten und einem Drehorgelspieler, dem beide Beine fehlen, abgespielt haben soll, fällt die„Neue Zeit" folgendes Urtheil: Wenn hier auch Widerstand gegen die Staatsgewalt vorliegt, so kann die Handlungsweise der Beamten, die sich derartig an einem Krüppel vergriffen, gar nicht genug verurtheilt werden. Wir hoffen, daß eine strenge Untersuchung angestellt wird und daß die Beamten, die an- scheinend ihre Amtsbefugniß weit überschritten haben, zur Ver- antworlung gezogen werden. Wie uns von Augenzeugen berichtet wird, ist der Krüppel nicht bis zur Wache, sondern bis zur Ecke der Goethe, und Grolmanstraße geschleift worden, von wo man ihn aus einem Handkarren zur Wache lransportirte. Während der Mann noch auf der Straße lag und abwehrende Geberden machte, rief ein Wachtmeister ihm zu: Halten Sie Ihren Mund, oder ich steche Sie über den Hausen. Die Antwort des Krüppels war: Stechen Sie doch zu, wenn Sie ein Recht dazu haben. Alsdann steckten die Beamten den Säbel in die Scheide. Ein empörender Vorfall ereignete sich noch nach Beendigung der Affäre. Ein seingekleideter Mann trat auf einen an dem Vorfall belheiligt gewesenen Beamten zu und äußerte laut: Hätten Sie den Kerl doch geschlagen. daß da? Gehirn aus dem Schädel herausspritzle; solches Gesindel treibt sich hier überall auf der Straße herum! Ein großer Bankrott ist in Potsdam und Umgegend gegenwärtig das Tagesgespräch. Derselbe betrifft das dort seit etwa zwölf Jahren bestehende Mehl- und Gelreide-Engrosgeschäft Albert Behrends u. Co. B. hat sich heimlich entfernt. Die Schulden, die er hinterlassen, betragen ca. 450 000 M. Behrends galt als ein strebsamer Kaufmann, ließ sich aber in der letzten Zeit aus sehr gewagte Spekulationen bei Mehllieferungen ein, die ihn» große Verluste einbrachten. Im östlichen Theil von Schöneberg befindet sich an der Siegfriedstraße die vom Eisenbahnfiskus zu unterhaltende Schranke über der bis zu zehn Meter ansteigenden Böschung über der Ringbahn in einem trostlosen Zustande. Auf alten, windschiefen rohen Feldsteinen liegen in Meterhöhe verwitterte Balken, während darunter zwischen den Steinen ein einfacher Draht ge- zogen ist. Der Draht ist längst gelockert, die Kinder schaukeln sich darauf, lehnen sich auch wohl weiter über und schweben so in steter Gefahr, die tiefe Böschung hinabzustürzen. Infolge dessen hatte die Ortsbehörde die Eisenbahnverwaltung ersucht, die Bahnböschung gegen etwaiges Hinabstürzen von Personen und namentlich Kindern zu sichern. Der Effenbahnfiskus aber hat sich geweigert, die gefahrdrohende Schranke durch einen festen Zaun oder dergleichen zu ersetzen, und zwar mit der Begründung, daß ja— noch kein Unglück geschehen sei und mithin auch keine Nothwendigkeit vorliege, die Böschung auf andere als die jetzige Weise abzuschließen! Ein Schifferknecht aus Zerpenschleuse ist vorgestern beim Staken auf der Oberspree unweit von Sedan ertrunken. Er war auf einem Obstkahn, der eine Ladung Aepfel nach Berlin zu bringen halte, beschäftigt. Bei den, Staken verlor der Schiffer- knecht das Gleichgewicht, stürzte ins Wasser und ertrank, wie- wohl der Schiffseigner sowie auch die Mannschaften eines vorüberfahrenden Kahnes sofort Rettungsversuche anstellten. Der Verunglückte ist wahrscheinlich sofort unter die Zille gerathe». Gemorbe-Auspkelluttg 18SK. Bei dem nahenden Ende der AnSstellung ist es jetzt mögllch, eine genauere Ueberstcht über die Ergebnisse und Er- folge, welche die Aussteller von der Gewerbe-Ausstellung erhalte», zu gewinnen. Uns wird darüber berichtet: Durch eine Umfrage u, den verschiedenen Gruppen ließ sich feststellen, daß den Haupt- erfolg wohl die Gruppe XIV(Elektrotechnik) zu verzeichnen habe. Der Berliner Elektrotechnik, welche im Auslände za allerdings schon früher eines bedeutenden Rufes genoß, ist es gelungen, ,» Frankreich festen Fuß zu fassen und ganz besonders für Tele- graphen- und Telephonwese» sich Aufträge zu sicher». Maschinelle Aulagen für elektrische Betriebe, Beleuchtungsanlagen sind aller- dings vom Auslande weniger bestellt, dagegen sind wegen An- legung elektrischer Bahnen mit hiesigen Firmen Unterhandlungen an- geknüpft. Einen bedeutendenErfolg hat auch die fürBerlin noch fiigend- liche Gruppe Wagenbau zu verzeichnen, welcher es ebenfalls gelungen ist, der Konkurrenz des Auslandes gegenüber eine hervorragende Stellung zu gewinnen. Besonders interessirt zeigte sich hier Rußland, welches jedoch, durch den hohen Einführungszoll ge- zwungen, nur wenige Austräge gab. Aber auch sonst hat Gruppe XIII, speziell im Schiffsbauwesen, einige ganz gute Er- folge allfznweisen. Im Maschinenbau haben den Hauptersolg die landwirthschaftlichen Maschinen, sowie Maschinen für gewerb- liche Betriebe errungen. Gruppe I(Textilindustrie) und Gruppe XVI(Papierindustrie) haben verhältnihmäßig wenig direkte Abschlüsse zu verzeichnen, doch sind hier Neimens- werthe Inlands- Verbindungen angeknüpft worden. Die Gruppe III(Bau- und Jngenieurwesen) ist zwar vielfach bewundert, doch sind auch hier direkte Erfolge in nennenswerther Weise nicht vorhanden. In Gruppe VII(Metall-Jndustrie) ist eS Haupt- sächlich die Geldschrank-Fabrikatiou, die einen ganz unerwarteten Erfolg aufzuweisen hat. Gruppe IV(Holz-Jndustrie) ist eben- falls durch die Zlusstellung sehr zufriedengestellt. Auch hier sind bedeutende Verbiuduugen, speziell durch die großen Firmen, mit dem Auslande angeknüpft, wodurch auch die kleineren Firmen in Nahrung gesetzt weiden. Als Einkäufer bei der Möbel-Jndustrie traten hauptsächlich Oesterreich und Rußland hervor, in ge- rtngerem Maße auch Frankreich und Schweden. Die hier ge- trofsenen Abschlüsse sind ganz bedeutende. In der Gruppe VI (Galanterie-Waaren) sind die Erfolge ebenfalls fast ausschließlich momentane. Es sind viele Verkäufe in der Ausstellung ab- geschlossen, wobei naturgemäß auch daS Ausland in nennenswerther Weise vertreten ist. Einen Erfolg hat die Fa- brikation von Refraichiffeurs, ein früher ausschließlich französischer Artikel, der erst seit kürzerer Zeit in Deutschland fabrizirt wird, durch einen ganz bedeutenden Markt im Lande gewonnen. Auch die Porzellan-Jndnstrie ist sehr zufriedengestellt und hat in Ruß- land und Frankreich neue Abnehmer gefunden. Bemerkenswerth ist, daß sich gerade Rußland auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung als außerordentlich kauflustig zeigte und beim Anknüpfen neuer Geschäftsverbindungen in hervorragendem Maße belheiligt ist. Fast in sämnitlichen Gruppen haben sich die russischen Jnter- essenten als vorzügliche Käufer erwiesen, mit welchen voraus- sichtlich dauernde Verbindungen erhalten bleiben werden, während Frankreich als das einzige Land sich im großen und ganzen ziemlich ablehnend verhielt. Ruf eine eigenartige Musik, die in der— Maschinenhalle der Gewerbe-Ausstellung ertönt, macht die„Musikinstrumenten- Zeitung" alle musikalischen Sachverständigen aufmerksam. Ge- meint ist nicht etwa das Gesumme und Gebrumme der Ma- schinen, welches wohl kaum als Musik erachtet werden kann. gemeint sind vielmehr ganz bestimmte charakteristische Töne, welche manche Dynamos erzeugen und durchaus nicht unangenehm klingen sollen. Dieselben rühren davon her, daß das in mehr oder weniger starker Bewegung befindliche Schwung- rad, welches zwischen den Elektromagneten rollt, infolge der die Elektrizität aussaugenden Bürsten sogenannte Friktionstöne erzeugt, die ihrerseits je nach der lang- sanieren oder schnelleren Bewegung des Rades tiefer bezw. höher sind. Am deutlichsten vernehmbar zeigen sich die Reibungs- töne bei einem großen Dynamo der Union-Elekrizitäts-Gesell- schaft, der mit einer Dampfmaschine der Firma Hoppe verbunden ist. Als deutlich hörbaren Grundton konstatirt das Fachblatl daS mittlere Baß-C. Dazu erklingen in großer Klarheit Ober- töne, von denen das eine Oktave und Quinte hohe eingestrichene G mit dem darunter liegenden C eine so harmonische Quinte bildet, daß ob ihrer absoluten Reinheit Helmholtz seine Freude gehabt hätte. Ein sehr aufmerksames Ohr vermag auch noch den höher liegenden Ton L zu vernehmen. Auf diese musikalische Merkwürdigkeit macht das Fachblatt Mustkverftändige besonders aufmerksam, da es wohl selten vorkommen dürfte, auch nur einen Oberton in solcher Reinheit und Deutlichkeit zu hören. MunXt und HVtssenfilhafk. Wildenbruch und sei« Geschlecht regieren gegenwärtig im Berliner Theater, dem Familientheater in der Cdar- lottenstraße. Ein Nachtreter Wildenbruch's, Herr Max M e ß n e r, kam am Donnerstag dort mit seiner Historie „Joachim von Brandenburg" zu Wort. Wildenbruch ist wenigstens ein lungenkräftiger Trompeter. Sein Nachwuchs aber führt ein hölzernes Kindertrompeten-Konzert auf. Wer einiges Theatergeschick hat, wie Herr Meßner, der darf ruhig auf historischen Sinn, auf poetische Form verzichten; auf Klipps-bul- Weisheit schier kann er sein Drama stellen. Um 1500 wüthet die Pest in Berlin; ein Wunder verscheucht sie. Wer aber that dies Wunder? Dörchläuchting natürlich, der Kursürst Joachim. DaS Brandenburg'sche Raub- und Mordgethier, die Lindenberg und Köckeritz und Lüderitz, und wie die Stegreifritter sonst geheißen haben mögen werden fast im Handumdrehen zu Paaren ge- trieben und wiederum ist von schweren wirthschastlichen Känipsen keine Rede. Joachimken hat's geschaffen, der allergütige Kur- fürst und Zauberer allerhöchst allein. Wie soll da der Bürgersmann im Parquet nicht freudig beistimmen, wenn er sieht, wie feine Vorfahren vom weisen Fürsten gegen die wilden Raubritter behütet wurden? Die Darstellung war eigentlich nicht so recht auf das Hurrah- Pathos gestimmt, das solche Dramen verlangen. Herr Wehrlin ist weder in der Geste noch in der gesprochenen Phrase der imponirende Komödienfürst. Seiner Sprache wie seinen Bewegungen haftet etwas bürgerlich- gemessenes an. Schade um die muthige Kraft des Herrn K r a u ß n e ck, der sich an nichtigen, papiernen Rollen, wie die eines rebellischen Junkers es ist, abquälen muß. Morgen, am Sonntag Nachmittag, findet im Belle- A l l i a n c e- T h e a t e r die letzte Borstellung des Schiller'schcn Trauerspiels„Kabale und Liebe" statt. Den Präsidenten spielt Herr Frey als Gast(Stadttheater in Halle); den Ferdinand Robert Hartberg als Gast(Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater); Louise: Olga Lorenzo(Sladttheater inKonstanz>; Lady Milford: edwig Margot; Miller: Wilhelm Ruff; Hofmarschall: Rieh. ürgas(früher Lesstng- Theater). Die Vorstellung be- ginnt um 3 Uhr. Tie Tirektion deS VolkS-TheaterS hat den Beginn der Wochentags-Vorstellungen auf 8 Uhr, Sonntags auf 7 Uhr fest- gesetzt. Die Gesangspoffe„Ein vorsichtiger Mann" geht am Sonntag mit neuer Besetzung der Hauptrollen in Szene. Die „Guste" wird Frl. Helene Schumann vom Carola-Theater in Leipzig, den vorsichtigen Mann Herr Conrad und den Paul Wendler Herr Heinrich Kamm vom Hoftheater in Würzburg geben. Für daS Alexanderplatz-Theatcr ist das Volksstück in 3 Akten„Liebe" von Oscar Klein zur Aufführung angenommen worden. Tie Verlags- Buchhandlung F. R. BrockhauS in Leipzig hat mit Nansen einen Kontrakt abgeschlossen betreffend die Ausgabe des Werkes über seine Polarreise und zwar für Deutschland, Böhmen und Ungarn. Der Physiologe Professor Moritz Schiff, dessen Tod gestern aus Genf gemeldet worden ist, war ein aller Achtund- vierziger. 1343 eilte er aus Frankfurt, um sich dem badischen Revolutionsheere anzuschließen. Als sich der junge, schon wohl- bekannte Gelehrte 1849 in Göttingen als Privatdozent für Zoologie habilitiren wollte, wurde er von der hannoverschen Regienmg ausgewiesen, weil seine Lehren der Jugend gefährlich wären. Schiff theilte dieses Schicksal damals mit mehreren anderen berühmten Männer» der Wissenschaft, wie Jakob Moschelott, Carl Vogt, Ludwig Feuerbach. Mommsen u. a. Gleich ihnen mußte auch er den Staub des Vaterlandes von seinen Füßen schütteln. Die Schweiz gewährte auch ihm eine Heimstätte, die Universität Bern berief ihn als Professor der vergleichenden Anatomie. 1868 siedelte er nach Florenz über, von wo er 1876„ach Gens zurück- kehrte. Hier hat er als Professor der Physiologie sehr erfolgreich bis in seine letzte» Tage gewirkt. GerirszkN""Jeikung. Eine Entscheidung des Kammcrgerichts, die am 3. Ol- tober gefällt wurde, ist für V e r e i n s v o r st ä n d e von Interesse. In Lütgendortmund besteht seit dem Jahre 1892 ein Leseverein. dessen Vorsitzender zur Zeit unser Parteigenosse Schritt ist. An diesen erging neuerdings die polizeiliche Aufforderung, der Be- Hörde das Mitgliederverzeichniß des Vereins einzureichen. Der Verein wurde als ein solcher angesehen, der bezweckt, auf öffent- liche Angelegenheiten einzuwirken. Schritt unterließ dies und die Folge war eine Anschuldigung, sich gegen die M 2 und 13 des Veieinsgesetzes vergangen zu haben. Das Schöffengericht verurtheilt« ihn zu 15 M. oder drei Tagen Haft, wogegen Schritt Berufniig einlegte. Er machte geltend, der Verein sei gar kein Verein im Sinne des ß 2 des Vereinsgesetzes. Er verfolge nicht politische T-ndenze» und sei auch in der Oeffentlichkeit nicht hervorgetreten, er wirke demnach auch nicht auf öffentliche Angelegen- heilen ei», und dies zu thun sei nicht sein Zweck. Das Land- gericht stellt fest, daß der Leseverein, der seine Mitglieder be- lehren will, in seiner Bibliothek soziale und freireligiöse Bücher habe und daß im Kreise der Mitglieder auch aus diesen vor- gelesen werde. Hieraus bestätigte die Strafkammer die schössen- gerichtliche Entscheidung. I» der Revision hob Schritt dann hervor, daß nach dem Wortlaut des§ 2 de? Vereinsgesetzes die Statuten und die Liste der Mitglieder binnen drei Tagen nach Stiftung des Vereins einzureichen wären. Diese Frist sei aber beim Vorgehen der Polizei schon durch Jahre überschritten gewesen. Der Oberstaatsanwalt beim Kammergericht glaubte be- sonders betonen zu müssen, daß der Vereinsvorsitzende Schritt ein sozialdemokratischer Agitator sei und der Leseverein sicher nur die Arbeiter zu Sozialdemokraten erziehen wolle. Ter Strafsenat des Kammergerichts hob die Vorentscheidung auf und sprach den Angeklagten frei. Er habe nicht gegen die K§ 2 und 13 verstoßen, denn es sei seine Darlegung richtig, daß die Eiureichung des Mitgliederverzeichnisses innerhalb dreier Tage nach Stiftung des Vereins ,u ersolgen habe; daß sie der Angeklagte weit später unterließ, sei keine Uebertretnng der ge- nannten Gesetzesbestimmungen. Wegen Vergehens gegen die Gewerve-Ordnnng hatten sich gestern die Fabrikanten Majc Meyer und Siegsried Oppen- heim aus Bernau vor der ersten Strafkammer am Landgericht II zu verantworten. Dieselben besitzen je eine Fabrik in Bernau; bei einer Revisto», die im Frühjahr d. I. in beiden Fabriken statt- fand, wurde konsiatirt. daß mehrere jugendliche Arbeiter beiderlei Geschlechts, welche sich im Aller von 14—15 Jahren befanden, während der Frühstückspausen arbeiteten. Beide Fabrikanten wurden deshalb unter Anklage gestellt. Der Gerichtshof hielt ein Vergehen gegen§ 146 II b der Gewerbe-Ordnung für erwiesen und erkannte auf je 25 Mark G e l d st r a f e. Der Direktor deS Bclle-Alliance-ITheatcrS Charles Maurice stand heute vor der Strafkammer des Landgerichts Berlin I, um sich wegen Körperverletzung und Gewerbevergehens zu verantworten. In bezug auf das letztere Vergebe» wird ihm vorgeworfen, das Theatergewerbe ohne die erforderliche poli- zeilicke Konzession selbständig betrieben zu haben. Er hat das Belle-Alliance-Theater vom Direktor Stern heim gepachtet und sich um die Konzession beworben, letztere wurde ihm jedoch kurz vor der Eröffnung des Theaters von der Polizei versagt. Da er schon das gesammte Künstlerpersonal engagirt hatte, suchte er sich dadurch zu helfen, daß er vertragsmäßig mit Herrn Stern- heim, der eine Konzession besaß, die Firma Maurice u. Sternheim bildete. Beide vertrugen sich aber nicht und Slernheim schied am 1. Oktober 1895 aus. Ihm folgte biS zum I. Mai Herr Treumann und dann Herr Häsener. Die Anklagebehörde behaupiet. daß letzterer nur eine Art Strohmann sei, während der An- geklagte diese Ansicht bestreitet und behauptet, daß es sich um einen regelrechten Associevertrag handele und er selbst amslischer. Häsener aber wirklicher Direktor sei. Da letzlerer diese Sachlage unter seinem Eide beslätigie, ließ der Staatsanwalt diese» Theil der Anklage fallen. Bezüglich der Körperverletzung gab der An- geklagt« zu, dem Schauspieler Hock, der zuerst durch seine Ver- Mittelung wieder engagirt worden sei, und der ihn in unsagbarer Weise gereizt und gekränkt habe, am 10. Mai nach einer Keiiigen Szene ein paar derbe Ohrfeigen versetzt zu haben. Nach den Bekunduiigen der Augenzeugen halte sich der Angeklagte in ge. waltiger Aufregung befunden und Hock vielfach Zwist verursach,, g Versammlungen. Mit Rücksicht hierauf beantragte der Staatsanwalt nur 50 m. jgar nicht vernommen zu werden brauchte. Der Staatsanwalt I gemeldet, ber besonders auf dem irischen Meere herrschte. Bei Geldstrafe. Der Gerichtshof erkannte diesem Antrage gemäß. wollte den Angeklagten aus§ 216 des Strafgefehbuchs bestraft Holyhead ist ein Schooner untergegangen, drei Personen famen Der Obermeifter der Berliner Gastwirthe Junung, Otto wiffen, der die Tödtung auf das ausdrückliche und ernste ums Leben. Das Leuchtschiff bei Daunts Rock auf der trans Hartmann war f. 3. wegen Beleidigung des Restaurateurs Verlangen des Getödteten mit Gefängniß nicht unter 8 Jahren atlantischen Route in der Nähe von Holyhead ist verschwunden; Max Schröder, Besizers des in der Mittelstraße belegenen ahndet. Der Gerichtshof hielt nach den Ausführungen des Ver- man befürchtet, daß die aus 10 Mann bestehende Besatzung er Cafe New York, vom Schöffengerichte zu 100 Mark Geld- theidigers den§ 216 nicht für anwendbar, da nur ein Todt- trunken ist. Bei der Insel Stomer, in der Nähe von Wildfordftrafe verurtheilt worden. Hartmann ist Herausgeber des schlagsversuch vorliege, und erkannte wegen schwerer Körper- haven ist ein großes Schiff gescheitert, die Mannschaft ist erJnnungsorgans Die Gastwirthe Zeitung" und hat einen barin verlegung aus§§ 223 und 224 auf ein Jahr Gefängniß. Der trunken. Depeschen berichten von überall her über große Ueber schwemmungen in Großbritannien. erschienenen Artikel verfaßt, der die Petition der Drts- Kranken- Angeklagte erklärte fich bereit, die Strafe sofort anzutreten. taffe gegen die Jnnungs- Krankenkasse kritisch beleuchtete und Im Laufe dieses Winters wird Nansen's Mert lettere gegen Angriffe in Schuh nahm, Er begründete über seine Nordpol Expedition fertig vors namentlich auch die Gesichtspunkte, aus denen denen den Inliegen. Ueber das Berlagsrecht hat er foeben mit einer Firma habern von Schankgeschäften mit Damenbedienung die Ganz besonderes In einer Versammlung der städtischen Gadarbeiter, in Christiania den Rontraft abgeschlossen. Innung und die Innungs- Krankenkasse verschlossen worden die am 8. Oftober im Englischen Garten, Alexanderstraße tagte, Intereffe muß der Abschnitt bieten, der die denkwürdige sei. Der Artikel führte aus, daß die Elemente, die die Damen- berichtete Bruno Börsch über den Ausgang der Verhandlung vor Schlittenfahrt Nansen's und Johansen's vom" Fram" aus gegen bebienung" nach den in Berlin üblichen Begriffen darfstellten, feinen bem Ginigungsamt. Im Anschluß an feinen Bericht warf den Nordpol und zurück bis Franz Josefs- Land behandelt. Was Anspruch auf die Bezeichnung„ Kellnerinnen" haben, daß die Redner die Frage auf, was um zu thun sei, und die zwar die beiden Männer auf dieser Reise zu erbulden hatten, davon Inhaber von Lokalen mit Damenbedienung nicht als Angehörige des nicht großen, Gastwirthsstandes zu betrachten feien und die Gastwirthe alle den Errungenschaften festzuhalten. aber immerhin einen Fortschritt darstellen giebt nachstehende Episode einen Begriff: Es war turz nach Als bestes Mittel dazu der Ankunft bei Franz Josefs Land. Die beiden Polar Veranlaffung hätten, zwischen sich und jenen eine Scheidewand empfahl er mit warmen Worten die Organisation, auch reifenden hatten ihre zusammengebundenen Kajaks mit barauf zu ziehen, da in den meisten Fällen der Betrieb der letzteren nur ließ er es nicht baran fehlen, ben Opfermuth der Versammelten befindlichen Schlitten, Proviant und Munition am Strande eine Spekulation auf Gewinn durch Ausbeutung finnlicher Ge- zu gunsten der vorläufig noch Ausgesperrten anzufeuern. Seine gelassen und waren ins Land gezogen, um au rekognoziren. lüfte sei, die sogenannten Kellnerinnen nur Lockvögel darstellten Ausführungen fanden lebhaften Beifall. In ihrem Sinne Blöglich fragte Nansen, ob denn auch die Kajaks gut feſtgemacht und die Wirthe die Bezeichnung„ Bordellwirthe" mit Fug und äußerten sich dann der Vorsitzende und ein anderer Gasarbeiter. feien, und als beide umkehrten, um sich zu überzeugen, fahen sie, Recht erhalten müßten. Herr Schröder, der seit vielen Jahren Sierauf nahm R. Millarg das Wort, ber ein recht interessantes daß bie beiden Kajaks mit allen Sachen weit draußen auf dem in feinem angeblich viel von Korpsstudenten, Barlamentariern 2c. und lehrreiches Bild von der augenblicklichen Situation entwarf. Meere zwischen Gisstücken schwammen, ohne daß es eine Mög besuchten Café New- York weibliche Bedienung bat, fühlte sich durch Auch er ermahnte zum Anschluß an die Organisation und lichkeit zu geben schien, fie zu erreichen. Entschlossen warf diesen Artikel beleidigt, weil darin ohne jeden Unterschied der Stab über zu reger Agitation unter der großen Masse der Gasanstalts- Nansen feine Kleider ab, mit Ausnahme der wollenen Jacke und alle Gastwirthschaften mit Damenbedienung gebrochen worden war. Arbeiter. Zur Begründung ihrer Nothwendigkeit verwies er unter der Hofe, denn nackt würde er sofort erstarrt sein, und warf sich Der Angeklagte wollte dagegen einen großen Unterschied zwifchen anderem darauf, daß der Einigungsvertrag hinfällig werden in das von Eis gefüllte Wasser, um den Kajaks nachzuschwimmen. Kellnerinnen" und„ Damen" Bedienung festgehalten wissen. Das würde, wenn die Aenderung der Vorschriften über die Sonntags: Thue es nicht!" hatte Johansen warnend gerufen, hier Schöffengericht war zur Verurtheilung des Angeklagten gekommen, ruhe in Gasanstalten, die der Magistrat jest beantragen müsse, gab es aber feine Wahl. Die Kajats zu verlieren, bebeutete das Berufungsgericht( 8. Straffammer) hob gestern das erste von der zuständigen Behörde abgelehnt werde. Auf eine solche sicheren Tod, langsamen Hungertod. Nansen, der vielleicht fünf, Urtheil auf und erkannte auf Freisprechung, indem es dem An- Möglichkeit müßte man aber vorbereitet sein. Zum Schluß vielleicht zehn Minuten geschwommen war, fühlte schon, wie alle geklagten den Schuß des§ 193 zubilligte. theilten Börsch und Millarg noch Einzelheiten aus der Stadt feine Glieder steif zu werden begannen, als er ans Biel fam. Ueber den ehemaligen Chefredakteur der ,, Krenz- 3tg." verordneten- Sizung vom felben Tage mit und rückten unter un galt es, in die Rajats zu kommen, aber steifgefroren, wie er Frhen. v. Hammerstein, hatte im Oktober v. J. im Breslauer großem Beifall das Gebahren der freisinnigen Helden ins rechte war, wollte dies nicht glücken und er lag einen Augenblick still und fühlte, wie die eisige Kälte immer höher in den Gliedern freifinnigen Volksverein" Franz Ziegler" der Vorsitzende Rechts- Licht. anwalt Feige Mittheilungen gemacht, wonach sich Herr v. Hammerstein Eine gut besuchte Versammlung der Metallarbeiter flieg. Biele Gedanken durchkreuzten in diesem Augenblick sein schon vor 6 Jahren als Borsigender bezw. Aufsichtsraths Mitglied tagte am Donnerstag in der Kronenbrauerei". Der Referent Birn: Er dachte an Frau und Kind für deren Zukunft derHagelversicherungs- Gesellschaft, Borussia" Unregelmäßigkeiten zu Nather besprach die Lage der Metallindustrie im allgemeinen, würde der Storthing vielleicht sorgen, an den Fram" und schulden kommen ließ, die nur die Entlassung Hammerstein's als bezeichnete diefelbe als eine für die Unternehmer äußerst günstige an seinen treuen Kameraden am Strande, Johansen, der nun Aber er machte noch Mitglied des Aufsichtsraths dieser Gesellschaft zur Folge gehabt, und gab der Meinung Ausdruck, daß es Sache der Arbeiter fei, langfam zu Tobe hungern mußte. aber mit recht vor den Staatsanwalt gehört hätten. Bon diesen zusammenzuhalten, um auch für sich aus der günstigen Konjunktur bem er sich längs der Boote legte, das eine Bein auf eine äußerste Kraftanstrengung und es glückte ihm, ins Unregelmäßigkeitenes handelte sich u. a. um die Entnahme Nutzen zu ziehen. Der Redner ging besonders auf die in der dem er sich längs der Boote legte, das eine Bein auf die Kante zu bekommen und den Körper nachzuziehen. von 15 000 M. ohne die Hinterlegung der entsprechenden Fabrit von Ludwig Löwe u. Comp. herrschenden Verhältnisse Für einen halb zu Tode gefrorenen Mann war es teine Sicherheit und die Aufstellung falscher Bilanzen hätten ein, stellte dieselben als in vielen Punkten bringend der Verzwölf Personen Kenntniß gehabt, die alle zu der Partei befferung bedürftig dar und appellirte an die Arbeiter dieser Kleinigkeit, mit den Kajaks an den Strand zurückzukommen. Aber des Herrn v. Hammerstein gehörten und von denen über Fabrik, mehr als bisher in die Reihen der organisirten Kollegen fact gesteckt und von ihm so lange bearbeitet, bis das Blut als er endlich dort war, wurde er von Johansen in einen Schlafs die Hälfte Grafen und Barone wären. Die Direktoren einzutreten und sich den Bestrebungen derselben anzuschließen. wieder in Bewegung tam. Am nächsten Tage war Nansen der Borussia" stellten darauf hin gegen Rechtsanwalt Feige damit der Neunstundentag zur allgemeinen Durchführung in wieder frisch und munter wie vorher. Auch Johansen hatte Strafantrag. Wie der Niederschles. Anz." mittheilt, hat die der gesammten Metallindustrie gelange. In der Diskussion verStaatsanwaltschaft jest das Berfahren wegen Beleidigung ein- vollständigten mehrere Rebner bas Bild, welches der Referent während dieser Schlittenreise Gelegenheit gehabt, das Waffer des Eismeeres näher kennen zu lernen. Als beide eines Nachts begestellt. von den Arbeitsverhältnissen bei Ludwig Löwe entworfen hatte. Es Ein freisprechendes Urtheil, welches derzeit vom Schöffen- wurde unter anderem angeführt, daß in der genannten Fabrit müht waren, ihre drei Schlitten über eine Spalte im Treibeiſe Ein freisprechendes Urtheil, welches derzeit vom Schöffengericht gegen die Töpfer Glier'schen Eheleute gefällt wurde, feit Jahr und Tag die Alfordlöhne beständig reduzirt worden zu bringen, fiel Johansen bei über 40 Grad Kälte mit dem erregte deshalb einiges Aufsehen, weil dem Zeugniß eine feien, während man das Arbeitspensum vergrößert habe, sodaß halben Körper ins Wasser. Seine Kleider waren nach dem Schuhmannes weniger Glauben beigemessen worden nun die Arbeiter durch zahlreiche Ueberstunden ihren Wochen Herauskommen steif wie Glas, und es dauerte einige Tage, ehe war, als dem der Entlastungszeugen. Der Töpfer Julius verdienst auf die gewünschte Höhe zu bringen suchen. Die Sattler- fte wieder weich wurden. werkstatt habe kein Tageslicht und müßten die Arbeiter dort beGlier war wegen thätlicher Beleidigung eines Beamten, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Sach ständig bei Gaslicht, und zwar 12-15 Stunden täglich arbeiten.or Besuchszeit beschädigung, seine Ehefrau wegen Widerstand3, versuchter sollen auch Arbeiterinnen in der Fabrik über die gefeßlich verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. Gs Alle diese Uebelstände Gefangenenbefreiung und Beleidigung angeklagt. Nach Aus- zulässige Frist beschäftigt werden. würden Don ben Arbeitern der Altes und Neues Museum am Buftgarten. Besuchszeit täglich, mit Löwe'schen Fabrik fage des Schuhmanns Rathje hatte sich der der Anklage nicht nur mit Gleichmuth ertragen, dieselben Ausnahme des Montags in den 6 Wintermonaten von 10-3 Uhr, in den bemühten 6 Sommermonaten von 9-3 Uhr; Sonntags im April- September 12 bis zu grunde liegende Borfall folgendermaßen abgespielt. dafelbst aut arbeiten, 6 uhr, Oftober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, In der Nacht zum 28. Juni fei er auf seinem fich vielmehr, möglichst dauernd - Die National= Patrouillengange von dem Privatwächter Weidemann darauf um sich dann gegen die Bestrebungen der organisirten Kollegen Dezember und Januar 12-8 Uhr( unentgeltlich). gallerie in der Museumsstraße. Besuchszett Wochentags von 10-3 Uhr aufmerksam gemacht worden, daß furz vorher in der Stralsunder- theilnahmlos und gleichgiltig zu verhalten. Diesem Indifferentis-( Montags ausgenommen). Sonntags im April- September von 12 bis ftraße ein arger Standal getobt habe. Er habe sich dorthin mus müsse ein Ende gemacht werden, indem sich die Arbeiter 6 uhr, im März und Ottober 12-5 Uhr, Februar und November 12 bis begeben und schon von weitem bemerkt, daß vor dem Hause Stral von Ludwig Löwe zahlreicher als bisher ber Organisation anfunderstr. 39 eine weibliche Person stand, die mehrere vorübergehende schließen. Die Versammlung nahm zum Schluß eine Resolution ausgenommen) im Sommer von 9-3 Uhr, im Winter von 10-8 Uhr, Männer ansprach. Als er näher gekommen war, habe er zu der Person gesagt: Wenn Sie ins Haus gehören, dann gehen Schmargendorf. Am 6. Oktober fand hier die regelmäßige Sie hinein und stehen Sie hier nicht auf der Straße Mitgliederversammlung des Arbeiter- Bildungsvereins statt. Nach herum!" Sie habe ihn darauf in beleidigender Weise dem die Mitglieder von einigen Vereinsangelegenheiten Kenntniß angeschrien und gerufen: Julius, komm doch!" Darauf fei genommen, tam auch die Aussperrung der Gasarbeiter in den Glier, der mit mehreren Männern auf der entgegengesetzten Berliner Gasanstalten zur Sprache und beschloß die Versammlung Seite der Straße stand, angelaufen gekommen und habe ihn einstimmig, dem Vorstand zur Unterstügung der Ausgesperrten fofort mit den Worten: Was wollen Sie von meiner Frau?" 20 M. zur Verfügung zu stellen. Zum Schluß macht der an der Brust gepackt und ihm den Rock zerrissen. Der Vorfizende bekannt, daß die Generalversammlung am 20. Oftober Beuge habe jetzt den Angreifer im Genic gepact. Da stattfindet. Die Begleiter des letzteren sich genähert hatten, so be fürchtete der Zeuge, angegriffen zu werden, er habe deshalb blank gezogen. Ein Angriff gegen ihn sei aber nicht erfolgt. Auf dem Wege zur Wache habe die Ehefrau Glier ihn beschimpft und ver Zur Giftigkeit des Aalblutes hat schon im Jahre 1888 sucht, ihren Mann von ihm loszureißen. Diese Schilderung der Gelehrte A. Moffo Studien veröffentlicht, aus denen hervorwar nicht zu vereinbaren mit derjenigen, welche die Entlastungs- geht, daß die Giftigkeit des Aalblutes sogar eine sehr hochgradige zeugen von dem Borfalle gaben. Glier wie bessen Ehefrau ist. Es wirkt das Blut dieser Fischart, unter die Haut gesprißt, feien ohne weiteres von dem Schußmanne beschimpft worden und dreimal so start wie das Gist der Cobra, einer der gefürchtetsten auch dieser habe den ersten Schlag, und zwar völlig unnöthiger Giftschlangen. Es enthält das Ichthyotoxin, ein Gift, welches weise, gegen Glier geführt. bei einer Erwärmung von 68-70 Grab feine Schädlichkeit Panorama, Am Lehrter Bahnhof. Sonntags von 9-9 Uhr. Entree gänzlich verliert, ebenso den Magen selbst nicht angreift. Seine geradezu furchtbare Wirkung äußert sich daher nur im Falle direkter Zuführung ins Blut, wie z. B. in Wunden. verurtheilt. in diesem Sinne an. Vermischtes. 4 Uhr, Januar und Dezember 12-8 Ubr( unentgeltlich). RunstgewerbeMuseum, Prinz Albrechtstr. 7. Geöffnet an den Wochentagen( Montags Sonntags, April- September von 12-6 Uhr, Oftober und März 12-5 Uhr, Movember und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-8 Uhr( Unentgeltlich). Museum für Völtertunde, Königgrägerstr. 120. Besuchsett wie im Kunstgewerbe- Museum( unentgeltlich).-ygiene- MuseumKlosterfir. 35. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe- Museum. Außer, bem Dienstags und Freitags von 10-3 Uhr( unentgeltlich). Museum für Naturkunde, Invalidenstr. 42. Besuchszeit Sonntags wie im kunftgewerbe- Museum. Außerdem Montags und Sonnabends von 11-8 Uhr. Museum für deutsche Boltstrachten und Erzeugniffe bes ausgewerbes, Klosterstr. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs von 11-2 Uhr geöffnet. Eintrittsgeld: Erwachsene 50 f., Kinder 25 Bf. öffnet Sonntags 12-2 ühr, Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags von Vereine Gonntags 10 Pf.- Reichs post- Museum, Leipzigerstr. 15. Ge 11-2 Uhr( unentgeltlich). Rathhaus, Königstraße. Geöffnet täglich außer Donnerstag und Freitag von 11-3 Uhr.( unentgeltlich). Aus= fichtsthurm( Gintrittspreis 20 Pf.). Kunstausstellung bes Vereins Berliner Künstler, Wilhelmstr. 92. Sonntags 11-2 Uhr, Wochentags 10 bis 4 Uhr. 50 Pfennig Entree. Sternwarte, Endeplas sa. Mittwochs und Sonnabends von 9 bis 11 Uhr Vormittags. und Taubenftr. 48/49. Geöffnet von 6 Uhr Nachmittags bis 10% uhr Abends, Sternwarte. Javalidenstr. 57-62 Urania, Wissenschaftliches Theater, Entree 50 Pi. Buschlag für Theater von 60 Pf. bis 6 M. Aquarium: Schabowfir. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Gutree Sonntags 50 Bf., an jebem Safian's Panoptitum, Friedrichlegten Sonntag im Monat 25 Pf. Eintrittspreis 50 Pf. ftraße. Geöffnet 10-10 Uhr. Baffages Panoptikum 10-10 Uhr. Eintrittspreis 50 Pf. Marine 60 f. Kaiser Panorama, Baffage( Unter den Linden). Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. 800 verschiedene Reifen, Bandschaftsbilder. Jede Reife 20 f. 800logifcher Garten, Lügomufer. Sonntags 50 Pf. Borsig's Garten mit Palmenhaus, Alt= Moabit 85-86. Eintrittspreis 50 Pf. Deffentliche Befehalle ber Deutschen Gesellschaft für Ethische Kultur, Neue Schön hauferstr. 13. unentgeltlich geöffnet am Werttag abends von 6 bis 10 Uhr. Sonntag 9½- 1 vorm., 5-10 abends. Witterungsübersicht vom 9. Oftober 1896. Barometers ftand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke TON| NNINEN( Stala 1-12) etter heiter Temperatur GENI RENEES nach Gelfius ( 506. 4° R.) Der damalige Bertheidiger, Rechtsanwalt Werthauer, wies darauf hin, daß eine Klärung des Sachverhalts nicht möglich sei, und dieser Ansicht war auch das Schöffengericht, welches den Ehe mann Glier freisprach und seine Ehefrau wegen groben Ein trauriges Ende scheinen, wie aus Norden dem Unfugs au 20 Mark Geldstrafe verurtheilte. Gegen das freisprechende Urtheil in betreff des Angeklagten Glier G." berichtet wird, drei Luftschiffer gefunden zu legte der Staatsanwalt Berufung ein, worauf die Sache Sturmes in einem mächtigen Luftballon in der Nähe der haben, welche vergangene Woche während des orfanartigen gestern vor der zweiten Instanz verhandelt wurde. Diesmal gelangte der Gerichtshof zu der Anschauung, daß der Nordseeküste beobachtet wurden. Das Luftschiff näherte fich oft Schuhmann seine Befugnisse nicht überschritten und Glier sich so sehr der Erde, daß man nicht nur die drei Jufaffen der Gondel im Sinne der Anklage vergangen habe. Derselbe wurde des deutlich sehen, sondern auch ihren Ruf, die herabhängenden Taue festhalb unter Aufhebung des ersten Urtheils zu 14 Tagen Gefängniß Sturm war jedoch an ein Festhalten des Ballons nicht zu denken, zuhalten, wahrnehmen konnte. Bei dem immer furchtbarer einsehenden so daß derselbe dem Watt bezw. der offenen See immer mehr Stationen. Ein Liebesbrama fand gestern vor der zweiten Straf gutrieb. Sofort nach den verschiedenen Nordseeinseln gegebene tammer am Landgericht II feinen Abschluß. Auf der Auflage- Mittheilungen hatten nicht den geringsten Erfolg. Der Ballon bank stand der jugendliche Handelsgehilfe Bruno Ebert aus blieb verschollen. Jetzt, nach etwa acht Tagen, ist in der Nähe Berlin, der am 2. April d. J. bei Tegel den Versuch gemacht des Norderneyer Leuchtthurmes ein großer Luftballonforb an Swinemünde bat, feine Geliebte, die Blumenarbeiterin Klara Behrend aus getrieben, der jedenfalls zu dem beobachteten Ballon gehört hat. Hamburg Berlin zu erschießen. Der Angeklagte hat schon eine längere Die an dem Korbe befindlichen dicken Seile waren zerrissen; Berlin Vorstrafe wegen Eigenthumsvergehen erlitten. Er befand sich der Korb selbst war mit dickem Tuch beschlagen und mit Sih- Wiesbaden früher in einem Goldwaaren Großgeschäft und ließ sich von vorrichtungen versehen. Außer einigen Meßinstrumenten befand München einem jungen Freunde, für den er Schulden gemacht hatte, ver- fich nichts darin, wodurch die Besizer des Ballons festgestellt Wien leiten, Goldwaaren zu entwenden und zu versetzen, um damit werden konnten. Die Annahme, daß man es hier mit einem zu Haparanda. jene Schulden zu bezahlen. Nach Berbüßung feiner Strafe wissenschaftlichen Zwecken aufgelaffenen Ballon zu thun habe, Petersburg fnüpfte er mit feiner Geliebten, der Behrend wieder an, die sich ebenso die Muthmaßung, daß derselbe in Deutschland aufgestiegen Cort. in der Zwischenzeit mit einem Studenten eingelaffen hatte, der sei, bestätigt sich nicht. Vor wenigen Tagen verbreitete sich an Aberdeen. das Mädchen mit den zu erwartenden Folgen fizen ließ. Ebert der Rüfte die Nachricht, daß es einem Rettungsboot geglückt sei, die Paris. schloß sich eng an das junge Mädchen an, die sterben wollte, um drei Luftschiffer in völlig erftarrtem Zustande auf einem Wrack ihre Schande nicht überleben zu müssen. Ebert entschloß sich, treibend zu bergen. Diese Mittheilung hat sich nicht bestätigt. mit ihr zu sterben. Nachdem beide mehrere Tage umhergeirrt Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, daß der Ballon derjenige waren und von dem Gelde gelebt hatten, womit sich der Stu- ift, der in Belgien mit drei Offizieren aufgeftiegen und der bei dent abgefunden hatte, sollte der beabsichtigte Plan am Abend anbaltend starkem Nord- Nordost nach Holland getrieben wurde. bes 2. April zur Ausführung gebracht werden, E. brückte den Nachdem eine Landung auf einer im Zuidersee gelegenen Insel Revolver an die Schläfe des Mädchens, statt aber biefe zu wegen des furchtbaren Unwetters unmöglich war, ist das Lufttreffen, schoß er in das linke Auge. Die Verlegte wimmerte schiff immer mehr nach der deutschen Nordseeküste zu gegangen, vor Schmerzen, der Tod trat aber nicht ein und eher wollte wo es höchst wahrscheinlich in die hochgehende See gestürzt ist. der Angeklagte nicht Hand an sich legen, bevor er fich Eisenbahnunglück. Die Neue freie Breffe" meldet aus von dem Tode der Behrend überzeugt hatte. Da dieser Bozen: Der Abendeilzug aus Italien frieß Donnerstag mit abends statt. Moment nicht eintrat, mußte er aus den unweit belegenen einem Separatzug, in welchem sich Rekruten befanden, auf der Häusern Hilfe holen. Die Verlegte wurde nach dem Paul Station Auer, in der Nähe von Bozen, zusammen. Details C. R. 53. 1.- 8. Nicht eingelaufen. 4. In 10 Jahren. R. S. 1. und 2. Ja, aber nicht unbedingt. 3. Nein. Gerhardstift in der Müllerstraße gebracht, von wo sie bereits seit fehlen, doch wird befürchtet, daß eine Anzahl Personen ums Leben R. 29. 1. Nur der betreffende felbst kann den Lohn für die Monatsfrist als geheilt entlassen ist. Doch ist das linke Auge nach sachverständigem Gutachten für immer verloren. Der An- gekommen ist; ein Hilfszug ist abgegangen. 14 Tage begehren. 2. Unfallversicherung liegt nicht vor. • 761 12 760 SO halb bedeckt 14 762 SO 763 Still 766 765 756 SSD NW 2. 753 741 • • MSM SSM wolkenlos heiter wolkenlos wolkenlos wolkenlos heiter 11 10 11 14 6 10 11 762 1 13 • . . 9 woltig Regen Wetter- Prognose für Sonnabend, den 10. Oktober 1896. Etwas fühler, vielfach nebelig, zeitweise beiter, bei schwachen, südöstlichen Winden; teine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Dienstag, Freitag und Sonnabend von 72-8 Uhr Die juristische Sprechstunde findet am Montag, getlagte ist von vornherein geständig gewesen und auch heute Sturm an der englischen Küfte. Aus 2onbon berichtet. G. Das ist verschieden. Wittwe Sch. 132. Ja. bei einem vollen Geständnisse geblieben, so daß die Behrend man vom Freitag: Von allen Seiten wird ein furchtbarer Sturm M. J. 52. Die Unfallrente für die Kinder läuft bis su deren zurü@ gelegtem 15. Lebensjahr.- A. R. Nein. At Warthau. Jm Ragewege tönnten Sie nichts aus- verjährt.- M. J., Schliemannftr. 42. Nein. 2. 2. 84. J. 93. 1. Nein, es darf aber kein Bier verschänkt werden. richten. Erkennt der betreffende nach erreichter Bolljährigkeit Ist Ihre Braut nach dem 1./1. 1876 geboren, so ist ein ftandes2. Ja. C. T., Rigdorf. Das ist möglich. M. N., feine Erfaßverpflichtung an, fo tönnen Sie flagen. Wm. Ja. amtliches Geburtszeugniß erforderlich, sonft genügt das firchSchwedenftr. 18. Welche Legitimationspapiere erforderlich- Scheitingftr. 34. Auf eigene Roften müffen Sie reifen. liche. C. D. 70. Die Altersrente würde, falls das Knappfind, hängt von dem Ermessen des Beamten ab, mit dem Sie Leo 100, Kranse, A. W. 110: Nein. K. S. 3. 1. Ja. schaftsstatut nicht das Gegentheil bestimmt, abgezogen werden. ja vorher sprechen können. B. B. Geldstrafe bis 150 M. 2. Der ganze Rückstand kann verlangt worden. 3. Wenn das A. D. 86. 1. Ja. 2. Die Textausgaben des Bürgerlichen oder Haft bis zu 6 Wochen. Fruchtstr. 24. 1. Nein. 2. Du. Vormundschaftsgericht der Ansicht ist, daß dem Kinde die mütter- Gesetzbuches sind für den Arbeiter sämmtlich werthlos. Warten J. G. W. 1. Das hängt vom Schuldgrunde ab, der uns liche Pflege auch nach vollendetem vierten Jahre zukömmlicher Sie, bis die vom Diet'schen Verlage angekündigte gemeinnicht mitgetheilt ist. 2. Eins zum Amtsgericht Sprottau, eins ist, so haben Sie Alimente noch weiter zu zahlen. Roithner. verständliche Darlegung erscheint. F. Fischer. 1 und 2: zum Amtsgericht Landeshut in Schlesien. 3. Das ist verschieden, Schriftliche Antwort ertheilen wir nicht. Leider steht Ihnen soviel uns bekannt ja; 3. nein. R. S. 103. Ist die je nachdem, ob Heirath dazwischen liegt oder nicht. Sprechen fein Anspruch gegen die betreffende oder andere zu. Wohnung wirklich nachweisbar unbrauchbar, so befinden Sie Sie doch wegen 1 und 3 lieber gelegentlich nach dem 18. d. m. 3. p. 30. 1. Wenn Sie vom 1./1. 1888 bis zum 1./1. 1891 fich im Recht. Ist das aber nicht sicher zu beweisen, so thun in der Sprechstunde vor. P. S. Zu beiden. C. Klbr.| mindestens 141 Wochen in einem Arbeitsverhältniß gestanden Sie beffer, dem Wirth mitzutheilen, falls er innerhalb der Frist Briefliche Antwort ertheilen wir nicht. 1. Wenn sie selbst haben, welches die Versicherungspflicht begründet haben würde, die Reparaturen nicht vornimmt, so würden Sie auf seine ständig ist: ja. 2. Anrufen des Vormundschaftsrichters und wenn damals das Rentengesetz bereits in traft gewesen wäre: ja. Kosten das besorgen lassen und den Betrag vom Miethszins ab Klage. 8. Falls site berechtigt fortgeht: ja. 4. Rlage. 5. Ebenso. Der Antrag ist an die Altersversicherungs- Anstalt zu richten. 2. ft ziehen. M. W., Johannisthal. Ist doch selbstverständlich. Für den Zuhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, ben 10. Ottober. Opernhaus. Oberon. Schauspielhaus. Die Verschwörung des Fiesco zu Genua. Deutsches Theater. Morituri. I. Zeja. II. Fritchen. III. Das EwigMännliche. Berliner Theater. Die offizielle Frau. Teng- Theater. Rollege Crampton. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Sonnabend, den 10. Ottober: Emil Thomas a. G. Eduard Steinberger a. G. Bum 21. Male: Eine wilde Sache. Große burleske Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannstadt und J. Freund. Musik von J. Einödshofer. Anfang 28 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Offend- Theater. Theater des Westens. Jung gefreit. Grosse Frankfurterstr. 132 Neues Theater. Die Familie Bontbiquet. Thalia- Theater. Gebildete Menschen. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Ninette im Schnee. Theater Unter den Linden. Der fleine Herzog. Hierauf: Schiller- Theater. Bajadere. Wildniß. Die Direktion: Carl Weiß. deutsche Der benthe Michel Der deutsche Michel. Der deutsche Michel. Anfang 72 Uhr. Sonntag Nachmittag: Dorf und Der Sohn der Stadt. Bentral- Theater. Eine wilde Sache. Oftend Theater. Der deutsche Michel. Belle Alliance- Theater. Mamsell Vielliebchen. Volks Theater. Ein vorsichtiger Mann. Hierauf: Variété fremder Künstler. Zum Schluß: Pladderadaug. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. von Heilbronn, Das Käthchen oder: Das heimliche Gericht. Alexanderplah- Theater. Ohne fittlichen Halt. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorftellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Sohn der Wildnis. Sonntag, Nachmittag 3 Uhr: Was thr wollt. Sonntag, abends 8 Uhr: Ein toller Einfall. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chauffeeftr. 25/26. Dir. Max Samst. Das Käthchen von Heilbronn ober: Das heimliche Gericht. Romantisches Ritterschauspiel in 5 Akten von H. v. Kleist. Anfang 8 Uhr. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: KlaffiterVorstellung: Othello, der Mohr von Venedig von William Shakespeare. Abends 8 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Thalia- Theater Kaufmann's Halbe Variété Menschen und 20 EliteSensationsNummern Programm. Spezial- Ausstellung KAIRO Von 7 Uhr nachmitt. ohne Gewerbe- Ausstellungs- Billet zugänglich. Schaustellungen der Beduinen 5 und 71/2 Uhr. Konzert v. 5 Kapellen. Kinder d. Entrée 50 Pf. a. Hälfte. Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater Uhr. Alexanderplatz- Theater. Pikante Novität! Ohne sittlichen Halt. Sittenbild aus dem Berliner Leben in 4 Aufzügen von Wilh. Friedhold. Anfang 8 Uhr. ( Bons haben Giltigkeit.) Morgen, Sonntag, Nachmittag 4 Uhr: Tischlein deck' dich, Esel streck' Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Großer Jubel herrscht über das Neue riesengroße Sternwarte Invalidenstr. 57-62 bidh, nippel aus dem Sad Oktober- Programm. täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Lehrt. Stadtbahnhof Eintritt 50 f. = Jm Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanschläge. Castan's Panopticum Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Ur- Australier Neu!( Kannibalen). Passage- Panopticum. Nur noch kurze Zeit. 42 wilde Weiber aus Baubermärchen mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von Eugen Prudens. Abends 8 Uhr: Ohne sittlichen Halt. ApolloNur noch bis 16. Oftober: Die urfomischen Milardos! Die excentrischen Miltons! Die hochdrastische Schattenpantomime! Anfang 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirt 50 Pf. Sonnabend, den 17. Oktober: Wegen Privatjeftlichkeit geschlossen. Theater.000@40000 Friedrichstr. 218. Dir.: J. Glück. Signor Bernardi ,, JI Camaleonte". Mlle. Fougère die Unübertreffliche. Ducreux und Giraldic. Robert Steidl. 7 Troubadours u. f. w., u. s. w., u. s. w. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Flora Palmen Garten und Thierpark Charlottenburg. Hente, Sonnabend, 10. Oktober: Einmaliges Gastspiel der Budapest. Operett.- Gesellschaft. Vogler's Casino fr. Weltrestaurant, Dresdenerstr. 97 Jm vorderen Saal: Tyroler Concert Entree vollständig frei! Im ersten Theatersaal die unübertreffl. Hamburger Sänger. Im zweiten Theatersaal: Variété u. Spezialitäten- Theater. Auftreten v. Kunstkräften I. Ranges. Aufführung v. Possen u. Singspielen. Anf. Wochentags 7 Uhr. Sonnt. 6 Uhr. Billards. 4 neue Kegelbahnen. Sorgf. gepfl. Biere, anerf. gute Küche. W.Noack's Theater Brunnenstr. 16. Kaffen Nachzahlungspreise: Loge Täglich: Konzert, Theater2 M., 1. Parquet 1,50 M., 2. Parquet 1 M., Refervirter Platz 75 Pf. Entree 50 Pf. Anfang 1/28 Uhr. Eröffnung 1/2 7 Uhr. RaffenEntree zum Park, Palmenhaus u. d. Thiersammlungen 50 Pf. Kinder 25 Pf. Dahomey. Mit der Pferdebahn ab Kupfergraben, Lützowplaz oder Paulstr.- Wilhelms play 50 Pf., Kinder 25 Pf. Volks- Theater Reichenbergerstr. 34. HF Jeden Abend 8 Uhr. Ein vorsichtiger Mann! Poffe mit Gefang in 3 Bildern. Um 9, Uhr: Gr. Variété. Brothers Godart, Gebr. Kueper, Louise Bouwmeester, die kleine holländische Pistolenvirtuofin, und Hella Collier, Chansonette comique, Allererste Kunstkräfte. für Her Sämmtlich nen für Berlin. Um 10 Uhr: Pladderadautz. Berliner Rückblicke in Wort und Bild. Entree 50 Pf. bis 8 M. Meyer's Lexikon, ThierBrockhaus, Brohm's leben, Klassiker, Bücher jed. Wissenschaft tauft Antiquariat Kochstr. 56. 2 täglich ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Nur noch 5 Tage Nachm. 5-3; Abends 9-11 Uhr. Dresdenerstr. 72/78. Direktion: W. Hasemann, tönigl. preuß. Kommissionsrath. Gebildete Menschen. Wiener Volksstück in 3 Atten von Viktor Léon. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Die Soireen der Stettiner Sänger finden statt: ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Sonntag und Donnerstag: Konzerthaus Sanssouci. Dienstag: Böhmisches Brauhaus. Mittwoch: Moabiter Stadttheater. Freitag und Montag: Viktoria- Brauerei. Neu!! Sinzpieper's Lanz- Juftitut. Bolossy Kiralfy's ,, Orient" Olympia Riesentheater. Uebertrifft alles bisher dagew.! Von Publikum u. Fresse el' stimm. anerkannt. Letztes diesjähriges Rennen- Halensee Sonntag, den 11. Oktober. Anfang 3 Uhr. ( Leben de Photographieen. Auch in Naturfarben.) InterKinematograph. ante Bilder hiſtoriſchen Charakters und des Gesellschaftslebens in vollkommenster Naturwahrheit. Wiedergabe musikalischer und deklamatorischer BorPhonographische Für alle Besucher zugleich deutlich hörbar ohne Schläuche. Eintrittspreis für alle Vorführungen 50 Pf. Militärs und Kinder 25 Pf. Vorstellungen ununterbrochen von 10 Uhr vormittags bis 11 Uhr abends. Morgen Sonntag Freie Fahrt nach Charlottenburg Vorstellung. Auftr. von Spezialitäten. Künler 1. Ranges. Karlchens Tante. Schwant in 1 Akt von Schmasow. Neu! Neu! Neu! 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Eine kritische Haltung erscheint auch schon deshalb angezeigt, weil in der Agilation gegen das Sultan-Reziment die maßlosesten Uebertreibungen und unsinnigsten Vorschläge aufgetischt werden. Was die radikale Londoner Presse in dieser Hinsicht geleistet, forderte wirklich den entschiedenste» Wider- spruch heraus. DieseBlätter übergladstoneten den altenGladstonc noch Wen» dieser von Howarden aus die Donner seiner unzweifelhaft tiesempfundenen Entrüstung gegen den Sultan Abdul Hamid er- tönen ließ, ihn der Mitschuld an den Niedermetzelungen der Armenier anklagte, so wurde im„Star",„Chronicle" „Sun" ii. f. w. der Krenzzeug gegen den Attila des 19. Jahr Hunderts gepredigt; und wenn Gladstone in Liverpool den Ab bruch der diplomatischen Beziehungen mit der Türkei empfahl um dadurch einen nachhaltigen Druck auf den Sultan nnd das europäische Konzert auszuüben, so ward in jenen Blättern und von Rednern, die ans ihnen ihre Inspiration schöpften. schon der halben Welt der Krieg erklärt. Lord Rosebery. der als weiland Minister des Auswärtigen sich der Schwierigkeiten der Situation voll bewußt ist und daher abgelehnt hat, dem derzeitigen Inhaber der Stelle ins Handwerk zu pfuschen, wird vom„Chronicle" mit ausgesuchter Gehässigkeit traktirt— diese Zeituugsdemokratie gleicht dem Wilden, der seinen Fetisch in Stücke zerschlägt, wenn er nicht thut, wie er will oder es grade brauchte. Daß Rosebery in der Zurückhaltung übertreibt, ist freilich auch meine Ansicht. Als Führer der Opposition dürfte er schon etwas mehr aus sich heraustreten dem Bedürfniß seiner Partei nach Belhätigung etwas mehr Rech nung tragen. Daß er jedoch in das Kriegsgeschrei des Fleet Street-Radikalismus nicht einstimmen mochte, wird man ihm nicht verargen können. Und ebenso forderte dies Geschrei die Kritik der Sozialdemokratie heraus. Diese hat nun in einer großen-Versammlung im Raths saal des Bezirks Holborn(östliches Mittel-London) ihren Aus- druck gefunden. Die Versammlung war von der Sozialdemo kratischen Föderation etnberufen und glänzend besucht. Janies Macdonald, der Sekretär des Londoner Trades-Council, präsidirte und Hyndrnan hielt das Referat. Der Inhalt desselben, das mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde, reflektirt sich in folgender, von der Versammlung beschlossenen Resolution: „Die Versammlung erklärt, hinsichtlich der Agitation wegen des Abschlachteus vbn Armeniern in der Türkei, daß. während wir die Erneuerung der Jahrhunderte hindurch von Kurden und anderen wilden Stämmen an den unglücklichen Armeniern verübten barbarischen Gewaltthaten beklagen und es bedauern, daß die europäischen Mächte zwei Generationen lang versäumt haben, die Durchführung der von der türkischen Regierung feierlich akzeptirten Vertragsbedingungen zu erzwingen, die den derselben unterworfenen Völkern Freiheit und Sicherheit ge- währleisteten— daß die Versammlung dennoch ernsthaft gegen die jetzt von blutrünstigen Religiousvertretern gemachten Versuche protestirt, Großbritannien in einen einseitig zu führenden Krieg für die unglücklichen Opfer hineinzutreiben, da es klar ist, daß solch' unbesonnenes Borgehe» unvermeidlich Greuel über Europa heraufbeschwören würde, noch weit größer als die. welche sie mit recht in der Türkei verurtheilen. Die Versammlung brand- markt ferner die Verrätherei derer, welche, unbekümmert um die scheußliche» Verbrechen der russischen Regierung gegen Juden, Siundisten und russische Volksfreunde(„Uussian patriots'), dafür eintreten, daß die türkischen Völkerschaften in Europa und Asien dem Schrecken moskowitischer Tyrannei ans- geliefert werden. „Des ferneren beschwört die Versammlung die Arbeiter Großbritanniens, im Auge zu behalten, daß dieselben Leute, welche jetzt über die armenischen Greuel schreien und heulen. gegenüber den mafsenhaflen Abschlachtungen von Sudanesen nnd Matabili's im Interesse der Kapitalisten- und Grundbesitzer klaffe ebenso gleichgillig gewesen sind und noch sind, wie sie es gegenüber der Aushungerung von Kindern, der Auspressung und Vergiftung von Männern und Frauen und der absicht- lichen Degradirung von Millionen unseres Volkes im Interesse derselben Klasse daheim sind. Die Versammlung richtet daher an alle Sozialisten und Demokraten den Mahnruf, dem wohl- berechneten Versuch, durch hysterische Schwindelreden und ekel- hafte Heuchelei das Volk irrezuführen und seine Aufmerksamkeit von den eigenen wichtigen Angelegenheiten abzulenken, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln entgegenzuwirken." Zieht man von dieser Resolution alles ab. was als Gegen- regung gegen die Uebertreibungen der Radikalen und gewisser Kanzelredner nothwendigerweise selbst wieder Uebertreibung ist, so wird man finden, daß in der Sache selbst die Resolution sich ebenso entschieden gegen die Fortdauer des jetzigen Regiments in der Türkei wendet, wie die Masse der bürgerlichen Gegner dieses Regiments. So erklärten auch Hyndman und andere Redner, die in der Versammlung auftraten, ihre Sympathie mit den für ihre Nationalität sich wehrenden Armeniern. Ferner wurde die Verfchleppnngspolitik der Großmächte, das System, die Tinge stets bis zum äußersten kommen zu lassen. bis man die Hand rührt— das grundsatzlose Sichtreibenlassen— scharf gegeißelt. Für den stsbus quo in der Türkei ist heute kein Mensch in Eng» land. Die Politik Disraeli's. die Türkei— d. h. die oltoinanische Regierung— als eine Schutzwehr gegen Rußland zu behandeln, ist selbst vom Gros der Konservativen auf- gegeben. Lord Salisbury ist mindestens so antitürkisch gesinnt wie Rosebery, und womöglich auch wie Gladstone. Zwischen den beiden erstgenannten soll eine Art stilles Einvernehmen über die Behandlung der türkischen Angelegenheiten bestehen, ver- mittelt durch den Prinzen von Wales. Ist das Gerücht, das seit Wochen darüber herumläuft, richtig,— und die Thatsache, daß der Prinz, ehe er nach Balmoral ging, Rosebery besuchte, spricht jedenfalls»icht dagegen— so würde damit die Zurückhaltung des letzteren und noch manches andere erklärt sein. Es liegt auf der Hand, daß Salisbury dem Zaren gegenüber eine sehr viel bessere Position hatte, wenn er ihm Gewähr dafür bieten konnte, daß «in etwaiger Regierungswechsel in England keine Aenderung von dessen auswärtiger Politik brmgen wird. Kein Zweifel, daß Englands maßgebende Staatsmänner eine Annäherung resp. Verständigung mit Rußland suchen. Wenn diese nur dadurch zu erreichen ist. daß der schon sehr beschädigte Berliner Vertrag vollends zerrissen und der Vertrag von San Stefano in allen wesentlichen Pnnkten wiederhergestellt wird, so wird England wahrscheinlich darauf eingehen. Mit anderen Worten, es wird Rußland offiziell als die vornehmste Schutzmacht der christlichen Unterthanen des Sultans an- erkennen, ihm offiziell das Uebergewicht am Bosporus ein» räumen, das es äs taoto schon besitzt. Die Frage des nahen Orients wird nach den Wünschen der russischen Diplomatie geregelt, und man kann sich darauf verlassen, daß diese Regelung eine solche sein wird, die Rußland im voraus für spätere Kon fliklsfälle die Trümpfe sichert. Ob England dabei der Hauptverliercr ist? Die meisten Engländer bezweifeln das. Es wird noch lange dauern, bis Rußlands Kriegsflotte der englischen im Mittelmeer gefährlich werden kann. Auf Jahre und Jahrzehnte hinaus würden in einem Kriegsfalle die englischen Kriegsschiffe die russischen auf- zustöbern, nicht aber vor ihnen auszuweichen haben. Zudem erobert England»icht um der schönen Augen des Khedive willen den Sudan. Es giebt kein vitales Interesse seines Weltreiches auf. wenn es darauf verzichtet, Rußland am Bosporus Steine in den Weg zu legen. Und am dem Weltmarkt hat es noch auf lange hinaus in Rußland mehr einen Geschäftsfreund als einen Rivalen. Eine wirkliche Gefahr wird die beispiellose Machtstellung, die Rußland im europäischen Konzert heute einnimmt, das erhöhte Ausehen, mit dem es aus dem gegenwärtigen Handel herausgeht dagegen für seine Nachbarstaaten— eine Gefahr, die durch immer neue Zu- geständnisse wohl zeitweilig vertagt, aber nicht vermindert sondern vergrößert wird. Hier kann man jedoch 111117 sagen: tu 1'as voulu, Georges Dandin. Vor einem Menschenalter mochten ein Rodbertus, ein Lassalle und andere davon träumen, daß das geeinte Teutschland dereinst die Erbschaft der Türkei an- treten, dort europäische Kulturzustände schaffen werde— heute sind dergleichen Hoffnungen unmöglich. Es in auch vielleicht nicht schade darum. Aber wenn statt dessin Rußland in Konstantinopel kommandirt, so ist das in erster Reihe das Verdienst der Staats- kunst, deren Orakel im Sachsenwalde sitzt. Für die Armenier im türkischen Kleinasien wird es ein nur mäßiger Gewinn sein, wenn sie aus der Gewalt der Kreaturen des Sultans unter die Schutzherrschaft Väterchens gelangen, darin haben unsere englischen Genossen sicher recht. Aber kann man es den ersteren übel nehmen, wenn sie zur Roth selbst mit diesem mäßigen Gewinn zufrieden sind? Schließlich verspricht er ihnen doch das liebe Leben und ihr kärgliches Eigenthuiu, während sie heute selbst dessen nicht sicher sind. Und daß die Wahl nur noch zwischen Zar und Sultan steht, wem ist dies wiederum geschuldet, als der mitteleuropäischen Diplomatie? So wird man den betreffenden Passus in der oben ab- gedruckten Resolution auch ihr oder vorzugsweise ihr zum Nach lesen empfehlen dürfen. � Unter dem 3. Oktober schreibt uns unser Londoner Kor respondent serner: Nachdem ich über die Resolution der Sozial demokratischen Föderalion zur Agitation gegen die Mißwirthschaft in der Türkei berichtet, fei der Vollständigkeit halber auch die Resolution verzeichnet, welche die Nationale Exekutive der In dependent Labour Parly am 1. Oktober in einer Zusammenkunft in Bradford gefaßt hat. Sie lautet: „Indern der Exekutivrath darauf besteht, daß daheim wirth- schaftkiche Metzeleien verübt werden, die in ihren Wirkungen und Erscheinungen genau so bedrückend sind, wie die Ausbrüche türkischer Brutalität, erkennt er doch an, daß England Armenien gegenüber bestimmte Vertragsverpflichtungen zu erfüllen hat; er beklagt die neuerlichen Verbrechen gegen die Gesetze der einfachsten Menschlichkeit, erklärt fn' bereit, alle diejenigen ohne Unterschied der Partei. der Religion und der Nationalität zu unterstützen, welche dafür wirken, derartige Metzeleien in der Zukunft zu verhindern, und drückt die Erwartung aus. daß die britische Regierung alle?, was in ihrer Macht steht, aufbieten wird, dieses Resultat herbeizu- führen. Der Exekutivrath wünscht gleichzeitig seinem eniphalischeu irotest gegen die Massenmetzeleien Ausdruck zu geben, die zur eit im Namen der britischen Regierung in Südafrika und dem udan verübt werden." Dem Meeting im Hydepark, has morgen— am 4. Oktober — unter der Leitung des Londoner Trades-Council und der meisten Ardeiterabgeordneten im Parlament und Grafschafts- rath abgehalten werden wird, wird folgende Resolution unter- breitet werden: „Dieses Meeting giebt seinem tiefsten Abscheu über die fürchlerlichen Metzeleien und Gewaltthaten Ausdruck, die im türkischen Reiche an wehrlosen Armeniern verübt worden sind. Es fordert die Regierung ihrer Majestät auf, erneuten nnd ver- stärkten Druck auf die europäischen Großmächte dahin auszuüben, daß durch unverzügliche, energische und vereinte Aktion dem Sultan endgiltig die Möglichkeit genommen werde, feinen blutigen Karneval länger forlzusetzen, und es sichert der Rc- gierung Ihrer Majestät die enthusiastische Unterstützung seitens der Londoner Bevölkerung für jeden Schritt zu, den sie behufs Beendigung der heute die Menschheit entehrenden Tragödie er- greisen sollte." Ein Zusatzantrag, der jede Aktion ausgeschlossen wissen wollte, die einen europäischen Krieg herbeiführen könne, fand in der Delegirtenversammlung, in der die vorstehende Resolution verein- bart wurde, nur drei Stimmen Unterstützung. Nach Ansicht vieler ist garnicht daran zu denken, daß die Festlandsmächte ein selbständiges Vorgehen Englands mit einer genieinsamen Aktion gegen dasselbe beantworten werden. Vielmehr würden im gegebenen Moment die heut zurückgedrängten Interessengegensätze mit elementarer Gewalt sich geltend und zede gemeinsame Aktion gegen England solange unmöglich machen, als dieses sich jeder Aneignung türkischen Gebiets enthalte— eine etwas sehr opti- mistische Ansicht, die weder von den Führern der Konservativen noch von denen der Liberalen getheill wird. Nur die Londoner radikale Presse geberdet sich so. als hätte England„nur Gott und sonst nichts auf der Welt" zu fürchten.>— Soweit unser Korrespondent. »« « Hier die drei Punkte: Wir können niit den Ausführungen unseres Korrespondenten nicht in allen Theilen übereinstimmen. Zunächst glauben wir nicht, daß die englische Regierung bereit ist, den Russen die Türkei überlassen. Und des weiteren glauben wir nicht, daß die christ- lichen Völker der Türkei sich unter dem Zaren besser befinden würden als unter dem Sultan.„Rebellische Unterthanen" werden von Väterchen" gewiß nicht sanfter behandelt wie vom Sultan, und wenn die wirklich Getödteten des polnischen Leichcnfeldes — Polen ist in der Resolution der Social Democratic Federation auffälligerweise nicht erwähnt— gezählt werden, so kommt sicherlich keine kleinere Zahl heraus, als wenn man die des armenischen und der übrigen türkischen Leichenfelder zählt. Daß eine Stärkung der russischen Macht im Interesse der Kultur liegt, bezweifeln wir sehr; da- gegen ist es ganz gewiß, daß der Sultan sie nicht mehr ge- fährden kann. Und was die Ueberlassung der Dardanellen an Rußland betrifft, so scheint unser Korrespondent die Tragweite doch zu unterschätzen. Die russische Flotte ist� freilich für sich allein den Engländern im Miltclmcer nicht gefährlich, aber mit der französischen vereinigt könnte sie ihnen das e g y p t i sch e Spiel doch arg verderben. Soziale Nerfzksp�tegv. Eine» Streit um die Grenze des Arbeitsplatzes, der zwischen der Plätterin N. und ihrer Kollegin B. im Betriebe des Wäschefabrikanten Berendson ausgebrochen war, suchte die Direktrice durch ein Machtwort zu erledigen. Sie verlangte, daß Frau N. den von ihrer Mitarbeiterin benutzten Karton, den sie auf die Erde gesetzt hatte, auf dem Tische dulde. In der Ausregung entfuhr der Zurechtgewiesenen der Ausruf:„Sie haben hier gar nichts zu sagen!" Frau N. wurde noch an demselben Tage entlassen. Sie klagte dann beim Gewerbegericht gegen Herrn Berendson, indem sie beantragte, diesen wegen unberechtigter Entlassung zu einer Lohnentschädigung an sie zu verurtheilen. Im Termin vor der Kammer I des Gerichts behauptete der Beklagte, die Klägerin habe die Arbeit verweigert, was Frau N. entschieden bestritt. Der Gerichtshof unter dem Vorfitz des Assessors Hellwig wies die Klage mit folgender Begründung ab: Die Aeußerung, die die Klägerin der Direktrice gegenüber gethan habe, rechtfertige an und für sich schon die sofortige Entlassung. Es liege darin eine Verweigerung des Gehorsams; dem Arbeitgeber und dessen, Stellvertreter gehorsam zu sein, sei aber eine der ersten Pflichten jedes Arbeiters. Klägerin hätte sich nicht sträuben dürfen gegen das, was die Direktrice anordnete.— An diesem Urtheil ist auszusetzen, daß keine beharrlich« Weigerung festgestellt worden ist, während doch K 123 Nummer 3 der Gewerbe- Ordnung die Verweigerung„der den Arbeitern nach dem Arbeitsvertrage obliegenden Verpflich« tungen" nur insoweit als Entlassungsgrund gelten läßt, als sie eine beharrliche ist. Ferner befremdet die mit bezug auf einen Arbeitsvertrag doch etwas sonderbare Betonung des G e- horsams, besonders wenn man bedenkt, wie oft das Zustande« kommen des Arbeitsvertrages infolge„freier Verein« b a r u n g" hervorgehoben wird. Z« der Frage, wie in Fabrikbeiriebe» der Arbeits- vertrag zustande kommt, hat die Kammer III des Gewerbe« gerichts in einer Entscheidung einen Standpunkt angenommen, der nicht übereinstimmt mit der von anderen Kammern ver- treten«» Auffassung, uns aber richtiger zu sein scheint. Sie hat nämlich ausgesprochen, daß die gesetzlich für Fabrikbetriebe vorgeschriebene Arbeitsordnung nicht schon durch ihren bloßen Aushang rechtsverbindlich wird, sondern daß der Arbeiter darauf verwiesen werden »1 u ß, wenn er auf die in ihr enthaltenen Bedingungen ver- pflichtet werden soll. In dem Aushang an sich sieht die Kammer III nur eine einseitige Willenserklärung. Durch die fragliche Entscheidung ist das in letzter Zeit mehrfach aufgestellte sonderbare Prinzip beiseite geschoben worden, wonach in Fabriken durch den Aushang allein jede Arbeitsordnung ver- kindlich wird, die so hängt, daß sie der Arbeiter findet, wenn er sich danach umthut. Natürlich war ihre Lesbarkeit vorausgesetzt worden. Thätlichkeiten zwischen Mitarbeiter» berechtigen nicht zur sofortigen Entlassung. So hat die Kammer VI des Gewerbe- gerichts in der Klagesache des Bäckers K. gegen die Inhaber einer größeren Bäckerei entschieden. Der Kläger verlangte eine Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung, wogegen der Vertreter der Beklagten geltend machte, daß die Entlassung erfolgt sei, weil K. einen seiner Kollegen während der Arbeitszeit blutig geschlagen habe. Nach den Angaben von Augenzeugen habe der Kläger den Streit zwischen sich.und dem anderen veranlaßt und auch zuerst zugefaßt. Der Gerichtshof, dem Assessor Krause vor- saß, hielt es für überflüssig, zu untersuchen, ob diese Angaben zuträfen. Er verurtheilte die Beklagten mit der Begründung, daß die Gewerbe- Ordnung leine Vorschrift enthalte, nach der Thätlichkeiten zwischen gleichberechtigten Arbeitern, auch wenn sie im Betriebe vorkämen, als ein Entlassungsgrund angesehen werden könnten. Gevichks Tast niemand ungestraft unter Palme» wandeln darf, schien die Polizei dem Schaukwirth Hahn durch mehrere Straf- Mandate zu Gemüthe führen zu wollen. Hahn betreibt in der Friedrichstraße ein Schankgeschäft mit Damenbedienung. Zur Ausschmückung feines Lokals hat er in dem Mittelgang desselben auf beiden Seiten in gewissen Entfernungen künst- liche Palmen aufgestellt und zwischen diesen und den Wand- pfeilern durchbrochene Weiuspaliere mit künstlichen Weinranken behangen. Das Polizeipräsidium erblickte in dieser Ausstattung des Lokals einen Verstoß gegen den K 3 der Verordnung vom 27. Juli 1892 über die Damenbedienungslokale, weil die durch die geschilderte Ausschmückung gebildeten Nischen den freien Ein« und Ausblick im Lokale verhinderten. Einen weiteren Verstoß gegen diese Verordnung sollte Hahn dadurch begangen haben, daß er seine Kellnerinnen zu auffällige Kleidung tragen lasse. Er trug gegen sämmtliche ihm zugegangene Strafmandate auf richterliche Entscheidung an. Im gestrigen Termin vor dem Schöffengericht brachte der Vertheidiger des Angeklagten, R.-A. Dr. Schöps, eines der Weinspaliere, welche das Lokal schmücken, zur Stelle. Er zeigte dem Gerichtshof an demselben, daß in dem schon an sich sehr schmalen und kleinen Lokale durch der- artig niedrige, kaum die halbe Wandhöhe erreichende, durch- sichtige Spaliere und durch die aufgestellten Palmen der freie Ein- und Ausblick in keiner Weise behindert werde. Die Kostüme der Kellnerinnen seien die der Radfahrerinnen, bis an den Hals geschlossen und bis über die Fußgelenke reichend. Wenn sich die Damen der vornehmsten Gesellschaft in derartigen Kostümen auf der Straße zeigten, ohne Anstoß zu erregen, werde es auch wohl einer Kellnerin erlaubt sein, sie in geschlossenen Räumen zu tragen. Der Vertheidiger stellte zwei Kellnerinnen in diesem Kostüme vor. Der Gerichtshof vermochte sich ebenfalls nicht der Ansicht der Polizeibehörde anzuschließen und fällte ei» freisprechendes Urtheil. Elise Sänke ans Kolportage. In dem Verlage des Buch- Händlers Bartels erscheint eine Druckschrift unter dem Titel „Elise Sauke oder das Schicksal des Dr. Steinthal, Sensations- Roman aus dem Leben." Auf eine Anfrage von Bartels theilte ihm das Polizeipräsidium mit, daß auf grund des§ 5« Ziffer 10 der Reichs-Gewerbe-Ordnung die Druckschrift von dem Feilbieten im Umherziehen und von dem Kolportagehandel ausgeschlossen sei. Hiergegen wendete sich Bartels mit der Klage. Das Polizei- Präsidium legte in der Klagebeantwortung dar, wie durch die ausführliche Schilderung sittlich anstößiger Verhältnisse der In» halt der Druckschrift auf die Vorstellung der Bevölkerungsklassen. für die sie bestimmt sei, in verderblicher Weise wirke und somit in sittlicher Beziehung Aergerniß errege. Der Bezirksausschuß erkannte auf Abweisung der Klage. Gesundheit nnd Gericht. Von einem merkwürdigen Prozeß berichtet die„Volks-Zeitung": Ein Fleischer B. halte im Schlacht- hause die bekannte Polizeiverordnung übertreten, welche„jede Verunreinigung dieses Ortes" verbietet. B. behauptete, ein Leiden zu haben, welches ihn gerade an jenem Tage derart gepeinigt habe, daß eS ihm unmöglich gewesen sei, noch rechtzeitig eine» Welten! zu und geißelt erlaubten Ort zu erreichen. Das Schöffengericht verurtheilte| zeit berechnet werden. Auch in bezug auf die Baubuden, führt der Meinungsverschiedenheiten nicht zu tage und gelangte fobann jedoch den Angeklagten zu einer Geldstrafe. Auf seine Berufung Redner an, sind noch sehr viele Mißstände vorhanden, unter eine Resolution zur Annahme, in der sich die Anwesenden verSprach ihn aber die Strafkammer frei, nachdem ärztlich fest denen die Arbeiter speziell im Herbst bei den unbeständigen pflichteten, die Beschlüsse, die im Feenpalast am 17. April gefaßt gestellt worden war, daß B. in der That einen Blasenkatarrh Witterungsverhältnissen zu leiden haben. Die große Arbeits- wurden, strikte inne zu halten. batte. Bon Uebermuth könne hier nicht die Rede sein, losigkeit der letzten vier Wochen wußten die Unternehmer nach Die Versammlung in Ahrens' Brauerei, B. habe sich im Nothstande befunden. Die Staatsanwaltschaft jeder Richtung hin für sich auszunüßen und verlangten ein Moabit, war gut besucht. Einleitend führte Rater aus, es sei erhob nunmehr Revision und erklärte einen Nothstand für nicht Arbeitspenfum geleistet, das bei der größten Anstrengung nicht fein gutes Beichen für die Maurer, daß eine derartige erwiesen. B. hätte sich nur dann nicht strafbar gemacht, wenn fertig zu stellen war. Der Redner, der darauf hinwies, Frage überhaupt noch einmal auf die Tagesordnung er seine strafbare Handlung in einem unverschuldeten, auf andere daß die Konjunktur gegenwärtig wieder eine beffere sei einer Versammlung gesetzt werden mußte, Weise nicht zu beseitigenden Nothstande zur Rettung aus einer und mehr Arbeitsgelegenheit vorhanden ist, forderte die in scharfen Worten die Interesselosigkeit derjenigen, welche gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben begangen hätte. Das Anwesenden auf, für für die Aufrechterhaltung der seiner da glauben, jetzt schalten und walten zu können, wie es Rammergericht trat der Auffassung der Staatsanwaltschaft bei Beit gefaßten Beschlüsse zu wirken und den Organi- jedem beliebt. Denn es sei festgestellt, daß die ersten Versuche, und wies die Sache an die Vorinstanz zurück, da aus den Fest fationen beizutreten, die, trotzdem, daß sich 5855 Kollegen im ben Beginn der Arbeitszeit auf 1/27 Uhr zu verlegen, zumeist von stellungen des Vorderrichters nicht ersichtlich sei, ob für den An- Besitz von Arbeitsberechtigungs- Karten befinden und ihren Ver- den Arbeitern und nicht von den Unternehmern ausgegangen seien. geklagten zur Zeit eine gegenwärtige Gefahr für Leib oder Leben pflichtungen auch in finanzieller Beziehung gegenüber der Lohn- Soll es also nicht wieder so gehen, wie nach dem Streit 1889, vorhanden war. bewegung nachgekommen sind, noch vielfach vernachläffigt werden. so muß eine scharfe Kontrolle darauf verwendet werden, daß uns An das Referat Wie ein ehrlicher Mann zum Dieb wird. Aus Mainz In der darauffolgenden Diskussion, an der sich Bilecke, unfere Errungenschaften erhalten bleiben. wird uns geschrieben: Der Gemeindediener Johann Mück Dietrich, Knöpchen, Dalste, Jentsch und knüpfte sich eine sehr ausgedehnte und lebhafte Diskussion, welche Ebersheim in Rheinhessen hat im Jahre 1895 und 1896 von Richter betheiligten, wurden eine ganze Reihe von Uebelständen sich durchweg in demselben Rahmen bewegte und ihren Abschluß der Gemeinde Beträge in der Höhe von 610 M. zur Be auf den verschiedenen Bauten vorgebracht, die, wie von einigen durch Annahme einer Resolution fand, in welcher die Verzahlung von Aerzte- und Apothekerrechnungen erhalten. Er be- Rednern behauptet wurde, durch die eigene Schuld der Kollegen sammlung gegen die Maßnahmen, namentlich gegen das Rundhielt das Geld und verbrauchte es für sich. Die Straftammer in letzter Zeit wieder eingetreten sind. In Zehlendorf wird bei schreiben der Unternehmer energischen Protest erhebt und sich des hiesigen Landgerichts hat ihn deshalb heute zu 5 Monaten bei einer Firma, die auf ihren Berliner Bauten die neun- verpflichtet, unter allen Umständen an sämmtlichen ErrungenGefängniß verurtheilt. In der Verhandlung stellte sich heraus, stündige Arbeitszeit bewilligt hat, bereits um 6 Uhr angefangen, schaften fest zu halten. Ferner sollen die Arbeitsberechtigungsdaß der Angeklagte eine zahlreiche Familie hat und durch Krank- fodaß die ca. 50 dortfelbst beschäftigten Berliner Maurer, die um tarten derjenigen für ungiltig erklärt werden, welche auch noch heit schwer bedrängt war. Dabei hatte er ein Jahresgehalt von 8 Uhr abends nach Hause kommen, schon um 4 Uhr morgens weiterhin die Beschlüsse vom April d. J. durchbrechen. Eine fage und schreibe einhundertundzwanzig Mart! O beste der aufstehen müssen, um wieder zur rechten Beit auf dem Bau zu sein. weitere Refolution, daß die auf Behnstundenbauten Arbeitenden Von allen Rednern wurde aufgefordert, jeder Abweichung von die Arbeit niederlegen sollen, wurde abgelehnt. der Resolution entgegen zu treten, die Sammlungen in der bis- Die Versammlung im Swinemünder Ge herigen Weise fortzusetzen, damit den Absichten der Unternehmer, fellfchaftshaus zeigte gleichfalls einen guten Besuch und den Neunstundentag sowie die anderen Errungenschaften der hatte hier Gilberschmidt das Referat übernommen. In Maurer illusorisch zu machen, au jeder Zeit ein Parolie der Versammlung herrschte eine einmüthige Stimmung gegen die Vier öffentliche Maurer Versammlungen waren zum geboten werden kann. Folgende Resolution wurde ein von den Unternehmern beabsichtigten Bestrebungen, die von den Donnerstag für alle Stadttheile von der Lohnfommission einstimmig angenommen: ,, Die Versammlung protestirt ent- Arbeitern errungenen Vortheile streitig zu machen. In einer berufen, die sich mit der Tagesordnung zu beschäftigen hatte: fchieden gegen das Verfahren einzelner Unternehmer, morgens Resolution entschied man sich hierauf im gleichen Sinne, wie in Wie stellen sich die Maurer Berlins zu dem Bestreben der vor 7 Uhr anfangen zu lassen, indem sie hierbei eine Durch den voraufgegangenen Versammlungen. Unternehmer, die Arbeit vor 7 Uhr zu beginnen?"-löcherung des Neunstundentages erblickt. Die Versammlung Bei Keller, Roppenstraße, wo der Besuch ein guter beauftragt die Kommission, auch weiter für die neunstündige war, referirte das Mitglied der Lohnkommission A. Richter. Arbeitszeit Propaganda zu machen und dafür zu agitiren, daß Wie der Redner anführte, versuchen die Unternehmer auch im Frühjahr die Arbeit nicht vor 7 Uhr aufgenommen durch allerlei Mittelchen die von den Maurern errungenen wird." Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß am Sonntag, Vortheile der letzten Lohnbewegung wieder illusorisch zu machen den 6. Oktober, im„ Englischen Garten" eine Mitglieder Versamm und die früheren Zustände wieder herzustellen. Insbesondere soll lung des Vereins stattfindet und weiter mitgetheilt, daß das in bezug auf die Arbeitszeit, wie das von den Unternehmern Bureau von jetzt ab Sonntags nicht mehr geöffnet ist. verbreitete Birkular befagt, eine Aenderung eintreten. Mit In der Versammlung im Königshof, Bülow. der Motivirung, daß es abends frühzeitig finster wird, will man straße, referirte Maurer Fritsche. Nachdem Redner einen die Maurer veranlassen, bereits vor 7 Uhr anzufangen, anderer Rückblick auf die Entwickelung der Organisation geworfen hatte, feits wird versucht, durch die Verkürzung oder Abänderung der fam er auf die letzten Kämpfe im Maurergewerbe zu sprechen, Baufen eine längere Arbeitszeit zu erzielen. Auf denjenigen wobei er sich sehr entschieden für die Innehaltung der errungenen Bauten, wo die Kollegen Energie genug besaßen und Widerstand Arbeitszeit aussprach und die Anwesenden in lebhafter gegen die Durchbrechung der am 17. April gefaßten Beschlüsse Weise aufforderte, die von den Unternehmern geplanten Frage." leisteten, wurde eine derartige Anforderung nach einer halb- bis Machinationen durch ein einmüthiges Handeln illusorisch zu gesellschaft. Morgen Bahltag: Ackerfir. 123 bei Marten. aweistündigen Arbeitsruhe wieder rückgängig gemacht, hingegen auf machen. Eine Anzahl Berufsangehöriger hat bereits auf Vergnügungsverein„ Lustige Seelen". Heute, abends 8% Uhr, Reichenanderen Bauten, wo dies nicht der Fall war, mit der Verlängerung diesem Wege das Verlangen der Unternehmer erfolgreich zurück- bergerstr. 19: Gigung. Morgen, abends 6 Uhr: Gesellschaftsabend. der Arbeitszeit auch eine Reduzirung des Lohnes vorgenommen, gewiesen, während leider bei einigen jedes Gefühl der Zusammen- Zentralverein der Bureauangestellten Deutschlands. Heute, abends so daß auf Bauten, wo 55 Pf. Stundenlohn bei neunstündiger gehörigkeit und des Widerstandes gegen die Zumuthungen der 8 Uhr, bet Babiel, Rosenthalerstr. 57: Vortrag des Herrn Dr. Weyl über: Berufstrantheiten unter Berücksichtigung des eigenen Berufs. Um zahlreiches Arbeitszeit bezahlt wurden, jetzt 50 Pf. bei zehnstündiger Arbeits- Arbeitgeber vollständig fehlt. In der Diskussion famen und pünktliches Erscheinen wird ersucht. Versammlungen. Belle- Alliance- Theater. Sonntag, den 11. Oftober 1896, nachmittags 22 Uhr: Volksvorstellung unter Regie von Julius Türk. Bum letzten Male: 225/8 Rabale und Liebe. Bürgerliches Trauerspiel von Fr. Schiller. Die Vorstellung beginnt nm 3 Uhr. Die Verloosung 2 Eintrittskarten à 60 Pf. find in folgenden Zahlstellen zu haben: N.: Beyer, Beteranenstraße 18; Mehnert, Diedenhofenerstraße 8; Winkelmann, Aderstr. 153; Diecke, Lothringerstr. 67; Hinze, Pantstr. 14a; Vogel, Demminer ftraße 62. NO.: Niemeyer, Weberfir. 19; Reul, Barnimstr. 42. O.: Wilke, Andreasstr. 26; Kothe, Roppenftr. 90; Böhl, Frankfurter Allee 74; Hoffmann, Blumenftr. 14. SO ,: Nicolas, Gtaligerstr. 107; Böhlert, Mariannenstraße 5 Tolksdorf, Sorauerstr. 17, Ecke Görligerstraße; Moritz, Manteuffelstraße 68; Scholz, Wrangelftr. 32. S.: Gädicke, Gräfeftr. 98; Schulz, Admiralstr. 40a; Börner, Ritterftr. 15; Baake, City- Passage, Dresdenerstr. 52/58. SW.: Ochs, Lindenstr. 59; Windthorst, Junterstr. 1; Böttger, Roffenerstr. 21. W.: Faller, Pallasstraße 16; Behrend, Blumenthalstraße 5. NW.( Moabit): Reddemann, Brigwalterfir. 8. C.: Löwenberg, Neue Schönhauserstr. 18; Horsch, Gips ftraße 27; Scheithauer, Rosenthalerstr. 64. Sonntag, den 18. Oktober, zum ersten Male: Komödie der Liebe. 22815 Der Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute feiert sein diesjähriges Herbst- Vergnügen Rothbärte, Stück 50 Pf. Vogelhandl. von Schmidt, ehem. Redtmann, Kleine Andreasstr. 8. Arbeitsmarkt. 871b Tüchtige Verftlberer auf Barockfanten werden verlangt. Neumann, Hennig& Co., SO. Benghofftr. 21. Tüchtige Barock- Vergolder auf gute Barockleiften verlangt Neumann, Hennig& Co., SO. 3eughofstr. 21. Tüchtiger Feilenschleifer Arbeiter- Bildungsschule. Südost- Schule, Waldemarstraße 14: Gefchloffen. Wiedereröffnung mitte Ottober. Nord Schule, Müllerstr. 179a: gefchloffen. Wiedereröffnung: Anfang Oftober werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Brunnenstraße 25, erfter Hof lints, 1 Tr. Bei allen Unterrichtsfächern Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Basewaltersir. 3. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Er. Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Renderungen straße Nr. 7, 1 r. im Bereinstatender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine FrankfurterSund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. alle 3ufchriften, den Bund betreffend, find zu richten an Hermann Sahn, Echönhauser Allee 177 c. thalerstr. 38: Bersammlung," Freireligiöse Vorlesung". Um 10% Uhr vorm. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 11. Ottbr., vorm. 83/4 Uhr, Rosenebendaselbst Vortrag des Herrn E. Bogtherr über: Schiller und die religiöse Sterbekaffe von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- AktienPosamentirer. Sonntag, 11. Oktober, vorm. 10 Uhr, bei Herrn Keller, Koppenftr. 29: Oeffentliche Versammlung. 153/1 Tagesordnung: 1. Bericht über die Umfrage betr. der Lohnbewegung und welche Schritte thun wir jetzt. 2. Bericht des Gewerkschaftsbelegirten. 8. Wahl des Vertrauensmannes. 4. Wie gewinnen wir die Arbeiterinnen für unsere Organisation? Der Einberufer. tiger Seitenfleet Weihnachts- Ausstellung ( deutsch) für neue und gehobelte Feilen bei gutem Verdienst findet dauernde Stellung. Ed. Maegdefrau, Pankow- Berlin, Damerowstr. 6-7. Für's Ausland gesucht perfekter Dreher für fleinere Theile, muß auch feilen fönnen. Off. sub S. 5 bef. die Exped. d. 3tg. 859b Züchtige Kürschnergesellen gegen hohen Lohn verlangt im Hause Louis Bauchwitz, Neue Königstr. 85. [ 63L am Sonnabend, den 17. Oktober in Joël's Festsälen, Andreas- Parteigenosse, 24 Jahre traße 21, wozu die Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins freund- alt, welcher bereits bei Parteizeitung lichst eingeladen werden, recht zahlreich zu erscheinen. Während der Kaffee- als Redakteur thätig war, fucht Stelle pause wird die Theatergesellschaft Strzlewicz für Unterhaltungen Sorge tragen. in Redaktion oder auch Expedition einer Billets für Herren à 50 Pf., für Damen à 25 Pf. find bei den unter- Parteizeitung. zeichneten Komiteemitgliedern vorher zu haben: Klebb, Mariendorferstr. 2, Seitenfl. 4 Tr.; Menzel, Frankfurter Allee 147; Schult, Pappel- Allee 5a, Quergeb. 3 Tr.; Kraft, Graunftr. 12, rechter Aufgang 3 Tr.; Schwang, Wriezenerstr. 24, v. 3 Tr.; Brunzel, Wilsnackerstr. 61, Stfl. 3 Tr.; Post, Schwedterstr. 22, Quergeb. 3 Tr.; Schneider, Plan- Ufer 31, Hof 2 Tr.; Petermann, Reinickendorferstr. 65, v. 4 Tr. Außerdem bei den Herren Bandelow, Langeftr. 18, im Restaurant; und Schmidt, Münchebergerstr. 28, im Restaurant. 259/1 He Anfang 81/2 Uhr. Das Komitee. J. A.: August Klebb, Mariendorferstr. 2. Achtung! Verein der Former. Den Mitgliedern und Freunden des Vereins zur Nachricht, daß die diesjährige Wohlthätigkeits- Matinee zum besten hilfsbedürftiger kranker Kollegen, wie für die Kinder verstorbener Mitglieder als Weihnachts- Unterstühung am 18. Oktober d. J., vormittags if Uhr, im Feen- Palast, Burg- und Wolfgangstraßen Ecke, stattfindet. Nähere Auskunft ertheilt Wilh. Pfannkuch, Hamburg- Eimsbüttel u. E. Krumm in Giessen. Verfilberer verlangt Admiralftr. 7. Züchtiger gewandter Nagler verl. R. Steffen Nachf., S.O., Forsterstraße Nr. 54. Stempel- Setzer. Ein Schriftsetzer, der mit dem Seßen, Herstellung von Matrizen und dem Bultanisiren von Gummistempel- Platten vollständig vertraut ist, wird bei gutem Lohn sofort verlangt. 880b H. Bernert, Raftanien- Allee 40. Packer für Goldleiften verlangen Billets sind noch bei folgenden Kollegen zu haben: Grühmacher, Hugo Naucke u. Co., Fichteftr. 3. Beuffelstr. 8a. Friedrich, Urbanstr. 111. Gablenz, Naunynftr. 14. Morath, Fliederstr. 1. Schröder, Lothringerftr. 38. Adam, Pücklerstr. 16. Brendel, Berfilb.v.Müller, Rigd., Schönweiderft.27 Hermannstr. 54. Schubert, Ramlerftr. 14. Schneider, Bergstr. 148, Rigdorf, und beim Vorsitzenden A. Mewes, Wrangelftr. 68. ( 61/1 Simsmacher, In anbetracht der guten Sache, und da uns ein gutes Programmirka 50 Mann, werden bei Weltener versprochen, bitten wir um recht rege Betheiligung. Der Vorstand. J. A.: Alb. Mewes. Achtung! Lohntarif sofort verlangt und finden dauernde Beschäftigung auf Mücke's Werke, Lindow i. d. Mark, BahnO. J. Engelke, Neue Jakobstr. 26, station. Fahrpreis hin u. zurück 2,20 m. echten alten Nordhäuser Liter M. 1,-, 1/2 2. M. 0,50, extra alte Waare 0,70. Kleinverkauf von 10 Pf. an. " 1,40, # e Pichelswerder. Empfehle den geehrten Herren und Damen meine Winter- Lokalitäten, 6017L gute Speisen und Getränke stets vorräthig. Es ladet ein Der alte Freund. Ein Klavierspieler wird verlangt Frankfurter Allee 3. Einem Theil der heutigen Auflage liegt ein Prospekt des Verkaufshauses M. 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Zuzug ist fernzuhalten. 110/12 Der Vorstand. 8706 Berlin SW., Beuth- Straße 2. Soeben ist erschienen: Frauenfrage und Sozialdemokratie. Reden Deutscher Holzarbeiter- Verband Sentral- franten- u.terbelase anläßlich des Internationalen Frauenkongreſſes ( Zahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlung: Montag, den 12. Oftober, abends 81/2 Uhr, Friedrichsberg und Rummelsburg: 8½ use, im Botale des Herrn Heinecke, Friedrich- Karlstraße Nr. 11. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. Branchen- Versammlung der Drechsler am Montag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Aleranderstraße Nr. 27o. Tages Ordnung: 1. Unfere letzte Lohnbewegung und wie halten wir das Errungene feft? 2. Die Maßnahmen der Arbeitgeber und welche Bedeutung legen wir den felben bei? 3. Neuwahl zur Werkstatt- Kontrollkommission. 77/20 Das Erscheinen eines jeden Drechslers ist unbedingt nothwendig. Verband der Möbelpolirer! der Tischler ut. ( Verwaltung Berlin B.) Am 9. d. M. starb unser Mitglied Albert Bähn. Die Beerdigung findet am Montag Nachmittag um 3 Uhr von der Leichenhalle des Jakobi Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 181/1 Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied L. Lüdecke. im Alter von 49 Jahren am Mittwoch, den 7. b. Mts., abends 8 Uhr, sanft entschlafen ist. 264/2 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11., vom Trauerhause, Graudenzerftraße 10, aus ftatt. Der Vorftand. zu Berlin. Bon Lily Brann- Gizycki. Preis 20 Pf. Porto 3 Pf. Bei Partienbezug für Agitationszwecke hoher Rabatt. 500 3 2011 Diese Schrift widerlegt in knapper, flarer und schöner Darstellung die in der bürgerlichen Frauenwelt gegen die Sozialdemokratie und gegen die Arbeiterinnenbewegung herrschenden Vorurtheile und eignet sich somit ganz besonders zur Agitation für die sozialistische Frauenbewegung. 238/4 Vereinigung aller in der Schmiederei beschäftigten Personen.( Zahlstelle Berlin Ost.) Sonntag, den 11. d. M., vormittags 101/2 Uhr, bei Joël, Andreasstr. Nr. 26. Versammlung. Zages Ordnung: " 1. Das Handwerk sonst und jetzt". Referent Genoffe Paul Jahn. Heute Abend, 81/2 Uhr, bei Keller, Koppenstrasse 29, des Fechtklubs Nord- Often, Berlin. Diskussion und Pause zwecks Aufnahme von Mitgliedern. 2. Geschäftliches. General Versammlung. = Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, Kassirers u. s. m. 2. Wahl. 3. Anträge. 4. Verschiedenes. 145/5 Die Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen und Mitglieds: buch oder Karte mitzubringen; ferner sämmtliche ihnen bekannte Werkstellen mit Namen, Straße und Nummer aufzuschreiben und abzugeben. Montag Abend 8 Uhr, Badstrasse 12, Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Weholl:„ Ist die Hin richtung eine gerechte Abhandlung?" 2. Diskussion. 3. Ausgabe von Billets zum Stiftungsfest und Urania. 4. Werkstellen Angelegenheiten und Ver schiedenes. Die Kollegen von Unfrau, Brunnenstraße, sind hiermit besonders eingeladen. Am Mittwoch, den 7. Oktober, früh 4 Uhr, entschlief sanft meine inniggeliebte Frau Friederike Gniss geb. Sagert. Dies zeigt betrübt allen Freun den und Bekannten mit der Bitte um stille Theilnahme hiermit ergebenft an Der trauernde atte Albert Gniss. Berlin, den 9. Oktober 1896. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. Ottbr., nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofes in der Lands= berger Allee statt. 878b Orts- Krankenkasse Das 11. Stiftungsfeft findet am Sonnabend, den 17. Dktober, in Reller's Festsälen statt. Das Konzert wird von Zivil- Berufsmufifern aus geführt. Auftreten der Gesellschaft Strzelewiz". Zur Aufführung gelangt: sprochen von Fräulein Held. Festrede, gehalten vom Kollegen G. Reuter. Zum Schluß das lebende Bild: Der Sieg der Freiheit, ausgeführt von Mitgliedern des Verbandes unter gütiger Mitwirkung des Karthaus'schen Gesangvereins. Während der Vorstellung im Speisesaal, nach der Vorstellung in beiden Sälen Tanz. Billets für Damen 30 Pf., Herren 50 Pf. Anfang 81/2 Uhr. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Ein Zimmer zu vermiethen, oder: Für immer kurirt. Prolog, ge d. Vergolder u. Berufsgenossen. Leder- und Galanterie- Arbeiter und -Arbeiterinnen( Portefeuiller). Bekanntmachung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die in der außerordentlichen General versammlung vom 15. Juli d. J. be fchloffene vierte Statutenänderung, be treffend die§§ 5, 14, 24, 26 und 27, in denen das Wort Kaffenarzt in Vereinsarzt umgeändert ist, unterm 15. September d. J. die Genehmigung des Bezirksausschusses erhalten hat und nach Artikel II mit dem 1. Tage nach Montag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokal des erfolgter Bekanntmachung in traft tritt. Herrn Große, Aunenstraße 16: Große Branchen- Versammlung. Zages Ordnung: Druckeremplare dieser Abänderung werden während der Rassenstunden im Kaffenlofal an die Mitglieder aus: gehändigt. Berlin, den 9. Oftober 1896. 1. Bericht der Vertrauensleute. 2. Neuwahl derfelben. 3. Gewert 227/1 Der Vorstand. schaftliches. Um zahlreichen Besuch dieser Versammlung ersuchen 28/5 Die Vertrauensleute. J. A.: Eugen Brückner, Memelerstr. 58, pt. Ehrenpflicht aller Rollegen ist es, die Sperre über folgende Werkftuben zu beachten: R. Brafemann, Melchiorstraße 7; Loth& Weiland, Dresdenerstraße 88/89; Heymann& Co., Dresdenerstraße 82/83; Bornemann, Schmidstr. 15. Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin u. Umgegend.( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 118.) Paul Höpfner. Herrmann Borchert. 876b Ehrenerklärung. Hiermit erlläre ich alles, was ich über Herrn Beschorner ausgesprochen, Reinh. Schleuer. als unwahr. Hüte mit Rontrollmarke von 2,50 M. an, Mützen von 50 Pfg. an. Ph. Haase, Reinickendorferstr. 64, ptr. Ausserordentl. Generalversammlung. Ebert's Festfäle, am Sonntag, den 25. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Saale des Herrn Gründel, Brunnenstraße 188, nahe am Rosenthaler Thor. Tages Ordnung: 1. Abrechnung des Kassirers vom 3. Quartal 1896, fowie Revisionsbericht. 2. Der Beschluß der letzten Versammlung betreffs Abänderung des§ 8 Abs. 4 des Statuts, den monatlichen Beitrag von 2,40 M. auf 2,20 M. au reduziren, und Streichung des Abs. 5, Extrasteuer. 3. Abänderung des eingereichten Statuts der Mitglieder- und Frauen- Sterbefaffe, welches von feiten der Behörde beanstandet wurde. 4. Innere Rassen angelegenheiten. 72. Kommandantenstr. 72. teiten und Bersammlungen zc. Empfehle meine Zäte zu Feſtlich Habe noch einige Sonnabende im Oftober und November frei. Jeden Sonntag: Ball. Wir bitten um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Besonders fordern wir die Kollegen der Wagenfabrik von Lange u. Gutzeit und Beermann's auf, sämmtlich zu erscheinen. 176/12 Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler und Tapezirer. ( Filiale Berlin I. Zentrum) Sonnabend, den, 10. d. M., abends 81/2 Uhr, bei Kiuk u. Co., Alte Jakobftr. 88 Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1561 1. Bortrag des Kollegen Sassenbach über:„ Verfassungsämpfe und Demagogenverfolgungen". 2. Quartals- Abrechnung. 8. Verschiedenes. Der Vorstand. Sonntag, den 25. Oktober: Achtes Stiftungsfest in den neu renovirten Sälen der Berliner Reffource, Rommandantenstr. 57. Konzert, Theater- Nufführung und Ball. Damen 30 Pf., Herren 50 Pf. inkl. Tanz. Schlosser. Achtung! Achtung! Sonntag, den II. Oktober, vormittags 10 Uhr, findet im Lokal Englischer Garten, Alexanderstraße 270, die Konferenz der Werkstatt- Bertraneusleute ftatt. [ 116/10] Der Vertrauensmann der Schloffer Berlins. Paul Quaft, Höchfteftr. 4. Achtung! Schlosser! In nachstehenden Werkstellen befinden sich die Rollegen noch im Aus. flande: Bothmann, Neue Jakobftr. 5; de la Vari, Kaftanien- Allee 10; Rössemann, Raftanien- Allee; Wilh. Donner, Rirdorf, Mariendorfers Weg 66; Jean Violet, Kronenftr. 3; Pinnow, Ballifadenftr. 34. 116/11 Buzug ist fernzuhalten. Der Vertrauensmann der Berliner Schlosser. Achtung! Putzer. Achtung! Die Lohndifferenzen auf dem Bau Pallasstr. 8 n. 9 find durch das einmüthige Zusammenhalten der Kollegen nach 4tägigem Rampf fiegreich be endet. Unsere Forderungen sind voll bewilligt worden. [ 131/15 Auf dem Bau Petersburgerstraße( Manguuk) arbeiten die Façadens puzer zu den alten Bedingungen unter dem Tarif weiter. Die Lohnkommission der Putzer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 11. d. M., vormittags 9½ Uhr, im Lokale Achtung! Schuhmacher. Große öffentliche Versammlung Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117: aller in der Schuhindustrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Ordnung: Allen Freunden und Bekannten zur 1. Die Lage des Streits der Ballschuh- Arbeiter, sowie Berichterstattung Nachricht, daß ich meine Schlächterei von den Verhandlungen mit den Fabrikanten und wie stellen wir uns dazu? nach Liegniterftraße 5 verlegt habe. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. [ 261/1 Achtungsv. Martin, fr. Wienerstraße. 1694 Die Agitationskommission. NB. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimirt. J. A.: Der Vorstand. H. Mette, Oberbergerstr. 10. Achtung! Achtung Chirurgische Branche. Sonntag, den 11. Oktober, vormittags 91 Uhr, bei Gründel, Brunnen- Straße 188, Oeffentliche Versammlung Paster's Gesellschafts- Säle Neue Königstrasse 7. Säle von 100-400 Personen mit Garten für Festlichkeiten und Versammlungen. 5018L* Pferdebucht, Köpenick, aller in der chirurgischen Branche befch. Berufsgenoffen. schönster Laubwald und größte Spiel Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Mitglieder- Versammlung am Sonntag, 11. Oftober, nachm. 4 Uhr, bei Herrn Wilke, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Wilke. 2. Diskussion. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 3. 31/1 Nach der Versammlung: Gemüthliches Beifammensein. 088 Entree 10 Pf. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. J. A.: Friz Krüger. Rixdorf. Tages- Ordnung: 1. Was lebren uns die Streits? Referent: Genoffe plätze der Umgegend, Kaffeetüche, Regel Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. W. Magdeburg. Blaurock. 2. Abrechnung und Neuwahl des Vertrauensmannes. 3. Wie bahn, Schießstand, Würfelbude. stellen sich die Kollegen zum Kongreß der lokalorganisirten Gewerkschaften 58432* Deutschlands? 4. Verschiebenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Der Vertrauensmann. [ 48/1 Achtung! Buchbinder. In folgenden Werkstuben befinden sich die Kollegen noch im Ausstande: Frentsch, Wallstr. 11. Leo Simson, Spandauerstr. 72. Garl Rechlin, Engel- Ufer 3. Jmberg u. Leffon, Alte Jakobstraße 64 a. General- Versammlung Ladner's am Dienstag, 13. Okt., abends 8, Uhr, bei Herrn Kummer, Johannisthal, rhaus, Kaiser Wilhelmstraße 6. Empf. meinen gr. fchatt. Gurten, Saal, Vereinsz., Kegelbahn, Billard, Sommer. wohnung u. Ausspannung.[ 58442* Treptow. Partschlößchen Berlinerstr. 55. Tages Ordnung: 1. Rassenbericht. 2. Bericht des Vorstandes und des Bibliothekars. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 2321 Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. Bernh. Baul, Wilhelmſtraße 22a. Witgenstein, Friedrichstraße 240. empfiehlt fich den Bereinen und Gefell. Carolinenhof. C. Mandt, Restaurant. A. Weichert, Andreasstr. 32. Aug. Reimann, Mauerstr. 53. Gebr. schaften. C. Kümpel Ww. Grunert, Junkerstr. 16. Fris Wegner, Prinzessinnenstr. 26. Gers, Jeden Sonnabend Gänse- Ausschieben Charlottenburg, Wilmersdorferstraße 32.- Buzug ist streng fernzuhalten! Die Lohnkommission. bei Voelz, Breslauerstr. 9. 23/6 Dampfschiffsstation.[ 58472* Zwischen Grünau und Schmöckwitz schönster Punkt der Oberspree. 8776 Stündliche Omnibus- Verbindung Bahnhof Grünau. Wald- Spielpläge Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von May Bading in Berlin,