t WIEN Berliner 100) Volks- Tribüne. Social- Politisches Wochenblatt. Einzelne Nummer 15 fg. Die Berliner Bolts- Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnements- Preis für Berlin monatlich 50 Pfg. pränumerando( frei ins Haus). Durch jede Post- Anstalt des Deutschen Reiches zu beziehen.( Preis vierteljährlich 1 Mt. 50 Pfg.; eingetragen unter Nr. 893 der Zeitungspreisliste für das Jahr 1890.) Redaktion und Expedition: 8.0.( 26). Oranien- Straße 23. № 21. Inserate werden die 4 spaltige Petit- Zeile oder deren Raum mit 20 Pfg. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pfg. Arbeitsmarkt: 10 Pfg. Inseraten- Annahme in der Erpedition: Oranien- Straße 23. " 1 Sonnabend, den 24. Mai 1890. " " Ausgabe für Spediteure: Boltsblatt" Beuth- Straße 8. IV. Jahrgang. Nachwehen des 1. Mai.- Ein Attentat Nach dem Eindruck, welchen die Lektüre des Blattes bietet), sondern es müssen sich die Arbeitgeber des= auf die Arbeiter.- Gleichberechtigung der hinterläßt, müssen die Kurse der bürgerlichen Intelligenz felben Gewerbes in allen großen Städten DeutschArbeiter. Zum bürgerlichen Gesetzbuch IV. unglaublich niedrig stehen. Man lese z. B. die Phantasien, lands und in den deutschen Städten der NachbarGeschichte eines Spinners von Lille. Der welche der verantwortliche" Redakteur unter dem Titel staaten zu einem freien Vereine zusammenschließen; Welfenfonds. Die mecklenburgische Ver- der Achtstundentag" zum Besten giebt. Hier genügt es, nur ein solcher Verein hat eine Macht. faffung. Das Wahlrecht in Desterreich. um die Tendenz der Zeitung zu charakterisiren, einige Die Antwort auf den Streit an einem Drte Die nächsten Forderungen der Berliner Hand- Kraftstellen des Aufrufs" abzudrucken, in dem für alle wird dann der Gegenstreit der Arbeitgeber deslungsgehilfen. Bürgerlichen die süßesten Friedensschalmeien. gegen den selben Gewerbes in ganz Deutschland sein. Auf der Schiene. Gedicht von Dehmel.sozialistischen Erbfeind gellende Kriegsdrommeten erklingen: Das Mitglied des freien Vereines, bei dem die ArNovelle von Schtschedrin I.- Die Eisenbahner Nachdem in Folge der offen erkennbar milderen Handhabung beiter streiken bez. das Geschäft sperren, oder auch bek und ihr Leben. Die Fleischgroßproduktion des Gesetzes wider die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial- dem ein Arbeiter einen andern auffordert, gleichzeitig mit demokratie", namentlich in Rücksicht auf Rede- und Preßfreiheit, in Amerika II.- Die Zigarrenindustrie in die sozialdemokratischen„ Führer" mit ihren gewandten Zungen den ihm zu kündigen, bez. das Geschäft zu verlassen, um Baden. Gewerbliche Schiedsgerichte in Frank Haß zwischen der arbeitgebenden und arbeitnehmenden Bevölkerung höheru Lohn oder andere Vortheile zu erzielen, meldet den eeich. Ein Skandal sonder gleichen. Ge- in verschärfter Weise zu schüren begonnen, nachdem der Ausfall der betreffenden Arbeiter bei dem Komité auf einem vom dicht von Pfau. legten Reichstagswahlen Jedem zeigt, wohin wir gerathen, wenn es Komité bei dem Eintritte in den Verein zu übergebenden nicht gelingt, durch Vereinigung aller Gesellschafts- Klassen, welcher sonstigen politischen Parteirichtung fie auch angehören, dieser staats- Formulare mit Eintragung der erforderlichen Angaben an, zerstörenden Gewalt mit Kraft und Energie entgegen zu treten, er- das Komité trägt die streikenden Arbeiter in eine scheint es als nothwendig und zeitgemäß, mit einem in gemeinver- Sperrliste ein, sendet dieselbe an sämmtliche Mitständlicher Sprache geschriebenen Blatte, welches in der Grundidee glieder des freien Vereins der Arbeitgeber für des mit dem 30. September d. Js. erlöschenden Sozialistengefeßes d'as betreffende Gewerbe unter der Verpflichtung, fich die Bekämpfung der anarchischen Bestrebungen zur obersten diese Listen nur als Privatbrief, nur für ihren eigenen Pflicht macht, an die Oeffentlichkeit zu treten. Der heutigen Nummer liegen S. 9-24 der Reichstagsbroschüre bei. Neuhinzutretende Abonnenten erhalten die Reichstagsbeilage gratis nachgeliefert. Nachwehen des 1. Mai. Fewürbe, Das Deutsche Reich, erträumt von unseren Großvätern und Gebrauch zu benußen und sie keinem andern Arbeitgeber Vätern, erftritten von unseren Brüdern nach heißen Kämpfen mit oder Arbeiter vorzulegen, da dies gesetzlich strefbar sein X Proletarier aller Länder, vereinigt Euch! Je drohenderit und mächtig geword" buen Blut, burch die Griecir, jeiner der Ruf erschallt, je größere Heeresfolge er unter den un- in einem Grade, daß eine gegenseitige Aussöhnung auf rein politischem verpflichten sich, solange sie dem Verein angegierung, ist leider der Schauplatz bitterster Parteikämpfe geworden würde, und alle Mitglieder des genannten bereins gezählten Arbeitermassen findet, um so ernsthafter wird Gebiete kaum möglich erscheint. Und angesichts dieser, eine ernste hören, den in den Listen aufgeführten Arbeitern auch im Lager der Bourgeoisie die Propaganda der Gefahr in sich bergenden Parteikämpfe nagt der zerstörende Wurm solange keine Arbeit zu geben, bis der Arbeiter Vereinigung. verschwommener sozialistischer Ideen mit um so mehr Erfolg an wieder in der Liste gestrichen ist. dem mächtigen Baume! Die Interessengemeinschaft, welche die herrschenden Klassen gegenüber der Arbeiterschaft mit eherner Gewalt verbindet, tritt überall in den Vordergrund und bringt den häuslichen Zwist von ehedem zu Schweigen. Sollen wir warten, bis es diesem gelungen ist, durch fieberhafte Aufregung Saft und Kraft zu verzehren und den Körper zur Lähmung zu bringen? Jedem Arbeiter, der streikt, wird durch diesen Gegenstreik der Arbeitgeber die Arbeit solange gesperrt, bis der Fort mit aller Humanitäts- Duselei gegenüber einer Clique, Arbeiter wird diese Sperrung vom Komité durch seinen Arbeiter den Unfug der Streike endgültig aufgiebt. Dem welche weder Religion noch Vaterland kennt, sondern„ Eigenthum Arbeitgeber mitgetheilt, und ihm darin gesagt, wie er es Die für den 1. Mai geplante Arbeiterdemonstration ist Diebstahl" auf ihre Fahnen geschrieben hat. lieferte die letzte Probe dafür. Man wußte, was dieselbe Deßhalb wenden wir uns hier mahnend an sämmtliche anzufangen hat, um wieder Arbeit zu erlangen. Bittet zu bedeuten hatte. Wie der Abbé Sieyes, als der Ver- auf dem Boden der Ordnung und Gefittung stehenden er um Arbeit, so werden die Arbeitgeber des gleichgiltig ob Broteftant, Katholik oder Jude( tragen wir doch ge- fragt; befürwortet ein Arbeitgeber diese Bitte, während Parteien und ihre Anhänger, Ortes, in dem der Streik stattgefunden hat, belakt ab von der gegenseitigen Bekämpfung, fein Mitglied des Ortes dagegen Widerspruch erhebt, so welche den wirklichen Feinden des Reiches nur zu Gute kommen kann. wird er in der Liste gestrichen. Erfolgt Widerspruch, so " Friede ernährt, Unfrieden verzehrt!" möge Jeder beherzigen werden auf Wunsch des Arbeiters und gegen Erstattung und bethätigen. der Porto- Ausgaben die sämmtlichen Mitglieder des Vereins von jenem Orte um ihre Abstimmung gebeten und erfolgt die Streichung in der Liste, sofern sich dann aus den eingehenden Antworten der Mitglieder des Vereins mehr als ein Drittel für die Streichung aussprechen. treter des aufstrebenden Bürgerthums, zu Beginn der französischen Revolution seine berühmte Flugschrift: Was ist meinsam die Pflichten eines Vaterlandes): der dritte Stand?" niederschrieb, um zu zeigen, daß auf dieſem bis dahin rechtlosen Stande und auf ihm allein alle Wohlfahrt der Nation beruhe, so gedachte das zum Klassenbewußtsein erwachte Proletariat nunmehr der BourDie Geschäfte der äußeren deutschen Politik liegen bei unserer geoisie gegenüber sich als den Träger der gesammten Kultur Regierung und Heeresmacht in guten Händen: wir haben teine darzuthun. Alle Räder stehen still, wenn dein starker Barteiregierung und mit der Pflicht im Dienste des Staates geht Arm es will," das sollte nicht in beschlagnahmten Broschüren, der Kaiser und König in erhabener Weise Allen voran. sondern in heller Wirklichkeit vor Augen aller Welt er- sellschaftsklassen in gleichem Maaße berührenden Seite aus eine Es soll die Aufgabe unserer Zeitung sein, von dieser alle Gewiesen werden. Was ist der vierte Stand? Alles. Diese Versöhnung aller politischen Parteirichtungen anzubahnen, damit der Antwort mußte durch die Macht der Thatsachen dem Sinn innere Frieden wieder errungen werde und die Freude am geder bürgerlichen Parteien eingehämmert werden. Und auf einigten Deutschen Reiche nicht erlösche, sowie auch eine starke Generation erzogen werde, welche in der Arbeit die hohen Aufgaben geschoben, ist nicht aufgehoben. der Menschheit zu erfüllen strebt. Das walte Gott!" Jedenfalls erkannte man mit sicherem Instinkte auf der andern Seite die Bedeutung der Maifeier. Das Vaterland", der heimische Boden des Kapitalismus, ward in GeEin Attentat auf die Arbeiter. fahr erklärt und sofort verwandelte sich das Bürgerthum In dieser Nummer wiesen wir bereits auf die allin ,, ein einig Volk von Brüdern." Schulter an Schulter gemeine Verbrüderungslust hin, welche die herrschenden Der freie Verein wird demnach zunächst alle Streike, welche ebenso die Interessen der Arbeitgeber, wie die der fleißigen und tüchtigen Arbeiter verlegen, unmöglich zu machen suchen; demnächst aber wird er auch untersuchen und nachweisen, wie die Interessen der deutschen Gewerbetreibenden und Arbeiter(!) weiter gefördert und gehoben werden können. Die demnächstigen Berichte werden weitere Vereine der Arbeitgeber. N. Graßmann." Mittheilungen darüber bringen. Das Komité der freien Es giebt nichts nüßlicheres, als seine Feinde splitterstanden die Blätter, die sich sonst nicht feindselig genug Klassen gegenüber der mächtig anschwellenden Arbeitermacht nackt zu sehen. Man kennt sie dann. bekriegen können, gegen uns. befallen hat. Der Ruf nach geschlossener Organisation wird aber natürlich auf dem wirthschaftlichen Gebiete noch viel heftiger als auf dem industriellen erhoben. Gleichberechtigung der Arbeiter hatte kürzlich wenn auch nur in recht bescheidenem Maße Prof. Dr. Mar Sering in einer akademischen Antrittsrede verlangt. Das geht den Kons. Pol. Nachr." über alles Erlaubte hinaus, und sie kanzeln den jungen Gelehrten, den sie noch vor kurzem nicht genug loben konnten, wie einen unwissenden Grünschnabel ab. Unter anderem heißt es da: Von den vielen interessanten Anzeichen, die alle für die Sammelbewegung der staatserhaltenden Parteien sprechen, sei hier nur auf die erste Nummer einer neuen Berliner Uns liegt gerade ein ganz neues Schriftstück, ein verWochenschrift der Arbeitgeber" hingewiesen. Die Tendenz trauliches Rundschreiben„ an die geehrten Arbeitgeber für des Unternehmens spiegelt sich schon in diesem einen das Zimmergewerbe" vor, welches den wahren Charakter Wörtchen wieder, welches, je öfter seine Widersinnigkeit dieser Agitation trefflich ausdrückt. Man mill mit der dargethan wird, um so beliebter zu werden scheint. Wenn Hungerpeitfche knallen, damit der Proletar sich wieder Kapitalist und Proletar einen Lohnvertrag schließen, duckt. Es ist gut, den sauberen Plan ein wenig niedriger giebt der erste den Lohn, der zweite die Arbeit. So nenne zu hängen. Hier ist er: man jenen den Lohnherren, ein Ausdruck der zugleich die Die gegenwärtigen Streife haben allein dadurch eine faktische Uebermacht des Unternehmers aufs glücklichste Macht, daß die Arbeiter desselben Gewerbes in den großen Der Herr Professor will, daß die Arbeitgeber nunmehr auch ausdrückt, diesen den Lohnarbeiter. Die famose Bezeichnung Städten Deutschlands den an einem einzelnen Orte streifen- eine gesellschaftliche Gleichberechtigung anerkennen sollen mit GefellArbeitgeber" und Arbeitnehmer" stellt das wirkliche Ver- den Arbeitern ihres Gewerbes Unterstüßungen senden, durch schaftsklassen, die sich, den neueren Vorgängen gemäß, als urtheilshältniß auf den Kopf und schmeichelt dem Bestreben, die welche diese während des Streikes erhalten werden wiefen haben. Wenn beispielsweise viele Tausende von Berglos gerade in Bezug auf soziale und wirthschaftliche Fragen erRapitalisten gewissermaßen zur irdischen Vorsehung der Wollen die Herren Arbeitgeber dem entgegenwirken, so arbeitern, auf den Vorschlag eines ihnen bisher vollkommen unbeArbeiter herauszupußen. Wie edel von ihnen, daß sie so kann es nicht genügen, daß sich die Arbeitgeber eines Drtes fannten Berliner Literaten, einen Beschluß auf Enteignung des freundlich find, Arbeit zu geben!" und wo sollte man vereinigen( zumal eine solche Vereinigung wegen der Kon privaten Bergwerksbefizes zu gunsten der Arbeiter und der Beamten wohl Arbeit herbekommen, wenn man sie von ihnen nicht furrenz und sonstigen Sonderinteressen an demselben Drte faffen konnten, ſo zeigten fie, daß sie sich in wirthschaftlicher Be ziehung milde ausgedrückt geschenkt erhielte? schwer zu erreichen ist und keine Aussicht auf lange Dauer bern befinden, daß fie, wie Kinder, in Bezug auf ihre nächst auf dem Standpunkte von Kin" Kegenden wichtigen Interessen des eigenen Urtheils bar find und Menger den nothwendigen Zusammenhang der Auffassung| baß sie wie Kinder äußeren Einflüssen zugänglich find. So kommt es denn, daß die Bourgeoisehe äußerlich Andere, dirett auf die Unterjochung der Arbeitgeber der Ehe mit der Gestaltung des Familienrechts: der recht- oft eine viel glücklichere" ist als die Proletarierehe. In gerichtetete Bestrebungen find weniger harmlosen Charakters, bei lichen Stellung der unehelichen Kinder, des ehelichen Güter- ersterer giebt es selten Gegenfäße der Charaktere und hnen tommt, neben dem Mangel sozialen und wirthschaftlichen Ver- rechts 2c. nicht erkannt hat? Obgleich er in seiner meister-| Konflikte, solange die Ehe auf sicherer ökonomischer Basis ständnisses, noch ein gut Theil recht bösen Willens zum haften Kritik des bürgerlichen Gesetzbuches scharf gegen den ruht, denn auf etwas anders als auf das beiderseitige Die Kenntniß von diesen und ähnlichen Vorgängen dürfte einseitigen und parteiischen Geist unseres Juristenstandes, Wohlleben des Gatten gründet sie sich ja nicht; bei der nicht in die Stubirstube des Herrn Professors gedrungen sein, sonst der sich lediglich als Vertreter der befizenden Klaffen fühlt" letteren hingegen, sind die Konflikte häufig und die Scheidung Fönnte er wohl kaum für die Träger der gekennzeichneten Bestrebun- und der sich in seiner ganzen Nacktheit in den Bestim- wird oft nöthig, weil bei der Urwüchsigkeit des Sinnengen die gesellschaftliche und wirthschaftliche Gleichstellung mit mungen des" Entwurfs" über das Familienrecht offenbart, lebens, in den Gatten die Gegenfäße heftig anfeinander den Arbeitgebern in Anspruch nehmen. Ausdruck. Die Gesetzgebung und das Proletariat im Klassenstaat. IV. " " 1 Der Herr Professor erwartet von den Massen, die, wie zu Felde zieht, so meint er an einer anderen Stelle doch, plaßen. Aber auch angenommen, die Scheidungen wären ebenso gezeigt, nur zu häufig den sozialer und wirthschaftlichen Unverstand daß das Institut der Ehe in den positiven Rechtssystemen repräsentiren, einen erziehlichen Einfluß auf die Arbeit- und so auch im Entwurf des bürgerlichen Gesetzbuches in häufig bei der Bourgeoisie eine Nothwendigkeit, wie beim geber. Diese Erwartung berechtigt wohl zu der Annahme, daß einer gerechten Weise geordnet sei." Proletariat, so wird man zugeben müssen, daß erstere sich dem Herrn Professor in dem Wolfenkutuksheim seiner idealen AnVerhielte sich die Sache thatsächlich so, wie Menger viel leichter über die Unannehmlichkeiten des zerrütteten schauungen die Verbindung mit der thatsächlichen Gestaltung der Durch ihr Vermögen be= Dinge verloren gegangen ist und daß er alle Ursache hat, bevor er sie darstellt, dann wäre es doch zum mindesten psychologisch Chelebens hinwegseßen kann ich um die Erziehung der Arbeitgeber bemüht, dafür zu sorgen, daß wunderbar, wie der„ einseitige und parteiische Geist der fißen die Bourgeois die Möglichkeit, ihre Frauen in Bäder feine Art, über die grundlegenden Verhältnisse des praktischen Lebens Juristen" nun mit einem Male dazu kommt, das grund- und auf Reisen zu schicken oder sich ihrer auf andere Weise an urtheilen, etwas mehr Reife erkennen lasse, sagen wir, etwas legende Institut des Familienrechts in gerechter und un- wenigstens vorübergehend zu entledigen. Der Proletarier kann besser erzogen werde. Vielleicht hält der Herr Professor dazu, in Analogie zu seinem parteiischer Weise" zu ordnen. In Wahrheit aber hat das nicht; er ist gezwungen mit seiner Frau zusammenzuErziehungsprinzip in bezug auf die Arbeitgeber, die unteren Be- fich auch bei der Ehe der„ einseitige und parteiische Geist" bleiben und sich seine Lebensfreude durch häuslichen Zwist dientesten seiner Universität für am besten geeignet. nicht verleugnen können, und wie es uns scheint, sich auch vergällen zu lassen. So behandelt der Bourgeois den Gelehrten! Solange gar nicht bemüht, es zu thun. So sieht man, daß durch die Erschwerung der EheHerr Professor Sering die Eisenzölle vertheidigte und die Das geht klar und unzweideutig aus den Bestim- scheidung nur wieder die besiglosen Klassen geschädigt amerikanische Lebensmittelkonkurrenz ungefähr wie ein An- mungen des" Entwurfs" hervor, welche die Auflösung der werden, daß aber die besißenden wie erst schon nachfänger des nationalliberalen Flügels des Kartells behan- Ehe, die Scheidung, erschweren sollen. Nur wenn man gewiesen wurde nur Nußen daraus ziehen. Die bewußte Absicht, das Proletariat zu schädigen, delte, war er lieb Kind und allgemein umschmeichelt. meint, es sei für den Arbeiter resp. die Arbeiterin ein Sowie die Wissenschaft aber der Bourgeoisie einige unan- Glück und eine Wohlthat lebenslänglich an einen unge- hat, wie wir gerne zugeben wollen, den Gesetzgebern, bei genehme Wahrheiten sagt, ist sie unreif" und ihre Ver- liebten Gatten gefesselt zu sein, könnte man den Satz des der Ausarbeitung des Entwurfes nicht vorgeschwebt; fie treter werden darauf hingewiesen, von den unteren Be Prof. Menger unterschreiben: Die besiglosen Klassen wollten jedenfalls wie Prof. Menger sich ausdrückt dienten der Universitäten"" bessere Erziehung" sich zu holen! werden dem Entwurf die Anerkennung nicht versagen die Festigkeit der Ehe, des Fundaments der Familie nicht fönnen, daß seine Bestimmungen über die Ehe nicht nur durch allzu große Ausdehnung der Scheidungsgründe eran sich zweckmäßig sind, sondern daß sie auch ihr beson- schüttern. Damit tennzeichnet sich wieder einmal die deres Klasseninteresse nicht verlegen."( Menger XV, S. 31). sancta simplicitas unserer Rechtsgelehrten. Die Festigkeit Nach dem Entwurf ist nämlich die Scheidung und der Ehe wird und kann nicht durch die„ Ausdehnung der die Trennung von Tisch und Bett( die lediglich eine Vor- Scheidungsgründe" erschüttert werden. Zu der Zeit, als Das Familienrecht im Entwurf des bürgerlichen bereitung für die entgültige Scheidung sein soll) nur dann Friedrich II. das preußische Landrecht einführte, gab es Gesetzbuches.) geftattet, wenn von Seiten des einen Ehegatten ein lange nicht so viel Scheidungen trotz der Leichtigkeit derDas Familienrecht ist der Inbegriff derjenigen Rechts- schweres Verschulden vorliegt: wenn derselbe Ehebruch oder be- selben, wie heute bei ihrer Schwierigkeit. Das Moment, fäße, durch welche der Staat die öffentlichen Interessen stimmte schwere Sittlichkeitsverbrechen begangen, dem Leben welches die moderne Ehe erschüttert und einer allmähligen bei der Ordnung der Familienverhältnisse sowohl wie die des andern Ehegatten nachgestellt oder ihn böslich verlassen Anflösung entgegenführt, ist unsere großindustrielle ProIntereffen der einzelnen Familienglieder selbst schüßt und hat, oder endlich, wenn er durch schwere Verlegung der duktionsweise, und es ist zum mindeſten eine Naivität, mit seiner Autorität vertritt. ihm gegen den andern Ehegatten obliegenden ehelichen deren Folgen durch Erschwerung der Ehescheidung aufheben Seinem Ursprung nach ist das in Deutschland Pflichten eine so tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses oder abschwächen zu wollen. Das gelingt nie und nimmer. Die Entwicklung unserer Gesellschaft ist unaufhaltsam, geltende Familienrecht von sehr verschiedener Herkunft. verschuldet hat, daß diesem letteren die Fortsetzung der Vom Interessen- fie wird auch jene Zwirnsfäden mühelos zerreißen, mit Zum Theil gehört es dem alten römischen Rechte, Che nicht zugemuthet werden kann. zum Theil dem einheimischen Gewohnheitsrechte, zum ftandpunkt des modernen Musterbourgeois und kompleten welchen unsere Juristen sie hemmen und aufhalten möchten. Theil auch dem mittelalterlichen Kirchenrechte an. Und Ehrenmannes" find diese Bestimmungen ja sehr bequem zwar ist die Zusammensetzung des Familienrechts aus und praktisch. Dieser heirathet ja nicht etwa, wie der Die Geschichte eines Spinners von Lille. I. diesen verschiedenen Bestandtheilen in den Einzelstaaten unfittliche" und zuchtlose" männliche und weibliche Proleeine verschiedene gewesen, so daß wir in jedem kleinen tarier, um in der Ehe sein Liebesbedürfniß zu befriedigen, Die Masse des werkthätigen Volks ist allen Nücken Ländchen ein anderes Familienrecht in Geltung finden. auch nicht um in der völligen geistigen und gemüthlichen und Tücken des Kapitals Jahrzehnt nach Jahrzehnt auf Erst durch das deutsche Reichsgesetz vom 6. Februar 1875 Gemeinschaft mit einer Person des anderen Geschlechts sein Gnade und Ungnade ausgeliefert gewesen, ohne daß das über die Beurkundung des Personenstandes und die Ehe- Glück zu suchen für derartige Empfindungen ist er ja Korps der gutgesinnten Breßkosaken einen Schrei der Entschließung ist in diesen Wirrwarr ein wenig Einheit ge- zu„ gebildet"; er heirathet eben aus, fittlichen Motiven", um rüstung, einen Ruf nach Gerechtigkeit, ein Wort des Tadels tommen, aber noch heute gehört der weitaus größte Theil fein Kapital zu vermehren, um seine Lebenshaltung bequemer für die geschaffenen Mißstände gehabt hätte. des Familienrechtes dem mannigfachen Partikularrecht an. zu gestalten, um die nöthigen Erben für seinen Besitz zu pro- Mochte gleich mit der Knechtung des Proletariats Das neue bürgerliche Gesetzbuch soll nun diesem duziren. Warum sollte ein solcher, rein geschäftlicher die Fortentwicklung der gesammten Kultur gefährdet sein, Nebelstande abhelfen und an die Stelle der vielen Separat Kontrakt so ohne weiteres gelöst werden können? Die was that dies, solange nur der Profit florirte! Es war rechte ein für das ganze Gebiet des deutschen Reiches Frau ist ja nur ein Lurusartikel, der gekauft wird, bestehe recht und billig, daß der arbeitsparende, reichthummehrende gültiges Familienrecht setzen. nun ihr Preis in Geld oder einer sozialen Stellung, und Segen der modernen Produktion sich für den Proletarier Bei einer solchen Neuordnung ist es die Aufgabe des das Eigenthumsrecht an derartigen Gegenständen kann nach in einen Fluch verwandelte, daß die Entwicklung der Gesetzgebers, das veraltete Rechtsgerumpel auszuscheiden der Meinung des Bourgeois nicht ohne triftige Gründe Technik, anstatt das Wort des Aristoteles von dem selbstund neue Bestimmungen, die den sozialen Verhältnissen erlöschen. thätigen Webschiffchen zu verwirklichen, den Arbeiter nur von heute Ausdruck verleihen, an seine Stelle zu setzen. Für eine solche Musterehe kommen geistige, gemüthliche von der Scholle des antiken Sklaven und mittelalterlichen Denn die Familie ist nicht ein starrer Krystall, der ewig und sittliche Verschiedenheiten gar nicht in Betracht. Da wo Hörigen emanzipirte, um ihn an die Maschine zu schmieden ,. unverändert bleibt, sondern ein lebendiger Organismus, die vollste Charakterlosigkeit herrscht, kann von einer Gegen- ihn dort gegen färglichen Lohn bei Strafe des Verhungerns der in fortwährender Wechselbeziehung mit der Gesellschaft fäßlichkeit der Charaktere keine Rede sein und es wäre in Tag und Nacht, Wochen- und Festtag festzuhalten. Es steht, und dessen Gestalt von den allgemeinen Produktions- der That der größte Unsinn, wenn bei einem solchen war recht und billig, daß der Frau des Proletariers, daß bedingungen bestimmt wird. In Folge dessen erwächst Verhältniß Neigung oder Abneigung eine Rolle spielen seinen Kindern vom zartesten Alter an das gleiche Schicksal dem Gesetzgeber die Aufgabe, das Familienrecht in völligen sollten. widerfuhr. Es war recht und billig, denn so wollte es Einklang mit den gesellschaftlichen Zuständen zu bringen. In dieser Beziehung haben die Juristen des bürger- Gott Kapital, und so predigte es sein Wortführer, der Sehen wir nun einmal zu, in welcher Weise die lichen Gesetzbuches ihre Zeit wirklich einmal begriffen. heilige Manchester! Juristen des neuen bürgerlichen Gesetzbuches ihre Aufgabe Für die moderne Bourgeoisehe sind Bestimmungen wie die Nur als der kapitalistische Industrialismus gelöst haben. Das werden wir am besten au demjenigen des preußischen Landrechts, wonach schon auf Grund Arbeiterstand physisch soweit degenerirt hatte, daß sich die Institut erkennen, welches das Fundament nnseres ge: beiderseitiger Einwilligung der Ehegatten die Zahl der„ Hände" und der militärtüchtigen Stellungssammten Familienrechts bildet: an der Ehe. Denn von Scheidung( kinderloser) Ehen gestattet, wonach sogar die pflichtigen verminderte, mithin nicht nur die Zukunft der der Art und Weise, wie man diese auffaßt, hängt der unüberwindliche Abneigung des einen Ehegatten zur ganze Charakter des Familienrechtes ab. Auflösung des Ehebündnisses als ausreichend erachtet wird, Huldigt der Gesetzgeber einer in längst dahinge- völlig unpassend und veraltet. schwundenen, ökonomischen Verhältnissen begründeten und Den Grund dafür muß natürlich die Moral" bei deßhalb überlebten Auffassung von dem Zweck der Ehe, leibe nicht das Interesse des Kapitals abgeben. " 1 den Profitmacherei, sondern auch die Möglichkeit, das auserwählte Volk des Kapitals gegen den bekannten ,, inneren Feind" zu schützen, bedroht schien, vergossen die anständigen Blätter Krokodilsthränen philanthropischer Rührseligfeit und gaben sich den Anschein, aus Gründen der„, reinen so wird er mit Nothwendigkeit dahin geführt, daß er die Anders liegt die Sache bei der Proletarierehe. Hier Menschlichkeit," schwindsüchtige Reformen zu unterstüßen. Verhältnisse zwischen den Ehegatten, den Eltern und Kindern fallen all die" fittlichen" Motive, welche dem bürgerlichen Allerdings schwinden derartige Firlefanzereien wie Schnee und sonstigen Verwandten und Verschwägerten in einer Ehestand seine Weihe und Heiligkeit" geben weg, und an vor der Märzsonne, sobald das zum Klassenbewußtsein komdurchaus unzeitgemäßen und mit unserem Rechtsgefühl in ihre Stelle treten die„ unsittlichen Gelüste des Fleisches", mende Proletariat seinen Gegnern ein wir können nicht Widerspruch stehenden Weise ordnet. Geht er dagegen die nackte Liebesleidenschaft und Sinnlichkeit. Die Folge mehr und wir wollen auch nicht mehr" entgegenschleudert, von den thatsächlichen Verhältnissen aus, berücksichtigt er davon ist, daß sich der Charakter des ehelichen Lebens sobald es genug erstarkt ist, einen Druck von unten her nicht nur die Lebenslage der Bourgeoisie, sondern auch die beim Proletariat ganz anders als bei der Bourgeoisie ge auszuüben, der das auf seinen Schultern lastende Joch des Proletariats und bildet sich dann seine Auffassung von staltet. Während hier alles Form, Konvention und Lüge, etwas lockert und erleichtert. dem Zweck der Ehe, so wird er das Familienrecht in einer ist dort alles Inhalt, Leben und Leidenschaft. Der Prole- Dieselben Stimmen der öffentlichen Meinung, welche Weise gestalten, die der heutigen Gesellschaft besser ent- tarier füßt und liebkost sein Weib, weil er sie liebt und dem Hunger und Kummer des Arbeiters gegenüber so spricht und die dasselbe entwicklungsfähig macht. fich in seinen Geschlechtsempfindungen von ihr angeregt stumm oder unverfroren genug waren, ein hohnvolles Welchen dieser beiden Wege nun haben die Juristen fühlt, der Bourgeois aus Konvention; er versteht sich nur Loblied des Glücks der Armuth anzustimmen, können sich des bürgerlichen Gesetzbuches eingeschlagen? zu dieser, ihm im Grunde oft unangenehmen Thätigkeit, dann nicht genug thun, das traurige und harte Geschick Wie von deutschen Gelehrten nicht anders zu erweil sich das so gehört". Der Proletarier streitet, über- der Kapitalistenklasse zu bejammern, welche in ihren Prowarten steht, den ersten. wirft sich auch mit seinem Weib, und beide werden sogar fiten um ein Hundertstel oder auch um ein Tausendstel Ausgehend von der Auffassung ihrer Klasse über die dabei vielleicht einmal thätlich; aber diese Konflikte ent- bedroht ist. Gerade der aktuelle Moment hat wieder ein Ehe, wonach diese lediglich den Zweck hat, legitime Erben springen wiederum nur einer kraftvollen Empfindung, der mal das widerliche Schauspiel gezeitigt, die an der Krippe thres Besizes zu erzeugen, verfielen die Juristen des bürger- Energie seines Gefühls. Der Bourgeois, dem diese Fähig des Kapitalistenthums stehenden Mamelucken der Feder in lichen Gesetzbuches dem unabwendbaren Geschicke und zeigten feiten völlig abhanden gekommen sind, hat es dann bequem, Klageweiber verwandelt zu sehen, welche Asche auf das von neuem, indem sie ein Familienrecht schufen, das an sich auf das hohe Pferd zu seßen und sich moralisch über Haupt streuen und in zerrissenen Gewändern Trauergesänge Volksfeindlichkeit und Unbrauchbarkeit seines Gleichen noch die Rohheit der Arbeiter zu entrüsten. Und diesen Mangel über die gefährdet scheinende Freiheit" der Arbeit annicht gefunden hat, daß die herrschende Klasse völlig unfähig an gesundem, fräftigem Gefühl, an dem er leidet, lügt er stimmen. ist, ein lebendiges, vom Volke verstandenes Recht zu geben. fich dann obendrein in die Tugend weiser Selbstbe- Natürlich! Die Arbeiterbewegung ist in den einzelnen Und es ist auffällig, daß der sonst so scharfsinnige Prof. herrschung um! Ländern und ganz besonders dank ihrer Internationalität ju einer Macht geworden, welche anfängt, Reformen zu ertrotzen, durch Druck von unten her zu erzwingen, mag man gleich den Konzessionen das Mäntelchen der Fürsorge für das Proletariat von oben her umhängen. Die Bourgeoispresse ist darum auch an der Arbeit in allen Ton arten das Lied vom armen reichen Manne zu singen. In den rührendsten Worten malt sie seine ausreibende Thätig feit, seine schlaflosen sorgengequälten Nächte, sein Gefahren risiko, sein mühevolles Hasten, dem Gespenst der Konkurrenz zu entfliehen, seine väterliche Fürsorge für den Arbeiter, feine Benachtheiligung durch die Gesetze, welche nur noch zu gunsten des Glückskinds, Proletarier genannt, gemacht und gehandbabt wurden. Und das unvermeidliche Pendant zu diesem Bilde grau in grau bildet die Schilderung des idyllisckien Lebens des glücklichen armen Mannes, der einer mäßigen, mit keinen Sorgen verknüpften Thätigkeit zufolge gesund an Körper und Geist, eine bescheidene aber wahrhaft beueidenswerthe Existenz führt. Natürlich kommt dann stets der Schluß, daß es ungerecht wäre, die Lasten des selbstverleugnenden, nur dem Aufschwung der nationalen Industrie lebenden Kapitalisten zu vergrößern, und geradezu verbrecherisch, die„Begehrlichkeit der unteren Klaffen zu wecken", die Verbesserungen ihrer Lage zu fordern, welche weder nöthig noch möglich seien. Bei der Bean spruchung der kleinsten Reform seitens der Arbeiter wird der Teufel des Ruins der nationalen Industrie an die Wand gemalr. Auf den schwächlichsten Versuch, die Profite des praknschen Unternehmerthums um ein Titel chen zu kürzen, erschallt es: Heiliger Manchester vorn, hei liger Manchester hinten, erhalte uns die hochgebenedeiete Freiheit der Industrie und Ausbeutung. Schade nur, daß die Thatsachen zu der Roth des reichen und dem Glück des armen Mannes eigenthümlich «npaffende Illustrationen liefern. Das Licht der zauber hasten Feste des Bankiers I. oder des Fabrikanten Z wirft eine eigenthümliche Beleuchtung auf das sorgenschwere Leben der oberen Zehntausend. Ein Blick auf ihre Küchen und Weinzettel, auf ihre Badereisen, ihre Spielpartien Wettrennen, die Toiletten ihrer Frauen und Nana's läßt sonderbare Gedanken über den Nothstand der armen Kapitalisten klaffe aufkommen. Und auch an Randzeichnungen zu dem mit zynischer Ironie gepriesenen Glück der Proletarier fehlt es nicht. Wer Augen hat zu sehen, dem grinst auf Schritt und Tritt das Elend der ökonomisch ausgesaugten, politisch geknebelten Klasse entgegen; wer Ohren hat zu hören, der vernimmt aus allen Ecken und Enden den Schrei nach Freiheit und Gleichberechtigung. Das Mastbürgerthum will allerdings durck so unliebsame Thatsachen nicht in seiner Verdauungs- seligkeit gestört sein, und so läßt es durch seine journa listischen und nationalökonomischen Knechte den Schwindel- haser vom Glück des Arbeiterstandes weiter und weiter kultiviren. Aber oft genügt es an einer einfachen schlichten That- fache, die böse Saat in dem oder jenem Gehirne auszu rotten. So wurden die Deklamationen der Giffen, Brad- laugh ic. durch das Rechnungsbuch eines englischen Arbeiters Lügen gestraft. So wurden auch die Lobpreisungen der aktuellen Ordnung durch die Leon Say, Jules Simon iurch die„Geschichte eines Spinners von Lille" an den Schandpfahl genagelt Aus Deutschland, aus aller Herren Ländern, wo sich das kapitalistische System eingebürgert hat, fehlt es nicht an Seitenstücken zu dieser Geschichte, die nicht nur spricht durch das, was sie erzählt, sondern noch mehr durch das, was sie verschweigt, und die das typische Bild eines Proletarierlebens giebl. Der Melfenfonds. Eine der Hauptwaffen des Systems Bismarcks war die offiziöse Presse, die, scheinbar unabhängig redigirl, so oft es der Regierung beliebte, sich zum willenlosen Sprach- rohr derselben hergab. An die vornehmeren dieser Blätter (z. B. die„Norddeutsche Allg. Ztg., die Köln. Ztg., die Hamb. Nachrichten") wurden aus der Wilhelmstraße einzelne Artikel geschickt, die dann die Runde durch die ganze Presse machten und von allen Seiten debattirt wurden. Das zahllose Chor der kleineren konservativen Provinzblätter ver- sorgte man dagegen en gros. Ein und derselbe im offiziösen Preßbureau verfaßte Aufsatz ging an die verschiedensten Organe dieser Art, so daß ein geübtes Auge aus dem gleichzeitigen und massenhaften Erscheinen eines Artikels in gewissen Blättern ihren offiziösen Ursprung sofort er- kannte. So brachte z. B. die greif. Ztg. seiner Zeit regelmäßig wiederkehrende Notizen: Der Aufsatz mit der und der Ueberschrift, so und so beginnend, so und so endend, ist offiziös. Der Nutzen, den sich die Regierung von einer solchen versteckten Propaganda versprach, war ein doppelter. Erstens konnte sie durch dieses System die öffentliche Meinung in sehr viel höherem Grade beeinflussen, als es der Fall ge- wesen wäre, wenn sie ihre Kundgebungen einem einzigen offiziellen Blatte, das sich offen als Regierungsorgan be- zeichnete, zugewendet hätte. Und dann brauchte sie für ihre Artikel, deren Ursprung immer abgeleugnet werden konnte, keine Verantwortung zu übernehmen. Die Geldmittel, welche diese kunstvolle Beeinflussung der Presse ermöglichten, wurden theils den geheimen Fonds entnommen, welche die Kartellparteien im Budget jährlich mitbewilligten, theils auch den Zinsen des sogenannten Welfenfonds. � � In den letzten Wochen nach dem Sturze des Btsmarck- scheu Regiments war in der Presse wieder vielfach von diesem Fonds die Rede. Es wurden Hoffnungen laut,. daß *it dem früheren Reichskanzler auch diese seine Waffe zugleich vernichtet sein würde. Die„Nation" benutzt die Gelegenheit, zu einer historisch-juristischen Erörterung über den Ursprung jenes Fonds, aus der wir hier einiges in verkürzter Form zum Abdruck bringen: Der Welfenfonds besteht in der Hauptsache in 48 Mill. Mark, von denen 33 Millionen in 4'/: prozentigen preußischen Staats- papieren angelegt sein sollten. Er war zufolge eines am 29. Sep- tember 1867 abgeschlossenen Vertrags bestimmt zur Entschädigung des Königs Georg für die Einkünfte, welcher dieser früher als In- haber der hannoverschen Krone aus hannoverschen Domänen be- zogen hatte. Er war nicht der Preis eines Verzichts, welchen der König von Hannover etwa auf die Krone Hannover geleistet hätte; davon ist in dem Vertrage nicht nur die Rede; es hatte sogar der König Georg vor Abschluß des Vertrags einen solchen Verzicht verweigert.— Im Februar desselben Jahres lsatte sich jedoch die preußische Regierung bereits anders besonnen. Sie erließ eine Ver- ordnung über die Beschlagnahme des Vermögens des Kö/.igs Georg. Es wurden namentlich mit Beschlag belegt sämmtliche nicht dem preußischen Staate verbliebenen Werthobjette, welche der Vertrag vom 29. September 1867 zum Gegenstande hat, ingleichen das hierunter nicht mitbegriffcne innerhalb des preußischen Staatsge- bietes befindliche Vermögen des Königs.„In Ausübung der Eigen- thumsrechte an diesen Objekten wird," so heißt es in der Verordnung weiter,„König Georg durch die[hierzu zu bestimmenden preußischen) verwaltenden Behörden mit voller rechtlicher Wirkung vertreten. Aus den in Beschlag genommenen Objekten und Revenuen sind, mit Ausschließung der Rechnungslegung an den König Georg, die Kosten der Beschlagnahme und Verwaltung, sowie die Maß- regeln zur Ueberw achung und Abwehr der gegen Preußen gerichteten Unternehmungen des Königs Georg und seiner Agenten zu bestreiten. Verbleibende Ueberschüsse sind dem Vermögensbestande zuzuführen.— Die Wiederaushebung der Beschlagnahme bleibt königlicher Verordnung über- lassen." Motivirt war die Verordnung in dem betreffenden Berichte des Staatsministeriums an den König mit dem Hinweise darauf, daß König Georg Hannoveraner, also nunmehr preußische Unter- thanen aus fremdem Boden(in Frankreich), zur militärischen Ver- Wendung gegen Preußen ansammle, mit Preußen also im Kriegs- zustande sich befinde. Da König Georg indeß keine gegen Preußen gerichtete Unternehmungen ausführte konnte die Regierung das Geld nach Belieben verwenden. Man weiß, in welcher Weise sie diese Vollmacht bisher ausgenutzt hat. Jene Verordimug bedurfte übrigens zu ihrer Aufrechterhaltung der Zusnmmuyg des Landtages. Diese letztere wurde ertheilt, indeß mit dem in dem Gesetz vom 15. Februar 1869 ausgesprochenen Zusätze, daß die Wiederaufhebung der Beschlagnahme nur durch Gesetz erfolgen solle. Es ist klar, daß nach dem Wortlaut dieses Gesetzes eine formelle Wiederaufhebung der Beschlagnahme nur durch E' möglich ist, d. h. es bedarf dazu der Zusttmmung der Regierung. Und daß es ihrer bedarf, verdantt man der übelangebrachten Ver- ttauensseligkeit des damaligen preußischen Parlamentes. steuer ab. Nur derjenige, der mindestens 5 fl.(1 fl.— Mk. 1,70) an direkten Steuern zahlt, ist wahlberechtigt. Wie unvernünftig und ungerecht eine solche Grundlage ist, vermag man am besten zu erkennen, wenn man Wahllisten durch- blättert. Schon am ersten Blick erkennt man, daß das Wahlrecht vornehmlich an den Besitz geknüpft ist. Fabrikanten, Großgrund- besitzer und andere vermögende Persönlichkeiten sind sämmtlich Wahl- berechtigt, Arbeiter dagegen auch nicht einer. Das Wahlsystem erscheint noch unhaltbarer, wenn wir die verschiedenen Wahl-Privilegien der Besitzenden betrachten. So sind z. Ä. die Handels- und Gewerbekammern, die doch nur eine Hand voll Industrieller vertreten, mit dem Rechte ausgestattet, 24 Ab- geordnete in den Reichsrath zu entsenden. Die Herren Industriellen wählen also doppelt, bei den allgemeinen Wahlen und auf dem Um- weg der Handelskammern. Die Großgrundbesitzer besitzen gleichfalls Wahlprivilegieu. In Mähren z. B. wählen ca. 144 Großgrundbesitzer 25 Abgeordnete in den Landtag. 144 Mitglieder der herrschenden Klasse in Mähren wählen also nicht weniger wie 25 Landtagsabgeordnete. Die Hunderttausende städttscher und ländlicher Arbeiter Mährens dagegen können nicht einmal einen Abgeordneten wählen. In keinem Lande Europas kommt die Thatsache, daß die Be- sitzenden die Klinke der Gesetzgebung in der Hand haben, so voll und deutlich zum Ausdrucke wie in Oesterreich. Sogar solche Länder, die in der Kultur weit hinter Oesterreich zurückstehen, wie Serbien und Bulgarien, sind mit einem besseren Wahlrechte aus- gestattet. Bezüglich der Wahlberechttgung wurden auch die Bauern sehr stiefmütterlich behandelt. Am flachen Lande wird nämlich indirett gewählt. Daß ein solches indirettes Wahlrecht nur einen geringen Werth besitzt, ist selbstverständlich. Das indirekte Wahlrecht ist die Ursache, daß in ländlichen Wahlkreisen Abgeordnete mit lächerlich geringen Stimmenzahlen gewählt werden. Ein Abgeordneter, der mit 100 bis 200 Stimmen gewählt wird, ist in Oesterreich nichts seltenes. In Deutschland, wo all- gemeines Wahlrecht herrscht, sind 5000 bis 8000 Stimmen das allergeringste, wenn ein Abgeordneter-Kandidat durchdringen will. Die mecklenburgische Uerfalsung oder vielmehr Berfassungslosigkeit bildet jetzt wieder einmal den allgemeinen Gesprächsgegenstand für die bürgerliche Presse, und auch der Reichstag wird sich bald damit zu beschäftigen haben. Hier haben die nationalliberalen und reisinnigen mecklenburgischen Abgeordneten den Antrag eingebracht, in die deutsche Verfassung eine Bestimmung auszunehmen, nach welcher in jedem deutschen Bundes- 'taate eine aus Wahlen der Bevölkerung hervor- gehende Vertretung bestehen muß, deren Zustimmung bei jedem Landesgesetz und bei der Feststellung des Staatshaushalts erforderlich ist. Die„Voss. Ztg." läßt sich bei dieser Gelegenheit aus Mecklenburg schreiben: „Die beiden mecklenburgischen Lande haben zwar jedes einen Fürsten und jedes eine Regierung für sich, aber neben diesen steht ein gemeinsamer Ständetag, der söge- nannte Landtag, dessen Aufgabe es ist, die Klinke der Gesetzgebung zu handhaben. „Alle Bürger zahlen Steuern, aber nur die 700 glücklichen Besitzer von ritterschaftlichen Gütern haben das Recht, über die Verwendung der erhobenen Gelder mitzureden und dieser„Ritterschaft" stehen städtische Vertreter als„Landschaft" zur Seite. „Wie wenig diese vereinzelten bürgerlichen Elemente, die obendrein fast nur aus zu Hosräthen erhobenen Bürgermeistern bestehen, zu bedeuten haben, ist klar. Aber nicht inmal alle Städte haben das Recht, einen Ver- treter in die Landschaft zu senden. Da sind Städte in Mecklenburg, eben so klein, oder eben so groß wie andere, enen man den amtlichen Namen„Flecken" beilegt. Ihnen hat ständige Willkür in grauer Vorzeit das Stadtrecht verweigert oder das einmal besessene wieder genommen In Folge dessen haben sie eine unvollständige Selbstver waltung und keinen Vertreter auf dem Landtage. Ja, die eine der beiden größten Städte des Strelitzer Landes, die Hauptstadt Neu-Strelitz, hat selbst zwar städtische Einricbtungen, wird aber nicht als Stadt gerechnet und ihre 10 000 Bürger haben auf dem Landtage gar keine Vertretung. Aehnlich geht es auch der alten Hansestadt Wismar, die als„schwedisches Pfandstück" betrachtet wird. „Während die Ritterschaft so zahlreich und die Städte so schwach vertreten sind, hat das flache Land, ganz gleich, ob es zur Ritterschaft, zum Dominium oder zum Kabinetsamt gehört, gar keine Vertretung. Alle die ländlichen Eigenthümer, Pächter, Erbpächter und Tage- löhner müssen ihre Steuern zahlen, ihre Söhne dienen dem Vaterlande, sie sind gleichberechtigte Bürger des Deutschen Reiches, aber in ihrem engeren Vaterlande sind sie politisch rechtlos. „Kurz gesagt, die Großherzogthümer Mecklenburg stecken noch tn mittelalterlichen Einrichtungen, die seit 1755, abgesehen von einer bald beendigten Unterbrechung der Jahre 1848, 1849, fast gar nicht geändert worden sind." Die nächsten Forderungen der Derliner Handlnngsgelsitfen«. Handlungsgehilfinne« fanden am Dienstag nach einem Vortrag des Herrn Albert Auerbach Ausdruck in folgender Resolution: „Die am 20. Mai d. I. im Saale der Brauerei Friedrichshain tagende öffentliche Versammlung der Hand- lungsgehilfen und Gehilfinnen beschließt angesichts der dem Reichstage vorliegenden Arbeiterschutz-Gesetzentwürfe, daß dem Reichstage folgende Resolution zur Kenntniß zu bringen ist: In Erwägung, daß die Angestellten im Handels- gewerbe bezüglich ihrer Engagementsverhältnisse jeglichen gesetzlichen Schutzes entbehren und sich infolge dessen die größte Willkür seitens der Arbeitgeber auf das drückendste fühlbar macht; in weiterer Erwägung, daß der von der Regierung eingebrachte Arbeiterschutz-Gesetzentwurf die Angestellten des Handelsgewerbes nur in der Frage der Sonntagsruhe berücksichtigt, im übrigen aber die unbedingt nothwendige Regelung der werktäglichen Arbeitszeit und der Kün- digungsfristen gänzlich unberührt läßt und in schließ- licher Erwägung, daß der Arbeiterschutz-Gesetzentwurf der sozialdemokratischen Fraktion die bei dem Regierungs-Ent- wurs vermißten Schutzmaßnahmen enthält, erkennt die Versammlung den Arbeiterschutz-Gesetz- entwurf der sozialdemokratischen Fraktion als den- jenigen an, welcher allein den berechtigten Forderungen der Angestellten des Handelsgewerbes Rechnung zu tragen sucht. Allerdings entspricht derselbe nicht ganz den Wünschen und Bedürfnissen der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen und fordert deshalb die Versammlung folgende Er- gänzung des Gesetzentwurfs: 1. Die Angestellten des Handelsgewerbes dürfen an Sonn- und Feiertagen nicht länger als 5 Stunden, und zwar nicht vor 7 Uhr Morgens beginnend und nicht über Mittags 12 Uhr hinausgehend, beschäftigt werden. 2. Die Kündigungsfrist soll nicht in der Regel, sondern mindestens 4 Wochen betragen. 3. Die Gehaltszahlung soll 14täglich erfolgen. Die Versammlung ersucht die sozialdemokratische Frak- tion, in diesem Sinne ihren Gesetzentwurf zu amendiren und richtet serner an den Reichstag die Bitte, durch An- nähme dieses Gesetzentwurfs endlich einmal auch den An- gestellten des Handelsgewerbes denjenigen Schutz zu ver- schaffen, den dieselben zur Wahrung ihrer wirthschaftlichen Existenz unbedingt fordern müssen." Diese Resolution gelangte mit erdrückender Majorität zur sofortigen Annahme und wurde das Bureau der Ver- sammlung beaustragt, diese Resolution dem Reichstag zu unterbreiten. Ueber das österreichische Mahlrecht lesen wir in der Brünner„Volksstimme": Wohl in keinem Lande Europas ist die Grundlage des Wahl- rechtes eine so verzwickte und ungerechte, wie in Oesterreich. Die Wahlberechtigung hängt von der direttcn Einkommen- Dedürfen Teller sammlnngen einer polizeilichen Genehmigung in Dreußen? Das Berliner Kammergericht hat es in einem neuerlichen Erkenntniß für zulässig erklärt, daß die Veran- staltung und Ausführung von Tellersammlungen bei öffent- liehen Versammlungen im Wege der Polizeiverordnung von einer ortsp olizeilichen Genehmigung abhängig gemacht wird. Der„Reichsanzeiger" macht hiervon Mittheilung und fügt hinzu:„Dem entsprechend würde auch für die Er- Hebung eines Eintrittsgeldes von beliebiger Höhe in öffent- lichen Versammlungen eine polizeiliche Genehmigung er- fordert werden können. Der Minister des Innern hat den Regierungspräsidenten hiervon Kenntniß gegeben und es ihrem Ermessen überlassen, ob ein Bedürfniß zur poli- zeilichen Regelung dieser Materie in den einzelnen Ver- waltungsbezirken vorliegt." Das Bedürfniß wird wohl nur zu sehr von den Re- gierungspräsiventen entdeckt werden. Politisches. Der Reichstag beschäftigte sich in den letzten Tagen hauptsächlich mit der Gewerbeordnung. Von den Sozialdemokraten sprach der Abg. Grillenberger. Wir bringen diese Verhandlungen als Beilage zur nächsten Nummer. Mittwoch wurden die Sizungen bis zum 9. Juni vertagt. * * Die sozialdemokratische Fraktion hat beschlossen, beim Reichstage einen Antrag einzubringen, wonach in die Verfassung ein Artikel aufgenommen werden soll, welcher dem Reichstage die Möglichkeit giebt, Kom missionen zur Untersuchung sozialer und ökonomischer Verhältnisse einzusehen. * * # Gewerkschaftliches, Vereine. Achtung! Arbeiter des Südens Berlins. Gelesene Arbeiterblätter zur besseren Agitation in den Provinzen werden in pellation Odescalchi's der Minister des Ackerbaues Biceli, es sei verantw. Redakteur Jos. Tobota. Seit einigen Tagen bereits nothwendig, das gegenwärtige Gesetz über die Kinderarbeit zu erscheint in Wien die ,, Desterreichische Bauarbeiterzeitung". verbessern und außerdem einen Gefeßentwurf zur Regelung der Dieses alle 14 Tage erscheinende Blatt soll einem schon lang und Frauen arbeit vorzulegen. Außer dem gegenwärtig der Kammer tief empfundenem Mangel abhelfen. Die Bauarbeiter, welche zu zur Berathung vorliegenden Arbeiter- Unfallgesez würden noch andere den stärksten Branchen zählen, entbehrten bisher jedwedes durchderartige Vorlagen gemacht werden, um die Beschlüsse der Berliner greifenden Organisationsmittels, ein Umstand, welcher sich schon Konferenz zur Anwendung zu bringen. Crispi bemerkte- er öfters, und erst jüngst wieder anläßlich des Maurerstreiks in Wien, scheint auch auf sozialem Gebiet ein Schüler Bismarcks die in empfindlicher Weise fühlbar machte. Am 1. Juni d. J. Berliner Konfer: nz berühre andere Länder mehr als Italien, dessen erscheint ferner die erste Nummer des vom Verbande der Allge Arbeiter in der Mehrzahl auf den Feldern beschäftigt seien, außer- meinen Arbeiterkranken- und Unterstügungsvereine Desterreichs und dem habe sich die Regierung bezüglich Einführung der Konferenz- dem der genossenschaftlichen Krankenkassen herausgegebenen Organes beschlüsse volle Freiheit des Handelns vorbehalten. Das in- Arbeiterschutz". Dasselbe wird sich mit allen Fragen der dustrielle Leben Italiens sei erst am Beginn, daher könne es un- Arbeiterschußgefeßgebung und des Versicherungswesens beschäftigten Das möglich Verpflichtungen eingehen, welche die Entwicke- und am 1. und 15. eines jeden Monats erscheinen. Abonnement beträgt ganzjährig fl. 1.60. Redaktion und Administraton lung hemmen würden. Die Kaufleute und die Sonntagsarbeit. Dem Wunsche befinden sich vorläufig: VI. Bez., Gumpendorferstraße 65. Wir der kaufmännischen Streise, durch die bevorstehende Reform der wünschen allen diesen Blättern ein fräftiges Gedeihen. Gewerbeordnung einen vollständigen Schluß der Handelsgeschäfte Nowawes. Am 13. Mai fand in Potsdam Schöffengean Sonntagen herbeizuführen, giebt eine Petition, welche der richts- Verhandlung statt gegen die wegen Sammlung zu Wahl= Vorstand des Leipziger Verbandes Deutscher Handlungszwecken angeklagten vier Genossen. Dieselben wurden jedoch freigehülfen" an den Bundesrath und Reichstag gerichtet hat, gesprochen, weil nur zu einer Haus kollekte die Erlaubniß des Nach einer Aeußerung, welche der preußische Handels- Ausbruck. Sollte sich die strikte Durchführung der Sonntagsruhe Regierungspräsidenten einzuholen ist. Die Sammlung zu Wahlen minister Frhr. v. Berlepsch im Reichstag that, ist es un iebt noch nicht ermöglichen lassen, so ersucht die Petition die zuge fann aber nicht als Hauskollekte angefehen werden. zweifelhaft, daß die Zahl der Gewerberäthe bald eine lassene fünfstündige Sonutagsarbeit nur hintereinander und nicht Erhöhung erfahren und daß wohl schon in dem nächsten schichtweise zu gestatten und überhaupt den lokalen Behörden nicht zu viel freie Hand in der Festsetzung der Arbeitsstunden am Sonntag preußischen Etat eine Mehrforderung hierfür eingestellt zu lassen. Des weiteren verlangt die Petition, die Bestimmungen werden wird. Das Institut der Fabrik- Aufsichtsbeamten über Arbeitsdauer der jugendlichen Arbeiter und der Arbeiterinnen hatte in der Gewerbeordnung von 1869 keine Aufnahme auf die Lehrlinge und Gehülfinnen im Handel auszudehnen. gefunden, obwohl in Breußen bereits früher, allerdings Die Arbeitszeit auf den Eisenbahnen. Kürzlich fanden folgenden Sammelstellen entgegengenommen: Otto Klein, Ritternur in einigen Bezirken, wie in Aachen, Düsseldorf, sich die Büreaubeamten der großen englischen Eisenbahnen in straße 15 im Laden; G. Rezerau, Heim- und Bergmannstraßender großen Zentralhalle( Bishodsgate Street) in London in einer Arnsberg, besondere Fabrikinspektoren eristirten. Erst die stark besuchten Versammlung zusammen. Es handelte sich um die Ecke, im Restaurant Ammer; Paul Sucker, Fichtestr. 26; W. Werner, Gewerbeordnung von 1878 übertrug die Fabrikaufsicht schon vielfach zur Sprache gebrachten Beschwerden über die lange Bülowstr. 64; P. Schröder, Kreuzbergstr. 15. Diejenigen Genossen besonderen, von den Landesregierungen zu ernennenden Arbeitszeit und schlechte Bezahlung, unter welchen die Beamten der Provinzen, welche Arbeiterblätter zur Vertheilung in ihren Beamten. Die Zahl dieser preußischen Beamten hat schon hause vorgelegten Statistik arbeiteten im Jahre 1888 in einem Otto Klein, Zigarrenhändler, Berlin S., Ritterstr. 15, abgeben. mehr oder weniger alle zu leiden haben. Nach einer dem Ober- Streifen zugesandt haben wollen, mögen ihre Adressen an Herrn in den letzten Jahren eine allmälige Steigerung erfahren. Monat 252 000 Eisenbahnbeamte 13 Stunden, 160 000 14 Stunden, Otto Klein, Zigarrenhändler, Berlin S., Ritterstr. 15, abgeben. Während noch im Jahre 1884 nur 18 Beamte thätig 110 190 15 Stunden, 57 873 16 Stunden, 27 066 17 Stunden, Die Kommission. J. A.: Otto Klein, Ritterstr. 15. 25 528 18 Stunden täglich. waren, wurden in den letzten von den Gewerberäthen er: 380 000 Eisenbahnangestellte nur 18 sh.( 1 Schilling 1 Mark) sich rege an der Unterstützung der auswärts streikenden Tischler zu Dabei erhielten im Jahre 1887 An die Tischler Berlins! Wir ersuchen die Kollegen, statteten Jahresberichten für 1888 deren 27 aufgezählt. die Woche. Heutzutage bekommen nicht alle englischen Bureaube- betheiligen, insbesondere für Breslau. Listen sind zu haben bei Die Vermehrung war so vorgenommen, daß man den amten diesen Gehalt. Von der Gesammteinnahme der englischen Lobstädt, Oranienstr. 171, III; Büster, Laufizer Plaz 2, II. Hof, hauptsächlich belasteten Fabrikaufsichtsbeamten Assistenten zur Eisenbahnen im letzten Jahre, die sich auf 75 000 000 ftr.( 1 Liver Müller, Oppelnerstr. 28, Hof III; Monien, Kreuzbergstr. 9, QuerSeite stellte. Infolge dessen blieben die Aufsichtsbezirke, gleich 1 Pfund Sterling gleich 20 Mart) belief, wurden 38 000 000 gebäude III; Millarg, Lehrterstr. 22, II. Ferner machen wir beLitr. an Dividenden und Zinsen vertheilt. Von dem Reste von kannt und warnen vor Zuzug nach: Altenburg, Bielefeld, Breslan, wetche den einzelnen Gewerberäthen unterstellt waren, die 37 000 000 Litr. wurde die Hälfte für Material und Gehalte der Eilenburg, Flensburg, Görliz, Grabow, Hameln, Hannover, Helmgleichen. Ob man bei der in Aussicht genommenen Neu- hohen Beamten verwandt, während nur 18 000 000 2 str. für stedt, Hildesheim, Kiel- Gaarden, Lauenburg, Leipzig, Ludwigshafenvermehrung der Fabrikaufsichtsbeamten an dieser Praris Löhne und kleinere Gehalte gezahlt wurden. Die Versamm- Mannheim, Minden, Spremberg, Weimar, Wolfenbüttel. J. A.: festhalten oder einzelne Aufsichtsbezirke theilen wird, ging lung beschloß, einen Gewerfverein für Bureaubeamte im Anschluß N. Millarg, Tischler, Lehrterstr. 22, II. an den Gewerkverein der Eisenbahnarbeiter zu gründen. Kein Bier aus den Brauereien zu trinken, welche die aus der Erklärung des Handelsministers nicht hervor. Der Staat als Muster- Arbeitgeber. Vom Rhein, Forderungen der Brauergesellen nicht bewilligen, wurde in vielen Internationaler Bergarbeiterkongreß. Am 11. Mai, schreibt man der" Frankf. 3tg.": In der Aera des Berliner Versammlungen beschlossen. Dienstag trat in Jolimont( Belgien) der von England Arbeiterschußes erscheint es angezeigt, auch einmal auf solche staat- Fachverein der in Buchbindereien und verwandten aus angeregte internationale Bergarbeiterkongreß zusammen. liche Betriebe hinzuweisen, welche hinsichtlich der handgreiflichen Betrieben beschäftigten Arbeiter. Den Kollegen zur NachVon Deutschland aus sollten die bekannten Bergarbeiter: Bebensgefahr für Beamte und Arbeiter nicht in demjenigen richt, daß die beiden nächsten Versammlungen den 24. und den 31. Maße Abhülfe schaffen, welches jetzt allgemein von gewerblichen ausfallen. Die Zeitung ist an beiden Sonnabenden im ArbeitsFührer Bunte, Schröder, Siegel, Eckardt, außerdem noch Privatbetrieben verlangt wird, indem sie aus unhaltbaren Gründen nachweis, Dresdenerstr. 116, in den Geschäftsstunden entgegen= Vertreter des sächsischen Bergarbeiter Vereins, zusammen die mit Lebensgefahr verbundenen Dienstleistungen zusammen- zunehmen. Vom 7. Juni finden die regelmäßigen Versammlungen etwa 15-20 Mann an dem Kongreß theilnehmen. Acht hängenden alten Verkehrs- Einrichtungen und Arbeits- Methoden bei- stets Sonnabends statt. Tage wird der Kongreß im Saale der sozialistischen Ge- behalten. Es soll hier einmal auf den Kupplungs- und Fahrtarten- Aufsichtsdienst im Eisenbahnbetrieb aufmerksam gemacht nossenschaft Le Progrès" tagen. Die Tagesordnung ist werden. Bekanntlich macht das Einhängen der Kupplung das gefolgende: fährliche Betreten und Treten zwischen die Geleise erforderlich. Abhülfe- Vorrichtungen sind nun in der Form von Seiten kupplungs= konstruktionen in großer Auswahl vorhanden. Trotzdem wird auf den preußischen Staatsbahnen die Einführung der Seitenkupplung aus verschiedenen, kaum stichhaltigen Gründen amtlicherseits weder unterstüßt, noch ernstlich versucht; man beschränkt sich meist darauf, den Mehraufwand als Hinderungsgrund anzuführen, ganz wie Fabrikanten, die im Arbeiterschutz fäumig sind. Aehnlich steht es um den gefahrvollen Dienst, welcher mit der Fahrkartenaufsicht verbunden ist. In voller Fahrt, bei Regen und Frost, hat der Beamte das Wagentrittbrett zu beschreiten, um dem reisenden Pnblikum die Fahrkarten zu koupiren und abzunehmen. In verschiedenen auswärtigen Staaten hat man schon seit Jahren diesen ebenfalls mit Lebensgefahr verbundenen Dienst abgeschafft; warum finnt man nicht endlich auch bei uns in der Aera des Arbeiterschutzes auf Abhülfe? 1. Prüfung der Ausweise der erschienenen Abgeordneten. 2. Festsetzung der Zeit für die verschiedenen Sizungen. 3. Beschluß über die Dauer der einzelnen Neden. 4. Prüfung der Berichte aus den verschiedenen Ländern. 5. Besprechung der Arbeitsdauer überhaupt und in den Bergwerken, sowie hierauf bezügliche Beschlüsse. 6. Lohnfrage. 7. Prüfung der in den einzelnen Ländern bestehenden Geseze über das Vereinswesen und gemeinschaftliches Vorgehen der Bergleute. 8. Allgemeine Maßregeln bezüglich der Gesetzgebung und Organisation. 9. Maßregeln zu einem internationalen Vorgehen zur Einführung gleicher Schutzgesetze. 10. Sonstige, die Arbeiterverhältnisse aller Staaten betreffende Fragen. = Oesterreichische Arbeiterblätter. In der zweiten Hälfte Arbeiterschutz in Italien. Am Sonnabend erklärte in dieses Mouats erscheint in Wien ein neues slavisches Arbeiterder italienischen Deputirtenkammer in Beantwortung einer Inter- blatt ,, Delnicky Listy", vierzehntägig. Herausgeber und Die Buchhandlung für Arbeiter von Karl Reiche Hamburg, 2. 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Riesa: Wozu machen wir denn unsere geschäftlichen Mittheilungen im Briefkasten? Seit einem Vierteljahr wiederholen wir, daß alle Geldsendungen und Bestellungen nur an die Expedition zu richten sind! Also nicht an Herrn Sch. persönlich, der gar nicht in der Lage ist, fortwährend in Berlin nnd auf der Expedition zu sein. Alle Verzögerungen haben sich die Einsender selber zuzuschreiben. Grosses Früh- Concert ( mit Unterstützung der Hauskapelle) im Lokale des Herrn Lehmann, 23, Schwedter Straße 23. Billets à 30 Pf. find zu haben bei Brückner, Lothringerstr. 67; Lange, Weinbergsweg 1, Hafenclever, Brunnenstr. 122; Gnadt, Brunnenstr. 38; Nürnberg, Antlamerstr. 49; Schulz, Gartenstr. 70; Beyer, Gr. Hamburgerstr. 16; Hoffmann, Straußbergerstr. 36. Achtung! Schlossbrauerei Schöneberg. Sonntag, den 25. Mai( 1. Pfingstfeiertag): Crosses Früh- Concert Sonntagsruhe. Um eine solche bei mir allmälig einzuführen, werde ich mein Cigarrengeschäft in der Brunnenstr. 122, Ecke Anklamerstr. versuchsweise Sonn- und Feiertags vorläufig um 6 Uhr schließen. Da der Sonntag Nachmittag bisher der Hauptgeschäftstag war, so werden es die Parteigenossen verstehen, wenn ich sie dringend bitte, mich in der übrigen Zeit kräftiger als bisher zu unterstüßen, damit der Ausfall dadurch ausgeglichen wird. Gleichzeitig mache auf meinen von jetzt ab Sonnabends stattfindenden großen Gelegenheitskauf aufmerksam. Durch bedeutende Baareinfäufe bin ich in der Lage, folgende niedrigste Preise zu offeriren: = 75 Mark Cigarre für Mark 5,00, 60 Mark: Cigarre für Mark 4,00 uns 50 Mark Cigarre für Mark 3,80 per zum Besten erkrankter Mitglieder des Unterstützungsvereins der Maurer des 100 Stück. Westen Berlins. 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Denn ihr Sohn kommt bald mit dem Zuge vorbei, Ihr Sohn der Bremser; drauf warten die Zwei. Dann reichen sie ihm das Essen hinauf,— Ein Griff, ein Blick so sicher, so ftoh Durchs flackernde Zwielicht im rasenden Lauf,— Seit Jahr und Tag schon machen sie's so; Bon Morgen bis Abend freun sie sich schon, So im Fluge zu sehn ihren Karl, ihren Sohn. Da sitzen die Greise und blinzeln sich an. Sie streichelt Ihm die harte Hand: Ja, unser Karl! wie Der es kann! Wie steht er da immer! so fest, so gewandt! Wie sichern: sie ihn Alle! wie ist er stark! Der ist, mein Alter, von Deinem Mark. Hm! pafft der Alte und schmunzelt warm: Ein Deubelsjunge! er hat es los! Hm! pafft er wieder und drückt ihr den Arm: Hm! aber— aber— Das ist's nicht blos! Wie lieb sie ihn haben! wie ist er gut! Der ist, liebe Olsche, von Deinem Blut. Da schlägt es Zehn. Von der Bank er schnellt: Jetzt kommt er gleich, nimm um dein Tuch!— Dann hurtig hinaus, das Signallicht gestellt; Wie flink ist der Alte! schon hört er den Zug. Nun rasch auf die Schiene— Geschwind, geschwind! Da stehn sie im Frost, im peitschenden Wind. Da kommt es herum um den Waldrand gesaust, Der Maschine blendende Augen glühn; Da kommt es und keucht es und schnaubt es und braust, Schon sehn aus dem Schlote die Funken sie sprühn. Vor Kälte und Freude die Alte bebt; Da stampft es heran— den Korb sie hebt. Hui! heulend der Sturm durchs Kleid ihr fegt— Hilfgott! ein Aechzen— ein knirschend Gekrach— „Mutter, Mutter, das Rad!"— Kein Gott sich regt. „Halt, Vater, nein!"— Doch der Alte faßt nach; Da packt's auch den Alten, da reißt es auch ihn In blutenden, dampfenden Fetzen dahin. Und oben drüber ihr Karl, ihr Sohn, Er wankt, will nach, er stöhnt, steht fest. Die Pflicht, die Pflicht! O Lohn, o Hohn! Fest steht er, die Faust um die Bremse gepreßt. Fest steht er und weint in die Nacht hinaus. Fern schimmert das Fenster vom Elternhaus. Richard Dehmel. Der treue Euro. Märchen von Schtschedrin.') (Aus dem Russischen übersetzt von T. und Z.) Coro bekleidete das Amt eines Wächters in der Ge- treidehandlung des Moskauer Kaufmanns der zweiten Gilde Woratilow und hütete mit wachsamen Auge die Habe seines Herrn. Nie verließ er seine Hütte, sogar den Platz, auf dem die Niederlage stand, hatte er sich kein einziges Mal ordentlich angeschen. Vom frühen Morgen bis späten Abend sprang er an seiner Kette hin und her und bellte: „caveant consules!" Und er war ein weiser Hund, er hatte nie Bekannte und Freunde angebellt, sondern stets nur Fremde. Wenn es geschah, daß der Kutscher Haser stehlen ging, so wedelte Caro mit dem Schwanz und dachte;„Ach was, derbraucht ja nicht viel!" Wenn aber ein Fremder sich dem Hofe näherte, so hörte es der treue Wächter schon von weitem und warnte:„Diebe, Diebe!" Der Kaufmann Worotilow sah Caro's Diensteifer ein, und wenn er auf dem Wege nach seiner Niederlage an der Hundehütte vorüberging, so pflegte er zu sagen:„Der Hund ist Goldes werth! Man soll ihm aber auch Spülicht geben!" Und der gute Hund wollte vor Freude darüber schier aus der Haut fahren:„Zu Befehl, Euer Gnaden! happ! happ! Traktirt mich nur ruhig weiter! happ! happ! happ! happ!.... Eines Tages geschah es, daß der Polizeikommissar den Hof des Kaufmanns Worotilow besuchte. Caro sprang sogar auch auf ihn zu und erhob einen solchen Höllenlärm, daß der Hausherr, nebst Frau und Kindern herbeistürzten i) Besonders den Subalternenbeamten und Angestellten großer Häuser als Lektüre zu cmpfehlcn- und nicht anders glaubten, als das Räuber eingebrochen seien, während doch nur ein theurcr Gast gekommen war! „Willkommen, Euer Wohlgeboren! Kusch dich, Caro! Was thust du denn, Hallunke! Hast du den Herrn Polizei- kommisiar nicht erkannt! Euer Wohlgeboren, ein Gläschen gefällig! Ein Imbiß, vielleicht?" „Danke bestens, danke! Was für einen prächtigen Hund haben sie da, Nikanon Semjonitsch! Wahrhaftig, ein gutgesinntes Thier!" „Gewiß! Ein prächtiger Hund! Ein trefflicher Hund! Mancher Mensch hat nicht seinen Verstand!" „Jawohl, der rcspekrirt das Eigenthum, und das ist in unseren Zeiten— ach!— so angenehm!" Und sich zu Caro wendend, fügte er hinzu:„belle nur, mein Freund, belle nur zu. Heut zu Tag ist auch der Mensch, der gut angeschrieben sein will, gezwungen, nach Hundeart zu bellen." Dreimal hatte Worotilow Caro auf die Probe gestellt, ehe er ihn zum Wächter seines Vermögens gemacht. In einer finsteren Nacht hatte er sich als Dieb verkleidet (sonderbar, wie gut ihm das Kostüm stand), und war nach dem Speicher gescklichen, um daselbst zu stehlen. Das erste Mal hatte er ein Stück Brot mitgenommen, um den Hund damit in Versuchung zu führen. Aber der ehrliche Caro hatte die Rinde beschnuppert und Worotilow an den Waden gefaßt. Das andere Mal hatte er Caro eine ganze Wurst zugeworfen.—„Hundchen, sieh!"— Aber Hundchen riß ihm einen ganzen Rockschoß ab. Das dritte Mal endlich hatte er einen schmierigen Rubclschein mitgenommen, denn er dachte:„darauf wird der Hund sicherlich anbeißen!" Aber Caro erhob einen Heidenspektakel, so daß alle Hunde des Stadtviertels zusammenliefen und steif und starr vor Verwunderung waren, als sie sahen, wie der Hund seinen eigenen Herrn ganz wüthend ankläffte. Darauf hatte Worotilow seine Hausgenossen zusammen- gerufen und in ihrer Gegenwart dem Hund erklärt:„Caro, ich vertrau dir all mein Hab' und Gut an, meine Frau, meine Kinder, mein Vermögen. Hüte Alles! Bringt doch für Caro Spülicht!" Caro verstand und würdigte seines Herrn Lob, wahr- scheinlich Dank seiner Hundenatur. Er bellte mit dem Brustton moralischer Befriedigung— und ward von da an erst ein rechter Hund. Während er mit einem Auge schlief, blinzelte er mit dem anderen, ob sich nicht jemand durch die Pforte schleiche. War er des Springens müde, so legte er sich nieder und klirrte mit der Kette:„hier bin ich!"— Vergaß man ihn zu füttern, so freute er sich gar darüber, denn er sagte sich:„wenn man einen Hund jeden Tag füttern wollte, so könnte er möglicherweise nach einer Woche ausarten!— Bedachten ihn die Diener mit Püffen, so erschien ihm dies als eine heilsame Warnung. — Würde mau einen Hund nicht schlagen, so könnte er ja eines Tages seinen Herrn ganz vergessen.—„Mit Hunden muß man streng umgehen", philosophirte er für sich.„Prügel mit Grund, Prügel ohne Grund— als Lehre für die Zukunft! Nur wenn's so ist, werden wir Hunde rechte Hunde bleiben!" Kurz, Caro war ein Hund von Prinzipien und hielt das Banner seiner Ueberzeugungen so hoch, daß ihn alle anderen Hunde mit eingezogenem Schwanz anglotzten und dachten:„Ja, wir bringen's nun und nimmer so weit als er." Wie sehr Caro die Kinder auch liebte, so ließ er sich doch nicht einmal durch sie in Versuchung führen. Kamen die Kinder seines Herrn zu ihm; „Komm, lieber Caro! geh mit uns spazieren"— „Ich kann nicht", erwiderte er. „Du wagst dich wahrscheinlich nicht fort?" „O das beileibe nicht, aber ich habe kein Recht fort- zugchen." „Komm, Du Thor! Wir gehen heimlich fort. Niemand wird uns bemerken." „Und das Gewissen?!" Caro zog den Schwanz ein und kroch in die Hütte, so der Versuchung aus dem Wege gehend. Wie oft schon, um ihn zu bestechen, hatten die Diebe unter einander beschloffen, Caro ein Album mit den An- sichten des Somoskworelschje') zu schenken. Aber er wies alle derartigen Anerbieten zurück. „Ich brauche keine Ansichten", sagte er,„ich bin auf diesem Hofe geboren und werde hier mein altes Gebein lassen. Was brauche ich noch für Ansichten. Macht besser, daß ihr fortkommt." Nur eine Schwäche halte Caro: er glühte in leidenschaftlicher Liebe für Minka, und das auch nicht immer, sondern nur zeitweilig. Minka wohnte auf dem nämlichen Hofe wie er und sie war auch eine brave Hündin, aber ohne Prinzipien. Sie schlug an, aber beruhigte sich bald wieder. Deßhalb hatte man sie nicht an die Kette gelegt, sondern sie hielt sich größtentheils in der Küche auf und ging um die Kinder herum. Sie hatte in ihrem Leben gar manchen Leckerbissen genoffen, ohne ihn mit Caro zu theilen. Caro war ihr deswegen nicht im mindesten gram, denn er dachte:„Sie ist ja eine Dame, mag si: sich pflegen!" Wenn es sich traf, daß Minka's Herz anfing ') Stadtviertel in Moskau. zu sprechen, so winselte sie halblaut und kratzte an der Küchenthür. Sobald Caro das leise Gewinsel vernahm, pflegte er seinerseits in ein so furchtbares und so zu sagen charaktervolles Geheul auszubrechen, daß der Herr, der den Sinn desselben verstand, in eigener Person zu des Hundes Befreiung herbeieilte. Caro wurde dann freigelassen und durch den Hausmeister Nikita ersetzt, während Caro und Minka aufgeregt und glücklich das Weite suchten. Zu solchen Zeiten war Worotilow stets übler Laune, und wenn Caro den nächsten Morgen von seinem Ausflug zurückkehrte, so erhielt er unbarmherzig Peitschenhiebe. Und Caro war sich augenscheinlich seiner Schuld bewußt, denn er trat seinem Herrn nicht hocherhobenen Hauptes entgegen, wie es pflichtgetreue Beamte thun, sondern er kroch deh- und wehmüthig, mit eingezogenem Schwanz zu seinen Füßen hin. Auch heulte er nicht vor Schmerz, wenn die Peitschenhiebe auf ihn niedersausten, sondern er winselte nur halblaut: Meine Schuld! Meine eingene, aller- schlimmste Schuld! Eigentlich war er viel zu klug, um nicht zu verstehen, daß der Herr, wenn er ihn derart be- handelte, die„mildernden Umstände" ganz außer Acht ließ, aber um logisch zu bleiben, gelangte er doch am Ende zu der Schlußfolgerung, daß Schläge auch unter solchen Umständen eine Nothwendigkeit seien, denn würde man ihn in ähnlichen Fällen nicht schlagen, so würde er sicher aufhören, ein rechter Hund zu sein. (Schluß folgt.) Die Eisenbahner und ihr Leben. Das„St. Louis Tagebl." schreibt: Von der ,, Interstate Commerce Commissioa" (Zwischenstaats- Handels- Kommission der„Vereinigten Staaten") geht uns heute ihr dritter Jahresbericht zu. Darin befindet sich ein Kapitel„Federal Regulation of Safety Appliances"(Regelung der Sicherheits-Vorrichtungen an Eisenbahnen von Bundeswegen.) Ein altes Thema, das jedermann kennt, dessen Dring- lichkeit von niemandem bestritten wird! Gleichwohl war der Vereinigte Staaten- Kongreß noch nicht zu bewegen, den von den Eisenbahnbehörden mehrerer Einzelstaaten aus- gegangenen Anregungen zu einheitlicher Gestaltung der Sichcrheits-Maßregeln Folge zu leisten. Die seit 4 Jahren bestehende Zwischenstaats-Handels- Kommission versucht es nun, in ihrem dritten Jahres- bericht, die Frage der allgemeinen Kenntniß näher zu bringen, indem sie ihre diesbezüglichen Untersuchungen und Ermittelungen veröffentlicht. Nachstehend geben wir einen Auszug daraus: Im Fiskaljahre 1887—88(30. Juni bis 30. Juni) verunglückten auf den Amerikanischen Eisenbahnen 31 170 Personen. Diese Statistik bezieht sich jedoch nur aus ca. 93 pCt.(139 102 Meilen) der Eisenbahnlänge; von 7 pCt. der Eisenbahnen waren keine Berichte zu er- langen. Die 31 170 Verunglückten scheiden sich einerseits in 5282 Getödtete und 25 888 Verletzte; sie klassifiziren sich in ihrem Verhältniß zur Eisenbahn wie folgt: 2453 Passagiere(315 Getödtete und 2138 Verletzte); 22 218 Eisend ahn-Angestellte(2070 Getödtete und 20 148 Verletzte); 6499„andere Personen"(2897 Getödtete und 3602 Bkrktzk). Nun kommen die Ursachen der Unfälle; ihre Zahl ist auf 29 823 angegeben, nämlich 1438 Zusammenstöße von Zügen oder Zugabtheilungen oder Waggons; 1842 Entgleisungen; 7153 Unfälle durch mangelhafte Koppel- Vorrichtung; 850 Unfälle an Kreuzungen; 18 540 durch „andere Ursachen." Das soll errathen werden, was„andere Ursachen" sind, welchen mehr als zwei Drittel aller Unfälle zuzu- schreiben ist. Welchen anderen Grund zur Verheimlichung kann die Kommission haben, als den, die Gewissen- losigkeit der Bahnverwaltungen nicht zu denunziren? Den Eisenbahn-Angestcllten, mit deren Leben Haupt- sächlich die Korporationen ein so frevelhaftes Spiel treiben, ist es die Kommission schuldig, die wahren„anderen Ur- fachen", durch welche jährlich 22 000 Proletarier im Dienste des habsüchtigen Monopols zu Krüppeln werden oder um- kommen, zu enthüllen. Der Kommission lag, wie sie berichtet, das Protokoll der Brüderschaft der Eisenbahn- Bremser vor, welche im Jahre 1888 durchschnittlich 10 052 Mitglieder zählte. Während im genannten Jahre nur 31 Mitglieder eines natürlichen Todes starben und nur 6 aus an- deren als Dienst-Ursachen arbeitsunfähig wurden, hatte die Kasse der Brüderschaft Versicherungs- Policen für 114 Eisenbahn-Tödtungs-Fälle auszuzahlen und 53 Mit- gliedern, die durch den Dienst invalide geworden, ge- recht zu werden. Unter 5 Bremsern stirbt also nur 1 eines natür- lichen Todes. Die Kommission sagt sodann:„Es liegt uns kein Protokoll vor über die Anzahl der geringeren Verletzungen, aber wir dürfen aus dem uns vorliegenden Material den Schluß ziehen, daß auf je 9 Mitglieder der Bremser- Brüderschaft ein Verunglückter kommt, oder, daß ein Bremser durchschnittlich in 9 Jahren ein Mal im Dienst Die Kommission empfiehlt daher Jnangriffnahme einer Bundes: Gesetzgebung zum Zweck besserer Sicherheitsvorrichtungen, ist aber nicht in der Lage, ein nationales Gesetz vorzuschlagen." " Die Fleisch- Großproduktion der Vereinigten Staaten von Amerika.') II. Oleo- Oil. zu Schaden kommt. Und erwägt man, daß zum Bremser-| würde später in der Salzlake verderben. In den Kühl- verwenden dazu das allerbeste Blech und die feinste Löthung ,. Orden auch Kondukteure gehören, deren Beruf minder räumen wird das ganze Jahr hindurch eine Temperatur welch' lettere immer von außen angebracht wird, so daß lebensgefährlich ist, so erhellt, daß die Lebensgefahr der von ungefähr 2° Celsius erhalten. In vielen Etablisse- die sogenannte Vergiftung der Büchsen unmöglich ist. Bremser noch bedeutender ist, als obige Zahlen zu erweisen ments wird die Kälte auf dieselbe Weise erzeugt, wie wir scheinen." dies bei der Rindfleischverarbeitung beschrieben haben; in Das unter diesem Namen bekannte Produkt ist aus manchen Fabriken wird einfach Eis, aber mit geringerem dem Ochsenfett erzeugt. Sofort nach der Schlachtung wird Erfolge, angewendet. das Fett der Bauchtheile entfernt, sorgsam gewaschen und Nach etwa 48stündigem Aufenthalt im Kühlraume in Kübel mit faltem Wasser getaucht, bis die thierische wird das Fleisch mittelst einer Rette ohne Ende beraus Wärme völlig entwichen ist. Das Fett wird hierauf in gezogen und fällt auf einen Block; auf diesem wird jedes Stücke geschnitten und in Bottichen mit Brucheis abgekühlt. zerhackt; ein Beilhieb trennt den Schinken ab, der andere maschine, die in rascher Umdrehung das Fett zerdrückt und Biertel des Schweines mit zwei Hieben in drei Theile Eine Kette ohne Ende bringt die Stücke in eine Hackdie Schulter und es bleibt der Seitentheil zurück. Diese zerhackt, so daß die faserigen Theile völlig von dem Fett Stücke erhalten die entsprechende Form und können nun getrennt werden. Das Fett passirt durch Siebe und gelangt in Kessel von 1500-2500 kg. Fassungsraum, wo es bei Schlachtung der Schweine und Verpackung des Fleisches. eingesalzen werden. Jeder Theil des Thieres wird verwerthet. Die einer Temperatur von 65 Grad Celsius geschmolzen wird. Nach der Erfüllung sämmtlicher Formalitäten( wie mageren Fleischtheile von den Schinken, Schultern und Die schweren Stücke sinken zu Boden, das Schmalz wird sanitätspolizeiliche Inspektion, Abwage 2c.) werden die Seiten werden zu Wurst verarbeitet; die Füße werden durch Syphons abgezogen und erfaltet langsam. Nach Schweine eine schiefe Ebene hinan zu einem bedeckten Gang marinirt oder in Büchsen konservirt; die Ohren und andere 48 Stunden bildet es eine feste törnige Masse von blaß= geführt. Dort läßt man sie 24 oder 48 Stunden ruhen, leimhaltige Theile dienen zur Leimsiederei. Das getrock- gelber Farbe ohne besonderen Geruch oder Geschmack. sich erfrischen und sich beruhigen, man giebt ihnen Mais nete und gepreßte Blut wird zu etwa 312 Pfennig per Hierauf wird das Fett bei kolossalem Druck gepreßt und und sehr viel Wasser. Am Schlachttage tritt ein Mann, Pfund als Dünger verkauft. Die Därme werden ge- das hierbei gewonnene Del ist das Oleo- Oil. Die Rückder sogenannte„ Snaffler", mitten unter die Thiere, er waschen und in der Wursterei mit Fleisch gefüllt. Die stände heißen Oleo- Stearin und finden bei der Fabrikation hebt dem einen nach dem anderen einen Hinterfuß auf Borsten werden verkauft; die Eingeweide und anderen Ab- des Schmalzes Verwendung. Im Jahre 1888 wurden und zieht einen ovalen Eisenring über das Sprunggelent; fälle werden zur Seifentalg verarbeitet und der Rest 20 Millionen Kilogramm Oleo- Oil von Chicago nach in diesen Ring steckt er in einem geeigneten Moment einen gleichfalls als Dünger verwerthet. Holland versendet. Doppelhaken, der mit einer Kette durch einen Mechanismus Der Vorgang beim Präpariren, Einsalzen oder Mari* * sofort in die Höhe gezogen wird und das erstaunte niren des Fleisches ist folgender: Die zu konservirenden Die in Vorstehendem gegebene auszugsweise SchilSchwein, den Kopf nach unten, 8 oder 10 Fuß hoch Fleischstücke werden zuerst in einen trockenen, gepflasterten derung der großartigen nordamerikanischen Fleischindustrie emporhebt. Das andere Ende des Doppelhakens wird Keller mit einer Temperatur von etwa fünf Grad Celsius gewinnt durch die von Industries" vor kurzem gebrachte über eine glatt polirte Stahlstange geworfen und ein gebracht, von welchem jeder Lichtstrahl ferngehalten wird. Meldung an Interesse, daß die Cattle Yards( Viehhöfe) leichter Stoß sendet das also aufgehängte Thier die schräg Hier werden die Schinken nach Gewicht klassifizirt und mit in Chicago an ein englisches Syndicat für 30 Millionen geneigte Stange entlang bis zu dem Plaze, wo der Salpeter, Salz und Zucker bestreut. Nach zehn Tagen Dollars( 120 Mill. Mark) verkauft werden sollen, was in Schlächter( der„ Sticker", Stecher) mit dem Messer in der werden sie umgewendet, von Neuem bestreut und 20-30 Amerika einige Aufregung verursacht, da der enorme Hand dasselbe erwartet. Mit außerordentlicher Schnellig- Tage liegen gelassen. Ebenso werden die Rippenstücke Kapitalprofit dieser Hauptindustrie Chicagos auf solche keit tödtet dieser Mann oft 8-10 Thiere in der Minute, behandelt, wenn nicht sogenanntes Mess Pork" daraus Weise nach Europa wandern würde. er stößt die spißige zweischneidige Klinge tief in die Kehle erzeugt werden soll. In letterem Falle werden sie sofort des Thieres und macht einen Längsschnitt von 7-8 cm; in Salzlate getaucht, und wenn sie hinreichend gesalzen sofort entströmt das Blut in reichlicher Menge. Eine find, packt man sie in Drittelfäßer mit trockenem Salze Handbewegung des Sticker" läßt das verendete Thier und gießt Wasser darüber. an der Stange weiter abwärts gleiten. Am Ende der Stahlstange angelangt, wird es, fast noch zitternd, in einen Kessel mit siedendem Wasser getaucht, wo es so lange bleibt, bis die Borsten genügend erweicht sind. Die Zigarrenindustrie in Baden. Wenn wir in dem vorigen Aufsaße die GrundWenn die Schinken aus dem Keller genommen werden, lagen kennen gelernt haben, auf welchen der Verdienst der fragt man sie rein, bessert alle Schönheitsfehler aus und badischen Zigarrenarbeiter sich aufbaut, so zeigt uns Herr untersucht genau, ob Flecken oder Beschädigungen daran Wörrishoffer auch, wie sich der Verdienst der einzelnen vorhanden sind. Die tadellos befundenen Stücke werden Arbeiter gestaltet. in der Kühlkammer auf Gestelle gelegt und etwa 24 Er hat in 30 Fabriken mit zusammen 2747 Arbeiter Aus dem kochenden Wasser wird der Körper durch Stunden in der Kälte belaffen. Hierauf bringt man sie den Durchschnitts- Wochenverdienst der Arbeiter ereinen sinnreichen automatisch wirkenden Apparat heraus- in Drittelfässer, welche mit einer aus Syrup, Zucker, Salz, mittelt. Seiner Angabe, daß diese Ermittelungen so zugezogen und auf einen langen Tisch geworfen, wo ein und Salpeter bestehenden Salzlake gefüllt sind, und in verlässig sind, wie man sie von seiner Arbeit billigerweise Mann, wenn es Winter ist, die Borsten ausreißt, mit denen die Schinken innerhalb der Kühlräume 60-75 Tage verlangen kann, haben wir keinen berechtigten Zweifel entdenen das Schwein in dieser Jahreszeit bedeckt ist; ein verbleiben, bevor sie geräuchert werden. Dann erst werden gegen zu setzen. Er bemerkt noch, daß der Wochenverdienst anderer, dem ersten gegenüberstehender Arbeiter umgiebt sie gewaschen, gereinigt und in das„ Räucherhaus" gebracht. nicht nur das erhaltene baare Geld einbegreift, sondern den Körper mit einer Kette ohne Ende, welche denselben Dieses ist ein dreistöckiges Gebäude mit etwa 30 cm daß die Krankenkassenbeiträge, ebenso die Geldstrafen zu dem an ein in vertikaler Richtung sich drehendes Rad schiebt. starken Ziegelwänden. Das Haus ist durch bewegliche mitgezählt find. uma das an seinem äußersten Kranze mit biegsamen, breiten Wände in Abtheilungen gesondert; nachdem die Schinken Von letteren sagt Herr W., daß sie in Form von Stahlstiften versehen ist. Dieser Apparat entfernt in an passend angebrachten Haken aufgehängt sind, werden Geldabzügen kaum vorkommen. Ein Prozent Ausschuß wenigen Sekunden jede Spur der Borsten von der Haut. die Theilwände weggezogen. Im Erdgeschoß wird ein wird jedem Arbeiter nachgesehen, oder vielmehr es ist Nach dieser Operation gelangt der Körper auf einen Feuer von weißem Nußholz oder Ahorn lezteres giebt Regel, daß jeder ein Prozent mehr liefert. Unbrauchbare langen Tisch. Sechzehn Mann, acht auf jeder Seite, den feinsten Geschmack entzündet, das„ smoke house" Arbeit in größerem Maße wird einfach nicht bezahlt. Die nehmen ihn in Empfang. Zwei von ihnen entfernen von( Rauch-, Räucherhaus) wird geschlossen, und die Schinken Bigarren werden unter Verlust des Deckblattes den Füßen die Borsten, welche das Rad nicht erreichen werden nun durch 48 Stunden geräuchert, worauf sie gearbeitet. konnte, ein anderer schneidet mit einem Zuge den Kopf zum Versandt vollkommen bereit sind. Kein gesalzenes Wochenverdienst in Mark: fast gänzlich ab, so daß er nur an einem Hautstück hängt. Fleisch wird in den Verkauf gebracht, wenn es nicht Zu gleicher Zeit macht ein Arbeiter zwei Einschnitte in mindestens 35 Tage in der Salzlake gelegen ist. die Hinterfüße und steckt einen Stock hinein, hängt den Stock an einen Doppelhaken in S- Form, und hängt das ganze Thier wieder an die Stahlstange, an der es weiter abwärts gleitet. Schinken und Salzfleisch werden periodisch von den Beamten des Board of Trade( des Handelsamts) inspizirt und jeder Käufer hat das Recht, vor Uebernahme eine solche Inspektion zu verlangen. Dem Publikum wird Zehn Minuten haben genügt, um ein wohlge- jederzeit der Eintritt in alle Theile dieser Etablissements nährtes, noch freffendes Schwein in diesen Zustand zu bereitwilligst gestattet. verwandeln. Suppen und Fleischkonserven. anderer Konserven fertig. Es haben einen männl. weibl. Summa 351 4. Ausripper: weibl. männl. 5. Sortirer: weibl. männl. 6. Packer u. Kistenmacher: 7. Sonstige: weibl.. männl. 1 63 Während der ganzen Wanderung rieselt ununterbrochen ein Strom kalten Wassers über den Körper und Die Industrie der Fleischkonserven( Büchsenfleisch) hat wäscht unausgesetzt die Blutspuren und sonstigen Verun- fich ganz außerordentlich entwickelt. Die Fabrik Armour u. Co. stellt in einem Tage 112 000 kg(= 2240 reinigungen ab. Ein anderer Mann spaltet das Thier und entfernt Bentner) gesalzenes Rindfleisch, 25 000 kg(= 500 wa Magen und Eingeweide, der nächste„ zeichnet" die Schinken, Bentner) gekochtes Rindfleisch, 10 000 Zungen für d. H. er markirt mit einem spißigen Messer auf der Haut" lunch", 4000 gewöhnliche Zungen und eine Masse die Form des Schinkens, welcher abgeschnitten werden soll. Das eingesalzene und bei einer Temperatur von In dieser Phase ist der Körper des Schweines erst 7-8 m 3 Grad Celsius marinirte Fleisch wird mit Dampf gekocht von dem Siedekessel entfernt, in den es vorhin getaucht und dann auf großen Tischen zerschnitten. Hierzu wird Nun wird der Kopf völlig abgetrennt, die Zunge, welche, für sich allein in Büchsen verpackt, als lunch" feine Maschine verwendet, weil man beim Schneiden fortdienen soll, wird entfernt, der Kopf wird abgebrüht und während die passenden Stücke wählen und das unbrauchin englisches Schweinefleisch" verwandelt, oder es wird bare bei Seite legen muß; die besten Stücke werden für das Fleisch von den Kinnbacken entfernt und der Reſt zu arbeit. Die Büchsen werden in ein Behältniß gestellt das Büchsenfleisch reservirt, alles Uebrige ist MaschinenSpeck verarbeitet, wenn die Tagespreise dies rentabel machen. wurde. " " 257 346 91 33 89 2018 63 62 227 304 31 00 14 3 ± # 19 8 | 46 " weibl. über 16 " " b. 14-16 " b. 12-14 " 22 1. Werkführer weibl. über 16 b. 14-16 2. Zigarrenarbeiter: männl. über 16 Jahre 14 " 3. Wickelmacher: v. 14-16 männl. über 16 b. 12-14 b. 14-16 2 11]|||| 12 8 == སྦྱོའ ཚ་ ཡ ། ཨ ། 65 66 一 111 11 | TEST 1315 I 11158130 # 1 - 4-1- 4--56ا اجر 3 12-15 10-12 9-10 8-9 7-8 6-7 5-6 4-5 unfer Summa 4 d. Arbeiter 2 39 తిని లాజిరతికి 181- 1 43 5 G INT 7 244 35 1395225 12 und gefüllt, ein stählerner Kolben preßt das Fleisch kräftig Und der Körper wandert weiter; eine geübte Hand in die Büchsen. Hierauf werden dieselben gewogen, das zeichnet längs des Rückens eine Linie vor, um dem„ Chopper" Mehr oder Weniger ausgeglichen; am Boden der Büchse ( dem Spalter) als Richtschnur zu dienen; der Stock wird wird eine runde Deffnung ausgeschnitten, auf diese wird aus den Hinterbeinen gezogen, ein Kind zieht an einer ein mit einer kleinen Lücke versehenes Blechstück fest auf an dem einen Bein befestigten Schnur, um die Beine gelöthet und die kleine Mittelöffnung offen gelassen. auseinanderzuhalten und der mit einer Art bewaffnete Hierauf werden die Büchsen eine halbe Stunde im Dampf" Chopper" theilt das Thier längs der Wirbelsäule in bade gelassen, um aus denselben die Luft zu entfernen, 10 die kleine Deffnung wird rasch verlöthet, und nun ist die zwei Hälften. Dann geht es fort auf Karren in die ,, Hängekammer", Büchse luftdicht verschlossen oder soll es wenigstens sein. wo das Fleisch so lange bleibt, bis sich die animalische Nach genauer Prüfung, bei welcher die schadhaften Stücke Wärme vollständig verloren hat, und erst dann gelangen weggeworfen werden, wäscht man die gefüllten Büchsen mit heißer Sodalösung, trocknet sie ab, und nun werden die Stücke in die Kühlräume. Es ist dies eine sehr mit heißer Sodalösung, trocknet fie ab, und nun werden wichtige und streng beobachtete Vorsichtsmaßregel, denn dieselben von Frauen und Kindern lackirt, gefirnißt und wenn der Körper sofort in die Kühlzimmer gelangte, Für die Erzeugung der Suppen werden erfahrene würde die kalte Luft das äußere Fleisch abkühlen, im Inneren aber die thierische Wärme lassen, und das Fleisch Köche verwendet; die Suppen werden nicht völlig gar beiter, oder 1,4 pCt. der Gesammtzahl, einen Wochengekocht, weil sie in den Büchsen dann noch in das oben verdienst über 15 Mart. Auch 12 bis 15 Mart treffen nur auf 7,13 pCt. Noch ein Wochenverdienst von 10 bis 1) Siehe vorige Nummer. Wir folgen auch heute dem geschilderte Dampfbad gelangen. Wiener Handelsmuseum." Alle Fabriken erzeugen ihre Blechbüchsen selbst und 12 Mark ist ein bevorzugter, den nur 12,78 pet. haben. mit Etiketten beklebt. 2747 Mit Ausnahme der Werkführer haben nur 38 Ar Diese Lohnverhältnisse wären nicht verständlich, wenn man mitunter mehr die Kinder die Geldverdienenden sind, als thätig, deren eine die friedliche Beilegung herbeiführen nicht in Betracht zieht, daß ein großer Theil der Zigarren- die Eltern, und daß sie einen namhaften Betrag zum soll, während die andere, wenn diese mißlingt, dem Richter= arbeiter noch andere Beschäftigung in der Landwirthschaft| Unterhalte der Gesammtfamilie liefern, muß ihnen ein am te obliegt. Die erstere besteht aus je einem Unterhat, daß also, wie Herr Wörrishoffer annimmt, nur die Gefühl der Selbständigkeit und Unabhängigkeit geben und nehmer und einem Arbeiter und muß mindestens einmal beiden ersten Lohnklassen, also die bis zu 12 Mk. Wochen den Eltern die Autorität rauben. Dagegen wird, so sehr wöchentlich zusammentreten; die zweite entscheidet nach Ververdienst als voll in der Zigarrenfabrikation beschäftigt zu beklagen es manchmal sein mag, weder durch Morali- nehmung der Betheiligten und der Zeugen eventuell auch betrachtet werden können, alle anderen aber nur einen Theil firen, noch durch Verbesserung" der Gewerbeordnung in nach Vornahme eines Lokalaugenscheines; bleibt ein vorihrer Zeit dieser Industrie widmen. Bezug auf die Arbeitsbücher etwas auszurichten sein. Dies geladener Theil aus, so wird das Urtheil in contumaciam sind Begleiterscheinungen, die mit der Arbeit junger Leute gefällt und wird wirksam, wenn der Ausgebliebene nicht unlöslich verbunden sind. binnen drei Tagen Gegengründe anführt. arbeitet. Es wird über Gehen und Kommen der Arbeiter und Arbeiterinnen, soweit sie in Afford arbeiten, in den Fabriken gar keine Kontrolle geübt. Es ist also auch ganz unmög= Herr Wörrishoffer giebt den badischen Zigarrenarbeitern In größeren Industriezentren treten die Prud'hommes lich anzugeben, wie viel Stunden die einzelne Person das Zeugniß, daß sie im Ganzen nicht das Gefühl der wöchentlich dreimal zur Vermittlung und einmal Solidarität haben. Soweit nicht persönliche Interessen zum Urtheil zusammen und erledigen dann meist, Dieses System, das zwar den Fabrikanten zwingt, mitspielen, sind sie indolent. Der Hinneigung der da das Verfahren formlos ist, die in der Zwischeneine größere Zahl von Arbeitsplätzen vorzusehen, die nicht Zigarrenarbeiter zur Sozialdemokratie widmet zeit beim Sekretär angemeldeten Fälle in kürzester Zeit. immer voll besetzt sind, bringt gerade die ungemein niedrigen Herr W. eine kurze Betrachtung und bemerkt dabei sehr Nach den Gefeßen haben die Conseils de Prud'Löhne zu wege. richtig: nicht selten wird ein lebhafteres politisches Interesse hommes auch Gewalt, bis zu drei Tagen Arrest für VerMan kann sagen, die Zigarren industrie nußt in Verbindung mit Unzufriedenheit mit den Löhnen schon gehen gegen Ordnung und Disziplin in Werkstätten und die werth losen Zeitabfälle aus, die einer Land- für genügend erachtet, die Betreffenden als zur Sozial- Fabriken, sowie für ernste Unbotmäßigkeit von Lehrlingen bautreibenden Bevölkerung sonst verloren gingen. demokratie gehörig zu bezeichnen. So urtheilen die zu strafen. Sie können innerhalb zwei Tagen nach der Auf der Suche nach billigen Arbeitskräften kamen vor Philifter. Anzeige den Fall an Ort und Stelle untersuchen und von etwa 30 Jahren die Zigarrenfabrikanten nach den badischen Daß es bei dieser Indolenz und dem Mangel an allen schweren Gesegesverletzungen den Gerichten Anzeige Dörfern der Rheinebene und der badischen Pfalz. Diese Solidaritätsgefühl kein entwickeltes Vereinsleben geben machen; diese polizeilichen Funktionen werden jedoch nur haben einen wenig ertragfähigen Boden und dabei eine tann, ist selbstredend. Der Stand der Zigarrenarbeiter selten ausgeführt. zahlreiche und arme Bevölkerung. Der sandige Boden hat sich hier noch nicht von seiner landwirthschaftlichen Die 136 Konseils, welche gegenwärtig in Frankreich brachte häufig Mißernten, deshalb griff die Bevölkerung Unterlage selbständig gemacht. Es giebt also keine aus- bestehen, haben ca. 42 000 Fälle jährlich zu entscheiden, begierig nach der ihr gebotenen Gelegenheit, irgend etwas gesprochenen Bigarrenarbeitervereinigungen, weder von diesen werden 16 000 friedlich beigelegt, ca. 12 000 nebenbei zu verdienen. Hatte sich die Zigarrenfabrikation politische noch wirthschaftliche. freiwillig von den Parteien zurückgezogen, so daß nur aber einmal festgeseßt, so begann sie sofort die örtlichen Die Gesammtzahl der in den Zigarrenfabriken be- 13 000 14 000 kommen. Verhältnisse zu beherrschen. Wenn anfangs nur zur Aburtheilung die schäftigten Arbeiter tst in fortwährendem Wachsen be- Appellationen an das Handelsgericht sind selten: 1886 ärmsten Schichten der Bevölkerung sich der Zigarrenindustrie griffen. Sie stieg von 1886 bis 1889 von 15 809 Per- fanden nur 317 statt, bei 126 wurde der Spruch der zuwendeten, fanden bald auch die Kinder der etwas besser fonen auf 18 919 Personen, also jährlich rund um 1000 Schiedsgerichte bestätigt, bei 117 aufgehoben, 71 wurden gestellten Landleute daran Geschmack, in die Fabriken zu Personen, und diese Entwickelung ist nach Maßgabe der vor dem Urtheile zurückgezogen. gehen, anstatt auszuwandern und in den Städten ein in Ausführung begriffenen Neubauten und Vergrößerungen Die großen Vortheile, schließt der erwähnte Bericht, Handwerk zu erlernen. Die Bevölkerungszahl der Orte noch nicht abgeschlossen. welche diese Institutionen gewähren, sind unbestreitbar, und wuchs und die Abhängigkeit von der Fabrik wurde größer. Diese Ausdehnung des Fabrikationszweiges muß noth- veranlaßten die französische Regierung, eine Erweiterung Die Frauen, gelockt durch die Freiheit, die ihnen wendig auch auf die Verhältnisse der Arbeiter zurückwirken. ihrer Thätigkeit vorzuschlagen, wie dies in zwei gegendiese Fabrikarbeit läßt, von der sie nach Belieben 3 bis Sie werden sich nothwendig als gesonderte Klasse herauswärtig in einem Romité der Kammer befind= 4 Stunden täglich wegbleiben können, wenden sich mit Vor- schälen. Die Löhne sind so niedrig, daß eine Aenderung lichen Entwürfen zum Ausdrucke kommt. Nach diesen liebe der Zigarrenindustrie zu. Eine strengere Fabrikord- ohne Zweifel geboten ist, diese kann aber nur durch eine sollen Schiedsgerichte in allen Industriezweigen errichtet nung würde ihnen vielleicht gar nicht die Arbeit in der Vereinigung der Arbeiter erreicht werden. Die größere werden. Die Wahl der Schiedsrichter soll nach den bei Fabrik erlauben. So bringen sie auch ihre überschüssige Absonderung der Zigarrenarbeiter als besondere Klasse den Kommunalwahlen geltenden Bestimmungen vor sich Kraft zu Markt und oft mehr als es für die gute Führung von ihrem landwirthschaftlichen Mutterboden, der durch gehen; die Kompetenz der Conseils des Prud'hommes des Haushaltes nüßlich ist. die Vermehrung ihrer Zahl bewirkt werden muß, wird wird von 8 auf 20 Franks erhöht mit Appellation an allmählich ihr Solidaritätsgefühl heben und sie nicht mehr die Generalversammlung des Konseils, statt an in der Indolenz verharren lassen. das Handelsgericht für höhere Summen. Der Kreis der Zigarrenindustrie erweitert sich fortwährend. Ist es anfangs eine Bevölkerung von kleinen Landwirthen, die in der Zigarrenfabrikation einen Nebenverdienst suchte, so beginnt schon jetzt sich das Verhältniß umzukehren. Es sind Zigarrenarbeiter mit kleinem Landbesiz entstanden. Sie werden dann aufhören, ein so billiges Aus- Ihnen auch die Beilegung von Streiks zu übertragen beutungsmaterial zu sein, wie heut. erschien der Regierung unmöglich, doch will sie einen Bis dieser vielleicht noch recht ferne Zeitpunkt einge- eigenen Gesezentwurf betreffs der Errichtung von Einigungstreten sein wird, sind sie aber ein böses Verhängniß ämtern nach englischem Muster einbringen. Herr Wörrishoffer sagt, daß in Orten, in welchen für die gesammten deutschen Zigarrenarbeiter, Es scheint somit die Absicht der Regierung, die ganze die Zigarrenindustrie schon länger vorhanden ist, sich die die unter dem Drucke dieser Konkurrenz erliegen müssen. Frage der Arbeitsstreitigkeiten, sowohl der individuellen als Einwohnerzahl manchmal fast verdoppelt hat und daß es der allgemeineren, gesetzlich zu regeln. vorkommt, daß auch aus reichen Bauernfamilien, die seit Ein Anfang mit der Reform wird durch das im Einführung der Zigarrenfabrikation herangewachsene dritte Generation schon zum Theil in den Fabriken arbeitet, Einem kürzlich vom britischen auswärtigen Amte pu- Gesetz über die Organisation der Conseils de Prud'was noch vor 10 Jahren geradezu unerhört gewesen wäre. blizirten Berichte des Botschafters in Paris entnehmen wir hommes in Paris gemacht, durch welches für Paris vier Der Ursprung dieser Zigarrenarbeiter aus der Land- Folgendes: Schiedsgerichte geschaffen werden, deren Kompetenz sich auf wirthschaft zeigt sich übrigens noch immer in dem Streben Die gewerblichen Schiedsgerichte in Frankreich alle( in den Anhängen aufgezählten) industriellen Etablissenach Besitz oder mindestens Pachtung eines kleinen Grund- Conseils de Prud'hommes- bestehen seit 1806, doch ments des Departements Seine erstrecken und denen die stückes, auf welches sie sich im späteren Alter, wenn die sind ihre Funktionen vielfach erweitert, ihre Statuten oft Fabrikanten, Werk- und Obermeister, Arbeiter und LehrKinder erwerbsfähig geworden sind, zurückzuziehen pflegen. revidirt worden. Unter den bestehenden Gefeßen können linge unterworfen sind, sobald sie für jene arbeiten, wo Ein etwas größerer Landbesitz scheint nicht günstig mit der nur jene Industrien, welche sich mit der Verarbeitung immer auch ihr gewöhnlicher Aufenthalt sei. In diese Fabrikarbeit sich zu vereinigen. Die stärkere Landarbeit von Rohmaterien befassen, Schiedsgerichte haben. Sie Schiedsgerichte sollen durch allgemeine Wahlen gewählt verdirbt die Hände für die Zigarrenfabrikation. werden für einen bestimmten Bezirk auf Verlangen der werden: in das Schiedsgericht der Metallindustrien und Gewerbliche Schiedsgerichte in Frankreich. Schiedsgerichte in Frankreich legten„ Moniteur Officiel du Commerce" veröffentlichte Unter allen Umständen giebt aber die Landwirthschaft Handelskammer durch ein Regierungsdekret er verschiedener Industrien, je 15 Arbeitgeber und Arbeitden Arbeiterfamilien einen Vortheil vor den städtischen richtet, welches genau die Zahl der Prud'hommes, und nehmer, also 30 Prud'hommes, in das der Textilindustrien Arbeitern und ermöglicht es den Fabrikanten, die die Gemeinden und Induſtrien bezeichnen muß, auf welche je 16 Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das ist 32 Prud'sich ihre Jurisdiktion erstreckt. niedrigen Akkordpreise aufrecht zu erhalten. hommes, in das der chemischen Industrien sollen unter Die Lage der Arbeiter ist dabei durchaus teine gute. Prud'hommes zu entsenden, die furienweise von allen über werker 44 Prud'hommes gewählt werden.') Unternehmer und Arbeiter haben eine gleiche Anzahl gleicher Vertheilung gleichfalls 32, in das der BauhandEtwas kinderreiche Familien, deren Mitglieder nur zum 25 Jahre alten Arbeitnehmern und Arbeitgebern, aus den Theil mitarbeiten können, kommen mit ihrem Verdienst aus beiden Betrieben nicht auf das zum Leben als Mindest über 30 Jahre alten Standesgenossen gewählt werden; nöthige zu Betrachtende. Es herrscht oft bittere Noth. und zwar entscheidet beim ersten Wahlgang die absolute, Produktion und Technik, Statistisches. Selbst Besizer kleinerer Bauerngüter können den beim zweiten die relative Majorität aller anwesenden Druckluftwerkzeuge. Zu den interessantesten AnWähler. Verdienst der Kinder in der Zigarrenfabrikation nicht Präsident und Vizepräsident dieser wendungen der Druckluft gehört das Druckluft- Werkzeug. Schiedsgerichte wurden vor 1880 vom Staate be- Es ist dies eine kleine, tragbare Druckluftmaschine, deren mehr entbehren. Ueber den Gesundheitszustand der badischen stimmt und konnten nur unternehmer ſein; jetzt Kolbenstange in einen Meißel- Bohrer oder Hammer Zigarrenarbeiter hat Herr Wörrishoffer sich bemüht, werden sie von den Mitgliedern gewählt und muß, endet. Läßt man in den Cylinder der Maschine abwechselnd möglichst gründliche Erhebungen zu machen. Die Ergebnisse wenn der Präsident ein Arbeitgeber ist, der Vizepräsident hinter und vor dem Kolben zusammengepreßte Luft ein, leiden aber darunter, daß die Zigarrenindustrie in einem Arbeitnehmer sein und vice versa.') so bewegen sich der Kolben und das damit verbundene großen Theil der betreffenden Bezirke noch verhältnißmäßig Jahren zurück, doch sind sie wieder wählbar; meist, aber Dampfmaschine. Das Wunderbare an der kleinen Maschine Von den Prud'hommes tritt die Hälfte nach drei Werkzeug hin und her genau wie etwa der Kolben einer jung ist. Soviel steht fest: die Zigarrenarbeiter er- Jahren franken häufiger, als die landwirthschaftlichen nicht immer, erhalten sie auf Kosten der Gemeinden, auf ist die fabelhafte Geschwindigkeit, mit der sie arbeitet, eine Arbeiter. Die Beobachtungen der Aerzte, weil nicht welche sich ihre Gerichtsbarkeit erstreckt, einen Gehalt. Geschwindigkeit, die sich angeblich auf 12 000 Kolbenhube nach gleichem Beobachtungssysteme gemacht, geben nur un- Aufgabe der Conseils ift, Streitigkeiten, welche aus in der Minute steigern läßt. Thatsache ist es, nach der gewissen Anhalt. Ohne Zweifel wirkt aber der frühe dem Arbeitsvertrag entstehen, beizulegen; bis zu 8 Francs Nationalztg.", daß das Auge den Bewegungen des WerkEintritt der Kinder in die Fabrikation sehr verderblich sind ihre Entscheidungen ohne Zulassung der Berufung, zeuges nicht zu folgen vermag, zumal der Hub nur einige und untergräbt Leben und Gesundheit hervorragend. ist die Summe größer, so geht die Appellation an das Millimeter beträgt. Dadurch gerade wirkt das Werkzeug Bleichsucht, hartnäckige Katarrhe und Tuberkulose sind die Handelsgericht. Von den vor dieselben gebrachten Ange- überraschend. Der härteste Stein wird ausge herrschenden Krankheiten. legenheiten beziehen sich meißelt oder erbohrt, ohne daß der Zuschauer begreift, wie das geschieht. Unter den rasend geschwind erfolgenden Schlägen des Werkzeuges werden selbst Granit und die Ueber die Sittlichkeit der Zigarrenarbeiter urtheilt Herr Worrishoffer billig und gerecht. Er tritt dem Fabritarbeitern so oft ungerecht gemachten Vorwurf der Verschwendungssucht entgegen und weist darauf hin, daß ein fißender Fabrikarbeiter anders leben muß, als ein Feldarbeiter. Auch die den Arbeiterinnen so oft vorge worfene Bußsucht weist er zurück. Er erkennt an, daß der Wegfall des Sinnes für die äußere Erscheinung diese Mädchen sozial einige Stufen hinabsteigen machen würde. Welcher verständige Mensch wird den Herrn W. nicht Recht geben? Daß das Verhältniß der jugendlichen Arbeiter ca. 75 pt. auf Lohnfragen, ca. 10 pt. auf Fernbleiben von der Arbeit, ca. 3 pŒt. auf schlechte Arbeit. Von Zeit zu Zeit werden auch Fragen betreffs des Lehrlingswesens, Stückarbeit 2c. vor dieselben gebracht. In Streit- Angelegenheiten haben die Schiedsgerichte keine Stimme. 1) Die den verschiedenen Schiedsgerichten zugetheilten speziellen Industriezweige sind nach Kategorien eingetheilt, denen immer eine gleiche Anzahl Arbeitgeber und Arbeitnehmer zufallen; der Conseil de Prud'hommes der Metall- und verschiedenen Industrien umfaßt 6 Kategorien mit 120, 62, 60, 41, 36, 47 Industrien mit Die Schiedsgerichte sind in zwei getrennten Abtheilungen 8, 4, 4, 4, 4, 6 Prud'hommes. Das Schiedsgericht der Textilindustrien fezt sich zusammen aus je 3, 3, 3, 4, 3 Delegirten der 1) Da die Arbeitgeber auf diese Aenderung, welche sie um Unternehmer und Arbeiter in 140, 33, 32, 42, 13 Jndustrien, für ihr lebergewicht brachte, durch wiederholte solidarische Niederlegung das Schiedsgericht für chemische Industrien wählen 5 Kategorien ihrer Mandate antworteten, welche die Konstituirung des Schieds- zu 186, 97, 62, 39, 39 Industrien 6, 10, 8, 4, 4 Prud'hommes; gerichtes unmöglich machte, beſtimmte ein Gesetz vom Jahre 1884, für jenes der Bauhandwerke find 9 Kategorien zu 24, 11, 50, daß die Schiedsgerichte ohne Rücksicht auf die Sezession fich fon- 15, 25, 13, 15, 24, 24 Industrien bestimmt, welche 4, 4, 8, 4, 8, zu den Eltern nicht dem patriarchalischen Ideale entsprechen stituiren und in Thätigkeit treten dürfen, wenn nur die Hälfte der 4, 4, 4, 4 Prud'hommes und zwar zu gleichen Theilen aus Arbeitkan., liegt in der Natur der Sache. Der Umstand, daß Mitglieder bleibt, gleichgiltig ob diese Unternehmer oder Arbeiter sind. gebern und Arbeitnehmern wählen. härtesten Metalle ohne irgend welche Anstrengungen be- auf das Quadratmeter höchstens 25 mm betrug. Annehmen hat die Kaffe demnach die nach§ 25 des Hülfskaffengesetzes zu erarbeitet, als wären sie eine buttergleiche Masse. Dem darf man damit, daß das Riesenwerk der Herren Fowler, übrigenden 10 pt. von den Mt. 15 879,20 betragenden Beiträgen Steinmetz oder Eiseleur liegt nur die Führung Baker und Arrol den Stürmen besser troßen werde, als und waren wir fomit wohl berechtigt, mit guter Hoffnung der Zumit Mt. 1587,92, beinahe mit dem sechsfachen Be.age, erübrigt des Meißels und die Regulirung der Geschwindig die Taybrücke unseligen Angedenkens.( m= Meter, funft entgegensehen zu können. keit ob. Dieses geschieht, indem er den Einlaßhahn mehr mm= Millimeter.) oder weniger öffnet oder, noch einfacher, indem er die Auslaßöffnung für die Luft mit den Daumen mehr oder weniger verstopft. Zugeleitet wird die mittelst einer LuftEin Skandal sonder gleichen. Literarisches. Frankfurter Arbeiterbudgets. Volksw. Sektion des Dr. Karl Flesch. Frankfurt, Gebr. Knauer. 96 S. Preis 2 Mr. Schweizerisches Arbeiterlesebuch. Eine Sammlung von Auffäßen über die soziale Frage. Von Albert Steck, Nedakteur pumpe zusammengepreßte Luft den Werkzeugen mittelst Im Reichstage kamen folgende Stellen aus der in Freien Deutschen Hochstiftes. Mit Vorwort, von Stadtrath Gummischläuchen, so daß das Werkzeug in der Hand diesem Jahre von den Herren Gebr. Stumm in Neundes Arbeiters ebenso beweglich ist wie ein Hand- tirchen eingeführten„ Allgemeinen Arbeitsordnung für das meißel. Wir wiesen bereits früher einmal in einem Neunkircher Eisenwerk" zur Verlefung. eingehenden Artikel darauf hin, wie auch dieser technische Artikel 36 lautet: Fortschritt je nach seiner Verbreitung mehr oder weniger ander gerichtliche Klage zu führen oder sich zu verheirathen, ,, Allen Meistern und Arbeitern ist es untersagt, gegen einmassenhaft dazu beitragen wird, gelernte Arbeiter durch ohne dem Chef der Firma ihre Abficht vorgetragen zu haben. Zuungelernte ,,, Künstler" durch„ Pfuscher" zu ersetzen. widerhandlungen werden mit Mt. 3-10 bestraft und tritt unter erschwerenden Umständen die Kündigung ein." " Artikel 42 lautet: des " Schweiz. Sozialdemokrat." Bern, Selbstverlag des Verfaffers. 1890. Antonio Labriola. Proletariato e RadiCarboni. p. 14. cali. A Proposito del Congresso Democratico. Roma, Felice Gegenwart. Redaktion H. Müllerstein- Hamburg. Hamburg, Verlag ,, Der Zeitgeist." Monatsschrift für das soziale Leben der von E. Jensen u. Co. Raboisen 87. II. Jahrg., 2. Heft. Briefkasten. ,, Allen im Dienste der Firma stehenden Personen ist es strenge untersagt, mit Ausnahme des Ackerbaues, ohne spezielle ErDieses Verbot bezieht sich auch auf sämmtliche Angehörige toffelmacher, auch ein Blatt. Alles Nähere erfahren Sie durch laubniß irgend welches Nebengeschäft zu betreiben. Hamburg. Es eristirt in Berlin ein Verein der HolzpanFrau, Kinder und Verwandte), welche zur Haushaltung der im Geyer, Berlin SO, Oranienſtr. 4. Dienste der Firma stehenden Personen gehören. Zuwiderhand- Frau wirklich gehört, kann in solchen Dingen nicht gepfändet und F. M. 100. Was der lungen werden mit Mt. 1-6, unter erschwerenden Umständen aber, in Anspruch genommen werden. beiter das Verbot übertreten, mit der Kündigung bestraft." und in der Regel, wenn Meister oder sonstige Vorgesetzte der Arherren auch kaum abhängig sein, wie hier der freie" Mehr konnte der leibeigene Unterthan des FeudalArbeiter vom Brotgeber. Die Entwickelung der Schiffsmaschine in den lezten Jahrzehnten", von Karl Busley, kaiserlichen Marine- Ingenieur Verlag von Julius Springer in Berlin, ist bereits in zweiter, sehr vermehrter Auflage erschienen. Einige Angaben aus dem Werke werden auch von der Laienwelt gern gelesen werden. Ein mit der besten Wattschen Niederdruckmaschine von 1000 Pferdeträften ausgerüsteteter Dampfer vor 30 Jahren verbrauchte täglich 60 Tonnen Kohlen, so daß seine Kohlenbunker für eine 20 tägige Seereise 1200 Tonnen, dazu als Reserve 100-200 Tonnen, also im ganzen einen Vorrath von 13-1400 Tonnen Kohlen mitführen mußten; dabei erzielte der Dampfer höchstens eine Geschwindigkeit von 14 Seemeilen in der Stunde. Ein heutiger Dampfer mit Dreifach Expansionsmaschine 1000 Pferdekräften braucht täglich nur 15 Tonnen Kohlen und erDer Streik der Berliner Schuhmacher ist beendet und reicht dennoch eine Geschwindigkeit von 20 Seemeilen ist derselbe zu Gunsten der Arbeiter ausgefallen. Wir machen zu in der Stunde. Vor 30 Jahren konnte man auch nur gleich noch bekannt, daß die noch ausstehenden Sammellisten sobald 35 pCt. der Maschinenleistung für die Fortbe- als mur möglich, gezeichnet oder nicht gezeichnet, an Schuhmacher Wartenberg, Oranienstraße 179, Hof Quergebäude 2 Tr., und an wegung des Schiffes nugbar machen heute ist der 3. Süßmeyer, Kronenstraße 68/69, Hof links 2 Tr., von Morgens J. Prozentsaz auf 55 gestiegen, ja, die Torpedoboote 8 bis Abends 8 Uhr einzuliefern sind. Die Lohnkommission der nugen gegenwärtig etwa 60 pCt. ihrer Leistung aus und Schuhmacher Berlins. erreichen so die größte Geschwindigkeit. = von Gewerkschaftliches, Vereine. Eine Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins des sechsten Berliner Reichstags- Wahltreifes tagte am 13. Mai in Weimann's Volksgarten. Bei der Vorstandswahl wurden wiedergewählt: Ernst, erster Vorsitzender; Elsholz, zweiter Vorsitzender; Marzahn, erster Kassirer; Fuchs, Schriftführer( neu gewählt); Bath, als Beifizer. Als Revisoren zweiter Kassirer; Schwabe, erster Schriftführer; Herbst, zweiter wurden wiedergewählt: Fiet und Grasnit, neu gewählt wurde Treuchelt. Die Forthbrücke. Wir haben die Fertigstellung eines Bauwerks erlebt, welches alles Dagewesene in den Schatten stellt und gegen welches der über Gebühr gepriesene Eiffelthurm unbedeutend erscheint. Wir meinen die Forthbrücke, einen Bau, der mindestens sechsmal mehr Metall verschlungen hat, als das Merkzeichen der 1889er Pariser Ausstellung, einen Bau, an welchem mehr als 3000 Mann sieben Jahre arbeiteten und dessen Kosten sich auf etwa 60 Mill. Mark belaufen. Die Forthbrücke hat die sehr bedeutende Länge von 2484 m, hauptsächlich ist sie aber durch die Weite der Spannungen bemerkenswerth. Diese Spannung beträgt für die beiden Hauptjoche je 513 m, während man, und zwar bei der von Eiffel gebauten Garabitbrücke, bisher nicht über 165 m gegangen war. Die Weite der Joche der Forthbrücke ist also mehr als dreimal größer. Was aber die Pfeiler an belangt, so werden sie nur von dem Eiffelthurm, dem Washington- Denkmal, dem Kölner Dom und der großen Pyramide an Höhe übertroffen. Die Pfeiler ragen natürlich weit über die Brückenbahn, die sie zu tragen haben, Die Zentral- Kranken- und Sterbekasse aller Arbeiter doch schwebt diese immerhin 75 m über Hochwasser. Das Deutschlands( Zuschußkasse) erfreut sich eines durchaus günstigen wunderbarste an der Forthbrücke ist vielleicht, daß selbst Standes. Dieselbe hatte am Schlusse des Jahres 1889 264 örtdie Verbindungsstücke der Träger sich unter einer Belastung der Beweis erbracht, daß die Errichtung der Kasse den vorhandenen liche Verwaltungsstellen mit 7072 Mitgliedern. Es ist somit wohl von 1800 Tonnen nur um 186 mm senkten und daß die Bedürfnissen entsprochen hat. Wie aus der Bilanz ersichtlich, schloß Ablenkung der Brücke durch einen Winddruck von 184 kg| das Jahr 1889 mit einem Kassenbestande von Mr. 9847,67 und Frankfurt a. M. Allen Freunden und Parteigenossen empfehle ich die„ Berliner Volks- Tribüne" und ganz besonders die Berliner Arbeiter bibliothek". I. Serie 12 Hefte. Preis pro Heft 15 u. 20 Pf. 1. Heft: Ein sozialistischer Roman. 2. Heft: Die Gewerkschaften, ihr Nußen und ihre Bedeutung. 3. Heft: Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. 4. Heft: Der Sozialismus in Frankreich seit der Pariser Kommune. 5. Heft Charakterköpfe aus der französischen Arbeiterbewegung. 6. Heft: Die Hausindustrie in Deutschland. 7. Heft: Junker und Bauer. 8. Heft: Die wirthschaftlichen Umwälzungen und die Entwicklung der Sozialdemokratie. 9. Heft: Die Mary'sche Werththeorie. 10. Heft: Die Sozialdemokratie und der deutsche Reichstag. 11. Die soziale Frage auf dem Lande. 12. Heft: Internationale Arbeitsschutzgesetzgebung. Möchte jeder Genoffe dazu beitragen, daß die Bibliothek jeder Arbeiter bekommt, denn unsere Losung muß sein: immer mehr Licht. H. Fauft, Schäfergaffe 15, 4 Tr. Frankfurt a. M. Empfehlung! Unterzeichneter empfiehlt sich zum Verkauf der selbstverfertigten Portraits von Bebel und Liebknecht in Seide gewebt. Da dieselben gut ausgeführt sind, weder vergilben noch ausbleichen, so hoffe ich auf Unterstützung bei diesem Unternehmen. Preis pro Bild 75 Pf., in Dtz. 25 pCt. Rabatt excl. Porto gegen Nachnahme. Diese Bilder liegen in Berlin in der Expedition der ,, Volkstribüne" zur Ansicht aus. Ernstthal Ost- St. b. Chemnitz. Herm. Henker. Allen Freunden und Genossen empfehle mein Charlottenburg tagte am Montag in der Gambrinus- Brauerei mit Charlottenburg. Der sozialdemokratische Wahlverein in der Tagesordnung: 1. Die Arbeitslöhne und die Streits. 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. Das Referat hatte Herr Schade aus Berlin übernommen. In der folgenden recht lebendigen Diskussion sprachen fich sämmtliche Redner im Sinne des Referenten aus. In wahlen in Charlottenburg und drückte den Wunsch aus, die Genossen Verschiedenes" sprach Herr Stein über die nächsten Kommunalmögen einen eigenen Kandidaten dazu aufstellen und voll und ganz dafür eintreten, damit ein möglichst großer Erfolg erzielt wird. hierauf wurden noch einige lokale Angelegenheiten erledigt. Der Greizer Weberstreik dauert in voller Heftigkeit fort, es ftreifen ca. 5000 Mann. Seit 1882 find die Löhne bis zu 30 pet. heruntergedrückt worden. Unterstügung dringend nöthig. Alle Briefe richte man an Karl Käppel, Heckers Restaurant, Greiz ( Reuß). Alle Geldsendungen an Franz Mühlmann, Obertauendorf 34, Greiz( Reuß). Soeben erschien: ..Berliner Arbeiterbibliothek. II. Serie: 99 1. Heft: Der Mythus von der Gründung des Deutschen Reiches. Von Hans Müller- Rostock. 36 Seiten. 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Cigarren- Geschäft. Carl Lehmann. 10 der Bust Der Tag des Herrn." Von Ludwig Pfau. Der Tag des Herrn, das ist ein Tag, Der sich erschließt wie eine Blüthe, Da jede Seele hoffen mag, Und jauchzen möchte jed' Gemüthe. Ein Duft und Schein ist rings verbreitet, Der kleinste Halm trängt Aehren gern, Weil still der Geist der Weihe schreitet Durch alles Feld am Tag des Herrn". Da, wenn das Jrdische grollend wich, Beginnt, was himmlisch ist, zu klingen; Die Glocken rührten selber sich, Vergäß der Glöckner sie zu schwingen: Da wo, daß er die frohste Kunde, Der Liebe stumme Sprache, lern', Sich schüchtern findet Mund zu Munde Da läutet sanft der Tag des Herrn". " Der Tag des Herrn", das ist ein Tag, Der macht zum hellen Feierklange Der Arbeit dumpfen Hammerschlag Und löst den Seufzer im Gesange: Denn wo in eine Brust voll Mühe Nach langer Nacht der Morgenstern Heraufführt eine goldne Frühe Da steigt empor der Tag des Herrn". Und wenn durch eines Denters Hirn Der Wollustbliz der Wahrheit zittert; Und wenn, den Staub noch auf der Stirn, Ein Knecht die Kette jäh zersplittert; Und wenn der alten Knechtschaft Erben, Die Völker, aufstehn nah und fern, Sich ihre Freiheit zu erwerben Das ist der schönste„ Tag des Herrn". Der Tag des Herrn", das ist ein Tag, Ein Tag der Wonnen und der Wunden; Der harrt auf keinen Glockenschlag, Und ist an keine Frist gebunden: Wo Augen glänzen, Herzen klingen, Und Wurzeln schlägt ein edler Kern, Und wo die Geister sich erschwingen, Da ist der wahre Tag des Herrn". Quittungsmarken& Kautschukstempel- Fabrik von [ 46 Conrad Müller Schkeuditz- Leipzig empfiehlt sich allen Arbeitervereinen, Krankenkassen u. s. w. Ausführung sauber und schnell. Preislisten gratis und franko. Große und kleine Reste zu Hosen und Anzügen' sowie Kleider- u. Regenmäntelstoffe. Seidenplüsch, W. Gründel's Restaurant ( früher: R. Wendt.) Dresdenerstraße 116. 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Brunnenstr. 83, dicht am Humboldthain fertigt. Albert Karle, Waldemarstr. 66. Berantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin.- Druck und Verlag: T. Posekel, Berlin 8. O., Dranienstraße 23.