n," Der= && der che ns= rer Der= cige Hen Lich ter ellen= n? Der er Der en In= ite id= em In= Or= ntper == Berliner Volks- Tribüne " = Sozial- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Dolfs Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Pf. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mr. 50 pf.) ,, Boltsblatt", Beuthstr. 3. № 29. Inserate werden die 4spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 Pf. berechnet. Dereins- Anzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die Berl. Volks- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen Sonnabend, den 19. Juli 1890. IV. Jahrgang. en es -U= us ct= er= Die lle Sie el e= 18 Da I& m ch uf t, en T= d rt n ch It Bismarckisches. Zur Beachtung für unsere Spediteure! Alle Geldsendungen bitten wir von jetzt ab an die Adresse: ,, Verlag Berliner Volks Cribüne" Herrn P. Maurer, Berlin 5.0.( 26.), Elisabeth- Ufer 55 zu richten. Nur bei dieser Adressirung gelangt das Geld ficher und anstandslos von der Post in unsere Hände. Der Verlag der Berl. Volks- Tribüne. Die Gewerbegerichte in Deutschland. I. ( Geschichtliches.) einbarte Gesetz über die Gewerbegerichte, das am 1. April Das soeben zwischen Regierung und Reichstag verkende Stern der einst von ihnen nicht minder bewunderten Die Gewerbegerichte in fam wie sollte der nun auf einmal die öffentliche Besorgniß, daß die Unterredung mit dem Frankfurter Deutschland. 1. Die Naturheilvereine und Meinung respektiren und aus Achtung vor ihr den Privat- Journalisten zu Schippelschen Ansichten und somit zur ihre Stellung zur Sozialdemokratie. Kurze groll hinunterschlucken? Er blieb unverändert und ist Behauptung wissentlich falscher Thatsachen anreizt. Nicht Arbeitszeit, hohe Löhne. Zum Achtstunden- heute, was er früher war, nur die bengalischen Feuer nur die Verbreitung verbotener Druckschriften, auch die tag. Die Unternehmer- Organisationen. sind erloschen. Anstiftung dazu war unter dem Sozialistengesetz verWeiße Sklaverei. Produktion und Technik. Merkwürdig ist es übrigens, wie das Schicksal heute boten. Könnte im Interesse der staatlichen Ordnung Gewerkschaftliches. den Schein der Größe, alles das, was fanatisirter nicht auch die Anstiftung zur Behauptung wissentlicher Gedicht. Novelle von Anguh Strind- Heroenfultus Jahrelang mit emsigem Bemühen auferbaute, falscher Thatsachen verfolgt werden? Könnte man nicht berg. II. Die russische Moralphilosophie. II. zu zerstören trachtet. Als Kaiser Wilhelm gestorben den Fürsten Bismarck, der seine große Sozialreform selbst Untersuchungen über das Kapital. III. war, da trat Gefffen mit dem Tagebuch des Kronprinzen diskredirt, deßhalb vor Gericht stellen? Polenschwärmerei. Friedrich hervor. Und der endlos besungene„ Einiger Deutschlands" erschien als preußischer Partitularistenfönig. Auf Friedrichs Tod folgten die Erinnerungsblätter Freitags, die Apotheose rauh unterbrechend. Bismarck aber ist sein eigener Gefffen und Freitag. Das Gößenbild, welches eine dienstbeslissene Presse von ihm entworfen hatte, mit eigener Hand zertrümmert er es er zwingt die Leute, statt, jenes schmeichlerischen Bildes das Original zu sehen, statt des großen Gottes, den 1891 in Straft treten soll, hat insofern eine ihm sonst Kleinen Menschen. Uns fann es recht sein, wenn nicht zukommende, besondere Bedeutung, als es das sich der Himmel, zu dem das Bürgerthum gläubig hinauf erste Werk der neuen sozialpolitischen Aera" blickte, entvölkert und der Anblick der Wirklichkeit auch darstellt, die alle Anbeter aufgehender Sonnen mit pflichtden Augen derer, die nicht sehen wollen, aufgedrängt der Segen sie am so mehr begeisterte, je mehr der ſinschuldiger Verzückung begrüßten und deren zu erwartenwird. In den Unterredungen, mit welchen der mißmuthige Bismarc'schen Zwangspolitik zu erbleichen und sie darum Fürst das Zeitungspublikum unterhält, sind vor Allem die Stellen, in denen er seine Ansicht über die Arbeiter von Verneigungen nach seiner Seite hin zu entlasten schutzgesetzgebung ausspricht, interessant. Die kaiserliche begann. Botschaft von 4. Februar ist, wie Bismarck hervorhebt, unter diesen Umständen als Errungenschaft eines ganz Auch die geplanten Gewerbegerichte scheint man Fürst Bismarck ist allmählich" peinlich" geworden. von ihm selbst redigirt und zwar zu dem Zwecke, um neuen Geistes feiern zu wollen und doch sind sie Seine fatale Eigenthümlichkeit auch jetzt, nachdem er die Zugeständnisse, die der Kaiser dem Proletariat verdurch kaiserliches Dekret aus dem öffentlichen Leben ent- heißen wollte, einzuschränken. Auch der Gedanke der schon das sollte vor jeder Ueberschätzung ihres Werthes fernt ist, noch politische Meinungen zu äußern, Meinungen, internationalen Konferenz entsprang den Kopf des Kanzlers. eines alten Lieblingsprojektes aller möglichen warnen nichts als die endliche Verwirklichung welche mit der gegenwärtigen Regierung im Widerspruche" Ich dachte, sagte er, sie sollte gleichsam ein Sieb sein, bürgerlichen Flickpolitiker und Freunde homöosiehen, muß die ehemalige Verehrerschaar in die größte eine gewisse Hemmung des humanen arbeiterfreundlichen patischer Kuren: Freisinniger Gewerkvereinler und sonstiger Verlegenheit seßen. Die frühere Bismarckpresse benimmt Elau meines Herrn. Ich glaubte, diese Konferenz würde fich, wie sie nach ihrer ganzen Vergangenheit sich nicht sich gegen die allzu große Begehrlichkeit der Arbeiter Harmoniehumbuger sowohl wie nationalliberaler Bürgeranders benehmen kann. Muth? Muth hat auch der aussprechen, gleichsam Wasser in den Wein gießen u. s. w." meister, ultramontaner Sozialpflasterkasten und kathederMameluk, Gehorsam ist des Christen Schmuck! sozialistischer Weinverwässerer und Dünnbierverzapfer. Ge Bismarck bekennt sich also offen als Gegner jedes Selbst preußisch- deutsche Regierungen sind dieser Anhorsam fonnte aber Bismard nur von ihr verlangen, entschiedeneren Arbeiterschußes, sogar als Gegner der gelegenheit bereits in Gefeßentwürfen„ praktisch nahe geals er noch im Vollbesize seiner Macht war. Nun er Maßregeln, welche der Erlaß vom 4. Februar den Arbeitern treten", und wenn ihre frühere Liebesmühe verloren war, gestürzt ist, nun er, ein einsamer Mann, grollend in bereits verhieß. Eine schneidigere Kritik der" grrooßen so hatte dies darin seinen Grund, daß zu jener Zeit der Friedrichsruh sitt da hört das Gedächtniß jener Sozialreform", wie sie bisher unter Bismarcks Autorität Reichstag gerade etwas liberal schillerte und einzelne Edlen, die so lange dem erziehlichen Einflusse des Rep- in unserem gesegneten Vaterlande betrieben wurde, läßt Wünsche des Bundesraths daher zu konservativ fand; tilienfonds unterstanden, auf. Die Tugend des Gehor- sich nicht denken. Der ehrenwerthe Herr, welcher von wenn heute in dieser Frage ein besserer Einklang zwischen sams blieb ihnen treu, nur den Gegenstand derselben der internationalen Konferenz hoffte, sie werde als Sieb den gesetzgebenden Gewalten vorherrscht und darum rasch wechselten sie. Nicht Bismarcks Regiment, dem Regi- wirken, muß, als er noch das Kanzleramt bekleidete, doch ein greifbares Ergebniß erzielt werden konnte, so liegt mente, welches zu dem Sturze Bismards führte, gehorchen wohl ebenso gedacht haben. Er muß, das scheint mit das, wie wir gleich vorausschicken wollen, weniger daran, sie jetzt. Der Mangel an Wuth und eigener Ueber- logischer Nothwendigkeit aus seinen Aeußerungen zu daß die Regierung liberaler als daß der Reichstag reakzeugung, welcher sie dem ehemaligen Reichskanzler so folgen, auch früher nach solchen Sieben gesucht haben. tionärer geworden ist. werthvoll machte, ist geblieben; nur lernt der Fürst jetzt und wenn seine Organe mit Trompetenschall die Kranken-, die negative Seite dieser Tugend kennen. Und das em- Unfall und Invaliven- Versicherung als das non plus Forderung der Gewerbegerichte und ihre theilweise VerMan fann, wenn man Gewicht darauf legt, die pört ihn, dem philosophische Ruhe stets ferne lag; mit ultra des Arbeiterschußes verkündeten, so ist auch das wirklichung sogar noch Jahrzehnte weiter zurück verdem Brandmal der Feigheit" hat er diese Presse ge- vielleicht nur Spiegelfechterei gewesen. Möglicherweise folgen; überall, wo die bürgerlich- kapitalistischen Befennzeichnet. war vielleicht die große Sozialreform mit dem Trabanten- ziehungen sich ungehemmter entfalteten, wo an die Stelle Bismarckisches. Andererseits muß man einräumen, daß sein Betragen schwarme ihrer Paukenschläger auch nur ein solches Sieb, alter Gebundenheit und fester Normen im Arbeitsverdie Getreuen freilich stußig machen muß. Die glänzen- ein Unternehmen, um die Arbeiter mit Schaumgerichten hältniß die tausendfältigen„ freien" Lohnverträge zwischen den Kleider, die so viele Augen blendeten, sind ihm ab- zu sättigen und sie solchermaßen das vergessen zu machen, Kapital und Arbeit traten und damit tausendfältigen Angestreit, und nun steht er da in der Menschheit wonach sie als Arbeiter wirklich legehren mußten: laß zu Streit und gerichtlicher Entscheidung schufen trauriger Blöße." Seine Worte, denen einst der Zauber wirksamen Arbeiterschutz. wundermächtiger Beredsamkeit nachgerühmt wurde, klingen da trat auch mehr und mehr das Bedürfniß nach einer Ferne sei es von uns, derartiges als wirklich zu besonderen Organisation der Rechtsprechung für diese sich jetzt so, wie sie dem Nichtbetäubten auch schon früher behaupten. Das Chemnizer Landgeücht hat Herrn häufenden Streitfälle zwischen den Unternehmern und flangen: leer und trivial, als Worte eines alten Mannes, Schippel, als er sich in ähnlichen Urtteilen erging, zu ihren Arbeitern hervor. der allen Widerstand mit persönlichem Grolle verfolgt. 9 Monaten Gefängniß verurtheilt, wigen VerächtlichDaß Bismarck dieses Schauspiel vor dem neugierigen machung staatlicher Einrichtungen und wissentlicher gen und Zünften auch die alten Zunftgerichte hinwegDie französische Revolution hatte mit den InnunPublikum aufführt, kann uns nicht Wunder nehmen. Entstellung der Thatsachen. Seit jenem Augenblicke haben gefegt; alle gewerblichen Streitigkeiten fielen nunmehr Daß er, der sich stets als die Krone treuester Diener wir unsere Ansicht über die Sozialreform, die mit der den Friedensrichtern oder Maires, in größeren Städten gebärdete, nun als entlassener Minister gegen die Politik des Genossen Schippel übereinstimmte, feierlichst abge- den Polizeikommissären zu. Aber deren Verständniß und des Kaisers frondirt, ist nur ein neues Zeichen seiner schworen, fest überzeugt von der Beschränktheit unseres Kraft erwiesen sich bald als unzureichend zur Erfüllung alten Eigenthümlichkeit, alles, was wie ein Prinzip aus- Unterthanenverstandes. sieht, wenn es ihm gerade paßt unter die Füße zu treten. dieser Aufgabe und so erließ schon 1806 Napoleon I. Um so bedenklicher erscheint uns die Auslassung auf Wunsch der Lyoner Seidenfabrikanten ein Dekret Ein Mann, der sich nicht scheute, die Bismarckspende des Kanzlers; denn, wie schon gesagt, gnge es nach der über Prud'hommes-( Sachverständigen) Gerichte, die 1810 seiner Zeit in die Tasche zu stecken, obgleich die öffent Logit, so müßte man aus Bismarcs Borten schließen, durch ein neues Gesetz zu einer allgemeinen Institution liche Meinung eine gemeinnüßige Verwendung derselben daß die„ Sozialreform", die er betieb, thatsächlich erhoben wurden. Mit den französischen Heeren wanbestimmt erwartete, blos weil ihm das Geld gelegen etwas fiebartig war. Jedenfalls erfült es uns mit derten sie auch über den Rhein hinüber. In mehreren Man gehe nur größeren industriellen Plätzen der Rheinprovinz wurden körpern und in unmittelbarer gleicher und geheimer Abafür ihre Kinder zu Tode rackern muß, der reiche Wüstauf diese Weise Prud'hommes- Gerichte eingeführt und stimmung gewählt werden. ling, der an den Folgen seines Lasterlebens zu Grunde Im November 1889 gab Herr v. Bötticher geht später durch preußisches Gesetz beibehalten, die heute - sie Alle sind die Opfer unserer gesellschaftlichen noch bestehenden„ Königlichen Gewerbegerichte" in Aachen- endlich die Erklärung ab, daß dem Reichstage bald eine Zustände, sie Alle werden frank sein, so lange diese Burtscheid, Crefeld und Köln, sowie in Gladbach, Elber dieser Resolution entsprechende Gefeßesvorlage zugehen gesellschaftlichen Zustände andauern. feld, Barmen, Solingen, Lennep, Remscheid, Burscheid, werde und dem im Februar 1890 neugewähltem Reichs- gesellschaftlichen Zustände andauern. So lange auf der einen Seite das arbeitende Volk Düsseldorf, Mülheim stammen theils noch aus der Zeit tag ging bei seinem Zusammentritt im Anfang Mai der für einen geringen Lohn seine ganze Arbeitskraft verder französischen Herrschaft, theils sind sie nach fran- Entwurf sofort zu. kaufen muß, so lange es gezwungen ist, übermenschlich Dieses Vorgehen ist gewiß anerkennenswerther wie lange zu arbeiten, schlecht zu leben, schlecht zu wohnen, zösischem Muster gebildet. Auf derselben Grundlage sind Die jeßigen„ Gewerbegerichte" Elsaß- Lothringens( in die frühere Zurückhaltung und es mag auch mit be- und so lange auf der andern Seite die besigenden Klaſſen Markirch, Mez, Mühlhausen, Straßburg und Thann) stimmten persönlichen Umwandlungen innerhalb der durch Unthätigkeit ihre Kräfte verlottern, durch UnmäßigRegierungsfreise zusammenhängen. Aber es ist offenbar feit im Genuß ihre Gesundheit zerrütten, so lange werden erwachsen, die durch Gesez vom 23. März 1880 nur soweit geändert wurden, daß sie mit den Bestimmungen weit davon entfernt, eine neue Aera der Sozialpolitik selbst die Heilmittel der Naturheilkunde wirkungslos der Reichsprozeß- und Gewerbeordnung in Einklang stehen. einzuleiten, nachdem bereits nationalliberal- konservative bleiben. Heilt die Gesellschaft überhaupt, und Natürlich blieb die von Frankreich ausgegangene Regierungen sowie klerikal- und nationalliberal- konservative die Glieder dieser Gesellschaft werden schon ganz Anregung auch anderwärts nicht wirkungslos. Belgien Reichstage für diese modernen Sondergerichte zur Er- von selbst gesund bleiben. erließ 1859 ein Gesetz über die Schaffung von Prud- ledigung gewerblicher Streitigkeiten sich ausgesprochen Gegenüber diesen gesellschaftlichen Mißständen ist die homes- Gerichten, das im Allgemeinen die französische haben. Ein neuer, allen Anforderungen unserer Zeit Naturheilkunde auch nur Quadsalberei. Organisation nachahmte, nachdem in Brügge und Gent verständnißvoll entgegenkommender Geist könnte sich nur einmal in einen solchen Naturheilverein und höre, was schon während der französischen Herrschaft derartige in der näheren Ausgestaltung des Planes zeigen, und dort gepredigt wird. Immer und immer die alten PalliSchöpfungen entstanden waren. Die preußische Gesetz hier legt unseres Erachtens der Regierungsentwurf sowie ativmittelchen: kalte Abwaschungen und Packungen, Luftgebung versuchte sich ebenfalls mehrfach auf diesem Felde, das schließlich angenommene Gesez Zeugniß ab von einer und Dampfbäder, Enthaltsamkeit von Fleisch, Spirituosen, 1829 für Westfalen, 1849 für die ganze Monarchie, geradezu beſchämenden Unfähigkeit, die Bedürfnisse unseres Tabat und dergleichen mehr, aber unsere sozialen Zustände aber immer geriethen diese Bemühungen bald wieder in's großkapitalistischen Zeitalters mit ſeinen Umbildungen der werden nicht berührt oder doch nur ganz flüchtig geStocken, die wenigen wirklich zu Stande gekommenen althergebrachten Betriebs-, Arbeits- und Lebensverhältnisse streift. Man darf sich darüber auch nicht allzusehr Gerichte sind meist rasch verfallen. Auch Sachsen schuf auch nur in bescheidenſtem Maße nachzufühlen und, soweit wundern, wenn man sich die Träger der Bewegung ansich 1861 ein Gesez über Gewerbegerichte: gewiegte als einer Regierung möglich, zu befriedigen. sieht. Zu einem großen Theile sind es sentimentale Ehe wir dies jedoch eingehender darlegen, müssen Schwärmer, die Thränen vergießen können, wenn ein auch davon wissen, daß in Meißen zur Zeit noch ein wir vorher nochmals etwas ausführlicher auf die wahre Schwein„ gemordet" wird, und die ruhig zusehen, wenn Bedeutung der Gewerbegerichte für Unternehmer und Menschen rettungslos im sozialen Elend untergehen oder Damit ist im Allgemeinen erschöpft, was wir bis Arbeiter und damit auf ihre ganze Stellung im Rahmen in„ heiligen" Kriegen abgeschlachtet werden; oder es sind zu den großen politischen Umwälzungen von 1866 und der heutigen wirthschaftlichen Verhältnisse zurückkommen. engherzige Spießbürger, die das eigene Ich anbeten und 1870 in Deutschland an besonderen Organisationen zur feine höhere Sorge kennen, als den lieben Leib zu pflegen; Erledigung der gewerblichen Streitigkeiten zwischen den oder aber es sind zahmgewordene Lebemänner, die durch Unternehmern und ihren Arbeitern besaßen. Daß hier Die Naturheilvereine und ihre Stellung die Naturheilkunde noch Rettung gefunden haben, nachdem die medizinische Wissenschaft sie bereits aufgegeben zur Sozialdemokratie. hatte;- diejenigen aber, denen es ernstlich darum zu E. Kl. Auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens thun ist, der Menschheit wirklich zu helfen, bilden unter für das Reich geltend doch nicht darüber hinaus, die regt sich ein neuer Geist. Ueberall ist das Neue bemüht, den Naturheilmännern sicherlich den kleineren Theil. gewerblichen Streitigkeiten den Gemeindebehörden die alten, überlebten Formen und Anschauungen zu stürzen Man sehe sich doch einmal die Rezepte der Herren zuzuweisen und es diesen auch zu überlassen, ob sie etwa und sich an deren Stelle zu setzen. von der Naturheilkunde und naturgemäßen Lebensweise besondere Gemeinde- Schiedsgerichte unter gleichmäßiger Ueberall gährt es und bohrt es: in der Politik und etwas genauer an. Da heißt es gewöhnlich, um nur Zuziehung von Arbeitgebern und Arbeitern" bilden Volkswirthschaft die Sozialdemokratie, auf religiösem und einen Punkt herauszugreifen, der Mensch solle, um wollten. Der§ 108 der alten Gewerbe- Ordnung, historischem Gebiet der Materialismus, in Litteratur und gesund zu bleiben, Landwirthschaft und Gartenbau treiben welcher diese Verhältnisse regeln sollte, lautete: Kunst der Realismus, kurz, allerwärts ein mächtiges und seine Wohnung in der Nähe des Waldes, am BergStreitigkeiten der selbständigen Gewerbetreibenden mit ihren Gesellen, Gehilfen oder Lehrlingen, die sich auf den An- Vorwärtsdrängen; iſt es da ein Wunder, wenn auch auf abhang und Quell, aber fern von den Düngstätten 2c. tritt, die Fortsetzung oder Aufhebung des Arbeits- oder Lehr- dem medizinischen und hygienischen Gebiet eine Reform aufschlagen. Eine armselige Weisheit! Was nüßen der verhältnisses, auf die gegenseitigen Leistungen während der bewegung anhebt? franken Menschheit Rathschläge, die sie nicht befolgen tann? Kenner des grün- weißen Kuriositäten- Kabinets wollen entsprechendes Institut bestehe.*) ein starkes Reformbedürfniß bestand, fühlte man wohl allgemein, aber man kam bei Erlaß der Gewerbeordnung 1869 für den Norddeutschen Bund, von 1873 an Mar Schippel. Dauer desselben oder auf die Ertheilung oder den Inhalt Auch hier haben sich die alten Anschauungen überder.. Zeugnisse beziehen, sind, soweit für diese Angelegen- lebt. Der gesunde Menschenverstand kann es nicht mehr heiten besondere Behörden( hierunter sind die eben erwähnten älteren Gewerbegerichte gemeint) bestehen, bei diesen recht begreifen, daß es für einen kranken Menschen von zur Entscheidung zu bringen. Nußen sein kann, wenn in den geschwächten und durch Insoweit solche Besondere Behörden nicht bestehen, er- feuchten Körper noch allerhand Gifte eingeführt werden, folgt die Entscheidung durch die Gemeinde behörde. Gegen die Entscheidung der Gemeindebehörde steht den Betheiligten er kann es nicht mehr begreifen, daß es möglich sei, durch eine Berufung auf den Rechtsweg binnen zehn Tagen offen; Medizin ein Uebel zu beseitigen, wenn die Ursachen dieses die vorläufige Vollstreckung wird aber hierdurch nicht auf Uebels bestehen bleiben. gehalten. Durch Ortsstatut können an Stelle der gegenwärtig hierfür bestimmten Behörde Schiedsgerichte mit der Entscheidung betraut werden. Dieselben sind durch die Gemeindef behörde unter gleichmäßiger Zuziehung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu bilden. Die Naturheilkunde ist die Bahnbrecherin auf dem Gebiete vernünftiger Gesundheitspflege. Wollen die Herren unsere ganze, naturnothwendig gewordene Kultur auf den Kopf stellen und unsere großen Industrievölker zu Hirten und Ackerbauern ums wandeln? Das wäre doch mehr als lächerlich. Oder wollen sie unsere großen Städte und Industriezentren hinwegdekretiren? Das ist unmöglich. Was aber soll dann der gute Rath? Landwirthschaft und Ackerbau fönnen nicht Alle treiben, in die Wälder können auch nicht Alle ziehen Sie verwirft das alte Heilsystem mit seinen tausen- aber gerade diejenigen, die dies Alles nicht können, den und abertausenden von Flaschen, Pillen, Salben und brauchen die Hufe am allernothwendigsten. setzt an deren Stelle die natürlichen Heilmittel Luft, Licht, Nicht die Leute, die in Kurorte, Bäder, SommerVon dieser Befugniß, für den Bereich ihrer Ver- Wasser, Bewegung, gesunde Nahrung, Kleidung, Woh- frischen 2c. gehen können, sondern die Leute, die jahrwaltung besondere Gewerbegerichte zu schaffen, wurde nung u. s. w. aus, jahrein in ihre dumpfen Werkstätten, ihre Wohnungen seitens der Gemeinden ein derart geringer Gebrauch Ohne Zweifel sind die Naturheilvereine mit diesen und Höfe gebannt sind, die ihr Leben von Kaffee und gemacht, daß schon 1873 die Regierungen dem Reichstag Bestrebungen auf einem richtigen Wege, aber wir dürfen Kartoffeln fristen müssen, die sich vom frühen Morgen einen Entwurf über die Schaffung von Gewerbegerichten nicht vergessen, daß diese Bewegung vom Bürgerthum bis in die späte Nucht plagen und abrackern müssen unterbreiteten, der wegen Schluß der Session jedoch nicht ausgeht und daß überall, wo heutzutage das Bürgerthum die brauchen Hilfe. Aber für diese Leute haben die mehr zur Verhandlung fam. Schon im Februar 1874 noch reformatorisch auftritt, nichts Ganzes herauskommt. Naturvereinler keine Hilfe, und was sie so nennen, das trat die Regierung mit einer neuen Vorlage hervor, die So begegnen wir auch hier nur halben Maßregeln. ist keine Hilfe. wiederum über die Kommissionsberathung nicht hinaus- Die Naturheilkunde, die der alten Medizinwissen- Statt immer über die Genußsucht der Menschen zu gelangte. Im Februar 1878 kam ein dritter Entwurf schaft vorwirft, sie ziehe nur die Krankheitserscheinungen. räfonniren, würden sie weit flüger und vernünftiger an das Parlament, dieser brachte es bis zur dritten aber nicht die Krankheitsursachen in Betracht, begeht ge handeln, die praktischen Bestrebungen des Proletariats Lejung, scheiterte hier aber. Von da ab stand die Renau denselben Fehler, nur hat sie die Grenzen etwas zur Verbesserung seiner Lage zu unterſtüßen, unbekümmert gierung als müßiger Zuschauer, ja zuletzt sogar sehr ab- weiter gezogen. darum, ob diese Bestrebungen als sozialdemokratische lehnend der ganzen Angelegenheit gegenüber und der Sie nimmt die Krankheiten als etwas für sich Begeächtet sind oder nicht. Der ehrliche NaturheilverVolksvertretung fiel ausschließlich alle Initiative zu stehendes aus dem Rahmen der sozialen Verhältnisse einler muß für die Sache des Proletariats eintreten, Der sozialdemokratische Arbeiterschutzgesetzentwurf brachte heraus und mach: nun ihre Experimente. denn sie ist die Sache der leidenden Menschheit. Verzuerst die Frage wieder in Fluß; es fam am 24. März Es ist aber doch wahrhaftig kein zu großer Unter- lürzung der Arbeitszeit und höhere Löhne nüßen 1886 zum Beschluß einer Resolution: schied, ob man blos die Erscheinungen einer Krankheit den Armen und Kranken mehr als falte Abden Herrn Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstag den Entwurf eines Gefeßes, betreffend die obligatorische Einführung beseitigt, oder etwas tiefer geht und auch die nächsten reibungen und unbrauchbare Rathschläge. Die Naturheilvereine, wie sie heute sind, sind weder von Gewerbegerichten, mit der Maßgabe baldthunlichst vor Ursachen der Krankheit zu beseitigen sucht. Ich sagte zulegen, daß die Beisiger derselben zu gleichen Theifen absichtlich: die nächsten Ursachen, denn über diese hinaus Fisch noch Fleisch, weder falt noch warm. An die Stelle von den Arbeitgebern und Arbeitern in getrennten Wahl- erstreckt sich die Thätigkeit der Naturheilkunde nicht. ihrer platonischen Liebe zur Menschheit müssen greifbare förpern und in unmittelbarer, gleicher und geheimer Ab- Was nüßt es der Menschheit, wenn durch eine ver Bestrebungen treten und die liegen auf dem politischen stimmung gewählt werden. Im Januar 1888 gab dann eine Rede des frei- nünftige Krankheitsbehandlung die körperlichen Ursachen und sozialen Gebiet. der Krankheit beseitigt werden, die sozialen Ursachen da- So sehen wir auch hier wieder, gerade wie bei der sinnigen Abgeordneten Baumbach Veranlassung zu einer abermaligen Erörterung der Frage, wobei die Regierung gegen bestehen bleiben? Dieſe ſozialen Ursachen aber sind von der bürgerlichen Klasse aufgeworfenen Frage der Frauenemanzipation, daß das Bürgerthum nicht fähig erflärte, daß nach ihrer Meinung ein Bedürfniß nach für die Naturhelvereine ein Rührmichnichtan. Sind denn die Krankheiten der Menschen etwas ist, reformatorisch in den Gang der Verhältnisse einzureichsgefeßlicher Regelung nicht vorhanden sei; denselben anderes als die Symptome eines franthaften, ungesunden greifen, daß es sich nur zu halben Maßregeln aufzuraffen Standpunkt vertrat Herr v. Bötticher, als einige Tage Gesellschaftszustandes? Wodurch werden denn die vermag und die endgiltige Lösung all dieser Fragen abspäter die Abgeordneten Hize( Zentrum) und Schrader ( freis.) das Thema berührten. Im Januar 1889 stand meisten Menschen frank? Durch ungesunde, übermäßige treten muß an die von ihm so gehaßte Sozialdemokratie. wiederum eine Resolution zur Debatte, für die sich außer Arbeit, durch unzureichende Nahrung, ungenügende Kleidem Antragsteller Baumbach( freis.) besonders die Ab- dung, schlechte Wohnung und was dergleichen Uebelſtände mehr sind. geordneten Hize( Zentrum) und Struckmann aussprachen Unsere sozalen Zustände sind es, die uns Körper und die, troßdem die Regierung abermals die Sache auf und Geist vergiften, und diese Zustände müssen geändert, die lange Bank geschoben haben wollte, mit bedeutender Mehrheit zur Annahme gelangte. Sie lautete: verbessert werden. Kurze Arbeitszeit hohe Löhne. Wenn die Arbeiter irgendwo den Ruf nach einer Verkürzung der Arbeitszeit erheben, ja wenn sie auch nur Sonntagsruhe verlangen, so beeilt sich die gebildete" Presse alsbald sie auf die vergängnißvollen Folgen" eines solchen Verlangens aufmerksam zu machen. Wird wie häufig hat man das nicht von Bismarck's Organen verkünden gehört. Selbstverständlich ist die Schlußfolgerung falsch. Denn eine Verkürzung der Arbeitszeit bewirkt, wofür so viele Erfahrungen vorliegen, keine VerDer Fabrikarbeiter, der vom Morgen bis zum Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage baldthunlichst den Entwurf eines Gefeßes, betreffend die Abend in giftgeschwängerten Fabriken sich abmüht, das Einführung von Gewerbegerichten, vorzulegen mit der Maß- Ladenmädchen, das sich verkauft, um sein Leben zu fristen die Arbeitszeit verkürzt, so muß auch der Lohn fallen; gabe, daß die Beisiger derselben zu gleichen Theilen von den die Näherin, die rastlos über die Maschine gebeugt sigt Arbeitgebern und von den Arbeitern in getrennten Wahl- und der Bleichsucht oder Schwindsucht zum Opfer fällt, *) Daneben hat Sachsen noch besondere Berggerichte auf das Dienstmädchen, das sich verdingen muß und von dem jungen Herrn jeschändet wird, die arme Wittwe, die sich Grund des Gesezes vom 2. April 1884. minderung in der durchschnittlichen Tagesleistung eines Mitglieder zum Streit gezwungen gewesen wären. Wo streben immerhin bisher noch eine Bresche für die Arbeiters. Es werden vom Fabrikanten einfach bessere dies geschah, wurde eine Einigung durch Konferenzen angreifenden Arbeiter in Fortfall kommt. Maschinen eingestellt und der Arbeiter muß seine Kraft seitens der Arbeiter und der Lohnherren erzielt. In Diese ganze Entwickelung, so sehr sie die organisirten in der kürzeren Zeit schärfer anspannen. Aber ange anderen Fällen standen unsere Leute einen oder zwei Arbeiter im gewissen Grade beeinträchtigt, hat, wie die nommen auch, die Tagesleistung werde bei fürzerer Ar- Tage aus, bis die Forderung des Achtstundentags be- New- Yorker Volksztg." mit Recht bemerkt, viel Gutes beitszeit geringer sein, folgt daraus etwa, daß die Löhne willigt ward. An einigen Orten dauerte der Streit eine im Gefolge. Sie hält die Arbeiter von übereilten Anentsprechend sinken müßten? Warum nimmt man an, Woche oder länger und augenblicklich haben wir Streifs griffen ab und gewährt ihnen Gelegenheit, die gegnerischen, daß die Unternehmer die Macht besißen, den pekuniären in 14 Städten seit mehr als vier Wochen. Im Ganzen wie die eigenen Kräfte besser abzuschäßen. Sie bringt Schaden, den eine Verminderung der Arbeitsleistung ihnen hatten wir Streifs in 141 Städten, an denen sich die Klassenkampf- Situation in einer Weise klar zum zufügen würde, ohne Weiteres auf die Arbeiter zu 208 Vereine mit 54 852 Gewerks- und Nicht- Gewerksleuten Ausdruck, welche einen Widerspruch schlechterdings nicht überwälzen? Das ist doch noch sehr die Frage und betheiligten. Die Forderungen waren folgende: In mehr möglich macht und in der Erschwerung und numehängt ganz von den Marktverhältnissen und der Stärke 42 Städten gingen die Bauleute zur Erlangung von acht rischen Verringerurg der Erfolge für die Arbeiter auf der Arbeiterorganisation ab. Die Erfahrung zeigt jeden Stunden an den Streit, in 81 Städten für neun Stunden ökonomischem Gebiet enthält sie die Lehre, daß der gefalls, daß hoher Lohn und kurze Arbeitszeit, die sich nach und in 18 entweder für Lohnerhöhungen, oder für Ab- werkschaftliche Kampf nicht das A und der Arbeiter= der offiziösen Theorie ausschließen sollen, im Gegentheil fürzung der Arbeitszeit an den Wochentagen oder nur bewegung sein kann und treibt die Massen früher oder meist verbunden sind. Das gilt sowohl, wenn man die am Sonnabend. An einigen Orten wurde statt der acht später dem Sozialismus in die Arme. Arbeiterverhältnisse der einzelnen Länder als die der ein- Stunden ein Kompromiß auf neun Stunden abgeschlossen, zelnen Industrien in einem Lande mit einander vergleicht. ohne daß ein Streif nothwendig geworden wäre. Das Interessant sind die Zahlen, die ein französischer Sta- Resultat zeigt, daß in 27 Städten und Ortschaften tistiker, Herr Soupart, für sein Vaterland herausgefunden. 23,355 Bauleute den Achtstundentag errungen haben. Die amerikanischen Zensusbeamten enthüllen in Durch Vergleichung des Einkommens mit der täglichen In neun Städten stehen unsere Leute noch für acht Pennsylvanien ein drastisches Bild der amerikanischen Arbeitszeit ist er für Frankreich zu nachstehenden tabel Stunden aus und in sechs wurde auf neun Stunden ein Schande. In den Kohlenregionen treffen sie auf namenlarisch dargestellten Ergebnissen gekommen, die wir den Kompromiß geschlossen. Der Neunstundentag wurde in lose Menschenherden, ohne verständliche Sprache und „ Gewerkschaften" entnehmen: 72 Städten und Ortschaften eingeführt und acht Stunden Attribute des Menschenthums. Es sind die Horden, am Sonnabend. Die neun Stunden erlangten 14,180 welche das nimmersatte Monopol aus den entlegensten, Mann und in 18 Städten wurde außerdem für 2662 verwahrlosten Winkeln Europa's trop aller Einwanunserer Mitglieder eine Lohnerhöhung gewonnen. derungsgesetze massenhaft importirt und noch mehr Summa Summarum hat die Bewegung bis jetzt in degradirt hat, als sie es schon in ihrer Heimath waren. 117 Städten 40 197, Bauleuten Vortheile gebracht und Sie kommen aus den Bergen Ungarns und Polens. gleichzeitig vielen Arbeitern in anderen Baugewerfen. Der Zensus- Supervisor sagt, daß sie mehr den LastEisenindustrie Glasfabrikation Münzprägereien Riceries Zuckerraffinerie Musikinstrumentenfabrikation Bulverfabrikation 1. Durchschnittl. Jahres einkommen Franks Höchste tägliche in Stunden. Arbeitszeit 12 12 1186,50 1264,29 1275,00 11 1168,83 1127,52 1138,56 1124,60 Bau und Reparatur von Fahrzeugen. 1213,38 33222 Weiße Sklaverei. Im Ganzen haben wir aus unserer Union- Kasse thieren, als Menschen ähnlich seien. Wenn sie in den 180 000 Franken an Streifgeldern bezahlt und noch ist engen Minengängen auf Händen und Füßen friechen, unsere Truhe nicht leer. Unsere Lokal- Unions( beschränkte glaubt man wirkliche Thiere zu sehen. Ihre Sprache. Gewerkschaften) haben in vielen Fällen gar keine Unter- ist selbst den Landsleuten unverständlich, denn sie ist ein stützung aus der Bundeskasse verlangt, sondern ihre unartikulirtes Ausstoßen von thierischen Lauten. Höchste tägliche eigenen Ausgaben bestritten und jedenfalls beträgt die Mag dies Bild auch übertrieben sein, so zeigt schon Arbeitszeit in Stunden 14 16 2. Kalkfabrikation Durchschnittl. Jahreseinkommen Franks 593,00 Keramisches Gewerbe, Ziegeleien, Plattenu. Dachziegelfabrikation, Töpfereien c. 579,36 In den Flachsbetrieben 717,40 " den Hanshechlereien 654,24 15 " T der Bodenmehlfabrikation. 243,78 " den Zuckerfabriken 237,60 " den Weinessigfabriken 300,81 14 Garn- und Gewebebleicherei 712,32 15 Fabri'ation und Reinigen von Delen. 709,32 16 Strumpfwirtereien 2c. 729,27 13 14322 Summe, welche derart verausgabt wurde, ebenso viel, die Größe der Uebertreibung den Abgrund, welcher die wie diejenige, welche von hier aus bezahlt wurde. Unser unglücklichen Wesen von ihren freieren Menschenbrüdern Geld, welches ausgeschickt wurde, ging hauptsächlich nach trennt. Statt Namen haben die Elenden Nummern, 12 Städten. Nach Philadelphia haben wir bis jetzt jede welche ihnen auf Pappdeckelmarken wie todten Schweinen Woche 30-35 000 Franken geschickt. augeheftet sind. In den Büchern der Gesellschaft sind Ebenso erfreulich wie die gewonnenen Siege ist der sie von der Zahl 1 bis über 1000 eingetragen. Sobald Zuwachs an Mitgliedern während des Achtstundenkampfes. ein solcher Mensch" in den„ Gang" eingestellt wird, Wir haben seit April 46 neue Lokal- Unions( Orts- Ge- erhält er, wie ein Zuchthaussträfling seine Nummer. werkschaften) gewonnen mit 12 241 Mitgliedern, und Das Tausend dieser Marken," tags", fostet nicht mehr somit sind wir augenblicklich die zahlreichste und stärkste als ein Hundehalsband. Weil diese Leute außerhalb In der ersten Tabelle, welche die Arbeitszweige mit Gewerkschaft der Welt, denn wir haben 622 Lotal- Unions ihres Sklavenzwingers nicht identifizirt werden können, dem höchsten Einkommen enthält, schwankt die Arbeitszeit und über 67 200 gutstehende Mitglieder. Die Streifs, so wird manche unschuldige Nummer für ein Verbrechen zwischen 11 und 13 Stunden. welche fortdauern, sind in Buffalo, Rochester, San bestraft, das eine andere oder ein Bürger begangen hat. " In der zweiten Tabelle, welche die Arbeitszweige Francisco, Dallas, Texas, Denver, Colorado und Seattle, Polizei und Richter geben sich nicht viel Mühe mit mit dem niedrigsten Einkommen enthält, schwankt die Wash. Allenthalben haben sich die Arbeiter in den diesen Unglücklichen. Sie werden bei Krawallen ge Arbeitszeit von 12-16 Stunden. Und wohlgemerkt: Schneide und Hobelmühlen auf unsere Seite gestellt und wöhnlich truppenweise verurtheilt, und gegen ihre Mißdiejenigen Arbeitszweige der zweiten Tabelle, in welchen an vielen Orten wurden von ihnen eigene Unions ge- handlung finden sie ebensowenig Schuß, wie gegen ihre die Arbeitszeit blos 12 und 13 Stunden täglich beträgt, gründet, welche sich der Brüderschaft angeschlossen haben." grenzenlose Ausbeutung durch Vormänner, Gewürzkrämer find solche, in denen eine längere Arbeitszeit geradezu Die zielbewußte und kraftvolle Organisation der und Kostwirthe. tödtlich wäre, wie in der Zucker- und Bodenmehl- Arbeiter wird auch anderwärts sich ähnliche Erfolge fabrikation, oder wo die Arbeitszeit durch Mangel an erringen. Arbeit beschränkt wird, wie in der Strumpfwirkerei. Das scheinheilige Philisterthum hat sich so gewaltg aufgebläht wegen der Abschaffung der Sklaverei in Amerifa. Aber wie viel unglücklicher sind diese„ Hunnen" Die Gründe dieser Erscheinung liegen nahe. Die Die Unternehmer- Organisationen. Arbeiter drängen gleichmäßig auf Lohnerhöhung und als die Negersklaven je waren! Diese hatten wenigstens Arbeitszeitverkürzung. Wo sie überhaupt etwas erreichen, welchen die Organisationen der Arbeiter sich nicht gut flaven, welche zwar auch zuweilen mißhandelt wurden, Es giebt nur noch wenig Produktionsbranchen, in effe ihrer Herrn gebot menschliche Behandlung der Namen, und es waren keine Hundenamen. Das Interwird sich das nach beiden Richtungen gleichmäßig zeigen. organisirten Fabrikantenvereinigungen gegenüber befänden: da dies überall geschieht, wo der Mensch über den Wo aber die Verhältnisse für den Arbeiter ungünstig Wo aber die Verhältnisse für den Arbeiter ungünstig In dieser Erscheinung liegt einer der klarsten drastischen Menschen herrscht; allein das Band zwischen Herrn und liegen, wo die Macht des Unternehmerthums unumschränkt Beweise für die Existenz des Klassenkampfes, über dessen Sklaven war feine solche unheilvolle Kette, wie sie der herrscht, da wird der Fabrikant gleichfalls Beide ver- Seinsollen oder Nichtseinsollen manche Sozialreformer" unterirdische Sklave von Pennsylvanien trägt, es war wehren. Niedriger Lohn und lange Arbeitszeit gilt ihm noch immer in der Luft herumtheoretisiren, mit dem sie immer noch ein menschliches Band. ats doppelte Quelle der Bereicherung. Zum Achtstundentag. " sich aber wohl oder übel werden abfinden müssen ,, weil er eben nicht wegzuleugnen ist. Der Negersllave fand Schuß bei seinem Herrn, Bezeichnend ist die Thatsache, daß den strammeren Pflege in der Krankheit; er hatte eine Heimath, man sprach zu ihm, erfreute sich an seinen Tänzen und Zur selben Zeit, als sich in diesem Jahre die Arbeiter Unternehmervereine gegenüber stehen. Eine nur natürliche Fällen wurden die Neger als Glieder der Familie beArbeiterorganisationen meist auch die besser organisirten Spielen und lachte und scherzte mit ihm. In vielen in Europa und Amerika darauf vorbereiteten, zu Gunsten Erscheinung; denn die Fabrikantenverbände als Kampf- trachtet. Die Kinder des Hauses liebten die schwarze des Achtstundentages die großen Kundgebungen am 1. organisationen für das ökonomische Interesse der be- Amme oft mehr als ihre Mutter. In Pennsylvanien und 4. Mai zu veranstalten, feierten in Viktoria und treffenden Kapitalistenbranche, sind nur eine Folge der aber sind die Sklaven Ausgestoßene, welche zu Thieren Neusüdwales, den beiden südöstlichen Staaten von Organisirung des Proletariats in Gewerkschaften und degradirt werden. Auch dieser Fluch wird seine Nächer Australien, die Arbeiter am 21. April bereits den Jahres- laufen mit derselben parallel. finden. Bum 1. Oktober 1890. ( Eingefardt.) tag der staatlichen Einführung des achtstündigen Maximal- Ursprünglich hatten die Fabrikanten nur geringen arbeitstages. Nach den großen Lohnkämpfen, welche die Anlaß zu solchen Vereinigungen. Im Gegentheil. Ihr Arbeiterorganisationen von Sydney und Melbourne in Interesse zwang ihnen förmlich einen rücksichtslosen den Jahren 1886 bis 1888 durchgeführt hatten, wurde Konkurrenzfampf unter einander auf und solange der in den parlamentarischen Körperschaften der beiden ge- Arbeiter einfältig und willig genug war, sich die Kriegsnannten Staaten von arbeiterfreundlichen Abgeordneten kosten dieses Kampfes aufhalsen zu lassen, blieb es auch ob die Verbreitung der durch das Sozialistengeset verEs ist in Parteikreisen schon viel erörtert worden, der Antrag gestellt, den von den Arbeitern geforderten dabei, abgesehen von den losen Vereinigungen behufs botenen Literatur nach Aufhebung des Ausnahmegesebes Achtstundentag gefeßlich zu sanktioniren. Dieser Antrag gelegentlicher Beeinflussung der Gesetzgebung im kapita- möglich sein wird oder nicht. Wir glauben, daß die wurde am 21. April 1889 angenommen, worauf die listischen Interesse. Arbeiter mit großen Siegesdemonstrationen erwiderten. Verbreitung dieser Schriften fast ganz uneingeschränkt Ueberall aber, wo die ökonomische Bewegung der möglich sein wird, denn die Rechtskraft der auf Grund Sie stellten darauf auch die Forderung, den 21. April organisirten Arbeiter aggressiv und erfolgreich vorging, des Ausnahmegesetzes ausgesprochenen Verbote hört mit alljährlich als Arbeiterfeiertag festlich begehen zu können, da entstanden bald auch die Kampf- oder besser Ver- dem 1. Oktober auf und die Möglichkeit, diese Schriften und das Parlament hieß auch dies gut. theidigungsorganisationen der Unternehmer. Mit einem wegen der in ihnen angeblich enthaltenen Preßvergehen Auch in den Vereinigten Staaten macht der Acht- Male war der Klassenkampf eine Thatsache geworden und auf Grund des gemeinen Rechtes zu belangen ist nur stundentag Fortschritte. Dem Kongreß in Washington trotz aller Konkurrenzgedanken sahen sich die Kapitalisten für einen ganz unbedeutenden Bruchtheil derselben gegeben, liegt ein Gesetz vor, worin derselbe für die Postbeamten gezwungen, die ökonomischen Interessen des Unternehmer da die allermeisten dieser Vergehen längst verjährt sind. der ganzen Union festgesezt ist. Außerdem sieht das thums als Klasse in ähnlicher Weise zu wahren, wie die Demnach kann unserem Erachten nach nur die Verbreitung Gesez für die Beamten 14 Tage Ferien vor. Arbeiter die ihrigen. Daher dann auch die allmälige derjenigen Schriften straffällig erscheinen, welche vor Große Ergebnisse hat auch der Kampf der Brüder- Ausbildung der Unternehmerorganisationen in ganz direktem Erlaß des Sozialistengefezes verboten wurden. schaft der Zimmerleute und Bauschreiner für die Ver- Hinblick auf die sich mehrenden und immer entschlossener türzung der Arbeitszeit und für Verbesserung des Arbeiter werdenden Angriffe der Arbeiter. Dagegen ist es aber garnicht ausgeschlossen, daß looses geliefert. Der Generalsekretär dieser Gewerkschaft gegen diejenigen Druchschriften, welche auf Grund des Daß ein Theil der Kapitalistenvereine im weiteren gemeinen Rechtes noch verfolgt werden können, also die ist Mc. Quire. Ein Korrespondent der New- Yorker Verlauf der allgemeinen kapitalistischen Entwickelung sich einige Monate vor Erlöschen des Gesetzes erschienenen, Volkszeitung" besuchte ihn kürzlich in Philadelphia. jezt auch zu besonderen ökonomischen Bildungen, wie ein Strafverfahren eingeleitet wird. Dasselbe könnte Mc. Duire ließ sich folgendermaßen aus: Monopole, Trusts 2c., entfalten, kommt hier nicht in auch gegen neue Auflagen früher verbotener Schriften " Die Resultate sind über alles Erwarten aus Betracht. Oder doch nur insofern, als dadurch die Unter- versucht werden. gezeichnet gewesen. Bis zum heutigen Tage haben wir nehmervereine auch den Arbeitern gegenüber einen kräftigeren keine Niederlage zu verzeichnen gehabt. In vielen Fällen Rückhalt gewinnen, weil sie durch riesige Kapitalmassen einem Juristen genau beantwortet würde. Es wäre wünschenswert, wenn diese Frage von find unsere Forderungen bewilligt worden, ohne daß die gedeckt sind und weil der letzte Rest von Konkurrenz Produktion und Technik. Publikum im allgemeinen annimmt. Bei den meisten größeren| wurde er durch Tumult unterbrochen. Erst um 4 Uhr endete die Tageblättern stellt sich das Verhältniß zatischen Annonzen- und stürmische Versammlung. Sie beweist, wieviel der sozialdemokraAbor nements- Einnahme ungefähr wie zwei zu eins. tischen Agitation im Kellnergewerbe noch zu thun übrig bleibt. Gewerkschaftliches. Die Absperrung gegen das billige ausländische Fleisch wird von unseren Agrariern bekanntlich meist nicht mit ihrem Interesse an hohen Preisen motivirt, sondern mit dem heuchlerischen Vorwand, man wolle das Volk gegen Gesundheitsgefahren schüßen, da im Auslande eine irgendwie genügende Inspektion des Schlachtviehes nicht bestehe. Zur Beseitigung dieses Vorwandes schafft Für die Hamburger! Der Leipziger ,, Wähler" schreibt im man nun im Auslande eifrig Gefeße zur besseren Kontrolle der Sinne aller Arbeiterblätter: Die Nachricht, der Hamburger MaurerFleischwaaren; freilich wird das unsere Agrarier nur unangenehm streik sei zu Ende, hat sich nicht bewahrheitet. Wohl beschlossen berühren, weil es sie zwingt, entweder die alten Sperrmaßregeln die Arbeiter, nach neunwöchentlichem Ausstand auf ihre Forderun als überflüssig zu bezeichnen oder sie offen mit dem nackten Geldgen 9 stündige Arbeitszeit und 65 Pfg. Stundenlohn zu beutelinteresse einer kleinen Bevölkerungsschicht zu begründen. So- verzichten und die Arbeit wieder zu den alten Bedingungen eben liegt der Volksvertretung der Vereinigten Staaten wieder eine 10 stündige Arbeitszeit und 60 Pfg. Stundenlohn aufzunehmen. Bill bezüglich der Inspektion von zum Export bestimmtem leben Sie hatten aber die Rechnung ohne den Wirth, d. h. ohne die dem Bich und Fleisch vor, die sogenannte Fleischbeschau- Gesezvor- Untenehmer gemacht. Das Unternehmerthum zeigt sich als echtes lage. deren Bestimmungen folgende sind: rechtes Prozenthum. Hochmüthig erklären die Unternehmer jezt, daß die Arbeiter nicht nur zu den alten Bedingungen arbeiten müßten, fie müßten auch einen Revers unterzeichnen, daß sie dem Fachverein nicht mehr angehören und keine sozialistischen Schriften Der Ackerbauminister wird angewiesen, an geeigneten Blägen alles zum Export nach dem Auslande bestimmte Vieh oder Fleisch sorgfältig untersuchen zu lassen, um fest zustellen, ob dasselbe gesund oder krank ist. Zu diesem Zwecke kann der Minister Inspektoren ernennen, welche befugt sein sollen, den Gesundheitszustand, in welchem sie das inspizirte Vich oder Fleisch gefunden, amtlich zu bescheinigen. Keinem Fahrzeug, welches zum Export nach dem Auslande bestimmtes Vieh oder Fleisch an Bord hat, darf ein Klarirungsschein ausgestellt werden, so lange der Eigen thümer oder Exporteur des betreffenden Viehs oder Fleisches nicht im Besige eines seitens eines Fleisch beschau- Inspektors ausgestellten Scheines ist, in welchem das Vieh oder Fleisch für gesund erklärt wird. mehr verbreiten wollten. Für diese Forderung haben wir nur ein Wort: sie ist unverschämt. Auf Montag, den 29. September 1890, Morgens 8 Uhr, ist ein Kongreß der Mechaniker, Optiker, Uhrmacher, und chirurg. Instrumentenmacher nach Wiesbaden einberufen. Als vorläufige Tagesordnung wurden folgende Punkte festgesezt: 1. Die Nothwendigkeit einer einheitlichen Organisation und Berathung über die Form derselben; 2. Berathung über einheitliche Normativbeſtimmungen für alle beſtehenden MechanikerArbeitseinstellungen, Aussperrungen, Maßregelungen; 5. Bericht Vereinigungen; 3. Organfrage; 4. Regelung der Unterſtüßung bei Vereinigungen; 3. Organfrage; 4. Regelung der Unterstützung bei über die Verhandlungen der Mechanikertage und der dort gewählten Kommission; 6. Stellungnahme zu den Beschlüſſen; 7. Der Arbeitsnachweis, Reiseunterſtüßung; 8. Koalitionsrecht; 9. Verschiedenes. arbeiter( E. H. 29) sowie Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der MetallMetallarbeiter( E. H. 89) zu Hamburg, Filiale Berlin 111. Versammlung am Montag, den 21. Juli d. J., Abends 8 Uhr Manteuffelstraße 90. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Allgemeines. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher Berlins. Montag, den 21. Juli, Abends 8 Uhr Generalversammlung in den Arnimhallen, Hommandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Wahl des gesammten Vorstandes sowie von In dem Kampf, der jetzt entbrannt ist, verfechten die Ham- Vertrauensleuten. 2. Abrechnung. Kollegen, welche noch von burger Maurer nicht mehr ihre spezielle Sache, sie verfechten die früheren Vergnügungen her Geld schulden, werden ersucht, dieses allgemeine Arbeiterfache. Der Kampf, den sie nunmehr zu führen sofort zu bezahleu. Sonst würde der alte Vorstand gezwungen gezwungen sind, ist ein Kampf, der alle Arbeiter gleichmäßig an- sein, gegen dieselben öffentlich vorzugehen. Große öffentliche Versammlung aller Handlungsgeht. Was heute den Hamburger Maurern geschieht, kann morgen allen anderen Arbeitern geschehen. Aber es besteht auch noch ein gehülfen und Gehülfinnen Sonntag Nachmittag 3 Uhr in weiterer Grund, der die klassenbewußten Arbeiter Deutschlands ver- Gratweil's Bierhallen. Tagesordnung: Wie vertreten wir am anlassen muß, ihren Hamburger Arbeitsgenossen mit allen ihren besten unsere Interessen. Referent Herr Schreyer. Kräften zu Hilfe zu kommen. Die Hamburger Maurer haben bisher im Vordertreffen des sozialen Befreiungskampfes gestanden. Wo es galt zu helfen und zu unterſtüßen, da waren sie die erſten auf dem Plaze. Die Summen, welche die Hamburger für die verschiedensten Zwecke in den lezten Jahren steuerten und opferten, fie belaufen sich nicht auf tausende, fie belaufen sich auf hundert tausende von Mark. Genossen im Ofen und Nordosten des 4. Berliner Darum Hilfe den Hamburgern! Aller Zuzug ist fern zu Reichstagswahlkreises! Werft Eure gelesenen Zeitungen nicht halten! Die Expedition des„ Echo" in Hamburg, Große Theater- fort, dieselben bilden gutes Material für uns, zur Verbreitung straße 44, ist die beste Adresse für Anfragen u. s. w. unserer Jdeen, in den Provinzen. Laßt zu diesem Zwecke alle Arbeiterblätter( auch gewerkschaftliche) an untenstehende Adressen gelangen. Gustav Tempel, Breslauerstr. 27, Wilhelm Lock, Friedrichsbergerstr. 5, Robert Berger, Gr. Frankfurterstr. 92, Karl Müller, Landwehrstr. 13, Emil Böhl, Frankfurter Allee 74, Heinrich Hoffmann, Kaiserstr. 4, Adolf Scholz, Landsberger Allee 144. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 20. Juli, Abends 8 Uhr im„ Süd- Ost", Waldemarstraße 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kandidaten der Philosophie Herrn Peus über:„ Die Todesstrafe". 2. Dis ussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung[ geselliges Beisammensein. Briefkasten. Zeitungskosten. Der Leser, welcher seine Zeitung, die ihm zu so billigem Preise ins Haus geliefert wird, behaglich liest, hat wohl in den seltensten Fällen eine Ahnung davoon. was die Herstellung eines großen Blattes kostet. Vor einiger Zeit lief eine Rachricht durch die Presse, daß die Saz osten einer einzigen Nummer der„ Chicago Tribüne", einer Sountagsnummer, über 1200 Dollars( nahezu 5000 Mark) betragen hätten. Um aber unseren Lesern einen weiteren Begriff davon zu geben, was die Herausgabe einer Reihe der größeren Zeitungen, z. B. der Ver= Die Hamburger müssen siegen, das Prozenthum muß belehrt einigten Staaten über die uns gerade Zahlen vorliegen werden, daß die organisirte Arbeiterschaft Deutschland seinen Ueberfoftet, bringen wir nachstehend einige Zahlen, die wir dem" See- griffen gegenüber einen unübersteiglichen Wall bildet. bote" entnehmen. Die täglichen des Laudes zusammen zahlen jährlich für ihren Neuigkeitsdienst 16 570 000 Dollars( über Eine Kellnerversammlung, welche zeitweise einen sehr 66 Mill. Mart). Die Zahl der in den Vereinigten Staaten be- stürmischen Verlauf nahm, fand Dienstag, den 15. Juli, Nachts schäftigten Redakteure und Reporter beträgt ca. 35 000 mit 12 Uhr in Philipps Restaurant, Rosenthalerstraße 38, statt. Das durchschnittlich 30 Dollars Gehalt pro Woche( 500 Mart pro Referat hatte Herr Peus übernommen, und suchte derselbe durch Monat). Riesige Zahlen weisen die Papierrechnungen auf. Es einen sozialwissenschaftlich gehaltenen Vortrag über die Organi gebrauchen jährlich z. B. der„ Boston Herald 315 000 Dollars fationen der Kellner zum Anschluß an den bestehenden Fachverein ( 1,4 Millionen Mark) an Papier. Nicht den geringsten Theil der zu bewegen. Ein anderer Redner, Herr Herzberg, sprach im GegenAusgaben verursachen begreiflicherweise die Sazkosten. Es zahlen theil dafür, daß die Kellner sich von der Politik, vor allen Dingen wöchentlich für Saz z. B. der„ Boston Globe" 4100 Dollars, die aber einer sozialdemokratischen, fernhalten müßten. Es fielen in New Yor" World" 6000 Dollars. Für Korrekturen zahlt lettere der weiteren Diskussion ganz unsinnige Worte, welche aber dennoch Beitung wöchentlich nicht weniger als 315 Dollars( 1260 Mark): von dem stürmischsten Beifall begleitet wurden. So forderte ein ein neues Gewand"( neue Typen) tosten hier nicht weniger, also Redner kategorisch: Die Frauen müssen abgeschafft werden". 14 000 Dollars( 56 000 Mark). Ein solches neues Gewand wird Nach dem noch einige Redner durch ähnliche Ausführungen die Ver- F. D. Besten Dan für die Uebersendung der Gedichte. jährlich nothwendig. Das sind so einige der bedeutendsten Ziffern. sammmlung zur größten Begeisterung fortgerissen hatten, erhielt Wenn ich mich auf die von ihnen bezeichnete Stelle im ,, tapital" Dazu kommen nun noch bei Fertigstellung der Zeitung die riesigen Herr Wilde das Wort, um sich gegen die Ausführungen des Herrn recht besinne, soll in ihr gesagt werden, daß die Maaße, mit denen Kosten für Stereotypiren und Drucken, dann, nach Herstellung der Herzberg zu wenden. Derselbe bemerkte, es wäre ein Unding, die Gesellschaft Menge und Größe der Gebrauchswerthe mißt Auflage, die enormen Ausgaben für Porto, Träger u. 1. w. Dem eine Gewerkschaftsbewegung ohne Politik zu erstreben; diese Be-( Dußend, Schock, Mandel, Hundert Gramm, Kilogramm, gegenüber fließen die Einnahmen lediglich aus zwei Duellen, aus wegung könne sich nur derjenigen Partei zuwenden, welche die Doppelzentner Elle, Klafter, Aar, Hektar u. s. w.), im dem Abonnementsertrag und den Anzeigen. Lettere bringen in Interessen der arbeitenden Klassen vertrete, der sozialdemokratischen Laufe der geschichtlichen Entwicklung fixirt und weitergebildet Amerita am meisten ein, doch nicht so viel, wie das große Partei. Kaum hatte er aber dies schreckliche Wort gesprochen, so werden. Große Versammlung " p. p. 100. Ein Abonnent schreibt zu ihrer Anfrage: „ Kolbs Kulturgeschichte"( 2 Bände) dürfte wohl die beste sein, die wir überhaupt haben. Das Buch liest sich sehr gut und ist hauptsächlich der sozialen Entwickelung der Völker Rechnung getragen. Die Aufgabe eines Geschichtsschreibers muß die sein, wie sich die Völker auf dem sozialen Gebiete entwickelt haben." Dies sind Kolbs eigene Worte. Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. Montag, den 21. Juli cr. des Berliner Arbeiterbildungs- Vereins findet zur Erier des 1. Stiftungs- Leſtes ein am Mittwoch, den 23. Juli, Abends 8 Ahr, im Lokale Schwedterstraße 24. Lages Ordnung: 2. Diskussion. 1. Vortrag des Herrn Pens über: Die Utopie des Thomas More." 3. Wahl eines 2. Schriftführers. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen und recht lebhaft für diese Versammlung zu agitiren. Gäste sind willkommen. Der Vorstand. J. A.: Kaasch. Große Mitglieder- Versammlung der Central- Krankenkasse der Maurer, Steinhauer u. s. w. Grundstein zur Einigkeit" am Sonntag, den 20. Juli 1890, Vorm. präcise 10 Uhr, in den Bürgerfälen, Dresdenerfstraße 96. = Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Duartal, sowie Berichterstattung der Revisoren. 2. Vorstandswahl und Wahl eines Hilfskassirers für den Norden. 3. Berichterstattung der Delegirten von der 7. GeneralVersammlung. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tages- Ordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Arbeiter- Buchhandlung R. Baginski Berlin( 14), Dresdenerstr. 52-53, City- Passage. Blos, Französische Revolution, 20 Hefte à 20 Pf., eleg. geb. 5,50 M. Bommeli, Geschichte der Erde, 22 Hefte à 20 Pf., eleg. geb. 5,90 M. Zimmermann's Bauernkrieg, in Heften à 20 Pf. Köhler, Weltschöpfung und Weltuntergang, 2. Aufl., in Heften à 20 Pf. Dr. H. Braun, Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik, 1. und 2. Jahrg. à 12 M. Bellamy, Ein Rückblick aus dem Jahre 2000 auf 1887, geh. 40 Pf., geb. 80 Pf. Tolstoi, Krieg und Frieden, russischer realistischer Roman, 3 Bde., statt 15 M. nur 6 M. Protokoll des Internationalen Arbeiter- Congresses zu Paris, 50 Pf. Neue WeltKalender 1891, 50 Pf. Kürschner, der deutsche Reichstag, broch. 40 Pf., geb. 1 M. Garten- Konzert und Gr. Sommerfest verbunden mit Sommernachts- Ball unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins ,, Freya" in dem Etablissement der Gräft. Reischach'schen Brauerei in Stralan statt. Anfang des Konzerts 4 Uhr Nachm., des Sommernachtsballs um 6 Uhr. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 3 Uhr ab geöffnet. Um 8, Uhr findet im großen Saale die Festrede, gehalten von Herrn Peus, statt. Bahnverbindung vom Bahnhof Alexanderplatz u. 1. m. ( à Person 10 Pf.) stündlich 4 Züge bis 12 Uhr 30 Min. Abends. Von der Bahnstation Stralau Rummelsburg freie Ueberfahrt nach dem Etablissement. Billets à 20 Pf. find zu haben bei folgenden Mitgliedern: W. Eicke, Sorauerstr. 4, 3 Tr. H. Zeuge, Langeſtr. 23, Quergeb. 3 Tr. bei Lösche. A. Nieve, Adalbertstr. 94, 4 Tr. b. Günther. N. Sündermann, Prinzenstr. 110, 2 Tr. Alb. Fricke, Adalbertstr. 53, Hof 4 Tr. Frl. Raabe, Königsbergerstr. 6, Hof 3 Tr. Emil Schade, Rüdersdorferstr. 64, Hof 2 Tr. Der Vorstand. NB. Am Sonnabend, den 19. d. M., Abends 8% Uhr, Dresdenerstr. 45 bei Lachmann: General- Versammlung. Fachverein der in Buchbindereien u. verGroßze öffentliche wandten Betrieben beschäftigten Arbeiter Versammlung Montag den 21. Juli, Abends 19 Uhr Außerordentliche General- Versammlung im Louisenstädtischen Clubhaus, Annenstr. 16. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zu dem Antrag Stuttgart betreffend die Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages 2. Ergänzungswahl zur Arbeitsnachweis- Kommission. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Sämmtliche Schriften aus dem Verlage von J. H. W. Dietz, Stuttgart, auf Lager. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Fachverein der in Buchbindereien u. verw. Betrieben beschäft. Arbeiter. Sonnabend, den 26. Juli 1890: Grosses Sommer- Fest in der Neuen Welt, Hasenhaide bestehend in Konzert, Spezialitäten- Vorstellung, Ball, Feuerwerk und Kinder- Fackel- Polonaise. Anfang des Konzerts Nachm. 5 Uhr. Auftreten der Spezialitäten Abends 8 Uh. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Kinder in Begleitung Erwachsener sind frei und erhalten beim Gint itt einen Bon zur Entnahme einer Fackel gra.is. Billets à 25 Pf. find im Arbeitsnachweis des Vereins, Dresdenerstr. 116, sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Programme an der Kasse gratis. Kollegen, Freunde und Gönner des Vereins werden hiermit höflichst eingeladen. Der Vorstand. Mitgliedsbuch legitimirt. Um das Erscheinen aller Mitglieder ersucht Der Vorstand. NB. Billets sowie Pla ate zu dem am 26. Juli stattfindenden Sommerfest in der Neuen Welt sind in der Versammlung sowie in allen mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. Allen Freunden und Genossen empfehle mein Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. Speisen und Getränke in bekannter Güte. Achtungsvoll Alex. Linneken ,, Restaurant zur Flöte" Beukelstraße 57. für Frauen und Männer am Sontag, den 20. Juli, Abends 8 Uhr, in„ Süd- Dit", Waldemarst. 75. Tages- Ordnung: 1. Wissenschaftlicher Vortrag des Herrn cand. phil. Peus über: Die Todesstrafe. 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Geselliges Beiſammensein. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht das in der öffentlichen Versammlung bei Mai, Beuth straße 22, beauftragte Büreau. Vereins- Bau- Gesellschaft in Berlin Nord.( E. G.) Aktiva Passiva Reingewinn Bilan 1889. 441 184,35 Mr. 441 042,03" 142,32 Mr. Der Reingewinn fließt in den Reserve- Fonds. Der Vorstand. A. Heinichen. R. Creuziger. Rechts- Bureau Hildesheim, Langerhagen 1675. Nur die Hälfte der Anwalts- Tare. Hermann Jacobs. Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel, Berlin. Drud und Verlag: Maurer, Werner& Co., Berlin SO., Elifabe h- Ufer 55. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 29. Der Wunsch. Ein Traum. Und wieder saß ich spät mit mir allein, der Geisterstimmen dumpfe Schlacht belauschend, die wild im Hirn um meine Seele rangen, und wußte nichts von mir: ein schwirrend Heer von Wünschen kreiste vor mir selber ich und sah die Wunschgespenster sich verknäueln in Wuth und Gier, von Wuth ich miterwühlt, von Qual und Wollust, wie die Flatternden sich würgten und sich fraßen und sich lüstern umwanden, neue Schaaren zu gebären. Bis sich auf einmal, im verzückten Rausch des Mitgefühls, mir in die Augenhöhlen die Nägel meiner Finger krallend gruben, daß ächzend ich emporfuhr aus dem Brüten. Und taumelnd wankt' ich auf, zum Fenster hin, inbrünstig langend nach der sanften Nacht. Da dehnte sich im Dunstlicht unter mir Berlin mit seinen Thürmen, seinen Kuppeln, mit seinen Schloten, seinen Ruhmessäulen heraufgebaut ins fahle Blau, als langte aus ihrem Grabe scheintodt eine Riesin und reckte alle Finger bettelnd hoch: nur leben will ich leben athmen essen! Und rauschen hört' ich die Milliarden Wünsche die ungestillten, die das Mauerwerk das nachtumarmte barg in seinem Schooß, den Hunger, der mit dürrem Knöchel sich das Grablied trommelte auf nackter Diele, die Noth, die winselnd durch die Straßen kroch, das Elend, das in Träumen wüst sich narrte. Und ich erschrack ob meiner eitlen Qual; und ein Erbarmen graunvoll, grenzenlos stieß mich zurück in meine Einsamkeit. Und trübe starrt' ich in die grelle Lampe und trüber noch auf meinen Schatten, der langwehend an der Wand hing und starrte schwankend nickend, und entsegte mich: der Schatten bewegte, drehte sich und winkte, nickte und wandelte vor mir und trat zu mir, und eine Stimme tönte matt und hohl: Komm! Wunsch ist Lust, Erfüllung Tod! Komm, schaue! Wir wandelten. Ein greller Mittag lag schwül brütend auf dem gelben Sand der Wüste; und um mich nur der schwarzvermummte Führer, der stummen Mundes immer weiter wallte; in seine Spuren trat ich wie gebannt. Da gähnte jählings uns ein Abgrund an. Zurück ich wich; doch ruhig stand der Düstre und wies zur Rechten, wo emporgethürmt am Abhang ragte ein gewalt'ger Bau, und aus dem Mantel Klang es schwer und dumpf: Der Tempel der Erfüllung! und ich bebte, von ungewissen Schauern angefaßt. Da tönte wieder mir die Grabesstimme: Drei Wünsche sind gewährt dir! wähle! sprich! und rasselnd sprangen droben auf die Pforten. Und grübelnd stiert' ich in des Tempels Schlund, mir war, als wogten die Milliarden Wünsche des Erdrunds drin, die ungeſtillten alle, von Schmerz und Lust erglüht' ich, Rachedurst durchbrannte mich, zu strafen den Versucher, und heiser knirschte ich in Haß und Wonne: So soll denn jeder höchste Wunsch auf Erden erfüllt sein jedem Einzigen! Jedem Einzigen gleichgiltig scholl es wider im Gewand. Und rückwärts deutete der Ungerührte dem Saum der Wüste zu; der regte sich, und aus dem Boden hob ein Tummeln sich, als schwärmten Geier wimmelnd um ein Aas. Und fort vom Rand her schob es schwärzlich sich gleich Wolkenklumpen, ballte sich und schwoll, erbrauste, schwoll und löste sich und rollte und wälzte tosend auseinander sich heran zu uns, die Ebne überströmend wie Qualmgebrodel sturmgepeitscht, und näher und näher immer zog's und schüttete sich aus vor uns zu Haufen, Schaaren, Zügen von Leibern gelb und weiß und schwarz und braun; die Erde stöhnte, wie sie rasend rannten ihnen nach und keuchend flogen; und da schossen schon die Ersten uns vorbei, vom Wettlauf triefend, hinauf am Abgrund, zu den Stufen hin den gleißenden des Tempels, der Unzählbaren brandendes Gewühl. Und schaudernd sah ich ihrer Augen Gier; doch unbewegt stand neben mir der Führer. Und aus dem Säulenthor zurück nun tauchten mit dem errafften Gut, dem höchsterstrebten, dem tiefstersehnten, Die zuerst gewählt; und freudebangend, zitternd spähte ich. Wahn, o Hoffnung! wie sie kindisch johlten und tanzten, in den Händen Tand und Spielwerk! Doch Andre amen fiebernd spähte ich; da schleppte unter beiden Armen Einer verstaubte Folianten, Einer krümmte sich goldbepackt, behutsam trug ein Dritter ein Pflänzlein, eine Schöne äugelte verliebt mit ihrem Diamantenschmuck, und jetzt aufröchelnd griff ich in die Luft wildjauchzend stürmte aus dem Thor ein Häuptling, die blutige Kopfhaut eines Feindes schwang er, und oben auf den Stufen rangen Zwei zum Mord verknotet um ein jammernd Weib. Mitfühlend wand sich, bog sich krampfgezerrt mein Arm; da ließ mich's los; ein weher Grimm, ein ekler Zorn, ein unermeßlicher stand auf in mir und bäumte mein Genick, zum Himmel stieß ich die gepreßten Fäuste: Orotte, Allmacht, aus dies Wurmgezücht! vertilgt sei, wer nicht liebt! es lebe nur, wer in der Einen Sehnsucht sich verzehrt, die Alle glücklich macht! es lebe nur, wer Alle will von Leid und Schmerz erlösen! Erlösen tönte die vermummte Stimme; der zweite Wunsch! klang's schaurig mahnend nach. Und plöglich, mir zu Füßen tam's gerollt herab vom Abhang, knackend, schollernd, krachend, hinab zum Abgrund, Leiber über Leiber, Sonnabend, den 19. Juli 1890. verrenkt im Todeskampf; doch toller immer den Berg empor zur Tempelhalle tobte der unzählbaren brandendes Gewühl, und aus dem Säulenschooße quoll und quoll es die Stufen nieder, krachend, schollernd, knackend, von Sterbenden und Leichen, mir zu Füßen den Schlund hinunter. Und die Sonne sant und sank und sant, und immer neue Haufen Zerschmetterter verschlang der grause Rachen. Aufschreien wollt' ich flehen, daß nur Einer, nur Einer spräche das geweihte Wort, mein Mund schloß auf sich, doch der Laut zerbarst: der Freund, der liebste, prallte her zermalmt zermalmt die Brüder beide beide Schwestern! und da, da Mutter! meine Mutter flomm da, da! hinauf; jest bat sie; weh für mich, für ihres Sohnes Glück blos flehte sie und starb für ihr Gebet! Stier sah ich an das Gräßliche, hohlgloßend, thränenleer; verdorrt mein Herz mir däuchte, irr mein Sinn; mein eigen Angesicht, im Dämmerdüster rings um mich schwamm es, fahl, zerfurcht, verſteint von Gram und Grauen; in die Kniee brach ich, die Fäuste schlug ich hämmernd mir an's Ohr, zu tödten das Gedröhn das marternde der Knochen, die zum Abgrund rasselten im Rücken mir; da neigte nieder sich Der im Gewand, ein mildes Dunkel hüllte mein flirrend Aug', ein tiefes Schweigen floß süßkosend um mein Haupt, und wie ein Hauch sanftraunend klang die Frage: Und dein dritter, dein eigner Wunsch? dein lepter! Säuselnd sog der Nachtwind ein das lockende Gemurmel. Und stammeln wollt' ich; doch die Worte kreisten im Hirn mir, hezten sich in toller Jagd gestaltlos, schemenhaft, und eine Angst, ein Schrecken vor mir selbst, und eine Furcht vor meiner eignen Gier, der lauernden, umklammerte die Kehle mir, zerknirscht im Staub ich lag: nicht wagt' ich mehr zu wünschen. Und endlich bettelnd stöhnt' ich: Gnade Gnade! und schlug die Augen auf da grüßte mich langwehend, nickend an der Wand der Schatten, und schwelend stand die Lampe [ Nachdruck verboten.] und verlosch. Richard Dehmel. Rückfall von August Strindberg. Deutsch von Gustav Lichtenstein. ( 1. Fortsetzung.) IV. Jahrgang. „ Ich danke Kind, daß Du mich errinnerst! Es ist wirklich so: verzeihen Sie, Bernhard!" ,, Nun, wie ist das Geschäft gegangen?" fragte Anna. „ Gut und schlecht," sagte Paul.„ Das Nüßliche steht tief im Preise, aber das Unnüße ziemlich hoch." Die einfache Mahlzeit, bestehend aus Pilzen und Essig- Gurken, sowie aus Milch und dem stets gegenwärtigen Samowar, nahm nun für eine Weile ihre Aufmerksamkeit in Anspruch. " Heute ist Johannistag," sagte Paul nach beendigtem Essen. " Jawohl," sprach die Frau und seufzte. „ Du seufzst, Annischka. Ist es heute schwer?" Sie beugte sich hinab und legte ihren Kopf auf feine Kniee. „ Weine Geliebte, dann geht's vorüber," sagte Paul. " Ja, wenn Du mitweintest, sonst ist's nicht der Mühe werth." „ Ist es nicht drückend, fremde Erde zu bebauen?" fragte Annischka. „ Die Muttererde ist härter, aber sie ist schöner. Doch das sind nur Grillen. Die ganze Welt ist ja unsere Mutter." " Sage, daß Du Dich sehnst nach dem Stückchen Erde, das Du der mörderischen, erstickenden Umarmung der Steppe entrissen hast, sage, daß Du heute dort sein wolltest und sehen, wie Deine Aepfelbäume blühen, Deine Rosen fnospen, Deine Erdbeeren stehen: sage das, Paul, und ich werde Dir sagen, wie ich mich sehne!" " Ich leugne nicht, daß ich mich an die Scholle gebunden fühlte, nachdem ich den ersten Spatenstich in unsere alte schwarze Erde gethan, gefäet, Bäume gepflanzt und gesehen hatte, wie der garstige Boden gesegnet war. Es ist thöricht, sich zu binden. Die Erinnerungen habe ich mit den Pfählen herausgerissen, die zartesten Bande zerschnitten, aber ich fühle mich unfrei. Wenn meine Gedanken heimwärts gehen, wandern sie nicht zur Stätte meiner Kindheit, wo ich Sklavendienst lernte, nicht zum Grabe meines Vaters oder meiner Mutter, nicht zu der grimmen Erinnerung einer falschen, vergangenen Größe; sie wandern zu dem Acker, wo meine Nahrung wuchs, zu den weißen Birken, wo frische, neue Gedanken mich belebten, zu den dunklen Tannen, die meinen Schmerz betäubten, aber am liebsten und jetzt fast immer zu dem fleinen Fleck Erde, den ich bebaut hatte. Siehst Du, so Als Paul mit dem Karren auf seinen Hof kam, materialistisch, so egoistisch bin ich! Erinnerst Du Dich, sprangen ihm seine beiden Mädchen entgegen und füßten wie die Aepfelbäume aufwuchsen und ich so weither das ihn. Beide waren blond und trugen einfache Leinwand- Wasser für sie holen mußte. Und die Bauern saßen an kleider von gewöhnlichem Schnitt und Strohhüte. In den Zäunen und zerbrachen sich den Kopf, wozu das der Thür erschien die Gattin. Eine kleine aschblonde gut sein sollte." Frau mit großen, schwarzen Augen, anmuthig abgerun-„ Und dann," fuhr Annischka fort,„ dann fuhren wir deten Gesichtszügen und einem Teint, der etwas ins im Herbst in die Stadt, als wir aber im Frühjahr wieder Olivenfarbene spielte. Das Haar umgab den Kopf wie hinauszogen, da waren sechs Aepfelbäume erstorben. eine weiche Ranke und kletterte ringsumher, um die Ohren, Nikolas sagte, es sei der Frost gewesen, aber Andreas über den Nacken und die Stirn. Sie sah ruhig und erzählte Dir, daß Nikolas Lauge darüber gegossen hatte. hoffnungsvoll aus, aber ein Flor von Düsterheit war und da weintest Du." über die früher so heiterbeweglichen Züge gebreitet; die Trauer über etwas Vergangenes, der Bruch mit lieben, aber hinderlichen Erinnerungen, der Kampf gegen das über die Bosheit der Menschen weintest Du." Anerzogene, gegen Pietät und Vorurtheile sprach daraus. 11 " Guten Tag, Väterchen!" begrüßte sie Paul. Guten Tag, geliebte Frau und Kinder!" antwortete er und küßte die Mutter und die Kinder. „ That ich das? Wie schwach!" " Jawohl, Du thatest es, aber nicht über die Bäume, ,, Unerfahrenheit, Annischka." „ Unerfahrenheit, ja! Und Du pflanztest neue, streutest Samen von Aepfeln, Pflaumen und Kirschen massenweise und sagtest den Bauern, sie würden die Früchte, wenn „ Hole dem Vater einen Stuhl," sagte die Mutter sie kommen, erhalten, ebenso das Reis der Bäume. Und zu dem ältesten Mädchen, das zehn Jahre sein mochte. dann, Paul Petrowitsch, dann kam das große Ereigniß ,, Nein, Annischka," sagte Paul,„ Vera soll keine und wir mußten fort. Seitdem hast Du nichts mehr Sklavin werden." von unserem Acker gehört; aber Du denkst an ihn, Du „ Ich will nicht," hatte Vera schon geantwortet. träumst davon." " Darfst Du das sagen?" hub die Mutter an. Schwäche, Annischka, Kleinigkeiten, Kleinigkeiten! Aber " Jawohl," sagte Paul, so soll man antworten. jetzt denke ich nicht mehr daran! Nicht mehr! Aber Wer nicht lernt, zu wollen und seinen Willen auszu- sprich nicht so traurig! Ich bin heute froh in meiner sprechen, wenn er jung ist, der wird ein Mensch ohne Seele, denn ich habe heute eine große, große Freude Willen oder ein Lügner, wenn er groß ist! Annischka! gehabt." Weßhalb sollen wir unsere Kinder zu unseren Sklaven ,, Erzähle, erzähle!" erziehen? Nach acht Jahren wird Vera im Leben stehen. Paul goß sich eine neue Tasse Thee ein, als der Da haben wir in ihr feine Sklavin mehr, und unsere Briefträger mit der Post eintrat. Es war eine Karte Meinung ist es doch wahrscheinlich nicht, sie zu erziehen, und ein Brief. Paul las zunächst die Karte. um Anderen Stühle herbeizutragen. Aber will Vera mir„ Sie ist doch wenigstens nicht geöffnet," sagte er, einen Stuhl vorseßen, so danke ich ihr, denn sie ist mir ehe er las. Die Karte, welche einen russischen Postnichts schuldig." " „ Du hast recht, Paul Petrowitsch," sagte die Mutter, aber ich kann nicht immer die Dinge vom neuen Gesichtspunkt aus sehen." ,, Nein, mein Kind, das kann auch ich nicht immer, aber wir müssen uns daran gewöhnen. Mit„ wir" meine ich nicht Dich, sondern ich meine wirklich uns beide! Aber ich sehe, Du hast schon gedeckt! Rufe Bernhard!" Bernhard war ein vierschrötiger Waadtländer mit schwarzem Schnurrbart und schwarzem Haar, egyptischen Augen und starken Schulterblättern. Er setzte sich ruhig an den Tisch, nachdem er die Hände gefaltet hatte. Werden Sie das denn nie ablegen Bernhard?" fragte Paul. stempel trug, hatte folgenden Inhalt:„ Wenn die Sonne, die ein Gott ist, Leben in einem Aas erwecken kann, warum sollte sie es in einem Brief nicht können?" Hm," sagte Paul. Was soll das bedeuten?" „ Das wirst Du wohl aus dem Brief erfahren," antwortete Annischka. „ Du hast recht! Aber der Brief ist natürlich geöffnet worden; hier siehst Du die Spuren..." " Paul las: Paul Petrowitsch, Großhändler, Ouchy, Lausanne. In Folge Ihrer werthen Ordre vom angegebenen Datum übersende ich Ihnen sechs Tonnen Kaviar à 2 Rubel Silber ohne Faß. Der Abrechnung sehe ich umgehend entgegen. Hochachtungsvoll Dimitri, Baranow." Paul saß stumm und überlegte, konnte aber keinen Sinn herausfinden. Daß alles Geheimschrift war, wußte er wohl. Anna half ihm nachdenken, aber ohne Resultat. ,, Religionsfreiheit, Paul Petrowitsch, Religionsfrei Da warf Paul den offenen Brief auf den Tisch und sagte: heit," sprach Annischka warnend. ,, laß uns von etwas anderem sprechen, mir wird schon ,, Nein," sagte er. eine Idee einfallen. Wir sprachen doch von meiner heutigen Freude. Eine große Freude, die größte seit langer Zeit!— Anna, fuhr Paul fort, es sind gerade zwanzig Jahre, seitdem Tschernyschewsky's Buch heraus- kam. Man verbot es in Rußland, verbot die Wahrheit in ihrer schönsten, reinsten Gestalt! Er selbst wurde nach Sibirien verschickt, um„zu bereuen", daß er die Wahrheit gesprochen! Bist Du heute stark, Anna?" „O ja," antwortete sie. „So, daß Du mich mit Ruhe aus einem alten Buche vorlesen hören kannst, ohne daß Du roth wirst? „Welches Buch?" „Das„berühmte" Russia von dem„Wahrheitszeugen" Wallace." „ Paul Petrowitsch, Du bist selbst nicht ruhig, da Du das Wort:„Wahrheitszeuge" so bitter aussprichst." „Nein, aber ich will mich üben! Willst Du es auch?" „Ja, aber ich glaube, die alten Worte sind uns so eingebrannt, daß wir in uns ihr Echo hören; unser Denken kommt wieder in Ausruhr." „Ich fühle mich heute so ruhig und froh, daß ich in dem Buch von Dr. Mackenzie Wallace lesen will." Paul stand auf und ging nach dem bewußten Buche. Darauf bat er die Mädchen, in den Garten zu gehen und Jasmin zu pflücken. Er blätterte in dem Buch, aber seine Finger zitterten. Darauf las er mit fester, lauter Stimme, ohne tendenziösen Tonfall: „— Viele der Agitatoren behaupten, Schüler Tscheruhschewsky's zu sein, eines Mannes, der zur Zeit der Bauernenmnzipation einen hervorragenden Platz inner- halb der russischen periodischen Litteratur einnahm und später nach Sibirien verbannt wurde, wo er noch weilt; aber ich glaube nicht, daß er sie in dieser Eigenschaft anerkennen würde." Anna machte eine Bewegung mit der Hand, und das Blut stieg ihr ins Gesicht. Aber Paul fuhr im Lesen fort:„und ich bin meiner Sache völlig sicher, daß er für die Beispiele der Kategorie, die ich gesehen habe, keine Sympathie hegen würde." Anna machte eine Wendung auf dem Rohrstuhl, daß die Füße aus dem Sande knirschten. Paul aber fuhr ebenso ruhig wie vorher im Lesen fort:„mit Aus- nähme eines Romans, den er im Gefängniß schrieb und der billigerweise(hier stieß er sich an dem Wort, fing den Satz von Anfang an, ohne bei„billigerweise" anzu- halten) nicht als Ausdruck seiner wirklichen Ansichten angesehen werden kann, enthalten seine Schriften überall ziemlich viel gesunde Vernunft und Mäßigung. Tscherny- schewskh trug seinerzeit unstreitig viel zu einer guten Lösung der Emanzipationsfrage bei, hielt systematisch alle thörichten, politischen Demonstrationen fern und dürfte jetzt, während einer fünfzehnjährigen Verbannung, die Uebertretungen seiner Jugend hinreichend gebüßt haben." „Ist das gut gelesen?" fragte Paul und athmete aus. „Es ist gut," antwortete Anna. Paul fuhr fort:„schließlich müssen wir fragen, in welchem Maße diesen geheimen Gesellschaften eine wirkliche Bedeutung zugeschrieben werden kann. Bedeuten sie wirklich eine Gefahr für den Staat? Ich glaube, daß jeder, der Rußland genau kennt, diese Frage mit„nein" beantworten wird. Selbst einige Agitatoren haben das Verkehrte in ihren Unternehmungen eingesehen." Paul sah von seinem Buche auf und fand das Gesicht seiner Frau aschgrau. Er stand auf und trug das Buch fort. „Das mag für heute genug sein", sagte er.„Aber es thut gut, Annischka, sich zu übe«. Jedesmal, wenn ich ein altes Buch lese, fühle ich, wie ich gewachsen bin. Heute könnte ich lächeln." „Soweit bin ich noch nicht gekommen", jagte Anna. „All' die Worte, die Du vorgelesen, habe ich meinen alten, achtungswerthen Vater im Ton der Ueberzeugung aussprechen hören." „Und Dein achtungswerther Bater hat sie ver- muthlich von seinem achtungswerthen Vater aussprechen hören. Es ist gefährlich, achtungswerthe Väter zu haben. Jedoch: Tschernyschewsky ist tot und braucht die Ueber- tretungen seiner Jugend nicht mehr zu bereuen. Jetzt, nach zwanzig Jahren, ist sein Evangelium in deutscher Sprache bei Brockhaus, dem größten und angesehensten Verleger Deutschlands, in drei schönen Bänden heraus- gekommen. Ist das nicht ein Zeichen? Wäre ich Christ, ich würde Sonntag zur Beichte gehen und Gott für seine Gnade danken. „Das ist ein großes Ereigniß, Paul Petrowitsch, so groß, daß wir die Folgen nicht berechnen können. Jetzt wird es die Welt doch wenigstens erfahren." '„Nicht so große Worte Annischka; die Welt ahnte es vorher, jetzt aber wird sie es fühlen, denn Tschernyschewsky besaß die Liebe und darum werden seine Worte sprechen.— „Wenn die Sonne, die ein Gott ist, Leben in einem Aas erwecken kann." Hm! Warum sollte sie es in einem Briese nicht können? Jetzt Hab' ich's!" Paul stand auf und ging an den Tisch, auf den er Brief und Karte mitten in den Sonnenschein gelegt hatte. „Sieh', Annischka, sieh'", sagte er, und hielt den Brief empor. „Von Dimitri." Der Brief, der offen in der Sonne gelegen hatte, war jetzt voll kleiner gelbrother Buchstaben, die mit einer besonderen Tinte geschrieben waren, welche erst in der Sonnenhitze sichtbar hervortrat. Paul las die Hälfte des Briefes. Er handelte von„Geschäften", wie die Verschworenen es nennen. Die andere Hälfte las er leise. Anna wollte nach dem Inhalt fragen, sie besann sich aber, denn es stritt gegen ihr Uebereinkommen, nach Dingen zu fragen, die der andere Theil nicht mit- theilen wollte. Paul steckte den Brief in die Tasche. „Wollt Ihr eine Spazierfahrt aus dem See machen?" fragte er.„Heute ist Johannisfest und wir wollen uns ausruhen." Er stand aus, um eine Nervenattacke zu verbergen, die sein Gesicht wieder überfiel. Auch Anna erhob sich, um die Kinder anzukleiden. Die ruffische Moralphiwfophie. i. P. E.„Die russische Moralphilosophie" ist vielleicht eine etwas sonderbar klingende Bezeichnung. Es ist mit ihr auch nicht die Moralphilosophie etwa des ganzen Rußland gemeint, sondern ich verstehe unter diesem Aus- druck nur die Anschauungen eines bedeutenden und wich- tigen Theiles der russischen Intelligenz, die in Folge einer eigenthümlichen Verknüpfung von Umständen an- sangen, auch bei uns jetzt Boden zu gewinnen; vor allem durch den starken Einfluß, den Tolstoi auf das deutsche Pyblikum ausübt. Die russische Moral ist die Moral der„Erniedrigten und Beleidigten", der„Armen und Elenden"; es ist der Idealismus der Geknechteten und Unterdrückten, der in ihr zu Worte kommt. Die Moral existirt auch bei uns, in Frankreich, in England, überall, wo es Proletariat, wo es Unterdrückte und Geknechtete giebt. Aber das Proletariat hat seine Moral nie niedergeschrieben, es hat keine Philosophie daraus gemacht, sondern es hat nur nach ihr gehandelt; in der Kommune hat es ein leuchten- des Beispiel von ihr hinterlassen. In Rußland hat es 'einen Mund gefunden; dort giebt es seine Moral auch in Gedanken von sich; freilich schreibt es sie nicht selbst auf; es muß durch Andere sprechen. Dadurch wird das, was es meint, oft verschoben und verzerrt; vor allem wird seine Moral dadurch sogar für das Bürgerthuni mundrecht gemacht; der idealistische Theil unseres Bürgerthums ist es, welcher sich für-lolstvi begeistert; aber was Tolstoi als Moral predigt, das ist nicht sein Eigenthum, das ist das Eigenthum der Völker. Bezeichneich genug, knüpfen diese Moralprediger an eine politisch-soziale Bewegung an, welche wieder ihre Stärke aus dem Bauernstand holen will. Im Slavo- Philenthum finden sich ihre ersten Anklänge. Man muß bei„Slavophilenthum" nicht an den Chauvinismus denken, welchen sich der Zar für seine Zwecke dienstbar macht, auch nicht allein an Pobedonoszew'sche Pfaffengelüste; in seiner ersten Erscheinung war es der Ausdruck eines sozialen Radikalismus der Intelligenz, welcher an die noch vorhandenen Resre des Urkommunismus in Rußland an- knüpfen ivvllte. Dieser Kommunismus wurde als spezifische Eigenthümlichkeit Rußlands und des russischen Volkes dargestellt; die ihm entsprechenden Charakterzüge als die Charakterzüge der russischen Bauern als Russen, und die entsprechende Moral, welche mit der urchristlichen Moral zusammenfiel oder zusammenzufallen schien, als die eigen- thümliche Moral des russischen Volkes. Somit gab es Punkte, in denen die Panslavisten sogar mit den späteren Nihilisten übereinstiminten. Bon der Intelligenz ging die Bewegung aus, nicht vom Volk; das Volk wußte und weiß noch jetzt nichts von der ganzen Sache; und so kam die besondere Be- tonung der Moral zu Stande. Das Volk, das diese Moral übt, denkt sich weiter nichts dabei, das ist nun einmal so, und so handelt man; den bürgerlich Gebildeten, die aus einer ganz andern moralischen Atmosphäre zum Volk kamen, fiel diese Moral gleich als etwas ganz besonders Eigenthümliches und Fremdartiges auf, und einem ge- wöhnlichen Jrrthum folgend, glaubten sie, in der Moral das Ursprüngliche zu finden, was alle diese Verhältnisse regelte und hervorbrachte, schien ihnen die Moral der russischen Bauern die Hauptsache zu sein. Diese Moral müßte man zur allgemeinen machen, dachten sie, um die gesammte Welt zu beglücken; von ihr aus muß die Ge- sellschaft reorganisirt werden, mit ihr muß man den Kreuzzug gegen den faulenden Westen unternehmen. Die Waffe der Unterdrückten ist die Demuth, die Unterwerfung; ihre Moral ist die„Moral des Leidens", und selbst wo sie Revolution machen, können sie diese Moral nicht verleugnen. Er fehlt ihnen an Initiative, an Selbstvertrauen; sie vermögen nicht zu handeln, sie vermögen nur zu leiden; und„nicht widerstreben dem Uebel" ist ihre beständige Losung. Sie sind mitleidig, denn unter demselben Druck leidend, fühlen und empfinden sie das Gleiche, und jeder weiß aus eigener Erfahrung, wie die Schmerzen des Nachbarn thun. Eine derartige Gleichheit der Umstände ist aber die nothwendige Voraus- setzung des Mitleidens; nur von dem, was man selbst erlebt hat, hat man lebhafte Vorstellungen, und nur, wo man lebhafte Vorstellungen hat, kann es zu Empfindungen kommen. Sympathische Gefühle hat man stets nur seines Gleichen gegenüber, weil man nur seines Gleichen kennt; hat man sie Andern gegenüber, dann nur aus dem Grunde, weil man sie in der Phantasie als seines Gleichen betrachtet. So bemitleiden die Sentimentalen die Thiere nicht um die Qualen, die sie wirklich empfinden, denn von denen haben sie keine Vorstellung, sondern nur um die Qualen, die sie selbst empfinden würden in solchen Lagen. Die Bescheidenheit, die Demuth, die Geduld im Leiden, das Mitleid, das sind alles proletarische Eigen- schaften, die man an jedem Proletariat studieren kann; nur daß in den anderen Ländern diese proletarische Moral nicht in Büchern beschrieben wird. Bei seiner einseitigen Betonung der Moral hob die Intelligenz besonders die Aehnlichkeit mit dem Christenthum hervor das unter sozialen Verhältnissen entsprang, welche freilich manches Gleichartige enthielten. Sie fand, daß das Christenthum eigentlich nur im Volk zu finden sei, daß seine Lehren vom Volk befolgt würden; sie beschäftigten sich mit den volksthümlichen Sektirern, Propheten und religiösen Schwärmern, die überall da zu finden sind, wo die sozialen Verhältnisse vom Volk noch im Lichte der Religion betrachtet werden; sie glaubte, diesem Zuge nachhelfen zu müssen, und schloß sich theilweise geradezu diesen Wundermännern und Propheten an. So verließ z. B. ein gewisser Kliment, ein hochgebildeter ZNann in hoher Lebensstellung, seine ganze Beschäftigung, um in einer Einöde als Einsiedlermönch zu leben; und Bauern, Kaufleute, Gebildete, hohe Würdenträger strömten zu ihm, um seinen Worten zu lauschen; er ist es, der auch auf Tolstoi und Dostojewski bestimmend hingewirkt hat. Merkwürdige Erscheinung! Das Proletariat schien wirklich durch seine Moral den Sieg davonzutragen, der rein moralische Sozialismus schien wirklich einen noch nie dagewesenen Sieg davonzutragen. Tie Tage Buddhas schienen wiederzukehren in jenem Glanz, wie es uns die wunderliebenden Inder überliefert haben. Aber die Bewegung blieb bei einigen wenigen Jde- allsten stehen, und auch die wurden wohl nur deshalb ergriffen, weil soziale und politische Verhältnisse hier nachhalfen. Und diese wenigen blieben Prediger in der Wüste. Der Panslavismus hat jetzt ein ganz anderes Aussehen; die russische Bourgeoisie hat in ihm ein ähn- liches Feigenblatt erkannt, wie das anderweitige Bürger- thum etwa in dem Kampf gegen die Sklaverei. Sein geistiger Inhalt ist gänzlich verschwunden und Tolstoi selbst muß sich auf das schärffte gegen ihn aussprechen. Nur die Litteratur, welche von dieser Bewegung er» zeugt ist und noch erzeugt wird, bleibt übrig; eine wunderbare Litteratur, durch welche wir endlich einmal das Volk sprechen, fühlen und denke» sehen; freilich nicht unmittelbar.---— In ein eigentliches System sind die Anschauungen gebracht von Leo Tolstoi. Das Hauptgebot Jesu, auf welchem die ganze Moral Christi ruht— wenigstens, wie Tolstoi das auffaßt— ist das Gebot: Du sollst nicht widerstreben dem Bösen. Tolstoi argumentirt etwas naiv, wenn man auf das Böse mit wieder Bösem reagirt, so vermehrt man doch das Böse in der Welt, statt es zu vermindern: es soll aber unsere Ausgabe sein, das Böse überhaupt aus der Welt zu schaffen. Aus diesem Gebot, nicht zu widerstreben, dem Bösen folgert Tolstoi logisch seine ganze Moral, in Anknüpfung an die Gebote, welche Jesus in der Bergpredigt gegeben hat: Du sollst: cht richten; Du sollst nicht ehebrechen: Du sollst nicht iwören; Du sollst Dich nicht mit Ge walt vertheidigc Tu sollst Deinen Volksfeind lieben. Aber alle Einrichtungen des modernen Staates, der sich doch„christlich" nennt, zwingen den Menschen, diese Gebote zu übertreten. Allerdings, Tolsroi braucht sich nicht darüber zu wundern, denn seine Moral ist die Moral der Unterdrückten, die Moral des Staates ist die der Unterdrücker, deren Interessen er ja vertritt. Jesus hat gesagt: wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer zu seinem Bruder sagt: Recca, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt, du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig.„Recca" nimmt Tolstoi als Bezeichnung eines moralisch,„Narr" eines intellektuell werthlose» Menschen. Wenn Tolstoi nun sein vergangenes Leben überblickt, und sich erinnert, wann er einem Menschen gezürnt hat, und wann er einen für moralisch oder intellektuell werthlos erklärt hat, so findet er, daß er fast nie Jemanden be- leidigt hat, den er für seines Gleichen hielt; gegen seines Gleichen war er immer höflich und rücksichtsvoll. Nur solchen Menschen gegenüber war er beleidigend, welche eine niedrigere soziale Stellung einnahmen, gegen Unter- gebene, Diener, ungebildete Leute. Ja, oft genügte ihm die soziale Stellung eines Menschen allein schon, um ihn lieblos zu behandeln, selbst wenn durchaus keine andere Veranlassung vorlag. Die Versuchung zum Zürnen liegt also in den sozialen Unterschieden. Je höher jemand in der menschlichen Gesellschaft steht, desto weniger Menschen sind seines gleichen, desto größer ist also die Versuchung zum Zürnen; und ft niedriger ein Mensch steht, desto mehr Gleichgestellte hat' er um sich, und desto weniger Menschen hat er unter sich. Deshalb spricht Jesus deu Reichen und Mächtigen die Möglichkeit der Seligkeit ab und deshalb preist er die Armen und Elenden glücklich. Wie stellt sich das moderne Scheinchristenthum zu diesem Gebote? Wie alles, was Jesus gesagt hat, wird es von Kanzeln und Kathedern gedankenlos herunter- gepredigt; niemand denkt sich etwas dabei, wenn er die Worte Jesu sagt; eben dieselben Menschen, welche diese Worte verkünden, verkünden ja auch, daß die sozialen Unterschiede eine göttliche Einrichtung seien. Und doch läßt sich das Gebot Jesu unmöglich durchführen, solange die sozialen Unterschiede existiren. Andere Worte Jesu, die noch schärfer die Gottlosig- keit und Ungerechtigkeit unserer Zeit bezeichnen, werden geradezu verdreht. Jesus hat gesagt: Richtet nicht. Ohne daß man sich auf irgend eine ähnliche Bedeutung des Wortes im Urtext berufen kann, deutet man diese Worte nur auf das Absprechen im täglichen Umgange der Menschen untereinander, das Splitterrichten; und besonders recht-| Die Arbeit ist die unvermeidliche Bedingung des menschDanach ist jedes Produkt, welches durch Kooperation gläubige Christen pflegen dabei wohl triumphirend auf lichen Lebens; die Arbeit ist die Quelle des wahren hergestellt wurde und nicht für den sofortigen Verbrauch die Pietisten hinzuweisen, welche diesem Gebote zu Glückes für die Menschheit. bestimmt ist, Kapital. Die Büffel, welche von einem wider handeln. Aber Christus verbietet jedes Richten, ,, Aber ich werde mir nicht genug verdienen, ich werde Indianerstamm auf gemeinsamer, nach wohlgeordnetem auch das gerichtliche. Das Gericht ist eine durchaus nichts zurücklegen können; meine Familie wird verhungern, Plane ausgeführter Jagd erbeutet worden sind, würden antichristliche Einrichtung, weil es ja gerade dem Bösen wenn ich sterbe!" also nach Wittelshöfers Definition als Kapital zu bewiderstreben will. Jesus gebietet: Vergeltet Böses mit Diese Einwendungen sind falsch. Man zieht Füllen zeichnen sein. Das Thierreich bietet massenhafte Beispiele Gutem, die Gerichte vergelten Böses mit Bösem; Jesus und Kälber auf; weshalb soll man nicht Kinder auf von Kooperation; wir wissen nicht, ob Wittelshöfer die gebietet: Verzeihe jedermann, nicht siebenmal, sondern ziehen, damit sie einst nüßliche Menschen werden? Und Ameisen, die Bienen, die Kokosnüsse erntenden Brüllsiebenzig mal sieben mal; liebe deinen Feind; thue Gutes weshalb soll man also für deu folgenden Tag sorgen? affen c. als Kapitalisten zu bezeichnen geneigt ist, oder denen die dich hassen. Dis Gerichte verzeihen nicht, sie Wenn man wirklich zu früh stirbt, die Kinder werden ob seine Definition sich nur auf die Erzeugnisse menschstrafen; sie erweisen nicht Gutes, sondern Böses den nicht verhungern, die Gesellschuft wird sich ihrer annehmen. licher Thätigkeit erstrecken soll. Durchaus logisch aber Menschen, die nach ihrer Ansicht die Feinde der Gesell- Man wird auch selbst genug zum Leben haben. Jesus wäre es, seiner Definition überall da Geltung anzuerschaft sind, und die doch eigentlich nichts sind, als hat gesagt: Ein jeder Arbeiter ist seines Brotes werth; fennen, wo sie überhaupt anwendbar ist. die Opfer derselben. wer arbeitet, kann auch essen. Die sattsam bekannten konfusen Vorstellungen über Jesus hat gesagt: Du sollst nicht ehebrechen. Tolstoi Die dritte Bedingung des Glückes ist das Familien- das Kapital, denen gemäß dasselbe bald so, bald so auffindet, daß die Ursache des Ehebruchs meistens nicht das leben; aber auch dieses wird dem Menschen desto weniger gefaßt wird, je nachdem es dem Einzelnen, der darüber törperliche Bedürfniß ist, sondern ein Verlangen nach zu theil, je mehr er von dem Glücke der Welt besitzt. etwas zum Besten geben will, gefällt, finden sich im Abwechslung, von beiden Seiten; dies will er gänzlich Er wird ein Wüstling und entsagt ihm überhaupt oder Allgemeinen nur in der spezifisch akademischen„ Wissenersticken; er verwirft also auch die Scheidung. doch wenigstens für den besten Theil seines Lebens; er schaft" vor, welche sich als die berufene Vertreterin der vertraut seine Kinder Fremden; er lebt in förmlichem modernen Dekonomie geberdet. Die klassische bürgerliche Verkehr mit seinem Weibe; fremde Menschen, Dienstboten Dekonomie, welche mit dem bedeutenden französischen drängen sich in sein häusliches Leben ein und lassen nie Dekonomen Sismondi abschließt, hat von einer derartigen die behagliche Freude aufkommen, welche der ungestörte Konfusion nichts gekannt. Wir wollen nicht sagen, daß Umgang im Familienkreise gewährt. seitens der klassischen Dekonomie eine endgiltige KlarEine andere Versuchung, welche das wahre Glück stört, ist der Eid. Die Erklärer haben behauptet, Christus verbiete nicht den Eid überhaupt, sondern nur den Eid, der nicht bei Gott geschworen ist. Aber Jesus hat den Eid überhaupt verboten. Jesus hat endlich gesagt: Ihr habt gehört, daß Die vierte Bedingung ist der freie und ungehemmte stellung des Kapitalbegriffs stattgefunden hat, durchaus zu den Alten gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben Verkehr mit allen Menschen. Je höher man steht, desto nicht; aber sie hat geleistet, was sie überhaupt leisten und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet kleiner ist der Kreis, in dem man sich bewegt. Einem konnte. Sie konnte naturgemäß sich nicht auf den Boden eure Feinde. Arbeiter steht es frei, mit jedem zusammen zu kommen, einer Weltanschauung stellen, welcher sich noch nicht geDer gemeinte Feind ist nicht der Privatfeind, son- und wenn wirklich eine Million Menschen nichts von ihm ebnet fand, und dessen Gewinnung erst späteren bahndern der Volksfeind. Christus gebietet Liebe gegen den wissen will, so bleiben ihm immer achzig Millionen, die brechenden Geistern vorbehalten war. Wenn aber heute Volksfeind, verbietet den Krieg. Und doch ist das ihn als Bruder betrachten, die ohne Förmlichkeit, ohne mit dem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit hervortretende Wesen des modernen Staates ohne Krieg überhaupt Vorstellungen und Visiten ihn freundlich aufnehmen, Leute mit den glänzenden epochemachenden Resultaten, nicht denkbar! In den Kirchen wird für den Sieg des wenn er zu ihnen fommt. zu denen jene bahnbrechenden Geister gelangten, nicht Heeres gebetet und gedankt; die Soldaten werden auf vertraut sind, so müßte man zum Mindesten von ihnen das Evangelium vereidigt! doch verlangen können, daß sie in ihrem positiven Wissen wenigstens nicht hinter der klassischen Oekonomie zurückbleiben. Mary hat in seiner Vorrede zum Kapital auseinandergesetzt, welchen äußeren Umständen der Mangel an Objektivität in der deutschen Dekonomie zu danken ist, sofern von einer solchen überhaupt die Rede sein kann. Im Sinne dieser christlichen Moral leugnet Tolstoi die Berechtigung der sozialen Unterschiede, also der Klassen, und die Berechtigung der Institutionen, welche die Ursache der Klassen ermöglichen: Krieg, Gerichte, Eid, die gegenwärtige Ehe. Das alles erscheint bei ihm als Konsequenz des Sazes: Nicht widerstreben dem Bösen. Mit wunderbarem Takt findet er überall die dem Proletariat feindlichen Institutionen heraus, kommt er schließlich sogar zu den politischen und sozialen Forderungen des Proletariats. Wer Weitlings Garantieen" liest, wird kaum einen Unterschied von Tolstoi finden. Mit logischer Entwicklung Die fünfte und letzte Bedingung endlich ist Gesundheit und ein sanfter Tod; und es ist klar, daß sie bei den Bauern weit mehr anzutreffen sind, als in den obern Schichten, infolge des natürlichen Lebens. Diese fünf Bedingungen werden in der idealen Zu funftsgesellschaft verwirklicht sein. Aber wie soll man zu ihr tommen? Untersuchungen über das Kapital. Von Otto Wittelshöfer. Auch die klassische Dekonomie kannte nur eine Art der gesellschaftlichen Produktion, nämlich die Waarenproduktion, und auch diese nur in ihrer modernen Form, der bürgerlich- kapitalistischen. Befangen in der ihr eigenen Anschauungsweise beging sie einen Anachronismus über § Wie unsere Vulgärökonomen gehört auch Wittels- den andern; wenn sie jedoch zu allen Zeiten das Kapital treibt ihn die proletarische Moral zur proletarischen Politif. höfer zu den Leuten, welche den Kapitalismus bis in die alle Erscheinungen vor, die der modernen kapitalistischen in Wirksamkeit vorzufinden glaubte, so fand sie dabei auch die Höhlenmenschen " III. Auch Jesus hat nicht geglaubt, daß bei Erfüllung sind nach ihnen Kapitalisten gewesen, und uns sollte es seiner Gebote die politischen und sozialen Verhältnisse nicht wundern, wenn nächstens jemand herausfände, daß war daher etwas völlig Einheitliches, in ſich Abgeschlossenes, die gleichen bleiben könnten. Er hat das Reich, wo seine eigentlich schon bei den tiefer stehenden Vorfahren des und sie konnte daher gleichwohl zu bedingungsweise richForderungen erfüllt werden, als Reich Gottes dem Reich Menschen, bei gewissen anthropomorphen Affen und antigen Resultaten kommen, das heißt richtig: für die moderne dieser Welt gegenübergestellt. Tolstoi malt sich sein Reich deren Stammverwandten die Anfangsspuren des Kapita- kapitalistische Gesellschaft. Sie verstieg sich keineswegs Gottes aus. Mit einem Wort zu sagen: es ist ein lismus ganz deutlich nachweisbar seien. Denn, was unter Anmaßung historischen Wissens zu inhaltsleeren kommunistischer Ackerbaustaat, so ähnlich, wie man sich heute sicher ist, warum soll es nicht früher möglich genomischen Entwicklung unverträglich sind. Abstraktionen, die mit der wirklichen Geschichte der ökodas soziale Ideal des russischen Bauern, wenn er eines wesen sein? Wenn der Schimpanse, der Pavian sich mit hätte, wohl denken könnte. In diesem Zukunftsstaat, einem Stein eine Nuß aufklopfen, oder sich ein Lager Die vulgärökonomischen Kapitaldefinitionen sind der oder in dieser Zukunftsgesellschaft, wie man sagen will, herrichten und somit Kapitalisten sind, so haben sehr klassischen Dekonomie deßhalb ziemlich fremd. Sie erklärt sollen alle Bedingungen menschlichen Glückes erfüllt sein; wahrscheinlich ihre Vorfahren vor zehntausend oder das Kapital weder als zu neuer Produktion dienendes er soll das erstrebte Ideal darstellen, wo alle jene Gebote hunderttausend Jahren schon das gleiche gethan und sind Produktionsmittel" noch als„ produktiv hergestelltes VorChristi ihre Erfüllung finden. Die Bedingungen menschlichen Glücks sind die Be- Wittelshöfer zum Kapitalisten macht, weil ebenso gut Kapitalisten gewesen, wie jener Bauer, den produkt", noch als hundert andere Dinge, welche der dingungen, welche dem idealisirten russischen Bauern jack ein Stück Kapital sei. sein Stroh- Vulgärökonom aus seinem Katalog mit der Miene strenger Gründlichkeit herzuleiern pflegt. Als Kapital als solche erscheinen, nicht die, welche der westliche Proletarier sich denkt. Nicht viel weniger, als alles und jedes ist bereits gilt ihr vielmehr eine Werthsumme, welche Profit oder Die erste ist der Zusammenhang mit der Natur, der als Kapital bezeichnet worden. Auch Wittelshöfers Er- 3ins abwirft. Kapital auf der einen Seite und Profit Genuß des blauen Himmels, der leuchtenden Sonne, der freien, flärung für das Kapital ist so dehnbar, daß man alles oder Zins auf der andern Seite sind ihr von einander frischen Luft, des Grüns der Wälder und Wiesen. Sollte unter diesen Begriff bringen könnte. Er verfährt bei untrennbar wie Ursache und Wirkung, bilden für sie die hervorstechendste ökonomische Erscheinung der Gesellschaft man es für möglich halten, daß die Menschen auf alle der Auseinandersetzung darüber, was man unter Kapital und stehen daher auch im Mittelpunkte ihrer Untersuchung. diese unschuldigen und süßen Freuden verzichten könnten, zu verstehen hat, genau so willkürlich als bei der Fest Man ſchlage z. B. nur Ricardo nach. Seine Erklärungen sind um sich in staubigen, grauen Häusern einzuschließen, in stellung des Werthbegriffes. häßlichen und langweiligen Straßen zu wohnen, wo der nichts als Produkte einer treuzverwirrten Phantasie. Die klassische Dekonomie hat das Wort Kapital Anblick des Himmels durch Kohlendampf und Stadtdunst Ihm zu verbieten, sich seine Begriffe nicht aus den keineswegs erfunden oder zuerst in dieser besonderen unmöglich gemacht wird, wo man eine häßliche, übel- Fingerspitzen zu saugen oder sie nicht aus der blauen Bedeutung angewandt für den Begriff, den sie darunter riechende, ungesunde Luft einathmen muß, wo sogar der Luft herunterzuholen, würde für ihn eine Beschränkung zu verstehen pflegte. Das ist jedoch klar, dieser beAnblick der mütterlichen Erde durch Steinpflaster den bedeuten, bei welcher er nicht vom Fleck käme. Wo die stimmte Begriff des Kapitals kann nicht eher aufgetaucht Menschen entzogen ist? Viele Menschen leben, werden souveräne Vernunft das Szepter zu schwingen vorgiebt, sein, als bis diejenige ökonomische Entwicklung sich vollalt und sterben, ohne nur einmal die Natur in ihrer regiert nichts anderes als Phantasie. Thatsachen existiren Reinheit und Herrlichkeit gesehen zu haben. Der Vor- in dieſem freien Reiche nicht. 30gen hat, welche ihm zu Grunde liegt. Und diese Entwicklung, die Ausbeutung des formell freien Arbeiters durch den Besizer der Produktionsmittel und Aneigner nehme fennt sie vielleicht durch flüchtige Blicke, die er Was nicht für den sofortigen Verbrauch produzirt der Produkte siegte am Ende des fünfzehnten und Anfang aus einem rasch dahinrollenden Wagen auf Felder und wird, nennt Wittelshöfer Vorprodukte, ein ebenso nichts des sechszehnten Jahrhunderts. Sie trat zuerst bei den Wälder wirft; aber er hat niemals gesät und gepflanzt sagender wie geschmackloser Ausdruck. Er unterscheidet Italienern, der ersten historischen Kapitalistennation, auf. und Freude an dem Sprießen und Wachsen seiner produktiv und unproduktiv hergestellte Vorprodukte." Ist Italiens günstige Lage am mittelländischen Meer zwischen Frucht gehabt; er hat niemals ein Hausthier aufgezogen, die konzentrirte Arbeit bei der Vorproduktion geringer Abendland und Morgenland hatte seit den Kreuzzügen er weiß gar nicht, wie es geboren und gefüttert wird. als bei der im Einzelprozesse aufgelösten Produktion, so einen außerordentlich blühenden Seehandel gezeitigt, und Er geht auf Teppichen, auf Steinen, auf Holz, aber nennen wir die Vorproduktion produktiv, ist sie nicht dieser Umstand ebenso, wie die Auflösung der zahlreichen niemals auf dem Rasen, den die Natur geschaffen hat; geringer oder sogar größer, so ist die Vorproduktion Gefolgschaften weltlicher und kirchlicher Fürsten, wodurch das Klappern der Maschinen, das Rollen der Wagen, unproduktiv." dem in den großen Handelsplägen angesammelten Reichthum das Donnern der Kanonen, alle Töne der Musik lassen Wittelshöfer liefert hier einen glänzenden Beweis ein wohlfeiles Ausbeutungsmaterial zur Verfügung gestellt sein ermüdetes Ohr nie zur Ruhe kommen; er verdirbt von Zerstreutheit. Die einzige ihm bekannte Ursache, wurde, befähigten Italien zu der Rolle, als erstes Land seinen Geruch mit Parfüms und Tabaksqualm, seinen welche zu einer Steigerung der Produktivität der Arbeit in die kapitalistische Produktion einzutreten. Damit Magen mit überfeinen und künstlichen Speisen. führt, ist die fortschreitende Kooperation oder Arbeits- hängt die Entstehung des Begriffes Kapital in seiner Die zweite Bedingung des Glückes ist die Arbeit; konzentrirung, wie er es gewöhnlich nennt. Er kennt modern- ökonomischen Bedeutung eng zusammen. Es sind zunächst die frei gewählte, die man mit Lust treibt, und also nur Aenderungen in der Anordnung des Arbeits- die Italiener, welche ihn eingeführt haben. dann die ermüdende körperliche, die den Hunger reizt prozesses selbst, von einer Revolutionirung des Arbeits- Die klassische Dekonomie übernahm den Kapitalbegriff, und den Schlaf gesund und tief macht. Aber je höher mittels weiß er nichts. wie er ihr überliefert worden war. Ihre nothwendigerdas vermeintliche Glück der Welt einen Menschen gestellt Doch hören wir weiter:" Durch den Begriff der weise unhistorische Betrachtung des Kapitalbegriffs verhat, desto weniger hat er diesen Genuß; der Glückliche Produktivität entsteht aus dem Ueberschuß das Kapital hinderte sie daran, denselben völlig klarzustellen, das hat mit Langeweile zu kämpfen, mit Krankheiten, welche( also nicht durch die Produktivität selbst, sondern durch Kapital nachzuweisen als eine typische Erscheinung allein der Mangel an körperlicher Arbeit hervorruft; er muß den Begriff der Produktivität!). Werden Vorprodukte der modernen bürgerlichen Gesellschaft. Diese That vollwiderwärtige Beschäftigungen betreiben: als Beamter, als hergestellt, welche einen größeren Bedarf zu befriedigen führte, auf dem Boden der materialistischen GeschichtsBanquier, als Richter; er ist zu langweiligen Festlichkeiten im Stande sind, als die mit dem gleichen Kraftaufwande auffassung stehend, Mary mit Hülfe seiner Werth- und verpflichtet. in successiven Einzelprozessen zu gleichem Zwecke her- Mehrwerththeorie. Die Mehrwerththeorie, die den KernUnd er könnte so glücklich sein bei körperlicher Arbeit!! gestellten Produkte, so ist Stapital gebildet worden." punkt des Marx'schen Systems ausmacht, ist indeß nur eine Fortbildung der von der klassischen Oekonomie her aufmerksam machen, daß Mary eine Vierteljahrhunderts-| Herz aller Proletarier schlagen, aber ihre Leiden stammen überlieferten Werththeorie. Der Mary'sche Kapitalbegriff arbeit hinter sich hatte, bevor er mit der umfassenden nicht aus unbefriedigten Patriotismus, sondern aus der ist allein als der historische Kapitalbegriff anzusehen, Darlegung seiner ökonomischen Ansichten hervortrat. da er den Begriff des Kapitals in Einklang brachte mit den geschichtlichen Thatsachen, aus denen er in letter Instanz abstrahirt worden war, denen er seine Existenz verdankte."( Vergl. Engels: Dühring, Seite 203 ff.) Polenschwärmerei. Knechtschaft, in welche ihre Stammesbrüder, die großen Freiheitsphraseure und Patrioten, die einst so viel besungenen Helden, sie geschmiedet haben. Nicht der Salonpole, der Zeit hat, melancholisch- interessant auszusehen In den dreißiger Jahren und darüber hinaus herrschte und patriotisch zu deklamiren, der polnische Proletar, Darauf näher einzugehen, was Wittelshöfer uns unter den liberalen Elementen Frankreichs und Deutsch- der zerlumpte, elende, hungernde, der von dem Zaren über„ Natur und Funktion" des Kapitals neues mitzu- lands eine weitgehende Sympathie für Polen; die brutale noch immer weniger als von seinem stammverwandten" theilen für nöthig befindet, können wir füglich unterlassen. Manier, in welcher Rußland, Desterreich und Preußen Gutsherrn leidet, ihm gehört unsere Sympathie; und sie Seine Eintheilung des Kapitals in subjektives und ob dies Land unter sich getheilt, und vor allem das wird nicht verfliegen, wie die in Goldſchnitt gebundene jektives iſt ebenso willkürlich und unfruchtbar wie seine russische Schreckensregiment hatten die Bourgeoisie, bei Polenromantik des jungen Bürgerthums. Diese SympaKapitaldefinition und seine Werththeorie. Daran ist nach der das Wort Humanität damals noch nicht so übel thie ruht im Klassenbewußtsein und bedarf keiner Festrede dem, was wir bereits gesagt, nichts Verwunderliches; beleumundet war wie heutzutage, aufs Tiefste verletzt. und Gedichte. Die schmierige Praktik und der freche Klassenegois" wie können die Endresultate richtig sein, wenn schon die Der flüchtige, schwermüthige, von Patriotismus glühende mus des polnischen Adels haben ihn nicht gehindert, die Pole war eine Lieblingsheld der damaligen Dichtung. ersten Voraussetzungen falsch sind! Unter objektivem Kapital versteht er das Kapital an Wie anders heute! Frankreich ist Republik geworden, Bestattung des Freiheitssängers Mickiewicz mitzufeiern. sich, das Kapital losgelöst von allen rechtlichen Momenten aber die republikanischen Traditionen warf es längst über Die Wiener„ Arbeiterzeitung" legt mit Recht dagegen und namentlich von der modernen Eigenthumsform, das Bord. Das Scheitern des Kommuneaufstandes, die Ent- Proteſt ein. Die Herren aus dem polnischen Galizien, heißt einen Begriff, dem jede historische Bestimmtheit wicklung der ökonomischen Verhältnisse, die Korruption schreibt sie, beherrschen heute Desterreich, sie sißen in fehlt, der ebenso nebelhaft und abstraft ist, wie die oben der politischen Streise und die Annexion von Elsaß allen Aemtern, sie bilden das, was man übereingekommen zitirte Erklärung des Wortes Kapital. Dem subjektiven Lothringen, alles wirkte zusammen, um den reaktionären ist, den„ Geist der Regierung zu nennen. Mit andern Kapital glaubt er eine besondere selbständige Bewegung und chauvinistischen Strebungen zum Siege zu verhelfen. Worten, sie sind in allererster Reihe mitverantwortlich in der Wirthschaft zuschreiben zu müssen, von der wir Die idealistische Begeisterung für das Polenthum ver- für den reaktionären Charakter der Regierung und Verherzlich wenig begriffen zu haben, gern zugeben wollen.[ rauchte schnell, als man nach einem Bündnisse mit Ruß- waltung Desterreichs; sie stellen im Parlament das stets Von der Entstehung des Mehrwerthes hat Wittels land zu schielen begann, um mit diesem vereint, an bereite Stimmvieh für jede Maßregel, welche die Volksfreiheit beschränkt, jeden Fortschritt hindert. Unter dem höfer keine Ahnung, obwohl sein Buch von der Funktion Deutschland Rache zu nehmen und das Elsaß zurück zu Porwande der Liebe zum polnischen Volke, eines„ berechdes Kapitals handelt. Er stellt eine Theorie der Diffe- erwerben. " tigten nationalen Egoismus" wissen sie Profite und renzenbildung auf, welche die Herkunft des Handelsge- Die Russen, welche neuerlich angeklagt waren, ein Profitchen zu ergattern, welche aber durchwegs nur die winnes, des Unternehmerprofits u. s. w. erklären soll, Attentat gegen den Zaren geplant" zu haben, wurden, Säcke jener handvoll reicher Grundherrn füllen, welche eine Theorie, die nichts anderes als ein ungeheuerlicher wie die Blätter melden, zu harten Gefängniß- Strafen sich als die„ polnische Nation" aufspielen. Und bei jedem Widerspruch gegen das Werthgesetz ist. Er läßt einfach die verurtheilt, kein Entrüstungssturm erhob sich dagegen. Streiche, den sie gegen die andern Völker Desterreichs Kapitalisten sich wechselseitig über's Ohr hauen und Und als die Polen die Gebeine ihres großen Freiheits- führen, fügen sie zum Schaden noch den Spott, und deuten glaubt damit den Unternehmergewinn erklärt( Unter- fängers Mickiewicz aus Paris herüberholten, um ihn darauf hin, daß sie sich nicht eingedrängt in Desterreich, formen des Mehrwerths sind ihm natürlich nicht bekannt). feierlich in Krakau zu bestatten, da hielten sich gleichfalls daß Gewalt sie in den Staatsverband gezwungen, und Seine weitschweifigen Auseinandersetzungen kommen nicht die Pariser merkwürdig ruhig. Zu welchen Festlichkeiten, nehmen die Pose von Werkzeugen der„ geschichtlichen Verum die Thatsache herum, daß man, um Gewinn einzu welchen Reden und Gedichten hätte ein solches Ereigniß geltung" an. Als ob die Völker Desterreichs Schuld streichen, unter dem Werth kaufen, resp. über den Werth vor ein Paar Jahrzehnten noch Veranlassung gegeben! hätten an der Theilung Polens! Und als ob diese Herren verkaufen muß. Ganz abgesehen davon, daß nach seiner Dieselbe Apathie wie das französische, zeigt das deutsche nicht sehr gut verstünden die Hand zu küssen, die einſt Theorie die Gesellschaft selbst nicht reicher werden könnte, Publikum. Jede Empörung über das Schicksal Polens das Schwert gegen ihr Land getragen!- Und haben sie sieht er nicht ein, daß es sich darum handelt, die Ent ist dahin, man würde die Achseln zucken, stünde heute als„ Patrioten" die Autonomie erkämpft, wozu benützen stehung des Mehrwerthes gerade auf Grund des Werth- ein Dichter auf, um im Liede das Freiheitsstreben der sie dieselbe? Um das Volf, das eigene, polnische Volk gesezes zu zeigen. " Polenhelden" zu verherrlichen. schamlos zu bedrücken, es rücksichtslos auszubeuten. Man Ist das nur ein Zeichen für die schmähliche Fahnen- erinnere sich daran, was galizische Justiz, galizische VerVon Marx spricht Wittelshöfer mit der größten Achtung. Troßdem können wir nicht sagen, daß er von flucht des Bürgerthums, für sein feiges Fallenlassen aller waltung ist; man lese den letzten Bericht des Gewerbejenem viel profitirt hat.„ Wir wollen weniger erhoben, der Ideale, die es früher hochgehalten? inspektors für Galizien, diese lange, eintönige, ergreifende nnd fleißiger gelesen sein“, sagt schon Lessing. Auch Wird die Arbeiterklasse, welche Freiheit, Gleichheit, Anklage; man denke daran, wie jede Regung der Bauern, wir können dem Verfasser nur rathen, nicht an die Ab- die großen Worte der bürgerlichen Revolutionäre in die der Arbeiter, der Studenten erbarmungslos niedergetreten fassung eines neuen Buches zu gehen, bevor er mit dem Wirklichkeit umzusetzen berufen ist, auch die Jugend- wird in Galizien; wie die Paragraphe, nach welchen das Studium des„ Kapital" nicht gründlich fertig ge begeisterung der Bourgeoisie für das Polenthum wieder geschieht, bei den Haaren herbeigezerrt werden; man denke worden. Daß er dasjenige, was uns vorliegt, im besten aufnehmen? Sicherlich nicht. Die edlen Polen, die sich daran, daß es in Galizien noch ärger bestellt ist, um die Glauben geschrieben hat, davon sind wir überzeugt, aber in der Dichtung so schön und erhaben ausnehmen, die Freiheit der Meinungsäußerung, um die Wahrung der das mangelnde Verständniß die Unbekanntschaft mit der nichts anderes als„ Vaterland und Freiheit" zu träumen Rechte des ländlichen und städtischen Proletariats als im Mary'schen Theorie macht es leer und werthlos. scheinen, sind in Wirklichkeit ganz dasselbe, was die übrigen Desterreich. Das sind die Enkel der einſt vielWittelshöfer weist auf sein Buch als das Produkt anderen Völker heute gleichfalls sind: Ausgebeutete und besungenen Freiheitshelden! einer mehrjährigen Arbeit hin. Wir möchten ihn darauf Ausbeuter. Für die Leiden jener wird das mitfühlende Albert Auerbach, Allgemeiner Metallarbeiter- Verein Berlins Berlin S., Kottbuser Damm 7. Schuh- und Stiefel- Lager für Herren, Damen und Kinder. Reelle Bedienung. Feste Preise. 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Bericht des Vorstandes, der Werkstatt- Control- Commission und des Arbeitsvermittlers. Unterstüßungs- Anträge. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend Sonntag, den 20. Juli, Vormittags 104 Uhr: General- Versammlung in Jordan's Salon, Neue Grünftr. 28. Tages Ordnung: 1. Kassenbericht pro 2. Duartal. 2. Neuwahl der Arbeitsvermittler. 3. Erledigung zurückgestellter Anträge. 4. Verschiedene Vereins- Angelegenheiten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand. NB. Die Versammlung beginnt präcise 11 Uhr Vorm. Empfehle meinen werthen Freunden und Central- Kranken- Kasse der Sattler Genossen sowie den Lesern dieses Blattes mein Cigarren- Geschäft. Carl Lehmann, Brunnenstr. 83, dicht am Humboldthain. Orts- Verwaltung Berlin. reichhaltiges Lager von 0. Klein, Ritterstraße 15. 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Verantwortlicher Redakteur: Max Schippel Berlin.- Druck und Verlag: Maurer, Werner& Co., Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. nicht zu verwechseln mit Carl Wuttke früh. Weberstr.10 ORER P m te 10 10 X am er D fti ge fe de Di an St