Nr. 239. V Erscheint täglich auße. Montags. Abonnements= Prets pränum.: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illuftrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mr. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Inferttons Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bts 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Bum Parteitage. Heute treten in Gotha, der Stadt, die vor 21 Jahren den Einigungskongreß der deutschen Sozialdemokratie in ihren Mauern beherbergte, die Vertreter der deutschen Sozialdemokratie zum alljährlichen Parteitage zusammen. Gotha, das das die Anfänge der Partei gesehen hat, sieht jetzt die deutsche Sozialdemokratie in ihren Vertretern als die weitaus stärkste Partei Deutschlands erprobt in Kämpfen, Kämpfen so lang wie das Leben der Partei selbst gekräftigt durch die Kämpfe gekräftigt durch die Kämpfe und neuen Kämpfen mit einem durch zahllose Siege gestärkten Siegesbewußtsein entgegenschauend. Der heute beginnende Parteitag ist der vierte in Gotha, den Einigungskongreß mitgerechnet, mitgerechnet, und der se ch ste, wenn wir den Kongreß der Eisenacher" und die Generalversammlung des Algemeinen deutschen Arbeitervereins", die unmittelbar vor dem Einigungskongreß dort tagten, mitzählen. Sonntag, den 11. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. zu benußen, an dem Widerstand der öffentlichen Meinung| frankheiten und Nerven und Muskeln für die höchsten elend scheiterte. Kraftäußerungen stärkt. Ohne Wahrheit, ohne rückhaltlose Wie gründlich das rothe Gespenst durch unsere Wahrheit teine gesunde Partei. Alles Vertuschen Uebel. aufklärende Propaganda und besonnene Agitation gebannt ist vom Uebel, alles Schönfärben ist vom worden ist, das hat sich nirgends glänzender offenbart, als Es täuscht über die Lage, schläfert ein, schwächt, lähmt. in Gotha- der Stadt und dem Land-, wo unsere Mag die rückhaltlose Wahrheit manchmal dem einzelnen Genossen, in deren Mitte der Parteitag heute sich ver- unbequem sein, dem Ganzen ist sie stets von Vortheil. sammelt, vor wenigen Tagen zu dem einen Landtagskreis, Außer den parteigeschäftlichen Fragen ist nur noch die den wir vorher schon besessen, fieben hinzu erobert haben, Frauenfrage und das Proportional- Wahl= und zwar vorwiegend in ländlichen und bäuerlichen Bey stem auf die vorläufige Tagesordnung gesetzt; die zirfen, die nach dem thörichten Gerede unserer Geguer den Referate über die Maifeier und über den Inter. nationalen Kongreß gehören mehr zu den geschäftlichen Lehren des Sozialismus unzugänglich sein sollen. Punkten. Das Proportional Wahlsystem wird kaum eine lebhafte Debatte verursachen-- handelt es sich hier vor läufig doch nur um eine Frage von rein akademischer Be deutung-; betreffs der Frauenfrage aber ist es nothwendig, die Grenze zu ziehen zwischen der proletarischen und der bürgerlichen Frauenbewegung. Indeß ernste Meinungsverschiedenheiten dürften auch hier nicht bestehen. Hier und nach dem Gothaer Beispiel später auch in Hessen haben unsere Genossen den praktischen Beweis geliefert, daß die Debatten über die Agrarfrage, welche die Partei seit fast drei Jahrzehnten seit dem internationalen Baseler Kongreß von 1869- beschäftigt, und welche den Hauptgegenstand der beiden letzten Parteitage bildete, auf fruchtbaren Boden gefallen, und daß die zu tage geförderten Wahrheiten in Fleisch und Blut der Partei übergegangen find. Nun Möglich, daß der Parteitag noch andere Punkte auf die Tagesordnung setzt: die Frage des AchtstundenEs ist unser siebenter Parteitag seit dem Fall des Sozialistengesetzes und der zwölfte seit dem EinigungsDie Siege in Gotha und Hessen sind die beste Wider tages, des Ach tuhr- Ladenschlusses, an welche tongreß. Da die Parteifongresse jährlich sein sollen, legung des albernen Geredes, die Partei habe die Agrar- fich eine Gewerkschafts- Debatte anschließen könnte. fo ergiebt es sich, daß in den legten 21 Jahren frage deshalb nicht auf die Tagesordnung des diesjährigen Die Parteipresse wird bei Gelegenheit des Berichtes neun Rongreffe oder Parteitage ausgefallen sind. Es ist Parteitages gesetzt, weil sie ein zu grelles Hervortreten der des geschäftsführenden Ausschusses zur Besprechung tommen. dies eine Folge des Sozialistengefeßes, das uns das Tagen Gegensätze, vielleicht gar eine Spaltung" befürchtet habe. Es könnte dies vielleicht am besten in der Weise geschehen, in Deutschland unmöglich machte, und unter dessen zwölf Genossen, der sich über die Siege in Gotha und Presse 2c. besonders verhandelt wird. in der ganzen Partei giebt es keinen daß über die einzelnen Abschnitte des Berichtes, Agitation, jähriger Herrschaft die Vertreter der Partei sich nur im Aber wir wollen den Berathungen des Parteitages nicht Auslande versammeln konnten. In anbetracht der sehr er- Heffen nicht frente, und ber, auch bei schärfster Beheblichen Roften und sonstigen Schwierigkeiten geschah dies tonung des Prinzips den Anforderungen der Praxis ihr vorgreifen. Recht nicht zuerkennte. Die Landtagswahlen in Gotha und nur dreimal, als das Interesse der Partei es bringend Beffen sind der Befähigungsnachweis unserer von Liebe zur Partei Wir wissen, die Delegirten find gekommen, erfüllt zur Partei und entschlossen, das Wohl erheischte: in Wyden( Schweiz), Kopenhagen( Däne- Partei auf dem Gebiete der Landagitation. der Partei zu fördern. Mögen die Geister noch so mart) und St. Gallen( Schweiz). Die Tagesordnung des heute beginnenden Kongreffes heftig aufeinanderplaten, das Wohl der Partei Mit dem Fall des Sozialistengesezes haben freilich die Ver: hat einen wesentlich geschäftsmäßigen, um nicht zu sagen ge- wird der einigende Gedanke sein, in dem alle sich folgungen unserer Partei nicht aufgehört. 3war der Kampf schäftlichen Charakter. Die Angelegenheiten der Partei werden wieder zusammenfinden. Und die Person der Sache mit geistigen Waffen", der uns 1890 angekündigt ward, mußte nach allen Richtungen hin beleuchtet und erörtert werden. unterzuordnen, das ist die erste Pflicht, welche das von den Gegnern aus Mangel an Kriegsgeräth und Munition Es giebt da feine dunkelen Ecken, die sich der Blendlaterne Wohl der Partei jedem von uns auferlegt. sehr bald eingestellt werden, und das Bürgerthum schrie der überall hin leuchtenden Kritik entziehen könnten. Die Ein Willkommen! den Abgeordneten, die wieder nach polizeilichem Schutz und nach Knebelung der sozialdemokratische Partei hat für sich die absolute Freiheit heute zusammentreten. gefürchteten Sozialdemokratie. Allein das rothe Geder Kritik und die absolute Herrschaft der Deffentlichkeit Ein Glück auf! dem heute zusammentretenden fpenft ist von uns so wirkungsvoll gebannt worden, daß eingeführt. Das ist der Versuch, die Ermordung des französischen Präsidenten sich vortrefflich bewährt hat. ein Stück Zukunftsstaat", das Parteitag. Die Wahrheit ist oft Und Hoch die internationale Gozial. burch einen italienischen Epileptiker zu einem neuen, ver- ein bitterer Traut, aber sie ist ein Trant, der gegen alle demokratie! schärften Ausnahmegesetz gegen die deutsche Sozialdemokratie Krankheiten feit namentlich gegen die bösen Sumpf93] Rienzt. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. D Himmel, wäre ich doch einige Jahre älter!" rief Angelo, der hinter Rienzi stand. Giebentes Rapitel. befiegt, so wird man Euch wieder eine Abgabe auferlegen, in den Palast zurückzogen, vorbei, und dann nach dem das wird Euer Lohn sein.". Kastell von St. Angelo, wohin Nina sich bereits begeben " Hört," rief Cecco, da ertönt die Trompete, es ist hatte. Sie empfing ihn mit einem Lächeln, weil er wieder schade, daß er uns mit Abgaben belasten wollte." bei ihr war, aber sie konnte nur mit Mühe die Thränen Jawohl," fuhr Baroucelli fort ,,, da ertönt die Troms zurückdrängen. pete, eine filberne Trompete noch dazu. In der nächsten Woche, wenn Ihr ihm wieder aus der Verlegenheit helft, " Hört ihr? hört den Knaben!" rief der Tribun, wird er eine goldene haben! Aber geht, geht doch, meine Wer ist zu tadeln der Verlassene oder die ihn verließen? Kinder sprechen oft die Wahrheit! Er wünscht, er wäre Freunde, es sind blos einhundertfünfzig Söldner, allerdings Heiter leuchtete die Wintersonne über die Straßen Roms, so alt, daß er die Waffen führen könne, wie Ihr, um zu tüchtige Gesellen, in Eisen gehüllt von Kopf bis zu Fuß, als die Schaaren der Barone durch dieselben zogen. An handeln, wie Ihr handeln solltet. Wenn wir uns trennen aber was hat das zu sagen? Wenn sie auch vier- oder der Spige ritt der Kardinal Legat; der alte Colonna müssen, so lebt wohl. Ich reite mit diesen wenigen Ge- fünfhundert von Euch abschlachten, so werdet Ihr sie doch( niedergebeugt und traurig wegen des Verlustes seiner treuen vor dem Balaft des Colonna, Eures Feindes, vor zuletzt bezwingen, und der Tribun wird desto fröhlicher zu Söhne) zu seiner Rechten, Luca Savelli und Rinaldo Orsini bei. Dreimal sollen meine Trompeten vor jenem Palast Abend speisen." unmittelbar hinter ihnen. Es war ein langer Bug bis an ertönen. Wenn Ihr auf den dritten Trompetenstoß nicht" Da ertönt der zweite Trompetenstoß," sagte der die Zähne bewaffneter Leute, meist aus fremden Söldnern tommt, bewaffnet, wie es Euch geziemt, ich jage nicht alle, Metzger. Hätte meine alte Mutter nicht schon zwei von bestehend, so daß er mehr dem Einmarsch siegender Feinde, nur dreihundert, nur zweihundert, nur einhundert von uns verloren, so würde ich es am Ende doch noch einmal als der Rückkehr exilirter Bürger gleich sah. Euch, so lege ich mein Amt nieder, und die Welt soll sagen, für den Tribunen wagen." daß einhundertfünfzig Räuber Rom besiegten und seine" Ihr müßt Euch beeilen," fnhr Baroncelli fort, sonst Geseze und seine Regierung vernichteten." Nach diesen Worten stieg er die Treppe hinab und schwang sich auf sein Roß. Das Volt wich schweigend vor ihm zurück, und der Tribun ritt langsam mit seinem kleinen Buge vorbei und verschwand bald den Blicken der sich mehrenden Menge. = Edler Colonna", sagte der Kardinal de Deur, ein fleiner magerer Mann, von Geburt ein Franzose, der mit den bittersten Vorurtheilen gegen die Römer erfüllt war, welche bei einer früheren Sendung ihn sehr schlecht empfangen hatten, wie es gewöhnlich mit ausländischen Geistlichen der Fall war. tommt ihr zu spät. Und das wäre doch schade! Uebrigens, wenn ihr dem Tribunen glaubt, so ist er der einzige Mann, der Rom zu retten vermag. Was, Jhr, das tapferste Volk in der Welt, Ihr solltet Euch nicht selbst retten fönnen, Ihr, wenn Ihr Mann für Mann steht, solltet" Dieser Pepin," sagte er, den Monreal Euch zu Ge den Colonna's und Orfini's nicht Trotz bieten fönnen? bote gestellt hat, ist uns sehr nüßlich gewesen." Die Römer blieben auf dem Platz vor dem Kapitol, Wer schlug denn die Barone beim Thor St. Lorenzo? Der alte Herr nickte, antwortete aber nicht. Sein und nach einiger Zeit redete sie der Demagoge Baroncelli Waret Ihr es nicht? Ah, Ihr bekamt die Hiebe, und der kräftiger Geist war schon gebrochen. Der Kardinal an, welcher glaubte, daß die Zeit für seinen Ehrgeiz ge- Tribun den Ruhmestranz! Still, meine Freunde, laßt den murmelte: Er hört mich nicht, der Verlust seiner Söhne tommen sei. Wenn er auch weder beredtsam noch geistig Mann gehen, ich stehe Euch dafür, daß es genug Männer hat den Alten zu sehr angegriffen;" und indem er sich gebildet war, so besaß er doch die Kunst, auf das Bolt zu giebt, eben so gut als er, die wohlfeiler zu haben sind. umsah, winkte er dem Luca di Savelli. wirken, denn er fannte die schwachen Seiten seiner Zuhörer und hört! da ertönt der dritte Trompetenstoß. Jetzt ist Luca," sagte der Legat, es war ein Glück, daß das in ihrer Eitelkeit, ihrer Geistesträgheit und ihrem über- es zu spät!" schwarze Banner des Ungarn den Provençalen in Aversa müthigen Stolz. Als aus der Entfernung der letzte Stoß der Trompete zurückhielt. Wäre er in Rom eingerückt, so würden wir Seht," sagte er, der Tribun spricht weise, wie immer, ertönte, flang es, wie die letzte Warnung des sich ent- in Rienzi's Nachfolger einen noch gefährlichern Mann, als aber der Affe bediente sich der Katze, um die Kastanien fernenden Genius des Drts, und als tiefes Stillschweigen selbst den Tribunen, gefunden haben. Monreal," fügte aus der glühenden Asche zu holen; auch er möchte Euch in diesem Ton folgte, erfüllte düstere Trauer die versammelte er mit spöttisch aufgeworfener Lippe hinzu, ist ein Edeldas Feuer locken, aber Ihr werdet nicht so einfältig sein, Menge. Die Römer fingen an zu bereuen, als die Reue mann und ein Franzose. Diesen Pepin, der nur sein AbEuch bethören zu lassen. Der gute Tribun hat einen zu spät kam; die Redensarten des Baroncelli wurden ihnen geordneter ist, müssen wir durch Bestechung unschädlich prächtigen Palast und giebt herrliche Feste und badet sich in bald gehässig und der Redner hatte die Demüthigung, seine machen, oder durch Drohungen zwingen, unseren Willen der Porphyrvase, es ist eine Schande, in welcher der heilige Zuhörer nach allen Richtungen fich entfernen zu sehen, als zu thun." Sylvester den Kaiser Konstantin getauft hat; alles das ist er eben im Begriff stand, ihnen mitzutheilen, welche große Gewiß", antwortete Savelli, das ist nicht schwer, schon werth, daß man dafür kämpft, aber was habt Ihr Dinge er selbst für sie thun könne. aber Monreal rechnete auf einen hartnäckigeren Widerstand, davon, als tüchtige Hiebe und Wunden, und daß Ihr ein- Der Tribun ritt unangefochten vor den gefährlichen dem er dann selbst ein Ende zu machen, Gelegenheit und mal einen Feftzug mit anjeht. Wenn Ihr diese Burschen Quartieren seiner Feinde, die bei seiner Annäherung sich| Muße gefunden hätte." ( Fortsetzung folgt.) MolUtM» Mrv-vflchk. Berlin, 10. Oktober. Die Herabsetznvg des Zinsfußes der preußischen und der Reichsanlerhen wirft ihre Schatten voraus. Nach emem Wolff'schen Telegramm hat der Zeutral-Ausschuß der Reichsbank den Diskontosatz für Wechsel auf 5 pCt. und den Lombardzinsfuß für Darlehen gegen Verpfändung von Effekten und Waaren auf K pCt. erhöht. Der Reichsbank- Präsident soll diese Maßregel mit den großen Ansprüchen der Industrie an die Geldvorräthe der Bank begründet haben Diese von amtlicher und fachmännischer Seite konstatirte Thab fache beweistvon neuem die von uns wiederholt ausgesprochene Ansicht, daß Deutschland sich in einer Periode wirthschaft- lichen Aufschwungs befindet, die für sich auszunutzen die Arbeiterklasse selbstverständlich alle Veranlassung hat. Den Trusts, Syndikaten, Unternehmerringcn muß die Organi- sation der Arbeiter gegenüber gestellt und die günstige Situation nach Kräften wahrgenommen werden. Daß übrigens der„Prozentpatriotisnms" der Kapitalisten bei den Ansprüchen an den Baarvorrath der Banü mitspielt, ist für uns nicht zweifelhaft. Gar manchem braven schwarz-weißen und schwarz-weiß rothen Vierprozentigcn wird sich wohl bei der Aussicht auf Herabsetzung seiner Zinsen die Milch der frommen Denkungsart in gährend Drachenblut verwandelt haben. Um den Geldschrankschaden zu repariren, benutzt er seinen Bank- kredit und pumpt das deutsche Reichsgeld am Ende gar den Franzosen und Russen oder unserem Freunde Li-Hung Tshang gegen„angemessene* Zinsen.— Ter letzte Trinkspruch des Zaren, den wir unter den Depeschen der letzten Nummer unseren Lesern mit- theilten, unterscheidet sich im wesentlichen von den un- politischen, lediglich Höflichkeitsfloskeln enthaltenden Tisch- reden in Wien und Breslau. Freilich, die von den französischen Staatsmännern so sehnsüchtig erwartete Er- wähnung des Wortes Allianz ist nicht gefallen, aber der Zar hat doch von unwandelbarer Freundschaft ge- sprachen, die Rußland mit Frankreich verbindet, und von dem tiefen Gefühl der Waffenbrüderschaft zwischen den Heeren der beiden Staaten. Das sind Worte, die im Ton und Inhalt ganz bedeutend kontrastiren von den Antworten auf die Trinksprüche des deutschen und österreichischen Kaisers. Mag man das, was der Zar nicht nennt, aber worauf er deutlich hinzielt, ein Bündniß oder eine Militär- konvention nennen, die hochpolitische Thatsache, daß der Zar zum ersten Male die Existenz des Zweibundes an- erkannt hat, ist ein hochpolitisches Ereigniß, ist die Signatur der langen Zarenreise. Daß der stolzeste der Monarchen mit dem spießbürgerlichen Präsidenten der sran- zösischen Republik Freundschaftsküsse austauscht, ist sicherlich auch nicht aus innerlichem Drange, sondern unter dem Zwange der Politik erfolgt. Was bisher geahnt wurde, ist nun bestätigte Thatsache, der Bestand des Zweibundes kann nicht mehr bestritten werden; daß hierber das sich demüthigende Frankreich der gebende Theil, das anlehen- suchende Rußland der nehmende sein wird, ist jedem nüchternen Beurtheiler der auswärtigen Politik klar. Die Franzosen übertreiben, wie es ihre Art ist, die Bedeutung dieses Ereignisses. Aber die Wichtigkeit desselben rechtfertigt einige Stimmen der Pariser Blätter zu er- wähnen. Der„Tei>pz" schreibt: Nachdem die franko-russische Allianz gefeiert worden ist, wird diese feierlichst proklamirt. Das Blatt theilt die sranko-russische Allianz in drei Perioden. Während der ersten wurde dieselbe kurzweg geleugnet; in der zweiren stellte man Frankreich als ein beklagenswerthes Opfer der russischen Diplo- matie dar; die dritte endlich ist die, daß wir jetzt fröhlich in dem Wasser des Zweibundes segeln, welcher den Frieden ebenso aufrecht erhält, wie der Dreibund. Heute ist dieser Friede aber nicht mehr aufgezwungen, heut ist die Zeit heraugerückl, daß sogar offizielle Dreibundsorgane anerkennen, daß durch den Zweibund der Friede in Zulunst gesichert sei, weil Frankreich nunmehr gegen alle skrupulösen Unternehmungen gefeil fei. Die Morgenblätter begrüßen einstimmig de» Abschluß des franko« russischen Bündnisses. Die offizielle„Liberto" erklärt, daß die Ereignisse in Cbalons der künstigen französischen Politik einen ganz besonderen Nachdruck verleihen werden. „Rappel" sagt, durch den Trinkspruch werde die französisch- russische Allianz ein zweites Mal bestätigt. Jedes der beiden Völler sei jetzt des anderen sicher.—„Echo de Paris" schreibt, der Besuch des Kaisers von Rußland, der in den Trinksprüchen von Cherbourg, Paris und Chalons seine Ergänzung gesunden habe, sei die absolute Bekräftigung einer neuen europäischen Lage.—„Journal" meint, die Allianz habe gestern ihre Weihe in Ausdrücken erhalten, die keine Mißdeutung zuließen. „Die sozialdemokratische« Gewerkschaften in Deutschland seit dem Erlasse des Sozialistengesetzes", so betitelt sich ein Werk, dessen erster Theil jetzt im Verlage von Gustav Fischer, Jena, erschienen ist und dessen Verfasser Dr. phil. Joses Schmöle, Privatdozent an der Universität in Greifsivald ist. Der Verfasser kündigt in der Einleitung an. daß das Werk in drei Theilen erscheinen wird, von denen der jetzt vorliegende 1b Bogen starke erste Theil sich die Aufgabe stellt,„die Entstehung einer umfangreichen gewerkschasilichcn Strömung in Deutschland unter Kennzeichnung der einzelnen Richtungen und unter Hervorhebung der für die spätere Gestaltung der Be- wegichjj wichtigsten Tendenzen und Vorschläge zu skizzire», ferner die Umstände anschaulich zu machen, ivelche das Wiederaustreten der durch das Sozialistengesetz zunächst unterbundenen Gewerk- schafts-Agitation begünstigt oder ihm hindernd im Wege gestanden haben". Der zweite Theil wird sich mit der Entwickelung der Gewerk fchaften einzelner Berufe befassen, während der dritte Theil der Entstehung und Wirksamkeit der„Generalkommission der Gewerk- fchaften Deutschlands", sowie die örtlichen„Gewerkschaftskartelle" behandeln soll. Wie unsere Leser sehen, hat sich der Herr Ber- fasser ein sehr umfangreiches Programm gestellt. Was nun den Standpunkt des Herrn Verfassers betrifft, so ist derselbe ein der Gewerkschaftsbewegung freundlicher, welche freundliche Gesinnung freilich in der Hoffnung wurzelt, daß durch die Befassung mit naheliegenden praktischen Interessen die Arbeiterschaft von den Utopien der Sozialdemokratie abgelenkt werde. Vorläufig freilich muß der Herr Verfasser zu feinem Be- dauern gestehen, daß der intelligentere Theil der deutschen Ar- bciter noch mit Leib und Seele der Sozialdemokratie ergeben ist, und daß»och keine Aussicht vorhanden ist, dies Verhällniß zu ändern. In diesem Hinneigen zur Sozialdemokratie glaubt nun der Herr Verfasser den Grund für die verhältuißmäßig schwache Entwickelung der deutschen Gewerkschaftsbewegung gefunden zu habe».„Die Ausbreitung der Sozialdemokratie stellt die weitaus wichtigsten Ursache dar, weshalb bei uns die gewerkschaftliche Be- wegung selbst in der jüngsten Zeit nur geringen Anklang findet, („Soleil" sagt, der Kaiser von Rußland habe gestern die unlös bare französisch-russische Allianz proklamirt. und im Falle eines Krieges würden die französischen und russischen Soldaten Seite ' an Seite käinpsen. Dem„Gaulois" zufolge beabsichtigt der Zar, bei feinem Besuch im nächsten Frühjahr im Schlosse Coinpiege Wohnung zu nehmen. Bemerkenswerth ist, daß fast alle Blätter ihre Friedens liebe betonen.— Schischkiu soll zum russischen Minister des Auswärtigen ernannt worden sein. Im Gegensatz zu dem jüngst verstorbenen Fürsten Lobanow gilt er als Befürworter einer aggressiven Politik im Orient.— «» Tentsches Reich. — Zur Frage der Konvertirung wird in der „Kreuz-Zeitung" folgendes mitgetheilt: Es soll eine längere Umtauschfrist bewilligt werden, und außerdem wird dem Landtage vorgeschlagen werden, eine Konvertirung der ö>/»prozentigen Anleihen auf eine Reihe von Jahren auszuschließen. Um den W i t t w e n u n d Waisen von Beamten und Offizieren die Verluste, die ihnen eventuell aus dieser Konvertirung nachweislich entstehen, einigermaßen zu ersetzen, soll ein Dispositiv ns- f o» d s geschaffen werden.— — Zum Arbeitsprogramm des preußischen Landtages schreibe» die hochoffiziösen„Verl. Pol. Nachr.": Die Vorlage wegen der Konvertirung der vierprozenligen Konsols wird dem Landtage gleichzeitig mit dem bezüglichen Vorgehen im Reiche alsbald zugehen. Mit der Konvertirungsvorlage wird dem Landtage der Entwurf eines Finanzgesetzes(Schuldentilgung und Ausgleichsfonds) zugehen; ebenso die Vorlage wegen Ver- staallichung der hessischen Ludwigsbahn. Das Ministerium des Innern wird gleichfalls mit einigen Vorlagen, namentlich der Landgemeinde- und Städte- Ordunng für Hessen-Nassau, aus dem Plane sein. Ueber das Lehrer- besoldungs- Gesetz sind die Verhandlungen zwischen dem Kultus- und Finanzministerium soweit gediehen, daß auf einen sehr baldigen befriedigenden Abschluß und die demnächstige Vorlage des Entwurfs an das Staatsministerium gerechnet werden darf. Auch diese Vorlage wird daher dem Landtage als' bald unterbreitet werde». Dagegen soll die Vorlage wegen der Erhöhung der Beamienbesoldungen zugleich mit dem Staats- Haushaltsplan eingebracht werden. Damit aber Zeit für die Einverleibung der Gehaltserhöhungen in den Etat bleibt, wird dieser früher als sonst, wenn auch wahrscheinlich erst nach Neujahr, so doch so früh im Januar, wie möglich, vorgelegt werden.-- — Die feindlichen Brll der indernational- liberalen Partei scheinen nach dem Parteitage nicht srieb licher gestimmt zu sein. Die„Nationalliberale Korrespondenz' erklärt, sich mit der„National-Zeitung" nicht weiter beschäftigen zu wollen, was nun nach Verfloß einer Woche auch endlich den Lesern der„National-Zeitung" mitgetheilt wird, und die „National-Zeitung" nennt den Parteitag eine„zufällig zu- fammeugeseyte Versamnilung". Hoffentlich spielen sich die weiteren Erörterungen so ab, daß auch anderen die Freude des Zusehens und ZuHörens nicht abgeschnitten wird.— — Auch in der Agrarierpartei giebt es feindliche Brüder, die alten Konservativen und die aufstrebenden Bllndler. Sie erörterten unlängst unter Austausch einiger Liebenswürdig- leiten, daß der eine den andern braucht, aber ihn nicht mag. Die Bündler sind böse, daß die„Konservative Korrespondenz" von der temperamentvollen Presse des Bundes der Landwirthe spricht und daß die Konservativen im eintrage Kanitz ein Haar gefunden haben. Der Zwist spielt schon seit langem unter der Decke, stets ist man bemüht gewesen, den Gegnern gegenüber den Streit zu vertuschen, aber bald wird die Zeit kommen, wo das Feuer hell auflodern wird und nicht mehr gelöscht werden kann. — Wer da hat, dem wird gegeben, und sollte eS auch den„Lumpen" genommen werden, die gar nichts haben und die sich,»ach dem Ausspruche des Dichters, begraben lassen könnten. So wird in kapitalistischen Blättern das Loos der kleinen Rentiers beklagt, denen der Zinsertrag geschmälert werde; der kleine Mann, die in dürftigen Verhältnissen lebende Wittwe und Waise muß dazu herhalten, um das eigentliche Motiv, das Mitleid mit dem Profil des großen Kapitalisten zu verdecken. Es geht hier wie bei der Agrarierfrage, wo die Roth der„Landwirthschaft" als Deckmantel für die„Liebesgaben" an die Großgrundbesitzer und durch schlechte Wirthschaft und lüderliche Lebensweise herab- gekommener Junker diene» muß. Diesen ist allerdings die Zins- Herabsetzung willkommen, weil das Sinken des Zinsfußes auch seinen Rückschlag auf die Hypotheken und Pfand- briese ausüben wird, und so den verschuldeten Junkern Gelegenheit geboten ist, ihre lüderliche Wirthschaft noch einige Zeit länger fortzuführen. Bei den antisemitischen Blättern, die die Herabsetzung des Zinsfußes beklagen, erscheint diese Haltung als reiner Bauernfang; um sich bei dem kleinen, aber beschränkten Besitzer eines geringen Kapitals einzuschmeicheln, vergessen sie sogar ihren Haß gegen das„jüdische" Kapital, als trotzdem in Deutschland heute die nämlichen Verhältnisse obwalten, welche in England zur Ausbildung der Gewerkvereine geführt haben, und trotzdem seit langem schon Taktik und Erfolge der Trade-Unions klar vor aller Augen liegen." Herr Schmöle verfolgt also dieselbe Taktik, welche von Kathedersozialisten, Christlichfozialen und allen jenen auch- arbciterfreundlichen Gruppen befolgt wird, welche sich die Ueber- windung resp. Vernichtung der Sozialdemokratie'zur Hauptaufgabe gestellt haben, er denunzirt den Arbeitern die Sozial- demokratie als das eigentliche Hinderniß dafür, daß es ihnen nicht bereits gelungen ist, viel größere praktische Erfolge auf gewerkschaftlichem Gebiete zu erringen. Bei der, wie der Erfolg zeigt, absoluten Aussichtslosigkeit, mit dieser Denunziation irgend welche Wirkung zu erzwlen, muß man wirklich den Muth bewundern, mit dem dieses Manöver immer und immer wieder zur Anwendung kommt. Begreift denn der Herr Verfasser nicht, daß die Arbeiter für seine Anklage gegen die Sozialdemokratie nur ein Kopsschütteln haben können, wenn er selbst auf jeder Seite seines Buches bestätigen muß, daß das, was wir in Deutschland an nennenswerthen gewerkschaftlichen Organisationen haben, fast ausschließlich das Werk nnermüdlichster und trotz aller Hindernisse immer wieder aufgenommener sozialdemokratischer Thätigkeit ist? Aber der Herr Verfasser widerlegt sich selber. Er muß kon- statiren, daß neben der in„raschen Zügen vor sich gegangenen Ausbildung des Großbetriebes in vielen Gewerben Englands" ein überaus günstiger Umstand für die Entwickelung der Ge- werkschastsbewegung in England darin lag, daß eine relativ weitgehende politische Freiheit den Arbeitern die Möglichkeit der Vereinigung bot zur Wahrung ihrer Interessen gegenüber dem Unternehmerthum. Diesem Vor- theil gegenüber, den die englischen Arbeiter voraus haben, muß nun der Verfasser unter der Rubrik:„Die Rechtsprechung in Sachen gewerkschaftlicher Organisationen" durch volle vier Bogen sich mit den gerichtlichen und Polizei- lichen Drangsalirunge» und Verfolgungen der deutschen Gewerk- chaftsbewegung beschäftigen. Es ist dies ein Stück Passions- gcschichte der deutschen Arbeiterbewegung, mit welchem sich der Herr Verfasser ein großes Verdienst erworben hat. Wie er aber glauben kann, daß eine Arbeiterschaft, welche durch Jahrzehnte nng den Quälereien ausgesetzt war und noch heute ist. wie sie in dem Buche so drastisch geschildert sind, der Sozialdemo- dessen Bundesgenossen sie sich eifrigst offenbaren. Den Ei». Wendungen gegen die Konvertirung tritt die„Zeit", das Organ der jüngeren Christlich-Sozialen treffend entgegen. Sie frägt, welche Volksmassen denn an dem hohen Zinssilße ei» Interesse haben? „Die Lohnarbeiter? Geiviß nicht. Sie leben ja von der Hand in den Mund, und wenn sie es zu etwas Eigenthum bringen, so ist es in den meisten Fällen Haus- rath und alleusalls ein Häuschen. in den seltensten Fällen ein irgendwie ins Gewicht fallendes Kapital in baarem Gelde. Die Bauern? Ihr Kapital steckt in Grund und Bode» und Inventar. Die ganz überwiegende Mehrzahl hat kein baareS Geld, sondern Schulden, und hat natürlich das größte Interesse daran, diese Schulden niedrig zu verzinsen. Und die Handwerker? die Kausleute? die Fabrikanten? Sie alle brauchen Kredit, und daß ihnen billiger Kredit lieber ist als theurer, bedarf vielleicht keiner weiteren Ausführung. Ernsthafter scheint der Einwand, daß der Sparsinn unter der Herabsetzung des Zinsfußes leiden könnte. Scheint. sage ich, denn der einfache Hinweis aus Frankreich widerlegt ihn. Die französische Rente beträgt nur 3 pCt. Trotzdem ist das französische Volk notorisch das sparsamste, das es giebt. Nirgends ist die Zahl der kleine» Rentner größer als bei unseren westlichen Nachbarn. Und selbst wenn die Sparlust etwas abnehmen sollte— ist denn das Sparen der volks- wirthschaftlichen Weisheit letzter Schluß? Ausreichender Lohn, ausreichende Gehälter, ausreichende Fürsorge für Wittwen und Waisen, für Alle und Arbeitslose, das ist viel wichtiger." Die All-rärmsten, die nichts haben, müssen ihren Tribut in der Form von Zöllen und Verbrauchsabgaben denen, die von den Zinsen der Staatspapiere lebe», entrichten. Die künstliche Vertheuerung des Zinsfußes hat den Erfolg, daß den wenigen, die etwas haben, von den vixle», die nichts haben, ein Theil ihres Unterhalts oder Profites gezahlt wird.— — 17 000 M. Reingewinn will die„Deutsche Tages-Ztg." in den letzten 9 Monaten gemacht haben.— — Die Breslau er Stadtverordneten und das Hof Marschall- Amt. Anläßlich des Kaiferbesnchs in Breslau war vom Magistrat beschlossen worden, dem deutschen Kaiser im Fürstensaal deS Ralhhauses den Ehrentrunk zu kredenze». Die Vertreter der freisinnigen Blätter waren von diesem Festaklus ausgeschlossen und nur den Bericht- erstattern dreier konservativer Zeitungen der Zu- tritt gestattet. Darob großes Wehklagen bei den Frei- sinnigen; doch da sich an der Bestimmung nicht rütteln ließ, versuchten sie durch Hintertreppen das heraus- zuschnüffeln, was ihnen offiziell versagt war, um ihren Lesern dctaillirte Berichte zustellen zu können. Es war dies für die edle» Seelen recht hart, denn trotz des Fußtritts, der ihnen damit verfetzt wurde, wetteiferten sie mit den reaktionären Blättern Breslau's. täglich spaltenlange Artikel über die„Fest- tage" zu bringen. In der diesen Donnerstag stattgefundenen Stadt- verordneten- Sitzung sollte jene Angelegenheil«in Stach- spiel haben. Herr Handelskammer- Syndikus G o lhein holte den fchon längst in der Rumpelkammer verrosteten „Mannesstolz" hervor und fragte den Oberbürgermeister Bender an, warum die Vertreter der freisinnigen Presse keinen Zutritt zu der Festlichkeit im Rathhause gehabt hätten. Und der Herr Oberbürgermeister gab prompt zur Antwort, daß um solcher Kleinigkeiten halber so viel Gerede über- flüssig sei. Das Hos marschallamt habe bezüg- lich der Presse die Auswahl getroffen und der Magistrat hätte es nicht für angezeigt gehalten, dagegen vor st ellig zu iv erden, auch sei die Zeit zu kurz gewesen. Die Interpellation zeuge von einer unberechtigten Empfind- s a m k e i t. Mäuschenstill wurde eS in der Versammlung; aber es war nicht die Stille vor dem Stunn, der vb solcher oberbürger« meisterlichen Rede berechtigt gewesen rväre, sondern die Zustimmung mit dem Verhalten des M a g i- st r a t s. der sich in tiefste Unterthänigkeit vor dem Wunsch des Hosmarfchallaintes gebeugt hatte. Nur einer der Stadtväter, Rechtsanwalt Heilberg, halt« den Muth, zu verlangen, daß die Interpellation zur Diskussion gestellt werde, aber er fiel mit feinem Autrage glänzend ab. denn die nöthigen 30 Mitglieder zur Unterstützung desselben waren nicht aufzubringen. Das ist der Geist. der im BreslauerStadtverordneten- Parlament herrscht. Und diese Lqute, deren politische Rückgradlofigkeit, Servilität und Schweifivedelei sich hier einmal im glänzendsten Lichte gezeigt hat, die vor den Behörden auf dem Bauche rutschen, diese Leute haben bis dato das Szepter der Kommune in Händen gehabt, dank des famosen Steuersystems, das den Arbeitern unmöglich machte, ihre Vertreter ins Stadtparlament zu senden. Für uns, so schreibt unser Breslauer Bruderorgan, sind solche Vorgänge, wie sie sich am Donnerstag abspielten, das beste Agitationsmaterial und wir werden die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, dem steuerzahleuden Breslauer Publikum klar zu machen, wie eS mit der gegen- kratie den Rücken kehren und etwa national-sozial werden soll, das begreife» wir nicht. Gerade die erlittenen Verfolgungen zeigen doch den Arbeilern, wie nolhwendig für sie eine starke politische Vertretung ist. Der Herr Verfasser ist freilich der Meinung, daß die Verfolgungen, auch der gewerkschastlicke» Ver- einigungen der Arbeiter, eine Folge des Umstandes sei, daß diese Vereinigungen sich zu sehr mit der sozialdemokratischen Partei liirt haben. Und um des letzteren Umstandes willen werden in dem Buche die Verfolgungen, wenn auch nicht gerade gerecht- fertigt, so doch entschuldigt. Es ist dies der unsympathischste Theil des ganzen Buches. Sonst können wir dasselbe unseren Lesern, welche sich für die Entwickelung der Gewerkschaftsbewegung interessiren, nur empfehlen. Besonders für Bibliotheken in Arbeitervereinen sollte es angeschafft iverden. Es ist eine mit großem Fleiße zusamnien- gestellte Arbeit und besonders für unsere jüngeren Agitatoren und Redner empfiehlt es sich, in dem in dem Buche zusamnien ge- stellten aktenmäßigen Material, nachzulesen, aus welchen Kämpfe» und Strebnngen unsere jetzigen Gewerkschaften hervor- gegangen sind. Der Umstand, daß Herr Dr. Schmöle ein Gegner der Sozialdemokratie ist, hindert ihn übrigens nicht, die kulturelle Bedeutung der sozialdemokratischen wie der Arbeiter- bewegung überhaupt anzuerkennen. So konstatirt er auf E. V der Einleitung, daß die„geistige Regsamkeil der Menge sich unter dem Einflüsse der sozialdemokratischen Agitation hebt" und auf der nächstfolgenden� Seite findet sich folgender charakteristi- scher Satz: „Während die Konkurrenz die Unternehmer untereinander zu immer heftigerem Kampfe zwingt, während eine rapide Steige- rung der Bedürfnisse mit dazu beiträgt, den Boden unter immer zahl- reicheren Mitgliedern der oberen Gesellschaftskreise ins Wanken zu bringen, während sich oben bedenkliche Anzeichen einer Ueber- ieinerung der Kultur mehren, steigt in England aus den Trade- Unions, in Deutschland aus der durch die Sozialdemokratie be- arbeiteten Masse unaufhaltsam eine breite Schicht empor, wohl- geeignet, ollgemach zum wichtigsten Fundament der staatlichen Macht und zum Träger der fortschreitenden Kultur zu werden." Möge das Buch also recht viel Leser auch in unseren Reihen finden, es ist werth, gelesen zu werden. An der nothwendigen Kritik wird es dann auch nicht fehlen. wärtigen Bertretung der Stadt beschaffen ist. Was für Helden B " Schweiz. " Beit vorgenommenen Ausschluß des Genossen Ernst Kappel Im Gemeinderath Münchens beantragte unfer Genoffe Birt, daß fünftig die Gemeindewahlen an ein und demselben Tage, und zwar Sonntags vorgenommen werden.( In München wird nach Bezirken gewählt.) Polizeiliches, Gerichtliches 2c. -U " Bayerische Mittelstands.Politit. Das Donnerstag den Borstand der Kaffe. In der Sigung haben, wie die Freifinnigen sind, haben sie aller Welt nun felbft bewiesen; bayerische Ministerium des Innern hat Erhebungen über die die Sächs. Arb.- 3tg." mittheilt, die anwesenden Ber ihr be- rühmter Mannesstolz vergeht wie Butter an der Sonne Versteigerungs- und Filialgeschäfte angeordnet. Es hat den treter der Unternehmer erklärt, daß sie die Benicht nur vor Fürstenthronen sondern schon vor einem Bezirksregierungen mitgetheilt, welche Klagen über Auswüchse hauptungen des Glöß für grundlose politische AnWunsch des Hofmarschallamtes! und Mißstände bei diesen Geschäften laut geworden sind, und feindungen betrachten und keine Veranlassung haben, daraus WegenHerausforderung zum Zweikampfe diefe Behörden beauftragt, nach all diefen Richtungen ein- irgend welche Konsequenzen zu ziehen. Auch der von der gehende Ermittelungen anzustellen, über die Bahl, den Aufsichtsbehörde bestellte Bureauvorstand, der auf Pistolen in zwei Fällen und wegen Beleidigung verumfang der Versteigerungsgeschäfte, insbesondere in den die Pflicht hat, gegen etwaige ungesetzliche Handurtheilte die Straffammer zu Elbing den Rentier Wedding aus Rosenberg zu einem Monat Festungshaft und 50 M. Geld größeren Städten, die Art des Geschäftsbetriebes und die lungen zu protestiren und der Behörde sofort Anzeige davon zu ftrafe. Der Ritterguts befizer Freiherr v. Olden hierbei beobachteten, auf Täuschung des Publikums be- machen, hat erklärt, daß er in sämmtlichen von Glöß behaupteten rechneten Manipulationen 2c. zu berichten und über die Fällen feine Veranlassung hatte, gegen die Geschäftsführung des burg Januschau wurde in selber Sache und wegen gegen die hiernach bestehenden Mißstände zu ergreifenden Maß- Vorstandes Verwahrung einzulegen oder Anzeige bei der Behörde Kartelltragens in zwei Fällen und Beleidigung zu fünf Tagen nahmen sich gutachtlich zu äußern. Dabei ist ins Auge zu faffen, zu machen. Weiter sagt unser Dresdener Bruderorgan: Die Feftungshaft und 30 M. Geldstrafe und der Amisrichter ob etwa ein Verbot der Versteigerung neuer Waaren allgemein Behauptungen des Herrn Glöß würden überdies, wenn sie wahr Lutowi aus Rosenberg wegen Kartelltragens zu drei Tagen( abgesehen von Zwangsversteigerungen) veranlaßt erscheint, ob wären, nicht blos die Arbeitervertreter, sondern ebensogut bie Feftungshaft verurtheilt. Die Forderung war gegen den in der Geschäftsbetrieb der Auftionatoren unter Konzessionspflicht Unternehmervertreter und die von der Behörde bestellten Aufsichtszwischen verstorbenen Rechtsanwalt Wogan zu Rosenberg gerichtet, welcher den Fordernden angeblich beleidigt haben sollte. Bu ftellen wäre, oder ob burch strenge polizeiliche Vorschriften für beamten treffen, die an allen Vorstandssigungen theilnehmen. den Betrieb derartiger Geschäfte den Mißständen erfolgreich begegnet Nachdem Wogan die Annahme der Forderung abgelehnt hatte, werden könnte. Bezüglich der Filialgeschäfte haben sich die ErJn Kiel hat der Sozialdemokratische Verein den vor einiger wurde er für einen Feigling erklärt, für den nicht Pistolen, hebungen auf die Zahl und Art derselben, deren Umfaß und die wieder rückgängig gemacht. sondern die Reitpeitsche die richtige Waffe wäre. durch diese Filialen besonders den mittleren und kleineren Ge -Prozeß Stöder Medem. Der von dem ehemaligen schäftsleuten und Gewerbetreibenden erwachsenden Nachtheile zu. Hofprediger Stöcker in Berlin gegen den Rechtsanwalt Medem erstrecken. Auch hier ist sich, abgesehen von der höheren Be in Tilsit angestrengte Beleidigungsprozeß gelangte gestern vor steuerung derartiger Geschäfte, über die zur Abwendung der bedem Tilfiter Schöffengericht zur Verhandlung. Anfang Juni d. J. stehenden Schäden tauglichen Maßregeln, insbesondere über eine brachte die Tilsiter Allgem. 3tg." einen Bericht über einen gefeßliche Einschränkung derselben, gutachtlich zu äußern. Die Aus der Schweiz. Der diesjährige Parteitag der Vortrag, den Rechtsanwalt Wiedem in einer öffentlichen Ver- Berichterstattung nach beiden Richtungen hat nach Einvernahme sozialdemokratischen Partei der Schweiz ist auf Samstag und sammlung gehalten hatte, nachdem einige Tage vorher Herr der Handels- und Gewerbekammern sowie der betheiligten ge- Sonntag, den 14. und 15. November nach Winterthur einStöcker in Tilsit gesprochen hatte. In dieser Bersammlung gewerblichen Kreise binnen vier Monaten an erfolgen. berufen. Auf der Tagesordnung steht außer den geschäftlichen brauchte Rechtsanwalt Medem mit bezug auf Herrn Stöcker die -Der erste Städtetag ber mittleren Städte Puntten: die Maifeier, die Demokratisirung des Heerwesens und Worte: Jedenfalls ist und bleibt er ein dunkler Ehrenmann, Babens wird am 15. Oftober in Offenburg abgehalten. Die te vision des Parteiprogramm 3. ein Ritter von der traurigen Gestalt." Durch diese Aeußerung Die Mannheimer Boltsstimme" schreibt darüber: Die TagesIn Grenchen haben am Sonntag unsere Genoffen bei der fühlte sich Herr Stöcker beleidigt und erhob gegen Rechtsordnung je 5 anwalt Medem die Privattlage. Der Beklagte bat um feine ordnung geht weit über das Jntereffe der mittleren" Städte Proportionalwahl der Gemeinde- Rommissionen je 5 Vertreter anwalt Medem die Privatklage. Der Beklagte bat um feine Freisprechung, weil ihm der 198 des Strafgefehbuchs( Wahr hinaus. Es wird u. a. die Deutschrift des Finanzministers über gegen je 4 bürgerliche in die Schul- und Steuer- Kommissionen § nehmung berechtigter Intereffen) zur Seite stehe. Selbst in die Reform der direkten Steuern einer Erörterung unterzogen, und 4 gegen 8 in die Rechnungs- Kommission gebracht. die Einquartirungslasten, die Alters- und Hinterbliebenen Ju Außersihl 3ürich wurde an ftelle des zurückmit recht über denselben den Vorwurf der Unwahrheit, der Gemeinden, die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe werben mit 1908 Stimmen und ohne Gegenkandidat in die ZentralschulHerrn Stöcker nahestehenden Kreisen habe man in letzter Beit Fürsorge der Gemeindebeamten, die Haftpflichtversicherung der getretenen Arbeitervertreters Ganz der Genosse Schwarber Doppelzüngigkeit, der Gehässigkeit und des Mangels an Ehrgefühl gemacht, er fönne deshalb mit recht ein dunkler Ehren- besprochen. Zu den verschiedenen Punkten liegen Anträge mit pflege gewählt. mann, ein Ritter von der traurigen Gestalt genannt werden. eingehenden Begründungen vor. Jedenfalls darf der Städtetag, wenn er sein Pensum auch nur zum theil erledigt, auf Beachtung Tem Vortrage Stöcker's habe entgegengetreten werden müssen. Wegen groben Unfugs" wurde in Breslau ber Dann geht der Beklagte auf die Fälle Stöcker- Witte und Anspruch erheben. jeßige verantwortliche Redakteur ber Bolts wacht", Ge Stöcker- Bäcker ein, worauf der Vertreter des Klägers noffe Steiger, vom Schöffengericht zu 100 M. Geldstrafe ausführt, daß die Besprechung derartiger Einzelfälle un Zürich, 8. Oktober.( Eig. Bericht.) Die Außersihler oder 20 Tagen verurtheilt, weil in einem Artikel der Bolts erheblich fet. Wenn der Beklagte den Beweis der Wahr- Krawalle gelangten am legten Montag im Kantonsrath zur wacht", überschrieben„ Briefe vom Lande", gesagt war, die Sandeine Bertagung eintreten, weil er dann erst von seinem den Regierungsbericht betreffend die Krawalle berichtete. Sie greifen. Diese Meinungsäußerung wollte der Staatsanwalt Mandanten Stöcker Informationen einholen müsse. stellte sich mit ihren Anträgen auf den rein polizeilichen Stand: fogar mit 6 Wochen Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen geerheben, da derselbe für die Beurtheilung der vorliegenden Sache gierung und der Genehmigung der Posten von 14 000 Fr. für bie er in Veröffentlichungen über den Dresdener Hutarbeiterstreit Der Gerichtshof beschließt, den angebotenen Beweis nicht zu punkt, indem sie außer der Gutheißung des Borgehend der Re- ahnbet wiffen. Der frühere verantwortliche Redakteur der Boltswachi", Genosse Gerhardt, sollte wegen breier Breßbelikte, unerheblich sei. Rechtsanwalt Medem beantragte bierauf noch das militärische Truppenaufgebot noch beantragte oder wünschte mals seine Freisprechung. Dem Beschluß des Gerichtshofes müsse die Bermehrung der Polizei, deren Information über die Be- begangen hat, nach Anficht des Staatsanwalts je 60 M., zu er entnehmen, daß es gerichtsnotorisch sei, daß der Kläger in der wegungen und Stimmungen im Bolte und Berichterstattung fammen 180 M. auf dem Altar der Themis opfern. Dag feiner Ehre bedenklichen Schaden genommen. Nach längerer Belicher Waffen und die ftrengere Bestrafung von Körperverlegungen Derselbe Genoffe war in einer Boykottfache vom Schöffengericht gefammten öffentlichen Meinung als ein Mann gilt, der an hierüber an die Regierung, das Berbot des Tragens gefähr Schöffengericht jedoch fand in den drei Bergehen nur eine Handlung und fegte die Strafe auf 50 M. ober 5 Tage Haft feft. rathung verurtheilte das Schöffengericht den Beklagten zu 15 M. durch die Gerichte. Mit gewohnter Verve hielt unser Genosse& ang. Derfelbe Genoffe war in einer Boykottsache vom Schöffengericht Geldstrafe und sprach dem Kläger die Befugniß zu, das Urtheil ben Herren ihren niedrigen, rein polizeilichen Standpunkt vor freigesprochen worden. Der Staatsanwalt legte Berufung ein auf Kosten des Verurtheilten in der Tilsiter Allgem. 3tg." zu und daß sie jeden sozialen Gedanken bei der Behandlung dieser und beantragte vorm Landgericht 100 M. Geldstrafe oder 20 Tage veröffentlichen. Rechtsanwalt Medem hat gegen das Urtheil Be- Angelegenheit vermiffen laffen. Er bekämpfte dann in energischer Gefängniß mit der Begründung, daß die Tendenz des Blattes Das Landgericht war aber rufung eingelegt. Weise alle die polizeilichen Wünsche der Kommission, namentlich ins Auge gefaßt werden müffe. -Bum Thema der Bekämpfung der Sozial das Waffenverbot, während doch jeder schweizerische Wehrmann anderer Ansicht und erkannte ebenfalls auf Freisprechung. -Wegen Notizen über den Klempnerstreit bei der Firma demokratie in der Armee schreibt das Hamb. Echo": seine ganze militärische Ausrüstung in seiner Wohnung Werner in Düsseldorf ist gegen den Rebakteur der„ NiederVor einiger Zeit haben wir an dieser Stelle geschildert, wie ein bat, und die Zumuthung der ftrengeren Bestrafung an Hauptmann im 1. Hanseatischen Infanterie- Regiment N. 75, das die Gerichte. Er bestritt hierzu nicht nur jedermann rheinischen Voltstribüne" Genossen Wessel, ein Prozeß an= sum heil in Bremen garnisonirt, sich gemüßigt gefehen hat, das Recht, sondern hält auch größere Strenge für diese bängig, weil er sich der Verrufserklärung" und des groben burch Neden die Sozialdemokratie zu vernichten". Auch den Art Bergehen für wirtungslos, da sie meist im Affekt Unfugs" schuldig gemacht haben foll. Die Mittheilung darüber Landwehrleuten, die vom 17. bis 30. September zur Uebung begangen werden. Für richtiger hält er die Schaffung befferer ging Genossen Weffel gerade an dem Tage zu, wo der Streit eingezogen waren, hielt derfelbe Hauptmann eine Stanbrede, sozialer, namentlich auch befferer Wohnungsverhältnisse, die Er- mit dem Siege der Arbeiter endete. worin er sie warnte, in Beziehungen zur Sozialdemokratie zu richtung von Boltshäusern zc. Mehrere weitere Redner, darunter treten. Die Sozialdemokratie," so ungefähr führte er aus, sieht auch bürgerliche, ftellten sich ebenfalls auf Lang's Standpunkt, alles in den Staub, was uns heilig ist. Sozialdemokraten und ferner wiefen er und Bürkli die Versuche entschieden haben sich sogar nicht entblödet, por turzem zurück, die sozialdemokratische Partei in Verbindung mit den hinüberzugehen zu unseren Erbfeinden, den Außersihler Vorgängen zu bringen! Schließlich wurden die Franzosen, und zu erklären: Wir haben Roften von 14 000 Fr. genehmigt, wozu noch etwa ebenso viel fein Waterland! Ich nehme nun an, daß für Schadenersatz kommt. sich unter Euch ein solcher Schuft bes Da die stadtzürcherische Polizei bereits von 200 findet; follte aber dennoch einer unter auf 360 Mann vermehrt wurde, für die Vermehrung der Staats: Euch fein, so werde ich mich mit Abscheu polizei von 130 auf 160 Mann bereits ein Gesezentwurf vorliegt von dem Kerl wenden, und jeder ehrliche und ferner von reaktionären Politikern noch andere Pläne verSoldat unter Guch wird dasselbe thun." Ginige folgt werden, so fann man sagen, daß auch hier wieder die Tage später rief der Hauptmann einen Landwehrmann vor die Gewaltthätigkeiten und Krawalle wie immer nur reaktionäre, Front und erklärte ihm, daß er uns" als fozialdemokratischer freiheits- und volksfeindliche Folgen haben. Agitator geschildert sei; ob das stimme. Bescheiden ant wortete der Befragte, er betheilige sich an der Arbeiter bewegung, worauf in ironischem Tone die Bemerkung folgte: " Nun, dann betheiligen Sie sich an der Ar beiterbewegung; aber so lange Sie hier find, haben Sie fich an etwas anderem zu betheiligen, fonft sollen Sie mich fennen Ternen!" Offiziere, Unteroffiziere und besonders der Korporalschaftsführer des betreffenden wurden nun instruirt und ihm am Sonntag die Urlaubsfarte gegeben, nachdem er genau nach gewiesen, wo er die freien Stunden zubringen wolle. Von dem Abscheu", womit sich jeder ehrliche Soldat" von dem Rosebery entgegnet darauf, er habe den Beschluß zurückSozialdemokraten abwenden sollte, hat glücklicherweise der zutreten, nach reiflicher Ueberlegung gefaßt und mit der vollLandwehrmann nichts bemerkt. Die übrigen Vorgesetzten be tommenen Ueberzeugung der Nothwendigkeit dieses Schrittes. handelten ihn wie jeden anderen, die Soldaten aber intereffirten Die meisten Blätter besprechen die Haltung Lord Rosebery's fich nun sehr für den Gekennzeichneten" und suchten deffen Um- betreffs der Orientfrage in zustimmender Weise. Die„ Times" gang. Schaben hat der Landwehrmann also infolge der Rede sagen, das Land müsse Rosebery für seinen Protest gegen ein isofeines Hauptmanns nicht erlitten, und auch die Sozialdemokratie lirtes Vorgehen Englands dankbar sein. Rosebery's Rede ift noch am Leben. Interessant wäre es aber doch, zu erfahren, fräftige die Regierung. wer über die Parteizugehörigkeit des Hamburger Landwehrmanns nach Bremen berichtet hat. " Der Achkuhr- Ladenschluk und der Parteitag zu Gotha. Genoffe Arthur Stadthagen hat nicht umhin können, seinen merkwürdigen Standpunkt in der Frage des Achtuhr- Ladenschlusses noch in legter Stunde vor dem Parteitage den Lesern Des Vorwärts" wieder darzulegen. Da wir der Meinung sind, daß Genosse Stadthagen mit seinen Ansichten über den AchtuhrLadenschluß fast vereinzelt dasteht, da wir ferner wissen, daß der beste Fachmann in dieser Frage, Genosse Molkenbuhr, der sich um das Zustandekommen der Vorschläge der Reichskommission verbient gemacht hat, seiner uns gemachten Zusage gemäß, unsere Resolution befürworten wird, müssen wir es ablehnen, da wir, um mit dem Genossen Stadthagen zu reden, den Raum London, 10. Oktober. Bei dem Meeting der Liberalen des Vorwärts" für zu werthvoll halten, auf die die Bedeutung in Edinburg hielt Lord Rosebery eine längere politische des Achtuhr- Ladenschlusses vollständig verkennenden Ausführungen Rede, in welcher er seine bereits früher in der armenischen Frage des Genossen Stadthagen näher einzugehen. Die Redaktion publizirten leußerungen wiederholte und nochmals betonte, daß er sich gegen ein isolirtes Vorgehen Englands mit aller Macht sträuben würde. Schließlich gelangte eine Resolution zur Annahme, in welcher Rosebery gebeten wird, seinen Rücktritt zurückzunehmen. England. Bulgarien. Sofia, 10. Oktober. Wie die ,, Swoboda" meldet, werden Ans Oldenburg. Als Kandidaten für die am 15. Oktober die Gerichtsverhandlungen wegen der Ermordung stattfindende Landtagswahl sind von den sozialdemokratischen Stambulow's am 13./25. d. M. beginnen. Vorgeladen feien Wahlmännern der Gemeinden Bant und Heppens aufgestellt 730 Beugen, meist aus dem Innern des Landes. Die Behörde worden: Buchdruckereibefizer Paul Hug, Schuhmachermeister habe angeordnet, die Zeugen erforderlichen Falles unter BeBernhard Bümmerstede, Landmann Georg Lübbers deckung zum Erscheinen zu veranlassen. au Tange bei Barel und Johann Schmidt, Arbeiter zu deckung zum Erscheinen zu veranlaffen.Delmenhorst. Partei- Nachrichten. " Die Redaktion bes Handels- Angestellten". des Handels- Hilfsarbeiter". Gewerkschaftliches. An die deutschen Gewerkschaften! Aus der Tagespresse ist schon befannt, daß am 18. September in Hamburg 500 Steinseher und Stammer in den Generalstreit eingetreten sind, nachdem die dortige Organisation dieser Arbeiterschaft schon 15 Wochen lang vorher einen er bitterten Bertheidigungskampf gegen das organisirte Unternehmerthum zu führen hatte. Die Veranlassung zu dem Angriff bot dem Unternehmerthum eine. eine Forderung der Arbeiter schaft betreffend einen geringeren Lohnzuschlag für Arbeiten außerhalb der Stadt und Fahrgelderstattung. Zu statten fam dem Unternehmerthum dabei, daß die bis dahin sehr günstige Konjunktur ganz plöglich umschlug, wozu wohl auch die städtischen Behörden ihr Theil mit zu beigetragen haben. Dem Unternehmerthum war damit die Möglichkeit gegeben, alle Arbeiter, welche sich weigerten, genannte Arbeiten unter den alten Bedingungen auszuführen, zu maßregeln, auf die Straße zu werfen. Und da fast alle Arbeiter an den aufgestellten Forderungen fefthielten, so machte das Unternehmerthum von der Möglichkeit in Meerane i. S. Lezten Montag war unsere gute Stadt brutalfter Weise Gebrauch; die Zahl der Gemaßregelten stieg wieder in großer Aufregung und zwar war der Urheber derfelben wieder unser mittlerweile so be- rühmt gewordenes Stadt dortiges Partei- Organ, bie Bolksstimme":" Die erste Schlacht ganiſation nicht gänzlich aufgerieben sehen, so blieb ihnen kein Zur Gemeinderathe- Wahl in Mannheim schreibt unser nach und nach auf 99! Wollten nun die Arbeiter ihre Or oberhaupt. Dieses Mal ging derfelbe aber nicht gegen die +++ Sozialdemokraten vor, die feinem stadtväterlichen Herzen soift geschlagen und sie hat, wie vorauszusehen war, mit einem anderer Weg, als entweder den Kampf bedingungslos aufzugeben wehr, also eine echt reichstreue Organisation. Die erfte und gaben von 9766 Wahlberechtigten 6051 Wähler, alfo 62 pt., Ausgesperrten auf die schwarze Liste gesegt), oder aber dem viel Merger bereitet, sondern gegen die freiwillige Feuer- glänzenden Siege der Sozialdemokratie geendet. Insgesammt und die einmal Gemaßregelten ihrem Schicksal zu überlassen( die Unternehmer hatten nach bewährtem Muster" die sämmtlichen zweite Kompagnie befagter Feuerwehr wollte Montag Abend ein ihre Stimme ab. Davon erhielt die Sozialdemokratie 3728, Unternehmerthum überhaupt jede Möglichkeit zu weiteren Maßder sogenannte Tanzkränzchen abhalten, und zwar in einem Bokal, das auf Be eine" 1921 und die Freifinnigen 402 Stimmen. Die Sozial- regelungen zu benehmen. Die Arbeiter entſchieben fich für bas treiben unseres Bürgermeisters mit dem Militärbontott belegt bemokratie hat demnach mit einer absoluten Mehrheit von 1405 lettere, da auch Vermittlungsversuche von dritter Seite abgelehnt war. Raum hatte bas Kränzchen begonnen, als die Polizei er Stimmen über die beiden Gegner gefiegt. Sie hat 3728, die wurden. Bei der Proklamirung des Generalstreits ließen sich bie Arbeiter auch von der Erwägung leiten, daß erstens in den schien und der in vollem Uniformglanz versammelten Feuerwehr beiden Gegner zusammen 2328 Stimmen erhalten. Es war ein Arbeiter auch von der Erwägung leiten, daß erstens in den die Abhaltung des Festes verbot. Darüber entstand große Auf- fchwerer, aber schöner Gieg, ber den Nationalliberalen wohl Serbst stets die beste Stonjunktur für das Steinfegergewerbe auf immer die Luft benehmen wird, die britte zu fallen pflegt( wenigstens in den Großstädten) und zu arrangiren, aber auch diese wurde untersagt. Als dann einige Wählerllaffe der Sozialdemokratie ftreitig zu machen. Er auf die Fertigstellung der im Bau begriffenen und projektirten zweitens, daß die Behörden im Interesse des Verkehrs Feuerwehrmänner fomische Vorträge halten wollten, ließ der hat gezeigt, Stadtwachtmeister die Lichter im Saale löschen und unter welchem Namen fie auch immer aufzutreten versuchen. Das Straßen vor Anbruch des Winters dringen müffen. Also die daß die Nationalliberalen abgehauft haben, gebot die Räumung desselben. Die Versammelten mußten in ein anderes Lokal sich begeben, um ruhig ein Glas Bier trinken zu können. " größere Stück Arbeit steht uns aber noch bevor; jest gilt es, in der zweiten Klasse zu vollenden, was die dritte begonnen hat. Runner müsse se" auch in der zweiten und ersten Klasse, und bie Sozialdemokratie wird dazu auch in diesen beiden Wahl gängen ihren letzten Mann an die Urne senden. " ju Aussichten für den Streit sind günstig, und wenn es gelingt, die Streifenden noch einige Wochen lang über Wasser balten, so ist der Sieg ficher. Bezüglich der UnterMan darf gespannt sein, ob die Feuerwehrmänner sich diese ftübung sind wir aber gezwungen, uns noch einmal an das Behandlung gefallen lassen werden. Am meisten geschädigt ist Solidaritätsgefühl der deutschen Arbeiterschaft zu wenden. Es find jezt noch ca. 400 Mann zu unterstützen. Da die Gesammitder Wirth, der große Vorbereitungen für das Feft getroffen hatte und seine Eß- und Trinkvorrätbe auf dem Halse behielt. Die Verdächtigungen, die der Antisemit Glöß in organisation der Steinfeger und Berufsgenossen nur ca. 2000 Mann Es sind ganz russische Zustände, die bei uns herrschen, man Dresden gegen die Verwaltungsthätigteit der start ist, so ist es unmöglich, allein die nöthige Unterstützung arbeitet uns aber damit ganz vortrefflich in die Hände, denn sozialdemokratischen Arbeiter in der dortigen aufzubringen. Wir wenden uns deshalb an die Gewerkschaften man stößt den ruhigsten und loyalsten Bürgern vor den Kopf. Drts Strantentasse erhoben hat, beschäftigten am mit der Bitte, uns in unserem Kampfe dadurch zu unterstützen, daß sie einige Sammellisten übernehmen, welche vom Unter- zeichnete» auf Verlangen zugeschickt werden. Bemerken wollen wir noch, daß die sämmtlichen Streikenden «rganisirt sind, sowie daß die Filiale Hamburg über- Haupt das Rückgrat unseres Verbandes ist. Geht die dortige Filiale in dem Kampfe zu gründe, so erleidet unsere ganze Organisation eine schwere Erschütterung. Weiter wollen wir noch bemerken, daß wir schon das ganze Jahr hindurch eine Reihe sehr hartnäckiger Lohnkämpse zu führe» hatten, welche die Opferwilligkeit unserer Mitglieder stark in Anspruch genommen haben. Der Zentralvorstand. I. A.: A. Knoll, Berlin NW., Waldenserstr. 18. Anfrnf an die Schuhmacher der Provinz Brandenburg und VorponniiernS! Laut Beschluß der Schuhmacher-Konferenz zu Berlin und der Generalversammlung zu Kassel hat sich in Berlin eine A g i t a t i o n s k o m m i s s i o n für Brandenburg n»d Vorpommern gebildet. Aufgabe derselben ist. die Kollegen . durch Veranstaltung von Versammlungen und Verbreitung von Flugblättern über ihre Lage aufzuklären. Die Kollegen in den einzelnen Orten, welche in ihrer Thätigkeit durch Redner, Agitationsmatcrial u. f. w. unterstützt sein wollen, werden ersucht, sich mindestens vierzehn Tage vorher an den Unterzeichneten zu wende». Mit kollegialem Gruß Johannes Stauer, Berlin NO.. Höchstestr. 3, H. 3 Tr. Alle arbeitersreundlichen Blätter Brandenburgs und Vor- pommerns werden um Abdruck gebeten. Achtung, Arbeiter Berlins! Die Vertreter des Magistrats haben vor dem Einigungsamt in Sachen der ausgesperrten st ä d t i s ch e n G a s a r h e i t e r das Versprechen gegeben, die Aus« gesperrten wieder cinznstellen; bis jetzt ist aber noch niemand ein- gestellt worden und nach den Aeußerungen von Beamten der Gaswerke solle» auch in der nächsten Woche Einstellungen noch nicht erfolgen. Daher bitten wir die Sammlungen für die Aus- gesperrten fortsetzen zu wollen und die gesammelten Gelder so- sort an das Gewerkschaftsburcau(Adressen R. Millarg, Annen- straße 16) abzuführen. Das Streikkomitee. Achtung, Gürtler, Driitker und BernfSgenofsen! Säminttiche Arbeiter der Firma Siegsried Warschauer Nachfolger in Berlin. Ritterstraße 41, Hos park., haben wegen Nichtbewilligung ihrer Forderung die Arbeit nieder- gelegt. Der Ausstand sämrntlicher Arbeiter der Firma Paul Staber nack, Liudenstraße 70, dauert unverändert fort. Die Firma Schramm er, Rixdorf, hat ihre Bewilligung zurück- gezogen. Zuzug ist fernzuhalten. Der Vorstand des Verbandes aller in der Metall-Jndustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Achtung, Glaser Berlins und Umgegend l In die Liste der Unternehmer, die die 0 stündige Arbeiiszeit und 24 M. Miuiiuallohn(für Bleiglaser 27 M.) bewilligt habe», sind noch folgende Firmen einzutragen: Bernhard u. Zielke, Schöne- bergerstraße; H. W. Röhlich, Ritterstraße! Fahnkow, Skalitzer- straße; Westphal, Schützenstraße; Fischer, Manßenstraße; Hennig, -Waldstraße; Schultz, Stromstraße; Hennig, Mohrenstraße; Höhne, Usedomstraße; Sievert, Forsterstraße; Heinersdorf u. Ko., Friedrichstraße; Giebel, Adlershof; Czerwonka u. Baranek, Pallisadenstraße; Zerwick, Pankow; Olto, Wasserthorstraße. Bei Wahl u. Sohn solle» nach einer Mitlheilnng an den Jrinungs- Arbeitsnachweis die Forderungen ebenfalls bewilligt sei». Theilweise haben bewilligt: G.Alt(Lohn), Ganter(Lohn), Spin» u. Co.(9 Stunden), Jglisch(9 Stunden), Bröge(9 Stunden). Von den Kollegen der Werkstätten Nauschütz, Diede, Jachmann, Maugk(Schöneberg), Schelsky ist uns noch kein Bescheid zugegangen. Von der Firma Franz Becker, Stein- metzstraße 57, ist Zuzug streng fernzuhalten. Kollegen, kommt Euren Verpflichtungen gegenüber dem Streikfonds nach! Zum Schluß machen wir noch aus die Versammlung aufmerksam, die morgen, Montag, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Komman- dantenstraße 20, abgehalten wird und ersuchen um regen Besuch. Die Streikkommission der Glaser Berlins und Umgegend. Achtung, Putzer Berlins! Nach dem Beschluß der letzten Generalversammlung werden seit 5. Oktober neue Arbeits- berechtigungskarten herausgegeben, die von sämmtlichen Putzern, welche nicht unter dem Tarif arbeiten, in Empfang ge- nommen werden könne». Ausgeschlossen sind die Kollegen, welche bei Putzmeistern in Arbeit bleiben. Der Beitrag zum Streik- Unterstützungsfonds beträgt wöchentlich 25 Pf. Die Kollegen werden ersucht, ihre alte» Arbe>tsberechtigungskarten mit dem Schlußstempel der Kommission versehe» zu lassen und die Kontrolle auf den Bauten in betreff der Arbeitskarten und der geleisteten Beiträge selbst in die Hand zu nehmen. Die Lohn- ko m Mission der Putzer Berlins und Umgegend. Lokalorgauisirte Arbeiter! Die Abhaltung eines Kon- gresses lokalorganisirter Arbeiter wird voraus- sichtlich am 25. Dezeinber 1896 in Barmen stattfinden mit folgender Tagesordnung: 1. Nutzen und Zweck der Arbeiter- Organisationen. 2. Lokalorganisation und Nutzen derselben. 3. Branchen-, Industrie- oder allgemeiner Arbeiterverein. 4. Unter welcher Form treten lokalorganisirte Arbeiter in Ver- bindung? 5. Das Recht auf Existenz. 6. Verkürzung der Arbeitszeit. 7. Wann sind Streiks zu führen und von Nutzen? 8. Zeitschrist für lokalorganisirte Arbeiter. 9. Allgemeine Anträge. 10. Verschiedenes.— Ich ersuche nun, die Tagesordnung rege zu diskutiren, um so aus dem Kongreß eine schnellere Klärung der Sachlage herbeizuführen. Es steht jedem frei, geeignete und begründete Borschläge über Zeit und Ort zwecks Abhaltung des Kongresses zu machen. Sämmtliche Auslagen und Anträge sind zu richten an Hermann Poludnik, Drechsler, Barmen, Westkotterstraße 12. Die Buchbinder Hamburg- Altona'» haben ihre Forde- rungen bis jetzt in mehr als 50 Geschäften durchgesetzt. 470 Ar- beiter und Arbeiterinnen sind zu den neuen Bedingungen be- schäftigt. Die Innung hat der Lohnkommission der Gehilfenschast mitgetheilt, daß sie ihren Mitgliedern die Einführung der g'/estündigen Arbeitszeit und die Bezahlung der gesetzlichen Feier- tage sowie eine Aufbesserung des Lohnes empfehle, es ihnen jedoch überlasse, sich mit ihren Arbeitern über diese sowie über die übrigen Forderungen zu einigen. Die Lohnkommission veröffentlichte darauf eine Erklärung, worin es heißt: Die Zugeständnifle der Jnnungsmeister sind so winziger Art, daß es unS absolut unmöglich ist, darauf ein- zugehen. Die Verkürzung der Arbeitszeit(auf neun Stunden) ist unsere erste und wichtigste Forderung, an welcher wir un- bedingt festhalten müssen. Sie bildet die Grundlage aller übrigen Forderungen. Ebenso müssen wir an dem gewiß sehr niedrigen Minimallohn von 21 M. festhalten, denn unter diesem Lohnsatz kann kein Arbeiter in der Stadt Hamburg sein Dasein aus eine anständige Art und Weise sristen. Der Minimallohn für Arbeiterinnen von 9 M. muß schon im Interesse der Sittlichkeit hochgehalten werden, denn eine Arbeiterin, welche unier diesem gewiß geringen Lohnsatze zu arbeiten gezwungen ist, wird der Prostituiion in die Arme getrieben. Wenn die Herren Jnnungsmeister glauben, uns mit nichtssagenden Zugeständnissen abspeisen zu können, so irren sie sich. Wir werden den Kampf auf der ganzen Linie ansnehmen und werden nicht eher ruhen, bis unsere Forderungen bewilligt sind. Wenn wir die Presse, welche das Hamburger Publikum bei gewissen vorkommenden Bnchbinderarbeiten bezahlen muß, in betracht ziehen, so sind die Löhne unter 21 M. als außerordent- F ljch gering zu betrachten. Die Einwohnerschaft von Hamburg- Altona, die Export- und Handelshäuser Hamburgs haben gewiß ein Interesse daran, daß die in Buchbindereien und verwandten Berufen thätigen Arbeiter und Arbeiterinnen ihren Leistungen entsprechend entlohnt werden. Bei einer Anzahl Firmen ist das Personal bereits aus- ständig, bei den übrigen wird noch unterhandelt. Die Ham- burger Buchdrucker-Jnnung soll, im Gegensatz zur Buchbinder- Innung, die Forderungen akzeptirt haben, eine bestimmt zu- sagende Antwort ist bei der Lohnkommisfion aber noch nicht ein- gegangen; unter den Firmen, die beivilligt haben, befinden sich indessen bereits eine größere Anzahl Buchdruckereien. Zuzug nach Hamburg ist selbstverständlich aufs st r e n g st e zu meiden. B r i e f e, den Streik betreffend, sind zu richten an C. Grimm, Karlsburg. Curienstr. 11, Hamburg; Gelder an H. Schmidt, ebendaselbst. Die Eisenbahnarbeiter Magdeburgs beschloffen in einer Versammlung die nochmalige Absendung einer Petition um Gehaltserhöhung und die Aufnahnie einer Statistik. Schließlich wurde ein Verein gegründet, dem sofort 173 Personen beitraten. Aus Altona berichtet daS.Hamburger Echo": Verrath und Niedertracht scheint die Eisenbahn-Verwaltung überall unter ihren Angestellten zu wittern. Am 14. August war in den hiesigen Blättern eine Notiz des Inhalts lesen: „400 C.,.nbahner beschlossen gestern Abend im W:ndt'schen Lokal die Gründung eines U n t e r st ü tz un gs v e r ei ns". Wie uns jetzt aus Altona mitgetheilt wird, hat sich die königl. Eisenbahndireklion gemüßigt gefühlt, diesen humanen Zwecken dienenden Unterstütznngsverein zu verbieten. Die Vor- standsmitglieder sind angewiesen worden, ihre Posten sofort niederzulegen und den Verein aufzulösen. Daß mit diesem Ukas den Eisenbahnern»in gesetzlich gewähr- leistetes Recht geraubt wird, das kümmert die Eisenbahn- Direktion nicht. Sie stößt die Eisenbahner mit der Nase daraus, daß sie von der Eisenbahnverwaltung nichts zu erwarten haben, und fördert so die sozialdemokratische Bewegung unter den Eisenbahnern. Unausgesetzt haben diese ihre Klagen an die Oeffentlichkeit gebracht, es ist der Eisenbahnverwaltung aber nicht eingefallen. Abhilfe zu schaffen, wohl aber hindert sie die Arbeiter noch, sich selbst zu Helsen, soweit das durch Bildung eines Unterstützungsvereins möglich ist, indem sie denselben verbietet. In Eiscnberg, Sachsen-Altenbnrg, hat der Streik in der Obst'scheu Eluisfabrik mit dem Siege der Arbeiter ge- endet. Sie bekamen ihre Forderungen bewilligt. Der Tischlcrstreik in Brüssel dauert nun schon zehn Wochen. Schon vor mehreren Monaten haben die Tischler den Meistern ihre Vorschläge unterbreitet. Die große Masse der Unternehmer zeigte sich den Forderungen nicht geneigt, sondern organisirte sich zum Widerstande gegen die Arbeiter. Das hatte Mitte Juli den Ausbruch des Streiks zur Folge. Noch niemals gab es in Belgien— so schreibt man uns von dort— eine so allgemeine und so schön verlaufene Bewegung. Auf der einen Seite die ausgezeichnete Haltung der Tischler, auf der anderen Seite die bewunderungswürdige Solidarität der übrigen Arbeiter. Jmmermehr sehen wir den einfachen Lohnstreit zu einem Klassenkampfe sich entwickeln. Die Unternehmer verschärften die Situation, indem sie auf den Streik einzelner Gruppen mit der Aussperrung fämmtlicher Tischlerei- Arbeiter antworteten. Aber die beabsichtigte Wirkung schlug fehl, weil die Tischler Mann für Mann zu einander standen. Die ganze kapitalistische Presse versuchte den Streik zum Scheitern zu bringen. Was sie am meisten erschreckte, war der von Tag zu Tag steigende Einfluß der Gewerkschast, deren Milgliederzahl von 2—300 auf 1200 hinaufschnellte. Das war den Gegnern desto unangenehmer, weil die Mehrzahl der Unternehmer die Organisation nicht anerkennen wollte. Aber gerade dies hat die Arbeiter veranlaßt, die verfolgte Gewerkschaft zu stützen. Um ihre Friedensliebe zu zeigen, hoben die Arbeiter ihre Forderungen vermindert. Zuerst verlangten sie einen Stundenlohn von 50 Centimes(40 Pf), jetzt beanspruchen sie nur einen Mindestlohn von 45 Centimes(36 Pf.), Abschaffung der Bezahlung des Lichtes und Abschaffung der Bezahlung der Unfallversicherung durch die Arbeiter, zehnstündige Arbeitszeit, 10 Centimes Ausschlag für die Ueberstunde, nach 10 Uhr abends soll die Arbeitsstunde für anderthalb Stunden gerechnet werden. Der Verband der Unternehmer hat auch diese ermäßigten Forde- rungen zurückgewiesen, aber da er nicht alle Unternehmer um- faßt, hat der Gouverneur der Provinz alle Unter- »ehmer zu einer Versammlung zusammenberufen. Wie aber auch der Ausgang des Streits sein mag, zwei wichtige Punkte sind für die Zukunft festgelegt: die Bedeutung der Gewerkschaft und die vollständige Mißachtung der christlichen Demokratie seitens der Arbeiterschaft, welche Sorte von Demokratie wieder einmal bewiesen hat, daß sie das Vertrauen der Arbeiterklasse nicht verdient. Zum Streik der Werftarbeiter Flensburgs wird mit- getheilt, daß durch Agenten in den größeren Städten Deutschlands Ersatz für die Streikenden angeworben werden soll, und zwar handelt es sich um Arbeiter aller beim Werft- betriebe in betracht kommenden Branchen. Die Arbeiter Deutsch- lands werden deshalb ersucht, bei Arbeitsangeboten nach Flens- bürg die allergrößte Vorsicht zu beobachten. Da es in Flensburg genug Arbeitslose giebt, ist es überhaupt angezeigt, wenn alle Arbeiter, die auf Werften beschäftigt werden können, den Zuzug nach Flensburg auss strengste meiden. Soziales. Kraukenkassenwesen. Der freien Kranken- und Begräbnißkasse der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins(E. H. 27) wurde vom preußischen Handelsministerium von neuem die Be- scheinigung ausgestellt, daß sie vorbehaltlich der Höhe des Krankengeldes den Anforderungen des tz 75 des Krankenversiche- rungs-Gesetzes genügt. Gerichts-Jeikung. Die„schwarze Liste" de? Arbeitgeber-Verbandes ist von dem Schleifer Gustav Beuthmann zum Gegenstande einer Privatklage gegen den Kaufmann O. Engel gemacht worden. Letzterer ist Mitinhaber der Firma R. Frister, Fabrik für Be- leuchtungsgegenstände, bei welcher der Privatkläger biS zum 2. Mai arbeitete. Wegen der Feier des 1. Mai kam es zu Zwistigkeiten in der Fabrik, die schließlich zu einem Boykott der- elben führten. Der Angeklagte hatte schon am 2. Mai um eine Entlastung ersucht und diese auch erhalten. Er arbeitete dann längere Zeit bei der Firma George und feit dem 5. Juli bei Mix u. Genest. Nun haben bekanntlich die größeren Fabrikanten hier einen Aushungernngsverband geschlossen und sich verpflichtet, keinen Arbeiter bei sich zu beschästigen, der von irgend einer dem Verbände angehörigen Firma wegen Betheilignng an einem Streik angezeigt wird. Die Namen der betr. Arbeiter werden den Mitgliedern des Verbandes zugestellt. Da auf einer dieser Liften unter den Namen der bei R. Frister Streikenden auch der Name Beuthmann verzeichnet war. so entließ ihn die Firma Mix u. Genest. Auf grund dieser Thatsache hat er gegen Engel wegen Beleidigung geklagt und dargethan, daß er nicht ge- streikt, sondern seine Arbeil nur ausgegeben habe, weil er die Empfindung gehabt habe, daß ihn der Meister bei der nächsten Gelegenheit doch entlassen werde. Er behauptet ferner, daß Herr Engel ihn wider besseres Wissen auf die Liste der Streikenden gesetzt und hierdurch beleidigt und ihn materiell geschädigt habe. Da der Kläger zu einer Zurücknahme der Klage selbstverständlich nicht zu bewegen war, so mußte das Gericht Beweisaufnahme beschließen.— Die Arbeiterschaft darf gespannt sein, wie diese Angelegenheit auslaufen wird, nachdem Arbeiter, welche nichts gethan haben, als um Fernhaltung des ZuzugS von gesperrten Fabriken zu ersuchen, von der Staatsanwallschaft gar oft mit staunenswerthem Gifer und Erfolg verfolgt worden sind. Durch Urtheil des Kriegsgerichts ist der Feldwebel Finkelmayer vom Eisenbahn- Regiment Nr. 1 wegen Unter- schlagung von Löhnungs- und Spargeldern der Kompagnie de- gradirt und mit vier Monaten Festung bestraft worden. Kurz vor seiner Verurtheilung ist er jedoch erkrankt, sodaß er die Strafe zur Zeit nicht antreten kann. F. hat bereits gegen 13 Jahre gedient. Priigelpädagogik. Vom Landgerichte Breslau ist am 9. Juni, nachdem ein früheres Urtheil vom Reichsgerichte auf- geHoden worden war, der Lehrer Konrad Märtins wegen Körperverletzung im Amte zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt worden. Er hatte eines Tages im Jahre 1394 in der 6. Klasse der evangelischen Volksschule den Knaben Alfred B., ein äußerst zartes und sehr schwächliches Kind, mehrmals mit einem Rohr- stocke geschlagen und bald darauf, als der Knabe aufgestanden war. um sich nach einer Katze umzusehen, ihm noch- mals 5 bis 6 Schläge verabfolgt,„um seinen Trotz zu beugen". Einer von diesen Schlägen traf den Kops des"Knaben. Nach dem ärztlichen Gutachten hat der Knabe mindestens 16 Schläge erhalten, durch welche seine körperliche Integrität beeinträgt worden ist.— In seiner Revision be- hauplete der Angeklagte, es liege nur fahrlässige Körperverletzung vor, da er nicht die Absicht gehabt habe, die wirklich ein- getretenen Verletzungen herbeizuführen. Das Landgericht sei sich des Unterschiedes zwischen Vorsätzlichkeit und Fahrlässigkeit nicht bewußt geworden.— Das Reichsgericht konnte dieser Ansicht nicht beipflichten und erkannte auf Verwerfung der Revision. da das Landgericht sich durchweg im Rahmen der vom Reichs- gerichte ausgestellten Grundsätze bewegt habe. Ein„Hexeubanner" vor Gericht. Ein kulturhistorisch interessanter Prozeß wurde dieser Tage vor dem Tübinger Schwurgericht verhandelt, bei dem als Angeklagter ein„Hexen- banner" und als Zeugen eine große Anzahl von hexen- gläubigen Landleuten vernommen wurden. Die„Allg. Ztg." berichiet über die Verhandlung: Die Anklage selbst drehte sich um einen Meineid, den der Hexenbanner vor dem Schöffengericht i>. Urach geschworen hat; er hatte in dem Dorf Würtingen auf der Uracher Alb einen Konvemikel, den er öfter besuchte und von dem Unfrieden in der Gemeinde gestiftet wurde, weil man da ausmachte, wer im Dorfe eine Hexe oder ein Hexenmeister sei. Als es wegen solcher Bezichte zu Beleidigungsklage» kam. leugnete der als Zeuge vernommene Hexenbanner seine häufigen Besuche und den von ihm getriebenen Hokuspokus, und deshalb des Meineides überführt, wurde er dieser Tage vom Tübinger Schwur- geeicht zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Damit ist ihm für einige Zeit sein Handwerk gelegt, das er. unterstützt von dem»och immer beim Landvolk weilverbreiteten Hexenglauben, jahrzehnte- lang schwunghaft betrieben hat. Georg Speidel, so heißt der texenhanner, ist 61 Jahre alt, gelernter Schuhmacher, hernach orbmacher und Kräutersammler und gebürtig aus Belsen. Oberamt Rottenburg, jenem interessanten Steinlachdörschen, in dessen uralte Kirche römische Opsersteine mit Stier- und Widderköpfen eingemauert sind. Die ganze Gegend ist voll von alten Sagen und mythologischen Ueberlieferungen, ein fruchtbarer Boden für abergläubisches Treiben. Doch Georg Speidel hat seine„Wissenschaft" nicht von alten Bauernweibern, sondern er rühmt sich,„bei einem Professor in Tübingen studirt zu haben." Und daS scheint keine leere Flunkerei zu sein; denn der Lehrer, aus den Speidel sich beruft, der alte Bibliothekar Tafel, eines der einstigen Tübinger Originale, unter dem Namen Tafel-Tafel der älteren Generation noch wohl bekannt, hat in der That seltsame Dinge auf dem Tübinger alten Schlosse getrieben, und es ist wohl möglich, daß er sich auch mit dem Kräutersammler von Belsen abgegeben hat. Tafel war Sweden- borgiauer und Okkultist, und es wurde u. a. aus den Akten be- kannt.�der jüngst verstorbene Prälat Georgii habe bezeugt, daß Tafel ein geheimes„Buch Mosis" unter Ketten und Siegel gelegt habe. Tafel's mystische Ideen, so meinte der Verlheidiger vor dem Gchwurgericht, werde Speidel„ins Gröbere übersetzt haben". Auch Speidel beruft sich auf eine Literatur; er will seine geheime Wissenschaft aus dem„Buch der Geister" haben, er selbst hat ein„Kräuterbuch" versaßt; bei der Haussuchung fand man Schrift«» über Sympathie. Alchymie, Wahrsagekunst, die „geheime Philosophie" deS Agrippa von Nettesheim u. s. w. Schon im Jahre 1364 wurde Speidel wegen„Mißbrauchs des Wortes Gottes" bestraft; unter dem Reichs-Strasgesetz war ihm, wie es scheint, schwieriger beizukommen. Er heilte behextes Vieh und behexte Menschen mit Zaubersprüchen, oder eS wurden Papierschnitzel mit Sprüchen umgebunden, mitunter auch verspeist. Einen Schulmeister, der„Erscheinungen" haben wollte und einen Schatz in seiner Wohnung verborge» glaubte, gaukelte er etwas mit einer Wünschelruthe vor. Auch ein Fall von sogenanntem„Bild- zanber" ist bezeugt: Ein Bauer mußte Sargbretter auf einem Kirchhof entwenden, auf die wurden Lehmfiguren angenagelt, was den Tod einer Hexe zur Folge haben sollte. Ein Waldschütz in Eningen bei Reuttingen dezeugte, daß Speidel den Geist seiner(des Waldschützen) verstorbenen Schwester erlöst habe. Dieser Geist sei mit Poltern in seinem Haus umgegangen, so daß sogar die Polizei und die Gendarmen davor geflohen seien. Ter Waldschütz gab an, er habe daS Poltern oft gehört, seine Kinder haben den Geist sogar gesehen. Der Angeklagte bestätigte mit Selbstgefühl, daß er diesen Geist erlöst habe; er habe über der Stubenthür ein Zeichen gemacht, dasselbe Zeichen, das die Kinder Israels vor dem Auszug aus Egypten an ihre Thüre» machten, daß der Würgeengel an ihnen vorübergehe. Aus die Frage des Präsidenten, woher er denn wisse, daß es dieses Zeichen gewesen sei, gab Speidel die Antwort:„Ich habe es studirt und weiß es daher so gut wie jeder andere Student." Speidel rühmte sich also seiner Geisterbeschwörungen; nur daran wollte er sich nicht mehr erinnern, daß er den Leuten sagte, er habe „Erlaubniß zum Geisteraustreiben, weil er am königlichen Hos in Stuttgart eine Gräfin erlöst habe". BemerkenSwerth ist noch. daß in dem obenerwähnten Dorf Würtingen der Ortsgeiftliche gegen die von Speidel ausgehende geistig» Seuche energisch predigte, während der Schullheiß der Sache eher Vorschub leistete.— Es scheint hohe Zeit zu sein, daß die Eozialdemo- kratie etwas Licht in die Bauernschädel bringt. DeNefftgen und letzte Nuchvichten. Frankfurt a. M., 10. Oktober.(B. H) Die„Franks. Ztg." meldet aus Straßburg(Elf.), daß heute früh 3�/« Uhr daselbst ein heftiger Erdstoß verspürt wurde. Paris, 10. Oktober.(W. T. B.) Der Minister des Aeußern Hanolaux hatte heute Nachmittag mit dem Leiier des russischen Ministeriums des Aeußern Schischkin eine längere Unterredung. Rom, 10. Oktober.(W. T. B.) Die„Opinione" schreib:: Wenn die umlaufenden Gerüchte wahr sind, s» haben die ersten Untersuchungen, welche von der seitens des königlichen Kom- missars für Sizilien entsandten Kommission angestellt wurden, in der Kasse der Gemeindeverwaltung von Palermo einen Fehlbetrag von 4 Millionen Franks ergeben. Die Schuld treffe den Schatz- meister. Das Blatt hebt hervor, die Art und Weise der Aufsicht und die Untersuchungen, die nuter dem gegenwärtigen Kadinet angestellt wurden, hätten fast alle Unordnungen und die Schuldigen entdeckt. Die öffentliche Verwaltung sei langsam in allen ihren Zweigen durch die beständige Einmischung der Politik in die Verwaltung korrumpirt worden. Das Blatt schreibt, es sei eine beständige und sorgsame Thätigkeit nöthig, die Frevelthaten derjenigen, die die öffentliche Verivallung schänden, zu entdecken und man müsse die Regierung ermuthigen, auf dem von ihr betretenen Wege sortzuschreiten. Verantwortlicher Redakteur: August Jacvbey in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Dh. Glocke in Berlin. Druck und«erlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 4 Beilage«. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Jr. 239. Sonntag, den 11. Oktober 1896. 13. Jahrg. spielt wird, von der Musikkapelle zu Gehör gebracht wurde. dem Halteplage Manstein- und Großgörschenstraßen- Ecke an Lokales. 3wei Stunden nach Mitternacht wurden die Theilnehmer an gefahrenen Droschken zu leiden. Laut Polizeireglement hat Achtung, Parteigenoffen! Am Sonntag, den 18. Oktober, bem Feste der Krankenkasse noch ganz besonders daran erinnert, bei Vermeidung von Strafe jeder leerfahrende Droschkenkutscher vormittags 10 Uhr, findet im Lofal von Fr. Zubeil, Linden: daß es nach Auffassung der Polizei ein öffentlich es Ver- auf dem zunächst gelegenen Halteplage anzufahren, sofern noch straße 106 die Regelung der Lotalfrage für die Orte in der gnügen sei, an dem man theilnahm. Der Beamte gebot nämlich nicht die zulässige Anzahl Droschken Aufstellung genommen hat. An dem oben erwähnten Halteplage tann nun ein Kutscher in Umgegend Berlins statt. Nach der auf der Brandenburger au Uhr zwei Feierabend! " Die Parteigenoffen des fünften Wahlkreises werden auf das heut Abend stattfindende gemüthliche Beisammensein im Lokale von Babiel, Rosenthalerstr. 57, aufmerksam gemacht. Ein langjähriger Parteigenosse aus dem 6. Wahlkreise, Tischler Gustav Norgel, ist am Donnerstag nach anderthalbjährigem Krantenlager verstorben. Die Beerdigung findet heute, nachmittags 4 Uhr, nicht, wie wir gestern meldeten, vom Krankenhaus Moabit, sondern von der Leichenhalle der Zionsgemeinde in Weißenfee statt. " " Parteikonferenz gefaßten Resolution ist diese Regelung den In der Angelegenheit der Angestellten von der die Lage kommen, stundenlang sein Pferd durften zu lassen, da Kreisen Nieder- und Oberbarnim, Osthavelland, Teltow, Storkow, Markthalle II, über deren Konflikt mit dem Magistrat wir am weit und breit kein Straßenbrunnen anzutreffen ift. Die herrBeeskow, Charlottenburg und den sechs Berliner Wahlkreisen Donnerjag berichteten, bringt der„ Lokal- Anzeiger" die Nach- schaftlichen Häuser der Gegend sind verschlossen und bewacht, ein Wasserholen von den Höfen demnach unmöglich. Bisher hat übertragen. Wir bitten die betreffenden Kreiſe, das erforderliche richt, daß es dem Oberinspektor gelungen sei, die Bediensteten ein barmherziger Restaurateur einzelnen Kutschern mit etwas zur Beschickung der Konferenz rechtzeitig veranlassen zu wollen. zur Anerkennung des Vertrages" zu bewegen. Diese MitIm Auftrage der Lokalkommission: Karl Scholz, Wrangel- theilung ist falsch. Von den in betracht kommenden Angestellten Wasser ausgeholfen. Doch auch das kann einmal aufhören. Was der Markthalle II hat niemand den vorgelegten Kontrakt unter- bereits am 23. Juli an die städtische Baudeputation um die dann? Der Vorstand des Vereins Berliner Droschkentutscher hat Straße 32. Die Arbeiterschaft Berlins und der Umgegend machen zeichnet. Errichtung eines Straßenbrunnens an entsprechender Stelle wir auf das am Sonnabend, den 17. d. M. im Feenpalast Im kommenden Winter finden wieder vom 14. Dtt. cr. petitionirt. Das Gesuch ist scheinbar erfolglos geblieben, denn stattfindende Voltsfest aufmerksam. Es ist von den Partei- ab Unterrichtsturse in der Gesegestunde in den von einer Jnangriffnahme der erforderlichen Arbeiten ist auch genossinnen Berlins und der Umgegend veranstaltet und soll städtischen Fortbildungsschulen und zwar Mittwochs beim besten Willen nichts zu entdecken. Weiter! Auf den neben seinem unterhaltenden Zwecke auch dazu dienen, Mittel von 7-9 Uhr abends in der Fruchtstraße 38, Freitags von Droschtenhalteplätzen an der Ecke der Michaeltirchstraße und zur Agitation flüssig zu machen. Das sehr reichhaltige Pro- 7-9 Uhr abends Wafferthorstraße 31 statt. Es werden nament- Köpnickerstraße, sowie am Moltenmarkt beklagen sich die Kutscher, gramm umfaßt Instrumentalfonzert, Gesang zweier gemischter lich das gegenwärtige Arbeiterrecht und Arbeiter daß dem als 3weiter" haltenden Kutscher polizeilich verboten Chöre( Mitgl. d. Arb. S.-B.), Aufführung eines eigens zu dem Versicherungsrecht behandelt und das neue Bürgerliche ist, sein Pferd zu füttern. Der„ Erste" muß nun allerdings laut Fest gedichteten Einatters von E. Preczang, betitelt: Töchter Gesetzbuch berücksichtigt werden. Vorschrift fahrbereit sein. Schon dieser kann unter Umständen der Arbeit", vier Lebende Bilder, darstellend:„ die Frau im Bei der Juvaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalt in die Lage kommen, stundenlang zu halten, ohne sein Pferd zu Alterthum, Mittelalter, Gegenwart und Zukunft. Der Jugend- Berlin sind im Laufe des Vierteljahrs Juli September 1896 füttern. Wenn nun auch dem„ Zweiten" verboten sein soll, sein luft wird durch frühzeitiges Beginnen des Tanzes Rechnung ge- 109 Anträge auf Gewährung von Altersreute eingegangen; aus Pferd zu füttern, so ist dies eine mindestens befremdende An tragen. Der Besuch des Festes sei angelegentlichst empfohlen. der Zeit vor dem 1. Juli 1896 lagen noch 25 Anträge vor, ordnung, die durch das Droschten- Polizeireglement überdies taum hinsichtlich deren die Entscheidung noch ausstand. Von diesen zu rechtfertigen sein dürfte. Angesichts solcher Fälle erscheint 134 Anträgen find bewilligt 85, abgelehnt 28, anderweit erledigt die Frage wohl berechtigt: Wo ist der Thierschutzverein? 3 und unerledigt auf das folgende Vierteljahr übernommen 18. In der 5. städtischen Fortbildungsanftalt für Jünglinge Bis zum 30. September 1896 waren insgesammt bewilligt an Alters- und Erwachsene, Putbuserstr. 33, wird außer in den allgemein renten 3277. Von diesen sind ausgeschieden durch Tod 710, aus bildenden Fächern, Deutsch, bürgerlichem, taufmännischem und anderen Gründen 63, zusammen 773, so daß am 1. Oftober 1896 geometrischem Rechnen, in Französisch und Englisch in Ober- und 2504 Altersrenten- Empfänger vorhanden waren. Innerhalb Ünterturfen, in einfacher und doppelter Buchführung, Stenodes gleichen Vierteljahres sind 376 Anträge auf Gewährung von graphie im Anfänger und Fortbildungskursus, Geometrie, Invalidenrente eingegangen und 113 unerledigt aus dem Vor- Algebra, Physik, Mechanik, Chemie, Zirkel, Projektions-, = Der scharfe polizeiliche Wind, der in der Umgegend trägen find 217 bewilligt, 120 abgelehnt, 20 anderweit erledigt. Lithographen und im Modelliren unterrichtet. Ferner ist mit der Der scharfe polizeiliche Wind, der in der Umgegend Bierteljahr übernommen. Von diesen 489 Invalidenrenten An Ornament- und Körperzeichnen, Fachzeichnen für Graveure und Berlins weht, wenn Arbeiter eine Versammlung oder ein Ber- 132 unerledigt auf das folgende Quartal übernommen worden. Schule ein Städtischer Gewerbesaal und eine Abtheilung der gnügen abhalten wollen, scheint neuerdings auch in Berlin selber An Invalidenrenten sind bis zum 30. September 1896 überhaupt Berliner Tischlerschule mit ca. 100 Theilnehmern verbunden, in wieder zu pfeifen. Ein merkwürdiges Bild vom Gifer der B172 bewilligt worden. Ausgeschieden inzwischen durch Tod 851, denen Fachzeichnen für Schloffer, Maschinenbauer, Mechaniker, Polizei erhielt der Kranten Unterstützungsbund aus anderen Gründen 77, zufammen 928. Mithin war am Drechsler und Tischler gelehrt wird. Das Winterhalbjahr be der Schneider, als er am vorigen Sonntag in 1. Oktober 1896 ein Bestand von 2244 Invalidenrenten- Empfängern ginnt Montag, den 12. Oftober. Anmeldungen nimmt der der Ressource sein Stiftungsfest feiern wollte. Bereits Leiter der Schule, Rektor Klebe, mittags von 12-1 und abends am Donnerstag vorher ging dem Vorsitzenden der Kasse der Kaffe aufzuweifen. vom Wirth des Lotals folgendes Schreiben zu:„ Ich möchte Städtisches. Auf Antrag der städtischen Schuldeputation von 7-9 im Schulhause entgegen. Das Berliner Aquarium hat seine sämmtlichen Ab Sie höflichst ersuchen, die Texte zu den oben angegebenen Vor- hat der Magistrat beschlossen, eine Inspizientin für den Handträgen in doppelter Ausführung ihm im Laufe des morgigen Vor- arbeits- Unterricht an den Gemeindeschulen anzustellen. Derfelben theilungen durch die während der letzten Tage eingelaufenen mittags zugeben zu lassen, da dieselben noch morgen Vormittag foli die Aufgabe zufallen, den gesammten Handarbeits- Unterricht Sendungen um mancherlei Neuheiten und Seltenheiten ergänzen bei der Polizei eingereicht werden müssen." Die Texte zu den zu überwachen, die Lehrpläne desselben an den einzelnen können. Für die Reptiliengallerie sind zwei Exemplare einer Vorträgen lauten: Ein Sonntag in Friedrichshagen"," Das Schulen zu regeln, den Schulinspektoren als Beirath zu dienen. mittelafrikanischen Riesenschlange, der an der Guineafüfte als schwarze Buch der Berliner Hauswirthe"," Karl Alfredo als Die Stelle ist so gedacht, wie die des Oberturnivarts beim beilig verehrten und darum eher als andere Arten die Bezeichnung Bruder Heinrich aus Mariaberg"," Ich sende diese Blume Dir". Turnwesen, so daß eine direkte Unterrichtsertheilung an Schüle- Abgottschlange" verdienenden Assala, angelangt, sodaß nun die Dies sind alles Kouplets und Lieder, die wohl schon rinnen ausgeschlossen bleibt. Zunächst soll eine Stelle ge- Sammlung dieser Riesen, nachdem vor einiger Zeit auch eine hunderte Male auf ähnlichen Vergnügungen gesungen worden schaffen werden, um Erfahrungen zu sammeln, man darf aber sehr große Südamerikanerin und eine hinterindische Spezies zu find und die auch der Polizei bekannt sein müssen, wenn sie, was darauf gefaßt sein, daß in absehbarer Zeit eine Vermehrung ein- den schon vorhandenen Arten und Stücken hinzugekommen, eine settene Vollkommenheit erreicht hat. Die große Anakonda aus doch wahrlich nicht zu bestreiten, sich um die geselligen Freuden treten wird. des Berliners fümmert. Aber es fommt noch besser. Auch ein Brasilien, die vor kurzem nach sechzehnmonatigem Fasten eine Taube verzehrte, frißt nun regelmäßig und zwar mit Vorliebe Potpourri, das von der Musikkapelle gespielt werden in dieser Woche aus. sollte, sowie das gleichfalls nur dem instrumentalen VorDie Stadtverordneten- Verfamminng hat beschlossen, den große Dorsche, die man ihr vorhält, während die Boas doch trage vorbehalten gewesene Lied Ein Sohn des Volkes" Berliner Ehrenbürger Rudolf Virchow zu seinem 75. Geburts sonst gleich ihren Verwandten nur warmblütige Wirbelthiere wurden von der Behörde eingefordert. Diesem Verlangen der Lage am 13. d. Mts. durch eine Deputation beglückwünschen zu Polizei nachzukommen war dem Vorfißenden aber leider aus laffen. Ju der Urania in der Taubenstraße wird am Sonntag, dem Grunde nicht möglich, weil ihm die Kenntniß der Noten Montag, Donnerstag und Freitag der wissenschaftliche AusUntergrundbahn. Der Fabrikant H. Grand hat dem Ma- stattungsvortrag„ Durch den Gotthard", an allen übrigen Tagen gänzlich abging. Als der Vorsitzende beschämt der Polizei dies Geständniß seines musikalischen Banaufenthums machte, ant- giftrat den Entwurf zu einer Untergrundbahn vom Treptower der Woche„ Ein" lusflug nach dem Monde" gegeben. In der wortete ein Beamter ihm, daß dann der Bortrag der beiden Park nach dem Treppbruch( der dem Zennig'schen Lokal gegen: Urania in der Invalidenstraße wird am Sonntag, Donnerstag Mufitſtide eben verboten bleibe. Und so geschah es auch überliegenden Rohrinsel) zur Prüfung mit der Bitte unterbreitet, und Sonnabend Herr Dr. Spies seinen Experimentalvortrag Musikstücke Sowie das Stiftungsfest am Sonntag Nachmittag begonnen ihm das zum Bahnhof der Untergrundbahn benöthigte Gebiet" Neuere Versuche mit unsichtbaren Strahlen" wiederholen; am hatte, erschien prompt ein leberwachender", der gewiffen- Tunnels sei wesentlich verschieden von den bisher angewendeten. am Dienstag Herr G. Witt über die Planetenwelt", am Mittpachtweise zu überlassen. Sein Verfahren zur Herstellung des Montag wird Herr Dr. Schwahn über„ Kosmische Bilder" reden, haft darauf achtete, daß weder das staatsgefährliche Potpourri noch das mordbrennerische Revolutionslied Ein Wo ist der Thierschutzverein? Uns wird geschrieben: woch Herr Dr. Naß über die Elemente des Wassers", während Sohn des Boltes", das fast auf jedem Leierkaften Leierkaften ge- Unter einer eigenartigen Wassersnoth haben die Pferde der an Herr Professor Müller am Sonnabend seinen Vortrag über Hundert Höllengeschichten. " Die Plenarsizung der Stadtverordneten- Bersammlung fällt " verzehren. Nein, in der Schule- er hat sie uns in die Religions- Mädchen, wohl infolge des schlechten Lebenswandels, an einer ftunde mitgebracht." " Was für eine Schule besuchst Du denn?" " Die... te Gemeindeschule." Und Du findest Gefallen an diesem Buche?" es ist doch ein frommes Ach, es ist so schön, und dann Buch! Herr Kaplan hat uns noch mehr solche Bücher gegeben, von Armenseelen, vom Strafgericht Gottes, vom beiligen Antonius und noch andere, alle sehr schön, hübscher als Wunde plöglich starb und als abgeschiedener Geist einer Gefährtin erschien, der sie die Mittheilung machte, daß sie verdammt sei. Die Erscheinung machte großen Eindruck auf die Bewohnerinnen des Bordells, und auch die Bordellmutter, eine begeisterte An. hängerin Garibaldi's und als solche allgemein bekannt", bekehrte sich bald darauf. Der Zufall läßt uns bisweilen einen Blick in eine Welt thun, die wir bis dahin vielleicht kaum dem Namen nach gefannt haben. So ist es mir neuerdings mit der Hölle gegangen. Ich will den werthen Lefern kurz erzählen, wie das gekommen. Die Strahlen der Julisonne brannten fengend heiß auf das Aus der eben mitgetheilten Erzählung soll vermuthlich hervor. ungläubige Berlin herab. Ich ging über einen jener kleinen, mit gehen, daß die Päpste das Bordellunwesen in Rom nicht geduldet schwindsüchtigen Bäumen bewachfenen Schmuckpläge, mit denen Märchenbücher." haben. Nun, wir brauchen nicht an den päpstlichen Hof die Väter dieser Stadt die Sünden profitgieriger Grundstücks- Ich ließ mir den Namen des Priesters sagen, der so eifrig Alexanders VI. zu erinnern, der selbst einem Bordell nicht gerade wucherer wieder gut zu machen suchen. Hunderte von für die Lektüre unserer heranwachsenden Volksschuljugend forgt, unähnlich war. Der ehrwürdige Pfarrer Dr. Keller erzählt uns Proletarierkindern wälzten sich auf den spärlichen Sand- notirte mir den Titel des Buches und brach auf, indem ich dem felbst in der 78. Höllengeschichte von einem römischen Bordell, haufen der winzigen Dase durcheinander. Ich nahm Mädchen empfahl, auf die kleinen Geschwister beffer acht zu das im Jahre 1481 infolge der energischen Borstellungen" der der wenigen Bänke auf einer und Platz trocknete geben. Noch an demselben Tage bestellte ich mir bei Kirchheim beiligen Franzisca Romana beseitigt wurde. Dies forderte die mir den Schweiß von der Stirn. Neben mir faß ein schmächtiges, in Mainz die Hundert Höllengeschichten." Und ich muß sagen, Rache der Hölle wider die Heilige heraus."" E3 tamen in den dunkeläugiges Mädchen von vielleicht elf Jahren, in die Lektüre daß ich es start, fehr stark fand, ein solches Buch Kindern, folgenden Nächten verschiedene Teufel zu der Heiligen, meistentheils eines start zerlesenen Buches vertieft. Von Zeit zu Zeit blickte Mädchen von elf Jahren, in die Hände zu geben. als Männer, die sie unbarmherzig mit Ochsenziemern bearbeiteten, es flüchtig von dem Buche auf und rief in den Kinderhaufen Doch ich laffe, damit die Leser sich über diesen Puntt felbft aber auch als Affen, Nattern, reißende Bestien u. s. w. Sehr auss hinein: Anna! Else! Häuschen!" um dann sogleich wieder ein Urtheil tönnen, eine Urtheil bilden eine Anzahl Stichproben führlich werden diese furchtbaren Kämpfe der Franzisca mit den bem merkwürdigen Büchlein eifrig weiter zu lesen. Wian hatte es offenbar zur Beaufsichtigung aus hier folgen. Sie Geistern der Finsterniß geschildert, die sich, wie die Höllenin bei dieser Gelegenheit der jüngeren Geschwister heruntergeschickt, aber die fesselnde werden Borstellungs- geschichten" selbst besagen, in auffallender Weise mit Erstasen Moral und Zugend ganz und Visionen mischten". Wir bemerken, daß Franzisca zu Lektüre schien es von seiner Pflicht ein wenig abzulenten. Da treis jener Frommen, die Moral ertönte plöglich von dem Sandhaufen her ein jämmerliches allein gepachtet zu haben glauben, und jeden Augenblick jener Beit bereits in höheren Jahren stand und einen franken Geschrei: Hänschen hatte von einem Spieltameraden einen über die Verworfenheit der anderen Betermordio schreien, einen Mann hatte, daß also die Erfahrungen, die sie mit den Dämonen wuchtigen Hieb abbekommen und kam mit blutender Nafe auf recht belehrenden Einblick gewinnen. machte, mit dem Jdeenkreis unreifer Mädchen eigentlich keinen " den " die Schwester zugerannt. Erschrocken legte sie das Buch auf die Fromme Geschichten von Prostituirten scheint der Berfaffer inneren Zusammenhang haben. Bank und eilte auf den Kleinen zu.. Jch empiand jene der Höllengeschichten" mit Vorliebe zu erzählen. So berichtet Wie ein solcher Dämonenkampf fich abspielte, mag ein Beieigenthümliche Neugier, die jedes unbekannte Buch in dem er in einem Abschnitt, welcher Die Buhlerin von Spiel zeigen:... Sie stürzen in ihr Gemach, ergreifen sie bei zivilifirten Europäer erregt, und guckte nach dem Titel des Neapel" betitelt ist, von ein paar Prostituirten, die einen be- den Füßen und zerren sie unter Schlägen am Boden umher, mäßig starten starken Oftavbant chens." Hundert Höllen- rühmten Missionär bei einer Straßenpredigt störten. Eine der- dann werfen sie ihr unschuldiges Opfer in einen auf dem Dach gefchichten, von Dr. J. A. Keller, Mainz, bei Franz felben starb nach einiger Zeit; der Missionär besuchte das Haus raume befindlichen Aschenbaufen, stampfen es mit den Füßen der Todten, in dem sonst so großer Lärm herrschte" und befahl ein und füllen ihm den Mund mit Asche. Suchheim" so lautete die Aufschrift des Buches. Nun schlugen ste " Merkwürdige Lettüre für ein Rind!" dachte ich bei mir, ihr: Ratharina, fage mir, wo Du jetzt bist." Da öffneten sich mit Ochsenziemern dermaßen auf sie los, daß sie dachte, das Drei Stunden nahm das aufgeschlagen neben mir liegende Buch in die Hand zum Schrecken aller Umstehenden die Augen des Leichnams, die ganze Haus müßte die Streiche hören... und las aufs gerathewohl auf Seite 102: Jch und mein Führer Lippen bewegten sich trampfbaft, und eine tiefe, schaudererrgende dauerte die Marter... Ihre Base Rita ruft durch die ges gingen einen langen Weg, bis wir endlich in eine große Land Stimme antwortete:" In der Hölle! Ich bin in der Hölle!" schloffene Thür. Franzisca schleppt sich, so gut sie kann, zur fchaft tamen, schauerlich anzusehen, in welcher eine unzählbare Die Anwesenden eilten von Schrecken ergriffen aus dem Hanse; Thüre und öffnet. Und nun, welch täglicher Anblick bietet sich Menge Männer und Weiber waren, vielen unsäglichen Beinen der Heilige folgte ihnen, indem er wiederholte: In der Hölle! der draußen Harrenden dar! Franzisca, schwarzblau von und Qualen unterworfen. In diesen Beinen wurden vornehmlich schrecklicher Gott! In der Hölle! Habt Ihr es wohl gehört? Schlägen und mit Asche besudelt, ist kaum mehr fenntlich; die die sodomitischen Sünder gepeinigt, welche von großen, feurigen Auf ewig in der Hölle." Viele aus dem Bolte beichteten, wie und erschrecklichen Unthieren angefallen wurden. Diese Unthiere weiter erzählt wird, nach diesem Wunder. zwongen sie, wiewohl sie sich gewaltig widersetzten, sich mit ihnen zu vermischen und umfingen ihre Leiber mit ihren vier Füßen auf abscheuliche Weise." Ropftücher sind abgerissen, die Kleider von oben bis unten beschmutzt; sie vermag tam mehr ein Wort hervorzubringen, so sehr Wir bestreiten Dr. Keller keineswegs das Recht, diese Geschichte, ist ihr und mit Asche gefüllt. Rita will sie aufrichten und be= Bald will der die jedenfalls bei der Heiligsprechung des Missionärs eine Rolle merkt, daß sie talt ist wie eine Leiche." gespielt hat, zu erzählen; aber wir möchten bezweifeln, daß sie Dämon sie in einen Brunnen, bald ins Feuer werfen, und einIch stußte unwillkürlich: wie kam dieses Erzeugniß in einem Buche, welches der Jugend in die Hand gegeben mal findet sie die Schwiegertochter topfüber zwischen Bett frömmel der Bordellliteratur in die Hände des unschuldigen wird, den richtigen Platz gefunden hat. und Staften eingezwängt". Sie half ihr heraus und erhielt die Kindes? Ich fragte das verlegen vor mir stehende Mädchen, In diefelbe Kategorie gehört eine Erzählung aus dem Jahre Aufklärung:" Ich bin nicht aus dem Bett gefallen, ich wurde das inzwischen den kleinen Bruder beruhigt hatte, von wem es 1873, betitelt Dar Haus des Verderbens in Rom". herausgeworfen". Das Haus des Verderbens ist ein Bordell. Es wird erzählt, Ob die 74. Höllengeschichte eine passende Seelenkost für Kinder das Buch habe. Von unserem Herrn Kaplan," lautete die Antwort, er hat wie in einem dieser Häuser, welche erst nach der Vernich ist, möchten wir dahingestellt sein lassen. Es wird da von der uns für die Ferien Bücher zum Lefen get orgt." tung der zeitlichen Herrschaft des Papstes an hl. Franzis ca vom hl. Sakrament erzählt:" Als sie heran" Ihr habt sie in der Kirche bekommen?" so vielen Orten Roms eröffnet werden konnten", ein junges gewachsen war, fing fie mit einem Better von Adel eine Liebs " $ .»«»ossenschaftZliben bei Thier«, und Pflanzen" noch einmal halten wird. Theater des WeftenS kontra Blumenreich. In der ersten ordentlichen Generalversamnilung der Gesellschaft„Theater des Westens" wurden dem„Fremdenblatt" zufolge im Geschäfts- �richt die Grunde für die Entlassung des früheren Direktors (Paul Blumenreich) bekannt gegeben und mitgetheilt, daß der Aussichtsrath gegen denselben am 30. September er. Strafanzeige wegen Betruges. Unterschlagung und Urkundenfälschung bei der Staatsanwaltschaft erstattet hat. Alle Achtung! Tanzstunden. Im„Volk" lesen wir: Dringend zur Vorsicht zu mahnen sind Eltern und Pflegebefohlene, welche lange Mädchen an den jetzt wieder beginnenden Tauzunlerrichts- kursen theilnehnien lasse». Es existiren in Berlin mehrere der» artige Tanzinstitute und Tanzkränzchen, die den Berliner Lebe- nurunern wohlbekannt sind und denen diese eine besondere, für den guten Ruf der Tanzschülerinne» nicht gerade förderliche Aufmerksamkeit zuwenden. Im Frühjahr dieses Jahres hatte» sich an einem solchen Tanzinstutul Verhältnisse entioictelt, welche niich die Polizei beschäftigten, die zwar sehr beklageuswerthe Dinge an den Tag brachte, jedoch zu eine», strafrechtlichen Vor- gehen nicht den nölhigen Anhalt fand. Auch eine Beleidigung. Gestern Nachmittag gegen 2 Uhr bestieg am Alexauderplatz ein älterer Herr mit schon ergrautem Bollbart einen Pferdebahnwagen der Linie Alexauderplatz' Lützowplatz, um für 10 Pfennige nach dem Hacke'schen Markt zu fahren. Als der Schaffner ihm auf eine Mark vier Zwanzig- Pscunigstücke und ein Zeyn-Pfenuigstück herausgab, suhlte sich der Fahrgast allen Ernstes beleidigt, weil er zu sehr mit den großen Nickelstücken bedacht worden war. Ganz aufgeregt zeigte er de» übrigen Fahrgästen die corpus delicti und bemerkte höchst entrüstet:„Da sehen Sie, meine Herrschaften, so ein Schaffner kann doch mit Einem machen, was er rvill!" Die also Angeredeten theilten aber keineswegs die Entrüstung des Be- leidigten, der noch mehr in Harnisch gcrieth, als er für feines Gefühl kein Berständniß, sondern nur ein heiteres Lächeln fand. Da er sich die Numnier des Schaffners(347) auf die Manschette schrieb, um sich über ihn bei der Direktion zu beschweren, so sah sich ein Herr veranlaßt, dem Schaffner seineu Namen zu nennen.»>m ihm gegebenenfalls zu bezeugen, daß er sich dem sonderbaren Heiligen gegenüber durchaus«inwandsfrei be- nonunen hat. Eine neue NachtomnibnSlinie ist dieser Tage von der „Berliner Omnibus- Gesellfchast" eingerichtet worden und zwar auf der Strecke Ctettiner Bahnhos— Potsdamer Brücke. Die Wagen der Gesellschaft können im Winter geheizt werden und nehmen ihre» Weg durch die Invaliden-, Chaussee-, Friedrich-, Leipziger- und Potsdamerstraße in Zeil- abständen von 13 Minuten, und zwar ab Stettiner Bahnhof von 10,� abends bis 4," morgens nnd ab Potsdamer Brücke von 11.� abends bis b Uhr morgens Der Fahrpreis beträgt für die ganze Strecke 2ö Pf., die Fahrzeit 29 Minuten. Das Olympia-Theater sollte dem„Kl. Journal" zufolge ein derartiges Defizit ergeben haben, daß 4tl pCt. von den Kommanditären nachgefordert würde». Wie uns die Direktion dieses ZirkuStheaters mittheilt, ist diese Meldung in jeder Be- Ziehung unrichtig. Ein grosser Brand entstand in der vergangenen Nacht um 3>/z Uhr auf den, Grundstück Rungestr. 18a in dem rechtsseitigen Fabrikgebäude, in welchem sich im 2. und 3. Stock die Hamburg- Berliner Jalousiefabrik von Heinrich Freese befindet, und zwar in der Malerwerkstatt. Die Feuerwehr war durch 2Vz stüildige Thätigkeit im stände, den Brand zu bewältigen. Durch das Feuer war außer der Malerwerkstatt das ge- fammte darüber befindliche Lager der Fabrik und der Dachstuhl des Gebäudes zerstört worden. Die unter der Freese'schen Fabrik belegene chemische Fabrik von Gebr. Lubszynski hat durch das durchdringende Wasser ebenfalls Schade» erlitten. Die Aufräumungsarbeite» nahmen die Feuerwehr bis 11 Uhr vormittags in Anspruch. Da die Werkstätten der Jalousiefabrik sofort in anderen Räumen wieder eingerichtet worden sind, so denkt Herr Freese den Betrieb ohne Unterbrechung fortzusühren. Der Gesammtschaden dürfte 100 000 M. erreichen. Ei» Radfahrer, welcher in der Burgstraße ein Kind über- fuhr und sich dann der Feststellung seiner Personalien durch die Flucht zu entziehen versuchte, wurde gestern Morgen gegen 7>/z Uhr am Museum festgenommen. Der betreffende, ein siebzehnjähriger Handlungslehrling, befand sich auf dem Wege »ach dem Geschäft aus einem Zweirade und bog. vom Bahnhos Börse kommend, mit so großer Schnelligkeit in die Burgslraße ein, daß ein den Fahrdamm überschreitendes neunjähriges fchaft an. Dieses Verhältnih hatte sie schon drei Jahre sort- gesetzt und war dabei in der Religion immer lauer geworden. Da hatte sie ein Gesicht..." u. s. w. Vom Ein- siedler Marttnian beißt es in der Erzählung Nr. 63, der Teufel habe sich„eines frechen Weibsbildes bedient, um denselben womöglich zum Falle zu bringen. Die Versucherin fetzte dein Diener Gottes heftig zu." Vom heiligen Johannes Damas- c e n u s wird berichtet, er sei in seiner Jugend in Gefahr ge- kommen,„einer schönen, aber unzüchtigen Weibsperson zur Beute zu werden. Da ward er plötzlich entrückt und in der Entzückung betrachtete er die Höllenstrasen. Nachdem er wieder zu sich ge- kommen, erfuhr er, daß alles sinnliche Feuer in ihm ausgelöscht war. Ein Strom von Thränen floß aus seinen Augen, und die ganze Schönheit der Perlon schien ihm häßlicher und schrecklicher zu sein, als Koth und Gift." In Nr. 76 heißt«S von einer Frau, die einer Heiligen er- schien:„Ihre Lefzen waren abgeschnitten, das Kinn zitterte, die Zähne klapperten, die Nase war zerfressen, die Augen waren auS- gerissen und hingen an zwei Adern bis auf die Wangen herab. Am Kopf mangelte die Hirnschale, das Hirn wallte wie siedendes Blei und floß herab wie heißes Pech. Die Brust war bloß und aufgerissen und voll langer und kleiner Würmer, deren jeder sich über den anderen hin- und herwälzte und daS elende Weib zernagte. In ihrem Magen lag eine lange und große Schlange, welche sich um die Gedärme herumzog und das Eingeweide zerfraß." Ueber da? Wesen der Hölle erhalten wir in den Keller'sche» „Höllengeschichten" einige belehrende Mittheilungen. Der Prophet I e s a i a s spricht irgendwo von einer„tiefsten Grube". Mit bezug darauf sagt Keller:„Unter dieser geheimnißvollen Grube müssen wir, wie später noch gezeigt wird, jene erschreckliche, flüssige Feuermafse verstehen, welche die Erde'in ihrem Schooße birgt, und welche die heilige Kirche selbst als einen Ort bezeichnet, den sie im eigentlichen Sinne die Hölle nennt." Bon Franz Zkaverius wird berichtet, daß er, um den Be- wohnern der Insel M o r e eine Vorstellung von der Hölle zu geben, diese an den Rand der auf ihrer Insel befindlichen Vukane führte, aus deren Oeffnung große Massen glühender Steine, gleich Kugeln schweren Geschützes, hoch in die Luft geschleudert wurden. Hier, im Angesicht schwarzer Rauch- wölken, welche von sprühenden Flammen durchzuckt, das Tageslicht verdunkelte», erklärte er ihnen, welche furchtbaren Qualen nicht nur den Götzendienern und Muhamedanern, sondern auch den Christen selbst, welche nicht nach den Vorschriften des Glaubens leben, in feurigen Abgründen, wenn auch ganz anderer Natur, bereitet wären. So benützte er die schauerlichen Naturszenen, die sich ihm hier darboten, um in diesen rohen Menschen... eine heilsame Furcht vor den Qualen der Verdammten zu erwecken." Die heilige F r a n z i s r a sah in einer Offenbarung über die bösen Geister die Hölle etwas ander?: Die boshaftesten der Höllengeister sah fie mit ihrem Fürsten im Ab- Mädchen nicht auszuweichen vermochte, überrannt und leicht ver- letzt wurde. Der Radfahrer jagte durch die Burgstraße über die Friedrichsbrücke; er wurde jedoch verfolgt und am Museum fest- genommen, wo er durch einen ihm entgegenkommenden Pferdebahn- wagen gezwungen, langsam fahren mußte.— Leider geben der- artige flegelhafte Ungehörigkeiten einer aus die Radfahrerhetze verseffenen Presse nun Gelegenheit, die Polizei immer wieder um Maßnahmen und Verordnungen gegen das Radfahren anzubetteln. Liest man gewiffe Blätter, so muß man glauben, daß auf den Straßen Berlins kein Mensch mehr seines Lebens sicher sei. Eine sonderbare Untersuchung wegen des Versuchs, einen Beamten zur Verletzung eines Amisgeheimnisses zu veranlassen, sowie wegen versuchter Beamlenbestechung ist gegen eine hiesige „Auskunftei" eingeleitet worden. Die Auskunftei pflegt bei ihr zugehenden Anfragen über Personen in kleinen Orten der Provinz Auskunft von den betreffenden Bürgermeistern resp. Polizei- behörden einzuholen. Sie schickte gottessürchtig und dreist zu diesem Zivecke mit einem Begleitschreiben ein Formular an die BeHürde und fügte zur Deckung der Unkosten resp. Porti fünfzig Pfennige in Briefmarken bei. eine geschäftliche Praxis, welche die Firma schon seit ca. 30 Jahren ausübt. Vor kurzem erhielt auch der Bürgermeister einer kleinen rheinischen Provinzialstadt ein derartiges Gesuch und dieser Herr überreichte das Schreiben mit den fünfzig Pfennigen seiner vorgesetzten Behörde. Letztere glaubte annehmen zu dürfen, daß der Geldbetrag lediglich be- stimmt sei, den Bürgermeister zu bestechen(!) und hat nun- mehr gegen die erwähnte Firma Anzeige wegen obengenannter Vergehen erstattet. Verschwunden ist seit dem 4. d. M. der Schornsteinfeger- meister Heinrich Koch aus der Blumenstr. 27. Ein Schwindler, der sich„Könemann" nannte, hat eine Pensionsinhaberin am Reichstags-Ufer um 35 M. betrogen. Er wird als ein Mann von etwa 30 Jahren mit blassem Gesicht nnd dunkelblondem Schnurrbart geschildert; er trug schwarzen Jacketanzug und weichen Filzhnt. Flüchtiger Hanödicner. Der Hansdiener Max Metzkow. der bei einer Firma in der Ritterstraße beschäftigt war. erhielt gestern Nachmittag den Auftrag, einen Wechsel über 10000 M. diskontiren zu lassen, 5000 M. vom Erlös bei der Mitteldeutschen Kreditbank einzuzahlen, den Rest aber nach dem Geschäft zu bringen. Metzkow hat den Wechsel diskontirt, den Betrag von 10 000 M. unterschlagen und ist flüchtig. Plötzlicher Tod. Von der Staatsanwaltschaft wurde die Leiche des 33jährigen Hansdieners Bruno Wege aus der Barnim- straße 13 beschlagnahmt, der Freitag Nachmittag gegen 4 Uhr auf dem Grundstück Große Frankfurterstr. 37 bei der Arbeit plötzlich zusammenbrach nnd verschied. Straßensperrung. Der Kreuzdamm der Straße 4S, Ab- theilung XIV, mit der Straße 47» und 40a derselben Abtheilung wird wegen Umpflasterung vom 10. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Schwer dernnglttckt ist vorgestern an der Ecke der Kanonier- und Mohrenstraße ein radfahrender Angestellter der hiesigen Privatpost-Gesellschaft. Der junge Mann fuhr auf einem Dreirad schnell durch die Kanonierstraße und bog, ohne die Schnelligkeit zu hemmen, in die Mohrenstraße ein. In demselben Augenblick kam aus der Mohrenstraße ebenfalls mit voller Fahrgeschwindig- keil ein Brauerwagen angejagt; die beiden Wagenführer ver- mochten einander nicht auszuweichen und der Privalpost-Beamte gerieth mit seinem Rad zwischen die Pferde des Wagens. Erwürbe von der Maschine, welche durch die Pferde vollständig zertreten wurde, heruntergeschleudert und erlitt anscheinend eine Gehirnerschütterung, weiche seine spätere Uebersührung nach einem Krankenhause erforderlich machte. Polizeibericht vom>0. Oktober. Gestern Vormittag wurde die dreijährige Tochter des Agenten Rademacher in der Kaiser Wilhelmstraße vor dem Luther-Denkmal durch einen Arbeitsivagen überfahren, anscheinend aber nur leicht verletzt. Der Führer des Wagens, Kutscher Karl Gutschke, der durch übermäßig schnelles Fahren den Unfall herbeigeführt hat, suchte sich seiner Feststellung durch die Flucht zu entziehen. — In der Landsbergerstraße fuhr der Kutscher Hermann Kinze beim Ausweichen vor einem Pferdebahnwag«» gegen einen vor dem Hause Nr. 82 stehenden Handwagen, dessen Führer, der vierzehnjährige Laufbursche Fritz' Michalski. hierbei umgestoßen und überfahren wurde. Er erlitt eine erbebliche Quetschung des rechten Oberschenkels und erhielt aus der Unfall- slation X einen Verband.— Nachmittags ging in der Friedrich- straße das Pferd einer Fahrpreisanzeiger-Droschke durch und lief auf den Bürgersteig, wo eS durch den dort stationirten Schutz- grund der Hölle, die beiden anderen Abtheilungen dagegen theil- weife in der Luftregion, tbeilweise auf der WohnNätte der Menschen.„Jene führen häufig Ungewitter und ander« Natur- ereigniffe herbei, die schädigend auf die Seelen einivirken und sie den Nachstellungen ihrer Genoffen leichter zugänglich machen." Maria Lindmaqr sah eine tiefe, ganz finstere Grube ohne Ende, die sie für die Hölle hielt.„Es ist mir vor- gekommen", sagt sie,„als wäre dort lauter Unordnung, ein Winkel an dem anderen nnd abscheulicher Gestank wie in einer Schindgrube." Anna Katharina Emmerich, die fromme Freundin Clemens Brentano's, beschreibt die Hölle wie folgt:„Ich fühlte den Prophetenbera reckts gegen Morgen; über ihm, noch morgendlicher, sah»ch das Paradies. Ich ward nun immer gegen Mitternacht geführt. steil ab durch Pfade von Eiswüsten und kam in ein schreckliches Land. Di« Reise war, als bewege man sich in einer höheren Region um die Erde und ich hatte das sichere Gefühl des Nieder- steige»? der steilen Nordseite der Erde gegenüber. Der Weg war wüst und wurde gegen die Hölle zu absteigend dunkel nnd eisig. Als ich zu dem Orte deS Schreckens kam, war es, als käme ich zu einer anderen Welt nieder. Ich sah eine runde Scheibe (einen Kugelabschnitt). In der Annäherung war es, als wenn nian über der Erde schwebt. Ich sah alles in Massen: hier einen Flecken schwarz, dort Gluth, dort Qualm, dort Nacht. Die Grenze des Gesichtskreises war immer Nacht." Ein andermal beschreibt Katharina Emmerich die Hölle wie folgt:„Sie erschien mir in Form eines unübersehbar großen, schrecklichen, schwarzen, metallglanzenden Felsenbaues, dessen Ein- gang ungeheure, furchtbare, schwarze Thorr mit schweren Riegeln und Schlössern bildeten.... Ich sah die gräßlichsten Wüsten und Sümpfe voll Qual und Pein und allem, waS Greuel und Ekel und Entsetzen erregen kann. Ich sah Tempel, Altäre, Schlösser. Throne, Gärten, Seen, Ströme des FlucheS, des Hasses, deS Greuels, der Verzweiflung, der Verwirrung, Pein und Marter." Die heilige Theresia schildert die Hölle etwas abweichend, sie sagt:„Der Eingang kam mir wie«in langes, enges Gäßchen vor, gleich einem sehr niedrigen, finsteren, engen Backofen. Am Boden befanden sich kothige, scheußliche Wafferpfützen, die einen Pestgeftank ausdünsteten und von Würmern und Ungeziefer wimmelten. Am Ende war in der Wand etwas wie ei» tiefes Loch, gleich einem Kasten, in den ich hineingepreßt wurde." Man darf natürlich nicht glauben, daß sich der Satan selbst an einem solchen Orte besonders heimisch fühlt. Hat er doch einmal dem seligen Ordensgeneral Jordan offenbart: wenn eine Säule von der Erde bis zum Himmel ginge, welche von oben biS unten voll spitziger Pfriemen, Messer und Haken wäre, so wollte er sich von letzt bis an den jüngsten Tag, ohne Unterlaß an dieser Säule auf- und abziehen lassen, wenn er nur ein paar Augenblicke lang wieder in den Himmel kommen könnte. Ganz ähnlich äußert sich»in Teufel mann, der sich dem Pferde muthig entgegenstellte, aufgehalten und zum Stehen gebracht wurde, ehe es weiteren Schaden an- richten konnte.— An der Mühlendammer Schleuse wurde die bereits stark verwest- Leiche eines ManneS angeschwemmt und nach dem Schauhause gebracht. Aus de» Nachbarorten. AdlerShof. Die Arbeiter und Parteigenossen werden darauf aufmerksam gemacht, daß für Glienicke und Adlershof eine Parteispedition besteht. Bestellungen auf den„Vorwärts". das„Volksblatt" und die übrige Parteiliteratur nimmt für Glienicke Otto Spieker, Grünauerstr. 9, für Avlershof Frau Plöger, GenossenschastSstr. 21, Frau Wiefenhütter, Kaiser Wilhelmstr. 23, und Frau Hempel, Oppeustr. 3, entgegen. Die Telephondiebe statten jetzt auch den Vororten ihre unliebsamen Besuchs ab. In den letzten Tagen wurden sowohl in Treptow wie in Stralau mehreren Gastwirlhen die„Horcher" gestohlen. Die Diebe verüben ihre Thal meist zur oder kurz nach der Feierabendstunde der Fabrikarbeiter, während welcher Zelt die Gastwirthe am beschäftigsten sind und wenig Umschau halten können. Da es infolge der Gleichartigkeit der„Horcher" nicht leicht ist, die Diebe und deren Abnehmer zu finden, wird von fachkundiger Seite der Rath gegeben, an den Horchern sogenannte Brandzeichen anzubringen, die unmöglich zu entfernen sind. Dem Gastwirth W. in der Stralanerstraße wurden die vor eiinge» Tagen geraubten Telephonapparate, die mit einer derartigen Inschrift versehen waren, sogar von den Dieben mit einem humoristisch sein sollenden Schreiben zurückgeschickt. Nebcr de» Charlottenburger Leprafall erfährt das „B. T.", daß die Kranke, welche»ach genauen»euerdingS festgestellten Ermittelungen die Keime zu der späteren Erkrankung in Brasilien ihrem Körper einverleibt hat, von ihrem behandelnden Arzte einer Anzahl von Kollegen vorgestellt worden ist. Im Vergleich zu dem von der Medizinalbehörde und Professor Robert Koch beim Beginn der Behandlung festgestellten Krankheitsbefnnd ist eine wesentliche Besserung eingetreten. Die Knoten und Ge- schwürsflächen an den Ohren, am Gesteht. namentlich an der Stirn sind geschwunden, die Hautfärbung»st bedeutend aufgehellt. Die Schmerzen an den Händen und an den Füßen sind ge- schwunden, die geschwollenen Partien sind vollständig abgefallen. Während die Patientin viele Monate lang hilflos im Bette liegen mußte und entsetzliche Schinerzen litt, vermag st« nunmehr mühelos und anhallend zu schreiben und stundenlange Spazier- gänge zu machen. Die Empfindlichkeit der Haut ist wieder völlig hergestellt. Früher wurden selbst die höchsten Temperaturen, Siedehitze des Wassers nicht empfunden, jetzt wird eine Tempe- ratnr von 26 Grad schon gespürt. Der Arzt ist der festen An- ficht, daß die Kranke einer vollständigen Genesung entgegengeführt werden wird. AnS Sprcmbera berichtet die„Märk. Volksstimme": In Slamen wurde der Metallarbeiter Müller, der im Jahre 1337 sahnenflüchtig geworden ist, von einer Militärpatrouille ver- haftet und zu seinem Regiment trausportirt. Müller wurde wegen seiner Desertion schon einmal inhaftirt, er ermordete aber damals seinen Transporteur und entkam. Seit einigen Jahren hat er nun in Slamen unter dem falschen Namen Pietow seinen Wohnsitz aufgeschlagen, Arbeit genommen und auch geheirathet. Tie Zuckcrrüben-Eriite ist jetzt in vollem Gange. Die Ernte fallt gut aus. Das Nettogewicht der Rüben pro Morgen schwankt zwischen 161—200 Zentner. Auf de» Bahnhöfen, welche in den Rübendistnkle» liegen, finde» derart bedeutende Ver- ladungen statt, daß sich die Bahnhofsanlagen als zu klein er- weisen. Von diesem großen Segen profitiren ausschließlich die Rübenbarone. Die Erntearbeiter, die sog. Sachsengänger, ver- kümmern im menschenunwürdigen Elend. GeHvevbv-NuslkvlluitJg 1896. AnS der Kolonialausstellung berichtet die„Volks- Ztg.": Eine höchst lächerliche Komödie hat man bei der vorgestern er- folgten Abreise der Kameruu-Neger auS der Kolonialausstellung in Szene zu setzen für gut befunden. Nachdem die Schwarzen einen grotesken Kriegslanz ausgeführt hatten, mußte der„Ober- häuptluig" Bruce hervortreten und folgendes Sprüche! aufsagen: „Als der Ruf an uns nach Berlin zu reisen ergangen ist. dahaben wir demselben gern Folge geleistet, um die Liebe zu Deutschland und dem deutschen Kaiser zu zeigen, das war der Grund unseres Hierherkommens, nicht etwa die Sucht nach Geld, wie viel- leicht mancher hier glaubt. Und wenn einmal der deutsche Kaiser von uns verlangt, daß wir eine schwere Last für Deutschland auf uns nehmen, und wir können sie nicht auf unserem Kopfe tragen, zu St. Peter i» Köln:„Wäre eine Säule von glühendem Eisen." sagte er,„mit Scheermessern und Stachel» bedeckt, so u. f. w." Di- Teufel rächen sich für daS, waS ihnen entgeht, natür- lich durch ausgesuchte Peine», denen sie die unglücklichen Verdammte» unterwerfe». In der 47. Hölleugeschichte wird eine solche Folterszene wie folgt beschnebe»:„Die Teufel banden ihn(den Verdammten) anfangs niit feurigen Ketten, dann aber legten sie ihn auf ein feuriges Bett, rufend: er sei müde. Nach diesem gössen sie ihm Feuer und Schwefel ins Maul, sodann forderten sie ihn auf. em hübsches Lied zu singen, dessen er bewußt wäre, oder Schnacken und unzüchtige Dinge, die er auf der Welt gesungen. Er entschuldigte sich, er könne nicht singen, der Hals sei voll Schwefel und Feuer.„Du mußt singe»." sagten sie,„Du wirst Deine sauberen Lieder nicht schon vergessen haben; sing' von der grünen A», von der ver- liebten Frau, von der wilden Sau, vom Mailüstche»." „Singen kann ich nicht", entgegnete er,„aber heulen und klagen"— ic.:c. Wir übergehen die Geschichte von dem alten Wucherer, dessen Söhne sich bei lebendigem Leibe Fett aus dem Arme ausbraten lassen sollten, ebenso die Geschichte vom Pater Bussy, der den Arm eines junge» Freigeistes ins Feuer steckte, um ihm die Qualen der Hölle anschaulich zu machen, und endlich auch die Geschichte von der Brandnarbe, die ein» englische Dame ihr ganzes Leben lang an der Stelle deS Armes trug, an der ein zur Hölle verdammter junger Lord sie bei Gelegenheit feines gespenstischen Besuches angefaßt hatte. Wir wunder» uns über diese Dinge nicht, denn Keller belehrt uns in seinem 33. Kapitel ausdrücklich, daß e i n wirkliches Feuer, nicht nur-in bildliches, in der Hölle brenne. Und wenn ein Naturforscher an dem zweunaligen Sterben der Nonne von Poligny zweifeln sollte, so möchten wir ihm rathen, seinen Zweifel» Halt z» gebielen, damit ei ihm nicht gehe wie dem Franziskaner Johann Strachia(Höllen- geschichte Nr. SS), der wegen seiner leiden- schaftlichen Liebe für die Wissenschaften in die Hölle kam. Ließ doch s-lbst der gottlose Voltaire(Höllengeschichte Nr. 1»). ncchls auf den Höllenglauben kommen. Als ein Freigeist diesen Glauben einmal tadelte, meinte Voltaire:„Wenn unsere Bedienten solche Reden hören, sind wir nicht mehr sicher, ob sie unS nicht»ni- bringen." Der gute Dr. Keller hat den alten Spötter allerdings mißverstanden— na, aber da» schadet nichts. Wir bestreiten grundsätzlich keinem Menschen das Recht, zu erzählen undzuschreiben, was er will. Nur müssen wir ganz energisch dagegen protestiren. als ob Echristen wie die„Hundert Höllengeschichlen" eine geeignete Geisteskoft für die Kinder deS Volkes wären, und fordern die Eltern eindringlichst auf, allen Büchern ihre Aufmerksamkeit zu schenken, die ihren Spröß- lingen von Lehrern und Geistlichen in die Handgegebenwerden. Korax. Kunst und Wissenschaft. ben bann werden wir Sie auf unsere Schultern nehmen, und wenn sie- Jm Spielplan des Deutschen Theaters werben Janderen fagte ein abliger Rittergutsbesitzer gegen den Schuh unseren Schultern zu schwer wird, dann werden wir sie mit den Sudermann's" Morituri", die drei neuen Bühnendichtungen mann aus bestätigte aber das zutreffende der erhobenen Au Händen greifen und nicht los lassen, so lange Kraft in unseren Teja, Frißchen, und Das Ewig- Männliche außer am Sonntag tlage. Trotzdem nahm der Staatsanwalt Dr. Meyer Armen ist. Und wenn die Stunde der Kriegsgefahr kommt, dann Abend noch Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, sowie nächsten den Angeklagten in seinem Plaidoyer in Schuß. Er führte aus, tann sich der deutsche Kaiser auf uns verlassen. Wenn wir auch Sonntag und Montag in Szene gehen. Mittwoch werden Die das Amt eines Schußmannes sei ein äußerst schwieriges und es könne nicht so gut schießen können, wie seine Soldaten, treu find wir Weber gegeben, Sonnabend Julius Cäsar mit Herrn Kainz als wohl vorkommen, daß ein Sicherheitsbeamter bei Ausschreitungen ihm bis zum letzten Athemzuge." Wie kann man blos! Antonius. Als Nachmittagsvorstellungen zu ermäßigten Preisen einmal im Augenblick der Erregung das Ziel seiner Befugnisse Die Schlußfeier der Berliner Gewerbe Ausstellung findet find für heute Die Weber, für nächsten Sonntag Hanneles überschreite. Bei dieser Sache sei aus einer Mücke ein am Donnerstag, den 15. Oktober, nachmittags 4 Uhr bei zwei Simmelfahrt in Verbindung mit Ohne Liebe angefeßt. Elephant gemacht worden. Es sei nicht nachgewiesen, daß Mart Entree in Frack und weißer Binde statt. Das Lessing Theater bringt am nächsten Sonnabend der Angeklagte sich bei Begehung der Freiheitsberaubung Adolf' Arronge's Lustspiel Auna's Traum mit Herrn der Strafbarkeit seiner Handlung bewußt gewesen Engels als Gast zur ersten Aufführung, der sich nächsten ist. Der Körperverlegung habe sich der Angeklagte das die Entrüstung die Sonntag die erfte Wiederholung anschließt. Außerdem wird gegen schuldig gemacht und er finde Er beantrage deswegen Im Schauspielhanse gab es am Freitag eine wirkliche Herr Engels heute, Sonntag, im Schwant Der Herr Senator, Des Publikums darüber begreiflich. Première. Man muß darum nicht gleich darauf schließen, daß Montag im Lustspiel Die Kinder der Exzellenz, Mittwoch in Kollege auf eine Geldstrafe von 50 Mart zu erkennen. Das Gericht Neuerer und Bilderstürmer ins ehrwürdige Schauspielhaus ge- Crampton und Donnerstag in Ostar Blumenthal's Lustspiel Das dagegen erkannte dem Schuhmann zwar mildernde Umstände zu, brungen wären. Beileibe! Ein fänftiglicher Herr aus Ungarns Einmaleins auftreten. Mit Frl. Groß wird heute, Sonntag, verurtheilte ihn aber zu 200 Mart Geldstrafe. In der rebengefegneten Gauen, mit Namen Rudolf Lothar, thut so, Nachmittag, sowie Dienstag Madame Sans- Gêne und Freitag Urtheils begründung führte der Vorsitzende aus, daß der als göffe er in seinem Magyaren- Lufispiel vom Königs- Comtesse Guckert gegeben. Als nächste Nachmittags- Borstellung Gerichtshof sich veranlaßt gefehen habe, über das vom hinauszugehen. un Es ist tommt Das Glück im Winkel von Sudermann zur Aufführung. Staatsanwalt beantragte Strafmaß idyll" brausenden Feuerwein in neue Schläuche. Das Berliner Theater giebt folgenden Wochenspielplan zweifelhaft habe für Angeklagten tein Grund aber trotz der vielen zuckrigen Verse und trop ewig fußLüfterner Verliebtheit, die das Wesen der Komödie aus heraus: Montag, Mittwoch, Freitag( 6. Abonnementsvorstellung), vorgelegen, zur Berhaftung des Hins zu schreiten. macht, gar gar kein Feuerwein, der tredenzt wird. Der Sonnabend und Sonntag Abend König Heinrich; Dienstag Faust Es müsse jedoch zu gunsten des Nows angenommen werden, daß uralt harmlose Spaß von dem Mädchen, das unerkannt den mit Herrn Sommerstorff und Herrn Bobl; Donnerstag Oldens er thatsächlich im guten Glauben gehandelt habe. Eine KörperDer ganze 3 wischenfall zufünftigen Gatten, den unwilligen Jüngling, dem sie durch Offizielle Frau. Nächsten Sonntag Nachmittag Vorstellung zu volks- verlegung dagegen liege vor. leidige Konvenienz nur zugesprochen wurde, zur Liebe bekehrt thümlichen Preisen Wilhelm Tell. Dir. Lautenburg giebt im Neuen sei vom Angetlagten hervorgerufen worden, und zwingt, ist diesmal ins Bußtenkostüm gesteckt und das Paar, Theater Montag zu Ehren des Ungarischen Landes- Industrie- und zwar dadurch, daß er die Gebrüder Hing ganz unberechtigter das sich meidet und findet, heißt Mathias Coroinus, König vereins eine Festvorstellung, worin das Lustspiel Illusionen von Weise duzte. Strafverschärfend käme dem Angeklagten zu Lasten, von Ungarn. und Prinzessin Beatrice von Neapel. Arpad v. Berczik zusammen mit dem Biffon'schen Schwant Familie daß er die Mißhandlung des älteren Hinz auch dann noch Wenn man ferner erwägt, wie hochtrabend nach Ungar- Pontbiquet in Szene geht. Der Wochen Spielplan des Neuen fortsette, als legterer sich nicht mehr sträubte oder widersetzte. weise und wie schönrednerisch Held Coroin von Königs Theaters ist: Sonntag Abend Familie Bontbiquet, Sonntag würde und Magyarenthum, vom Fiedelklang und brausenden Nachmittag Der Hüttenbefizer; Montag Familie Pontbiquet; Cymbelschlägen zu sprechen weiß, und daß der stolze Mat Dienstag Familie Pontbiquet; Mittwoch, zum ersten Wiale: towsky den Mathias in seinem Fortissimo spielte, so wird Bocksprünge, vorher: Opus I; Donnerstag, Freitag, Schiffsbrand. An Bord des Dampfers des Desterreichischen man die Erklärung dafür finden, daß das gutmüthige Publikum Sonnabend und Sonntag Bocksprünge, vorher Opus I, Sonn Lloyd Diana", der sich zur Zeit auf der theffalischen Reiselinie wieder einmal begeistert war. Mit Bühnenkunft oder Literatur tag Nachmittag Der Hüttenbefizer. Im Schiller- befindet, ist ein Brand ausgebrochen, zu deffen Bewältigung das hat derlei Ruckerfeelchen- Poesie dennoch nichts zu schaffen. Sie Theater Sie Theater wird heute Sonntag Nachmittag das Shake- Schiff am Eingange der Dardanellen leicht auf grund gesetzt abends speare'sche Lustspiel Was Ihr wollt, zerfließt in Charakterlosigkeit. Ein toller werden mußte. Ginfall gegeben; im Bürgersaal des Rathhauses ist Reuter- Selbst ein schlafender Fakir braucht sich nicht alles geAbenb. Montag und Donnerstag wird Ein Schritt vom Wege, fallen zu laffen. Das ist jetzt gerichtlich entschieden und wird Dienstag und Mittwoch Der Sohn der Wildniß wiederholt, jedenfalls zu Manchester als Präzedenzfall gelten. Dort wurde Freitag geht Der Bureaukrat in Szene. Sonnabend kommt gum in einem Variété Theater ein Fakir in hypnotischen Schlaf vererften Mal zur Aufführung Münchhausen. Lustspiel in feßt und laut Programm erst nach einer Woche wieder auf1 Aft von Schnitzer und Fließ, und Der Zerrissene, Posse geweckt; unterdessen aber staunte ihn die Menge an. Nun lud in 3 Akten von Johann Nestroy. Jm Theater Unter bie Leitung der Veranstaltung das Publikum ein, sich dadurch von der Echtheit des Schlafes zu überzeugen, daß aus seiner Mitte fich ein Ueberwachungs Ausschuß bildete, der den Fatir danernd zu kontrolliren hatte. Wirklich fanden sich einige Herren, die sich bereit erklärten, eine Nacht beim Fakir zu durchwachen. Mit einer ordentlichen Batterie Bierflaschen versehen, stellten sie sich abends ein. Zuerst spielten sie Whist und Poker, aber wie die Stunden verstrichen, wurde ihnen das zu zahm, und so begannen sie denn, den Fatir etwas handgreiflich zu kontrolliren". Dem Kigeln und Kneisen gegenüber hielt der indische Gottesmann wacker stand; als aber einer ihm die brennende Zigarre an die Nase hielt, sprang er aus dem Sarge und versette dem Verwegenen einen wohlgezielten Fauftschlag auf das linte Auge. Eine Viertelstunde lang ging es recht leb haft zu, dann zog man auf die Sanitätswache. Und der Polizeirichter entschied, daß brennende Zigarren nicht zu den legitimen Rontrolmitteln schlafender Fatire gehörten. Das Volks- Theater wird vom Beginn der neuen Woche ab Familienbillets zum Entree und zweiten Parkett, 10 Stück für 3 resp. 6 M., zur Ausgabe gelangen laffen. Sonntags haben diese Familienbillets jedoch teine Giltigkeit. Direktor Samst prangt abermals in voller Firigkeit. Er theilt uns mit, daß er Nansen's Reise nach dem Nordpol als großes Ausstattungsstück auf dem Alexanderplatz- Theater zur Aufführung bringen werde. Darauf hat man in Berlin gerade gewartet. Gerichts- Beitung. 1 Vermischtes. 0 Sprechlaal. Die Redaktion ftellt die Benutzung des Sprechjaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dent publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Dr. 8 adet. den Linden wird heute, Sonntag, nachmittags die Strauß fche Operette Die Fledermaus gegeben. Abends tommt Lecocqs Operette Der kleine Herzog zur Aufführung.- Vom Der Direktor der Nationalgallerie, Professor v. Tschudi, Friedrich Wilhelmstädtischen Theater ist Wag der von seinem Urlaub zurückgekehrt ist, wird dem Bernehmen Kreger's neuestes Berliner Volksstück Der Lodvogel zur Auf nach als seine erste große Aufgabe die Neuordnung der Samm führung angenommen worden. Ferner hat Karl Bleibtreu lung in Angriff nehmen. Kürzlich wurde ein Versuch mit einer der Direktion des Friedrich Wilhelmstädtischen Theaters ein neuen Hängevorrichtung und einem tiefrothen gewebten Hinter neues Drama zur Aufführung übergeben. Für heute Sonntag grunde in einem Kabinet des Erdgeschosses gemacht. Es hat ist Kleist's Käthchen von Heilbronn zur Aufführung angefeßt. sich dem Berliner Tageblatt" zufolge gezeigt, daß viele Das 3entral- Theater bringt seine neue AusstattungsWerke ungünstig hängen, entweder zu hoch oder in Ver- burleste Eine wilde Sache nächsten Mittwoch zum 25. Male. bindung mit anderen, zu denen sie durch ihre Motive Jm Thalia Theater( früher Adolph Ernst- Theater) bleibt oder Farbenstimmung nicht passen. Der Hauptmißstand das Stück Gebildete Menschen vorläufig fest auf dem Spielplan. aber ift, daß die Säle überfüllt überfüllt sind; es wird unumgänglich nothwendig sein, eine ganze Reihe werthlofer und veralteter Bilder aus der Gallerie zu entfernen. Nur unter dieser Bedingung wird sich eine fünstlerisch vornehme und Die Bäcker Verordnung hat indirekt eine Privatklage wirkungsvolle Neuordnung durchführen laffen. Zu erivägen ist unseres Parteigenossen des Bäckermeisters Peto Id aus Löbtau auch, ob sich weiterhin das Ausleihen von Kunstwerken in die bei Dresden veranlaßt, die gestern vor dem hiesigen Schöffen: Provinz beibehalten läßt. Wiederholt find Gemälde in einem Interesses zur Berfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem schadhaften Zustande zurückgekehrt; so war es beispielsweise gericht verhandelt wurde. Angeklagt war der Redakteur der von Jubalt deffelben identifizirt zu werden. nöthig gewesen, Böcklin's" Gefilde der Seligen" durch den Re: Wilhelm Baersch hierselbst. Herr Bezold gehörte zu denjenigen der hiesigen Bäckerinnung herausgegebenen Bäderzeitung", Die Unterzeichneten erklären, daß die bisherige Haltung des ſtaurateur des Museums erneuern zu laffen. Uebrigens zeigt Bäckermeistern, die seinerzeit von der Arbeiterschußkommission Sozialistischen Akademikers" in keiner Weise die Gründung eines auch Spangenberg's" Bug des Todes" einen bedenklichen Riß, vernommen wurden. Abg. Bebel hatte ihn seinerzeit in einer Ronfurrenzorgans, wie sie in Nr. 232 des Vorwärts" für den der das ganze Bild von oben nach unten durchzieht. Reichstagsrede als einen weißen Raben bezeichnet, denn 15. Ottober angekündigt ist, rechtfertigt. Sie halten ein solches Gutenberg: Feier. Aus Mainz wird der Voff. 3tg." er hatte vor der Kommission ausgesagt, daß er mit einer Unternehmen, das sich nicht im geringsten auf prinzipielle Gründe berichtet: Die für das Jahr 1900 in Aussicht genommene Feier neunstündigen Arbeitszeit einen Betrieb eingerichtet habe, berufen könnte, für durchaus illoyal und sind bereit, das alte des 500jährigen Geburtstages Johann Gutenbergs, des Erfinders bei dem er im stande fei, allen Bedürfnissen seiner bewährte Organ der sozialistischen Akademiker in jeder Beziehung der Buchdruckerkunft, soll bald nach der hier im November statt- Kundschaft gerecht zu werden und noch in Die Lage nach wie vor zu unterstützen. findenden Reichstagswahl in Vorbereitung genommen werden. gekommen sei, die Sonntagsarbeit abzuschaffen. Ueber diesen Curt Baate, Dr. Christeller, Dr. Friedeberg, Oberbürgermeister Dr. Gaßner wird zu diesem Zwecke die Bildung sozialdemokratischen Muster- Bäckermeister" brachte das Jmmungs- Dr. Kollwig, Dr. Mag- Stettin, Dr. Conrad Schmidt, eines aus Deutschen und vielleicht auch aus Ausländern be- organ in seiner Nr. 9 einen Artikel, in welchem mitgetheilt stehenden Komitees vorschlagen. Die Feier soll einen inter- wurde, daß dieses Kunststück Pezold's dadurch seine Erklärung nationalen Charakter tragen. finde, daß er mit Hinterlassung einer großen Schuldenlast verRussisches. Das Exekutivkomitee für den im September duftet sei, nachdem er noch so unhöflich gewesen, feine, Genossen“ Briefkasten der Redaktion. des nächsten Jahres in Moskau abzuhaltenden zwölften inter- hineinzulegen. Wer seine Mehlrechnungen nicht bezahle, so fügte Die juristische Sprechstunde findet am Montag, nationalen Aerztetongreß macht bekannt, daß die das Blatt hinzu, fönne wohl leicht die reelle Konkurrenz aus dem Dienstag, Freitag und Sonnabend von 7/ 2-8% Uhr leidige Paßangelegenheit für die israelitischen Theilnehmer nun- Felde schlagen. Die Bäderzeitung" war genöthigt, die thatabends statt. mehr endgiltig erledigt ist. Danach erhalten diese israelitischen fächliche unwahrheit dieser Mittheilung anzuerkennen und E. St., Schleußig. Einverstanden. Kongreßbesucher ihre Reisepäffe unter den gleichen Bedingungen einer Berichtigung Behold's, der nicht verschwunden war, Raum Lange, Friedrichsberg. Am 7. Februar 1882. wie alle übrigen. Sie haben also nur nöthig, ihre Pässe bei den zu geben. Letzterer hat nun noch den Privatflageweg gegen alle 5. St. 2. 1. Nein. 2. Wenden Sie sich unter Darlegung russischen Konsulaten in ihrer Heimath visiren zu lassen. Diejenigen Zeitungen beschritten, die den falschen Bericht ber des Sachverhalts an die Staatsanwaltschaft. Friedrichs Neue Funde. Dem kaiserlichen Museum in Konstantinopel Bäckerzeitung" nachgebruckt hatten. Der Kläger hatte unter Behagen 75. Sie können sich an den Juftizminister mit einer ift kürzlich eine Anzahl Thontafeln aus der zweiten und dritten weis gestellt, daß ihm durch den Artikel großer Schaden zugefügt Beschwerde wenden. Erfolg hat solche aber nur sehr selten. Dynastie von Ur und der ersten Dynastie von Babylon von worden sei, da er infolge desselben nur mit Schwierigkeiten und Strausbergerstraße U. Nein.- Heirath. Frauen dürfen einem Beamten geschenkt worden. Darunter befindet sich eine, unter erhöhtem Preise von den Mehlhändlern in Dresden sein erst nach Ablauf des zehnten Monats feit Beendigung der die für die alttestamentliche Geschichtsforschung von Bedeutung Mehl habe beziehen können. Er verlangte daher nicht nur früheren Ghe eine weitere Ehe schließen. Dispensation ist zuwerden wird. Sie enthält einen Brief des Königs Hammurabi eine Bestrafung des Angeklagten, sondern auch eine läffig. Das Dispensationsgesuch ist an das Amtsgericht zu ( des Amraphel der Bibel) an König Sinidinam von Larsa Buße von 3000 M. und hatte eine ganze Reihe von richten. Zweckmäßig ist die Beifügung eines Hebeammenattestes. ( biblisch Ellafar), worin der bisher von den Assyriologen in der Beugen aus Dresden geladen, welche seine Behauptungen be Reilschrift- Literatur vergeblich gefuchte König Redorlaomer, der süglich des erlittenen Schabens bestätigen follten. Der Kläger 1. Moses 14 mit Abraham in Verbindung gebracht ist, er wurde durch R.-A. Heine, der Angeklagte durch R.- A, Sand wähnt wird. Die Veröffentlichung der Tafel ist demnächst zu berg vertreten. In einem anderen Prozesse war zur Sprache gekommen, daß der Artikel von dem Obermeister Bernard Theater Wochenchronik. Opernhaus: Sonntag, auf grund brieflicher Mittheilung aus Dresden verfaßt worden 11. Ottober: Die Hugenotten. Anfang 7 Uhr. Montag: 12. ft. Nach sehr langen Vergleichsverhandlungen tam zwischen Der Barbier von Sevilla. Rosine: Frau Marcella Sembrich, den Parteien ein Vergleich zu stande, wonach der Angeklagte den fönigl. Rammerfängerin, als Gaft. Phantasien im Bremer Raths Namen des Dresdener Briefschreibers nennt, eine zufrieden feller. Dienstag, 13.: Die Hochzeit des Figaro, Mittwoch, 14.: stellende öffentliche Erklärung erläßt, sämmtliche Kosten überDer fliegende Holländer. Donnerstag, 15: Die Hochzeit des Figaro. nimmt und an den Kläger eine Buße von 1000 art zahlt. Swinemünde Hamburg Freitag, 16.: Cavalleria rusticana. Bajazzi. Nedda: Frau Wegen Freiheitsberaybung und Körperverlegung hatte Berlin Marcella Sembrich, tönigliche Rammersängerin, als Gaft. sich vor dem Landgericht in Danzig der königliche Wiesbaden. Sonnabend, 17.: Das Heimchen am Herd. Sonntag, 18.: 3weite Schuhmann Johannes Nows von dort zu München Sinfonie der tönigl. Kapelle. Anfang 7 Uhr. Montag, 19.: Der Vorfall, um den es sich handelt, hat seinerzeit in Danzig Wien Der Freischüß. Neues Operntheater( Kroll). Sonn- großes Aufsehen erregt. Die Anklage beschuldigte den SchutzHaparanda. tag, 11. Oftober( zu ermäßigten Preisen): Ein Boltsfeind. mann, den Fleischer Hin aus Zuckau ohne Berechtigung Betersburg Donnerstag, 15. Oktober, abends 72 Uhr: Bopf und Schwert. festgenommen, ihn dabei mit einer Peitsche, mit den Cort Sonnabend, 17. Oktober: Wohlthätigkeits Borstellung. Füßen und mit der Kette, womit der Fleischer gefchloffen Aberdeen. Schauspielhaus. Sonntag, 11. Ottober: Ein Könige werden sollte, mißhandelt und ihn schließlich gewaltsam ins Paris. ioyl. Montag, 12.: Fauft. Anfang 7 Uhr. Dienstag, 13.: Polizeigewahrsam geführt zu haben. Der Schuhmann stellte Ein Königsidyl. Mittwoch, 14.: Goldfische. Donners den Vorfall in wesentlich milderem Lichte dar, bestritt tag, 15.: Ein Königsibyll. Freitag, 16.: Das Winter- insbesondere, daß er, wie ihm gleichfalls vorgeworfen wurde, märchen. Sonnabend, 17.: Ein Königsidyll. Sonntag, den Fleischer gebuzt hat, und will sich in berechtigter Ausübung 18.: Geschlossen. Montag, 19.: Das Käthchen von Heilbronn.- seines Amtes befunden haben. Das Beugenverhör- unter erwarten. Arbeitsmarkt. Simsmacher, " " finden fof. Stell.( ohne Anzahlung) inSchneider- Lehrjunge Komptoir Staligerftr. 18, 1 Tr. r. Mehrere Barockvergolder, zirka 50 Mann, werden bei Beltener Versilberer und PoliturLohntarif sofort verlangt und finden dauernde Beschäftigung auf Mücke's Werke, Sindow i. d. Mart, Bahn- finden bei guten Lohnsätzen dauernde station. Fahrpreis bin u. zurüd 2,20 m. Beschäftigung. Patentgummi- Arbeiter,[ 891b ein tüchtiger, von einer bed. Fabrik als Meister gesucht; dauernde Stellung b. gutem Gehalt. Offerten unter 3. S. mit besorgt die Exped. d. Bl. Arbeiter A. 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Ryteftr. 4. 9166 Meldungen erbittet F. Riehl, Tres towftr. 26a. Steppdecken Arbeiterinnen verlangt M. Bau'r, Königstr. 61, V, IV. Mamsells auf bessere Jackets, 2,50 und 3 M. v. Brauchbar, Demminers 933b straße 58, 2 Tr. Schneider- Lehrling, Sohn achtbarer Eltern v. Mathieuftr. 19, v. III. r.[ 894b Versilberer verlangt Admiralftr. 7. Vergolder- Lehrling sucht die Goldleiften- Fabrit Blumenftr. 34, 2 Tr.[ 911b Berfilb.v.Müller, Rigd., Schönweiderst 27 Plätterinnen auf geschweifte und Tüchtige Arbeiterin auf Jackets grade Umlegetragen in und außer dem werden sofort verlangt Wiesenftr. 81, I. Hause sucht M. Treppe, Lothringerstraße 16, 1. Quergeb. 4 Tr. 921b Tüchtige Einleifter auch Einfafferin finden dauernd gute Beschäftigung Filaschubfabrik Simon u. Co. Neue Königstr. 39. Zücht. fol. Steinmeh, in allem erfahren, fof. gef. als Verkäufer, Vorsteher und Schrifthauer. Wohnung beim Ge schäft. Müllerstr. 34, 1 Tr. rechts.[ 9046 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 11. Ottober. Volksvorstellung im Belle- AllianceTheater. Nachm. 3 Uhr: Rabale und Liebe. Opernhaus. Die Hugenotten. Montag: Der Barbier von Sevilla. Phantasien im Bremer Raths. feller. Schauspielhaus. Ein Königsidyll. Montag: Fauft. Nenes Opern Theater.( Kroll.) Ein Volksfeind. Deutsches Theater. Morituri. I. Teja. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direktion: Richard Schultz. Sonntag, den 11. Oktober: Emil Thomas a. G. Eduard Steinberger a. G. Bum 22. Male: Eine wilde Sache. Große burleste Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von W. Mannstädt und J. Freund. Musit von J. Einödshofer. Anfang 28 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/73. Direktion: W. Hasemann, fönigl. preuß. Kommissionsrath. II. Frißchen. III. Das Ewig Gebildete Menschen. Männliche. Nachm. 3 Uhr: Die Weber. Montag: Morituri. I. Zeja. II. Fritchen. III. Das EwigMännliche. Berliner Theater. Joachim von Brandenburg. Nachm. 1/23 Uhr: König Heinrich. Montag: Diefelbe Borstellung. Leug- Theater. Der Herr Senator. Nachm. 3 Uhr: Madame SansGêne. Montag: Die Kinder der Exzellenz. Theater des Westens. Jung gefreit. Nachm. 3 Uhr: Tausend und eine Nacht. Montag: Jung gefreit. Neues Theater. Die Familie Bontbiquet. Nachm. 3 Uhr: Der Hüttenbefizer. Montag: Die Familie Fontbiquet. Thalia- Theater. Gebildete Menschen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Ninette im Schnee. Montag: Dieselben Vorstellungen. Theater Unter den Linden. Der tleine Herzog. Hierauf: Die Bajadere. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Der Kleine Herzog. Schiller- Theater. Ein toller Einfall. Nachm. 3 Uhr: Was ihr wollt. Montag: Ein Schritt vom Wege. Belle Alliance Theater. Mamsell Vielliebchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bentral- Theater. Eine wilde Sache. Montag: Dieselbe Vorstellung. Der deutsche Ostend Theater. Michel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wiener Volksstück in 3 Akten von Viktor Léon. Morgen: Dieselbe Vorstellung. 0000 00000 Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler& Fröbel. Großer Jubel herrscht über das Neue riesengroße Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater shr. Sternwarte Invalidenstr. 57–62 täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Lehrt. Stadtbahnhof Eintritt 50 f. = Im Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanfchläge. Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52 53. City- Passage Das Riesen- Oktoberprogramm enthaltend 14 Sensationsnummern Li- Hung- Chang! Das Neueste vom Neuen! Margarethe Nasarowska. Josephine von der Heilsarmee. Miss Ara. The two Gomez. Lotte Sieger. 3 Bollini. Adelaide und Erich u. s. m. Wochentags 8 Uhr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Passage- Panopticum. Aufang: ent Nur noch kurze Zeit. 42 wilde Weiber aus Dahomey. Castan's Oktober- Programm Panopticum Nur noch bis 16. Oktober: Die urkomischen Milardos! Die excentrischen Miltons! Die hochdrastische Schattenpantomime! Anfang 71/2 Ubr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirt 50 Pf. Sonnabend, den 17. Oktober: Wegen Privatfestlichkeit geschlossen. Volks- Theater Reichenbergerstr. 34. W Jeden Abend 8 Uhr. Ein vorsichtiger Mann! Poffe mit Gesang in 3 Bildern. Um 9, Uhr: Gr. Variété. Brothers Godart, Gebr. Kulper, Louise Bouwmeester, die fleine holländische Pistolenvirtuofin, und Hella Collier, Chansonette comique, Allererste Kunstkräfte. Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Neu! Ur- Australier ( Kannibalen). W.Noack's Theater Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, TheaterVorstellung. Auftr. von Spezialitäten Rünler 1. Ranges. Karlchens Tante. Schwank in 1 Att von Schmasow. Neu! Neu! 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Montag: Diefelbe Vorstellung. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Das Käthchen von Heilbronn, oder: Das heimliche Gericht. Nachm. 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig. Alexanderplatz- Theater. Ohne fittlichen Halt. Nachm. 4 Uhr: Tischlein deck' dich, Esel streck' dich, Knüppel aus dem Sadt. Montag: Ohne sittlichen Halt. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Was ihr wollt. Sonntag, abends 8 Uhr: Ein toller Einfall. Montag, abends 8 Uhr: Ein Schritt vom Wege. Friedrich Wilhelmstädt. Thea ter Chauffeeftr. 25/26. Dir. Max Samst. Das Käthchen von Heilbronn ober: Das heimliche Gericht. Romantisches Ritterschauspiel in 5 Atten von H. v. Kleist. Anfang 8 Uhr. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Klassiker: Borstellung: Othello, der Mohr von Venedig von William Shakespeare. Abends 8 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Oftend- Theater. Grosse Frankfurterstr. 132. Der deutsche Michel. Der deutsche Michel. Der deutsche Michel. Anfang 7/2 Uhr. Direktion: Cart Weiß. Alexanderplatz- Theater. Nachmittag 4 Uhr: Tischlein deck' didy, Esel stredi' dich, Knüppel aus dem Sack. Zaubermärchen mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Eugen Prudens. Abends 8 Uhr: Pikante Novität! 0 Oyne sittlichen Halt. Sittenbild aus dem Berliner Leben in 4 Aufzügen von Wilh. Friedhold. Morgen und die folgenden Tage: Ohne sittlichen Halt. Um 10 Uhr: Pladderadautz. Berliner Rückblicke in Wort und Bild. Entree 50 Pf. bis 3 M. Sonntag Anfang abends 7 Uhr. ApolloTheater. Friedrichstr. 218. Dir.: J. Glück. Signor Bernardi " JI Camaleonte". Mile. Fougère die Unübertreffliche. Ducreux und Giraldic. Robert Steidl. 7 Troubadours u. s. w., u. s. w., u. f. w. Raffeneröffnung 6 Uhr. Anfang 7/2 Uhr. Konzerthaus Sanssouci, Rottbuserstraße 4a: Heute, sowie jeden Sonntag und Donnerstag: Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Anfang heute 7 Uhr. Entree 50 Pf. 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Umgegend. D. Bergansty, Gubenerstr. 1. Alb. Groß, Weinstr. 22. Otto Friedrichs, Langestr. 41. S. und SO. E. Ludwig, Reichenbergerstr. 177. Alf. Haafe, Mariannenstr. 5. S. Kuschte, Staligerstr. 18. Fr. Taubert, Stalizerstr. 69. E. Heitmann, Liegnigerstr. 35. ( ein Kind unter 10 Jahren frei). Ausserordentlich reichhaltiges intereffantes Programm. Die 5 fache Post- Gust. Gründel, Weißenburgerstr. 40. fahrschule ger. v. Herrn Ernestro. Die Ad. Lasetky, Müllerstr. 12. besten Freiheitspferde. Auftr. d. Reit- Alb. Lehmann, Hochmeisterstr. 18. tünstlerinnen Miß Maud, Miß Orford, E. Saalmann, Schönhauser Allee 122. Sign. Theresa. Clifton Bros, Salon H. Hamig, Invalidenstr. 150. Akrobaten. Bär u. Schildwache, höchst H. Hoffmann, Marienburgerstr. 24. tom. Episode. Die vorzügl. Klowns. G. Walter, Ruppinerstr. 19. K. Kappe, Feldstr. 4. Abends 71/2 Uhr: H. Schwarz, Swinemünderstr. 65. B. Bojat, Putbuserstr. 47a. Otto Scholz, Müllerstr. 7. H. Hampel, Schliemannstr. 16. Millennium, Bilder a. Ungarn. 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Jahrg. felbstverständlich, daß die Mitglieder der Zahlstelle fich die in In der Diskussion spricht sich ein Redner im Sinne öffentlichen Buzerversammlungen gefaßten Beschlüsse zu eigen des Referenten worauf zu Werkstatt Angelegen machen. Nach Erledigung einiger Verbands- Angelegenheiten er beiten" übergegangen wurde. Von der Firma Dienst ba ch folgte Schluß der Versammlung. wird berichtet, daß seitens dieser in letzter Zeit wieder eine, und " In einer Parteiversammlung des sechsten Wahlkreises, die am Freitag im Lokale Marienbad" auf dem Gesundbrunnen tagte, hielt zunächst Genosse Hansen einen Vortrag über das Bürgerliche Gesetzbuch. Darauf berichtete Genosse Brink Die Freie Vereinigung der Kaufleute hielt am Mittwoch wenn auch geringe Lohnreduktion vorgenommen wurde. Man mann über die Parteikonferenz für die Proving Brandenburg. einen Vortragsabend im neuen Vereinslokale in den Armin habe dies über sich ergehen lassen und sei schließlich zwischen Er bedauerte, daß die Provinzialfonferenzen, obgleich dieselben hallen, Kommandantenftr, 20 ab. Kollege Maaß brachte eine Unternehmer und Arbeitern ein Tariffat festgelegt worden, an Er bedauerte, daß die Provinzialkonferenzen, obgleich dieselben der bedeutendsten politischen Reden, die Rede Emilio Castelar's bem nunmehr der laut Busage ber bedeutendsten politischen Reden, die Rede Emilio Castelar's nicht mehr vorgenommen werden sollen. Einige Tage später Firma Reduktionen für die Agitation von nicht geringer Bedeutung seien, unter den über Monarchie und Republik unter lebhaftem Beifall der sehr gut aber feien zwei Kollegen und zwar die Wortführer der Arbeiter, Genoffen tein sonderliches Jutereffe finden. Der Redner geht besuchten Versammlung zur Vorlesung. nun auf die bekannten Verhandlungen der Konferenz ein und noch bekannt, daß am 14. Oktober wieder ein Vortragsabend noch einmal auf dem Wege der gütlichen Verhandlung eine Der Vorsitzende machte Die Versammlung beschließt, kommt zu dem Schluß, daß man mit den Ergebnissen derselben noch bekannt, daß am 14. Oktober wieder ein Vortragsabend ohne Grund gekündigt worden. zufrieden sein könne. Der Erfolg der guten und kampffreudigen stattfindet. Ferner wurden die berbe Mitglieder aufgefordert, Mitglieder aufgefordert, Regelung zu versuchen. für Stimmung werde sich bei den nächsten Wahlen zeigen. Dornbusch zahlreichen Besuch am 26. Oktober statt ist nicht erbaut von den Resultaten, welche die Konferenz gezeitigt findenden öffentlichen Handlungsgehilfen- Versammlung, in Die Charlottenburger Töpfer hatten sich am Dienstag, der ber habe. Alle wichtigen Fragen seien offen geblieben und nur über Genosse Schoenlant aus Leipzig über ,, Die den 6. Ottober in Bismarckshöhe versammelt, um über die geringfügige Sachen sei verhandelt worden. In Zukunft müsse Sozialdemokratie die Handels- Angestellten" sprechen Frage des Anschlusses an den neugegründeten Verein der Sorge getragen werden für eine erschöpfende Behandlung der wird, zu agitiren. Außerdem wurde den Mitgliedern mitgetheilt, Töpfer Berlins und Umgegend" zu debattiren. Nachdem Kollege Tagesordnung. Ries, welcher eingehend die Arbeiten der daß am Sonntag, den 8. November, die Freie Vereinigung ihr Daudert in seiner Einleitung die Gründe der damaligen AufKonferenz bespricht, meint, auch die Agitationstommiffion sei diesjähriges Stiftungsfest in Cohn's Festfälen begeht und Billets lösung des Jntereffenvereins und jetzigen Neugründung dargelegt, von denselben nicht befriedigt, namentlich nicht von dem Be- beim Vorsitzenden zu haben find. gelangen die einzelnen Paragraphen des Statuts zur schluß bezüglich der Lokalfrage. Man hätte die Re Berlefung. Dieselben fanden vorbehaltlich der Höhe solution Pötzsch annehmen sollen, um eine gewiffe Grundstein's Lotal, Alte Jakobjtr. 75, eine öffentliche Bersammlung durch einstimmige Annahme der folgenden Resolution Die Arbeiter- Radfahrer hielten am 7. Auguft in Feuer der Beiträge die Zustimmung der Versammelten, was sie lage betreffs der Lokalfrage zu haben. Die Schuld an dieser ab mit der Tagesordnung: 1. Die Landagitation der Radfahrer bekunden: Die öffentliche Versammlung der Töpfer Charlotten unbefriedigenden Erledigung tragen weniger die auswärtigen, im Jahr 1896. 2. Verschiedenes. Die zu dieser Versammlung burgs erklärt sich mit den Beschlüssen der öffentlichen Bersamm als die Berliner Genossen, die nicht recht wüßten, was fie eingeladenen Mitglieder der Agitationskommission der Provinz lung der Töpfer Berlins und Umgegend vom 22. September eigentlich wollten. Auch die Genossen Kröhn und Zauschel Brandenburg fehlten leider. find mit der Erledigung der Lokalfrage nicht zufrieden, fie meinen die agitatorische Thätigkeit der Arbeiter- Radfahrer Genoffe Kern berichtete über einverstanden und macht es jedem Kollegen zur Pflicht, durch ferner, daß eine Regelung derselben im Sinne der Berliner Genossen sprach sein und Anschluß an den Verein der Töpfer Berlins und Umgegend" Bedauern darüber aus, daß die wünschenswerth fei. Auf Antrag Kröhn's wählte die Versammlung fahrer von seiten der Agitationskommission zu Agitations- nach Kräften zu fördern." Sämmtliche Anwesenden ließen sich Rad- unsere Bestrebungen zur Verbesserung unserer traurigen Lage drei Delegirte, Gröschke, Freithaler und Ernst, welche auf der touren wenig oder garnicht herangezogen würden. Unter Ver- hierauf in die Beitritts- Lifte einzeichnen. am 19. d. M. stattfindenden Konferenz über die Lokalfrage die schiedenem wurde ein Antrag angenommen, eine bestehende Lokalfommission verstärken und für die auf der Parteikonferenz Schuldforderung eines Genoffen für gelieferte Arbeiten dem von Pözsch gestellte Resolution eintreten sollen. eintreten follen. Hierauf Vorstand des Arbeiter- Radfahrer Bundes in Stuttgart zur berichtete Rietz über die Thätigkeit der Agitationskommission schleunigsten Erledigung zu überweisen. Schluß der Versamm für die Provinz Brandenburg. Nachdem die Versammlung ihm lung 12 Uhr. Decharge ertheilt hatte, wurde er als Mitglied der Agitationstommission wiedergewählt. Alle Anfragen die Arbeiter- Radfahrer betreffend sind an den Bertrauensmann M. Meland, Rungestr. 16, zu richten. " = Wilmersdorf. Jm Arbeiter Verein hielt am 7. Oktober Genoffe Günther( Weißenfee) das Referat über das KrankenkassenGefeß. Er zeigte klar und deutlich die Schäden des Gesetzes, aber auch seine Vortheile für die Arbeiter und führte zum Schluß an, daß die Genossen aufpassen sollen, damit ihnen die wenigen Rechte, die sie besitzen, nicht noch genommen werden. Es ent spann sich eine rege Diskussion. Die nächste Generalversammlung findet am 22. Oktober bei Klingenberg statt. werden, Schmied und Schmieß. Zum Schluß wurden der Gewerkschafts: stände eingeschlichen, deren Beseitigung sich schon längst noth. Arbeiterversicherung insoforn bequemer gemacht als sie nicht mehr bei jeder Lohnzahlung die Marken sondern einem etwa einDer Verein der Einsetzer( Tischler) hielt am 4. Oktober feine ordentliche Generalversammlung ab. Der Kaffenbericht erEine nur mäßig besuchte öffentliche Versammlung der gab im dritten Quartal eine Einnahme von 344,75 M., Ausgabe Lichtdrucker tagte am Donnerstag in den Arminhallen, um über 233,99 M. Mit dem Kassenbestand vom zweiten Quartal bleibt eventuellen Streit einzunehmen?" zu diskutiren. Einleitend führt das genaue Gegentheil deffen ausgeführt, was mich der Bericht die Frage:" Welche Stellung denken die Kollegen bei einem Berichtigung. In der Versammlung des Arbeiter. vertreter Vereins vom Dienstag dieser Woche habe ich ein Vereinsvermögen von 487,86 M. Hierauf folgte der Bericht Schöpfe an, daß die seitens der Lohnkommiffion vorgelegten bes Vorwärts" vom 9. d. M. fagen läßt. Nach der geplanten der Arbeitsvermittlungs- Kommission und Neuwahl derselben. Gewählt wurden: Hering, Jonas, Becker, Bußke, Fr. Klayer, Forderungen in Berlin bis zu einem gewissen Grade feitens der Neuregelung des Invaliditäts- und Altersver Schulz II und A. Hennig. In die Lichtkommission traten Arbeitgeber anerkannt und von den Arbeitern hochgehalten folgende Mitglieder ein: Hoffmann, Volkmann, Meißner, Bienefeld, werden; jedoch haben sich in den verschiedensten Betrieben Uebel- icherungs- Gesezes soll nämlich den Unternehmern die tommiffion 30 M. überwiesen. Das Vereinslokal sowie der Arwendig gemacht hätte. An der Hand einer Statistik weist Redner nach, daß in den 15 Berliner Lichtdruckereien ein Durch indem neben den Wochenmarken auch Monats, Vierteljahresin die Quittungskarten zu kleben brauchen, beitsnachweis befindet sich jetzt Grenadierstr. 33 bei Bußte. schnittslohn von 30 Mark gezahlt werde. Beschäftigt find Der Zentralverband Deutscher Maurer( Filiale I) tagte in diesen Ateliers 72 Drucker, von denen 37 organisirt oder Jahresmarken eingeführt werden sollen, die dann am am 4. Oktober. Zur Erledigung stand zunächst das Ergebniß sind. Gefeßliche Feiertage aber werden nur in 7 Werkstellen Ende folcher Perioden einzukleben sind. Ich habe nun einer Untersuchung, die wegen der Verleumdungen, die gegen als Arbeitstag gerechnet, während in 8. hierfür Abzüge gemacht darauf aufmerksam darauf aufmerksam gemacht, daß bei Franz Schuls erhoben wurden, eingeleitet war. Die Ver- werden. Der prozentuale Lohnzuschlag für Ueberstunden wird tretenden Bankrott des Unternehmers die Arbeiter ins fammlung ftimmte in der Angelegenheit folgendem Antrag nur von 4 Firmen, von 11 dagegen nicht bewilligt. Die beiden fofern schier geschädigt werden können, als ihnen zwar die Dähne zu:„ Nachdem durch die Verhandlungen der letzten letzten Punkte ließen somit ein energisches Einschreiten als Invalidenversicherungs- Beiträge abgezogen worden sind, der banfrotte Unternehmer aber am Ende des Quartals ober Mitgliederversammlung festgestellt ist, daß die Kollegen Raside dringend nothwendig erscheinen, hätte man die Gewähr, daß bei bankrotte Unternehmer aber am Ende des Quartals oder und Gericke nichts von den gegen den Kollegen Franz Schulz event. Arbeitseinstellung sich nicht weitere Arbeitskräfte finden Jahres nicht mehr zum Kleben" angehalten werden kann. Um geschleuderten Berleumdungen beweisen fonnten, spricht die würden, jedoch spräche der schwache Besuch der Versammlung dieser Gefahr für die Arbeiter vorzubeugen, empfahl ich, in die heutige Mitgliederversammlung dem Kollegen Franz Schulz für und die geringe Betheiligung an ben Organisations vom Arbeitervertreter- Berein beabsichtigte Petition das Berfeine bishin geübte Thätigkeit ihre volle Zufriedenheit aus." bestrebungen nicht dafür. Im übrigen stehe man eingangs nicht am Ende, sondern am Anfang dieser Perioden einzufleben langen aufzunehmen, daß die Marken für größere Beitabschnitte Getabelt wurde jedoch von sämmtlichen Rednern, daß Frar, einer tooten Saifon". Inwieweit die Lohnverhältnisse in der nicht am Ende, sondern am Anfang dieser Perioden einzufleben Schulz wegen diefer Sache dem Verband den Rücken kehrt. Provinz geregelt sind, beweist Redner gleichfalls durch statistische find. Max Pfund. Da derselbe auch Mitglied des Ausschusses war, wurde an seine Angaben, nach denen in Breslau 33, Roburg 21 und Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag und Montag tein Unterricht. Die Stelle Bubach gewählt. Hierauf referirte Neumann über dal 2 bed gar nur 17 M. Durchschnittslohn gezahlt wird. Seferäume sind von 10-12 Uhr vormittags resp. von 8 Uhr abends an ge Thema„ Was lehrt uns die diesjährige Lohnbewegung im Bau Organisirt sind von 195 Lichtdruckern Deutschlands nur 68; Wiederbeginn des Unterrichts am Mittwoch, den 14. Oktober. öffnet, Nordschule, Brunnenstr. 25. Südostschule, Waldemarstr. 14. gewerbe und wie stellen sich die Mitglieder zu den in der letzten ausgeschloffen in dieser Statistik ift Dresden, von öffentlichen Buzerversammlung gefaßten Beschlüssen?" Nachdem wo die Angaben Angaben fehlen. Die Nothwendigkeit einer Redner die Erfolge der Maurerbewegung in den verschiedenen allgemeinen Bewegung der Lichtdrucker liege wohl vor, Städten largelegt hatte, tam er zu dem Schluß, daß die bis- jedoch könne er unter den augenblicklich bowaltenden Verhältnissen herige Bewegung der Pußer nur Plänkeleien gewesen seien, der nicht dazu rathen. Redner ersucht am Schluß, fich gleich den Rampf werde erst kommen. Es bedürfe deshalb hierzu der Unternehmern enger zusammenzuschließen, um alsdann größten Einigkeit sämmtlicher Puzer. Dähne erklärt es für gegebener Zeit erfolgreich in ftraße 12a. eine Bewegung einzutreten. Arbeiter- Sängerbund Serlins und Umgegend. 1. Borsigender Sonntagsplandevei. zu I Lese- und Diskutirklubs. Polnischer Distutirtlub Jaros am Dombrowsty in Rigdorf tagt jeden Sonntag nach dem 15. des marr, bei Grube, Mariendorferstr. 5.- Morgenröthe, abends 9 Uhr Monats nachmittags 5 Uhr bei Preßler, Biethenstr. 69. Montag: Karl bei Trittelwig, Faltensteinstr. 7.- Sozialdemokratischer Leseund Diskutirklub für den Stadtbezirt 176: Bersammlung jeben 2. und 4. Montag im Monat, abends 8 Uhr, bei Buchmann, Gubenerso wird in der französischen Bürgerschaft, die in Geldsachen Phantasien geschwelgt und nun liegen die unerschöpflichen wenig Spaß versteht, das große Nachzählen beginnen. Die Phantasien bald in Feßen zu Boden. Wie wird doch stets mit Man tann fagen, was man will: Den gallischen Sarkasmus Russenfreundschaft ist kostspielig in ihrer Gier. Das geldkräftige dem Begriff epochemachend gespielt! Wie soll in hohem bildendhaben die Bürger Frankreichs in diesen Tagen des Ueberschwangs Frankreich bat so viel Opfer bereits gebracht und für tünstlerischen Sinn Epoche machen, was in flüchtiger Sommernicht preisgegeben. Es läßt sich kaum eine herbere Satire denken, seine guten Millionen hat es nicht einmal die volle saison zu grunde geht. Was soll das bedeuten, wenn man auf und fein Feind Frankreichs könnte galligeren Spott ersinnen, Freude gehabt, einen vielverheißenden, schneidigen Alliirten" den Markt hinausschreit: Ein neuer, fünstlerischer Ausstellungsals jüngst ein Pariser Wigblatt that. Ein Polizist von fontbarer in dem jungen Baren zu sehen. Die Chauvins von Paris mochten stil ist geschaffen, wenn Dieser Stil aus lauter er. Ernsthaftigkeit, nach dem Gesichtsausdruck beschränkt und bier- von dem nordischen Helfer wie von einem erzbewährten Sonnen- pumpter Herrlichkeit besteht. Bu Norwegern und zu Arabern, eifrig, frägt seinen Vorgesetzten, wie er sich in der Kaiserwoche" jüngling geschwärmt haben; und nun tritt ihnen in dem„ Ge- nach Spanien und nach Indien war man ausgezogen, au benehmen habe. Er hat wohl über dies und jenes Er- waltigsten diefer Erde" ein bedächtig diplomatisches Herrchen um ohne Wahl frappirende Stileigenthümlichkeiten zu finden und fundigungen eingeholt, und plötzlich wendet er sich an seinen Chef entgegen, das inmitten des Tumults blafirt und abgespannt zusammenzuschweißen. Was hat derlei Jagd nach Auffälligem, mit dem stumpfsinnig verlegenen Ansuchen: Wenn aber nun drein schaute und das vor lauter innerem Frösteln und vor grell Schreiendem mit wirklicher Kunst, die doch nur ein nothjemand schreit:„ Es lebe die Republik!", was mach' ich da? Müdigkeit bis gegen Mittag das Bett hüten mußte, wenn es wendiges Bauen und kein willkürliches Zusammenwerfen tennt, Soll ich ihn verhaften? beim üppigen Festsouper vielleicht ein Glas Sillery zu viel ge- innerlich gemein, selbst wenn man zugiebt, es wurde stellenweise 17 10 " 9 Man mag dem Ein gutes Stück tecker Selbftironie liegt in dem beißend toftet hatte. Sie lechzfen nach Wärme und Freudigkeit und eine blendend prunkvolle Illusion erreicht? Der erpumpten scharfen Wizbild; und wer sich selbst noch zum besten haben die vergrämte Melancholie eines Mannes, der im Miß- Allerweltsherrlichkeit wird der im Miß- Allerweltsherrlichkeit wird nun der trübselige Rehraus auffann, der ist zumindest noch nicht einer der schlechtesten. Ich trauen großgeworden, begegnete ihnen auf Schritt und gespielt. Die Theilunternehmer im Riesen Tingeltangel, fann mir sehr wohl eine andere Hauptstadt denken, die fagen Tritt. Erst in der Scheidestunde nach der Truppenschau die ihre Röpfe jest um so so trauriger niederhängen wir einen ähnlichen Rummel veranstaltete, als jetzt das von Chalons, die dem müden Zäsar Erlösung verbieß, laffen, je gieriger fie feinerzeit auf Profit ausgegangen republikanische Paris that. Wehe dem aber in dieser Stadt, wurde der auf immer befreundete". nicht perbündete Bar wärmer waren, schleichen geknickt nach Hause. der lachend seinen Mitbürgern die Wahrheit verkünden wollte und lebhafter im Ton. Da hatte Madame le Tsar" sich bei einst verhimmelten und nun geschmähten Arbeitsausschuß und noch dazu mit einem Seitenhieb auf die stockernste Polizei. den närrischen Helden der Straße weit populärer zu machen ver- nachsagen, was man wolle: Das Goldfieber, das die Leute Die Wuth der Gerechten würde sich gegen ihn fehren, mit entstanden. Vor ein paar Jahren noch deutsche Fürftentochter, ein blind gegen tühle Erwägungen macht, wußte er für seine rüsteter Bathetit würde man losdonnern und das wäre das ge- Sproß jener Herrscher, denen nach einer gewissen Art von Ge- Zwecke trefflich zu erregen. Allerdings stand ihm eine würdige, ringste, daß man ihn dem„ vaterlandslosen Gefindel" beizählte. schichtsschreiberei nächst dem Allgewaltigen von Friedrichsruh höchst ehrenwerthe Lokalpreffe zur Seite und wie verstand sie, So trübe Krankheitserscheinungen auch in Paris aufgetaucht das alleinige Verdienst am deutschen Einigungswerke zukommt, das Goldfieber zu schüren. Der Herenfabbath ist vorüber, die fein mochten, das Eine bleibt trotz allem wüsten Revanchegetöse, und heute ein angebetetes Jdol der„ Erbfeinde". Welche meisten der Theilunternehmer find betrogene Phantasten, um trotz aller Speichelleckerei vor dem Zaren ein verföhnendes Karrikatur des Nationalismus, wie ihn gewisse Leute verstehen. nicht ein stärkeres Wort zu gebrauchen. Für die Masse der Moment: inmitten der gehäuften Exaltation und inmitten des Kurze, flüchtige Stunden noch trennen uns vom faßen- Arbeitenden aber, die bisher in der Ausstellung Beschäftigung tläglichsten Komödienspiels um den russischen Absolutisten durften jämmerlichen Grwachen im eigenen Hause. Freilich läßt sich der fanden, schlägt jeht die schwere Stunde: Für sie droht das Wahrheitsbekenner ein helles Gelächter aufschlagen und fein Berlinische Kazenjammer nicht mit seinem Pariser Bruder an Gespenst der Arbeitslosigkeit. Als zu Anfang die AusstellungsDéroulède durfte es ihnen verwehren. Wer noch lachen kann, Umfang und Bedeutung messen; in Berlin war er übrigens arbeiten beschleunigt werden mußten, und manche Arbeitergruppen der kann noch genesen. Lachen befreit den umnebelten Geist. schon seit einiger Zeit aufgetaucht; in Paris wird vorerst noch die günstige, knapp bemessene Zeit zu Lohnerhöhungen ausnutten, Nicht die vierzig Unsterblichen, die in steifleinener Würde in der künstliche Jubel über die nationale Erhöhung" fortdauern, da wußte man sich vor Entrüftung über die„ Begehrlichen" nicht der Akademie ihre Arbeit thaten und vor dem Barenpaar seelen- die Erkenntniß der klaren Köpfe erdrücken und der Wahrheit zu faffen. Was nach dem verkrachten Ausgang nunmehr aus los genug, wie Schuljungen vor dem Examinator über das den Weg versperren, daß durch die Buhlschaft um die Gunst des hunderten von Menschen werden soll, die ihre beste Arbeitskraft Beitwort animer" verhandelten; nicht die Dichter Franz Coppée russischen Bären alle reinere Kulturthätigkeit schmählich zurück- boch aufgeboten hatten, was tümmert das im Herbst die Schreier und Prudhomme, die in gereimter, nüchterner Prosa höfischen geschoben, zurückgedrängt wird. vom Frühjahr? Oden- Schwall von sich gaben, legten diesmal Zeugenschaft für Prächtiger, wärmender Herbstsonnenschein verklärt noch zum Die freundliche Herbstsonne geleitet auch die Delegirten der den Pariser Esprit ab. Wie in einem Shakespeare'schen Spiel legten Male die Märchenpracht" draußen am Treptower Ge- fozialdemokratischen Partei nach dem mitteldeutschen, waldder bittere Narr den bornirten Helden in geistreichen Sprüchen lände. Den Ausstellungs Unternehmern wird das feltsame umfränzten Gotha. Während zaghaft fatenjämmerliche ihr lächerliches Wähnen vorhält, so war der scharfsinnige und Wetterspiel wie eine nichtsnußige Ironie auf den übernaffen Stimmung ringsum das Bürgerthum erfaßt hat, während die flare Geist der französischen Rasse zu den Satirikern des Wiz- Regensommer dieses Jahres vorkommen. Es hätte wohl nicht Heldengreise der nationalliberalen Partei wie auf Filzfohlen blattes und zu den flugen Beobachtern von der Straße geflüchtet. allzuviel geholfen, wenn die Sonne noch so rein und glühend einherwandelten, um nur ja kein Geräusch zu machen, hat die Die im Wesen nüchterne geschäftlich spekulative Bourgeoisie auf den Kunstzauber im Park zu Treptow niedergesehen hätte. jüngste Zeit der Sozialdemokratie vielverheißende Wahl- und Frankreichs wird troß der hohen Freundschaftsbetheuerungen Aber man hat doch eine Entschuldigung mehr dafür, daß die Kraftproben gebracht. Sie darf unerschrocken aufwärts blicken, von Chalons nach den Tagen des Rausches bald zu faßen- grandiose Feenwelt, wie es zu Anfang im Posaunenstil der großen Zielen zu. In diesem Bewußtsein wird auch auf dem jämmerlichem Erwachen gelangen. Man hat sich auf einem reflamebereiten Presse mit Vorliebe hieß so unrühmlich zu Parteitag zu Gotha die Kraft wurzeln, ungescheut und offen vor folossalen Kirmestreiben in Gitelteitswonnen bezecht. Wie aber der Ende geht. Wenn man nur nicht immer so viel von der Welt zu verhandeln, was die Kreise der Sozialdemokratie % sparsame Bauer, wenn der Kirchtag vorüber, trotz aller Luftbar dem mächtigen fünstlerischen Genie geschwätt hätte, das bewegt. keit, die er genoß, die harten Thaler nachzählt und ärgerlich sich unsere Ausstellung zu einer epochemachenden Erscheinung" im Ropfhaar traut, wenn das Späßchen zu viel gekostet hat, stempelte. Dekorative Kunst hätte in unerschöpflichen Alpha, Ad. Neumann, Pafewalterftr. 3. Alle Wenderungen im Bereinskalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Montag abends 9-11, Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Dorf glödle in Deutsch Wilmersdorf, Brandenburgischestraße 106 bei A. Gräß. - 3u tun fit I, Stegliz, Ahornsir. 15a, Gambrinus.- Gangeslu ft II, Basewaterstraße 3 bei Ad. Neumann. Harmonie 2, Weinstraße 11, Dteftaurant Feind. Edelweis IV, Rummelsburg, Kant- u. GoethestraßenGde bei Mertens. Tonblüthe, Beughofftr. 8, Restaurant Behlen dorf. Süd- Ost, Cuvryftraße 25 bei W. Erbe. Lieder aweig, Waidmannsluft, Berlinerstraße bet Berbe. Liedes freiheit II, Straußberg, Rosenstr. 1, Perle der Mart", bei Brammbach. Freya II( gem. Chor), urbanstr. 61 bet Wulle. Apollo, Char: lottenburg, Krummeftr. 33 bei Müller.- Philomele( gem. Chor), Rosenthalerstraße 67 bet Babiel. Solidarität, Schüßenftr. 29, Mtelhte's Restaurant.. Wacht auf II, Grtner, Restaurant Seebad am Dämmerißfee. Waldeslust, Görligerstr. 65 bet gugmantel. Sängerhort, Mariannenstraße 48 bet Liebebenschel.- Felsenburg, Krautstraße 6 bei Böttcher. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ( Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find zu richten an Hermann Jahn, Schönhauser Allee Nr. 177c. Sonntag: Gefelliger Berein Jng welde, Danzigerstr. 11 bei Schloßnieß, nachm. 4-7 Uhr. Montag: Gefelliger Verein Voran, Pappel- Allee 19 bei Bischoff. Geselliger Verein Liberté, Admiralstr. 18 c, Märkischer Hof. A Mechhut.1 Pommer, Steichenbergerstr. 19. Privat Theaterverein Frethet ts off! Jar Süden: Für Unfall, Invaliditäts- und Afteraversicherung nung jeden Sonntag 5 Uhr nachmittags Sigung Lychenerstr. 1 bet F. Stügelmater, Grimmftr. 39. Nur für Invaliditäts- und AltersRauchtlub Pfeifentopf, Gigung 9 Uhr bet Wolff, Friedrichs- versicherung: P. Keller, Camphaufenstr. 6. bergerstr. 24. Gäste willkommen.-Arbeiter- Stenographie- Verein Eintracht, Im Süd- Woften: Nur für Unfallversicherung: G. Sanel, Golms: Unterricht und Uebungsstunde Montag abends 8% Uhr bei Nothes, Buttmann- ftraße 44. ftraße 17. Klub Freya. Jeden Sonntag von 5 Uhr nach- Im Nord- Westen: Nur für Unfallversicherung: J. Krause, Wils mittags an Stzung mit Fidelitas im Saale des Restaurants Riefelbahn, nackerstr. 19. R, Stephan, Leffingstr. 34. Dresdenerftr. 68.- Vergnügungsverein Flora. Jeden Sonntag 4 Uhr, Im Zentrum: Nur für Unfallversicherung: E. 2öffler, Klosters Sigung, nachdem Fidelitas im Restaurant Miethe, Mendelssohnftr. 9. ftraße 91. Stattlub Brud er Heinrich. Sigung Montag abends 9 Uhr bei Wernau, Bet sämmtlichen vorgenannten Personen, bet denen hier teine Sprechzeit Rosenthalerstr. 57. Turnverein Fichte. Jeben Sonntag von 3 Uhr angegeben, ist dieselbe Wochentags von 7-9 Uhr; ferner wird Auskunft eran voltsthümliches Turnen in Lichtenberg, Weißenfeeer Weg bei Asche.-Ver- theilt in den regelmäßigen Monatsversammlungen des Berliner Arbeitergnügungsflub Adler. Jeden Sonntag, abends 6 Uhr, Englischer Hof, Neue vertreter: Vereins jeden Dienstag nach dem ersten im Monat bei Röllig, Roßstr. 3: Stzung und Zanz. Säfte sehr wiltommen. Jugend- Athleten Neue Friedrichstr. 44, abends 8% Uhr. lub unge raft jeden Montag und Freitag abends 8-10 Uhr bei Fickert, Stallschreiberstr. 19, Theaterverein Nora, Admiralftr. 18c, Märkischer Hof. Stattlub Borwärts, Gartenstr. 51 bei Rathfack. Freie Turnerschaft Nixdorf- Briz. Montag und Donnerstag 2. MännerAbtheilung 8%-10% Uhr im Restaurant Landhaus", Brit. Kraft und Artistenflub Jugendkraft" not Mittwochs und Sonntags von 8-10 Uhr, bei Schauder, Stargarderstr. 18. Gäste willtommen. Theater- und Vergnügungsverein weiße Rose, abends 8 Uhr, Waldemarstr. 13.- Ver= gnügungs- und Theaterverein" Vorwärts". Jeden Sonntag, nachmittage 5 Uhr: Sigung bei Dahmte, Grüner Weg 58. Rosmos; Verein für volksthümliche Wissenschaft. Heute, vormittags 10 Uhr, Besichtigung des Bömischen Brauhauses, Landsberger Allee. Treffpunkt: Haupteingang. Veivat- Cheatergesellschaft Erika". Morgen, abends 9 Uhr, Manteuffelftr. 9: Sigung. Arends' scher Stenographen- Verein„ Apollobund". Heute, vorm. 11 Uhr, Jerufalemerstr. 8, morgen, abends 9 Uhr, Wilsnackerstr. 63: Unentgeltlicher Unterricht und Uebung in der ganz vereinfachten Arends'schen Stenographie. Verein der Buchdrucker u. Schriftgieser für Riedorf- Brit. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Berliner Arbeitervertreter- Verein. Auskunft wird ertheilt: Vereinskalender sind zu richten an Karl Stiller, Kl. Frankfurterstr. 7, 1 Tr. Im Norden Berlins: Für Unfall, Invaliditäts- und Alters- Versiche- Seute, mittags 1 ühr: Versammlung in den Bittoria- Sälen, Hermannstraße 49. Sonnabend, den 17. Ottober: 1. Stiftungsfeft in den BittoriaMonta g, abends von 9-11 Uhr: Klub Abend und Aufnahme neuer Mit- rung, abends von 7-9 Uhr: M. Buchholz, Huffitenstr. 36, v. 3 r. Sälen. Ausgabe der Billets in obiger Versammlung. glieder. Meritaner, Elbingerftr. 15 bet Dames. A. Daehne, Demminerfir. 66, v. 8 Tr. R. Gutheit, Wiesenstr. 29a, von Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag: Berliner 8-9 Uhr abends. F. Pieschel, Gartenstr. 55, v. 2 Tr. G. Simanowsti Dilettanten Bühne Rheingold II. Jeden Sonntag 6 Uhr im Saale des Ackerstr. 101, 1 Tr. Wt. Stuhlmann, Oderbergerstr. 37, 4 Tr., von 6 bis Hrn. Fernando Küter, Linienstr. 96: Sigung. Fidelitas. Bergnügungs- 9 Uhr abends. R. Tamm, Hussitenstr. 6, von 8-9 Uhr abends. verein robsinn, abends, Brückenstr. 7( Spreeterrasse). Privat A. Voigt, Wiesenstr. 41-42. E. Warn ft, Kolbergerstr. 7, von 6-7 Uhr Theatergesellschaft Dornröschen, nachmittags 5 Uhr Invaliden abends. Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: F. Blume ftraße 5 bei Bötföhr. Montag: Privat Theatergesellschaft Satur Streltzerftr. 58. B. Reimann, Bellermannſtr. 83. F. Trapp, Schulabends 3/49 Uhr bei Specht, Martgrafenſtr. 83. Privat Theatergesellschaft Immer Iuftig jeden Sonntag abends 5 Uhr, bet Ruhl ftraße 56, von 7-8 Uhr abends. Andree, Chorinerstr. 68: Sigung mit Damen. Privat- Theatergesellschaft Minerva. Alle Montag Zusammenkunft Maibach- Ufer 3 bei Schmock. Privat- Theater- und Vergnügungsverein Morgenstern. Sigung jeden Sonntag 5 Uhr bei Ulbrich, Rammlerstr. 26. Gäste wiltommen. Theater: und Vergnügungsverein weiße Rose jeden Montag 9 Uhr Sigung bei Schalthoff, Michaelfirchstr. 18. 1 Im Nord- Often: Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: M. Mohs, Schönhauser Allee 62. Eingelaufene Druckschriften. Bon der ,, Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Dieg' Berlag) tft foeben bas 2. Heft des 15. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Kapitalistischer Theaterstandal. Die Steuern im türtischen Armenien und Sozialistische die Ursachen der armenischen Bewegung. Bon La Barbe. Detonomie in England. Von Ed. Bernstein. Die Präsidentenwahl in Notizen: den Bereinigten Staaten. Von F. A. Sorge.( Fortsegung.) Kleine Gernegroße. Bon K. Kautsky. Arbeitslöhne zur Erntezeit in EngFeuilleton: Die Anfänge der Romantit. Kritische Studie über das Zeitalter der großen Revolution. Bon Paul Lafargue.( Forts.) Im Often: Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: G. Bader Gr. Frankfurterstr. 34, v. 4 Tr. land. Sm Süd- Osten: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung: Geschäftshaus S.HeineChausseestrasse 14. Kleiderstoffe, Berlin N., Chausseestrasse 14. Neuheiten für die Herbst- u. Wintersaison zu hervorragend billigen Preisen. Fertige Morgenröcke in regenden Deffins, für alle Weiten vorräthig. Preise ohne Konkurrenz: Maaßanfertigung schnellstens: Proben gratis! Berühmte Specialität ber Firma: Die schönsten Kinderkleider für Mädchen jeden Alters! Große Auswahl in Tragkleidern-Mänteln zu bedeutend billigeren Breifen wie fiblich!! Kostüme, Blusen und Kostümröcke in großer und Auswahl und anerkannt sehr preiswerth. Erna Betty. Conny. Angela. 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Potsdam: Bäckerstr. 7. Charlottenburg: Kaiser Friedrichstr. 48. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von May Bading in Berlin. 3. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 239. Soziale Rechtspflege. Sonntag, den 11. Oktober 1896. 13. Jahrg. daß später nach ärztlichem Gutachten eine Erwerbsbeschränkung zahl 3eugen zu laden, welche befunden sollen, daß der frühere von 30 pet. verblieb. Sainen Anspruch auf eine Unfallrente Feldwebel Finkelmeier keineswegs getäuscht werden konnte und wies sowohl die ostpreußische landwirthschaftliche Berufsgenossen auch nicht getäuscht wurde. schaft, wie auch deren Schiedsgericht ab. Letzteres führte aus, Für Akford- und Heimarbeiter. Gegen den Fabrikanten Dem Vorsitzenden des polnischen Vereins 8goda in AllenBecker, Juhaber einer Militäreffektenfabrik, klagte der Sattler ein landwirthschaftlicher Betriebsunfall liege nur dann vor, ftein pafsirte es, daß ihn die Polizeibehörde als Theater- UnterB. auf Gewährung einer Lohnentschädigung von 128 Mart. Im wirthschaftlichen Betriebes in Zusammenhang stehe. wenn der Unfall mit der erhöhten Gefahr des landTermin vor der Kammer II des Gewerbegerichts machte Daß nehmer betrachtete, weil zu einer der Theatervorstellungen des Der Kläger geltend, er sei während dreier Wochen so viel wie Der Hund anschlug, hätte es aber noch nicht nothwendig gemacht, Ueberschuß nicht wie üblich, zu wohlthätigen Zwecken Verwendung Vereins Gäste gegen ein Entree Zutritt gehabt hatten und der das Gewehr mit auf den Hof zu nehmen. Das Reichs gar nicht beschäftigt worden und dann habe man ihm erklärt, er Bersicherungsamt, bei dem der Berlegte Returs einlegte, erhob finden sollte. Das zuständige Schöffengericht theilte diese Aufbekäme überhaupt nichts mehr aus dem Geschäft zu thun. Kläger, der in seiner eigenen Wohnung Tornister gebaut hatte, glaubte nochmal in der Angelegenheit Beweis und ließ sich vom Land- fassung und verurtheilte den Mann, namens Pieczei, wegen sowohl für die Wartezeit, wie auch wegen unberechtigter Ent- rath des Kreises Heidekrug über die Sicherheitszustände in der Uebertretung der§§ 32 und 147 der Gewerbe- Ordnung, weil sich er laffung Entschädigung verlangen zu dürfen. Der Beklagte Becker fraglichen Gegend eine Auskunft geben. Diese ging dahin, daß sich nicht die Erlaubniß, das Gewerbe als Schauspielunternehmer wandte ein, daß der Kläger Heimarbeiter sei und als solcher vielfach an der Grenze Leute herumtrieben, die es mit dem Mein und auszuüben, erwirkt hatte. Pieczei war natürlich der Meinung hierzu als Vorsitzender des Theater= Vereins fein Anrecht auf die gefeßliche Kündigungsfrist besize, und daß Dein nicht so genau nähmen. Daß es zur Beit des Unfalls besonders gewesen durchaus keine Veranlassung zu haben. Pieczei wurde er auch noch für ein anderes Geschäft gearbeitet habe. Leßteres unsicher gewesen sei, vermochte der Landrath nicht anzugeben. aber auch noch verurtheilt wegen Veranstaltung einer nicht gab Kläger zu, betonte aber mit großem Nachdruck, es sei dies Das Reichs- Versicherungsamt hat nun jezt dem Kläger die Rente zugesprochen. Diese fanden Polizei und Schöffen nur abends der Fall gewesen, also zu einer Zeit, in der er führte zur Begründung der Urtheils aus, Kläger habe vernünftig gericht darin, daß nach der betreffenden Theatervorstellung von Der Vorsitzende, Direttor Pfarrius, genehmigten Rollekte. Herrn Becker nicht verpflichtet gewesen wäre. Die Kammer II., der Affeffor von Schulz vorsaß, wies jedoch den Kläger unter folgender bemerkenswerthen Begründung ab: Nach dem Ergebnis der Berhandlung war nicht anzunehmen, daß Beklagter dem Kläger während jener erwähnten drei Wochen aus Böswilligkeit Arbeit vorenthalten hat. Allerdings hat er sehr wenig Arbeit erhalten. Aber dafür tann nicht der Beklagte verantwortlich gemacht werden; der Kläger als Attordarbeiter konnte nach§ 124 Nr. 4 der Gewerbe- Ordnung jederzeit dann die Arbeit für den Beklagten " und im Interesse des landwirthschaftlichen Betriebes gehandelt, wenn er mit Rücksicht auf die einsame Lage des Geschäfts und wenn er mit Rücksicht auf die einfame Lage des Geschäfts und auf die auch vom Landrath bestätigte Unsicherheit der Gegend das Gewehr mitnahm. Gerichts- Beitung. fedem, der am Tanz theilnehmen wollte, eine mart erhoben daß der Ueberschuß vom Ertrage jener Aufführung ihm nicht zu wurde. Der Berurtheilte legte Berufung ein und machte geltend, daß der Ueberschuß vom Ertrage jener Aufführung ihm nicht zu gute gekommen sei, sondern zur Anschaffung eines Vereinsbanners bestimmt gewesen wäre. Das Landgericht sprach ihn denn auch frei, und zwar in beiden Fällen. Die Revision der Staatsanwaltschaft blieb erfolglos. Der Straffenat des Kammers gerichts erklärte hinsichtlich Des angeblichen Verstoßes die Gewerbe Ordnung, gegen, Ordnung, daß die Freisprechung = Der fragliche Entschädigungsanspruch fällt hiermit. Aber auch die Amanda Haupt war beschuldigt, dem Feldwebel Finkelmeier lei, wonach der Angeklagte nur für Rechnung und im Auftrage Forderung ist unbegründet, die auf die Nichtbeachtung der Kündigungsfrist geftüßt wird. Dem Kläger stand ein Recht auf die gefeßliche Kündigungsfrist nicht zu, denn er ist nicht als Arbeiter im Sinne der Gewerbe- Ordnung anzusehen, weil er zur ſelben Zeit für zwei Firmen arbeitete. Ob er feine Thätigkeit für die andere Firma nach Feierabend entfaltete oder zu einer anderen Zeit, spielt gar keine Rolle." zu " = des Vereins die Theatervorstellung veranstaltet habe. Es fehlten auch Merkmale dafür, daß der Verein in Zukunft zu Erwerbs wecken Theatervorstellungen veranstalten werde. Dann sei auch mit recht von der Straffammer in der Einsammlung der Tanzgelder eine Rollette, zu der es der obrigkeitlichen Genehmigung bedürfte, nicht gesehen worden, sondern eine Bezahlung des Rechts, am Tanz theilnehmen zu dürfen. derselben Eine sonderbare Betrugsgeschichte beschäftigte gestern die 1. Straffammer des Landgerichts 1. Die Schaffner. Ghefrau vom Eisenbahn- Regiment nach und nach gegen 2000 m. abgeschwindelt, und ihre Mutter, die Wittwe Pauline Zie, ihr dabei Hilfe geleistet zu haben. Beide Angeklagte bestritten entschieden ihre Schuld, der Feldwebel Finkelmeier habe sich die ganze Geschichte aus den Fingern gesogen, wahrscheinlich um fich in einer Straffache zu entlasten, welche fürzlich gegen ihn verhandelt worden sei. Thatsache ist, daß Finkelmeier Vertragsveränderung. Der Hausdiener D. war von dem vom Kriegsgericht wegen Unterschlagung eines Sparkassen- Die Mutter als Vertheidigerin vor dem Reichsgericht. früheren Juhaber der Druckerei Wilhelma" längere Zeit be- buchs und wegen Anborgens von Untergebenen zu vier Der jugendliche Kaufmannslehrling Wilhelm D. in Kassel schäftigt worden und verblieb auch noch im Geschäft, als dieses Monaten Gefängniß und Degradation verurtheilt worden fröhnte der Leidenschaft des Briefmarkensammelns und hatte in andere Hände überging. Sein Lohn wurde sofort erhöht. Dem ist. Er erschien zum Er erschien zum Termin in der Uniform eines wiederholt Gelegenheit gehabt, bei einem in demselben Hause nächst kam es jedoch zwischen ihm und einem der neuen Besitzer Gemeinen, von zwei Unteroffizieren bewacht. Der Zeuge wohnenden Altersgenossen eine hübsche Sammlung solcher Marken Streitigkeiten über die Bezahlung der Ueberstunden. Finkelmeier machte folgende Angaben: Er habe die Angeklagte zu sehen, die ihm noch fehlten. Er will wegen des Ankaufes Die Folge war seine Entlassung. Er flagte nunmehr Haupt im Jahre 1889 tennen gelernt und sechs Jahre zu ihr in es handelte sich um ein Objekt von etwa 7 M. beim Gewerbegericht auf 3ahlung einer vierzehntägigen Beziehungen gestanden. Sie habe sich ihm als ein Fräfilein unterhandelt haben. Indeffen er konnte die Zeit nicht abwarten, Lohnentschädigung. Der Vertreter bes Beklagten erhob Mittelstädt vorgestellt, das sich bei einem Onkel, dem Dr. Ebstein zu welcher er in den redlichen Besitz der begehrten Papiers im Termin vor der Kammer VIII den Einwand, daß die in der Wilhelmstraße aufhalte. Ein Verwandter stehe als stückchen kam und so ließ er sich eines Tages durch seine LeidenKündigungsfrist ausgeschlossen worden sei. Der Kläger gab zu, Lieutenant bei demselben Regiment, bei welchem Fintelmeier schaft verleiten, mittels eines ihm zur Verfügung stehenden daß man ihn bald nach dem Wechsel der Arbeitgeber vor die stehe. Bald nach Anknüpfung der Bekanntschaft sei die An- Schlüssels die Bodenkammer zu öffnen, in welcher die Marken Arbeitsordnung geführt habe, in der allerdings der Kündigungs- geklagte zu der Frau Tietz gezogen, ohne zu ver aufbewahrt wurden, und die letzteren sich anzueignen. Das ausschluß vorgesehen fet, er erkannte aber die Arbeitsordnung rathen, daß dies ihre Mutter sei. Während des sechs Landgericht Kassel verhandelte am 12. Juni gegen D. und nicht als rechtsverbindlich für sich an. Er sei fast immer im jährigen Berkehrs habe sie ihm häufig um Geld gebeten, verurtheilte ihn wegen schweren Diebstahls zu 14 Tagen Romptoir beschäftigt gewesen und hätte Fabritarbeiten nicht zu und er habe ihr alles geopfert, was er beseffen, da er ihrer An- Gefängniß. Schwerer Diebstahl wurde deshalb angenommen, leiften brauchen, also ginge ihn die Arbeitsordnung nichts an. gabe, daß sie demnächst eine reiche Erbschaft antreten werde, weil der benutzte Schlüssel nicht zur ordnungsmäßigen Deffnung Das Gericht wies indeffen die Klage mit der Begründung ab, ebenso Glauben geschenkt habe, wie ihren übrigen Angaben und der betr. Thür bestimmt war. Gegen das Urtheil hatte die daß die Bestimmungen der Arbeitsordnung auch für den Kläger da er angenommen habe, daß das Verhältniß mit einer Heirath Mutter des Angeklagten, die Wittwe D., als Vormünderin maßgebend gewesen seien, nachdem man ihn damit bekannt geendigen solle. Ende vorigen Jahres sei er erft über die perfön- Revision eingelegt, welche sie in der Verhandlung am Freitag macht habe. lichen Verhältnisse seiner Braut" aufgeklärt worden. Er habe persönlich vertrat. Die Liebe zu ihrem Sohne verlieh ihr beredte zu seiner argen Enttäuschung erfahren, daß fie die Ehefrau des Worte und es gelang ihr wenigftens, glaubhaft zu machen, daß geiftestranten Eisenbahnschaffners Haupt und daß die Wäscherin ihrem Sohne das Bewußtsein von der Tragweite seiner Zieh ihre Mutter sei. Der Borsigende sprach feine Ver- Handlungsweise gefehlt habe. Der Reichsanwalt trat dem Revisions wunderung darüber aus, daß ein Feldwebel sich in diefer begehren nicht entgegen. Es scheine nach den Urtheilsgründen, Weise sechs Jahre hindurch sollte haben täuschen laffen, als ob der benutzte Stubenschlüssel gelegentlich auch zur Deffnung zumal die Haupt in dieser Beit zweimal Mutter geworden der bewußten Bodenkammer gedient habe. Man könne der fei. Die beiden angeklagten Frauen hörten die Geschichte des Meinung sein, daß das Urtheil eine genügende Feststellung Beugen mit allen Zeichen des Erstaunens an. Die Haupt blieb darüber nicht enthalte, daß der Angeklagte das Bewußtsein dabei, daß Finkelmeier ihre wahren Verhältnisse vom ersten Tage gehabt habe, einen Nachschlüssel zu benutzen. Das Reichsihrer Bekanntschaft an gekannt habe. Es liege doch auf der gericht war gleichfalls dieser Ansicht, hob das Urtheil auf Hand, daß es ganz unmöglich fei, eine derartige Komödie sechs und verwies die Sache nicht an dasselbe Gericht, sondern an das Jahre hindurch zu spielen. Nicht sie habe den Zeugen angeborgt, Landgericht Marburg zurück. fondern umgefehrt. Der Gerichtshof beschloß, den Anträgen des Vertheidigers zu folgen und zum nächsten Termin eine AnEinen intereffanten Rechtsstreit erledigte dieser Zage das Reichs- Versicherungsamt. An der preußisch- russischen Grenze befigt ber Landwirth Matschullis ein Gehöft, das einsam in einiger Entfernung vom Dorfe Klein- Jabucken liegt. Jm Winter 1895 machte M. eine Reise nach Rußland und vertraute solange der Obhut seines achtzehnjährigen Sohnes die Wirthschaft an. Eines Abends machte der Hofhund einen furchtbaren Lärm, sodaß Frau Matschullis in der Angst, es könnten Diebe sich einschleichen wollen, ihren Sohn hinausschickte, sich nach der Ursache der Wuth des Hundes umzusehen. Der junge Mann nahm die geladene Doppelflinte des Baters mit. Kaum war er draußen angelangt, da explodirte das Schloß des Gewehrs und verlegte ihm dermaßen die linke Hand, Die Hauskommunion bei den Czechen. " es unb wickelung von den einzelnen Familienvorständen gewählt. Nach auch die Führung im Kriege in Anspruch. Infolge dessen fiel und nach sinkt der Werth dieses Wahlrechtes mehr und mehr. ihm ein Haupttheil der Beute zu. Die Kriegsgefangenen Man gewöhnt sich daran, daß die Vorstandschaft sich in einer be- wurden Sklaven." Der Hausvorstand ließ diejenigen von stimmten Familie vom Vater auf den Sohn vererbt. Das hängt ihnen, welche auf seinen Beutetheil kamen, als Knechte und außer mit der Entwickelung der Hauskommunion selbst zusammen. in und dem Hause arbeiten, Im Jahre 563 unternahmen die Avaren durch das von den Die Zahl ihrer Mitglieder hat sich bedeutend vermehrt, immer so feinen vermehrte noch seinen Sonderbesitz mehr. Martomannen verlaffene Böhmen hindurch einen Raubzug nach mehr Land ist gerodet und unter den Pflug genommen worden, den Genoffen Ackerbauern Allmälig fiel immer schwerer, wieder Thüringen. In ihrer Gefolgschaft befanden sich Slaven, die während der Vorstand der Hauskommunion früher felbft arbeitete wieder vom Pfluge weggeriffen zu werden und in den Krieg ihnen nach dem Bericht des burgundischen Chronisten Fredegar wie jeder andere, wird er jetzt fast völlig von der Verwaltung ziehen zu müssen. Sie sahen es nicht ungern, als der Hausgleichsam als Arbeitsbienen dienten. Auch in der Schlacht wurden in Anspruch genommen. Er ist außerdem Kultvorsteher, was vorstand sich erbot, über sie das Schüßeramt zu übernehmen. Die Slaven ins Bordertreffen gestellt, während ihre Herren nur wieder den Besitz einer Summe von Kenntnissen und Ueber. Er wurde Krieger und mit ihm seine Söhne und Verwandten. auf den Moment lauerten, in dem das Beutemachen beginnen lieferungen voraussetzt. Dazu tommt seine richterliche Thätig. Den Boden bebaute keiner von ihnen mehr. Für sie fonnte. Diese Slaven wurden von den Avaren in Böhmen teit. Die ist allerdings nicht besonders umfangreich. Die arbeiteten die Sklaven, die als Entgelt nur soviel er angesiedelt. Im Sommer befanden sich die Avaren auf Beutezur Voraus: hielten, daß sie ihres Leibes Nothdurft stillen konnten. zügen, wohl auch bei ihren Heerden, im Winter fehrten fie regel- Hauskommunion hat den inneren Frieden waren fehung. Schwindet dieser, so trennt sich der unzufriedene Theil, So auf demselben Boden, der früher nur mäßig zu den Slaven zurück, ließen sich von ihnen ernähren und verlangt eine Butheilung vom gemeinsamen Grund und Boden gleichberechtigte Freie gesehen, drei Klaffen entstanden. beherbergen, nahmen ihre Frauen und Töchter in Anspruch und und bildet eine neue Hausfommunion. Diese Absonderung wieder. Der Hausvorstand mit seiner Sippe, die große Masse der freien begehrten außerdem noch Tribut. Die von den Avaren mit bolt sich im Laufe der Zeit immer wieder, bei jeder Neu- Ackerbauer und die unfreien Knechte. Nicht lange dauerte es Slavenfrauen erzeugten Kinder wurden, dem Stande der Mutter gründung wird nicht der übriggebliebene Besitz der mehr, und aus dem primus inter pares entwickelte sich der folgend, wieder Knechte. Sie waren die erften, die sich gegen Ürkommunion getheilt, sondern ber Gesammtbesitz ihre Aussauger erhoben. Aber erst durch die Franken wurden der Hausvorstand zum Herren, dessen unausgesetztes Bestreben dahin wieder in die geht, feine früheren Genossen zu Knechten zu machen. Der spätere die Avaren nach Ungarn zurückgeworfen; die Slaven blieben in verwandten Rommunionen wird immer Masse geworfen und neu aufgetheilt. Aus. dieser czechische Adel leitet seine Abstammung direkt von diesen Böhmen zurück. Uebung schreiben sich die schmalen Streifen in der Gemeng Hausvorständen ab. Der Zusammenhalt ihrer Sippen war ein Böhmen war um diese Zeit von allen Seiten von einem un lage" ber späteren czechifchen Dörfer her. Einmal aber mußten sehr fester; das 1108 von dem Fürsten Swatoplu vers geheuren Walde umschloffen. Die Beſtedelung durch die Slaven diese wiederkehrenden Theilungen aufhören; wenn das ur- nichtete Geschlecht der Wrschowice wird auf 3000 Familienerfolgte in den Niederungen, den Flußläufen entlang, im all- sprünglich zugetheilte Land die zugewachsene Bevölkerung glieder geschäßt. gemeinen südlich von der Elbe, quer durch das ganze Land vom nicht mehr ernähren konnte. Dann wurden Kolonien in Die älteste Eheform bei den in Böhmen angefiedelten Slaven Often nach dem Westen. Die Slaven selbst erscheinen von allem den Marktwäldern der Stämme und in den Marktwäldern war die Polygamie. Noch im 11. Jahrhundert galt es nach Anfang als Viehzüchter und Ackerbauer, kein Fürst herrschte über des Landes angelegt. Es fällt das aber in eine Zeit, in der dem Zeugniß des Canonikus Cosmas für eine Schande, nur ein sie, nur dem fränkischen Kaufmann Samos gelingt es einmal, die deutsches Rechtswesen schon vielfach nach Böhmen vorgedrungen Weib zu haben. Ursprünglich war die Frau ein Besig einzelnen Stämme gegen die Avaren als Herzog zusammen war. Jede Familie erhielt ihr hufengroßes Stück Land zugegenstand des Mannes, er tonnte mit ihr schalten und zufaffen. gewiesen, höchstens der Waldnugen und die Weide war gemein- walten, wie er wollte. wie er wollte. Und noch jüngere Rechtsagungen Nach Lippert, dem wir in dem Nachstehenden folgen, bildete fam, von einer Hauskommunion ist nicht mehr die Rede. kennzeichnen das Verhältniß beider zu einander mit den Worten: den Kern der inneren Organisation und die älteste Familien- Die alten Haustommunionen der Urfiedelungen entwickelten Das Weib ist seines Mannes Gefangener." Die Lage der Frau form die Hauskommunion. Sie umfaßt ursprünglich nur eine sich zu Dörfern. Noch heute zeigt das czechische Dorf den besserte sich erft, als an stelle der Raub- und Kaufehe die Vere Familie. Einem Familienoberhaupt, das Kinder und Kindestinder Typus des Ring- oder Haufendorfes. Aus dem gemeinsamen tragsebe trat. besitzt, wird bei der Besizergreifung ein Stück Land zugetheilt. Haus der Hauskommunion wurde die Burg, nach ber noch in So lange die Hauskommunion noch flein ist, besteht die Es ist verhältnißmäig groß, das Gerodete und Gereudete also späterer Zeit, sobald Gefahr drohte, die Dorfgenoffen ihre Habe ganze Rechtspflege in der Erhaltung des Friedens. Und auch noch lange mit Wald umgeben. Das zugetheilte Land gehört der brachten, an die Stelle der alten gemeinsamen Kultstätte trat später noch betrachtet die Gemeinschaft jede That Familie gemeinsam, ebenso wie der Ertrag. Der Familienvorstand, die Kirche. Einzelnen im Hinblick auf die gemeinsamen Interessen. Ist hier der Großvater, ordnet die Arbeit an und vertheilt den Ursprünglich waren alle Mitglieder der Hauskommunion eine Blutthat geschehen, so sucht man vor allem zu verhindern, Arbeitsertrag, er ist Kultvorsteher und Wahrer des inneren gleichberechtigt. Das änderte sich, als die Sonderfamilien aus daß eine zweite die Folge ift. Dem Todtschläger oder Mörder Friedens. Stirbt er, so folgt ihm sein ältester Sohn, oder dem Gemeinhaus ausströmten. Der Grund liegt in der un- wird Zeit gegeben, zu entfliehen. Höchstens als augenblickliche derjenige, den er als Nachfolger bestimmt. Die Familie wächst aleichen Vermehrung des Sondereigenthums. Während die den Nache tritt die Strafe auf, nie als Abschreckungs- oder Ermehr und mehr. Bald erweist sich das alte Stammhaus als Boden bestellenden Mitglieder sich auch in bezug auf das Sonder ziehungsmittel. Verwandtenmord muß noch lange nicht die zu klein. Die Sonderfamilien verlassen es es und bauen eigenthum nicht viel von einander unterscheiden, wuchs ihnen der Blutrache oder gerichtliche Ahndung nachfolgen. Erst in der an oder um dasselbe neue Wohnungen. Aber noch Hausvorstand bald mächtig über die Köpfe. Infolge seiner Ver- chriftlichen Zeit wird Don den Fürsten verordnet, daß, befitt es den gemeinsamen Herd, es umschließt die waltungsthätigkeit fühlte er sich schon nach geraumer Zeit als fobald in einem Bezirke ein derartiger Fall vorgekommen, Kultstätte und die Vorrathskammer. Ständig bewohnt etwas Besseres. Die Wälder zwischen den Hauskommunionen ein bestimmter Geistlicher dem Gerichte davon Mits wird es nur mehr von dem Vorstande der Hauskommunion und beffelben Stammes waren gefallen. Der Hausverstand vermittelte theilung zu machen habe. Man begnügte sich bei Kapitalseiner Sonderfamilie. Der wird in diesem Stadium der Ent- den Verkehr der verwandten Vereinigungen. Dabei fiel so manches verbrechen, das Besitzthum des Uebelthäters einzuziehen und den ab, das seinem Sondereigenthum zuwuchs. An ihn wandte sich der Mann als Sklaven zu verkaufe n. Noch König Öttofar I. erklärt " bes Julius Lippert, Sozialgeschichte Böhmens in vor- fremde Kaufmann, um sicheres Geleite zu erlangen. Er bezahlte der päpstlichen Kurie gegenüber, es sei weder seine noch seiner huffitischer Zeit. I. Band. Wien, F. Tempsky. dafür in Waaren oder in Geld. Der Hausvorstand nahm bald Vorfahren Sitte gewefen, ein Todesurtheil vollstrecken zu lassen. Gasglühlicht! Habe mein Geschäft vom Kaiser Franz- Grenadier- Plak 2 ad Wilhelmstrasse 15 verlegt. Emil Billeit, Victoria- Glühlicht- Fabrik. Fernsprecher Amt VI No. 4010. 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Diese Schrift widerlegt in knapper, flarer und schöner Darstellung bie in der bürgerlichen Frauenwelt gegen die Sozialdemokratie und gegen die Arbeiterinnenbewegung herrschenden Vorurtheile und eignet sich somit ganz besonders zur Agitation für die sozialistische Frauenbewegung. 283/4 Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr 1896/97. Südost- Schule, Waldemarstr. 14. Dienstag: Deutsch.( Die Litteratur in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahre hunderts. Auffazlehre.) Herr Heinrich Schulz. Mittwoch: Bekanntmachung. Orts- Krankenkasse der Nadler und Siebmacher 2. Wahlkreis. Sonntag, den 11. Oktober, abends 6% Uhr, bei Zubeil, Lindenstraße 106: Die in der außerordentlichen General Oeffentliche Versammlung. versammlung vom 12. Juli beschlossenen Tages- Ordnung: Vortrag des Genoffen Dr. Paul Bernstein über 210/2 Nachbem: Gefelliges Belsammenfein. Eintritt 10 Pf. Um regen Besuch ersucht Die Vertrauensperson. Abänderungen des§ 23 des Statuts" Der Hypnotismus". haben unterm 28. September b. J. bie Genehmigung des Bezirksausschusses bezw. der Aufsichtsbehörde erhalten und treten mit dem Montage nach dieser Bekanntmachung in traft. 8926 Druckeremplare werden den Mitgliedern zugesandt. Berlin, den 10. Oftober 1896. Der Vorstand: W. Kusche, P. Licht. Freie Kranken- und Begräbnißkaffe der Schuhmacher und Berufsgenossen Berline. ( E. B. 27.) = General Versammlung Montag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. in den Mittwoch, den 14. Oktober, abends 8 Uhr, Oranien- Hallen", Oranienstrasse No. 51: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Raffenbericht vom B. Quartal 1896. 2. Vortrag bes Genoffer Wilhelm über:„ Geld". 3. Distuffion. 4. Vereinsangelegenheiten. Die Gratis- Broschüre fann entgegen genommen werben, Der Vorstand. 8886 240/11 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. Wahlverein des 4. Berliner Reichstags2. Verschiedenes. 3. 3. Beit dient zur Kenntniß, daß Wahlkreises( Often). 242/1 die 4. Abänderung zum Statut ge: Dienstag, den 13. Oktober, abends 8, Uhr, bei Haase, Große Frankfurterstr. 117: General- Versammlung. baner währt innerhalb 12 Monate 16 Wochen. Die wöchentliche Unters ftüßung beträgt bei 40 Pf. Beitrag für Versicherungspflichtige 11,20 m., frei Arzt und Medizin, bet Nichtversicherungspflichtigen, fow.Doppeltversicherten foren. 3. Verschiedenes. 15,92 M. ohue Arzt und Medizin. Das Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Wahl des Vorstandes und der ReviDer Vorstand. Sterbegelb beträgt 70, 90, 110 unb Achtung! 5. Wahlkreis. Achtung! 180. Der Vorstand. NB. Das 25. Stiftungsfest findet Sonntag, den 8. Nov., KommandantenGeschichte.( Alte Geschichte: Urzeit, Entstehung der Religionen. Gestraße 57 statt. schichte der orientalischen Völker, Griechen und Römer.) Herr Dr. C. Pinn. Donnerstag: Rede- Nebung.( Die wichtigsten technischen Grundfäße für die Kunst des öffentlichen Rebens. Lehre vom Aufbau eines Vortrags. Uebungen im Diskutiren.) Herr Heinrich Schulz. Freitag: Natur- Erkenntniß.( Antike und moderne Naturbetrachtung. Problem der Ein gut renommirter TheaterPartei- Versammlung Verein wünscht noch Damen und am Dienstag, 13. Oktober, abends 8, Uhr, bei Buske, Herren als Mitglieder. Sigung jeden Sonnabend, abends 9 Uhr, im Restau rant Schulz, Veteranenstr. 18, 7596* Grenadierstr. 33. Zages Ordnung: 1. Berichterstattung der Delegirten von der Brandenburger Partei2. Diskussion. Weltbildung im Alterthum. Griechische Beisheit und Bibliche Weber Verband der Kürschner. gitationstommiſſion. 4. Bericht der Kokalkommiffion und Neuwahl derfelben. lieferung. Die Entthronung der Erde aus ihrer bevorzugten Stellung im Weltenall. Mechanistische Auffassung und experimentelle Forschung. Die Einreihung des Menschen in das Naturganze[ Lamart- Darwin]. Das Seelen. problem. Atomismus und Materialismus. Grenzen der Natur- Erkenntniß.) Herr Dr. C. Joël. Sonnabend: National- Gekonomie.( Allgemeine Uebersicht der verschiebenen Wirthschafts. stufen. Entwickelung der bürgerlichen theoretischen National Dekonomie. Die Mary'sche Werth- und Mehrwerthlehre.) Herr Dr. Conrad Schmidt. Nord- Schule, Brunnenstr. 25. Dienstag: Natur- Erkenntniß.( Antike und moderne Naturbetrachtung. Problem ber Weltbildung im Alterthum. Griechische Weisheit und biblische Ueber Weltenall. Mechanistische Auffassung und experimentelle Forschung. Die Einreihung des Menschen in das Naturganze[ Lamart- Darwin]. Das Seelenproblem. Atomismus und Materialismus. Grenzen der Natur- Erkenntniß.) Herr Dr. C. Joël. lieferung. Die Entthronung der Erde aus ihrer bevorzugten Stellung im Mittwoch: Freitag: Deutsch.( Die Bitteratur in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahr hunderts. Auffahlehre.) Herr Heinrich Schulz. Donnerstag: Geschichte.( Alte Geschichte: Urzeit, Entstehung der Religionen, Geschichte der orientalischen Völker, Griechen und Römer.) Herr Dr. C. Pinn. Rede- Uebung.( Die wichtigsten technischen Grundsäße für die Kunst des öffentlichen Redens. Lehre vom Aufbau eines Bortrags. Uebungen im Distutiren.) Herr Heinrich Schulz. Sonnabend: National- Oekonomie.( Die Mary- Engels'schen Lehren. Werth, Mehrwerth, Rapital.) Herr Dr. Alfred Bernstein. Außerdem finden abwechselnd 14- tägig Sonntage vormittags von 10% bis 12 Uhr Brunnenstraße 25 Fortschrittskurse in NationalOekonomie( Herr Dr. Conrad Schmidt wird das Rommunistische Manifest" erklären) und Rede- Uebung( Herr Heinrich Schulz) für dies jenigen Schüler statt, die schon während eines Semesters bas betreffende Fach befucht haben. Der Unterricht beginnt Wochentags pünktlich um 9 Uhr abends und endet pünktlich um 10 Uhr. Die Schulräume find täglich von 8 Uhr abends an geöffnet, um den Mitgliedern Gelegenheit zur Benutzung des Zeitungs, Zeitschriften- und Büchermaterials zu geben. Es liegen in beiden Schulen fast sämmtliche proletarischen, sowie einige bürgerliche Tageszeitungen, außerdem eine große Anzahl von wissenschaftlichen Revuen, Fachschriften, Gewerkschafts- und Wißblättern aus. In größeren Lokalitäten werden in zwanglofen Zwischenräumen Verfammlungen abgehalten, in denen zeitgemäße Themata in populär- wissenschaft licher Weise von anerkannten Fachleuten erörtert werden. Dem fünstlerischen Bedürfnisse der Mitglieder wird die Schule gerecht durch Beranstaltung von Theater- Vorstellungen, Konzerten und DichterAbenden. Unter fachkundiger Führung werden ferner wissenschafliche, künstlerische und gemeinnügige Institute besichtigt. Montag, den 12. Ottober, abends 81/2 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: 5. Berschiedenes.\ Der Vertrauensmann. 217/1 Mitglieder- Versammlung. Sozialdemokr. Agitationsklub f. d. Osten Berlins. Der Vorkand. Von der Reise zurück. 898b Dr. Ernst Gebert. Arzt für Hautleiden, 70FSW., Lindenstrasse No. 7. Bon der Reise zurück Dr. Otto Mankiewicz, Spezialarzt f. d. Krankh. d. Harnorg. Königgrähertr. 123b. 8-10, 4-5. Preise Sonntag, den 11. Oktober, abends 7 Uhr, Fortuna- Säle, Stranßbergerstr. 3: Deffentliche Versammlung für Männer und Frauen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über: Sypnotismus. 2. Diskussion. Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein und Tanz. Entree 10 Bf. Freireligiöse Gemeinde. Herbst- Vergnügen Zahn- Klinik event. heilahtung. Sonnabend, ben 17. Oktober in Mieri's Fenjalen, Weber. 17. Fran Olga Jacobson, Invalidenstr. 145. Vokal- und Inftrumental- Konzert, Theater- Vorstellung. Gebrauchte Eiferne Regulir- Füll, Billets sind zu haben à 25 Pf. bei den Komiteemitgliedern Herrn Au erLokal, Grude- u. Gas- Defen, Kochbach, NW. Walbftr. 50; Budow, Münchebergerstr. 10; G. Bohne, maschinen, Lofallaternen, Gaßeinrich Brunnenstr. 141; Christens, Mühlenstr. 59a; Jäbnite, Krautstr. 55; tungen, Syra, Doppel- Xrme, Bendel, Rottlow, Rykestr. 17, außerdem an allen bekannten Billetstellen. Das Komitee. Wandarme, Transparente, Gasrohr, 9236* Verbindungsstücke, billig zu verkaufen. NB. Heute Abend 7 Uhr bei Reller, Roppenftr. 29, geselliger Abend. Carl Kauffmann, Grimmstr. 29 a. Urban. Uhren-, Goldwaaren- Versand. Baar- Verkauf u. Theilzahlung. Achtung! Maurer. Achtung! Bestellg. briefl. Bogdt, Auguststr. 92. haben am Freitag, den 9. Ottober, früh, die Kollegen, 45 an der Bahl, die Auf dem Bau Bülowstraße 90-91, Strauifche Aktien Gesellschaft, Theilzahlung. liefert elegante Monatl. v. 10 M. an Arbeit niedergelegt; es bandelte sich um Maßregelungen. Zwei Tage haben es die Kollegen fertig gebracht, den Unternehmer vor willigeren Arbeitskräften zu bewahren. Nun tam am Sonnabend Nachmittag ein Bastwagen, worauf das Geschirr von über 15 Maurern verladen war; felbige sollen wohl am Montag früh anfangen? Kollegen, zeigt Euer Solidaritätsgefühl, zeigt, daß Ihr nicht gewillt seid, Guren dort beschäftigt gewefenen Kollegen in den Rücken zu fallen. Beigt, daß durch Euer Eintreten für die gerechte Sache das Prinzip des Unternehmerthums tapituliren muß. Helft den Kollegen die Arbeit bort leicht machen. 58572* Anzüge nach Maak Tomporowski, Schneidermeister. Berlin C., Jüdenstr. 37, 1 Tr. Achtung!! Die weltbekannte Hosenfabrik ver kauft jetzt: Prima Stoffhosen 8,00-7,50 M., Prima Arb.- Lederhosen 2,25-5,00 M., Brima Kinder- Anzüge 2,50-8,50 M. Burschen- Anzüge 4,50-12 M., Knaben hosen 65 Pf. bis 2 M. nur bei W. Mathews, Pallisadenstr. 7. " Bur rothen 7". Der Mitgliedsbeitrag ſowie bas Unterrichtsgelb für jedes belegte unter H. Ebert's Festfäle, richtsfach beträgt monatlich 25 Pf. Aufnahme neuer Mitglieder( am besten bei Beginn jedes Semesters im April und Oktober), sowie die Zahlung der Beiträge erfolgt in beiden Schulen und in den nachstehend verzeichneten Zahlstellen: SO. Schöning, Röpniderftr. 68. Südost- Schule, Waldemarstr. 14. Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 5. Kassler, früher Windhorst, Junterstr. 1. W. Werner, Bülowftr. 59. N. Nord- Schule, Brunnenstr. 25. Gnadt, Butbuferstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Babiel, Rosenthalerstr. 57. NO. Reul, Barnimstr. 42. NW. Löffler, Stendalerstr. 42. Der Vorstand. NB. Alle Briefe, Anfragen und Zusendungen zc. sind an den Vorfizenden, Schriftsteller Heinrich Schulz, Berlin SO. 16, Raifer- Franz Grenadierplay 7, alle Geldsendungen an den Raffirer, Buchdrucker H. Königs, Berlin S. 59, Dieffenbachstr. 30, zu richten. 98 72. Kommandantenstr. 72. Empfehle meine Säle au Festlich feiten und Versammlungen 2c. Habe noch einige Sonnabende im Oktober und November frei. Jeden Sonntag: Ball. 2 Vereinszimmer mit Piano 20 und 40 Perf. fassend, find noch an Haltet den Zuzug fern. Die Lohnkommission der Berliner Maurer. Dienstag, 13. Oktober, abends 8½ Uhr. im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23: Gr.öffentl. Radfahrer- Versammlung. Tages Ordnung: 903b 1. Die Organisationsform der Arbeiter Rabfahrer. 2. Verschiedenes. Die radelnden Parteigenoffen von Moabit und Wedding sind hierzu Der Vertrauensmann. eingeladen. Achtung! Achtung! Charlottenburg! einigen Tagen in der Woche zu verg. Dienstag, den 13. Oktober, abends 8 hr, in Bismarkshöhe, 261 Fritz Linke, Jüdenftr. 36. ftillation ist f. 400 Thlr. fof. zu vert. Meine feit 18 Jahr. bestehende De Baferland, Bellermannſtr. 87. 866b Empfehle den wertheu Freunden u. Genossen mein Weiß- und BairischBierlokal Yorkstr. 62. 910b Gleichzeitig widerlege ich das Ge Wilmersdorferstr. 39: Große Volks- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Schule und Boltsbildung. Referent: Georg Wagner. 2. Dis fuffion. 3. Verschiedenes. 202/2 Zu dieser für die Arbeiter und Arbeiterinnen so wichtige Bersammlung Die Vertrauenslente. Die Herren Lehrer und Prediger find hierdurch ganz besonders eingeladen. NB. Der Vertrauensmann August Schnell wohnt jetzt Straße 6a Nr. 14. Renz' Ball- Salon, Naunynstr. 27. richt, welches mein Borgänger G. Schmit erwarten zahlreichen Beſuch Empfehle meinen Saal, 700 Personen fassend, zu allen Festlichkeiten und Versammlungen. Einige Sonnabende find noch an Vereine zu vergeben. 112* Julius Henke. hier verbreitet hat, daß ich ihn aus gemiethet hätte. Ich fann burch Beugen beweisen, daß ich ihn nicht ausgemiethet habe. Das Gericht ist eine böswillige Erfindung Schmiz. F. Ebeling. Joseph Wiedemann, 0., Blumenftr. 38. fubung bes Heren G. Gömith, J. B: Robert Scheere. Große und kleinere Vereinszimmer Telephon: Amt VII Nr. 8760. Arbeitsnachweis der Möbelpolirer, Brauer und mit Piano, jebes feparat gelegen, noch Brauerei- Hilfsarbeiter 2c. Großes Vereinszimmer noch an mehreren Zagen für mehrere Tage, auch Sonntags, au zu vergeben. Jeden Sonntag: Musikalische Abendunterhaltung. 272* bergeben. C. Prok, Annenstr. 9.[ 9206 Etablissement Süd- Ost" 56948 Waldemarstrasse 75. Jeden Sonntag: Großer Ball. Anfang 5 Uhr. Ende 2 Uhr. Entree frei. Ferner empfehle meinen Saal, 500 Personen faffend, zu allen Vereinsfeftlichkeiten und Bersammlungen unentgeltlich. Hermann Bruder. Berliner Ressource, Kommandantente. 57: Sonnabend, den 28. November, frei geworden. An die Töpfer Berlins n. Umgegend! Der Zentralverband der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands, der seinen Sitz in Berlin hat ( Bureau Rosenthalerstr. 57 und Gormannstr. 29), zählt zur Zeit 130 Verwaltungsstellen mit ca. 4500 Mitgliedern, besitzt ein eigenes Fachorgan ,, Der Töpfer", das allen Mitgliedern unentgeltlich alle 10 Tage geliefert wird, und zahlt an wandernde Kollegen in 54 Orten Reise- Unterstützung; desgleichen erhalten die wandernden Mitglieder dieses Verbandes bei unseren Bruder- Organisationen in Desterreich, der Schweiz, Rumänien und Dänemark Reise Unterstützung, freundliche Aufnahme und bereitwilligst Auskunft über Arbeitsverhältnisse, wie Arbeit nachgewiesen, sobald es nur möglich ist. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag, den 13. Oktober, abends 8 Uhr: Große öffentliche Volksversammlung im Lokale des Herren Gründel, Brunnenstr. 188. Tages- Ordnung: Volksbildung oder Arbeiterbildung? 2. Distuffion. 1. Vortrag des Genoffen Schriftsteller Heinrich Schulz über Um zahlreichen Besuch, besonders aus dem 5. und 6. Wahlkreise bittet 4/4 sdal Der Einberufer. Es empfiehlt sich für alle Kollegen Berlins, wenn sie den Klassenkampf, soweit er durch die Gewerkschaft überhaupt geführt werden kann, führen wollen, sich dieser Organisation anzuschließen und so gemeinsam mit den Kollegen Deutschlands, wie mit denen des Auslandes, den Kampf gegen die Ausbeutung führen zu können. Einzelne Vereine ohne Fühlung mit dem Gros der Kollegenschaft im Lande sind vollständig werthlos. Im Zentralverband kann man sich jeden Tag von 10 Uhr vormittags bis abends 6 Uhr als Mitglied aufnehmen lassen, desgleichen auch jeden Sonnabend Abend Rosenthalerstr. 57. Der Zentral Arbeitsnachweis ist täglich bis 6 Uhr abends geöffnet und vermittelt Arbeit unentgeltlich in Berlin wie nach außerhalb. Kollegen, tretet dieser Organisation bei; nur die gemeinsame Arbeit und Agitation kann unsere Sonntag, den 18. Oktober, vormittags präzise 10 Uhr, Bestrebungen wie unsere Lebenslage fördern. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Zahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlungen: Der Zentralvorstand. Ausserordentliche 195/2 Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. im Saale der Brauerei Friedrichshain: Nebungsffunde. Generalversammlung Bruderlied. Im Nebenſaale präz. 11 Uhr vormittags: der Eschke'schen 7836* Folgende Lieder werden geübt: Weltenfriede, Sommerfonnenwende und 16/1 Ausschußlihung. Friedrichsberg und Rummelsburg: 8 ugg, monte des aber Kranken- u. Sterbekasse witglieder ber Bereine ſowie Ausschußmitglieder iſt nothwendig. Bundes81/2 Uhr, im Lokale Heinecke, Friedrich- Karlstraße Nr. 11. Tages Ordnung: Herrn 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. Wedding und Gesundbrunnen: Montag, den 12. Oktober, abends 8 ithe, in Bernh. Raabe's Salon, Kolbergerstraße 23. Zagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Pinn über: Feudalismus und Zunstwesen. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- und Verbands: angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht jedes Mitgliedes pünktlich zu erscheinen. Tagesordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Das Stiftungsfest. 3. Interne Bundesangelegenheit. 4. Verschiedenes. Uebungsstunde und Ausschußfizung werden pünktlich eröffnet. Das Erscheinen sämmtlicher No. 60 mitgliedstarte resp. Vereins- Bundesmitgliedskarte legitimiren. Der Vorstand. am Mittwoch, 14. Ottober, abbs. 81/2 Uhr, NB. Vom Sängerfest reftirenden Vereinen zur Kenntniß, daß bis zur im Kaffenlokal b. Friebel, Holzmarktstr.36. Ausschußfihung die Schluß- Abrechnung erfolgt sein muß. Ebenfalls sind die Tagesordnung: 1. Bericht über die Bundesabzeichen abzuliefern. D. D. technische Kassenprüfung. 2. Raffenschreiber- Wahl. Die Mitglieder sind hiermit ergebenst eingeladen. Das Kassenbuch legitimirt. Der Vorstand. gez. A. Reimann. Bildungsverein„ Mehr Licht" ( früher Ethische Gesellschaft).. Achtung! Vereine. Sonntag, 1. Oktober, abends 7 Uhr, Alexanderstr. 270: Zu dieser Versammlung sind besonders die Kollegen der Gebr. Schaar, un ,, Englischer Chausseestr. 89, den Neuen Berliner Bautischlereien, Wrießenerstr. 33 und ,, Englischer Garten", Dammann, Gerichtsstr. 72, eingeladen. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: Montag, den 12. Oktober, abends 7/2 Uhr, in Mörschel's Salon, Schönhauser Allee 28. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Kunze über: Die Aufgaben der Gewerkschaften. 2. Distuſſion. 3. Wahl eines Beisigers und Schriftführers. 4. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind besonders die Kollegen eingeladen, deren Meister die Orts- Krankenkasse zum 1. Ottober gekündigt haben. Branchen- Versammlung der Drechsler am Montag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße Nr. 27c. B Tages Ordnung: 1. Unsere legte Lohnbewegung und wie halten wir das Errungene feft? 2. Die Maßnahmen der Arbeitgeber und welche Bedeutung legen wir den selben bei? 3. Neuwahl zur Werkstatt- Kontrollkommission. Das Erscheinen eines jeden Drechslers ist unbedingt nothwendig. 77/20 Alexanderstr. 27c., ist der Todtensonntag an größeren Verein zu, vergeben. Auch sind noch andere Sonnabende zu haben. Schmiedel's Festsäle, Schmiedel's Festsäle, Derlammlung. Vortrag: Deutsche Schwärmer und französische Utopisten!" Referent Herr Dr. Pinn. Nachdem: 55/4 Geselliges Beisammensein und Tanz. Sonnabend, den 17. Oktober findet im Schweizergarten, am Königsthor das diesjährige Stiftungsfest Alte Jakobstr. 32, neben Zentraltheater. statt, bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert, Theater, Feftrede, gehalten Ich empfehle meine eleganten Fest von Herrn Dr. Joël und Ball, unter gütiger Mitwirkung des Arbeiterfäle zur Abhaltung jeder Festlichkeiten, Sommerſe, Versammlungen 2c. 5594L* Wwe. E. Schmiedel. Gesangvereins„ Senefelder". Billets find in der Versammlung und bei den Mitgliedern zu haben. Alle Mitglieder und Freunde des Vereins find zu diesem Feste herzlich eingeladen. Krieger's Ball- Salon Verband aller im Handels- und TransportGewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter. Wafferthorstr. 68. Jeden Sonntag, Dienstag, Donnerstag u. Sonnabend Ball. Stelle meinen Saal zu Versammlungen und Festlichkeiten zur Verfügung. Sonnabend, den 17. Oktober 1896: Hausdiener, Kutscher und Angestellte B. Nieft's Festsäle, Fünftes Stiftungs- Fest der Verkehrs- Anstaltent Sonntag, den 11. Oftober 1896: 3 große öffentliche Versammlungen. Für Rixdorf: Mittags 112 Uhr, bei Kummer, Berlinerstr. 55. Für Schöneberg: Nachmittags 4 Uhr, bei Obst, Grunewaldstr. 110. Für Moabit: Nachmittags 5 Uhr, bei Schmidke, Stromstr. 28. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Wahl von Vertrauensleuten refp. Delegirten zum Gewerkschaftskartell. Referenten: Kollegen Hoffmann, Kakler und Schumann. Achtung, Bimmerer! 75/5 17, Weberstrasse 17. Bur bevorstehenden Saison 1896/97 find noch mehrere Sonnabende frei, auch zu Versammlungen täglich. Schmargendorf. ,, Sanssouci." [ M Ruhlaerstr. 20. A. Malitz. Vereinen und Gesellschaften bestens empfohlen. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Mittagstisch, Suppe, Gemüse, Braten und Kompot 50 Pf. Elsasserstr. 38, 1 Tr. Empfehle meinen 49642 Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch, B. Liebehensdjel, Mariannenstr. 48. verbunden mit Konzert, Feffrede, Prolog, Gelang und humoristischen Vorträgen, in der Brauerei Friedrichshain( Am Rönigsthor). Während der Pausen: Auftreten des Berliner Original- Bolts- Humoristen H. Lewandowsky sowie der Geschwister Grossely. Die Gesangspiècen werden vom Gesangverein ,, Sanges Echo" ( Mitgl. des Arbeiter- Sängerbundes) ausgeführt. Die Konzert- und Ballmusik wird von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker" unter Leitung des Herrn Raabe ausgeführt. 75/4 Von 11 Uhr ab: Grosser Ball. Eröffnung 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 9 Uhr. Feft- Beitung mit Programm am Eingang gratis. Billets sind im Bureau, Kommandantenstr. 25 I., in den Zahlstellen und bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Die Generalversammlung am Dienstag, den 13. d. M., fällt aus, Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Louisenstädt. Klubhaus Berliner Naturheilverein Vorwärts. Dienstag, den 13. Oktober 1896, abends 82 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27e: Versammlung. Annen Strasse 16. Saal für Versammlungen u. FestlichJeden Sonntag: Montag, den 12. Oktober cr., abends 8 Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33: keiten. Vereinszimmer jeder Grösse. Versammlung der Plah- Deputirten. Mittwoch, den 14. Okt., abends 8 Uhr, in Cobn's Festsälen, Beuthstr. 20-22: 01 Große öffentliche Versammlung Gr. Tanzkränzchen. Gesellschaftshaus Tagesordnung: 886b Vortrag des Herrn Dr. Weyl über Lungenkrankheiten, deren Entstehung und Heilung vom medizinischen und vom Standpunkt der Naturs der Zimmerer Berlins und Umgegend. Swinemünderstr.35 beilkunde aus beleuchtet. 256/6 Der Vertrauensmann der Berliner Bimmerleute. Achtung, Vergolder! Oeffentl. Versammlung aller der in der Leistenbranche beschäftigten Barockvergolder am Montag, den 12. d., ab. 81/2 Uhr, bei Wernau, Schwedterstr. 23. Es ist Pflicht jedes Kollegen, pünktlich zu erscheinen. R M. Hedmann, Staligerstr. 102, 3 Tr. vorn. 227 2 Achtung! Textilarbeiter! Achtung! Filiale I Berlin. Jeden Sonntag grosser BALL u. täglich Spezialitäten- Vorstellung. Sale für Vereine zu Festlichkeiten, Bersammlungen mehrere Sonnabende noch frei. Hübner. Bürgerliche Brauerei Am Tempelhofer Berg No. 6. Sonntag: Gleichzeitig empfehle den 500 PerSonntag: Großer Ball. sonen fassenden Saal zu FestlichMontag, den 12. Oktober, abends 81/2 Uhr, bei Wilke, Andreasftr. 26: keiten und Versammlungen für Vereine Versammlung. S Zages Ordnung: 197/2 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Täschner und Kofferarbeiter. Dienstag, den 13. Oktober cr., abends 8 Uhr, bei Pasch, Alte Jakobstr. 83: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Quartals- Abrechnung. 2. Wahl des Gesammtvorstandes. 3. Verschiedenes. 156/2 Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. u.Privatgesellschaften. Heinr. Nümann. Täglich: KWarmes Frühstück ON zur Auswahl. ත 2 Zur alten Linde Echt Admiralstr. 40a am Platz Gäste willkommen. Tellersammlung. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Sonntag, den 18. Oftober 1896, vormittags 10 Uhr, bei Groffe, Annenstr. 16. Bundesversammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Paul Bernstein über " Häusliche Gesundheitspflege". 2. Aufnahme neuer Vereine. 3. Bundes angelegenheiten( Stiftungsfeft) und Fragekaften. 43/2 Die Bibliothek wird eröffnet. Vereine, die Bücher entleihen wollen, werben gebeten, ihre Delegirten zu beauftragen. In anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwartet den Besuch aller J. A.: Paul Gent, Dresdenerstr. 107/8. Bundesmitglieder Naturärztliche Vorträge, für Männer und Frauen sehr wichtig, verständlich erklärt am künstl., lebensgroßen, auseinandernehmbaren Menschen, von O. Grundmann, pratt. Naturheilkundiger, Char lottenburg. Montag, den 12. Ott., abends 81/2 Uhr, bei Möhring, Admiralstr. 18c, über: Lungenleiden, Asthma. Entree 10 Pf. Diesen für jeden Menschen lehrreichen Vorpetrag sollte niemand versäumen. Admiral- Strasse 18 c.. Münchener Märkischer Hof, eben Sonntag im prachtvollen Bürgerbräu Pilsener, hiesiges hell. u. dunkl. Lagerbier Weissbier. Spiegelsaal großer Feftball., Anfang 4 Uhr, Ende 2 Uhr. Gr. Orchestermusik. Die beiden Säle find Sonnabends und Sonntags an Vereine zu Bällen, Hoch zeiten und Versammlungen zu vergeben. Gr. Vereinszimmer. Die Restaurations Räume stehen den geehrten Familien zur Verfügung. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin, Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, 4. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Ur. 239. Der Allemaniffen- Kongrek. " Paris, Anfang Oktober 1896. " Sonntag, den 11. Oktober 1896. 13. Jahrg. Generalstreit bekannt zu geben. Nichtsdestoweniger(!) haben die mit dem Auftrag, eine eifrige Propaganda für die Abschaffung Gewerkschaften jeden Augenblick und bei allen Gelegenheiten die der stehenden Armeen zu entfalten. Um den starken intervom Kongreß formulirten Weisungen zu vervollständigen." Außer nationalistischen Geist der Allemanisten, eine der hervorstechenden In der letzten September- Woche tagte in Paris der Kongreß der Annahme diefer merkwürdigen Resolution that der Rongreß Eigenschaften dieser Richtung, zu kennzeichnen, sei hervorgehoben, der sozialistisch- revolutionären Arbeiterpartei, derjenigen Organi für den Generalstreit noch ein übriges: er wählte aus seiner daß mehrere Redner speziell für die Bekämpfung des fation, die unter Allemane's Führung 1892 die possibilistische Mitte ein Generalftreit- Sentralfomitee". Da der Gewerkschafts. Chauvinismus durch mündliche und schriftliche Propaganda Organisation gesprengt hatte und seitdem nach dem Gefeße der fongreß von Tours ein gleiches gethan hatte, ist nun Frankreich eintraten. psychologischen Kontrafte sich in einer übertriebenen Prinzipien mit zwei Generalftreif- Zentralfomitees gefeguet. Ein Konflikt In diesen Ideenkreis gehört auch der gleich in der Eröffnungsreiterei und einem gewerkschaftlich zugeftugten Revolutionarismus ist jedoch ausgeschlossen, weil die beiden Komitee's nichts zu thun sigung einstimmig beschlossene Protest gegen den Besuch gefällt. haben werden. des russischen Selbstherrschers in Frankreich, einen Die Charakterzüge dieser Richtung habe ich bereits in meinem Einen weiteren, für die allemanistische Utopisterei recht be. Besuch, der nichts anderes ist als ein schmähliches Manöver". Artikel Gewerkschaftliches aus Franfreich"( Nr. 227 und 228) zeichnenden Gegenstand der Berathungen bildete die Frage des Schließlich wurde in den öffentlichen Berathungen des Ron gekennzeichnet. Der Bericht über ihren Kongreß soll das Bild Bukunftsstaates, mit der sich so ziemlich jeder Kongreß gresses die Fortsetzung der Agitation gegen die privaten vervollständigen. diefer Richtung abquält. Diesmal wurde ausdrücklich beschlossen, Arbeitsnachweis Bureaus beschlossen. fat Der Hauptsiz und die Hauptkraft der allemanistischen Or die Frage auf die Tagesordnung jedes Rongreffes zit fetzen und Der nichtöffentliche Theil der Berathungen galt, wie oben ganisation find in Paris. Das spiegelt sich in der Beschichung sie zu einer stetigen Beschäftigung der gewerkschaftlichen und bemerkt, den internen Partei- Angelegenheiten. Die des Kongresses wieder. Von den 127 vertretenen Organisationen tooperativen Organisationen zu machen, denen es in erster Linie betreffenden Beschlüsse wurden jedoch im Wochenblatt der Partei befinden sich nicht weniger als 76 in der Hauptstadt. In der zukomme, das Werk der ökonomischen und sozialen Umänderung veröffentlicht. Aus denselben ergiebt sich, daß die allemanistische Provinz besitzen die Allemanisten nennenswerthe Organisationen zu fördern." Und zwar sollen diese Organisationen statistische Organisation recht schwach ist. Die wenigen Gruppen, die sie umnur in ein paar östlichen und südwestlichen Departements. Die Erhebungen über die Zahl der in ihrem Berufe befaßt, nehmen es mit der Einzahlung der Beiträge nicht genau. angegebene Gesammtzahl der Organisationen enthält obendrein schäftigten Arbeiter, über die Bedürfnisse und die Der schwere Schlag, der die Organisation mit dem Austreten 62 Gewerkschaften, 5 Gewerkschaftsverbände, 2 Arbeitsbörsen, die Produktionsmittel ihrer Gegend veranstalten, sowie im der zwei Pariser Abgeordneten, Groussier und Dejeante, und der Pariser Liga für Abschaffung der privaten Arbeitsnachweis allgemeinen alle Forschungselemente sammeln, die geeignet zwei Parifer Gemeinderathsmitglieder, Faillet und Berthaut, ge Bureaus und 2 Konsumvereine, die sich blos an der Berathung sind, wissenschaftlich eine soziale Organisation vorzubereiten, in troffen hatte, ist nicht verwunden worden, und wird wohl nie los an der der unpolitischen" das Wort im Sinne von nicht partei welcher jedes Individum, feinen Theil von Initiative und mehr verwunden werden. Die Wähler hatten bekanntlich den politischen" genommen Punkte der Tagesordnung betheiligten. Thätigkeit beitragend, seinen Theil von Existenz und Glück pier Sezefsionisten recht gegeben und sie sämmtlich mit exDie eigentliche Vertretung der Partei, die in nichtöffentlichen finden wird." drückenden Mehrheiten wiedergewählt. Unter diesen Umständen Sigungen über die Partei- Angelegenheiten berieth, reduzirt sich In bezug auf das Genossenschaftswesen nahm da mußte der Rongreß auf die Gründung eines täglichen Organs demnach auf 55 Organisationen, darunter 33 aus Paris.. bagen der Kongreß eine im allgemeinen verständige, von den verzichten. Die einzelnen Mitgliedschafts Ausschüsse sollen nun An der Spize der Tagesordnung stand selbstverständlich der Grundfäßen der internationalen Sozialdemokratie durchdrungene porläufig die Frage der Gründung eines zweimal wöchentlich Generalstreit, der, wie ebenfalls selbstverständlich, wieder Resolution an. Die Genossenschaften wurden ats ein erscheinenden Organs prüfen. einmal im Prinzip" votirt wurde. Aus der bezüglichen De untergeordnetes Mittel zur Hebung der Lage der Ar- Die alte Wahltattit wurde beibehalten. In den Stich batte, die das übliche funterbunte Gemisch von Auffassungen des beiterklaffe erklärt. Nach belgischem Muster will ferner wahlen tönnen sich die Kandidaten, um nicht den Erfolg eines muſt Generalstreits bot, fei die Meinungsäußerung eines Delegirten der Rongreß die Genossenschaften in den Dienst des bürgerlichen Kandidaten zu begünstigen, zurückziehen, ohne aber hervorgehoben, der das bekannte Wort von Liebknecht getreu proletarischen Emanzipationstampfes gestellt wissen. Aller- einen anderen sozialistischen Kandidaten zu empfehlen. Von reproduzirte: Der Generalstreit ist entweder unmöglich oder bings wird dabei auch bie Mithilfe der Genossen platonischer Bedeutung ist der Beschluß, der den Parteimitgliedern überflüffig." Die Generalstreit- Resolution mag als Muster alle schaften für die Generalstreit- Attion in Aussicht genommen. Ein gestattet, in der Provinz und in der Bannmeile von Paris" für manistischer Logit und Gewissenhaftigkeit gegenüber den anderen Theil der Allemanisten erwartet nämlich von denselben die Ver- nichtallemanistische Kandidaten zu votiren.. Denn die Allemanisten sozialistischen Richtungen im Wortlaut angeführt werden: In proviantirung des generalstreifenden Proletariats. Inwieweit sind sowieso nicht im stande, außerhalb der Hauptstadt eigene Erwägung, daß der Generalstreit eines der besten Mittel zur aber diese Erwartungen begründet sind, zeigt, von allem anderen Kandidaten aufzustellen. Herbeiführung der sozialen Revolution ist; daß der in den Be- abgesehen, schon ein Blick auf die Präsenzliste des Kongresses: richten( über den Generalstreit) tondensirte Geist der Arbeiter nur zwei unbedeutende Genossenschaften ließen sich auf demselben beweist, daß einzig die Arbeiter ein Recht haben, über Arbeiter- vertreten. angelegenheiten eine Meinung zu äußeru( die allemanistischpoffibilistisch- demagogische Theorie der schwieligen Faust" wurde wohl nie so waldursprünglich formulirt); daß die Zwischenfälle des Londoner Kongreffes gezeigt haben, wie Individuen( des individus) um jeden Preis der politischen Bewegung das Ueber gewicht über die ökonomische Aktion geben wollten, erklärt der Kongreß, daß der Generalstreit eines der besten Mittel zur Befreiung des Proletariats ist. Es liegt also an den Gewerkschaften, sich von diesem Gedanken zu durchdringen und ihn, jede in ihrem Wirkungstreis, auszunuzen. Dem Kongreß steht es nicht zu, die Mittel zur Bewerkstelligung der sozialen Revolution durch den Aus den weiteren Beschlüssen sei noch hervorgehoben die nicht ernft gemeinte Empfehlung an die Mitgliedschaften, Berührungspunkte" mit den anderen sozialistischen Richtungen Die Forderung des unentgeltlichen Brote 3, feit zu fuchen zum Zwecke eines Uebereinkommens. Das Verhalten einem Jahre von Victor Barrucaud, einem sozialistischen der Allemanisten namentlich seit dem Londoner Kongreß ist Freischüßen, in Wort und Schrift verfochten, lehute der Kongreß geeignet, eber alles andere als ein solches Uebereinkommen zu ab, entgegen dem Vorschlag der bestellten Kommiffion, diefelbe stande zu bringen. Der Beschluß wurde übrigens, wie in den ins Programm aufzunehmen, und proklamirte anstatt dessen das Erwägungen ausdrücklich betont wird, mit Rücksicht auf die Existenzrecht aller Gesellschaftsglieder. Beiläufig gefagt, ist Wünsche ber Parteimitglieder aus der Provinz gefaßt, die sich i jene Forderung ein abenteuerlicher Auswuchs des Gemeinde- teine, auf der Erfahrung begründete flare Meinung über Menschen fozialismus", ber die Einführung von munizipalen Bäckereien und Dinge haben bilden tönnen". Ein indirettes Eingeständniß, verlangt. Ferner sprach sich der Kongreß in einer scharfen Resolution leitenden Geister gegenüber der französischen Sozialdemokratie gegen den Militarismus aus und wählte eine Kommission nichts weniger als erbaut ist. Zur Herbstsaison/ find sämmtliche Wollwaaren, Unterzeuge, wollene und seidene Tücher, Kleiderstoffe etc. in reichster Auswahl zu bekannt billigsten Preisen ausgelegt. In der Abtheilung für Put fudet meine verehrte Kundschaft bei kleinen Preisen das Geschmackvollste und Moderuste. Carl Schloss, Waarenhaus ,, Süd- Ost" 22. Wienerstraße 22. 1. Grünauerstraße 1, IT am Görlizer Bahnhof. öbel-, Spiegelu. Polsterwaaren- Fabrik von 5953L* A. 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