eiſt ſis Der betal cht ihr Cer Don ine ich els, och arch bt. den und ver= Dies feit Ben. hes Den hen the enn ifti men mes eller Für der der - an tens weil e sie ſtler men), die öbel nter der ifala 50. innen affion. d. Uhr. Gaben. e. hichte Heften Pf. M. olstoi, M. Welt1 M. ager. f. Boden ng und ribüne Le mein ofal igung. ' Serftr.10 en, sow arteigen Berliner Volks- Tribüne " Sozial- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Volks Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh.. Abonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Pf. Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mt. 50 pf.) № 32. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: ,, Volksblatt", Beuthstr. 3. Inserate werden die 4 spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 pf. berechnet. Dereins- Anzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volks- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen Sonnabend, den 9. August 1890. IV. Jahrgang. Arbeiter gedenkt der ausgesperrten Hamburger. Genossen! Organisations- Entwurf für die fozial- demokratische Partei Deutschlands. Parteigenofenschaft. § 1. Parteigenoffe ist jede Person, die das Parteiprogramm anerkennt und die Partei dauernd materiell unterstützt. § 2. Zur Partei kann nicht gehören, wer sich eines groben Berstoßes gegen das Parteiprogramm oder ehrloser Handlungen schuldig gemacht hat, oder der Partei dauernd die materielle Unterstäßung versagt. Ueber die Zugehörigkeit zur Partei oder den Ausschluß aus derselben entscheiden die Parteigenoffen der einzelnen Parteiorte sder Reichstags- Wahlkreise. Gegen diese Entscheidungen steht den Betroffenen die Berufung an den Parteivorstand(§ 13) und den Parteitag zu(§ 7 u. f.). Vertrauensmänner. § 3. Die Parteigen offen in den einzelnen Reichstags Wahlfreisen wählen in öffentlichen Versammlungen zur Wahrnehmung der Parteiinteressen einen oder mehrere Vertrauensmänner. Die Art der Wahl dieser Vertrauensmänner ist Sache der in den einzelnen Kreisen wohnenden Genossen. Insofern der Wahlkreis durch einen Ort oder durch Theile eines Ortes gebildet wird, ist nur ein Vertrauensmann zu wählen; besteht dagegen der Wahlkreis aus mehreren Orten, so kann für jeden Ort ein Vertrauensmann gewählt werden. § 4. Die Wahl der Vertrauensmänner erfolgt in der Regel alljährlich und zwar im Anschlusse an den vorausgegangenen allge meinen Parteitag. Die Vertrauensmänner haben ihre Wahl mit Angabe ihrer genauen Adresse sofort dem Parteivorstande mitzutheilen. § 5. Tritt ein Vertrauensmann zurück oder tritt sonstwie eine Vakanz ein. so haben die Parteigenossen umgehend eine Neuwahl vorzunehmen und davon entsprechend§ 4 Abs. 2 dem Parteivorstand Mittheilung zu machen. Parteitag. § 6. Alljährlich einmal findet ein Parteitag statt, der vom Parteivorstand einzuberufen ist. Der Parteitag prüft die Legitima.ion seiner Theilnehmer, wählt seine Leitung und bestimmt seine Geschäftsordnung selbst. § 9. Zu den Aufgaben des Parteitags gehören: 1. Entgegennahme des Berichts über die Geschäftsthätigkeit des Parteivorstandes und die parlamentarische Thätigkeit der Abgeordneten. 2. Die Bestimmung des Orts, an welchem der Parteivorstand seinen Sitz zu nehmen hat. 3. Die Wahl des Parteivorstandes. 4. Die Beschlußfassung über die Parteiorganisation und alle das Parteileben berührende Fragen. 5. Die Beschlußfassung über die eingegangenen Anträge. § 10. Ein außerordentlicher Parteitag fann einberufen werden: 1. durch den Partei- Vorstand; 2. auf Antrag der Reichstags- Fraktion; 3. auf Antrag von mindestens 15 Wahlkreisen und durch Namensunterschriften von mindestens 10 000 Parteigenoffen. Parteiorgan. § 19. Zum offiziellen Parteiorgan wird das„ Berliner Volksblatt" bestimmt. Dasselbe erhält vom 1. Januar 1891 ab den Titel: „ Vorwärts" Berliner Volksblatt Zentral- Organ der sozial- demokratischen Partei Deutschlands. Alle offiziellen Bekanntmachungen sind an hervorragender Stelle des redaktionellen Theils zu veröffentlichen. Abänderung der Organisation. § 20. Aenderungen an der Organisation der Partei können nur durch einen Parteitag vorgenommen, doch muß die absolute Mehrheit der anwesenden Vertreter sich dafür erklären. Anträge auf Abänderung der Organisation fönnen nur berathen werden, wenn sie innerhalb der Fristen, welche die§§ 7 und 11 vorschreiben, zur öffentlichen Kenntniß der Parteigenossen gelangten. Falls der Partei- Borstand sich weigert, einem Antrag auf Eine Abweichung von der letzteren Bestimmung ist nur dann Einberufung eines außerordentlichetteitages stottzugeben, se ist derselbe durch die Reichstags- Fraktion einzuberufen. Als Ver- sulffig, wenn mindeſters/ der anwesenden Vertreter auf einem Parteitag sich für die Abweichung entscheiden. sammlungsort eines außerordentlichen Parteitages ist ein geographisch möglichst günstig gelegener Ort zu bestimmen. § 11. Die Einberufung des außerordentlichen Parteitages muß spätestens 14 Tage vor dem Termin der Abhaltung desselben durch das offizielle Parteiorgan in wenigstens drei auf einander folgenden Nummern mit Angabe der Tagesordnung erfolgen. Anträge der Parteigenossen sind spätestens 7 Tage vor der Abhaltung des Parteitags im offiziellen Parteiorgan zu veröffentlichen. Im übrigen gelten für die außerordentlichen Parteitage dieselben Bestimmungen wie für die ordentlichen Parteitage(§§ 7-9). Parteivorstand. § 12. Der Parteivorstand besteht aus 5 Personen und zwar aus einem Vorfizenden, zwei Schriftführern, einem Kassirer und einem Beisizer. An die Leser! Nachdem ich thatsächlich bereits seit einigen Wochen die Redaktion der„ Berliner Volkstribüne" aufgegeben hatte, löse ich mit dem heutigen Tage auch formell das Verhältniß zu diesem Blatte, das sich troß aller Gegnerschaft rasch eine angesehene und einflußreiche Stellung unter den deutschen Arbeitern erworben hat. Mein Freund, Herr Dr. Conrad Schmidt, hat die Leitung übernommen und ich brauche nicht erst zu versichern, daß die deutschen Genossen auf seine Prinzipientreue und seine Hingebung an unsere Sache ebenso rechnen dürfen, wie sie seine sozialpolitischen Kenntnisse aus seinen Schriften und Aufsäßen werden schäßen gelernt haben. Auch das bedarf wohl keiner weiteren Erwähnung, daß Die Wahl des Parteivorstandes erfolgt durch den Parteitag ,, Bolfstribüne" und ,, Arbeiterbibliothet" finanziell das bleiben mittelst Stimmzettel und auf Grund absoluter Stimmenmehrheit. werden, was sie von allem Anbeginn an gewesen sind: reine Erhält ein Kandidat im ersten Wahlgang nicht die absolute Mehr Parteiunternehmungen, bei welchen Redaktion und Expedition Hat der vorhergehende Parteitag über den Ort, an welchem heit, so erfolgt engere Wahl zwischen den beiden Kandidaten, welche ihre Gehälter, die Drucker ihre tarifmäßigen Preise erhalten, die meisten Stimmen auf sich vereinigten. Bei Stimmengleichheit während jeder Ueberschuß unter Kontrolle angesehener Berliner der nächste Parteitag stattfinden soll, keine Bestimmung getroffen, Parteigenossen zur Erweiterung des Planes der beiden Unterso muß der Parteivorstand mit der Reichstags- Vertretung hierüber entscheidet das Loos. § 13. Der Parteivorstand besezt die Aemter aus seiner Mitte nehmungen, d. h. zur Stärkung der sozialdemokratischen Agitation, 87. Die Einberufung des Barteitags muß spätestens 4 Wochen und hat seine Konstituirung im offiziellen Parteiorgan anzuzeigen. dient. sich verständigen. Die Mitglieder des Vorstandes können für ihre Thätigkeit eine Der Berliner Arbeiter- Bibliothek" denke ich mich in vor dem Termin der Abhaltung deſſelben durch das offizielle Parteiorgan mit Angabe der provisorischen Tagesordnung erfolgen. Die Besoldung beziehen. Die Höhe derselben setzt der Parteivorstand Bukunft mit doppelter Kraft zu widmen und da selten ein Unternehmen so allseitige Unterstüßung besonders auch seitens der Einladung zur Beschichtung des Parteitags ist mindestens dreimal in Uebereinstimmung mit der Reichstags- Fraktion fest. § 14. Der Parteivorstand leitet die Parteigeschäfte; er beruft Bresse gefunden hat, so hoffe ich, hier der Partei noch mehr in Zwischenräumen von je 2 Tagen zu wiederholen. Anträge der Parteigenossen für die Tagesordnung des Partei die Parteitage und erstattet auf denselben über seine Thätigkeit als bisher nüßen zu können. Die Expedition bleibt mit der der„ Volls- Tribüne" vertags sind binnen 14 Tagen, vom ersten Tage der Veröffentlichung Bericht. Er kontrolirt die prinzipielle Haltung der Parteiorgane. § 15. Eintretende Balanzen im Parteivorstand werden durch knüpft, sodaß ich alle Bestellungen und Zahlungen auch fernerhin der Einberufung an gerechnet, bei dem Parteivorstand einzureichen, ber dieselben spätestens 10 Tage vor der Eröffnung des Parteitags eine Erjazwahl, welche die Reichstags- Fraktion vorzunehmen hat ,,, Berlin S.0., Elisabeth- Ufer 55" zu adressiren bitte. behoben. Bei der Abstimmung entscheidet die einfache Majorität. Ich verabschiede mich somit als Redakteur von den Lesern durch das offizielle Parteiorgan bekannt zu geben hat. Anträge der Parteigenossen, die später als 14 Tage vor der Abhaltung des Parteitags bei dem Parteivorstand eingehen, können Kontrole. § 16. Die Ueberwachung der Geschäftsleitung des Parteinur dann auf dem Parteitag berathen werden, wenn mindestens Vorstandes wird durch die Reichstags- Fraktion ausgeübt. dieses Blattes als Mitarbeiter werde ich ihnen wohl zuweilen noch( unter Namensnennung) begegnen und ich kann das nicht, ohne ihnen für die rege Antheilnahme an dem Blatte zu danken. Der wärmste Dant aber gebührt den Mitarbeitern: sie haben viel mehr wie ich selber den Charakter des Blattes bestimmt und 15 Vertreter sich dafür erklären. Dasselbe ist der Fall mit selbst- Die Fraktion ernennt zu diesem Behufe einen, aus fünf Mit ständigen Anträgen, die während der Verhandlungen des Partei- gliedern bestehenden Ausschuß, von welchem alle den Partei- Border Propaganda der sozialistischen Ideen gedient, und wenn mir tags eingebracht werden. stand betreffenden Beschwerden zu prüfen und zu entscheiden sind. irgend etwas das Scheiden schwer macht, so ist es das Gefühl, § 17. Die Fraktion hat das Recht, jederzeit Einsicht in die daß meine engere Verbindung gerade mit ihnen nun aufhören wird. Aften und Geschäftsbücher des Partei- Vorstandes zu nehmen und Auskunft über seine Handlungen zu verlangen. § 8. Der Parteitag bildet die oberste Vertretung der Partei. Zur Theilnahme an demselben sind berechtigt: 1. Die Delegirten der Partei aus den einzelnen Wahlfreisen, mit der Einschränkung, daß kein Wahlkreis durch mehr als 3 Personen vertreten sein darf; 2. Die Mitglieder der Reichstags- Fraktion; 3. Die Mitglieder des Parteivorstandes. § 18. Vorstandsmitglieder, welche sich grobe Pflichtwidrigkeiten zu Schulden kommen lassen, fönnen durch die Fraktion von ihrer Stellung enthoben werden. Dadurch nothwendig gewordene Die Mitglieder der Reichstags- Fraktion und des Partei- Bor- Ersaßwahlen finden nach den Vorschriften des§ 15 statt: standes haben in allen die parlamentarische und die geschäftliche Den Vorstandsmitgliedern steht gegen ihre Abseßung das Recht Leitung der Partei betreffenden Fragen nur berathende Stimme. der Berufung an den Parteitag zu. Mögen sie mir wenigstens das Andenken bewahren, daß ich ihnen jederzeit ein treuer Freund und Berather gewesen bin. Mit sozialdemokratischen Gruß und Handschlag Friedrichshagen b. Berlin, den 6. August 1890. Max Schippel. Ich brauche nach den Worten des Genossen Schippel nicht erst zu versichern, daß es mein aufrichtiges Bemühen sein wird, tr. 11. die„ Volks- Tribüne" in ihrem alten Geiste fortzuführen: als ein Organ der ökonomisch- politischen Aufklärung der Arbeiterschaft. Ich bitte vor Allem, auch die Mitarbeiter, auf deren Kraft die „ Bolts- Tribüne" in erster Reihe angewiesen ist, an dem Blatt „ Bolts- Tribüne“ in erster Reihe angewiesen iſt, an dem Blatt auch weiterhin getreulich mitzuwirken. Conrad Schmidt. Zum Kongrek. Die Frauen und die Politik. den Gebrauch derselben empfehlen und lehren, warum dann in zt. Die Großindustrie, welche durch immer aus Ländern, wo das Proletariat jene Rechte noch nicht besigt, gedehntere Anwendung der mechanischen Kräfte alle pro- ihre Erringung zu einem Programmpunkte der Arbeiter buktive menschliche Arbeit nivellirt, die Leistung des bewegung machen? Sind sie es aber, warum dann nicht Einzelnen im Gesammtprodukt untergehen läßt, hat eine mit aller Energie dafür eintreten, daß das ungeheuere totale Revolution in der Rolle und Stellung der Frau Heer der Proletarierinnen zum eigenen Vortheil und bewirkt. Sie macht die Frau in ihrer wirthschaftlichen zum Vortheil des gesammten Proletariats diese Waffe Funktion innerhalb der Gesellschaft dem Manne gleich gleichfalls erhält und gebraucht? Wenn die sozialpoli und ebenbürtig. Indem sie die eigentlichen Kraftleistungen tischen Rechte es dem Arbeiter ermöglichen, gegen die Das„ Berliner Volksblatt" bringt in seiner Nummer den eisernen Armen der Maschine überträgt und statt der ökonomische Verknechtung und Ausbeutung durch den vom Donnerstag einen von Bebel unterschriebenen Artikel, Straft vor allem Geschwindigkeit und Geschicklichkeit in Kapitalisten anzukämpfen, so würden sie auch die Arbeite welcher sich gegen den von uns in voriger Woche mit der Verrichtung mechanischer Handgriffe fordert, ermög- unter den nämlichen Bedingungen wie der Arbeiter, sie rinnen dazu befähigen. Die Arbeiterin schafft genau getheilten Aufsatz der Sächs. Arbeiterzeitung" richtet licht sie es auch der Frau, gesellschaftliche Arbeit zu leisten, unter den nämlichen Bedingungen wie der Arbeiter, sie und den Beweis für die dort erhobenen Vorwürfe ver- welche der des Mannes in jeder Beziehung gleichwerthig muß also auch wie dieser ihre Intereſſen vertheidigen langt. Bebel kommt dabei auch auf die„ Volks- Tribüne" ist. Die Frau produzirt nicht mehr unter besonderen und wahren könen. Was für das männliche Proletariat zu sprechen. Er erklärt: Bedingungen in engbegrenzter Häuslichkeit, sie arbeitet von Nußen ist, das kann für die Masse der Arbeiterinnen wie der Mann in der Fabrik, im Geschäfte. nicht von Schaden sein. Uns scheint, daß bei der AntDie sozialpolitische Emanzipation des weiblichen wort auf die oben gestellte Frage fein„ wenn“ und„ aber" Geschlechts wird nun nicht mehr ausschließlich auf Grund zulässig ist, sondern nur ein klipp und klares„ entweder, eines unbestimmten und höchst veränderlichen GerechtigkeitsAn den Untergang der„, Berliner Volks- Tribüne" und der ,, Sächssischen Arbeiter- Zeitung" hat bisher in der Parteileitung kein Mensch gedacht, weder ist hier noch in der Fraktion hierüber verhandelt oder beschlossen worden, und es ist frivole Berdächtigung, wenn das Gegentheil behauptet wird. oder." Was mich speziell betrifft, so habe ich kurz vor Schluß der prinzips gefordert. Nein, die Emanzipationsforderung Arbeiter wie Arbeiterin haben in der jetzigen Geselllegten Reichstagssession in einer Konferenz mit Berliner Genoffen, welcher auch die Abg. Auer und Singer beiwohnten, dem stützt sich vielmehr auf die wirthschaftlichen Zustände schaft das nämliche Ziel: Zerstörung der ökonomischen Genossen Wildberger auf seine Aeußerung: man( d. h. die Ber- selbst; sie will die Gleichstellung von Mann und Frau Abhängigkeit durch Umwandlung des Privatbesizes an liner Genossen) würde wohl die ,, Berliner Bolts- Tribüne" ein aus dem Gebiet der Produktion auch auf das politische den Produktionsmitteln in Gesellschaftsbefiz. Bei Ergehen lassen, geantwortet: daß ich dazu gar keinen Grund jähe, Gebiet übertragen. reichung des Zieles steht ihnen der nämliche Feind ent ich wüßte nicht, was der Fortexistenz der Berliner Volks- TriSo durchgreifend auch die Revolution ist, welche gegen, der Kapitalist oder richtiger das kapitalistische büne" entgegenstehen solle. Nun vergleiche man mit dieser Aeußerung die Ausführungen sich schon in der wirthschaftlichen Thätigkeit der Frau System. Jedenfalls scheint es unter solchen Umständen Wille's, und man wird mir zustimmen, wenn ich sage: es muß vollzogen, so wenig ist noch für ihre sozialpolitische Gleich auch rathsam, daß beide nach einem einheitlichen Plau in Berlin Leute geben, die systematisch gegen die Fraktion und stellung geschehen. Dieses schreiende Mißverhältniß zwischen und mit gleich guten Waffen kämpfen, besonders wenn Parteileitung heßen und sie verleumden, daß sich Anschauungen, wie sie Wille in seinem Artikel entwidelte, bilden konnten, die der wirthschaftlichen Bedeutung und der politischen Recht der eine Theil diese Waffen schon erprobt und für diendas genaue Gegentheil von der Wahrheit sind. losigkeit der Frau bildet den Ausgangspunkt der modernen lich befunden hat. Wie würde ein Feldherr erscheinen, Sehr charakteristisch aber ist, daß die„ Berliner Volks- Tri- Emanzipationsbewegung. der es für angebracht hielte, wenn eine Hälfte seines büne" den Artikel Wille's in der Sächsischen Arbeiter- Zeitung" Gewiß, in der heutigen Gesellschaft bedeuten die Heeres mit den modernsten Schußwaffen ausgerüstet, die nachträglich und zwar, wie mir mitgetheilt wurde, auf Wunsch sozialpolitischen Rechte noch wenig genug. Sie bleiben andere dagegen nur mit der mittelalterlichen Armbrust machen mußte, zu welchen ich die oben angeführte Aeußerung für die große Masse todter Buchstabe, so lange die bewaffnet in die Schlacht zöge? Erkennt man einmal bezüglich des Fortbestandes der Berliner Volts- Tribüne" machte. ökonomische Abhängigkeit des Proletariers vom Kapitalisten die Nothwendigkeit an, die Arbeiterinnen als wichtigen Das wirft ein eigenthümliches Licht auf die Berliner Partei- noch fortbesteht. Für das weibliche Geschlecht würde Bestandtheil des Proletariats in die Arbeiterbewegung verhältnisse und giebt zu denken. Ich erkläre hiermit, daß die dem Abgeordneten Bebel aber trotzdem die Zuerkennung sozialpolitischer Rechte ein zu ziehen, sie zu Stampfesgenossen zu machen, so muß hinterbrachte Mittheilung auf Irrthum beruht. Es ist Fortschritt sein; die prinzipielle Anerkennung seiner man auch aus allen Kräften darnach streben, sie so vielunrichtig, daß von Seite der Berliner Genossen auf mich, Minderjährigkeit, seiner Bevormundung durch das männ- zurüsten. Die Agitation für die sozialpolitischen Rechte unrichtig, daß von Seite der Berliner Genoffen auf mich, sozialen Gleichheit und Freiheit, das Ende seiner sozialen feitig und vollkommen als möglich für den Kampf aus der ich damals die Redaktion leitete, irgend ein Zwang liche Geschlecht und die der Mannesherrschaft unter der Frauen ist dann keine fruchtlose mehr, denn sie ausgeübt wurde. Nicht einmal einen Versuch hat man worsene Familie wäre damit ausgesprochen. Die Frau kommt der Hauptsache nach der Arbeiterbewegung selbst dazu gemacht. Bedauerlich ist, daß Genosse Bebel wohl würde durch die ihr ertheilten sozialpolitischen Rechte zu Gute, indem sie ihr auf alle Fälle besser geschulte nicht von unparteiischen und ſehr geeigneten Personen wenigstens im Prinzip und vor dem Gesetz der einen und entwickelte und besser ausgerüstete Kämpferinnen über die hiesigen Parteiverhältnisse unterrichtet wird. Knechtschaft entzogen, der Knechtschaft durch den Mann, zuführt. derselben Genossen zum Abdruck bringen und zu dem ihrigen " " " Pro um jozic vent wor legte Noch eins! Die Ausführungen, welche ich an den die nicht einmal mehr den Anschein einer Berechtigung Alle Einwände, welche gelegentlich gegen die Unreife Aufsatz der Arbeiterzeitung" anschloß, verfolgten den für sich hat, seitdem die Frau in der Gesellschaft eine und Rückständigkeit des weiblichen Geschlechts als Hin Zweck, die Genossen darauf aufmerksam zu machen, daß ökonomisch vom Manne unabhängige Existenz führen kann. Derniß seiner Einsetzung in die sozialpolitischen Rechte möglicher Weise die freie Meinungsäußerung in der sozialAllerdings hieße es Feigen von den Dornen und erhoben werden, hat man schon bis zum Ueberdruß von demokratischen Presse durch einen Kongreßbeschluß be Trauben von den Disteln erwarten, wollte man folgern, dem reaktionären Junkerthum und liberalen Bürgerthum einträchtigt werden könne. Man solle sich also bei der daß die Gesammtheit der Frauen durch Erlangung der gehört, als es sich darum handelte, der Arbeiterklaffe Kongreßwahl vorsehen. Nun sagt Herr Bebel: sozialpolitischen Rechte auch schon in der bestehenden Ge- ihre sozialpolitischen Rechte zu verleihen. Aengstlich wie Man bezichtigte die Parteileitung auch, lächerlich genug, die sellschaft thatsächlich ihre vollständige soziale Vefreiung junge Vogelbrut piepsten die Gewissen der Herren bei freie Meinungsäußerung in der Partei zu unterdrücken und das verwirklichen könne. Vollkommen emanzipirt wäre in der dem Gedanken, der„ liebe Bruder in Christo" oder der Verschwinden sogenannter unabhängiger Blätter"( sic!) wie der " Bollstribüne" und der Sächs. Arbeiterzeitung" herbeiführen Folge nur die Frau der Großbourgeoisie, die Frau, Bruder Arbeiter" könne die Waffe der sozialpolitischen zu wollen. Je traute meinen Augen nicht, als ich das las. welche Dank ihres Besizes in die heilige Gilde des Unter- Rechte ungeschickt gegen sich selbst kehren und seine Welche Lügen müssen speziell unter den Berliner Genossen, nehmer- d. H. Mehrwerthnehmerthums eintreten kann.„ eigensten, besten" Interessen schädigen, die ja nur kolportirt werden, wenn Herr Bruno Wille sich zu solchen Be- Die bei weitem größte Masse der Frauen, das weibliche diese Herren aus christlicher Nächstenliebe oder aus hauptungen versteigen konnte; an diesen Behauptungen ist auch nicht ein wahres Wort und es ist gelinde gesagt, eine Leichtfertigkeit ohne Proletariat bliebe dagegen in den Ketten des Kapitals, Liberalismus tannten und wahrten. Gleichen, fie in die Welt zu seßen, ohne den Schatten eines Beweises. in einer Stellung, die nur die schamloseste Heuchelei als Gewiß, ein Theil der Arbeiterklasse hat noch nicht Daß die Parteileitung selbst in dem Augenblick, wo eine andere Freiheit zu bezeichnen vermöchte. Die Geschichte der gelernt, die sozialpolitischen Waffen gegen den Gegner Ordnung der Dinge in der Partei möglich war, die Gelegenheit Arbeiterklasse ist ja ein einziges überwältigendes Beispiel, zu kehren. Aber von einem großen Theil des Prole ergriff, mit entsprechenden Anträgen vorzugehen, das beweisen die Anträge und Vorlagen, die sie der Fraktion machte und die wie es mit der politischen Freiheit, der sozialen Gleichheit tariats gilt trotz aller Unkenrufe schon heute das Gegenin den mittlerweile erfolgten Veröffentlichungen zur Kenntniß Aller vor dem Gesetz beschaffen ist, so lange das kapi- theil, und unter dem Drucke der Verhältnisse, welche die Aller gelangten und zum Theil noch gelangen werden. Ich muß talistische System den Lohnarbeiter in sozialer Hörigkeit wirksamste Agitation zur Erkenntniß der wahren Interannehmen, daß Herr Wille von diesen Plänen einigermaßen erhält. unterrichtet war, wie ich das Gleiche von den Redaktionen deressen führen, wird die Zahl der Arbeiter immer größer, jenigen Blätter vorausseße, die in dieser Sache gegen die ParteiJedoch aus dieser Thatsache schließen, daß der Besitz welche sich mit klarem Zielbewußtsein ihrer sozialpolitischen leitung das Wort ergriffen. War das nicht der Fall, dann war allgemeiner, staatsbürgerlicher Rechte überhaupt ohne Rechte bedienen. es nicht weniger unverantwortlich, den Streit zum Gaudium Werth für das weibliche Geschlecht sei, wäre im höchsten unserer Gegner und zum Schaden unserer Partei vom Baune Grade einseitig. Zeigt die Geschichte der Arbeiterklasse Ein Theil von ihnen wird sich jedenfalls anfangs zu Das gleiche wird auch von den Arbeiterinnen gelten. zu brechen." Was speziell die„ Volks- Tribüne" betrifft, so kann einerseits den beschränkten Werth der politischen Freiheit Nutz und Frommen der Reaktion leithammeln lassen, die ich versichern, daß der Organisations- Entwurf, auf bei ökonomischer Abhängigkeit, so lehrt eben diese Ge Masse wird jedoch nach und nach zur richtigen Erkenntniß welchen Bebel anspielt, mir bekannt war, ehe ich jene schichte gleichzeitig, welchen Gebrauch die ökonomisch ihrer Interessen und Klassenlage gelangen und einsehen, oben erwähnten Ausführungen schrieb. Der Paragraph, hörige Klasse von ihren politischen Rechten machen kann daß nur eine Partei, die sozialistische Arbeiterpartei, in welchem dem Parteivorstande die Kontrolle über die und machen muß, um ihre völlige soziale Emanzipation dieselben rückhaltlos vertritt. Und der Prozeß der prinzipielle Haltung der Parteiorgane zugestanden wird, zu erkämpfen. Der Entwickelungsgang des Proletariats Erkenntniß wird sich wahrscheinlich bei den Arbeiterinnen gestattet sicherlich eine verschiedene Auslegung. Unter thut in unzweideutiger Weise kund, daß die sogenannte noch rascher vollziehen. Dank der fertigen Muster, welche dem Schuße einer solchen„ Stontrolle" kann eine scharfe politische Rechtsgleichheit aller Gesellschaftsbürger nicht ihnen die bisher von dem männlichen Proletariat allein Zentralisation der Presse, die jede weitergehende Unab Selbstzweck, kein Heil an sich ist, daß sie aber, wenn in getragene Arbeiterbewegung an die Hand giebt, werden hängigkeit ausschließt, eingeführt werden Hierum han richtiger Weise gebraucht, ein treffliches Mittel zur Er die Arbeiterinnen die Kinderjahre ihrer politischen Er delte es sich. So schreibt auch ein durchaus auf Bebel's reichung des letzten Zieles, der wirthschaftlichen Volksziehung in schnellem Tempo durcheilen. Seite stehender deutscher Korrespondent der Wiener befreiung, bildet. Arbeiter- Zeitung": Hierin liegt von vornherein der tiefe prinzipielle Da die Mehrzahl der Frauen mit der fortschreitenden Abgesehen von ganz nebensächlichen Totalen Differenzen, Unterschied, welcher die für Erringung sozialpolitischer fapitalistischen Entwicklung in die Industrie gezogen und dürfte am Kongresse nur eine Frage lebhaftere Erörterung her- Rechte fämpfenden Arbeiterinnen von den bürgerlichen damit auf den Sozialismus hingewiesen wird, würde die vorrufen: die Frage, vor welcher jede sozialistische Partei schon Frauenrechtlerinnen trennt und trennen wird. Was den sozialpolitische Emanzipation der Frau der Arbeiterpartei oftmals gestanden hat, welche ganz naturgemäß immer erörtert werden muß, wenn es sich um die Frage einer Neu- Letzteren Selbstzweck, ist Ersteren nur Mittel zum Zweck zu Gute kommen. Der Widerstand, auf den die Be organisation und um Festseßung einer Taktik handelt, die Frage, und kann auch in Folge ihrer Klassenlage nun und strebungen, den Frauen das Koalitionsrecht, das Wahlob die Partei zentralistisch oder föderalistisch organisiri nimmer mehr als ein solches sein. Der ganze unversöhn- recht zu politischen und ökonomischen Körperschaften zu werden soll. Daß diese Frage nach Aufhebung des Sozialisten bare Gegensatz der Klassen gelangt in dieser verschiedenen verleihen, in den höheren Regionen stößt, erklärt sich gefeßes erörtert werden muß, ist so selbstverständlich, daß gerade Auffassung zum Ausdruck. nicht blos aus dem Vorurtheil gegen das ewig Weib ständlich ist es, daß verschiedene Anschauungen über diesen Bunkt Von dem gekennzeichneten Standpunkt aus ist es liche". Zum großen Theil ist es heutzutage ein Ausdruck in einer so großen Partei, wie es die deutsche Sozialdemokratie aber auch für die Masse der Frauen von praktischer der Furcht vor der klaffenbewußt werdenden Proletarierin, Bedeutung, ob sie sozialpolitische Rechte besitzen oder die unter dem Drucke der Verhältnisse in Reih' und Nach den Erklärungen, die Bebel abgiebt, liegt es nicht. Ihr Besiz bedeutet für die Arbeiterinnen eine Glied gegen den Kapitalismus tritt. der Fraktion gänzlich fern, jene Kontrolle zu einer Be Waffe mehr, welche sie im Kampfe um ihre ökonomische Darum Kampf für die wirthschaftliche und politische einträchtigung der Freiheit unserer Presse auszunuzen. Emanzipation vom Kapitalisten mit Erfolg führen können. Organisation der Arbeiterinnen! Sozialpolitische Rechte Die Genossen werden sich freuen, daß ihre Besorgnisse Wollten die Arbeiterinnen auf die Erringung sozial für die Frau, nicht weil ein paar tausend Damen der in diesem Punkte augenblicklich unbegründet erscheinen; politischer Rechte als auf ein nußlojes Etwas verzichten, Bourgeoisie auf Grund ihrer Bildung und Aufklärung sie werden es aber verstehen, daß die" Tribüne" gegen so wäre das ebenso falsch, als wenn sie die Bedeutung dieselben beanspruchen, sondern weil Millionen von jeden Versuch einer derartigen Beeinträchtigung jederzeit dieser Rechte überschätzen wollten. Seien wir logisch. Arbeiterinnen in der Gesellschaft unter gleichen Berhält auf's schärfste Stellung nehmen muß. Entweder sind die sozialpolitischen Rechte wichtige Waffen nissen wie die Männer produktiv thätig sind! Sozial Conrad Schmidt. im Kampfe für die soziale Emanzipation, oder sie sind politische Rechte für die Frauen nicht als Selbstzweck, es nicht. Sind sie es nicht, warum dann den Arbeitern sondern als Mittel zum Zweck, als Waffe, mit der die der entgegengeseßte Fall auffällig wäre. Und ebenso selbstverist, herrschen müssen. enor Bub Spefu der weni nicht ist, Bun Tru ihre mob zent Ind jetzt, Spi im geno 62 S δας Es ein allei reich gan Umi die diehe auf über indu in d zahl weld tomm schrä fähig schaf Mon Bra fond eben Die volle zu b sich Kapi folch wärt jaure prod beich Start in gi ein gesch das Mach Stra fich, beden da, preise wert gefeß Stein schen verdo zeiti Proi Kont Glück brüde fabriz ihrer der G zu fö Kont auslä Wall bedin Endli Mitte halten den A Arbei hat si mus gezeigt Nächst S nt in sigt, iter= ticht uere und Gaffe voli die den eite enau fie igen ariat inen Antber" eder, fell chen an Er ent ische nden Blan venn Dien nen, ines die brust mal igen gung muß viel aus echte ste elbft julte inen reife Hin echte VON hum laffe wvie bei der chen eine nur aus ticht gner cole genE die iterßer, chen ten. в зи die tniß hen, rtei, der men elche llein den Er iden und die artei Be Fahlзи sich Seib rud erin, und ische echte der ung Don ält zial ved, die Proletarierin Schulter an Schulter mit dem Proletarier um ihre ökonomische Unabhängigkeit und um ihre volle soziale Emanzipation kämpft. Kapitalistenringe in Deutschland. epidemie angestrebte Chininsyndikat! Schade nur, daß die Spiritus ganz erheblich zurückgegangen sind, um zirka Epidemie so furzlebig war; sie hätte bei längerer Dauer 30 Prozent höher als zu der Zeit, wo für das Hereinen ehrlichen Gewinn abgesezt für manchen ehrlichen stellungsmaterial die höchsten erhörten Preise gefordert Christenmenschen. Und welch einen Beweis von nationaler wurden. Man sieht, um die Preise des Rohmaterials 2c., Begeisterung bilden gegenwärtig die hohen Preise für also um die Produktionskosten, kümmern sich die KonvenPikrinsäure, raffinirten Kampfer( für das rauchlose tionen nicht einen Pfifferling. Die despotische Macht, §. Die Zahl der unter dem Namen Trusts, Kon- Pulver verwandt), für Phenol( Karbolsäure) zc.! Selbst welche durch die Monopolisirung eines ganzen Industrie ventionen, Kartelle, Syndikate, Ringe 2c. bekannt ge- Handelsberichte sehen sich gezwungen zuzugestehen, daß für zweiges in ihre Hand gelegt ist, setzt sie in den Stand, wordenen Kapitalistenvereinigungen hat im Laufe der viele Produktionszweige die großen Summen, ihre Bedingungen beliebig zu stellen. letzten Jahre speziell auch in Deutschland einen welche für staatliche und militärische Zwecke verenormen Zuwachs erfahren, welcher im Allgemeinen dem ausgabt werden, die Pfeiler hoher Dividenden Syndikate erzielt, welche die Fabrikation von Borax, Mehr oder weniger bedeutende Gewinne haben die Bublifum, das nicht zu den Großproduzenten oder Börsen- bilden."*) Der Bewilligungseifer des Reichstags für Brom, Jod, Pottasche, Soda, Phosphor, Bleizucker und spekulanten gehört, nur wenig bekannt sein dürfte. In den Militarismus kommt unserem Nationalwohlstand" so weiter monopolisirt haben. Man kann fast sagen, der That giebt es in unserem Lande gegenwärtig nur zu Gute! Ein Lohn der Tugend! daß sich das Auf- und- ab, die wechselnden Auflösungen wenige Produktionszweige, in welchen die Ringwirthschaft Aber wie alles Gute in dieser Welt, so haben auch und Neubildungen der Ringe, direkt an den Preisnicht in Blüthe steht; und wo man noch nicht so weit die Indiſtriekartelle ihre Schattenseiten. Häufig genug schwankungen der Produkte in den einzelnen Industrien ist, da suchen die Großproduzenten fieberhaft, einen solchen kommt es vor, daß Kartellmitglieder ihre Verpflichtungen verfolgen lassen. Bund zu Stande zu bringen. insgeheim umgehen, hinter dem Rücken des Kartells troz Ein geheimnißvolles Dunkel schwebt gegenwärtig über Gewöhnlich wird Amerika als das Musterland der der ihnen drohenden hohen Konventionalstrafen blind dem Salpeter-, Jod- und Kampher- Markt, und was sich Trusts betrachtet. Mit Recht, namentlich mit Bezug auf drauflos produziren und zu niedrigeren Preisen als denen aus diesem Dunkel heraus entwickeln wird, werden jedenihre Größe, Organisation und die Riesenhaftigkeit des des Syndikats zu verkaufen suchen. Andrerseits ist es falls kolossale Syndikate sein. Besonderes Interesse mobilen und immobilen Kapitals, welches in ihren Händen eine fast regelmäßig beobachtete Erscheinung, daß hohe nimmt der Kampher- Markt in Anspruch. Seitdem der zentralisirt ist. Was jedoch die Zahl der bestehenden Syndikatspreise neue Produktion hervorrufen. Durch Kampher zur Herstellung des rauchlosen Pulvers( in Industrie- Kartelle anbetrifft, so marschirt Deutschland das plögliche Auftauchen eines neuen Konkurrenten im Höhe von 8 pet, neben 72 pet. Nitroglycerin und 20 pct. jetzt, oder vielmehr schon im vergangenen Jahre, an der selben Industriezweige beginnt ein Kampf auf Tod und Collodiumwolle) verwandt wird, hat ein jähes Stocken Spize aller kapitalistischen Nationen. Während nämlich Leben, der entweder mit dem völligen Ruin des neuen der Kamphereinfuhr aus Japan stattgefunden. Diejenigen, im Jahre 1889, alle Zweige der Industrie zusammen Konkurrenten endigt oder mit dem erzwungenen Beitritt welche an einer Beschränkung der Kamphereinfuhr interessirt genommen, in den Vereinigten Staaten von Nordamerika desselben zum Syndikat. sind, sprengten bisher das Gerücht aus, daß die Er62 Kartelle bestanden, zählte Deutschland deren bereits 95, So wird in der deutschen Alaunfabrikation in der höhung des Rohkampherpreises das Resultat der maffendas heißt über 50 Prozent mehr als selbst Amerika. Regel auf je ein Jahr eine Konvention geschlossen, welche haften Zerstörung der Kampherbäume seitens der einEs thut der Bedeutung dieser Zahl keinen Abbruch, daß die Höhe der Produktion bestimmt, die Preise festseßt, geborenen Japanesen sei. Dies Gerücht ist jedoch, wie ein geringer Theil der Ringe sich nicht auf Deutschland die Produzenten in Gruppen eintheilt und das Absatz- sicher festgestellt worden ist, erfunden. Wahrscheinlich ist, allein beschränkt, sondern sich außerdem noch über Frank gebiet der einzelnen Gruppen genau begrenzt. Die stabilen daß die großen Hamburger Kampher- Raffineure zusammen reich und England erstreckt, ja, wie der Zinkring, die Syndikatspreise hatten nun zur Folge, daß im Früh mit Londoner Kaufleuten, bei der Aussicht auf eine rapide ganze europäische Produktion umfaßt. Dieser letztere jahr 1889 eine neue große Alaunfabrik gegründet wurde, Zunahme des Kampherkonsums, sich mit den japanischen Umstand beweist nur, zu welcher kolossalen Ausdehnung die sich dem Syndikat nicht anschloß, wohl aber dem Großhändlern unter eine Decke gesteckt haben, um das die Kartelle bereits diesseits des atlantischen Ozeans ge- selben eine empfindliche Konkurrenz bereitete. Der Absatz Angebot einstweilen zu verringern und den Preis zu diehen sind, und daß die amerikanische Riesenrepublik sich der der Nordostgruppe Deutschlands angehörigen Mittreiben. Im vorigen Jahre wurde raffinirter Kampher auf dem genannten Gebiete vielleicht bald von Europa glieder der Konvention zeigte daher im Jahre 1889 einen in Hamburg, dem als Siß der größten Raffinerien hierüberflügelt sehen wird. erheblichen Ausfall, obgleich der Konsum im gesammten für maßgebenden Plaze, mit 270 Mark notirt; dieser In der Metallindustrie, der Holzindustrie, der Glas- Distrikte mindestens als ebenso stark wie im Jahre 1888 Preis stieg jedoch bald auf 360 Mark und hat sich industrie, der Kohlenindustrie( namentlich der schlesischen), veranschlagt wird. Jedoch ist die Konvention, die gegenwärtig auf 550 Mark festgesetzt, während der rohe in der chemischen Industrie und vielen anderen bestehen Ende 1889 ablief, für das Jahr 1890 wieder zu Stande Kampher auf dem Londoner Markte 220 Mark erreichte. zahlreiche mehr oder weniger feste Kapitalistenkartelle, gekommen; es gehören ihr sämmtliche Alaunproduzenten Die künstliche Hemmung der Kamphereinfuhr kann welche durch den engen Zusammenschluß der in Betracht des deutschen Reiches an, welche in zwei Grupven getheilt aber für ihre Veranstalter eine üble Folge haben: den tommenden Produzenten einer Branche und durch Ein- sind. Um aber nicht weitere Konkurrenz hervorzurufen, Ersatz des Kamphers im rauchlosen Pulver durch anderes schränkung der Produktion, proportional der Leistungs- beschloß man, den Alaunpreis herabzusetzen. Material. Der Gedanke an eine billige Herstellung und fähigkeit der einzelnen Glieder der Konvention, die Herr- Das Uebereinkommen, welches von den englischen, versuchsweise Verwendung des salzsauren Terpentinol schaft über den Markt zu erlangen und ihre Waare zu deutschen und französischen Fabrikanten von Oralsäure hydrats, welches früher schon als künstlicher Kampher Monopolpreisen loszuschlagen suchen. In manchen geschlossen wurde, zu dem Zwecke, die durch große Ueber eine kurze Rolle spielte, liegt nahe genug, zumal dasselbe Branchen bestehen sogar Uebereinkommen, denen eine be- produktion entstandene ungünstige Lage dieser Industrie sich für den angeführten Zwed der bedeutenden Gassondere Abmachung gar nicht vorangegangen ist, die indeß durch gemeinsame Regelung der Produktion und der Preise entwicklung wegen sehr gut eignet. So kann das Kampherebenso wirken können, wie offiziell geschlossene Syndikate. zu bessern, ist, nachdem es einige Zeit bestanden hatte, syndikat unter Umständen schon dem Tode geweiht sein, Die Fabrikanten finden es zweitens angesichts des über wieder aufgelöst worden. Die Folge war, daß der ehe es sein Monopol gründlich ausgebeutet hat. vollen Marktes vortheilhafter, stillschweigend die Produktion künstlich von dem Syndikat hoch gehaltene Preis von Eine große Gefahr droht vielen verbündeten und zu vermindern und dieselbe dem Bedarf anzupassen, als 92 Mark pro 100 Kilogramm fofort auf 60 Mart nicht verbündeten Fabrikanten der deutschen chemischen sich durch fortgesettes Unterbieten unter bedeutenden herabging. Welche kolossalen Gewinne aber die Dral- Industrie von Seiten der Etablissements, welche einen Kapitalverlusten gegenseitig zu Tode zu hetzen. Ein säurefabrikanten trop des kurzen Bestehens der Konvention Kordon um die riesigen Mineralbergwerke von Staßfurtsolches stillschweigendes Uebereinkommen besteht gegen eingesteckt haben müssen, geht aus dem jezigen niedrigen Leopoldhall gezogen haben. Diese Punkte entwickeln sich wärtig beispielsweise in der Fabrikation von doppeltchrom- Preise hervor. Denn die Darstellung der Oralsäure er immer mehr zur Zentralstelle der chemischen Induſtrie fauren Alkalien, welche Branche nur die Hälfte von dem fordert ein sehr bedeutendes Quantum Brennstoff, und Deutschlands, wenn nicht Europas und befinden sich in produzirt, was sie produziren könnte. dieser ist bekanntlich in letzterer Zeit außerordentlich im den Händen eines Syndikats. Von der ProduktionsProduktionsmethoden. nach ihm tommen Deutschland und Desterreich. Jedoch im vergangenen Jahre 7,699,500 Meter- Zentner Karnallit 583,000 158,000 " " Kainit Sylvinit Für heute soll uns speziell die chemische Industrie Preise gestiegen. Der jezige niedrige Preis wird jedoch fähigkeit der genannten Werke kann man sich eine Vorbeschäftigen, in welcher das Ringwesen ganz besonders nothwendigerweise zur Bildung einer neuen Konvention ftellung machen, wenn man hört, daß von sämmtlichen ſtart ausgebildet ist. Es giebt in derselben kaum einen führen, selbst wenn die Engländer wie gewöhnlich dabei dem Verkaufssyndikate der Kaliwerke unterstellten Fabriken in größerem Maßstabe hergestellten Artikel, für den nicht den Löwenantheil einheimsen sollten. ein Syndikat besteht, falls er nicht etwa durch Patent Aehnlich liegt es auf dem Gebiet der Chlorkalkgeschützt ist. Monopolpreis auf alle Fälle, das ist heute Industrie. England ist der bedeutendste Chlorkalkproduzent, das Losungswort des Kapitals! Und zu welcher Höhe diese Monopolpreise durch die reicht die deutsche Chlorkalkproduktion nicht aus, um den gefördert wurden, und daraus dargestellte Produkte, Machenschaften der Syndikate emporschnellen müssen, bei inländischen Bedarf allein zu decken; Deutschland ist namentlich Chlorkalium, nach allen Theilen Europas wie Strafe diretter Verluste seitens der Fabrikanten, ergiebt daher zum Theil auf den englischen Import angewiesen. Ameritas gingen. Der tägliche Abfall an Salzsäure be sich, wenn man die starke Einschränkung der Produktion Seit 1884 bestand hier eine Konvention, welche jetzt zu trägt 10 000 Kilogramm. Die Darstellung von Chlorbedenkt. Ungeheure Sapitalien liegen unverwendet brach ſammengebrochen ist. Die nächste Folge war, daß durch kalf daselbst und mithin die Verdrängung Englands vom da, und doch sollen sie verzinst werden. Die Syndikats- die Konkurrenz der Preis um 40 pCt. zurückging. Vor deutschen Markt ist nur eine Frage der Zeit, ebenso preise werden daher so hoch über dem wirklichen Waaren- dem Eintritt der Konvention ſtand der Preis auf etwa die Monopolisirung der Fabrikation von Chlorkaliumwerthe normirt, daß nicht nur das faftisch in Bewegung 80 Mark pro Tonne. Derselbe wurde danach anfänglich Bottasche und anderen sehr wichtigen Artikeln der gesetzte, sondern auch das todte Kapital voll verzinst wird. auf 120 Mart pro Tonne festgesetzt, bald aber auf 140 chemischen Industrie. Kein Wunder, daß sich für manche Brodukte ver chemi- und schließlich auf 160 Mart pro Tonne gesteigert; der Aus den wenigen von uns angeführten Thatsachen ſchen Induſtrie die Preise, wie wir sehen werden, fast Preis war also im Ganzen um 100 Prozent gestiegen. verdoppelten, ja fast verdoppelten unter gleich- Gegenwärtig schwankt die Notirung für Chlorkalf zwischen erhellt schon zur Genüge, welches vortreffliche Mittel zeitigen außerordentlichen Fortichritten in den 100 und 120 Mark pro Tonne; dieselbe ist jedoch weniger für die rapide Zentralisation der Kapitalien die Syndikate ac. deshalb so niedrig gestellt, um Geschäfte zu machen, als abgeben. Wir begrüßen sie als ein nicht mißzuverstehendes Freilich bedeuten hohe Preise im Inlande vermehrte in der Absicht, die abtrünnigen Mitglieder der früheren Symptom der Umwandlung, welche sich in der heutigen Gesellschaft vollzieht. Konkurrenz vom Auslande. Aber da fügt es sich zum Konvention für neue Vereinbarungen zu präpariren. Glück, daß dieselben biederen Synbitats- und Kartell- Aber selbst wenn es nicht gelingen sollte, eine neue Ronbrüder nicht nur Waaren, sondern auch Geſetze beliebig vention zu Stande zu bringen, darf man auf eine längere fabriziren können, daß sie nicht nur die Industrie in Dauer des jetzigen niedrigen Preises nicht rechnen.„ Derihrer Hand halten, sondern zugleich auch an der Duelle selbe wird hauptsächlich dazu dienen, bei einer Anzahl der Gejezgebung ſizen, aus welcher nach Belieben schöpfen schlecht fituirter Fabrikanten den unter den ersucht uns um Aufnahme folgenden Schreibens: 3u, tönnen, ihr Klaſſenprivilegium iſt. Die inländische gegenwärtigen Verhältnissen rasch verlaufenden Konkurrenz ist durch das Syndikat aufgehoben, gegen die Prozeß des Ruinirtwerdens zu beschleunigen. ausländische Konkurrenz bewilligt man sich einfach einen Die Ueberlebenden werden sich dann zu gemeinbedingungen in Geſtalt von niedrigen Eisenbahntarifen. wiederum erhöhen." Diese offene cynische Sprache Endlich sind niedrige Arbeitsløbne ein gar beliebtes führt der oben zitirte Handelsbericht. Was ist es auch Mittel, sich konkurrenzfähig gegenüber dem Auslande zu halten. Während man einerseits die Preise weit über die Leiber der Gefallenen hinweg. den Waarenwerth hinaufschraubt, wird andrerseits die Arbeitskraft unter ihrem Werthe bezahlt. Bei der rücksichtslosesten Ausbeutung ihrer Monopole Eine Konvention, welche jetzt in dieser Industrie gehat sich die für praktisches Christenthum und Patriotis schlossen worden ist, diktirt den Konsumenten die Preiſe. mus schwärmende deutsche Bourgeoisie im hellsten Lichte Dieselben sind jetzt, wo die Preise von Chlorkalk und Welch ein schöner Beweis von christlicher gezeigt. Welch weiter? Die glücklichen Sieger schreiten eben immer über Für eine andere Industrie, für die des Chloroforms, bildet der Chlorkalk, neben Spiritus, das Rohmaterial. *) Handelsbericht von Gehe& Co., Dresden- Neustadt, = Nächstenliebe ist zum Beispiel das zur Zeit der Influenza- April 1890, Seite 38. Noch einmal der Verein Jugendschuh. Frau Bieber- Böhm, die Vorsitzende des Vereins Jugendschuh, Mir wurde die Nr. 30 der ,, Bolts- Tribüne" zugesandt, die einen Artikel mit irrthümlichen Angaben über den Verein Jugendschutz enthielt. Ich erbitte von Ihrem Gerechtigkeitssinn, diesen Brief mit der Richtigstellung der Thatsachen ebenfalls in Ihrer Zeitung zu veröffentlichen." ,, Der Verein Jugendschuß ist von der reinsten Menschenliebe ins Leben gerufen worden. Entgegen dem unwürdigen Standpunkt, der die Klassen gegen einander aufzuheben sucht, entsprang er der Erkenntniß, daß jeder Mensch an der Veredlung und dem Wohl der ganzen Menschheit mitzuhelfen hat, daß es daher auch Pflicht jedes Menschen ist, seinem schwächeren, unbeschüßten Mitmenschen zu helfen und die Sittlich teit Alter zu heben. Durch unsere Heimathhäuser wollen wir dazu beitragen. Es ist ein Irrthum, daß diese die Preise noch mehr drücken sollen. Wir nehmen dieselben Preise, die für Schlafstellen gezahlt werden und wenden uns nur an diejenigen jungen, unbescholtenen Mädchen, die nicht das Glück haben, bei Eltern, oder Verwandten oder bei guten Leuten zu wohnen. Ob es eine Verbesserung ist, wenn sie freundliche es eingefallen, eine solche Absicht dem Verein unterzuschieben? In Wohnung, gutes, billiges Essen, Lesezimmer, Arbeitsstube, Ar- jenem von uns mitgetheiltem Aufsaz, der sich an den Vortrag des beitsnachweis, Haushaltungsunterricht haben können, das werden Dr. Angerstein enge anschloß, wurde nur gesagt: Sollte durch die die jungen Mädchen selbst sehr bald erkennen. verpflichtet. Gewerkschaftliches. Achtung! Arbeiter des Süden und Westen Berlins. Heimstättengründung das Miethgeld der in ihnen wohnenden Ar- Gelesene Arbeiterblätter zur besseren Agitation in den Provinzen Die Hausordnung lautet: Die Mädchen haben sich unter beiterinnen erheblich ermäßigt werden, so wäre dies für die werden in folgenden Sammelstellen entgegengenommen: D. Klein, einander verträglich zu zeigen, der Vorsteherin Achtung zu er Fabrikanten ein Anlaß, den Lohn entsprechend herabzusetzen. Es Ritterstraße 15, im Laden; C. Rezerau, Heim- und Bergmannweisen und sind zu einem sittlichen, geordneten Verhalten war nur von einer Wirkung, feiner beabsichtigten Wirkung die Ritterſtraße 15, im Laden; C. Rezerau, Heim- und BergmannRede. Da Frau Bieber- Böhm erklärt, ihr Verein werde die gestraßen- Ecke, im Restaurant Ammer; Paul Sucker, Fichtestraße 26; Das Ausgehen steht ihnen jederzeit frei, wenn sie der Vor- wöhnlichen Preise für Schlafstellen berechnen und stelle sich aus- W. Werner, Bülowstraße 64; P. Schröder, Kreuzbergstraße 15. teherin davon Mittheilung machen, die ihnen auf das freund schließlich die Aufgabe, das Leben der alleinstehenden Arbeiterinnen Diejenigen Genossen der Provinzen, welche Arbeiterblätter zur lichste Mutterstelle vertreten wird. weniger düster zu gestalten, so kommt natürlich jener als möglich Vertheilung in ihren Kreisen zugesandt haben wollen, mögen ihre Ob diese Hausordnung so strenge ist, daß sie Viele ab- gefeßte Fall und die aus ihm gezogene Folgerung in Wegfall. schrecken wird, laut des Artikels in Nr. 30, steht nicht zu be- Daß die in jenem Artikel gleichfalls ausgesprochene Annahme, die Adressen an Herrn Otto Klein, Zigarrenhändler, Berlin S., Ritterfürchten, denn den Anfragen entsprechend, die alle Tage eintreffen, Hausordnung werde eine recht strenge und der Zuspruch daher straße 15, abgeben. Die Kommission. J. A.: Otto Klein, Ritter müssen wir sehr bald das 2. und die nächsten Heime eröffnen. gering sein, nicht zutrifft, ist sicher sehr erfreulich. Es läßt sich straße 15. Ich überlasse es Ihren Leserinnen zu entscheiden, ob es auch nicht absehen, warum nicht Sozialdemokraten ebenso wie Miteine Besserung der Lage der jungen unbescholtenen, alleinstehen- glieder anderer Parteien an derartigen Wohlfahrtseinrichtungen Freie Vereinigung der in der Schäftefabrikation den Arbeiterinnen ist, wenn sie wissen: sie haben einen Ort, thätigen Antheil nehmen sollten, wenn nur nicht fast unvermeidlich arge beschäftigten Arbeiterinnen. Versammlung am Sonnabend, wohin sie sich wenden können, um Theilnahme, Rath Illusionen stets damit verknüpft wären. Frau Bieber- Boehm z. B. be- den 9. August, Abends 8 Uhr, bei Zemter, Münzstraße 11. und Hilfe zu finden, wenn sie wissen, daß kein Mäd- zeichnet hier in ihrem Briefe den Standpunkt des Klassenkampfes Tagesordnung: 1. Volksernährung und Volks- Einkommen. Refe chen mehr durch die Noth und durch ihre Berlassenheit als unwürdig". Sie meint also offenbar auch, er sei überflüssig, rent Herr Millarg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragegezwungen werden kann, sich zu verkaufen. durch einträchtiges Zusammenwirken von Arm und Reich, durch kasten. Herren und Damen als Gäste haben Zutritt. Nach der wohlthätige Gründungen u. s. w., ließe sich das Elend aus der Versammlung: Geselliges Beiſammenſein. Welt schaffen! Darum ist es die Pflicht der sozialistischen Bresse, Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallauf die Ohnmacht aller solcher Experimente, an der Klassenlage arbeiter( E. H. Nr. 29) zu Hamburg, Filiale Berlin S. Mitetwas zu verbessern, immer wieder hinzuweisen. Lassalles Kritik glieder- Versammlung am Sonnabend, den 9. August, Abends 8 Uhr, der Schulze- Delißschen Genossenschaften ist hierbei für uns maß in der Adler- Brauerei, Badstraße 67. Tagesordnung: 1. KassenMit der Bitte, unsere Sache unparteiisch zu beurtheilen und gebend. Daß jedoch eine Reihe der Arbeiterklasse angehöriger bericht. 2. Verschiedenes. fie auch fördern zu wollen, zeichne ich u, s. w." Individuen durch derartige Unternehmungen, wie sie der Verein Inwiefern die in dem Artikel unseres Mitarbeiters enthaltenen Jugendschuß plant, besser gestellt werden kann und daß eine solche Angaben irrthümlich sind, geht aus dem mitgetheilten Schreiben| Besserung wünschenswerth sei wer wollte das leugnen? nicht flar hervor. Es ist unwahr, sagt Frau Bieber- Böhm ,,, daß unsere Heimathshäuser die Preise drücken sollen." Aber wem ist Mir ist es eine Freude, daß mein Aufruf zum Schuß der Jugend bei den besten Elementen aller Parteien und aller Klassen Ant! ang gefunden hat und sich Arm und Reich gleich gerne an dieser Bestrebung für die Hebnng der Sittlichkeit, also für das Wohl der ganzen Menschheit betheiligt. Berliner Arbeiter- Bibliothek. 2. Serie. Heft 1. Der Mythus von der Gründung des Deutschen Reiches. Bon Hans Müller- Rostock.( 40 Seiten. Preis 15 Pfg.) Heft 2. Zur Naturgeschichte der antisemitischen Bewegung in Deutschland. Von Gerhard Krause.( 32 Seiten. Preis 15 Pf.) Heft 3. Soziale Frage und Bodenverstaatlichung. Von Dr. Conrad Schmidt- Berlin.( 32 Seiten. Preis 15 Pf.) Soeben erschien: Heft 4 Die deutschen Arbeiter und das Gewerbeschiedsgericht. Von Mar Schippel- Berlin. ( 36 Seiten. Preis 15 Pf.) Schluß= Inhalt: Geschichtliches. Gewerbegerichte und Sozialreform. Die Regierung und das Wahlrecht der Arbeiter. Die Regierung und die Rechte der Arbeiterinnen. Die Regierung und die Arbeiter der Staatsbetriebe. Die Regierung und die Innungsprivilegien. zusammenfassung. Preis 15 Pfennige. Zu beziehen durch die bekannten Kolporteure u. den Verlag der„ Berl. Volfstribüne." Achtung! Allgem. Metallarbeiter- Verein Berlins und Amgegend. Sonnabend, den 16. August 1890, Großes Sommerfest verbunden mit Sommernachts- Ball. in der Brauerei Friedrichshain( früher Lips) am Königsthor. Von 5 Uhr an: Großes Garten Konzert, = ausgeführt von der 40 Mann starken Kapelle unter Leitung des Musikdirektors Herrn W. Finsterbusch und gütiger Mitwirkung mehrerer Gesangvereine. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im großen Saale statt. Von 8 Uhr ab: Großer Sommernachts- Ball. Bei eintretender Dunkelheit: Große Kinderpolonaise, wozu ein jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Großer Bonbonregen. Eröffnung des Gartens 3 Uhr. Entree 30 Pfg. Programm an der Kasse gratis. Billets sind bei den Vorstandsmitgliedern: J. Hartmann, Reichenbergerstr. 73 v. 4 Tr., A. Gerisch, Arbeitsnachweis, V. Kurgas, Antonstr. 6, D. Klein, Ritterstr. 15, G. Wolfs, Reinickendorferstr. 14 a., ferner bei den Vergnügungs- Kommissions- Mitgliedern: P. Heß, Köpniderstr. 151 v. 4 Tr., C. Zaleßti, Oranienstr. 187, Seitenfl. 4 Tr., C. Grau, Wendenstr. 2 v. 3 Tr., D. Wandelt, Oppelnerstr. 12 v. 4 Tr., A. Schiefel, Wilsnackerstr. 11, zu haben. Das Vergnügungs- Kommitee. J. A.: Paul Heß. Freie Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 16. Auguft 1890: Sommernachts- Ball verbunden mit Konzert und Theater- Vorstellung in der„ Bock- Brauerei", Tempelhofer Berg. Billets à 50 Pfg. sind bei folgenden Komitee- Mitgliedern zu haben: Carl Wagner, Admiralstr. 27; Gustav Raschke, Kottbuserdamm 1; Baganz, Bülowstr. 51 bei Pankow; Helterhof, Arndtstr. 31, 3 Tr.; August Schulz, Schönhauser Allee 174, Hof 3 Tr.; Franz Wegner, Blumenstr. 29, 3 Tr., Boesch, Bergmannstr. 26, v. 4 Tr. Die Kollegen und deren Damen, welche an dem Vergnügen theilnehmen wollen, ersuchen wir, des vorhergehenden Arrangements wegen, bis spätestens den 13. August sich in den Besitz von Billets zu seßen. Freunde und Gönner von Nah und Fern sind freundlichst eingeladen. Das Comitée. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Dienstag, den 12. August, Abends 8½ Uhr, im Saale der Dolfsbrauerei, Alt- Moabit, Große Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille:„ Gedanken über die Tattif unserer Partei". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste sehr willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Die Redaktion. Nr. 19 der ,, Glühlichter" wurde von der Staatsanwaltschaft mit Beschlag belegt. Wegen technischen Schwierigkeiten fann die zweite Auflage erst nächste Woche erscheinen. Allgem. Metall- Arbeiter Verein Berling und Amgegend. Große Versammlung 812 am Montag, den 11. August 1890, Abends 8 Uhr in der Volks- Brauerei, Alt- Moabit 46-47. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über Arbeiter- Organisationen und Unternehmer- Verbände. Referent: Buchdrucker Wilhelm Werner. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Um recht regen Besuch wird gebeten Der Vorstand. J. A.: Der Bevollmächtigte: A. Schiefel, Wilsnackerstr. 11. Alle Beschwerden in Vereins- Angelegenheiten sind zu richten an Joseph Hartmann, Reichenbergerstr. 73. Alle Geldsendungen an Otto Klein, Ritterstr. 15. Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen, am Sonntag, den 10. August, Abends 7 Uhr, in den Zentral- Fettsälen, Oranien- Straße 180. Die Tagesordnung wird im Volksblatt bekannt gemacht. Nach der Versammlung geselliges. Beisammensein. Die Beauftragten. Achtung Metallarbeiter! Diejenigen, welche noch Sammellisten jeglicher Art( 1. Mai- oder Kongreß- Bons) in Händen haben, werden aufgefordert, dieselben bis spätestens 15. d. Mts. an die Kassirer, Otto Klein, Ritterstraße 15( Cigarrengeschäft), G. Wolff, Reinickendorferstraße 14 a abzuliefern, indem wir uns sonst genöthigt sehen, die Namen Derjenigen, welche dieselben entnommen haben, zu veröffentlichen. Der Vorstand. Zur Beachtung! Der letzte Halbjahrgang d. ,, Volkstribüne" ( die Nummern von Januar bis 1. Juli 1890 enthaltend), ist in mehreren gut erhaltenen und vollständigen Exemplaren von der Erpedition unseres Blattes, Elisabeth- Ufer 55, zu beziehen. Der Preis des ungebundenen Exemplars beträgt 1,50 Mt. München. In kürzester Zeit erscheint in meinem Verlage: Portrait ,, Ferdinand Lassalle". Größe 28 X 21 cm. In Delfarbendrud, Preis 30 Pf. Wiederverkäufer hohen Rabatt. Probebild franko geger Einsendung von 40 Pf... in Briefmarken. Aloys Degele, München, Brunnstrasse Nr. 12. Cottbus. Bei Bedarf von Sonn- u. Regenschirmen, sowie Anfertigung sämmtlicher Reparaturen halte mich den Parteigenossen bestens empfohlen. Gustav Fritz, S., Fürstenstr. 11. Den geehrten Abonnenten zur Nachricht, daß ich mit dem 1. August, infolge Einberufung zum Achtung Schuhmacher! Militär Ferien- Rolonie), bas Expediren der Von der öffentlichen Schuhmacherversammlung| Volts- Tribüne, sowie aller anderen Zeitschriften am 28. Juli beauftragt, fordert Unterzeichneter und Bücher meinem Freunde H. Paulo überzum letzten Mal auf, wer noch im Besiß von geben habe. Streifsammellisten ist, dieselben sogleich, spätestens aber bis Sonntag, den 17. August, gezeichnet oder Carl Lewandowsky. nicht, bei Unterzeichnetem abzuliefern, da laut Auf Obiges bezugnehmend, erlaube mir mitBeschluß der leßten Versammlung in der am zutheilen, daß ich vom 1. August die Filial18. August stattfindenden Versammlung die Namen Expedition von C. Lewandowsky übernommen Derjenigen veröffentlicht werden, welche dieser habe, und werde nach besten Kräften suchen, meine Aufforderung bis dahin nicht nachgekommen sind. Pflicht in jeder Weise zu erfüllen. Jos. Süßmeyer Kleine Mauerstr. 2, vorn 3 Trp. Herrmann Paulo, Landgerichtsplatz 347. Empfehle Freunden und Genossen mein reich- NB. Möchte aber hiermit die säumigen Abonhaltiges Lager von Cigarren und Tabake. Benno Stabernack, Wrangelstr. 85. Den Genossen zur gefl. Nachricht, daß die neuen Gruppen- Bilder eingetroffen find. Größe 54 X 62 Ctm. Bestellungen nach auswärts brieflich. Karl Scholz Wrangel- Straße 32 part. nenten bitten, ihren Verpflichtungen bis spätestens den 16. August nachzukommen, da ich sonst gezwungen bin, die Namen zu veröffentlichen. Carl Lewandowsky. Empfehle den deutschen Genossen Photographien vom Duellplatz Lassalles mit dem im leßten Frühjahr gesetzten Denkstein ( in Rossy, bei Genf) zum Preise von 50 u. 75 Pf. 0. Meistring, photographe Croc d'Or 29, Genf. Wiederverkäufern gewähre Rabatt. Berantwortlicher Redakteur: Conrad Schmidt, Berlin. Drud und Berlag: Maurer, Werner& Co., Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Städ meine Der Unter nemer fast nahm Soni Som zubra In d eine war Diens ein K welche aller riecher verfau Schwi eine 9 hungr ftimm Ens. nzen lein, ann 26; 15. zur ihre tter ter ion end, 11. Cefe age der allNit thr, ſen= alt= ann hr t: en= ges. Den in, ng en. ge: Bf... aß m Der en PT= italen ne # 52 n= is n, zu. a= in 3f. f. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 32. Aus dem schlesischen Gebirge. Nun werden grün die Brombeerhecken; Hier schon ein Veilchen welch ein Fest! Die Amsel sucht sich dürre Stecken, Und auch der Buchfink baut sein Nest. Der Schnee ist überall gewichen, Die Koppe nur sieht weiß in's Thal; Ich habe mich von Haus geschlichen, Hier ist der Ort ich wag's einmal: Rübezahl! ,, Hört' er's? ich seh' ihm dreist entgegen! Er ist nicht bös! Auf diesen Block Will ich mein Leinwandpäckchen legen Es ist ein richt'ges volles Schock! Und fein! Ja, dafür kann ich stehen! Kein bess'res wird gewebt im Thal Er läßt sich immer noch nicht sehen! Drum frischen Muthes noch einmal: Rübezahl! ,, Kein Laut! Ich bin in's Holz gegangen, Daß er uns hilft in unsrer Noth! D, meiner Mutter blasse Wangen Im ganzen Haus kein Stückchen Brot! Der Vater schritt zu Markt mit Fluchen Fänd' er auch Käufer nur einmal! Ich will's mit Rübezahl versuchen Wo bleibt er nur? Zum drittenmal: Rübezahl! ,, Er half so Vielen schon vor Zeiten Großmutter hat mir's oft erzählt! Ja, er ist gut den armen Leuten, Die unverschuldet Elend quält! So bin ich froh denn hergelaufen Mit meiner richt'gen Ellenzahl! Ich will nicht betteln, will verkaufen! O, daß er käme! Rübezahl! Rübezahl! Wenn dieses Päckchen ihm gefiele, Vielleicht gar bät' er mehr sich aus! Das wär' mir recht! Ach, gar zu viele Gleich schöne liegen noch zu Haus! Die nähm' er alle bis zum letzten! Ach, fiel auf dies doch seine Wahl! Da löst ich ein selbst die versezten Das wär' ein Jubel! Rübezahl! Rübezahl! Dann trät' ich froh in's fleine Zimmer, Und riefe: Vater, Geld genug! Dann flucht' er nicht, dann sagt' er nimmer: Ich web' euch nur ein Hungertuch! Dann lächelte die Mutter wieder, Und tischt' uns auf ein reichlich Mahl; Dann jauchzten meine kleinen Brüder O täm' o fäm' er! Rübezahl! Rübezahl!" So rief der dreizehnjähr'ge Knabe; So stand und rief er, matt und bleich. Umsonst! Nur dann und wann ein Rabe Flog durch des Gnomen altes Reich. So stand und paßt' er Stund' auf Stunde, Bis das es dunkel ward im Thal, Und er halblaut mit zuckendem Munde Ausrief durch Thränen noch einmal: Rübezahl! Dann ließ er still das buschige Fleckchen, Und zitterte und sagte: Hu! Und schritt mit seinem Leinwandpäckchen Dem Jammer seiner Heimath zu. Oft ruht' er aus auf moos'gen Steinen, Matt von der Bürde, die er trug. Ich glaub', sein Vater webt dem Kleinen Zum Hunger- bald das Leichentuch! Rübezahl?! Anbeilbar. Von Uspenki. Die einzige Sonnabend, den 9. August 1890. IV. Jahrgang. Weg kam. Noch nie hatte ich so widerliche, so eklige Ge- eine gewisse protektionelle Herablaffung zur Schau trug. sichter gesehen, wie diese. Nur selten, fast nie, kann man Ich weiß nicht, ob er selbst allein daran schuld war. eine andauernde Antipathie gegen die häßlichsten Menschen ,, Was soll eindringen? Was reden Sie da?" fuhr fühlen. Nach kürzerer oder längerer Beobachtung bricht er fort, indem er sich am Fenster zurechtsezte.„ Was immer irgend ein sympathischer Zug hindurch, der das meinen Sie damit? Wohin soll was eindringen?" Gesicht erleuchtet und den Menschen uns genießbarer Ich meine das Eisen... Ob es wohl so recht macht. So ging es wenigstens mir sonst, ein plöglich, eindringt in... wie nennt man denn das?. unerwartet erhaschter Zug stellte das betreffende Individuum in ein günstigeres Licht. Nichts ähnliches gelang " In's Blut? meinen Sie... in den Organismus?" " Ja, ja, ja!.. ganz recht.. ich meine dieses Ding, mir indeß, an den Physiognomien der Tschinownifsippe ob es wohl eindringt?" zu bemerken; nur das Unverschämte, Giftige, Gemeine, wie oft hab' ich's Euch geHinterlistige war an diesen Menschen zu sehen... Sie Ach, Vater Arkadij, oder wie Ihr heißt.. ich hab' waren alle gesund, kräftig, mit glatten, glänzenden Ge- Guern Namen vergessen fichtern, mit gierigen Augen, dicken Backen, feistem Kinn sagt, daß es eindringt, jadaß es eindringt! Und direkt und einem fühl- überlegenden Blicke, der plöglich unter- in's Blut dringt es ein! Wozu würde ich es Euch denn thänig werden konnte und freudig, wie der eines hungrigen sonst verschrieben haben? Sagt doch selber, was hätte Hundes beim Anblick einer Wurst, erglänzte, sobald ein es sonst für einen Sinn?" Schuldner kam, der Zinsen brachte oder wenn sie über- Der Diakon räusperte sich. haupt irgendwo in der Nähe Geld witterten. Troß ihrer" Ihr habt bis jeßt," fuhr der Doktor fort und beJugend hatten sie sich schon alle beim Diebstahl ertappen tonte jedes Wort einzeln, Ihr habt getrunken und Euer laffen und hatten gesessen; so groß war ihre Raubgier, Blut ist kein Blut mehr, sondern Maisch.. versteht als welche sich das anerzogene Bedürfniß der Gaunerei Ihr?.. Maisch, aber kein Blut!" äußerte. Sie waren noch sehr jung und hatten nichts Entschuldigen Sie, Herr Doktor!" unterbrach ihn gelernt, als sie durch allerlei Schliche Beamtenposten zu der Diafon. Gott im Himmel! Darüber spreche ich erobern verstanden. Aber die Natur mochte sie wohl zu doch nicht! Natürlich.. Maisch!.. wenn man so trinkt, freigebig mit den Instinkten der Raubsucht bedacht, oder wie ich, das weiß ich ganz gut!" sie mochten keine Zeit gehabt haben, gründlich die Kunst " " Nun, was wollt Ihr denn? Nehmet Eisen ein und zu erlernen, wie man heutzutage die Sache anfassen damit gut!" müſſe", denn sie hatten kaum die ersten Bissen verschlungen, als sie sich auch schon die Finger verbrannt hatten. " Und Sie meinen, das dringt in die Wurzel ein." " Wo hinein? In die Wurzel? Was ist das?" " Wie soll ich sagen, so in den Punkt selbst hinein." Wurzel!? Punft?!" " Das heißt.. so direkt in die.. Ader!" Er wartetete auf eine Antwort. Der eine hatte zu tief in die Kasse an einer Bahnstation gegriffen, der andere einen Wechsel gefälscht und es nicht ,, ordentlich" angefangen, der dritte hatte sich zu sehr beeilt, einem Bäuerlein den Garaus zu machen, der seiner Obhut anvertraut war, und dem er langsam das der Doktor in ziemlich strengem Tone,„ hören Sie doch , Wissen Sie, was ich Ihnen sage, Väterchen," sprach Blut hätte aussaugen sollen, wie die Spinne der Fliege. endlich auf damit! Da soll der Teufel daraus klug werden. Mit einem Wort: sie hatten sich gleich beim ersten Debut was heißt das: in den Punkt selbst.. was ist das: direkt blamirt. Man kann sich vorstellen, welches Bild die in die Ader? Was wollen Sie damit sagen? Das verganze Familie darstellte, wenn man die Charaktereigen- steht doch kein Mensch!" schaften ihrer Mitglieder in Betracht zieht. Der Diafon mußte selbst lachen. Der Appetit war bei ihnen im höchsten Grade gereizt; " Ich weiß auch nicht, was das bedeuten soll. Man die Erziehung und das Milieu ließen ihn zu furchtbaren schwaßt manchmal so in's Blaue hinein und weiß selbst Dimensionen anwachsen; der feine Bissen, den sie vernicht, was" schlungen hatten, schmeckte und reizte zu neuen Versuchen, und zu alledem kam noch der Anblick Mamachen's hinzu, welche das Handwerk besser verstanden hatte und die jüngeren Elemente der Familie zu neuen Heldenthaten anspornte. " Nein, wahrhaftig, das ist schrecklich!.. In den Punkt.. in die Ader!" " Ha! Ha! Ha!" lachte der Diakon. 31 Wahrhaftig, das ist zu toll!" Es folgte eine kurze Pause. Der Doktor wurde freundlicher, die Unterhaltung begann von Neuem. " Ich sage Ihnen, das Eisen dringt in's Blut ein!" sagte mein Freund ruhig und kategorisch.„ Das ist das erste, verstanden?" Es ist wohl begreiflich, daß der Aufenthalt in einem fleinen, schmutzigen, düsteren Nest und nun gar noch in solcher Nachbarschaft nichts weniger als anregend war und schwerlich als Erholung angesehen werden konnte. Uns retteten nur die öfteren Ausflüge zu Wagen und zu Fuß und ließen uns auf furze Zeit die trostlose Umgebung vergessen. Trotzdem glaube ich nicht, daß ich es Dort lang ausgehalten hätte, wenn mir nicht in der ruhig Raubhöhle, in welcher Frau Antonowa mitsammt ihrer netten Familie hauste, ein Mensch reges Interesse abgewonnen hätte, dessen Leben mich mitten in dem trostlosen geistigen Elend merkwürdig erfrischte. Diesen Menschen will ich dem Leser vorstellen. * * * Einige Tage nach meiner Ankunft, während wir nach dem Mittagessen ich in der einen, der Doktor in der anderen Stube- ausruhten, ließ sich im Salon eine laute, fremde Stimme vernehmen: " Iwan Iwanitsch!" Was giebt's?" antwortete mein Freund aus seinem Kabinet. „ Ich möchte einmal mit Ihnen ein paar Worte sprechen." Deutsch von Styczinski. Einen ganzen Sommer brachte ich in einem kleinen Städtchen in Mitteldeutschland zu. Der Fremde stand wohl im Garten, oder auf der Ich wohnte bei Straße und sprach zu dem offenen Fenster hinein. meinem alten Bekannten, der in dem Städtchen Arzt war. Der Aufenthalt war recht langweilig... „ So? Was sind das für ein paar Worte?" fragte Unterhaltung boten die öfteren Reisen nach der Gouver- mein Freund, stand vom Sopha auf und trat an's Guten Tag, Vater Diakon! Was sind das für nementstadt, welche mein Freund in Dienstangelegenheiten Fenster. faſt jede Woche unternehmen mußte. Un dieſen Reifen ein paar Worte?". nahm auch ich Theil in der Rolle eines Beobachters. Sonst hätte ich nicht gerade sagen können, daß diese P , Guten Tag!... Ja, ich wollte nur..." Sagen Sie nur zunächst", unterbrach ihn mein Sommermonate, welche ich als Gast bei einem Freunde Freund, haben Sie aufgehört zu trinken und nehmen " zubrachte, zu den schönsten meines Lebens gezählt hätten. Sie die Eisenpillen ein?" In dem Hause, in welchem wir wohnten, wohnte auch eine Tschinownitsfamilie. Das Haupt dieser Familie war ein altes Weib, die Wittwe eines Hofraths außer Dienst, Frau Antonowa; ihr gehörte das Haus und " Ja, ich bin dabei aufzuhören." Nun, das ist schön und das Eisen?" „ Ia!" „ Beruhigt und kräftigt die Nerven!" „ Das ist das zweite, ja!" sagte der Diakon ebenso und kathegorisch." Was weiter?" " Was wollen Sie denn noch mehr?" „ In die Seele.. meine ich" " Was denn in die Seele? · " Ob es auch in die Seele eindringt?.. meine ich".. Diese Frage erschreckte offenbar den Doftor von Neuem. „ Wißt Ihr was, Väterchen?.. Ihr kommt mir wieder einmal sehr gesprächig vor! Versucht nur einmal erst, nicht zu trinken und dann sollt Ihr sehen, wie Eure Seele geheilt wird!" . ,, Wird die wieder ganz neu davon?" Aber Väterchen, Ihr treib's doch zu toll! Das ist doch unglaublich!.. Ihr wollt wohl, ich soll Euch eine neue Seele einsetzen, oder was zum Teufel! Ja, wollt Ihr das?" Der Doktor war böse geworden. " Was gehen mich aber die verdammten Nerven an," sagte der Diafon unwillig ,,, was habe ich von den Nerven, wenn die Geschichte nicht direkt in den richtigen Punkt eindringt, das hat doch gar keinen Sinn!" Der Doktor ging im Zimmer auf und ab und sagte nichts mehr. " Sagen Sie doch selber, was soll das für einen Zweck haben, die Pillen einzunehmen, wenn sie um die Krankheit gehen, wie die Kaze um den heißen Brei und das Wesen der Krankheit gar nicht treffen!" " Um Gotteswillen, hört endlich auf! Nein, ich halt's nicht mehr aus. Laßt mich in Ruhe und macht, was Ihr wollt!" „ Das ist es eben, worüber ich mit Ihnen gern geregter Freund ging noch eine Weile in seinem Zimmer möchte." ,, Worüber denn?" „ Ob es auch eindringt?" ,, Was soll eindringen?" Der Diakon schwieg und räusperte sich. Mein aufauf und ab, trat dann in meine Stube und sagte: „ Nun wie gefällt Dir ein solches Gespräch? Hast Du zugehört?" " Ja", antwortete ich, wer ist das?" " Nicht darauf kommt es an", unterbrach mich schnell ein Kapital, welches sie auf Zinsen auslieh. Um diese Frau, sprechen welcher man das mühelos erworbene, aus Bestechungen aller Art stammende Geld ansehen, ich möchte sagen, anriechen konnte, gruppirte sich, wie Gewürm um einen verfaulten Baumstamm, eine ganze Sippe von Söhnen, Schwiegersöhnen, Vettern u. s. w. Das Haus war gleichsam daß mein Freund in dem elenden Nest, in dem er wohnen mein Freund und sah sehr ärgerlich aus.„ Du kannst eine Raubthierhöhle, deren Insassen schon mit offenen, mußte, unter diesen dummen, ungebildeten Menschen sich Dir vorstellen, wie angenehm es einem sein mag, jeden hungrigen Mäulern geboren zu sein schienen, die dazu be unfäglich ungücklich fühlte und in Anbetracht seiner Tag ähnliche Gespräche zu führen:„ Was meinen Sie stimmt waren, alles zu verschlingen, was ihnen in den Kenntnisse und seines Vermögens im Umgange mit ihnen dazu, wenn's direkt in die Ader ginge? u. s. w." Da Wie traurig es auch ist, so muß ich es doch sagen, macht einem die Heilkunde kein Vergnügen! Dem einen geht's nicht direkt in die Ader, der andere hat eine Pistole, — ja, diese„Pistole!— so haben's ihm die Aerzte in Moskau gesagt— und meint damit eine Fistel!" Mein Freund wurde gesprächig. Er klagte über seine unglückliche Lage mitten in der Provinz, fern von jeder Kultur und allen vernünftigen Menschen. Er freute sich, einen geduldigen Zuhörer gefunden zu haben und erzählte mir eine ganze Viertelstunde über seine Qualen, über seine Aufoperung und andere Tugenden, die niemand an ihm zu schätzen wisse. Alle diese Lobpreisungen seiner Vorzüge waren eingekleidet in' die Form von Klagen über die Dummheit und Schlechtigkeit der ihn umgebenden Menschen. Und diese Qualen ertrage er nun schon volle fünf Jahre und wofür? Für ein elendes Gehalt*) von so und so viel Rubel!(Demi auch davon war die Rede.) Endlich hielt er inne: „Du fragtest, glaube ich, was das für ein Mensch wäre?"— er erinnerte sich an meine Frage, zog seine Taschenuhr heraus, zog sie auf, legte sie einige Mal an's Ohr und horchte.—„Das ist ein Diakon aus dem Dorfe. Jetzt hat er einen Prozeß; ich weiß nicht, was er ausgefressen hat. Ich glaube die Sache hängt mit seiner Trunksucht zusammen, aber ich weiß es nicht genau. Ich habe doch keine Zeit, mich über alles genau zu unter- richten. Ich weiß nur, oder habe es wenigsten gehört, daß seine Frau ihm durchgegangen ist und irgendwo eine Hebammenanstalt besuchte, oder so etwas ähnliches. Ferner weiß ich noch,— und zwar ganz genau— daß er im höchsten Grade dem Trünke ergeben ist, und daß er immer wieder zu mir kommt, um mich halb tot zu quälen mit seinen dummen Fragen, mit seinen„Punkten" und„Adern". Der Mensch kommt mir zum Halse heraus!" „Iwan Jwanitsch!" rief halblaut der Diakon. „Wie? Sie sind noch immer hier?" fragte der Doktor in scheinbar ruhigem Tone, bezwang seinen Unwillen und ging wieder an's Fenster.„Was machen Sie noch hier? Ich dachte sie wären schon längst fort!" „Nehmen Sie's mir nicht übel, Iwan Jwanitsch! Es war ja nicht schlimm gemeint! Ich muß doch er- fahren, wie sich die Geschichte verhält." „Ich bin gar nicht böse", entgegnete mein Freund in freundlichem Tone.„Ich sage nur daß Sie endlich damit aufhören sollen und es wird Ihnen jeder sagen, daß Sie Unrecht haben, mich zu quälen". „Nun, nun, ich thue es nicht mehr!.... Wie denken Sie also, soll ich einnehmen?" „Was denn?" „Ich meine die Eisenpillen.... Ich soll sie doch einnehmen, nicht wahr?" „Gewiß, gewiß!" „Nun schön! Ich werde es auch thun, wenn Sie so denken. Nur möchte ich noch eine Frage an Sie richten," fügte der Diakon leise hinzu. „Bitte, Bitte, fragen Sie nur!" „Sehn Sie mal, Herr Doktor," sprach der Diakon leise aber fest.„Sie sprachen von den Pillen; die wirken auf die Nerven.... auf Organe.... das ist doch Physik! Nicht wahr?" „Physik?! Wieso? Ich verstehe nicht was Sie sagen wollen." „Das heißt.... Materie, und nicht Geist!.... Das wollte ich sagen!" „Die Pillen sind kein Geist, meinen Sie?" „Ach nein, Herr Doktor! Nicht die Pillen! Nein, ich meine alles andere, der ganze Leib des Menschen...." „A— a! so! Nun gut! Also.... Materie!" „Nun ja!— Also sehen Sie, Herr Doktor! Sogar im„Russkoje Sslowo" ist es nicht offen ausgesprochen, daß das eins und dasselbe sei— Materie und Geist. Sonst könnte man ja einen Stock nehmen, das wäre das Rückenmark, ihn dann mit Garn umwickeln, das wären die Nerven, dann noch irgend etwas und es wäre ein Mensch, wie man sich ihn gar nicht besser wünschen könnte. Den könnte man dann sogar als Schöffen in's Gericht schicken, wenn man ihm nur einen Hut mit einem rothen Band aufsetzt Nicht wahr?" „Ei, ei! Seh' doch'mal einer den Vater Diakon! Was der für Witze reißen kann!" „Na, ist es etwa nicht so?" „Ja, ja... nur weiter! Also. /. die Materie!..." „Es folgt also daraus, daß der Geist ein beson- derer Theil ist... Hab' ich Recht?"... „Nun gut, wir wollen's annehmen... Weiter!" „Daraus ziehe ich den Schluß, daß es doch wohl sehr zweifelhaft ist. ob das auch zum Beispiel... der Seele... etwas nützen kann...." „Aha! Da hätten wir ja wieder das alte Lied von der Seele!"— unterbrach ihn plötzlich mein Freund und mag wohl mit einer so deutlichen Geste zu erkennen gegeben haben, daß er nichts mehr wissen wolle, daß sein Gast sofort mit aller Entschiedenheit protestirte: „Nicht doch! Nein! Seien Sie doch so gut, Iwan Jwanitsch, hören Sie zu! Ich denke gar nicht an die Pillen." Er hielt mit diesen seinen lauten, innigen Bitten meinen Freund zurück, der schon gehen wollte. „Gewiß, kommen Sie bald auf die Pillen! Sie sind ja bald so weit, daß es„eindringen" soll und dann geht's schon von selbst weiter!" „Ach nein, Herr Doktor! Bei Gott, Sie haben Un- recht! Ich will ja gern die Pillen kaufen und ein- nehmen!..." *) In Rußland sind viele Aerzte als Beamte angestellt, ahn- lich, wie in Deutschland der Kreis-Physikus.(Anm. des Uebers.) „Worüber wollen Sie also reden? Ich verstehe Sie wahrhaftig nicht!" „Zwei Worte nur! Erlauben Sie mir, daß ich zu Ende spreche und ich will alles ganz klar sagen... Seien Sie so gut, Herr Doktor!..." Ich vernahm ein kurzes, abgebrochenes, lautes Rücken des Stuhles. Der Doktor setzte sich, offenbar entschlossen, geduldig zuzuhören. „Ebenso, wie die Materie"— begann der Diakon und betonte jedes Wort, wie ein Schüler beim Examen —„ebenso, wie die Materie zu ihrem Nutzen verschiedene Mittel hat, so hat auch die Seele verschiedene Mittel." Und er schwieg. „Fertig?" „Fertig!" „Sehr angenehm! Das war wenigstens kurz." „Und deshalb, weil..." begann der Diakon in dem- selben Tone wieder... „Sie waren doch schon fertig!..." „Nur noch ein Wort! Seien Sie so gut, Herr Doktor, hören Sie mich an!... Nur einen Augenblick! ... Wenn es also für den Leib verschiedene Pillen und Pulver giebt, die ihm Nutzen bringen, so ist es doch klar, daß Sie der Seele nichts nützen können... daraus folgt..." „Was folgt?..." „Es folgt daraus, daß auch die Seele z. B. ihre..." „... Pulver hat?" „Pulver, oder auch keine Pulver! Was weiß ich da! Wer sie hat auch ihre Mittel, die ihr Nutzen bringen... die Pillen und Pulver sind für den Leib, für die Seele muß man etwas anderes haben!— das war meine Idee! Gott sei mein Zeuge, daß ich sofort die Eisenpillen kaufe, aber für die Seele ist das doch nichts!..." Der Doktor mar wohl schon müde von dem Ge- rede; er ließ seinen Gast gewähren und widersprach ihm nicht mehr. Er fragte nur kurz: „Und was für ein Mittel würden Sie vorschlagen zur Heilung der Seele?" „Das wollte ich ja gerade von Ihnen erfahren! Deßhalb bin ich gekommen." „Da müssen Sie einen anderen um Rath fragen; ich verstehe in diesen Sachen nichts." „Zu wem soll ich gehen! In unserer ganzen Stadt giebt's ja keinen einzigen, der wüßte, was an ihm Leib und was Seele ist.... Die sind ja nur darum besorgt, daß sie ihr Gehalt bekommen.... Ich wüßte wirklich keinen anderen, den ich fragen könnte...." „Ich kann Ihnen leider auch nicht helfen." „Und was denken Sie z. B. über die Lektüre?" Der Doktor trommelte mit den Fingern auf dem Fensterbrett und schwieg. „Ich meine— vernünftige Lektüre! Ich denke, das müßte doch etwas helfen. Wie denken Sie darüber?" „Gewiß!" erwiderte der Doktor zerstreut. „Ach ja, Ich glaube auch... Die Pillen für den Leib— die Lektüre für den Geist. Vielleicht höre ich dann auf, zu trinken." „Das thut Ihnen sehr noth." „Bei Gott— ich höre auf! Der Teufel soll mich holen, wenn ich nicht aufhöre! Wie denken Sie darüber? Die Pillen zusammen mit der Lektüre werden mich vielleicht retten! Ha?" „Kann wohl sein!" erwiderte der Doktor, schien sich aber garnicht für das Gespräch zu interessiren und dachte wohl an etwas ganz anderes. „Ach, das ist ja prächtig! Iwan Jwanitsch, haben Sie Mitleid mit mir", sprach er flehentlich. „Was wünschen Sie von mir?" „Leihen Sie mir Bücher, haben Sie die Güte!" „Bitte nehmen Sie von meinen Büchern, was Sie wollen!..." „Gut, ich will sie mir sofort mitnehmen. Auch die Eisenpillen kaufe ich sofort." „Wollen Sie eintreten!"(Fortsetzung folgt.) Die Sachseugangerei. m. Kaerger schlägt die Zahl der Sachsengänger aus 75 000 an. Es liegen dieser Annahme für einige Pro- vinzen amtliche Erhebungen, für andere aber bloße Schätzungen zu Grunde. Mehr als der dritte Theil dieser periodischen Auswanderer fällt auf Schlesien, da- neben sind Posen, Westpreußen und Brandenburg mit den größten Zahlen betheiligt. Man kann es als das durchschnittliche Verhältniß ansehen, daß zwei Drittel der Abwanderer dem weiblichen Geschlecht in den Altersstufen von 16— 30 Jahren angehören und daß von dem übrigen Drittheil nur die Hälfte erwachsene Männer, die übrigen aber„Burschen" von 15—19 Jahren sind. Man fragt sich natürlich, aus was für Bevölke- rungsschichten sich diese landwirthschaftlichen Wander- arbeiter rekrutiren und worin die Ursachen der Sachsen- gängerei liegen. Wie schon erwähnt, hat man im Norden und Osten Deutschlands 3 Kategorien landwirth- schaftlicher Arbeiter zu unterscheiden: Jahreslöhner, kon- traktlich gebundene Tagelöhner und freie Tagelöhner. Sowohl die Großgrundbesitzer, als die größeren Bauern, wo solche existiren, haben ein so großes Interesse an einem hinreichenden Vorhandensein landwirthschaftlicher Arbeiter, daß sie vielfach durch eigens zu diesem Zwecke gebaute kleine Miethshäuser sich solche Leute herangezogen und damit zur Vermehrung dieses Proletariats von Ein- liegern, Häuslern und Jnstleuten beigetragen haben. Man gewährte ihnen zu ihrem Häus/hen 1— 3 Morgen schlechtes Ackerland, worauf sie sich selbst einen größeren Theil ihres Lebensunterhalts erarbeiten können. Den Miethzins bezahlen sie in einer festgesetzten Anzahl von Arbeitstagen<14— 50 oder 60), und für die freie Zeit, die ihnen außerdem noch übrig bleibt, sowie für die Arbeit ihrer Kinder, müssen sie andere Verwendung suchen. Bevor die Sachsengängerei aufgekommen war, fanden sie keine andere Arbeitsgelegenheit, als auf dem Gutshofe, resp. bei den größeren Bauern selbst. Es ist natürlich, daß man ihnen so wenig Lohn als möglich gewährt, denn zu diesem Zweck hatte man ihnen doch die Be- hausung und das Acker- und Gartenland gegeben. Tage- löhner von 30— 40 Pf. waren damals noch das gewöhn- liehe, und solche Löhne kommen wenigstens für Frauen und Kinder auch jetzt noch häufig vor. Als aber die Sachsengängerei begann, fanden die überschüssigen Arbeits- kräfte anderwärts Verwendung und bessere Bezahlung. Neben diesen Gutstaglöh nern sind es auch kleine „Eigenthümer", deren halb und ganz erwachsene Kinder in die Rüben ziehen. Bei 31 Sachsengängerinnen, die sich auf dem Vorwerk eines sächsischen Gutes befanden, wurde festgestellt, daß 9 derselben kontraktlich gebundene Tagelöhner, 5 freie, besitzlose Tagelöhner, 6 Zeitpächter, die aber 14— 60 Tage-Ärbeit zu leisten hatten, und 11 kleine Eigenthümer, die auf ihrem eigenen Land allein nicht leben konnten, zu Vätern hatten. Es ist natürlich, daß die Grundbesitzer des Ostens auf die Sachsengängerei gar nicht gut zu sprechen sind. Nach ihrer Vorstellungsweise gehört die?lrbeitskraft ihrer Gntstaglöhner sammt Weib und Kind ihnen als Eigenthum. Dazu gab man ja die Behausungen, das Garten- und Kartoffelland an die Leute. Nun verlieren sie die besten Arbeitskräfte gerade in einer Zeit, wo sie am besten ge- braucht werden können, im Sommer und Herbst. Thatsächlich giebt es Gemeinden, aus denen bis 48,6 pCt. aller Einwohner als Sachsengänger weggehen. Prozesse müssen wegen der Zeugeneinvernahme vielfach sistirt und die Rekrutenanshebungen auf den Winter hin- ausgeschoben werden. Der Verfasser wohnte der Lohn- auszahlung auf einem Gute des Ost-Sternberger Kreises bei, aus dem alle Jahre gegen 5000 Leute nach Sachsen gehen. Krüppel, Kinder und Greise waren es, die sich zur Auslöhnung herbeidrängten, tüchtige Arbeiter konnte der Gutsbesitzer nicht auftreiben. Die Grundbesitzer des Ostens, die sich auf„sozial- politische Maßregeln zu Gunsten der nothleidenden Land- wirthschast", d. h. zur Erhöhung der Grundrente, so trefflich verstehen und an maßgebender Stelle über so großen Einfluß verfügen(Schutzzölle für Getreide und Fleisch:c.), habe>. denn auch mit Vorschlägen zur Be schränkungderC chsengängerei keineswegs zurückgehalten, wie sie auch schv früher Maßregeln zur Einschränkung der überseeischen Auswanderung, dieses für sie so fatalen „Mißbrauchs menschlicher Freiheit", als nothwendig er klärt haben. Es ist u. a. vorgeschlagen worden, von den Sachsen- gängern ein Abzugsgeld zu erheben.— den Fahrpreis für die vierte Wagenklasse der Eisenbahn zu erhöhen, oder diese Wagenklasse ganz aufzuheben,— die Tarifermäßigung für eine Zusammenfahrt von 30 Personen wegfallen zu lassen,— den Agenten nur im Falle eines „wirklich vorhandenen Bedürfnisses" die Erlaubniß zur Anwerbung von Arbeitern zu geben:c. Es ist natürlich, daß die Herren Großgrundbesitzer nicht den brutalen Eigennutz, das Bestreben, die wohlfeilen Arbeitskräfte für sich selbst auszunützen und aus- zubeuten, hervorkehren, wenn sie solche Maßregeln zur Beschränkung der Sachsengängerei vorschlagen. Es handelt sich— wenn man sie reden hört— vielmehr um die Sittlichkeit der jungen Leute, die in der Fremde leicht Schaden nehmen könnte. Die Leute werden frech, trotzig, patzig, hochfahrend, das„patriarchalische Verhältniß" geht kaput, der„unsittliche" Kontraktbruch nimmt Ueberhand w. Wir haben schon früher gesehen, daß der Kontrakt- b ruch wirklich an der Tagesordnung ist. DerArbeitsvertrag wird in allen Stadien der Sachsengängerei gebrochen, dem örtlichen Gutsherren von seinem Gesinde, dem Agenten von den Angeworbenen, den Rübenwirthen des Westens aber von den Agenten und Arbeitern zugleich, jedoch die Schuld an dieser Erscheinung tragen auch alle diese Parteien ziemlich gleichmäßig. Die Ausbeuter der Arbeits- kraft suchen sich ihre Beute gegenseitig abzujagen. WaS soll man sagen, wenn ein Rübenwirth einen bereits ander- weitig engagirten Arbeiter einstellt und dabei verspricht, ihn für den Verlust des als Kaution stehen gelassenen Theils des Arbeitslohnes zu entschädigen? Ein anderer Fall! Die Hofgängerin eines Landwirths und Amts- Vorstehers geht unter Kontraktbruch nach Sachsen weg und tritt dort bei einem Amtsvorsteher und Landwirth in Dienst. Nachdem der Amtsvorsteher im Osten den Aufenthalt der Weggezogenen in Erfahrung gebracht hat, verlangt er sie kraft des Gesetzes zurück. Das Gericht, d. h. der Amtsvorsteher in Sachsen, behauptet dagegen die Zurückberufung des Hofgängers habe nicht durch den Dienstherren, sondern durch den zur Stellung des Hof- gängers verpflichteten Jnstmann, also durch den Vater des Mädchens, zu geschehen. Ein Schreiben desselben, die Zurückberufung enthaltend, geht an das Amtsgericht in Sachsen ab, es findet sich jedoch ein Fehler darin, die Namensschreibung des Mädchens betreffend. Rückantwort nach dem Osten, daß ein Mädchen mit diesem Namen hier nicht zu finden sei. Der Schreibfehler wird richtig gestellt und die Zurückberufung geht abermals ab. Bescheid. Ent. en en en on it, pie It. Fie e, h, t, e= e= It= en ie 3= te er ie 1, te r, 1 n S D. er 1. d n == 260 8 1. h 4 n h ce = 0 D D I, 3 r t e t t 3 ein Mädchen dieses Namens habe sich zwar wirklich auf| Was die Beurtheilung des Buchs von Kaerger über von der Regel statt. Sobald sie etwas leisten, erhalten dem„ bezeichneten" Gut befunden, sei aber mittlerweile die Sachsengängerei anbetrifft, so muß man anerkennen, sie Eintritt in die Reihen der Herrschenden und nehmen auf ein anderes Gut weggezogen. Der Amtsvorsteher daß man es mit einer guten Arbeit zu thun hat. Der dort unbewußt die Denkweise derselben, falls sie ihnen des Ostens bringt in Erfahrung, daß dieses„ andere Gut" Verfasser sucht den Thatsachen nicht aus dem Weg zu noch nicht durch das literarische Studium eingeimpft nichts anderes ist, als ein Vorwerk seines Kollegen im gehen und ein großer Theil des gebotenen Materials ist sein sollte, in sich auf. Westen. Vorhalt dieser Thatsache und neues Ansuchen werthvoll. Daß er wiederholt von einem patriarchali- Die herrschende Klasse, in früheren Zeiten das auf Rücktransport. Es wird keine Folge gegeben.schen Verhältniß in den östlichen Gebieten des Groß- Königthum, die politisch- kriegerische Aristokratie und die Tableau: der Amtsvorsteher des Ostens schickt das ge- grundbesiges, sowie davon redet, daß der Gutsherr der Geistlichkeit, zehrt aber von einer gewissen Tradition. jammte Aftenmaterial dem Regierungspräsidenten in Vater seiner Arbeiter sei, ohne jedoch Belege dieses So lange der Glaube und das Interesse für diese TraMagdeburg ein, und dieser verfügt endlich die Rücksendung idyllischen Verhältnisses zu geben, wollen wir ihm nicht dition noch einigermaßen vorhält, verlangt die öffentliche des Mädchens, zugleich aber auch die Absetzung des zu hoch anrechnen, es sind dies stehende Redensarten im Meinung der Bevorrechtigten es als etwas selbstverständAmtsvorstehers. Mund der„ ethischen Nationalökonomie", die sich sachte liches, daß die poetische Kraft sich in den Dienst dieser " Als Schutzmaßregel gegen den Kontraktbruch hat von Geschlecht zu Geschlecht forterben, ohne daß man Tradition stelle. Dem Poeten fällt die Ausgestaltung man in den meisten Regierungsbezirken des Ostens die sich Mühe nimmt, sie auf ihren Inhalt und auf ihre der nationalen und religiösen Ueberlieferung zu, welche Bestimmung eingeführt, daß auf den Abzugszeugnissen, Wahrheit zu untersuchen. die herrschende Klasse ausgebildet hat, auf die sie ihre welche die Abwanderer zu lösen haben, bescheinigt werden Dagegen muß man es geradezu als rabulistisch be Herrscheransprüche gründet, in der sie ihre Weltsoll, daß dieselben durch kein bestehendes Verhältniß gezeichnen, wenn der Verfasser aus dem Umstande, daß anschauung, ihre Lieblingstugenden, ihre Ideale verbunden seien. Resultat: Einige Landräthe verbieten einige Wanderarbeiter des Ostens das Getreide, welches törpert. Erst wenn eine geistige Umwälzung die alte direkt den Distriktskommissionären und Dorf sie als Naturallohn erhalten, beim Abzuge verkaufen, Sagenwelt gestürzt hat, oder wenn ökonomische Umschulzen die Ausstellung solcher Zeugnisse, in der auf's schlagendste beweisen will, wie unrichtig die Bewälzungen eine Klasse zur Herrschaft gebracht haben, die Hoffnung, dadurch der Sachsengängerei Einhalt thun zu hauptung der Gegner der Schutzölle sei, daß diese einzig außer Verbindung mit jener Sagenwelt steht, hört diese fönnen. Die Herren wollten also in ihrem Eifer der und allein dem Großgrundbesizer zu Gute kämen". An auf, der hauptsächliche Gegenstand von Kunst und Lite sozialpolitischen Gesetzgebung zur Beschränkung der Sachsen- einer anderen Stelle, wo davon die Rede ist, die Lage ratur zu sein. Natürlich finden die mannigfachsten gängerei aus eigener Machtvollkommenheit vorgreifen, die der Großgrundbesizer des Ostens müsse gehoben werden, Uebergänge statt. Homer singt noch mit völliger Verordnung hatte aber, wie Kaerger bemerkt, den näm damit sie im Stande seien, höhere Löhne zu bezahlen, Naivität von der Thaten der griechischen Götter und lichen Erfolg, wie ihn etwa das Verbot, Todtenscheine erklärt er abermals die Schußzölle als ein Mittel, um Könige, ein anderes Thema wäre zu seiner Zeit unauszustellen, auf die Vermindernng der Sterblichkeit das wirthschaftliche und soziale Gedeihen der Staats- denkbar gewesen. Wenn die späteren athenischen Trahaben würde. bürger zu fördern. In Erfüllung dieser Aufgabe hat gödien- Dichter aber ihre Stoffe gleichfalls der nationalen Die Gutsherren rächen sich, indem sie den Leuten, das deutsche Reich bereits die landwirthschaftliche Pro- Ueberlieferung entnehmen, suchen sie nicht allein das die sich eigenmächtig aus dem„ patriarchalischen Ver- duktion gegen die Uebermacht der auswärtigen Konkurrenz Ueberlieferte zu reproduziren, sie streben gleichzeitig eine hältniß" loslösen und Sachsengänger werden, im Winter geschützt und es wird sicher auf diesem Wege, falls es gewisse Weltweisheit und Lebensansicht, die sich bei steifeine Arbeit gewähren. In ihrer Noth legen sich diese die Umstände erheischen, fortzuschreiten sich nicht abhalten gender Kulturentwicklung in einem Theil der Herrscherdann auf Holzdiebstahl. lassen. klasse herausgebildet hat, im Rahmen ihres Stoffes darKaerger bespricht weitläufig die Folgen der Sachsen- Was den Vorschlag einer gesetzlichen Beschränkung zustellen. Ueberliefertes und Gegenwärtiges mischt sich gängerei: ihre Folgen für den Arbeiter, für die Politik( Ger- der Sachsengängerei anbetrifft, sagt der Verfasser, es bei ihnen zu einem neuen Etwas zusammen. Beides manisirung der polnisch redenden Sachsengänger) und die könne nicht geläugnet werden, daß ein Theil der Wander- aber ist geistiges Eigenthum der Herrscherklasse. Volkswirthschaft. Wir können hier nicht des näheren arbeiter in der Heimath ganz gut, und zwar zu den Im Mittelalter, wo der Priesterstand so unendlich auf diese Fragen eingehen. Es steht fest, daß die gleichen Löhnen, Beschäftigung finden könnte, wie jenseits größere Bedeutung als in den antiken Staaten besaß Sachsengängerei eine Erhöhung der Löhne und theilweise der Elbe. Wenn es ein Mittel geben würde, die Anzahl und wo das internationale friedenkündende Christenthum auch der Lebenshaltung in den Gebieten der Abwanderung dieser Leute jeder Gegend in zweifelsfreier Weise festzu- sich in einem Gegensatz zu der blutigen nationalen und zur Folge gehabt hat. Dafür werden aber die land- stellen, dann wäre er allerdings nicht so doktrinär, ritterlichen Sagenwelt befand, sondern sich beide Trawirthschaftlichen Arbeiten jetzt vielfach von Krüppeln, um diesen gegenüber von einer Beschränkung der Frei- ditionen auch in der Poesie; es giebt eine geistliche Greisen und Kindern besorgt. zügigkeit zurückzuschrecken. ( biblische und legendenhafte) und weltliche( Ritterepen, In den Gebieten der Zuwanderung drücken aber Welch' schneidige, sozialpolitische Weisheit! Eben- sog. Volksepos und Minnegesang) Dichtung. Dort die fremden Arbeiter mit ihrer niedrigen Lebenshaltung fogut könnte man mich zwingen, bei einem vielleicht verwerden die Heiligen, hier die ritterlichen Helden; dort auf die Löhne und schlagen die einheimischen Arbeiter haßten Nachbarn meine Waareneinkäufe zu besorgen, weil das offizielle Ideal der geistlichen, hier das der weltlichen Aristokratie gefeiert. aus dem Felde. Das ist namentlich mit den Bewohnern ich dabei ebensobillig wegkomme, wie anderswo! voller wie jene, des Eichsfeldes, eines Gebietes in der Provinz Sachsen, Was den„ Entwurf eines Gesetzes betreffend die Erst die ökonomische Umwälzung, die das Bürgergeschehen, das selbst feine Rüben baut und die ersten ländlichen Wanderarbeiter" betrifft, den der Verfasser thum zur Herrschaft brachte, das Bürgerthum, welches Rübengänger( fast ausschließlich Mädchen und junge seiner Schrift vorausschickt, so kann man den Vorschlägen sowohl der ritterlichen wie der geistlichen Ueberlieferung Burschen) gestellt hat. Ich zitire hier Kaerger mit seinen zu einer scharfen Kontrolle des Agentenwesens seine Zu gleichgiltig und verständnißlos gegenüberstand, schuf die eigenen Worten: Die Mädchen wandten sich früher stimmung geben. Wenn er jedoch den Kontraktbruch Bedingungen einer neuen Poesie. Aber sehr langsam und vorzugsweise nach der Provinz Sachsen, während sie nur auf Seiten des Arbeiters mit einer öffentlichen Be- stockend war der Umschwung. Vorerst blieb das Königjezt vornehmlich nach den Gegenden mit jüngerem Rüben strafung ahnden und aus praktischen Gründen" beim thum der großen Männer auf der Bühne noch unanbau, Hannover und Brannschweig, wandern. Aber auch Arbeitgeber davon absehen will, weil dieser einen festen gefochten; dagegen nahm die aufkommende Romandichtung hier vermehrt sich von Jahr zu Jahr die Anzahl der Wohnsiz und genügendes Vermögen habe, um Entschädi- ihre Helden von Anfang an mit Vorliebe aus der modernen Güter, welche die Eichsfelderinnen durch Mädchen aus gungsforderungen zu befriedigen, so verdient dieser Vor- Welt, aus bürgerlichen und adelig- bürgerlichen Schichten. dem Osten ersetzen. Denn obwohl sie das vor den Lezt schlug des Herrn Kaerger zur Kennzeichnung seines Die ökonomische Entwicklung verbreiterte den Kreis genannten voraus haben, daß sie geschicktere und selbst Interessenstandpunktes festgenagelt zu werden. Er sagt, derer, welche im Stande waren, die Erzeugnisse der ſtändigere Arbeiterinnen sind, die ganz gut bei der Arbeit man müsse sich einfach fragen, ob eine ungleichmäßige Kunstpoesie zu genießen. Die Buchdruckerei erlaubte sich selbst überlassen werden können, haben sie doch Behandlung beider Kontrahenten die Unzufriedenheit im es, die Bücher billig herzustellen und massenhaft zu vereine Reihe von Eigenschaften, die sie dem Arbeitgeber Volke in so hohem Grade erregen würde, daß dadurch treiben. Aus diesen beiden Umständen und aus dem weniger lieb machen. Sie sind vor allem weit anspruchs eine Gefährdung des sozialen Friedens zu befürchten Fehlen jeder dem Bürgerthum eigenthümlichen religiösbeanspruchen stets warmes stände. Er glaubt nun, daß, was das Verhältniß nationalen Sagenwelt erklärt sich die außerordentliche Essen, bei welchem sie obendrein oft genug an der zwischen ländlichen Arbeitgebern und Wanderarbeitern Vielgestaltigkeit der modernen literarischen Produktion. Qualität etwas auszusehen haben; so sollen sie die anbetreffe, eine solche Befürchtung nicht zu hegen wäre. Keine gemeinsame Ueberlieferung, fein gemeinsamer Glaube Suppen bald zu dünn, bald zu dick finden und der„ Denn der Mangel der Androhung einer gerichtlichen hält die Schriftsteller und das lesende Publikum zusammen. gleichen Launenhaftigkeit mehr zeigen. Ferner sind sie Strafe gegen den vertragsbrüchigen Arbeitgeber würde Die Ansicht, daß die bestehende Gesellschaftsordnung etwas weniger widerstandsfähig gegen schlechte Witterung. Die von dem Arbeiter, falls er nicht schon durch sozial- Selbstverständliches und Natürliches sei, diese im KlassenPolinnen gehen oft sogar mit blanken Füßen demokratische oder andere Agitatoren aufgeheßt intereffe wurzelnde Ansicht klingt wohl meistentheils hinohne Bedenken in die bereiften Rübenfelder ist, kaum als ungerechtigkeit empfunden werden." durch, aber sie vermag der Literatur doch keinen gemeinen hinein und Frost und Hize, Regen- und Sonnenschein Wie es scheint, hält also der Verfasser doch an dem Stempel aufzudrücken. Das eigentlich Charakteristische ſind nicht im Stande, sie von der Arbeit fern zu halten. vielgenannten patriarchalischen Verhältniß fest, sonst der modernen Dichtung ist ihre Massenhaftigkeit und ihre Ganz anders die Eichsfelderinnen: wenn nur das könnte er nicht behaupten, diese Gesezesbestimmung würde Bersplitterung in der Wahl des Stoffes und der BeThermometer ein wenig unter Null gesunken ist vom ländlichen Arbeiter nicht als das, was sie ist, d. h. handlungsweise, ihr Individualismus. Bei dem großen und wenn nur ein kleiner Regenschauer herabfällt, gleich als eine bodenlos ungerechte, empörende Vergewaltigung Vertrieb der Bücher im literarischen Konkurrenzkampfe sträuben sie sich, an die Arbeit zu gehen." kann jedes Angebot auch auf eine Nachfrage, wenngleich nur eine geringe, rechnen. Jeder, der etwas zu sagen hat, sagt es und hofft, unter dem vieltausendköpfigen Leserkreis da und dort ein Häuflein Anhänger zu finden. Die verschiedensten Geschmacksrichtungen beherrschen nacheinander, ja gleichzeitig den literarischen Markt. Ebers, Marlitt, Wildenbruch finden ihr Publikum so gut wie Zola, Tolstoi und Turgenjew. Wie man sieht, das hohe Lied der Arbeitsamkeit, Zufriedenheit und Bedürfnißlosigkeit, aller jener Tugenden, bei denen dem Arbeitgeber das Herz im Leibe lacht und welche die großen Herren den kleinen Leuten so gerne vorrühmen! empfunden werden. Kunst und Volk. × D'rum soll der Dichter mit dem König geh'n, Sie beide wandeln auf der Menschheit Höh'n! Uebrigens sind die Gebiete der Abwanderung, z. B. Dieser Schiller'sche Gedanke liegt mehr oder weniger die Provinz Posen selbst, das Einwanderungsgebiet von bewußt der ganzen idealistischen Dichtung zu Grunde. Es Wanderarbeitern mit noch niedriger Lebensweise, die hier bedurfte des Naturalismus, um ihn endgiltig zu stürzen. Aber in diesem babylonischen Wirrwarr läßt sich ebenfalls lohndrückend auftreten. Insbesondere soll dies Daß dem so war, daß die Poeten seit jeher die doch eine spezifisch moderne Richtung unterscheiden, der Fall sein in den an der russischen Grenze gelegenen Schicksale der sogenannten großen Männer fast allein die, tief in den ökonomischen Verhältnissen und der geGegenden. Auf das Geschrei der Gutsbesizer über die gefeiert und an dem Leben der breiten Massen achtungs- sammten Geistes richtung wurzelnd, am meisten Lebensin Folge der Sachsengängerei gestiegenen Löhne hin los vorübergegangen, das kann uns, die wir auf dem kraft beweist und sich eng mit allem Fortschrittsstreben hatten die Behörden„ bei nachgewiesenem Bedürfniß" die Boden der materialistischen Geschichtsauffassung stehen, verbindet. Ich denke natürlich an den Naturalismus. Zuwanderung russischer Arbeiter zugelassen. Als daher nicht weiter Wunder nehmen. In dem gesammten geiſti Wenn keine national- religiöse Sagenwelt existirt, an auf einem Gute des Distriktes Rossoschüß die Männer gen Leben eines Volkes spiegelt sich die ökonomische welcher das Bürgerthum mit seinem Herzen hängt, wenn 1 Mt. und die Mädchen 80 Pf. Tagelohn gefordert Ordnung, auf der dieses Leben ruht, wieder. Und so der idealistisch übertreibende Styl, welcher zur Darstellung hatten, wurden diese Löhne nicht bewilligt und dafür weit die Poesie überhaupt zurückreicht, soweit sehen wir einer solchen Sagenwelt gehört, also gleichfalls Russen eingeführt, denen man nur 40 resp. 30 Pf. Lohn die ökonomische Ordnung der Gesellschaft beherrscht durch standslos geworden ist, welche bedeutungsvolle Aufgabe und die Kost zu verabreichen brauchte. Man fragt sich, den Klassengegensatz, den Gegensatz von Wenigen, die kann dann der Dichter noch haben? Soll er zum warum man von Seiten der Grundbesitzer des Ostens das Produkt fremder Arbeit sich aneignen, und Vielen, Privatgebrauche alte Sagenwelten und alte idealistische den Ruf nach Chinesen hat erheben können, wenn doch denen das Produkt ihrer Arbeit genommen wird, den Style neu zu beleben suchen? Wozu? Hat Jemand das Gute so nahe liegt. Bugleich giebt diese Herbei Gegensatz von Ausbeutern und Ausgebeuteten. Selbst Begehr danach, so mag er doch die alten Originalwerke ziehung von Russen auch ein treffliches Beispiel, wie verständlich fällt nun die Pflege des gesammten geistigen selbst vornehmen. Oder soll der Dichter Abenteuer spannend nationalpolitische Rücksichten, Germanisirung des Ostens 2c., Lebens also auch der Literatur der herrschenden zusammenfabeln? Da genügt der simple Kolportagedie man als Parole ausgegeben hat und für die man Klaffe zu. In ihrem Anschauungs- und Ideenkreise, in roman. Nein, will er, daß die Leute, welche ihre Zeit vom Staate Millionen auspreßt, zurücktreten müssen, ihren Vorurtheilen, Liebhabereien und Idealen wachsen verstehn, ihn achten, so muß er etwas Neues bieten können, wenn der Geldsack der Herren Großgrundbesizer in die Dichter auf; auch dann, wenn dieselben zufällig für das es anderwärts keinen bessern Ersaz giebt. Und Eltern aus dem Volke" haben, findet leine Ausnahme dieses Neue ist die Darstellung modernen Lebens, DarBetracht kommt. 群 gegen= = stellung der Konflikte, in welche die Struktur unserer trachten, hat gewiß ihre großen Vortheile; ihr verdanken| kann es an sich nicht hemmen. Aber ebenso klar ist es, Gesellschaft den Einzelnen hineinstürzt. wir die Kaltblütigkeit und Klarheit beim Handeln, sie daß trotzdem diese Einsicht sehr leicht die psychologische In der Wirklichkeit sehen wir nur die äußere Er- bewahrt uns vor Illusionen, ihr verdanken wir es, wenn Folge hat, das Handeln zu hemmen. scheinung, der Dichter soll uns das Innenleben, die es uns leicht wird, unser Ziel niemals aus den Augen Der naive Revolutionär, denken wir uns einen Verkettung der Gedanken, Gefühle und Willensentschlüsse zu verlieren, die einzelnen Abschnitte des Kampfes richtig sozialistischen Utopisten, wird durch eine Illusion zum offenbaren, er soll den unsichtbaren seelischen Reflex der zu würdigen. Sein Materialismus hat uns den Einblick Handeln getrieben. Er hat sich das Ideal einer vollsichtbaren sozialen Bewegung uns vorzeigen, damit wir in den Mechanismus unserer Bewegung gestattet, hat uns fommenen, gerechten Cllschaftsordnung ausgedacht; er sehen, ,, was die Welt im Innersten zusammenhält". Mit Ursache und Wirkung in ihr klar gelegt; ihm verdanken findet, daß es bloß ärgerliche, kleinliche Hemmnisse sind, diesem Zwecke ist aber auch die Art der Darstellung wir es, daß wir die erste Partei in der Geschichte sind, welche sich der Einführung dieses Ideals in den Weg gegeben. Jedes pathetisch lyrische Uebertreiben der welche ihre Aufgabe mit dem vollkommenem Bewußtsein stellen; daß es bloß nöthig ist, diese Hemmnisse hinwegSprechweise, furz was man idealistischen Styl nennt, ihrer Aufgabe erfüllt und sich nicht über sich selbst zuräumen, und daß dazu seine und seiner Freunde Arbeit widerstrebt jenem Ziele. Es enthüllt nicht, es verdunkelt täuscht. völlig ausreicht. Diese Illusion wird ihm Kraft verleihen, das psychologische Räderwerk. Darum muß die Kunst, Allein das alles birgt auch seine schweren Gefahren auszuhalten und zu überwinden, zu kämpfen und zu welche modernes Leben in seinen bedeutsamen Konflikten in sich; diese Betrachtungsweise, falsch aufgefaßt, kann dulden; und wenn er auch sein Ideal nicht erreicht; durch typisch zu gestalten strebt, naturalistisch sein. Mit dem leicht zu Indifferentismus und Gleichgültigkeit führen und seine Agitation hat er die Massen aufgerüttelt; und Inhalt ist unauflöslich auch die Form gegeben. die revolutionäre Energie schwächen, welche ja so häufig immer hat ihn seine Illusion thätig gemacht. Diese Kunst, die, von Frankreich ausgehend, sich die durch die Illusion auf das wirksamste unterstützt wurde. übrige Welt mehr und mehr erobert, die vor allem in Es ist ein Prozeß, der sich vor mir abwickelt; ein verbietet sich selbst, ein Ideal auszumalen; wenn er es Die Illusion fehlt dem Marxisten vollständig. Er Rußland und Norwegen mächtige Talente gefunden hat, Prozeß, welcher durch Faktoren beſtimmt wird, die ganz thut, so betrachtet er es mit skeptischem Lächeln, denn er soll die Lebensverhältnisse der bürgerlich- kapitalistischen außerhalb meines Machtbereiches liegen. Die Entwicklung weiß, daß die Sache Einem nur aus der Entfernung so Welt wiederspiegeln. Ihre Träger sind, vorläufig der Produktionsweise ist es, welche die soziale Revolution schön vorkommt, und daß sein des weit entfernt ist, wenigstens noch, ausschließlich Mitglieder der herrschen- heraufbringt, nicht die Anstrengungen der Menschen. den bürgerlichen Klasse. Das Ziel der Revolution ist mir nur nach seinen in Wirklichkeit„ Garantien der nur inonie und Freiheit" Aber wie der Einblick in das gegenwärtige öfono- negativen Zügen klar; wie die zukünftige Geſellſchaft Handeln antreiben. Er whims, ß es auf seine Thätigkeit zu bieten. So betrachtet, fazerthe Ideal aber nicht zum mische Getriebe mehr als alles andere dem Erzfeinde positiv aussehen wird, davon kann ich überhaupt keine nicht ankommt; tritt Der Reihe der Kämpfenden dieses Getriebes, der neuaufstrebenden Klasse des Prole- Ahnung haben; das wird sich ja dann erst finden, wenn tariats, zu Gute kommt, wie er den gutmüthigen Glauben die Sache so weit ist; das ist eben auch Produkt der selben Prozeß vor sich hen lassen; einer von diesen die ökonomische En je rung hat in Tausenden denan die Ewigkeit des Bestehenden und die fromme Er- Entwicklung; wenn die Dinge so weit sind, so wird sich Tausenden wird ihn sert ersetzen, und die Sache wird gebung weit hinwegscheucht, so wirkt auch die ernste, das schon machen; wie kann ich, aus den gegenwärtigen ohne ihn ebenso gut geben, wie mit ihm. Das Gefühl große Kunst des Naturalismus. Von den Qualen der Verhältnissen heraus, dem ja doch die vollständige Kennt der Verantwortlichkeit, zwar auf falschen Vorstellungen Menschheit, von dem Verzweiflungskampfe und dem niß aller maßgebenden Faktoren durchaus nicht zu Ge- beruhend, aber stets ein vorzüglicher Leiter zum Handeln, Elend, den fürchterlichen Begleiterscheinungen jenes öko- bote steht, wie kann ich irgend welche Zukunftsideale muß ihm ganz verloren gehen; ja, sogar die Moral, wie nomischen Getriebes, zieht sie den Schleier hinweg. aufstellen und der Entwicklung vorschreiben: das ist dein sie von Anarchisten oft praktisch geübt wird, liegt nicht Mitleidlos waltet sie ihres Amtes, dem Wahrheitsdrange Ziel, dahin sollst du gehen! weit ab: Verstärkung des Druckes zu wünschen, um die dienend. Und so wird diese vom Bürgerthum geborene Ich, wir alle, sind nichts, als die Wellen eines Arbeiter schneller aufzurütteln. Sicher, ein Großbourgeois Kunst zugleich der Abscheu des Bürgerthums. Man Flusses, die getrieben werden, wir wissen nicht wohin; tönnte ganz zynisch sagen: ich bin euer bester Genosse, flucht dem Spiegel, weil man vor dem zurückgestrahlten nur, daß wir getrieben werden, wissen wir; nur, daß wir ich befördere die Kapitalienkonzentration; ich ruinire den Bilde erschrickt. Am testen wär's, die Polizei verböte nicht selbst treiben, ist uns ganz klar. Alles Uebrige ist kleineren Kapitalisten, ich befördere die geschichtliche Entdiese Kunst einfach als„ unmoralisch!" in Dunkel gehüllt; höchstens einen, zwei Schritte nach widlung. Das Proletariat aber muß sie mit frohem Ruf be- Vorwärts können wir sehen. grüßen. Es ist in der glücklichen Lage, daß ihm die Wäre es wunderbar, wenn man da auf den Gedanken welche dem Marristen übrig bleibt? Die eigentliche ReWas ist am Ende die ganze revolutionäre Arbeit, Wahrheit, die volle, ganze nur ersehnt sein kann. Je täme: was nüßt deine Thätigkeit, was nüßt alles volution wird ja von den Gegnern vollzogen, und oft wahrer die Kunst, um so mehr wird sie es festigen in Agitiren und Organisiren die ökonomische Entwicklung genug sieht er sich in die sonderbare Lage versetzt, gegen was nützt deine Thätigkeit, was nüßt alles seinem Kampfe gegen die bestehende Gesellschaft. bringt die Leute weiter, nicht deine Thätigkeit, und die bie revolutionären Handlungen der Gegner zu protestiren; Die Arbeitermassen sind in politische Aftion ge einzige Aufgabe, welche dir bleibt, ist: die ökonomische so befördern z. B. die Schußzölle die Konzentration des treten; ohne zu herrschen, streben sie doch der Herrschaft Entwicklung zu studieren, dich in deine Studierstube ein- Kapitals, aber wir haben gegen sie protestirt. Für uns zu. Ohne bereits als Klasse eine besondere Kunst zu zuschließen, Bücher zu lesen, Statistiken zu vergleichen, bleibt thatsächlich nichts übrig, als die Aufklärung und besigen, wirken ihre Bestrebungen auf die bürgerliche Beitungen zu durchblättern, und alles sorgfältig zu Organisation der Massen. Wie wenig für den, der sich Literatur schon mächtig ein. Die Arbeiter sollten den registriren, um dann als Geist über den Gewässern ungeduldig nach Gelegenheit zum Handeln sehnt und sie Geist, welchen diese Literatur ihnen bietet, begierig er- schweben zu können und zu sagen: so wird das geschehen, nicht findet; welche Verführung, auf eigene Hand Quadgreifen. Sie werden hier Genuß und Kräftigung finden. und so wird das geschehen, und so ist das geschehen, und salbereien zu treiben, um doch wenigstens etwas zu thun! Die Freie Volksbühne", deren Gründung wir in so ist das geschehen. unser vorigen Nummer begrüßten, ist bestimmt, an dem Um Marrist und doch von den Gefahren des Marrismus großen Werke, an der Ausbreitung naturalistischen Kunst- materialistische Geschichtsauffassung sagt nichts als: der fie felten zu finden sind; vor allem die Fähigkeit, sein Freilich, eine solche Anschauung ist unrichtig. Die frei zu sein, dazu gehören Charaktere und Verhältnisse, wie finnes unter dem Volfe, mitzuwirken. Wir wünschen geschichtliche Fortschritt ist allerdings durch Menschen Handeln lediglich durch kalte, logische Erwägungen be ihr hier noch einmal den glänzendsten Erfolg. Ihre gemacht; aber die Handlungen der Menschen sind bestimmt stimmen zu lassen, alle anderen Einflüsse fern zu halten. Aussichten sind die besten und die in voriger Woche durch die ökonomische Entwicklung. In der gesellschaft Derartige falte und ruhige Naturen finden sich aber einberufene Versammlung darf uns mit Stolz erfüllen. „ Ein Zug von Idealismus im besten Wortsinn ging wendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, denn fast stets ist es nicht der Verstand, der die Leute lichen Produktion gehen die Menschen bestimmte, noth- naturgemäß in einer revolutionären Partei am seltensten; durch die Höhrer, trotz der realistischen Accente, die der Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten EntwicklungsSpielplan aufwies. Und weil es hier zum ersten Male ge- stufe ihrer materiellen Broduktivkräfte entsprechen. Die zu einer solchen Partei treibt, sondern Eigenſchaften des schieht, daß in weithin leuchtender Einhelligkeit breite Gesammtheit dieser Produktionsverhältnisse bildet die Gemüthes. Massen des Volks nach Kunst rufen, und daß eine ganze ökonomische Structur der Gesellschaft, die reale Basis, Deshalb wird immer, bei den meisten Bekennern große Partei dies Verlangen stüßt, darum erscheint mir worauf sich ein juristischer und politischer Ueberbau er der Sozialdemokratie, troß aller materialistischer Geschichtsdieſes Unternehmen als ein kulturhistorisch bedeutsames, hebt, und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewußtseins- auffassung und alles Skeptizismus, die Illuſion doch eine und wem politische Scheuklappen nicht den Blick einengen, formen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen große Rolle spielen müssen; und deshalb wird immer, muß seine ferntragende Mission erkennen." So schreibt Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen trotzdem es unwissenschaftlich ist, das Verlangen nach Otto Brahm, einer der ersten Berliner Kritiker, in seiner Lebensprozeß überhaupt. Es ist nicht das Bewußtsein einem Ausmalen des Ideals vorhanden sein. Die großen " Freien Bühne“. der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesell Thaten werden nicht von nüchternen, falten Verstandsschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt." Das menschen gethan, sondern von begeisterten Phantasten*). ist sehr klar: das Handeln des Menschen wird eben so *) Wir stellen diesen Artikel zur Diskussion. Die Red. nothwendig erfordert, wie sonst; die Einsicht, daß dieses Handeln durch die materiellen Verhältnisse bedingt ist, Die seit 1877 bestehende, weltbekannte Gefahren des Marxismus. P. E. Die Marx'sche Art, unsern Kampf stets von oben, aus der geschichtlichen Perspektive zu beAllen Freunden und Genossen empfehle mein Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. 1 Saal zu Versammlungen und 2 Vereinszimmer sehen zur Verfügung. Herrmann Wuttke, Friedrichsbergerstr. 20 pt. nicht zu verwechseln mit Carl Wuttke früh. Weberstr.10 Albert Auerbach, Berlin S., Kottbuser Damm 7. Schuh- und Stiefel- Lager für Herren, Damen und Kinder. Reelle Bedienung.- Feste Preise. 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Gleichzeitig richte ich die Bitte an sämmtliche Kollegen, vollzählig zu erscheinen, da es unsere Pflicht ist, wenn es sich um das Wohl und Wehe eines jeden Einzelnen handelt und darüber berathen werden soll, auch am Blaze zu sein. W. Gründel's Restaurant ( früher: R. Wendt.) Dresdener- Strasse 116. Arbeitsnachweis und Verkehr der Buchbinder, Schlosser, Drechsler, Maler, Töpfer, Stellmacher, Sattler und Gärtner. Reichhaltiger Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch. Vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. 2 Billards. Saal zu Versammlungen. Fernsprech- Anschluß. Amt 9a. Nr. 578. Der Arbeits- Nachweis der Klavier Arbeiter befindet sich jeẞt Naunynstr. 78, im Restaurant Winter. Die Adressen- Ausgabe findet jeden Abend von 8-9 Uhr u. Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr an Mitglieder wie an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittlungs- Kommission. Steinmetz- Geschäft auf Bauarbeit und Grabdenkmäler, mit fleinem Wohnhaus und Garten, wegen vorge baar 1000 Mart, Kranzbinderei u. 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Drud und Verlag: Maurer, Werner& Co., Berlin SO., Elisabeth- User 55. I