Nr. 240. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags: Nummer mit illustrirter Sonntags: Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen = = in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Barentage in Paris. Paris, 9. Oftober 1896.*) Dienstag, den 13. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Die Wenigen, die was davon erkannt, Die thöricht g'nug ihr volles Herz nicht wahrten, Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten, Hat man von je gekreuzigt und verbrannt." Dies zum Trofte gegen die Verleumdungen Ihrer Kolonialfeinde in Freundschaft und Verehrung von Ihrem p. p. Kayser. Wenn diese Mittheilung teine Peters'sche Behauptung, sondern Thatsache sein sollte, dann kann man Herrn Kayser's Fähigkeiten, feine Meinung jedem von oben kommenden Windstoße entsprechend einzurichten, nur bewundern. Halle, 11. Oktober.( Boff. 3tg.") Die deutsch- soziale Reform partei, die aus der Verschmelzung der deutschfozialen Partei des Abgeordneten Liebermann von Sonnenberg, der antisemitischen Volkspartei des Abgeordneten Zimmermann, des Deutschen Antisemitenbundes und verschiedener kleinerer Landesverbände antisemitischer Färbung hervorgegangen ist, hält heute und morgen ihren zweiten allgemeinen Parteitag ab. Es find gegen 200 Abgesandte anwesend, darunter verschiedene Reichsund Landtags- Abgeordnete. Reichstags- Abgeordneter Zimmermann berathen: a) E3 ist bei folgenden Parteitagen von der Bestimmung, eröffnete die Verhandlungen. Es wurde über folgenden Antrag geradezu in oftentativer Weise dem ehemaligen Minister-[ rüstung war, hat Herr Kayser dem so scharf von ihm Verurtheilten präsidenten Léon Bourgeois und dessen hervorragendsten seine Photographie geschenkt, ein Rabinetsporträt. Unter dem Kollegen, Doumer und Lockroy erwiesen hat. Die beiden Bilde steht folgende Widmung( der Vers entstammt dem" Faust", Während die bürgerliche Preffe der ganzen Welt sich letzteren werden ihm auf sein Verlangen vorgestellt, während Szene im gothischen Zimmer): in haarspaltenden Betrachtungen über die Bedeutung der er den abgethanen Fauftpolitiker, Charles Dupuy, in Cherbourg und Paris gesprochenen und nicht feines Blickes würdigte". Auch die nicht programmgesprochenen Barenworte ergeht, hat das arbeitende Bolt mäßigen Besuche bei dem Vorsitzenden des Senats und der von Paris seine schwere Arbeit ums tägliche Brot wieder Deputirtenkammer werden dem Zaren von den Radikalen aufgenommen, ohne einen Gedanken für den, theueren, hohen zc. hoch angeschrieben... angeschrieben... So beschämend dies für die Gast" übrig zu haben. Oder doch! Die Pariser Arbeiter Republik ist, die radikale Preffe sucht nichts destoweniger denken mit Schmerz Unter aus den Aufmerksamkeiten des Autokraten für Bourgeois, die ihnen vom an nehmerthum während der Zarentage auferlegte Arbeits- Doumer u. Lockroy inner politisches Kapital zu lofigkeit zurück. Biele, besonders patriotische Unternehmer schlagen. Sie befolgt freilich damit das Beispiel der Geldfact: hatten die Werkstätten für die ganze Dauer der Festlich- Republikaner, die ja das radikale Ministerium auch feiten geschlossen, sämmtliche Unternehmer für einen oder aus" patriotischen" Rücksichten auf die Fortdauer der Barenzwei Tage. Der Barenfeier sollte ja um jeden Preis ein freundschaft bekämpft hatten. voltsthümliches" Gepräge aufgedrückt werden. Nur die sozialistische Partei bewahrt unbeirrt Ist aber das Ziel erreicht worden? Ja, wenn man die nationale und republikanische Würde Frankreichs. Die unter Bolt" eine gespannt- neugierige Menge verstehen sozialistischen Deputirten stellten sich nicht im Elysée auf, den will, die in überwiegender Mehrheit aus Bourgeois, Klein- Baren zu sehen, die sozialistischen Vize- Präsidenten des bürgern und großstädtischem Janhagel zusammengesetzt ist. Gemeinderathes, Brousse und Laubrin, betheiligten Schon der Umstand, daß die Barenfeier hunderttausende sich am Barenempfang im Stadthause nicht. Das Stimmungsbild wäre unvollständig, wenn die durch von Provinzlern und Ausländern( man schätzt die Zahl berselben auf 1 bis 2 Millionen ein) nach Paris gelockt den Barenbesuch entfachten Revanche Hoffnungen daß der Stimmführer im Wahlkreise wohnen müsse, abzusehen. hatte, zeigt, welche Elemente sich in vorwiegender Weise auf unerwähnt blieben. Mit wenigen Ausnahmen schwelgen Wahlkreise, die weiter als 100 Kilometer von dem Orte des dem Zuge des Baren durch Paris drängten. Arbeiter, die bürgerlichen Blätter in revanchegünstigen Deutungen Parteitages entfernt liegen, können ihre Stimmen auf die VerProletarier können sich den Lurus einer Reise nach Paris der Worte und Geberden des Zaren. freter von näher gelegenen Wahlkreisen übertragen. b) Die nicht gestatten. Und was die Stimmung der ver- Es ist das ephemere Erzeugniß einer überhigten Stadt Berlin wird als selbständiger Verband mit dem Rechte fammelten Menge betrifft, so kann ich aus eigener Be- Journalisten- Phantasie. Keine Barengeberde vermag etwas der Vertretung im Gesammntvorstand der Partei organisirt. obachtung feststellen, daß eine allerdings bis zur Krank- an der Thatsache zu ändern, daß Rußland seine in der Absatz a) wird abgelehnt. Zum Absatz b) bemerkt Abg. Zimmermann, daß er ihm annehmbar erscheine, wogegen Abg. Dr. Förster baftigteit gesteigerte Neugier, aber lediglich Neugier durch gegenwärtigen Situation Europa's wurzelnde Machtstellung sich durchaus gegen die Annahme dieses einzelnen Absages ausspricht. aus vorherrschte. Selbst im allerfeierlichsten Moment, da nicht in einem Kriege aufs Spiel setzen wird. Er bezeichnet ihn als Quertreiberei der zwölf Berliner Abgesandten. Gerade die Berliner Bewegung sei in bezug auf der Bar in Faure's Begleitung auf dem Balkon der Oper erschien, hatten die übrigens von einer Minderheit ausPolitische Webersicht. die Organisation am unfertigsten und marschire gehenden Hochrufe nichts Ueberschwängliches, nicht an der Spize, sondern am Schwanze der Zivilisation. nichts Berlin, 12. Oktober.( Großer Lärm, Schlußrufe.) Abg. Zimmermann ersucht, alle Enthusiastisches an sich. Man fühlte sehr deutlich, daß Unser Parteitag wird diesmal nicht mit den Unken- persönlichen Sachen aus dem Spiele zu lassen. Der Antrag wird die Versammelten zu keiner„ Menge" im psychologischen Sinne des Wortes, zu keinem, von einem Gedanken rufen der gegnerischen Presse empfangen, wie wir sie zum abgelehnt. Der nächste Antrag, von Jordan Hamburg gestellt, durchzuckten Menschen- Aggregat verwachsen sind, wie das Ueberdruß vor den Tagen von Erfurt, Berlin, Köln, Frank die Heranziehung der Radfahrer zur antisemitischen Agitation betreffend, wurde dem Vorstande zur Berücksichtigung stets der Fall ist, wenn ein Hauch wahren Enthusiasmus furt, Breslau hören mußten. Nicht der ehrliche Ausdruck empfohlen, desgleichen sämmtliche weiteren, noch zur Drs eine Ansammlung von Menschen beseelt. Jebermann blieb der Einsicht, daß die Hoffnungen auf Spaltungen unserer ganisation und Agitation vorliegenden Anträge eben ein einzelnes, von allen Anderen getrenntes" ch", Partei für jeden Kenner lächerlich sind, hindert unsere und Beschlüsse. Um 71/2 Uhr abends wurden die Verhand= wieder anzuwenden, lungen auf morgen früh vertagt. deffen Aufmerksamkeit ungeschwächt auf zwei Buntte fich Gegner, ihre gewohnte Tattit der traurige Zustand in den bürgerlichen- Begnadigung. Der Referendar a. D. Rottberg. ber richtete: von den Borderstehenden nicht um den Anblick sondern der traurige Zustand des Barengesichtes geprellt zu werden und von den Nach- Parteien selbst. Gerade jetzt sind die Konservativen in uns im Februar d. J. den Kaufmann Emil Lehnkering im Duell angenehmen Auseinandersehungen mit dem Bunde der erschoß und dieserhalb im März vom Schwurgericht zu Duis: drängenden sich nicht auf die Absätze treten zu lassen.. Einige von den Umstehenden, in Erwartung des Baren Landwirthe begriffen und die nationalliberale Partei hat burg zu zwei Jahren Festungshaft verurtheilt wurde, ist vom zuges gemachten Aeußerungen werden beffer als lange Be- soeben sich selbst auf ihrem Berliner Parteitage aufgegeben. Raifer begnadigt und sofort aus der Festung Ehrenbreitstein schreibungen die wahre Stimmung der Menge erkennen und in den anderen bürgerlichen Parteien sind die Zustände entlassen worden, woselbst der Verurtheilte etwa sechs Monate hindurch zugebracht hat. laffen. Ein ältlicher, einfach gekleideter Mann, der fort- nicht erfreulicher. Unsere Gegner gestehen es zwar nicht ein, sie wissen es Freiherr von Schorlemer aus Großenhain, während seine Hühneraugen gegen die Nachbarfüße zu vers theidigen hatte, meinte philosophisch:" Der Bar muß uns aber, daß die am festen begründete Partei im Deutschen doch für Dummtöpfe( imbéciles) halten, daß wir uns so Reiche die deutsche Sozialdemokratie ist. viel Mühe geben, um ihn zu sehen." Ein halbwüchsiger Der Zar hat Frankreich verlassen und wieder weilt er Bursche, dem es gelungen war, sich glücklich in die erste auf deutschem Boden. Nach seiner Betheuerung der WaffenReihe, dicht hinter das Infanterie Spalier, vorzudrängen, brüderschaft der französischen und russischen Armee ist ihm rief glückselig: Die Hauptsache ist, daß man nachher sagen wieder ein deutsches Regiment verliehen worden. Unterkann:„ Ich habe den Baren gesehen!"" Ein altes Mütter dessen hat in Frankreich die Nüchternheit wieder Platz gechen kritisirte gar den Baren, weil er vom Balkon der griffen und man spinnt den alten Faden weiter: Giebt es Oper herab nicht viel gegrüßt hat". Das doppelte ein franko- russisches Bündniß oder nicht? Spalier( aus Rürassieren und Fußsoldaten) gab Anlaß zu mancherlei abfälligen Aeußerungen, die aber nur mit ges dämpfter Stimme vorgebracht wurden, aus Rücksicht auf die wie ein vorsichtiger Kritiker meinte Ohren, die unter der Menge zerstreut find" Lecteres Frauenzimmer äußerte den Wunsch, den bei den Festlichkeiten nicht ausgetrunkenen Champagner als Geschenk zu bekommen. Mit solchen und ähnlichen Späßen, Scherz- und Nedworten suchte man sich die Zeit des Harrens zu vertreiben. 0 der, wie seinerzeit mitgetheilt, wegen Wechselfälschung dem Untersuchungsgefängnisse in Dresden zugeführt und im Vers laufe der Untersuchung für geistig nicht intatt gehalten wurde, ist, wie dem Großenhainer Tageblatt" aus zuverlässiger achtens am 9. d. M.,' nachmittags gegen 4 Uhr, aus der Haft Quelle gemeldet wird, infolge des jetzt eingetroffenen Oberguts entlassen worden. Der Gothaer Freisinn" ist nicht beffer wie der Freifinn" anderwärts. Interessant ist, was das„ Gothaer Boltsblatt" schreibt:„ Wir hatten unsere Wahlmänner der Kreise, in denen wir die Majorität nicht erlangt hatten, aufgefordert, Chronik der Majestätsbeleidigungs Prozeffe. ihre Stimmen nur demjenigen Kandidaten zu Wegen Beleidigung des Großherzogs von Oldenburg wurde der geben, welcher verspricht, gegen bas Domänen: Ab kommen und für das allgemeine Stimmrecht frühere Fischzüchter Chr. Wagner zu vielen verurtheilt. Die Beleidigung soll in einem an den Großherzog 3m andtag zu ftimmen. Stolz schreibt hierzu das ,, Gothaische Tageblatt": gerichteten Briefe enthalten gewesen sein. Ein Deutsches Reich. 9 Monaten Gefängniß Die Einführung der Ronduitenlisten" durch die Regierung zu Magdeburg war von einigen Blättern bezweifelt worden. Die Volts Zeitung" veröffentlicht nun den Wortlaut des Erlaffes in bezug auf die Lehrer: " Bertraulich. Ich ersuche, mir von drei zu drei Jahren, beginnend mit diesem Jahre, bis zum 20. September Mittheilung über die politische Haltung der Lehrer und über besonders Auffälliges in der Entwickelung des Schulwesens des dortigen Bezirks zu machen. St. So bildet man Charakterbildner der Jugend! Dr. Schroeder Poggelow hat unter dem 8. d. M. Wir für unser Theil rathen unsern Gesinnungsgenossen auf dem Lande ganz entschieden ab, sich mit den Sozialdemokraten irgendwie in Verhandlungen einzulassen oder gar denselben gegenüber bindende Erklärungen abzugeben. Nach den Erfahrungen, die man bisher mit dieser Partei ges macht hat, ist es nicht räthlich, ihr auch nur den kleinsten Finger zu reichen. Sie ist stets bestrebt, der Freisinnigen Partei so viel Schaden als möglich zuzufügen und selbst da, fte wie im vorliegenden Falle- in der Attitude des uneigennüßigen Helfers erscheint ge= schieht dies nur mit Hintergedanken und mit dem stimmten Vorfaße, dies später mit Wucherzinsen zurückzufordern. Schon die unqualifizierbare Beschimpfung( Eugen Richter's durch das Voltsblatt" schließt jedes Verhandeln von Freifinnigen mit Sozialdemokraten vollständig aus." סטן beJa, ja, das„ Tageblatt" tennt seine Pappenheimer. Nur Es ist nöthig, diese prosaischen Dinge festzustellen, angesichts der übereinstimmenden Versicherungen der bürgerlichen Bresse von der echt volksthümlichen" Begeisterung für den Baren. Niemand leugnet übrigens, daß die russischen Marine- Offiziere 1893 unvergleichlich enthusiastischer empfangen wurden als Nikolaus II. Man will das freilich damit erklären, daß das„ Volt" seinem Enthusiasmus einen Baum aufgelegt habe von wegen des, einem Monarchen an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, worin er gegen schuldigen Respetts. Die wahre Erklärung dürfte vielmehr feine Ausschließung aus dem Kolonialrath liegen einerseits in dem greifbaren, doppelten und drei- Einspruch erhebt. Wegen der in dem Schreiben gegen den feine„ bindende Erklärung" abgeben, denn es könnte sein, daß fachen Soldaten- Baum und andererseits, soweit das Prole- Direktor der Kolonial- Abtheilung verübten Beleidigungen ist die sozialdemokratischen Wahlmänner dies später einmal mit tariat in betracht kommt, in dem seit 1893 gestiegenen seitens des Fürsten zu Hohenlohe gegen Dr. Schroeder Straf- Wucherzinsen zurückforderten", d. h. mit anderen Worten, daß fie auf Erfüllung der„ bindenden" Erklärung dringen würden. Einfluß des international- sozialistischen antrag gestellt worden. - Dr. Kayser und Dr. Peters. Die Leipziger Diese Angst vor dem Wankelmuth der eigenen Genossen ist Ein größeres Armuthszeugniß hätte das„ Tageblatt" Nicht zu verkennen ist hingegen, daß Nikolaus II, durch Neuesten Nachrichten" bringen folgende, recht interessante Wit- föftlich. seiner Partei nicht leicht ausstellen können." seine schlau berechnete, taktvolle Haltung das gesammte Am zweiten Tage der Peter debatte im März hat Herr Ilm, 11. Oktober. Der Parteitag der deutschen regierende und regierungsfähige Personal der Republik ein- Dr. Kayser, Direktor im Kolonialamt in der bekannten Weise Bolts partei nahm gestern feinen Anfang. Um 4 Uhr nach zunehmen gewußt hat. In radikalen Kreifen ist man höchst seine moralische Entrüstung gegen Dr. Peters und sein Bedauern mittags begann die allgemeine Versammlung, über deren Verlauf entzückt über die Aufmerksamkeiten, die der Selbstherrscher darüber ausgesprochen, daß er ihn juristisch nicht habe ver- wir der" Franks. 3tg." folgendes entnehmen. Reichstags. urtheilen können. Nach dem Abschluß der Untersuchung, deren Abgeordneter Galler erstattet den Raffenbericht. Alsdann giebt Resultat, wie er im Reichstage sagte, eine tiefe, moralische Ent. Reichstags- Abgeordneter Ehni den Parteibericht. Er weist auf Gedanken 3. Raummangels wegen verspätet. theilung: die Thäiigleit während des verflossenen JnhreS hin, daZ haupd sächlich die Vertiefung(!) des sozialpolitischen Programms(?) der Parte: brachte. Dieses Programm habe sich durchaus bewährt.(!!) Er bespricht ferner die vorgenommenen Wahlen, bei denen die Partei betheiligt war, und empfiehlt Stärkung und Ausbreitung als unerläßliche Bedingung künftiger Erfolge. Zum Schlüsse erwähnt er die in letzter Zeit hervorgetretenen unerfreulichen Erscheinnngen im politischen Leben, insbesondere das Auftreten des Militarismus und mahnt zum Widerstand gegen diesen. Reichstags-Abgeordneter Galler spricht über die Marinepläne. Er tadelt, daß die Marine vorzugsweise zu Paraden und Manövern verwendet werde. Er verlangt, daß dem Plane, nach dem Deutschland neben seinem Landheer auch noch eine Schlachtflotte ersten Ranges halten solle, entgegengetreten werde und daß nur das für die Vev thcidigung des Vaterlandes Nothwcndige zu bewilligen sei. Ein dahingehender Beschluß wird einstimmig angenommen. Rechtsanwalt Mnser-Offenburg spricht über die Frauenfrage. Er legt kurz den demokratischen Standpunkt dar und begründet eine» Beschluß, der sich für Verbesserung der Lage der Frauen hinsichtlich ihrer Bildung und Existenzmittel ausspricht. I» der Erörterung wird noch mehrfach hervorgehoben, daß eine spätere, eingehendere Be Handlung der Frauensrage anzustreben sei. Dr. Grätzer- Berlin spricht über Zwangsorganisatio» des Handwerks und schlägt einen Besdiluß vor, der in der Form angenommen wird, daß die Partei entschieden die Ablehnung des Zwangsgesetzes, dagegen die Vorlegung eines Entwurfs über Handwerksorganisatio» au freiheitlicher Grundlage verlangt. Tie weitere Erörterung wurde auf niorgen vertagt. Am zweiten Tage berichtete nach der„Frankfurter Zeitung" zunächst der Reichstags-Abgeordnete Haußniann über die Thälig- keit des Reichstages und der Volksparlei in demselben, charakterb sirte die gesanimte politische Lage und die Aufgaben der Demokratie. Auf Antrag von Dr. Quidde-München sprach die Versammlung den Reichstags-Abgeordnete» einstimmig Dank und Zustimmung aus. Hierauf reserirte Sonuemann-Frankfurt über die Frage der Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Er legte der Versammlung unter Hinweis auf die bisherigen praktische» Versuche und die theoretische Literatur einen formulirten Vorschlag in Gestalt eines Gesetzentwurfes vor und begründete denselben kurz. Der Vorschlag wurde auf Antrag des Referenten einer Kommission von sieben Mitgliedern zur Bearbeitung überwiesen Dr. Quidde-München verbreitete sich sodann über die Literatur der Volkspartei uud empfahl die Herstellung billiger populärer Parteischriften. Danach fanden die Aufgaben des Parteitages ihre Erledigung. Als Vorort wurde Stuttgart wiedergewählt, zum nächsten Versamnilungsorte auf Einladung Mannheim be stimmt. Der engere Ausschuß wurde in seiner bisherigen Zu famniensetzung wiedergewählt und vie Wahl des weiteren Aufr schusses vorgenommen. Damit schloß die Versammlung. — Der württembergische Jllstizminister Dr. v. Faber will auL Altersrücksichten zurücktreten.— Karlsruhe, 12. Oktober. Die hiesigen Blätter melden: Heute Nacht gegen 1 Uhr verletzte in einem Restaurant ein hier garnisonirender Premierlieutenant einen Zivilisten mit dem Säbel so schwer, daß derselbe a l S bald verstarb. Der That ist ein Wortwechsel voran- gegangen, welcher ausgeringfügigerUrsache entstanden sein soll.— Strastburg, 10. Oktober.(Franks. Ztg.) In der hier ab- Sehalteue» Generalversammlung der A n w a l l s k a m m e r von ilsaß-Lothringe» wurde Klage darüber geführt, daß frei gesprochene Angeklagte, entgegen den gesetz lichen Bestimmungen, nidjt sofort nach der Freisprechung den Sitzungssaal verlassen dürfen, sondern vielfach gezwungen werden, bis zur Be eudignng der Sitzung auf der Anklagebank zu verweilen und nach der Sitzung zum Gefängniß zurück- zukehren. Man beschloß daraus hinzutvirle», daß eine Wandlung eintritt.— Oesterreich. — Das Herrenhaus hat die Steuervorlagen, worunter die bemerkeuswertheste die R e» t e n st e u e r ist, in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen.— England. London, 11. Oktober. Im Hyde-Park fand heute Nach- mittag die Kundgebung der Arbeiter gegen die Metzeleien in Armenien statt. Es gelangte eine Reso lution zur Annahme, welche die Regierung auffordert, einen Druck auf die Mächte zu gunsten eines gemeinsamen energifchen Vorgehens auszuüben, durch welches dem Sultan die Macht genommen werden solle, seinen Blutkarneval fortzusetzen, und welche die Regierung der begeisterten Unterstützung der Londoner Bevölkerung versichert. Unier der versammelten Menge befanden sich viele Armenier. Die Theil. nehmer an der Kundgebung waren weniger an Zahl, als ge- wohnlich der Fall ist.— Türkei. Konstantinopel, 11. Oktober. Gestern vollführten einige hundert seit Wochen unbezahlte Arbeiter des Marine- Arsenal? vor der Admiralität stürmische D e m o n- strationen. Dieselben wollten nach dem Iildiz-Kiosk, dem Palast des Sultans, ziehen und wurden an ihrem Vorhaben nur mit Mühe durch die theilweise Befriedigung ihrer Ansprüche ver- hindert.— Infolge der nicht vorauszusehenden grasten Be- richte über den Parteitag, die erst in später Nacht- stnnde eintreffen, sind wir gezwungen, in den übrigen Rubriken des Blattes nur das dringendste zu ver- öffentlichen. Vavkei-Llerrlzvilszten. In einem schwungvollen Begrllstungsartikel zum Gothaer Parteitage sagt das„Gothaische Volks dlait": „Nie hat unsere Partei blühender und glänzender dagestanden, als heute, wo sie sich anschickt, zum vierten Male einen Kongreß in Gotha abzuhalten... Möge der diesjährige Gothaer Partei- tag sich seiuen Vorgängern würdig anschließen, mögen seine Arbeiten die Partei heben und stärken, seine Beschlüsse dazu beitrage», die Befreiung der Arbeiterklasse und durch sie die der ganzen Menschheit wiederum einen Sckiritt näher zu bringen." Während des Parteitags wird das„Gothaische Voltsblatt" täglich herausgegeben. Auö Baden. Bei der Bürgerausschußwahl in Bulach in Baden erhielten in der dritten Klasse von 118 Stimmen die sozialdemokratischen Kandidaten 65 bis 67. In Villingen i. B. beschlossen die Genossen, bei der demnächst vor sich gehenden Bürgeransschußwahl nur Mitglieder unserer Partei als Kandidaten auszustellen. Als Vertrauensmann für den 8. b a d i s ch e n Reichstags-Wahlkreis wurde auf der Parteikonferenz zu Achern der Mechaniker A. B r a u n a g e l gewählt. Derselbe wohnt in Baden-Baden, Merkurstr. IS. Polizeiliches, Gerichtliches rc. — Genosse G r i m p e in E l b e r f« l d wurde am Freitag als verantwortlicher Redakteur der„Freien Presse" wegen Beleidigung des Remscheider Oberbürgermeisters v. Bohlen vom Elberfeider Landgericht zu 100 M. Geldstrafe verurtheilt. Betreffs der Anklage auf Verächtlichmachung von Staalseinrichtuugen, welches Vergehen in einem Artikel über die Hinrichtung Henzer- ling's gesunden worden war, wurde dem Genossen Grimpe vom Gericht eröffnet, daß die Anklage eventuell auch aus Majestät.s« beleidigung ausgedehnt werden könne. Grimpe widersprach nun der sofortigen Verhandlung, woraus die Sitzung auf Freitag den 6. November, vertagt wurde. — Durch eine Notiz über den Streik bei Heinson u. Co. soll Genosse Thiel als verantwortlicher Redakteur des„Volks blatteS für Harburg" gegen den tz 153 ver Gewerbe Ordnung verstoße» haben. Das dortige Schöffengericht verurtheilte ihn deshalb zu 1 Woche Hast, gegen welches Urtheil Thiel Be rusung einlegen wird. — Das badische Ministerium des Innern hat die polizeiliche Auflösung der am 30. Pugust in Freiburg abgehaltene» Ver. sanunlung aufgehoben, womit die Auslösung also als unbefugt erwiesen ist. Parteitag dev soziÄlvemokrskischen Nsvkei Deukr�lands. (Schluß aus der 1. Beilage.) Gerade WahrheitSmnth ist es, der die neue Kunst auszeichnet. Sie schildert den Tod, da? Verderben sie hängt dem Laster kein moralisches Mäntelchen um. Sie verfährt nicht wie jene seichte Lügenkunst, die das Laster liebens würdig entschuldigt, sie wischt der Well die Schminke aus dem Gesicht, nimmt ihr die Larve ab und zeigt überall die Todes symptome der bürgerlichen Gesellschaft. Nun sagen die Genossen Die neue Kunst erhebt nicht, sie sucht mit Vorliebe häßliche Stoffe ans. Es ist aber eine Erscheinung, die sich in der Kunst vom grausamsten Alterthum bis in die neueste Zeit findet, daß die Kunst gerade die furchtbarsten Ereignisse als Gegen stand ihrer Darstellung wählt. Was kann furchtbarer sein, als ein Menschenmord, wo der Mensch das unnatürlichste thut, md>t neues Leben verbreitet, sondern Leben vernichtet. Warum stellt ihn die Kunst aber dar? Weil bei solchen Thaten die geheimsteil Triebfedern in der Meuschenbrust sich am deutlichsten zeigen; die Dichter wollen, wenn Sie einen Mord schildern, nicht sagen: Gehet hin und bringt einen Menschen um Redner geht nun dazu über, einzelne Vorwürfe Bärard's zurückzuweisen. Er nimmt den Roman„Der neue Gott" von Hans Land in Schutz und sieht in ihm nicht eine Verhöhnung der Sozial demokratie, sondern eine Schilderung der verruchten gesellschaftliche» Verhältnisse, die Tausende ins Verderben führen, um in uns die Entrüstung über solche sVerhältniffe zu wecken. Wenn die antike Kunst nicht so delaillirt in der Schilderung des Grausigen ist, wie die moderne, so geschah es, weil die Kunstmittel noch nicht da waren, so zarte und nuanzirte Stimmungen hervorzurufen, wie es die neue Kunst vermag. Hier könnten unsere Genossen, die sich auf ihre darwinistische und materialistische Wellanschauung berufen. einmal zeigen, ob sie sie wirklich besitzen. Die Wiederspiegelung der kleinsten Regung der Menschenseele basirte auf der großen Stolle der Naturwissenschaft. Das Mikroskop hat uns eine neue Welt eröffnet, hat unS die moderne Kunst gegeben. Während wir in den früheren Jahrhunderten immer in die Unendlichkeit, in das Himmelszell mit dem Weltenhauss hinausschauteu, senkt man sich jetzt in das kleinste des Kleinen und entdeckt da ebenso große Wunder, wie in dem unendlich Großen. Die Kunst hat diesem Triebe Folge geleistet sie versenkt sich aus einmal in die geringste Menschenseele. Ja. die Kunst ist demokratisch geworden, man braucht keine Könige mehr auf der Bühne, man braucht keine Fürsten, keine Barone und Grasen in den Romanen setzt ist der Arbeiter oder wer es sei, der Mensch ganz losgelöst von seiner sozialen Stellung ein ebenso interessantes Objekt Wir entdecken in ihm ganz dieselben Leidenschaften und ver- folgen sie. Allerdings müssen wir da, wenn wir bei den Lichtseiten des Lebens diese feine Analyse machen auch das Laster ebenso genau schildern; denn sonst würden wir Wunder thun, würden wir die Meusd,e» bereits zu Engeln machen. Ich habe in der Dis kussiou ganz genau herausgefühlt, daß leider immer der Staudpunkt vertreten wird, die Kunst sei dazu da, entweder zu belehren oder in dem gewöhnlichen Sinne zu erheben. Das hat ja Genosse Berard gethan, als er die viel geschmähte Mutler Bertha" gegen mich beschwor. In„Mutter Bertha" fei kein ver- söhnendes Moment, man kann die gewaltige, niederschmetternde Tragik nicht ertragen, sondern steht immer noch auf dem Standpunkt — ich kann nicht anders sagen— des Traktätchenlesers, der immer am Schluß einen gebesserten Menschen verlaugt.(Lebhafte Rufe: Sehr richtig! Sehr unrichtig!) Sie müssen sich am Ende kriegen! (Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Wie tragisch und erhebend ist der Schluß der Mutter Bertha! Sie thut das höchste, was eine Mutter für ihr Kind thun kann, sie ist eben nur eine Kellnerin, sie hat ein uneheliches Kind— ja, ich kann nichts dafür.(Stürmische Heiterkeit.) In diesem Weibe ist die größte Weiblichkeit und der größte Heroismus ver- körpert. Als ihr Kind ans dem Todtenbette liegt, als es aufgegeben ist und da die Nachbarin kommt und ihr von dem Quacksalber erzählt, der es retten würde— ist es da wunderbar, daß »ach dem Strohhalm greift? Und nun tritt ihr dieser miserable Wüstling entgegen und fordert als Preis für ihr gerettetes Kind ihren Leib, ihre Ehre und sie opfert es mit dem esten Entsckiluß, für immer allem Lebensglücke für sich zu entsagen und nur ihrem Kinde zu leben, und als das Kind stirbt, da geht « mit ihm in den Tod. Das ist eine so gewaltige Seelenlhat. so erschütternd, daß ich nicht begreifen kann, wie man darüber zu lachen wagt.(Lebhafte Zustimmung.) Da kommen wir auf den Standpunkt, daß wir wieder die vornehmen Herren, die Großen und Mächtigen der Erde brauchen. Ich finde, wenn eine Kellnerin, wenn ein Mädchen aus dem Volke am Schluß für ihr Kind in den Tod geht, so ist das ein Heroismus sondergleichen, der nur Achtung verlangt. Als ich in die moderne Richtung einlenkte, da wußte ich ganz genau, daß es sich um»ine Erziehung des arbeitenden Volkes zur Kunst überhaupt handelt. Die Frage: „moderne Kunst" spielt darum gar keine Rolle, weil trotz allem und allem ich immer wieder sagen muß: Heute haben wir that ächlich keine andere Kunst, als diese moderne. Die anderen, sie mögen ganz wohlwollende Schriststeller sein, aber Künstler, die das Leben den Lesern oder Zuhörern im Theater vor Augen stellen, lud sie nicht, sie sind Nachahmer einer vergangenen Kunstperiode. Wie müssen wir nun, sagte ich mir, die Erziehung des Volks zur Kunst gestalten? Genosse Frohme meint, ich hätte damit die Hamburger Urbeiter beleidigt. Ich frage ihn, wo er das gefunden hat, ich habe nie einen Arbeiter beleidigt. Ich habe in meinen Artikeln ausdrücklich mein tiefes Bedauern ausgesprochen, daß die chlechten ökonomischen Verhältnisse den Arbeiter hindern, an den Genüssen der Knltur und deshalb auch an der Kunst theilzn- nehmen. Erst in zweiter Linie habe ich auch die Frage gestreift, ob es bisher nicht schon möglich gewesen wäre, durch Hinderung der Verbildung in tünstlerischer Beziehung das Volk zu bewahren vor einem Rückfall in veraltete Anschauungen, die nirgends mehr in der Welt getheilt werden, vor der Anschauung, die Kunst solle be- lehren, anstatt daß sie das Lebensbild lebendig vor Augen stellt, damit »der voraus ablese, was er für sich brauchen kann. Es gab nun .wei Wege: entweder man stellte die ganze moderne Kunst(und ch meine nicht etwa diese geschlechtlichen Probleme, aus denen immer herumgeritten wird, als ob die moderne Kunst das ist) die gesummte moderne Kunst dem Volke vor Augen. Diese Ohrfeige verträgt es heute noch nicht. Hier gilt es pädagogisch vorzugehen und nach und nach de» Arbeiter daran zu gewöhnen, und zwar nicht nur die Frauen, denn die Kunst ist durchaus nicht bl os für die Frauen. Wen» ich diesen Einwand höre, kommt es mir fast so vor, als höre ich richtige Bourgeois: Ja, sür die Frauen ist es ininier noch gut genug! Das heißt das weibliche Geschlecht, das sie in der Theorie immer gleichstellen, beleidigen.(Lebhafter Beifall.) Nein, die moderne Kunst wendet sich an den ganzen Menschen. gleichviel ob Weib oder Mann, und wenn man von Kunsterziehung spricht, so fragt es sich blos, an welches Niveau der Arbeiter- schaft man anknüpfen soll, ich meine nicht etwa den besseren oder den weniger besseren Sozialdemokraten, von dem heute schon die Rede war, denn den kenne ich nicht. Ich meine, daß es bei u»S ebenso gut wie in allen Gesellschaften eine Reihe von Leuten giebt, die sich sür die Kunst interessiren, und eine andere Reihe. die theils durch ihre ökonomische Lage, durch ihre Ueberbürdung mit den alltäglichen Arbeiten oder durch ihre politische Thäligkeit nicht dazu kommen können, sich in der Welt der Kunst umzusehen. Es fragt sich, wie wir dies» alle unter einen Hut bringen können. Sollen wir z. B. auf das Bildungsniveau der großen Arbeitermassen in den katholische» Bezirken Bayerns oder des Rheinlands Rücksicht nehmen? Würden wir ein Blatt gründen, das dort Anklang findet, so kämen die Arbeiter der Städte und würden sagen: was für einen Schmarrn bietet Ihr uns da. Wenn wir um- gekehrt, so wie ich es versuchte, anknüpfen an die in künst- lerischer Hinsicht fortgeschritteneren Elemente, die in den Städten Gelegenheit haben, etwas Schönes zu sehen, so werden natürlich immer wieder Klagen einlaufen. Ja, das Blatt paßt für uns nicht. In unseren Kreisen verstehen die Leute das nicht. Nicht etwa, daß Sie es nicht lesen können im eigentlichen Sinne des Wortes, aber im tieferen Sinne können Sie es nicht lesen. Denn die Kunst, künstlerisch zu lesen, das heißt nackizuempfinden und nachzufühlen. ist eine schwere. Da habe ich mir denn doch gesagt, du machst es. wie es die politischen Agitatoren unserer Partei gemacht haben. Was wäre aus unserer Partei geworden, wenn Lassalle sich bei seinen politischen Reden und in seinen Broschüren an das Aufsassungs- vermögen der allergrößten Masse gewendet hätte?(Sehr gut!) Er hätte gar nichts erreicht, denn wenn er hätte hinabsteigen müssen auf das danialige liefe Bildungsniveau, dann hätte er, anstatt die Leute zu bilden, sie festgenagelt auf ihrem damaligen geistigen Tiefstand, statt dessen trat er ihnen entgegen, aus- gerüstet mit der ganzen Wissenschaft seines Jahrhunderls, und suchte in niöglichst gemeinverständlicher Form, aber ohne in einen Kalenderstil zu versallen, ihnen die Wahrheilen des Sozialismus auseinanderzusetzen. Und wir sehen den Erfolg: Es hat Arbeit gekostet, jahrzehntelange Arbeit, aber heule haben wir eine Arbeiterschaft, die ihren Lassalle lesen kann, und an diese Leute habe ich gedacht, als ich mir mein Kunstprogramm aus- klügelte. Ich mag hier und da in der Zluswahl des Stoffes nicht daS richtige getroffen haben, aber wenn man immer nach allen Seiten schauen muß und trotzdem sein Kunst- ideal festhalten will, so ist es sehr schwer, hier oder da nicht Anstoß zu erregen. Man> redet sehr viel von der Mittelstraße, aber man vergißt, daß diejenigen, die sie in diesen Fragen beschritten haben, heruntergerutscht sind. Merkwürdiger- weise merkt das„Hamburger Echo" gar nicht, daß das von Berard verlesene Eingesandt ihnen zuerst Bravo zuruft uud ihn hinterdrein sagt: Im Grunde genommen seid ihr ja auch so häßliche Menschen wie der Steiger.(Heiterkeit.) Ihr habt ja auch so verfluchten Plunder, denn meine Frau hat mir gesagt, das sind ja alles Tüfteleien. Hinter der Frau steht vielleicht eine Schwägerin, noch etwas tiefer und hinter dieser noch eine, die es ganz unbegreiflich findet, daß die„Neue Welt" nicht Schundromane nach Art der blauen Hefte vom blutigen Knochen bringt. Auf diese Weise gerathen wir aus eine schiefe Ebene, auf der es kein Halt mehr giebt. Ich habe es bedauert, daß man mir bei dem Streben, das Volk, das Jahrhunderte lang von der Kunst ausgeschlossen war, zur Kunst zu erziehen. Verachtung gegen die Arbeiter untergeschoben und Ueberhebung vorgeworfen hat. Noch einige Worte über die Moralität. Es wurde immer davon gesprochen, daß die alten Klassiker, die ebensolche Scheusale und Verbrecher darstellen, wie die modernen, nur daß es dort Könige und hier ganz gewöhnliche Mensche» find, eine sittliche Tendenz gehabt haben. Ich traute meinen Ohren nicht, als ich dies Urtheil über die modernen hörte. Ich will nur auf Gerhard Hauptmann hinweisen, den ich für den größten lebenden deutschen Dichter halte. Wer seinen„Sonnenaufgang" gelesen hat, in dem der Fluch des Alkoholismus geschildert ist, wer seine„Weber" gelesen hat, in denen er das Elend des arbeitenden Volkes so drastisch zum Ausdruck bringt, daß der Zuschauer vor Empörung und Entrüstung aufschreit und, wenn anders er ein Menschen- herz in der Brust trägt, mit dem Bewußtsein nach Haus« geht, daß dieser Zustand, den wir ja heute»och in anderer Weise wahrnehmen, nicht fortdauern kann, werseinen„Biberpelz" gelesen hat, in welchem er die Justiz, wie sie heute noch viel- fach gehandhabt wird, mit platter Ironie geißelt(sehr gut), so frage ich, ob das keine höhere Sittlichkeit ist. Freilich giebt es Leute, die immer wollen, daß der Hauptheld der sogenannte Tugendsatzke sei, der aufschreit: Ja liebes Publikum, bring keinen Menschen um! Das ist der alte Standpunkt. Wer den verläßt, dem geht es wie dem denkenden Sozialdemokraten mit der heutigen Welt. Er sieht sie vor sich in ihrer Scheußlichkeit, er sieht vor sich die Roth, das Elend, den Kampf ums Brot, das Unterliegen lausender von Existenzen, das Zugrundegehen. Und vom Künstler verlangt er hernach, daß er jedem solchem Bilde aus dem Wege laufen und ja nicht etwa einen Arbeiter schildern soll, dessen Thaten im Widerspruch mit seiner Theorie stehen. Unsere Arbeiterschaft ist doch ivohl geschult und gebildet genug, um zu begreife», daß die heilige Sache, für die wir alle kämpfen, nicht davon abhängt, ob der eine oder andere ein schwacher Mensch ist mit Gebrechen und Lastern, ob da oder dort ein räudiges Schaf herumläuft. Nein, die große Sache wird durch solche Existenzen imnier und wieder bestätigt, und man darf von der Kunst nicht verlangen, daß sie nur Arbeiter in Frack schildert, wie sie zu- fällig auf euter Rednertribüne auftreten, sondern die Kunst hat auch hier die furchtbare Wahrheit zu vertreten und jede» bis inS Haus zu verfolgen und zu schildern, wie es dort ist. Die Kunst ist mir das Zweite, sür das ich leben und sterben möchte. In erster Linie liegt mir an der großen Befreiung des arbeitenden Volkes aus ökonomischer Roth. In zweiter Linie aber schon jetzt an der Emporhebung des Volkes, damit es theil- nehmen kann an de» Kullurgenüssen. Denn Sie dürfen nicht vergessen, welchen! Zielen wir alle zustreben, wir wollen. daß das arbeilende Volk die Führung übernimmt aus allen Gebieten des Lebens(sehr richtig!) und das wollen wir nicht durch Vernichtung früherer Kulturen, damit wir nachher aus dem Nichts etwas schaffen, sondern wir wollen alles Gute und Schöne und die ganze Fähigkeil, dieses Gute und Schöne zu genießen, herübernehmen aus be» früheren Gesellschaften und hinlegen aus den Tisch des arbeitenden Volles. damit dies als der große Kulturkämpfer der Gegenwart das Kulturerbe der Gegenwart übernehmen kann und den großen Ausgaben, die ihm bevorstehen, gewachsen sei, damit es nicht im Frohndienst ver- kümmert, sondern damit wir alle ganze Menschen werden. Dafür kämpfe ich, und in diesem Kampfe bitte ich sie, mich zu unter» tütze».(Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Folgender Antrag SS ist noch eingelausen: Der Parteitag pricht dem„Vorwärts" und dem Abgeordneten Schmidt-Magde« bürg seine Mißbilligung darüber aus, daß sie in der Gewerk- chafisdebatte sachlich ungerechtfertigte, persönliche Angriffe gegen den Genossen Quarck gerichtet haben. Schilling und 20 Genossen. Timm- Berlin begründet den Antrag 93. der aus dem Ge- sichtspuukt gestellt ist. daß der„Vorwärts" der Ausdehnung unserer Partei und der Konkurrenz der bürgerlichen Blätter wegen seines Inhalts in der angedeuteten Form erweitern muß. Die wirthschastliche Beilage der„Leipziger Volkszeitung" hat vielen Beifall gefunden. Der Plan ist nicht undurchführbar und der Partei-Ausschuß soll ihn ernstlich in Erwägung ziehen. Nun zu Genossen Quarck. Genosse Quarck kennt doch die Parteigeschlchte, wer ist nicht schon in der Parteipresse so wie er behandelt worden?(Heiterkeil.) Es ist also überflüssig, daß er mit seinen Beschwerde» vor den Parteitag tritt. Ich lönnte mich auch über daS Frankfurter Blatt, dem Genosse Quarck nahe steht, beschweren. Eine Berichtigung, die ich ihm schickte, ist »ichl aufgenommen, eine Postkarte nicht beantwortet worden. (Hört! Hört!) Was nun den Ton in der Partei- presse anlangt, so hätte auch ich Grund zur Klage. Der alte Keßler hat mich in seinem„Bauhandwerker" angezapft; als ich ihm eine Berichtigung schickte, nahm er sie nicht auf, sondern vermöbelte mich in einer Briefkastennotiz aufs neue(Heiterkeit). Nun, ich beruhigte mich, ich dachte, na, dem alten Keßler macht das wohl Freude.(Große Heiterkeit.) Wenn hier und da im Parteileben ein scharfes Wort fällt, so liegt kein Anlaß vor, den Parteitag in Bewegung zu setzen, daß er seine Mißbilligung darüber ausspricht. Genosse Quarck braucht nicht anders behandelt zu werden, als jeder andere Sterbliche. (Sehr richtig!) Würden wir als Arbeiter dem Parteitag mit solchen Beschwerden kommen, wir würden einfach ausgelacht werden.(Lebhafte Zustimmung.) Die„Vorivärts"-Artikel über den Quarck'schenBorschlag sind durchaus sachlich gehalten.(Zustimmung und Widerspruch). jUnsachlich war nur der Vorwurf, daß Genosse Quarck noch mit bürgerlichen Sozinlreformcrn in Verbindung steht. Ich habe aber in dieser Stelle, die der„Vorwärts" ja auch später richtig stellte, nichts anderes gelesen, als daß damit ausgesprochen werden sollte: Der Quarck ist noch nicht fertig(Große Heiterkeit) als Sozialdemokrat. Das er hinterher noch eine Extrabcscheinigung vom Parteitag verlangt, halte ich für höchst über- flüssig.(Beifall.) Wir haben dem„Vorwärts" immer vorgeworfen, daß er zu neu auftauchenden Fragen im Parteileben nicht Stellung nimmt. Hier geschah es, und wir Berliner waren sehr erfreut darüber. In der Debatte wurde dem Genossen Quarck nichts Unanständiges weiter gesagt.(Quarck: Doch!) Das muß sich jeder gefallen lassen, der mit neuen Vorschläge» (Rufe: Mit alten!) hervortritt. Quarck macht es in der Polemik ja auch nicht besser. Auf dem Kongreß der Handelsangestellten in Berlin hat er sich sehr spitzig und ironisch über die Berliner Parteigenossenschaft geäußert. Berlin thut seine Schuldigkeit in vollem Umfange, das zeigen die Lohn- bewegungen dieses Jahres, sowie der Kassenbericht der Partei- leilung und die Agitation in der Provinz Brandenburg. Quarck's ironische Bemerkungen haben uns auch gekränkt, und wenn es überhaupt bei uns Mode werden sollte, daß der Parteitag einzelne Ausdrücke zensirt, dann muß er in erster Linie eine ganze Parteigenossenschaft gegen derartige Angriffe in Schutz nehmen.(Beifall.) Ader ich wünsche nicht, daß es Mode wird und bi>te Sie deshalb alle Anträge, die auf einen Tadel des„Vor- wärts" in dieser Hinsicht hinauslaufen, abzulehnen. So wichtig ist doch Quarck's Person nicht, daß für ihn etwas ganz besonderes gebraten muß.(Lebhafter Beifall.) Schmidt- Berlin III: Anlaß zu unserem Antrag(SI) hat'die Gewerkschaftsfrage und die bayerische Frage gegeben. Wenn man nun dagegen einwenden will, daß der„Vorwärts" als Zentralorgan m Streitfragen der Partei neutral sein müsse, so müssen wir dagegen einfach einwenden, daß der„Vorwärts� auch das Lokalorgan der Berliner Parteigenosse» ist und daher als solches Stellung nehmen muß. Robert Schmidt. Berlin V: Genosse Knauf beklagte sich über den„Vorwärts" wegen Nichtaufnahme einer Notiz; sie hätte, gering eingeschätzt, dem verantwortlichen Redakteur sechs Monate wegen Polizelbeleidigung eingebracht. Das schien uuS die Sache nicht werth. Wir sind ja wohl auch nicht nach Gotha gereist, um uns zu sagen. waS der„Vorwärts" aufgenommen hat und waS nicht. Nun zu der Angelegenheit Quarck. Er hat in richtiger Er- kenutniß der Situation, in der er sich befindet, die fachliche Polemik aufgegeben und sich über den Ton beschwert, in dem gegen ihn geschrieben worden ist. Diese sentimentale Taktik mag ganz geschickt sein. Sachlich ist sein Standpunkt in der Gewerkschaftsfrage nicht zu halten; da wendet er sich nun an das Mitgefühl der Partei- genossen. Der Ton in unserm Parteileben ist. das gestehe ich, sehr derb. Ich bedauere diesen Ton aber nicht. Wir erziehen keine Salonsozialisten, wir sprechen keine Salonsprache, wir haben die Sprache des Arbeiters. Die Klage- lieber über den Ton stimmen in unserer Partei meistens die- jenigen an, die sachlich unterlegen sind. Wie viele haben sich nicht schon beklagt, daß Bebel oder Auer sie schlecht behandelt haben. Hatten Sie in der Sache Unrecht bekommen, dann stimmen Sie ein lautes Wehgeschrei über den Ton an.(Sehr richtig.) Dasselbe Spiel sehen wir auch heute. Wie verhält sich nun die Sache. Der erste Artikel in der Quarck'schen Angelegenheit erschien am 24. Juli im„Vorwärts". Er war in absolut sachlicher Form ge- halten.(Widerspruch und Zustimmung.) Daß Quarck ein Pfadfinder genannt wird, ist doch keine Beleidigung. Es war nur nicht richtig, denn wirklich neues boten die Quarck'schen Vorschläge nicht. In der Erwiderung Quarck's kamen aber genug persön- liche Angriffe vor. Ist es nicht eine Beleidigung, wenn er sagt, der„Vorwärts"- Kritiker unterschiebe ihm etwas? Wen» er die Loyalität der Kritik bezweifelt? Und da verlangt nun Quarck, daß sich der„Vorwärts" in Abwehr berechtigter Angrisse nicht seiner Haut wehren soll. Auf dem Zentralorgan darf doch nicht jeder Genosse Hol, hacken! Wir haben aber auch alle Veranlassung, uns die Person Quarck's anzusehen. Sein'Auftreten in der Gewerkschaftsbewegung muß uns doch sehr mißtrauisch machen.(Sehr richtig!) Noch in den Jahren 1891/92 greift der Mann in der unpolitischen„Kaufmännischen Presse" die Sozialdemokratie an. In der von ihm redigirten „Kaufmännischen Presse" vom 27. August 1892 war zu lesen: „Sozialdemokratische Lockrufe". Wie wir bereits in der jüngsten Nummer unseres Blattes berichtet, soll am 11. September ein Kongreß sozialdemokratischer Handlungsgehilfen in Berlin ab- gehalten werden. Um Theilnehmer für denselben zu ge- wiune», wird jetzt in allen deutschen Lande» die Werbe- tronunel gerührt. So fand auch am 23. dieses Monats in»nserer Stadt eine sozialdemokratische Versammlung statt, zu welcher durch 10 0 Flugblätter und Annoncen die hiesigen Handlungsgehilfen eingeladen waren; trotz alledem betheiligie» sich nur ca. 199 von den 16 999 Handlungshilfen Frankfurts. Die Tagesordnung lautete:„Verkürzung der Arbeitszeit im fandelsgewerbe", Referent war auch hier Herr Julius ürk aus Berlin; und am Schluß heißt es— ich will das weitere nicht verlesen—: diese Vereine sowie ihre Verbände habe» thatsächlich bereits Erfolge erzielt, welche der Sozialdemokratie, die sich erst seit einigen Jahren, und zwar un- berufenerweise der Handlungsgehilse» annimmt, fast gänzlich mangeln.(Hört! hört!) Nun, Parteigenossen, der Parteigenosse Quarck wird aller- dings uns sagen: Das ist im Jahre 1892 geschehen. Ich bin zu einer anderen Anschauung gekommen! Gut, das erkenne ich an. Aber, Parteigenossen, ich weise darauf hin, wie sonderbar es doch berührt, daß der Parteigenosse, der 1892 diesen Standpunkt hervorkehrte, der bis Ende 1898 in der„Frankfurter Zeitung" war, 1894 als sozialdemokratischer Delegirter erscheint, Mitglied der Agrarkommission wird(Heiterkeit) und an- fangs 1395 wird er schon Reichstags- Kandidat für Wiesbaden. (Heiterkeil.) Ja. Parteigenossen, ist das möglich für einen Ar- beiter?(Lebhafter Beifall.) Es ist aber ein Zug bei unseren Parteigenossen. daß sie alles in die Partei ausnehmen, jeden mit offenen Armen empfangen, der nichts anderes in die Partei mitbringt, als e,ne verkrachte bürgerliche Existenz und den Titel„Doktor"!(Lebhafter Beifall.) Parteigenossen! Danüt muß es aufhören.(Lebhafter Beifall.) Ich bin nicht der Mann, der eine Rede hält für die schwielige Faust. Für mich ist jeder genehm und als Genosse gleich, der ehrlich mitarbeitet und sich als zuverlässig erweist; aber eine Zeit der Probe muß er durchmachen. daß man Vertrauen in seine Zuverlässigkeit gewinnt.(Sehr richtig!) Nachdem er in seiner bürgerlichen Existenz Fiasko gemacht hatte, war er, wenn er nur eine gewisse Bescheidenheit und journalistisches Anstandsgefühl besessen hätte, gezwungen, ganz ruhig die Gewerkschaftsbewegung den Weg gehen zu lassen, den sie von ihren alten Führern gewiesen erhalten hat. Die unpolitische kaufmännische Beivegnng, die Quarck bisher protegirt hat, hat allerdings ganz falsch ange- nommen, daß er neue Wege wandeln würde. Daß dem so ist, konnte auch nur erklärlich erscheinen aus seinenArtikeln im„Vorm.", wo es an einer Stelle heißt:„Meine Vorschläge bezwecken also, durch lebhafte und einheitliche Erörterung der Wirth- schaftsgesetzgebung bei der gewerkschaftlichen Agitation den Drang zur politischen Partei und des Bewußtseins daran, daß es doch schließlich immer sie ist, welche das letzte und ent- scheidende Wort spricht, zu wecken und zu stärken, während heute bei dem umgrenzten Gebiete, aus dem sich die Gewerkschafts- bewegung ganz nach dem Wunsch meines Kritikers stellenweise bewegt, alle Instinkte manchmal beinahe einzuschlafen und und verloren zu gehe» drohen. Wo in der deutschen Gewerk- schaftsbewegung gehen diese Instinkte verloren? In der Gewerk- schaftsbewcgung, die sich den Sozialdemokraten angeschlossen hat, sind diese Instinkte vorhanden. Der Hang zur politischen Partei soll erweckt werden durch unpolitische Sozialpolitik! Parteigenossen! Meiner Ueberzeuguny nach, wenn wir Sozialpolitik treiben, muß sie Parteipolitik sein. Eine Sozialpolitik, wie sie Quarck empfiehlt, Sozialpolitik ohne Parteipolitik, ist eben jene Politik bürgerlicher Reformer, deren Schicht er zum theil heute noch angehört, und da hat der„Vorwärts" ganz recht mit der Betonung, daß er in seinen ganzen An- schauungen auf sozialistischem Gebiete eine enge Verbindung mit der bürgerlichen Sozialreform noch heute bethätigt; und der diese Stellung eingenommen hat, der zu guterletzt den Drang zur politischen Partei unter den Kaufleuten so stark entwickelt hat, daß sie ihn herausgeworfen haben, der Mann kann uns nicht für die Gewerkschaftsbewegung als Leiter und Vorbild dienen. Und wenn er es von vornherein darauf angelegt hat, daß von allen seinen Projekten und Programmen nur etwas Neues verwirklicht wird, wenn er nicht mit der be- scheidenen Stellung als Preßkommisstonsmitglied in Frankfurt zufrieden war und die Gründung eines Zentralgewerkfchafts- Bureaus und eines Zentralgewerkschafts- Blattes forderte, dann mußte er das von vornherein sagen, dann hätte sich alles vereinfacht, dann hätte es geheißen: für Quarck muß eine Stellung in der Partei geschaffen werden! Das haben wir durchschaut, und ich bedauere nur, daß der„Vorwärts" viel zu wenig gerade auf diese Dinge zu spreche» kam.(Sehr richtig.) Parteigenossen! Jeder andere Parteigenosse, der diesen Stand- punkt eingenommen hätte, wäre unmöglich in der Partei geworden. Wie verhält es sich den» mit der Tbätigkeit des Parteigenossen Quarck im sogenannten Hamburger Verband? Er ist ein Er- gebniß des unpolitischen Gewerkschastslebens, ein Anhängsel an den Unternehnier-Harmonieverein. Quarck sagt allerdings, wir wollen in diesen Verein eindringen und die Leute zu uns her- überziehen. Mit welchem Erfolg er das gethau hat, haben wir gesehen: als er in Frankfurt herausflog und ganze 24 Man» mit herüberbrachte. Das ist das Fazit seiner Thätigkeit. Und nun kam er mit diesen neuen Plänen. Auf dem Mainzer Verbandstage vom vorigen Jahre trat Quarck ebenfalls auf. In der Nummer der„Kaufmännischen Presse" vom 22. Juni 1395 wird in einem Artikel „Nachklänge zum Mainzer Berbandstage" erwähnt, daß die Sozialdemokratie schon jetzt Versuche macht, unter den Handlungsgehilfen Anhänger zu werben, und zwar nicht ganz ohne Erfolg. Dies haben die Verhandlungen des Verbandtages bewiesen. Darob große Entrüstung bei Herrn Quarck, denn er bemerkt dazu:„Wenn Fabrikanten in Rheinland-Westsalen eine Berufsversamnilung abhalten, so wird jeder Redner sorgsam verzeichnet. Bei Handlungsgehilfen glaubt die„Köln. Ztg." so etwas nicht nöthig zuhaben, desto ausführlicher macht sie hinter- her den Versuch, einzelne Delegirte, die auch ihr Theil zur Durchsetzung„berechtigter Forderungen" beigetragen haben, auf parteipolitischem Gebiete zu verdächtigen. Auf dem Mainzer Ver- bandstag ist von parteipolitischen Dingen überhaupt keine Rede ge- wesen, und wir stehen nicht an, aus diesem A»laß nachträglich noch auch unseren Gegnern bei den Verhandlungen gern das Zeugniß aus- zustellen, daß sie in Mainz jene Anzapfungen, die den Münchener Verhandlungen ein so häßliches Gepräge gaben, wenigstens öffent- lich unterlassen haben. Es ist deshalb unerfindlich, wie die „Kölnische Zeitung" nachträglich zu solche» Verdächtigungen kommt. Jedenfalls ist es immer sehr unvorsichtig gerade vom Standpunkt unserer Gegner, ein entschiedenes Auftreten für die Handlungsgehilfe» sofort als sozialdemokratisch zu bezeichnen. (Hört, hört!) Also der Parleigtnosse Quarck, der die Redaktion der„Kaufmännischen Presse" inne hat, eines unpolitischen Gewerkschaflsblattes. erklärt es für eine unverschämte Verdächtigung, daß er den Versuch mache, unter den Handlungsgehilfen Anhänger für die Sozial- demokratie zu werben. Das ist der Parteigenosse, der als Kandidat für Wiesbaden bei den nächsten Wahle» kandidiren soll! Parteigenossen! Wenn Sie sich über Stegmüller entrüsten, dann ist es ungerecht, wen» Sie die Anschauungen dieses Mannes so schonend behandeln. Jeder andere Parteigenosse wäre nach einem solchen Auftrete» von der Partei kalt gestellt worden. Dan» hat sich Quarck darüber beschwert, daß der Artikel- schreiber im„Vorwärts" sich nicht gemeldet hat. Er ist hier, ihn zu nennen, habe ich keine Veranlassung, die Redaktion über- nimmt die Verantwortung. Welche Meinung vertritt aber Quarck überhaupt in der Gewerkschaftsbewegung? Er sagt, sie werde überhaupt unpolitisch geleitet. I» gewissem Sinne mag das richtig sei», insofern als die Presse, soweit sie GeiverkschaftSpresse ist, nicht gegen die Grundanschauungen der Partei verstößt, aber im Gegensatz dazu steht die Haltung seines Organs „Die kaufmännische Presse". In der„Hilfe" vom 13. Sep- lember d. I. heißt es: Im Interesse der Gewerkschaften, im Interesse der deutschen Arbeiterbewegung begrüßen wir«ine Trennung von der Sozialdemokratie mir großer Freude. Hat etwa die englische Arbeiterschaft Nachtheile davon, daß sie sich von der Sozialdemokratie nicht ins Schlepptau nehmen läßt, oder ist sie im englischen Parlament weniger einflußreich? Die Wahlen und das Bestehen der bürger- lichen Parteien hingen in England doch zum größten Theil von der Stellung der Trades Union? ab. Gewerkschaftsbewegung, das heißt Verbesserung der wirthschaftkichen Lage unter der heutigen Gesellschaftsordnung und Marx' Theorie» können sich eben nie und ninuner vereinen, die beiden Richtungen müssen früher oder später auseinandergelangen. Die Forderungen Quarck's sind geeignet, diese Tren- »ttng anzubahnen. Nun, Parteigenossen, bis dahin hat es noch lange Wege, bis Quarck eine derartige Trennung mit Erfolg anbahnt. Nicht ganz unrichtig ist es aber, daß Quarck derartige Wege wandelt. Dieser Weg wird von der Gewerkschaftsbewegung nicht beschritten, denn ich bin der Ueberzengung, die Gewerkschaftsbewegung ist ent- weder sozialdemokratisch oder sie ist nicht. Es wird außerhalb der Verbände bei der Erörterung politischer Fragen immer und immer wieder darauf hingewiesen, daß es die Partei ist, die stets für diese Dinge eintritt. Ich sehe, daß die Parteigenossen nicht wünsche», daß noch länger über diese Dinge gesprochen wird. Ich weiß ja auch, daß sachlich in der Partei absolut keine Meinungsverschieden- Heiken herrschen, aber es ist uns wiederholt vorgeworfen, daß wir eine Erklärung von Quarck nicht aufgenommen haben. Aber in einer Stelle, die sich gegen den„HandelS-Angestellten" richtet, eS ist das auch charakteristisch für den Ton, den Quarck gegen uns angeschlagen hat, ist die Rede von den„krankhaften Neigungen und Anlagen des Redakteurs:c.". Das verstößt gegen journalistischen Anstand, und der„Vorwärts" mußte es zurück- weisen.(Lebhafter Beifall.) Damit schließt die heulige Sitzung. Singer verliest Begrüßungstelegramme und ein Schreiben unseres alten Genoffen Leßner in London, der sein Bedauern ausspricht, an dem Parteitage diesmal nicht theilnehmen zu können. Die morgige Sitzung wird versuchswelse von 9 bis 1 und von 2 bis 6 dauern. Schluß 7 Uhr. GenrerKMaflliifzes. Achtung, Einsetzer Berlins! Laut Beschluß der öffent- lichen Versammlung sind in den verschiedensten Stadlvierteln Z a h l st e l l e n eingerichtet worden, wo Sonntags vormittags von 19—12 Uhr Lohntarife und Streikkarten ausgegeben und Beschwerden über einzelne Firmen entgegen genommen werden. Die Zahlstellen befinden sich bei: Franz Gl ein er t, Müller- strabe 7a; R. B u s k e. Gre»ad,erstr. 38; Fritz Felgen- treff(Zur alten Linde), Am Kottbuser Thor; Fritz Wilke, Andreasstr. 26; H. Werner. Bülowstr. 59; Kladziwa, Badstr. 23; Hol, bächer, Thurmstr. 84; Schmidt, Dieven- hofener- und Treskowstraßen-Ecke; Uhlig, Schöneberg, Sedan- straße 2; C. Menke, Charlottenburg, Bismarckstr. 19a. D i e F ü n f e r- K o m m i s s i o n. Achtung, Schuhmacher! In der Schuh- und Pantoffel- Fabrik von W. H a m a» n u. Komp. in Berlin, Neue Friedrichstr. 36, haben sämmtliche Arbeiter die Arbeit nieder- gelegt wegen Lohnreduzirung und Maßregelung. Zuzug ist fern zu halten. Die Agitations-Kommission. Ju Laudsberg a. d. Warthe wurde am 15. September eine öffentliche Gewerkschaftsversammlung abgehalten, wo Ge- nosse Faber aus Berlin über die Bekämpfung der Arbeiter- organisationen durch staatliche Behörden und Unternehmer sprach. Der Vortrag sowohl wie die Diskussion darüber, wobei ein Be- scheid der Polizeiverwaltung Landsbergs kritisirt wurde, ver- anlaßt« den Polizei-Jnspektor Reinhard, die Versammlung auf- zulösen, weil er das„Kritisiren und die unverschämten Be- merkungen nicht mehr länger hören wolle". Dieser wunder- bare Auflösungsgrund fand auch Gnade bei der vorgesetzten Behörde des Beamten, denn die Beschwerde wurde zurückgewiesen, wobei man ankündigte, daß gegen den Einbernfer und gegen den Referenten wegen ihrer Aeußerungen über die Polizei Slrafantrag gestellt werden würde. Eine Agitationstour durch Nordwest- Deutschland unternimmt für den Deutschen Metallarbeiter- Verband der Genosse Karl B r e d e r aus Nürnberg. Die Mctallindnstriellen Lübecks scheinen es. wie der dortige„Volksbote" mittheilt, auf eine Kraftprobe mit den organisirten Arbeitern abgesehen zu haben. Einzelne Industrielle nahmen Entlassungen vor, die nur unter diesem Gesichtspunkt verstanden werden. Ferner haben die Industriellen einen Arbeitsnachweis errichtet, aus den die organisirten Arbeiter keinen Einfluß haben, und der vermulhlich in Verbindung ge- bracht werden soll mit den schwarzen Listen, die ja in der Metallindustrie zur ständigen Einrichtung geworden sind. Eine öffentliche Versammlung von Fabrikarbeitern Lübecks nahm am Donnerstag zu dieser Angelegenheit Stellung und faßte nach einem Vortrag des Genosseil Theodor S ch w a r tz einstimmig eine Resolution, wonach als Gegenwehr gegen den Ar- beitSnachweis der Industriellen beschlossen ist, daß zunächst der Zuzug von Arbeitern der Metallindustrie ferngehalten und die unter den geschilderten Verhältnissen entlassenen Arbeiter Lübecks materiell und moralisch unterstützt werden sollen. Die Steinsetzer und Rümmer Hamburgs hatten auf An- ratheu des Bürgermeisters Dr. Lehmann einen weiteren Ver- such gemacht, die Differenzen mit den Unternehmern in Güte bei- zulegen. Da die Meisterorganisation es jedoch ablehnte, mit der Leitung der Hamburger Filiale des Sleinsetzer-Verbandes zu ver- handeln, ist auch dieser Versuch gescheitert. Eine Versammlung der Streikenden beschloß deshalb, den Ausstand so lange fortzu- setzen, bis sich die Prinzipale herbeilassen, in eiye Einigung zu willigen. Der Wcbcrstreik in der Tuchfabrik von Leonard Peters in E u p e n ist zu Ende. Ueber die Bedingungen. unter welchen Frieden geschlossen wurde, macht die„Köln. Ztg." folgende Angaben: Die Weber arbeiten wie vorher auf Einzel- stählen, jedoch werde» die Löhne nicht mehr nach Scheerlänge, d. h. nach der aus der Länge des fertigen Stückes sich ergeben- den Schußzahl, sondern nach den Angaben von Apparaten be- rechnet, welche die Schüsse während der Arbeit zählen. Ueber das Ergebniß dieser Zählmelhode sollen die Firma wie die Weber bis zum 1. Dezember dieses Jahres Gegen- aufzeichnungen machen. Für den Fall, daß das neue System bis dahin eine Benachtheiligung der Weber gegen früher ergeben sollte, erklärte sich die Firma bereit, diesen Verlust nach- träglich zu ersetzen. Der Ausstand hat sechs Wochen gedauert und einen Aussall von etwa 15 999 M. Löhnen zur Folge ge- habt, wovon die Hälfte den Ausständigen durch Sammlunge» der Fabrikarbeiter von Enpen, Aachen und Burtscheid ersetzt wurde.— Bei der Firma I. T a st ö ist die Lage noch un- verändert. Die entlassenen Weber dieser Fabrik hatten in den letzten Tagen eine Unterredung mit dem Gewerbeiiath Storp in Aachen, der zu ihren Gunsten mit dem Fabrikanten zu ver- handeln versprach. Beim Streik des Personals der H e y l' scheu Schuh- s a b r i k in Groitzsch i. S. handelt es sich nicht etwa um neue Forderungen, sondern das Personal verlangt lediglich die Bezahlung des 1399 er Lohntariss, von dem beständig Ab- züge gemacht worden sind. Die österreichische Bergarbcitcr-Zeituna„Glückauf!" schreibt in ihrer letzten Nummer über den inzwischen erloschenen B e r g a r b e i t e r- A n s st a n d im B r ü x- D u x e r Kohlen- r e v i e r: Ganz unerwartet brach am 23./29. September in ge- nanntem Bergrevier ein Streik aus, der ziemliche Dimensionen annahm. Allerdings kolporcirten einige„ethische" Anarchisten oder Omladinisten das Gerücht von dem Ausbrechen eines all- gemeinen Generalstreiks, welcher im Oktober ausbrechen wird. Aus einer Konferenz in Kladuo sei dies be-� schloffen worden, wo auch festgesetzt wurde, daß zuvor noch eine zweite Konferenz stattzufinden habe. Wir haben zu diesem Beginnen keine ernsthafte Stellung einnehmen können, da die organisirte Arbeiterschaft, insbesondere die Bergarbeiter, weder von dieser Konferenz noch von einer Generalstreik- Aktion etwas wußten, ebenso die Gewerkschafls-Kommission nicht ver- ständigt wurde. Vollständig unbekannt ist auch, was diese Konferenz beschloß und wie sie überhaupt zusammengesetzt war. Thatsache ist, daß diese Konferenz aus einer Anzahl Leuten be- stand, die der bestehenden gewerkschaftlichen Organisation nicht angehören und hinter dem Rücken der organisirten Ar- beiterschaft ihre Putsche veranstalten, unbekümmert. welches Unheil sie auch damit anrichten, sei es um ihre„Theorien" zu verwirklichen oder aus wirklicher Blödheit. Es ist ja Thatsache, daß die Verhältnisse täglich schlimmer werden und die Ausbeutung und Knechtschaft auf die Spitze getrieben werden, aber die organisirte Arbeiterschaft kann verlangen, daß sie zur Veranstaltung einer eventuellen Abwehr auch ein Wort mitzureden hat, das können nicht ein oder zwei Dutzend Querköpfe allein ausmachen. Weiter theilt das genannte Fachblatt mit. daß die Berg- arbeit« W e st b ö h m e n s, die im Juni d. I. in zahlreichen Versammlungen die Forderungen der Z e h n st u n d e n s ch i ch l aufgestellt haben, vorige Woche den Werkbesitzern ein darauf ge- richtetes Memorandum durch die Vertrauensmänner sowie durch den Distriktsverband der Bergleute Westböhmens unterbreiten ließen. Außerdem wird eine entsprechende Lohnerhöhung verlangt. Die Arbeitszeit ist jetzt llstündig, auf drei Gruben Westböhmens besteht jedoch schon die Zehnstundcnschicht. Tokales. " Rudolf Moffe, hat, wie eine Lokalforrespondenz meldet, die sich der Verkehr von und nach Treptow folgendermaßen bare Rittergüter Schenkendorf und Hallum in der Nähe von Königs- Es wurden befördert: a) durch Eisenbahnen nach Treptow Eine polizeiliche Haussuchung wurde in der Buchdruderei Wusterhausen erworben. Herr Rudolf Mosse ist damit jetzt drei- 198 000 Personen, zurück 202 300 Personen. b) Durch Straßen von Janiszewski u. Quitt, in welcher das polnisch sozialdemo- facher Rittergutsbesitzer geworden. Da das„ Berliner Tageblatt" bahnen und Omnibus nach Treptow 119 370; zurück 119 609. fransche Partei Organ Gazeta Robotnicza" gedruckt wird, am so oft verkündet hat, daß der Bund der Landwirthe" eine Ver- c) Durch Schiffe nach Treptow 3991; zurück 2061. In derselben gestrigen Montag vorgenommen. Die Beamten forschten nach einigung von Großgrundbesitzern sei, so wäre gewiß der Beitritt Beit wurden in Gasthöfen u. f. w. 20 201 Fremde beherbergt. dem Manuskript einer in Nr. 38 des Blattes veröffentlichten des Herrn Mosse zum Bunde demnächst zu erwarten Korrespondenz aus Königshütte, in welcher das Gebahren der seiner Aufnahme nicht gewisse fatale Hindernisse im Wege ständen. dortigen Polizei gewürdigt wird. Selbstredend verlief die HausAus den Nachbarorten. suchung völlig resultatlos. Auch in der Privatwohnung des Redakteurs Bienischkiewicz wurde gleichfalls vergeblich gehaus sucht. Die Arbeiter- Bildungsschule veranstaltet heute Abend zur öffentliche Bolfsversammlung; der Vorsitzende der Agitation für das morgen beginnende Wintersemester eine Schule, Genosse Heinrich Schulz, wird in seinem Referat den Unterschied zwischen der von bürgerlicher Seite angestrebten Volksbildung und der von uns erstrebten Arbeiterbildung darlegen. Die Genoffinnen und Genossen, besonders aus dem 5. und 6. Wahlkreise werden um zahlreiches Erscheinen ersucht. Die Internationale Ausstellung für Amateur- Photographie im neuen Reichstags Gebäude wird definitiv am Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, geschlossen werden. wenn Gaunerhumor. Dem ungetreuen Hausdiener Max Metkow, Aus Rigdorf. In selbstmörderischer Absicht hat sich der welcher bei einer Firma in der Ritterstraße in Stellung war ca. 23 Jahre alte Kaufmann Otto Wendt von hier in der und ihr mit 10 000 M. durchgebrannt ist, war zum 15. b. M., Nähe von Johannisthal von einem Eisenbahnzug überfahren gekündigt. Er hat die Höflichkeit" beseffen, der bestohlenen Firma feine Flucht durch folgenden Packetfahrtbrief, der Sonn- lassen. Seinen Bergstr. 4 hierselbst wohnhaften Eltern hatte der wieder die Gelegenheit gegeben, so leicht reich zu werden, so daß anzugeben. Die arg verstümmelte Leiche des Unglücklichen abend Morgen anlangte, anzuzeigen:" P. P. Es wäre mir nie junge Mann durch eine Postkarte mitgetheilt, daß er sich das Leben nehmen wolle, ohne jedoch irgendwelche Gründe hierfür man mir nachfühlen kann, daß ich das Weite gesucht habe. wurde nach Rixdorf gebracht. Das Tagesgespräch bildet jett Mar Meztow." hier das heimliche Verschwinden des Naturheilkundigen entsprungen. Vor einiger Zeit gelang es der Kriminalpolizei, recht gute Praxis hatte. Mitte voriger Woche befand sich Drei Fahrraddiebe sind am Sonnabend aus der Charitee 2. Greiner, welcher in der Bergstraße wohnte und eine eine größere Anzahl von Fahrraddieben zu ermitteln und fest Greiner mit seiner Frau bei Bekannten auf Besuch und entzunehmen. Darunter befanden sich auch der 29jährige Anstreicher fernte sich von dort mit dem Bemerken, daß er noch einige Karl Lehmann, der 26 Jahre alte Lederarbeiter Otto Dobert Patienten besuchen wolle und bald zurückkehren werde. Als dies und der Artist Alexander Zacharias, Leute, die zum theil schon nicht der Fall war, ging Frau G. allein nach ihrer Wohnung, Auf eigenthümliche Weise wurde am Sonntag Morgen zu den alten Verbrechern gehören und wiederholt mit der Polizei wo sie die Entdeckung machte, daß ihr Mann inzwischen seine auf der elektrischen Bahnlinie Behrenstraße- Treptow eine längere auch jetzt, zur Beobachtung ihres Geisteszustandes der Charitee gebracht hatte. Seitdem ist G. spurlos verschwunden und nimmt und dem Gerichte zu thun hatten. Sie waren wie früher, so besten Kleidungsstücke, Wäsche und das Sparkassenbuch fortVerkehrsstörung herbeigeführt. In der Wasserthorstraße war, vielleicht von böswilliger Hand, ein Stück Preßkohle gewaltsam überwiesen worden, aus welcher sie zuſammen zu entkommen man an, daß er heimlich nach Amerika ausgewandert ist, welche in das Schienengeleife hineingezwängt worden und zwar so fest, wußten. Bis jetzt fehlt jede Spur von den Verschwundenen. daß die Räder des Wagens dasselbe nicht zur Seite stoßen Immer merkwürdiger gestaltet sich der Fall einer Kindesfonnten. Jufolge deffen kam der erste Wagen, der das Hinderniß entführung, der kürzlich aus dem Westen gemeldet wurde. Das bejuhr, zur Entgleisung. Glücklicherweise gelang es dem Wagen- vierjährige Töchterchen eines Rohrlegers war in später Nacht führer, den Zug so schnell zu bremsen, daß ein Unglück noch im Keller eines Hauses in der V- straße fast völlig entkleidet verhütet werden konnte. Dagegen währte es ziemlich anderthalb aufgefunden worden, wohin es nach seiner Angabe von zwei erStunden, ehe der entgleiste Wagen wieder in die Schienen hinein- wachfenen Personen verschleppt war. Anfänglich glaubte man, gehoben werden konnte; für diese Zeit mußte der Verkehr natür- es handle sich um eine Beraubung des Kindes, da die Entführer lich unterbrochen werden. ihm ein Paar neue Schuhe, das Schürzchen und die Strümpfe abgenommen hatten. Am verflossenen Sonnabend fand man nun in demjenigen Hause, wohin das Kind damals verschleppt war, ein Packet, enthaltend die Sachen des Kindes, auf der Treppe vor. Wie sich diese Angelegenheit noch aufklären wird, muß ab gewartet werden; anscheinend war ein Verbrechen beabsichtigt. Das entführte Mädchen erzählt, daß eine Frau es mitgenommen" und einem Manne übergeben habe; diefer hätte es in den Keller eines fremden Hauses geführt. Als das Kind laut schrie, habe der Mann mit einem Meffer gedroht, sei jedoch auf einmal fortgelaufen. Bruder Paulinus. Nicht gering war der Schrecken einer Dame, die zuweilen den Besuch eines im hiesigen katholischen Waisenhause, Thurmstraße 44, untergebrachten Knaben erhält, als das Kind beim legten Besuch namentlich am Arm die Spuren unverkennbarer Mißhandlungen trug. Knabe, der troß seiner zwölf Jahre einen überaus verschüchterten Eindruck macht, wurde einem Arzte zugeführt, der die Resultate seiner Untersuchung in folgendem Atteste niederlegte: Der Bei der foeben vorgenommenen ärztlichen Untersuchung des Knaben X. X. ftelle ich fest: 1. einen blaurothen Blutaustritt am rechten Unterarm, 2. desgleichen im rechten Ellenbogengelent Straßensperrung. Die Oberwasserstraße von der Kleinen und über beine Stellen in einer Länge von 10-15 Centi- Kur bis zur Krenzstraße wird wegen Umpflasterung, die metern hinwegziehend zivei im Abstand von fünf Millimetern Proskauerstraße von der Rigaerstraße einschließlich des Kreuz parallel laufende, intensiv rothe auf Druck nicht zu bestreichende dammes bis zur Straße 58b Abtheilung XIII einschließlich des Streifen. 3. An diesem und ferner über dem rechten Schulter Kreuzdammes wird wegen Neupflasterung, die Klopstockstraße an blatt beim Druck intensive Schmerzhaftigkeit. 4. Desgleichen bei der Einmündung in die Charlottenburger Chauffee wird wegen paffiver Bewegung des rechten Unter- und Oberarms. 5. Schmerz Fertigstellung der Straßenbau- Arbeiten bis auf weiteres für äußerung der rechten oberen Extremität beim An- und Aus- Fuhrwerke und Reiter gesperrt. kleiden. Absicht er bereits früher mehrfach ausgesprochen hatte. Verschiedene Gerüchte behaupten, daß G. guten Grund habe, den deutschen Boden zu verlassen, doch läßt sich noch nicht sagen, ob an diesen Gerüchten etwas wahres ist. " Eine Anzahl kleiner Frösche im Magen wurden, der N. A. 3." zufolge, bei einer Frau aus dem Havelorte Caputh vorgefunden. Die Frau hatte schon lange über heftige Magenbeschwerden geklagt und mußte sich deshalb im St. JosefsKrankenhause zu Potsdam einer Operation unterziehen, die glücklich verlief. Wian nimmt an, daß die Frau Havelwasser mit Froschlaich, der sich dann durch die Magenwärme weiter entwickelte, getrunken hat. Von den Thieren, sechs Stück im ganzen, wurden einige lebend, einige im abgestorbenen Zustande vorgefunden. Gewerbe- Ausstellung 1896. Trotz des schlechten Wetters war die Ausstellung vor. gestern, als am letzten Sonntage ihres Daseins sehr gut besucht. Ob der Theil des Publikums, der sich am äußerlichen Eindruck erfreuen wollte, auf seine Kosten gekommen ist, mag dahingestellt bleiben. Die Bauwerke, die dereinst in ihrer weißen Bracht so prozig leuchteten, machen schon einen überaus triften Eindruck und legen an mehr als einer Stelle von der Vergänglichkeit alles Irdischen Zeugniß a5. Der bedenkliche Verfall des Nabizputes erleichtert immerhin den Abschied von der Ausstellung, die am Donnerstag bestimmt geschlossen werden soll. Von der Firma Pellarie n. Co. erhalten wir eine Die äußeren Zeichen der erlittenen Mißhandlungen würden Berichtigung, wonach die in Nummer 238 gebrachte Mittheilung Pavillon aufgenommenen Kindern hat eines, ein Mädchen Klara, Vom Kinder Brutapparat. Von den legten vier in den nun an sich noch nicht besonders viel zu bedeuten haben, über die Lohnverhältnisse der von ihr beschäftigten Marmor- die Conveuse nach einem 15tägigen Aufenthalt, während welchem wenn nicht die Mittheilung des Knaben über die Umstände, mosaitarbeiter insoweit wesentlich zu forrigiren ist, als die be- es 590 Gramm zunahm, völlig gesund verlassen. Von den drei unter denen er zu den Verlegungen gefommen ist, treffenden Arbeiter zwischen 31,63 M. und 45,43 M. wöchentlich übrigen Kindern ist das eine, Johanna, am 20. September mit in hohem Grade befremden müssen. Das Kind gab nämlich an, verdient und die zwanzig Mark Wochenverdienst, von denen in der 2020 Gramm aufgenommen worden; es wiegt heute bereits daß es in der Nacht, nach seiner Meinung um zwei Uhr, plöz- Mittheilung die Rede war, nur als à Conto- Zahlung empfangen 2480 Gramm. lich aus dem Schlafe geweckt worden sei. Bruder Paulinus", haben. Von einer eigentlichen Nothlage der entlaffenen Italiener am Tage seiner Geburt, 13. September, eingeliefert. GEs wog Das zweite Kind, Frieda genannt, ist einer der Erzieher im katholischen Waisenhaus habe vor seinem fei wohl schon aus dem Grunde teine Rede, als ihnen an dem damals 1560 Gramm, hat, wie dies gewöhnlich geschieht, in den Bett geftanden und ihn sofort derbe mit einem Rohrstock ge- Tage, an welchem sie die Arbeitsstätte verlassen hätten, der Rest ersten Tagen abgenommen, und zwar bis zu 1420 Gramm. hauen. Aehnliche Büchtigungen habe Bruder Paulinus noch auf ihres Arbeitsverdienstes in Höhe bis zu 140 m. ausbezahlt Das Kind, das seit dem 10. Tage wieder zugenommen hat, wiegt der entgegengesetzten Seite des Saales vorgenommen; schließlich worden sei. Unter diesen Umständen bedauern wir natürlich, heute 1760 Gramm. Das dritte Kind, ein Knabe namens Max, fei er dann, ohne etwas zu sagen, zur Thür hinausgegangen. den Angaben der Betreffenden, die auf uns den Eindruck der ist 3 Tage alt am 15. September mit 1400 Gramm aufgenommen So die befremdliche Erklärung des Knaben, deren Veröffentlichung Wahrheit machten, Raum gegeben zu haben. worden. Es hatte bei seiner Einlieferung am ganzen Körper gewiß nicht verfehlen wird, die staatliche Behörde zu einer Untersuchung über die dem„ Bruder Paulinus" nachgesagte felt- Abend der Agent Conrad aus der Gitschinerstr. 53. Conrad war 5 Tagen verschwanden. Sein Körpergewicht sank infolge dessen Auf der Polizeiwache erhängt hat sich am Sonnabend waffersüchtige Anschwellungen, die in der Conveuse jedoch binnen fame Erziehungsmethode zu veranlassen. am Sonnabend Vormittag von einem Schußmann des 72. Reviers auf 1210 Gramm. Seit dem achten Tage feines ConveusenEin Revolverattentat auf den Wagenführer und bei einer vorfäßlichen Sachbeschädigung betroffen und auf die aufenthaltes nimmt der Kleine, der gegenwärtig 1480 Gramm Schaffner eines elettrischen Straßenbahnwagens Revierwache gebracht wurden. Da er zunächst nicht bekannt war wiegt, konstant zu. Zwei von den Kindern, Frieda und May, der Linie Behrenstraße- Treptow verübte in der Nacht und sich hartnäckig weigerte, über feine Person Auskunft zu waren bei ihrer Einlieferung so schwach. daß sie auf zum Sonntag ber am 3. März 1874 zu Amendieck geben, so blieb nichts anderes übrig, als ihn in die Siftirzelle zu künstlichem Wege ernährt werden mußten. Frieda mußte vier Kreis Oberbarnim geborene, Baumschulenweg 71 wohn- sperren, um ihn später der Kriminalpolizei vorzuführen. Als Tage vermittelst eines kleinen Löffels ernährt werden, mit hafte Gürtler Emil Liebe. Der junge Mann bestieg gegen man ihn abends nach dem Alexanderplatz bringen wollte, fand welchem dem zum Saugen zu schwachen Kinde die Milch tropfen12 Uhr am Görlizer Bahnhof einen nach Treptow fahrenden man ihn in der Zelle erhängt auf. Alle Wiederbelebungsversuche weise eingeflößt wurde. Der kleine May trinkt erst seit einer Wagen, welcher von dem Wagenführer Heiland und dem blieben erfolglos. Woche selbständig an der Brust, er wurde bis dahin vermittelst Schaffner Torbeau bedient wurde. 2. nahm im Wageninnern Auf seine Ehefrau hat am Sonnabend Nachmittag vor des Milchziehers ernährt, durch welchen die Milch dem Kinde Play. Nachdem am Schlesischen Busch die letzten Passagiere den dem Hause Stephanstr. 48 der 44 Jahre alte obdachlose Arbeiter gleichsam in den Mund gepumpt wird. Uebrigens hat die Wagen verlaffen, öffnete der Gürtler in der Nähe der Elsenstraße Rogoyts gefch offen. Von den zwei Revolverschüssen ging der Lion'sche Couveuse auch die Anregung zu einer intereſſanten in Treptow, die nach der Vorderplattform führende Thür des eine der Frau in den Unterleib. Darauf gab Rogotts einen statistischen Arbeit gegeben, welche die Zahl der Frühgeburten in Motorwagens, schlich sich an den Wagenführer heran und Schuß auf sich selbst ab, ohne jedoch zu treffen. Die schwer- Deutschland feststellen soll. Darauf bezügliche Publikationen stehen jagte ihm eine Rugel in den Kopf. Saftig drehte sich verletzte Frau wurde nach dem Krankenhause Moabit gebracht. dann der Verbrecher um und richtete den Revolver gegen den Der Thäter wurde verhaftet. hinzuftürzenden Schaffner T. Ghe er jedoch die Waffe zum Als der bevor. Uns wird geschrieben: Zur Charakterifirung der„ Jdealhefte" der Ausstellung erlaube ich mir, Ihnen ein kleines Bildhen zu entrollen. In diesem Hefte befindet sich auch eine Eintrittskarte zum Theater Neu- Berlin", welche als wird mit 50 Pf. in Zahlung genommen" bezeichnet ist. Als nun am legten Sonntag Abend 6 Uhr Besizer dieser Hefte auf grund zweiten Mal zur Entladung bringen founte, hatte Heiland den In einer Droschke hat sich Sonntag Abend gegen 8 Uhr Burschen am Halse gepackt und zu Boden geriffen. Inzwischen ein etwa 35 Jahre alter Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht famen Gendarmen von der nahen Wache der Gewerbe- Aus- festgestellt werden konnte, erschossen. Der Lebensmüde, der dem stellung hinzu, welche den Attentäter festnahmen. Heiland ist ganzen Aeußeren nach den beffergestellten Kreisen angehört hat, glücklicherweise nur sehr leicht am Hinterkopf verlegt worden. benugte die Droschte 1. Klasse Nr. 3934 und jagte sich in ihr in betr. Eintrittskarte das Theater Neu- Berlin besuchten, wurden Die Kugel hatte den Mantelkragen, den Jacketfragen sowie ein der Hizigstraße eine Revolverkugel in die Brust. ihnen, trotzdem das Theater fast leer war, Stehpläge in der startes wollenes Halstuch durchschlagen und war in legterem Kutscher auf den Knall hin sich umschaute und nachsah, was ge- hintersten Ecke des Theaters angewiesen; Plätze, die an der Kaffe ftecken geblieben. Liebe wurde am Sonntag Vormittag nach dem schehen sei, war der Mann schon todt; er brachte die Leiche nach mit 25 Pf. noch viel zu theuer bezahlt werden. Auf die Be Amtsgefängniß in Treptow gebracht. der Wache des 33. Polizeireviers. schwerde einiger Herren unter Hinweis auf den doppelten Werth Der junge Mensch bestritt bei seiner gestern erfolgten Ver- Der 24jährige Student des Ingenieurfaches, Edgar der Karte, erhielten dieselben die lakonische Antwort: Die Ges nehmung mit Entschiedenheit, einen Mord geplant zu haben. 2., Welzer aus Stiga, ist seit Sonntag verschwunden. Er war sellschaft Ideal" bezahlt uns auch nur 20 Pf. für diese Karte, der troß seiner Jugend schon verheirathet ist, behauptet, lediglich mit mehreren Freunden auf der Durchreise und vergnügte sich folglich fönnen wir Ihnen auch keine anderen Bläge anweisen. aus Uebermuth und ohne jede Ueberlegung geschossen zu haben. in einem Balllokal in der Oranienstraße. Von dort entfernte er Diese Erklärung erscheint jedoch wenig glaublich; die Behörde fich gegen 3 Uhr morgens mit einem Mädchen und kehrte nicht nimmt an, daß Liebe zunächst durch Tödtung des Wagenführers die Leitung des Motorwagens in seine Hände bringen wollte, um sodann den durch den Knall des Schusses herbeieilenden Schaffner auf dieselbe Weise niederzustrecken. Wenn ihm dieser Plan gelang, fonnte er ungestört dem Schaffner die Geldtasche, in der fich die Tageslösung befand, abnehmen und wäre, bevor das Verbrechen überhaupt entdeckt worden, über die Nixdorfer Wiesen entkommen. wieder zurück. Seine Freunde befürchten ein Unglück. Er wird sich aber, wenn auch mit bedenklich erleichtertem Portemonnaie, wohl wieder einfinden. Vermischtes. Ueber ein Attentat auf einen Arzt wird aus Bromberg berichtet: Am Sonntag ist gegen den Arzt Dr. Augstein ein Attentat von der Arbeiterfrau Walotta, seiner Patientin, verübt worden. Dieselbe goß dem Arzt in ihrer Wohnung einen Topf heißen Chlorkalkwassers ins Gesicht. Die Verlegungen sind schwer. Das Geficht ist geschwollen, und es ist noch ungewiß, ob die Augen zu retten sind. Die Walotka wollte sich dafür rächen, daß Dr. Augstein sie nicht geheilt hatte. Sie sowie ihre ganze Familie ist verhaftet worden. Verschwunden ist in Berlin der 20jährige Kaufmann Arthur Schwarz, der Sohn des Bahnhofsvorstehers von Grimmitschau in Sachsen. Der junge Mann ist von Leipzig hierhergekommen und wird seit dem 8. d. M. vermißt. Herr Paul Blumenreich schreibt uns zu der Nachricht, Aus dem Polizeibericht vom 12. Oktober. Auf der daß die Generalversammlung des Theaters des Westens von der Wache des 72. Polizei- Reviers erhängte sich am Sonnabend in der Sistirzelle ein wegen vorfäßlicher Zertrümmerung eines gegen ihn beantragten strafrechtlichen Verfolgung Kenntniß ge- Schaufensters festgenommener Mann an seinem Zaschentuch. nommen habe: Von Herrn Emil Meßthaler, dem Direktor des Deutschen Meine Entlaffung erfolgte mittels Schreibens vom 26. Juli Sofort vorgenommene Wiederbelebungsversuche schienen Erfolg diefes Jahres und am 16. August meldete mir Herr Leopold zu haben, jedoch trat plötzlich der Tod ein. Der Mann hatte Theaters in München, wird uns folgendes geschrieben: Gestatte Berch( Jnhaber der Firma Berch u. Flothow), der es in seiner jede Auskunft über seine Person verweigert und ist auch bisher mir, Sie ganz ergebenft um gütige Aufnahme folgender BeAbends wurde der Schloffer richtigung zu bitten. Der in der Nummer vom 8. Oftober ents Eigenschaft als Mitglied der Gesellschaft Theater des Westens" nicht refognoszirt worden. übernommen, Verhandlungen mit mir zu führen, brieflich: In Schulz in der Dorotheenstraße durch eine Droschke umgestoßen, baltene Bericht über ein Renkontre meinerseits mit Herrn an der Brust überfahren und anscheinend innerlich schwer Dr. Sigl beruht auf gänzlicher Entstellung der Thatsachen. Ich der Generalversammlung hat der Vorsitzende des Aufsichtsrathes verlegt. Gestern Nachmittag fiel der 56 jährige Milchhändler bin in der Lage, nöthigenfalls durch Zeugen den wahren Sachauf die Erklärung abgegeben, daß die Kasse bis den Pfennig stimmte und die Gesellschaft durch Sustav Grieß auf dem Bahnhofe Gesundbrunnen infolge verhalt feststellen zu laffen. Wie sich die so luftig klingende Gesellschaft durch eines Fehltritts von der nach dem Bahnsteige führenden Treppe Geschichte, die wir der„ Münch. Post" entnommen haben, zu aus teinen Verlust gehabt. Er hat mitgetheilt, daß die Angelegenheit vollständig erledigt ist.... Als Gründe Ihres und erlitt dabei außer einer leichten Verlegung am Kopfe eine getragen hat, berichtet Herr Meßthaler nicht. Wie ans Brüg gemeldet wird, ist der Erdboden an einer Austritts hat er angegeben, daß Sie Bestellungen gegeben und Verstauchung des linken Fußes. Nachdem ihm von einer zufällig Engagements abgeschloffen haben über das Bedürfniß hinaus." anwesenden Krankenpflegerin ein Verband angelegt worden Stelle der Brüger Zuckerfabrik, wo Rübenschnitzel drei Meter Wenn man nun heute, zwei Monate später, Grund zu schweren war, wurde er in einer Droschte nach seiner Wohnung gebracht. boch aufgehäuft lagerten, aufgeweicht und in eine bisher unVor dem Hause Mauerstr. 15a fand abends ein Zusammen- bekannte Bergbaustrecke aus dem Anfange dieses Jahrhunderts Beschuldigungen zu haben vorgiebt, so liegt es nahe, daß erst meine Broschüre„ Das Theater des Westens" gewissen Personen oß zwischen einem aus zwei Wagen bestehenden Zug der eingebrochen. Die Pinge besigt, wie man annimmt, fünf Meter eine neue Auffaffung der Dinge beigebracht hat. Vielleicht auch elektrischen Straßenbahn und einem offenen Pferdebahnwagen in Tiefe und Durchmesser. Gin Arbeiter ist mit den Rübenwollte man Stimmung machen für die gestrige Novität- was der Linie Alexanderplatz- Nollendorfplatz statt, wobei das Verdeck schnitzeln versunken und bisher nicht aufgefunden worden. des letzteren gänzlich herabgerissen und der Referendar Karl ja glänzend gelungen ist. Ich fann die Beschuldigungen derer Meier am Kopfe anscheinend nur unerheblich verletzt wurde. um Sehring" mit aller Seelenruhe an mich herankommen lassen. Nach Ansicht der Zeugen trifft den Führer des Pferdebahnwagens Wetter- Prognose für Dienstag, den 13. Oftober 1896. Agrarisches. Bissig schreibt die Deutsche Tageszeitung": die Schuld an dem Unfalle, da er auf der Kreuzung der Geleise Etwas fühler, ziemlich trübe mit leichten Regenfällen und Ein neues Geschlecht seht sich in den Landgütern der Mark unmittelbar in den zweiten Wagen der elektrischen Straßenbahn schwachen nordwestlichen Winden. Brandenburg fest. Der Verleger des Berliner Tageblatts", hineingefahren ist. In der Woche vom 3. 10. bis 9. 10. ftellt Berliner Wetterbureau. Vérantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. " " L Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 240. Dienstag, den 13. Oktober 1806. 13. Jalirg. Parteitag trev loziAldemokrAtifiken Vartei Deutsitzlernds. Vorversammlung am Sonntag, den 11. Oktober 1836, abends 7 Uhr, im Saale der„Vier Jahreszeiten" in Siebleben bei Gotha. Unser diesjähriger Parteirag, der nach Gotha berufen ist, kann in der Stadt selber bekanntlich nicht stallfinden, da das einzige Lokal, das hierfür in Frage kommt, von unseren Genossen gesperrt werden mußte. Er ist deshalb nach Siebleben verlegt n orden, einem Dorfe, das etwa dreiviertel Stunde» von der Stadt entfernt ist. Der Saal, der uns dort zur Verfügung steht, bietet für ungefähr 300 Delegirte Ziaum. Für die Zuhörer steht nur eine schmale Gallcrie zur Verfügung, die höchstens sechzig Peisonen Platz gewährt. Dieser Mißstand ließ sich nicht leleitigen. Um den Gothaischen Genossen wenigstens etwas E>satz zu verschaffen, wurde heute Nachmittag um drei Uhr eine Volkc-versammlung im Kongrcßsaale veranstaltet, die überaus zahlreich besucht war und in der Liebknecht in kräftigen Züge» ein Bild der Partei, ihrer Geschichte und ihrer Bestrebungen enlivarf.' Eingetroffen sind etwa 250 Telegirte. Der Saal ist einfach aber würdig geschmückt. Am Eingang begrübt die Eintretenden auf einem mit rolhen Bannern drapirten Schilde unser alter Schlachtruf: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Aus Schildern an den Saalwänden sind zahlreiche Sprüche zu lesen, von denen einige der markantesten hier mitgetheilt sein möge»:„Der Sozialismus ist der Friede."„Die Befreiung der Arbeit ist die Befreiung der Menschheit."„Der Sozialismus ist der Träger aller Kultur."„Gegen die unheilige Allianz der kapitalistischen Mächte die heilige Allianz des internationalen Proletariats."„Wo das erste Vorrecht anfing, hörte das Recht auf."„Nicht aus dem Blute der Tyrannen entlodern die Flammen der Freiheit,— Nein, aus den, Herzen des Volks, welches sich selber erkennt."„Der Feind, den wrr am meisten hassen,— Das ist der Unverstand der Massen."„Wir lebe» nicht, um zu arbeiten, sondern arbeiten, um zu leben."„Nun, Freunde, der Tag ist jetzt erwacht,— Der Morgen naht, wo wir's erringen. — Nicht ohne Kamps, doch ohne Schlacht;— Ter Geist ist stärker als die Klingen." Ueber der mit Tannenreisern geschmückten Rednertribüne steht oben an der Wand auf roth drapirtem Postament die Büste von Karl Marx, während in den Ecken links und rechts von der Tribüne die Büsten von Ferdinand Lassalle und Friedrich Engels angebracht sind. Kurz nach 7 Uhr eröffnete Genoffe Bock im Namen des Lokalkomitees die Verhandlungen mit folgender Ansprache: Parteigenossen und Genossinnen! Im Auftrage des Lokal- Komitees und namens der sozialdemokratischen Partei des gothaischen Landes begrüße ich Sie und heiße Sie herzlich will- kommen. Zu unserem Bedauern war es uns nicht möglich, Sie in der Stadt Gotha unterzubringen und den Parteitag dort ab- zuhalten. Die Situation ist lediglich hervorgerufen durch die Verschärfung der Gegensätze, wie sie auch hier zwischen der proletarischen und der kapitalistischen Welt sich entwickelt haben. Sie alle, die Sie hier versammelt sind, kennen ja diesen Kamps und seine Folgen. Als vor 21 Jahren der Vereinigungs-Kongreß in Gotha die beiden Bruderparteien zusammensührte und ihnen ein Programm gab, und als die beiden darauffolgenden Kongresse in der Stadt Gotha die Partei einigten und kräftigten, da spotteten, da höhnten, da scherzten noch viele Gegner über die Sozialdemo- kratie. Nur den einsichtigeren Politikern flößte schon damals die Bewegung ernste Besorgniß ein, vor allen Dingen aber setzte sie einen Mann, den damaligen Lenker und Leiter der Geschicke Deutschlands, den sogenannten größten und bedeutendsten Staats- mann unseres Jahrhunderts, in panische» Schrecken, und er sann unausgesetzt darauf, die Sozialdemokratie Deutschlands im Keime zu ersticken. Als der Schuß von Hödel fiel, und bald daraus ein zweiter Schuß eines Halbwahnsinnigen zu Berlin. da gab es für ihn die Gelegenheit, mit Hilfe des kapitalistischen Klüngels einen Strick zu drehen, um die Sozialdemokratie zu erwürgen. Die Sozialdemokratie hat im sturmerprobten Kampfe den Strick zerrisse» und den Feinden vor die Füße geworfen, und der Mann, welcher sich vermaß, die aus unseren wirthschaftlichen und sozialen Verhält- nissen heraus sich entwickelnde Partei zu tödten. ist heute eine ausgebrannte alte Raketenkiste(Heiterkeit und Beifall), aus der nur selten einmal ein Funken in die Höhe steigt, der aber die Welt nicht mehr erleuchtet. Die sozial- demokratische Partei hat sich im Laufe dieser Zeit zur größten, mächtigsten und stärksten Partei Deutschlands entwickelt, und auch wir Gothaer können von uns sagen, daß wir in diesem v.eitraume gleichen Schritt mit der Entwickelung der Partei Teutschlands gehalten haben(Bravo!). Seit vielen Jahren war es uns möglich, den Wahlkreis Gotha der sozialdemokratischen Partei im Reichstag zu sichern, und bei den jüngsten Landtags- wählen gelang es uns. durch angestrengte Thaligkeit und Orgam- sation unseren Gegnern einen vernichtenden Schlag beizubringen. (Lebhafter Beifall.) Es verlautet auch heute schon, daß die Re- gierung unseres kleinen Duodezstaates mit Reaktionsmittcln gegen die sozialdemokratische Partei vorzugehen gedenkt; allem ich kann den Telegirten versichern, daß. wie die Sozialdemokraten Deutsch- lands bis jetzt das schlimmste Gesetz, das man ihr an die Beine gehängt hat, übermunden hat, auch die Sozialdemokralen Golha's sich dadurch nicht werden überwinden lassen.(Lebhafter Beifall.) Die Sozialdemokratie ist eben ein« Macht, die nicht mehr zu beseitigen ist. Die Sozialdemokratie wird von Jahr zu Jahr größer werden und immer schönere Triumphe feiern, als wie sie sie gegenwärtig in Gotha, Hesse,, und anderen Städten und Ländern errungen hat. (Beifall.) Auch wir Sozialdemokraten in Gotha erhoffen und erharren nichts mehr von oben, nichts mehr von außen— die Sozialdemokratie von heute, sie wirkt, sie agitirt, sie organisirt, sie rüstet sich gegen den Kamps mit ihren Gegnern für die Zukunft;— und in diesem Sinne be- grüße ich den Parteitag, m der festen Erwartung, daß es ihm gelingen wird, in leidenschaftsloser Debatte die Mittel und Wege, die uns zum Ziele führen sollen, zu berathen, und hiermit eröffne ich den Parteitag in Gotha und heiße Sie noch einmal recht herzlich willkomnie».(Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) F ö r st e r- Hamburg: Werthe Parteigenossen! Es ist nicht der erste Parteilag, den wir hier in Gotha abhalten. Zu wiederholten Malen sind hier unsere Vertreter zusammengetreten, um das Wohl der Partei zu fördern. Der wichtigste unter diesen Kongressen war zweifellos der Vereinigungs- Parteitag, der vor 21 Jahren hier stattfand, der wichtigste für unsere Parteibestrebungen. Die Arbeiter haben sich damals gesagt: Es giebt zwischen uns keine Differenzpunkte. die groß genug wären, daß wir ihretwegen den Kampf gegen die Gegner gelrennt führen sollten; dazu ist dieser Kamps zu schwierig und zu ernst. Seit dieser teit marschirt die sozialdemokratlsche Arbeiterschast in geschlossener halanx! Sie alle, die Sie mitten im Kampfe stehen, kenne» unsere Thätigkeit. Es ist gewiß wahr: je mehr unsere Partei Boden gewinnt, je größer unsere Macht und die Zahl unserer Vertreter wird, je mehr unsere Bewegung sich verlieft, um so ernster, um so gewaltiger wird der Kamps, den wir führen, um so heftiger der Widerstand unserer Gegner, die immer mehr in die Enge geralhen. Unsere Aufgaben wachsen, auch die Aufgaben, die ein Parteitag zu lösen hat. Davon sind Sie alle überzeugt. Ist doch das charakteristische Merkmal unserer Parteilage der große Fleiß, die Gewissenhastigkeil und der Ernst, mit dem auf unser» Partei- ragen gearbeitet wird. Wissen wir doch, welch' großes Ziel uns winkt. Bon diesem Geiste waren alle unsere Parteitage erfüllt; auch dieser wird es sein; auch er wird dazu beitragen, unsere Partei für den Kampf zu stärken und uns in gemeinsamer Be- rathung zu zeigen, wie wir unsere Sache am besten fördern. Daß unsere Berathungen in diesem Sinne verlaufen, dazu hat jeder durch seine Thäligkeit beizutragen! Hiermit erkläre ich den Parteitag für eröffnet und bitte um Vorschläge für das Bureau. Vorgeschlagen werden Bock und Singer und durch Zuruf gewählt. Singer: Mit meinem Dank an Sie für Ihr Erscheinen verbinde ich die Bitte, das Bureau dadurch zu unterstützen, daß jeder Theilnehmer des Parteitages bemüht ist, unsere Geschäfte nach Kräften zu fördern. Ich glaube im Sinne des gesammten Parteitages zu sprechen, wenn ich diesen Augenblick benutze, um namens des Parteitages, und da die Telegirten hier die legitimen Vertreter der Partei sind, auch namens der gesammten Partei Deutschlands unseren Gothaer Genossen den Dank der Partei auszusprechen für die tapfere, energische Agitation, die sie bei den letzten Wahlen ausgeübt haben und die uns zu einem so glänzenden Siege, zur Vermehrung unserer Mandate im Golhaer Landtage von 1 auf 8 verholfen hat. (Stürmischer Beifall.) Parteigenossen! Gotha ist nun einmal ein historischer Boden für die Partei, und auch heute stellt sich eine kleine geschichtliche Reminiscenz ein. Ich erinnere an den Parteitag, der 1875 in Gotha getagt hat, der nach Gotha gegangen ist, weil die Tessew dorfferei in Preußen die Partei damals aufgelöst hatte. Wir sind heute in einer ähnlichen Situation. Die Köllerei in Preußen hat, wie Sie wissen, den Parteivorstand als einen Verein er- klärt, ihn aufgelöst. Der Prozeß, der darüber gesührt ist, ist in Ihrer Erinnerung. Wie sehr die Maßregel des des preußischen Ministeriums die Partei zu schädigen geeignet ist, das beweist die zahlreiche Schaar unserer Delegirten(Heiter keit), die heute mehr wie je, trotz aller Köllerei, bereit und ent schloffen sind, die Fahne der Sozialdemokratie hier zu entrollen. (Lebhafter Beifall). Ich möchte gemäß unserem Organisationsstatut den Partei tag bitten, in der Konstituirung fortzufahren und zunächst neun Schriftführer dem Bureau hier zu Hilfe zu geben. Auf Vorschlag von Wein Heber- Hamburg werden durch Akklamation zu Schriftführern folgende Genossen gewählt Hülle- Erfurt, B r u h n s- Breslau, Röhn- Berlin, Fräulein Baader- Berlin, Dr. A r o n s- Berlin. Bömelburg- Haw bürg, Leven-Gera, M a t t u t a t- Augsburg und Lesche- Altona. Heute fungiren als Schriftführer Hülle, Bruhns und Röhn. In die Mandatsprüfungskommission werden durch Zuruf gewählt: Antr ick-Berlin, E h r h a r d t-Ludwigshafen, Agster Stuttgart, Bios- Stuttgart, Schumann- Bielefeld, H u g- Bant, W e h d e r- Sonneberg, Schmidt- München und Frau K ä h l e r- Wandsbeck. Singer schlägt vor. nunmehr die Geschäftsordnung fest zustellen. In bezng auf die Sitzungszeit schlägt er in Rücksicht aus die lokalen Verhältnisse, die weite Eutsernung des Kongreß- lokals von der Stadt, vor, von 9—1 Uhr und von 4—3 Uhr zu tagen. Hiergegen erhebt sich Widerspruch. Schumann- Bielefeld beantragt, acht Stunden hinter- einander mit einer halbstündigen Pause zu tagen. Leut er t- Apolda beantragt, von 9—12 Uhr und von 3 bis 7 Uhr zu verhandeln. Da keiner dieser Vorschläge eine Mehrheit findet, so soll versuchsweise morgen von 9 bis 1 und von 3 bis 7 Uhr gelagt werden. Hierauf wird die provisorische Geschäftsordnung ohne Debatte genehmigt. Bei der Festsetzung der Tagesordnung schlägt Singer vor. den Bericht der Parteileitung nicht, wie bis» her. in seiner Gesammtheit, sondern gruppenweise zu diskutiren, und zwar in einer Gruppe die Agitation, in einer anderen die Presse, und in einer dritten die Kassen- Verhältnisse. Bei der bisherigen Praxis habe man die Erfahrung gemacht, daß eine gründliche Besprechung sehr er- ichwert wird. Wen» sein Vorschlag angenommen würde, so könnte man die zu den einzelnen Gruppen gestellten Anträge gleich mit debattiren und zur Entscheidung bringen. Der Vorschlag der gruppenweisen Besprechung des Partei» berichts wird ohne Debatte angenommen, ebenso erklärt sich die Versammlung mit dem Vorschlage des geschäflsführenden Aus- schuffes einverstanden, wonach an zweiter Stelle der Bericht über die stattgefundene Kontrolle und an dritter Stelle der Bericht über die parlamentarische Thätigkeit entgegen genommen werden soll. Als vierten Punkt hat der Ausschuß die Maifeier 1837 auf die Tagesordnung gesetzt. Genosse A r o n S- Berlin schlägt vor, daß sich der Parteitag zunächst darüber einigen möge, welche Punkte überhaupt be- handelt werden sollen ohne Rücksicht auf die Reihenfolge. Inzwischen ist folgender von Berliner Delegirten unter- zeichneter Antrag eingegangen:„In Erwägung, daß eine größere Anzahl von Anträgen eingegangen ist, welche die Behandlung einzelner Fragen des Arbeiterschutzes aus dem Parteitage fordern, beantragen die Unterzeichneten, als besondere» Punkt ans die Tagesordnung zu setzen„Arbeiterschutz" und unter diesem Punkt sämmtliche diesbezüglichen Anträge zu behandeln." Lehmann- Dortmund beantragt, das Proportional-Wahl- recht als letzten Punkt auf die Tagesordnung zu setzen, da es sich hier nur um die Erörterung einer akademischen Frage handele. Wenn heute eine Aenderung des Wahlrechts einträte, so würde dies doch nur im reaktionären Sinne geschehen.(Sehr richtig!) F r o h m e- Hamburg kann nur dem einen Abänderungs- anlrag zustimmen, wonach als besonderer Punkt die Presse auf die Tagesordnung gesetzt werde» soll, und bittet, es im übrige» bei der aufgestellten Tagesordnung zu lassen. Der Antrag der Berliner Genossen müsse schon aus dem Grunde abgelehnt werden, weil keine Vorarbeiten dazu gemacht seien. Im übrigen biete sich auch bei der Generaldebatte Gelegenheit, auf alle diese Fragen einzugehen. A r o n s führt zur Begründung des Antrages der Berliner Genossin aus, daß dadurch die Geschäfte wesentlich vereinsacht würden, es könnte» dann die verschiedenen Anträge betreffs einzelner Punkte des Arbeiterschutzes, wie Erringung des Acht- stundentages, Kampf gegen industrielle Ausbeutung, Achtuhr» Ladenschluß. Unfallversicherungs- Gesetz u. s. w. gemeinsam be- handelt werden. Der einzige Einwand, der gegen seinen Autrag erhoben werden könnte, sei dadurch hinfällig geworden, daß Ge- nosse Wurm sich zur Uebernahme des Referats bereit erklärt habe. „Presse" gestellten Autrag durch die nach dem Vorschlage Singer's beschlossene Eintheilung für erledigt. Dem Anlrag Arons kann Redner nicht zustimmen, da die Frage des Arbeiterschutzes mit einem einfachen Referat ohne die genügende vorherige Dar» legung in der Presse und der Oeffenllichkeit nicht abzuthun sei. Er habe nichts dagegen, daß der Arbeiterschutz auf die Tages- ordnung des nächsten Parteitages gesetzt wird, nachdem für ein Referat und für ein Korreferat über den Arbeiterschutz im allgemeinen und mit Rücksicht aus den jeweiligen Stand in Deutschland ausreichend gesorgt sei. Es genüge nicht, daß ein Genosse sich aus Gefälligkeit zur Uebernahme des Referats bereit erklärt. Im übrigen empfehle er den Vorschlag des Ausschusses bezüglich der Tagesordnung und bitte nur, das Proportional- Wahlrecht an letzter Stelle zu behandeln. Eichhorn- Dresden befüewortet den Antrag 1, wonach die Erringung des Achtstundentages, der Kampf gegen die Haus- industrielle Ausbeutung, die Koalitionsfreiheit und die Organi- satio» der Partei auf die Tagesordnung gesetzt werden soll. Mit dem Proportional-Wahlrecht habe man keine Veranlassung sich zu beschäftigen, sondern eher vielleicht mit der Frage, ivie man einer eventuellen Verschlechterung des Wahlrechts entgegen- treten könne. Dagegen fehle in der Tagesordnung ein Punkt, der sich damit beschäftigt, wie die Partei den industriellen Ausschwung der letzten Zeit für sich ausnützen könne. Behr erklärt sich gegen den Antrag Arons; wenn man etwas Gediegenes leisten wolle, so dürfe man nicht zu viel Punkte behandeln. Hingegen sei es nöthig, das Proportional-Wahlrecht suf der Tagesordnung zu lassen, da über diese Frage große Un- klarheit in den Kreise» der Genossen herrsche. L e u t e r t- Apolda will das Proportionalsystem besprochen haben, schlägt aber vor, es hinter den Punkt„Frauenagitation" zu setzen. F r o h m e- Hamburg ersucht nochmals um Beibehaltung der Reihenfolge des provisorischen Programms. Die Verhandlung über das Proportionalsystem werde voraussichtlich keine lange Zeit in Anspruch nehmen. S ch ö p f l i n- Frankfurt tritt für den Antrag Arons ein. Der Bericht über den Londoner Kongreß verlange doch eine eingehende Behandlung und müsse daher vorangehen. Das Proportional-Wohlsystem könne ruhig an achter Stelle bleiben. Zorn wünscht gleichfalls, daß der Bericht über den Londoner Kongreß an eine frühere Stelle gerückt wird. Fischer. Berlin hält es für das beste, dem Antrag Arons entsprechend, die Frage des Arbeiterschutzes aus die Tages- ordnung zu setzen. Es bestehe ja eine sehr starke Strömung unter den Genossen auf Besprechung des Koalitionsrechtes und Achtuhr- Ladenschlusses. und man würde sehr unklug handeln, wenn man diese Strömung nicht berücksichtigen wollte; da sie einmal vorhanden sei. müsse der Parteitag schon einmal die Zeil dafür opfern, wenn auch nicht viel dabei herauskommen werde. Der Antrag Arons fasse diese Punkte zusammen.(Sehr richtig!) V a l d i x- Schmölln wünscht, daß die Frage des Acht« uhr-Ladenschlusses auf die Tagesordnung an stelle des Berichts über den Londoner Kongreß gesetzt iverde. Pfannkuch-Hamburg: Der Vorschlag des Vorsitzenden ist ganz geeignet, die Debatte über eine andere Aufstellung der Tagesordnung wesentlich zu verkürzen. Alle die Vorwürfe, die in der Parteipresse gegen den Vorstand wegen der Ausstellung der Tagesordnung erhoben worden, sind hier nicht laut geworden. Es ist kein Grund vorhanden, eine Debatte und eine Beschlußfassung über die strittigen Fragen zu ver- hindern; es bietet sich hierzu aber die beste Gelegenheit bei der Berichterstattung der Parteileitung. Redner erklärt sich jedoch für eine Ergänzung der Tagesordnung nach dem Anlrag Arons. Es ist ein Antrag, über sämmtliche Anträge, die auf Ab- ändernng der TagesordnuuA gestellt sind, zur Tagesordnung über- zugehen, eingegangen und findet genügende Unterstützung. Gewehr(Elberfeld) begründet den Autrag auf Ibebergang zur Tagesordnung. Durch Abänderung der Tagesordnung werde etwas Praktisches nicht herauskommen. Lehman n spricht dagegen. Der Achtstundentag werde nicht so kurzerhand erledigt werde», und vor allem müsse man berücksichtigen, daß hinter dieser Forderung ein großer Theil der gewerkschaftlich organisirten Genossen stehe; thue man das nicht. so lause man Gefahr, den Keim eines Zwiespaltes zwischen die in der politischen und die in der gewerkschaftlichen Bewegung stehenden Genossen zu tragen.(Widerspruch.) Der Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung wird mit großer Mehrheil abgelehnt. Schreck-Bielefeld wendet sich gegen den Standtpunkt Fischers. Der Punkt„Erringung des Achtstundentages" müsse als vollständig selbständiger Punkt auf die Tagesordnung gesetzt werden. Damit schließt die Diskusston. Der Antrag Arons wird mit großer Mehrheit angenommen.(Beifall.) Damit sind die Anträge 1 bis 3 erledigt. Der Antrag 4 (2 Hamburg und Niederbaruim) wird zurückgezogen. Der Au- trag 9 Halle, auf die Tagesordnung ein Referat über die Wohnungsfrage zu setzen, wird unter großer Heiterkeit gegen eine Stimme abgelehnt. Die ersten drei Punkte der Tagesordnung bleiben, wie sie provisorisch aufgestellt waren. Der Vorschlag Singer's. als vierten Punkt den Antrag Arons zu setzen, wird einstimnng angenommen. Silz Punkt ö und 6 werden Maiseier und Londoner Kongreß festgesetzt. Singer schlägt vor. das Referat über daS Proportional-Wahlrecht an letzte Stelle der Tagesordnung zu setze». DaS wird mit Mehrheit angenommen und dem ferneren Vorschlag Siugee's zugestimmt, den Rest der Tagesordnung folgendermaßen zu gestalten: 7. Frauenagitalion. 8. Organisation. 9. Anträge zum Parteiprogramm und Organisation. 10. Sonstige Anträge. ll. Wahl der Parteileitung und daneben noch Proportional- Wahlsystem(Heiterkeit und Zurufe). i n g e r: Wir müssen dem Beschluß des vorigen Partei- tages doch wenigstens soweit Reverenz erweisen, daß wir das Proportional-Wahlsystem nicht noch hinter den selbstverständlich letzten geschäftlichen Theil der Tagesordnung setzen. Lesche- Altona widerspricht dem Vorschlage Singer's und will das Proportional-Wahlsystem an 9. Stelle gesetzt wissen. (Lebhafter Widerspruch.) Dreesbach- Mannheim meint, daß, wenn man den Be- schlich des vorjährigen Parteitages überhaupt respektiren wolle, das Proportional-Wahlsystem umnittelbar hinter den Punkten, zu denen llieserenten vorgesehen seien, stellen müsse; sonst solle man es lieber ganz von der Tagesordnung absetzen.(Lebhaste Zu- timmung.) Mit ziemlicher Mehrheit wird schließlich beschlossen, daS Proportional-Wahlsystem zum 9. Punkte der Tagesordnung zu machen. Damit ist die heutige Tagesordnung erledigt. Der Eröffnung des Parteitags ging eine ausgezeichnet Stadthagen hält den von ihm bezüglich des Punktes besuchte Volks versaminlung voraus, die im Kongreßlokale statt Erster Berhandlungstag Montag, den 12. Oktober Vormittagssigung 914 Uhr. Den Vorfis führt Singer. Gine Reihe Begrüßungsfchreiben und Telegramme find eingetroffen. H heute hier vertreten wären " kommen. " fand und ausgezeichnet befucht war. Liebknecht und Singer monatlich verlangt und erhalten hat, den Beweis erbracht, Organ in thatkräftiger Weise gesorgt werden müsse. Wir wollten sprachen unter dem Jubel der Zuhörer über die Aufgaben des daß dies Geld nicht besser hätte angelegt werden können das Experiment machen, durch eine große Aufwendung das Blatt diesjährigen Parteitages. und daß die Rubrizirung dieses Zuschusses unter" Agi auf eigene Füße zu stellen. Leider ist das Experiment nicht ge= tation" vollauf berechtigt ift.( Sehr richtig!) auch Mainz mit herangezogen ist, wundert mich. Die Bor- zeugt, daß so hohe Aufwendungen auf die Dauer von der Partei für Daß lungen. Auch die Breslauer Genossen haben sich davon über gänge find ja bekannt, ich habe keinen Anlaß, sie hier zu ihr Blatt nicht geleistet werden können. Es soll in anderer Weise vererörtern; jedenfalls verdienen die Mainzer Genossen für die sucht werden, das Blatt zu bilanziren; jedenfalls werden im nächsten Energie, mit der sie trotz schwieriger Verhältnisse den Wahl- Jahre nicht die hohen Summen für Breslau im Parteibericht figuriren. Der Parteitag tritt hierauf in die Tagesordnung ein. tampf geführt haben, die volle Anerkennung der Partei und die Die Steigerung der Einnahmen gegen das Vorjahr ist ja Den Geschäftsbericht des geschäftsführenden Aufwendungen für das Mainzer Organ sind schon deshalb wohl ein günstiges Ergebniß für die finanzielle Lage der Partei, der Ausschusse 3" erstattet zu rechtfertigen. Auch die noch zu zahlenden werden im Hin Ueberschuß war aber kleiner und würde noch kleiner gewesen Pfannkuch: Der geschäftsführende Ausschuß ist eine blick auf die Reichstagswahl gewiß gern bewilligt werden.( 3u fein, wenn weniger vorsichtig gewirthschaftet worden wäre und Neuerscheinung. Die vorjährige Parteileitung war sich bewußt, stimmung.) daß beim Fallenlassen der Umfturzvorlage ein Schlag gegen die andere als die wirklichen Bedürfnisse berücksichtigt worden wären. Was mich wundert, ist, daß der Artikelschreiber die Zu- Die Parteiorte müssen den guten Willen mehr als bisher bePartei tommen würde und mußte; wir hatten ihn noch viel wendung an die„ Wiener Arbeiterzeitung" bemängelt hat. Wenn thätigen und von ihren Ueberschüssen auch ab und zu eine Postfrüher erwartet. Der Zeitpunkt, den die preußische Regierung wählte, diesmal teine Gründe für die Zuwendung an die österreichischen anweisung an die Parteileitung schicken, und einige haben ja um zu dem vernichtenden Schlage gegen die Partei auszuholen, war Genossen angegeben sind, so einfach deshalb nicht, weil die auch diesen guten Willen bereits der denkbar ungünstigste( Sehr wahr!), weil wir alle Gegenmaßregeln finanzielle Lage unseres Wiener Bruderorgans dieselbe geblieben Parteiorte hat einer dieser gezeigt; uns gefagt: Ihr sollt hatten vorbereiten tönnen, um den Saylag gegenstandslos zu machen. ist, wie bei der ersten Zuwendung. Die Wiener Parteileitung aber erst Ihr sollt was erhalten, nach dem Parteitage!( Große Heiterkeit). Der Schlag fiel. Am 25. Oktober fanden die Haussuchungen brachte den unumstößlichen Nachweis, daß das bis dahin Zuwendungen an die Preffe sind an die dreimal erscheinende statt, und schon am 4. Dezember war die Fraktion in der Lage, wöchentlich erscheinende Organ in ein Tagesorgan umgewandelt Niederrheinische Boltstribüne", das„ Gothaische Tageblatt", das die nöthigen geschäftlichen Anordnungen zu treffen, so daß alles werden müsse. Wir haben uns feinen Augenblick besonnen," Boltsblatt für Anhalt", im ganzen nur 3900 m., gezahlt worden, feinen ruhigen Fortgang nehmen konnte. Was die Rölleret aus Gründen der internationalen Solidarität unsere Bruder während die Rheinische Zeitung", die sechsmal erscheint, allein gegen uns vermochte, waren Unannehmlichkeiten für einzelne partei nach Kräften zu unterstützen( Bravo!) und haben es für 10 000 m. erhalten hat; das ist ein Beweis dafür, daß die dreimal Genossen, im übrigen ist die Partei nicht gefchädigt, die Neu- gänzlich ausgeschlossen gehalten, daß auch nur ein Genoffe erscheinende Bresse einen geringeren Zuschuß erfordert, als die tägliche. einrichtungen haben gut funktionirt und es liegt keine Beschwerde fich finden könnte, der hieran Anstoß nehmen würde.( Bravo!) Die Verfolgungen und Bestrafungen, die die Partei im allfeitens der Genossen vor, ein Beweis, daß alles am Schnürchen Jedenfalls würde es, wenn die österreichischen Parteigenossen gemeinen über fich ergehen lassen mußte, bewegen sich etwa auf gegangen ist. eingeladen sind sie Die Aufgabe der Parteileitung ist und bleibt stets die rühren, solche Ausstellungen hören zu müssen. Wenn der Artikelpeinlich be- derselben Höhe wie im Vorjahre. Im Bericht ist auch auf das von der Ethischen Gesellschaft Förderung der Agitation. Was darin im abgelaufenen Geschäfts- fchreiber sich sogar zu dem Ausspruch versteigt: ja, wenn der ausgegangene Begnadigungsgesuch unserer im Effener Meineidsjahre geleistet werden mußte, haben wir geleistet. Mo es nicht Vorwärts" so ausgestattet wäre, wie die Wiener Arbeiter- prozeß verurtheilten Genossen hingewiesen. Unsere Genossen an Verhältnissen scheiterte, sind wir allen Wünschen, hinsichtlich zeitung", so will ich nur erwidern: persönlicher Agitation nachgekommen. Ja, wenn es mit dem stellen sich, wie nicht anders zu erwarten, auf den ParteiDas gefprochene, Geldbeutel gethan wäre!" Die Parteileitung ist unablässig be- standpunkt: sie wollen teine Gnade, wo sie ihrer Meinung nach zu zündende Wort ist ja immer das wirksamiste Mittel müht gewesen, auf diesem Gebiet zu leisten, was mög- unrecht verurtheilt sind, fie wollen ihr Recht.( Sehr richtig.) der Agitation, daneben hat aber doch eine hervorragende lich ist. Wenn weiter gefagt ist, das Leipziger Die Sympathie der deutschen Arbeiterklasse ist eine ungeschwächte, Bedeutung für die Agitation: die Presse.( Sehr richtig!) und Dresdener Organ überflügele bereits den Vorwärts", so fie betreibt mit allen Mitteln die Bewegung zu gunsten der Und da muß ich sagen: Der 3 u stand unserer Bresse ist das eine persönliche Anschauung des Artikelschreibers. Wir Wiederaufnahme des Verfahrens, damit unseren verurtheilten ift in vieler Hinsicht nicht befriedigend.( Oho!) Ich bin mir find jedenfalls bemüht, allen berechtigten Wünschen nachzu- Genoffen Gerechtigkeit widerfährt. Wir haben ferner auf die vielen der Tragweite meines Ausspruchs wohl bewußt, er soll auch fein Vorwurf gegen unfere Redakteure sein. Wir wissen, daß sie Verurtheilungen wegen Majestätsbeleidigung hingewiesen und auf Diese Artikel in der Parteipreffe haben eher zur Verwirrung die vielen in letzter Zeit vorgekommenen Begnadigungen von Leuten, ihr ganzes Rönnen in den Dienst der Partei stellen. Wenn sie als zur Klärung und Förderung der Agitation beigetragen. So denen die Pflege des öffentlichen Sicherheits- und Wohlfahrts nicht alle Wünsche befriedigten, so lag es nicht an ihrem guten verlangt die bekannte Artikelferie in der Sächsischen Arbeiter dienstes oblag, und die bei der Ausübung dieser Dienstpflicht sich Willen. Hier und da mag es am Können liegen; im Beitung", daß die Agitation die die gegenwärtige auf schwere Berfehlungen gegen strafgefeßliche Bestimmungen zu allgemeinen aber ist ein Mangel an geeigneten Kräften steigende wirthschaftliche Konjunktur au tonftatiren.( Schoenlant: Mangel an finanziellen Kräften!) Einkommens Verhältnisse der zur Besserung der schulden tommen ließen. Weiter haben Begnadigungen von Arbeiter ausnußen solle. Leuten stattgefunden, die den sogenannten fatisfattionsfähigen Auch darüber werden wir uns noch zu unterhalten haben; es Gewiß ist auf einzelnen Gebieten des gewerblichen Lebens eine Kreisen angehören und mit den Wordwaffen in der Hand vorläßt sich aber nicht leugnen, daß es häufig am richtigen Mann aufsteigende Ronjunttur zu verzeichnen, andererseits aber ist die gefaßterweise einander das Lebenslicht auszublasen be= am richtigen Plate fehlt.( Sehr richtig.) Redner wendet sich einem in Textilindustrie, die sehr viele Arbeiter beschäftigt, bereits wieder absichtigten. Die bürgerliche Presse hat sich ob der der Frankfurter Boltsstimme" erschienenen Artikel über die Partei: im Niedergang begriffen. So stehen namentlich in der Umgegend über folche Fälle preffe zu und stellt einige darin enthaltene Unrichtigkeiten richtig. von Gera eine ganze Anzahl von Webstühlen schon jetzt still. Lamentationen ergangen. ergangenen Begnadigungen ja in Wir stehen solchen Lamentationen Vorauslegung bei allen unseren Kämpfen ist, daß man abwägt, Ist es wirklich nöthig, erst die Alarmtrommel zu rühren, um aus selbstverständlich sehr fühl gegenüber, wir erblicken in diesen Bewelche Sträfte uns zur Verfügung stehen, um das gesteckte Biel der aufsteigenden Konjunktur die Koalitionsfreiheit, den Achtstunden- gnadigungen ein Moment mehr im Gesammtbild der Er zu erreichen. Wenn man so verfährt und das Ziel nicht weiter tag und ähnliche Forderungen herauszuschlagen? Hat die deutsche scheinungen am Schluß des Jahrhunderts, welches uns mit ftedt, als es mit den vorhandenen Kräften erreicht werden kann, Sozialdemokratie es jemals an der Agitation fehlen lassen? frohen Hoffnungen auf die uns bevorstehenden Kämpfe erfüllt. fo ist der Sieg gewiß und die Genossen werden zu neuen Sind wir nicht ununterbrochen thätig in der Agitation für das wir sind der Meinung, daß jede vom Minister in Vorschlag geKämpfen ermuthigt. Verfällt man jedoch in den Fehler allgemeine Wahlrecht für alle Körperschaften, für das Koalitions brachte Begnadigung mehr als eine von der Parteileitung zu und steckt das Biel zu weit, so geht die Schlacht in den meisten recht, den Achtstundentag, wo sich nur irgend die Gelegenheit arrangirende Agitationstour aufwiegt( Sehr richtig!), und in Fällen verloren, und die nothwendige Folge davon ist eine bietet? Die Maifeier Refolutionen betonen ausdrücklich die diesem Sinne tönnen wir uns über eine jede in diese Kategorie Entmuthigung und eine Lähmung der Kräfte auf einige Zeit. Nothwendigkeit der Verkürzung der Arbeitszeit und heben hervor, fallende Begnadigung nur freuen. Wir werden in jedem Kampfe, Ein schiefes Bild aber wird gegeben, wenn man in einem solchen daß der Achtstundentag der Ausgangspunkt für die Maifeier getreu unserer Tradition, uns dem Gegner stellen da, wo er sich Artifel, wie in dem der Frautf. Voltsstimme", die Thatsachen ist. Was verlangt man denu also? Neue Formeln sollen bietet. Leider haben wir ja die Erfahrung machen müssen, daß unrichtig darstellt. So wird darauf hingewiesen, daß die Partei- gefunden werden, neue Entdeckungen will man leitung die Subventionen nicht richtig vertheilt habe. Die Partei hier auch die Gegner mehr und mehr dem Kampf auf offenem Felde mit machen! Oder soll auf einen dieser Punkte uns aus dem Wege gehen. Da aber, wo sie sich uns stellen, leitung habe, wenn ein sechsmal wöchentlich erscheinendes die ganze Agitation konzentrirt werden? Eine Partei wie die werden wir ihnen zeigen, daß wir unseren Mann wie bisher so Blatt sich nicht rentirt habe, den Rath gegeben, das Blatt unfere, die im Kampf liegt, und allen Maßnahmen und Ein- auch in Zukunft stellen werden. Waffen für diesen Kampf zu einem dreimal wöchentlich erscheinenden zu machen; der richtungen der bürgerlichen Gesellschaft zu folgen und fich an- werden davon bin ich überzeugt die ferneren Berathungen Artikelschreiber wollte die Parteileitung aber dadurch ad absurdum aupaffen gezwungen ist, muß ihren Blick auf das Ganze richten und dieses Parteitages unserem Arsenal zuführen.( Lebhafter Beifall.) führen, daß er behauptete, die dreimal wöchentlich erscheinenden darf ihre Kräfte nicht für einen einzigen Punkt erschöpfen. Der Den Bericht über die Kontrolle erstattet Blätter hätten größere Subventionen bekommen als die anderen. Parteileitung muß da so viel Scharfblick zugetraut werden, Meister: Der schärfere Köllerwind hat die Thätigkeit der Das ist nun aber nicht der Fall, der Nachweis, daß die dreimal daß sie eine günstige Gelegenheit auch beim Schopfe faßt. Was Kontrolleure begrenzt; durch Richterspruch ist das Institut ber erscheinenden Blätter deshalb nicht rentabel seien, weil sie nicht bedentet also dieser Thatenbrang, diese Forderung: es muß Kontrolleure aufgelöst. Wir haben die Buchhandlung in voller täglich erscheinen, ist nicht erbracht. Wir tranfen ja jetzt schon an etwas gethan werden! Da kann nur der Generalstreit gemeint Ordnung gefunden. Nach Auflösung des Parteivorstandes habe dem Mangel an geeigneten Kräften für die täglich erscheinende Presse. sein( Rufe: Nein!) im Effett ist es nichts anderes. ich mit Frau Zetkin und Genossen Dubber nochmals auf Wenn auf das Eingehen dreier dreimal wöchentlich erscheinenden Das einzige Mittel, die Agitation wirksam zu führen, bleibt Wunsch der Geschäftsleitung revidirt. Wir haben den Blätter in Zeit, Wurzen und Gotha- Eisenach hingewiesen wird, nach wie vor die Organisation.( Sehr richtig!) In allen Beschluß des vorjährigen Parteitages, inwieweit bie fo lagen hierfür andere Gründe vor, wofür die Geschichte des Anträgen, die darauf hinauslaufen, die Agitation zu fördern, bei Bading hergestellten Bading hergestellten Drucksachen billiger hergestellt Beizer Blattes geradezu typisch ist. Die dortigen Parteigenossen wird verlangt, es sollen Agitationstouren der bekannten werden tönnen, ausgeführt. Wir haben zu diesem haben für alle Ermahnungen, Einwendungen und Rathschläge Redner veranstaltet und Flugblätter herausgegeben werden. Behufe bei sieben leistungsfähigen größeren Geschäften, darunter feitens der Parteileitung nur taube Ohren gehabt. Aber wir können auch auf diesem Gebiet über eine natürliche drei bürgerlichen, uns erfundigt, uns die Rechnungen einsenden Auch in diesem Augenblicke ist wieder von allen möglichen Grenze nicht hinauskommen, die wiederum in den Perfonen liegt. laffen u. f. w. Wir sind auf grund dieser Ermittelungen au Aktionen und Transaktionen in der Preffe die Rede. Die Genossen Die Agitation soll betrieben werden von bekannten Rednern. folgendem Refumee getommen: in einer Stadt, die 1890 an mich schrieben, ich müßte unbedingt Ja, wer sind die„ bekannten Redner"? Alle Parteigenossen, die mit dort eine Bersammlung abhalten, da dies Deutschlands größter derartigen Wünschen an die Parteileitung herantreten, schreiben, wir Wahlkreis sei, halten heute die Gründung eines Blattes für müßten ihnen zum mindesten einen Abgeordneten schicken. nöthig. Es ist uns hoffentlich gelungen, die Genoffen zu über- Ja welchen Abgeordneten? Schicken wir einen, dann heißt es: zeugen, daß sie mit der Gründung des Blattes noch eine Weile Ja, solchen Rebner, wie diefer Abgeordneter, haben wir im Wahlwarten tönnten. Unsere füddeutschen Genoffen haben freis ein halbes Dugend!( Heiterkeit). Bebel, Liebknecht, Auer ebenfalls diesbezügliche Anträge geftelt; zu meiner Singer muß es sein! Wenn die Genossen bescheiden sind, dann Genugthuung kann ich tonftatiren, daß die leitenden darf auch einmal Schoenlant oder Grillenberger oder Schippel Genossen Badens unferen Gründen zugänglich waren tommen( Heiterkeit). Und wie zenfiren die Genossen nachher bie und ihr Lieblingsprojekt so lange vertagen wollen bis die Vor- Reden! Dagegen ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, durch Berbedingungen geschaffen sind. Nun zurück zum Artifel der Frants. Da heißt es: Gegen den Genossen ist nichts einzuwenden, brav, befferungen im technischen Betriebe die Herstellungskosten eventuell Volksftimme". Der Vorschlag, den Posten eines Inspektors zu tüchtig, gewiffenhaft, für die kleinen Orte, draußen auf dem zu ermäßigen und so empfehlen die Kontrolleure der neu zu schaffen, der die Parteiorte bereisen und die Parteipreffe fon- Lande ein vorzüglicher Nebner, für uns in der Stadt nicht ge- wählenden Parteileitung, diesen Gesichtspunkt im Auge zu trolliren soll( Ruf: Parteizenfor) ist in der Parteileitung nügend!( Große Heiterkeit.) Wir können noch zufrieden sein, behalten." " " Die von Bading berechneten Preise sind durchaus angemessen und es dürfte nicht möglich sein, die Druckarbeiten billiger herstellen zu lassen. In betracht muß gezogen werden, daß die Verhältnisse an den verschiedenen Orten auch sehr verschieden gelagert find und bei Beurtheilung der Berechnung der Herstellungskosten die diefelben begleitenden Umstände, als da sind: höhere Löhne, kürzere Arbeitszeit und vor allem die die Preise sehr vertheuernde Nachtarbeit, wohl in Rücksicht gezogen werden müffen. Was die weitere Thätigkeit der Kontrolleure, die durch die Auflösung der Organisation unterbrochen wurde, anlangt, so ist nur eine Beschwerde an fie gelangt. Sie ging von einem Harburger Genoffen aus, der sich über die Harburger Parteis leitung beschwerte. Nach Prüfung der Sache konnten wir dem Harburger Genoffen jedoch nicht recht geben, sondern hatten schon seit Jahren aufgetaucht, aber aus mannigfachen wenn wir von der Agitationstour mit der Zensur gewissenhaft" Die bürgerlichen Firmen haben uns durchweg höhere Preise Gründen abgelehnt worden. Vor allen Dingen macht zurückkommen. Mehr als je ist gerade jezt die unermüdliche, berechnet als Bading, und zwar stellen sie diese Preise auch nur schon die Personenfrage unlösbare Schwierigteiten. Die Glied an Glied fich anreihende Organisation erforderlich für Tagarbeit, während die Herstellung des Vorwärts" leider Partei verfügt ja über sehr wenig Leute, die für einen solchen( Sehr richtig!) Genoffe Timm hat bei der Leitung des Nachtarbeit erfordert. Ebenso fehlte bei den bürgerlichen Firmen Boften fich eignen; und wenn der Artikelschreiber höhnisch von Konfektionsarbeiter- Streits eigenthümliche Erfahrungen gemacht. jebe Gewähr, daß sie die Bestimmungen des Buchdruckertarifs dem Berliner Dreigestirn": Singer, Bamberger und Fischer Sie fennen ihn ja als einen außerordentlich geschickten und erfolg- innehalten. Auch sonst sind die Einrichtungen bei Bading, hin spricht, dann sollte er doch wenigstens so anständig sein, daran reichen Organisator aber von dem großen Zulauf, den diese sichtlich der Arbeitszeit u. f. w., durchaus empfehlenswerth. Wir zu denken, daß es doch alte, bewährte Genossen sind. Auf dieses große Lohnbewegung der Organisation gebracht hat- wieviel ist haben infolge deffen mit bestem Wissen und Gewissen nicht zu Dreigestirn waren wir allerdings bisher angewiesen, und davon geblieben!( Sehr wahr!) Gerade diefer Streit hat be- einem anderen Borschlag kommen können, als zu dem Ihnen in dabei liegt Fischer als Leiter der Buchhandlung doch wiesen, daß eine fünstliche Mache das verfehlteste Spekulations- dem Resumee unterbreiteten. sicher auch nicht auf der Bärenhaut. Die Leitung in objekt ist, dem sich die Partei hingeben tann.( Lebhafte Bus Hamburg, Stuttgart, Dresden u. s. w. ist von den eigenen stimmung). Geschäften schon übergenug in Anspruch genommen, sobaß fie Auf grund der bisherigen Taktik müssen wir unsere Agitation dafür unabkömmlich find. Also der Artikelschreiber hätte body weiter führen, und wir werden gut dabei fahren. Wir fönnen die Verpflichtung gehabt, gleichzeitig mit seiner Forderung auch nicht die Partei mit Siebenmeilenstiefeln ausstatten, sondern wir die Personen zu nennen, die diesem Bosten gewachsen find. Auch müffen uns an den natürlichen Gang der Dinge halten. Einen die in dem Artikel aufgestellte Tabelle über den Zuschuß aus Fatalismus, der am Ende daraus erwachsen könnte, daß wir seine Beschwerde zurückzuweisen. der Parteikaffe ist nicht zutreffend. Auch Braunschweig ist zu sagen:" Die wirthschaftliche Entwickelung wird alles Das ist der Bericht, den ich zu erstatten hatte. Im unrecht in die Tabelle gekommen; ich will aber hier von felbft machen" weifen wir von uns. Dafür Anschluß hieran beantrage ich namens der Kontrolleure bie auf das nähere nicht eingehen. Was Riel betrifft, so will ich bürgt die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. Wir Decharcheertheilung für alle in betracht kommenden Parteihervorheben, daß wir den Zuschuß zur Gründung des Blattes werden uns niemals dem blinden Schicksal überlassen, beamten. nicht gegeben hätten, wenn sich die dortigen Genoffen an uns sondern wir werden versuchen, selber die nöthigen Ronsequenzen Vorsitzender Singer: Ueber den Bericht der Parteileitung gewendet hätten, damit die Gründung von Parteiblättern im aus der wirthschaftlichen Entwickelung zu ziehen und im Intereffe foll nach dem geftrigen Beschluß in einzelnen Abtheilungen be Norden aufhört. In Norddeutschland ist ja bekanntlich die der Partei zu verwerthen. rathen werden. Disziplin eine straffere( Heiterkeit), man ift dort den Ermahnungen der Parteileitung eher zugänglich. Die Gründung des Blattes in Riel ist das ureigenste Wert der Schleswig Holsteiner und der Hamburger Genoffen, und die letteren haben, so viel ich weiß, bisher einen Preßzuschuß von 13 000 m. ge währt.( Buruf: 16 000 M.!) Auf ein paar tausend Mart tommt es nicht an, über furz oder lang werden die Rieler doch wieder mit einer neuen Forderung kommen. Rostock erhält eben falls eine Subvention von Hamburg. Die erste Gruppe betrifft: Allgemeines, Agitation und Wahlen". Dazu gehören die Anträge: Singer macht den Redner darauf aufmerksam, daß die ihm gefchäftsordnungsmäßig zustehende Redezeit abgelaufen fei. ( Buruf: Weiter reden!) Da sich kein Widerspruch dagegen er- 29. Parteigenossen in Magdeburg. Die Wahl der hebt, wird dem Redner gestattet, noch weiter zu reden. fozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten bedeutet in hervorPfannkuch: Der Kassenbericht zeigt Ihnen eine ragender Weise einen Protest gegen die bestehenden staatlichen und Ausgabe von 69 000 M. für die Parteipreffe, 23 000 m. mehr gesellschaftlichen Verhältnisse. Von diesem Standpunkte ausals im vorigen. Diese Biffern beweisen ja schon, daß der Presse gehend haben sich diese Abgeordneten an den Berhandlungen des von der Parteileitung volle Aufmerksamkeit zugewendet ist. Die Reichstages nur insoweit zu betheiligen, als es das Intereffe Aufwendungen für die Rheinische Zeitung" beruhen auf dem des Proletariats erfordert. Auch sind dieselben verpflichtet, fich Es werden dann in dem Artikel noch direkt an die Partei- Beschluß des Kölner Parteitages, fie tönnen aber doch in möglichst reger Weise der Agitation zu widmen. leitung mehrere Fragen gestellt. So wird die Zuwendung an nicht auf unabsehbare Zeit in derfelben Höhe fortdauern. 35. Parteigenoffen des Kreises Niederbarnim: Die Gießen und Mainz für Redakteurgehälter monirt, die unter dem Die Kölner Genossen haben denn auf unsere Ermahnung Herausgabe eines vollständigen und mit Inhaltsverzeichniß verRubrum Agitation" Agitation" aufgeführt wird. Wir haben stets hin fich dazu verstanden, andere Agitationseinrichtungen zu fehenen Parteitags- Protokolls. Meinung vertreten, daß wenn die Genossen an treffen, so daß eine Kürzung der Zuschüsse möglich ist und diese 36. Parteigenoffen des 2. Berliner und des Niedereinem Orte nicht mehr glauben, die Agitation treiben hoffentlich in Zukunft ganz werden fortfallen können. barnimer Kreises: Die Herausgabe einer Broschüre, die zu können, dann geben wir die Unterstützung für die Agitation, Die Zuwendungen für das Breslauer Organ die Beschlüsse und ihre Entstehung der seither stattgefundenen ganz gleich in welcher Form fie erfolgt, und die Presse ist ja oft find wohl auf die Thatsache zurückzuführen, daß wir Parteitage enthält. ein außerordentliches Agitationsmittel. So haben z. B. die Er- unfern legten Parteitag in Breslau abgehalten haben. folge in Gießen, das einen Zuschuß von 80 m. statt 75 M. Wir überzeugten uns in Breslau, daß für das Breslauer bie 37. Parteigenoffen des 11., 12. und 13. hannoverschen a hitreises: Die Herausgabe einer Broschüre, in welcher " als fleinen Orten reden, ble in Deutschland geltenden Gesinde- Ordnungen enthalten sind. I berechtigt. Es ist das System unserer Gegner, die bekannteren es gelingen, dadurch die Agitation zu fördern, zumal wie ich 38. Parteigenoffen in Barmen: Herausgabe einer Genossen zu verleumden und nur ihr persönliches Erscheinen aus eigener Erfahrung weiß, unter den Eisenbahn- Arbeitern sich ein furzen Broschüre, die das Thema behandelt: Was wollen die kann diese Lügen beseitigen. Es ist besser, wenn die Stamin bewährter Genossen befindet, die auf ihre Kollegen Sozialdemokraten und welchen Werth hat das allgemeine Wahl- bekannten Genossen daß agitatorisch einwirken können. Deshalb dürfte es sich wohl recht für die Arbeiterklasse?" sie Versammlungen in den großen Städten abhalten. empfehlen, diesen Antrag dem Vorstand zur Berücksichtigung zu Die Lüge, daß Bebel Rittergutsbesiger fei( Große Heiterkeit) war überweisen. in unserer Gegend den Leuten von unseren Gegnern so fest eingeredet worden, daß Molkenbuhr bei seiner Agitationstour überall auf diesen Glauben stieß und ihn nicht beseitigen konnte und wenn er auch mit Engelszungen geredet hätte. Redner tritt im übrigen für den Antrag 54 ein. 39. Parteigenossen in Arnstadt: Der Parteitag auftragt den Parteivorstand mit der Herausgabe eines Landagitation geeigneten billigen Kalenders. bezur In 53. Parteigenossen des 1. Hamburger Kreises: den reaktionären Gegenden ist die politische Agitation mehr zu betreiben. 54. Parteigenossen der Kreise Halberstadt Wer= nigerode Aschersleben und Calbe Ascher3 leben: Der deutsche Parteitag möge den geschäftsführenden Ausschuß beauftragen, im Laufe des nächsten Jahres eine gleichmäßige Agitation im ganzen Lande und besonders unter 3 Bueb Mülhausen vertheidigt sich gegen den von Gewehr erhobenen Vorwurf. Sein Versprechen, nach dem Rheinland zu kommen, habe er wegen Erkältung nicht halten können. Er werde es nunmehr nachholen. Behr Crefeld schließt sich der Forderung, daß die be= Damit schließt die Debatte. Persönlich bemerkt Gewehr, daß er der Parteileitung einen Vorwurf wegen läffiger Agitation nicht habe machen wollen. Es wird nun zur Abstimmung über die vorliegenden Anträge geschritten. Singer fonftatirt, daß der Parteitag Kenntniß von dem Resumee der Kontrolleure über die Belassung der Druckarbeiten bei Bading genommen hat, und daß damit die Angelegenheit ers ledigt ist. Die Anträge 37 und 54, letzterer nach Annahme des Amendements Bebel, werden der neuen Parteileitung zur Berück fichtigung überwiesen. Antrag 39 wird abgelehnt. Schluß 1 Uhr. Den ländlichen Arbeitern für Abschaffung der Gesinde- Ordnungen kannteren Abgeordneten ihre Kräfte mehr für die persönliche Angenommen werden die Anträge 36, 58 und 91; der letztere und sonstigen Ausnahmebestimmungen, welche die landwirth- Agitation im Lande zur Verfügung stellen sollen, an. Wenn mit einem Amendement, wonach an stelle der Worte mit schaftlichen Arbeiter bedrücken, sowie für Gleichstellung der Bebel sein Versprechen, nach dem Rheinlande zu kommen, das er entsprechenden Erläuterungen versehen" gesagt wird und Wahl. ländlichen Arbeiter mit den gewerblichen in Bewegung zu sehen vor 7 Jahren gegeben habe, nicht erfüllt habe, so sei es nicht reglement". ähnlich wie bei der Umsturzvorlage und hiermit gleich die unbescheiden, wenn die rheinischen Genossen es wenigstens jetzt schärfere Betonung der Programmforderung:" Unentgeltlichkeit verlangten. Gegenüber der rührigen Agitation der rheinischen der ärztlichen Hilfeleistung einschließlich der Geburtshilfe und der Zentrumspartei sei das besonders erforderlich. Heilmittel. Unentgeltlichkeit der Todtenbestattung" zu verbinden. Gerlach Wanzleben verlangt vor allem eine planmäßige Gleichzeitig möge der Parteitag den Wunsch aussprechen, Landagitation in der Dichtung des Antrages 54. Die Parade daß die Presse den Gesinde- Ordnungen sowie der Handhabung pferde", die bekannten Abgeordneten, sollen dagegen nicht nach derselben sowie den aus dem heutigen Aerzte- und Apotheken- den zurückgebliebenen Gegenden, sondern nach den Industriewefen auf dem Lande hervorgehenden Mißständen mehr orten gehen. Beachtung widmet und bedeutend mehr Werth beilegt als bisher. 57. Dieselben Genossen: Spätestens bis zum Oktober n. 3. eine sich über ganz Deutschland erstreckende Agitation zu entfalten, durch welche die Frage: Was wollen die Sozialdemokraten und welchen Werth hat das allgemeine Wahlrecht für die Arbeiterklasse?" propagirt wird. 58. Parteigenossen des 2. Hamburger Kreises: Ein Flugblatt, zu dessen Abfaffung eventuell einige Eisenbahnarbeiter heranzuziehen wären, für die Eisenbahnarbeiter Deutschlands herauszugeben. 59. Parteigenoffen in Raffel: Der Parteitag möge dahin wirken, daß die Parteigenoffen mehr dazu angehalten werden, dem Beschluß des Kölner Parteitages entsprechend, in eine kräf tige Agitation für die Erringung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts mit geheimer Abstimmung für alle Körperfchaften einzutreten. : 31. Parteigenossen des dritten Berliner Kreises: Die Redaktion des Vorwärts" hat zu allen für die Partei wichtigen Fragen Stellung zu nehmen. 32. Parteigenossen des Niederbarnimer Kreises: Der Vorwärts" ist zu verbilligen. 33. Genoffe Wernicke in Berlin: I. Das sozialdemokratische Programm wöchentlich einmal im Vorwärts", dem Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands", gleich unter dem Titel, gewissermaßen mit als Titel zu veröffentlichen, oder II. Das sozialdemokratische Programm wöchentlich einmal als Beilage in fleiner Buchform mit im Vorwärts", dem Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands", herauszugeben, mit folgender Hinweisung zu beiden Anträgen durch üblichen Stern"). " " " 44. Parteigenossen des 2. Hamburger Kreises: 1. Die„ Neue Welt" ist auf acht Seiten zu reduziren. 2. Die Leitung derselben hat mehr als bisher darauf zu achten, daß ein populäres Unterhaltungsblatt statt eines Zummelplates für literarische Experimente daraus wird. 3. Die Redaktion soll sich am Druckforte des Blattes befinden. Nachmittags Sigung. ( Privatdepeschen des Borwärts".) Stadthagen: Ich empfehle Ihnen zunächst die An- Nachmittags 3 Uhr eröffnet Singer die Sitzung. Es nahme des Antrages 36. Es ist namentlich wünschenswerth, wird die Debatte über den Theil des Geschäftsberichts er= daß möglichst bald eine Broschüre erscheint, die in gedrängter öffnet, der sich auf die Presse bezieht, in Verbindung mit den Kürze eine Geschichte der Partei giebt. Wir haben ja schon vor Anträgen einigen Jahren gehört, daß ein solches Werk im Unternehmen war; die Ausführung ist aber bisher unterblieben, da der Vorstand mit zu vielen anderen Fragen beschäftigt war. Was die Anträge 37 und 54 bezüglich der Herausgabe einer Broschüre über die Gefinde- Ordnung betrifft, so ist ja schon auf dem Breslauer Parteitag ein ähnlicher Beschluß gefaßt worden, den aber der Vorstand nicht ausführen konnte, weil inzwischen die Berathungen über das Bürgerliche Gesetzbuch stattfanden. Der bei dieser Gelegenheit von uns gestellte Antrag auf Aufbebung der Gefinde- Ordnung ist lediglich durch die Freifinnigen gescheitert. Wäre dieser Antrag angenommen worden, so wäre Die Broschüre überflüssig geworden. Man fann also dem Vorstand aus der Nichtausführung des Beschlusses keinen Vorwurf Und folgender von Berlin 4 gestellter Antrag: machen, zumal da in der Broschüre verschiedene Puntte hätten 91. Der Parteitag wolle beschließen: vor Ausschreibung behandelt werden müssen, die inzwischen durch das Bürgerliche ber nächsten Reichstagswahl das bestehende Reichstags- Wahlgefeß, Gesetzbuch erledigt sind. Ich fasse den Antrag so auf, daß in 34. Parteigenossen in Iserlohn: Der Parteitag wolle bemit entsprechenden Erläuterungen versehen, in Broschürenform der Broschüre die Ausnahmerechte gegen das Gesinde, z. B. die Be- schließen: Bur leichteren und schnelleren Orientirung über die brucken und während der Wahlagitation besonders in den länd- schränkung der Koalitionsfreiheit, das Ausnahmerecht gegenüber der parlamentarische Thätigkeit sämmtlicher Reichstags Fraktionen, lichen Wahlfreifen vertheilen zu lassen. Kranken- undUnfallversicherung behandelt werden sollen. Namentlich ist dem Zentralorgan Vorwärts" während der Tagung des Bon der Berathung scheiden aus, da sie nicht genügende mußte darauf hingewiesen werden, daß das ganze Verhältniß Reichstags allmonatlich eine Beilage beizugeben, in welcher in Unterstüßung erhalten, die Anträge 29, 35, 38, 53, 57 und 59. des ländlichen Arbeiters nach der Gesinde- Ordnung eine stlaven- furzen Zügen über die parlamentarische Thätigkeit sämmtlicher In der Diskussion über„ Agitation" spricht zunächst Die Beilage soll die ähnliche Stellung gegenüber der Herrschaft ist. Eine bloße Ver- Reichstags- Fraktionen berichtet wird. Gewehr Elberfeld: Den Optimismus der Parteileitung öffentlichung der 100 verschiedenen Gefinde- Ordnungen wäre nur Stellung jeder einzelnen Fraktion zu den zur Verhandlung anhinsichtlich der Agitation fann ich nicht theilen. Mit den Dumm Papierverschwendung. In dem von mir angedeuteten Sinne geftandenen Gesegesvorlagen, sowie die marfantesten Stellen aus heiten der Gegner allein ist es nicht geschehen. Die Parteileitung werde ich selbst demnächst eine Broschüre veröffentlichen und den Reden der Medner von belang zu den Vorlagen enthalten. hätte uns fagen sollen, was sie ihrerseits gethan hat. Was ist hierbei auch auf die Haltung der Freisinnigen bei Berathung 41. Parteigenossen in Altona: Der Parteitag möge be= vor allem auf dem Gebiete der Agrarfrage geschehen, die doch unferes Antrages auf Aufhebung der Gesinde- Ordnung eingehen. Die schließen, die Neue Welt" als Gratisbeilage für alle Parteinicht nur von der größten taktischen Bedeutung für die Partei Forderung des Antrags 54, daß die Presse den Gesinde- Ordnungen blätter abzuschaffen. ist, sondern auch die Genoffen geistig fördert? Für die mehr Beachtung schenken soll, wird heute schon theilweise erfüllt, 42. Parteigenossen in Wand3beck: Die„ Neue Welt" in Wahlagitation in den einzelnen Kreifen, namentlich in so z. B. von der Magdeburger Voltsstimme", dem Hamburger der Weise zu gestalten, daß mehr Artikel volksthümlichen Inhalts den reaktionären, zurückgebliebenen Theilen mußte die Partei- Echo", der„ Gleichheit" u. a. Ich wünsche ja auch, daß die und beffere Unterhaltungs- Lektüre geboten wird. leitung etwas mehr thun; namentlich mußten in solchen Gegenden Bresse in dieser Beziehung mehr als bisher thut, aber mit Be- 43. Parteigenossen des 1. Hamburger Kreises: Der von Zeit zu Zeit Agitationstouren veranstaltet werden. Dies schlüssen ist da nichts zu machen. Ich kann mir nicht denten, Inhalt der Neuen Welt" ist zu verbessern. geschieht jetzt nicht in ausreichendem Maße; so hat z. B. der daß irgend ein Redakteur solche Artikel ablehnen würde. Von Genosse Bueb sein uns gegebenes Versprechen, in die Rhein- oben herab darf man keine Agitation inszeniren, sondern man proving zu kommen, nicht gehalten. Die Genoffen, die an der muß es dem einzelnen überlassen, Material zu sammeln und bei Spige stehen, mußten Fühlung mit den Genossen im Lande nehmen, Gelegenheit zu verwerthen. Ich bitte Sie deshalb, die Anträge 37 damit sie die Zustände an Ort und Stelle kennen lernen. Dann und 54 dem Vorstande zur Berücksichtigung zu überweisen. Die würden auch die Klagen darüber sich vermindern, daß die Ver- unentgeltlichkeit der Todtenbestattung und der Heilmittel bitte ich trauensleute zu wenig Berichte an die Parteileitung einsenden. nicht in den Antrag aufzunehmen, denn das ist kein Agitationsstoff. Den Antrag auf Herausgabe eines Agitationstalenders bitte ich Bu Antrag 54 wird von Bebel das Amendement gestellt, mit Rücksicht auf die Eigenthümlichkeiten der Provinzen und mit statt im Laufe des nächsten Jahres", bei erster Gelegenheit" Rücksicht darauf, daß einzelne Landestheile schon selbständig zu sagen. Ralender herausgeben, abzulehnen. Gilet Arnstadt wünscht einen billigen Kalender für die Adler- Halberstadt empfiehlt den Antrag 54. An die Landagitation; er wird besonders dort gute Dienste leisten, wo Landproletarier muß sich die Agitation wenden; nur muß mehr die mündliche Agitation durch die Behörden unmöglich gemacht als bisher gethan werden. Vor allem handelt es sich um eine wird. planmäßige Agitation unter den Landarbeitern. Besonders Pfarr Berlin legt ebenfalls Nachdruck auf Landagitation wirksam läßt sich die Gesinde Ordnung verwenden. Gerade die und fritt für Antrag 54 ein. Buntfchedigkeit der Gesinde- Ordnungen giebt interessantes Material. Raue Iserlohn erklärt, das Mandat mitbekommen zu Beständig muß gegen die Gesinde Ordnung und die übrigen haben, auf jeden Fall einen der ersten Parteigen offen mitzubringen Ausnahmebestimmungen gegen die Landarbeiter protestirt werden. Seiterfeit.) In allererster Linie folle er den Bebel mitbringen Parteiblätter inhaltlich besser gestaltet und finanziell gehoben Dadurch werden wir uns die Sympathie der Landarbeiter er-( Heiterteit); wenn das nicht ginge, dann wenigstens den Liebwerben, die uns heute noch fehlt, weil die Landarbeiter glauben, necht( Große Heiterkeit); und wenn auch der nicht kann, dann wir thäten nicht genug für sie. Ein weiteres wichtiges folle er wenigstens und zum mindesten dafür sorgen, daß Singer Agitationsmittel find unsere Programmpunkte: Unentgeltlich- oder Auer fomme.( Große Heiterkeit.) Viel Nugen bringen feit der ärztlichen Hilfeleistung. Durch die Annahme des diefe großen Rebner aber auch nicht; wenn sie weg find, bleiben Antrags 54 fann ein Stückchen praktischer Agraragitation die Versammlungen wieder leer. Redner will gleich Stadthagen getrieben werden. Bei ihren nächsten Interessen müssen wir die Antrag 54 dem Vorstande zur Berücksichtigung überweisen. Bandarbeiter packen. Wenn wir kommen und ihnen sagen: Wir Müller- Kamenz( sächsische Lausitz): Uns stehen so wenig 50. Parteigenossen in Karlsruhe und des 9. badischen wollen die Gesinde- Ordnung von Deinem Rücken nehmen, wir Lokale zur Verfügung, daß eine Agitationstour von 14 Tagen. Wahlkreises: Der bisher im Privatbesitz des Genossen Adolf wollen dafür sorgen, daß Dein Geldbeutel nicht mehr dich wie sie uns empfohlen wurde, fich gar nicht ermöglichen läßt. Geck in Offenburg dreimal wöchentlich erscheinende Volksfreund" Arzt und Apotheker gefchröpft werde, dann versteht er uns, wir Dagegen ist es durchaus nothwendig, daß bekannte Genossen hin geht vom 1. April 1897 ab in den Besitz der sozialdemokratischen haben einen Anknüpfungspunkt, und hat er uns erst einmal den und wieder eine Versammlung am Sonntag im Kreise abhalten. Partei Deutschlands über und erscheint von da ab täglich und fleinen Finger gegeben, so haben wir bald die ganze Hand. Geschieht dies nicht, so versumpft das Parteileben in den fleinen zwar in Karlsruhe. Eichhorn Dresden will die Agitation namentlich Orten leicht, der Opfermuth schwindet, die einzelnen Persönlich 51. Parteigen offen in Met: Der Parteitag wolle die durch Verbreitung der Parteipreffe gefördert wissen. In der feiten, die immer am Orte sind, leben sich ab. Das Auftreten Gründung eines Partei Organs, womöglich in deutscher und jegigen wahllofen Zeit herrscht bei uns in Sachfen auf eines bekannten Genossen aber frischt das Parteileben wieder französischer Sprache, für Elsaß Lothringen beschließen. Ferner dem Lande Unbefriedigung hinsichtlich der Agitation. Hin und auf.-Redner spricht sich gegen einen einheitlichen Land- wolle der Parteitag den Parteivorstand beauftragen, geeignete wieder kommt ja ein Abgeordneter und macht eine Agitations- agitations- Ralender aus, der die besonderen Verhält Literatur in französischer Sprache für das französische Sprachtour; Liebknecht war da und auch Bebel, nur der Grillo hat niffe Provinzen, auf bie es gerade antommt, gebiet Elsaß- Lothringens zu beschaffen. Auch im letzten Augenblic abgesagt( Seiterkeit). Eine Verbreitung der nicht berücksichtigen tönne. von der Heraus- 52. Parteigenossen in Magdeburg: Die Parteipreffe " Sächsischen Arbeiter- Beitung" wird frisches Leben hineinbringen. gabe eines Flugblattes für die Eisenbahn- Arbeiter verift zu verpflichten, Inserate von Unternehmern, welche mit ihren Krautwein Quedlinburg empfiehlt die Annahme des spricht sich Redner nicht viel. Für die Landagitation ift die Arbeitern in Differenzen stehen, während der Dauer dieser Differenz Antrages 54. Seit Jahren wird die Nothwendigkeit der Land- Forderung unentgeltlicher ärztlicher Hilfeleistung ohne agitatori- nicht aufzunehmen. agitation betont, und trotzdem ist bisher nur wenig in dieser schen Werth. Beziehung geschehen. Durch die Landagitation wird zugleich die Frauenagitation befördert, da es zahlreiche weibliche Landarbeiter giebt. Wenn man die wunden Punkte aufbecktt, fo wird man in der Landagitation etwas erreichen. der M Adler Halberstadt konstatirt mit Genugthuung, daß der Antrag 54 allseitig Verständniß und Anklang gefunden hat. Man folle eine Probe mit seiner Durchführung machen. Seine ein zelnen Puntte feien vorzügliche Agitationsmittel, auch die unentgeltliche Heilhilfe. Redner bittet um Ablehnung der Amendements Stadthagen und Bebel. Ein klipp und Klarer Beschluß thue noth. Theil hat 45. Parteigenossen in Karlsruhe: Die Reichstagsberichte des Vorwärts" werden bei wichtigeren Debatten vervielfältigt und der Parteipreffe zum Selbstfoftenpreis abgegeben. 46. Genoffe Behold in Breslau: Die Verleger unserer Presse werden beauftragt, zum 1. Dezember 1896 Annoncenbeilagen für unsere Wigblätter zu schaffen. 47. Parteigenossen des 5. Berliner Wahlkreises: Die Partei- Organe dürfen Annoncen von boykottirten oder gesperrten Sofalen nicht aufnehmen." 48. Parteigenossen in Breslau: Der Parteitag möge die Wahl einer Kommission beschließen, die gemeinsam mit dem Partei- Ausschuß Mittel und Wege beräth, wie die kleineren werden können. 49. Genoffe Schneider in Damm: Eine kleine, billige, landwirthschaftliche Zeitung herauszugeben, die leicht verständlich, den Kenntnissen der Landbevölkerung und deren Begriffsvermögen angepaßt ist, über die Berhältnisse der Landwirthschaft auch in technischer und wissenschaftlicher Hinsicht Aufflärung giebt. = 92. Der Chefredakteur des Vorwärts" ift alljährlich auf dem Parteitag zu wählen. C. Schre cf Bielefeld. G. Hoff mann- Herford- Halle. A. 3 enter. Minden- Lübbecke. KieselBerlin 6. 93. Um den Anforderungen an die Presse, welche die AusWeinheber- Hamburg tritt für die Annahme des Andehnung unserer Partei und die Konkurrenz der gegnerischen trages 58 ein. Unter den Eisenbahnarbeitern ist eine Bewegung Presse steigert, Rechnung zu tragen, beantragen die Unter entstanden, die auch bereits zum Zusammenschluß der Leute in zeichneten der Partei- Ausschuß und die demnächst stattfindende Salle, Magdeburg, Leipzig und Hamburg geführt hat. Eine Damit schließt die Diskussion. Breßtonferenz wolle die Durchführung nachstehenden Antrages Organisation ist vorhanden, fie muß nur noch weiter ausgebaut Das Schlußwort in bezug auf den bisher verhandelten in Erwägung ziehen: Dem Vorwärts" ist wöchentlich eine werden. Unter den Eisenbahnarbeitern befinden sich recht wissenschaftliche Beilage beizugeben, welche u. a. eine Uebersicht intelligente Leute. Thun wir jetzt etwas für die Bewegung, fo Pfannkuch: Er stellt fest, daß mit Ausnahme von Gewehr über hervorragende wirthschaftliche Vorgänge und eine technische werden wir später unsere Freude daran haben. allseitig anerkannt sei, daß in bezug auf die Agitation die Rundschau enthalten foll; den übrigen Parteiblättern, Boigt Berlin begründet den heute eingebrachten An- Parteileitung ihre Schuldigkeit gethan habe. Die Agrar- welche diese Beilage ihren Refern bieten wollen, mögen antrag 91: Die ländlichen Arbeiter sollen etwas mehr mit der frage hat erfreulicherweise den diesmaligen diesmaligen Parteitag nehmbare Bedingungen gemacht werden. Die Berliner Delegirten. Kenntniß der Gesetze vertraut gemacht werden. Dagegen sei nur hinsichtlich der Verhältnisse der Landarbeiter und Keine Unterstützung finden die Anträge 32, 33, 41, 46, 48, 92. der Antrag 54 schwer durchführbar. der Gesinde Ordnung beschäftigt. Der Antrag 54 tann nur mit Der Antrag 50 ift in folgender veränderter Fassung eingebracht: Groth Rostock: Nach meiner Meinung umfaßt der An- dem Bebel'schen Amendement angenommen werden; es können Der Parteitag möge beschließen, in Erwägung, daß für Karls. trag 54 zu viel einzelne Punkte. Wir müssen zunächst ver- im Laufe des nächsten Jahres Verhältnisse eintreten, die die Durchsuchen, die Landbevölkerung auf den Weg einer zielbewußten führung der verlangten Agitation unmöglich machen. Was den Zur besseren Information über das Programm ist folgendes Agitation zu bringen. Sier müßte bie Parteileitung Berliner Antrag 91 anlangt, fo ist eine Erläuterung des fehr zu empfehlen: 1. Was die Sozialdemokraten sind und was mehr als bisher thun, denn gerade auf diesem Gebiete läßt sich Reichstagswahl- Gefezes mit Reglement nicht erforderlich, da es sie wollen, mit dem Eisenacher, Gothaer und Erfurter Programm, mit genügenden Geldmitteln etwas erreichen. So wird es z. B. tlar genug ist. Der Antrag auf Herausgabe eines zur von W. Liebknecht, Preis 25 Bf. 2. Grundfäße und Forde oft nöthig sein, Genoffen an einem bestimmten Ort zu entfenden, Landagitation geeigneten billigen Ralenders erübrigt sich; rungen der Sozialdemokratie, Erläuterungen zum Erfurter Proum geeignetes Material zu sammeln. Nur dann, wenn die eins schickt sich nicht für alle, und die Partei gramm von R. Kautsky und B. Schoenlant, Preis 10 Pf. Parteileitung in dem von mir angedeuteten Sinne verfährt, wird leitung hat die Mittel für eine nothwendige Agitation 3. Das Erfurter Programm in seinem grundsätzlichen Theil, der Antrag 54 Erfolg haben. Ich ersuche Sie unter diesem noch nie verweigert. Was das Flugblatt für die Gisenbahn- erläutert von R. Kautsky, Preis geh. 1,50 M. und geb. 2 M. Gesichtspunkte den Antrag anzunehmen. Arbeiter betrifft, so haben die Hamburger Genossen gewiß nicht 4. Die Frau und der Sozialismus von A. Bebel, Preis geh. = Schrader Osnabrück: Die Wünsche, einen bekannten die Absicht gehabt, dadurch die Arbeiter der Eisenbahn- Wert 2 M. und geb. 2,50 M. Dieselben sind in der Partei: BuchReichstags- Abgeordneten als Redner zu erhalten, stammen in ftätten zu organisiren, denn das ist eben so schwer wie die handlung Vorwärts, sowie in allen Partei- Buchhandlungen und ber Regel aus zurückgebliebenen Gegenden nnd sind durchaus Organisation der Arbeiter des Königs Stumm. Wohl aber wird bei allen Parteispediteuren zu haben. ruhe und daS bayrische Oberland ein täglich erscheinendes Organ immer mehr als unabiveisbares Bedürfniß empfunden wird, wird die Parteileitung beanftragt, sich dieserhalb mit den badischen Genossen in Verbindung zu setzen und die etwa noch erforder lichen Zuschüsse zur Gründung eines solchen Organs aus Partei niitteln darlehnsweise zur Verfügung zu stellen. Als erster Redner ergreift das Wort Dr. Quarck: Ein paar Worte über das, was Pfannkuch über die Artikel der „Fraiikfurter Volksstimme" gesagt hat: Der Verfasser derselben ist der kaufmännische Leiter der„Frankfurter Volksstimme", Genosse Sydow. In den Artikeln, die ich zu vertrete» nicht berufen bin, ist doch manches enthalten, was der Diskussion werth ist. Bezüglich der Subvention an Gießen, hat Sydow nur be- mangelt, daß sie nicht unter„Redaktionssubventionen" gebucht worden. Leider bin ich nun genöthigt, da mir jede andere Gelegen- heit abgeschnitten ist, ans die Preßkänipfe, die ich in der letzten Zeit mit verschiedenen Parteiblättern geführt habe, ein- zugehen. Ich habe ganz entschiedene Verwahrung und Beschwerde einzulegen gegen die Polemik in verschiedenen Partei- blättern, die ganz entschieden weit alle Grenzen sachlicher Polemik uberschreitet. Ich erwähne kurz die Behandlung meines Artikels im„Handelsangestellten", sodann vor allem die Artikel der „Magdeburger Volksftimme" gegen mich. Ich mache dem Verfasser, Genossen Schmidt, den Vorwurf, daß er weit über das Niveau und zulässige Maß dessen hinausgegangen ist. innerhalb dessen man zwischen Kameraden und Genossen diskutirt; er hat mir den schlimmsten Vorwurf gemacht, den man einem Genossen machen kann: Ich hätte die Bearbeitung der Fabrikberichlssammlung davon abhängig gemacht, daß ich das nöthige Geld dazu bekäme; ich hätte also die Sache ganz kapitalistisch ausgebeutet. Dieser Vorwurf entbehrt jeder Unterlage. Genosse Schmidt hat sich dann sehr lahm herauszureden versucht, daß ihm die That- fachen unbekannt gewesen seien; sie seien ihm im Fraktionszimmer anders dargestellt; die Parteileitnng habe ihre Hand von mir abgezogen und werde auf dem Parteitage schon die Gründe dafür angeben; er hat es aber nicht für»othwendig gehalten, auch nur den allerelementarsten Ausdruck des Bedauerns hinzuzufügen, während er gegen antisemitische Blätter fortwährend in den schärfsten Ausdrücken, wie z. B. Verleumderblatt, polemisirl. Alles, was in dieser Beziehung gegen m i ch vorgebracht ist, ist absolut nicht stichhaltig. Ich habe auch nicht die geringsten finanziellen Vorbedingungen gestellt; nur als mir die Arbeiten über den Kopf wuchsen und als ich sah. daß die Sache über meine Kräfte ging, habe ich eine kleine Subvention für einen Mitarbeiter verlangt, der die Excerpte anfertigte; das Geld ist mir eine Zeit lqng gewährt und dann nicht mehr bezahlt worden. Ich habe dann meinen Mitarbeiter aus meiner Tasche mit dem, was ich durch Arbeiten für die Parteipresse verdiene, bezahlt, so daß jetzt die Fabrikordnungen im Rohen ausgearbeitet sind. Und da muß ich mir gefallen lasse», daß «in Genosse schreibt, ich hätte die Bearbeitung der Fabrikordnungen vom Gelde abhängig gemacht. Was den„V o r iv ä r t s" betrifft, so mache ich ihm keinen Vorwurf daraus, daß er in bezug auf meine Vorschläge anderer Meinung war; daß er aber gleich im ersten Artikel von Frank- surter Pfadfindern sprach, die dazu beitragen würden, daß die ganzen Gewerkschaften in die Luft gesprengt werden, und daß er in diesem Ton fortfuhr, das muß ich vor den Partei- tag bringen, da mir eine andere Genugthuung nicht geworden ist. Ich hätte gewünscht, daß der Streit beigelegt worden wäre. Ich habe schon längst vor der Erklärung im„Vorwärts" in Frankfurter Versammlungen gesagt, wenn es nach meinem Wunsch ginge, so würde die schmutzige Wäsche nicht auf dem Parteitag gewaschen, sondern die Sache wäre vorher aus der Welt geschafft worden. Ich bin kein Freund von solchen Be> schwerden, ich habe auch in der Debatte immer meinen Mann gestellt; aber nachdem jetzt die bekannte Besprechung in Berlin stattgefunden hat und der Friede gewissermaßen aus nieine Kosten geschlossen ist, bin ich dazu gezwungen. Die Aus- fälle gegen mich wurden in der Erklärung mit keinem Worte er- wähnt. Was hätte es denn geschadet, wenn in der Erklärung gestanden hätte, man war sich auch darüber einig, daß es nicht N othwendig war, diese persönlichen Angriffe gegen Genoffen in der Polemik vorzubringen? Damit wäre die Sache erledigt ge- wese». Selbstverständlich habe ich auf die Artikel im„Vorwärts" erwidert, aber ich habe niemals gegen die Personen, die gegen mich im„Vorwärts" aufgetreten sind, auch nur das geringste einzuwenden versucht; das ist eine unwürdige Kampfes- weise, die ich verschmäht habe, die aber iin„Vorwärts" nicht vermieden ist. Wie ferner der„Vorwärts" mit meiner Berichtigung verfahren ist, ist Ihnen bekannt. Es wurde so dargestellt, als ob ich schon schwanger ginge mit der Be- gründung eines Gewerkschaftsblattes, und dies« ganze Sache ent- puppte sich später als ein Briefwechsel mit Keßler, den ich gar nicht kenne und dem ich meine Ideen auseinandersetzte, weil er sich an mich gewandt hatte. Ich berichtigte das im„Vorwärts", der dann einfach schrieb: Durch die Berichtigung des Genosse» Quarck wird unsere Darstellung nur bestätigt. Was soll man angesichts einer derartigen Polemik machen! Der„Vorwärts" hat gegen mich noch zwei fernere Jnvektiven gerichtet, einmal, indem er schrieb, ich gehöre einer Schicht sozialpolitischer Reformer an, mit denen ich heute noch mehr in Verbindung stehe, als blos persönlich. Mir dem Ausdruck sozialpolitischer Reformer sollte ich heruntergezogen werden als jemand, der nicht ganz auf der Höhe der sozialpolitischen Bewegung steht. Als ich fragte, was eine mehr als persönliche Verbindung mit einer Schicht sozialpolitischer Reformer dedeuten sollte, sind nur faule Ausreden gemacht worden, aber irgend eine bündige Antwort, ob damit vielleicht eine finanzielle Verbindung gemeint sei, ist mir nicht geworden. In Nummer 191 des„Vorwärts" ist dann der schwere Vorwurf gegen mich erhoben worden, der mit der sozial- politischen Debatte nichts zu thnn hat: Ich und meine Freunde machte» fortwährend in den Gewerkschafts- Versammlungen falsche Darstellungen über die Stimmung in den politischen Parteien. Das ist doch geiviß einer der schlimmsten Borivürse, der einem Parteigenossen gemacht werden kann, daß er Unfrieden zu stifte» und zu Hetzen sucht. Auch dafür ist ein Beweis nicht er- bracht, und der Verfasser hat sich trotz meiner Aufforderung bis heute noch nicht genannt, obgleich der„Vorwärts" in Aussicht stellte, daß der Mann seine Sache vertreten würde. Infolge dessen ist mir vorgeworfen, ich wollte eine Arl von Zeugnibzwang für die Partei einführen; es ist mir un- begreiflich, wie man das ans meine» Worten heraus- lesen kann. Ich habe nur verlangt, daß ein Genosse, der solche Pfeile abschießt, nach de» in der Partei herrschenden Be- griffen seine Sache auch persönlich vertritt. Ich habe garnicht verlangt, daß die Redaktion des„Vorwärts" mir den Ver- saffer nennt, sondern ich habe nur von ihm als Genossen gefordert, daß er persönlich hervortritt und seine Angriffe ver- »ritt. Das ist doch ein durchaus gerechtes Verlangen. Das sind im großen und ganzen meine Beschwerde». In weiten Partei- kreisen ist man mit mir der Meinung, daß das Verhalten des „Vorwärts" nicht schön war, daß es an das Verhalten der Gegner gegen uns, an ihre Kniffe und Pfiffe erinnert hat. Jedenfalls ist da- durch die sachliche Diskussion verdorben worden, andere Parteiblätter. Wiedas„Echo" haben dagegen durchaus sachlich debattirt. Hoffentlich bezeichnet der Parteitag das Verhalten des„Vorwärts" als un- gehörig;„nur die Sache, das ist das Wahre", hat Marx ein- mal gesagt, möge man auch heute danach handeln.(Lebhafter Beifall.) Bunte- Dortmund: Die Dortmunder Genossen fühlen sich beschwert, daß der Partcivorstand ihnen einen mit den lokalen VerhSltniffen nicht vertrauten Redakteur hingeschickt hat, obwohl die Genossen einen geeigneten Mann vorgeschlagen hatten. Soll die Preßkommission rein« Dekoration sein? G e r i s ch- Hamburg: Unter den Einnahmen ist ein Betrag von IS 300 M. verzeichnet, den unser Engels der deutschen Sozial- demokratie vermacht hat; zu der deutschen Sozialdemokratie rechnen wir auch unsere österreichischen Genossen. Um so leichter waren wir bereit, der österreichischen Sozialdemokratie die Hälfte der Erbschaft etwa zuzuweisen. Quarck hat recht, wenn er sich gegen Genoffen Schmidt in Magdeburg wendet. Der Ge- noffe Quarck hat beantragt, ihm den Zuschuß für eine bestimmte Zeit zu bewilligen, und die Parteileitung ging daraus ein; hätte Quarck nur ein Wort darüber geschrieben, daß er den Hilss- arbeiter noch iveiter brauche, so würde die Parteileitung sicherlich keinen Anstoß genommen haben, ihm den Zuschuß auch weiter zu bewilligen. Bezüglich des Vorwurfes des Genossen Bunte kann ich nur betonen, daß ich im Interesse der Partei nicht anders handeln konnte, als ich es der Preßkommission gegenüber getha» habe. Es handelte sich darum, einen Genossen, der wie ein Ahasverus durch Deutschland geschickt wurde, zur Anstellung zu bringen, während der von den Dortmunder Genossen vorgeschlagene damals in fester Stellung war. Ein weiterer vorgeschlagener Genosse war ein junger Mann, der mit Preß- geschästen noch nie etwas zu thun gehabt hatte. F r o h m e: Der Zweck meines Auftretens wird Ihnen kein Geheimniß sein. Ich habe Stellung zu nehmen gegen die„Neue Welt" bezw. ihren gegenwärtigen Redakeur, Genoffen Edgar Steiger. Sie kennen feine Polemik mit Genossen Börard vom„Hamburger Echo" hinsichtlich dessen, waS Genosse Steiger die„neue Kunst nennt. Wenn Genosse Steiger sich herausgenommen hat, das ist der mildeste Ausdruck, den ich wählen kann, mit souveräner Verachtung von dem mangelnden Verständniß der Hamburger Arbeiterschaft zu reden, so kann man mit ihm nicht ernsthaft reden. Wir sind keine Anstandsdusler; aber es ist doch unleugbar, daß die neue Richtung in mancher Beziehung auf Abwege gerathen ist, die Geschmack und Anstand verletzen. Wenn Genosse Steiger behauptet, daß das„Echo" noch im vier- zehnten Jahrhundert lebt, noch hinter den Moralbegriffen der bürgerlichen Gesellschaft zurückbleibt, so will ich ihm nur vor- lesen, was ein hervorragender Vertreter des deutschen Naturalismus in der„Hamburger Freien Volksbühne" über jene Art des Naturalismus sagt, die im Schmutze walhet, daS sexuell Gemeinste, das psychiatrisch Kränkste schildert. Dabei scheint mir Genosse Steiger eines festen Stand- Punktes in dieser Frage noch vollständig zu entbehren. In seinen Artikeln finden sich die allerbedenklichsten Widersprüche. Jeden- falls ist es sehr übel von ihm angebracht, vom hohen Paradepserde herab zu sprechen. Die„Neue Welt" muß so gehalten werden, ivje es den geistigen Bedürfnisse» der Leser, vor allem der Leserinnen entspricht. Die Parteigenossen habe» Kinder, die auch etwas von der Lektüre der Eltern profitiren sollen. In weiten Partei- kreisen ist nun die Meinung verbreitet, daß nian sich die„Neue Welt" jetzt immer erst sehr genau ansehen muß, bevor man sie den Kindern giebt.(Lebhafte Zustimmung.) Es ist unbestreit- bar, daß die„Neue Welt" unter der Redaktion Steiger's das sexuell Gemeine in den Vordergrund gestellt hat, daß Schilderungen darin waren, die allen Anstandsbegriffen ~ohn sprechen.(Sehr richtig!) Es ist die allerhöchste eit, daß der Parteitag hiergegen sein Veto einlegt.(Bravo!) gen» Steiger und seine literarischen Freunde ihrem Naturalis- mus, der sich rühmt, über jeder Partei zu stehen, bethätigen wollen, mögen sie es thun, wo sie wollen, aber außerhalb der „Neuen Welt". Das Blatt gehört der Partei; es erfordert hohe Kosten, die sich auf 48000 M. pro Jahr belaufen werden. Dies Geld darf nicht ein Privilegium, ein Unterstützungsfond für Naturalisten werde». Wir wollen nicht, daß man in unseren Unterhaltungsblättern in den Ton der frömmelnden Moral verfällt; wir sind keine Spießbürger, das weiß jeder, der unS genau kennt, wie weit wir davon entfernt sind(Heiterkeit)! Aber der Parteitag wird sich ein Verdienst um unsere Presse erwerben, wenn er dafür sorgt, daß die„Neue Welt" nicht ein Probirfeld für die naturalistische Richtung ist. Sie kann sich bethätigen, aber nicht auf Kosten der Partei. Von allen Seiten kommen Beschwerden über die„Neue Welt". Vorläufig begnüge ick, mich mit diesen Andentungen und warte ab, was Genosse Steiger zu 'agen hat. Ich bitte ihn aber schon jetzt, nicht in de» Ton einer literarischen Polemik zu versallen, nicht persönliche Jnvek tiven zu drechseln.(Oho!) Gewiß! Wie hat er den Genoffen Bsrard angegriffen; wie hat er gehöhnt über die Erziehung der Hamburger Arbeiterschaft! Ja, aber der Genosse Steiger und die„Leipziger Volkszeitung", die erziehen die Leipziger Arbeiter zur wahren Kunst!(Heiter- keit.) Ich beneide die Leipziger Arbeiter nicht um diese ihre Er- ziehung.(Lebhaste Heiterkeit und Beifall.) Schöpflin-Frankfurt a. O.: Als Bürstenbinder- Geselle will ich nicht den Anspruch machen, ein besonderer Kunstkenner zu sein. Aber auf mich hat die Haliung der„Neuen Welt" einen abschreckenden Eindruck gemacht. Zlehnliche Beilagen haben wir auch sonst noch in unserer Parteipreffe. Ich erinnere an die Beilage zum„Proletarier". Redner tritt für die Anträge 34, 45 und den abgeänderten Antrag 50 ein und führt Beschwerde über die Polemik der„Magdeburger Volksstimme" gegen de» Genossen Huth in Brandenburg. Knaufs- Reinickendorf befürwortet den Antrag, dem „Vorwärts" eine wöchentliche wissenschaftliche Beilage zu geben, und führt Beschwerde über den Nichtabdruck von Mittheilungen von Genossen im„Vorwärts". B 6 r a r d- Hamburg: Nicht wir haben die Preßkampagne wegen der„neuen Kunst" inszenirt, sondern Genosse Steiger hat uns provozirt. Ueber die„Neue Welt" hat Frohme ja schon das Erforderliche gesagt. Der Roman von HanS Land„Der neue Gott" wird von manchen Genossen geradezu als eine Verhöhnung der Sozialdemokraten aufgefaßt. Aber noch viel 'chlimmer ist die„Mutter Bertha"(Heiterkeit), in die Genosse Steiger sich ganz besonders verliebt hat(Große .)eiterleit). So was darf überhaupt nicht vorkommen. l rin so heroischer, muthiger Charakter, wie die Mutter Bertha, verkehrt mit dem Kerl, der ihr unsittliche Anträge macht, ganz anders: die giebt ihm ein paar Ohrfeige», daß er hin- lorkelt und dann ist die Sache abgemacht.(Große Heiterkeit. Zuruf: Das ist wahre Realistik!) Am Schluß wird die Sache geradezu lächerlich. In einer frühere» Nummer befindet sich ein Artikel zu einem Bilde, der anfängt: Kunst ist nicht Kunst! Wenn man ihn von vorn bis hinten dnrchliestt. weiß man immer noch nicht, was Kunst ist. Zum Schluß heißt es:„Kunst ist— etwas anderes!„In Nr. 40 kommt der liebe Herrgott 4S Mal vor und in Nummer 41 noch 32 Mal.(Heiter- i eit.) Ein Hamburger Arbeiter spricht in einem Eingesandt dem „Hamburger Echo" seinen Dank aus für die Artikel gegen die „Neue Welt", aus der nur eine entsetzlich« Mittelmäßigkeit spricht. verbunden mit der krankhasten Sucht, den Proletarierinnen die Folgen unserer wirthschastlichen Misere so kraß wie möglich aus- zumalen. Das ist die Meinung der überwiegenden Mehrheit zum mindesten der Hamburger Genossen. Der Redner begründet hierauf de» Antrag auf Reduzirung der„Neuen Welt" auf acht Seiten. Früher kam das Blatt bei acht Seiten für 11 Mark per Tausend gerade aus die Kosten; etzt macht jedes Tausend 4 Mark Defizit. Wen» das im nächsten Zahre so weiter geht, so stellt sich ein Defizit von 46—48 000 M. heraus. Ein so großer Auswand für«in einzelnes Blatt wäre nicht zu verantworten. Da hätten wir nicht nöthig(jehabt, den „Sozialdemokrat" eingehen zu lassen, um nun einen neuen Defizitmacker zu schaffen. Ferner ist zur Vermeidung von Un- zuträglichkeiten wünschenswerth, daß die Redaktion sich am Druck- orte befindet.(Zustimmung.) Vehr- Crefeld schließt sich den Angriffen gegen die„Neue Welt" an. Es sei einfach langweilig, wenn ein Affekt durch mehrere Nummern breitgetrete» wird. Die„Neue Welt" sei ein UnterhaltnngZblatt für die Arbeiter und nicht bloS für Herr» Steiger. Den Antrag 31 bittet Redner anzunehmen; eS fei noth- wendig, daß nicht nur der„Vorwärts", sondern alle Partei- blätter zu den für die Partei wichtigen Fragen Stellung nehmen. Stein- Hanau stellt die Nothwendigkeit der Gründung einer.Art periodischer Flugschrift zur Aufklärung der Land- bevölkerung in der Gegend von Hanau dar, wo man mit einer rein politischen Zeitung nicht auskommen könnte. Die Schrift solle den Bauern unentgeltlich zugestellt werden. Es empfehle sich auch für andere Gegenden ebenso zu verfahren. Krumm- Wetzlar wünscht, daß die Anträge 34 und 51 dem Parteivorstand zur Berücksichtigung Überwiesen werden; der Antrag 50 sei dagegen sehr bedenklich. Redner rügt den Ton der Polemik des„Vorwärts" gegen Quarck. Scheidemann- Gieße» weist darauf hin, daß die große Mehrzahl der kleineu Parteiblätter nicht nur finanziell schlecht steht, sondern auch infolge der Zersplitterung der Kräfte in- haltlich nichts bietet. Diesem Uebelftande ließe sich durch eine Zentralisirung abhelfen. Die Blätter, die auf der Höhe der Zeit stehen, könne man an den Fingern beider Hände abzählen. Die „Leipziger Volkszeitung" z. B. entspreche dem, was sich Redner unter einer guten Zeitung vorstellt. Man brauche nicht zu fürchten, daß durch das Eingehen einiger Blätter Genossen brotlos werden, da diese sehr wohl den Nachrichtendienst übernehmen könnten. Der Nachrichtendienst in unserer Presse sei schlecht, so bringe z. B. der„Vorwärts" oft Mittheilungen über ausländische politische Ereignisse, die erst bürgerlichen Blättern entnommen sind. Durch Annahme des Antrages 34 ließe sich diesem Uebelftande wohl abhelfen. Der Antrag 74 wird mit zur Diskusston gestellt. Günther-Braunschweig: Wenn ich die lange Lsste der Zuschüsse für die Parteipreffe aus der Parteikasse lese, dann ergreift mich eine gewisse Wehmuth, daß das Braunschweiger Blatt nicht darunter ist.(Große Heiterkeit.) Ich wünsche ja, daß auch in Zukunft daS Blatt keine Zuschüsse nöthig hat. Mögen die Genossen, das sage ich in bezug auf die Kritik am „Vorwärts" und an anderen Parteiblältern. klug werden und nicht gegen einander hetzen. Redner warnt vor neuen Blatt- gründnngen, vor allem von sechsmal erscheinenden Blättern. B r u h» s- Breslau wendet sich gegen die Ansicht, als habe die„Breslauer Volkswacht" in diesem Jahre einen so hohen Zuschuß erfordert, weil dort der letzte Parteitag stattgefunden habe. Das Blatt habe vielmehr infolge der Verfolgungen, denen es in stets steigendem Maße ausgesetzt sei, große Schulden gemacht. Im letzten Jahre seien allein 53 Preßprozesse gegen die„Volksmacht" angestrengt. dazu kommen die eigenartigen Verhältnisse in Breslau, wo eine Parteibewegung wie in anderen großen Städten nicht möglich sei. Die Genossen, die von Osten kommen und in Breslau die ersten Grundzüge des Sozialismus in sich aufnehmen, folgen bald dem Zug nach dem Westen, und so sei es nicht möglich, einen genügenden Stamm bewährter Genossen dort großzuziehen. Eine Verbilligung des Organs habe aucht nicht die gewünschten Folgen gehabt. Breslau habe nicht etwa, wie man meinen könnte, jetzt noch große Summen zur Verfügung(Heiterkeit). Es sitze vielmehr aus dem Trockenen und werde bald überhaupt auf ein eigenes Organ verzichten müssen, wenn es nicht von der Partei genügend unterstützt würde.(Hört! hört!) Steiger- Leipzig: Es ist gerade kein erhebendes Gefühl, das erste Mal, wo man auf einem Parteitage als Redner aus- tritt, von der Anklagebank aus sprechen zu müssen. Frohme und Bsrard sprachen von der allgemeinen Mißstimmung über die „Neue Welt",„und dabei ist die Auflage derselben um 40—50 000 gestiegen!"(Gelächter und Unruhe.) Ich muß gestehen, ich hatte das Gegentheil erwartet. Ich wußte genau, was ich that, als ich sehr langsam, vorsichtig und sacht in die Bahnen moderner Kunst einlenkte. Ich wußte, wie schwer ein solcher Sprung ist, m einer Zeit, wo. das ganze börgerliche Lager noch immer an de» Knochen, nicht etwa der wirklich klassischen Literatur, sondern ihrer Nachtreter herumnagte. Wo plötzlich eine neue Kunst geboren wurde, waren die Geburtswehen groß und Ausschreitungen unausbleiblich. Ich habe mich noch gewundert, daß die„Neue Welt" überhaupt »och Abonnenten hat, wo der eigene Verleger die Redaktion seines Blattes in Versammlungen und in der Presse so hinstellt, als wollte sie das ganze Volk vergiften. Da ist es wahr- lich ein Wunder, daß ein Arbeiter das Blatt überhaupt noch lieft! (Sehr richtig! und Lachen!) Allerdings handelt es sich um ein« Beilage(Sehr richtig!), und an vielen Orten könnte man sie abbestellen. Aber trotzdem hat mich die ganze Polemik gefreut; sie beweist die wunderbare Stärke unserer Partei. Es fragt sich nur, ob bei einer solchen Agitation etwas herauskommt. Nicht ich habe die persönliche Preßkampagne angefangen, sondern Genosse Börard. Wenn im Lause der weiteren Polemik hier und da ein scharfes Wort dazwischen lief, so darf man sich nicht wundern. Frohme beklagt sich über die Polemik, die ich geführt habe. Wie soll ich polemisiren? Bleibe ich sachlich und nenne ich keine Namen, so heißt es, ich spreche in vornehm er- habenen Ton der Unfehlbarkeit. Werde ich angegriffen und antworte nicht etwa so, wie man in den Wald hinnngerufen hat, sondern vielmehr als ganz sanftes Echo— ich meine nicht das „Hamburger Echo"(Heiterkeit)— dann heißt es auf einmal, der Steiger wird persönlich. Gegen mich wurden Ausdrücke gebrauchtwie Lektüre für blasirte Wüstlinge. Es wurde gesprochen von über- spannten Köpfen, von Narren, von Leuten, welche ihre geistlosen Erzeugnisse in der„Neuen Welt" als Ablagerungsstälte unler- bringen wollen. Darauf habe ich höchstens mit jden Ausdrücken Philister und Spießbürger geantwortet. Ich frage Sie. welche Ausdrücke am Platze sind, wenn man in dieser Weise angriffen wird. Frohme tadelt es, daß ich blos meine Artikel zusammengestellt habe und betont demgegenüber, daß die Ham- burger die ganze Polemik veröffentlicht hätten. Merkwürdig, die beiden letzten Artikel, in denen ich auf einige Grundfragen, die im Hamburger„Echo" erörtert wurden, antwortete, wurden nicht abgedruckt, sondern es wurde so dargestellt, als ob das Hamburger „Echo" das letzteWort gesprochen und ich keine Antwort gefunden hätte. Das ist also die Polemik, die Frohine mir als Muster vorhält! Hätte man einen objektiven Bericht beiderseits gebracht, so stände sicher alles darin; so aber habe ich, wie ich in der Vorrede aus- drücklich konstalire. nur meine Meinung veröffentlicht, in der Erwarlung. daß die Hau, burger sich hier ebenso wehren, wie sie in der Presse gethan haben. Bei der ganzen Polemik haben die Hamburger die moderne Richtung und die Neue Welt verwechselt. Das sind zwei himmelweit entfernte Tinge; ich habe nie den Standpunkt vertreten, als ob alles, was die Modernen ge- schrieben hätten, etwa wirklich geistige Nahrung für das Volk wäre. Ich weiß, daß in einer Zeit der Dekadence. der Selbftzersetznng der bürgerlichen Gesellschaft, in diesem Todesringen einer dem Untergange geweihten Gesellschaft soviel Schmutz aufgewirbelt wird, daß die Phantasien solcher blasirte» Wüstlinge' nicht vor das arbeitende Volk gehöre». Aber es verhält sich gerade umgekehrt, wie Frohme es darstellt. Er behauptet, zuerst hätte man die junge Richtung freudig be- grüßt und nachher seien die Ausschreitungen gekommen. Jeder. der die moderne Richtung verfolgt hat. weiß jedoch,.daß es hier ebenso gegangen ist, wie bei allen großen literarischen Revolutionen, daß immer die Ausschreilung als natürlicher Gegen- schlag gegen die vorherige moralische Versumpfung der Kunst er- folgt ist im Aufaug der Bewegung, und daß sich daraus nachher eine wirkliche wahre Kunst entwickclte. Man sagt, ich hätte die „Neue Welt" zu einem Tummelplatz für literarische Experimente gemacht. Wo habe ich das gethan? Nirgends. Ich wollte in der„Neuen Welt" das beste bieten, was die lebende Kunst her- vorgebracht hat, soweit es uns bei den beschränkten Finanzen möglich war. Dieses Beste ist aber ein neues. (Schluß im Hauptblatt.) Verantwortlicher Redakteur: August Jacobet, in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 240. Gerichts- Beitung. Der bekannte Schriftsteller Franzos wurde vor einiger Zeit vom Landgericht wegen vielfacher Verlegung der gefeßlichen Bestimmungen über die Sonntagsruhe und der dazu erlassenen Ausführungsverordnung für Berlin zu 150 Mark Geldstrafe verurtheilt. Franzos ist Vorsitzender des Aufsichtsrathes der deutschen Verlagsanstalt Konkordia", einer Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht. Als solcher hat er nach den betrieben. Dienstag, den 13. Oktober 1896. 13. Jahrg. rühren könnten. Auf grund dieses Gutachtens beantragte der nichtet werden; die Vorlage auch einen Rückschritt in bezug auf das Vertheidiger der Angeklagten, R.-A. Flata u Berlin, die Frei- Krankenkassenwesen und die gewerblichen Schiedsgerichte bedeutet, weber bei der Polizei oder im Laboratorium ber Chemiker eine Vorlage durch den Reichstag und erwartet von der sozialdemo sprechung feiner bisher unbescholtenen Klientin, da augenscheinlich protestirt die Versammlung ganz entschieden gegen die Annahme dieser Berwechselung der Proben stattgefunden haben müsse. Der fratischen Fraktion eine energische Vertretung der Arbeiter Gerichtshof schloß sich dieser Ausführung an und sprach die An- intereffen gegenüber der Absicht der Regierung, die Rechte dergeklagte toftenlos fret. selben noch mehr zu schmälern. Die Arbeiter verlangen zur geklagte kostenlos fret. Regelung ihrer Angelegenheiten das Selbstbestimmungsrecht und protestiren gegen die Zumuthung, in den Einrichtungen der Innung als Dekorationsstück benutzt zu werden. Versammlungen. Feststellungen der Straffammer dafür gesorgt, daß ein Die Lithographen, Steindrucker und verwandten BeBuchhalter und ein Hausdiener monatelang des Sonntags rufsgenossen hielten am Sonnabend eine Versammlung ab, welche einer öffentlichen Bersammlung, die am Sonntag in der„ KönigsDie Lohnbewegung der Ballschuh- Arbeiter wurde in in den Räumen der Verlagsanstalt. beschäftigt wurden. Und zwar mußten die Leute von früh an bis zum Nachmittage Es handelte sich um Stellungnahme zu einer event. vorzunehmen für beendet erklärt. Nach dem Bericht von den Saal des„ Schweizer Garten" bis auf den letzten Platz füllte. bant", Frankfurterstraße, tagte, nach über vierwöchentlicher Dauer Nauer und durcharbeiten. Der Geschäftsführer mußte ebenfalls während der den Lohnbewegung. Namens der Kommission, die seinerzeit im Feen- Willner über die stattgehabten Verhandlungen mit den Beit thätig sein. Gegenüber der Behauptung Franzos', daß er ja gar nicht der Leiter des Geschäftsbetriebes gewesen sei, sondern Palast gewählt wurde, um die Vorarbeiten für die Lohnbewegung Fabrikanten, die zwei Sigungen in Anspruch nahmen, wurde daß die Leitung dem Geschäftsführer obgelegen habe, führte das zu erledigen, legte Friedewald die formulirten Forderungen vor, eine Lohnerhöhung auf die verschiedenen Artikel bei fast allen Gericht aus: Es stehe fest, daß er die Leute zum Arbeiten an outer du omission im Ginverständniß mit den Vertrauens. Fabrikanten erzielt und die Wiedereinstellung der Streifenden zugehalten habe, er sei deshalb auch haftbar; wollte man seiner in längerer Rede. Er führte unter anderem aus, daß die gegen- feitens der Fabrikanten die Organisation als die Vertretung der Arleuten aufgestellt hat. Sillier begründete diese Forderungen gesprochen. Außer verschiedenen kleineren Zugeständnissen wurde Argumentation folgen, daß er als Vorsitzender des Aufsichts- wärtige Bewegung, deren Hauptziel die Verkürzung der Arbeits- beiter anerkannt und soll die Zugehörigkeit zu derselben fortan keinen raths einer Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht nicht wegen zeit sei, sich über ganz Deutschland erstrecke. Die größeren Grund zur Maßregelung bilden. Für die Junehaltung der ge der ihm vorgeworfenen Vergehen bestraft werden könne, dann könnten sich ja die Schuldigen der Strafe entziehen. Franzos Städte betheiligen fich lebhaft an der Bewegung. Die Kollegen troffenen Abmachungen will auch der Fabrikantenverein Sorge legte Revision ein und berief sich abermals auf seine Stellung im in Hannover hätten bereits durch einiges und geschlossenes tragen und sind dessen Mitglieder verpflichtet, die eingegangenen Aufsichtsrathe. Die Organe der Gesellschaften mit beschränkter Vorgehen die Unternehmer zur Anerkennung ihrer Forderungen Bedingungen zu erfüllen. Ergebnißlos sind die Verhandlungen Haftung feien ihre Geschäftsführer, an sie habe man sich zu halten. Der genöthigt. Nun sei es an der Zeit, daß auch die Berliner im allgemeinen und rückgängig sollen die angeführten Bu Straffenat des Kammerichts gab der Revision statt und sprach entsprechende Lohnerhöhung zu erringen. Die anständigen die Arbeit Kollegen sich rüsten, um eine Verkürzung der Arbeitszeit und geständnisse gemacht werden, wenn auch nur in einer Fabrik aufden Angeklagten frei. Der Vorsitzende führte zur Begründung Die anständigen die Arbeit unter den gegebenen Umständen nicht Wie Nauer im weiteren anführte, erklärten aus, nach Wortlaut und Sinn der betreffenden Bestimmungen sei Firmen hätten bereits, dant dem energischen Vorgehen genommen wird. der Kollegen, leidlich anzunehmen, daß für Vergehen gegen die SS 105 b bis 105 e der geführt. Das beweise, daß die gegenwärtigen Forderungen zahlen zu können, indem jeder behauptete, daß er schon den günstige Arbeitsbedingungen ein- bie Fabrikanten, der Konkurrenz wegen feine höheren Preise beGewerbe- Ordnung nur Gewerbetreibende verantwortlich feine übertriebenen seien, und könne man annehmen, daß der ein- höchsten Lohn bezahle, trotzdem festgestellt worden ist, daß nicht zu machen seien. Franzos als Vorsitzender des Aufsichtsrathes fichtige Theil der Unternehmer es nicht erst auf einen Kampf an- felten das Jahreseinkommen eines Ballschuh- Arbeiters nur 600 bis der„ Konkordia" hätte aber nicht das Gewerbe der Gesellschaft tommen lassen, sondern die Forderungen ohne weiteres bewilligen 700 M. beträgt. Der Redner, der das unparlamentarische Ber werde. Sollte dies indeß nicht zutreffen, dann würden sich die halten des Fabrikanten Silberberg und dessen Werkführer Zwei ftreitbare Teutonen. Zwei Führer des so fauft ent- Kollegen nicht scheuen, mit aller Energie ihre Forderungen zur bei den Verhandlungen fritisirte, wünschte, daß ein Schiedsschlafenen Teutoburger Verbandes zur Hebung des arg bedrängten Anerkennung zu bringen. Es erfolgte nun die Diskussion über den von gericht von beiden Organisationen gebildet wird, welches Mittelstandes und zwar der Begründer des Verbandes Cäsar der Kommission aufgestellten Tarif, der nach kurzer Debatte über bei vorkommenden Differenzen, besonders aber wenn ein Aft fall in Leipzig und der Redakteur des Teut", Organ des einzelne Punkte in folgender Faffung angenommen wurde: Die Streit droht, in Funktion tritt. Ebenso wie dieser Redner, forderte Verbandes, Dr. phil. Maser, jetzt in Stuttgart, führen als Arbeitszeit beträgt für Lithographen 8 Stunden, für Stein- Willner, der mit dem Resultat der Bewegung nur theilweise echte Teutonen seit zwei Jahren einen erbitterten Krieg, der drucker und alle sonstigen Arbeiter 9 Stunden täglich. zufrieden ist, die Anwesenden auf, auch in Zukunft ihre Schuldig jetzt vom Schöffengericht Leipzig vorläufig beendet worden Abschaffung der Ueberzeitarbeit; wo folche sich als noth- feit zu thun und in der bisherigen solidarischen Weise zu wirken. ist. Der Thatbestand ist kurz folgender. Am 11. September wendig herausstellt, ist ein Lohnzuschlag von 25 pet. zu zahlen. In der darauf folgenden Diskussion wurde wiederholt hervor 1894 tam es zwischen Astfalt und Maser, dem schon Abschaffung der Sonntagsarbeit für alle Branchen, der gehoben, daß man keineswegs gewillt ist, die Forderung der Beam 14. Juli gekündigt worden war, zum Bruch und Wochenlohn beträgt für Lithographen nach vollendeter Lehrzeit triebswerkstätten fallen zu lassen, sondern dieselbe immer wieder wurde Maser entlassen, weil er einen ihm gewährten 21,60 m., später mindestens 24 M., für Steindrucker an der in den Vordergrund zu stellen. Der neuvereinbarte Tarif, wurde Urlaub überschritten hatte. In dem Entlassungsbriefe bezeichnete Handpresse nach der Lehrzeit 21,60 m., später mindestens 24 M., verlangt, soll im Lieferraum oder in der Werkstatt ausgehängt nun Astfalt das Betragen M.'s als Unbotmäßigkeit, als unschick für Maschinen- Merkantildrucker 25 bezw. 27 M., für Maschinen- werden, um Unzuträglichkeiten zu vermeiden. Bon verschiedenen lich, ungezogen, unanständig, unverschämt, feig, undankbar und Chromodrucker 27 beaw. 30 M., für Schleifer mindestens 21 M., für Rednern wurde das erzielte Resultat sehr fühl aufgenommen, so würdelos wie ein ungezogener Knabe. Er bezeichnete M. ferner Präger 21, für Prägerinnen 15 M., für Anleger und Anlegerinnen doch gegen die Beendigung des Streits direkt nicht gesprochen. als einen unbotmäßigen Beamten, als ein bezahlt sein wollender 12 M. Abschaffung der Affordarbeit; wo folche ausnahmsweise statt Im Gegensatz zu diesen Rednern ist Herr Sch wikowski, der Diener, der seine Pflicht vernachlässigt habe und erklärte, findet, ist der Preis so festzusetzen, daß der in diesem Tarif als Unparteiischer bei den Verhandlungen fungirt hat, der daß er feinen wortbrüchigen Beamten und untreuen geforderte Mindestlohn erreicht wird. Die vorstehenden Fordes Meinung, daß die Arbeiter bedeutende Vortheile in finanzieller Diener gebrauchen könne. Dr. Maser beauftragte nun rungen werden durch die Kommission unverzüglich den Unter- wie moralischer Beziehung erzielt haben. Die Lohnzuschläge be den Rechtsanwalt B. damit, von A. sein Gehalt, das ihm nehmern zugesandt mit dem Bemerken, daß sich dieselben bis zum tragen in mehreren Fällen 15 Pf. auf einen Artikel, außerdem kontraktlich noch für ein halbes Jahr zustand, einzuziehen. Donnerstag über Annahme oder Ablehnung derselben zu erklären soll den Wünschen in bezug auf das zu liefernde Material Auf einen Brief B.'s antwortete A. am 7. Oktober 1894 und haben. Eine darauf abzuhaltende Versammlung wird sich über Rechnung getragen werden, so daß hier die Bu schrieb in bezug auf M., daß er fahnenflüchtig und kontrakt die weiter zu unternehmenden Schritte schlüssig werden. Mit der geständnisse nicht als unwesentlich bezeichnet werden kön brüchig geworden und ein streitender wortbrüchiger Soziologe Vertretung in der Gewerkschaftskommission wurde Weithoffnen. Sehr hoch schlägt der Redner die Anerkennung der fei. Gegen Aftfalt, der später verurtheilt wurde, an M. 1340 M. betraut und nach einem ermunternden Schlußwort Schöpte's Organisation und die Zusicherung der Fabrikanten, mit den Gehalt nebst 6 pCt. Zinsen zu zahlen, erhob M. wegen der in die Versammlung mit einem kräftigen Hoch auf das Gelingen Arbeitern als gleichberechtigtem Faftor bei Differenzen zu verden beiden Briefen enthaltenen Beleidigungen Privottlage. Das der bevorstehenden Bewegung geschloffen. handeln, an, zumal die Fabrikanten durch das gebildete Kartell Schöffengericht Leipzig verurtheilte deshalb am 9. Oktober Aftfalt zu 30 Mart Geldstrafe. In einer gut besuchten Versammlung der Holzarbeiter, eine feftere pofition als bisher einnehmen. Ein Schiedsgericht die am Sonntag im Feenpalast stattfand, sprach Zh. Glo de sei durch das Statut dergestalt festgefeßt, daß jedes Mitglied Der Weiberfeind. Raum glaublich klingt die Geschichte, über die Regierungsvorlage, betreffend die Organisation des verpflichtet ist, bei vorkommenden Streitigkeiten dies unverzüglich welche gestern vor der 3. Straffammer des Landgerichts I in Handwerks. In früheren Zeiten- so bemerkte der Redner dem Verein resp. der Kommission zu melden, die sodann nach einer Berhandlung festgestellt wurde, in welcher sich der Kauf- als der selbständige Handwerkerstand ein ausschlaggebender Hinzuziehung der betheiligten Arbeiter zu entscheiden hat und mann Arthur Meyer wegen Sittlichkeitsverbrechens zu ver: wirthschaftlicher Fattor war, hatte das Junungswesen eine versuchen wird, die Angelegenheit auf friedlichem Wege zu antworten hatte. Der Angeklagte, Disponent in einem Geschäfte Berechtigung. Heute dagegen, wo der Handwerker mehr regeln. Der Redner, der das Verhalten der Arbeitnehmerder Mittelstraße, galt als Weiberfeind und besonders tugend- und mehr durch den Großbetrieb ve brängt wird, und seine Vertreter bei den Verhandlungen als ein sehr taktvolles erkannte, haft, scheint aber für Mädchen unter vierzehn Jahren eine be- wirthschaftliche Bedeutung verloren hat, wo unter andern auch glaubt, daß dem Ruf nach Einrichtung von Betriebswerkstätten, fondere Vorliebe gehabt zu haben. Am 21. August d. J. erschien im Tischlergewerbe die Mehrzahl der handwerksmäßig arbeitenden der immer allgemeiner wird, Rechnung getragen werden muß er bei der Masseurin Kremp in der Borsigstraße, stellte sich als Meister nur den Schein einer wirthschaftlichen Selbständigkeit führen, und auch wird, sobald man sich mit dem Gedanken mehr vertraut Inhaber eines großen Massage- Instituts vor und fragte, ob sie können die Innungsbestrebungen dem Handwerkerstande nicht aus gemacht hat. Nach einer kurzen Debatte über diese Ausführungen einungenirtes", abgelegenes Bimmer zu vermiethen hätte, in helfen. Dieselben sollen zum theil dazu dienen, der Arbeiterbewegung und nachdem über die Tarifverhältnisse in den einzelnen Fabriken welchem er Massageversuche mit jungen Mädchen vornehmen und den Arbeiterorganisationen, die zu einer wirthschaftlichen Be- berichtet worden war, gelangte folgende Resolution zur Annahine: Lönne; es handle sich nicht etwa um die gewöhnliche Massage, beutung gelangt find, einen Damm entgegenzusehen. Dahin zielten die" Die in der Königsbank" tagende Versammlung erklärt sich fondern um eine ganz besondere Form derselben, die er Straf- feit 1881 vorgenommenen Abänderungen der Gewerbe- Ordnung, vorläufig mit dem Resultat der Verhandlungen einverstanden und massage nenne; die betreffenden Personen würden nämlich das ist auch der Zweck der gegenwärtigen Vorlage. Der Redner werden sämmtliche Streikende die Arbeit unter den neuen Bemit einem Stock massirt". Zugleich fragte er auch, behandelt die einzelnen Bestimmungen derselben sehr ausführlich dingungen wieder aufnehmen. Die Forderung der Betriebswerkob fte vielleicht Knebel zur Verfügung hätte, die und stätten gilt nur als vertagt und verpflichten sich die Versammelten, zeigt, daß die winzigen Rechte, welche den Ge= den Mädchen in den Mund gestopft werden tönnten, fellen tönnten, sellen in den vorgesehenen Organisationen, der Innung, ihre ganze Kraft einzusetzen, um dieselbe in Zukunft durchfalls diese allzu sehr schrien. Er hätte solche Versuche dem Ausschuß, den Handwerkerkammern eingeräumt sind, zuführen. Weiter verpflichten sich die Anwesenden, der Organi bereits in feinem eigenen Justitut vorgenommen, aber feinerlei Bedeutung für die Arbeiter haben, denn die fation, soweit dies noch nicht geschehen ist, beizutreten und für das Geschrei der Kinder störte dort zu sehr u. s. w. Frau Einrichtungen seien derart, daß den Meistern die Majorität dieselbe zu wirken. Zum Schluß wurde bekannt gegeben, daß bei Kremp, felbft Mutter zweier Mädchen, hatte aufangs nichts sicher sei. Trotzdem würden die Arbeiter, wenn der Firma Hamann u. Co., Neue Friedrichstraße 16, wegen der dagegen und der Angeklagte entfernte fich, um am Mittag wieder Vorlage Gesetz werde, zielbewußte Vertreter in diese Körper- bereits angekündigten Lohnreduzirungen Differenzen entstehen zukommen. Inzwischen waren aber in Frau Kremp Bedenken schaften entfenden, die nach Möglichkeit im Sinne der tlaffenaufgestiegen, sie begab sich deshalb zur Polizei und machte hier bewußten Arbeiterbewegung zu wirken hätten. Das Zustande von dem Gehörten Mittheilung. Daraufhin wurde ein fommen dieses Gesetzes zu verhindern, sei jedoch die erste Kriminalschuhmann beauftragt, in einer der Kremp'schen Aufgabe der Arbeiter, da fie überzeugt find von benachbarten Wohnung das weitere abzuwarten und gegebenen der Mußlosigkeit jedweder Junungsbestrebungen. Erkennen falls gegen den angeblichen Maffage- Instituts Inhaber vorzugehen. doch selbst die die Motive zur gegenwärtigen Vorlage an, Dieser erschien inzwischen zur festgesezten Zeit und Frau Kremp daß die bisherigen fakultativen Innungen nicht im stande waren, mußte vom Hofe zwei Mädchen heraufholen; nachdem sich die die Lage des Handwerks zu bessern. Auch den ZwangsBengin entfernt hatte, fragte er die Kinder, ob sie bereits Modell innungen werde es nicht gelingen, die Handwerksmeister vor der Die Schulräume sind zur Benugung der Bibliother und des reichen Beit gestanden hätten, er sei nämlich Bildhauer u. f. w. Bei seinem Ueberlegenheit des Großbetriebes zu schützen. Zu den Aufsonderbaren Benehmen bekamen die jungen Mädchen Angst gaben der Innung solle unter anderem auch die gründ Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender: Ab. Meus mann, Pafewalterfir. 3. Alle Menderungen im Bereinstalender sind zu richten und wollten davonlaufen; während der einen dieses ohne liche Ausbildung der Lehrlinge gehören. an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, abends 9-11 Uhr: weiteres gelang, wurde die andere von dem hinzufpringen auf diesem Wege einen tüchtigen, leistungsfähigen Meister- uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Steineiche, Neue den Angeklagten in höchst unfittlicher Weise angefaßt, doch stand heranbilden. Kornblume, Gr. Frankfurterstr. 188 Dabei werde übersehen, daß die besten Friedrichstraße 20 bet F. Preuß. Senefelder, Rosenthalerstr. 57 bet Babiel. Gerechtig konnte auch sie sich schließlich, um sich schlagend, befreien. Meyer Leistungen durch Spezialisirung der einzelnen Arbeitszweige er- te it( eften), Bülowstr. 59 bei Werner. Olympia, Adalbertstr. aber wurde von dem hinzukommenden Kriminalbeamten fest reicht würden und diese wiederum im kapitalistischen Großbetrieb bet Sauermann. Deutscher Männerfang, Prenzlauer- Allee 26 bet genommen. So war der Lüstling in seinem Treiben verhindert am weitgehendsten durchgeführt werden könne, weshalb er dem Wartenberg. Hand in hand I, Mariannensir. 41 bet Richter. worden, ehe er größeres Unheil anrichten konnte. Das zog der Kleinbetrieb auch in dieser Hinsicht überlegen sei. Auch die beste fraße 15 bet Stehmann. Kreuzberg, Schönleinstr. 6 bet F. Ewald. Gerichtshof in betracht und erkannte nur auf, sechs Monate Lehrlingsausbildung werde daran nichts ändern. Der Redner legt wiederhall, Admiralstr. 21 bei Schnteber. Often( Metallarbeiter), Gefängniß. Der Angeklagte wurde auch aus der Unter- weiter dar, daß die Errichtung von Innungs- Schiedsgerichten Blumenfir. 46 bet Tomatfchat, Fretheit II, Adlershof, Bismarckstr. 24 Myrthenblätter, Prenzlauer- Allee 6 bei Stein. suchungshaft entlassen. und Krankenkassen nicht im Interesse der Arbeiter liege, daß Deutsche Liebertafel, Blumenstr. 38 bei Wiedemann. Ihn'scher Der bekannte Zeitungsentenzüchter Hoppe, ein angeb- vielmehr auch diese Einrichtungen dazu beitragen würden, die umor, Straußbergerstr. 3 bet wwe. Röll. Unver zagt II, Beuffelstr. 9.licher Krantenwärter, sollte sich dieser Tage wiederum von dem Rechte der Arbeiter zu schmälern, indem die Meister in die Lage Waldrapelle, Fürstenstr. 18 bei Serbig. Friedrich fcher MännerRixdorfer Schöffengericht wegen Betrugs verantworten. Die gesetzt würden, überall die Arbeiter zu majorisiren. Die Arbeiter or, Neue Friedrichstr. 44 bet Röllig. Bruderbund, Usedomftr. 22 bet Fickinger. Freies 2ted, Friedrichsberg, Friedrich- Karlstr. 11 bet Männerchor Nord- Ost, Landsberger Allee 152 bei Göbel. Verhandlung konnte auch diesmal nicht zu Ende geführt werden, hätten demnach alle Ursache, sich gegen die Handwerker Beinecke. Abend ชิน erklären und Rothe Melt e I, Schöneberg, Grunewaldstr. 110 bei Obft. für den Ausbau und Rothe da der Angeklagte neue Ausflüchte fand, welche eine Bertagung organisation roth, Wilmersdorf, Berlinerstraße 41 bei Klingenberg. die Stärkung ihrer eigenen Organisationen Sorge nothwendig erscheinen ließen. Mette II, Ruppiner- und Schönholzerstraßen Gcke. tragen Eine Diskussion folgte dem mit großem Beifall Rathenow, Junterstraße 19." Sur Erholung". Alpenglocke, Große Eichentranz, Prenzlau, StettinerWegen Vergeheus gegen das Nahrungsmittelgesetz aufgenommenen Vortrage nicht. Die Versammlung nahm Frankfurterstraße 133 bei Gold. ftraße Kaifergarten". Ginigte it II, Weinstraße Nr. 11 bei Feind. hatte sich die Milchhändlerin verehelichte Hente aus Rixdorf einstimmig folgende Resolution an: Die öffentliche Versammlung Freter Gängerchor, Glienice, Köpenickerstraße Witte. Harmonie, Reinickendorferstr 2a bet Schulz. vor dem dortigen Schöffengericht zu verantworten. Seitens der der Holzarbeiter Berlins erklärt, in Erwägung, daß die fort- Webbinger Vorwärts VIII, Marwig i. d. Mart, bei Wilh. Nölte. Concordia, Polizei war bei der Angeklagten eine Milchprobe entnommen schreitende Entwickelung der Produktionsweise, bei welcher nur Simeonftr. 28 bei Flick. Freie Sänger III, Seegermühle bei Ebers worden, die der Gerichtschemiter Dr. Bein für verfälscht er- der Besitz und die Anwendung Maschinen einen walde. Frohsinn I, Rummelsburg, Göthe- u. Kantpraßen- Ecke bet Mertens. Treu u. Fest, Pallisadenfir. 62 bet Mether. Acacie( gem. tlärte. Auf Ersuchen der Frau H. hatte der betreffende Polizei- sicheren Bestand des Betriebes ergeben, die Vorlage be Wilmersdorfer Stebertafel, beauftragte eine gleiche Probe versiegelt, welche der Chemiter treffend die Organisation des Handwerks für verfehlt, Shor), Naunynstr. 37 bei Jablonsti. Wilmersdorf, Berlinerstr. 41, Klingenberg's Volfsgarten.- Freiheit III, Dr. Reich zur Untersuchung bekam, und dieser erfärte die Milch da der wirthschaftlichen Entwickelung durch gefehliche Schranken weißensee, König- Chauffee 38 bet Pfeifenmüller. Arion 1, Wittenberge, Junge Eiche, Reinickendorf, Kolonie für gut. Da die beiden Sachverständigen- Gutachten sich ftrifte tein Einhalt geboten werden kann. In fernerer Erwägung, daß, Thurmstraße 23, Bentralhalle. ftraße 147 bei Anton. Freie Felblume, Wienerstraße 31 bet Klein. widersprachen, vernahm das Gericht als Obergutachter den Gerichts- wenn diese Borlage Gesetz wird, die Einrichtungen, welche sich ar monte III, Rirdorf, Bergfir. 142 bei Schimtäfe. Arion II( Handchemiter Dr. Bischoff, welcher zu dem Resultat kam, daß die die gewerkschaftlichen Organisationen aus eigenen Mitteln geschuhmacher), Brandenburg a. H., Hauptstraße, Winkel's Salon. fraglichen Proben unmöglich von ein und derselben Milch her schaffen haben( Arbeitsnachweise, Herbergen 2c.) rücksichtslos ver- Weißensee, Langhansstr. 106 bet Säling.-penglühen, Manteuffel ber Man die wolle 31 werden. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 9-10% Uhr: Güd tute Waldemarfir. 14: Deutsch( Die deutsche Literatur in ber zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Auffazlehre. Herr Heinrich Schulz. Nordschule, Brunnenstraße 25: Natur- Erkenntniß( Antite und moderne Naturbetrachtung. Problem der Weltbildung im Alterthurn. Griechische Weisheit und biblische Ueberlieferung. Die Entthronung der Erde aus ihrer bevorzugten Stellung im Weltenall. Mechanistische Auffaffung und experimentelle Forschung. Die Einreihung des Menschen in das Naturganze [ Lamart Darwin]. Das Seelenproblem. Grenzen der Natur. Extenntniß). Herr Dr. C. Joël. fchriftenmaterials schon von 8 Uhr abends an geöffnet. bei Gold. Atomtsmus und Materialismus. Edelweiß I, MelchiorEcho I, Linienftr. 19 bei Neumann. = Vorwärts IV, bet Drante, | Musikverein Frisch auf", Reichenbergerfir. 24 bet Tauschte. Gefang: verein Anatreon abends von 9-11 Uhr im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstraße 16 bei Bergner, früher Ehrenberg. Gefangverein Schild horn, Usedomftr. 33 bei Dibötter. Arbeiter Bitherverein Einigteit, bet Streit, Naunynstraße 86, Uebungsstunde. = 1 raße 9 bei Nowack. Gef. Ber. d. Enter bten, Swinemünderstr. 120 Jeden Dienstag und Freitag abends von 8-10 Uhr: 2. Männerabtheilung bei D. Bachgänger. Staligerstraße 55/56. 4. Männerabtheilung Stephanstr. 3. 5. MännerBund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. abtheilung Acerftr. 67. 6. Männerabtheilung Stallschreiberstr. 54. Alle Zuſchriften, den Bund betreffend, find zu richten an Serm. Jahn, 1. Lehrlingsabtheilung Friedenstraße 37. 8. Lehrlingsabtheilung Schönhauser Allee 177 c. Dienstag. Mufitverein Hoffnung, Beughofftr. 23. Boeckhstraße 27. Damenabtheilung Mariannenufer 1a. Turnverein Musikverein Münstermann, Ackerstr. 123 bei Marten. Theater Arbeiter Bitherflub Fretheitstränge, abends von 8 bis 11 Uhr Norden, jeben Dienstag abends von 8 bis 10 Uhr in der Turngefellschaft Liberté, Grünauerstraße 16 bei Richter. Theaterverein bei W. Richter, Bülowstr. 65 am Dennewig Play.- Bitherklub Alpenhalle, Prinzen Allee Nr. 8. Berliner Athletenverein Felfenfest, Freier Wille, Admiralstraße Nr. 18c, Märkischer Hof. Lotterieklub gruß, abends 9½ Uhr in den Orantenhallen, Oranienftr. 51. Musit jeden Dienstag und Freitag, abends 7 Uhr, im Restaurant Sum bicen Gute Hoffnuna, Wollinerstr. 46 bei Bugowski. Gefelliger Klub verein Schellenbaum, abends von 8% bis 10% Uhr, im Restaurant Albert", Rottbuserfir. 6. Must eltra ft, Wiesenstr. 39 bet Schröder, Rauchtlub Sorgenfret, abends 8 Uhr Peudert, Köpnickerstraße 88. Gäste willtommen. Bitherklub bei Bartel, Pallisadenstr. 22. Rauchklub Ruhiga, abends 8% Uhr, Arbeiter Banderbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Frohsinn, abends 8% Uhr, bet Reich, Blumenstraße 32. Theaterverein bei Behrend, Gräfestraße 5: Sigung. Vergnügungsverein Im Brand Vereinstalender find zu richten an K. Stiller, Kl. Frankfurterstr. 7, I. Dienstag: Freundestrets um 9 Uhr bei Raporte, Solmsstraße 1. Gäste bei Stavicki, Barnimstraße 22. Arbeiter- Stenographenverein Eintracht, Butgefinnte Freunde, Georgenkirchstr. 65 bet Spät. Rauchtlub willkommen. Bergnügung Verein Gemüthlichteit, Sigung Unterricht und Uebungsstunde abends 8% Uhr bet Wähltsch, Adalbertfir. 4. Eldorado, 8% Uhr bei Steppin, Ostbahnhof 4,- Rauchklub Grüne Giche, Krautsstraße 6 beim Gastwirth Böttcher. Berliner Dilettantenbühne Rauchflub Messalina, bei Gorn, Frankfurter Allee 119. 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Veilchenbuft, Hennigs bei Vogel, Görlitzerstr. 52. dorferstr. 4 bet Günther. Musitverein Andante bei Krüger, Fenn- nach dem 1. und 15. jeden Monats, abends 8% Uhr bei Babtel, Rofenthaler straße 5, abends 9 Uhr. Berliner Privat- Theatergesellschaft Alpenrose, straße 57. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Männer- Gesang- abends 8 Uhr, Burgsdorfftr. 14 bei Herbener. verein Sangestreue, abends von 8%-10% Uhr bei Proß, Annenstr. 9. Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes. Für denJuhalt der Juferate über. nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 18. Ottober. Opernhaus. Die Hochzeit des Figaro. Schauspielhaus. Ein Königsional. Nenes Opern Theater.( Kroll.) ( Geschlossen.) OND Deutsches Theater. Morituri. I. Teja. II. Frißchen. III. Das EwigMännliche. Berliner Theater. Faust. Leffing Theater. Madame Sans. Gêne. Theater des Westens. Jung gefreit. Neues Theater. Die Familie Bontbiquet. Thalia- Theater. Gebildete Menschen. Residenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Ninette im Schnee. Theater Unter den Linden. tleine Herzog. Hierauf: Bajadere. Schiller- Theater. Wildnis. Der Die Der Sohn der Belle- Alliance Theater. Mamsell Bielliebchen. Bentral- Theater. Eine wilde Sache. Oftend Theater. Der deutsche Michel. Volko- Theater. Ein vorsichtiger Mann. Hierauf: Variété fremder Künstler. Zum Schluß: Pladderadauß. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Othello, der Mohr von Venedig. Alexanderplat- Theater. Ohne sitt lichen Halt. 10 Kaufmann's Variété. Spezialitäten Borstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag abends 8 Uhr: Der Sohn der Wildnis. s Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Sohn der Wildnik. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chauffeestr. 25/26. Dir. Max Samst. Einmalige Aufführung: Othello, der Mohr von Venedig Trauerspiel in 5 Akten von William Shakespeare. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Aften von Friedr. von Schiller. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Klassiker: Vorstellung: Othello, der Mohr von Venedig. Central- Theater. Alte Jakobstr. 80. Direttion: Richard Schultz. Dienstag, den 18. Oftober: Emil Thomas a. G. Eduard Steinberger a. G. Zum 23. Male: Eine wilde Sacje. Große burleite Häßtattung& poffe Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 6 Bildern von M. Manustädt und J. Freund. Mufit von J. Einödshofer. Anfang 18 Uhr. Morgen: Eine wilde Sache. Thalia- Theater wvormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/73. Direktion: W. Hasemann, tönigl. preuß. Kommissionsrath. Gebildete Menschen. Wiener Boltsstück in 3 Atten von Viktor Léon. Morgen: Dieselbe Borstellung. Apollo= Alexanderplatz- Theater. Urania. Pikante Novität! Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt, ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater& hr. Sternwarte Invalidenstr. 57-62 Lehrt. Stadtbahnhof Ohne sittlichen Halt. Sittenbild aus dem Berliner Leben in 4 Aufzügen von Wilh. Friedhold. ( Bons haben Giltigkeit.) Anfang 8 Uhr. Morgen: Ohne nittlichen Halt. Offend- Theater. täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Grosse Frankfurterstr. 132. Eintritt 50 Pf. = Im Theater- Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanschläge. Castan's id the Direktion: Carl Weik. Der deutsche Michel. Der deutsche Michel. Der deutsche Michel. Anfang 7 1hr. Panopticum Spezial- Ausstellung Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Neu! Ur- Australier ( Kannibalen). Passage- Panopticum. Nur noch kurze Zeit. Kaufmann's 42 wilde KAIRO Heute, Dienstag, den 13.: 3 Schaustellungen der Beduinen 4, 6, 127 Uhr. bei ermässigtem Entree. Konzert v. 5 Kapellen. Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52,53. City- Passage Das Riesen- Oktoberprogramm enthaltend 14 Sensationsnummern. Li- Hung- Chang! Das Neueste vom Neuen! 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Das Ableben unseres Mitgliedes August Gerchow zeigt hiermit an und bittet um rege Betheiligung 9416 Der Vorstand. Die Beerdigung findet am 13. b. M. vom Trauerhause, Friedrichstr. 8, statt. Der Gefang- Verein der Musikinstrumenten- Arbeiter tagt jeden Mittwoch bei Boecker, Naunynstraße 78. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Cösliner Hof, Cöslinersir. 8. 987b Jeden Mittwoch und Sonntag: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Entree frei. Anfang Mittwoch 8 Uhr, Sonntag 5 Uhr. Saal( 1000 Perf.) an Vereine u. zu Festlichkeiten zu vergeb. 2 heizb. Regelb. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstr. 32, neben Zentraltheater. Ich empfehle meine eleganten Fest fäle zur Abhaltung jeder Festlichkeiten, Rommerse, Versammlungen 2c. 5594L* Wwe. E. Schmiedel. H. Ebert's Festfäle, 72. Kommandantenstr. 72. Empfehle meine Säle zu Festlich feiten und Bersammlungen 2c. Habe noch einige Sonnabende im Oktober und November frei. Jeden Sonntag: Ball. Möbel unter Garantie guter Arbeit. 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Allen lieben Freunden und Kollegen, Achtung! sowie den Mitgliedern der Typographia", welche uns zu unserer Silberhochzeit Beweise ihrer Liebe und Berehrung zu theil werden ließen, fagen wir hiermit herzlichen Dant. 942b Emil Krause und Frau. Achtung! Genossinnen und Genossen! Am Donnerstag, den 15. Oktober, abends 8 Uhr, n der Norddeutschen Brauerei, Chausseestr. 58, und Den Mitgliedern der früheren Freien Dienstag, 20. Oktober, abends 8 Uhr, in der Bockbrauerei, Vereinigung der Seifensieder und A Berufsgenossen sprechen wir für die erbaltene Bibliother unferen verbindlichsten Dank aus. 90 Der Vorstand minenk Tempelhoferberg: i E Volksversammlungen. der Freien Vereinigung der Händler des bürgerlichen Gesetzbuches, die dem Reichstag eingereicht werden soll. Tagesordnung: 1. Einbringung einer Protestresolution gegen die Faffung und Händlerinnen 9446 Berlins und Umgegend. 2. Distussion. Der Ausstand bei der Firma Paul Stabernack, Lindenstr. 70, und J. A.: C. Müller, Gr. Frankfurterstr. 96. Siegfried Warschauer Nachf., Ritterstr. 41, Hof part., dauert unverändert 110/13 fort. Bei der Firma Howert& Co., Boppstr. 6, haben die HolzarbeiterHolzarbeiterDerband. Klempner wegen Lohnreduktion die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fern zu halten! Der Vorstand. General- Versammlung 331 unser Verbandskollege 78/1 Referentinnen: Frau Emma Threr. Frau Martha Rohrlack. Um zahlreichen Besuch dieser Versammlungen bittet in 1/2 Die Einberuferin: Frau Gerndt. गे Sozialdemokratischer Wahlverein Den Mitgliedern zur Nachricht, das für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Eduard Schwedtke in den„ Oranien- Hallen", Oranienstrasse No. 51: Midfoam Sonnabend, den 10. Oktober, an der der Kranken- Untertükungs- und Begräbniß- Kaffe Bibst der Lederzurichter Berlins am Sonntag, den 18. Oktober 1896, vormittags 11 Uhr, bei Feind, der Proletarierkrankheit gestorben ist. Weinstr. 11. bages Ordnung: does nothin9166 Teadus 1. Rechnungslegung vom 3. Duartal 1896, 2. Revisorenwahl. 3. 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Oktober an in der Langenstraße 96, Ecke Krautstr., vorn III. Danksagung. 145/6 Für die liebevolle Theilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau allen fage ich Verwandten, Freunden und Bekannten meinen besten Dant. 9476 Albert Gniss. Wahlverein des 4. Berliner ReichstagsWahlkreises( Often). MICU1242/ 1 Dienstag, den 13. Oktober, abends 8 Uhr, bei Haase, Große Frankfurterßr. 117: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. med. Friedeberg. 2. Geschäftsund Kassenbericht. 3. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Achtung! 5. Wahlkreis. Achtung! Partei- Versammlung Ich warne jeden, meiner Frau auf am Dienstag, 13. Oktober, abends 8 Uhr, bei Buske, meinen Namen etwas zu borgen, da ich für nichts auffomme. Otto Hartmann, Reinickendorferstr. 14, Seitenfl. 4 Tr. Blumenhandlung P. Abromeit, Blücherstraße 14, Berlin SW., 57982* Kränze, Bouquets, Topfgewächse, Guirlanden u. s. W. 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