Berliner Volks- Tribüne Sozial- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Volks Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Hans). Einzelne Nummer 15 Pf. Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mr. 50 Pf.) № 51. Die Poft Abonnenten unseres Blattes Abonnement zu erneuern, das sonst von der Post als erloschen betrachtet wird. Post- Zeitungskatalog Nr. 893. Preis pro Vierteljahr 1,50 Mt. bei Selbstabholung, 1,65 Mt. durch Briefträger ins Haus. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: ,, Volksblatt", Beuthstr. 3. ZEITUNGS Inserate werden die 4spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 Pf. berechnet Vereins- Anzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 Pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volks- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen Sonnabend, den 20. Dezember 1890. Erst nach Monatsschluß eingegangene Bestellungen find mit unnüßen Kosten und Zeitverlust verbunden, Sünde." ganz abgesehen davon, daß eine Nachlieferung der bereits erschienenen Nummern oft gar nicht mehr erfolgen kann. 11 IV. Jahrgang. Gloffen zu Richter's Irrlehren". Eugen Richter als Polemiker. III. Aus der Woche. Glossen in Richter's Ursprung; sie ist nur daraus entstanden, daß Einzelne Quinta eines rheinischen Real- Gynasiums sagte ein Schüler Irrlehren. Die Sozialdemokratie und die durch Raub und Mord sich zu Gewalthabern und Ty- seinem Professor in's Gesicht: ,, Und der Kaiser hat auch Gebildeten unserer Tage.- Zur Konzentration rannen aufwarfen", der jezige Papst ist zum Konkurrenten gesagt, daß die Lehrer selbst noch nicht erzogen wären." des Kapitals. Großkapitalistischer Schacher- eines Eugen Richter geworden und schreibt Rezepte zur Wenn der Kampf der Schule gegen die Sozialdemokratie Macher. Die Naturheilmethode. auch so lustig beginnt, dann ist Polen offen. Die ErAus dem Bekämpfung der Sozialdemokratie. Reichstag. -Das Bürgerthum, dieses Rückgrat der Nation, ist ziehung scheint sich überhaupt nicht mehr auf die Jugend Gedicht. Novelle. Die Bourgeoisie und in vollständige Fäulniß übergegangen, der Verwesungsbeschränken zu wollen. In Pinneberg wurde ein Sozialdie Contre- Revolution. Bur Lage der Hand- geruch dringt schon durch alle Poren des Gesellschafts- demokrat wegen Ungebühr verhaftet und in Ketten gelungsgehilfen. Ehrlich. Die Freie Volks- förpers. Die Geraer Handels- und Kreditbank ist zu schlossen in's Loch geführt, weil er nach Hamburger sammengebrochen und mußte Konkurs ansagen. Die beiden Sitte mit dem Hute auf dem Kopfe die geheiligten Räume bühne. Moral, Moral! Direktoren haben das Aktienkapital an der Börse ver- einer bürgerlichen Gesellschaft betrat. Scheint der Generalspielt. Nette Stüßen der Gesellschaft, ebenso nett wie gewaltige dort aber seinen Knigge im Kopfe zu haben! die Direktoren der verflossenen Diskontogesellschaft in-Frankreich scheint auf dem besten Wege, aus Leipzig. Der eine dieser nationalliberalen Vorfämpfer einem ,, wilden" ein zivilisirtes Land nach dem Herzen erinnern wir daran, ohne Säumen und noch vor Monats- sigt jetzt unangefochten in Argentinien und läßt sich's Bismarcks werden zu wollen. Das Bauchwettrutschen wohlergehen auf Erden. Ein Mitglied der Firma seiner Machthaber vor dem russischen Zaren ist kaum schluß ihr Sloddert& Co. in New- Yort, Kanada und London noch einer Steigerung fähig. Der polnische Revolutionär wurde in Chicago verhaftet unter der Anklage nicht we- Padlewski erschoß den russischen Generallockspizel Seliwerniger wie 2 200 000 Dollars in Asien und 4 Millionen stoff. Der Journalist de Labruyère, der Sekretär der Bons der Kansas City-, Arkansas und New- Orleans- Madame Severine und die Frau Ducquercys ermöglichten bahn sich widerrechtlich angeeignet zur haben. So melden ihm die Flucht und brachten ihn über die Grenze und die Zeitungen. Wie sagt Fiesco? Es ist schimpflich, in Sicherheit. Nun hat die französische Regierung alle eine Börse zu leeren, es ist frecheine Million zu ver- dabei Betheiligten verhaften lassen. Wir wollen ab= untreuen, aber es ist namenlos graß, eine Krone zu warten, wie sich das französische Volk über seine Restehlen. Die Schande nimmt ab mit der wachsenden gierungslafaien äußern wird. In München sind in letzter Zeit fünf Bürgerfrauen mit anderen Männleins ihren Ehehälften durchgebrannt, darunter die Gemahlin eines Offiziers, die sich einen Einjährig- Freiwilligen erfor. Die Nase des Familienoberhauptes soll darauf noch viei länger geworden sein. Ebenfalls in München wurde die Ehefrau eines Dr. Reiser, eine geborene Gräfin, in der Kirche von einem Schlaganfalle getroffen. Der liebevolle Bolfstribüne" hatten wir uns bemüht, ein charakteriſti Ehemann ließ die Bewußtlose in's Krankenhaus bringen. sches Bild von dem neuen Heros des Bürgerthums im D, wie haben wir es weit gebracht im Reich der Gottes Kampf mit der Sozialdemokratie zu entwerfen, die herfurcht und frommen Sitte! Wer's nicht glaubt, zahle vorstechendsten Charaktereigenschaften dieses modernen einen Nickel und gelte fürderhin als Sozialdemokrat. Siegfried, wie sie sich in seiner Broschüre fundgeben, zu Die Aktiengesellschaft für Glasindustrie vormals sammeln. Aber das Bild war nicht vollständig Siemens zahlt für das abgelaufene Jahr eine Dividende verschiedenen Seiten konnten wir ihn betrachten, aber es von 12 Prozent. Das scheint uns wenig von einer Ge- fehlte die stärkste Seite des Helden der Freisinnigen sellschaft, die einen Großtheil ihrer Arbeiter in Neusatte Zeitung" seine Kraft als Polemifer. Wir sind ihm bei Ellbogen einen Tagelohn von einer Mark verabreicht, außerordentlich dankbar, daß er in Nr. 283 seines ihre Arbeiter zwingt, aus dem von ihr eingerichteten Blattes gegen unsere Artikel polemisiert; auch die stärkste Konsumverein ihre Lebensmittel zu nehmen, und ihnen, Seite seines Talents fönnen wir nur bewundernd be-se-. Das Berliner Tageblatt meint, durch das per- um sie vollständig in der Hand zu haben, Quartiere in trachten. Der Artikel beginnt mit folgenden Säßen: sönliche Eingreifen der höchsten Stelle in Prenßen werde ihren Arbeiterhäusern anweist. Welche Summen dadurch Saure Arbeit lassen es sich die Gelehrten der das Volk des eigenen Denfens entwöhnt. Nun, das verdient werden, beweist die Thatsache, daß der Bier Sozialdemokratie fosten im Versuchen, die Richtersche erste Blatt aus der Jerusalemerstraße schneidet da ganz verzapfer des Konsumvereins sich nach fünfjähriger Thätig- Broschüre zu widerlegen. Die Berliner Volkstribüne" gewaltig auf. Das, was es unter Volk versteht, hat noch feit in Karlsbad ein Haus kaufte und dasselbe baar sieht sich außer Stande, auf unsere lezten Widerlegungen niemals selbstständig gedacht, auch noch nie selbst ge- bezahlte. Im Jahre 1887 war im Ellbogner Revier ein etwas erwidern." Das ist eine offenbare Lüge. arbeitet. Es läßt Andere für sich arbeiten, Andere für Bergarbeiterstreit ausgebrochen. Ein Glasarbeiter, Johne Herr Richter hatte garnicht widerlegt, keinen einzigen sich denken und schiebt ihnen dafür einen Hungerlohn zu. hieß der Mann und war ein Reichsdeutscher, sammelte Nachweis unseres ersten Artikels für die Verstärkung der Das wirkliche Volk aber läßt sich von Niemanden auf in der Siemensschen Fabrik für die hungernden Frauen Produktion in der sozialistischen Gesellschaft angegriffen, der Welt hindern, selbstständig zu denken, es ist auch und Kinder der Bergleute. Er wurde auf Betreiben der sondern auf eine andere Stelle hingewiesen, wo diese nicht gewohnt, sich von Jemanden, sei es wer es immer Beamten der Behörde übergeben, eingesperrt und ab- Widerlegungen zu finden waren, er hatte die Vertheisei, etwas vordenken zu lassen. geschoben. lungsweise nach Köpfen, die ihm gar nicht klar geworden Der im Jahre 1888 begonnene Maurerprozeß Es giebt doch noch humane, menschenfreundliche ist, bemängelt, weiter nichts. Richter fragte, warum ( Grothmann und Genossen) hat mit Ach und Krach seine Leute im deutschen Bürgerthum. Das einjährige Kind Soetbeers Rechnungen maßgebender sein sollen, als die Erledigung gefunden. Aus den ursprünglich vierzig An- eines Berliner Klavierarbeiters erkrankte an tuberkuloser seinigen. Wir haben die Antwort in Nr. 48 unseres geklagten war siebenundzwanzig geworden, und von diesen Hirnhautentzündung. Ein medizinischer Professor nimmt Blattes genau gegeben. Die Kreuzband- Abonnenten bitten wir, wenn es irgend angeht, vom 1. Januar ab direkt von der Postai stalt zu beziehen. Wo Kreuzband aus besonderen Gründen weiter gewünscht wird, bitten wir um umgehende Nachricht; sonst nehmen wir an, daß direkte Bestellung bei der Post erfolgt ist und senden vom 1. Januar ab nicht weiter. Die Expedition. Aus der Woche. " J. T. In den letzten Nummern der„ Berliner bon wurden drei, darunter Dammann, zu je 50 Mark ver- es in's Krankenhaus und impft es mit Koch'scher Lymphe. Sodann behauptet Richter: Jedermann sind die urtheilt. Die beschlagnahmten Gelder wurden freigegeben Das Kind stirbt. Eie Eltern verlangen wiederholt den öffentlichen Ergebnisse( über die Einschäzung zur Klassenund die Kosten der Staatskasse auferlegt. Nu äben. Die Leichnam ihres Kindes, um denselben bestatten zu können. und Einkommensteuer) bekannt nur den Gelehrten der Staatskasse, das ist die unfreiwillige Sparkasse des Volkes. Nach vielfachen Laufereien wird ihnen endlich der eben Sozialdemokratie sind sie unbekannt. Das ist eine Wäre es nicht angezeigt, den Herren Staatsanwälten zu frischgewaschene todte Körper gezeigt, aber sie bemerken Lüge. In derselben Nummer unseres Blattes führen bedeuten, sie fönnten auch etwas weniger ungenirt mit mit Schrecken, daß man ihr todtes Kind obduzirt hat, wir die Steuerpflichtigen der 16. Steuerstufe an. Woher dem Gemeinvermögen umspringen? eigenmächtig, ohne sie zuvor auch nur gefragt zu haben. haben wir die Zahl wohl, Herr Richter? aus den NachDer Papst ist frank die Welt ist ruhig. So Und die Verliner Presse? Schweigt den Fall fast ausweisungen, die den preußischen Abgeordneten im Jahre vergeht alle Herrlichkeit, Macht und Glanz der Erde. nahmslos todt! Ganz natürlich! Es war ja nur das 1889/90 zugegangen sind( 17 Legislaturperiode I. Session Früher schleuderte der Mann auf dem Stuhle Petri seine Kind eines armen Arbeiters. Wir wagen natürlich nicht 1889, Drucksachen Nr. 25); das sind Ihre ganzen Quellen, Donnerfeile gegen die allerhöchsten Stellen, ließ Kaiser zu ahnen, welche Entrüstung die Herren von der bürger- das haben wir lange gewußt. In den Nachweisungen im Schnee stehen und seine Pantoffel küssen, heute lichen Presse durchglüht haben würde, wenn es sich um aber stehen nur die Angaber der Steuerpflichtigen und ist er froh, wenn sich feine Hand gegen ihn erhebt. einen Angehörigen ihrer Klasse gehandelt hätte. der Steuerbetrag. Und durch eine ganz mechanische Innocenz IV. fonnte sich den Saz genehmigen:„ Die- Die eben zusammengewesene Schulfommission be- Operation berechnen Sie das Einkommen. Und dann weltliche Gewalt hat den niedrigsten und ungöttlichsten ginnt bereits ergögliche Früchte zu zeitigen. In der thun Sie so, als ob Sie eine unantastbare Wahrheit verkündet hätten. Darauf wollten wir Sie festnageln und richtig, Sie sind in die Falle gerathen. Sie behaupten unser Vorwurf wäre wahrheitswidrig, daß Sie den Prozentantheil, den die kleinen Besitzer vom gesammten Grund und Boden besitzen, nicht nennen. Das ist eine Verdrehung der Thatsachen. Es handelt sich nicht um den Prozentantheil, um das Ver- hältniß zwischen Kleinbesitz und Großbesitz— das führten wir nur nebenbei an; es handelt sich darum, daß die Besitzer unter 1 ha. im Durchschnitt nur 3 ha. besitzen. die Besitzer von 1—10 ha. 3,7 ha., es handelt sich darum, daß mehr als 87% der Leute, die Sie als Eigenthümer aufspielen, einen Grundbesitz haben, der fast nicht der Rede Werth ist. Aus S. 23 führen Sie das Verhältniß der großen und kleinen Besitzer, den Prozentantheil an, aber ohne jeden Kommew tar. Leute aber, die sich nicht sehr viel mit dem zähen Stoffe der Statistik beschäftigen, verstehen die Zahlen nicht zu deuten. Sie behaupten, wir hätten die Brv- schüre bis S. 23 nicht gelesen; es war zwar ein schweres Stück, das Zeug in sich aufzunehmen; aber wir zitiren S. 23 mehrmals in unserem Artikel, müssen Ihre Bro- schüre wohl also auch gelesen haben. Sie finden es merkwürdig, daß wir bei Berechnung des Verhältnisses von Großbetrieb und Kleinbetrieb die Dampfpferdckräste hinzufügen, über die der Großbetrieb gebietet. Nun, jede Dnmpfpferdekraft gleich 21 Meiifchen- kräften zu rechnen, ist das Werk des fortschrittlichen. nicht sozialdemokratischen Statistikers Engel. dem früberen Leiter des preußischen statistischen Bureaus. Aber was gehen Sie, Herr Richter, die Forschungen der Wissenschaft an! Soetbeer und Engel, obgleich sie beide Ihrer Partei angehören, beide sind nicht würdig, Ihnen die Schuhriemen zu lösen, nicht wahr. Herr Richter? Was soll das Zusammenwerfen der Pserdekräfte mit den Menfchenkräften, fragen Sie in herzinniger Naivität. Wenn wir nachweisen wollen, ob der Großbetrieb stärker ist als der Kleinbetrieb, dann müssen wir doch auch die Stärke des Dampfes berechnen, der das Hilfsmittel der Großindustrie ist und dem Kleinbetrieb fehlt! Herr Richter wirft uns vor, die Rede des Ab- geordneten Sombart falsch zitirt zu haben. Nun, wir konnten aus Bkangel an Raum, die ganze Rede des Abgeordneten Sombart natürlich nicht bringen, darum haben wir nur den wesentlichen Inhalt der Rede gegeben. Ob wir aber den Inhalt richtig wiedergegeben haben, darüber mögen unsere Leser urtheilen. Ter Theil der Rede, den die Freisinnige Zeitung zitirt, lautet: „„Also wenn er mit Unterbilanz wirthschaftete und die Bauern eine'olche Pacht zahlen können, so gehtauch hieraus hervor, daß der kleine Grundbesitzer billiger in der Lage ist zu wirthschasten als der Großgrundbesitzer. Die Gründe hierfür sind ganz einfach, meine Herren, aber sie sind durchschlagend für das, was wir bezwecken. Der kleine Grundbesitzer ist nun einmal deshalb in der Lage, billiger zu wirthschaften, vorausgesetzt, daß er ein Areal unter dem Pfluge hat, was den Eigenthümer mit seiner Familie möglichst voll und ganz beschäftigt, nehmen wir einmal 50 Mvrgen an; hier wird nun von früh bis spät gearbeitet, es wird gehungert, wenn nichts in der Küche ist, die Kleidung ist erue dürftige, die Ausgaben an barem Gelde sind ein Minimum, und auf diese Weise ist er Widerstands- fähiger als der Großgrundbesitzer, der leider in der Lage ist, wie ich schon vorher gesagt habe, mit schlechten Tagelöhnern, die er doch bezahlen(!) muß. zu wirthschasten, der eine Lebenshaltung, die einmal bei ihm eingeführt ist, weiterführen muß und an den überhaupt ganz andere Ansprüche gestellt werden, als an den Kleinbauern." Was sagt alsoSombart?— der Pächter ist widerstandsfähiger als der Großgrundbesitzer; und warum ist er widerstandsfähiger? weil er hungern und darben kann, wenn nichts in der Küche ist, weil seine Kleidung eine dürftige ist. Also ganz genau das, sogar wörtlich das. was wir in unserm Artikel ausführten. Sombart aller- diugs dachte sich nichts dabei, als er offen diese Cha- rakteristik der Großgrundbesitzer gab; wenn er gewußt hätte. welche Folgerungen wir aus seiner Rede ziehen würden, dann hätte er wahrscheinlich minder offen gesprochen. Das also ist Ihre Widerlegung. Ihre Art zn po- lemisiren. Naiv sind Ihre Urtheile über sozialökonomische Dinge, dagegen leisten Sie an Verdrehungen und sogar offenbaren Lügen alles, was man nur verlangen kann. Fahren Sie so fort. Herr Richter, und Ihre Partei. die schon jetzt an gallvpierender Schwindsucht leidet, wird keines Todesstoßes bedürfen, um zur ewigen Ruhe befördert zu werden. Die Sozialdemokratie und die„Gebildeten unserer Tage". Ii. Wir haben in der vorigen Nummer die Ausführun- gen des Verfassers wiedergegeben, mit welchen er nachzuweisen sucht, daß die„Gebildeten unserer Tage" sich solidarisch fühlen müßten mit den Arbeitern. Aber in Wirklichkeit fühlen sich diese Leute nicht als solidarisch mit uns. Si? fühlen sich immer als Bour- geois; zum Theil deshalb, weil sie überhaupt keine Proletarier sind, wie z. B. alle sicher Angestellten im Staats- dienste, mag ihr Gehalt noch so jämmerlich sein; zum Theil auch da, wo sie wirklich in's Proletariat hinab- gestoßen sind, weil sie den bürgerlichen Dünkel nicht los werden können und den Arbeiter immer über die Achsel ansehen, selbst wenn der Arbeiter mehr verdient nnd nicht mit ihnen tauschen würde. Der stellungslose Theil endlich der„Gebildeten", das gewöhnlich sogenannte„ge- bildete Proletariat" pflegt so verlumpt zu sein, daß von irgend einer sozialen und politischen Aktion bei ihm keine Rede sein kann. Im Allgemeinen kann man sagen, daß das Proletariat auch fernerhin wird auf sich allein gestellt sein— was auch schließlich für seine Bewegung kein Schaden ist, und daß es nur seltene Ueberläuser aus dem Lager der Gebildeten sein können, die zu ihm kommen. Aber wenn man nun auch die gewollte Bedeutung der Broschüre nicht zusprechen kann, so ist sie doch in- teressant zu lesen, wenn man sehen will, wie unsere Forderungen sich in einem vorurtbeilslosen bür- gerlichen Geist spiegeln. Es sind drei Ausstellungen, welche der„Gebildete" zu unserem Programm zu machen hat: Der Satz von der„einen reaktionären Masse", die „Rücksichtslosigkeit gegenüber den geistigen Interessen" und die demokratische Forderung. Begreiflich. Jeder Krämer lobt seine Waare, und die Gebildeten finden also. daß Kunst und Wissenschast nicht„nach ihrer Bedeutung gewürdigt werden", rufen mit unserem Schriftsteller „Respekt vor der Kunst, Respekt vor der Wissenschaft" und verlangen,„daß neben der materiellen auch die geistige Arbeit Aufnahme in dem Programm finde." Der Satz von der einen reaktionären Masse, stößt diese Leute naturgemäß auch vor den Kopf. Sie stehen der Arbeiter- bewegung so sympathisch und wohlwollend gegenüber, sind sogar selbst Sozialdemokraten, in einem gewissen Sinne, aber sie sind eben nicht einseitig, vermöge ihrer Bildung fühlen sie universal, ihr liebster Ausdruck ist, daß sie eigentlich„über den Parteien" stehen, oder„ihre eigene Meinung" haben— und da sagt dieses»»höfliche Pro- letariat:„Wer nicht für mich ist, der ist wider mich" — nein, das ist wirklich zn viel verlangt, da hört die Objektivität auf.„Die freie Weltanschauung, die sich über die Dinge erhebt, sogar über das eigene Interesse, die uns lehrt, gleichsam aus der Vogelperspektive die Ge- sammtheit der Dinge zu überschauen, ist wenigstens nicht vorzugsweise der Arbeiterklasse eigen." Da, jetzt habt ihr's! Daß endlich die demokratischen Forderungen diesen Leuten unbegreiflich sind, ist gleichfalls die nothwendige Folge ihrer Gesammtlage und Gesammtanschauungen. Was man vor Anderen voraus hat, das pflegt Einem stets als legitimster Grund dafür zu erscheinen, daß man die Anderen beherrschen soll; und sobald einmal eine besondere Klasse der Gebildeten existirt, ist auch natürlich sofort die Idee einer„Aristokratie des Geistes" da, welche die ganzen Geschäfte in die Hand nimmt, und das arme, ungebildete Volk zu Wassertrog und Weide führt; denn von selbst könnte es ja den Weg nicht finden. Ter Verfasser kömmt zwar nicht direkt mit der Aristokratie der Bildung, sondern mit der bekannten sozialen Mo- narchie;„es ist hoffnungsgrün im deutschen Lande; und wenn heute der arbeitende Stand auf noch etwas anderes vertrauen kann als auf sich selbst, auf was kann er es denn, als. auf die monarchische Institution?" Es ist ja eine alte Erfahrung, daß eben jeder Bevorrechtete schon einen instinktmäßigen Haß gegen die Demokratie hat; in Deutsch- land haben sie sie noch ganz besonders im Magen. Wie schon gesagt, wir können von unseren For- derungen nichts ablassen, aber wir können doch wenig- stens einem derartigen Ansinnen gegenüber die Notl)- wendigkeit unserer Forderungen für unsere Zwecke be- weisen. Zunächst das Verlange», daß man sich ganz zu uns bekennen muß, und daß Jeder, der uus nur„nahesteht", der nicht ganz der unsrige ist, zu der„einen reaktionären Masse" gehört. Die sozialdcniokratische Partei ist keine Partei wie die anderen. Die anderen erkennen die bestehende Ord- nuug an, und die einzigen Unterschiede bei ihnen existiren in der Frage: wie soll der Raub vertheilt werden; die Sozialdemokratie wünscht den Raub und damit die Ver- theilung des Raubes überhaupt abgeschafft. Mögen sich die Anderen also noch so sehr in den Haaren liegen, uns gegenüber werden sie immer einig sein. Politische Parteien sind nicht so dumm, wie die beiden Hunde, welche sich um den Knochen zanken, damit ihn der dritte unterdessen wegnimmt; wenn der dritte kommt, so ver- tragen sie sich überall und fallen über ihn her. Daß aber auch die„Gebildeten" trotz allem Pathos schließlich nicht zu uns gehören, ist doch klar. Gewiß, es geht ihnen schlecht. Gewiß, sie fühlen sich eventuell unzufrieden. Gewiß, diese Leute in den untere» Be- amtenstellungen, diese Lehrer, unbesoldete Referendare und Affessoren und so fort, sie alle haben eine elende Existenz Allein ihre Lage kann auch unter den bestehenden Ver- hältniffen gehoben werden, sie haben keine völlige Ne- vvlution nöthig. Es sollte sich nur unter diesen Leuten, deren konservative Gesinnung eine unumgängliche Roth- wendigkeit für den Staat ist, es sollte sich nur einmal eine allgemeine Unzufriedenheit unter ihnen zeigen; und man würde sie sehr bald zufriedenstellen. Das Prole- tariat kann man nicht befriedigen ohne die gesammte be- stehende Ordnung umzuwerfen, das muß schon mit seinen unerfüllten Wünschen auf seine Zeit warten; wenn also wirklich— der Fall ist ja ausgeschlossen— sich diese Leute mit dem Proletariat verbünden wollten, so würden sie doch in Kurzem das Proletariat verrathen, nachdem sie nämlich befriedigt wären. Deshalb muß sich das Proletariat gegen diese Klasse verwahren, indem es mit der„einen reaktionären Masse" auch die„objektiven" „über den Parteien stehenden" und„nahestehenden" Leute von sich weist. Die„Geringschätzung der geistigen Arbeit", welche beim Proletariat vorhanden sein soll, hat gleichfalls ihre guten Gründe. An sich haben gerade die Proletarier eine Hochachtung vor der geistigen Arbeit, wie man sie anderweitig überhaupt nie treffen wird, sie sind von einer Bescheidenheit gegenüber dem Wissen, welche bei diesen, von der offiziellen Bildung Verbannten um so rührender ist. Die Phrase, daß Wissenschaft und Kunst gleich einen derben, handgreiflichen Nutzen haben müssen, welche der Verfasser von Arbeitern gehört haben will, ist mir noch nie beim Proletariat aufgestoßen, nur bei dummdreisten Bourgeois, welche in ihrer Unverschämtheit über alle Dinge ein täppisches Urtheil haben, auch wenn sie keine Idee von ihrer Bedeutung haben; bei Arbeitern findet man im Gegeutheil gerade hier eine zarte Scheu, ein Rückhalten des Urtheils, welche Jeden, der zum ersten Male in Arbeitergesellschaft kommt, in Verwundernng setzt. Aber die Arbeiter haben auch ein feines Gefühl für alle die Mittel, durch welche sie gegenwärtig unter- drückt werden; und da die„Gebildeten" doch im Grunde die geistige Gensdarmerie der Bourgeoisie darstellen, so kann man sich nicht wundern, wenn sie gegen diese „Wissenschaft" ein ziemlich lebhaftes Mißtrauen hegen. Die Sozialdemokratie verlangt allgemeine Ver- pflichtung zur produktiven Arbeit. Da erscheint für die „geistigen Arbeiter" kein Platz. Entrüstung! Die Sozial- demokratie hat keinen Respekt vor Wissenschaft und Kunst! Aber mit diesem Verlangen macht die Sozial- demokratie den geistigen Arbeitern das schönste Köm- pliment, sie bezeichnet damit die geistige Arbeit als einen Genuß, den man, wie jeden anderen Genuß, durch produktive Arbeit erkaufen muß. Sie hebt mit diesem Verlangen alle jene vom Verfasser selbst aufgezählten Uebel auf, welche jetzt mit der geistigen Arbeit ver- bunden sind— freilich auch die Klasse der„Gebildeten" als Klasse: sie schafft sich selbst die Garantie, daß keine alexandrinische„Aristokratie des Geistes" entsteht, welche das Volk tyrannisircn würde. Unser„Gebildeter unserer Tage" denkt sich freilich die Sache so, daß wir im so- ziaiistischen Staat dieselben„Gebildeten unserer Tage" haben müssen, nur mit mehr Gehalt. So löst sich eben jeder die soziale Frage, wie es für ihn am vortheil- haftesten ist. Da die wirkliche Lösung aber durch daS Proletariat geliefert werden wird, so müssen sich die Anderen wohl bescheiden, daß sie im Interesse des Pro- letariats gelöst wird. Der dritte Stein des Anstoßes waren die demokra- tischen Forderungen. Unter den Leuten, welche„über den Parteien stehen" und„sich ihre eigene Meinung gebildet haben" wird eS überhaupt Mode, auf die Demokratie geringschätzig herab- zusehen und die Monarchie über das Bohnenlied zu loben. Die Leute mit der eigenen Meinung sind un- verbesserliche Optimisten. Da das Proletariat immer offenbarer die entscheidende Macht wird, so suchen die Regierungen, welche sich beunruhigt fühlen, ihm um den Bart zu gehen und es für sich zu gewinnen. Das hat schon Bonaparte gemacht, und andere machen es ihm nach. Das Proletariat ist freilich nicht so dumm, aus diesen Leim zu gehen, und es müßte auch wirklich sehr dumm sein, wenn es nicht hinter der fadenscheinigen Sozialreform und Arbeiterschutzgcsetzgebung die Lebens- mittelverthellerung und den Militarismus sähe. Nur die „Gebildeten" lassen sich dnpiren und rufen pathetisch: „Die Republik ist eine der allerältesten und aller verbrauchtesten Ideale der aussterbenden Bourgeoisie— das Volk ist wahrhaftig nicht besser daran— wer den Vortheil davon zieht, das ist die Bourgeoisie, der es schmeichelt sich Titel und Adelsdiplome beilegen zu können, und die ihrer Neigung zum Schimpfen und Opponiren freien Lauf lassen kann— für den Schrei der großen Masse sind die heutigen Republiken noch tauber als die Monarchien. Denn es ist tendenziös, wenn man be- hauptet, daß die Monarchien ihrer Natur nach un- zugänglich für de.' Fortschritt seien. Ste sind dies viel weniger als die Republik, weil die letztere viel weniger sicher dasteht(man vergleiche die Republik der Ver- einigten Staaten von Nordamerika und das Königreich Portugal!) und jeder Erschütterung viel ängstlicher aus- weichen muß. Und wenn irgend eine Monarchie, so hat es ja die deutsche bewiesen, daß die Gedanken deS Sozialismus nicht unvereinbar mit ihren Institutionen sind(sie!). Weshalb sollte man also so schnell ver- zweifeln— es ist hoffnungsgrün im Deutschen Lande. Und wenn heute der arbeitende Stand aus etwas An- deres vertrauen kann als auf sich selbst, auf was kann er es denn, als auf die monarchische Institution?" Wäre es nicht ein Weiser von den„Gebildeten unserer Tage", den man da vor sich hat, so könnte man auf arge Gedanken kommen, wenn man das liest; zu dem System Bonaparte gehörte außer der Sozialreform auch noch die systematische Verfälschung des öffentlicheu. Po- litischen Bewußtsein durch Broschüren und Artikel, wo mit der ehrlichsten Miene von der Welt unter radikalem Schein für Bonaparte, intriguirt wurde. Aber, wie gesagt, das ist ja hier ausgeschlossen. Zu solcher Perfidie ist die treue deutsche Natur nicht im Stande; das ist eigene Schlauheit, und nicht eingeblasene, die uns hier vorgetragen wird. Erstens passirt dem Verfasser das Quid-pio-quo, daß er die soziale Demokratie mit dem Bourgeois- republikaniSmus verwechselt. Die Bourgeois republik steht damit, als Atchison- Aktien fielen; das Gerücht„ Gould fauft" verdieser Demokratie nicht viel näher, als die Monarchie, Werk, welcher seit Langem auf einen Aktiensturz lauerte, um mög- weiß, daß diese bei großen Transaktionen nicht in Frage das ist allerdings richtig; aber deshalb wollen wir auch lichst viel Atchison aufzukaufen. Im lezten Mai begann er bereits fommen. Die Sache steht nun so: Herr Baron Rothschild die soziale Demotratie und nicht die Bourgeoisrepublik! breitete sich aber wider Gould's Erwarten sehr schnell und die fauft sich selber, als dem Hauptaktionär der Nordbahn, Wenn wir übrigens die Wahl hätten zwischen Re Atchison- Atien stiegen; nun mußte Gould einhalten und sich wieder die Kohlengruben der letzteren ab, um sie wieder an sich publik und Monarchie in ihren jezigen Formen, so wäre auf's Warten legen. Da kam jüngst der Krach von Baring Bros. selber, als den Hauptaktionär der Kreditanstalt, zu verauch so doch auf jeden Fall die Republik vorzuziehen. in London; Atchison- Papiere fielen wieder iapide, da das Haus kaufen. Es soll nun allerdings für den Betrieb dieser Wäre Deutschland 1848 Republik geworden, so hätte der Baring unter Anderem auch an ihnen start betheiligt war und Kohlengruben eine neue Aktiengesellschaft ins Leben ge Militarismus nicht die kolossale Ausdehnung entfalten Lieber wäre ihm freilich die„ Chicago- Alton" gewesen; aber rufen werden, da aber die Absicht besteht, die eine Hälfte können, so wäre das Junkerthum modernisirt, so hätten die war zu theuer; und für den Zweck, den er im Auge hatte, der zu emittirenden Aftien nicht auszugeben, sondern im wir keine Schutzölle, so wäre die industrielle Entwickelung eine Short- Line" nach Chikago zu bekommen, genügt die„ Atchison" Besiße der neuen Gesellschaft zu behalten, für die andere vollständig. Deutschlands schneller vor sich gegangen, so hätten wir Jay Gould's Eisenbahn- Kontrole wird nun auf Hälfte aber den alten Aktionären das Vorkaufsrecht eineine Politik gehabt, die mit Frankreich ging und nicht eine Länge von 30 000 Meilen geschäßt. narchie zu thun. Was denkt sich denn eigentlich der Verfasser? Bildet er sich ein, die Monarchie läßt sich für uns gegen die Bourgeoisie anwerben? Sie hat doch gewiß Nichts vom Sieg des Proletariats zu erhoffen. nun machte Jay Gould seinen„ Schnitt" an Atchison. " mit Ausnahme der Burlington Bahn, der Rod- Island und der die Vanderbilts an die Wand drücken." zuräumen, so ist es klar, daß die neue Gesellschaft im mit Rußland, so hätten wir als Gegner nur die Bourgeoisie Der little wizard" hat innerhalb weniger Wochen die Kon- Wesentlichen wiederum Niemand anders sein wird, als und nicht außerdem noch dieses in einander verklammerte trole über das Haupt- Bahnsystem westlich von Chilago erlangt; Herr Baron Rothschild. Die erwähnten Kohlengruben und verankerte Gefüge von Bureaukratie, Aristokratie, St. Paul; aber von der letzteren hat er nichts zu besorgen, da sie figurirten in der Bilanz der Nordbahngesellschaft vom Pfaffenthum, Heer u. s. w. der Kampf wäre uns er von den Drexel Morgon- Leuten( den Bankiers, die mit Gould Jahre 1888 mit einem Werthe von 62/10 Millionen leichtert, bedeutend erleichtert. und den Vanderbilts viele gemeinsame Interessen haben, z. B. Gulden, das Erträgniß derselben aber bezifferte sich auf Indessen, wir haben es nun einmal mit der Mo- n der Northern Pacific) kontrolirt wird; und die Nock- Island- nicht weniger als 1172 000 Gulden. Nun sollen diese Aktien hat Gould so tief heruntergetrieben, daß Rock Island froh sein wird, sich mit ihm auseinanderseßen zu können; mit der Kohlenwerke an die neue Gesellschaft um den Betrag Pacific Mail Co. kontrolirt Jay Gould nun thatsächlich von 8 Millionen Gulden verkauft werden, während das eine Route von China bis zur Atlantischen Küste. Er Kapital der Gesellschaft, angeblich wegen des nothwendigen ist der„ Eisenbahnkönig“ der Welt; wenn er will, kann er auch Betriebskapitals mit 9 Millionen Gulden festgesetzt sein Solche gigantischen Unternehmungen muß man wird. Es ist nicht leicht, die Motive dieser eigenthümUnd was denkt er sich von uns? Hält er die kennen, um die ganze Schlauheit unserer deutschen Spießlichen Gründung zu durchschauen, bei der ein Objekt Sozialdemokratie für einen Klub von staatssozialistischen bürger zu begreifen, welche sich den sozialistischen Staat scheinbar aus einer Hand in die andere wandert, um Referendaren und Assessoren, die ihren Rodbertus gelesen nicht anders vorstellen können, wie als Pfropfreis auf thatsächlich in derselben Haud zu verbleiben. Von behaben, weil das jeẞt„ oben" empfiehlt? das Königreich Preußen. Was würde Eugen Richter theiligter Seite wird behauptet, es sei blos beabsichtigt, Wenn die Sozialdemokratie ihr Ziel erreicht hat, so für Augen machen, wenn man ihn auf eine Viertelstunde gewissen unangenehmen Refriminationen ein Ende zu ist das, was wir jeßt Regierung nennen, überflüssig; und in das Arbeitszimmer Goulds führte!- Oder was machen. Gelegentlich der vor vier Jahren stattgehabten es wird also wohl keine Regierung so naiv sein, sich würden unsere superklugen Staatssozialisten sagen, welche Verlängerung des Nordbahnprivilegiums sah sich nämlich selbst den Strick zu drehen, und das Proletariat wird die Sozialdemokratie mit Sozialreform todt machen die Regierung veranlaßt, der öffentlichen Meinung, welche wohl nicht so nain sein, das von einer Regierung zu wollen! So lange nicht die Goulds mit Sozialreform stürmisch die Verstaatlichung der Nordbahn verlangt hatte, verlangen. Der einzige, der Interesse an der Emanzipation bei Seite geschafft werden können, so lange wird man eine Konzession zu machen, indem sie der Gesellschaft die des Proletariats hat, ist das Proletariat; und deshalb auch uns nichts anhaben. Und das ist nicht möglich, Verpflichtung auferlegte, an die Staatskasse jährlich den ist die einzige politische Form, welche hier in Frage denn Gould ist mächtiger als alles andere in der Welt. Betrag von 100 000 Gulden abzuführen, sobald das fommen fann, die Diftatur des Proletariats. Der„ Gebildete unserer Tage" wird sich nicht wundern, wenn wir seine angebotene Bruderhand zurückweisen. Troz mancher oberflächlichen Aehnlichkeit seiner Lage mit der des Proletariats ist er doch nicht Proletarier; deshalb fann er nicht Sozialdemokrat sein, so gern er auch möchte, und deshalb gehört er troß allem und allem für uns zur ,, einen reaktionären Masse." Großkapitalistischer Schacher- Macher in Wien. Erträgniß eine jährliche Verzinsung von 10 pet überschreitet; das gilt aber nur von dem Erträgniß der Hauptlinie der Nordbahn, nicht aber auch von den später erbauten Seitenlinien und den Kohlenwerken. Diese Vertragsbestimmung hat nun seither auch im Parlamente H. F. G. Helle Fanfarenklänge tönen aus den zu wiederholten Angriffen Anlaß gegeben, in denen auf Spalten der volkswirthschaftlichen Rubriken unserer die Möglichkeit gewisser Machinationen hingewiesen wurde, Blätter; eine neue Aera des„ volkswirthschaftlichen Auf- durch die das Erträgniß der Hauptlinie zu Gunsten der= schwunges" wird angekündigt. Es sind ja nun schon jenigen der Kohlenwerke herabgemindert werden könnte. mehr als 17 Jahre seit dem verhängnißvollen Datum Man scheint außerdem zu befürchten, daß eines Tages Bur Konzentration des Großkapitals. des 9. Mai 1873 vorübergegangen, die Erfahrungen von das Verlangen laut werden könnte, jene im Grunde damals sind zum größten Theile vergessen und es kann genommen durch nichts gerechtfertigte Zweitheilung fallen Bei uns, wo das Kapital noch nicht so konzentrirt von Neuem losgehen. So lautet wenigstens die In- zu lassen und das gesammte Eigenthum der Nordbahn ist, wo noch eine Menge Sapitalbesitzer streiten, geht die tention in den Kreisen der Finanzwelt und es ist wohl dem Staate tributpflichtig zu machen, respektive nach weitere Konzentration gewissermaßen ohne eine besondere nicht uninteressant, daß die Absicht, eine neue Gründungs- Ablauf des Vertrages zu verstaatlichen. Dem Allen soll Attion der Kapitalbesizer vor sich, nur in Folge des aera einzuleiten, sich in dem Momente bemerkbar macht, einfach dadurch vorgebeugt werden, daß Herr v. Rothschild allgemeinen ökonomischen Prozesses. In Amerika, wo wo der deutschliberalen Bourgeoisie sich leise Zukunfts- sich selber im Vereine mit der unter seiner Herrschaft sich nur noch einige wenige Kapitalisten mehr gegen- hoffnungen zu eröffnen scheinen. Im böhmischen Land- stehenden Kreditanstalt als eigene Gesellschaft für die jetzt überstehen, wird die Sache durch die Thätigkeit der Betage, wo die Altczechen vou dem jungczechischen im Eigenthume der Nordbahn befindlichen Kohlengruben treffenden beschleunigt; hier thut man sich expreß zu dem Radikalismus förmlich zu Bulver gerieben werden, bilden konstituirt. Man giebt dem Kinde einfach einen anderen Zweck zusammen, um den einen Konkurrenten zu ver- die Deutschen derzeit in Wahrheit die Regierungspartei, Namen. Die Transaktion hat aber eine, für das wirthnichten, ja, es finden gradezu Kämpfe statt. und das Gleiche ist der Fall im nieder- österreichischen schaftliche Leben tiefere Bedeutung. Die Kreditanstalt Ein Hauptmittel in dem ökonomischen Krieg, den Landtag, wo die„ Liberalen" in Entzücken gerathen, hat bereits im Vorjahre den Alleinverkauf der gesammten die Stärksten gegen die weniger Starken führen, sind in wenn der Statthalter, Graf Kielmansegg, der die leb- Produktion der gräflich Salm'schen Kohlengruben überAmerika die Eisenbahnen. Wer die Eisenbahnen, die haste Neigung zeigt, als Spezial- Bismarck für Nieder- nommen; nun gelangt sie auch in den Besitz eines großen dort Privatunternehmungen sind, in der Hand hat, der Desterreich aufzutreten, den Antisemiten über den Mund Komplexes im Mährisch- Ostrauer Kohlenrevier und so hat schon gewonnenes Spiel. Er kann dem Gegner un fährt, wobei sie über die reaktionären Bestimmungen, wird ein Mittelpunkt für die allmählige Monopolisirung erschwingliche Frachtsäße stellen lassen und sich lächerlich welche die Regierung in die Gesezvorlage betreffend die fast der gesammten österreichischen Kohlenproduktion in niedrige, so daß der Andere nicht mehr die Konkurrenz Vergrößerung Wiens aufgenommen hat, gerne hinweg der Hand des Hauses Rothschild und seiner Leibbank aushalten kann, oder er kann ihm sogar den Transport sehen. Wie weit die in deutsch= liberalen Kreisen geschaffen. ganz verweigern. Die Eisenbahnen kann natürlich nur herrschende Auffassung, daß die im nächsten Jahre stattder in die Hand bekommen der Millionen genug übrig findenden Reichsrathswahlen eine Umgestaltung unserer hat, um so viel Aktien auffaufen zu können, daß er den politischen Verhältnisse zu Gunsten dieser Partei herbeinöthigen Einfluß im Verwaltungsrath gewinnt, sie„ kon- führen werden, sich bewahrheiten wird. mag dahin gestellt Wie vorauszusehen, haben sich die weisen Herren trolirt", wie der schämige Ausdruck lautet. bleiben. Ein starker Zweifel scheint mir sehr am Plaze, von der Naturheilmethode gegen das Koch'sche Heilveraber immerhin hat sich das deutsch- liberale Bürgerthum fahren der Schwindsucht ausgesprochen. Da der Unsinn davon überzeugt, daß es dem Kabinet Taaffe mit seiner der Naturheilmethode gerade unter den Arbeitern seine ursprünglich eine Weile zur Schau getragenen anti- meisten Anhänger zählt, so halten wir es für eine Auf„ Die neueste Kombination des amerikanischen Kapitalismus fapitalistischen Tendenz nicht sehr ernst war und sie gabe von großer praktischer Bedeutung, ihm einmal entheißt: Gould Vanderbilts- Standard Oil Co. Dieses Dreigestirn glaubt die Zeit für die„ Entfachung der Unternehmungs- gegenzutreten. kontrolirt seit der jüngsten New- Yorker Börsenpanik die Northern Als Illustration zu diesen Verhältnissen möge ein Artikel dienen, den wir einer amerikanischen Zeitung ent nehmen: Die Naturheilmethode. Pacific- Bahn. Die beiden Brüder Rockefeller und C. B. Wright, lust" wieder gekommen. Die Budgets des Herrn Daß der Arbeiter ein starkes Mißtrauen gegen die die Hauptaktionäre der Standard Oil Co.. haben allein 100 000 von Dunajewsky tragen mit dazu bei, das große Kapital Kunst des akademisch gebildeten Arztes hegt, ist ja leicht Attien Northern- Pacific auf ihren Namen überschreiben lassen. auf neue Unternehmungen hinzudrängen. Dieser polnische erklärlich: zunächst natürlich ist leicht einzusehen, daß Außerdem hat diese Vereinigung von drei östlichen Kapitals Finanzmann weiß die Steuerschraube meisterlich zu hand- bei den bestehenden Verhältnissen auch im Stande der größen das kontrolirende Interesse an der Pacific Mail SteamShip Co., der Union Pacific- Bahn, der Atchison Topeka Santa Fe haben und die Gunst von Umständen, deren Darlegung Aerzte manches faul sein muß. Die Konkurrenz, die hier zu weit führen würde, kommt ihm zu Statten, so Nothwendigkeit mit ihrer Kunst ihr Brot zu verdienen, daß seit drei Jahren der österreichische Staatsvoranschlag der Umstand, daß nicht Fähigkeit und Neigung, sondern anstatt des gewohnten Defizits einen Ueberschuß aufweist. das Vermögen die Wahl des Berufes bestimmen, die Die Standard Cil Co. hat große Raffinerien am östlichen Da ist nun mit der Ausgabe neuer Rententitel kein Ge- Thatsache, daß die Aermeren, die ja doch immer in der Terminius der„ Chikago und Northern Pacific", in der Nähe der schäft zu machen, und unsere großen Bankhäuser suchen Mehrzahl sein werden, gleich nach dem Examen an das üdlichen Grenze Chikagos. Diese" Chikago und Northern Pacific" nach einen Ersatz für dieses profitable Geschäft. Brot denken müssen und sich nicht weiter fortbilden ist eine, alle in Chilago mündenden Linien durchschneidende Gürtel¡ weigbahn der Northern Pacific. Bahn und der Southern Pacific R. R. Co. erlangt. Was die Häupter des Standard Lil Co. veranlaßte, sich mit Gould und den Vanderbilts nun in die Kontrole der Northern Pacific zu theilen ist Folgendes: Man hat seine Augen auf die Kohle geworfen, und können, und auf der anderen Seite, daß die Reichen Im Mitbejize dieser Gürtelbahn kann nun die Standard es ist da eines der merkwürdigsten Finanzgeschäfte im ihre Studienzeit lieber zu allerhand Jux verwenden als Dil Co. ihre Produkte den verschiedenen Bahnen zur Weiter- Buge. Die Kreditanstalt steht im Begriffe. die Kohlen- zum Studieren Alle diese Dinge flößen einem beförderung übergeben, ohne wie früher Gebühren für werke der Nordbahngesellschaft mit den dazu gehörigen, Stranten natürlich kein besonderes Zutrauen zu den Geleisbenußung c. zahlen zu müssen- ein ungeheurer Vortheil, den sie nun vor der Konkurrenz voraus haben wird. für den Kohlentransport bestimmten Zweiglinien dieser Aerzten ein. " Und als Partner" von Gould und Vanderbilts überhaupt darf Bahn an sich zu bringen. Da gelangt man nun, wenn Für die Arbeiter speziell kommt noch dazu, daß die Standard Oil Co. vielen Bahnen Delfracht- Raten man die Personalverhältnisse ins Auge faßt, zu ganz ihnen der Arzt stets als Bourgeois gegenübersteht. Den " diktiren", wie sie feine andere Delgesellschaft zu erlangen im eigenthümlichen Wahrnehmungen. Die Kreditanstalt! Ja reichen oder wohlhabenden Leuten, welche zur PrivatStande sein wird. Wie man in Fachfreifen glaubt, wird jenes kolossale Del- wer ist denn die Kreditanstalt? Jeder in die Verhältnisse pragis gehören, kommt der ärztliche Menschenfreund namonopol auch die Baltimore- Ohio N. R. bald in seinen Klauen unserer Hochfinanz Eingeweihte weiß, daß die Kredit türlich ganz anders als dem Arbeiter, dessen Kassenhaben. Northern Pacific und Baltimore- Chio berühren sich näm- anstalt im Grunde genommen Niemand anders ist, als arzt er ist. Das Benehmen des Arztes kommt aber lich gerade da, wo die Standard Lil Co. südlich von Chicago ihre Herr Baron Rothschild, der die Generalversammlungen hauptsächlich in Betracht, wenn der Kranke Vertrauen Raffinerien hat und so würden jene Detherren, wenn sie die dieser Bank beherrscht und nach seinem Willen leitet; zu ihm fassen soll; und selbst der idealste Arzt wird Kontrole der B.-D. erlangen, eine ununterbrochene die Nordbahn ist aber wieder Niemand anders als Herr einem Reichen etwa ganz anders Rede stehen über seine Durchgangs- Eisenbahnlinie von der Atlantischen bis zur Pacifischen Küste besißen und dann durch ihre Baron Rothschild, dessen Votum in allen Angelegen Krankheit wie dem Arbeiter. Der Arbeiter bekommt billigeren Frachtraten alle noch vorhandene Del- kon- heiten dieser Bahngesellschaft ausschlaggebend ist. Es sein Rezept und damit fertig; zu großen Erörterungen kurrenz faput machen. Cben war gejagt, daß das kapitalistische Trifolium Gould, giebt selbstverständlich außer Herrn Baron Rothschild hat der Arzt keine Zeit; dem Reichen jetzt er ſeine Vanderbilts, Standard Cil auch die Atchison Topela Santa Fe und seinen Getreuen auch noch andere Aktionäre sowohl Krankheit auseinander und wenn er ihm anch nicht die unter seine Fittige genommen. Das war wesentlich Jay Gould's der Kreditanstalt als der Nordbahngesellschaft, aber man Wahrheit sagt, so ist der Kranke doch zufrieden, weil er wenn Bebel bringt Angaben über die Wirkungen der Zollpolitik, eine Erklärung hat. Wenn man frank ist, möglichst viel| nicht genug sind, daß man Helgoland als Reichsland aufthun| Diesmal fordert der Anschlag 412 Millionen Mark; also ein Blus über seine Krankheit zu wissen, das ist ein ziemlich all- tönnte, 10 wird im Gesezentwurf vorgeschlagen, sie mit Preußen von 53 Millionen Mart. Eine ähnliche Steigerung zeigt die gemein menschlicher Trieb und da dieser Trieb von seinem vereinigen, welches ja immer den bezen Magen zur Verdauung Marine von 39 Millionen Mart im Jahre 1887/88 auf 43 Millionen fremder Gebiete bewiesen hat.- Der Zutritt Helgolands zum Mart, und wir sind noch lange nicht am Ziele. Der PensionsArzt nicht befriedigt wird, so wendet sich der Arbeiter Bundesgebiete wird einstimmig, die Einverleibung in Preußen fonds ist seit 1887/88 von 26 Millionen auf 41 Millionen Mark natürlich zu dem nächsten schwaßschweifigen Quacksalber, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten beschloßen. Im Uebrigen gewachsen. Naturgemäß müssen deshalb die Ausgaben für die der ihm denn die Sache auch einleuchtend genug macht, wird der Gesezentwurf ohne Debatte angenommen. Verzinsung in gleicher Weise wachsen; 1887/88: 21 Millionen indem er allerhand noch lebendigen medizinischen Aber- handelt, die fein weiteres Interesse haben. In der 35. und 36. verschiedenen Budgetfosten innerhalb der legten fünf Jahre eine In der 34. Sigung werden nar Wahlprüfungen ver- Mart; heute 534 Millionen Mart. Es weisen also diese vier glauben mit platten Erklärungen vermischt und das ganze wird über Abänderung des Patentgesetzes und einen Ent- Vermehrung der laufenden Ausgaben um 104 Millionen Mark mit plausiblen Worten wie„ Naturgemäß" u. s. w. spickt. wurf für den Schutz von Gebrauchsmustern geredet. Viel auf. Die einmaligen Ausgaben haben in den letzten fünf Jahren Wie gesagt, es ist zu verstehen, daß sich die Arbeiter leicht kommen wir bei den späteren Berathunger: auf die Sache zurück. die Summe von 940 Millionen erreicht. Wie ist es nun möglich, Das gegenwärtige Patentgesetz ist sehr unpraktisch und erfüllt daß eine solche fortgejezte Steigerung der Ausgaben und damit den Naturheilmännern zuwenden, aber es ist auch be- seinen Zweck nur mangelhaft. auch der Steuerlast des Volks nicht den allgemeinen Unwillen des flagenswerth, daß das geschieht. So mangelhaft gegen- Die erste Berathung des Gesezentwurfs über die Abände- Landes und des Gesetzgebers erregt dadurch, daß die herrschenden wärtig das Institut der Aerzte ist, so ist es doch immer rung des Kranken- Versicherungsgesetzes vom Juni 1883 Klassen, die hier durch ihre Vertreter vorzugsweise das Wort fam gleichfalls in der 36. Sizung. führen, nicht in dem gleichen Maße zu den Lasten beitragen wie das einzige, wo überhaupt Etwas für den Kranken zu Staatssetretär v. Boetticher: Mit diesem Entwurfe treten die ungeheure Majorität der Bevölkerung, besonders der Arbeiter? erhoffen ist. Wie überall, so kann man auch beim mensch wir ein in di. Bericde der Revision unserer sozialpolitischen Gesetz- Unsere ganze Steuergeseßgebung ist eben eine Riassengesezgebung lichen Körper nur dann mit Erfolg eingreifen, wenn gebung, deren Nothwendigkeit in Bezug auf die Krankenversiche der allerschärfsten Art, Vortheile für die Reichen, Lasten für die man das Ding genau kennt und insbesondere die Ver- rung wohl von feiner Seite bestritten werden wird( in Bezug auf Armen. die andern Theile auch nicht). Der Segen der Krankenversicherung bindungen von Ursache und Wirkung studirt hat. Wenn wird wohl von allen Seiten anerfai.nt( wie optimistisch!) An den sprechend, dreht und wendet sich nach allen Seiten, jagt" ja" und Windhorst, der gegenwärtigen Politik des Zentrums ent jagt ,, ja" eine Uhr stehen geblieben ist, so bringt man sie zum Grundprinzipien des Gesches wollen wir nichts ändern, sie haben aber" und um nur aus der Berlegenheit zu kommen, benußt er Uhrmacher, der die ganze Einrichtung fennt und sich bewährt( für uns nämlich). Es gilt nur, Mängel des Ge- schließlich die Sozialdemokratie als Prügeljungen und läßt an ihr die Ursache des Stillstehens aufsucht: ein Körnchen oder seges abzustellen und für die Durchführung des Versicherungs- seinen Aerger aus. eine gesprungene Feder, oder der Mangel an Del oder zwanges Gorge zu tragen. In der Preſſe iſt behaup et worden schwörung gegen die Lebensmittelzölle entdeckt, und behauptet unter v. Frege wünscht noch mehr Steuern, hat eine geheime Verdaß diese Vorlage nur bestimmt sei, den freien Hilfsfassen das irgend etwas anderes. Wenn die Ursache beseitigt iſt, Lebenslicht auszublaien.( Schändlich! Diese Breffe!) Den ver- allgemeiner Heiterkeit, er sei ein Vertreter der Arbeiter, Bebel so geht die Uhr wieder; genau so macht es der Me- bündeten Regierungen liegen solche Bestrebungen durchaus fern. aber nicht. diziner. Er studirt Anatomie und kennt jeden kleinen Natürlich, wer zweifelt daran!). Wir werden und freuen, en die nur dem Großgrundbesiß genügt hat, den Bauern und länd Fleck im Körper, er studiert die Krankheiten eines jeden weiter in der Lage sind, an den freien Kassen sich zu betheiligen. lichen Arbeitern aber nicht. Die sogenannte Sachsengängerei ist die Arbeiter, welche in den freien Hilskassen bleiben wollen, Fleckes, woher sie entstehen und wie sie sich äußern;( Gott sei Dank, für die„ Lage" isi gesorgt, denkt er im stillen). ein Beweis, daß die ländlichen Arbeiter sich zu Hause nicht wohl und wenn ihm dann die Krankheit vorkommt, so wendet Hätten wir die freien Kassen beseitigen wollen, so wäre das durchfühlen. Di.ser Bug ist so charakteristisch, daß er in der Volkser das Mittel an, welches die Ursache hebt. Der Natur- zuführen gewesen bei den verbündeten Regierungen( nämlich von zählung zum flarsten Ausbruck gekommen ist. Von 1875-85 hat die städtische Bevölkerung in Preußen 20 pCt., die ländliche nur heilkundige, welcher von diesen Zusammenhängen feine vorne, es ist mir aber lieber, wenn er von hinten geht). Ahnung hat, doktort einfach darauf los, wie ein Uhr Bolt gegen die edlen Absichten der Regierung. aufheßen muß, vinz, hat die Bevölkerung 0,7 pCt. abgenommen. Aber selbst in Schumacher, als echter Sozialdemokrat, der natürlich das 4,8 pt. zugenommen. In Pommern, also einer agrarischen Promacher, der eine Uhr in ein Faß voll Provenzeröl legen wagt es, die Worte Böttichers anzuzweifeln.„ Bielfach sind freie denjenigen deutschen Landestheilen, in denen der kleine Grundbesit wollte, bei der die Feder kaput ist. Hilfskaffen auf Grund des§ 75 des Krankenkassen- Gesezes von Bevölkerungszunahme nur 2,9 pCt. betragen. Die letzte Volks beinahe ausschließlich dominirt, z. B. in Hessen- Nassau, hat die Bleiben wir bei dem Koch'schen Heilmittel. Die den Regierungspräsidenten genehmigt, dennoch aber deren Mit zählung wird wahrscheinlich noch ungünstigere Resultate aufzu Schwindsucht entsteht, wenn der Körper durch irgend worden, weil die Aufsichtsbehörde meint, daß die betreffenden freien ländliche Bevölkerung 1865 100 000 Seelen, 1885 nur noch 85 000 glieder von den Orts- Krantenfassen zu Beiträgen herangezogen weisen. In der fruchtbaren Lit- und Westpriegnis betrug die welche Ursachen geschwächt ist und das Herz deshalb nicht Kassen dem§ 75 nicht vollständig entsprechen. Prozesse, die des- ländliche Bevölkerung 1865 100 000 Seelen, 1885 nur noch 85,000 stark genug ist, das Blut bis in die letzten Theile der wegen stattfanden, sind zum Nachtheil der freien Hilfskassen ent- Brief, worin ich gebeten wurde, hier mitzutheilen, in welcher Lunge zu treiben. Auf den blutleeren Stellen siedeln sich schieden worden. Fehler können Beamte wohl machen, aber man geradezu unglaublichen Lage sich die dortige Arbeiterbevölkerung Bacillen an, welche die Lunge verzehren. Das Koch'sche Der Glaube ist allgemein, daß man den freien Hilfskaffen feindlich Geit dem 1. Oktober erhielten die Arbeiter täglich ausschließlich darf dieselben doch nicht die freien Hilfskaffen entgelten lassen in diesem meist dem Großgrundbesiz verfallenen Kreise befindet. Mittel hindert das Wachsthum der Bacillen und damit gegenüberstehe." Schumacher weist dann verschiedene Unrichtigkeiten der Kost 40 Bi., im Sommer 60 Pf., allerdings sind einige Feßen die Zerstörung der Lunge. Weiter kann das Mittel na- in den Angaben über die freien Hilfskaffen na die natürlich Land dabei und Wohnungen, aber welche Wohnungen! 1872 auf türlich nichte leisten. Aber das ist doch auch wohl schon alle nur von der edlen Absicht zeugen, die freien Hilfskaffen be- der Konferenz der ländlichen Arbeitgeber in Berlin erklärte Herr stehen zu lassen. Er nagelt dann die ganz unglaublich nnver- v. Göben, zahlreiche Großgrundbesizer machten für ihre Schweineschämte Bestimmung an, Kontraktbrüchige sollen keine Unter- ställe größere Aufwendungen, als für die Arbeiter. Im WahlDie Naturheilkundigen bringen die billige Weisheit füßung bekommen". Er schließt:„ Wenn die segendreiche Thätigkeit treise des Herrn v. Kardorff erhielten die Arbeiter täglich 50 Pf. im vor, der Mensch sollte so stark sein, daß er die Schwind- der freien Hilfskaffen aufrecht erhalten werden soll, dann müssen Winter und 75 Pf. im Sommer. Nach der Statistik von 1882 bebaute sucht überhaupt nicht bekommt. Da nun die Lebens- wir die Novelle ablehnen und etwas anderes an seine Stelle sezen. der Grundbesitz über 2½ Mal mehr als die ganzen 98 pt. der weise der gegenwärtigen Menschheit nicht dazu geeignet Deshalb beantragen wir die Ueberweisung der Vorlage an eine übrigen Grundbeißer.( Hört, hört! links.) Die 17 größten Grundist, starke Leute hervorzubringen, so quacksalbern sie an Hirsch( dfr.):„ Es ergiebt sich aus der Berechnung, daß im deutschen Reich in ihrem Besiß. Diesen Thatsachen gegenüber herren haben insgesammt/ der gesammten anbaufähigen Fläche der Lebensweise herum, es wird der famose Begriff die Gemeinde- Krankenversicherung ausgegeben hat pro Stopf 6,83 m., behaupten zu wollen, daß es nicht der Großgrundbesig ist, der von „ Naturgemäß“ erfunden, und wenn der Eine durch die freien Kassen 12,44 Mt. und die landesrechtlichen Kassen artigen Profite verwendet er nun zum Theil dazu, um kleinere die Orts- Krankenkassen 10,49 Mt., die Innungs'assen 8,49 Mt., unserer Agrarpolitit Vortheile zieht, ist etwas dreist. Die großübermäßige Arbeit und schlechte Ernährung, ein Anderer 12.28 Mt., also mit Ausnahme der Betriebs- Krantenfassen, die und mittlere Grundbesiger auszukaufen und das Latifundiensystem durch Ausschweifungen, ein Dritter durch Vererbung frank ganz andere Verhältniffe haben, rangiren die freien Hilfstassen an und siech sind, so wird ihnen vorgepredigt: lebt natur der Epiße. Gerade die Mitglieder der freien Kassen gehören zu Bamberger. Leider ist der 1879 abgeschlossene Pakt, nach gemäß, wie die Siouxindianer, und ihr werdet alle gesund. denjenigen, die immer am schnellsten eine Heilung wünschen; dazu welchem man gemeinsam dem Volk das Fell über die Ohren ziehen Und die Armen fangen an naturgemäß zu leben. Der in ihre Kassen im Stande, den Aerzten angemessene Honorare wollte, noch nicht aufgelöst". Gut, daß das von nns keiner gesagt zu zahlen... Die Ausdehnung und Verschärfung des MeldeEine giebt sein Pfeifchen auf, das noch das einzige wesens alles das wird viele Arbeiter mürbe machen und den hat, was wäre das für eine sozialdemokratische Roheit" gewesen! Hahn widerlegt Bebels Behauptung, daß die Arbeiterwohnun Mittel war, welches ihm eine regelmäßige Verdauung Zwangskaffen zuführen, auch wenn sie von dem Vorzug der freien gen auf dem Lande schlecht seien, sehr graziös. indem er einfach ermöglichte, da er den ganzen Tag ſizen muß; der Hilfskaffen überzeugt sind. Wir werden in der Kommission auch erklärt: die Arbeiterwohnungen in den großen Städten sind noch Zweite, der in Folge übermäßiger Anstrengung keinen wirten; aber wir werden alle diejenigen Bestimmungen zu bean der Ausdehnung und Vervollkommnung der Zwangskassen mitAppetit hat und sich zum Essen durch allerhand gewürzte seitigen suchen, die Tausende von Arbeitern in ihren wohl und gepfefferte Speisen reizen muß, ißt nur noch milde, erworbenen Rechten beschränken und die Existenz der freien Kassen nicht anregende Speisen; der Dritte, der sich den ganzen untergraben, die wir für eine der werthvollſten Einrichtungen zur Herstellung des sozialen Friedens halten. Tag in der dunstigen Fabrik abgearbeitet hat und sich verstellung des sozialen Friedens halten. sonst Abends nnd Sonntags auf das Kanapee legte, um sich auszuruhen, läuft jetzt wie ein Besessener durch Sturm und Regen, um die frische Luft zu genießen und sich dabei natürlich auf den Tod zu erkälten; der Vierte fängt an, im Wasser herumzuplantschen, bis er an Reumatismus und Katarrh zu Grunde geht. genug. Die Arbeiter aber müssen auf's Entschiedenste gewarnt werden, sich an derartigem Unsinn zu betheiligen. Durch das Quacksalbern schaden sie ihrem Körper und durch das lebhafte Interesse, welches sie dieser„ Medizin" entgegen bringen, werden sie von wichtigeren politischen Aufgaben abgezogen. Kommission." -Seelen. Gestern erhielt ich aus dem Leobschüßer Kreise einen zu erweitern." schlechter. Entwickelung nicht, sprechen aber ihre Gedanken nicht offen aus. v. Kardorff. Die Sozialdemokraten wollen diese friedliche Jch will es aber offen aussprechen, daß die bestehende Gesetzgebung zur Bekämpfung der Sozialdemokratie nicht ausreicht. Die Er fahrung wird es bald lehren. Wenn die Staatsmaschine bei großen v. Manteuffel spricht gerade heraus. Er ist besonders Streits still steht, so ist die Gesezgebung nicht ausreichend. Ich erfreut darüber, daß die freien Kassen in ihrer Thätigkeit etwas will wünschen, daß ich Unrecht habe. Der Mann hat Recht. beschränkt werden; das sei auch unbedingt nothwendig im Interesse 40. Sigung: Gefeßentwurf betreffend die Versteuerung des der Zwangslassen; aus diesem Grunde sei es auch erfreulich, daß Zuckers. Herr von Manteuffel! Was machen Sie! Haben Sie denn nicht vom Reich, das legte Jahr 285 Millionen Mt. Das Bolt ist so die Innungsfassen etwas besser gestellt würden als bisher." Aber Seit Jahren beziehen die Zuckerfabrikanten jährliche Geschenke gehört, was Herr von Bötticher vorhin gesprochen hat, daß die undantbar über diese Großmuth, welche das Reich aus seiner Regierungen den freien Hilfstassen nicht an den Kragen wollen? Wie fann man nur so unvorsichtig sein! In Sigung 37, 38 und 39 wird über die Feststellung des Reichshaushaltsetats verhandelt. einem Ueberschuß von 10 Millionen Mark abschließen und die " 1 Tajche gegenüber den Herren Buderfabrikanten ausübt, daß es mard baut, wissen wir nicht.) Schande halber, weil der Zuckersehr lebhaft dagegen protestirt.( Wieviel Zuckerrüben Fürst Bisstandal doch zu arg war, soll jegt die Sache etwas gemildert werden. Die fonjervativen Redner sind natürlich empört, daß man ihnen ihr Futter entziehen will. Zur Lage der Wiener OmnibusBediensteten. " Die einfache Sache ist eben, daß„ naturgemäß" für den Siouxindianer und den modernen Europäer zwei verschiedene Dinge sind. Es muß alles den Um- Staatssekretär v. Malyahn: Die Ergebnisse des Jahres ständen entsprechen und ehe die Patienten des Herrn 1889-90 liegen vor. Das laufende Jahr wird wahrscheinlich mit Caniß nicht wie Coopersche Helden tätowirt und mit einzelnen Staaten werden 66 bis 68 Millionen mehr überwiesen Stalpen im Gürtel in den Grunewald hinausziehen und erhalten als in Aussicht genommen war." Diese Ueberschüsse sind dort ihren Wigwam aufschlagen, ehe wird ihnen auch die Folge der schlechten Ernte, welche das Volt zwangen, as die naturgemäße Lebensweise ihres Medizinmanns nichts ausländische Korn zu essen, welches sie theuer verzollen mußten; nüßen. So lange wir unter Verhältnissen leben wie Berwendung müssen die erhungerten Millionen natürlich finden: sie sind der Hungertribut des Proletariats vom Jahre 1889. jezt, werden wir uns wohl mit europäischen Arzneimitteln Die Wehrhafterhaltung des Reichs zum Zweck der Erhaltung des bis 12 Uhr und 1 Uhr Nachts ohne Mittagspause das sind Die Arbeitszeit der Omnibussflaven währt von 5 Uhr früh begnügen müssen. Friedens und die Fortführung der Sozialreform zur Erhaltung des inneren Friedens, werden Sie Alle billigen und die dafür achtzehn bis neunzehn Arbeitsstunden. Allerdings ist auch bei der nöthigen Ausgaben bewilligen." Omnibus- Gesellschaft das Ablöse"-System eingeführt, wonach der einmaligen Ausgaben für Landheer Richter legt die Ausgaben für den Militarismus dar:„ Die Kutscher oder Kondukteur, wenn er ein derartig anstrengendes Tageund Marine betrugen werf hinter sich hat, am nächstfolgenden Tage erst in den Vor121 Millionen Mark, seit dem 1. April 1887 find zusammen mittagsstund n ſeinen Dienſt anzn reten haben soll eine Ver949 Millionen Mark bewilligt worden, während man 1884 bis fügung, die die Gesellschaft nur getroffen zu haben scheint, um sich 1889 für Eisenbahnen in ganz Deutschland nur 615 Millionen nicht danach zu richten. Zu bemerken ist, daß bei besonderen AnMart verwandt hat." Echt freisinnig knickert er an einer Heinen läffen, wie sie in diesem Jahre das Sängerfest und die Ausstellung irrelevanten Ausgabe für Reisespesen, weil die Beamten statt erster boten, die neunzehnstündige Arbeitszeit der Gesellschaft zu kurz er zweiter Klasse reisen können. Sehr gut hebt er dann die beliebte scheint und daher auf zwanzig und mehr Stunden verlänget wird! Politik hervor, die Einnahmen aus den Zöllen zu niedrig anzu- is in einem solchen Falle, der sich im lesten Sommer ereignete, schlagen( sie sind mit 285 Millionen eingestellt und werden ein Kutscher die Bezahlung der Ueberstunden forderte, am man dieser In der 33., 35. und 37. Sigung steht auf der Tagesordnung 373 Millionen betragen), damit man hernach Ueberschüsse für Forderung zwa nach, bezeichnete aber den Betreffenden als einen der Gesezentwurf betr. die Vereinigung von Helgoland mit fostspielige, volksfeindliche Unternehmungen zur Verfügung hat."" Leu e- Aufrührer". dem deutschen Reich. Zum Schluß wendet er sich gegen die Lebensmittelzölle. Helgoland, dessen Ein: rohner sich ehrlich und redlich vom Reichskanzler v. Caprivi antwortet sehr pifirt und beweist Fischfang und vom Betrug der Kurgäste ernähren und das ein für Richter, daß Bismarck nicht allein grob gegen ihn sein konnte. besonderes Ansehen genießt in den Kreisen der Martensammler Armer Richter! Er kann uns wirklich dauern; er möchte so gern und der Heizashslustigen, welche keine Papiere haben, ist bekannt- ein Oppositionsmann von historischer Bedeutung und Größe sein, lich legte That Bills von England eingehandelt gegen etwa wie im früheren englischen Parlament, und man will ihn bewilligen. einige Distrikte, welche mit den deutschen Kulturmitteln. bestehend gar nicht als historische Größe behandeln! aus Schnaps und preußischen Lieutenants, zivilifirt werden sollten. Bebel: Das Budget ist im Wesentlichen abhängig von der dukteure sind ihrer Bezahlung nach in drei Klassen getheilt. Die Staatssetretär v. Bötticher behauptet, daß viele Mitglieder der Richtung unserer ganzen wirthschaftlichen und sozialen Zustände. tuscher beziehen 1,05, 1,15 und 1,35 Gulden, jedoch befinden sich Nation sehr erfreut seien über das Geschäft, und daß auch die Die allgemeine wirthschaftliche Krisis, die gegenwärtig wieder im im Genusse dieſes letzte en Taggeldes nur sehr wen ge; die meiſten Helgoländer gern und freudig in den Kurs eingefegelt find". Anzuge ist, wird gewiß eine Dauer und Härte annehmen, wie sie gehören der niedrigsten Gehaltsstufe an. Die Kondukteure, bei denen Der Abgeordnete v. Benda hat seit 50 Jahren das Gefühl ge- früher nicht dagewesen ist. Diese fortwährenden Erschütterungen man, ganz wie bei der Tramway- Gesellschaft, auf das Tingeld habt, di: Insel muß deutsch werden". Er wünscht auch, daß das des wirthschaftlichen Organismus weisen darauf hin, daß mit den Bedachi nimmt, haben 1.05, 1,15 und 1.25 Gulden Taglohn; Heirathsgeschäft bestehen bleibt, welches( Windthorst) eine berech gegenwärtigen Witteln der Staat und die gesellschaftliche Ordnung auch hier überwieg an Stärke die schlechteſtbe zahlte Kategor.e. Die tigte Eigenthümlichkeit der Insel bilder" und daß die Beamten nicht weiter zu erhalten sind. In dem Etat von 1887/88, als Pferdewärter endlich haben gar nur 1,20 Gulden per Tag ( hat der Mann Söhne im Staatsdienst?) viel Gehalt kriegen. auch bereits die neue Heeresversiärfung eingetreten war, beliefen ( Wiener Arbeiterzig..) Vom Reichstag. Da die von der Fremdherrschaft freigehandelten ,, deutschen Brüder" sich die Ausgaben für das Reichsheer auf 359 Millionen Mark. Die Omnibus- Bediensteten haben das ganze Jahr hindurch feinen einzigen freien Tag, es sei denn, daß sie sich einen Tag ohn abziehen lassen; in diesem Falle stellt dann die Gesellschaft einen Reservekutscher oder kondukteur bei, vorausgesetzt, daß es den Herren der Direction überhaupt gefällig ist, den erbetenen Urlaub zu Nun erst die Arbeitslöhne. Die Kutscher sowohl wie die KonVerantwortlicher Reda: teur: J. B.: Paul Ernst, Berlin. Verleger und Drucker: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 51. 2. Corinther 8. V. 9. Die Amtswohnung des neuen Herrn Pastor Möblitt ein reicher alter Jungfern- Chor; Eins, zwei, drei Möbelwagen fahren vor. Fauteuil und Sopha, Eßtisch und Buffet, Bratofen, Fliegen-, Eisschrank, Ehebett, Silber- und Porzellanservice komplett. Kompott, Konserven haufenweis beschafft, Der Mettwurst Anmuth und des Schinkens Kraft, In Faß und Flaschen edler Rebensaft Besonders fehlt ein Christusangesicht In goldnem Ragmen überm Schreibtisch nicht Deß dornumrandete Inschrift also spricht: Bedent', daß unser Heiland Jesus Christ Um Deinetwillen arm geworden ist, Und daß Du reich durch seine Armuth bist." [ Nachdruck verboten.] Der neue Schulmeister. Eine Geschichte aus dem Elsaß. Von A. Daudet. Sonnabend, den 20. Dezember 1890. IV. Jahrgang. er antwortete immer: Nein, ich will nicht, ich will weg, weiter auf dem weißen und hartgefrorenen Weg. Wir ich will nach Hause". Das war sein beständiger Gedanke. waren schon weit von der Mühle; man hörte fast nur Seine Schlaffheit von früher war noch stärker wieder noch das Brausen an der Schleuse; plöglich ertönte unten gekommen, und des Morgens früh, wenn ich ihn auf aus der Karre eine schwache, weinerliche flehende Stimme, seinem Bett figen sah mit starren Augen, so wußte ich, und diese Stimme sagte in unserm Elsasser Platt:„ Losso daß er an die Mühle dachte, wenn er um diese Zeit auf- mi fort gen, Herr Klotz". Es war so traurig, daß mir wachte und an das schöne Bächelchen, in dem er als die Thränen in die Augen famen. Herr Kloz lachte Kind immer herumgepatscht hatte. Das zog ihn aus der höhnisch und fuhr fort zu singen und auf sein Thier zu Ferne her an, und die Rohheiten des Schulmeisters trieben schlagen. ihn nur noch mehr nach Hause und machten ihn ganz Nach kurzer Zeit begann die Stimme wieder:„ Lofso wild. Zuweilen, wenn er Prügel bekommen hatte, und mi fort gen, Herr Klog" und immer derselbe leise, schwache ich seine blauen Augen von Zorn funkeln sah, so sagte ausdruckslose Ton. Armer Kaspar! Man hätte meinen ich mir, daß ich an der Stelle von Herrn Kloß mich vor können, daß er ein Gebet hersagte. diesem Blick fürchten würde. Aber dieser Teufel von Endlich hielt das Gefährt. Wir waren angekommen. Kloz fürchtet sich vor nichts. Außer den Prügeln und Frau Klotz wartete vor der Schule mit einer Laterne dem Hungern hat er noch den Karzer erfunden, und und sie war so erbost auf Kaspar Henin, daß sie Lust Kaspar kommt fast nicht mehr heraus. Trotzdem nahm hatte, ihn zu schlagen. Aber der Prussien hinderte sie man ihn am letzten Sonntag, da er seit zwei Monaten daran, indem er mit einem häßlichen Grinsen sagte: nicht an die Luft gekommen war, mit auf die Dorfwiese" Wir wollen seine Rechnung morgen ins Reine bringen vor dem Dorfe. für heute Abend ist es genug". Der Großvater. Aus dem Russischen von B. N. ( Schluß). Es war herrliches Wetter und wir liefen aus Leibes- O, er hatte genug, der unglückliche Junge! Seine fräften auf den großen Sandstollen herum und freuten Zähne flapperten, er zitterte vor Fieber. Man mußte Unsere kleine Schule hatte sich ganz verändert seit uns über den frischen Nordwind, der uns an den Schnee ihn zu Bett bringen. Und auch ich habe diese Nacht Herr Hamel weg war. Zu seiner Zeit hatten wir immer und an die Glitschen im Winter erinnerte. Wie immer das Fieber gehabt, glaube ich; immer fühlte ich die Stöße ein paar Gnadenminuten des Morgens, wenn wir famen. hielt sich Kaspar abwegs am Saum des Gehölzes, indem des Wagens und hörte meinen armen Freund mit seiner Man stellte sich um den Ofeu, um die Finger noch ein er in den Blättern wühlte und fleine Zweige abbrach sanften Stimme flehen:„ Lassen Sie mich gehen, Herr Kloz!" bischen zu wärmen, den Schnee abzuschütteln oder die und ganz allein für sich spielte. Als wir zusammentraten, Graupen, die in den Kleidern festsaßen; man erzählte sich um wieder nach Hause zu gehen, fehite Kaspar. Man hier etwas, indem man sich zeigte, was man im Korb sucht ihn, man ruft ihn. Er war entwischt. Da hätte hatte. Dadurch hatten die, welche am Ende des Dorfes man die Wuth von Herrn Kloz sehen müssen! Sein wohnten, Zeit, noch zum Gebet und zum Aufrufen recht dickes Gesicht wurde puterroth und er stotterte vor Wuth zu kommen. Jetzt ist die Geschichte anders; man muß in deutschen Flüchen. Wir waren zufrieden. Nachdem auf die Minute da sein. Der Prussien Kloß, unser er dann die andern in das Dorf zurückgeschickt hatte, - In neuer Schulmeister, macht keine Umstände. Von fünf nahm er zwei Große mit, mich und einen andern, und Ist Ihnen besser, Papa?-fragte die Mutter. Minuten vor acht an sißt er schon auf seinem Katheder wir machten uns auf nach der Mühle Henin. Es wurde ihrer Stimme zitterten Thränen. Nein, mit seinem dicken Rohrstock, und wehe den Langsamen! Nacht. Ueberall die Häuser geschlossen, die gemüthliche antwortete dieser abgebrochen und im - mir ist nicht besser, mein Kind! Ich mache Ja, er muß die Holzschuhe in dem kleinen Hofe eilen Sonntagsruhe beim warmen Feuer, ein dünner Licht- Flüstertone, und Einen ganz außer Athem schon an der Thür„ hier" schimmer glänzte auf dem Weg, und ich dachte, daß man mich auf die Reise nach dem Elysium. rufen hören. um diese Zeit schon zu Tische und in Ruhe sein müßte. Meine Mutter führte das Taschentuch zu den Augen. Es giebt keine Entschuldigung bei diesem schrecklichen Bei Henins war die Mühle abgestellt, der Zaun geDer Großvater zog sanft ihre Hand fort und schaute Prussien. Es nüßt nichts wenn man sagt:" Ich habe schlossen, und alles zu Hause, Thiere und Menschen. sie lange und durchdringend an. meiner Mutter die Wäsche tragen helfen... Der Vater Als der Knecht uns öffnete, wieherten die Pferde und die Es entstand ein längeres Schweigen. hat mich mit zum Markt genommen". Auf so etwas Schafe blöften in ihrem Stroh; und auf den Hühner- Laß das nur, Lisa sagte mein Großvater, läßt sich Herr Kloß nicht ein. Es ist wahrhaftig so, stangen hörte man Flügelschlagen und Krähen vor Furcht, das nur mein Kind! Solch ein unnüßes Möbel, wie mich, als ob wir für diesen verwünschten Fremden kein Haus als wenn dieses kleine Völkchen Herrn Kloß erkannt hätte. beweint man nicht. Alles hat ein Ende. Du hast um wen und keine Eltern haben, als ob wir als Schuljungen auf Die Leute aus der Mühle saßen hinten in der Küche zu Dich zu kümmern.( er zeigte nach mir hin.) Hier, die die Welt gekommen sind mit den Büchern unterm Arm, Tische; es war eine große Küche, und so hübsch warm, junge Generation! Erzieht ihn, wie Ihr wollt, doch höret ganz expreß un Deutsch zu lernen und uns prügeln zu und es bligerte und blinferte alles darin, von den Uhr auf meinem letzen Willen: Laßt das menschliche Herz in lassen. Ach! Ich habe zuerst auch mein tüchtiges Theil gewichten bis zu den Kesseln. Zwischen dem Müller ihm nicht verdorren. bekommen! Unsere Schneidemühle ist so weit von der Henin und seiner Frau saß Kaspar oben am Tische mit Schule, und im Winter wird es so spät Tag! Schließ dem zufriedenen Gesicht eines Kindes, das ganz glücklich lich, als ich alle Abende mit rothen Schwielen antam, ist, gehätschelt und getätschelt. auf den Fingern, auf dem Rüden, überhaupt überall, da beschloß der Vater, mich in Pension zu geben; aber es ist mir doch hart angekommen, ehe ich mich gewöhnte. lag Die Worte meines Großvaters prägten sich meinem Gedächtniß ein und ich erinnere mich ihrer bis auf den heutigen Tag wörtlich. Erinnere mich ihrer vielleicht, weil sobald es der Großvater gesagt hatte, meine Mutter zu schluchzen begann und ihr Haupt an seine Brust lehnte. Ich weiß, ich weiß, er ist ein rauher Mensch,-flüsterte - aber der Achtung und Liebe werth... Er streichelte der Mutter, wie einem kleinen Kinde Als Grund für seine Anwesenheit hatte er ein Fest irgend eines Erzherzoges erfunden, einen preußischen Feiertag, und man war eben dabei, seine Ankunft zu Nämlich bei Herrn Kloß haben die Pensionäre auch feiern. Als der Unglüdliche Herrn Kloz bemerkte, sab der Großvater, noch die Frau Klotz auf dem Halse, die noch bösartiger er sich um und suchte eine offene Thür, um zu entwischen, Liebe ihn!. ist wie er, und dann eine Menge kleine Kloße, die auf aber die eiserne Hand des Schulmeisters legte sich auf allen Treppen herumlaufen und Einem zurufen, daß alle seine Schulter und in einem Augenblick hatte der Onfel den Kopf, brachte die Haare in Ordnung, ihren OhrFranzosen Dummföpfe sind, alle Dummföpfe. Zum erfahren, daß er entwischt war. Kaspar hielt den Kopf ring in die richtige Lage und sie an's Kinn fassend, Glück brachte mir meine Mutter des Sonntags, wenn sie hoch und hatte nicht mehr das beschämte Ansschen eines richtete er ihr von Thränen nasses Antlig in die Höhe. mich besuchte, immer zu essen mit, und da diese Menschen ertappten Schuljungen. Plößlich konnte er sprechen, der Weißt du, meine Liebe, womit ich jetzt beschäftigt alle Lectermäuler sind. so ging es mir ganz gut im Hause. doch sonst so selten den Mund aufthat: Ja wohl, ich bin bin? fagte er lächelnd, ich philosophire, mein 11 Einer, den ich von ganzem Herzen bedaure, das ist entwischt! Ich will nicht mehr zur Schule gehen! Ich Kind. Ich liege immer da und denfe: Welch' unvollkommenes zum Beispiel Kaspar Henin. Er schläft gleichfalls in lerne das Deutsche nicht, das ist eine Räuber- und Mörder Wachwerk ist doch der Mensch! Mit dem Gedanken, dem der kleinen Kammer unter den Ziegeln. Seit zwei Jahren sprache, Ich will französisch sprechen, wie mein Vater Verstande umfaßt Du das Schicksal der ganzen Welt, ist er verwaist, und sein Enfel, welcher Müller ist, hat und meine Mutter. Er zitterte, er sah schrecklich aus. Du brauchst aber nur frank zu werden, so gewinnt gleich Schweig, Kaspar!" sagte der Onkel. Aber nichts das Physische die Oberhand. Du liegst da, schnarchst, ihn dann, um ihn los zu werden, gleich in die Schule laẞt nur ächzst, wirst abergläubisch, glaubst an Träume, an jeden gesteckt. Als er anfam. war er ein fräftiger zehnjähriger fonnte ihn aufhalten.„ Gut gut Junge, der ganz gut für fünfzehn gelten fonnte, gewohnt, wir holen ihn mit den Gensdarmen", grinste Herr Klotz. Unsinn. Wie ich mich besinne, war ich nur zweimal im den ganzen Tag in der freien Luft herum zu laufen und Auf dem Tisch lag ein großes Messer; Raspar ergriff es Leben traut, jezt zum dritten Mal. Mir steht noch zu spielen, ohne sich um das Lesen lernen den Kopf zu mit einer schrecklichen Bewegung, sodaß der Schulmeister der Traum, den ich vor meiner Krankheit hatte, vor Augen. Ich träumte von Waßka. Mir war, als wollte ich ihn zerbrechen. In der ersten Zeit that er auch nichts weiter zurückwich. Kutschertraum! als weinen und heulen, wie ein Schloßhund; aber er war„ Gut, bringen Sie die Gensdarmen". Onkel Henin, vor den Schlitten spannen, er wiedersetzte sich, ergab sich ein herzensguter Innge und seine Augen waren so sanft, der Furcht hatte, warf sich auf seinen Neffen, riß ihm nicht. Ich sagte ihm drei Mal:„ brrr, brrr, brrr!" löy wie bei einem Mädchen. Herr Hamel, unser alter Lehrer, das Messer aus den Händen und dann sah ich etwas lich antoortete er mit menschlicher Stimme:„ Sieh' zu das erste Mal war es brrr, hatte ihn durch Geduld zalm gemacht, und wenn er scheußliches. Da Kaspar immer schrie:" Ich gehe nicht, Iwan Kornilitsch, - brrr, das dritte Mal wird es nicht einen kleinen Weg in der Umgegend zu besorgen hatte, ich gehe nicht!" so band man ihn. Der Unglückliche biß, das zweite Mal so schickte er Kaspar, der ganz glücklich war, wenn er schäumte und rief seine Tante an, die zitternd und mehr brrr sein! und verschwand. Ich erwachte. Zum im Freien sein konnte, in jedem Bache herumpatschte und weinend aufgestanden war. Dann, während man den ersten Mal im Leben wurde mir schrecklich, fürchterlich sich die Sonne in sein braunes Gesicht brennen ließ. Bankwagen anspannte, lud uns der Onkel zum Essen. zu Muthe Ich hatte keinen Hunger, das kann man sich denfen; aber Die Erzählung des Großvaters machte einen tiefen Bei Herrn Kloz hatte sich das alles geändert Der arme Kaspar, dem es schon so viel Kopf- Herr Kloß fraß. und die ganze Zeit über entschuldigte Eindruck auf meine Mutter: sie erblaßte plöglich, die schmerzen machte, hinter das Französische zu kommen, sich der Müller immer wegen der Beleidigungen, die Augen erweiterten sich, die Lippen erzitterten. spöttelte der Großvater, hat niemals ein Wort vom Deutschen lernen fönnen. Staspar gegen ihn und Se. Majestät den deutschen Kaiser liegst Er büffelt ganze Stunden an derselben Deklination, man ausgestoßen hatte. Er hatte nämlich Furcht vor den da und da Du nichts zu thun hast, erinnerst Du Dich des Vergangenen auch Waßfa fiel mir ein. Ich liebte merkt an seinen gerunzelten Augenbrauen, daß es mehr Gendarmen! Welche traurige Rückkehr! Kasper lag hinten im dieses Pferd sehr... Nun, das kann man wohl verstehen. Aerger und Zorn, als Aufmerksamkeit ist. Bei jeder Lettion Der uns begleitende Wächter trat näher und sagte, wiederholt sich dieselbe Szene:„ Kaspar Henin, aufstehen!" Wagen auf Stroh, wie ein krantes Schaf und sprach Henin steht auf und hängt das Maul, wiegt sich auf fein Wort. Ich glaubte, er sei eingeschlafen, ermüdet daß es Zeit wäre fortzugehen. Die Mutter erhob sich, seinem Pult und setzt sich wieder hin, ohne ein Wort zu durch so viel Zornausbrüche und Thränen, und ich dachte, näherte sich dem Großvater, fiel ihm um den Hals und fagen. Dann prügelt ihn der Schulmeister, und Frau daß er sehr frieren müßte, so wie er war, im bloßen schmiegte sich zärtlich an ihn. Ich hörte ihr dumpfes Kloz giebt ihm nichts zu essen. Aber deshalb lernt er Kopf und ohne Ueberzieher. Aber ich wagte nichts zu Schluchzen. Unser Begleiter bestand darauf, daß wir gingen. doch nicht schneller. Oft. des Abends, wenn wir in unser sagen, aus Furcht vor dem Schulmeister. Der Regen Als meine Wutter mir das Antlitz zuwandte, las ich Kleines Zimmer hinaufgingen, habe ich zu ihm gesagt: war fältend Herr Klotz, seine Klappmüße bis über die auf demselben den Ausdruck eines solchen Schmerzes, einer Weine doch nicht, Kaspar, mach's so wie ich. Lerne Chren gezogen, klätschelte das Pferd und jang. Das solchen Seelenqual, daß sich mein Herz zusammenzog Deutsch lesen, denn diese Leute sind sehr stark". Aber Sternlicht zitterte im Winde und wir gingen weiter, und auch ich zu weinen begann. Der Großvater lag ruhig da. Nur die dichten, revolution nur ein„ Ereigniß" sei, welches den„ Anstoß" Volk den blutigen Sieg der Pariser Bourgeoisie über schwarzen Braunen schienen sich noch tiefer auf die Augen zu der längst innerhalb des alten preußischen Staats das Pariser Proletariat, wie die preußische Krone den herabzusenken und ein kaum merkliches Zittern durchzuckte vorbereiteten Verständigung" zwischen dem Throne und blutigen Sieg der Kroaten zu Wien gegen die Bourgeoisie die Mundwinkel... der Bourgeoisie gegeben, deren Bedürfniß die Krone selbst exploitirte. Die Wehen der preußischen Bourgeoisie nach Nach einigen Tagen erfuhr ich, daß der Großvater in früheren allerhöchsten Erlassen schon ausgesprochen dem österreichischen November sind die Abrechnung für gestorben sei. Wie und wo man ihn begraben, erfuhr und nur vor dem März für nicht„ dringlich" erachtet die Wehen des preußischen Volks nach dem französischen ich nicht. habe. Der„ Rechtsboden" bedeutete mit einem Worte, Juni. In ihrer kurzsichtigen Engherzigkeit verwechselten Viele Jahre verflossen. Ich war bereits Student. daß die Bourgeoisie nach dem März mit der Krone auf sich die deutschen Spießbürger mit der französischen BourEs fiel ein Ereigniß bei uns vor, welches meine Nerven demselben Fuße unterhandeln wolle, wie vor dem März, gevisie. Sie hatten feinen Thron umgeworfen, sie hatten furchtbar erschütterte und mich tief empörte. Ich sprach als ob gar keine Revolution stattgefunden und der Ver nicht die feudale Gesellschaft, viel weniger ihren lezten weder mit dem Vater, noch mit der Mutter darüber einigte Landtag ohne die Revolution sein Ziel erreicht Rest beseitigt, sie hatten feine von ihnen selbst geschaffene Mein Vater hörte indessen durch das Stadtgespräch von hätte. Der„ Rechtsboden" bedeutete, daß der Rechtstitel Gesellschaft zu behaupten. Sie glaubten nach dem Juni, dieser Sache und sprach beim Mittag seine Meinung des Volkes, die Revolution, in dem contrat social wie nach dem Februar, wie seit dem Beginn des 16. darüber aus, ganz entgegengesetzt derjenigen, wie ich sie zwischen Regierung und Bourgeoisie nicht existire. Die Jahrhunderts, wie im 18. Jahrhundert, in ihrer angemir gebildet. Ich erstickte in mir den Wunsch, ihm zu Bourgeoisie leitete ihre Ansprüche aus der alt- stammten pfiffig- profitwüthigen Weise aus fremder Arbeit antworten, doch muß mich wohl der Ausdruck meines preußischen Gesetzgebung her, damit das Volk drei Viertel Profit ziehen zu können. Sie ahnten nicht, Gesichtes verrathen haben, denn kaum hatte ich Zeit gehabt, keine Ansprüche aus der neupreußischen Revo- daß hinter dem französischen Juni der österreichische Nozur Thüre zu gelangen, als ich die laute Bemerkung lution herleite. vember und hinter dem österreichischen November der meines Vaters hörte: Es versteht sich, daß die ideologischen Cretins preußische Dezember lauerte. Sie ahnten nicht, daß wenn „ Das fehlt noch, daß er mir in die Fußtapfen der Bourgeoisie, ihre Zeitungsschreiber u. dgl., diese in Frankreich die Throne zerschmetternde Bourgeoisie seines Großvaters tritt." Beschönigung des Bourgeoisieinteresses für das eigentliche nur noch einen einzigen Feind vor sich erblickte, das Interesse der Bourgeoisie ausgeben und als solches sich Proletariat die preußische, mit der Krone ringende und andern einbilden mußten. Im Kopfe eines Brügge Bourgeoisie nur noch einen einzigen Bundesgenossen be mann verwandelte sich die Phrase des Rechtsbodens in saß das Volk. Nicht als wenn beide keine feindlich eine wirkliche Substanz. entgegengesette Interessen besäßen. Wohl aber, weil Das Ministerium Camphausen hatte seine Aufgabe dasselbe Interesse. gegen eine dritte, sie gleich niedergelöst, die Aufgabe der Vermittlung und des Ueber- drückende Macht beide noch zusammenschmiedete. Weiter sagte er nichts; er war von Natur ein ruhiger Mensch. Die Generation, zu der ich gehöre, lernte es, vernünftig zu sein. Sie regt sich im Innern auf, aber auch nur in seltenen Momenten seelischer Erhellung. Die Bourgeoisie und die Contre- Revolution gangs. Er bildete nämlich die Vermittlung zwischen Das Ministerium Hansemann betrachtete sich als volution! von Karl Mary. III. " 1 der auf den Volksschultern emporgehobenen Bourgeoisie, ein Ministerium der Junirevolution. Und in jeder und der Bourgeoisie, die nicht mehr der Volksschultern preußischen Stadt verwandelten sich die Spießbürger den ( Abdruck aus Nr. 165, 169, 170, 185 der„ Neuen Rhein. 3tg." bedurfte, zwischen der Bourgeoisie, welche scheinbar das rothen Räubern" gegenüber in„ honette Republikaner" Volf der Krone und der Bourgeoisie, die wirklich die wobei sie nicht aufhörten, ehrbare Royalisten zu sein Der Vereinbarung der Bourgeoisie mit der Krone, Krone dem Volle gegenüber vertrat; zwischen der Bour- und gelegentlich übersahen, daß ihre„ Rothen" weißdavon war sie überzeugt, dem Markten der Bourgeoisie, die sich von der Revolution losschälte und der schwarze Kokarden trugen. geoisie mit dem alten, in sein Schicksal ergebenen Staate, Bourgeoisie, die als Kern der Revolution herausgeIn seiner Thronrede vom 26. Juni machte Hanse stand offenbar nur noch ein Hinderniß im Wege, ein schält war. mann furzen Prozeß mit Camphausens mysteriös- nebeleinziges Hinderniß, das Volk Seiner Rolle gemäß beschränkte sich das Ministerium puer robustus sed malitiosus, wie Hobbes sagt. Das Volk und die Re- Camphausen in jungfräulicher Schamhaftigkeit auf den hafter" Monarchie auf breitester demokratischer Grundlage". passiven Widerstand gegen die Revolution. Es verwarf sie zwar in der Theorie, aber in der Konstitutionelle Monarchie auf Grundlage Die Revolution war der Rechtstitel des Volkes; auf die Revolution gründete es seine nngestümen An- Praxis sträubte es sich nur gegen ihre Anmuthungen des Zweikammersystems und die gemeinschaftliche sprüche. Die Revolution war der Wechsel, den es auf und duldete nur die Rekonstituirung der alten Staats Ausübung der gesetzgebenden Macht durch beide Kammeru und die Krone" auf diese trockene Formel führte er die Bourgeoisie gezogen hatte. Durch die Revolution gewalten. war die Bourgeoisie zur Herrschaft gelangt. Mit dem Die Bourgeoisie glaubte unterdeß auf dem Punkte den ahnungsschweren Spruch seines begeisterten Vor Tage ihrer Herrschaft war der Verfall dieses Wechsels angelangt zu sein, wo der passive Widerstand in gängers zurück. angebrochen. Die Bourgeoisie mußte gegen den Wechsel Camphausen trat ab, nicht weil es diesen oder jenen Staatsverfassung nicht zu vereinbarenden Verhältnisse, aktiven Angriff übergehen müsse. Das Ministerium Abänderung der nothwendigsten mit der neuen Die Revolution- das bedeutete im Munde des Mißgriff begangen, sondern aus dem einfachen Gründe, Befreiung des Eigenthums von den Fesseln, welche dessen Bolles: Ihr Bourgeois seid das Comité du salut public, weil es das erste Miniſterum nach der Märzrevolution, vortheilhafte Benugung in einem großen Theile der der Wohlfahrtsausschuß, dem wir die Herrschaft in die weil es das Ministerium der März revolution war Monarchie lähmen, Reorganisation der Rechtspflege, Hand gegeben, nicht damit ihr euch über eure Interessen Bourgeoisie noch unter dem Volksdiktator verstecken mußte. Schaffung der Steuerbefreiungen u. s. w." und vor und seinem Ursprung gemäß den Repräsentanten der Reformation der Steuergesetzgebung, namentlich Abmit der Krone vereinbart, fordern damit ihr gegen Dieſe ſeine zweideutige Entstehung und sein doppel- allem Stärkung" der Staatsgewalt nothwendig die Krone unsere Interessen, die Interessen des Volkes, sinniger Charafter legten ihm noch gewiffe Konvenancen, zum Schuße der von den Bürgern) erworbenen Frei Die Revolution war der Proteſt des Volkes gegen die der Bourgeoisie lästig wurden, die ein zweites direkt effe der Feudalen) und Anarchie( Ausbeutung der Freiheit Rückhalte und Rücksichten gegen das souveräne Volk auf heit gegen Reaktion( Ausbeutung der Freiheit im Inter die Vereinbarung der Bourgeoisie mit der Krone. Die mit der Krone sich vereinbarende Bourgeoisie mußte aus der Vereinbarungsversammlung hervorgegangenes im Volfsinteresse) und zur Wiederherstellung des also protestiren gegen die Revolution. Und Ministerium nicht mehr zu beobachten hatte. gestörten Vertrauens"- das war das ministerielle das geschah unter dem großen Camphausen. Die Sein Rücktritt war daher ein Räthsel für die Programm, das war das Programm der zum Ministerium Märzrevolution wurde nicht anerkannt. Die Wirthshauspolitiker. Das Ministerium der That, gelangten preußischen Bourgeoisie, deren klassischer Re Berliner Nationalrepräsentation konstituirte sich als Re- das Ministerium Hansemann folgte ihm, weil die präsentant Hansemann ist. präsentation der preußischen Bourgeoisie, als Bourgeoisie aus der Periode des passiven Verraths Auf dem„ Vereinigten Landtage war Hansemann Vereinbarerversammlung, indem sie den Antrag auf des Volkes an die Krone in die Periode der aktiven der erbitterste und chnischste Widersacher des Vertrauens, Vereinbarerversammlung, indem sie den Antrag auf Unterwerfung des Volkes unter ihre mit der Krone ver- benn- Meine Herren! In Geldfragen hört die Anerkennung der Märzrevolution verwarf. Protest einlegen. durchsetzt. 11 Sie machte das Geschehene ungeschehen. Sie pro- einbarte Herrschaft überzugehen gedachte Das Mini- Gemüthlichkeit auf." Am Ministerium proflamirte flamirte es laut vor dem preußischen Volfe, daß es sich sterium der That war das zweite Ministerium nach Hansemann als erste Nothwendigkeit die„ Wiederher mit der Bourgeoisie sie nicht vereinbart, um gegen die der Märzrevolution. Das war sein ganzes Geheimniß. stellung des gestörten Vertrauens," denn dies Krone zu revolutioniren, sondern daß es revolutionirt. Meine Herren! In Geldfragen hört die mal wandte er sich zum Volfe, wie damals zum Thron damit sich die Krone mit der Bourgeoisie gegen es selbst Gemüthlichkeit auf!" denn„ Meine Herren! In Geldfragen hört die vereinbare! So war der Rechtstitel des revolutionären In diesen sechs Worten resumirte Hanse- Gemüthlichkeit auf." Damals handelte es sich um Volkes vernichtet und der Rechtsboden der konser- mann den ganzen vereinigten Landtagslibera- das Vertrauen, das Geld giebt, diesmal um das Vervativen Bourgeoisie gewonnen. lismus. Dieser Mann war der nothwendige Chef des trauen, das Geld macht; dort um das feudale VerDer Rechtsboden! aus der Vereinbarerversammlung selbst hervorgegangenen tranen, das treuergebene Vertrauen in Gott, König und Brüggemann, und durch ihn die Kölnische Zei- Ministeriums, des Ministeriums, welches den passiven Vaterland, hier um das bürgerliche Vertrauen, das tung", haben so viel geplaudert, gefabelt, gewimmert Widerstand gegen das Volf in thätigen Angriff Vertrauen in den Handel und Wandel, in die Verzinsung vom„ Rechtsboden", so oft den„ Rechtsboden" verloren, auf das Volk verwandeln sollte, des Ministeriums des Kapitals, in die Zahlungsfähigkeit der Geschäfts wiedergewonnen, den Rechtsboden durchlöchert, geflickt. der That. freunde, um das fommerzielle Vertrauen, nicht um Glaube, " von Berlin nach Frankfurt, von Frankfurt nach Berlin In feinem preußischen Ministerium so viel bürger- Liebe, Hoffnung, sondern um den Kredit. geschleudert, verengt, ausgedehnt, aus einem einfachen liche Namen! Hansemann, Milde, Märker, Kühlwetter, Wiederherstellung des gestörten Ver Boden in einen getäfelten Boden, aus einem grtäfelt n Gierfe! Selbst die hoffähige Etiquette dieses Ministeriums, trauens!" In diesen Worten sprach Hansemann die Boden in einen Doppelboden bekanntlich ein Haupt v. Auerswald, gehörte dem liberalen, d. h. der Bour- fire Idee der preußischen Bourgeoisie aus. werkzeug der schauspielernden Esfamoteurs aus einem geoisie huldigenden Adel der Königsberger Opposition Der Kredit beruht auf der Sicherheit, daß die Doppelboden in eine bodenlose Fallthüre verwandelt. daß an. Roth von Schreckenstein allein vertrat unter Exploitation der Lohnarbeit durch das Kapital. des Proder Rechtsboden sich für unsere Leser mit Recht schließ der Kanaille den alten bureaukratirten preußischen Feudal- letariats durch die Bourgeoisie der Kleinbürger durch lich in den Boden der Kölnischen Zeitung" ver adel. Roth von Schreckenstein! Ueberlebender Titel die Großbürger in herkömmlicher Weise fortdauert. Jede wandelt hat, daß sie das Schiboleth der preußischen eines verloren gegangenen Räuber- und Ritterromans politische Regung des Proletariats. welcher Natur auch, Bourgeoisie mit dem Privatschiboleth des Herrn Joseph des seligen Hildebrand! Aber Roth von Schrecken sie sei denn unmittelbar durch die Bourgeoisie kommandirt, Dumont, einen nothwendigen Einfall der preußischen stein war nur die feudale Einfassung des bürgerlichen stört also das Vertrauen, den Kredit." Wederherstellung Weltgeschichte mit einer willkürlichen Marotte der Köl Juwels. Roth von Schreckenstein, mitten in dem des gestörten Vertrauens!" hieß also im Munde Hanse nischen Zeitung" verwechseln können und im Red ts- bürgerlichen Ministerium, besagte in Riesenbuchstaben: manns:„ Unterdrückung jeder politischen Regung boden nur noch den Boden sehn, auf dem die„ Kölnische Die preußische Feudalität, Armee, Bureaukratie folgen im Proletariat und in allen Schichten der Gesellschaft, Zeitung" wächst. dem neu aufgegangenen Sterne des preußischen Bürger- deren Interesse nicht direkt mit dem Interesse der ihrer Der Rechtsboden und zwar der preußische thums. Ihm haben sich diese Gewaltigen zur Verfügung Weinung nach am Staatsruder befindlichen Klasse zu gestellt und das Bürgerthum pflanzt sie vor seinen sammenfallen." Rechtsboden! " Der Rechtsboden, auf dem sich nach dem März Thoren, wie man auf alten heraldischen Sinnbildern Dicht neben die Herstellung des gestörten Verder Ritter der großen Debatte Camphausen das wieder Bären vor die Voltsherrscher aufpflanzte. Roth von trauens" stellte Hansemann daher die Stärkung der erwedte Gespenst des Vereinigten Landtags und die Ver Schreckenstein soll nur der Bär des bürgerlichen Mi- Staatsmacht". r irrte sich nur in der Natur dieser einbarerversammlung bewegen, ist er das Konstitutions misteriums sein. „ Staatsmacht". Er glaubte die dem Kredit dem bürgergesez von 1815, oder das Landtagsgesetz von 1820, oder Am 26. Juni stellte sich das Ministerium Hanse- lichen Vertrauen dienende Staatsmacht zu stärken und er das Patent von 1847, oder das Wahl- und das Ver- mann der Nationalversammlung vor. Mit dem Juli stärkte nur die Staatsmacht, die Vertrauen verlangt und einbarungsgesetz vom 8. April 1848? erst beginnt seine ernsthafte Existenz. Die Junirevo- im Nothfall mit Startät chen ertrout, weil sie feinen StreNichts von alledem. lution war der Hintergrund des Ministeriums der That, dit besigt. Er wollte mit den Produktions Kosten der Der Rechtsboden" bedeutete einfach. daß die Re- wie die Februarrevolution der Hintergrund des Mi- bürgerlichen Herrschaft fnidern und belaitete die Bourvolution ihren Voden nicht gewonnen und die alte Genisteriums der Vermittlung. geoisie mit den unerschwinglichen Millionen welche die sellschaft ihren Boden nicht verloren habe, daß die März- Die preußische Bourgeoisie exploitirte gegen das Restauration der preußischen Fendal- Herrs aft kostet. " 1 Den Arbeitern gegenüber erklärte sich Hansemann land ist, so dürften die allerdings nicht sehr umfang: besonders fleißig, aufmerksam und zuvorkom sehr bündig: Er habe ein großes Heilmittel für sie in reichen Resultate, welche in einer größeren Handels- mend sein. der Tasche. Ehe er es herausholen könne, müsse aber stadt Preußens, in Posen, an Ort und Stelle durch BeVielleicht der stärkste Beweis für das Elend der vor Allem das„ gestörte Vertrauen" wiederhergestellt sein. fragung möglichst vieler Kommis der dortigen Geschäfte Handlungsgehilfen wird durch die Art geliefert, wie die Um das Vertrauen herzustellen, müsse die Arbeiterklasse ermittelt sind, woh! interessiren. Wir greifen die Zu Bestimmung des Handelsgesetzbuches(§ 60), daß ein Geihrem Politisiren und Einmischen in Staatsdinge ein stände in den Kolonial- und Materialwaarengeschäften hilfe, welcher durch unverschuldetes Unglück an der LeiEnde machen und in ihre alten Gewohnheiten zurück- heraus. stung seines Dienstes zeitweise verhindert wird, dadurch fehren. Folge sie seinem Rathe, sei das Vertrauen wieder In etwa sechs der größten Detailgeschäfte dauert die seiner Ansprüche auf Gehalt und Unterhalt nicht verhergestellt, so sei das geheimnißvolle große Heilmittel Arbeitszeit von 7 bis 9, mit einstündiger Mittagspause. lustig geht, jedoch auf diese Vergünstigung nur für die jedenfalls wirksam, schon deswegen, weil es nicht mehr In einigen Geschäften ist der ganze Sonnabend frei, da Daner von sechs Wochen Anspruch hat, von den Prinnöthig und nicht mehr anwendbar sei, denn in diesem ihre Inhaber strenggläubige Juden sind; dann ist der zipalen umgangen wird. Wenn die Kündigungsfrist fonFalle war ja die Krankheit, die Störung der bürger- Sonntag ein Arbeitstag wie jeder andere Wochentag; wo trattmäßig verkürzt ist, braucht der Geschäftsinhaber dem lichen Ordnung beseitigt. Und wozu Heilmittel, wo am Sonnabend der Laden offen ist, wird nur alle 14 franken Gehilfen nur zu fündigen, und er ist, nach dem feine Krankheit? Beharre aber das Volk auf seinem Tage ein Sonntag Nachmittag freigegeben. hierdurch erfolgten Ausscheiden des Gehilfen aus seinem Kopfe-nun gut, so werde er die Staatsmacht" stärIn den übrigen Geschäften ist der Arbeitstag noch Dienste, aller Verpflichtungen gegen ihn ledig. Diese fen, die Polizei, die Armee, die Gerichte, die Bureaugrößer; ein Umstand, der umsomehr Beachtung ver- Berechtigung wird auch thatsächlich von den fratie, er werde ihm seine Bären auf den Hals heßen, dient, als hier zwei Drittel aller Angestellten Lehrlinge. Prinzipalen rücksichtslos ausgenügt, wie jüngst denn das Vertrauen" sei zur Geldfrage" geworden also jugendliche Arbeitskräfte, sind( Ladenmädchen kom- erst eine Petition des Königsberger scaufmänniund: Meine Herren! In Geldfragen hört die Ge- men, außer als Kassiererinnen, in dieser Branche nicht schen Vereins an den dortigen Magistrat und müthlichkeit auf! vor). Der Arbeitstag beginnt im Sommer um 6 Uhr ein amtlicher städtischer Bericht in in Frant So sehr Hansemann auch lächeln mag, sein Pro- Morgens, im Winter um 7, und endet regelmäßig um furt a. M. gezeigt haben. gramm war ein ehrliches Programm, ein bravgemeintes 10 Uhr Abends, in einigen Geschäften sogar erst um Ein ganz besonderer Mißstand ist die übermäßige Programm. 10½ oder 11 Uhr. In einer Reihe kleiner Geschäfte, Stellungslosigkeit. Da wird z. B. im Jahre 1885 ein " Er wollte die Staatsmacht stärken, nicht nur gegen die sonst um 10 Uhr Abends schließen, wird in den Ausweis der Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf veröffentlicht, die Anarchie, d. h. gegen das Volk, er wollte sie auch Wochen vor Weihnachten und Ostern, im Ganzen ca. demzufolge vou 1187 dort Untergebrachten nicht stärken gegen die Reaktion, d. H. gegen die Krone und 4 Wochen im Jahre, regelmäßig bis 11 Uhr gearbeitet. weniger als 102 beschäftigungslose Kaufleute die feudalen Interessen, so weit sie dem„ nothwen Die Mittagspause beträgt für Diejenigen, welche beim waren, eine enorm hohe Biffer, wenn man bedenkt, digsten" d. h. den bescheidensten politischen Prätensionen Prinzipal Station haben, d. h. fast für Alle, 15 Minuten, daß sich gerade ein Kaufmann sehr lange besinnen wird, der Bourgeoisie gegenüber sich durchzusetzen versuchen sollten. für die wenigen Anderen, welche auswärts essen, 20 bis ehe er hier Unterkunft sucht. Oder ein anderes Faktum. Das Ministerium der That war seiner ganzen 25 Minuten. Das ergiebt also: eine fast 16--17stün- In Berlin macht ein Geschäftsmann per Inserat bekannt, Zusammensetzung nach schon ein Protest gegen diese dige Arbeitszeit im Sommer, eine fast 15-16- daß er einen jungen Mann für sein Komptoir suche, ,, Reaktion". stündige im Winter, und noch dazu für das jugend- und innnerhalb zweier Tage laufen Angebote von nicht Vor allen früheren preußischen Ministerien zeichnete liche Personal ebenso giltig wie für die Erwachsenen! weniger als 181 Personen ein, die sich in den Gehaltses sich nämlich dadurch aus, daß ein wirklicher Minister- Eine ziemliche Minorität jener Geschäfte ist am Sonn- ansprüchen förmlich unterbieten". präsident der Finanzminister war. Der preußische abend geschlossen. Dann wird am Sonntag so, wie geDer Herausgeber des„ Handlungsgehilfen", Karl Staat hatte Jahrhunderte lang aufs sorgfältigste verwöhnlich gearbeitet. Hier können sich die Angestellten Rosenthal selbst ein praktischer Kaufmann), schreibt darheimlicht, daß Krieg und Inneres und auswärtige Ange- wenigstens einigermaßen von den Strapazen der Werk- über in einem sehr lehrreichen Aufsaße:„ Wer den legenheiten und Kirchen- und Schulsachen und sogar das könig- tagsarbeit erholen. In der großen Majorität. der andern Stellenmarkt der Berliner Zeitungen aufmerksam studirt, liche Hausministerium und Glaube, Liebe und Hoffnung Geschäfte wird dagegen blos alle 14 Tage ein Sonntag dem wird die Thatsache nicht unbekannt sein, daß immer den profanen Finanzen untergeordnet sind. Das nachmittag freigegeben. auf zwei ausgeschriebene Stellungen mindestens vier Ministerium der That stellte diese verdrießlich- bürgerliche Womöglich noch schlechter scheint es den Hamburger Stellengesuche lommen..... Man wird nicht zu hoch an seine Spige stellte, den Mann, dessen ministerielles Materialiſten zu ergehen, von deren Ueberanstrengung greifen, wenn man die täglich in Berlin Stellung suchenProgramm gleich einem Oppositionsprogramme sich dahin der Verein der Handlungsgehilfen in Hamburg und den den jungen Kaufleute auf 2000 beziffert." Diese große Anzahl von Stellungslosen drückt natürrefümirte:" Meine Herren! In Geldfragen hört Vororten" in einer soeben beim deutschen Reichstag eingereichten Petition folgendes düstere Bild entwirft:" Die lich auf dem Arbeitsmarkt; und so kommt es, daß GeDie Monarchie war in Preußen zu einer„ Geld- Lage der Mitglieder, der Kolonialwaaren- Handlungs- halt, Kost und Wohnung so schlecht sind, als es gerade gehilfen, ist eine nicht viel bessere, ja zum Theil eine noch möglich ist. Bei freier Station( d. h. Wohnung frage" geworden. ( Schluß folgt). wesentlich schlechtere als die der Fabrikarbeiter.... Dem und Kost beim Prinzipal) wird als geringstes Gehalt Kolonialwaaren- Handlungsgehilfen wird fast ohne Aus- 240 Mark und als Durchschnittsgehalt 540 Mark annahme eine 16-18stündige Arbeitszeit und zwar gegeben, während sonst( d. h. ohne Station) 720 Mark sowohl an Wochen- wie an Sonn- und Festtagen als Minimum und 1080 Mart als jährliches Durchauferlegt. Als Erholung von dieser ungebührlich aus- schnittsgehalt die Regel in den Städten bis zu 20 000 In Deutschland liegen Erhebungen über die Lage gedehnten Arbeitszeit, welche es mit sich bringt, daß der Einwohnern bildet. In den größeren Städten erhebt des kaufmännischen Personals nur in Sachen der Sonn- Gehilfe fortwährend auf den Beinen ist, wird außer der sich dieser Durchschnitt ein wenig, aber nicht bedeutend, tagsarbeit vor. Sie sind anläßlich der deutschen Enquete überaus furzen und fast regelmäßig unterbrochenen Mit- es dürfte sich hier ein Durchschnittsgehalt von 1200 bis über die Beschäftigung gewerblicher Arbeiter an Sonntagszeit, einmal in der Woche die Zeit von Abends 7 1350 Mart herausstellen, während das Mindestgehalt und Festtagen angestellt und 1887 vom Reichsamt des bis 10% und jeden dritten Sonntag von 3 Uhr Nach- dasselbe bleibt. Natürlich werden als Maximalgehalt die Innern publizirt worden. mittags bis Abends 10 Uhr zum Ausgehen" gewährt, verschiedensten Ziffern genannt. Soviel scheint aus der Wahrheit an seine Spize, indem es Herrn Hansemann die Gemüthlichkeit auf." Zur sozialen Lage der Handlungsgehilfen. II. " " " Danach hat die„ regelmäßige und dauernde Sonn- welche Zeit indeß durch verschiedene Zurück- vorliegenden Statistik entnommen werden zu müssen: in tagsarbeit" von allen Branchen gerade im Handel ihre haltungen meist noch verfümmert wird.... Er- dem Haupttheile des Deutschen Reiches gelten Stellen größte Ausdehnung"( Worte des amtlichen General wägt man dabei, daß der Laden, in welchem der Kommis mit über 1800 Mark Jahresgehalt als gute, werden auch berichts). Und zwar wird noch dazu überwiegend die ca. 18 Stunden ununterbrochen thätig sein muß, selbst nicht zu oft angeboten, während sich in Westdeutschland gesammte Arbeiterschaft im Kleinhandel( zur Sonntags- bei strenger Kälte nicht geheizt wird, so ergiebt sich ein die Verhältnisse günstiger gestalten. arbeit) herangezogen". In größeren Geschäften wird am erschreckendes Bild von der Lage der genannten Gehilfen, Die Kost, soweit sie vom Prinzipale zu leisten, ist Sontag meist nur ein Theil des kaufmännischen Hilfs- gegen welche diejenige der am schlechtest gestellten Arbeiter besser gegen früher geworden.) personals in Anspruch genommen, aber auch hier müssen noch beneidenswerth erscheinen dürfte. Auf gleichem, beDagegen sind im Durchschnitte die Wohnungen, alle ans Werf,„ wenn das Geschäft auf solche Kreise der ziehentlich noch tieferem Niveau der Trostlosigkeit befindet welche den Gehilfen von den Prinzipalen eingeräumt Bevölkerung angewiesen ist, welche erfahrungsgemäß den sich der Zustand der Lehrlinge genannter Branche. Ab- werden, nicht gut, oft sogar ganz ungenügend. gesehen davon, daß alles eben Gesagte auch auf diese Da wird z. B. im Einzelnen berichtet: Ganz besonders lang ist die sonntägliche Ladenarbeit Anwendung findet, während ihre Kräfte naturgemäß nicht in den Kolonialwaarenhandlungen. So sind z. B. die die gleichen sind, geht ihre Anspannung oft noch weiter, und nicht überall die besten." meisten Geschäfte dieser Branche in Berlin Sonntags da sie sich auch jeder nicht geschäftlichen Hausarbeit untervon 6 Uhr Morgens bis gegen 11 Uhr Abends geöffnet. ziehen müssen.... Bei der seltenen Uebereinstimmung, das Licht kommt zur Tachluke herein. Im Sommer herrscht eine Aehnliches wird aus Provinzstädten berichtet. So be- nämlich fast aller Kolonialwaaren- Händler en détail in unerträgliche Hiße, Im Winter eine grimmige Kälte." hauptet der Gehilfe eines Tabaksgeschäftes in Düsseldorf, Hamburg, in Bezug auf die oben geschilderten Verhält- Budiken, Tachstuben, wo im Winter nicht einmal geheizt werden daß er innerhalb fünf Monaten nur einen freien nisse und Einrichtungen, bleibt dem einzelnen Gehilfen, kann reip. barf." Sonntagnachmittag und auch keinen Ersaß in der dagegen reklamiren würde, nichts übrig als sich zu der Woche gehabt habe, ein anderer in Baden giebt fügen oder auf jegliche Stellung in der Branche zu veran, daß er nur alle drei Wochen am Sonntage zichten." Sonntag zu Einfäufen zu benutzen pflegen." on 9 bis 412 zum Kirchenbesuch freie Zeit Die Nebelstände sind so eklatant, daß sie jüngst auf erhalte. der Delegirtenversammlung rheinischer Handelskammern Wenn es also Wochentags in unsern Detailgeschäften zu Köln einen der eriten Großfaufleute der Proving. nur ebenso zugeht wie in England, haben es unsere Ge- Herrn Geheimen Kommerzienrath v Heimendahk zu dem hilfen doch noch schlimmer, weil sie mehr oder weniger Ausspruche veranlaßten:„ Die Handlungsgehilfen find auch am Sonntage in Anspruch genommen werden, was die geplagteste Arbeiterklasse von der Welt; sie haben in England - von der allerersten Morgenstunde ab- 360 Arbeitstage im Jahre." gesehen, wegen der strengen allgemeinen Sonntagsheili- Ein fernerer Mißstand, der ebenfalls geeignet ist, gung nicht möglich ist. die Abhängigleit des Gehilfen vom Prinzipal zu illu Andererseits giebt es als rühmliche Ausnahme auch ſtriren, betrifft die vertragsmäßige Herabminderung der bei uns Städte, in denen die Sonntagsruhe theilweise gefeßlichen Kündigungsfrist. Das deutsche Handelsgesetz durchgeführt ist, so in Charlottenburg, in Oldenburg, in bestimmt darüber, daß das Dienstverhältniß zwischen dem Heidenheim und Kirchheim( Württemberg) und einigen Prinzipal und dem Handlungsdiener von jedem Theile anderen; in den meisten Städten aber ist die frühere mit Ablauf eines jeden Kalendervierteljahres nach vorSchließung der Läden, wegen der Uneinigkeit der Kon- gängiger sechswöchentlicher Kündigung aufgehoben, daß kurrenten, vergeblich angestrebt worden. aber durch Vertrag eine fürzere oder längere KündigungsEigenartig liegen die Verhältnisse in den Geschäften, frist ausgemacht werden könne. Es haben nun gerade deren Inhaber orthodoxe Juden sind. Hier ist am Sonn- in gewissen Großstädten viele Kaufleute sich zum Prinzip abend das Hilfspersonal völlig frei von Arbeit. Infolge gemacht, ausschließlich Leute mit fürzerer Kündigungsdessen wollen aber solche Kaufleute nur höchst ungern frist vierwöchentlicher, vierzehn-, ja drei- und einsich zur Gewährung von Sonntagsruhe verstehen. tägiger anzustellen. Offenhar falfuliren sie folgenAus Grottfau:„ Die Wohnungen sind meistens Dachstuben Aus Marklissa:„ Schlafraum ist unmittelbar unter dem Dache, Aus Königsberg i. N:„ Die Wohnungen sind öfters sog Aus Helmstedt:„ Die Wohnungen lassen zu wünschen übrig mitunter geradezu haarsträubend." Aus Angermünde: Die Wohnungen sind mittelmäßig. fast ungenügend. Auf einer Stelle schlafen 4 Personen in einer Stube, wo faum Plaz für die nöthigen vier Betten ist." Aus Königsberg t. Pr: Die Wohnungen genügen selten auch nur den bescheidensten Ansprüchen, oft sind sie geradezu ge sundheitsgefährlich." Aus Stettin: Ju Allgemeinen sind die Wohnungen für das faufmännische Personal... recht mangelhaft und lassen jede Rücks sicht auf Gesundheitspflege und Annehmlichkeit vermissen. Eft dient als Schlafraum eine dunkle Kammer, Bodengelaß, Entresol, Keller, jogar die Lagerräume müssen hierzu herhalten." Von leidlich brauchbaren Statistiken über die Gehälter seien die folgenden mitgetheilt: Bautzen. Die höchsten Gehälter( mit Ausnahme der einiger Profuristen) betragen: in Kontor und Fabrik. im Kolonialwaaren- Detail. für Verkäuferinnen. 300-3600 f. 1200 Mt. bei freier Station. 1200 Mt. Die niedrigsten Gehälter betragen: im Kontor. 720 M². im Kolonialwaaren- Detail. 120 Mf. bei treier Station. Das Durchschnit'sgehalt des Kolonialwaarenverfäufers beträgt 240 bis 360 Marf p. a. bei freier Station. Mittags 3-4 Mal gefochtes Fteisch und Gemüse in der Das sind im fuappen Umrisse die thatsächlichen Er- dermaßen: der Kommis, über dessen Haupt stets Woche, Sonntags Braten, und Abends 3-4 Mal faltes Fleisch, gebnisse der reichsamtlichen Ermittlungen über die Sonn das Damoklesschwert der sofortigen Entlassung Wurst, Schinken, Fisch und Butter und 3-4 Mal Suppe oder ge= tagsruhe. Da dieses aber die einzige eingehendere schwebt wird bei der Schwierigkeit, im Augen- und früh und Nachmittags Kaffee. Wie gesagt, diesen bescheidenen wärmtes Mittagessen. Frühstück bestehend aus Brot mit Butter Untersuchung über die einschlägigen Verhältnisse in Deutsch- blickt anderweitig Stellung zu bekommen, ganz Ansprüchen wird zumeist Genüge geleistet, auch reichlich gegeben." - in Fabrik- und Engrosgeschäften 1200-1500 Mt. in Detailgeschäften. 1200 Mr. Dresden. Die höchsten Gehälter( wohl mit derselben| Plätze waren etwas weniger dicht besetzt, als während| zieht, für freie Meinungsäußerung fämpft und gegen jede Einschränkung wie vorhin) betragen circa 5000 Mt., der beiden früheren Vorstellungen; die zweite Abtheilung Tyrannei, gleichgiltig welche Namen sie sich erfürt. die niedrigsten circa 600 Mark. besigt noch nicht ganz dieselbe Mitgliederzahl wie Schon nach den ersten Scenen war es klar, daß Die Durchschnittsgehälter sind: die erste. das Publikum der Freien Volksbühne" in diesem Sinne Auch diese Aufführung hat wieder den Beweis ge- die Absichten des Dichters deutete, in dem Doktor Stod liefert, daß sich kein Dichter ein besseres Publikum wün- mann die Verkörperung des eigenen Wollens und Streben schen kann, als das der Freien Volksbühne". Alle erblickte, die zündenden Gedanken, prächtigen Bilder, diese Leute waren nicht hierher gekommen, um in satter fühnen Schlußfolgerungen in sich aufnahm und verarbei Ruhe behaglich zu verdauen manch einer mußte die tete. Wir freuen uns dessen, wie sich der Dichter freuen fünfzig Pfennige sich am Munde absparen nicht dem Vereine beigetreten der feschen Waden einer verstanden und sein Streben mit heller Zustimmung ge waren mag, wenn er erfährt, daß die Berliner Arbeiter ihu Schauspielerin halber, oder um sich die Langweile einiger billigt haben. in Kolonial- u. Bigarrengeschäften 900-1000 Mt. Leipzig. Im Kolonialwaaren- Detailgeschäft: Höchstes Gehalt 2100 Mt., geringstes 720 Mt., durchschnitt liches 1080 Mf. Hannover. In der Metallwaarenbranche beziehen bei freier Station: junge Leute unter 20 Jahren. " 21 " " 240-360 Mt. von 21-25 Jahren. 400-450 von 25-26 Jahren. circà 500 H " Ehrlich! Die arbeitslosen Perlmutterdrechsler in Wien jollen auf Antrag des Herrn Hofraths Exner vom Staate Hilfe erhalten, damit nicht die Feindseligkeit der Arbeiter gegen die sogenannte gegenwärtige Gesellschafts- Ordnung noch stige" und damit die Feindseligkeit der Arbeiter gegen die Bourgeoisie" nicht noch wachse. schen Blättern weiter zu lesen, dann sieht man das. nehmen beauftragt wird." Stunden mit schalen Wigworten und quietschenden In der letzten Scene war eine Stelle gestrichen. Süßhol zraspeleien vertreiben zu lassen. Das Streben Ich glaube, daß die Leitung der Freien Volksbühne“ nach Bildung und Aufklärung, die in ihnen lohende den Muth besißen muß, ein dramatisches Kunstwerk voll Glut, die Wahrheit zu suchen, zu finden und ihr zum und ganz, unverkürzt und unbeschnitten, auf die Bühne Durchbruche und Siege zu verhelfen, hatte sie hierherzu bringen. geführt. Deshalb diese ernst gesammelte Stimmung, dieses völlig naive Eingehen auf die Absichten des Dichters und doch wieder blitzschnelle Auffassen der Endabsichten desselben. Noch einen zweiten Beweis hat diese Aufführung Moral, Moral! Wir haben wieder einmal das Unglück gehabt, die Wie ehrlich doch die Leute in Desterreich sind! Sie sagen des Volksfeines" erbracht, den, daß der Verein" Freie jungfräuliche Schamhaftigkeit der preußischen Polizei zu alles so gerade raus! Da müßten sie zu uns tommen, in das Volfsbühne" wirklich den am weitesten fortgeschrittenen, beleidigen. Ja ja, wir sind nun eben einmal so verLand der Sozialreform, da lernt man es, wie man so was macht. geistig am höchsten stehenden und freiesten Theil der dorben, daß wir überhaupt gar keine Empfindung mehr Das heißt ja Staatssozialismus und Sozialreform! Natürlich, Sozialreform! Man braucht nur in den österreichi- Berliner Arbeiterschaft umfaßt. Offen gestanden, ich und dafür haben, was züchtig und was unzüchtig ist und noch so mancher andere sah nicht so ganz ruhig dieser was die Seelenreinheit der königlich preußischen Polizei ,, Es scheint aber nicht, daß die Regierung geneigt ist, das Ver- Vorstellung entgegen. Hatten doch die Blätter der trüben kann. Wir sind zerknirscht. Wir haben Aergernis hungern der Berlmutterdrechsler zu hindern, selbst dann nicht, bürgerlichen Parteien zu wiederholten Malen den Arbeitern gegeben. wenn für sie und Herrn Hofrath Exner der Extraprofit heraus- weißmachen spränge, daß die Bourgeoisie in weniger übeln Geruch bei den weißmachen wollen, gerade durch seinen„ Volksfeind" Das Beiblatt von Nr. 49 ist wieder konfiszirt und Arbeitern läme. Denn die Regierung hat im Ausschusse durch habe Ibsen in der entschiedensten Weise dargethan, daß zwar wieder wegen der unmoralischen Erzählung von gefeßt, daß die Hilfe nicht durch ein besonderes Gefeh mit Nennung er nicht auf dem Boden der sozialistischen Weltanschauung Krogh. Leider hatte das Gift schon gewirkt; die ganze bestimmter Summen bewilligt werde, sondern daß die Regierung stehe. Schaut man das Stück oberflächlich, also in der Auflage war verkauft und nur noch 3 Exemplare waren „ auf Grund ihrer Erhebungen das Nöthige zu veranlassen, Weise jener gescheidten Herren an, dann mag ja manches vorhanden. Unsere Leser wissen doch, was unmoralisch eventuell die hierfür erforderlichen Geldmittel in Anspruch zu aus demselben zur Stüßung dieser Ansicht Verwendung ist? Vielleicht sind sie von uns schon so verdorben, daß Da haben wirs. Das ist der beste Beweis. Den Arbeitern finden können. Bei näherem Zusehen erscheinen die Ab- sie es nicht wissen? Unmoralisch ist nicht, wenn man wird Honig in den Bart geschmiert, aber sie dürfen ihn nicht absichten des Dichters in einem ganz anderen Lichte. Nicht unmoralisch ist, denn sonst müßten ja alle die jungen lecken. Gewiß, Desterreich ist auf dem Wege zu dem großen Ziele der sozialen Monarchie! Nun wird es ja nicht lange gegen den Sozialismus hat Ibsen in seinem„ Volksfeind" Herren, die Polizeiinspektor Winther u. j. w. bestraft Bauern, und der Sozialdemokratie ist der Boden gänzlich unter die Lanze eingelegt, sondern gegen die Tyrannei der werden, die alle zu Albertine gehen; die werden nicht den Füßen weggezogen, die verheßten Arbeiter sehen wieder ein, herrschenden Klassen. Er hat uns in dem Bürgermeister bestraft, im Gegentheil, die Polizei sorgt noch durch wo allein ihr Nußen bleibt und die Profite können wieder in Ruhe einen Beamten vorgeführt, der völlig davon überzeugt eifrige Kontrole dafür, daß die lieben jungen Herren und ist, daß er und nur er allein alle Geschichte seiner Stadt der Polizeiinspektor Winther nicht krank werden. Nein, das mache, daß nur das Amt den Verstand gebe, und daß ist nicht unmoralisch, wenn man unmoralisch ist. Aber Freie Volksbühne. die patentirten Inhaber der Aemter die Leuchten der das ist unmoralisch, wenn man zeigt, wie unmoralisch -Kr.- Sonntag, den 14. Dezember, fand für die Welt bildeten. Ibsen hat in dem Buchdruckereibesitzer die Leute sind. Krogh pfui, wie unmoralisch! Wir Mitglieder der zweiten Abtheilung die erste Vorstellung und Vorstand des Hausbesizervereins Thomsen das statt. Gegeben wurde„ Ein Volksfeind", Schauspiel in Bürgerthum charakterisirt, das sich jedem Fortschritt ent- thun und das beschreiben, wie die Leute unmoralisch pfui, wie unmoralisch! Wie kann man nur so was fünf Aufzügen von Henrik Ibsen. Bisher wurde von gegenstemmt, der sich nicht gleich in Dividenden um sind? Das ist doch unmoralisch, unzüchtig und unsittlich den Zeitungsschreibern der bürgerlichen Parteien mit münzen läßt. Er hat die Vertreter der bürgerlichen und muß von der Polizei, dieser Wächterin der Unschuld, zielbewußter Hartnäckigkeit behauptet, das Publikum der Presse genau nach dem Leben gezeichnet als das, was sie streng bestraft werden. freien Volfsbühne bestehe aus allen möglichen Elementen, sind: Aemter- und Stellenjäger, doppelzüngige Achselnur nicht aus Arbeitern. Es mag ja möglich sein, daß träger, feige Schacherer und Lügenapostel. Das hat fich manche Literaten einen Arbeiter und noch dazu einen Ibsen beabsichtigt, und noch mehr. Gerade aus diesem überstehen in der Niedertracht unserer schwarzen, verSozialdemokraten in einem schwarzen Rock gar nicht vor- verlogenen, scheinheiligen, innerlich durch und durch faulen Dorbenen Seele, ihnen, diesen Engeln der Reinheit mit stellen können, das ändert aber nichts an der Thatsache, Proßenthum hat er den Badearzt Stockmann als Streiter Schneeweißen Flügeln, langwallenden, weißen Gewändern, daß am letzten Sonntag vier Fünftel der im Ostend- der Wahrheit erweckt, der mit unnachsichtlicher Energie silberner Pickelhaube und himmlisch verklärten Gesichtern! Theater Anwesenden Männer der Arbeit waren. Die gegen die alles zerfressende Lüge und Heuchelei zu Feldel gemacht werden. H. C. David SO., Laufiberstr. 51 am Laufher Plah empfiehlt den Genossen seine selbstg.fertig.en Herren-, Damen- und Kinder- Schirme. Reparaturen gut und billig. Rum, Punsch, Glühwein Flasche 1,50 Mf. Ingwer, Pommeranzen, Luft Liter 1, Mt. Mediz. Ungarwein Fl. 1,50 u. 2 Mt. Roth- und Portwein Fl. 1,50 Mt. empfiehlt Franz Beyer Prinzessinen Straße 15. Filiale: Elisabeth- Ufer 47, Ecke der Waldemarstraß Allen Parteigenossen empf hle mein Weiß- u. Bairisch- Bierlokal Potsdamer Bier. August Insinger Strautstr. 48. Allen Männern der Arbeit empschle mein Restaurant 3um rolhen Meer". 110 W. Haugk, Boeckh- Straße 12. Kranzbinderei u. Blumenhandig. von J. Meyer Nr. 1, Wiener Straße Nr. 1, ( in der Ecke bei der Manteuffelstraße). Guirlanden 15 Pfg. pro Meter. Doppelbügelige Lorbeerkränze von 50 Pf. an. Topfpflanzen, Bouquets 2c. gut u. billig. Fernsprecher, Amt IX, 9482. Empfehle meinen werthen Freunden und Genossen sowie den Lesern dieses Blattes mein Cigarren- Geschäft. Carl Lehmann, Brunnenstr. 83, dicht am Humboldthain. 64. Waldemar- Straße 64. Wie wird es uns ergehen, wenn wir ihnen gegen< Albert Auerbach, Berlin S., Rottbuser Damm 7. SchuhSchuh- u. Stiefelwaaren- Lager Suh und Stiefel- Lager von Ernst Grossmann. Große Auswahl in Herren-, Damen- und Kinder- Schuhen Reelle Bedienung. und Stiefeln jeder Art. Billige Preise. Berliner Arbeiter- Bibliothek. 2. Serie. Sammlung Sozialpolitischer Flugschriften. Soeben erschien Heft 8: Fort mit dem Dreiklassen- Wahlsystem in Preußen. Von Max Schippel- Berlin. 36 Seiten. Preis 20 Pfennig. Jedes Heft der Berliner Arbeiter- Bibliothek" ist einzeln zu beziehen. Die Preise sind niedriger gestellt wie bei allen anderen Unternehmungen. Bestellungen richte man an die be annten Kolporteure oder an die Expedition der ,, Berliner Arbeiter- Bibliothek" Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Kolporteure gesucht und gebeten, sich an die Expedition zu wenden. Hoher Rabatt. Lassalle, Marr, Bebel-, Liebknecht-, Singer- Köpfe als Cigarrenspipe, echt Meerschaum à 1,50 Mf. u. besser. Dieselben( Stereostop) i Weichselspize à Dyd. 3 Mt., auf Pfeifenfopi à 1 Mt., ganze Pfeifen z. j. Preis, als Shtipsnadel in Berlmutter à 1,25 M., als Broche von Elfenbein à 2 Wit. mein Empfehle allen Freunden und Genossen Weiß- u. Bayrisch- Bier- Lokal auch passend zu 3ahlstellen. Oskar Schmidt Bubenerstr. 59. B. Günzel, Brunnenstr. 157. für Herren, Damen und Kinder. Reelle Bedienung. Feste Preise. Zigarren und Tabake von E. Liefländer Mariannen- Straße 5. W. Gründel's Restaurant ( früher: R. Wendt.) Dresdener- Strasse 116. Arbeitsnachweis und Verkehr der Buchbinder, Schlosser, Drechsler, Maler, Töpfer, Stellmacher, Sattler und Gärtner. Reichhaltiger Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch. Vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. 2 Billards. Saal zu Versammlungen. Fernsprech- Anschluß. Amt 9a. Nr. 578. Allen Freunden und Genossen empfehle mein Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. 1 Saal zu Versammlungen und 2 Vereinszimmer sehen zur Verfügung. Herrmann Wuttke, Friedrichsbergerstr. 24 pt. Empfehle allen Freunden und Genossen meine Kranzbinderei u. Blumengeschäft Aug. Krause, Wienerstr. 11. Empfehle Freunden und Genossen mein reichhaltiges Lager von Volks- Buchhandlung Cigarren u. Tabake. Don J. Müntz Dajelbst Zahlstelle des Metallarbeiter- Verein Berlin N.( 39), Reinickendorferstraße 66, und der Gürtler- Hilfskasse. Haupt- Agentur der Berliner Feuer- Versicherung. empfiehlt Festgeschenke, Märchenbücher, Jugendschriften n. s. w. Otto Klein Kottbuser Damm 14, früher Ritterstr. 15. Verantwortlicher Redakteur: J. V.: Paul Ernst, Berlin. Verleger und Drucker: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55.