Berliner Sozial-Politisches Wochenblatt. Ans der Woche.— Der Grundbesttz und die Zage der ländliche« Arbeiter-Kevölkernng in der prenßischen Provinz Posen. II.— Was wolle» die Nihilisten? II.— Konservative Weisheit.— Pon den Nationalisten in Amerika. — Z« den Getreidezöllen.— Ein neues Mord- mittcl.— Gin bürgerlicher Eharakterk»pf. Gedicht.— Novelle.— Die Parteiverhält niste der französischen Arbeiter.— Noch ein mal die Doppelwährung.— Ueber Arbeiter bildungsschulen.— Eine Fabel. Ans der Mache. -Bc- Der Pauker der Gardes du Corps, der zur Zeit des früheren Kaisers abgeschafft worden war, ist wieder eingesetzt worden, erhält eine Paukerzulage von monatlich 45 Mark, die Wachtmeisterzulage und ist ver- pflichtet, allein im Gardes du Corps einen Vollbart'zu tragen. Alle andern, vom Kommandanten bis zum jüngsteu Rekruten dürfen sich nur den Schnurrbart stehen lassen. D'rum sein wir froh, daß wir wieder 'neu Pauker haben! So wollt' ich doch, daß ich'ne Köchin war, da ging ich zu diesem Pauker her und nahm' ihn mir zum Schatz. — Die Blätter bringen unter dem Titel: Eine mollige Schlafstelle, die Nachricht, daß in einer der letzten sehr kalten Nächte in Spandau zwischen Holzstößen drei Männer und eine Frau geschlafen haben. Der Aufseher des Holzplatzes meinte: Nur ungern wollten die Obdach- losen ihren Schlupfwinkel verlassen. Aber sie mußte» ihn verlassen, sie hatten ja kein Recht, da unterzukriechen, vielleicht hätten sie auch einen der Holzklötze beschädigt, oder verunreinigt, man weiß, wie derartiges Volk ist.— Eine schöne Illustration zu dem Feste der Liebe, das unsere Gesellschaft zu Weiuachten, zu feiern vorgiebt, ein prächtiger Beweis für den humanen Sinn und das edle Wesen unserer bürgerlichen Zeitungsmacher, die sich iber die„molligen Schlafstellen" der Obdachlosen lustig machen. — Nach Weihnachten ist auf der ganzen Linie der Kampf der Unternehmer gegen die Arbeiter losgebrochen. In Hamburg setzten die vereinigten Rheder den Lohn der Heizer und Trimmer um 20 pCt. herab und zwangen dadurch die Arbeiter zum Ausstand. Wer weiß, welch' Mark und Gesundheit fressende Arbeit diese Leute auf den eisernen Ungethümen des Ozeans zu verrichten haben und den bisherigen geringen Lohn kennt, wird die Fri- volität der reichen Hamburger zu schätzen wissen. Die Gefährlichkeit der Arbeit vermehrt sich mit der zunehmen- den Fahrgeschwindigkeit der Dampfer, kaum Einer hält «och die Höllenarbeit während einer Schicht aus, mancher bricht ohnmächtig zusammen und muß auf Deck getragen werden, Fälle von plötzlich eintretendem Irrsinn sind unter den Heizern nichts seltenes, und die reichen Schiffs- eigner— setzten die Löhne herab. O, es ist eine edle Gesellschaft, diese Woermann und Genossen, welche die Kultur in Rumfässern nach Afrika bringen, sich öffent- lich als Vertreter des unverfälschten deutschen Geistes aufspielen und dabei einsacken, was das Zeug hält. Der eiserne Mann im Sachfenwalde kann an ihnen seine Freude haben. Vielleicht läßt er jetzt sein Mundstück, die„Hamburger Nachrichten" sich dafür in's Geschirr legen, daß man den armen Hamburger Millionären die Einstellung von Negern auf ihren Schiffen gestattet.— Der noch schwebende Streik der Matrosen unb Heizer in Limmerick(Irland) hat zu einer eigenthümlichen Er- scheinung geführt. Die Gesellschaften wollten unter keiner Bedingung nachgeben. Da charterte die Union der Matrosen und Heizer zwei Schiffe, belud sie mit Vieh und führte dasselbe auf eigenes Risiko nach Eng- land. Rentirt sich die Sache, so will die Union noch mehr Schiffe miethen und auf diese Weise den gvldstolzen Unternehmern Konkurrenz machen. Sie kann es, da ihre Mittel sehr bedeutend sind.— In London wurden zweihundert Beamte der dem Ministerium der Posten unterstellten Sparkassen entlassen, weil sie sich weigerten, am 2. Januar zwei Stunden über ihre vorgeschriebene Arbeitszeit im Dienst zu bleiben. Wer hat sich nun in diesem Falle eines Vertragsbruches schuldig gemacht? Natürlich die Beamtem meint das„Berliner Tageblatt", denn zum Jahresschlüsse könne man die Angestellten länger beschäftigen als zu sonst einer Zeit. Es scheint die Gewohnheit einzureißen, daß die Herren Postminister sich besonderer Schneidigkeit befleißigen. — In Polnisch-Oslrau wurden im Dreifaltigkeits- schacht des Grafen Wilczek 60 Arbeiter getödtet und eine große Anzahl verwundet. Durch Nachlässigkeit der Schachtverwaltung explodirte ein Gasreservvir, die im Schachte übermäßig angesammelte Staubkohle vergrößerte das Unglück. Was wird geschehen? Die Opfer eines dreimal unglückseligen Systems werden verscharrt werden, und die Hätz kann von Neuem beginnen. Was liegt an ein paar Arbeiterknochen, wenn nur das Geld im Kasten klingt. — In Halle sangen die Kinder einer Volksschul- klaffe in Abwesenheit des Lehrers die Arbeiter-Marseil- laise. Plötzlich trat der Lehrer herein und rief: Das ist wohl hier die reine Sozialdemokratie! Der freudige Gesang verstummte und der Rvhrstock des Lehrers begann seine Thätigkeit.— Wären das aber naive Kinder! Hätten sie„Heil dir im Siegcrkranz" gesungen, gewiß. ein jedes Kind hätte ein Chokoladeplätzchen bekommen. Dem braven Lehrer aber gebührt das allgemeine Ehren- zeichen, er hat sich um Staat, Vaterland und Gesell- schaff wahrhaftig verdient gemacht. — Wie Mehrwerthe zu Stande kommen. Gegen die Verwaltung des Hörder Bergwerks-Hüttenvereins ist eine Strafanzeige erstattet worden, wegen zu hoher Ein- stellung der Roheisenbestände in der Bilanz. Die Ge- sellschaft hat also eigene Maaren über den Herstellungs- preis berechnet. Eine schön hergerichtete Bilanz macht natürlich die Aktien steigen und gicbt zu einer ganzen Reihe von Geschäften Anstoß. Wir sind neugierig, was der Staatsanwalt zu dem GLbahren der Hörder Schlotbarone sagen wird. — Man ist weiter moralisch. Im Sommer kon- fiszirte der Staatsanwalt Nagel in Leipzig die Romain dreier deutscher Autoren und setzte deren Verurtheilung durch, dann kam unser Blatt daran, und jetzt ist auch Hermann Vahrs Novellensammlung„tin de si'äcle" verboten worden, 149 Exemplare wurden konsiszirt. Wenn das nicht der deutschen Moral auf die Strümpfe hilft, was dann? Es scheint wirklich etwas faul, stark faul zu sein im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte. In der letzten Woche wurde eine Frau zu zwei Jahren Zuchthaus verurtheilt, weil sie zwei Mädchen, das eine von noch nicht 14, das andere von nenn Jahren an „Herren" verkuppelt hatte. Die Namen der„Herren" werden natürlich, wahrscheinlich aus christlicher Nächsten- liebe, nicht genannt. Also, bei den„Herren" stinkts, und die Bücher, welche diese Thatsache bekannt machen, werden konsiszirt. Sollte man da nicht wieder einmal das Roß beim Schwänze aufzuzäumen versuchen? — In Köln starb der frühere Reichstagsabgeordnete Moriz Rittinghausen im Alter von 76 Jahren. Er war einer der frühesten Anhänger des sozialistischen Gedankens in Deutschland. In den letzten Jahren trat er aktiv nicht mehr hervor. Er war ein ehrlicher, tüchtiger Charakter, darum wird auch sein Audenken unter den Genossen fortleben. — Rußland macht gegenwärtig wieder einmal stark in Nihilistenhatz. Die Zahl der im Auslande„wir- kenden" russischen Agenten und Lockspitzel wurde bedeu- tend vermehrt. Unter denselben sollen sich auch viele Deutsche befinden. Die„freie Schweiz" besitzt in Zürich, Bern und Genf ganze Lockspitzelnester. Wie frech das Moskowiterthum wieder hervortritt und wie sicher ti seiner Sache zu sein scheint, beweist folgender Vorfall. Russische Agenten lockten den bulgarischen Ingenieur Lutzky nach Konstantinopel und ließen ihn dort verhaften. Eine Rotte von ihnen gedungener Gesellen bemächtigte sich des Mannes und schleppte ihn auf ein russische» Schiff, dos sofort nach Rußland abdampfte. Lutzky'S Schicksal ist natürlich besiegelt. In ganz Europa aber ist kein Mensch, der dem russischen Zar in den Arm fiele und sagte:„Langsam, auch für Dich gelten Recht und Gesetz." Wie denn auch, der Mann ist ja von Gottesgnaden. — X Damit die polnischen Gebiete„germanisirt" werden, haben wir Geld aufbringen müssen, daß deutsche Gutsbesitzer in polnischen Gebieten angesiedelt werden. Da den Gutsbesitzern aber die deutschen Arbeiter zu hohe Ansprüche stellen, so ist jetzt eine Verordnung er- lassen, den Zuzug und den Aufenthalt russischer und galizischer Arbeiter zum Zweck der Beschäftigung in den landwirthschaftlichen und industriellen Betrieben zu gestatten. Auf einen polnischen Gutsbesitzer, der mit schweren Kosten vertrieben ist, werden jetzt fünfzig polnische Arbeiter eingeführt, welche ebenso viel deutsche Arbeiter verjagen, weil sie billiger sind. Und da soll man noch glauben, daß das„Ger- manisiren" keine Jobberei ist? — Von dem Hingerichteten russischen Generallock- spitze! Seliwerstow werden jetzt noch allerhand erbauliche Sachen bekannt. Der leider zu spät von seinem Richter ereilte Schurke ließ sich durch Kuppler unschuldige junge Mädchen verschaffen, jede Woche eine oder mehrere, um sie zu mißbrauchen. Aber der Mann war eine Stütze des Thrones, eine Hauptstütze, und die bekannte Zeitung hier in Berlin, welche das Kreuz entehrt, indem sie es an ihrer Spitze trägt, bezeichnet den muthigen Padlewski, welcher diesen Schurken hingerichtet hat, noch als„gemeinen Mörder". — Die hochselige niederländische Majestät hat nicht nur für echten Nordhäuser, sondern auch für Musik ein sehr lebhaftes Interesse bewiesen. Allerhöchst dieselben waren sogar ein vorzüglicher Komponist. Sie pflegten Ihrem Adjutanten zu befehlen, sich ans Klavier zu setzen und befahlen ihm zu spielen: Tam tam, tam tam, dum, bum bum. Wenn der Adjutant die Allerhöchsten Inten- tionen nicht richtig erfaßte, so geruhte seine Majestät ihn zu verbessern: Nein, nicht: tam, tam, bum. bum, bum. sondern: tamtam, tamtam, bum, bum, bum. Nachdem der Adjutant die herrliche Melodie seinem subalternen Geist eingeprägt hatte, mußte er ins nächste Zimmer gehen und sie zu Papier bringen. Leider war er jedoch nicht im Stande, die Schönheiten der Komposition festzuhalten, und da der König, wie alle musikalischen Genies, keine Noten kannte, so schrieb er ganz andere Melodien auf, etwa:„Ach du lieber Augustin" u. s. w. Auf diese Weise sind denn leider die königlichen Kompositionen der staunenden Nachwelt verloren gegangen. Aber ein Genie geruhten Se. Majestät zu sein! Der Grundbesitz und die Lage der ländliche» Arbeiter- Bevölkerung in der preußischen Provinz Pole». n. JE P. Die ländlichen Arbeiter derProvinzkann man in drei Klassen ein theilen: Erstens die sogenannten freien Arbeiter oder Losleute, welche durch nichts zu Dienstleistungen oder sonstigen Arbeiten auf dem Guts- Hofe verpflichtet sind; sie wohnen im Dorfe und kommen zur Arbeit, wenn sie Zeit und Lust haben und werden daher, wenn es an Arbeitern mangelt, von den Besitzern durch einen höheren Lohnsatz angelockt, während sie in weniger drängender Zeit von ihnen nach Hause geschickt werden. Der Tagelohn dieser Arbeiter beträgt für das Winterhalbjahr pro Tag und Mann 50— 60 Pf. und für die Frau und das Mädchen 25— 30 Pf.; im Sommer dagegen für den Mann 1 Mk. und für die Frau oder Mädchen 40— 50 Pf. pro Tag. Erwähnenswerth ist, daß Akkordarbeiten in der Provinz auf dem Lande sehr wenig in Brauch sind, daß die Arbeiter sich nur sehr ungern darauf einlassen und mit Recht sehr mißtrauisch gegen das Anerbieten von Akkordarbeiten sind. Dies hat hauptsächlich darin seinen Grund, daß einerseits die Leute außer Stande sind, sich selbst den Verdienst nachzurechnen und zweitens, weil ihnen der Arbeitgeber, wenn ihm der Verdienst nachträglich zu hoch erscheint, ohne Weiteres Abzüge macht. Außerdem aber Passiren noch ganz andere Dinge, wovon ich nur einen, damals in einer Arbeiterzeitung berichteten Fall, mittheilen will. Im Jahre 1877 lockte der Gutspächter K. zu W. im Kreise Krotoschin, als er wegen Arbeitermangels und schlechter Lohnsätze seine Kartoffelernte nicht zu bewältigen ver- mochte, eine größere Anzahl von Arbeitern dazu heran. und versprach den Leuten einen Akkordsatz von 10 bis 15 Pf. pro Scheffel geerntete Kartoffeln, verschob aber unter allerlei Vorspiegelungen den Zahlungstag bis vier Wochen nach Beendigung der Ernte hinaus und zahlte dann den Leuten durchweg einen Tagelohn von 40 Pf. aus, obgleich sie 60 Pf. bis 1,80 Mk. verdient hatten. Einer der Arbeiter, der bei Herrn K.' in Dienst stand, erlaubte sich gegen diese Willkür in bescheidenster und ruhigster Weise Einspruch zu erheben, wofür er zunächst eine tüchtige Tracht Prügel erhielt und außerdem von dem Herrn aus seiner Wohnung und aus seinem Dienst gejagt wurde. Ob der Mann sein Recht weiter gesucht hat, ist leider in der Zeitung nicht mitgetheilt; es ist aber kaum anzunehmen, daß dies geschehen, weil der polnische Arbeiter durch mehr als hundert- jährige Knechtschaft in Apathie versunken ist und dadurch allen Muth verloren hat. Zur zweiten Klasse der Landarbeiter sind die sogenannten Gärtner oder Eigenthümer, wie sie in anderen Provinzen genannt werden, zu zählen. Sie be- sitzen im Dorfe eine Hütte, mit einem daranliegenden, einige Ouadratruthen enthaltenden Garten und etwa zwei und einen halben Morgen Acker auf der Dorf- Feldmark. Selbstverständlich kann hiervon eine Familie nicht existiren und der Mann ist daher genöthigt mit der Gutsherrschaft einen Vertrag zu schließen, der ge- wöhnlich unter folgenden Bedingungen zu Stande kommt: Er erhält einen Morgen Ackerland zu Kartoffeln, ferner vom ausgedroscheuen Getreide den sechszehnten Scheffel als Drescherlohn, vom Wiesenmähen 60— 75 Pf. pro Morgen, für das Mähen des Wintergetreides einschließlich seiner Frau als Abrafferin, 1,20 Mk. pro Morgen. Wenn man diese Grundlagen annimmt, so kann man rechnen, daß der Tagesverdienst im Winter 50 bis 60 Pf., im Sommer 60— 75 beträgt; dazu kommt der Ernteertrag von einem Morgen Kartoffclland mit 75 Scheffeln im Werthe von 75 Mk. Nicht berechnen darf man 52 Sonntage, 10 Feiertage und 70 bis 80 Regentage, wo nicht im Freien gearbeitet werden kann und die Scheunenarbeit schon vollendet ist. Im günstigsten Falle verdient das Familienoberhaupt da- her, wenn nicht noch während dieser Zeit andere Hit- fälle, als Krankheiten u. f. w. eintreten, im Laufe des Jahres wenig über 300 Mark. Von den Familien- Mitgliedern— im Durchschnitt außer dem Mann vier Personen— ist außer der Frau, die auch hin und wieder zur Arbeit geht, höchstens eins als erwerbsmäßig anzunehmen; rechnet man nun den Tagesverdienst der Frau mit 40 Pf. durchschnittlich für 100 Arbeitstage, und den Verdienst des Kindes oder der Magd mit 30 Pf. für 200 Arbeitstage, so treten zu obiger Summe noch 100 Mk.; ferner tritt hinzu der Ertrag von 21/2 Mvrgen eigenen Ackerlandes, welches sehr hoch ge- rechnet 40 Mk. pro Morgen, also 100 Mk. beträgt. und wir erhalten demnach ein Einkommen von wenig über 500 Mk. Hiervon sind jedoch abzurechnen an Stenern, Gemeindelastcn(für Pfarrer, Kirche. Schule und Lehrer, Küster. Dorfwächter) und Kreisabgaben etwa 60 Mk. und bleiben daher 440 Mk. zur Ernährung und Bekleidung einer Familie von sechs Personen pro Jahr oder 1,50 pro Tag übrig.— Freilich immer noch eine glänzende Einnahme, wenn man die in einer der letzten Nummern unserer Zeitschrift mitgetheilten Hans- Haltungsbudgets von Webern aus dem Eulengebirge da- gegen hält. Die Kost besteht aus Schur(zur) als Frühstück; dies sind zu Brei gekochte Kartoffeln mit einem Zusatz von Essig, denen an Festtagen ein Stück Fett oder Speck beigegeben wird. Zweites Frühstück wird nur während der Ernte genossen und wird, da das Dominium bereits im Mai eine halbe Stunde(von 8 bis 8Va Uhr) Frühstückszeit gewährt, um diese Zeit auszufüllen, ein Stück Brot oder ein Töpfchen Schur, zur Arbeit mitgenommen. Das Mittageffen besteht meistentheils ans Sauerkohl mit Kartoffeln oder Erbsen mit Kartoffeln, und das Abendessen wieder entweder ans Schur oder einer Mehlsuppe mit Kartoffeln, der etwas Milch beigegeben ist. Von Fleischspeisen ist nur an hohen Festtagen die Rede, wobei noch zu bemerken ist. daß die Leute als strenge Katho liken in jeder Woche Freitags und Sonnabends und in den sogenannten großen Fasten, d. h. von Aschermittwoch bis Ostern, sich des Genusses von thierijcheni Fett e»t- halten und als Fettzusatz zu den Speisen Leinöl ver- wenden. Das Brot besteht aus einem Gemenge von Roggen- und Gerstenschrot, welches gewöhnlich auf einer Hand- wühle, die man fast in jeder Familie findet, hergestellt wird. Da Backöfen nur selten anzutreffen sind, wird das Brot meistentheils in Kuchenform auf der Kochplatte gebacken, und wie unvollkommen dies geschieht, ist daraus ersichtlich, daß ein solcher Kuchen in der Dicke und dem Umfang eines gewöhnlichen tiefen Tellers oft iVa bis 2 Pfund schwer ist, während ein Stück gut ausgebackenen Brotes in denselben Dimensionen nur ein Gewicht von Va bis 3/4 Pfund hat. Die Bekleidung entspricht den wahrhaft kläglichen Verhältnissen, in denen diese Armen leben, in jeder Be- ziehung. Eine grobleinene oder Tuchhose, zwei ebensolche leinene Hemden, eine bunte Kattun- oder Tuchweste und ein blauer, nicht selten mehrere Generationen alter, Tuchrock bilden den ganzen Kleiderreichthum des Mannes. Am Sonnabend werden gewöhnlich die Hemden gewaschen und unterdessen müssen die Kinder, da sie gewöhnlich nur ein Hemde haben, selbst im Winter, nackt umher- laufen. Der höchste Kleiderluxus beim Manne ist ein blauer Mantel oder ein Schafpelz, welches Kleidungsstück, wenn er im letzten Drittel seines Lebens in dessen Besitz gelangt, mit Stolz am Sonntag beim Besuch der Kirche oder des Jahrmarktes im nächsten Städtchen präsentirt wird. Daß unter solchen Verhältnissen der Branntwein- genuß bei diesen Leuten ein sehr starker ist— fast auf jedem der größeren, sogar der mittleren und kleineren Güter findet man eine Branntweinbrennerei— darf wohl nicht Wunder nehmen, denn dieser Sorgenbrecher bildet den einzigen Genuß in ihrem elenden Dasein, und Mann und Weib, Kind und Greis ergötzen sich an ihm als dem einzigen Labsal, welches ihnen hier auf Erden zugänglich ist; ja selbst den Säugliugen wird er als etwas Gutes und Heilsames eingeträufelt. Und doch sind bei alledem diese Gärtner noch be- neidenswerth gegenüber dem Stande von Proletariern, welche die dritte Klasse der Landarbeitcrbevölkerung der Provinz Posen bilden, die Gesindeleute. Zunächst die Schaffner(Vögte), welche dieAufsicht über diePferdekuechte, Ochsenkuechte oder eine Arbeiterabtheilung führen. Sie rekrutiren sich besonders aus den Knechten und Gärtnern, wobei es keineswegs nöthig ifi, daß sie, um diesen Posten bekleiden zu können, eine besondere Kenntnis; der land- wirthschaftlichen Arbeiten besitzen, sondern-.sie gelangen sehr häufig dazu, daß sie sich entschließen, ein Mädchen zu Heirathen, welches der Gutsherr oder einer der Wirth- schaftsbeamten verführt hat. Zum Gesinde gehören außerdem noch die Schäfer, der Hofwächter, sowie die Schäfer-, Ochsen- und Pferde- Knechte und die Mägde. Grundsätzlich werden am liebsten verhcirathete Leute als Gesinde in den Dienst genommen, da die Gutsherrn durch das Halten von ver- heiratheten Leuten nicht allein eine größere-Garantie für deren Seßhaftigkeit gewinnen, sondern auch nicht uner- hebliche Ersparnisse an Auslagen für die Küche, Koch- Utensilien, Bettstellen, Betten, Licht, Brennmaterial u. s. w. machen. Die Wohnungen sind allen gleich zugetheilt, und nur der Schäfer, sowie die Vögte und sonstigen Ausseher erhalten eine bequemer belegene, etwas bessere. Das Gesinde wird sämmtlich, wie es wohl fast überall ge- schieht, auf Grund niüudlichen Vertrages nach den Be- Kimmungen der Gesinde-Ordnung vom 8. November 1810 gemiethet. Das Miethsgeld beträgt bei den Vögten tc. 6 Mk., bei den Knechten und Mägden 3 Mk. Natürlich wird man sich denken können, daß die Gutsbesitzer die schönen Bestimmungen unserer mittel- alterlichen Gcsindeordnung den armen polnischen Arbeitern gegenüber gehörig ausnutzen, namentlich den famosen Pa- ragrapheu, welckier der„Herrschaft" das Recht verleiht, das„Gesinde" durchzuprügeln, die„dummen Po lacken" wie sie sie in ihrem Jargon nennen. Die Einkünfte eines Knechtes betragen: Vorstehende Angaben sind nach den Lokalverhält- »issen eher zu hoch als zu niedrig berechnet; es ist außerdem klar, daß diese Leute von ihrem Herrn zum Aupflauzeu der Kartoffeln nicht den besten Boden in genügender Düngung, ferner nicht das beste Getreide und für die Kuh die beste Weide, sowie im Winter, das beste Futter erhalten. Mas voUen die Nihilisten?! Von Stepniak. Au» dem Russischen von B. N. II. Nach diesen Ausführungen liegt kein Grund mehr vor, die Nihilisten fanatische Thoren zu nennen, welche sich bestreben, eine Utopie„einer nicht darauf vorbereiteten Nation aufzudrängen". Ich muß hinzufügen, daß sie, obgleich persönlich vorzugsweise Republikaner, doch nicht einmal die Abschaffung der Monarchie verlangen, sondern nur die Abschaffung ihrer Willkürherrschaft, so daß die letzte Kontrolle in Staatsangelegenheiten einer National- Versammlung obliegt. Dies sind doch Bestrebungen, welche man durchaus nicht mit„vollständiger Untergrabung des Staates oder jeder politischen und sozialen Ordnung" identifiziren kann. Beschränkt sich aber das Ideal der russischen Nihi- listen auf eine freie Konstitution? Nein, durchaus nicht. Sie haben niemals ihre letzten Z.ele verheimlicht. Einen Beleg für diese Behauptung bietet ein anditres, wenig bekanntes Schriftstück, welches weder in englischer noch in französischer Sprache erschienen ist. Ich empfehle es deshalb der besonderen Aufmerksamkeit des Lesers. Es ist daS Programm der Partei der„Naroclnaja Volja"(Volkswille), welches praktisch das darstellt, was man wohl„Nihilismus" nennen kann. Ich will dasselbe nur in Auszügen, welche die Hauptpunkte des Programms enthalten, hier mittheilen: „1. Unserer Ueberzeugung nach", sagt dieses Schrift- stück,„find wir Sozialisten und Demokraten. Wir sind fest davon überzeugt, daß die menschliche Gesellschaft nur, wenn sie auf sozialistischer Grundlage ruht, die Ver- körperung der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sein kann, und daß nur dann das allgemeine Wohlergehen. die volle harmonische Entwicklung des Menschen und der soziale Fortschritt gesichert ist. Wir sind ferner der festen Ueberzeugung, daß nur der Wille des Volkes die sozialen Institutionen, wie sie auch sein mögen, sanktioniren, und die Entwicklung der'Nation nur dann als einzig wahr betrachtet werden kann, wenn sie unabhängig und frei vor sich geht, und wenn jede Idee, die praktisch verwirk- licht werden soll, vorher durch den Willen und die Einsicht der Nation geprüft worden ist. „2.— In unserer Eigenschaft als Sozialisten und Demokraten müssen wir als unmittelbaren Zweck die Be- freiung des Volkes von der gegenwärtigen Unterdrückung auerkennen, indem wir eine politische Revolution in's Werk setzen, welche die Regierung in die Hände der Nation zu übertragen bezweckt. „3.— Wir glauben, daß der Wille des Volkes in seinen Vertretern, die frei von allen Bürgern gewählt sind, am besten zum Ausdruck gelangt. Wir halten eine Volksvertretung zwar nicht für die vollkommenste Mani- festation des Volkswillens, aber doch für die einzig realisirbare, und daher müssen wir sie in Ermangelung des Bessern annehmen. „4.— Wir unterwerfen uns also vollkommen dem Willen des Volkes; als Partei fühlen wir uns aber ver- pflichtet, das Land mit unserm Programm bekannt zu machen, und wir werden für dasselbe vor der Revolution Propaganda machen, indem wir es während den Wahlen den Wählern ans Herz legen und vor der Nationalversammlung vertheidigen werden. Dieses Programm enthält folgende Punkte: a) Die permanente Volksvertretung hat die Kontrolle und die oberste Leitung in allen Staatsaugelegen- Helten in Händen; b) Eine weitgehende provinzielle Selbstverwaltung, welche durch die Wahl aller öffentlichen Beamten gesichert ist; c) Die Unabhängigkeit der Gemeinde(Mir) als ökonomischer und administrativer Einheit; ck) Die Verstaatlichung des Grund und Bodens; e) Eine Reihe von Maßregeln, die dahin zielen, die Arbeiter in den Besitz der Arbeitsmittel zu setzen; f) Absolute Gewissens-, Rede-, Preß-, Versammlungs-, Koalitions- und Wahlfreiheit; g) Die Verleihung des Stimmrechtes an alle majo- rennen Bürger, ohne Unterschied der Klaffe und des Vermögens; b) Die Errichtung einer Bürgermiliz an Stelle des stehenden Heeres". — Die Hoffnung und der Wunsch, die triumphirende Revolution auf ein bloßes Wahlkomitce zu reduzire», ist, wie sehr sich auch diejenigen, die die Initiative dazu ge- geben haben, darum bemühen mögen, in der Praxis nicht realisirbar. Wenn wir wissen wollen, was eine politische Revolution hervorrufen wird, dann müssen wir die prak- tischen Bestrebungen der Elemente in der Gesellschaft und in der Nation studiren, welche aller Wahrscheinlichkeit nach daran betheiligt sein müßten. Dieser Theil des Programms ist reich an Gedanken und zeigt deutlich den Geist der Partei, welche sich so viele Jahre hindurch an der Spitze der freiheitlichen Bewegung in Rußland gehalten. Da die Nihilisten nie die Absicht hatten, anderen ihre eigenen Ansichten aufzudrängen, sondern nur auf dem Wege der Ueberzeugung sich Anhänger verschaffen wollten, so sind die Verfolgungen, deren Opfer sie ge- worden, nicht als„Vertheidigung der Ordnung", sondern lediglich als Gewaltakte zu betrachten, vergleichbar den religiösen Verfolgungen. Jedes menschliche Wesen hat das Recht, nach seinem Geschmacke den Weg zum sozialen Glücke zu finde» und ihn seinen Mitmenschen zu zeigen. Es ist dabei ganz gleichgiltig, ob er Recht oder Unrecht hat. Darüber werden schon diejenigen entscheiden, an welche er sich wendet. Die russische Regierung will aber hervorhole, als wenn ich mir erst einen Fuhrmann mit| papiere, wer soll das schwere Metallgeld, besonders Silberniemand Gelegenheit dazu lassen; sie weiß nur zu gut, Pferd und Wagen miethen muß, der das Holz anfährt. geld, tragen? u. s. w. daß die Entscheidung des Volkes nicht zu ihren Gunsten Zur größeren Bequemlichkeit ist man denn schließlich Wer eben Metallgeld haben will, der soll Goldausfallen wird. Sie hat nicht nur den Sozialismus in dazu gekommen, dem Metallquantum aufzustempeln, wie münzen haben und damit zahlen, daher der Ruf nach Acht und Bann gethan, sondern auch alles, was das schwer und fein es ist, so daß man nur den Stempel zu Goldwährung und Banknoten, welche auf Goldmünzen allgemeine Wohl, was den Fortschritt und die Freiheit sehen braucht, und nicht erst nachwiegen muß. Da für lauten. der Nation bezwecken könnte. Dieser Umstand machte die Richtigkeit des Stempels eine starke Garantie vor- Nun, ist das nicht schön? Gold und Kredit mit einen politischen Kampf nothwendig, und der Kampf handen sein muß, so übernimmt der Staat das„ Prägen" Goldpapier! wer soll etwas dagegen haben? begann auf der ganzen Linie. Die Sozialisten, die sich und so entsteht unser Metallgeld. Wohl verstanden: Freilich, sehr schön. Ist aber das Haus Baring, sowohl aus den wohlhabenden, als auch aus den arbeitenden der Staat segt nicht fest, bestimmt nicht, indem er welches zwei Milliarden in Gold und Kreditpapieren sein Klassen rekrutiren, ergriffen zuerst die Initiative und prägt, sondern er sagt damit nur: so viel Gehalt ist Eigenes nannte, nicht daran zu Grunde gegangen? Hat gingen mit großem Ungestüm vor. Thaten sie dies nur, in diesem Metallstück, etwa wie auf den alten Thalern: nicht der Fall dieses Hauses mit seinem unermeßlichen weil sie Sozialisten waren? Wohl schwerlich. Der 30 ein Pfund fein. Kredite, ganz Europa und Amerika in Aufregung gebracht und Fallimente nach Milliarden nach sich gezogen? ,, Nicht Kredit, sondern Geld spricht, sagen die BeSozialismus an und für sich sieht daran nichts Großes. Im geringsten Umfang der größte Werth, das ist Sie besaßen in hohem Maße das, was das Volk zu eine Bedingung des Metallgeldes. Im alten Rom hatte ähnlichen Kämpfen treibt: Aufopferungsgeist und grenzen- man Anfangs Kupfermünzen. Auf einen Kupferbarren sonneneren und lassen sich nicht beschwindeln. losen Eifer, ihrem Lande zu dienen. Ein Mann von wurde der Stempel gedrückt. Später wurde das Kupfer Wenn ein Bauer sein Korn verkauft und dafür keine aufrichtig liberaler Gesinnung, welcher die politische Freiheit aber so wohlfeil, daß der Umfang der Stücke zu groß Banknoten haben will, sondern hartes Geld, so kann man für den höchsten Grad der Vollkommenheit der mensch geworden war; und es fand sich im Silber ein werth- das begreifen, und nimmt es ihm auch nicht übel. Der lichen Gesellschaft hält, kann sich brüderlich ihren Be- volleres Metall, ein Metall, welches die Forderungen Mann braucht das ja nicht zu verstehen. Aber wenn strebungen anschließen. Und dieses ist auch in der That im geringsten Umfang den größten Werth" besser er- man solche bodenlose Unwissenheit zeigt und der Fall. Ich denke hierbei an die zahlreichen Anhänger, füllte, und deshalb ging man vom Kupfer zum Silber dann so unverschämt ist, über Sachen zu schreiben, welche die Nihilisten in letzter Zeit in den Reihen der über. Später wird auch das Silber billiger, und es von denen man nicht das ABC versteht, das ist Armee gefunden. Die Offiziere haben sich so lange an der wird so viel Gold produzirt, daß man daran denken denn doch wirlich ein starkes Stück. Bewegung nicht betheiligt, als sie ihren rein sozialistischen fann, Goldmünzen zu prägen, welche den Werth der Wenn man Waare gegen Geld eingetauscht hat, so legt Charakter beibehielt. Unter den Hunderten von Offizieren, Silbermünzen in geringerem Umfang darstellten man man gewöhnlich das Geld nicht auf die hohe Kante, welche mit der Revolution, seitdem diese gegen die Auto- denke, welche Masse man zu schleppen hat, wenn man sondern kauft wieder Waare dafür. A. verkauft einen kratie gerichtet ist, fraternisirten, befanden sich natürlich 100 Mark in Thalern bekommt und wenn man sie in Jahrgang des Volt" an den Lumpensammler B für auch viele, welche zu den sozialistischen Ideen bekehrt 20- Markstücken hat. Und so geht man denn folgerichtig 70 Pfennig. Für diese 70 Pfennige tauft er sich vom waren. Der weitaus größte Theil sympathisirte aber zur Goldwährung über, firirt man das Gold Butterhändler ein Pfund alten Käse; geht zum zweifellos aus reinem Patriotismus mit den revolutionären metall als allgemeines Aequivalent, als Geld. Apotheker D und läßt sich für die 70 Pfennige HeftBestimmungen. Und an diesen haben die Revolutionäre Weshalb das Streben vorhanden ist, als Geld pflaster geben; der Apotheker D kauft für dasselbe Geld sehr schnell von Statten geht. ja immer appellirt. Die Verschmelzung der patriotischen möglichst die Waare zu nehmen, die veim geringsten vom Kaufmann& Häringe, und so fort. Das Geld und der sozialistischen Elemente in die Armee ist jetzt Umfang den größten Werth hat, ist ja klar: das spart vermittelt nach der Reihe alle diese Verkäufe und macht eine vollkommene. Sie bilden eine kompakte Masse von Arbeit und kommt deshalb billiger. In zurückgebliebenen also die Waaren:„ Volt“, Käse, Heftpflaster, Häringe Verschwörern, in welcher durch die Heftigkeit des be- Ländern, wo feine großen Geschäfte abgewickelt werden, zirkuliren. Es ist Zirkulationsmittel. gonnenen Kampfes jede theoretische Meinungsverschieden- fann man sich ja wohl mit dem Silber behelfen, wo aber Wenn nun bei allen Geschäften Geld aufgezählt heit in den Hintergrund gedrängt ist. Wir glauben an- große Zahlungen zu machen sind, wo täglich Hundert werden soll, so kostet das erſtens viel Zeit und Mühe, nehmen zu können, daß diese Verschmelzung auch in den tausende nur von einer einzigen Bank zirkulirt werden, zweitens wird das Gold abgenutzt, drittens wird viel patriotischen Elementen unserer bürgerlichen Gesellschaft da ist die Ersparniß und der Vortheil beim Gold doch mehr Geld nöthig, als jetzt, wo durch den Kredit die Funktionen des Geldes vervielfacht werden. Und somit können wir schließen. Die nihilistische ganz gewaltig. Aus Gründen, die wir schon einmal in einem Man denke sich folgenden Fall. Gutsbesißer KuBewegung, vor etwa 15 Jahren durch ein Anzahl junger, früheren Artikel dargelegt haben, nämlich um ihren nibert von Schreckenstein auf Kowno muß dem Kaufmann enthusiastischer Sozialisten in's Werk gesetzt, ist jetzt unter Beutel zu füllen, wollen die Konservativen die Doppel- Elkan Levy in Danzig am 1. Oktober eine Zahlung von Elkan Levy in Danzig am 1. Oktober eine Zahlung von dem Einfluß innerer Verhältnisse und der wachsenden währung einführen. Doppelwährung bedeutet, daß nicht 5000 Mark leisten für im Frühjahr gelieferten künstlichen Unzufriedenheit im Begriff, sich in eine große patriotische nur Gold allein Geld sein soll, und Silber Scheide- Dünger. Auf dasselbe Datum hat die Berliner LackPartei zu verwandeln, bestehend aus Leuten, die zwar münze, sondern daß Gold und Silber zugleich Geld sein waarenfabrik Müller, Schulze& Co. an die Produktenin ihren Ansichten differiren, die aber das gemeinsame sollen. Zu dem Zweck muß man festhalten, wie das handlung von Neumann Nachf. in Danzig dieselbe Summe Bestreben haben, das Joch einer allen verhaßt gewordenen Werthverhältniß von Gold zu Silber ist. Es sei wie für vor zwei Monaten abgelieferten Sprit zu zahlen. Tyrannei zu brechen. An die Stelle der Autokratie 1: 15; das heißt: ein Pfund Gold habe den Werth Neumann Nachf. bezieht seinen Sprit aber von Kunibert wollen sie eine nationale Regierung setzen, unter welcher von 15% Pfund Silber.. Bei bestehender Doppelwährung von Schreckenstein, welcher eine große Brennerei beſitzt, jedermann die Möglichkeit gegeben sein soll, friedlich zum müßte also aus einem Pfund Gold die gleiche Summe und fchuldet diesem dieselbe Summe, die gleichfalls den Besten des Landes zu wirken. Nichts kann maßvoller, von Mark geprägt werden, wie aus 15% Pfund Silber. 1. Oftober fällig ist. nichts gerechter sein und nichts kann ihnen ein größeres Recht geben zu der Behauptung, daß sie nur für das allgemeine Wohl arbeiten. " Konservative Weisheit. Nun verändert sich natürlich das Verhältniß. Es Nun rechne man. Kunibert zahlt an Elfan 5000 M. wird mehr Silber gefördert, es werden weitere Gruben Müller, Schulze& Co. zahlen an Neumann Nachf. entdeckt, oder umgekehrt der Werth des Silbers fällt 5000 Mark. Neumann zahlt an Kunibert 5000 Mark. oder steigt, und im Verhältniß dazu steigt und fällt na 750 Goldstücken am 1. Oktober auf der Reise: 5000 Summa Summarum befinden sich 15 000 Marf in türlich der Werth des Goldes. Ist das Silber billiger, so wird das Gold im Verhältniß zum Silber theurer. von Kowno nach Danzig, 5000 von Berlin nach Danzig, Was ist Valutaregelung? fragt das fonservative Das Verhältniß verändert sich etwa zu 1:22. Dann und 5000 von Danzig uach Kowno. Bolt" in einem seiner bekannten geistreichen Artikel. ist natürlich, daß es Niemanden einerlei sein wird, ob er Niemand hat natürlich 5000 Mark im Portemonnaie, Und es antwortet:" Der hochweise Börsenjude sagt: sein Geld in Gold oder Silber befommt. Vekommt er die muß sich Jeder erst verschaffen. Das soll ihm Valutaregelung ist die Einführung der Goldwährung. es in Gold, so befommt er 22, erhält er es in Silber, so hat er 5 Prozent fosten. Das Geld muß versichert werden; worauf sich aber sofort die Frage aufwirft: Was ist die nur 15%, oder nur den 1,4. Theil. Natürlich wird er ver- außerdem Porto, mache 1 Prozent; 6 Prozent von Goldwährung? eine Frage, welche der gescheidteste Börsen- langen, daß ihm das ersetzt wird. Das Verhältniß muß aus- 15 000 Mark macht 900 Mark. jude wieder so beantwortet, daß er gar kein Gold und geglichen werden: es wird auf Gold Agio bezahlt. Das Bequemer und billiger kommt die Sache schon, wenn gar feine Valuta haben möchte, sondern nur einen Handel ist natürlich eine ausgiebige Veranlassung zu Spekulationen Banknoten verschickt werden. Noch einfacher, wenn die mit Gold und Silber." Das nennt man nämlich Finanz- und Gaunereien aller Art, wie wir das ja augenblicklich Sache durch Wechsel abgemacht wird. Müller, Schulte wissenschaft. in den ,, Ver. Staaten" vor Augen haben. nach Ein-& Co. geben Neumann einen Wechsel, zahlbar den In der Redaktion der„ Volfstribüne" sigen zwar führung der Silberbill. Das ist natürlich sehr traurig. 1. Dftorber. Neumann schickt den Wechsel an Kunibert, feine Börsenjuden, aber vielleicht können wir die Frage Aber es ist nun einmal so. die Menschen sind nun ein- Sunibert an Elfan, Elfan läßt ihn in Danzig estomptiren doch zum Nutzen und Frommen der gelehrten Redaktion mal seit dem Sündenfall Adam's so verderbt. und bekommt sein Geld, und am 1. Oftober wird der des„ Volks" beantworten Hoffentlich geht dann die Liebe Unwissenheit in sich und sieht ein, daß es min ein, daß das alles ganz gut ginge, wenn wir nur keine Geschäft durch eine Bank besorgt, so ist das Ganze noch Die Schlauberger vom ,, Bolt" bilden sich natürlich Wechsel Müller, Schulze& Co. präsentirt Wird das destens ebenso unmoralisch ist, wie das schreck Juden hätten, sondern wenn die Leute alle so ehrlich einfacher. Die Soll und Haben werden einfach überliche Börsenspielen, wenn dumme Kerle, die von wären, wie sie, z. B. Stöcker. Sie schreiben:„ Diesen geschrieben, und statt daß der Wechsel zwischen Berlin, Nichts verstehen, den armen Lesern ihrer Dema- Marktpreis des Goldes und Silbers als Waare hat man Sowno und Danzig reist, wandert Guthaben und Schuld gosenblätter vorschwindeln, als wenn sie die( ämlich die Juden) auf das Geld und die Zahlungs- nur von Folio zu Folio; und am Schluß wird blos Weisheit mit Löffeln gefressen hätten. In der gegenwärtigen Gesellschaft kommen die Pro- munzen übertragen und behauptet, daß das Wertgeschrieben und Herrn Elfan Levy gutgeschrieben. Da dufte als Waaren zur Welt. Die Waaren tauschen sich gegeneinander aus nach ihrem Werth. Zum Beispiel den Herren Müller, Schulze& Co. 5000 Mart abSchlau sei der Mensch! Das edle Metall ist das auch wieder auf, und so wird am Schluß eine die Firmen noch andere Geschäfte machen, so hebt sich tauscht man etwa ein Pfund Käse gegen einen Jahrgang Geld, weil es Waare ist; denn wenn es keine Waare große Zirkulation, die sonst viele Hundertdes„ Bolt", weil ein Pfund Käse einen Jahrgang des wäre, und einer möchte es haben, wie zum Beispiel den tausende von Gelbstücke erforderte, durch wenige Volt" werth ist. Hier ist das Pfund Käse der relative Geist der Redakteure des„ Volk", so würde es doch Tausend Mark bewerkstelligt. Werth, der Jahrgang des„ Volk" sein Aequivalent. All Niemand im Tausch annehmen! Da ist nichts zu ,, überDie Sache ginge noch, wenn bloß diese vier Leute mählig bildet sich eine Waare heraus, welche als alt- tragen", sondern das ist so. Das Geld gilt immer so verrückt wären, baares Geld zu verlangen. Wenn aber gemeines Aequivalent aller übrigen Waaren gilt. nur was es werth ist, nicht was darauf steht. alle Welt der Weisheit des„ Volf" folgte, dann würde Welche Waare das ist, wird durch verschiedene Umstände Das weiß jeder Schusterjunge. Man soll ihm nur einen natürlich eine immense Vermehrung des Metalls bestimmt. Durch ihre physikalischen Eigenschaften sind Tantus geben, wo 20 Mark darauf steht und ein wirk nöthig sein, ohne jeden Zweck müßte die Geselldie geeignetsten Waaren dazu die edlen Metalle. Ein liches Zwanzigmarkstück und wenn sämmtliche Regenten schaft Milliarden opfern, um das Bedürfniß Quantum Metall ist zu theilen, ohne daß der Werth der von Europa und sämmtliche christlich- germanische Zeitungs- nach genügenden Cirkulationsmitteln zu beSumme der Theile sich ändert gegenüber dem Werth des redaktionen sich verbünden und sagen: Der Tantus iſt friedigen. Die Gesellschaft ist aber nicht so dumm, wie Ganzen; zwei halbe Pfund Silber sind eben so viel werth zwanzig Mark werth, der Junge wird doch das echte die Redaktion des„ Bolf". wie ein ganzes Pfund, während z. B. zwei halbe Ochsen zwanzigmarkstück nehmen. So gescheit ist er! Aber die Vermuthlich hat selbst Herr Stöcker sogar, als er, einen anderen Werth haben, wie ein ganzer. Sie haben Redaktion des Volt" ist nicht so gescheit. ferner die Eigenschaft, in einer kleinen Masse viel Werth Bis jetzt ist das Volk schon sehr intelligent ge er sein Haupt hinlegen sollte, sich in der Königgräßerdem Beispiel seines Herrn folgend, der nicht wußte, wo zu enthalten. Wenn zum Beispiel eine Fuhre Holz wesen. Aber es wird noch intelligenter. Es wird Goldwährung verlangt. straße eine Villa faufte, nicht bloß„ Geld sprechen lassen", 18 Pfund Silber werth ist, so ist klar, daß es viel besondern hat auch Hypotheken auf dem Haus behalten. quemer ist, das Silber als allgemeines Aequivalent zu ,, Aber woher nehmen und nicht stehlen? fragen die Aber vielleicht ist das„ Volf" deshalb so böse auf haben, wie die Fuhre Holz. Denn wenn ich mir etwa ehrlichen Leute und sagen: es giebt ja nicht so viel Gold, Kredit, Wechsel, Banknoten und so fort, weil es selbst drei Pfund Elbcaviar eintauschen will, welcher denselben als man im Handel braucht. feinen Kredit hat?" Herr Stöcker, der Nachfolger des " Werth haben soll, wie die Fuhre Holz und das Achtel ,, Da helfen ja die Banknoten und der Kredit", sagen armen Lebens Jesu, mag ja wohl Kredit haben; aber Pfund Silber, so ist es doch jedenfalls bequemer, wenn die Juden. Man braucht ja fein Geld zu haben, man beim„ Volt", dem neuen Testament dieses modernen ich blos in die Tasche zu greifen. brauche und das Silber schreibt auf, verrechnet, giebt Wechsel, Banknoten, Werth- Messias, werden wohl Drucker und Papierlieferant, Die Mahlzeiten wurden in Gefäßen aus galvanisirtem Blech,| täglich 10 Tonnen herstellt. Notabene, wenn das„ Patent" des mit verschiedenen Abtheilungen für Fleis, Gemüse, Thee oder Dr. Emmens nicht eristirte, welches er bereits an die American Besonnenere" sein, die sagen„ Nicht Kredit, sondern Geld spricht" und die„ lassen sich nicht beschwindeln." Und nun noch Eins zum Schluß. Wir haben es affee 2c., die sich in einem mit heißem Wasser gefüllten Behälter Powder Compagnie in Petersburg verkauft hat, welche die gesammte befinden, ausgesandt. Die Behälter sind mit Namen und Adressen Fabrikation von Explosivstoffen in den Vereinigten Staaten„ tonja immer gesagt: Diese Frommen sind die ärgsten Mate- der Familien versehen und we.den in den mit einem kleinen Ofen troliert rialisten. Elfan Levy ist Idealist. Elfan Levy kommt geheizten Wagen in besondere Fächer gestellt. Das Emmensite besteht aus einer Mischung von brennbarer es nur auf die schöne Seele des Geldes an. Ihm ist Armee von Untertöchinnen und Frauen zum Tellerwaschen, Her- niat. Die erste dieser Substanzen wird gekocht bis sie halb flüssig In der Zentral- Garküche sind drei Oberköche und eine ganze oder salpetersaurer Carbolsäure, salpetersaurem Soda und Ammoes einerlei, ob er Wechsel oder Banknoten oder richtung der Gemüse 2c. beschäftigt, und es ist damit eine Wäscherei geworden und dann werden die anderen Bestandtheile zu gleichen bloß eine Zeile in seinem Konto beim Bankier hat. verbunden, die mit Dampf betrieben wird und in denen Hemden, Theilen hineingerührt. Der kleisterartige Stoff wird dann vom Aber das„ Volf" ist Materialist. Das„ Volk" läßt nur Tischtücher, Servietten, Handtücher und dergleichen Wäsche gereinigt Feuer genommen, abgefühlt und in einem Mörjer zerstampft., Das den Leib des Geldes gelten, nur das Goldstück, dem wird. Mächtige Kessel liefern das erforderliche heiße Wasser und so gewonnene gelbliche Pulver brennt schwach und giebt mit Holz Volt" gilt nur die gemeine Sinnlichkeit, Pfui! Dampf. Für die Angestellten sind strenge Vorschriften fohle gemischt einen scharfen knall. gemacht, die auf gedruckten Plakaten in der Anstalt an= Sechs der größten Dynamitfabrikanten des Landes sind bereits Volk! Volk! Elfan Levy ist idealistischer wie Du! geschlagen sind. in Chicago übereingekommen, die Fabrikation von Dynamit einzustellen, wenn sie das Fabrikationsrecht für Emmensite und Lithotite erlangt haben. 17 Von den Nationalisten in Amerika. Ueber die Nationalisten, die sich im Anschluß an das Bellamy'sche Buch in Amerika zusammengethan haben, um nach dem Bellamy'schen Rezept die Welt von ihren Uebeln zu furiren, finden wir wieder einige Nachrichten in amerikanischen Zeitungen. Zunächst ein Brief eines Bewohners der KaweahKolonie, dessen Beschreibung freilich von den prächtigen, rosenfarbigen Schilderungen in dem Artikel der„ Frankf. Zeitung" bedenklich absticht. Tas Anlagefapital ist 4000 Dollar; die Küchenrente beträgt 50 Dollar, die Löhne 600 Dollar, das Brennmaterial 100 Dollar monatlich. Die Einnahmen der Gesellschaft werden auf 3200 Dollar den Mouat angeschlagen und es unterliegt feinem Zweifel, daß sich das Unternehmen gut bezahlen wird. Man dente sich den nächsten Krieg, wenn die beiden Heere aufeinander gehegt werden, jeder Mann mit einer Waffe ausge rüstet, aus der er mit dem neuen Stoff, neunundfünfzigmal Also mit anderen Worten: ein Bastard von Hotel stärker als Schießpulver und zerschmetternd wie Dy und Konsumverein nebst obligater Ausbeutung der beamit, auf den Feind schießt was wird von den beiden Heeren übrig bleiben? schäftigten Arbeiter. Und nun zum Schluß noch, als Beweis für den ökonomischen Scharfblick der Leute, eine Stelle aus der Rede eines Nationalisten, Jesse Cox, über die Arbeitslosen: ,, Wenn die Regierung Geld genug hat, um Zuchthäuser zu erbauen, so sollte sie auch im Stande sein, Anstalten zu errichten, Die Beamten der Kolonie thun alles mögliche, um neue in denen diese Opfer der Gesellschaft lohnende Beschäftigung erMitglieder und Geld in die Hände zu bekommen. hielten." Ueberhaupt herrscht hier fürchterliche Unordnung. Es wird Bei uns nennt man das Arbeitshäuser und besehr wenig Arbeit von Werth gemacht. Hier sind über hundert trachtet diese Einrichtung nicht als Mittel zur Verhütung Bersonen, die Essen und Kleidung bekommen, und der Arbeitslosigkeit, sondern als Mittel, die Arbeiter darunter sind höchstens zehn Männer und einige Frauen, die willens und fähig sind, eine gute Tages- mürbe zu machen und die Löhne zu drücken. arbeit zu verrichten. Die Uebrigen sind Frauen, Jungfern, Kinder und auch Männer, die entweder unfähig zum Arbeiten oder direkt Fanllenzer find. Die alten Arbeiter, die den Weg gebaut und sonst die schwere Arbeit gethan haben, haben die Kolonie verlassen. Einige davon haben Regierungsland a..genommen; diese werden aber einen harten Kampf haben, um ihr Leben darauf zu machen. Die Beamten der Kolonie, durch eine kleine Beitung" The Commonwealth"( Redaktion B. G. Hastell) und durch andere Bamphlete und Zirkulare„ boomen" die Kolonie mit aller Gewalt, entstellen die Thatsachen und verbreiten Un= wahrheiten unter dem Publitum. Kolonie vergeuden. Zu den Getreidezöllen. Die„ Ostseezeitung" bringt für eine Stadt, Stettin, eine sehr lehrreiche Beschreibung, was der Konsument, nämlich der Arbeiter, von seinem Ueberfluß an den armen, nothleidenden Großgrundbesitzer abgeben muß. " Frage: Wer ist der Feind unserer Kultur? Antwort: Die Sozialdemokraten. Ein bürgerlicher Charakterkopf. H. Marts ging 1875 im Knabenalter nach New- Orleans; er war erst in einem Handelsgeschäft, wurde aber mit 17 Jahren Journalist und langte nach mannigfaltigen Wanderungen in New ort an, wo er bei der„ New- York World" Beschäftigung fand. in deutscher, halb in englischer Sprache erscheinende Wochenblatt Hier arbeitete er auch für das einem Herrn Koppel gehörige, halb Reformer und Jewisch Times". Nach Koppels Tode 1878 machte H. Marks die Bekanntschaft der Wittwe und wurde, nur 14 Tage nach dem Absterben des Zeitungsbesizers der erklärte Liebhaber der Wittwe. Sie hatte am Tage nach Koppels Tod das Verlagsrecht dieser Zeitung auf Marts Namen übertragen und dieser erwarb auch das bewegliche Eigenthum in den Bureaug unter einem von ihm ausgestellten, von der Wittwe Koppel in Gegenwart von Beugen unterschriebenen Pfandbrief. H. Marks behaupiet, er habe der Frau 1000 Dollars für das Blatt gezahlt und wies auch die Koppel in interessanten Umständen. Vor Gericht behauptete die Empfangsbescheinigung vor Gericht vor. 1879 befand sich Frau Frau eidlich, daß Marks nichts für sie gethan habe, während seiner Bei einem Jahresverbrauch an Brotgetreide( Weizen feits Marts erklärte, er habe ihr alles Geld, das er besaß, aus und Roggen) von 164 Ko. pro Kopf, wie er sich aus gehändigt und einen Notar beauftragt, ihr regelmäßige Alimente auszurichten, während er in England abwesend war. Das KnäbDie paar Sozialisten, die hier sind, werden als Anarchists der amtlichen Statistik ergiebt, und bei einem Zoll von lein wurde eines schönen Morgens dem H. Marks auf die Thür of the German school" titulirt. Taß die Beamten die Mehrheit auf ihrer Seite haben, kommt einfach davon, daß die alten 5 Mt. pro 100 Ko. zahlen die deutschen Verbraucher schwelle gelegt, denn er und die schöne Wittwe hatten sich weiblich gezankt. Sie war an einem Samstag Nachmittag im Bureau des Arbeiter einer nach dem anderen fortgehen, sagend, durchschnittlich eine Steuer von Mt. 8,20 pro Kopf. daß sie hier schon Zeit und Geld genug vergeudet haben, Der Haushalt der 116 000 Einwohner Stettins wird möbel im Zimmer klein geschlagen. S. Marks hatte sich eiligst Reformer" erschienen, hatte die Fenster zertrümmert und alle und daß viele große Familien hier sind, die jedenfalls hier bleiben, allein durch die Steuer auf das Brotgetreide jährlich zurückgezogen und ließ die Frau als verrückt verhaften, um sie in so lange es was zu thun giebt. Echreiber dieses und zehn Andere denken noch eine Zeit lang mit 951 200 Mt. belastet, von welcher Summe faum ein Irrenhaus einzusteden. Sie wurde aber wieder freigesetzt und hier zu bleiben, um, wenn möglich, zu retten, was noch mehr als ein Neuntel in die Reichskasse fließt, der strengte einen Prozeß gegen H. Marts an, der jedoch nie zum zu retten ist. Wir beköstigen uns aber aus unseren Rest die Einnahmen der zeitigen Besizer von mit Getreide verdienten" Gelder gründete Marks in London eine Zeitung, die Austrag fam. Mit Hilfe der durch seine Liebenswürdigkeit" eigenen Mitteln. Die Kolonie schuldet Jedem von uns bebautem Grund und Boden und damit den Marktwerth Financial News". Im Jahre 1887 wurde die Rae Gold Mining mehrere hundert Dollars für Arbeit; es giebt aber nichts dafür. Dieses zur Warnung für die Arbeiter, dieses Grund und Bodens erhöht. Darüber hinaus be- Company den Londoner Kapitalisten von der„ Financial News" damit sie nicht ihre paar ersparten Dollars in diefer greift der Kreis der durch Stettiner Gemeindeangehörige in einem Leitartikel als solide Anlage anempfohlen. H. Marks war thatsächlich Eigenthümer der Goldminen und Gründer der Gebeschäftigten Verbraucher zahlreiche Arbeiter aus einer sellschaft. Natürlich erschien sein Name nicht als Eigenthümer, Die Kaweah- Kolonie ist finanziell und moralisch ein Fiasko. weiten Umgegend; die Summe der Belastung aller Persondern ein Strohmann, Namens Smith, wurde als„ Vendor" Die Kaweah- Kolonie Co. ist nicht gefeßlich intorporirt, so daß auch jonen, deren Erwerb mit der gewerblichen Thätigkeit vorgeschoben. Er erhielt für seine Mühe st. 200. Seine Rolle gefeglich sich nichts machen läßt." Das ist deutlich. Wie schon Gray, Proudhon, Stettins unmittelbar zusammenhängt, übersteigt mithin bestand darin, seinen Namen für die Zahlungen herzugeben, die für die Shares gemacht wurden. Für die Goldgrube, eine unCabet und so viele andere hineingefallen sind, ist es auch jedenfalls bedeutend eine Million Mark. Die Gesammt- bedeutende Farm in Transvaal, soll Marts etwa 2000 Bib. St. Bellamy und seine kommunistische Solonie. Man soll belastung Stettins durch die Getreidezölle ist damit aber bezahlt haben. Marks suchte nun dieselbe an die englischen Kaeben, wenn man Sozialist ist, nicht aus der Welt hinaus- noch keineswegs erschöpft. Nach der Reichsstatistik be pitaliſten zu verkaufen. Es wurde eine Gesellschaft gegründet, die ziehen und in der Wüste anfangen zu bauen, sondern rechnet sich der Verbrauch Deutschlands an Gerste und Rae Gold Mining Company, mit einem Kapital von Lit. 50'000; man soll zusehen, daß man innerhalb der Gesell- Hafer auf 50, bezw. 81,8 Ko. jährlich pro Kopf der das Publikum zeichnete nur zwischen Lst. 6000 und 7000; aber um die Shares hinaufzutreiben, übernahmen einige Bekannte des schaft, in der man lebt, die Produktionsmittel Bevölkerung, entsprechend einer durchschnittlichen Zoll 5. Marts, worunter sich mehrere in der„ smarten" Gesellschaft in die Hand bekommt, indem man die politische belastung pro Kopf von 4,41 Mt. Für die 116 000 wohlbefannte Namen befinden, etliche 20 000 Shares, luden sie Macht innerhalb der bestehenden Gesellschaft zu mit jährlich 511,560 Mt. Von der gesammten jährlichen Grafschaftsraths, steinreich natürlich, besißt, wie Herr Stöcker, eine Einwohner Stettins ergäbe dies eine weitere Belastung iedoch, als ein Agio erhältlich war, auf das simple Bublikum ab. Harry Marts ist jetzt fonservatives Mitglied des Londoner erringen sucht. Ein anderes Nationalistenprojekt, gleich der Kaweah- Mehrausgabe von 12,61 Mt. pro Kopf, welche die Billa und geht natürlich jeden Sonntag zur Kirche. Company eine Verzerrung sozialistischer Ideale, Steuern auf die vier Hauptgetreidearten den Verbrauchern ist gleichfalls jetzt realisirt: die Zukunfts- Küche. Hören auferlegen, fallen nur 1,41 Mt. an die Reichskaffe und vor einigen Wochen ans Licht gekommen. wir hierüber den Bericht einer sozialdemokratischen 11,20 Mt. an die Besitzer der mit Getreide bebauten amerikanischen Zeitung: Bodenfläche Deutschlands. Die Einwohnerschaft Stettins " Die längst angekündigte und viel besprochene Cooperative- steuert demnach an die erstere 163 560 Mt., an die Küche in Evanston ist endlich in Operation. Gestern wurde mit letteren aber 1299 200 Mt. Denfen wir uns den In,, Man will Strifes verhindern"," Man will die Ausder Speisung von 50 Familien gemäß dem sozialistischen Plan begriff aller Besizer von mit Getreide bebauter deutscher schreitungen der Arbeiter verhindern", so vertündet uns von Zeit des Herrn Bellamy der Anfang gemacht. Man muß dem praktischen Erde als eine einzige Person, etwa unter dem Namen zu Zeit die Tagespresse, wenn irgend eine Vereinigung der KapiSinn der Amerilaner Anerkennung zollen, darf sich aber dabei Agraria, so schneidet diese von jedem Stück Brot, welches taliſien erzielt wurde, um die Arbeiterbewegung zu befämpfen. Sozialisten oder gar Kommunisten„ aus Prinzip". Wie in gar der Arbeiter ißt, vorweg für sich ein Viertel ab; aus vielen Dingen war es auch hier der Egoismus, der zu einer Probe jedem Glase Bier, welches er trinft, nimmt sie vorweg einer Epeijung im Großen Veranlassung gab. einen Schluck, ganz zu geschweigen der Bissen, die sie Bekanntlich haben die Madamen und Hausfrauen der ganzen aus seiner Fleischschüssel nimmt." Welt ihre liebe Noth mit ihren Dienstmädchen, weil die Madamen Da kann die Agraria wohl fett werden! meistens nichts vom Kochen und die grünen" Dienstmädchen nichts vom Gehorsam verstehen. Das giebt dann unzählige Konflitte, unter welchen der arme„ Husband" und die Kinder des Hauses am meisten leiden. Derohalben sind die Ehemänner von Evanston mit vielen Junggesellen in eine Korporation zur Stillung ihres Hungers ohne Dienstmädchen eingetreten und haben die Herzen ihrer Frauen baß er- Ein großer Uebelstand für die weitere Ausdehnung des Massenfreut. Von einigen Damen in Evanston wird es heißen:„ Sie mordes ist, daß die schö.: sten und wirksamsten Explosivstoffe sich nur jäen nicht, sie ernten nicht, sie sammein nicht in ihre Scheunen, zu Sprengzwecken eignen, und nicht im Krieg zum Schießen benußt fie tochen auch nicht und euer himmlischer Vater nähret sie doch." Ihre Mission wird also hauptsächlich darin bestehen, sich herrlich zu kleiden, nicht bescheiden wie die Lilien auf dem Felde, sondern wie die Lotos blumen im Teich von Lincoln Part.. Die Staatszeitung nennt das Unternehmen eine Eselsbrücke für die Hausfrauen." der Illusion nicht hingeben, als seien die 50 Küchenaktionäre Die Agung, welche die Evansioner Eß- Kommunisten für ihr Geld erhalten, ist verhältnismäßig billig und doch für einen armen Tensel unerschwinglich. Erwachsene zahlen per Woche je 4 Dollar, Kinder unter 12 Jahren 2 Dollar. werden können. " Ein neues Mordmittel. Emmers mit seiner Erfindung„ Emmensite" beseitigt zu haben, Diesen Uebelstand" scheint der Pittsburger Dr. Stephens H. denn die Experimente mit dieſem herrlichen Stoff sind recht zufriedenstellend ausgefallen. Um die gewaltige Kraft von Emmenite zu veranschaulichen, ist es wohl am Besten, s.inen und anderer Explosivstoffe Straftwerth im Verhältniß zu dem bekannten beinahe hätten wir gesagt populären" Dynamit auszudrüden. Die Daten aus seiner Vergangenheit sind in einem Prozeß Streiks. Was ist nicht alles schon aus diesem Wege erprobt worden; die Presse hat allen Einfluß dazu verwendet, um das Gehirn der Arbeiter so zu verkleistern, daß das Gift der Arbeiterbewegung nicht eindringen sollte; vergebens. Pfaffen haben gebetet, geflucht und alle Kniffe angewandt, mit denen sie gewöhnlich ihre Schasheerde beherrschen; vergebens, der Wolf dringt in ihre Ställe. Professoren haben sich abgemüht, um durch„ wissenschaftliche" Abhandlungen die Arbeiter von ihrem ,, unsinnigen" Streben abzuhalten; vergebens. Der Staat hat mit seiner ganzen Strenge die Wortführer der Bewegung seine Macht fühlen lassen. Ungeheuer ist die Zahl der Opfer, wenn wir die internationale Bewegung überblicken; vergebens auch hier. Immer weiter dehnt sich die Bewegung aus, immer energischer werden ihre Angriffe, immer bestimmter ihre Forderungen, immer flarer ihre Ziele. Kein Wunder, daß sich die Kapitalisten zusammen schaaren, um neue Mittel auszuhecken gegen Rom hat seinen Segen zu einer Liga gegeben, die von katholischen diese unheimlich wachsende Bewegung. Der heilige Vater" in Studenten gegründet wurde, um diese Bewegung zu bekämpfen. In Australien hat eine Konferenz von Vertretern sämmtlicher Kolonien stattgefunden, um über Maßregeln zu berathen, um die Wiederkehr von Strikes zu verhüten. Cb die Herren wollen oder nicht, sie selbst leisten dadurch der Bewegung Vorspanndienste. Durch diese Konzentration des Nimmt man Dynamit Nr. 1 als Maßstab mit 100 Kraftwerth, Kapitalismus werden die Arbeiter ebenfalls gezwungen, alle Streise so hat Schießpulver 4, Roburit 14, Picrit- Bulvec 23, Schießbaum- der Arbeiter als Hilfstruppen in ihrem Kampfe gegen die Macht Der Speisezettel wird den Familien immer einen Tag vorher wolle 58, Melinit 69, Oxonit 120, Explosiv- Gelatine 154, Nitro- des ersteren heranzuziehen. So verschwindet das Einzelgefecht und ins Haus geliefert und es steht den Familien frei, sich für jeden Glycerin 183, Emmensite Nr. 1-236. an seine Stelle tritt der Massenkampf, wo sich Armeen gegen,, Gang" eine der aus dem„ Menü" verzeichneten Speisen zu be= Emmensite hat also nahe an 30 pCt. mehr Kraft als Nitro- überstehen. stellen. Der gestrige Speisezettel war: Für Mittags Lunch: Suppe, glycerin und 136 pt. mehr als Dynamit. Und es ist das einzige, In diesen Massenfämpfen lernen die Arbeiter sehr schnell, falter Ausschnitt, Kartoffeln,„ Entrée", Salat, Obst; für Diner: bis jetzt befannte Explosiv, welches die treibende Kraft des Schieß- reifen sie heran für den Entscheidigungs ampf, wird aus ihren Suppe, Fisch oder Salat, Braten oder gekochtes Fleisch, Entrée", pulvers mit der zerschmetternden des Dynamit verbindet. Schädeln das beschränkte Fachinteresse herausgetrieben und ihnen Kartoffeln, Gemüse, Nachtisch; für Frühstück: Obst, Mehlspeise Seine Herstellung ist so einfach, daß es auf jedem Kriegsschiff das Klasseninteresse eingebläut. Ohne die Gegenarbeit der Kapitalisten ( Hajergrüße 2c.), Fleisch oder Fisch, Kartoffeln, warme Wecken oder fabrizirt werden kann. Es empfiehlt sich hauptsächlich für Artillerie- würde die Arbeiterbewegung das Tempo nicht aufweisen. geröstetes Brod, Eier, Milch und Sahne; Obst und Brod werden zwecke und Erzgruben. Seine Haupteigenschaften sind: rauchlos, Also mögen sie ihre Mienen legen, um die Bewegung zu jeden Morgen für den ganzen Tag geliefert. Oliven, Eingemachtes, nicht entzündbar durch Reibung oder Erschütterung, sondern aus sprengen, an den Gegenminen von Seiten der Arbeiter wird es Gelée e. find Extra- Beigaben und werden zum Kostenpreis ab- schließlich durch Feuer, unabhängig von Lemparatur- Einflüssen. nicht fehlen. gegeben. Auf halbstündige Bestellung werden Extra- Mahlzeiten Sein Preis wird nicht höher sein, als der des Dynamit; mit für Gäfte zu 25 Cts. pro Kopf geliefert. 2500 Dollar tönnte man eine Emmensit- Fabrif errichten, welche " Berantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin. Verleger und Druder: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 2. Friedhof. Kein Salvenschuß, fein Trommelflang, Als sie den Freund begruben, Kein Sonnenschein, kein Lerchensang War doch ein Held sein Leben lang Im Kampf mit großen Buben. -Der Herbstwind pfiff, sein Heulen schwoll, Die Weiden seufzten schaurig; Die Schaufel voll, die Erde scholl, Verschränkten Armes stand der Groll Am Grabe stumm und traurig. Kein Pfaff verhieß Unsterblichkeit, Kein Pfarrer las die Messen; Ein heilig Lied, ein schweigend Leid. In ihrem dunklen Feierkleid Wehrlagten die Cypressen. So blieb die Menge drängend stehn, Als sich das Grab geschlossen; Da dröhnt es: Auseinandergehn! Und schon war Helm an Helm zu sehn Des Himmels Zähren flossen. Nun flog ein Kranz mit rothem Band Wohl auf des Grabes Mitte; Und als er auf den Hügel sant, Da zogen schnell die Wächter blank Der Zucht und frommen Sitte. Von Leichenstein zu Leichenstein Die Klingen aus den Scheiden! Auf Schädelstatt und Todtenbein Sie hieben in die Massen ein Da weinten alle Weiden. Das freche Lärmen klingt an's Ohr Der schlummernden Gerippe; Entseßen schlug den bleichen Chor, Und schwerbeleidigt fuhr empor Der Todten stille Sippe. Der Regen goß, der Sturm schrie auf. Blut floß um Kreuz und Hügel, Und ruhig von des Kranzes Schlauf Ein Vogel stieg gen Himmel auf Mit purpurrothem Flügel. Karl Hendell. Eine Großthat. treibender Nebel. Sonnabend, den 10. Januar 1891. V. Jahrgang. die Zähne einer Harke und wenn die Dirne das sah, treues, das kennst Du doch?" Ja, das glaubte Hansewurde sie milder. " Frierst, Hans?" zirpte sie. „ Na,' s geht", antwortete Hans. Schlag' die Arme umeinander", sagte das Mädchen und stellte sich mit dem Leierkasten gegen eine Hansthür. Der Junge setzte den Stuhl weg und versuchte es, aber war so steif und ungelentig, daß er es nicht fertig brachte. Es that weh in den Fingerspigen und. nüßte doch nichts. „ Dreck!" sagte er, es ist alles eins; ich friere auch nicht mehr so sehr Laß uns nur weiter gehn". Und so ging. sie. * * mann zu kennen. Und so hoben sie an, winselnd und schwach, quietsend, wie die Kaze, wenn man sie in den Schwanz kneipt: mit Ich war junger Seemann, ich zählt' achtzehn Jahr Als ich mich verlobte, es war im Frühjahr; Es war eines Abends, die Uhr war just neun, Da hab' ich begehret die Jungfrau so rein. Du du, dudelidu... Hans zitterte, daß er fast nicht singen konnte, aber dem Johannechen ging's besser: Sie war mir gewogen, sie gab mir ihre Hand Und sagte: so knüpfen wir unser Liebesband. Wir waren Verlobte der Monate drei, Darauf kam ein and'rer, da war es vorbei. Du du, dudelidu... Sie waren in diesen Tagen mutterlos, die Beiden. Die Alte lag dahei.n in ihrem Logis in der RödfyldStraße und war krank, sonst hätte sie sich gewiß nicht Der Wind schrie in Treppengängen und Schorngeschont. Denn gewöhnlich war sie jeden Tag auf der steinen, Staub und Reiffrost trieben um sie in die Runde, Straße, die verkümmerte Halbtolle mit dem Schweine- daß die Augen ihnen voll Wasser liefen und dem gesicht und dem flachen schwarzen Strohhut über Augen Johannechen fam der Wind einmal um's andere in die und Ohren, wie das Strohdach über einem Heuschober. verfehrte Kehle, daß sie husten mußte; aber sie ließ nicht Tag für Tag. im Winter und Sommer, stand sie in den nach; sie sang sich warm und es ging besser und besser, Höfen und drehte und drehte sich was auf dem Leier- breiter und breiter, mehr und mehr durch die Nase: fasten vor, um das Essen für sich und ihre beiden Lämmer zu verdienen, die keinen Vater hatten, der sie versorgte, Gott helf uns! sie hatten überhaupt anständigerweise feinen Vater; und das Johannechen und der Junge waren mit und sangen, denn das Johannechen war ein Wunder im Singen. Sie hatte eine Brust, so leicht, so leicht und eine Stimme war in ihr, als wäre sie ein Junge. Keine konnte so hoch in die Höhe gehen, wie sie und dabei hatte sie eine Art durch die Nase zu singen, wenn sie recht einsetzte, daß es dem Verhärtesten durch Mark und Bein ging. Das Schiff sollte segeln, wir sollten an Bord Und lichten die Anker in Arendals Fjord; Wir standen und zogen und sangen mit Macht, Da hat mir ihr Bruder ein Briefchen gebracht. Du du, dudelidu... Rasch las ich das Briefchen, was sollte das sein? Ich dachte des Abends im blühenden Hain. Ich dachte des Abends, da sie ihre Hand Mir reichte und sprach: wir knüpfen unser Band. Du dn... Sie schielten umher nach einem Anzeichen, ob es Die Närrsche- Kathrine" sagte oft, sie könne Gott was gäbe; aber sie sahen nichts, als zwei Dienstmädchen, nicht genug für das Johannechen danken; es gab immer die auf einer Treppe standen und lachten. Schillinge, wenn sie mit war, nicht zum wenigsten von den feinen Leuten; und wenn der Leierkasten quiefte und Johanne sang, war es so schön anzuhören, daß die Närrsche- Kathrine wenigstens nichts Schöneres wußte in dieser Welt. * * Grüß' deine liebe Schwester recht freundlich von mir Ich traure um feine in Norweger hier; Wir hissen die Segel und alles ist klar, Treulose Sophie, leb' wohl in Arendal. Du du, dudelidu... Der Wind war uns günstig und stand auf Nordost ' ne halbe Meil' von Torung verließ uns der Loots', Am anderen Morgen, die Uhr war just sechs, Lavirten auf Kurs wir von Nord gen Nordwest. Du du, dudelidu... Dann seßten wir Segel vor günstigem Wind, Bramsegel und Raaseg'l, nun ging es geschwind. Adieu liebe Heimath und Ungetreue mein, Du wirst mit der Zeit noch vielleicht es bereu'n. du, dudelidu Dudeli, dudeli, du, du, du. Du gingen ihres Wegs. Niemand sonst war zu sehen. Die beiden Mädchen auf der Treppe lachten lustig. hu! sagten die Schornsteine. ' s Johannechen und Hansemann schielten einander Im ganzen ging es der Närrschen- Kathrine ziemlich gut und feiner konnte es anders sagen, als daß sie für sich und die Kinder zu sorgen verstand. Zu trinken pflegte sie nicht, außer wenn es sich so machte; ohne Von Arne Garborg. Essen war sie selten, so lange sie gesund war und Kleider Mutorifirte Uebersetzung aus dem Norwegischen von L. Marholm. hatte sie für sich und für Johanne so weit, daß sie damit Es war an einem Novembertag in Christiania und auf die Straße konnten. Mit Hans ging es auch, er der Tag war, wie solch ein Novembertag sein soll in konnte zu Hause bleiben, wenn das Wetter zu kalt war. diesem hyperboreischen Loch: graufalt und unbehaglich, Kathrine so elend gewesen, daß sie nicht ausgehen konnte Aber in den letzten zwei Tagen war die Närrschemit gelben Windwirbeln, die um alle Straßenecken fegten, und so gab es denn feinen anderen Rath, als daß das und and Reiffrost in der Luft, so scharf und dicht wie Johannechen heute allein in die Stadt mußte. Da ver- Uh hu Aber die Leute wollten doch draußen sein. Einer fielen sie darauf, Hans solle mitgehen. Viel nußen konnte hier, einer da, fuhren sie die Fußsteige entlang, schwankend, er wohl nicht, der arme Hansemann, aber es war doch an, etwas... aber das durfte man sich nicht merken lassen. stolpernd, im Winde flatternd wie alte Lumpen, mit den immer soviel, daß Johanne Gesellschaft hatte, Und Hüten über den Nasen und den Händen über den Hüten, außerdem war der Hans so schlecht gekleidet und say" Ich denke wir versuchen's mit„ Gustav und Karoline", und die Frauen lavirten so gut sie fonnten mit ihrem würden, wenn sie ihn ansahen und das könnte eine Nach- Student und jah hinunter; den hatten sie nicht bemerkt. überhaupt so erbärmlich aus, daß viele Mitleid haben was?" meinte Johanne.„ Man zu", zitterte Hans. vielen Segelgeräth, das die Windstöße hin- und herwarfen. hilfe für die Einnahme sein, meinte die Närrsche- Kathrine. Er war blaß und sein, ein bischen vornübergebeugt und An einem Fenster ganz oben stand ein junger Dann fam so ein gelber Wirbel gefahren, packte sie, zog sie mit sich, führte sie fort in seinem hohlen Griff, tanzte Dasselbe meinte auch Johanne. Hans winselte dain die Runde mit ihnen, daß es den Armen schwindelte, gegen; aber er begriff, daß die Frauenzimmer Recht hatten flachbrüstig; das Haar schwer, schwarz, romantisch; ein schleuderte sie von sich gegen eine Wand oder einen Pfahl und so machten sie sich denn auf den Weg. etwas naseweises Binzenez ritt auf einer etwas naseweis und empfahl sich. Und die Ziegel auf den Dächern aufgeworfenen Nase, die Stirn war finster und mit drei hüpften und tollten, als wären sie lebendig, und die feinen Runzeln, aber um den Mund lag ein Lächeln, An der Pforte eines großen Miethshauses blieb halb spöttisch, halb mitleidig. Es war greulich, diese Schornsteine machten Musik und drunten an der Pipervits- Johanne stehen. Hier wollen wir's versuchen", sagte sie. Saßenmusik anzuhören, dachte der Student. Das schnitt Brücke lagen die Jachten und Schoner und tauchten und" Vielleicht hilft's", heulte Hans; er konnte es nicht in jeden Nerv, das ging durch Mark und Bein; an ar duckten sich und ächzten im Tafelwerk und rissen an den verbergen, daß er zitterte. Die Zähne flapperten ihm beiten fein Gedanke er wär' längst mit ein paar Ketten, als wollten sie sich loßreißen und wegzukommen im Munde. suchen. Es war ein Hundewetter, aber die Leute konnten Schillingen drunten gewesen und hätte sie hinausgewiesen Hinein ging es mit viel Beschwerde; der höllische Bitte! macht, daß Ihr geht!" mit einer flotten, vores nicht lassen draußen zu sein, am wenigsten die schlecht Wind stand gegen die Pforte." Seß'n Stuhl dahin", nehmen Handbewegung; aber es traf sich so unglücklich, eingekleideten. sagte Johanne. Hans that es. Darauf wurde der Leier- daß er heute nicht mehr und nicht weniger als ein ZwölfDurch die Flingenbergstraße schoben sich mit viel fasten von Johannens Rücken auf den Stuhl befördert schillingstück besaß und das mußte er für's Mittagessen Mühsal und großem Eifer zwei Bettelfinder mit einem und sie fing an zu drehen. Leiertasten; eine Dirne im Konfirmationsalter, großaufbewahren. Das ging. Johanne sah ihren Bruder mit selbstgliederig, aber blaß, und ein Junge von zehn oder elf zufriedenem Ruhe an; was sagst Du dazu? fragten ihre lumpten Geschöpfe, wie sie da im Wind und Frost Außerdem that es ihm im Grunde leid um die zerJahren. An Kleidung hatten sie nur das Allernöthigste, Augen. Hansemann nickte, er sagte nichts dazu. standen und für ihr Leben sangen; na, er wollte es mit der Junge am wenigsten, und das Wenige, was sie hatten,' s Johannchen konnte seine Sache. Und lustig ging es Ruhe nehmen und sie ihr Lied zu Ende singen lassen. bestand aus Lumpen und Löchern, zumeist am Jungen. mit Liedern und Walzern und der Wind tanzte und die vielleicht hatte jemand sonst Sinn für solche Musik und Ihre Füße waren beinahe nackt, das, was ihnen als Dachziegeln hüpften und ein langes frankes Stöhnen ging mehr in der Tasche als er. Schuhwerk diente, war nicht des Ansehens werth. Aber durch die Schornsteine und Gänge und alle Gucklöcher; auf dem Rücken trug die Dirne den Leierkasten und der aber der Leierkasten pfiff ärger als der Wind in Schorn hatte ein unruhiges Gefühl, wenn er länger stände und Der Student seßte und versuchte zu arbeiten. Er Bursch ging mit dem kleinen Leierkastenstuhl unter dem steinen und Gucklöchern und es ging so frisch, daß Hans hinuntersähe, könnte das Gewissen erwachen. Arm und fror, daß er blau um die Nase war. Er war glaubte, es sei ein wahres Vergnügen. ... Wenn „ Wenn mager, wie eine Meerkaze und hungrig wie ein Wehrwolf das Subjekt im infinitivischen Satz dasselbe ist wie für Aber' s Johannechen dachte darüber nach, daß es das Hauptverbum" er verstand das nicht... Subjekt und die Dirne war wohl nicht satter. sich bei diesem Wind nicht gut singen lassen würde, be- im infinitivischen Saz Es fiel ihr schwer sich mit dem Leierkasten auf dem sonders wenn man so hungrig war, wie sie heute. Es in der Regel bloß der einfache Infinitiv in Beziehung dudu... dudulidu!...„ folgt Rüden vorwärts zu arbeiten und sie meinte, wenn der sang sich nie gut, wenn man allzu hungrig war; man auf das Hauptsubjekt Wind kam und mit ihr tanzen wollte, solle der Bursch hatte nicht die rechte Kraft in der Stimme. Und dazu subjekt( Nominativ mit Infinitiv§ 147). Hauptsubjekt ste stüßen und ihr helfen. Aber der Wind war start fuhr der Wind umher und fegte einem Staub und Reif und starrte darauf hin und verstand kein Wort. und der Junge schwach und mehr als einmal wurde sie entgegen, daß einem Sehen und Atmen verging;- aber„ Na o, Gott sei Dank, da hören sie auf. Nun an die Mauer gesetzt, daß es in ihr und im Leierkasten man mußte thun, was man konnte. sang. Dann schrie sie durch den Sturm den Jungen an, sind sie fertig. Sie haben erst ein paar Schillinge be" Sing' mit, Hans! Das wärmt ein bißchen", sagte kommen und gehen. er sei ein Stockfisch und ein Schafskopf und allerlei Johanne.„ Kennst Du, Gjest Baardsens Liebeslied" wieder an mit voller Kraft. Er seufzte erleichtert und fing anderes, was wahrscheinlich ebenso häßlich war, aber der Nein, Hans fannte es nicht. Kennst Du: Wir sagten's infinitivischen Saß dasselbe ist mit dem leitenden Verbum..." Wenn das Subjekt im Junge nahm es mit Ruhe und zitterte und fror und so oft und Du weißt es so gut?" Nein.„ Du Dorsch! hauchte in seine steifen Finger, die so dünn waren, wie Aber, Des Seemanns Verlobung und der Liebsten Un- hier, Du meine theure Puppe," hob Johanne im greuDa brach die Kaßenmusik aufs Neue los.„ Empfange " " Haupter starrte lichsten Nasenton an.„ den letzten Gruß, den Dir mein| lichen Dach, wo es immer so falt und rauh war, denn| Dampfküche. Alle konnten da hinein, alle konnten zu Herze beut," dududelidu, dududelidu;„ in die Hölle" das Fenster war nur eine Lufe im Dach, halb verbaut... Mittag essen... seine Mundwinkel verzogen sich und Da zu sißen und Butterbrot zu kauen und Wasser oder zitterten. fluchte der Student. Holde Lina, dir ist nichts verborgen, Deine Schönheit füllt mein Herz mit Sorgen; Meine Brust erbebt vor Liebesschmerzen, Bis den lezten Puls der Tod gelähmt, Dududelidu, dududelidu. Bis den letzten Puls der Tod gelähmt. Aber' s Johannechen ließ nicht nach. Sie hatte sich Dünnbier dazu zu trinken... nein, und hatte man„ Was meinst... wie gehen nach Hause zu Mutterwarm gesungen und sang aus Herzensgrunde: einmal was zum Einheizen, so gab es so viel Rauch, daß chen, sagte Johanne mit großem Nachdruck und so lebman die große Luke im Dach aufthun mußte und dann hafte sie konnte, um den kleinen Jämmerling aufzuwar es nicht zum Aushalten und nichts als ein muntern. einziger Stuhl war da, die anderen mußten auf dem" Ja, wir wollen geh'n," schrie Hansemann. Er Bettrand sizen; und nicht umdrehen konnte man sich, sah den„ Dampf," er roch den Speiseduft er konnte wenn alle Drei beisammen waren und heut' war Mutter das Weinen nicht länger bezwingen und legte los, daß frank, das war noch schlimmer als schlimm; aber in es ihn schüttelte aber trabte vorwärts, so rasch er der Dampfküche da war es gut sein, da konnte man konnte, damit die Schwester es nicht sähe. Böse war sißen und sich eine Stunde lang wärmen, wenn man er auch. wollte und da war ein Kellner, der einen bemerken und Die Schwester ging ein Stück hinterdrein. Sie dem man leid thun konnte, und der einem einen Bissen konnte auch das Weinen nicht länger bezwingen. Aber Brot, oder eine Suppenschüssel, oder einen Fleischrest daß Hans es zu sehen bekam, war nicht nöthig. zuschob, den ein Anderer übrig gelassen. oh, Hans war so froh und innerlich so warm; und wie das nun damit zusammenhing: selbst der Wind schien ihm nicht mehr so schneidend, wie vorher. Der Student droben stampfte auf die Diele; es war eine Musik, um das Leben aus einem Großtürken zu peinigen, eine Musik um einen Laternenpfahl, einem Stück Holz, durch Mark und Bein zu gehen: Dir allein glüht dieses Herz entgegen, Dir allein brennt meiner Liebe Licht, Dich nur fann ich in Gedanken hegen, Tag und Nacht verlässest du mich nicht, Dududelidu, dududelidu. Tag und Nacht verlässest du mich nicht. Nun stand der Student am Fenster. Er hatte vier oder fünf feine Kunzeln zwischen den Augenbrauen und keinen Schatten eines Lächelns um den Mund. Nun wollte er sie weg haben, auf die eine oder andere Weise, ans Fenster klopfen, sie mit einem Wink wegweisen oder... oder nein, selbst gehen wollte er nicht. Er fror, wenn er nur hinaussah. Und da standen die armen Bälger und machten Musik... Hm, sicher nicht zu ihrem Vergnügen. Er legte zwei neue Holzscheite in den Ofen und wußte nicht, was er thun sollte. Herr Gott, er fonnte ja eigentlich zum Höfer in den Keller gehen und seine zwölf Schillinge wechseln und die Bälger fonnten ein paar Schillinge bekommen. Meinen Purpur, meine gold'ne Krone Tausch' ich gerne, gerne für dich ein, Du bist mehr als eine Königskrone, Glänzte sie auch wie der Sonne Schein. Dududelidu, dududelidu. Aber plötzlich blieb Hansemann stehen und die Freude glitt von ihm ab so rasch und deutlich, daß man es mit Augen sehen konnte. Die Parteiverhältnisse der französischen] Arbeiter. Ueber die Parteiverhältnisse der französischen Arbeiter enthält ein Artikel von Prof. Herkner im„ Deutschen Wochenblatt" einige interessante Ausführungen, denen wir dachte Folgendes entnehmen: „ Was giebt's?" fragte Johanne ärgerlich. Denn sie wußte, was es gab. Sie ging selbst und darüber nach. 11 Mutter," sagte Hans. " Ja, was weiter?" fragte Johanne sauer. " Sie sagte, wir sollten... nach Hause kommen, wenn wir was bekommen." „ Erst gegen Ende der 70er Jahre, nachdem das französische Proletariat etwas zur Besinnung gekommen war, nach dem furchtbaren Aderlaß bei Niederwerfung der Kommune, faßte der Gedanke des Sozialismus wieder festere Wurzeln. Bis dahin hatten die Arbeiter Frank" Dorschkopf, glaubst', ich hab's vergessen, was?" reichs, soweit sie öffentlich hervortraten, unter der Sie schwiegen. Jedes sah nach der anderen Seite. Führung von Barbaret einem äußerst harmlosen GeDarauf fing Hansemann an zu weinen. Ich will Mittag| nossenschafts- und Gewerkschaftswesen á la Schulze- Delitzsch haben," plärrte er. gehuldigt. Auf dem Arbeitertage zu Marseille im Das wollte' s Johannechen auch, mehr als gern, Jahre 1879 schaarten sich aber um das sozialistische allzu gern. Sie fing wieder an darüber nachzudenken; Programm bereits so viele Anhänger, daß Paul Brousse ich kann's ja auf Hansemann schieben, dachte sie. und Jules Guesde, die hervorragendsten Vertreter des „ Nein, Pein und Tod, das muß ein Ende haben," fluchte der Student, zog seinen Ueberrock an und ging. Aber die Kazenmusit folgte ihm schneidend über Treppens und Gänge und die ganze Zeit hörte er den Prinzen sagte sie. zum„ Sohn der Hütte" in Johnnechens Verdolmetschung Hans weinte nicht mehr, er schnuckte nur noch dann mit Nasentönen zum heiseren Geleier sprechen: und wann auf. Und sein mageres Gesicht sah so erbärmlich aus. Sohn der Hütte, mußt mich nicht beneiden, Steh' ich noch so hoch auch über dir, Schenke mir der Himmel beß're Freuden, Als die Erde vorenthalten mir. Dududelidu, dududelidu... Der Student blieb im Vorhause stehen und betrachtete die armen Musikanten. Er fror im Ueberrock und er sah, daß Hans ohne Ueberrock fror: Ueber'm Grab jedoch, wo alles lächelt, Fürstengröße feinen Vorzug giebt, Wo die Siegespalme uns umfächelt, Eint für ewig sich das Paar, das liebt. Dudude! idu, dududelidu. Eint für ewig sich das Paar, das liebt. Sie gingen und gingen. Aber es war, als fämen selben in Frankreich, zu der Gründung einer„ kollektiihre Füße nicht vorwärts und dabei blies es so scharf vistischen" Arbeiterpartei schreiten fonnten. Paul Brousse .. Nach einer Weile blieb' 3 Johannechen stehen. war in Genf das Faktotum Bakunins gewesen und hatte ist kein Vergnügen, frank zu sein, weißt Du," bei diesem Meister der Intrigue gelernt. Als er wegen seiner blutrünstigen Artikel in seinem Blatt zu eilf Monaten Gefängniß verurtheilt wurde, sah er aber ein, daß der Anarchismus nicht das Richtige" ist, ging nach Frankreich und wurde zahm. Der frühere Apostel der Propaganda der That" wurde der Vater des Possibilismus. „ Wenn wir nach Hause gingen" fuhr Johanne heraus. Hans blieb stehen, rieb sich die Augen und dachte nach. ,, So könnten wir uns ja unterwegs ein Brot kaufen und etwa Wurst, Speckwurst..." Hans sah auf. Und eine halbe Flasche Bier, Bayrisch Bier natürlich " 1 Hans sah einverstanden aus. ,, Und vielleicht einen Schnaps für Mutter; Du weißt, sie sagte, wenn sie einen halben Hieb hätte, würde sie wohl wieder gesund, sagt sie." Das Mädchen stand und drehte den Leierkasten und Hans senkte sein sorgenschweres Haupt und dachte. sang, und der Junge stand und rieb sich die Hände und Mutter war immer so närrisch, wenn sie Branntwein sang, und der Wind spielte mit ihren Lumpen und wehte bekam und dann ließ sich's machen, daß man am Nach ihnen den Staub in die Augen, und die Augen waren mittag zu Hause blieb. " " 1 Als Bakuninist war Brousse Anhänger Proudhons; Guesde war Marrist; schon wenn alles Andere nicht gewesen wäre; aus diesem Grunde allein war die Spaltung unvermeidlich. Der äußere Anlaß zu derselben ist für die Kennzeichnung der aus der Spaltung hervorgegangenen neuen Parteien wichtig genug, um hier eine kurze Erwähnung zu finden. Ende 1881 bewarb sich der ehemalige Kommunard und Mechanifer Joffrin, ein Anhänger des Kollektivismus, im 18. Arondissement um einen Siz für den Pariser Gemeinderath. In seinem Wahlaufrufe ließ er indeß die Hauptpunkte des follektivistischen Parteiprogrammes aus. So die Forderung nach Abschaffung des Privat eigenthums, nach Einführung eines Minimalroth, und die Nasenspißen waren rot, und die Hände Sie zogen vorwärts und Hans fing wieder an zu waren roth wie Hummerscheeren. Nun hörte die Musit winseln:" Hanne... Hanne. ich will Mittag haben." lohnes und des achtstündigen Normalarbeitsauf und sie sahen umher, unruhig, entmuthigt, ihre Aber nur ganz leise und verstohlen. Augen baten... Er hatte das Zwölfschillingstück Johanne war eigentlich nicht damit zufrieden, daß zwischen den Fingern. Der Teufel hole das Mittagessen! Hans so nachgiebig war. Der Stocksisch! fonnte er nicht Eine Mark konnte er ja übrigens immer bei Peterson dagegen schreien? fonnte er sich nicht zur Wehr setzen? leihen er ging hin und legte das ganze große dann hätte man einen, auf den man's schieben könnte... Geldstück in Johannechens Hand. Er vergaß„ Geht!" zu sagen, er vergaß den flotten Wink mit der Hand, er gab ihr nur das Zwölffchillingstück und ging. da, " Ja, Mittag ist gut," sagte Johanne. " Ja, ja," heulte Hans flehentlich. ,, Und wir friegen's auch so selten." alle bekamen Mittag, jeden Tag, alle! Hans sah um sich mit sauren Blicken. Alle diese ,, Und wir könnten immer ein paar Schillinge für Mutter am Nachmittag zusammenspielen, was?" meinte Die beiden Kleinen nahmen es, sahen das Schillingstück an, sahen einander an; das Weinen zitterte ihnen um den Mund, ihre Augen waren voll und warm wie von Freudenthränen. Sie hielten einander an der Hand und sahen zum Fenster hinauf und suchten den Studenten Johanne. ... und trippelten. Hans sagte nichts dazu. Und sie zogen weiter. Sie sputeten sich, so sehr sie konnten, als fürchteten Aber der Student fror, als er oben war, hängte sie einen Meinungswechsel. Aber ihre Füße waren so den Ueberrock weg und legte den Ofen voll Holz. Er schwer und wurden immer schwerer und schwerer und fürchtete, sich erkältet zu haben. Und er murrte in sich ihr Gang immer langsamer und langsamer. hinein: Wüßte man wenigstens, ob diese Bälger es„ Na, was sagst?" fragte Johanne. wirklich so nöthig haben, wie es den Anschein hat." wie sie sich mit ihrem neuen Reichthum am besten etwas gesagt." antwortete Hans. zu Gute thun fonnten. зи tages. Hierüber entspann sich nun ein Streit zwischen dem Blatte Guesde's, der„ Egalité", und dem ,, Prolétaire", welcher von Brousse geleitet wurde. Letzterer rechtfertigte das Vorgehen Joffrin's mit der Bemerung:„ Wir wollen unsere Bestrebungen in fleinen Dosen verabreichen, um derart ihre Annahme einem jeden möglich zu machen( les rendre possibles)." Guesde gab daher seinen Gegnern den Spiznamen Possibilisten". Brousse blieb die Antwort nicht schuldig und bezeichnete mit schlauer Berücksichtigung der chauvinistischen Gefühle in der französischen Arbeiterschaft Guesde und seinen Anhang als deutsche Marxisten". Daß dem Intriguanten das bei der französischen Arbeiterschaft gelingen fonnte, welche 1871 so international dachte, daß sie den Deutschen Liebknecht zum Ehrenmitglied ihrer Regierung ernannte, ist ein Zeichen für die Schwere des Schlages, welcher das Proletariat nach Niederwerfung der Kommune seiner Führer und seines gesammten fortgeschrittenen Elementes beraubte. " Nichts, fag' ich." antwortete Hans. Auf dem Parteitage in St. Etienne 1882 wurde Aber' s Johannechen und Hansemann trabten davon, So ging es wieder eine Strecke." Was?" sagte die Trennung besiegelt. Dieselbe fand ihre Begründung so schnell sie es im Sturm zuwege brachten. Sie waren Johanne. Was denn?" fragte Hans." Ich glaubte, in der verschiedenen Taktik. Das theoretische Programm seelenvergnügt und hatten keinen anderen Gedanken, als Du sagst was." sagte Johanne.„ Nein, ich hab' nichts blieb auch nach der Spaltung auf beiden Seiten scheinbar das gleiche. Während Guesde und Genossen aber Nun sahen sie die Dampffüche. auf dem prinzipiell revolutionären Standpunkt beharrten, Sie schielten einander unruhig von der Seite an. verfolgten Brousse und seine Freunde Benoit Malon, Sie waren bange vor einander und, warteten auf ein- Joffrin, Allemane u. s. w. eine Art opportunistisch geander. Mittagessen war gut, aber färbten Sozialismus. Man suchte so viel als möglich " Mutter hat heute kein Essen geschmeckt," sagte bereits auf dem Boden der gegebenen Ordnung" Erfolge für die Arbeiterklasse zu erreichen. Man schloß bei Wahlen Kompromisse mit„ verwandten" " Es ist kein Vergnügen frank zu sein, weißt Du," Parteien, um möglichst viele Size in den öffentlichen sagte Johanne. „ Bist' hungrig. Hansemann?" fragte Johanne. Hansemann lachte über seine ganze kleine Frage. " Bin nicht frei davon." sagte er. „ Sollen wir auf'n Dampf geh'n und Mittag mit Beilage faufen?" fragte Johanne. " Hansemann lachte laut. Das will ich meinen," sagte er. Und die Augen des kleinen Jämmerlings glänzten. Johanne. Hans sah sie ungerührt an; das wußte er. Er dachte an warmes Essen, gutes, warmes Essen in einem warmen, hellenSaal, wo er und seine Schwester ruhig sizen und aus derselben Schüssel essen und sich gut satt essen und sich wärmen konnien, wo sie es gut fommen sollten, sagte Mutter." und warm hatten und froh und satt waren.. ooh! ja, das wollte er! das wollte er! ooh! er war so hungrig, das er war so schrecklich hungrig. Hans sah auf den Weg und dachte. Es war eine Brotfruste im Schrank, die bekamen wir.. damit wir flink sein und bald mit Geld heim Und nicht denken an den schwarzen Verschlag am was Ende der Rödfyld- Straße, droben unter dem alten, häß-| 1978 Körperschaften zu erlangen oder wenigstens einen Abgeordneten in dieselbe zu bringen, welcher einige Forderungen der Arbeiterpartei zu vertreten versprach. Diese Politik hat scheinbare Erfolge zu verzeichnen; so hat der Pariser Gemeinderath, den die Possibilisten in die Hand befamen, eine Reihe von bei uns sogenannten arbeiterfreundlichen Maßregeln getroffen. Aber für dieses Und man fann nicht wissen, ob wir Nachmittags Linsengericht einer Arbeiterbörse, eines Minifriegen," fuhr's Johanne heraus. mallohns der kommunalen Arbeiter 2c. hat das Hans blickte mit sehnsüchtigen Augen weg auf die Proletariat sein revolutionäres Bewußtsein Hans fam das Weinen wieder an; er verstand, wo hinaus sollte. geopfert, ist es unfähig gemacht, später, wenn auch die unter marxistischem Einflusse stehende Arbeiter- und Papier, dem Lohnprofetarier in häufigen Fällen die Zeit gut ist, das Ganze zu nehmen, was ihm partei in Lille einen Kongreß ab. Der Norden Frank verhältnißmäßig weit mehr als den Kapitalisten Scha gebührt. Der Fluch jeder possibilistischen Taktik reichs hat von jeher für diese Richtung des Sozialismus zeitweise bis auf 35 Cts. heruntersant Notabene: auch im Inzeigt sich auch hier. die größte Empfänglichkeit bewiesen. An dem Kongresse landverkehr! da war dies für die Arbeiter gleichbedeutend mit den zufügt. In der Periode 1873-78, als der Papier- Dollar In Paris hat der Possibilismus den größten Theil nahmen 71 Delegirte theil, welche 97 Städte und einem Verluste an Kauffraft des Lohnes genau in Höhe der Geldseiner Anhänger. Die Folge sieht man ja- die poli- 212 Gruppen oder Gewerkschaften vertraten. Die wich entwerthung, insoweit nämlich, als nicht eine Ausgleichung durch tische Indifferenz und Trägheit des gegen- tigsten Verhandlungsgegenstände scheinen folgende ge- aber durch die ungünstige Geschäftslage damals ausgeschlossen war. nominelle Erhöhung des Lohnes durchgesetzt werden konnte, was wärtigen Pariser Proletariats. Die Marristen wesen zu sein: Straffere Zentralisation der Partei, Aber auch dann, wenn durch eine günstigere Handelsbilanz( durch haben ihre Hauptmacht in den Provinzen, namentlich des Herausgabe eines wöchentlich in Paris erscheinenden starken Ueberschuß des Exports über den Import) das H.rabsinken Nordens. Parteiorgans( bisher war man auf einige Provinzblätter des besonderen Werthes von amerikanischem Silber- und PapierAuf dem internationalen Arbeiterkongresse zu Paris beschränkt); ferner die Frage der Fortbildung des Ar- geld temporär vermieden wird, dann wird immerhin jede, durch Währungs- Konfusion verursachte Verminderung des Ausbeutungsim Jahre 1889 wurden bekanntlich von Seiten der beiterschutzes und die des allgemeinen Streifes. Dieser ertrags auch mit empfindlicher Schädigung des Arbeiters, in Folge belgischen, holländischen und italienischen Vertreter ernst- lettere besigt für die Arbeiter viel Verlockendes, und es eines allgemeinen Steigens der Lebensmittelpreise, Hand in liche Versuche gemacht, die beiden feindlichen Brüder zu scheint in der That den Führern nur mit großer Mühe Hand gehen. versöhnen, um der bürgerlichen Welt nicht das Schauspiel gelungen zu sein, einen Beschluß zu Gunsten dieser Wahn- gemeinschaft zwischen Lohnarbeit und Kapital gegenüber den auf In dieser, wohlgemerkt: ausschließlich negativen Interessenzweier sich bekämpfender sozialistischer Arbeiterfongresse idee zu hintertreiben. Hingegen erklärte man sich doch Geldverschlechterung gerichteten Bestrebungen des Kleinbürgerthums, zu bieten. Ein solcher war nämlich auch von den Possi- für die internationale Arbeitseinstellung der Kohlen- darin liegt der Grund dafür, warum i der Finanzfrage der bilisten ebenso gut wie von den Marxisten einberufen arbeiter, falls diese selbst eine solche beschlössen. Endlich Vertreter des tapitalistischen Standpunkts, insoweit, als er foniequent worden. Allein vergeblich. Uebrigens ist auch eine wurde ein Beschluß für den achtstündigen Arbeitstag und urtheilt, zu den nämlichen Schlüſſen gelangt, wie wir Sozialisten, als Wortführer der proletarischen Interessen". Einigung mit Leuten, die den Grundsatz des Klassen die Wiederholung der Maifeier gefaßt. Wir hatten in unserem Artikel mehr die humoristische kampfes verrathen und mit Männern wie Ranc und Clemen- Unmittelbar auf den Kongreß zu Lille folgte der Seite der Sache betrachtet der amerikanische Aufsat ceau Schulter an Schulter fämpfen, nicht möglich. Kongreß der marristisch gesinnten Gewerkschaften in Calais. zeigt, welche gemeine Berechnung hinter der scheinbar so Im Monat Oftober 1890 haben vier verschiedene Die Verhandlungen gewannen einen besonderen Schwung treuherzigen Dummheit verborgen ist. Arbeitertage in Frankreich stattgefunden: der Regional dadurch, daß daselbst die Tüllarbeiter, ungefähr 3000 an tongreß der Possiblisten in Paris, der Nationalkongreß Bahl, im Ausstande sich befanden. Die Betheiligung an dieser Partei in Châtellerault, ferner ein Marristen- dem Kongresse war im übrigen eine ziemlich schwache. kongreß in Lille und eine Zusammenkunft der marxistisch Es ist nur von 55 Delegirten die Rede, welche aber gesinnten Gewerkschaften in Calais. Wir wenden uns zu mehrere hundert" Gewerkschaften zu vertreten hatten, nächst der Besprechung der Possiblistentage zu. wie das Parteiorgan( Le Socialiste) sich ausdrückt. zu Farmer, welche für die Silberausprägung schwärmen. In Amerika sind es die Silbergrubenbesizer und die Die Ersten, um dem Staat ihr Silber zu thendamit der Werth ihrer Grundstücke steigt und ren Preisen anschmieren zu können, die zweiten, der Hypotheken, die sie darauf haben, sinft. Die Possibilistenpartei erscheint gegliedert in sechs Die Beschlüsse entsprachen zum großen Theile den Gauverbände: in die Federation von Paris und des in Lille bereits gefaßten. Außerdem verlangte man, daß talisten, welche das Geschrei erheben. Die Agrarier, Bei uns sind es die Agrarier und die KleinkapiZentrums, in die des Norden, Westen, Osten, Süden und die Mandatsdauer für die Mitglieder der gewerblichen welche noch nicht genug haben an der künstlichen Algiers einschließlich der Kolonien. Der erstgenannte Schiedsgerichte abgekürzt würde, daß für lettere auch Hochschraubung ihrer Grundstückwerthe, welche Gauverband hielt zur Vorbereitung des Nationalfongresses weiblichen Personen das aktive und passive Wahlrecht durch die Getreidez ölle verursacht ist in Châtellerault eine Zusammenkunft in Paris ab. Die zukommen solle, daß die Fabrikordnungen und Strafen Deutsch: ein vermittels der bekannten selbe beansprucht insofern einige Beachtung, als auf der beseitigt würden. An Stelle der Fabrikinspektoren hätten der Geseßgebung" vollführtes Taschenspielerjelben bereits jene Zwiftigkeiten sich erhoben, die später Kommissionen, gebildet von Mitgliedern der Gewerk- kunststück, welches das Geld aus, dem Porteauf dem Nationalfongresse zu einer Spaltung der Partei schaften, zu treten. Die Regelung des Lehrlingswesens monnaie anderer Leute in das eigene Porteführten. Der Streit drehte sich um diejenige Bestimmung wäre den Gewerkschaften zu übertragen. Ausländische monnaie überfließen läßt welche durch Geld= des Parteistatutes, welche die Verantwortlichkeit der Ab Arbeiter müßten denselben Lohn erhalten wie einheimische. verschlechterung den Werth ihres Eigenthums" geordneten regelt. Bisher hatten die Wahlfomité's, denen Auch solle der Lohnsatz für Männer und Frauen der noch mehr steigern und den Lohn ihrer Tagedie einzelnen Abgeordneten ihre Mandate verdankten, auch gleiche sein, wenn sie die gleichen Arbeiten auszuführen lohnsklaven noch mehr drücken wollen. Und die die Aufsicht über die politische Haltung derselben geführt. haben. Endlich wurde noch für Erweiterung der Haft Kleinkapitalisten, die ihre Gläubiger mit minVon der Entscheidung des Komité stand dem Abgeordneten pflicht der Unternehmer und für die Abschaffung des derwerthigen Münzen bezahlen und gleichfalls aber noch ein Appell an die Wählerversammlung offen. Akkordmeistersystems eine Lanze gebrochen. Nun trat Allemane, einer der Führer der possibilistischen Partei, mit der Forderung hervor, die Abgeordneten sollten unmittelbar der Aufsicht des Parteivorstandes unterstellt werden. Das hieß die Abgeordneten zu willenlosen Abstimmungsapparaten in den Händen des Parteivorstandes machen. Dieses Verlangen erklärt sich einiger maßen, wenn man folgende Umstände berücksichtigt. " Noch einmal die Doppelwährung. Wir würden uns mit der Ignoranz des Stöcker'schen Volf" nicht so eingehend befaßt haben, wenn nicht hinter dieser Ignoranz eine mächtige Partei stände, die Partei der bankerotten Großgrundbesitzer und des Kleinbürgerden Arbeitslohn drücken wollen. 11 Klinke Das sind die„ ehrlichen Leute", wie das„ Volk" sich ausdrückt. Ja, ja, " Ehrlichkeit ist eine Bier, Doch weiter fommt man ohne ihr." Ueber Arbeiterbildungsschulen. Die Frage der Arbeiterbildungsschulen ist jetzt, wo wir Während die meisten Führer der Possibilisten über Size in der Kammer oder wenigstens im Pariser Ge- thums, das durch Vermehrung der Zirkulationsmittel meinderathe verfügen, hat Allemane allein das Miß Großkapitalismus und Proletariat hofft übers Ohr zu nach Aufhebung des Sozialistengeseyes etwas mehr Begeschick getroffen, immer durchzufallen. Da wurde durch hauen. Daß diese Absichten im„ Volt" nun gerade den wegungsfreiheit haben, wieder in den Vordergrund geden Tod Joffrin's ein den Possibilisten sicherer Sig in allerdümmsten Ausdruck gefunden haben, ist ja freilich be- treten, und für Berlin ist die Frage auch bereits in einer der Kammer frei. Allemane hatte gehofft, als Kandidat sonderes Pech des„ Volk". Aber man muß eben immer Versammlung erörtert. Da die Sache unleugbar von. aufgestellt zu werden. Allein Brousse unterstüßte die festhalten, daß man es nicht mit ein paar konservativen Kandidatur Lavy's. Allemane scheint nun darnach ge- Preßknechten zu thun hat, die ihre Unwissenheit zu Markte großer Wichtigkeit ist, so wäre es sicher wünschenswerth. strebt zu haben, sich durch die Verstärkung der Macht tragen, sondern daß hinter diesen Falstaff'schen Rekruten wird. Vielleicht giebt unser Artikel einen Anstoß dazu. wenn sie einmal gründlich auch in der Presse besprochen des Parteivorstandes, dem er angehörte, für den ent ganz mächtige Leute stehen. gangenen Kammersiß schadlos zu halten. Er war hierin Zunächst die Aufgaben der Bildungsschulen. Was Da die Forderungen dieser Leute sich in manchen sollen sie leisten? insofern vom Glücke begünstigt, als sein Antrag vom Punkten mit denjenigen der amerikanischen Silbermänner Gautage in Paris mit 51 Stimmen gegen 18 angenommen Decken, so sind wir im Stande, der„ New- Yorker Volfs- gelesen habe, wurden alle möglichen Forderungen gestellt. In verschiedenen Artikeln, die ich über die Sache wurde, wobei allerdings 58 Vertreter sich der Stimm zeitung" einen Artikel zu entnehmen, der sich gleichfalls Da sollte Stenographie, Englisch, Französisch, Geographie abgabe enthielten. gegen diese Gelüstchen richtet; weil aber die Amerikaner und ganz in der Ecke auch ein Bischen Geschichte und Für Brousse und seine Freunde galt es auf dem doch immer noch gescheidter sind, wie unsere steifleinenen National- Dekonomie gelehrt werden. Nationalfongreß natürlich, diese in Paris erlittene Gegner, so finden ihre Wünsche auch einen intelligentern Schlappe wieder wett zu machen. Derselbe wurde noch Ausdruck. Die amerikanische Polemik ergänzt infolgeNun hat zwar der deutsche Arbeiter ein sehr großes von beiden Richtungen beschickt. Bei der Prüfung der dessen die unsrige, und in diesem Sinne drucken wir Bildungsstreben und möchte überall gern lernen. Allein Mandate gerieth man jedoch bald in Streitigkeiten, die sie ab. man muß immer bedenken, daß seine Zeit doch sehr bezum Austritt Allemane's und seiner Anhänger führten." Dem Interesse des Proletariers und Lohnarbeiters ebenso schränkt ist, und daß sich derjenige, der ihm den BilSo hat sich denn die bisher stärkste französische Arbeiter- wie dem des Kapitalisten und Arbeiter- Ausbeuters größeren Stils dungsstoff darbietet, deshalb mit dem Noth= partei neuerdings gespalten in die Broussisten und die tritt dieses kleinbürgerliche Jammerges brei nach Vermehrung der wendigen begnügen muß. Stenographie mag sehr Allemanisten, wenn man die Bezeichnung nach den Partei zirkulirenden Geldzeichen entschieden antagonistisch gegenüber. Dem tapitalistischen Interesse deshalb, weil die durch künst- schön sein; aber erst dann, wenn nichts Wichtigeres mehr häuptern wählt, oder in die Possibilisten und in Neo- liche, von demagogischen Gesesgebern bewirkte Auf- zu lernen ist; und ich glaube, wenn man so lange possibilisten. blähung des Umtauschmittels von Verwässerung, Ent- wartet, wird die Reihe nicht an sie kommen. Es giebt Hiermit war die Angelegenheit Allemane indeß noch werthung desselben begleitet ist, den thatsächlichen Werth ja viele schöne Wissenschaften. Auch die Differentialrechalles bis dahin in Grundeigenthum, in Gebäuden, Maschinen fest- nung nicht erledigt. Auf dem Parteitag zu Châtellerault wurden gelegten Geldes in entspredjendem Maße herunterdrückt. Mit annung ist sehr hübsch, ebenso die vergleichende Sprachvon Brousse, getreu dem Ausspruch seines Meisters: man deren Worten: in Bodentente, Wohnungsmiethe, Stapitalzins, wissenschaft; auch sind Kenntnisse sehr angenehm in der muß hinter die schmutzigen Geheimnisse seiner Gegner Unternehmergewinn, Handelsprofit, in allen Formen des Aus- chinesischen Geschichte, in der Fabrikation der echten kommen und sie dadurch in Furcht halten, auch höchit beutungstributes, realisirt sich der Ertrag in Geld mit verschlech Holländer Käse und der Kunst, verheirathet und doch verdächtige Beziehungen zur Sprache gebracht, die Alle terter Stauftraft. Dazu kommt dann noch die spezifisch und aus- glücklich zu sein. Wer wird das leugnen und wer wird schließlich dem kapitalistischen Standpunkt eigenthümliche Opposition mane als Letter des possibilistischen Tagblattes Le l'arti gegen jenen, vom sleinbürgerthum beabsichtigten Effekt der Geld- leugnen, daß man nicht einmal in die Lage kommen ouvrier" zu einem geheimen Agenten der Regierung ge- verschlechterung, der Abschüttelung von Schuldverpflich- kann, diese Wissenschaften zu gebrauchen. Aber wenn pflogen haben sollte. Da dieser angeblich im Auftrage tung n mit sich bringt, indem danach alle Darlehen, Hypothesen man Leute vor sich hat, die den ganzen Tag über sich in weniger faufträftigen Werthzeichen zurückgezahlt werden können. Rouvier's Gelder aus dem Dispositionsfonds an Allemane Endlich muß dem Kapital ſten, viel baran liegen, die Basis der abgearbeitet haben und ihre Unterrichtsstunde ihrer nothübermittelte, so verwandelte der Wiz der Broussisten den Goldwährung in Rücksicht auf den Verkehr mit dem Auslande, wendigen Ruhe entziehen, so wird man sich doch bescheiden Titel des von Allemane herausgegebenen Blattes aus wenigsters in solchem Maße zu präserviren, daß nicht durch ein müssen, auf alle diese schönen Sachen zu verzichten, und " Parti ouvrier" rasch in Parti Rouvier". starf fühlbares Uebermaß an Silber- und Papiergeld blop das vornehmen, was wirklich nöthig ist. Was den Inhalt der auf dem Kongresse gefaßten dadurch Gold ein Ueberagio erlangt und zugleich auf Reisen geht", dieses Lettere im Weltmartte diskreditirt wird und Es ist gerade in der letzten Zeit oft wiederholt, daß Beschlüsse angeht, so beziehen sich dieselben auf die Ver- was ein entsprechendes Anschwellen aller großfapitalistischen Schuld wir doch daran denken müssen: wir stehen im Kampf. staatlichung und Vergemeindung gewisser Zweige des verpflichtungen gegenüber dem Auslande, also auch ein mindestens Und je größer und mächtiger unsere Partei wird, desto Wirtschaftslebens, welche für die Arbeiter als Konsumenten gleichhohes Steigen aller Preise für importirte Waaren nach mehr müssen wir daran denken, daß wir eine kämpfende eine besondere Wichtigkeit befizen. also des Wohnungs- Bon all' diesen Erwägungen kapitalistischer Interessenpolitik ist Partei sind, denn desto näher rückt die Entscheidung. wesens. der Bekleidung nd Ernährung. Sodann wurde nur eine einzige den Existenz- und Wohlfahrtsbedingungen des Deshalb müssen wir alle Kräfte. die uns zur Verfügung die Verwirklichung des Rechts auf Arbeit, eine Reform Lohnproletariais gänzlich fremd. d. h. außer Zusammenhang in Ur stehen, auf den Kampf und die Vorbereitung des Kampfes des gesammten Unterstüßungswesens die Frage des acht- fache und Wirkungen mit seiner eigenen Interessensphäre. Diese verwenden; wir müssen die Regsamsten nud Intelligeneinzige stritt er lusiv kapitalistische Erwägung betrifft den Widerstand stündigen Normalarbeitstags und die der Bevölkerungs- gegen Schuldenabschinelung von Seite des Steinbürgerthums, ins- testen unter den Genossen sich nicht mit allgemeiner abnahme Frankreichs erörtert. Vertreten waren nach dem besondere in Farmerfreisen. Wenn den größten Raubtieren ein Bildung" beschäftigen lassen, damit sie ihre foitbare Abzuge der Allemanisten noch 132 Gruppen und Gewerk- Theil der Beute zu Gunsten der kleineren verloren geht, as kann Zeit verderben; überall muß auf das eine Ziel hinschaften auf dem Kongresse. uns feine Thräne des Mitleids entlocken. Was aber die Frage gearbeitet werden. Es ist freilich schon manches gethan, der Zahlungskraft des amerikanischen Geldes im Weltmarkte beUngefähr um dieselbe Zeit, da in Châtellerault die trifft, so ist leicht einzusehen, daß ein Ueber- Agio für Gold, die deutschen Arbeiter haben ein sehr gutes politisches Spaltung der possibilistischen Partei sich vollzog, hielt mit dem hierdurch bedingten Unter- gio für Silber Verständniß. Aber wer will sagen, daß schon genug " sich zöge. 11 " gethan ist, daß das Vorhandene ausreicht, wenn die scheinen und feine Stunde zu schwänzen". Bei der Zeit erinnere, so thut es mir noch heute weh, daß ich Probe gemacht werden soll? fleinen Zahl war eine Kontrolle darüber auch ganz gut aus diesem schönen Anfang herausmußte. möglich. Die Zusammenfünfte fanden einmal in der Jedenfalls scheint mir durch diesen Versuch der Woche Abends statt ich glaube Mittwochs und Beweis geliefert, daß die beschriebene Methode gut ist, dauerten 2-3 Stunden. Ich hatte berechnet, daß der und vielleicht verdiente die Frage von Seiten der Be Kursus 34 Jahre dauern würde. theiligten eine Prüfung. Also politische Bildung ist nothwendig, rein politische Bildung. Lassen wir das andere den bür gerlichen Parteien, die sich ausruhen können und Zeit dazu haben. Wir haben keine Zeit und feine Kraft zu andern Dingen, als zu politischen. Die erste Stunde trug ich vor. Da wir kein geDie Kommune ist gescheitert, nicht nur durch die eignetes kurzes Lehrbuch fanden, so faßte ich den Inhalt Uebermacht der mit den Preußen verbündeten Bourgeois, jedes Vortrages in einen kurzen Paragraphen von sondern auch durch ihre eigenen unrichtigen Maßnahmen. höchstens 10 Zeilen zusammen, den ich diftirte. Der Was kann uns bürgen, daß nicht in einem ähnlichen weitere Vortrag konnte nach Belieben nachgeschrieben Fall wieder solche Fehler gemacht werden, wie damals, werden oder nicht. Eine Fabel. Ein reicher Mann hatte ein Stück Land, auf welchem ein Maulthier weidete. 11 " Wie unvernünftig du bist," meinte der reiche Mann, dein Vater hatte nie andere Nahrung als Diesteln und arbeitete doch 16 Stunden und sogar mehr per Tag, ohne Murren aber Sie wissen doch auch, daß mein Vater ein Esel „ Leider ist das wahr", erwiderte das Maulthier, " " Ich werde dich einschirren", sagte der Mann zum als man die Bank von Frankreich nicht mit Beschlag Nach dem Vortrag begann die Diskussion, die von Maulthier, und dich dieses Land pflügen lassen, um belegte, was anderes, als eine möglichst tüchtige politische mir geleitet wurde. Es wurden Fragen gestellt über Melonen darauf zu pflanzen, welche ich sehr liebe, während Bildung des Proletariats? Und mag nun die Ent- unklar gebliebene Punkte, die ich beantwortete, schwierigere die Stengel dich reichlich mit Nahrung versehen werden." wicklung„ friedlich" vor sich gehen, oder anders- Fehler Partien wurden noch einmal klar gestellt 2c. Im weiteren Das Maulthier erwiderte hierauf:„ Wenn ich einkönnen eben nur vermieden werden, wenn man die nöthige Verlauf, zu dem es leider nicht kommen sollte, hatte ich willige, zu diesen Bedingungen zu arbeiten, wirst du Einsicht besitzt. alle Melonen haben, und mir wird es schlimmer gehen, die Absicht, an die Einzelnen kurze Fragen zu richten, Als Unterrichtsgegenstände kommen demnach nur oder sie zu kleinen Referaten von 5-10 Minuten Dauer als jetzt, da ich trockene Stengel zu fressen haben werde, allein in Betracht: National- Dekonomie und Geschichte. zu veranlassen, um das Gehörte zu befestigen und um statt frisches Gras. Ich werde es nicht thun." Ich selbst hatte vor zwei Jahren den Anfang zu den präzisen mündlichen Ausdruck zu üben. Eigentliche einem derartigen Unternehmen im Kleinen gemacht. Viel- rhetorische Uebungen hielt ich für gefährlich, weil dadurch leicht ist es nicht ganz unnüß, wenn ich die Sache be- leicht gespreizte und deklamirende Redner erzeugt werden. schreibe, da mir die einrichtung ganz praktisch zu sein Mir schien die Hauptsache zu sein, die Mitglieder an scheint. Ich muß bemerken, daß aus dem Unternehmen knappen Ausdruck und scharfes Denken zu gewöhnen, damals nichts geworden ist, weil ich frank wurde und das Andere kommt dann schon von selbst. aus Berlin fort mußte, nachdem ich gerade drei Stunden Die Kosten waren relativ gering. Es war ein gegeben hatte. Nachher kam es in andere Hände, die Wochenbeitrag von 10 Pfennigen pro Mitglied festgesetzt, National- Dekonomie, welche ich vorgetragen hatte, wurde welche ich erhielt, und außerdem trank Jeder ein Glas abgesetzt und andere Gegenstände vorgenommen, dann Bier den Abend, so daß der ganze Abend nicht höher wurden auch die andern ursprünglichen Bedingungen fam, wie 25 Pfennige. nicht eingehalten, und zuletzt nahm das Ganze ein ziem- So viel ich mich erinnere, hatten wir auch fünf lich trauriges Ende. weibliche Mitglieder. Die paar Stunden, welche ich Zunächst war die Mitgliederzahl beschränkt; ich geleitet habe, werden mir immer unvergeßlich sein. Der hatte 50 als höchste Zahl angenommen. Das ist meines Eifer und die Aufmerksamkeit, welche Alle den gerade so Erachtens nothwendig, damit der Vortragende im Stande schwierigen und abstrakten Anfangsgründen der Dekoist, jeden Einzelnen persönlich genau kennen zu lernen, nomie widmeten, waren außerordentlich und die Dinge seine Eigenart, Kenntnisse, Fähigkeiten 2c. zu studiren wurden mit einer Schärfe und einem Verständniß aufund die spätere Behandlung danach einzurichten. Jeder gefaßt, daß gewiß mancher Professor auf solche Zuhörer Theilnehmende mußte sich verpflichten, pünktlich zu erschaft neidisch gewesen wäre. Wenn ich mich an diese General- Versammlung des Wahlvereins im 4. Berliner Reichstag- Wahlkreis am Mittwoch, den 14. Januar, Abends 8 Uhr, in Joel's Salon, Andreasstraße 21. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 4. Quartal. 4. Wahl des gesammten Vorstandes. 5. Verschiedenes. Telegramm aus Erfurt. Die Aussperrung der Schuhmacher Erfurts dauert fort, indem sich die Fabrikanten auf keinerlei Verhandlungen einlaffen. Das Streikkomitee. Der Arbeits- Nachweis der Klavier- Arbeiter befindet sich jetzt Naunynstr. 78, im Restaurant Winher. Die Adressen- Ausgabe findet jeden Abend von 8-9% Uhr u. Sonntags Vormittags von 10-11, Uhr an Mitglieder wie an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Arbeitsvermittlungs- Kommission. Empfehle allen Freunden und Genossen mein Weiß- u. Bayrisch- Bier- Lokal auch passend zu Zahlstellen. Oskar Schmidt Gubenerstr. 59. W. Gründel's Restaurant ( früher: R. Wendt.) Dresdener- Strasse 116. Arbeitsnachweis und Verkehr der Buchbinder, Schlosser, Drechsler, Maler, Töpfer, Stellmacher, Sattler und Gärtner. Reichhaltiger Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch. Vorzügliches Weiß- und Bairisch- Bier. 2 Billards. Saal zu Versammlungen. Fernsprech- Anschluß. Amt 9a. Nr. 578. Kranzbinderei u. Blumenhandlg. von J. Meyer Nr. 1, Wiener Straße Nr. 1, ( in der Ecke bei der Manteuffelstraße). Guirlanden 15 Pfg. pro Meter. Doppelbügelige Lorbeerfränze von 50 Pf. an. Topfpflanzen, Bouquets 2c. gut u. billig. Fernsprecher, Amt IX, 9482. Der Vorstand. ,, war." ( Michael Flürscheim, Der einzige Rettungsweg.) Literarisches. Litterarisches. Kleine Dresden, Verlag von D. Harnisch.- 7. Seft. Ursprung des ,, Lichtstrahlen." Erscheint halbmonatlich in Heften à 20 Bf. Gottesbegriffes. Von Hermann Teistler( Schluß). Hausthiere und Kulturentwicklung. Von C. H. Herrmann( Fortseßung). Geschichtliches über den Marienfult. Von Hermann Teistler ortfeßung). Kontra Koch). Von Dr. med. H. Lahmann. Unsere Mittheilungen. Ilona Eßlafy, Roman von Heinrich Teweles. Winterfestzeit. Von C. H. Herrmann Die ,, Neue Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet). 14. Heft. Inhalt: Zur Jahreswende. Die Zivilisation und die großen historischen Flüsse. Von G. Plechonoff. Die jüngste Schwenkung ziergänge eines Hamburgers im Jahre 1796. Von Reinhold Rüegs. des französischen Klerus. Von Paul Lafargue. Pariser SpaNotizen. Feuilleton. Große öffentliche Versammlung des Wahlvereins des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises am Dienstag, den 13. Januar, Abends 8½ Uhr im Lokale des Herrn Knebel, Badstr. 58. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Peus. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Im Verlage der Freien Verlagsanstalt"( P. Maurer), Elisabeth- User 55, ist veben erschienen: 1) Einsiedler und Genosse, soziale Gedichte nebst einem Vorſpiel von Bruno Wille. Volks- Ausgabe. Preis 65 Pf. 2) Die Jugend, eine Schrift zur Unterhaltung und Belehrung für Söhne und Töchter des arbeitenden Volkes. Herausgeg. von Bruno Wille. Pr. 20 Pf. Ferner ist durch dieselbe Verlagsanstalt zu beziehen: Die Entschädigungsansprüche der Arbeiter bei Unfällen. Zusammenstellung der nach den Entscheidungen des Reichsversicherungsamtes den Verlegten bewilligten Rentensäße. Herausgegeben von Hans Müller. 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