Berliner Volks- Tribüne. = Sozial- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Dolfs Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Pf. Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mr. 50 pf.) № 3. Aus der Woche. Gabler". des Lehrerstandes. eigener Sache. Erklärung. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elisabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: ,, Volksblatt", Beuthstr. 3. Inserate werden die 4spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 pf. berechnet Dereins- Anzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die Berl. Volfs- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen Sonnabend, den 17. Januar 1891. V. Jahrgang. Der Grundbesitz und und von da hierher mit Schnaps, Pulver und Gewehren nicht gemacht werden. Der Idealismus des Kapitalistendie Lage der ländlichen Arbeiter- Bevölkerung zurückkehren: Und da hat man sich auf der ganzen Linie herzens zeigte sich auch hier wieder im hellsten Lichte. in der preußischen Provins Posen. III.- Was mädchen schlachten ließ, um zu sehen, wie in Afrika„ dem Feste der Liebe", wurden diejenigen Streifenden, in der preußischen Provins Posen. III.- Was über den Engländer Jameson entrüstet, der ein Neger Mitten im strengsten Winter und gar zu Weihnachten, wollen die Nihilisten? III. Vom Bierschwindet. Menschen gefressen werden! Hand aufs Herz. Wer im welche in den Häusern der Eisenbahngesellschaften wohnten, Bur Emanzipation des Weibes. Etwas heiligen Reich deutscher Nation hat denn dazu ein Recht, auf die Straße geworfen. vom Zukunftsstaat. Schon wieder Utopisten. sich zu entrüsten, wenn derartiges geduldet wird, wie es Zweihundert und zehn Geheimmittel wurden Zur Krise. Krause erzählt? durch das Verliner Polizeipräsidium verboten. Es lebe Gedicht. Novelle. Bur kapitalistischen Begleiterscheinung des aussaugenden Kapitalismus, wächst erworbene Reichthum. Die Herzens- und Gemüthsverrohung, die sichere die ehrliche Arbeit und der im Schweiß des Angesichts Entwicklung in Rußland. Ibsen's„ Hedda aller Orten. Der Arzt Dr. Paul Kaphengst, der in Die preußischen Abgeordneten sind wieder einZur Gaunerpolitik. Bur Lage Wiesbaden eine Kuranstalt für Gemüthskranke leitete, mal beisammen und tagen. Es soll ja in Kürze der Vom Reichstag. In wurde zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. In der große Kampf um die Landgemeindeordnung gefämpft Verhandlung famen geradezu gräßliche Einzelnheiten ans werden. Die wichtigste Vorlage für den Arbeiter ist Tageslicht, wie in dieser Heilanstalt franke Menschen be- die betreffs Vermehrung der Zahl der Gewerbe- Inspektoren. handelt wurden. Drei Kranke wurden mit einem einen Innerhalb von vier Jahren soll es über 100 derartige In der legten Nr. der„ Bolts- Tribüne" brachte ich einen einem anderen wurde in unmenschlicher Weise mit dem Gewerberäthe und 97 Gewerbe- Inspektoren. Dazu kommen Meter langen Gummischlauch windelweich geprügelt, Beamte in Preußen geben, darunter 26 RegierungsArtikel über„ Die Parteiverhältnisse der französischen Arbeiter". Derselbe beginnt:„ Ueber die Parteiverhältnisse der französischen Schlauche auf die Fußsohlen geschlagen, ein am Gehirn noch 40 Gewerbe- Inspektions- Assistenten, welche aber nicht Arbeiter enthält ein Artikel von Professor Herkner im Deutschen und Rückenmark leidender Kranker wurde noch an dem fest angestellt werden. Erforderlich sind hierzu 758 720 Wochenblatt" einige interessante Ausführungen, denen wir folgendes Tage geprügelt, an welchem er starb. Und was sagte Mart. Vermuthlich deshalb läßt man sich mit der vollentnehmen". Aus dem Verlauf des Aussages geht zwar hervor, der Edle, als ihm diese Scheußlichkeiten vorgehalten ständigen Durchführung dieses Planes vier Jahre Zeit, daß ich Aenderungen und Ueberarbeitungen vorgenommen habe, denn einem Professor wird man wohl den Standpunkt nicht zu wurden? Er meinte, er hätte von solch einer Behandlung die angegebene Summe ist für einen Staat wie Preußen muthen können, der in den Artikel vertreten ist; da ich das jedoch eine Besserung erwartet. Dieser Gummischlauch in der wahrhaftig ungeheuer. in der Einleitung nicht ausdrücklich gesagt habe, so erkläre ich diese Heilanstalt bildet das denkbar beste Gegenstück zu jener Einem Berliner Staatsanwalt wurde der Pelz Selbstverständlichkeit hier ausdrücklich, um etwaige Stänte- politischen Knute, die zwölf lange Jahre als Sozialisten aus dem Gerichtsgebäude gestohlen. Da drüber könnte reien zu verhüten. gesetz über dem Rücken des gefnechteten Proletariats man weinen. tanzte. Auch Bismarck hatte ja„ Besserung" erwartet.-X Väterchen hat seinen lieben Pobedonoszew zum Sie ist auch eingetreten, freilich in einem anderen Sinne. Minister gemacht. Das bedeutet die vollständige -se-. In Berlin stehen ungefähr 9000 Wohnungen Das deutsche Volf ist einen seiner größten Bedränger Absage an den Kulturfortschritt Europas, die frasseste leer, trotzdem steigt die Miethe noch in einem fort, giebt los und freut sich dessen. Daran ist nichts zu ändern, Reaktion in Rußland und eine halbe Kriegserklärung, an es Menschen, die nicht wissen, wohin sie ihr Haupt legen und mag sich der Alte im Sachsenwalde auch noch zehn- die bürgerliche Welt. Die russische Gefahr wird immer sollen. 9000 Wohnungen stehen leer und viele Hundert mal ausbewern*) lassen. drohender, die Barbarei enthüllt jetzt ihre Gelüste ganz arbeitsame Menschen hausen in Rellerlöchern und soindDer Präsident der Republik Chile, Balinaceda, unverschämt. Wird das noch kein Grund sein, unsere durchsausten Dachstuben, in welche ihre Hunde zu sperren scheint sich an dem größten Staatsmann deutscher Zunge Politit zu verlassen und uns an Frankreich anzuschließen, die reichen Prasser sich scheuen würden. O, die kapi- ein Muster genommen zu haben: Er hat Minister nach um dem Moskowiterthum die Stirn bieten zu können? talistische Wirthschaftsweise ist ein Kulturelement, wie seinem Herzen ernannt, die widerspänstige Kammer nach Oder ist man vielleicht ganz zufrieden, weil man den sonst nichts auf der Welt. Und überall bleibt sie sich Hause geschickt und das ihm nicht bewilligte Budget sich Bluthund an der Newa hofft auf die Arbeiter hezen zu gleich, wenn etwas international ist, so ist es das Ka- selbst festgesetzt. Das war sehr einfach. Das Volf aber, können, wenn es nöthig sein sollte? pital. In Altena in Westfalen besitzt der Lehrer für das nicht im Besitz deutscher Geduld und Langmuth ist, seine neun Personen zählende Familie eine Amtswohnung machte es eben so einfach, es erklärte ihn für abgesetzt. von einem Zimmer, der Pfarrer, ein Junggeselle, eine Denfmal wird nun der Herr Ex höchstwahrscheinlich Der Grundbesih und die Lage der ländlichen solche von vierzehn schönen Räumen. Ja, ja, jedem feines bekommen, vielleicht aber ein Grabfreuz. So verdas Seine, wie es sich gehört und gebührt. schieden sind Menschen und Sitten. Arbeiter-Bevölkerung in der preußischen In London sind in den letzten Tagen drei PerDer Säbel haut. In Fürstenwalde wurde in sonen buchstäblich verhungert. Bu einem der Unglück- der Nacht ein Buchdrucker von drei Einjährigen und Proving Polen. lichen kam öfter ein Missionär und las ihm gegen den einem Fähnrich des 3. Ulanen Regimentes nach kurzem III.( Schluß). Hunger einige Bibelstellen vor. Das Mittel scheint leider Wortwechsel niedergehauen und auf der Straße vernicht angeschlagen zu haben. Schade, jammerschade, es wundet liegen gelassen. Und das nennt sich Vaterlandswäre allüberall so billig zu beschaffen gewesen. Ein vertheidiger! Blatt erklärt den Umstand, weshalb diese Leute nicht Aus der Woche. P. E. J. E. P. Der Gesindelohn wird selbstverständlich vierteljährlich postnumerando ausgezahlt. Statt mit Freuden auf den Lohntag zu warten, sieht der Mann Auch in der Armee der vereinigten Staaten von mit Hangen und Bangen dem Quartalsschluffe entgegen; ins Armenhaus gingen.„ Die Gefangenen im Zuchthause Nordamerika scheint das Avancement in den letzten Jahren vielleicht hat er einige Eggezinken oder ein Hufeisen oder werden hier( England) gewöhnlich weit besser behandelt kein besonders gutes gewesen zu sein. Nun ist man sonst irgend etwas von dem ihm übergebenen Inventar als die Armen im Arbeitshause." Etwas Aehnliches eben daran, diesem Uebelstande durch einen Vernichtungs- verloren oder zerbrochen; oder er hat sich einmal an sagte auch vor kurzem der Landesausschuß Schöffel im frieg gegen die Indianer abzuhelfen. Von Land zu einem Sonntage beim Kirchgange oder zum Jahrmarkt niederösterreichischen Landtage. Die Waisenkinder würden Land hatte man sie im Laufe der Jahre gedrängt, die betrunken, oder es sind gar seine Hühner oder Gänse, so gut gehalten, daß sie sich um die ekligen Brocken Agenten der Regierung beschwindelten sie nach Noten, sein Schwein oder seine Kuh auf das herrschaftliche rauften, welche aus den Schweinetrögen fielen. Er be- wo sie nur fonnten. Jetzt haben auch nach ihrer letzten Feld übergetreten. Selbstredend hat der arme Mensch glückwünschte eines dieser Kinder, weil es aus dem Zufluchtsstätte die gierigen Landspekulanten und Profit- für alle diese Vergehen zwar gleich, wenn er dabei be Waisenhaus in eine Korrektionsanstalt gekommen. Schacherer ihre Fänge ausgestreckt. Sie sind im Wege, troffen, also auf frischer That, seine Strafe in den maß Derselbe Mann charakterisirte die heutige Gesell sie müssen verschwinden. Was thut es, daß sie Menschen losesten und ehrenrührigsten Beschimpfungen, sowie in schaft" dahin, ihre Lefzen triefen vor Humanität, ihr sind. Mein Geld ist meine Ehre, sagte einmal ein be- Schlägen erhalten; aber er weiß nicht, ob ihm der„ gnädige Herz aber sei das eines Kannibalen( Menschenfressers); kannter Großspekulant und Börsenheiliger. Und dieser Herr" nicht außerdem noch eine Geldstrafe dafür aufsein sehnlichster Wunsch sei, sie, die Gesellschaft, ver- Ehre" muß Genugthuung geleistet werden, und sei es, brummt. Dies geschieht in zehn Fällen sicher neun Mal, nichten zu können. Und der Mann hat Recht, es giebt daß die Erde dampft vom Menschenblut und Arbeiter- und häufig genug werden den Leuten 3 bis 6 Mark von nichts Berlogeneres als unsere so humane Gesellschaft. schweiß. Wie lange ist es denn her, daß ein Kardinal einen ihrem Lohn in Abzug gebracht. Empört sich das Herz Der Streik der schottischen Eisenbahnangestellten des Mannes aber gar gegen diese Willkür, so erhält er förmlichen Kreuzzug gegen die afrikanischen Sklavenjäger wird aller Wahrscheinlichkeit nach zu Gunsten der Arbeiter zunächst in Gegenwart seiner Kameraden, da es dann predigte? Jezt kommt der Afrikareisende Dr. Krause und ausfallen. Die Unternehmer pochen zwar noch immer heißt:" Der Kerl ist noch frech und unverschämt", einige fonstatirt gegen den Regierungskommissar Kraut unterm auf ihre Macht, aber auf die Dauer können die Fahrten tüchtige Hiebe und fann außerdem, falls er dann noch 10. Dezember 1890 folgende Thatsache:„ Ich halte noch von alten, gebrechlichen und gänzlich ungelernten Leuten zu mucen wagt, gewärtig sein, ohne Weiteres aus dem mals alle meine Angaben über die Duldung des Sklaven handels im deutschen Togogebiet aufrecht. Von hier, *) Bewer heißt ein durch die Lektüre des verrückten Buches Sack und Pack auf die Straße geworfen zu werden. Dienst gejagt und sans façon mit Weib und Kind, mit Salaga, werden die Sklaven nach Togo geführt, ich sehe Friedrichsruh besuchte und darüber eine Anzahl bandwurmartiget Das wissen die Leute nur zu gut, sie schweigen daher, Rembrandt als Erzieher" übergeschnappter Schriftsteller, der Bismarck die Sklavenhändler mit ihrer Waare nach Togo abgehen Feuilletons losließ. ergeben sich mit wahrhaft türkischem Fatalismus in ihr in | Schicksal und suchen sich für das, was„ der Herr" ihnen Beim Miethen wird den Leuten versprochen, daß Geschichte und den gegenwärtigen Charakter unserer von ihrem Lohn abgezogen, durch Stehlen zu entschädigen. ihre Kuh in freiem Futter gehalten werden soll. Natürlich Kirche bedingt sind. Ich konstatire nur ein unbestreitAußerdem tritt noch eine Verkürzung des Lohnes um erhält das Thier nicht dasselbe Futter, wie die herrschaft- bares Faktum. jährlich 12 Mark ein, wenn der Knecht, wozu er sich lichen Kühe. Im Sommer werden die Kühe der Gesinde- Ganz anders steht es um die unteren Klassen. Man beim Miethen verpflichten mußte, nicht einen Dienstboten, leute nicht auf dieselbe Weide, sondern auf ſaure, zumeist sagt, der russische Bauer sei sehr religiös. Dieses gilt den er natürlich selbst lohnen und beköstigen muß, täglich Waldweiden getrieben. Die Folge ist, daß bei den Kühen wohl für die Dissidenten, nicht aber für die offizielle gegen einen Tagelohn von 5 Pfennigen weniger, als die verschiedene Krankheiten z. B. Blutharnen u. f. w. ein- Orthodoxie. Was thatsächlich vorwiegt, ist ein fast heidfreien Arbeiter im gleichen Alter erhalten, zur Arbeit treten, sowie ein fast gänzliches Ausbleiben der Milch. nischer Nitualismus, unter welchem sich religiöse Gleichschickt, wogegen es den Brotherrn jederzeit freisteht, Im Winter müssen die armen Thiere jedes Kraftfutter gültigkeit verbirgt. Die Geistlichen, die jeder Unabdiese Leute ohne irgend welche Beschäftigung zu lassen. entbehren, denn der Herr läßt ihnen nur Strohhäcksel hängigkeit beraubt sind und auf Schritt und Tritt Die Wohnung der Leute ist der übrigen Verhältnisse mit Spreu vermischt, reichen, während seine Kühe Stroh- überwacht werden, deren Predigten der Zensur unterwürdig. Sie besteht aus einer Stube von 18 bis 20 Fuß häcksel mit Getreideschrot und Heu bekommen. worfen und die an vollständige Unterwürfigkeit der Länge, 15 bis 18 Fuß Breite und 72 bis 10 Fuß Höhe Der Gerechtigkeit wegen muß noch erwähnt werden, despotischen Gewalt gegenüber gewohnt sind, können und einer dunkeln Kammer, in der der Dienstbote des daß jedem Kuhbesizer noch die Nutzung des in den ebenso wenig den religiösen Bedürfnissen der Bauern Knechtes schläft und in welcher die Vorräthe an Deputat, Feldgräben wachsenden Grases von seinem Herrn zuge- genügen, als sie fähig sind, der freidenkerischen Bewegung die Handmühle und allerlei Gerümpel aufbewahrt werden. wiesen wird. Die Wohnstube wird von Vater, Mutter und Kindern Wir kommen nun zu der Frage: Wie kann unter bewohnt; es ist jedoch nichts Seltenes, daß troß aller so kläglichen, wahrhaft traurigen Verhältnissen eine Fapolizeilichen Verbote, noch eine zweite Familie in diesem milie ihr Dasein fristen?" und müssen dieselbe dahin be Raum untergebracht wird. Das geschieht gewöhnlich dann, antworten, daß sie sich wenigstens das, was sie zum wenn sich ein Kind verheirathet. Die jungen Eheleute Leben unumgänglich nothwendig gebraucht, hinzustiehlt bleiben dann bis zur Geburt des ersten Kindes bei ihren sie thut das auf ungefeßliche, was der Herr auf geEltern und theilen mit ihnen die Wohnung. segliche Weise thut. in den höheren Klassen Widerstand zu leisten. Unfähig, einen passenden Gebrauch von der intellektuellen Kultur, der Wissenschaft, Philosophie, ja selbst der Theologie zu machen, durch Erfahrung dazu gebracht, den religiösen Eifer als ein gefährliches Ding zu betrachten, als etwas, das den tödtenden Schlaf zu brechen droht, der das Ideal des bureaukratischen Despotismus ist fann eine derartige Geistlichkeit etwas anderes sein, als eine BeamtenDie schon oben bei der Besprechung der Lage der Daß die ländliche Arbeiterbevölkerung der weitaus faste, dazu bestimmt, die religiösen Zeremonien zu erfüllen, Gärtner ausgesprochene Annahme, daß eine Familie dieser größte Theil derselben ist, wie erwähnt, polnischer Na- ohne dabei ein Fünfchen von Geist zu besigen? Welchen Leute gemeinhin aus mindestens sechs Personen besteht, tionalität- auf eine unglaublich niedrigen Bildungs- moralischen Einfluß können diese Sprachrohre der Rewird derjenige, der den Kindersegen dieser Parias fennt, stufe stehen, haben wir schon weiter oben erwähnt. Diese gierung, welche immer nur auf Befehl sprechen, ausüben? wohl nicht zu hoch berechnet halten, es kommt daher, Leute sind wahrhafte Heloten; sie sind seit Generationen Schon seit langer Zeit haben die russischen Priester wenn wir nach obigen Angaben den Rauminhalt der in dieser Weise behandelt worden und wissen traditionell, darauf verzichtet, die moralische Leitung des Volkes zu Stube mit 2075 bis 3600 Subiffuß berechnen, bei sechs daß sie nur in höchst seltenen Fällen oder niemals Recht besißen. Ihr einziger Zweck ist der, den Bauern möglichst Personen auf jede Person ein Raum von 337,5 bis bekommen; sie glauben daher auch zum allergrößten viel Geld und Geschenke abzupressen. Die orthodoxen 600 Kubiffuß, oder bei acht Personen ein solcher von Theil garnicht, daß es Geseze giebt, die sie gegen Bauern haben vor ihren anspruchsvollen und habsüchtigen 270,6 bis 450 Rubitfuß pro Kopf. Bedrückung und Willkür seitens der gnädigen Priestern auch gar feinen Respeft, sie verachten sie und Der Fußboden besteht meistentheils aus gestampftem Herren" schüßen. Der Pfarrer und der Lehrer, die ziehen sie oft ins Lächerliche. Dennoch glauben sie an Lehm, nur in seltenen Fällen ist derselbe mit gebrannten beide sie über ihr Recht aufklären könnten, thun das nicht Jesus Christus, an die Junfrau Maria, an die zahlBiegeln ausgelegt; ebenso sind die Wände aus Lehm auf und helfen ihnen auch nicht, der erstere schon deshalb reichen Heiligen, welche unter einander einander die Sorge geführt. Etwaige Löcher in der Wand werden mit Stroh nicht, weil er mit dem„ gnädigen Herrn", mag dieser um das Weltall theilen, während der Priester allein im oder alten Lumpen nothdürftig verstopft; das einzige katholisch, evangelisch oder jüdisch sein, verkehrt, letzterer Besize der Geheimnisse ist, um sich alle diese himmlischen Fenster, welches nicht einmal geöffnet werden kann, wird aber, da der Gutsherr, wenn nicht sein Schulinspektor, Mächte durch gewisse Zeremonien günstig zu machen: mit Papier verklebt, wenn eine Scheibe zerbricht. Auf so doch sein Patron ist. Was eine solche Abhängigkeit den heiligen Vlas, den Beschützer der Herden; den heiligen einzelnen Gütern im Kasernenstil neuerbaute Gesinde- zu bedeuten hat, weiß wohl jeder Lehrer. Elias, den Spender des Regens, und dem heiligen Georg. häuser sind freilich in jeder Beziehung besser ausgestattet. So bildet ein stumpfsinniges und völlig gedanken- dem die Wölfe gehorchen. Der Priester ist unentbehrlich), Das Brenn- und Heizmaterial, welches den Leuten loses Hinbrüten das Charakteriſtikum des ländlichen wenn man gute Ernten, einen gesegneten Viehstand haben geliefert wird, besteht meistens aus grünen Aesten und Proletariats in der Provinz Posen. Seine niedrige will und die Felder vor der Dürre verschont bleiben Reisigholz, häufig auch Torf, der im Bruche oft nicht einmal Sittlichkeit hebt sich nur schwer. So will z. B. der Hang sollen. Man muß manchmal doch zu ihnen seine Zuflucht gehörig ausgetrocknet ist. Daß diese Materialien schlecht zum Stehlen bei ihm nicht abnehmen, auch wo sich in nehmen, wie ungern man auch die ungeheuren Tagen, brennen, das ganze Gemach mit einem undurchdringlichen einzelnen Fällen seine Lage gebessert hat; ebenso der Genuß welche sie einem auferlegen. bezahlen mag. Was die Rauch und Lualm anfüllen und dadurch namentlich bei des Branntweins, der einzige Tröster in ihrem Elend. Christenpflichten anbelangt, jo glaubt ein orthodoxer Kindern höchst bedenkliche Augenentzündungen hervorrufen, In feiner Provinz, wie gerade hier, hat durch Genera- Bauer ihnen vollkommen genügt zu haben, wenn er seine ist selbstverständlich; man sieht daher oft, daß die Leute, tionen die herrschende Klasse durch maßlos eigennüßigen Kinder taufen läßt, wenn er seine Tochter in der Kirche um diesem Ungemach zu entgehen, das Brennmaterial Druck, namentlich den ersteren Trieb als nothwendige trauen und den Priester ein oder zweimal im Jahre die durch gestohlene, oft sehr werthvolle Inventarienstücke, Waffe im Kampfe ums Dasein im arbeitenden Volke Messe lesen läßt. Er geht nur in die Kirche, wenn namentlich an Nugholz komplettiren. Nur zu häufig ausgebildet. Dem Herrn und dem Pfarrer etwas stehlen, diese nicht sehr weit entfernt ist und die Zeit es ihm kommt es vor, daß die gnädigen Herren" zwar den ist keine Sünde, denn diese leben ja von uns" lautet ein erlaubt. Was am besten seine religiöse Gleichgültigkeit Rauchfangkehrer für ihre Gesindehäuser bezahlen, aber polnisches Sprichwort, welches auch in den Provinzen beweist, ist Folgendes: Trotz des Befehls der Kirche, sich nicht im Mindesten darnm tämmern, ob die Schorn- Ost- und Westpreußen, in der masurischen und polnischen mindestens einmal im Jahre das Abendmahl zu nehmen steine auch wirklich gefegt werden und dann noch eine Bevölkerung bekannt ist. und trotz der polizeilichen Vorschriften über diesen Punkt Familie, die durch den Rauch fast erstickt ist, bestrafen, Der Ultramontanismus, welcher in den letzten Jahren ist er doch sehr nachlässig darin. Die offiziellen Berichte ,, weil sie sich aus Faulheit durch Liegen im Bette einen feine Heerden in dem sogenannten„ Kulturkampfe" zum der Landpriester zeigen, daß in Kirchspielen von 3-4000 guten Tag machen wollen". Streite für die gefährdete Religion" aufgerufen hat, hat Seelen oft nicht mehr als 2-300 Gläubiger an diesem 27 Was die vom Besizer dem Mann zu liefernden diese freilich zunächst durch zahllose Blätter, Blättchen Afte theilnehmen, dem wichtigsten, durch den ein gläubiger Naturalien anbelangt, so muß jeder Sachverständige zu- und Traftätchen zu seinem Vortheil präparirt, er hat Orthodoyer seinen Glauben bezeugen fann. Unter den geben, daß der Ertrag von einem Morgen mit 75 Scheffeln aber eben dadurch das Denken der Massen wachgerufen, Bauern, besonders unter denen, die weit und häufig bezw. Zentnern Kartoffeln sehr hoch berechnet ist. Der sie aus dem Todesschlafe erweckt und der Aufklärung, reisen, findet man einige, welche während 10, 15, ja Acer soll zwar nach der Verabredung beim Engagement die seine Erbschaft antreten wird, die Wege geebnet. Die 20 Jahren kein Abendmahl genommen haben. Eine solche gedüngt sein. Dies geschieht jedoch in ganz unzureichender Geister sind einmal in Bewegung gekommen; auch der Religion ist nicht der Mühe werth, zerstört zu werden;. Weise, da drei bis vier Fuder Dünger das gewöhnliche polnische Arbeiter ist aufgerüttelt. wir haben auch niemals die absurde Idee gehegt, durch Quantum sind, welches darauf verwendet wird; außerdem Hoffentlich gelingt es, auch diese Unglücklichen zum geheime Gesellschaften Propaganda für den Atheismus zu findet das Stecken, da die Leute keine Zeit haben, oft sozialistischen Evangelium zu bekehren, denn Befreiung machen. Wir wollten nur verhindern, daß unsere Anerst dann statt, wenn die Kartoffeln des Gutsheren schon tönnen sie ja doch nicht von ihrer feudalen, nationalen hänger zur Beichte gingen, damit ihnen nicht komprolange in der Erde sind. Die 4000 Pfund, welche nach Partei hoffen, sondern allein von der Sozialdemokratie, mittirende Worte entschlüpfen. Denn in Rußland ist unserer Annahme von 108 Quadratruthen geerntet werden, welche alle Ketten bricht. ergeben pro Tag 10,9 Pfund, als Nahrungsmittel für sechs Personen. Was wollen die Nihilisten? Von Stepniat. Deutsch von B. N. ( Schluß.) jeder Priester, welcher von seinen Beichtkindern etwas erfährt, das den Anschein einer politischen Verschwörung hat, durch das Gesetz verpflichtet, das Beichtgeheimniß, Daß die Herren Besizer ihren Leuten das zustehende welches in jedem anderen Falle, selbst bei einem VaterGetreide nicht in bester, marktfähiger Qualität liefern. morde, unverleßlich ist, zu verrathen. Man konnte diese darüber kann wohl kein Zweifel obwalten, und kann man Ich will meine Betrachtungen über die Zerstörungs- durch die Nothwendigkeit gebotene Verzichtleistung leicht daher den Roggen mit 75 Pfund pro Scheffel, den Weizen tendenzen der Nihilisten nicht abschließen, ohne einige erlangen. Ich muß hinzufügen, daß die Initiative dieses gleichfalls mit 75 Pfund, die Erbsen mit 85 Pfund und Worte über einen besonderen Punkt zu sagen, nämlich Entschlusses sehr häufig von den Bauern und Arbeitern die Gerste mit 68 Pfund pro Scheffel annehmen; es über das Verhältniß ihrer politischen Ansichten zur selbst nach ihrer Befehrung zu revolutionären Ideen ergeben also: 14 Scheffel Roggen à 75 Pfund 1050 Pfund 4 Wizen à 75 300 " 2 Erbsen à 85 170 M " " Gerste@ 68 272 " P zufammen 1792 Pfund oder pro Tag 4,96 Pfund. Religion. Einige gute Freunde der russische Regierung, ausging. Wir lassen uns mit unseren Arbeitern nie in welche den religiösen Instinkt der Engländer sehr wohl theologischer Diskussionen ein, dadurch würden wir tennen, machen alle möglichen Anstrengungen, um unter ihre Aufmerksamkeit von den politisch- sozialen diesen die Ansicht zu verbreiten, daß die Nihilisten jeden Fragen, welche uns so sehr am Herzen liegen, Glauben zu zerstören suchen, um an dessen Stelle etwas auf die kirchlichen lenten, welche nicht das ge= wie einen Stultus der Vernunft, zu setzen. ringste Interesse für uns haben.*) Hinsichts der Positionen Hühner und Gänse" ist Die religiösen Verhältnisse in Rußland bieten einige Ich will hier noch einige Worte über die Seften zu bedenken, daß das Halten der Gänse nur geduldet Eigenthümlichkeiten, welche der religiösen Politik der hinzufügen, die in Rußland sehr zahlreich vertreten und wird; sie schweben in steter Gefahr, bei etwaigem Feld Nihilisten einen besonderen Charakter verleihen. Es läßt deren Anhängerzahl nicht genau bekannt sind. Komschaden vom gnädigen Herrn" oder dessen Beamten er sich nicht leugnen, daß die Nihilisten Atheisten sind. Es petente Fachmänner schäßen sie auf nicht weniger als schlagen, erschossen oder von den Hunden zerrissen zu ist aber durchaus falsch, wenn man behauptet, daß sie den vierten Theil der eigentlichen ländlichen Bevölkewerden. Außerdem hat der Brotherr noch obenein das jede Religion vernichten wollen. Vor allen Dingen giebt rung Rußlands. Sie verbreiten und vermehren sich Recht von den großgezogenen Gänsen sich die fünfte als es unter den den Gebildeten, welche bis dahin den Re- aber täglich. Alle wirklich religiösen Elemente Rußlands Tribut auszuwählen. Wie bei der Einheimsung dieses volutionären das stärkste Kontingent gestellt haben, in sind hier mit einbegriffen. Wenn ein orthodoxer Bauer Tributs von Gänsen verfahren wird; darüber kann ich dieser Hinsicht nichts mehr zu vernichten, weil unter diesen seine religiöse Gleichgültigkeit ablegt, tritt er irgend einer ein recht artiges Histörchen mittheilen: Ter„ Gnädige" der Atheismus ebenso allgemein ist. wie der Katholizismus bereits bestehenden Sefte bei oder gründet eine neue. wollte eines Tages seinen Tribut an Gänsen von seinen in Frankreich. Er ist die Staatsreligion unserer ge- Bei diesen Sekten ist die Religion keine leere Beobachtung neunzehn Gesindeleuten, bei denen er das alten dieser bildeten Klaffen, und aus diesem Grunde konnten diese des Ritus. Sie ist hier eine lebendige, begeisternde, die Thiere geduldet hatte, erheben und ließ, da ihm das Aus- auch zu jener glücklichen Indifferenz gelangen, welche, politischen und sozialen Anschauungen der Seftirer besuchen derselben bei den einzelnen Leuten zu langsam und nach Thomas Bucke, die beste Garantie der Toleranz in seelenden Macht; sie ist die größte moralische Kraft, zeitraubend erschien, sämmtliche Heerden zusammen religiösen Dingen gewährt. In diesem Punkte weicht welche unsere Bauern in Bewegung setzt. Alle diefe treiben, suchte sich dann, als dies geschehen war, aus den Rußland wesentlich von allen anderen europäischen Religionsseften aber haben durch den vereinten Einfluß 150 Stück 30 Stück der fettesten Gänse aus und über Ländern ab, Italien und Frankreich nicht ausgeschlossen. ließ dann den neunzehn Parteien, wie sie unter sich mit Ich will nicht auf die Ursachen eingehen, die dieser *) Das tönnten sich unsere Genossen merken, welche so elfrig der Repartition des erlittenen Verlustes fertig wurden. Eigenthümlichkeit zu Grunde liegen und welche durch die für den Austritt aus der Landeslirche agitiren. # 15 religiöser Unbefriedigtheit, politischen und sozialen Druckes| tend höheren Preis; dieser Preis wird öffentlich notirt Wir drucken aus einen Aufsatz der Münchener„ Neuesten eine mehr oder minder stark hervortretende oppositionelle und den Brauereien, also den schließlichen Käufern gegen- Nachrichten", als echtes deutsches Spießbürgerorgan jedenund regierungsfeindliche Richtung. Einige unter ihnen über, als Trumpf ausgespielt. falls der Emanzipation nicht freundschaftlich gegenüberbestreben sich, zu der urwüchsigen sozialen Gleichheit der Jeder Ballen Hopfen erleidet durch längeres Stehen stehend, folgende Ausführungen über die russischen ersten Christen zu gelangen, andere gehen sogar so weit, und Eintrocknen einen Gewichtsverlust von 3-4 Kilo. Studentinnen ab, aus denen jedenfalls das hervorgeht, den Kaiser für den Antichristen zu erklären; sie weigern In sehr vielen Fällen beträgt aber das Manko 6 bis daß die gebildeteren Charaktere zum großen Theil schon sich, seine Beamten anzuerkennen oder den von der Re- 10 Kilo; natürlich ist dieses nicht durch Eintrocknen ent- einen ganz unweiblichen, idealistischen Typus aufweisen gierung erlassenen Befehlen Folge zu leisten, und flüchten standen, sondern durch absichtlich falsches Wiegen. In und dem Männercharakter sehr nahe kommen. in die Wüste, um feinen Paß nehmen zu müssen. der am 22. November 1887 abgehaltenen Sigung des" Der hervorragendste und bedeutendste Typus unter " Wir haben natürlich nicht das mindeste In- Kongresses der Hopfenproduzenten und Bierbrauer in den Studentinnen ist die Arbeiterin". Sie hat ein teresse daran, diese Religion zu vernichten. Die Moskau wurde die Thatsache angeführt, daß ausländische ausdrucksvolles, intelligentes Gesicht, kleidet sich einfach, russischen Seften tragen in sich eine große schöpferische Kommissionäre russischen Hopfen vom Bauer kaufen, den- ist aber gewöhnlich keine Schönheit. Auf ihr Aeußeres Macht, welche ohne Zweifel, wenn das Land erst frei selben in ausländische Säcke fassen, und dann zu zwei- achtet sie wenig und ist bestrebt, möglichst unbesein wird, zur Befestigung seiner Unabhängigkeit wird bis dreimal höheren Preisen an russische Brauereien ver- merkt zu bleiben. Sie hält sich abseits, spricht nur verwerthet werden können. Ihre zerstörende Macht aber, faufen. selten, ist aber stets beschäftigt und arbeitet wie ein ich darf es fühn behaupten, ist gleich Null. Sie haben Für eine norddeutsche Brauerei lieferten im Jahre Mann", d. H. mit Verständniß, ohne sich mit Beweise einer enormen Widerstandskraft und eines großen 1882 zwei Geschäftshäuser große Menge Saazer Hopfen. Kleinigkeiten und Nebensachen aufzuhalten. Sie Aufopferungsgeistes gegeben; es giebt aber kein Mittel, Der Brauerei fiel es auf, daß die beiden Händler in besucht nicht alle Vorlesungen, ist aber ausdauernd und fie zu einem aktiven revolutionären Proteste gegen ihre einem Orte wohnten und ein und dieselbe Hausnummer ruht nicht eher, als bis sie ihre Aufgabe befriedigend Unterdrücker zu bewegen. hatten. Sie schrieb an das Gemeindeamt, nnd da stellte gelöst hat. Die Examina fürchtet sie nicht. Sie bevorzugt es sich heraus, daß die eine Firma in jener Gegend auch Paris, weil sie hier die vorzüglichsten Professoren und nicht ein Pfund Hopfen gekauft hatte. Die besten Unterrichtsmittel findet: auch liebt sie das Aber warum kaufen denn die Brauereien den minder großartige Leben und Treiben dieser Stadt. Die N. K. In der letzten Generalversammlung der Ber- werthigen Hopfen? Sie dürfen ja nur die Lupe nehmen, Arbeiterin" hat ein bestimmtes und flares Ziel vor Itner Bockbrauerei erklärte der Aktionär Theodor Müller: um die rothen alten Lupulinfügelchen von den frischen, Augen: erstens lernt sie um der Wissenschaft selbst Es sei soweit gekommen, daß die Brauerei ihren Liefe- guten, gelben zu unterscheiden! Antwort: Weil sie willen, und zweitens denkt sie stets an das Dorf, ranten verpflichtet sei. müssen. Entweder sizen, wie bei der Nürnberger Aktien- d. h. an ihr elendes Volk, dessen trauriges, Vom Bierschwindel. In der Generalversammlung der Nürnberger Aktien- Brauerei, im Aufsichtsrathe einige Händler, welche das schwer belastetes Dasein sie durch ihre Kenntnisse Brauerei vormals Henninger wurde die Thatsache fest Geschäft sich zugewandt haben. Oder einige Händler und hauptsächlich durch ihre Liebe und Hingabe gestellt, daß zwei Aufsichtsrathsmitglieder ausschließlich haben der Brauerei direkte Geldvorschüsse gemacht und zu bessern hofft. Aber sie spricht nie darüber, Gerste und Hopfen liefern, erstere zu 11,03 Mart, letztern sie so in die Hand bekommen. Oder zum Dritten, der sondern arbeitet schweigend. Obschon sie zurückzu 124 Mark. Die Prüfung erfolgte ohne Revisoren Direktor oder Braumeister steckt mit dem Händler unter haltend und bescheiden ist, wird sie doch sehr geschätzt durch den Aufsichtsrath und erstreckte sich, wie Rechts- einer Decke, nimmt am Gewinn desselben Theil und be- und mit Ehrerbietung behandelt. Häufig stammt sie aus anwalt Nienholdt in Leipzig bekannt macht, nur auf die zieht von jedem von der Brauerei gekauften Ballen Hopfen einer reichen Familie und erhält bedeutende Mittel, bestimmte Prozente. Es sind Fälle vorgekommen, daß ein trotzdem aber lebt sie sehr einfach und unterstützt ihre Qualität. Von der Brauereigesellschaft Hofbräuhaus" in Brauer bis 40 Mark von einem Ballen Provision bezog. ärmeren Kameradinnen. Sogar der freche französische Dresden wurde den interpellirenden Aktionären jede Aus- Diese Praktiken gehen vor sich in großen Aftien Student begegnet ihr achtungsvoll und manche funft über die in früheren Jahren statutenwidrig ge- brauereien, welche man um ein Billiges in die Hand be- Professoren stellen sie ihren männlichen Hörern zahlten Extravergütungen an einzelne Aufsichtsraths- tommen will. Wenn schlechte Materialien verwandt wer- als nachahmenswerthes Beispiel hin. Auch die delegirte verweigert. den, kann auch die Qualität des Bieres teine gute sein.„ Büfflerin" ist ein sympathisches und in der Regel sehr So berichteten in den letzten Tagen einige wenige Der Absatz stockt, die Dividende, die sich einige Jahre bescheidenes, sogar schüchternes Wesen. Sie fürchtet die bürgerliche Zeitungen. Die große Mehrzahl schwieg diese auf ziemlicher Höhe gehalten hat, finft plöglich auf Null, Professoren und ist verlegen, wenn sie antworten soll. Thatsachen, welche die letzten Ausläufer und Konsequenzen mit ihr der Kurs der Aktie. Jetzt ist die Zeit da, wo Ihr Name zeigt, wie sie arbeitet; ihre Thätigkeit ist eines ganzen Systems bilden, einfach todt, oder erwähnte gekauft werden kann. Kurze Zeit, und aus dem Händler plant os, sie liegt zu viel Gewicht auf die formelle Seite fie nur mit einigen Worten, aus welchen nur der Ein- und Materiallieferanten ist der Besizer der Brauerei ge- ihrer Beschäftigung und zu wenig auf das freie, häusgeweihte klug wurde. Die kapitalistische Wirthschaftsweise, worden. Nach einigen Jahren kann dann das Objekt liche Studium. In den Vorlesungen ist sie die erste; die alles torrumpirt und zu Grunde richtet, was sie in auf leichte und sehr rentable Weise wieder in eine Aktien- sie setzt sich auf die vorderste Bank und schreibt fleißig ihre Fänge bekommt, hat im Hopfenhandel und in der gesellschaft umgewandelt werden. nach. Häufig gehört sie zum Stamme Juda und hat Bierbrauerei Blüthen gezeigt, die als klassische Beispiele Auch eine Blüthe unserer Kultur und des herrschen- meistens eine trostlose Kindheit hinter sich. Jetzt lebt sie dafür gelten können, wohin die Profitwuth, der Mehr- den kapitalistischen Systems! Wir haben die ganze Schil in der Hoffnung, in jene Finsterniß, aus der sie selbst werthswahnsinn und eine staatlich unkontrolirte Geschäfts- derung hierhergesetzt, um unseren staatserhaltenden Bieder- hervorging, einen Lichtstrahl hineintragen zu können. macherei führen fann und führen muß. meier und Moralpredigern eine kleine Freude zu bereiten. Sie fühlt ein tiefes und inniges Mitleid mit der Der beste und theuerste Hopfen auf dem Kontinente Man muß die Herrschaften von Zeit zu Zeit in den elenden Lage ihrer armen Stammesgenossen und ist der Saazer, der selbst wieder nach der Qualiät in die Spiegel blicken lassen, damit sie nicht vergessen, wie ist fest überzeugt, daß nur Wissenschaft und Aufdrei Marken: Stadtgut, Bezirks- und Kreishopfen zer- sie aussehen. fällt. Im Jahre 1886 wurden im Saazer Gebiete 20 000 Metergentner Hopfen gebaut, verkauft aber wurden an die Brauereifundschaft rund klärung ihnen Rettung bringen kann. Das Gegentheil von dieser ist die geniale" Studentin. Sie ist vortrefflich begabt und gehörte schon in der höheren Bur Emanzipation des Weibes.Töchterſchule zu den Erſten. Von den Eltern und Ver60000 Meterzentner. Wie ging das zu? Es wurde Wir sind durchaus keine Anhänger dessen, was unser wandten gelobt und verwöhnt, hält sie sich selbst für einfach statt Saazer minderwerthiger Auschaer, galizischer liebes Bürgerthum unter Weiberemanzipation versteht. genial. Nur selten wählt sie das Studium der Medizin; oder steierischer Hopfen verkauft; das ist für den Händler Die wirkliche Emanzipation des Weibes ist unter den be meistens widmet sie sich der Philosophie oder den Naturin den meisten Fällen ein Extragewinn von 100 Prozent. stehenden Verhältnissen überhaupt unmöglich, und was wissenschaften und schwärmt entweder von einer Professur Dabei bleibt es aber nicht. Mehrere Jahre alter Hopfen gemacht werden kann, ist gewöhnlich nichts weiter, als oder doch von hochwichtigen, bahnbrechenden Erfindungen, wird zu 5-10 Mart per 50 Kilo gekauft. Dieser daß sich die lieben Damen von der häuslichen Arbeit die sie zu machen hofft. Häufig ist sie enttäuscht und Hopfen wird gedroschen und mit der Schaufel geworfen, emanzipiren" um mehr Zeit zu haben, die respektiven leidet dann an Weltschmerz. Ihr Zimmer ist mit den so daß alle schweren Bestandtheile entfernt werden. Die Ehemänner zu chifaniren; und das Höchste, wozu sich Büsten von Heine und Schopenhauer geschmückt und man übrig gebliebenen Blätter werden geschwefelt und zu 15 diese Emanzipation versteigt, ist, daß die Weiber den findet bei ihr die Schriften der radikalsten Philosophen bis 20 Prozent unter neuen Hopfen gemischt. Frisch Männern in ihren Berufen Konkurrenz machen und mit und Denker der Gegenwart. Ihr Steckenpferd aber ist gepflanzter Hopfen ist im ersten und zweiten Jahrgang Hilfe der dazu nöthigen Erziehung zu eben solchen die Frauenfrage, welche jedoch stets durch eigene, persönminderwerthig und heißt Jungfernhopfen. Diese Sorte Tröpfen abgerichtet werden, wie die Männer es schon liche Interessen in den Hintergrund gedrängt wird. ist sehr billig und wird ebenfalls bis zu 20 Prozent sind. Die Proletarierin, welche sich in ganz anderer Die Kämpferin" nimmt diese Frage viel ernster; ihr unter den neuen guten Hopfen gemischt. Dazu kommt Lage befindet und schon beginnt, durch die Verhältnisse Hauptziel ist die Emanzipation des Weibes; Arbeiten und dann noch Hopfen, welcher in der Regenzeit geerntet emanzipirt zu werden, kommt natürlich hierbei nicht in Studiren sind ihr nur Mittel, um dies Ziel zu erreichen. werden mußte und dessen Lupulingehalt auf dem Trocken- Betracht. Sie ist Kosmopolitin und es ist ihr gleichgültig, ob sie boden, wenn nicht ganz, so doch zum größten Theile ver- Indessen, da wir nun einmal die geschworenen Feinde nach Rußland zurückkehren wird oder nicht, denn sie nichtet wurde. Freilich ist dieser Weischmasch von einem von Ehe, Sittlichkeit, Familie und so weiter sind, so findet überall Gelegenheit, für ihre Ideen zu kämpfen. Fachmanne leicht zu erkennen; wir werden aber später haben wir auch die Emanzipation des Weibes über- Die Eigenschaft, sich anzupassen, besizt die alte sehen, weshalb er von den Brauereien doch abgenommen haupt auf unsere Fahne geschrieben. Der intelligentere Nihilistin" fast gar nicht. Sie zählt zuweilen über wird und zwar zn guten Preisen. Theil unserer Gegner glaubt uns hier zu widerlegen 40 Jahre, hat viel erlebt, gefämpft, gelitten, ist aber stets Eine andere Art, Geschäfte zu machen und die indem er uns auf das Fiasko jener bürgerlichen Weiber- aufrecht geblieben. Sie fängt an runzlich zu werden, Kundschaft zu betrügen, besteht darin, daß der Händler emanzipation hinweist. Er glaubt uns zu widerlegen, ihre Haare zeigen Silberfäden, aber in ihren Augen glänzt Saazer Bezirkshopfen verkauft, und er liefert Auschaer indem er sagt: das Scheitern der bürgerlichen Weiber- noch jugendliches Feuer. Die Studenten spotten über Rothhopfen, für Spalter Stadthopfen liefert er Woln- emanzipation beweist, daß das Weib aus einem ganz diese einfach und schwarz gekleidete, alternde Person mit zacher, für Wolnzacher Hersbrucker. Der wirklich ge- anderen Stoff gemacht ist, wie ihr denkt, daß sie ein furzgeschnittenem Haar, wenn sie gravitätisch den Hörlieferte Hopfen ist aber immer minderwerthiger. ewiges Kind bleibt, dumm, niederträchtig, sinnlich, eitel, saal betritt. Das Flüstern und Lächeln fümmert sie Der Händler versteht es auch sehr gut, sehr billig verlogen u. s. w. u. s. w. und daß jede Befreiung nur jedoch nicht. Sie lebt noch in den Ideen der 60er Jahre einzukaufen. Der Hopfenbau wird in den meisten Hopfen- dazu dient, diese schönen Eigenschaften noch mehr in und will von Neuerungen nichts hören. Alles Neue ist gegenden von den kleinen und mittleren Grundbesizern ihnen zu entfalten. ihr unsympathisch und die jungen Kolleginnen behandelt betrieben. Diese Leute stecken in den meisten Fällen bis Der einfache Einwand dagegen ist, daß das alles sie mit Verachtung." Was sind das für Zierpuppen, „ Was an die Ohren in Schulden. Jeder größere Hopfenhändler ja nur von den bürgerlichen Emanzipirten gilt, nicht wir waren Nonnen dagegen!" Wenn man ihr begreiflich beginnt nun in einem Orte seine Thätigkeit damit, daß von der Proletarierin, und daß man nicht die Bour- machen will, daß es auch jetzt noch solche Nonnen giebt, er den Hopfenbauern Vorschüsse auf die anzuhoffende geoise als Weib, als Weib an sich hinstellen darf. so zuckt sie die Achseln und schweigt ärgerlich. Und Ernte giebt. Dafür muß sich Letterer verpflichten, die Allein auch innerhalb der bürgerlichen Emanzipation dennoch hat sie nicht ganz unrecht. Solche Zierpuppen, ganze Ernte zum Tagespreise an den Vorschußgeber ab- findet man schon oft genug Erscheinungen, welche be- auch Blümchen" genannt, sind unter den russischen zulassen. Jeder größere Händler hat es in seiner Macht, stätigen, daß es eben nur die umgebenden Verhält- Studentinnen jetzt hauptsächlich in Bern und Paris nicht den Tagespreis zeitweilig zu seinem Gunsten festzusetzen. nisse und die Vererbung jahrtausendelanger selten. Es sind hübsche oder doch nette Mädchen, die Er schickt einige seiner Einfäufer zu den Bauern und Knechtschaft sind, welche jene üblen Erscheinungen im sich gefällig und fofett fleiden und mit Blumen schmücken. läßt Angebote machen. Natürlich sind diese niedriger als weiblichen Charakter erzeugen; daß es ein„ Weib an sich" Sie haben ein heiteres Temperament, lieben lustige Geder eigentliche Tagespreis. Der Bauer geht auf den Handel nicht giebt, daß alles die Folge seiner Ursachen ist, daß spräche und geben ihren männlichen Kollegen Signamen. nicht ein. Nach einiger Zeit erscheinen die Aufkäufer wieder bei geänderten Ursachen auch die Folgen sich ändern und Man kann nicht behaupten, daß sie sich übermäßig anund bieten noch weniger. Jezt wird der Bauer unruhig, daß also die bürgerliche Emanzipation, so mangelhaft strengen; ihr Ziel ist die Unabhängigreit- auch im die Steuern sind in der nächsten Zeit zu zahlen, er ver- sie auch ist, doch schon den Erfolg gehabt hat, das Weib Ehestande. Denn auf's Heirathen rechnen sie sicher. kauft um jeden Preis und mit ihm alle seine Verwandten zu heben, ihm seinen Silavensinn zu nehmen, Eine Abart dieser Spezies giebt sich den Anschein, Nihiund Bekannten. Kaum ist das geschehen, so kauft der aus dem alle seine schlechten Eigenschaften re- listinnen zu sein; diese tragen furzgeschnittene Haare, Händler einige wenige Ballen freiwillig um einen bedeu- isultiren. Männerhüte und bescheidene Blousen; sie sprechen von Unabhängigkeit und von Verachtung der öffentlichen Meinung. Im Grunde aber sind sie liebenswürdige, schwache Kinder, die sich kräftigeren Naturen leicht unterEine andere Sorte Studentinnen könnte man„ Klatsch- Korresp." ist der Inhalt etwa wie folgt: basen" nennen. Es sind dies meistens„ reife Jungfrauen", " Schon wieder Utopisten. Jezt stockt die Produktion, die Fabrikation wird eingestellt, die Arbeiter entlassen, und man muß sich so Die Lorbeeren Bellamys lassen die übrigen Gesell lange einschränken, bis endlich der vorhandene Ueberordnen; übrigens überzeugungstreu, findlich rein, selbstlos schaftsretter nicht schlafen. Jeder Bourgeois heeft jetzt reichthum an Waaren aufgesaugt ist. Ein allgemeines und begeistert für alles Gute. Eine andere Albart der eine Utopie aus, wie er die Menschheit glücklich machen Verlangen nach baarem Geld ist vorhanden. War will. So hat der Clevelander Advokat, General vorher alles mit Kredit abgemacht jezt, wo die Cir„ Blümchen" fürchtet dagegen, daß man sie für Nihilistinnen halten könnte; diese spielen sich als Aristokratinnen D. Leggett soeben ein Buch herausgegeben:" Traum eines culation stockt, verlangt jeder Metallgeld. Es entsteht die des Millenniums( tausend- Geldfrisis. Und erst wenn die Produktion wieder in Fluß auf, hängen ihrem Namen ein„ von" an, halten sich ab- bescheidenen Propheten" gesondert und wollen zeigen, daß sie zur guten Gesell- jährigen Reichs) auf dem Mars. Wir haben dieses kommt, tritt auch das Kreditsystem wieder in seine Rechte. fchaft gehören., Sie kleiden sich sorgfältig, fast zu elegant. Traumbuch noch nicht gelesen; nach dem„ Balt. Deutsch. Die Ueberproduktion hat diesmal bei weitem nicht auf allen Gebieten stattgefunden. Durch die bereits stark Auf dem Planeten Mars existirt das Millennium fortgeschrittene Kapitalskonzentration ist den Unternehmern die eigentlich blos aus Langeweile studiren. Sie beobachten schon seit 3000 Jahren. Dort hat sich die Menschheit die Möglichkeit gegeben, die Produktion einigerAlles, wissen Alles, beklatschen Alles und streiten über aus irdischer Unvollkommenheit zu glückseligen Zuständen maßen zu überschauen. Wenn einige große AttienAlles. Die Professoren werden von ihnen verehrt. Fängt emporgerungen. Dort giebt es keine Festungen, keine gesellschaften und Großunternehmer produziren, so ift man mit ihnen ein ernsthaftes Gespräch an, so riskirt Armee und keine Kriegsflotte. Die Tribunale ſtehen leer, das jährliche Produktenquantum der Brauche doch ganz man zu erfahren, wie Professor X. geht, steht und spricht, denn es giebt keine Verbrecher mehr der Advokatenſtand anders auszurechnen, als wenn eine unübersehbare Menge was Y. für Augen hat, wie er scherzt und lächelt u. s. w. ist nur dem Namen nach bekannt, die Gefängnisse sind kleiner Unternehmer überall existiren, die planlos arbeiten Glücklicherweise sind diese Klatschbaser nicht längst dem Erdboden gleich gemacht, Arbeitgeber(!) und und bei denen kein Mensch auch nur eine annähernde sehr häufig, sie lönnen daher den guten Ein- Arbeiter gehen in allen Bestrebungen Hand in Hand; Bahlenschätzung unternehmen kann. Die Existenz der druck, welchen die russischen Studentinnen im alle Menschen sind vom Geiste der Harmonie beseelt, Trusts beweist ja, wie weit es möglich ist, schon jetzt die Allgemeinen hervorbringen, nicht wesentlich fennen nur einen Gott, eine Religion. Die Menschen, Produktion zu regeln und die unsinnige Ueberproduktion die Leggett auf dem Mars vorfand, waren gesund und die Leggett auf dem Mars vorfand, waren gesund und zu verhindern. Freilich ist die Folge, daß ein rechter fräftig, rechtschaffen und ehrlich, religiös und wissens Aufschwung überhaupt nicht mehr kommen will, und daß sich durstig. Sie glauben an ein Leben nach dem Tode, an die Produktion schwach und seicht jahrelang dahinschleppt. eine Auferstehung, aber nicht an einen strafenden Richter, Die gegenwärtige Krise hängt eng zusammen mit nicht an Hölle und Fegefeuer. In den Tempeln wurde dem Krach in Argentinien. Was über den möglichen Konsum nur eine Lehre gelehrt, nämlich die, Gutes zu thun und hinaus produzirt werden konnte, wandte sich zum großen im Allgemeinen ein Gott gefälliges Leben zu führen. Theil Argentinien zu. Die Kapitalien, die sich im heimischen Der Erfinder der Ueberzeitarbeit ist auf dem Mars Unternehmungen nicht anlegen ließen, weil man zu Hause Eine der schwersten und tiefsten Leiden, an denen die menschliche Gesellschaft tranft, ist der nicht zu über- längst entdeckt und todtgeschlagen worden, und für jede in vielen Branchen wußte, daß man nicht mehr schaffen brückende Gegensatz zwischen Mann und Weib, ein Gegen- Provinz ist ein amtlicher Narrentödter bestellt, der die durfte, als man schaffte, und die doch so ungeduldig fatz, der immer nur für ein Paar Minuten in der brutalen dummen Kerle, die es sich zur Ehre rechnen, mehr leisten waren, Profitchen zu bringen, sie wurden von schlauen Sinnlichkeit aufgehoben wird. In der zukünftigen Ge zu wollen, als ihre Mitbürger, oder die täglich länger, Bankiers nach Argentien geleitet. Von Argentinien wußte sellschaft wird er vollständig verschwinden; der Gegen- oder auch nur zu denken wagen, ohne jeglichen Prozeß fand man da einen großen grünen Fleck, ein paar Städte, als die vorgeschriebene Normalzeit zu arbeiten, zu forschen man nichts. Es lag in Südamerika, auf der Landkarte sag zwischen Mann und Weib wird aufhören, fie werden beide Menschen werden. umbringt." und weiter nichts. Die argentinische Regierung verbreitete die unglaublichsten Berichte, wie fruchtbar und schön das Land wäre, das reine Paradies. Es wartete nur auf die befruchtenden Kapitalien, um die riesigsten Profite zu bringen. alteriren". Aus dieser offenbar sehr ruhigen und objektiven Schilderung geht jedenfalls hervor, welchen ungemein veredelnden Einfluß die Emanzipation schon in ihrer bürger lichen Gestalt auf das Weib ausübt. Wie wird das erst sein, wenn die Sozialdemokratie ihnen erst die wirkliche Freiheit bringt! Etwas vom Zukunftsstaat. Unsere Leser werden sich noch erinnern, mit welcher Entrüftung der Verfasser von„ Die Sozialdemokratie und die Gebildeten unserer Tage" dagegen protestirt hatte, daß die geistige Arbeit im sozialen Staat durch produktive, also törperliche Arbeit erkauft werden müsse. Das schien dem Verfasser so entseßlich zu sein, daß er das Verlangen einfach als Unsinn bezeichnete. Wir haben freilich den„ Balt. Dtsch. Korresp." stark im Verdacht, daß er die Phantasien Leggett's durch seine eigenen hier und da arg verzerrt hat. Aber auch, wenn das nicht der Fall, hätten wir an der Bourgeois Utopie des Clevelander Advokaten schon genug, wenn er Das Kapital ist ängstlich. Aber in Europa war Arbeitgeber und Arbeiter" auf dem Mars gefunden hat, der Zinsfuß so niedrig also die privatkapitalistische Produktion nicht für die und die argentinischen Unternehmungen versprachen so gar nicht der Mühe werth Ursachen der Leiden der heutigen Arbeiterwelt hält. schöne Prozente! Und das machte das Kapital leicht Vermuthlich wird nun nächstens eine Expedition nach sinnig. Man glaubte alles, was geschwindelt wurde Zufällig ist uns nun jeßt ein Ausspruch eines bedeutenden dem Mars ausgerichtet, um das Traumbild des Herrn Gott, was sollte man machen, man mußte es glauben, Mediziners zu Gesicht gekommen, der den betreffenden Herrn viel- Advokaten zu realisiren, ähnlich wie die Kawach- Com wenn man seine ehrlichen Prozente haben wollte! Und leicht etwas nachdenken macht. Prof. Nußbaum in München sagte: „ Wenn ich meine ärztliche Erfahrung überdente, so habe ich pany und die Evanstoner Eßkommunisten. so wandte sich die Ueberproduktion Argentinien nur wenige Kranke in die Hände bekommen, welche durch Ueber- Bei Gelegenheit der Bellamy'schen Eßkommunisten zu. Es wurden Eisenbahnen gebaut, auf denen kein anstrengung ihrer Knochen und Muskeln frant geworden waren; wollen wir erwähnen, daß die amerikanischen Blätter einziger Passagier fuhr und die nicht ein Waarenkolli viele Hunderte sehr ernst Leidende hingegen beobachtete ich, welche bereits von einem energischen Protest berichten, den die beförderten und so fort. Die Geldgeber in Europa durch anhaltende geistige beit frank geworden waren, und es war Evanstoner Köchinnen und Dienstmädchen gegen wußten von nichts, die glaubten fest, daß ihre Eisenoft echt schwer, wieder vollständige Genesung zu bringen. Es wurde mir der ganz bestimmte Eindruck, daß des Menschen Körper- den neumodischen Kommunismus eingelegt haben. Wähbahnen befahren würden; nut die argentinische Regierung bau nicht für den Studirtisch, sondern für körperliche Arbeiten ge- rend der Korrektur lesen wir, daß die Gesellschaft wegen und die betreffenden Banfiers, namentlich Baring Brs. kannten fchaffen ist. Am gesundesten und heitersten sah ich jene bleiben, schlechter Mißwirthschaft Pleite gemacht hat. Arme die Lage; aber die hüteten sich natürlich, etwas zu sagen. welche Felder und Gärten bearbeiteten und sich den größten Theil Idealisten! des Tages in frischer Luft bewegten. Wie ganz anders findet man das körperliche Befinden bei Beamten, Gelehrten und Künstlern; So ging denn die Sache auch ganz gut. Allein Auch bei uns regen sich übrigens Gelüfte nach endlich kam doch die Zeit heran, wo unter normalen oft haben diese einen heißen Kopf und falte Füße, oft träge Ver- fommunistischen Gründungen. Dr. Herzka, der eine dauung, unthätigen Darm. Wenige giebt es unter ihnen, welche Utopie" Freiland" geschrieben hat, erläßt einen Aufruf. Verhältnissen der Rücklauf des Geldes hätte beginnen nicht über fortwährende Nervenerregung flagen. Wir wissen, daß jedes Organ, welches benutzt wird, blutreicher wird, daß sich seine Wie die Zeitungen berichten, hat Herzka als Versuchs müssen. Wenn die Produkte konsumirt wären, also wenn Adern erweitern. Das Gleiche allt beim Gehirn. Wird dieses lard Ostafrika ausersehen. Von den deutschen Arbeitern etwa die Eisenbahnen Güter und Passagiere befördert blutreicher, so kann dies nur auf Kosten anderer Organe geschehen; fällt ja wohl feiner hinein. Aber die Klugen werden hätten, so hätten Zinsen und Theile des Kapitals nach Europa zurückfließen müssen. Aber es kam nichts. Und als man schließlich den Grund suchte, fand es sich, daß nichts kommen konnte, weil diese ganze fieberhafte Produktion für den argentinischen Konsum lediglich Ueberproduktion gewesen war, weil diese Waaren nicht fonsumirt wurden. Jezt fand der geschilderte Umschlag aus dem Kreditsystem in das Geldsystem statt. Alle Welt verlangte baar Geld. doch nicht alle! Bur Krise. deshalb werden Arme und Füße blutarm, wenn das Gehirn vom Blute streßt. Je früher solche Mißverhältnisse im menschlichen Körper auftreten, je jünger das Individuum ist, desto verderblicher sind die Folgen solch mangelnden Gleichgewichts. Ich muß behaupten, daß die ganze Zukunft eines Mienschen eine unbehagliche werden kann, wenn sich die anDie bisherigen Artikel zur gegenwärtigen Krise, gedeuteten Ueberreizungen schon im findlichen Alter einbürgerten. welche wir gebracht haben, beschäftigten sich hauptsächlich Es ist durch und durch eine fehlerhafte Beobachtung, wenn, man mit den Verhältnissen im Amerifa, weil dort das Studium glaubt, daß ein neunjähriges Kind in 7-8 Stunden täglich mehr lernt, als in 4-5 Stunden. Kinder gehören nach 9 Uhr in das leichter ist. Wir wollen jetzt versuchen, einige Züge der Bett und vor 5 Uhr lasse man sie ja nicht aufstehen, sonst ruht ihr Krise bei uns zu schildern, so weit das Material reicht, Gehirn nicht genügend aus. Ich halte das gegenwärtige Prinzip, das uns aus den Kurszetteln und Börsennachrichten der Baring Brs., welche den argentinischen Schwindel ein Kind den ganzen Tag zu be chäftigen, für ein recht gutes; bürgerlichen Blätter vorliegt. hauptsächlich gemacht hatten, wurden überrascht. Die allein ein großer Theil der Zeit sei der törperlichen Ausbildung gewidmet, wenn möglich in frischer Luft. Ich bin fest überzeugt, Sache kam zu früh für sie. All ihr Baargeld hatten sie daß die Zukunft lehren wird, daß man täglich Stunden lang Die Krisen waren stets Absatzkrisen, welche aus in argentinischen Papieren stecken. Hätte man ihnen förperliche Uebung mit geistiger Arbeit wechseln muß, wenn ein dem Widerspruch resultirten, das die Produk- Zeit gelassen, bis sie ihre Papiere den Kapitalisten noch Kind gesund bleiben soll. Ich bin ebenso überzeugt, daß das tivität der Arbeit stets wächst, während der angeschmiert hätten, so hätten sie vieles Geld in der Lernen viel leichter geht, wenn der Körper mehr gefräftigt wird, wenn die geistige Spannung nicht so viele Stunden beträgt, wie Lohn der Arbeiter, welche doch die Konsumenten Hand gehabt. Aber da die Sache zu plöglich kam, so jezt fast in allen Lehranstalten. Mit Ausnahme einzelner hervor- der gelieferten Produkte sind, stets auf dem- fielen sie mit hinein. Zunächst einige allgemeine Betrachtungen. ragend begabter Kinder tritt bei den meisten jezt oft schon Nach- selben niedrigen Niveau bleibt. Die Produktion Baar Geld wurde die Losung. Die Geldkrisis mittags, aber fast immer Abends eine stumpfe, müde Hirnfunktion ein, womit sie nur wenig mehr faffen, höchstens nach langer Warter vergrößert sich, die Konsumtion bleibt gleich; der Arbeiter etablirte sich. Und da der Kredit alle Unterneh mechanisch einlernen, ohne den Sinn zu überdenken. Ich ziehe leistet immer mehr, schafft immer mehr Genußmittel, aber mungen mit einander verschlingt, da hier eins vom also aus meinen Erfahrungen den Schluß, daß die Zukunft den da er nicht mehr Lohn bekommt, wie früher, so finden andern abhängig ist, so wurden auch kapitalistische Körper der Kinder durch Epiele und Arzeiten im Freien zum Lernen sich keine Käufer für diese überproduzirte Waa.e. Es Gebiete in die Geldkrises hineingezogen, wo vorbereiten und während des Lernens die Ausbildung des Körpers fommt, daß alle Magazine voll liegen, alle Speicher gegar feine Ueberproduktion bestand und keine energisch befördern wird, damit die Belastung des Gehirns, welche bei Tausenden zur Ursache ihres unbehaglichen Empfindens wird, füllt sind, alle Zwischenhändler Waare haben und daß Absazkrisis. verhindert werden kann. Troß dieser Zeitopfer darf man aber sich Niemand findet, der diese Waaren fauft. Es ist So erklärt es sich, daß Aktien von Unterfeine geringeren Lernbegriffe befürchten. Hingegen wird das Ueberproduktion vorhanden. nehmungen gefallen sind, welche dieses Jahr Lernen, das jezt vielen Kindern eine Marter ist, den meisten Freude machen, und es wird nicht schon in der Kindheit der GrundDie Ursache ist leicht einzusehen. Die Unternehmer dieselbe Dividende, ja eine höhere, wie im Vorstein zu dieser jetzt so sehr überhandnehmenden und unglüdli darauf los, lassen arbeiten und liefern, ohne zu wissen, dende geben, so beweist das, daß sie dieselbe Einnahme produziren die Unternehmen dieselbe Divimachenden Nervenerregung gelegt werden." Das ist doch wohl deutlich. Die förperliche Arbeit macht den was verlangt wird. Die Zwischenhändler, welche die haben, also nicht unverkaufte Ueberprodukte, sondern fon Menschen nicht untauglich für die geistige, sondern im Gegentheil Waaren auf Kredit bekommen, stapeln auf, die Detaillisten sumirte Produkte geliefert haben. Wenn troßdem die frischer und leistungsfähiger; und außerdem erhöht eine Abwechse- häufen gleichfalls große Lager auf, die sie gleichfalls auf Aktien fallen, so rührt das davon, daß die Aktienbefizer lung die Gesundheit und damit die Glücksfähigkeit des Menschen. Daß die Proletarier sich die produktive Arbeit ganz anders Kredit beziehen. Aus der Fabrik sind die Waarenmassen um jeden Preis baares Geld haben müssen; wenn einrichten werden, wenn sie einmal die Macht in Händen haben, verschwunden und der Fabrikant glaubt, daß sie längst aber gleich so Viele auf einmal ihre Aktien auf den ist wohl selbstverständlich. Die Industrie wird dezentralisirt die in den Konsum übergegangen sind, daß sie schon längst Markt werfen, so sinkt der Kurs. Fabriken auf's Land gelegt, wo große Räume, fcische Luft, ange- abgetragen und benußt werden, während sie in Wirtlich- In vielen Fällen, wie in den in der vorigen Num nehme Umgebung vorhanden ist; die Arbeitsräume werden behag feit noch lagern. Endlich kommen die Zahlungstermine. mer geschilderten der nordamerikanischen Eisenbahnaktien, nothwendige Arbeitszeit viel türzer ist, so wird die produktive Arbeit Der Detaillist kann seine Schulden nicht zahlen, denn er mögen noch anderweitige Surstreibereien mitgewirkt haben; ihren Stachel verlieren und wird zuleßt ein Vergnügen und eine hat nicht verkauft; die Zwischenhändler können nichts in vielen Fällen, und uns scheint namentlich in Deutschland, Erholung sein. Die geistige Arbeit aber, da sie alsdann nicht mehr zahlen, denn sie bekommen nichts vom Detaillisten; und ist lediglich die Geldkrisis die Hauptsache. des Broterwerbes wegen geschieht, wird nicht mehr versllavte und entwürdigte Menschen verlangen, sondern nur freie und ideale an dem Mangel an Geld bei seinen Debitoren merkt Wir werden in der nächsten Nummer nach den Naturen. der Fabrikant endlich, daß die Krise da ist, daß man Kurszetteln und Börsenartikeln, die uns vorliegen, diese überproduzirt hat. Krisis in Deutschland schildern. lich und freundlich ausgestattet; und da außerdem die alsdann Berantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin. Berleger und Drucker: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 3. Ein Lied vom Salz. Noch immer starben die Luculle nicht, Noch immer wiegt auf Rosen sich der Prasser, Das Brod heißt„ Auster", das der Reiche bricht, Jm Blut der Rebe perlt für ihn das Wasser, Ihm dient das Roß, ihm fliegen die Karrossen, Und sein Daheim durchglüht des Goldes Licht Und hat ihm Wonnen fonder Ziel ersa; lossen Noch immer starben die Luculle nicht! Bom Berg zum Thale führt ein steiler Pfad, Doch steiler nicht wie vom Palast zur Hütte, Wo Elend schuf das Proletariat, Wo Krankheit haust, wo Freude hemmt die Schritte. Dich schrecken die Gestalten bleich und hager Nach Arbeit schreit der Mann, das Kind nach Brod Zum Heiland schreit das Weib vom Krankenlager Der Heiland in den Hütten ist der Tod! Der Reiser Gluth verräth die Mittagsstund', Es brodelt matt die farge Gottesgabe; Fürwahr, zu wenig für des Reichen Hund Und doch so vieler Lippen milde Labe! Die Lust der Sinne läßt die Noth zerstieben, Dem Armen ist der Hunger Fleisch und Wein; Und von des Reichen Mahl ist ihm geblieben Der Erde Thräne nur, das Salz allein! Wie tief das Elend auch den Menschen stürzt, Er athmet auf bei seinem trocknen Bissen, So lang noch Salz das Brod der Armuth würzt. Erbarm' es Gott, auch das wird ihm entrissen! Der Staat des Salzes Hüter und Gebieter Wirst auf das Salz der Steuer Doppellast! Des Reichen Scheffel wohl drückt sie nicht nieder Des Armen Körnlein ach, erdrückt sie fast! D, wollt ihr Blüthen, wollt ihr Früchte schau'n, So get zum Weinstock, beugt die stolze Palme Und saugt den Duft der Blume auf den Au'nVerlangt nicht Früchte vom verdorrten Halme! Mit Steuern trefft des Lugus eitle Gabe: Livree, Karosse, Gold und Edelstein; Belastet nicht des Elends letzte Habe: Das Salz des Armen muß euch heilig sein! Was segnend quillt aus uns'rer Heimath Born, Das will uns Gott als unser Erbe zeigen! Des Landes Most, des Landes Salz und Korn, O, gebt's dem Volke unverkürzt zu eigen! Zu lange währt des Elends dumpfes Schweigen, So tön' ein Schrei empor zum Haupt des Staats; D, mög' es donnernd bis zum Throne steigen, Das Lied vom Salz des Proletariats! ( Aus der„ Gartenlaube" Jahrg. 1865, Nr. 5.) ( Nachdrud verboten.) Zum ersten Mal. Bon Paul Ernst. Sonnabend, den 17. Januar 1891. V. Jahrgang. das Herz schlug ihm start. Zugleich efelte ihm vor dem hatte sich vorgedrängt, um alles sehen zu können, das Weibe; er sah sie an, und sie schien ihm sehr alt zu seidene Kleid, das im Schmuß schleifte, den Schirm, der sein, mindestens dreißig Jahre. Aber es war ihm peinlich, auf die Erde gefallen war, und die geschlossenen Augen. daß sie ihn für einen ganz grünen Menschen halten Ja, er hatte sogar den abgelebten Menschen gefragt, der sollte, und deshalb gab er sich Mühe, ein möglichst sich so gefreut hatte. gleichgültiges Gesicht zu machen. Dabei fühlte er aber, Die fommt in's Arbeitshaus", antwortete er und wie ihm das Blut in das Gesicht schoß, und das Herz wenn sie sich da nicht hält, dann giebt's was mit der flopfte ihm auch heftiger. Sie sagte noch ein Wort, das Peitsche. So eine alte Sau." er nicht verstand, und dann ging er eilig fort. Wie konnte das Weib ihn anreden! Es ist eine Schande, daß dergleichen erlaubt ist; man müßte so ein Weib gleich dem Schußmann übergeben, damit sie bestraft würde, so hart wie möglich. Einmal war er im Schauspielhaus; er stand oben auf der Gallerie, in der äußersten Ecke, ganz allein, weil er wohl zu schüchtern war, um sich zwischen die Uebrigen zu mengen, die sich nach der anderen Ecke drängten, von wo man die Bühne sehen konnte. Er hatte seinen Mantel Er wunderte sich auch darüber, daß sich überhaupt mit hineingenommen und vor sich auf die abgegriffene die Männer mit so einem Frauenzimmer abgeben; die Brüstung gelegt, und legte sich mit dem linken Arm auf. war doch häßlich und alt. Das konnte er garnicht be- Es wurde Schillers Wallenstein gespielt, aber er sah greifen. Das Laster muß doch wenigstens schön sein, es nicht hin; vielleicht hörte er nicht einmal etwas. Unter den muß so eine dämonische Schönheit haben; das ist ja Anderen stand ein junges Mädchen; er konnte nur einen gerade das Gefährlichste an ihm, diese dämonische Theil des Gesichtes sehen, sie hielt ein kleines schwarzes Schönheit. Opernglas vor die Augen. Es war dumpfig heiß hier Schon am nächsten Abend wurde er wieder an- oben, und die Luft beklemmte ihm den Athem. Er fühlte geredet. Es war ein blutjunges Geschöpf von höchstens sich müde, und hatte Kopfschmerzen. Er hätte gähnen achtzehn Jahren, in einem grauen Regenmantel ein- mögen. Die Gedanken gingen ihm durcheinander. Wie gewickelt, ohne Hut; ihr Gesicht war bleich und mager, sie es nur aushielt! Ihre Augen leuchteten und ihre das Haar hatte sie sich über der Stirn gebrannt, und Wangen glühten vor Aufregung und Vergnügen. große, schwarze Augen hatte sie. Das Gesicht war nicht war offenbar allein hier, gewiß eine Näherin, die sich hübsch, ängstlich und zaghaft, und mit einem kränklichen die Mark zusammengespart hatte, um einmal Schiller zu Bug. Sie sagte zu ihm:„ Na, na!" und wollte eine sehen. Sie hatte ein wunderbar fein geschnittenes Gesicht schelmische Miene machen, aber das gelang ihr wohl nicht mit einer winzigen, geraden Nase, und mit großen, recht, sie machte ein trauriges Gesicht. dunklen, schimmernden Augen. Das Haar trug sie ganz Sie Dieses Mal hatte er ein ganz sonderbares Gefühl. glatt. Sie war wohl aus besserer Familie, vielleicht Es war ihm, als wenn er sich vor dem Mädchen schämen hatte sie noch eine alte, franke Mutter, die sie ernähren müßte nicht deswegen, nein, aber weil sie so arm mußte. Wenn sie nun jezt nach Hause kam, so warf sie und krank aussah. Er wendete sich verächtlich von ihr sich der Mutter um den Hals, und erzählte ihr, wie es ab, aber er hatte das Gefühl, als wenn er etwas Un- so herrlich gewesen, und die Mutter lächelte vergnügt vor rechtes that, daß er so grob war gegen sie. Und dieses sich hin und ging und holte ihr noch zu essen, denn sie Gefühl hatte er eine ganze Zeit lang nachher; das war war hungrig geworden. ihm unbehaglich. Und so fort. Im Zwischenakt verließen die Leute Er hatte einige Kommilitonen kennen gelernt, da- ihre Plätze und ergingen sich auf dem schmalen Korridor. runter einen Mediziner, der ihn durch seine zynischen Auch sie wendete sich um. Sie trat langsam heraus, die Redensarten oft beleidigte. Mit diesem Bekannten ging Anderen drängten sich um das Büffet, sie öffnete ein er einmal in ein Konzerthaus. Täschchen, ein sauberes Ledertäschchen, das sie auf dem Am nächen Tisch saß ein Liebespärchen: ein junger schwarzen Kleide hängen hatte, und holte verstohlen eine Mann, vielleicht von fünfundzwanzig Jahren, dem An- halbe Scheibe Brot hervor. Dann sah sie sich um, ob schein nach ein Angestellter in irgend einem Bureau, und Jemand auf sie achte, und aß es eilig auf. ein Mädchen, das noch nicht die Zwanzig erreicht haben Die Glocke ertönte, und die Zuschauer gingen wieder fonnte; ein frisches, rosiges Gesichtchen mit blaugrauen hinein. Er träumte weiter. Er hatte doch noch nie das Augen und schlichtem, blonden Haar. Die Beiden aßen, verspürt, was man Liebe nennt, aber er glaubte doch und scherzten mit einander, indem immer einer dem nicht, daß das Liebe war, was er jetzt empfand; nein, anderen einen Bissen vom Teller zu nehmen suchte; wenn das war doch ganz anders, wie das sein muß? Aber es gelang, so lachten sie fröhlich. Dann suchten sie freilich, das ist ja bei jedem Menschen verschieden. Ach, unter dem Tisch ihre Hände zu fassen und zu entziehen; er hatte es sich ja schon so lange gewünscht, er möchte Er ging nach Berlin, um Theologie zu studiren. einmal rückte das Mädchen weg und sagt: Geh, Du bist sich einmal verlieben! Was wollte er dann schaffen! Er Es war Mittags, als er beim Potsdamer Bahnhof schlecht! Dann machten sie sich auf die komischen und fühlte, er mußte ein ganz anderer Mensch werden. Was fich in die langen, breiten Straßen mit den hohen lächerlichen Gesichter im Saale aufmerksam, oder sie ließ er bis jetzt gedichtet, das war doch nur alles aus Büchern Häusern, den Geschäftsläden, und dem Menschengewühl ihr zierliches Fürchen auf seinem Etiefel herumtanzen. gelesen, jezt merfte er es; wenn er nach Hause kam, begab. Seine Nerven waren schon durch die Fahrt über Ein kleiner Zopf hatte sich von ihrem glatten, nach wollte er auch gleich das alles verbrennen. Nirgends mäßig gereizt, und so empfand er dieses Getöse und Ge- hinten gefämmten Haar losgelöst und fiel ihr immer war es eigenes Empfinden, es war Nichts werth; er tümmel noch viel stärker, als es sonst der Fall gewesen wieder zurück in das strahlende rosige Gesicht mit dem mußte jetzt ein anderes Leben beginnen, er mußte leben! wäre. Nach seinem Straßenplan, den er sich noch zu kleinen, runden Näschen. Der junge Mann sah sich zu- Nur im Leben ist Poesie, aus den Büchern schöpft man Haus gekauft hatte, konnte er sich nicht orientiren. Er weilen stolz um mit seinen kleinen, gutmüthigen Augen, nur todte Phrasen. Und wenn er wirklich von Gott so ging die Leipzigerstraße hinunter. Fast bei jedem Schritt indem er sich seinen großen, langen, blonden Schnurr- hoch begnadet war er wußte es ja nicht, aber vielleicht wurde er angestoßen; wenn eine Droschke auf dem Fahr- bart strich. war er es doch nun, dann würde er ja Etwas leisten! damm näher an ihm vorbeirasselte, so schrak er zusammen; Der Mediziner erklärte:„ Das ist ein Verhältniß; Er sah sie an. Sie hatte das Opernglas abgesetzt dann befühlte er seine Taschen, ob er nicht bestohlen sei; er bezahlt ein warmes Abendbrod, und sie läßt sich und sah gerade zu ihm hinüber. Ach, diese großen, vor den großen Läden blieb er stehen, bis ihn die Püffe von ihm." feuchten Augen! Schwarz, und schwarzes, schweres Haar. der Passanten zum Weitergehen trieben. Die Sonne Als er nach Hause ging, auf der Friedrichstraße Aber was sollte er machen! Er sah hilflos in die brannte glühend auf den Asphalt, so daß er ganz weich war es, da erlebte er noch etwas Sonderbares. Schon Höhe, denn es genirte ihn, sie so anzusehen, weil sie ihn wurde und einen unangenehmen Geruch von sich gab; von Weitem hörte er ganz eigenthümliche Töne, zwei ansah. Oben an der Decke war ein Medaillonbild; der Staub wirbelte in der Luft herum, und setzte sich Töne, die in irgend einem musikalischen Verhältniß dann der Kronleuchter, und dahinter das obere Drittel auf die schwarzen Kleider, auf die Hände, in's Gesicht zu einander stehen mußten. und die immer in gleich der Bühne und der Zuschauerraum, schräg abgeschnitten. und in den Mund, so daß die Mundhöhle trocken und mäßigen, furzen Pausen hinter einander erschollen. Er Ja, was wollte er machen? Es ging doch wohl nicht spröde wurde. Die Luft war eine ganz andere, wie er ging schnell vorwärts, und sah, wie zwei Männer eine anders, er mußte ihr seine Begleitung anbieten und sich sie gewohnt war, sie hatte einen ganz besonderen Geruch, Dame unter den Armen ergriffen hatten und sie auf dann das Haus merken, wo sie wohnte. Dann konnte den er neben dem Geruch des aufgeweichten Asphalts dem Trottoir entlang zogen. Die Männer hatten rohe, er ja morgen, wie zufällig, vorbeigehen und sie auf der durchspürte; und dann drückte ihm der Rock anf den gemeine Gesichter; sie schrieen:„ Steh auf, Du Luder!" Straße sprechen. Schultern, der Nacken wurde ihm steif, der Rücken Aber das Mädchen rührte sich nicht. Sie hatte die Die Vorstellung war beendigt. Er hängte sich eilig schmerzte ihm, und es legte sich ihm wie ein eiserner Augen geschlossen, sie ließ sich einfach schleppen, und stieß den Paletot über, nicht einmal die Zeit nahm er sich, Reifen um den Kopf; auf dem Hinterkopf drückte es und nur jene fonderbaren Schreie aus. Ihr Seidenkleid ihn anzuziehen; dann lief er hinaus. An der Treppe auf die Augen. Bulegt spürte er, daß er sich die Füße schleifte auf dem schmußigen Trottoir, aber sie achtete blieb er stehen; sie war ja so schmal, daß höchstens zwei wund gelaufen hatte. Er verlor die Fähigkeit, die ein- nicht darauf; sie schien ganz willenlos, sie schrie nur. Personen zugleich hinunter gehen konnten. Sie blieb zelnen Geräusche auseinander zu halten, es floß alles zu Ein paar junge Männer, Kaufleute oder Studenten, lange. Es kamen nur noch einige Nachzügler aus dem einem einheitlichen Ton zusammen, der ihm rhythmisch standen daneben. Das ist ein Hauptspaß", sagte ein Gang. Was sie nur hat? Es giebt doch nicht etwa vor den Chren summte, in dem Maß, wie das Herz das Mann mit einem fahlen, abgelebten G.sicht. noch eine zweite Treppe? Ach nein, da kommt sie ja; " Blut in die Höhe trieb; er hatte das Interesse an den Vielleicht hatte dieser Mensch das Mädchen noch das Herz erbebte ihm. Er trat zurück und zog den Hut verschiedenen Bildern auf der Straße verloren, und vorige Nacht gehabt, fiel ihm ein, als er sich ihn ansah. ab; sie ging mit gesenktem Haupt an ihm vorbei. Sie wanderte, stumpfsinnig vor sich hinsehend, mechanisch Eine leere Droschfe fuhr vorüber. Die beiden Männer sah jetzt ganz schneeweiß aus in dem schwarzem Kleid. weiter auf dem glühenden Trottoir. warfen das Mädchen hinein, setzten sich dazu, und die Langsam stieg er hinter ihr die Treppe hinab. Er wollte In der nächsten Zeit suchte er eines Abends einen Droschke fuhr ab. sie anreden, wenn sie aus der Thür traten; er wollte Bekannten von früher auf. Er stand am Rosenthaler Er war empört darüber, daß man einen Menschen sagen:„ Gnädiges Fräulein, erlauben Sie mir, daß ich Ihnen Thor und sah nach dem Straßenschild, das er in der so behandeln konnte, wie die zwei Geheimpolizisten eben meine Begleitung anbiete?" Jeẞt traten sie in's Freie. Dunkelheit nicht deutlich erkennen konnte. Während er es thaten; zugleich fühlte er ein heftiges Mitleid mit Er ging schneller, ihr voraus; jetzt, unter der Laterne, buchstabirte, ging eine Dame an ihm vorbei und sagte: dem unglücklichen Mädchen. Freilich, das war die Strafe blieb er stehen und faßte nach dem Hut. Sie sah ihn " Das ist die Linienstraße, Kleiner!" für ihr Laster; aber es that ihm doch weh. Und dann an. Er fonnte nichts sagen. Er ging einen halben Er wußte, daß dies eines von jenen Mädchen war, hatte er noch etwas empfunden, dessen schämte er sich: er Schritt hinter ihr. Zuerst waren noch viele Menschen an die er schon so oft gedacht hatte, denen man nur war neugierig gewesen; einem so großen Unglück gegen- da, aber als sie so ziemlich allein waren, bekam er mit brei Mark zu geben brauchte. Er wurde befangen und über hatte er das Gefühl der Neugier haben können! Er einem Male Angst, sie würde sich umdrehen; er bog ab und ging weg. Sie konnte nun ja denken, er habe sich geirrt, daß er ihr nachgegangen sei. Er war so aufgeregt, daß er nicht nach Hause gehen mochte. Er ging mit weiten Schritten durch die Straßen, die Haare wirr, und den Filzhut schief auf- gesetzt. Der Mantel hing ihm auf den Schultern. Das sah poetisch aus, und darüber freute er sich. Es gingen ihm allerhand Gedanken durch den Kopf. Einmal sagte er sich, daß er sehr verliebt sei in das Mädchen; aber dann meinte er wieder, das sei nur Einbildung; dann freute er sich über seine aufgeregte und poetische Stimmung und dachte, daß er jetzt so ähnlich aussehen müßte, wie Byron; dann überlegte er, daß er doch eigentlich garnicht besonders aufgeregt sei, daß er im Grunde ruhig war; und er hatte ja doch auch gar keine Ursache, aufgeregt zu sein. So ging er eine ganze lange Zeit herum. Er kam beim Cafö National vorbei und ging hinein. Eine erstickende, widerliche Luft, versetzt mit den Ausdünstungen der Menschen, mit scharfen Parfüms, Zigarrenrauch, übermäßig heiß, so daß sie ihm das Blut zum Kopf trieb. Auf den Divans die Wände entlang und an den Tischen in der Mitte saßen die Weiber, einige theilnahmslos, kalt, ruhig wartend, bis sich Jemand zu ihnen setzte, andere mit den Männern am nächsten Tisch kokettirend, oder im Gespräch mit Männern, die bei ihnen saßen. Von den Kronleuchtern zuckte das scharfe, elektrische Licht nieder und ließ die Schminke auf den Gesichtern genau erkennen. Ein unsäglicher Ekel überkam ihn, als er dachte, die Luft, die er hier einathmete, komme vielleicht eben aus der Lunge eines dieser Weiber. Die Kellner klapperten mit den Präsentirtellern; die Gäste gingen und kamen, abgelebte Gesichter mit theilnahmslosen, ausdruckslosen Mienen. Er setzte sich an einen leeren Tisch und verlangte vom Kellner ein Journal; er bekam das Journal Amüsant. Als er den Titel sah, wurde er verlegen, denn er hatte schon früher davon gehört. Aber er legte es nicht weg: er schämte sich, wenn man es sah, wie er es weglegte; und dann war er auch neugierig. Er besah sich die Bilder genau. Uebrigens hatte er ja auch Interesse für die Zeichnungen als Kunstwerke. Er wurde ziemlich erregt; einmal sah er sich scheu um, ob man es be- merkte, und dann ließ er die Finger über eine Zeichnung gleiten, als wenn er die Figur streicheln wollte. Aber das Herz schlug ihm dabei. Nein! er legte das Journal bei Seite. Am Nebentisch saß ein ganz junger Mensch von vielleicht fünfzehn Jahren neben einem Frauenzimmer, die wohl um die Hälfte größer war, wie er. Es war Possirlich, wie der Kleine that, und wie ernsthaft das Mädchen darauf einging; sie war schon alt; aber es war doch auch ekelhaft. Gegenüber auf dem rothen Divan saß ein alter, vergnügter Herr mit ganz weißem Haar zwischen zwei Weibern mit denen er schäkerte; er ließ Chanipagner kommen. Er saß eine ganze lange Zeit und sah aus Alles hin. Es war schon sehr spät, als noch ein Mädchen hereinkam, langsam, mit wippendem Gang, und sich nach allen Seiten umsehend. Sie ging durch die Tische durch und setzte sich zu ihm; aber sie drehte ihm den Rücken zu und that, als benierke sie ihn garnicht. Er rückte be- klommen seinen Stuhl etwas ab. � Das Mädchen hatte einen hohen, weißen Hut mit einer schwarzen Feder; er konnte die hintere Seite der Feder sehen. Das Haar war aus dem Nacken in die Höhe gekämmt. Das Kleid war eng und preßte die ganze Figur zusammen, denn man konnte sehen, wie die Nähte der feuerrothen Taille tiefer eindrückten, wie die anderen Stellen. Auch die Aermel waren eng, und der Ellenbogen-Knochen stand spitz heraus. Sie suchte offenbar die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken; sie trällerte und schlug mit den Füßen den Takt auf dem Boden. Aber einmal merkte er, wie sich plötzlich die Schulterblätter weit aus dem Rücken hoben, als wenn sie heimlich seufzte. Plötzlich wendete sie sich um und sah ihn stolz an: „Willst Du meine Melange bezahlen?" Sie hatte schon ein altes Gesicht, eine spitze Nase, einen dünnen Mund und tiefliegende Augen; unter den Augen hatte sie einen schwarzen Strich. Wenn sie athmete, so entstand und verschwand eine tiefe, gradlinige Falte in der rothen Taille, dicht unter dem Hals. „Ja gewiß", stotterte er. Er bezahlte sofort dem Kellner; dann stand er auf und ergriff seinen Hut. Das Mädchen folgte ihm und sie gingen hinaus. Draußen legte sie ihren Arm in den seinen. Er war ganz verwundert; es war ihm unbehaglich zu Muthe. Er wollte mit diesem Geschöpf nicht zu Hause gehen, aber er schämte sich, ihr zu sagen, daß sie gehen sollte. Und er hatte auch wohl Lust, sie mit nach Hanse zu nehmen, er würde es ja nie wieder thun! Er wußte dann doch wenigstens, wie das ist, wenn man mit einem Weibe zusammen ist. Es stieg ihm leise zum Herzen. „Schenkst Du mir auch was?" „Ja, ja!" Er hatte die Frage garnicht verstanden und sie fragte auch nicht weiter, er war wohl sicher. Es war ein endloser Weg bis zu Hause. Der Morgen graute schon, aber die Straßen waren noch öde und leer. Ihre Schritte hallten in den öden Straßen. Sie gingen die Friedrichstraße hinauf. Ein Zigarren- laden war noch geöffnet. �JZÖenn man rauchte, so konnte man sich hier Zigarren kaufen. Sie gingen über die Brücke. Das Wasser dampfte, wie eine auseinander ge- riffene Schicht Watte. Sie gingen noch weiter, bis sie nach Hause Jamen.�. Zur kapitalikischen Entwicklung D in Rußland.? . Man wird von der kapitalfrommen„Köln. Ztg." keine Kritik des Kapitalismus oder seiner Entwicklung erwarten. Man wird auch nicht voraussetzen, daß diese Leute, welche ja in ihrer Klaffe befangen sind, die Objektivität besitzen, um Kapitalismus und Entwicklung des Kapi- talismus zu verstehen. Das können nur wir leisten, weil wir nicht mehr in der Kategorie stehen, sondern schon darüber hinaus sind, weil wir den Kapitalismus schon als Geschichte auffassen können. Aber trotzdem kann ein ruhiger und sorgfältiger Beobachter doch die einzelnen Merkmale aufzeichnen. Er kann beschreiben, wenn er auch nicht analysiren kann. Das leistet ein Korrespondent der„Köln. Ztg." in Bezug auf die Entwicklung der modernen Produktionsweise in Nußland, daß sich ja noch in dem Stadium befindet, das andere Länder schon längst hinter sich haben. Er schreibt u. 91.:J „Die Nachrichten, welche über die wirthschaftlichen und sozialen Verhältnisse des russischen Reiches in die europäische Presse dringen, müssen dem unbefangenen Leser auf den ersten Anblick recht widerspruchsvoll er- scheinen. Auf der einen Seite liest man, daß die Staats- finanzen blühen, daß die Staatseinnahmen stetig steigen und daß der Finanzminister die kühne Hoffnung hegt, seine Voranschläge mit Ueberschüssen zu schließen. Auf der andern Seite künden Telegramme und Berichte das große Elend des Bauernstandes, das an manchen Orten schon zu förmlichen Agrar-Revolutionen geführt haben soll, liest man vielerlei über den wirthschaftlichen Nieder- gang des Adels und Großgrundbesitzes und über eine empfindliche Stockung der Geschäfte im Allgemeinen. Beide scheinbar einander ausschließende Angaben sind, von den unvermeidlichen Uebertreibuugeu abgesehen, im Ganzen und Großen richtig; will man aber verstehen, wie sie sich miteinander vereinen, so muß man sich die Mühe geben, etwas tiefer in die Geheimnisse der sozial- politischen Verhältnisse Rußlands zu dringen. Nehmen wir zuerst die Baueruschast. Keinem Laudwirth, der sich in Rußland nur einigermaßen umgcthan, ist es ent- gangen, daß die den Bauern gehörigen Ländereien, auch in den besten und fruchtbarsten Gegenden, zumeist schlecht bestellt sind. Ihre Dörfer bieten ein Bild der größten Armuth, ibre Häuser sind elende Lehmhütten mit Stroh- dächern, und was die Bewohner betrifft, so erscheinen sie wohl im Allgemeinen als ein kräftiger Menschenschlag, sind aber durchweg noch sehr urwüchsige, verwahrloste, wilde Gestalten. Man muß wahrhaft staunen, derartige elende Dörfer und derartige auf der niedrigsten Kultur- stufe stehende Menschen auf 30 und noch weniger Kilo- mcter von der Eisenbahn in den fruchtbarsten Provinzen anzutreffen. Fragt man nach den Ursachen, so erhält man gewöhnlich zur Antwort: die Bauern- Emanzipation. die folgenschwerste Regierungshandlung Kaiser Alexander's II., sei zu unvermittelt durchgeführt worden. Aus Leibeigenen seien im Handumdrehen Rechtssubjekte, noch dazu mit den weitestgehenden Befugnissen in der Gemeindeverwaltung, gemacht worden. Anstatt, wie es erwartet worden, einen kräftig blühenden Bauernstand zu begründen, habe die Emanzipation nur bewirkt, daß die vollständig sich selbst überlaffenen, aus der niedrigsten Kulturstufe stehenden Bauern vor Allem die Begierde hatten, von dem ihnen gewordeuen Selbstbestimmungs- rechte den ausgiebigsten, leider nicht immer vernünftigsten Gebrauch zu machen. Dabei verarmten sie größteutheils und wuchsen zu einem unzufriedenen, theilweise selbst unbotmäßigen Element im Staate heran. In Wahrheit hat die Auffassung, daß die Bauern-Emanzipation, wahr- scheinlich durch die unzweckmäßige Art ihrer Durch- führung, die materielle Lage der Landbevölkerung nicht gebessert hat. viel für sich. Sie stimmt wenigstens voll- ländig mit den Erfahrungen, die auf diesem Gebiete gemacht wurden. Ein urtheilsfähiger Beobachter, der bekaunte englische Generalkonsul Mitchell, hat schon vor längerer Zeit die gleiche Wahrnehmung zum Ausdruck gebracht. Wenn der russische Bauer gegenwärtig eine kritische Uebergangszeit zu überwinden hat, so befindet sich der kleinere und größere Grundbesitz in womöglich noch ernsterer Lage. Die zahlreiche Klasse der kleineren und mittleren adeligen Grundbesitzer, welcher vor der Emanzipation bestand, ist so gut wie verschwunden. Der Grund und Boden ist längst in den Besitz der„Kulaki", Landwucherer, übergegangen, während sie selbst, die Uebcrreste der früheren russischen Gentry, meist auf dem Dorfe ein Bauerulebeu führen. Aber selbst die großen Grundbesitzer haben Ursache, über ungünstige Wirth- jchaftsverhältniffe zu klagen, und auch in dieser Klasse ist der Verkauf des Familiengutes an den Kaufmann oder Landwucherer eine nicht ungewöhnlichq Erscheinung. Allerdings wäre es nicht berechtigt, die Verarmung des russischen Adels ausschließlich elwa der Bauern-Emanzi- .'ation und den laudwirthschaitlichen Krisen auf die Rechnung zu setzen und den Antheil, den eigenes Ver- schulden au dieser Erscheinung hat, zu übersehen; aber Thatsache ist es nun einmal, daß der russische land- besitzende Adel seine frühere Rolle ausgespielt hat und ohne Vertrauen zu sich selbst und zu seiner Zukunft immer weiter in den Hintergrund rückt. Bauernschaft und Adel haben sonach seit den Tagen der Emanzipation nicht gewonnen. Letzterer ist an Macht und Reichthum zurückgegangen; die erstere, die Bauernschaft, hat eS bisher wenigstens nicht verstanden, die hohe Gunst, die ihr Kaiser Alexander II. durch die Befreiung gewährt hat, zu ihrem materiellen Vortheil zu verwerthen. So ist denn, möchte man fragen, die große Emanzipation wir- kungslos geblieben? Oder knüpfen sich gar an diese hochherzige Maßregel nur schädliche, den Staat und dessen einzelne Klaffe beeinträchtigende Wirkungen? Mit Nichten! Wer vermöchte die ganz erstaunlichen Fortschritte zu übersehen, die Rußland seit den Tagen der Emanzipatio« gemacht! Nach dem Krimkriege konnte das Riesen- reich mit Mühe einen Budget von 250 Millionen Rubel aufbringen; jetzt belaufen sich die Staats- einnahmen auf 900 Millionen Rubel. Ein Eisen- bahnnetz von 30 000 km, die Begründung einer vom Auslande unabhängigen Industrie sind sprechende Beweise für die Fortschritte des Landes in wirthschaftlicher Hin- ficht. Dieser Fortschritt geht aber Hand in Hand mit einer sozialen Umwälzung, die tiefe Furchen in alle Schichten der Bevölkerung reißt und allem Anscheine nach noch lange nicht abge- schlössen ist. Der Stand, der aus der sozialen Ent- Wickelung der letzten Jahrzehnte und aus der hierdurch hervorgerufenen Verschiebung der Reichthümer einzig Nutzen gezogen hat, ist der Kaufmannsstand, der „Kupez" in seinen mannigfachen Varianten, als Land- Wucherer im Dorfe, als Ladenbesitzer und kleiner Geschäftsmann in der Provinzstadt und als In- dustrieller und Großhändler in den große» Handelszentren des Reiches. Ueberall und unter den verschiedensten Verhältnissen dieselbe Individualität, mit geriebenem Geschäftssinn ausgestattet, zeigt diese Klaffe große Lebenskraft und wenigstens in der erste» Generation ganz auffallende Genügsamkeit. Die Kon- zentrirung des beweglichen wie unbeweglichen Vermögens in den Händen dieser Klasse g». staltet sich von Jahr zu Jahr vollständiger. Einmal im Besitze des Vermögens, zeigen diese Kauf- leute sofort das Bestreben, kulturfähig zu werden. Je ungebildeter die Eltern, desto mehr Sorge und Geld wird auf die Erziehung und Bildung der Kinder ver- wandt. Dann tritt sichtlich das Bemühen hervor, die Lebensweise nach Art der Adeligen einzurichten. Auch gehören jetzt Familienverbinduugen zwischen diesen beiden Klassen nicht zu den Seltenheiten. Nach dieser Entwickelung der Dinge ist wohl vorher- zusehen, daß dem Kaufmannsstande, dem kräftigsten Vertreter des russischen Bürgerthums, im Reiche noch eine große Rolle beschieden ist. Die An- Hänger der liberalen Gesetzgebung der sechziger Jahre setzen auf diesen Stand ihre ganze Hoff- nung. Nach ihrer Ansicht werde aus den soziale» Wirren, an denen Nußland gegenwärtig leidet, ein kräftiges, russisches Bürgerthum, welches Besitz und Wissen vereinigt, hervorgehen. In dieser Klaffe werde der Staat eine kräftige Stütze finden, welche die Einbuße, die er durch den Rückgang deS Adels erleidet, mehr als ersetzen wird. Kaiser Alexander III. und seine einflußreichsten Rathgeber sind in diesem Punkt, was nämlich das emporkommende Bürgerthmn als staaten- erhaltendes Element betrifft, nicht der Ansicht, der im vorhergehenden Satze Ausdruck gegeben ward. Die maß- gebende Politik hält sich immer noch in der vom Grafen Tolstoi vorgeschriebenen Richtnng und zielt dahin, dem Adel seine früheren Vorrechte wenigstens theilweise zurück- zuerstatten, um ihn solcher Art neues Leben einzuflößen. Indessen versprechen diese Galvanisirungsversuche nur geringen Erfolg, wie sich dies an der neuen Einrichtung der Ädelsvorstäude an der Spitze des SemstwoS zeigt, die aller Orten großem Widerstand begegnet und durch- auS nicht volksthümlich werden kann. Die lebenskräftige Entwickelung der Kaufmannschaft dagegen erhebt diese Klaffe immer mehr zu einem wirthschaftlichen und po- litischen Faktor von hervorragender Wichtigkeit, erfüllt sie mit Selbstbewußtsein und weckt allmählig in ihren Kreisen Erwartungen, mit welchen die Regierung aller Wahrscheinlichkeit nach dereinst noch ernster wird rechnen müssen, als dies früheren konstitutionellen Regungen gegenüber der Fall gewesen ist." Sehen wir von den unrichtigen Deutungen und Erklärungen ab, so haben wir ei» ganz klares Bild: der Ruin des Bauernstandes, welcher dem Industriellen das nöthige Kanonenfutter für die Entwicklung der In- dustrie liefert: die Umgestaltung der Aristokratie, welche ruinirt wird, wo sie nicht mit der alten Routine liricht, oder sich der bügerlichen Zeit gemäß umgestaltet, indem sie durch Heirathen mit dem Bürgerthum ihre Grundstücke mit Kapital befruchtet, welches jetzt»öthig wird; und das Entstehen der Bv urgeo isie durch Wucher und Handel auf der ersten, durch industrielle Unter- nehmungen auf der zweiten Stufe. ES geht vorwärts in Rußland! Freilich, Väterchen ist traurig; er hat eine feine Nase und riecht den Braten. Wenn das Bürgerthum erst stark.und selbstbewußt geworden ist. so sprengt es die absoluten Ketten; mag es jetzt auch noch so konser- vativ, slavisch und fromm sein, die Söhne dieser Bvur- geoisie sind schon anders. Damit wird aber der Sozialdemokratie der Weg vorbereitet, und sie wird dann schon die weiteren Konsequenzen zu ziehen wissen. Ibsen's„ Hedda Gabler."*) Tesman ladet Lövborg zu sich ein; Hedda erfährt, Nach dem neuen Jahrgange des Amtskalenders für SchulIbsens neuestes Stück ist soeben erschienen. Da der wie es gekommen ist, daß er sich aus der Versumpfung inspektoren und Lehrer im Regierungsbezirk Merseburg Dichter bei den Arbeitern ein sehr lebhaftes Interesse emporgearbeitet hat: er war Hauslehrer bei Elvsteds, und sind gegenwärtig im Regierungsbezirk Merseburg erregt hat, so verdient seine„ Hedda Gabler" vielleicht Frau Elvsted hat ihn gerettet". 85 Lehrerstellen unbesezt. 148 Lehrer unterrichten 100 eine eingehendere Besprechung. Die nun folgende Entwickelung ist von der tiefsten und mehr als 100 Kinder, davon 51 mehr als 120. Unsere Parteigenossen haben mit Ibsen viel Miß- Psychologie, eine ganz neue Art als die bisherige Nora- Die höchsten auf eine Lehrkraft kommenden Schülerzahlen brauch getrieben. Gerade seine nihilistischsten, skeptischsten Methode des Dichters, vermuthlich dem Einfluß Strind- find 152, 154, 160, 193, 197! In 27 Städten des Werte sind Veranlassung gewesen, ihn als einen quasi- bergs zu verdanken. Im Grunde liebt Hedda den Regierungsbezirks besteht eine Gehaltsstafa, viele fleine Genossen jubelnd und mit offenen Armen aufzunehmen. leichtsinnigen Löwborg schon von früher her; und wie und selbst eine Reihe mittlerer Städte haben eine solche Man jah blos die Ironie, welche sich gegen die be- ihr die gutmüthige, nervös- schwächliche Elvsted das alles noch nicht. Das Anfangsgehalt bewegt sich zwischen stehende Gesellschafts- Ordnung richtete, und man übersah, so erzählt, wird sie von jener hysterischen Wuth gegen 750 bis 1200 Mt., das Höchstgehalt, zwischen 1350 bis daß der Dichter ebenso ironisch uns gegenüber steht. Lövborg und sie erfaßt, die sie, ohne daß sie es eigentlich 2700 Mt. Das Höchstgehalt wird in 31 Dienstjahren erIbsen ist und bleist ein Bourgeoisdichter, und mag er weiß, dazu treibt, die Beiden unglücklich zu machen. Sie reicht.(!!) Diese geplagten armen Volksschullehrer werden noch so sehr alles Bestehende verneinen- er verneint es hezt Lövborg in die Kneipe, damit er wieder seinem durch ihre eigene Noth dazu gezwungen, die Augen zu öffnen eben immer als Bourgeois. Laster unterliegen soll nicht„ Laster". ihr scheint die und wenn sie vielleicht auch in Folge irgend eines Kom Ein einziges positives Ideal hat Ibsen eine Zeit Sache„ dämonisch schön", sie denkt ihn sich, als einen mandos auf die Sozialdemokraten schimpfen, so werden lang gehabt, und diesem Ideal hat er auch seine ersten hellenischen Bacchus„ mit Weinlaub im Haar" und so sie in ihrem Innern doch zu der Partei gehören, die aus Erfolge bei uns zu verdanken. Er war Vorkämpfer der fort, wie diese Weiber sich so etwas vorstellen. Lövborg diesem allgemeinen Elend einzig und allein den Ausbürgerlichen Frauen- Emanzipation. Und indem er mit besäuft sich und geht zu" so einer Art Sängerin"; unterweg zeigt. den Augen dieser„ Idealisten" die beiden Geschlechter be- wegs verliert er das Manuskript seines Werkes, Tesman trachtete, wie sie sich im Bürgerthum gegenüberstanden, findet es, und da er solide nach Hause geht, giebt er es kam er zu der Ueberzeugung, daß die Weiber noch eine als treuer Ehemann natürlich seiner Herrin ab. Lövborg Menge großer und idealer Charaktereigenschaften sich be- veranstaltet noch eine große Brügelei zwischen den Damen Die Nickmaschine, genannt Deatscher Reichstag, ist wieder in wahrt haben, die den Männern abhanden gekommen sind. und Herren, welche bei der Sängerin anwesend sind, Gang gefeßt. So schuf er eine Lona Hessel, eine Nora u. A. wird auf die Polizeiwache geschleppt und kommt dann die Berathung des Antrages Auer und Gen. auf Aufhebung aller Das was man so gewöhnlich Idealismus nennt, zuletzt zu Hedda, wo er die Frau Elvſted noch trifft. Lebensmittelzölle in Verbindung mit dem Antrage Richter auf hat verschiedene Ursachen. Neben der Faulheit, ist eine Er weiß, daß er jetzt wieder verbummeln wird. Hedda Ermäßigung der Kornzölle und Beseitigung der Zuckerfabrider Hauptursachen die Unfähigkeit zum forrekten Be- hezt ihn noch auf, daß er sich tödten soll, aber in fanten- und Schnapsbrennergeschenke. obachten. Ibsen hatte seine Frauen nicht beobachtet, er Schönheit" und schenkt ihm eine Pistole. Als er weg Boltsernährung liegt den Regierungen am Herzen( seit dem Wahlhatte sie konstruirt, und die realistischen Züge, mit denen ist, verbrennt sie das Manuskript, das sie haßt, weil schreck nämlich), und„ wir dürfen zur Bekräftigung hierfür Bezug er seine Konstruktionen ausstattete, entnahm er der Wirk- Frau Elvsted ihm an der Arbeit geholfen hat. nehmen auf diejenigen Maßregeln, die seit einigen Monaten zur lichkeit, nicht des idealen, sondern des hysterischen Frauen- Löwborg stirbt nun freilich nicht in Schönheit"; er Erleichterung der Fleischversorgung in Deutschland eingeführt geht zu der Sängerin zurück, und während er wieder worden sind." Natürlich fühlten sich die Weiber sehr geschmeichelt. Standal macht nach seinem verlorenen Manuskript, entwejen ist und daß die„ Galgenzeitung" fügt, wenn sie die theuSie sahen Nora, welche im ersten Aft Bonbons fraß und ladet sich die Pistole in der Tasche, und die Kugel geht eren Fleischpreise den Zwischenhändlern in die Schuhe schiebt. im letzten Aft mit dem Pathos einer Jungfrau von ihm durch den Unterleib. zimmers. Vom Reichstag. Aus der Tagesordnung der 42. Sigung vom 13. Januar steht Reichstanzlec v. Caprivi: Die Sorge für Erleichterung der Er giebt also selbst zu, daß die Viehsperre eine Jobberei geDer hinfende Bote tommt natürlich nach: die„ Erhaltung der Abg. Schumacher( Soz.) Ein landwirthschaftlicher Nothstand Drleans Mann und Bonbonnière verließ. Das Ihrem Tesman lügt Hedda vor, daß sie das Ma- Landwirthschaft". konnten sie auch, sie konnten auch Bonbons essen, und nuskript ihm zu Liebe verbrannt habe, und Tesman list ist gerade bei dem größeren Grundbez nicht vorhanden, zumal natürlich würden sie auch den letzten Aft aufführen, darüber so gerührt, daß er fast gar keine Gewissensbiffe wenn man die Steigerung des Bodenwerthes in Betracht zieht. wenn es nöthig wäre; sie waren solche ideale Wesen. hat. Erst später kommen sie wieder. Aber es stellt sich Die Noth herrscht vielmehr unter den Landwirthen, die nur 20 Und nicht nur die Weiber waren begeistert, auch die heraus, daß Frau Elvited noch die Konzepte besigt, und Morgen und weniger haben. In Gebieten mit schlechterem Boden ganzen sentimentalen, männlichen Idealisten waren hin- so setzt er sich denn mit ihr hin und stellt mit ihr das treide zur Ernährung einer Familie von 7 Personen. Hier muß gerissen. Indessen machte sich schließlich doch eine Gegen Werf wieder zusammen. strömung bemerkbar. Die Weiber hatten zu sehr überhand Hedda ist durch den Tod Lövborgs in die Gewalt genommen und famen sich schließlich wohl selbst etwas das Gerichtsraths Bracke gerathen, der gern das thun blamirt vor, und schließlich dachten die Männer denn möchte, was Lövborg verjäumt hat: dem guten Tesman auch, daß sie doch eigentlich garnicht so schrecklich nieder- Hörner aufſeßen. Er hat die Pistole erkannt und kann trächtig wären, im Vergleich zu den Frauen. Und da ihr mit dem Standal drohen, wenn sie ihm nicht zu stiegen selbst dem Meister Ibsen Zweifel darüber auf, ob Willen ist. Sie geht turz entschloffen in's Nebenzimmer wohl die Sache so in Ordnung wäre. und erschießt sich; und Bracke endet das Drama passend: Um Himmelswillen, so was thut man doch nicht!" If Zur Gaunerpolitik. giebt z. B. ein Areal von 20 Morgen nicht das genügende Geschen Getreide zugekauft werden. Diese Leute also leiden gerade unter der Vertheuerung des Getreides durch die Lebensmittelzölle. verdienen. In Boſen verdienen durchschnittlich pro Tag im Winter Es ist auch nicht wahr, daß die Arbeiter im Verhältniß jezt mehr ein Mann 60 Bf., eine Frau 20-30 Pf., im Sommer ein Mann nur 1 Mt., die Frau nur 56 Pf. Jezt ist die Noth besonders im Rheinland im Gebiet der Eifel unter den kleinen Leuten um so höher gestiegen, als die Kartoffelernte eine sehr schlechte gewesen ist. Daß der Zoll das Getreide vertheuert, ergiebt eine Vergleichung Der Preise in Köln und Rotterdam, in welch lepterer Stadt der Preis des Roggens im Betrage des Zolls geringer ist. Unser Schutzzollsystem hat die ameri anische Tarifbill hervorwachsen lassen. Wenn wir jetzt nicht umkehren, dann wird die deutsche Industrie noch größere Schädigungen erleiden. Daß unsere Industrie mit den Schußzöllen Schiffbruch gelitten hat, beweist das stetige Herab gehen der deutschen Ausfuhr, welche jetzt geringer ist, als die Einfuhr, während jene noch 1886 größer war als die Einfuhr. Hedda Grabler ist ein Widerruf seiner früheren Werke. Hier vermummt der Dichter nicht die Hysterie als Idealismus, hier zeigt er sie als wirkliche Hysterie; hier verhöhnt er selbst sein früheres Ideal, zertrümmert er selbst das leßte Gößenbild, das ihm aus dem bürgerlichen Pantheon übrig geblieben war. Nunmehr steht er vor dem völligen Nichts. Und wenn auch die Ehrlichfeit welche sich durch Einführung der Doppelwährung wieder einmal blos auf die Produktion des Ackerbaues, sondern wir wollen die und Konsequenz des Mannes anzuerkennen ist, wenn auch die Rücksichtslosigkeit seines Denkens die höchste Achtung verdient, jedenfalls muß das jezt selbst dem verhärtetsten Moralphilosophen unter unseren Genossen einleuchten, daß Ibsen zu der Sozialdemokratie und zu den Gefühlen des Proletariats auch nicht die geringste Beziehung hat. Wir haben in der vorigen Nr. wieder zwei Artikel über die Gaunerpolitif unserer lieben Agrarier und tutti quanti gebracht, Abg. Richter( dfr.) Wir haben den Antrag nicht beschränkt auf Kosten des Volkes bereichern wollen. In Amerika sind die Silbermänner bereits durchgedrungen. Reform auch ausdehnen auf industrielle Erzeugnisse. Die InduſtrieDie berüchtigte Silberbill ist bereits in Kraft. zölle schaden zum großen Theil der Industrie selbst und zwar Befanntlich erwärmen sich dort für das Silber, außer den gerade derjenigen Industrie, für welche alle diese Zölle berechnet überschuldeten Kleingrundbesißern, namentlich die Silberminen- find. 3. B. die kleine Eiſenindustrie leidet ganz besonders unter taufen wollen. befizer, welche ihr Silber dem Staat zu theuern Preisen ver- den Eisen öllen, Ringbildungen und höheren Preisen, zu welchen die Schutzölle auf Eisen Meraniassung geben. Wir haben auch Jezt ist nun dem Herrn Harrison ein famoser Ausspruch nicht die Forderung erhoben der Beseitigung der Nahrungsmittelentschlüpit, der die Spißbubenpolitik in ihr schönstes Licht stellt. 3ölle auf einmal. Es ist das nicht geschehen, weil wir etwa die Er Als Dichter hat Ibsen durch seine Wandlung jeden- bedauert" in seiner Botschaft das Sinten des Aufrechterhaltung der Zölle für gerechtfertigt hielten, nein, weil Silberpreises. wir eine solche Art des Vorgehens für diejenige halten, auf falls sehr gewonnen. Nachdem die Scheuklappen der Aber, wieso ist es seine Aufgabe als Geschäftsführer der welcher der Weg unter den gegebenen Verhältnissen am meisten idealistischen Illusion verschwunden sind, sieht er die Landesregierung, welche sich seit letzten August zur Aufgabe gefeßt gangbar ist.( Als ob es überhaupt darauf ankommt, was Herr Dinge viel flarer und nüchterner an als früher; und hat, allmonatlich 4% Millionen Unzen Silber, jedesmal zum der- Richter und der Reichstag für gangbar hält! Die Regierung thut, nachdem die Tendenzfiguren aus seinem Theater verzeitigen Marktpreis, anzufaufen, wie tommt er dazu, Bedauern was sie will, und wenn sie jeßt einsicht, daß sie, wie Bamberger fundzugeben über Sinken des Silberpreises?? Enfant terrible, iagte, dem Volt das Fell zu sehr über die Ohren gezogen hat und schwunden sind, treten jezt wirkliche Menschen auf die das durfte doch nicht eingestanden werden, daß Deine Partei, es ein bischen zurückfrempelt, um es wieder etwas loyaler zu Bretter. um den Silberbergwerts besigern einen feiten Hasen in machen, so weiß sie auch ohne die Richtersche Weisheit, wie sie das Der Inhalt von Hedda Gabler ist folgender: die Küche zu jagen, diesen Silberantaufsplan zum Geieß er macht.) Ueber Weihnachten ist uns eine Novelle zum BranntweinHedda Gabler ist die Tochter eines Generals, hoben hat! Bei all' dem Geschwäß über Gleichstellung des Silbers steuergesetz vorgelegt. Diese berührt zwar nicht die Privilegien der mehrere Jahre hindurch Löwin", und heirathet, weil nur darin bestehen, daß durch Ausgabe eines Quantums von unsern Antrag im Anschluß an die Regierungsvorlage weiter 3 mit Gold in der Münzwährung sollte des" Pudels Kern" doch Brenner, aber wir sind dadurch formell in die Lage gekommen, er doch nicht geradezu drollig ist", den unbedeutendsten Schazamtsnoten in jedem Monate sie Masse der zirkulirenden verfolgen. Wir würden es für unrecht erachten, wenn wir in Anihrer Anbeter, den Kulturhistoriker Tesman, welcher auf Austauschmittel fortschreitend vermehrt werde. Darin allein sollte betracht der geringen Aenderungen der Regierung nur Mücken Grund eines schwer gelehrten Werkes über die Brabanter doch der den gläubigen Farmern und sonstigen lleinbürgerlich ge- töten wollten und an dem großen Elephanten des Privilegiums sinnten Stimmgebermassen vorgespiegelte Nußen bestehen Das der 40 Millionen stillschweigend vorbeigehen wollten.( Gehen Sie Spißen- Industrie im Mittelalter eine Professur erhofft. allein war doch der angebliche Zwed, um dessenwillen die feindlichen nur lieber mit auf die Mückenjagd, die Elefanten friegen Sie doch Sein wissenschaftlicher Rivale ist Eilert Lövborg, ein Boodle- Brüder: Republikaner Arm in Arm mit Demokraten, dieses nicht!) verbummeltes Genie. Silbergesetz verübt haben: Inflation des Umlaufmediums, Geld- Abg. Luz( fons.): Mit der Einführung der landwirthschaftDie Neuvermählten sind eben von der Hochzeitsreise verwässerung behufs Herbeiführung ein.s fortgejezten Steigens aller lichen Schußzölle haben wir keine emseitige Interessenpolitit gezurückgekommen, die der Mann dazu benußt hat, um in Waarenpreise, und zwar in erster Linie von landwirthschaftlichen trieben, sondern nur das einzige wirksame Mittel angewandt, um Produkten. die Landwirthschaft lebensfräftig zu erhalten.( Gott bewahre! alten Archiven alle möglichen Schwarten durchzustöbern. Dieser Bauernfänger- Trick, welchen Herr Harrison durch seine Interessenpolitit! Blos die Landwirthschaft haben sie lebensträftig" In der Heimath umfängt sie sofort die gemüthliche Unterschrift santtionirte, fann doch auch bei niedrigem Silberpreis erhalten!) Wir haben dadurch allein auch die Landwirthschaft noch schwungvoll genug praftizirt werden! Tanten- Atmosphäre, in welcher der gute Tesman zu biefes Metalls auf Doll. 1,10 per Unze, wie vor sechs Wochen, bleiben.( Nämlich Champagner, ungarische Bartwichse und Watte für die Steht der Preis in die Lage versetzt. Abnehmerin der Industrieerzeugnisse zu feiner gegenwärtigen Unbedeutentheit herangewachsen ist. dann soll die Regierung in dem betreffenden Monat im Betrage Herren Söhne, und Kleider, Spißen, Zähne, Haare, Gummibusen, Für Hedda vervollständigt das natürlich die Misère. von Doll. 4,950,000 Schazamtsnoten emittiren. Sinkt der Silber Cuts für die Fräulein Töchter.) Der arme Tesman genügt ihr eben in feiner Weise, preis auf 90 Cents, wie zu der Zeit, wo dem Herrn Harrison Abg. v Schalsch a( Zentr.): Die Zölle sind nichts als ein Beitrag weder in moralischer noch in intelleftueller, vermuthlich iener Stoßseufzer si entrang, nun, dann beträgt die der R gierung des Bolles zum Etat, und wir haben feinen Grund, diesen Betrag auch nicht in physischer Beziehung. obliegende Notenausgabe für einen solchen Monat immer noch die zurückzuweisen.( Ja, wenn er angeboten würde! Aber was Sie nicht Summe von Doll. 4 050 000. Eine so geringe Differenz kann den zurückweisen", das nehmen Sie ja, verehrtester Herr! Was würden Eilert Lövborg_hat ein bedeutendes Werk ge- kohl der Farmer und Inflationsschwärmer weder fett noch Sie agen, wenn ein Taschendieb Ihr Portemonnaie leerte und schrieben und zeigt sich plötzlich als sehr gefährlicher mager machen. Aber, freilich, 900 000 Dollars mehr oder weniger dann mit der biedersten Miene sagte:" Ich hatte keinen Grund, Konkurrent um die so nöthige Brodstelle. Der unglück- in einem einzelnen Monat, daß ist ein beträchtlicher Gegenstand diesen Betrag zurückzuweisen!") sür nun ja, für die Millionäre der Silberminen. An Abg. Dr. Buhl( natt.) hat gefunden, daß für die landwirth liche Tesman ringt die Hände über seinen Leichtsinn, zu diese viel- subventionirten Bürger allein konnte Herr Harrison bei schaftlichen Zölle auch in den Städten ein großes Intereſſe besteht, heirathen, ohne erst eine feste Anstellung zu haben, und seinem Bedauern denken, vorausgesetzt, daß er hierbei überhaupt sogar auf Seiten der Arbeiter, welche aus einem Zurückgehen der jammert, woher er das Geld nehmen soll. Seine Frau mit Denken beschäftigt war, was wir allerdings nicht behaupten Stauffraft der Landwirthschaft ein Heruntergehen der Löhne befürchten.( Ei, ei, wo haben Sie denn das gefunden?) bleibt ganz faltblütig, verlangt ein neues Kleid und ein wollen. Reitpferd, und da ihr Mann diese Wünsche natürlich Zum Schluß bemerkt er noch, daß es etwas anderes ist, Zölle zu bewilligen und bestehende Zölle abzuschaffen." nicht erfüllen kann, und auch nicht die nöthige Energie ( Das werden wir schon bald zu merken kriegen!) besitzt um ihr die einzig richtige Antwort zu geben, welche allerdings etwas unzivilijirt wäre, so verachtet sie ihn noch mehr, und sie beginnt auch schon einzusehen, daß Tesman doch„ drollig" ist. *) Berlag von G. Fischer, Berlin. Preis 1,50 Mt. Ehrliche Leute, nicht wahr? Es lebe das Geschäft! 43. Situng.( Fortsetzung.) Zur Lage des Lehrerstandes. Abg. Brömel( dfr.): Diejenigen, welche die Zölle beseitigen Bekanntlich soll nach des Kaisers Wunsch auch die wollen, wollen dem bäuerlichen Besißer nicht das Geringsie von Schule die Sozialdemokratie bekämpfen helfen. Das ist seinem ehrlich erworbenen Arbeitsverdienst nehmen, aber sie wollen ein Kunststück, wenn man die Lage der Lehrer bedenkt, verhindern, daß mittelst der Zollgesetzgebung von den Grundbeißern den nicht besigenden Arbeitern ihr sauer erworbener Arbeitsdie sie zulegt selbst zu Sozialdemokraten machen muß. verdienst geschmälert wird...... Diejenigen, welche sich an Be Fper von 10 Hektar und darüber halten, bedenken gar nicht, daß|( Ach, nich doch!) Die jeßigen Fleisch und Brotpreise sind normal.| bedeuten würde!( Melodie: Wo alles stiehlt, fann's Karl allein von den 5% Millionen landwirthschaftlicher Betriebe aber 75 pCt.( Da soll er nur einmal seine Frau fragen!) noch nicht einmal 5 Heftar besigen, alle diese haben von den Getreidezöllen also keinen Vortheil. Aus den Nachweisungen im Jahre 1886 über den Minderertrag pro Hektar geht hervor, daß es sich gar nicht um eine Noth im landwirth schaftlichen Gewerbe handelt, sondern um einen Minderwerth des Grund und Bodens an und für sich. das geht auch daraus hervor, daß man bei der Zollerhöhung selbst zugegeben hat, daß man damit die Rente des Grundbesizes steigern wolie..... Viel mehr geeignet zur Hebung der Landwirthschaft wird eine Verbesserung des landwirthschaftlichen Betriebes sein. die wir sehr gern und aufs Wärmste unterstüßen wollen. Abg. v. Helldorff( kons): Es führt zu Irrthümern, wenn man lediglich aus statistischen Zahlen die Preisgestaltung des Getreides mit und ohne Zölle zu berechnen sucht; nicht statistische Angaben lassen die Sachlage richtig erkennen, sondern das richtige Denken.( Sehr richtig! Bravo!) Der landwirthschaftliche Arbeiter hat ein großes Intereffe an der bestehenden Zollgesetzgebung. Der Antheil des Arbeiters am Erdrutsch ist ein sehr großer überall, wo ein intensiver Betrieb ist, also gerade bei den fleineren wirthschaftlichen Betrieben. Für den ländlichen Arbeiter ist damit viel besser gesorgt, als wenn er seinen Lohn nur in Geld erhält; denn dadurch würde die Unzufriedenheit nicht lassen.) In eigener Sache. Abg. Stolle( Soz.): Bei Beginn der Schußzzoll- Aera sagten Auch wir haben ein warmes Herz für die Konsumenten die Agrarier, daß sie nicht eine Vertheuerung der nothwendigsten( Aber für wele! Für die Konsumenten von Champagner, BartLebensmittel, sondern nur einen Schutzoff wollten. Die Ver- wichse 2c.), aber wir glauben nicht, daß wir dieses Gefühl am besten sprechungen, die uns damals gegeben wurden, sind nicht erfüllt bethätigen in einer Aufhebung der Getreidezölle. worden. Wenn aber, wie behauptet wird, keine Erhöhung des Getreidepreises eingetreten ist, so brauchen Sie ja den Zoll erst recht nicht, da er dann dem Landwirth ja doch nichts nügt. Aber es fommt nicht auf eine Vergleichung der Inlandspreise in den einzelnen Jahren an, sondern auf eine Bergleichung der Preise im Inlande mit denen im Auslande. Und da finden wir, daß die Preise bei uns höher sind als jenseits der Grenze. In der Mittwochversammlung bei Joel, wo die Preßkommission für die„ Bolfstribüne" gewählt wurde, wurde auch folgende Resolution angenommen: Die heute hier tagende Versammlung der sozialdemo tratischen Parteigenossen Berlins beschließt, daß das hier erscheinende Zentralorgan der Partei verpflichtet ist, in seinem redaktionellen und Inseratentheil Empfehlurgen der Berliner Volkstribüne" und der„ Berliner Arbeiter- Bibliothek" unentgeltlich aufzunehmen." Der Vorwärts" bemerkt dazu: Abg. Leuschner( Rp.): Nicht richtig ist es, daß der Preis Auch die Versprechung, daß die Zölle höhere Löhne für den des Roggens vom Zoll abhängt, er hängt wesentlich von Ausfall Arbeiter bringen werden, ist nicht erfüllt. In Sachsen ist eine Erder Ernte ab. Außerdem tragen verwerfliche Börsenspekulationen höhung der Löhne nicht eingetreten, wie der letzte Bericht der HanFir Erhöhung des Baues bei.( Ein Dieb schimpft den andern: delskammer in Chemnitz beweist. Wenn Arbeiter im Erzgebirge Löhne Dieb; wer hat nun Recht?). Wenn die Freihändler und von 6 bis 7 Mark wöchentlich verdienen, wie haben Sie da die Sozialdemokraten höhere Löhne für die landwirthschaftlichen Arbeiter Stirn zu behaupten, Ihre Wirthschaftspolitik habe den Arbeitern " Wir geben gern zu, daß die Resolution recht gut gemeint ist, wollen, so müssen sie auch die Landwirthschaft in die Lage seßen, genügt? Als die 100 000 Bergarbeiter im vorigen Jahre die Ein- doch hat man unseres Erachtens dabei übersehen, daß keine Berdieselben zu gewähren.( Gar nicht nöthig, die Herren Grundbefizer lösung des Wechsels auf Erhöhung der Löhne verlangten, welchen liner Versammlung befugt ist, dem Zentralorgan der Partei irgend brauchen ja weniger zu profitiren.).. Werden die agrarischen Sie früher ausgestellt haben, da haben Sie anstatt der Ein- eine Verpflichtung aufzuerlegen. Wir sind der Gesammtpartei Zölle aufgehoben, so müssen es auch die industriellen Zölle.( Saust lösung die Flinte schießen und den Säbel hauen und ihren auf dem Parteitag in Halle eingesetzten Organen du meinen Juden, hau ich deinen Juden.) lassen. gegenüber verantwortlich nnd tönnen an diesem Verhältniß eben Hat der Bauer aber wirklich von den Schutzöllen Nugen? so wenig wie eine Volksversammlung etwas ändern. Die Ber Der Besizer von einem Hektar Landes hat keinen, weil er nur liner Volts- Tribüne" und die„ Berliner Arbeiterbibliothet" stehen soviel produzirt, als er zur Zeit der Ernte für sich verbraucht. Der zu uns in feiner anderen Stellung als die übrigen lokalen ParteiBesißer von vier bis fünf Hektar verkauft zwar sein Getreide im blätter und Preßunternehmungen. Wir hoffen, daß man uns diese Herbst, dafür muß er aber im Frühjahr das theure Brot faufen. Klarstellung um so weniger verübeln wird, als ein Blick auf den von den Getreidezöllen, sondern lediglich die Großgrundbefizer. Die gerade auf seine Berliner Leser berechnet ist und wie sehr Also 75 pCt. aller Landwirthe haben nicht den geringsten Nußen täglichen Inhalt unseres Blattes beweist, in welchem Maße es es sich Industrie hat von den Schutzöllen auch keinen Rußen gehabt. Der bemüht, allen Anforderungen, die an eine große Berliner TagesGrport ist in vielen Zweigen thatsächlich zurückgegangen. Die früher zeitung der Sozialdemokratie zu stellen sind, zu genügen." voll beschäftigten Arbeiter müssen in einigen Fabrikationszweigen Diese Auffassung scheint uns doch nicht richtig zu sein. Der iezt zum Theil feiern und bekommen außerdem geringere Löhne.„ Vorwärts" ist ein Geschäftsunternehmen, wie jede andere Zeitung. Abg. Graf Kanit( f.): Bei den Berathungen über diesen An- Mindestens neun Zehntel von den Abonnenten des„ Vorwärts" trag wird aus dem ganzen Schußzollsystem ein einziger Produktions- find Berliner Genossen; und da scheint es uns doch nicht so einfach zweig herausgenommen. Das ist doch nicht konsequent. Begründet abzuweisen zu sein, wenn die Leute, welche das Blatt überhaupt wird der Antrag mit dem Hinweis auf die Erleichterung für die finanziell halten, die Gratisaufnahme einer Notiz und eines InLandwirthschaft. Meines Erachtens ist es das erste Mal, daß die serats für ein ihnen gehöriges Unternehmen verlangen. Herren eine solche Fürsorge für die Landwirthschaft zeigen. Warum Zweitens aber fann man doch überhaupt schon an sich„ Tribüne" machen Sie denn nicht zuerst das Eisen billiger, wenn Sie schon und Arbeiterbibliothek" nicht auf eine Stufe mit den übrigen verbilligen wollen? Der Konsum des Eisens ist ein überaus lokalen Parteiblättern und Preßunternehmungen" stellen. großer, und der Zoll auf Eisen bedrückt den kleinen Mann min-„ Berliner Arbeiterbibliothet" ist eine Sammlung von Brochüren destens ebenso wie der auf das Getreide. Machen Sie doch dem von allgemeinem Interesse und die„ Berliner Volks- Tribüne" Kleinen Manne Kleider und Stiefel billiger! Warum fangen Sie ist eine Wochensärift von gleichfalls allgemeinem Interesse. Abg. Frhr. v. Hornstein( wild): Der Titel Bauer ist in nicht hier mit dem Lederzoll an? Die Industriezölle sind viel Das ist doch etwas anderes, wie ein Lokalblatt, das eben nur Deutschland noch kein Echimpfwort, so lange es gute Regimenter drückender als die Lebensmittelzölle, und ihre Erzeugnisse sind für für die beschränkten Interessentenkreise bestimmt ist. Es scheint uns giebt und so lange die Monarchie fest besteht. Bei den sparsamen den Lebensunterhalt ebenso nothwendig. Mit der Zukunft tönnen nun aber den Pflichten des Vorwärts" als Zentralorgan wohlhabenden Bauern werden die Sozialdemokraten auch keinen Sie uns da nicht vertrösten, denn Sie wissen sehr wohl, daß der durchaus nicht zu widersprechen, die Leser auf die vorhandenen Erfolg haben, sondern nur bei den armen verschuldeten Bauern. Fortfall der Industriezölle den Ruin der vaterländischen Industrie Bildungsmittel aufmerksam zu machen. auf dem Lande nur gefördert werden.( Die Zufriedenheit ist aber nothwendig, damit die Leute hungern und doch onservativ bleiben. Wie singt doch unser großer Dichter Wilhelm Busch: Entsagung nennt man das Vergnügen An Dingen, welche wir nicht kriegen." Ja, und dieses Vergnügen muß den Arbeitern erhalten werden.) Wenn die Sozialdemokraten da von einem Trucksysiem sprechen, so zeigen sie, daß sie nicht eine Partei der sozialen Reformen, sondern eine Partei der sozialen Revolution sind.( Schrecklich! Wir sind erkannt! O weh, wie wird es uns gehn!) Verein der Sattler und Fachgenossen. Am Sonnabend, den 17. Januar 1891, Abends 9 Uhr, bei Reyer, Alte Jakobstr. 83 Versammlung. Tagesordnung: Die Sozialdemok. Wahlverein für den 2. Berl. Reichstagswahlkreis. Gesellschaft für Verbreitung General Versammlung von Volksbildung. am Montag, 19. Januar, Abends 8 Uhr, in der sodbrauerei, Versammlung Temeplhoferberg. Tagesordnung: 1. Statutenänderung. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Vortrag 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. des Stadtverordneten Friß Zubeil. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Um recht rege Betheiligung ersucht 1. Vortrag. Fachverein für Schlosser u.Maschinenbauarbeiter Berlins u. Umg. Montag, den 19. Januar. Abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jalobstr. 75 General- Versammlung Tagesordnung: Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung des für Frauen und Männer Lese- und Diskutirklubs„ Freie Denker" am Sonntag, den 18. Januar 1891, Abends 6 Uhr in Schnegelbergs Festsaal, Jahnstr. 81. Tagesordnung: 1. Vortrag des Hrn. Dr. Lütgenau über: Bor und nach dem 1. Oktober. 1. Abrechnung vom Weihnachts- Vergnügen und 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein. Zur Bericht des Kassirers vom 4. Quartal. Deckung der Untoften findet eine Tellersammlung statt. 2. Jahresbericht des Vorstandes. 3. Eriazwahl des Vorstandes und der Arbeitsnachweis- Kommission. 4. Ausnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 5. Anträge. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Bei der Wichtigkeit der Tages- Ordnung ist es Bflitt sämmtlicher Mitglieder in der Versammlung au erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. willkommen. Gäste Der Vorstand. C. A. Sachse Berlin SW., Teltower- Straße 13. Zu Hochzeitsfeierlichkeiten empfehle außerordentlich tüchtige Klavierspieler zu Tanz, Unterhaltung, Begleitung zum Gesang. 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