ahren r bis nach weiter 5 Uhr jeder nntag inde3 früh eſſen Uhr Be 20 über: Ver bittet ard. 1. w. 391, 80. ent. ition 1 der iden zeln in jahlie ine". 5. dlg. 1, ter. 1. an. illig. reichfe. Serein r der r. 15. Berliner Volks- Tribüne. = Sozial- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Dolks Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. bonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Pf. Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mk. 50 Pf.) № 7. Gedicht.- Novelle.- Der russische Markt. Aus finsteren Zeiten. Die englische Wohnungsgesetzgebung. Frivole Streiks. Vom Reichstag. Parteigenossen! " Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elisabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: ,, Volksblatt", Beuthstr. 3. Inserate werden die 4 spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 Pf. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volfs- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen. Sonnabend, den 14. Februar 1891. V. Jahrgang. Aus der Woche. Der Boulangismus und Stunde und einen annähernden Betrag auch während der Proletarier, wische Dir fein säuberlich den Mund ab, die Revolution.- Die Kartelle. Elend in Ferien. Wie die bürgerlichen Blätter melden, soll nun damit Du keine Verdauungsbeschwerden bekommst. London. Die großen Staatsmänner" fallen wie die Fliegen, Fabrikgesetzgebung in Britisch- die Zahlung während der Ferien fortfallen. Die VerIndien. waltung scheint hier von dem Grundsaz auszugehen: wenn der Frostriese erscheint. Jezt ist auch der österDie Arbeitslöhne in Paris. Wer nicht arbeitet, soll auch keinen Lohn erhalten. Gut reichische Finanzminister Dunajewski gegangen worden. Der National" reichthum Nordamerikas. und einverstanden. So ähnlich denken wir ja auch. An seine Stelle trat der bisherige Sektionschef Dr. Steinbach. Literarisches. Warum man aber mit der Reform und dem„ Sparen" Der neue Minister ist Staatssozialist von der Farbe des gerade beim Unterſten und Aermsten anfangen soll, das Professors Brentano. Als Steinbach vor einigen Jahren verstehen wir allerdings nicht. Nehmt die Großköpfe, eine Bornrede gegen das bewegliche Kapital hielt, da meine Herrschaften, da giebt's zu streichen und zu sparen! gossen die bürgerlichen Blätter alle Stinktöpfe über ihn Uebrigens sind wir über diese Maßregel nicht einmal aus. Jetzt, da er an der Macht ist und Anleihen zu ungehalten. Erstens liefert sie den Beweis, daß der vergeben hat, umkreisen sie ihn. Desterreich ist neben heutige Staat trotz allen jozialreformatorischen Brim- Frankreich das Eldorado des europäischen Börsengesindels. bramboriums nichts weiter ist und sein kann als ein Auch Rußland hat seinen Streif. Die Arbeiter der Herren Scholarchen, von welchen heute so viele als die Arbeit eingestellt. Polizei war natürlich gleich zur Klassenstaat; zweitens, vielleicht gehen doch so manchem der Admiralitätswerft in Petersburg haben, 3000 Mann, Führer" im Rathe der Ordnungsparteien sigen, die Stelle, doch schien in die sonst so geduldigen russischen Augen auf, wo der wahre Fortschritt zu finden ist. Oder Arbeiter auf einmal der Teufel gefahren zu sein. Polizeiglauben diese Hilfskräfte", die man aufs Pflaster wirft, minister Gresser mußte mit langer Nase und blauem wenn man sie nicht mehr braucht. noch immer, daß sie Auge abziehen. Ja selbst das höchstleibliche Erscheinen etwas Besseres sind als die Arbeiter? eines wirklichen Großfürsten fruchtete nichts. Der in Wenn der Herr Staat spart, müssen natürlich Cardiff( England) ausgebrochene Streif scheint sich zu auch die Herren Kapitalisten sparen Und sie thun es einem allgemeinen Dockerstreit entwickeln zu wollen. Man und in recht schundiger und filziger Weise. In einem nämlich die Unternehmer- fürchtet ein Eingreifen großen Berliner Bankhause bezogen bis zu Neujahr eine der Bergarbeiter. Ursache: Aufgedrungener Kampf um größere Anzahl Angestellter als Jahreslohn 2000 Mart. die Organisation. Die verschiedenen Trades- Unions sollen Nun wären diese Leute altersversicherungspflichtig gewesen. gebrochen werden, ehe ihr Ausbau vollendet und sie wie Da sagte ihnen aber der Chef, sie sollten sich keine Karten Bähne ineinandergreifen. In Kopenhagen steht ein Ausherausnehmen, es werde eine Lohnerhöhung eintreten. stand der Tischler bevor, 700 Mann sind daran betheiligt. Diese fam auch, und zwar in Gestalt von 3 Mark für Bewegung also auf allen Ecken und Enden. In südlichen Solarn hält auch die Erwägung on Konflikten mit der das ganze Jahr. An Versicherungsbeiträgen hätte der Ländern mit wenig Industrie politische Umwälzungen und Unternehmerschaft viele Arbeiter von der Betheiligung ab. Hierzu Banfier per Mann 52 × 15 Pf.= 7 Mt. 80 Pf. zahlen Aufstände, in den Industriezentren wirthschaftliche Be tommen noch als besondere„ Hinderungsgründe" für das laufende Jahr die außergewöhnlich lang andauernde Arbeitslosigkeit während müssen; jetzt zahlt er mehr Lohn 3 Mark, erspart also wegungen. Wie manchen Herrn mag jetzt bange sein! der verflossenen harten Wintermonate und die zunehmende wirth- per Kopf und Jahr 4 Mk. 80 Pf. Macht zwar bei schaftliche Strije, welche an sich schon Zehntausende von Arbeitern einem Bankhause blutwenig, indeß, wer die Pfennige nicht der dortige Oberpfarrer verhaftet. Wer von unseren Beim mißglückten Aufstand in Oporto wurde auch auf das Pflaster wirft und die gesammte Arbeiterschaft in noch ehrt, ist der Millionen nicht werth. Sollte man den Lesern kann sich einen deutschen Pastor als Revolutionshöherem Grade als sonst der Willkür der Unternehmer preisgiebt. Parteigenossen! Dies sind die Erwägungen, die uns bestimmt Mann nicht gleich zum Finanzminister machen? mann vorstellen? Der Mann hat dazu keine Zeit, er In Ausführung des auf dem Parteitage zu Halle a. S. gefaßten Beschlusses, und in Rücksicht auf die Nothwendigkeit, die im Jahre 1889 vom internationalen Arbeiterfongreß zu Paris beschlossene Kundgebung zu Gunsten des Achtstundentags zu einer einheitlichen und wirksamen zu gestalten, hat die unter zeichnete Fraftion, nach eingehender Erörterung mit allen gegen eine Stimme beschlossen: Den deutschen Arbeitern zu empfehlen, die Maifeier am ersten Sonntag im Mai zu begehen, und weiter dahin zu wirken, daß auch für die Zukunft der gleiche Tag festgehalten wird. Als Hauptgrund für diese Entscheidung fiel ins Gewicht, daß ein Tag zu wählen sei, welcher der gesammten Arbeiterklasse die Betheiligung an der Kundgebung ermöglicht. Hierzu scheint nur der Sonntag geeignet. Jeder andere Tag der Woche macht es einer sehr großen Zahl von Arbeitern un= möglich, an der Feier Theil zu nehmen. Einmal ist vielen Arbeitern das Feiern an einem Werktage besonders zu einer Zeit unmöglich, wo die bürgerlichen Feiertage sich häufen. haben, den Arbeitern Deutschlands den ersten Sonntag im Mai " . für die Achtstunden- Kundgebu. g vorzuschlagen. Wir sind überDen Arbeiterdelegirten des Industrie- und Arbeits- muß die Moral retten, und dabei hilft ihm die Polizei. zeugt, daß Ihr diesem Vorschlage mit Einmüthigkeit beitreten werdet. rathes erklärte der König der Belgier, er sei den Arbeitern Die Berliner hat in der letzten Woche ein nach der Es handelt sich nun darum, unverzüglich alle Vorbereitungen sehr zugethan, er, sie, alle seine Belgier, Alle seien Arbeiter Tolstoi'schen Kreuzersonate" gefertigtes Schauspiel verfür die Feier zu treffen, welche insbesondere in Massenausflügen, nach verschiedenen Richtungen. Mit welchen Hochgefühlen boten. Als Verfasserin wird eine Dame bezeichnet. Jezt Massenumzügen und Massenversammlungen zu bestehen haben wird in der Brust mögen die Arbeiter in ihre Paläste" und fangen die auch schon an. Und da haben wir geglaubt, Eure Aufgabe ist es, durch zwedentsprechende Organisationen dafür zu sorgen, daß die Kundgebung in imposanter, würdiger zu ihren wohlbesetzten" Tafeln heimgekehrt sein? Es wir allein hätten das Privilegium-fonfiszirt zu werden. und ruhiger Weise verläuft. hatte wohl jeder von ihnen die Ueberzeugung gewonnen: Die Kapitalskonzentration schreitet ruhig vorwärts. Parteigenossen! Angesichts der Hartnädigkeit, mit der die Jetzt, wenn nicht der dumme Fasching zu Ende wäre, Die Zahl der Kartelle ist von 70 im Jahre 1887 auf Regierungen und die herrschenden Klassen sid, weigern, in eine jetzt wäre die soziale Frage gelöst und jede Noth ver- 137 im Jahre 1890 angewachsen. Wie viele Kleinbetriebe geseßliche Beschränkung der Arbeitszeit für alle Arbeiter, im Interesse ichwunden. In einer Versammlung that einmal ein sind da wieder zu Brei zerrieben worden. Frisch auf ihres törperlichen und geistigen Wohlbefindens, zu willigen; angesichts der Thatsache, daß das kapitalistische Produktionssystem uns Bauerngutsbesitzer und Stockfisch von einem Antisemiten zum Kampf, wir reiten mit, wir reiten.. eben wieder einer Krise von unabsehbarer Dauer entgegenführt, in den Ausspruch: die Noth ist so groß, daß wohl jeder Bauer In Preußen giebt es 14 Familien, welche Steuerwelcher das Ueberangebot von Händen" und die Lohndrückerei in mit seinem Arbeiter tauschen würde."" Angenommen!" freiheit genießen, darunter 9 fürstliche und 5 gegrafte. Bermanenz gelangen, wo also eine Verkürzung und gefeßliche Festschrie stellung des Arbeitstages das einzige Mittel ist, um den schlimmsten schrie ein Taglöhner," tauschen wir!" Der Redner Und diese Steuerfreiheit wird etwa nicht aufgehoben, nein, Wirtungen dieses Zustandes einigermaßen zu begegnen: erscheint verschwand von der Tribüne und ward nicht mehr gesehen. in einigen Jahren soll sie abgelöst werden. Das wäre es als eine ganz besondere Pflicht, alles aufzubieten, um die War nur ein Bauer gewesen, und vor Jahren Maifeier zu einer wahrhaft großartigen Kundgebung zu gestalten. auch eine himmelschreiende Ungerechtigkeit und würde die - Der Oberbürgermeister von Berlin glaubt noch allgemeine Unzufriedenheit nur vermehren helfen. So immer nicht, daß eine außergewöhnliche Noth herrsche. ein Fürst oder Graf hat ja manchen Tag nicht einmal Die Polizei ist schon weniger ungläubig, die läßt in den einen warmen Löffel im Magen, mit den hohen FleischDie sozialdemokratische Fraktion des deutschen. Reichstages. Häusern herumfragen nach denen, so arbeitslos sind. und Getreidepreisen scheint es auch bald Essig werden zu Auer. Bebel. Birk. Blos. Bock. Bruhns. Dieß. Wenn der Schnee geschmolzen und der Flieder blüht, wollen, laßt also die Armen frei. Noch ihre KindesDreesbach. Förster. Frohme. Geyer. Grillenberger. werden wir die Zahl wohl erfahren, die gewesen. Eine finder werden es euch danken. Harm. Heine. Hickel. Joest. Kunert. Liebknecht. andere Bahl wissen wir aber bereits. Vom 1. April bis Meister. Mezger. Moltenbuhr. Schippel. A. Schmidt. Hoch die internationale Sozialdemokratie. Berlin, den 4. Februar 1891. Vollmar. Wurm. Aus der Woche. -se- Aus„ ollen Griechen" sollen nach den Beschluß Die Nationalliberalen wollen kämpfen. Aber 8. Schmidt. Schulze. Schumacher. Schwarz. Seifert. Ende Dezember 1890 wurden nach Berlin 1 400 000 diesmal dem Herrn sei Lob und Dank gilt's nicht Singer. Stadthagen. Stolte. Tupauer. Ulrich. Kilogramm frisches Fleisch weniger eingeführt als in den Sozialisten, die Helden kehren ihre Besenstiele gegender gleichen Zeit des Vorjahres. Es ist doch sonderbar, einander. Das Bochumer Karnickel hat angefangen, Herr daß gerade die Leute, welche ihr Wissen aus Büchern Müllensiefen hat den Arbeitern zuviel- versprochen. schöpfen, nie in die Bücher gucken, in welchen das Richtige Und so thaten sich denn diejenigen Schlotjunker, welche zu finden ist. sich noch nicht satt gefressen, zusammen, meinten, ste In denjenigen Schichten, für welche die jüngste pfeifen auf eine Partei, die soviel verspricht, sie seien gar der jüngsten Schulkonferenz die Schüler unserer Mittel- Kochkunstausstellung in Scene gesetzt wurde, da herrscht teine Partei, wollen auch keine sein, nur eine wirthschaftschulen zu jungen Deutschen herangezogen werden. Bon! feine Noth, das glauben wir. Viele gingen nur hin, um liche Vereinigung. Und Bismarck sei ein großer Mann. Abwarten und Theetrinken. Von den Schulmännern zu riechen und zu sehen. Das kann aber nur für den Damit gingen sie auseinander. Die Arbeiter sollen über wurde auch die Forderung nach Hebung der äußeren ein Vergnügen sein, der sich zuvor den Magen ordentlich diese Heldenthat so geschmunzelt haben, wie ihre Herren Stellung des höheren Lehrerstandes erhoben. Den Leuten voll geschlagen. Zum Schlusse wurden die zur Schau ,, Arbeitsgeber" bei einer Balletvorstellung. fann geholfen werden, dachte die Verwaltung und ging ausgestellten Früchte den anwesenden Damen überlassen. Die alte„ Raketenfiste" ging, aber sie ergiebt ans Wert. Die Hilfslehrer an den föniglichen Gymnasien müssen feine Damen gewesen sein, die sich hier öffentlich sich nicht. Jetzt hat sie den Kampf gegen den Nacherhielten bis jetzt 12 Mark für die wirklich gegebene abfüttern ließen! Die Kochkunstausstellung ist gewesen, folger direkt aufgenommen, früher gings nur immer so um die Ecke herum. Zu dem Hamburger Nachrichten| Kabinetts. Darin liegt der Schlüssel der demokratischen| Männer wie z. B. Dillon, die ich aber nur beiläufig sind noch die Dresdner Nachrichten und die Münchener Rolle Boulangers während seiner Ministerlaufbahn. Er ewähnen will. Das Volk mußte sich in seinen EmBeitung gekommen. Die Reptilien haben also ihren war nicht ein überzeugter Politiker, sondern spielte eine pfindungen natürlich bedeutend bestärkt fühlen, wenn es Meister wieder und die Stoß- ins- Herz- Taftik kann los- Rolle, die man ihm aufgetragen hatte. Vielleicht war so bekannte und beliebte Personen neben Boulanger aufgehen. Herjemersch, wird das ein Krachen geben! es sein politischer Indifferentismus gewesen, der die treten sah. Die Revisionspartei fuhr fort, energisch die Das Profitchenmachen scheint der Aufsichtsrath Radikalen bewogen hatte, gerade ihn zu wählen, sie Forderungen der Demokratie zu vertreten, si. wollte die der Altenburger Spielfartenfabrik gründlich verstanden zu hatten geglaubt in ihm einen Menschen zu sehen, der nur Revision der Konstitution, das Referendum, die Abhaben. In der letzten außerordentlichen Generalver- ausführt, was ihm aufgetragen wird, ohne zu denken, schaffung des Senats und der Präsidentenwürde. Mußte sammlung famen folgende schöne Sachen zum Vorschein: ein gehorsames Instrument, das dem, der es handhabt, sich das Volk nicht den Reihen derer anschließen, welche Die Gesellschaft war schon nach der Eröffnungsbilanz nie gefährlich werden kann. Aber sowie er einen weit- der wahren Tradition aller Demokratie zu folgen schienen, lebensunfähig, weil die angesetzten Werthe viel zu hoch gehenden persönlichen Einfluß erlangte, wurde er gefährlich. welche alle Reformbestrebungen derselben auf ihr Banner waren. Bei der Gründung fursirten 100,000 Mart So fam es, daß er als Minister die republikanische geschrieben hatte, einer Partei, der gegenüber alle anderen Wechsel unter zwei Aufsichtsrathsmitgliedern. Mehr Presse vom äußersten linken Flügel auf seiner Seite hatte, sich zusammenschlossen, um die reaktionären Institutionen denn 190 der von der Gesellschaft übernommenen Debitoren- daß aber nach seinem Sturze, als seine Volksthümlichkeit aufrecht zu halten? Konten stimmten nicht. Ein unter die Gründungsobjekte geradezu unglaubliche Formen annehm, dieselbe radikale Selbst wenn Boulanger im Grunde seines Herzens aufgenommenes Gartenbauland, angesezt mit 55,000 Mart Presse gegen ihn schrieb unter dem Vorwand, daß er ein Reaktionär war, so änderte das den äußeren Anstrich war garnicht vorhanden. In den Büchern haben sich persönliche Zwecke verfolge, ein Grund der in den Augen seiner Sache nicht im Mindesten. Ist es nicht immer eine Menge fingirter Buchungen gefunden. Die Vor des Volkes ohne jedes Gewicht bleiben mußte. diese äußere Marke, welcher das Volk Glauben schenken besizer und Gründer haben den ersthalbjährigen Verdienst Nach der bürgerlichen Anschauung ist die politische muß? Die Deffentlichkeit kann einem Parteimann nicht an die Gesellschaft mit zirka 25,000 Mark verkauft, es Karriere ein Handwerk wie alle anderen. Man ist zu in die Brust sehen, um seine geheimen Gedanken blos zu war aber nichts verdient worden. Kurzum, das reine frieden, wenn man Unterstützung findet, um vorwärts zu legen, sie muß sich an sein Glaubensbekenntniß, seine Christenthum, die reine Moral, die besten Stüßen des fommen, aber man wird wüthend, wenn ein Konkurrent Prinzipienerklärungen, an das Aeußere halten. Staates. Geht nach der Großstadt und werdet Kom- auftritt, der gefährlich werden kann. So lag nun die Und wie war denn das äußere Schauspiel, welches merzienräthe. Sache zwischen Boulanger und den Radikalen. Denn das Volf hier vor Augen hatte? -x Daß es bloße Komödie ist, welche im Deutschen man würde den letzteren zu viel Ehre anthun, wenn man Auf der einen Seite eine gewiffenlose Klasse, welche Reichstag gespielt wird, wissen wir ja schon lange. glaubte, daß ihnen die Politik Ueberzeugungssache wäre; die Republik in den Koth einer monarchiſchen Verfassung Aber selten finden sich so eklatante Beweise, wie bei der sie haben im Gegentheil die Politik immer nur als ein gestürzt, eine Klasse der Ausbeuter, die seine Söhne in Debatte über die Zulassung des amerikanischen Schweines. Feld betrachtet, aus dem man geschickt Nutzen ziehen die Bagnos geschickt, als sie das drückende Joch des Auf Herrn Windhorst fam es an, er gab den Ausschlag; tönnte. So wiederholte sich zwischen ihnen und Bou- Kapitalismus abzuwerfen suchten, die es erwürgt und und er erklärte, daß er für die Aufrechterhaltung des langer ein einfacher Konkurrenzstreit. Ihr großer Meister füsilirt hatte als es am 23. Mai 1885 den todten Verbotes stimme, weil doch die Regierung gewiß nicht Elemenceau wollte die Macht für sich allein, er gönnte Kämpfern der Kommune friedlich ihre Huldigung darschwindeln wird, sondern nur ihre sanitären Gründe sie feinem anderen, die Beute, die er in seinen Klauen brachten, die noch unter der Herrschaft des radikalen habe, wenn sie auf das Verbot beharre. Herr Bötticher hielt, wollte er ungetheilt für sich behalten. Bei der Floquet das Pariser Proletariat gemordet, als es am erklärte thatsächlich, das amerikanische Schwein sei noch Frage der Verfassungsrevision trat dieser Standpunkt 8. August 1888 wie ein einziger Mann zusammenkam, gesundheitsschädtlich, eine Behauptung die sofort von einer deutlich hervor. Ich habe schon erwähnt wie die Ver- um die Hülle ihres Eudes zu grüßen, der gestorben war amerikanischen Autorität glänzend widerlegt ist. Herr fassung von 1875 zu Stande kam, wie verhaßt sie auf der Tribüne des Fariéjaals, bis zum letzten AthemWindhorst hat daraufhin gegen die Aufhebung des Ver- dem Wolfe wurde und wie gerade ihre Bekämpfung zuge ein Streiter für proletarische Interessen. bots gestimmt. Soweit ist Alles ganz hübsch. Aber den Radikalen so ungeheuere Sympathien in der Pariser Auf der anderen Seite eine Reihe von Männern, nun bringt die„ Polit. Korr." eine offiziöse Enthüllung, Bevölkerung erworben hatte. Mit dem Ruf: die Revision, welche seine Leiden kannten, welche ihnen abzuhelfen, daß die Regierung dem Antrag prinzipiell nicht ent- und immer wieder die Revision, hatten sie die Pariser welche die ersehnte Freiheit zu erkämpfen versprachen. gegen war, und nur durch den Beschluß des Reichstags Bevölkerung gewonnen. Nun war es Boulanger, der Es konnte nicht lange zögern. Es schwor den ausverhindert wurde, die Sperre aufzuheben. Wer ist nun die Revision in sein Programm aufnahm und die Massen beutenden Klassen, welche es mehr ausgesogen hatten, wie das Karnickel? Die Regierung sagt: der Reichstag, der jubelten ihm zu, weil sie ihn für den energischsten Ver- jemals die Monarchie gethan, ewigen Haß und schaarte Reichstag sagt: die Regierung, welche durch Herrn Mi- treter dieser Vertreter hielten. Was thaten aber die sich um Boulanger, den vermeintlichen Bringer einer nister Bötticher vertreten war. Radikalen? Sie verleugneten ihre ganze Vergangenheit, neuen Zukunft. Unleugbar war es das Volk, das arDas Ganze nennt man aber: die Kunst der Re- sie bekämpften plötzlich die Revision, die sie immer ver- beitende Volk, das Proletariat, welches die boulangistische gierung, oder: Der Ohrhieb; Lustspiel in so viel Aufzügen, langt hatten, weil die Forderungen Boulangers angeblich Armee bildete. Die rein sozialistisch- revolutionären Parwie man sich aufziehen läßt. über das Maaß des Zulässigen hinausgingen. teien, wenn sie sich nicht wie die Possibilisten der bürgerDer Erfolg eines genialen Staatsmannes. Kein Wunder, daß das Volk sich nach diesen Vor- lichen Finanzkoterie verkauft hatten sahen der Be Als der„ Koloß des Jahrhunderts Nr. 2, Herr Crispi, gängen immer dichter um Boulanger zusammenschloß. wegung unthätig zu und waren der Volksbewegung abdankte, quittirte die Börse mit einer Hausse. Das Es sah den Kampfplatz der Demokratie von denjenigen gegenüber machtlos, ihr Einfluß beschränkte sich auf ihre heißt, obgleich man noch weiter nichts wußte, hielt man verlassen, die sich immer seine berufensten Vertreter festen Organisationen. Sie waren wie verloren in der doch die Verhältnisse sofort für gesicherter und besser, genannt hatten, es sah den General allein noch auf dem riesigen antigouvernementalen Bewegung, die über sie als nur der Mann, der sie bisher geleitet hatte, entfernt felben kämpfen, er stieg in der Bewunderung desselben hinweggegangen wäre, hätten sie sich ihr entgegenzustemmen versucht. war. Hoffentlich läßt sich der große Mann den be- mehr und mehr. treffenden Kourszettel einrahmen und in der Ruhmeshalle seines eventuellen Friedrichsruh aufhängen. Boulanger als Führer der Volksbewegung. Ohne Zweifel gab es innerhalb der boulangistischen Partei auch Menschen, die allein ihren selbs süchtigen - Eine schreckliche Schauermär berichtet die„ Kreuz- Diese unerhörte Popularität Boulangers erschreckte Zwecken nachgingen, wie sich deren in jede neue Partei zeitung." Die Freiſinnigen, unter der Führung des wie gesagt, seine politischen Konkurrenten mehr und mehr. einschleichen, aber ihre gewaltige Kraft erhielt sie durch Dr. Harmening haben mit den Sozialdemokraten frater Sie beschlossen sich seiner zu entledigen und beschuldigten die breiten Volksmassen. nisirt. Sollte dem Bündniß etwa ein Opfer nöthig ihn, daß er gegen die Republik fonspirire. Auf Beweise Die reaktionären, sowie die bürgerlichen Klassen, bei sein, so können wir den betreffenden Artikelschreiber als fonnten sie sich nicht stützen, aber es gelang ihren An- denen der bis zum Paroxismus getriebene Eigennutz alle Hammel empfehlen. strengungen, den General am 14. März 1888 außer Empfindungen des Herzens abgeſtumpft hat, scharten sich Edward Howland, der Mitbegründer der so- Funktion und am 27. Mai zum Rücktritt zu bringen. instinktmäßig zur Erhaltung des Beſtehenden um die aus zialistischen Kolonie Topolobampo ist nach langjähriger Damit hatte man ihn allerdings seiner offiziellen Stellung bürgerlichen Finanzkreisen bestehende Regierung. Das Krankheit gestorben. beraubt, aber man hatte nicht mit der öffentlichen war natürlich. Denn diese Klassen wollen vor allen - An die Adresse der„ ehrlichen Leute" vom Volt" Meinung gerechnet. Das französische Volt hat einen Dingen ihre Privilegien bewahren und sie werden daher welche Doppelwährung erlangen! Nach dem„ Chicago gewissen großmüthigen Zug in sich und wird sich immer jedes politische System vertheidigen, das ihnen dieselben Herald" hat sich der Ver- Staaten- Senat" vor der Ab- mit doppelter Leidenschaft auf die Seite desjenigen stellen, garantiet. Sie fennen feine Leidenschaften, die aus stimmung über die Silberfreiprägung in Schnaps be- den es glaubt unschuldig leiden zu sehen. In seinen altruistischen Empfindungen hervorgehen, sondern haben soffen Die„ Milwaufer Abendpost" schreibt darüber: Augen war die gegen den General ergriffene Maßregel nur Eigen- Interessen. Sie verlangen von dem politischen Die schandvollen Szenen der Besoffenheit, die sich ungerechtfertigt. Es sah in ihm nur den Mann, der Regime nur eines, daß sie nicht in ihrer Ausbeuterim Senat bei Gelegenheit der Passirung der Bill für energisch für die republikanischen Forderungen eingetreten thätigkeit gestört werden; sie akzeptiren und vertheidigen Silberfreiprägung ereigneten, waren in gewisser Be- war, und der nun das Opfer einer finanziellen Piraten alle Staatsformen, unter denen ihnen die ungestörte ziehung ganz angemessen. Es ist ja bei sehr vielen flique wurde. Gerade dieser Märtyrerschein, mit dem Exploitation der arbeitenden Klassen, die Exploitation Brauch, sich, wenn sie Etwas thun wollen, von dem sie ihn seine ehemaligen Kollegen umgeben hatten, steigerte bis aufs Blut gewährt wird. Sie sind Veränderungen selbst wissen, daß es schlecht ist, bis an den Rand der seinen Einfluß um das Hundertfache und trieb die Be- abhold, wenn sie nicht überschauen können, wohin sie Halsbinde voll Schnaps zu pumpen. Wenn ein schur: geisterung bis zum Parorismus. führen. Während der boulangistischen Stürme fämpften fisches Unterfangen Heimlichkeit erfordert, dann ist bei Boulanger stand jetzt wieder im privaten Leben, war sie um die Oligarchie der Finanz, der sie mit Leib und der Vollbringung Besoffenheit ausgeschlossen. Soll es seiner militärischen Würden entkleidet und konnte sich nun, Seele angehörten, die ein Stück non ihrem eigenen aber offen vollbracht werden, dan ist die Besoffenheit durch nichts mehr gehindert, an die Spiße der Bewegung Körper war, sie fämpften für ihre Dividenden und Geam Play, weil sie das sittliche Gefühl abgeſtumpft und stellen. Er organisirte sie und gab ihr den offiziellen winne wie eine Schakalherde um eine Beute. Sie ver die nöthige Gleichgültigkeit gegen die Folgen verleiht." Namen:„ Republikanische Revisionspartei". Die Leute, theidigten die Position der Regierung wie sie die Restauration welche sich neben ihm an der Spize dieser Partei be- und das Jobberregime Louis Philipps, wie sie die blutDer Boulangismus und die Revolution. fanden, waren dem Volte wohlbekannte und sympathische triefende Krone des zweiten Empires vertheidigt hatten. Persönlichkeiten. Da war Rochefort, ein Mann der wohl Von Mac- Arle. III. Die Kartelle.*) die Fähigkeiten besaß, das Pariser Proletariat mit sich zu reißen. Rochefort wurde in den Vorstädten geradezu verehrt, das Volk hatte es nicht vergessen, daß er unter In der Beurtheilung der Kartelle, der Vereinigun Boulanger und die Radikalen. dem zweiten Empire so oft den Schein und die Lüge gen des Großfapitals zur Regelung der Produktion und Nach dem Sturze Boulangers als Minister forderte zerschmettert, daß er jede politische Staatsstellung ver- Fixierung der Preise, zeigt sich am flarsten, welche Bar die große Partei seiner Enthusiasten in heftiger Weise schmäht hatte, um ein einfacher Kämpfer in der Presse teien reaktionär uod welche revolutionär sind. Betrachtet seine Rückkehr, eine gewaltige Agitation zu seinen Gunsten zu bleiben, ein Kämpfer, dessen furchtbare Schläge so oft man das politische Verhalten der Parteien, so bekommt sowie für die Revision der Verfassung von 1875 wurde vernichtend niedersausten. Er war ein Mann von ge- man bei weitem nicht dies flare Bild, welches die wirthin Szene gesetzt. Sein Name ging mehrmals aus den waltigem Einfluß. Auch die übrigen Personen, welche schaftliche Betrachtung gewährt. Wahlurnen verschiedener Departements hervor, ohne daß das Komitee der Revisionspartei bildeten, waren durch Die erbittertsten Gegner der Kartelle sind die Frei er jedoch die Mandate annehmen durfte, sein militärischer ihre Vergangenheit oder durch ihre republikanische Thätigkeit sinnigen. Entrüstet bäumt sich dieses Kleinbürgerthum Posten untersagte ihm jede Beschäftigung mit politischen bekannt. Ich führe nur zwei an: Naquet und Laguerre. auf, sammelt noch einmal seine alten rostigen Waffen Dingen strengstens. Der erstere war einer der ältesten Republikaner von der von„ freier Konkurrenz", und freiem Spiel der Kräfte", und Aber in dem Verhalten der Radikalen nach seinem äußersten Linken, dessen Hinneigen zum Sozialismus zieht zu Felde gegen den Riesen, der es erdrücken wird. Sturze lag etwas absolut Unertlärliches. lange bekannt war. Der Lettere, ein junger Advokat, Ach, seine Sterbestunde hat geschlagen! Kein furchtbares Im Ministerium war Boulanger eine der Haupt- ein bedeutendes Rednertalent, der die revolutionäre Sache Schlachtgeschrei erhebt sich von seinem Heer, nur ein ers stüßen der Radikalen gewesen. Er hatte aber in dieser oft genug vor Gericht in den ihr von der Regierung an bittertes Piepen, und fein: ernsthafte Vertheidigung wird Rid tung noch einen Kollegen, das war Clemenceau, der gehängten Prozessen vertheidigt hatte. Neben diesen große Chef der radikalen Partei, die Seele des ganzen befand sich noch ein oder zwei begabte und bekannte *) Kohlenringe. Berlin, Verl. von Paul Wiesenthal. { t f t t S ม ព I 2 n C n b 1 e t n 3 tr g n id ic t fi D Io al ge in di 4 mehr inscenirt, nur ein homerisches Gelächter antwortet ihnen. Das Kapital streift seine manchesterlichen Kinder- schuhe ab; es hat sie ausgewachsen. Die alte Zeit ist vorüber, jene Zeit wo noch so viele Tausende kleiner und mittlerer Producenten arbeiteten, wo man sich gegenseitig auffraß, der Größere den Kleineren, wo der Hauptmitz darin bestand, einander die Beute wegzuschnappen. Man balgt sich jetzt nicht mehr. Man ist groß und dick ge- worden. Die aufgefressenen Kollegen sind verdaut und haben gut gethan; statt des frühern Kribbelns und Wimmelns von Pygmäengestalten sind nur noch ein paar große, wohlgenährte, baumstarke Kerle übriggeblieben. Sie sehen sich an, prüfen ihre Kräfte, berechnen— und sie kommen zu dem Schluß: Wir sind gleich stark, gleich mächtig, und für welchen tertius gaudens sollen wir uns vernichten? Vereinigen wir uns; erklären wir den manchesterlichen Konkurrentenfraß für einen Greuel vor Gott und den Menschen; vertragen wir uns; so wird keiner dem andern Schaden thun, und wir werden lange leben auf Erden. Schritt für Schritt entwickeln sich die Kartelle. Zuerst sind es bloß leichte Vereinigungen mit dem Zweck, den Preis hochzuhalten, indem eine Konventionalstrafe auf Unterbietung gesetzt wird, oder indem man die Produktion einschränkt. Aber das Band, das die Einzelnen verbindet, wird stärker. Mit der losen Vereinbarung ist es nicht geschehen, sie wird unigangen, gebrochen, bietet keine sichere Garantie. Man muß sich fester aneinander schließen. So thun sich jetzt die Unternehmer zusammen, berechnen die Nachfrage und die Produktion, und ertheilen an jedes Werk prozentual die Aufträge. Der Unter- nehmer beginnt zurückzutreten, die individuellen Eigenarten der verschiedenen Betriebe verschwinden, allmählig wird alles uniformirt. alles gleichartig gemacht. Der einzelne Unternehmer darf nur das vorgeschriebene Quan- tum arbeiten; ja. oft genug tritt er gar nicht mehr mit dem Konsumenten in Verbindung, erhält er die Aufträge von der Leitung. Und jetzt entwickelt sich das dritte Stadium-. der Unternehmer tritt ganz in den Hintergrund, wird zum Kouponab schneider, und das Kartell macht die ganze Sache allein durch angestellte Beamte. Eine großartige Maschinerie wird geschaffen, die alles kalkulirt, leitet und abmacht. Dadurch, daß das Einzelunternehmen zu einem Ganzen verschmolzen ist, werden tausend Dinge billiger und besser gemacht. Neue technische Errungenschaften werden mit einem Schlag ein- geführt. Die geeigneten Leute werden an die geeigneten Stellen gesetzt. Ein Fortschritt kommt allen zu gute. statt, wie früher, die Andern zu vernichten. Und j.tzt wird nicht mehr planlos ins Blaue hinein produzirt, es wird nur so viel geschaffen, wie gebraucht wird. Die Absatzkrisen werden unmöglich. Und aus einem stür- mischen Meer mit hochgehenden Wogen ist die Produktion in einen ruhigen Hafen mit glattem Wasser eingelaufen.... Freilich, die Vorbedingung ist, daß schon eine hin- reichende Konzentrirnng des Kapitals stattgefunden hat. Mit tausend Köpfen läßt sich das nicht ausführen, was sich mit zehn ausführen läßt. Vorbedingung ist, daß das 5llei»bürgcrthum schon von der Bildfläche verschwun- den ist, daß man es überhaupt nur mit großen Verhält- nisten zu thun hat, mit wenigen Personen. Dem Kleinbürgerthum geht es an den Kragen— das ist nothwendig. Daher der Jammer. Die vor liegende Broschüre bietet prachtvolle Dokumente für diesen Jammer. Und, oweh! Die Geschichte sieht so verdammt sozialistisch aus!„Diese bleiche Furcht vor der Kon- kurrenz, eine Furcht, die in ihren Konsequenzen zur Vernichtung des freien Wettbetriebes führt, einer Ver- nichtung, die in dem Ringen gegen einen gesunden Egoismus nur durch hohe Konventionalstrafen gesichert werden kann, hat jede Kartellgcsellschaft mit der sozialistischen Gesellschaft gemein". Ja freilich, das ist sozialistisch! Gewiß, diese Leute besorgen unsere Geschäfte! Und wie praktisch! Noch stehen überall Grenzpfähle und Zollbnden, rüsten sich die Völker zu Kriegen unter einander, und sieht die europäische Karte aus. wie die Jacke eines Seiltänzers. Aber die Kartelle überwinden die Grenzen, überfluthen die Mauern, welche die Völker trennen, schwemmen Zölle und Soldaten hinweg... Bis jetzt haben wir die Kartelle nur innerhalb des hationalen Rahmens gesehen. Aber der nationale Rahmen ist zu eng, sie müssen ihn sprengen. Innerhalb des Landes, vielleicht noch unterstützt durch die Schutzzölle, weiß das Kartell die Preise hoch- zuhalten. Aber auf den Export ist es machtlos. Was iw Inland mehr verdient wird, geht in der Konkurrenz iw Auslande drauf. Um den Auslandsmarkt zu halten gegen die Konkurrenten, macht man die Preise immer niedriger und niedriger, niedriger wie die Inlandspreise, ja niedriger schließlich wie die Herstellungskosten— man schießt den Julandprosit zu. Jetzt wird das internationale Kartell noth- wendig. Was sich im Inland so gut bewährte, muß sich auch draußen bewähren. Und üöer die Köpfe der Diplomaten und Kriegshetzer, der Monarchen und Par- lamente reicht sich das Ausbeuterthum die Hände. Der ougcineine Weltfriede wird geschlossen und einmüthig M man. Arm in Arm mit dem Erbfeind, sein Schäfchen ms trockene zu bringen. Und vor den Augen dieser neuen Menschen scheint me Welt ganz anders, ganz verwandelt. Sie ist weit, unbegrenzt, ohne Berg und Thal, ohne Fluß und Wald, ohne Stadt und Dorf, ohne Nationalität und Religion — eine weite, gleichmäßige Ebene, und auf der einen Seite, er und seine paar Genossen, die Produzenten, auf der anderen Seite die Millionen der Konsumenten, die alle zu ihm kommen müssen, die er alle, alle in der Tasche hat. von denen er weiß: so und so viel jährlich brauchen sie, das liefere ich ihnen, und dafür bekomme ich so und so viel, macht so und so viel Profit... Nur noch zwei andere Gegensätze giebt es jetzt, auf die er freilich nicht so genau achtet: diesen paar Aus- beutern stehen auch die Millionen Ausgebeuteter gegen- über. Alle Schranken sind gefallen, die sie getrennt haben; ihre Ausbeuter selbst haben alle Gräben ausgefüllt, alle Zäune eingerissen, und nun sind auch sie geeinigt, sind auch sie nur eine einzige, ungetheilte Masse, von einem Interesse beseelt, von einem Gedanken durchzuckt. Unerhörte Kämpfe beginnen, s-• Die Kräfte des Kapitals sind riesenhaft gewachsen durch die Vereinigung, die des Proletariats aber sind gebunden durch die Staatsgewalt, welche die Kapitalisten in den Händen haben. Die Kapitalisten können sich frei bewegen, wie sie wollen, und gleichzeitig, während ihr Zusammenschluß immer fester und fester wird, zerstört der Staat auch das letzte Recht des Arbeiters, das Streikrecht. Wären die Waffen gleich vertheilt, hätten die Proletarier dieselbe Freiheit, wie die Unternehmer, so würden große gewerkschastliche Kämpfe bevorstehen. So aber verändert sich die Form des Kampfes. Zur Verzweiflung getrieben durch die Uebermacht, gegen die sie wehrlos sind, wird sich das Proletariat auf ein anderes Kampfgebiet begeben, auf das politische, denn erst, wenn das Proletariat die politische Macht seinen Gegnern entrungen hat, kann auch nur seine kleinste Forderung erfüllt werden. Auch wenn es aus Zag- haftigkeit nicht will— die Verhältnisse drängen es in den politischen Kampf; und ist dieser Kampf entschieden, so hat es wenig Mühe, seine neue Ordnung der Dinge einzuführen. Seine Gegner haben ihm gut vorgearbeitet. Diese ungeheuren Betriebskomplexe mit ihrer ganzen Verwaltuugsmaschinerie können ohne jede Umstände von der Gesellschaft übernommen werden; es ist nichts nöthig, als ein kühner Strich durch die Besitztitel. Elend in London. Ab und zu geht durch die bürgerliche Presse einmal eine Schilderung des Elends in irgend einer Gegend; die Bürger lesen die Schilderungen mit großem Bedauern für die armen Leute, denen es so schlecht geht, ziehen vielleicht auch den Beutel, um einige Silberlinge zu spenden, und damit ist dann die Sache gut. Daß sie es sind, ihre Existenz, welche das Elend verursacht, fällt ihnen nicht ein, und sie würden sehr verwundert sein, wenn man ihnen das sagte. Die„Köln. Volksztg." enthält gerade wieder eine derartige Schilderung des Elends in London. Der betr. Berichterstatter hatte eine Geldsumme erhalten, die er unter den Bedürftigsten vcrtheilen sollte„Die Summe war sehr bedeutend und natürlich um so willkommener. Schon seit Wochen hatte ich von der Noth, welche der lange und scharfe Winter über die arme Bevölkerung im Osten unserer Riesenstadt gebracht hatte, viel gesehen und gehört. Während ich den Brief las, warteten unten im Hausflur die Hilfesuchenden dichtgedrängt, während einige Dutzend draußen ans der Straße standen, bis sich auch fiir sie die Thüre öffnen würde. Um den Wünschen des edlen Spenders gerecht zu werden, war der beste Weg dieser: eine Expedition in die Slums zu unternehmen und dort an Ort und Stelle, nach eigener Anschauung, die Vertheilung vorzunehmen. Und was sind die Slums? Im Wörterbuche suche ich vergebens nach einer zu- treffenden Uebersetzung Dieses Wort bezeichnet das elendeste, grauenvollste Gewirre von Hütten, Gassen, Höfen, in denen die Aermsten der Armen Londons ein Dasein fristen, um welche kein Hund sie beneiden könnte. Es fanden sich bald einige Freunde, welche ihre Theil- »ahme an meinem Gange zusagten, und früh am Nach- mittage wanderten wir jenen Gegenden zu, wo nach unserer Annahme die Hilfe am allerwillkommensten, freilich auch unsere Arbeit größer sein würde, als wir bewältigen konnten. Unsere Schritte führten uns zuerst durch Back Church Laue. Obgleich diese Straße mit ihren Dreck- Haufen, ihren Trödelbuden, ihren Kartoffelläde», ihrem Duft von gebratenen Fischen und ihre» Schaaren von ungewaschenen Kindern gerade keinen besonders günstigen Eindruck macht, so ist sie doch noch als aristokratisch an- zusehen im Vergleich zu dem, was uns später vor Äugen kam. Zu beiden Seiten zweigen sich Gassen ab. bei deren Anblick man meint, etwas Traurigeres lasse sich auf Gottes Erdboden nicht finden. Der berüchtigte Londoner Nebel verschwindet selten aus diesen Winkeln ganz. Wir kommen nach Cable Street, welche als Matrosen-Viertel unter dem Namen Ratcliff Highway eine traurige Berühmheit erlaugt hatt.«, und dort ist unsere erste Aufgabe, mit Bäckern. Metzgern und Kohlen Händlern uns wegen Lieferung ihrer Waare auf unsere Gutscheine hin zu verständigen. Wohin nun zuerst? Wir standen unter einer Eisenbahnbrücke, wo aus der Tiefe eines unsäglich schmutzigen Ladens die kleinen, auf Holzstüclche» gespießten Portionen gekochten Pferdefleisches, die als Katzeufutter dort ausliegen, einen ab- schreckende» Tust entsandten. Auch die Nachbarjchaft ist nicht die schönste; denn unter dem nächsten Eisenbahn- bogen(den man natürlich nachher sorgfältig mit Brettern vernagelt hat) hat man vor einem Jahre die furchtbar verstümmelte und schon ganz in Verwesung übergegangene Leiche einer Frauensperson gefunden, deren Ermordung allerdings mit Unrecht dem berüchtigten Jack the Ripper auf's Kerbholz geschrieben wurde. Nun wohin zuerst? Da kommt schon die Lösung der Frage. Uns naht sich eine alte Frau; sie hat trotz ihres Alters noch eine auf- rechte Haltung, und ihre schneeweißen Haare, die unter einem zerfetzten Shawl hervorquellen, gebe» ihr ein wür- diges Aussehen. An den Füßen hat sie Dinge, die vor zehn Jahren vielleicht einmal Männerstiefel gewesen sind; die zerlumpten dünnen Kleider können ihren magern Leib unmöglich warm halten. Im Vorbeigehe» streckt sie schüchtern die Hand aus und sagt mit leiser Stimme: „Bitte, schenken Sie mir doch einen Penny!"„Nun, Mütterchen", sagte ich,„Sie können vielleicht außer dem Penny noch mehr gebrauchen; zeigen Sie uns, wo Sie wohnen". Nie werde ich den Ausdruck vergessen, der bei diesen Worten über ihr Gesicht glitt. Erstaunen, Freude und auch Ungläubigkeit.„Kommen Sie mit", sagte sie rasch und schritt so eilig, als ihr Alter und ihre jämmer- liche Fußbekleidung es erlaubten, vor uns her. Hier um eine Ecke, da um eine Ecke, und unsere Führerin ver- schwindet unter einem niedrigen Eingang, den wir nur gebückt durchschreiten können. Wir gelangen auf einen Hof, dessen Anblick das Dante'sche Lasciate ogni spe- ranza sogleich ins Gedächtniß ruft. Hier wohnen Menschen? In diesen elenden Hütten, in dieser Atmo- sphäre, die alle Fieber heraufbeschwört! In diesen Höhlen, wo. anstatt daß Fensterscheiben das Licht hineinlassen, Zeitungen und Lumpen dasselbe ausschießen? Unsere greise Führerin winkt und steigt uns voran eine Treppe hinauf, wenn das Ding den Namen verdient; ihre Warnung, nur ja recht acht zu geben, ist jedenfalls an- gebracht. Die Tritte der Hühnerstiege knarren ver- dächtig, mit jedem Schritt hinauf wird es dunkler; endlich stehen wir in einem jämmerlich leeren, kalten und öden Dach'tübchen, dessen einzige Möbel eine elende Matratze mit Decke, eine Ruine von einem Tisch und ein alter wackliger Stuhl bilden. Ein hohlwangiges Wesen, die Tochter unserer Führerin blickt ganz erstaunt auf den Besuch. Die Einzelheiten sind rasch erzählt. Die Mutter kann nicht mehr arbeiten; die Tochter verdient mit Sacknähen wöchentlich 4 Sh.(4 ME.), davon gehen 2VsSH.Per Wocheals Miethefür diese Jammerbnde ab, bleibt also IV2 Sh., wovon sich zwei erwachsene Menschen die ganze Woche hindurch ernähren müssen. Natürlich waren sie mit der Miethe zurückgeblieben, und auf dem Tische lag schon der Zettel mit der Ausweisung. Unsere An- Weisungen auf Kohlen, Brod und Fleisch waren rasch ausgefüllt, und dankbare Blicke folgten den Bewegungen der Bleistifte; als wir aber auch noch das Miethbuch verlangten und den Rückstand zu berichtigen versprachen, da richtete sich die Alte in einer Art von Ekstase in ihrer ganzen Länge auf und fing mit zum Himmel er- hobenen Händen an, allen Segen auf uns herabzurufen; sie war eine Jrlünderin, und diese Leute haben eine ganz eigenthümliche Beredtsamkeit.„Wahrhaft tragisch!" meinte ein Freund, als wir mit Lebensgefahr wieder hinunter- geklettert waren. Der Raum im untern Stockwerk der Hütte glich mehr einem Keller; Dunkelheit und dumpfe, übelriechende Luft empfing uns daselbst. Mit Knixen begrüßte uns die Bewohnerin, die an einer Waschbütte stand und dort einige Fetzen wusch, auf die unterdessen die halbnackten Kinder warten mußten.„Mein Mann ist schon lange Monate außer Arbeit, und wir Alle sind hungrig, wir haben nichts mehr zum Versetzen." Die Gesichter waren Beweis genug für die Aussage. Was ist denn das?" fragte ich, als aus einer dunklen Ecke ein Aechzen ertönte.„O, das ist meine Großmutter!" Richtig, da liegt in einem kleinen Kinderbett, dem einzigen Möbel, das noch nicht ins Pfandhaus gewandert ist, ein uraltes Weib, die Kniee beinahe am Kinn; mit stieren Augen sieht sie uns an und murmelt einige unverständ- liche Worte. Wie lauge mag es her sein, daß sie als Kind auf der grüne» Insel hernmgesprungen ist? Die ärmste Tvrfhütte in ihrer Heimath wäre doch noch dem Stall vorzuziehen gewesen, in dem sie jetzt dem Ende ihrer Tage entgegen sieht. Wir treten in das nächste Haus: dasselbe Elend, derselbe unsägliche Schmutz. Drei alte Wittwen theilen sich in dos Kellergemach. Einer meiner Begleiter erinnert an die„drei Hexen in Macbeth". Wir hören sie schon untereinander über die Gutscheine streiten und keifen, während wir mit Anwendung aller Turnkünste nach oben steigen. Da ist die Thüre ge- schloffen, auf unser Anklopfen erfolgt nur eine Art Grunzen als Antwort. Nur frisch hinein! Dichter Rauch, der aus einer Handvoll glimmender Kohlen auf- steigt, füllt die Dachstube. Nichts ist sichtbar, nur das Grunzen macht sich aus einer Ecke bemerkbar. Wir leuchten mit einem Schwefelholz in den Rauch hinein und sehen eine Gestalt, vor der wir univillkürlich zurück- schrecken. Eine alte Frau, mit wirrem grauen Haar und stierem thierischen Blick, sitzt halb nackt auf einem Haufen von alten Lumpen. Entbehrung und Krankheit stehen in ihrem Gesicht geschrieben. Ich biete alle meine Ueberredungskünste auf, um sie zu bewegen, daß sie ins Armenhaus gehe und dort sich ve'-pflegeii lasse. Es nützt nichts; ja. wenn sie aus ihrem Stumpfsinn erwacht und meine Worte erfaßt, wird sie ganz grimmig gegen mich und erklärt, sie wolle lieber verhungern, als den Schritt thun. Von früheren Zeiten her hat sich dieser Haß gegen das Workhouse noch in weiten Kreisen unter den Armen erhalten, wenn auch die schreienden Mißstände vergangener Jahre jetzt durchweg abgeschafft sind. So Fabrikgesekgebung in Britisch- Indien. " Literarisches. man wird immer eine ganz respettable Leistung zur Welt bringen; Der Inhalt ist in Kurzem folgender: Es soll, wie dies der Grundgedanke bei allen früheren Werken wanderten wir in diesem Slum von Haus zu Haus und ließen fein einziges Stübchen unbesucht; aber wie soll ich all den Jammer beschreiben, den wir da sahen? Junge" Der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Triebe" Leo Tolstoi, Früchte der Aufklärung. Verlag von und alte Männer, die in dumpfer Verzweiflung hin hat die Regierung eine Enquete über das Arbeiterwesen Rich. Wilhelmi. Berlin. Preis 1,50 Mark. brüteten, da seit Wochen oder Monaten jede Bemühung in Indien veranstaltet, als deren Ergebniß nunmehr der Unermüdlich thätig, seine moralischen und sozialen Ueberum Arbeit erfolglos gewesen war, feuerlose Herde, öde Bericht der Fabrikkommission vorliegt. Die wesentlichsten zeugungen zu verbreiten, greift Tolstoi zu jedem Ausdrucksmittel, Stuben, bleiche, von Hunger redende Gesichter, zerlumpte Punkte des Berichtes sind folgende: 1. Die bereits be bas ihm geeignet scheint: er schreibt nation: lökonomische Unterbarfüßige Kinder, die an Stücken schimmeligen, alten stehende Beschränkung der Arbeitszeit für Frauen auf suchungen und Erzählungen, philoſophiſche Abhandlungen und Tragödien, Evangelienfommentare und Lustspiele. Brodes nagten, welches sie sich irgendwo erbettelt hatten, 11 Stunden täglich wird als genügend erkannt.( Diese Seir letztes Werk, das Lustspiel„ Die Früchte der Aufklärung" junge Frauen mit Säuglingen, denen sie nicht mehr die Beschränkung hat nämlich nur Gültigkeit auf dem Papier). steht freilich in keiner Beziehung auf" der früheren Höhe. Weder natürliche Nahrung geben fonnten, und dazu draußen Die Arbeiterinnen selber wünschen keine weitere Abkürzung erreicht es seine älteren Werke an ästhetischem Werth, noch an der scharfe, kalte Wind und der tiefe Schnee! Wir der der Arbeit gewidmeten Zeit und haben sich vielfach sozialethischer Bedeutung. brauchten Stunden, um nur in diesem einzigen Slum gegen die Einmischung der Behörden in diese Angelegen noch nie war das geschlechtliche Problem in folcher Tiefe gefaßt Die Kreußersonate" hatte ihre hohe künstlerische Bedeutung. alle Familien zu besuchen und um dafür zu sorgen, daß heit ausgesprochen.( Natürlich, sie wünschen noch viel und dargestellt. Noch nie hatte ein Künstler diese Dinge so ohne dort wenigstens an diesem Abend Niemand hungrig und mehr ausgesogen zu werden; das macht ihnen riesiges allen Lyrismus, ohne alle Phrase, so ganz in ihrer nackten, einkalt sich schlafen legen mußte. Es war spät geworden. Vergnügen, wenn sie sich frank und elend arbeiten, damit fachen Wahrheit geschildert. Und sicher hat zu dem gewaltigen Bei spärlichem Lichte, welches die wenigen Gaslaternen ihr Ausbeuter mehr in die Tasche stecken fann). 2. Die Eindruck, den das Buch in der ganzen Welt hervorgerufen hat, neben der imposanten asketischen Philosophie, diese dichterische Begaben, suchten wir noch andere Viertel auf, wo Polen Kommission spricht sich gegen die Schaffung einer neuen deutung sehr viel beigetragen. und besonders Juden zusammengepfercht leben. Die Schußfategorie im Arbeiterschußgeseze für Nichterwachsene Eine Dichtung von dem Werth der Kreuzersonate" sucht man Anzahl Derer, denen wir mit dem Nothwendigsten hatten aus( wäre auch schade) und befürwortet die Hinauffeßung in den„ Früchten der Aufklärung" vergebens. Es wäre ja auch helfen können, war natürlich im Verhältniß zu der der Minimalaltersgrenze der zur 11 stündigen Fabriks- wunderbar, wenn neben dem tragischen das komische Genie in der Gesammtheit der Bedürftigen verschwindend klein. Glück- arbeit berechtigten Kinder auf das 14. Jahr. 3. Die Brust eines einzigen Mannes Blaz hätte. Man kann nur das licherweise blieben noch genügende Mittel übrig, um einen Kommission hält, mit Ausnahme des Schichtwechsels, bei Eine sein, Prediger oder Satiriker; und wenn man ein bedeutender weiteren Gang zu machen, deffen Ziel diesmal einige Kindern eine 9 stündige Arbeitsdauer für zu lang, da- Dichter ist, so wird man ja nichts geradezu Schlechtes schaffen, Meilen weiter östlich, in der Nachbarschaft der großen gegen könnten 9 Stunden Kinderarbeit an 4 Tagen, aber ein Werk, wie die„ Kreuzersonate" in ihrer Art ist, kann Docks lag. Schon als ich vom Pferdebahnwagen stieg, also 36 Stunden per Woche, wie dieselbe in der Praxis Niemand erwarten. bemerkte ich Hunderte von Arbeitern, die an den Dock schon he te in den bengalischen Fabritsetablissements eineingängen herumlungerten. Faullenzer sind sie nicht, geführt ist, nicht als Arbeitsüberbürdung angesehen werden, denn Tag für Tag kommen sie dorthin, in der Hoffnung, ja man könnte bis zu 54 Stunden wöchentlich gehen; Tolstoi's ist, die Kultur und die gesunde Natürlichkeit gegenüberirgend eine Arbeit zu erhalten. Aber Wenige sind es, jede Aenderung müßte übrigens zu einer Reduktion der gestellt werden. Die Kultur wird von einer herrschaftlichen Familie vertreten, wo der Mann sich mit allerhand Aberglauben und deren Hoffnungen erfüllt werden. Das irdene Pfeifchen, Löhne führen.( Ei ei, und sie wollen natürlich blos, Spiritismus betrügen läßt, die Frau allerhand fire hypochondrische welches die meisten im Munde haben, wollen wir ihnen daß die Kinder recht viel verdienen). Außerhalb des Schicht Ideen hat, die Tochter unverschämt kokettirt, der Sohn ein nichtsgern gönnen; denn was sie rauchen, sind ja doch meistens systems sollten die Kinder nicht mehr als 63/4 Stunden nußiger Bummler und Beittodtschläger ist und wo die Freunde nur fleingeschnittene Zigarrenstummel, die sie aufge- per Tag beschäftigt werden. 4. Frauen und Kinder und Bekannten die entsprechende Ergänzungen bilden: ein überschlauer Professor, ein Arzt, der die Hypochondrie der Frau aussammelt, und das Rauchen hat wenigstens das Gute, sollen einen freien Tag in der Woche haben, ebenso die beutet, Modegecken und so fort. Die Natürlichkeit vertreten eine daß das Knurren des Magens nicht gar zu laut wird. Jünglinge, dort wo eine ununterbrochene Produktion nicht Deputation von Bauern, welche an den Herrn abgeschickt sind, um Begleitet von einem Herrn, der die dortige Nachbarschaft unbedingt nöthig ist. Die Kommission ist endlich der Land zu kaufen, und welche mit der Dienerschaft die nöthigen und deren Bewohner gut fannte, war ich bald wieder Ansicht, daß bei Erwachsenen in der Regelung der Arbeits- Tolstoi'schen Kommentare zu dem tollen Treiben der Herrschaften in den Slums, die womöglich noch grauenhafter waren, zeit keine gesetzliche Intervention nothwendig sei.( Bewahre). Der Herr will den Bauern das Land nicht verkaufen; eine als die früher besuchten. Die Bewohner, welche wohl Im Allgemeinen approbirt die indische Presse die Mäßi- Dienerin aber, welche eine Liebelei mit einem Sohn des einen den Zweck unseres Besuches ahnen mochten, standen bald gung( Mäßigung ist gut!), welche der Bericht der Kom- Bavern hat, weiß seine Einwilligung doch zu erzielen. Sie ist es in Schaaren um uns herum, wurden jedoch Alle in ihre mission sowohl im Ton als in der Sache walten läßt; gewesen, welche durch allerlei Taschenspielertünste bisher immer die Behausungen zurückgeschickt mit dem Versprechen, daß wir die Verhältnisse in Indien lägen eben anders als im spiritistischen Erfolge hervorgebracht hat, zu ihrem eigenen Vergnügen. Sie preist jetzt ihren Liebhaber als Medium an und läßt Jeden besuchen würden. Und nun begann wieder die Mutterlande und könnten daher auch deren Arbeitergeseze durch diesen dem Herrn den Kauskontraft in die Hände spielen, so Wanderschaft und das halsbrecherische Auf- und Ab- einander nicht assimilirt werden.( Die Verhältnisse liegen daß er glaubt, die Geister rathen ihm die Unterschrift, und ihren flettern. Durchgängig fanden wir, daß, obgleich es schon deshalb anders, weil die indischen Arbeiter noch nicht Willen erfüllt. Diese Handlung ist dann noch mit einigen Arabesken Nachmittag war, die Bewohner seit dem vorhergehenden genügend aufgeklärt sind und sich in ihrer Dummheit verziert, und das ist das Ganze. Abend noch keinen Bissen Nahrung genossen hatten, mit noch als Zitronen behandeln laffen, die man ausquetscht Ausnahme einiger Kinder, denen die Eltern ihr Stück bis auf den letzten Tropfen). trockenes Brod abgetreten hatten. Immer dieselbe Geschichte: der Vater seit Monaten außer Arbeit, alles Hausgeräth längst im Pfandhaus. Beinahe überall versahen Ruinen von früheren Matragen und Haufen von halbverfaulten, alten Säcken die Stelle der Betten, wie Nach den Erhebungen der parlamentarischen Kommission der Lumpen und Zeitungen die Stelle der Fensterscheiben französischen Deputirtentammer theilt der Wiener„ Arbeiterschutz" vertraten. Auffallend und doch natürlich war es, daß, folgende Lohnstatistik der Arbeiter in Paris mit: Die Arbeitslöhne in Paris. 0,1 Proz. 1,6 Francs 3 täglich und weniger hatten 13= 3-4 4-5 137 " " " " 533 " 5,9 " Н " " 1 " 5-6 1394 15,3 " " " " " 6-7 2121 23,2 " " " " M " " 7-8 8-9 9-10 10 2869= N " " " " " " W 31,2 1202 13,2 H " 345 " " " " 3,8 " " " und mehr 321= 3,5 " И Was die Art der Bezahlung betrifft, so erhielten Stundenlohn Tagelohn . . Stücklohn Monatslohn 5147 Arbeiter 56,5 Proz. . 1731 2058 158 19 P " = 22,6 " " = 1,6 " # wo wir auch immer fragten, was am willkommensten sein würde, wir stets die Antwort erhielten:" Thee!" Darnach wurde noch eher gefragt, als nach Brod. Das warme Getränk ist für diese armen frierenden Menschen eben das zunächst Wünschenswertheste. Der Raum erlaubt mir nicht, in weitere Einzelheiten einzugehen; Manches von dem, was ich gesehen, will ich auch lieber verschweigen. Nur das Eine noch: wir begegneten auch schönen Zügen, die dafür sprechen, daß auch unter den zerfetzten und schmußigsten Röcken mancher Slumbewohner edle Herzen schlugen. So antwortete mir ein Mann, dem ich etwas anbot, indem er aus dem Kasten ein Stück Brod und eine Kruste Käse hervorholte und sagte: „ Hier, Sir, das habe ich noch, und das genügt mir; mein Nachbar hat viele Kinder nnd braucht's nöthiger, geben Sie dem desto reichlicher." Die Existenz der Slums ist eine Schmach für das sich zivilisirt nennende England, für London besonders, wo so Viele im Ueberflusse schwelgen. Man mag sagen, daß diese schreckliche Armuth zum Theil selbst verschuldet ist, daß sie theilweise dem Trunk auf die Rechnung geschrieben werden muß; dagegen sage ich nichts. Aber daß man Menschen noch in solchen Höhlen in London finden kann, das ist unverantwortlich. Glücklicherweise hat das Londoner County Nur einen halben Ruhetag wöchentlich hatten 1572= 17,4 Broz Conncil sich aufgerafft, um solche Schmachstätten vom Erdboden zu vertilgen; schon sind wieder einige geschlossen Es suchen viele von ihnen die Länge der arbeitslosen Zeit durch Die Bauarbeiter stellen zu den beiden Klassen die größte Zahl. und andere werden in fürzester Zeit der Picke zum Opfer Sonntagsarbeit anszugleichen. fallen. Aber ehe die ganze Arbeit gethan ist, ehe es feinen Slum mehr giebt, wird noch viel Wasser die Die Arbeitslosigkeit stellte sich folgendermaßen: Immer in Arbeit waren 2 Monate und weniger feierten 3 Monate feierten 4 Monate feierten 1630 17,9 Proz. 1340 14,7 " . 2221 24,3 1813- 20.0 W 1572= 17,2 H • " 5 Monaje und mehr Regelmäßig einen Ruhetag in der Woche hatten 5153 Arbeiter 57 Proz. Keinen regelmäßigen Ruhetag 2386 25,5 Proz. reden. feine Büge vor, aber das sind doch nur sehr selteue Rosinen im Wie zu erwarten, kommen im Einzelnen sehr hübsche und Teig. Jm Ganzen und Großen ist das Stück nach seinem ästhe= tischen Werth eine respektable Durchschnittsleistung, etwa im Range eines Freytag'schen Drama's; und wenn es nicht Tolstoi wäre, der es geschrieben hat, so wäre es wahrscheinlich Niemandem eingefallen, das Lustspiel zu übersetzen. Auch als Agitationsschrift für seine Weltanschauung betrachtet, erreicht das Werk nicht die Höhe früherer Arbeiten. Tolstoi hat sich die Sache diesmal sehr leicht gemacht. Als„ Früchte der Kultur" diese Fadaisen zu betrachten, ist doch wohl etwas sehr gewaltsam. Gewiß, auch Narren, wie Swendinzew, seine Frau, der Professor, Gecken und Halbidioten wie sein Sohn und dessen Freunde, Schwindler wie Großmann sind" Früchte der Kultur", aber sie sind nur auch Früchte der Kultur, nicht die Früchte. Will der Dichter auf die Denkenden Eindruck machen, so darf er das nicht verwechseln, so muß er Durchschnittsgestalten wählen, muß er sogar zeigen, welcher Wurm in den schönsten und besten Früchten sigt. In früheren Werken hat er das gethan. Gestalten, wie Pierre in ,, Krieg und Frieden" oder Fürst Nechljudow aus den kleineren Novellen, sein eigener Charakter, wie er ihn in seinen Bekenntnissen schildert das sind andere Figuren. das sind Figuren, welche uns überzeugen. Aus jenen Werken ist uns das Bild des Dicht.rs bekannt als eines tiefen, ernsten, verzweifelnden Wahrheitsforschers. Dieses Lustspiel hier ist aber das Wert eines moralischen Kannegießers. Referent gehört selbst zu den aufrichtigsten Bewunderern Tolstoi's; aber gerade deshalb thut es ihm weh, daß ein solcher Mann ein solches Buch schreiben und übersetzen lassen konnte. Vielleicht läßt sich eine Erklärung finden. Es ist möglich, daß Tolstoi seinen Stoff zum Grotesken erheben wollte, daß er ein Lustspiel nicht à la Rozebue oder Blumenthal, sondern nach Aristophanes oder Nestroy schreiben wollte. Deshalb griff er vielleicht zu diesem Personal, zu gerade diesen Früchten der Kultur", zu diesen Anschauungen und Gedanken? Aber die Kraft des Grotesken, die seltenste, die es giebt, geht ihm vollständig ab. Er hat nichts geschaffen, als ein ganz ordiväres Intriguenstück, wo eine schnippische Kammerzofe die Herrschaften übertölpelt. Das kann Sardou auch, das machen Meilhac und Halévy beffer. Man denke sich die steifen Ausdrücke Sentimentalität dazu und streiche einige feine Beobachtungen, weg, die noch aus dem Russischen stammen, gebe ein wenig Repertoirstück für das„ Residenztheater". vielleicht im Ganzen eine Seite und man hat das schönste Dr. Christian Hukelmann. Ein jesuitischer Feldzugsplan zur Ausrottung aller Keger. Nürnberg, 1891, Verlag von Bruno Hennings. Der Herau geber bildet sich wahrscheinlich ein, daß wir den proteſtantiſchen Pfaffen gegen die jesuitische Konkurrenz beistehen werden. Wir haben natürlich dazu gar keine Ursache, sondern werden uns nur über den bevorstehenden„ geistigen Kampf" der Beiden. als unbetheiligte Dritte amufiren. Morih Rittinghausen. Die direkte Geseßgebung durch das Volk. Bierte Auslage. Inhalt: 1. Die Philosophie der Ge200 Personen haben 88 Mill. Mark, zusammen 17%, Milliarden schichte. 2. Ueber die Nothwendigkeit der direkten Gesetzgebung 400 40 16 " " " " " " 1.000 20 20 " " " " " " 2000 " " 111/2" 23 " " " 4 24 " N " N " 2 30 " " " " hemse hinablaufen. Alle Achtung vor dem edlen Manne, Der„ National" reichthum Nordamerikas. dessen reichliche Gabe wenigstens auf einige Zeit und wenigstens in einigen Slums dem Hunger und der Kälte Eine Londoner Arbeiterzeitung veröffentlicht folgende Einhalt gethan hat." Statistik aus den Vereinigten Staaten", welche die VerAus den Ausführungen geht schon hervor, daß der theilung des Reichthums hübsch illustrirt: Verfasser jedenfalls die Dinge als Bourgeois betrachtet; die Idee, daß die schreienden Mißstände im Workhouse jetzt durchweg abgeschafft sind", daß„ die schreckliche Armuth zum Theil selbst verschuldet ist, daß sie theilweise dem Trunk auf die Rechnung geschrieben werden muß"; 6 000 und schließlich der Gedanke, daß man das Elend in den Slums aufheben kann, wenn man die Armen aus ihren Höhlen treibt und die Häuser einreißt, was doch nur zur Folge hat, daß die Betreffenden auch noch obdachlos Die Vereinigten Staaten haben 50 Millionen Einwerden. All das zeigt, daß der Verfasser keineswegs wohner; wenn man noch 2 Millionen annimmt, welche ein sozialistischer Verheger" ist. Um so schrecklicher ist in erträglichen Verhältnissen leben, so bleiben fast 48 Millidie Schilderung, die er giebt. onen, denen das Nothwendigste fehlt, damit 24 000 Proßen ihre Geldschränke füllen können. -15000 " 24 600 Personen haben 13012 Milliarden durch das Volt. 3. Die unhaltbaren Grundlagen des Repräsentativsystems. 4. Ueber die Organisation der direkten Gesezgebung durch das Volt. 5. Widerlegung der gegen die direkte Gesetzgebung durch das Volk gerichteten Einwürfe. Das Buch, welches in gründ= licher und zugleich allgemeinverständlicher Weise eine unserer wichtigsten politlichen Forderungen auseinanderseßt, ist zu herabgesetztem Preise, anstatt zu 2,50 Mt. für 1,75 Mt. von der Expedition der Bergischen Arbeiterſtimme" in Solingen zu beziehen; gegen Einsendung von Mt. 1,85 Mt. in Briefmarken franto. Sozialdemokratie. Berlin, Braun, 163 S., 1 Mart. G. Bolle: Sozial. Eine Erzählung aus dem Staate der Ein dümmeres Gewäsch haben wir selten gefunden; bei der 30. Seite ging uns die Geduld aus, und wir haben nicht weiter gelesen. Das Buch sche.nt eine Art sozialistischer Utopie vorstellen zu sollen mit einer Liebesgeschichte dazwischen. Wir fönnen unsere Leser nur warnen, den Schmöker zu kaufen. Verantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin.- Verleger und Drucer: Maurer Werner, Dimmick, sämmtlich) in Berlin SO., Elisabeth- User 55. t 6 f Ucißl'ntt zur berliner ilollis-eiten; dabei konnte man aber eine gewisse " pannung bemerken, welche zwischen ihnen herrschte. Plötzlich erschien am Ende der Straße der Offizier, und seine dünne Taille machte den Eindruck, als ob eine Wespe in Uniform daherkomme. Er ging breitspurig mit jener, den Militärs eigenen Bewegung, welche sich sorgfältig hüten, ihre fein gewichsten Stiefeln zu be- schmutzen. Als er an den Damen vorüberkam, verneigte er sich, warf aber einen verächtlichen Blick auf die Männer, welche übrigens Selbstgefühl genug besaßen, ihn nicht zu grüßen, obwohl Loisau unwillkürlich nach seiner Kopfbedeckung fuhr und dieselbe zurechtsetzte. Fettkugel war roth geworden bis über die Ohren, und die drei verheirathen Frauen empfanden es als eine tiefe Kränkung, von dem Soldaten in Gesellschaft jenes Frauenzimmers getroffen zu werden, welcher er einen so unanständigen Antrag gemacht hatte. Hierauf sprach man über ihn selbst, über seine Hal- tung und sein Gesicht. Frau Carrö-Lamadon, welche viele Offiziere kennen gelernt hatte, urtheilte als sachver- ständige Person und fand den Preußen durchaus nicht übel; sie bedauerte sogar, daß er nicht Franzose sei, weil er dann einen prächtigen Husaren abgeben würde, in den sicherlich alle Frauen vernarrt wären. Nachdem man einmal zurück war, wußte man nicht mehr, was man thun sollte, und selbst über unwesent- liche Dinge zankte man sich aus bloßer Langweile. Schweigend und hastig wurde das Abendessen eingenommen, worauf ein jeder zu Bett ging, in der Hoffnung, durch Schlafen die Zeit todtzuschlagen. Am nächsten Morgen kamen alle mit schläfrigen Gesichtern und in verzweifelter Stimmung herab, und die Frauen würdigten Fettkugel kaum eines Blickes. Ein Glöcklein ertönte; es wurde eine Kindtaufe ge- feiert. Die dicke Dirne hatte selbst ein Kind bei Bauers- leute in Avetot auf der Ziehe, an welches sie für ge- wöhnlich gar nicht dachte; aber dieser Glockenton erweckte in ihrem Herzen plötzlich eine solche mütterliche Zärtlich- keit, daß sie durchaus der Feierlichkeit beiwohnen wollte. Sobald sie fort war, schaute eins das andere an, denn man fühlte wohl, daß es endlich einmal zu einer Entscheidung kommen müsse. Wieder hatte Loiseau einen glücklichen Einfall: er wünschte, daß dem Offizier der Vorschlag gemacht werde, Fettkugel ganz allein zurück- zubehalten und die übrigen abreisen zu lassen. Herr Follenvie übernahm noch einmal die Bermitte- lung, allein er kehrte schon nach einigen Augenblicken zurück. Der Deutsche, welcher die menschliche Natur kannte, hatte ihn einfach zur Thür hinausgeworfen und erklärte, er werde die ganze Gesellschaft nicht eher fort- lassen, als bis sein Wunsch erfüllt sei. Jetzt erging sich Frau Loiseau in pöbelhafter Weise: „Wir sollen doch nicht etwa hier an Altersschwäche sterben? Wenn es einmal das Geschäft dieser Lumpen- liefe ist, sich allen Männern preiszugeben, so hat sie keineswegs das Recht, mit dem oder jenem eine Aus- nähme zu machen. Ich will es Ihnen nur sagen, in Rouen hat sich das Frauenzimmer mit allen herum- geschmiert, sogar mit Kutschern! Jawohl, Madame, mit dem Kutscher der Präfektur! Und heute, wo es sich darum handelt, uns aus der Verlegenheit zu ziehen, spielt diese Rotznase die Spröde!... Ich finde, daß sich jener Offizier sehr gut zu benehmen weiß. Er hat vielleicht schon lange gefastet und würde ohne Zweifel eine von uns dreien vorgezogen haben. Aber nein, er begnügt sich mit dieser Allerweltsdirne und respektirt die verhei- ratheten Frauen. Denken Sie doch daran: er ist der Herr und brauchte nur zu sagen:„Ich will", um uns mit Gewalt seinem Willen zu unterwerfen." Die beiden anderen Frauen zitterten; die Augen der hübschen Frau Carrö-Lamadon funkelten, und sie erbleichte ein wenig, gerade als ob sie sich schon gewaltsam von dem Offizier ergriffen fühlte. Die Männer, welche abseits über die Angelegenheit sprachen, rückten jetzt näher heran. Loiseau wollte„jene Elende" an Händen und Füßen gebunden dem Feinde überliefern. Aber der Graf, dessen Urgroßvater bereits Gesandter gewesen war und der deshalb von Kindheit an eine Diplomatennatur besaß, erklärte mit schlauer Miene: .Man muß sie zu überreden suchen." (Fortsetzung folgt.) Der rusfische Markts) Eine wcltwirthschaftliche Umschau. I. Der Ruhm des Fürsten Bismarck ist schon bei dessen Lebzeiten so groß gewesen— nicht ganz ohne seine eigene Mitwirkung bei dessen Proklamirung— daß der Nachwelt wenig hinzuzufügen bleiben wird. Doch wili ich dem gestürzten Staatsmanne keine Steine nachwerfen, wenn ich auch das letzte Verdienst, welches er sich durch seine Lobredner anrühmen ließ, Europa einen zwanzig- jährigen Frieden erhalten und dessen weitere Dauer vor- bereitet zu haben, auf die Bedeutung dieser Thatsache für uns prüfen muß: Nutzt ein solcher Friede uns wirk- lich oder macht er unsere Kraft im Vergleich mit Anderen *) Wir entnehmen diesen Artikel, der von dem bekannten Rudolph Meyer herrührt, den„Historisch-politischen Blättern", einem ullramonianen Organ. Wie unsere Leser merken werden, zeichnen sich unsere uliramontanen Gegner von den protestantischen sehr voriheilhaft durch Scharssinn und Wissenschasilichkeit aus. In dem Aufsatz ist nichts geändert, wir drucken ihn genau ab, ohne uns natürlich niü seinem Inhalt zu idenlifiziren. Unsere eigene Ansicht über die Sache, eine sozialdemokratische Erwiderung aus diese sozialmonaribischen Ausführungen, werden wir geben, nachdem der Artikel fertig abgedruckt ist. schwächer? Ich werde durchaus ohne Voreingenommenheit unsere Lage im Verhältniß zu unseren Nachbarn prüfen, um zu ermitteln, ob wir relativ stärker oder schwächer durch diesen zwanzigjährigen Frieden geworden sind, und werde dabei die rein äußerlichen Machtverhältnisse zwar voranstellen, doch nur leicht berühren, um länger bei der Würdigung volkswirthschastlicher Evolutionen zu ver- weilen, welche sich ziemlich regelmäßig nach eigenen Ge- setzen entwickeln und also ein Urtheil auf ihre Wirkung eher gestatten, als politische Ereignisse, in denen das persönliche Element und das, was die Welt Glück und Zufall nennt, mehr in's Gewicht fällt. Das ruhigste, von keinerlei Chauvinismus getrübte Urtheil über die Weltpolitik habe ich im Jahr 1880, als die Wunden von Sedan doch daselbst noch nicht vernarbt waren, in Frankreich bei einem damals fast achtzigjährigen großen Gelehrten, Ingenieur und hohen Staatsbeamten, Herrn F. Le Play, gefunden. Er beklagte auf's Tiefste die Spaltungen, an denen Europa noch damals in Folge der Kriege von 1859 bis 1871 litt und die man an die Namen Bismarck- Napoleon III.-Cavour knüpfen kann. „Denn," pflegte er zu sagen,„es giebt nur vier große Reiche in der Welt, und wenn die übrigen kleinen Na- tionen Europas nicht einen sehr festen Bund gegen diese vier großen Reiche schließen, sondern noch weiter fort- fahren sollten, sich, wie ehedem die Jndianerstämme Amerikas, zu bekämpfen, so werden sie, wie diese der Weißen, eine Beute einer oder mehrerer der vier großen Nationen werden. Diese vier großen Nationen sind die chinesische, die der Vereinigten Staaten von Nordamerika, von England, so lange es Indien beherrscht, und von Rußland". Le Play, ein großer Mathematiker, hatte auch in der Politik den Respekt vor der„großen Zahl", die sich, seiner Ansicht nach, auch hier zur Geltung bringe: die große Volkszahl. In der That sind jene vier Reiche entweder bereits Hundertmillionenreiche oder bestimmt, es bald zu werden, und dadurch allein schon den„kleinen" Staaten, wie Frankreich, Norddeutschland, Oesterreich überlegen. Die Idee eines Bündnisses der kleinen Staaten ist übrigens eine französische und ihre Durch- führung wurde zu Anfang des Jahrhunderts von Napoleon I. im Kontinentalsystem durch sieben Jahre versucht, damals mit seiner Spitze gegen die derzeitig einzige Weltmacht, England. Le Play meinte, das von ihm vorgeschlagene Bündniß der europäischen Kontinental- staaten solle zunächst deren politischen und ökonomischen Schutz gegen Rußland, England und die Vereinigten Staaten zum Zwecke haben. Die Gerüchte, welche jetzt über eine geplante Zollunion in Mitteleuropa umlausen, bezeichnen eine kläglich-kleinliche Konzeption, verglichen mit dem von Napoleon I. ausgeführten, von Le Play empfohlenen Bündnisse, und selbst in dieser beschränkten Form wird es zuletzt an dem Antagonismus zwischen Frankreich und Deutschland scheitern. Deutschland und Oesterreich sind zunächst von den drei anderen Weltmächten nicht bedroht, von Rußland aber in erster Linie, und diese Bedrohung wächst in jedem Friedensjahre, so daß durch die Fortdauer des Friedens, in dem sich diese drei Mächte zu einander und zu anderen befinden, die Uebermacht Rußlands über die beiden ersteren fortwährend wächst. Dieses Wachsen der russischen Ueberlegenheit geht sogar noch schneller vor sich als das überlegene Wachsen seiner Bevölkerung, auf welches, als einen besonders markanten Beleg für diese Behauptung, ich doch hinweisen muß: Durch Berührung mit den zwei Meeren, der Ostsee und dem Schwarzen Meere, war Rußland wirklich zu einer europäischen Macht geworden. Als nach Napoleon's I. Sturz das europäische Staatensystem aus dem Wiener Kongreß 1815 neu geordnet worden war. hatte Rußland nur 45 Millionen Einwohner, der deutsche Bund mit den außerdeutschen Theilen von Oesterreich und Preußen aber 57 Millionen. Da der letztere Staatenkomplex aber einer politischen Einheit entbehrte, so war Rußlands Einfluß auf dem Kongreß und in den folgenden 45 Jahren, bis zur wirksamen Anfechtung des auf dem Wiener Kongreß geschaffenen Staatensystems, auf letzteres selbst ein sehr viel größeres, als der von Deutschland, Oesterreich und Preußen zusammengenommen ausgeübte. Die zwölf Jahre 1859—71 sind kriegerisch und bringen uns eine Revolution des Werkes des Wiener Kongresses. Bis zu ihrem Beginne hat sich Rußlands Bevölkerung, die 1815 nur 80 pCt. der vereinigten deutsch-österreichisch-preußischen betrug, bereits zu gleicher töhe mit dieser, auf 75 Millionen, gehoben. Trotz des rimkrieges und des polnischen Aufstandes hatte sich bisher und von da ab Rußlands Macht so gehoben, daß die Umgestaltungen der Karte Europa's sich nur mit seiner Zustimmung vollziehen konnten, so daß der jemalige Sieger in diesen zwölf kriegerischen Jahren die Bewilli- gung des Zaren für jeden Friedensschluß einholen mußte. Diese Friedensschlüsse erhöhten alle die Macht Rußlands: jene von 1859 und 1866, indem sie Oesterreicb, den widerstandsfähigsten Gegner Rußlands, schwächten, der von 1871, indem die Annektirung von Elsaß-Lvthringen Frankreich zum bedingungslosen Verbündeten Rußlands in eventuellen Kriegen gegen seine westlichen Nachbarn machte. Bezüglich dessen, was Deutschland in zwei Jahren erworben, Elsaß-Lothringen, sagte Marschall Graf Moltke es werde fünfzig Jahre lang mit den Waffen vertyeidigt werden müssen. Zwanzig Jahre ist es nun schon durch einen bewaffneten Frieden mit solchem Erfolge geschützt worden, daß, wenn die Sachen sich in den nächsten dreißig Jahren so weiter entwickeln, nach jenen fünfzig Moltke'schen Jahren wir vollständig unfähig sein werden,» den Versuch seiner, unserer Vertheidigung gegen die ver- einigten Mächte Frankreich und Rußland zu unternehmen! Als die Belagerung von Paris begann, hat sich Fürst Bismarck über ihre Dauer sehr getäuscht, indem er darauf rechnete, daß Zwistigkeiten der Belagerten eine baldige Uebergabe der Stadt veranlassen würden.„Es bedurfte dazu der Ueberredung des knurrenden Magens." So hat er sich darin getäuscht, daß das republik mische Regierungssystem Frankreich schwach und bündnißunfähig machen werde. Die Republik hält sich aber nun schon länger als bisher irgend eine Regierung seit dem Tode Ludwig's XVI. und ihr Ende ist durchaus noch nicht abzusehen. Alle früheren Regierungen sind durch Putsche Revolten und Verschwörungen erschüttert worden, diese nicht. In dem Rüstungswetteifer mit Deutschland ist Frankreich nicht zurückgeblieben, und wenn berücksichtigt wird, daß der genoffene Schulunterricht der Soldaten im Kriege eine wichtige Rolle spielt, so hat in dieser Hinsicht die französische Armee vielleicht die deutsche noch nicht erreicht, aber in den letzten zwanzig Jahren relativ mehr Fortschritte gemacht als diese. Die Staats- schulden und-Ausgaben haben sich in Frankreich mehr gesteigert als in Deutschland, jetzt aber scheint das Um- gekehrte einzutreten. Dennoch hat sich der Wohlstand in Deutschland schneller vermindert, als in Frankreich, und ist der Reichthum hier schneller gewachsen als dort. Dergleichen läßt sich nur indirekt beweisen. Wie die Konkurrenzfähigkeit der Industrie eines Landes mit der eines anderen auf dem neutralen Markt, nach dem Export der Waaren, erscheint, so erscheint die soziale Stellung der Menschen in einem Staate, verglichen mit der in anderen, darin, wie sie sich zum Auslande verhalten: die Leute wandern dorthin dauernd aus,„wo es ihnen besser- geht, als in der Heimath". Nun, nur polnische Juden und polnische Land- arbeiter suchen in Deutschland eine neue Heimath, nur diese elendesten Mitglieder der europäischen Bevölkerung hoffen durch Ansiedelung in Deutschland ihre Lage zu verbessern. Nach Frankreich aber wandern jährlich viele Tausend Belgier, Deutsche. Schweizer, Italiener und Spanier aus, heute noch so gut wie vor dreißig und zwanzig Jahren, und sie bleiben gern da. Dies ist ein vollgiltiger Beweis dafür, daß die materielle Lage, nicht nur der Arbeiter, sondern auch der Geschäftsleute— denn auch solche etabliren sich viele alljährlich in Frank- reich— trotz des Rüstungswettkampfes zwischen Frank- reich und Deuffchland in Frankreich nach wie vor besser ist, als in Deutschland, wozu noch kommt, daß die Ver- waltung und Polizei in Frankreich eine viel freiere Be- wegung gestattet, als in Deutschland. Presse, Vereine, Versammlungen und Koalitionen der Arbeiter sind voll- kommen frei, so lange nicht Umsturz wirklich versucht wird, was selten geschah und dann stets leicht unterdrückt wurde, ohne daß die Regierung gezwungen worden wäre, plötzlich ein vom Sozialismus weniger angefressenes Armeekorps nach der Hauptstadt kommen zu lassen, aus Besorgniß vor Arbeiteraufständen. Es scheint festzu- stehen, daß Frankreich den Rüstungswettkampf mit uns auch in den nächsten dreißig Jahren mit mindestens gleichem Erfolge wie wir fortsetzen und daraus nach dreißig weiteren Friedensjahren relativ ebenso stark hervorgehen wird, als es jetzt uns gegenübersteht. Da nun Rußland relativ mehr wächst, als wir, so müssen wir natürlich nach neuen dreißig Friedensjahren gegen diese beiden Feinde schwächer sein, als jetzt, ich fürchte sogar, dann bereits widerstandsunfähig, so daß also alle bis dahin gebrachten Rüstungsopfer vergebliche sein werden. Fürst Bismarck hat gegen Frankreich stets die rauhe Seite hervorgekehrt, es mit„kalten Wasserstrahlen" über- schüttet, den Marschall Manteuffel, der ihm zu versöhnlich Elsaß-Lothringen verwaltete, von da fortdrangsalirt und, wenn ich den Grafen Harry Arnim im gemeinsamen Exil recht verstanden habe, diesen Staatsmann durch ein un- erhörtes Verfahren vernichtet und in ein vorzeitiges Grab gebracht, weil Arnim der Ansicht war,„wir könnten nicht nach zwei Seiten gleichzeitig ausschlagen, ohne auf den Rücken zu fallen; der Moment aber, in dem wir gegen Rußland ausschlagen müssen, werde gewiß kommen, und dann müßten wir den Rücken frei haben". Graf Arnim war zu sehr Realpolitiker, als daß er nicht eingesehen hätte, daß man die Freundschaft der Franzosen nicht mit Redensarten oder der billigen Er- laudniß, in Tonking Fieberland zu erobern, gewinnen könne, und daß man auch nicht den deutschen Großen Generalstab zur Herausgabe von Elsaß-Lothringen be- wegen, ohne dessen Zustimmung aber sich auch nicht als Kanzler in Berlin halten könne. Es müssen ihm also wohl Kombinationen vorgeschwebt haben, die geeignet gewesen wären, in Frankreich eine monarchische Regierung sich etabliren zu lassen, die dem verletzten Nationalgefühl der Franzosen eine eklatante Genngthuung— unter deutscher Beihilfe— gewährt hätte, ohne daß doch Elsaß- Lothringen an Frankreich rückzedirt worden wäre. Wenn meine Vermnthungen richtig sein sollten, so würde sich der Haß Bismarcks gegen einen Staatsmann, der in Frankreich eine monarchische Regierungsform, schon wegen der Ansteckungsgefahr der Republik, für vortheilhafter für Deutschland hielt als eine republikanische, und der hoffte, mit Frankreich zu Frieden und Freundschaft zu gelangen, während Bismarck bei seinem System im günstigsten Falle nur auf eine abermalige Besiegung und dann Theilung Frankreichs hoffen durfte— dann, sage nfzig den, ver= men! sich idem eine „ Es ns." ische Fähig chon Tode nicht tsche diese o ist htigt aten ieser tsche hren ats mehr Umdin und port. die der port lung r in die effer andnur cung 2 зи viele und und ein nicht ant ant effer VerBe gine, vollucht rückt äre, enes aus tzuuns tens nach tark Da iffen egen chte alle den. uhe ber lich und, Eril un Brab nten auf wir men, 3 er der Er nen Ooßen be als also gnet ung fühl nter ſaßenn sich - in egen after der = zu im und age ich, würde sich der todbringende Haß Bismarcks gegen| italienischen Fürsten der Zeit konnte eine so raffinirte| nennt er: Eine längere als die gefeßlich normirte Arbeitszeit; Arnim freilich erklären, aber noch nicht, weshalb man Rache ausüben. Aber mit Abscheu wendet sich unser Nichteinhaltung von Mittagsruhepausen; das an die Arbeiter erden irreführenden alten Sturs" auch jetzt noch weiter neunzehntes Jahrhundert, ein Jahrhundert der Humanität zukommen; die Beschuldigung. Drohbriefe geschrieben zu haben; gangene Verbot, während der Mittagsruhepausen zuſammenverfolgt. von solchen Zeugnissen einer furchtbaren Vergangenheit Entlassung der Arbeiter ohne Rücksicht auf getroffene Vereinab? " 1 Aus finsteren Zeiten. König, und dafür wurde er in der beschriebenen Weise Passanante versuchte 1878 ein Attentat auf den gefoltert. Zwei und ein halbes Jahr war Passanante auf Elba lebend in einem vollständigen Dunkel begraben, in einer Zelle, welche unter dem Niveau des Wassers lag; und dort, unter der vereinigten Thätigkeit der Feuchtig feit und des Dunkels gingen ihm sämmtliche Haare aus, wurde sein Körper bleich und geschwollen. Dann brachte man ihn durch finstere Gänge, ohne daß er einen Augen- der aufgeklärte moderne Bürger ist humaner; es bringt Finstere Zeiten! Giordano Bruno wurde verbrannt, blick den Himmel wieder sehen konnte, in seine neue nicht sein Opfer schnell zu Tode, es zermartert es Belle, in der Höhe des Wasserspiegels. langsam. Die englische Wohnungsgesetzgebung. In allen Fällen liegt die Schuld bei den Unternehmern, und fast Vom Reichstag. 58. Sihung. Die Berathung des Etats des auswärtigen Amtes wird Sklavenhandels. fortgesezt mit der Debatte über die sogenannte Ünterdrückung des Abg. Dechelhäuser( nl.) freut sich über die vermehrte Ausdurch Sklavenarbeit betrieben wird, unrentabel ist. arbeiten sie nicht; und ein Feigenblatt als Bekleidung und eine barungen; die verweigerte Lohnerhöhung; die Weigerung der ArAber Passanante lebte nicht im Mittelalter, diese beiter, wiederholten Lohnherabseßungen zuzustimmen; das Verschreckliche Geschichte gehört dem modernen Italien an, einbarte Arbeiten auszuführen; hohe Geldstrafen; Mangel an langen an die Arbeiter, andere als bei der Arbeitsaufnahme verdem modernen Italien, das gegen die mittelalterliche gutem Trinkwasser; Verwendung schlechter Garne; die Weigerung Barbarei anfämpft, dem Italien, das den Märtyrern des Unternehmers, Entschädigungen zu leisten, wenn der Arbeiter voriger Jahrhunderte Denkmäler errichtet! zu arbeiten bereit war und daran durch Schuld des Unternehmers nicht ausreichende Heizung der Arbeitsräume; die Forderung, ab= verhindert wurde; angeblich brutale Behandlung seitens des Fabrikleiters; das Nichtvorhandensein von Tabellen mit Einheitspreisen; solut tadellose Loden zu liefern; der Umstand, daß Weber für alle älterer Arbeiter; die Weigerung, Kontrol-( Schuß- Uhren beizustellen; Webefehler verantwortlich gemacht wurden, auch wenn die Ursachen in der Qualität des Garnes lagen; die fortgesezte Entlassung die Weigerung, Nebenarbeiten, wie Leimen und Umbäumen, vorzunehmen; die Weigerung, schlecht geschlichtete Ketten in Tagelohn Dort blieb er Tag und Nacht ohne Unterbrechung verweben zu lassen; die Weigerung, fehlerhafte Garne im Tageeingeschlossen. Der Schließer, der ihn bewachte, hatte John verweben zu lassen; die Aufrechnung für mehr verbrauchte striften Befehl, niemals auf seine Fragen zu entworten, Garne; die Anwendung des alten Gewichtes bei der Waarenselbst nicht auf die unumgänglichsten und dringlichsten. übernahme; Weigerung, die Arbeit mit schlechten Garnen fortzusezen, welche, um überhaupt verwendet werden zu können, mit Die englische Wohnungsgesetzgebung datirt bis in Petroleum und Wasser befeuchtet werden müssen; die WeiterEr empfing niemals Besuche oder Briefe. Herr Bertani war der einzige, der zu ihm drang. die fünfziger Jahre zurück. Sie gewährt gesetzliche Be- verwendung von Waagen und Gewichten, deren richtigkeit man Nach achttägigen Bitten und Drohungen gegen die fugnisse zu einem Einschreiten gegen Mißstände in ausanzweifelte; die Nichteinbeziehung von Dampftraft und langsamer Minister erhielt er die Erlaubniß, welche den hervor- reichendem Maße. Ihr Ziel ist ein doppeltes: es handelt Gang der Maschinen bei Verwendung von Wasserkraft." ragendsten Landsleuten und Ausländern, sogar dem Erz- sich einmal um Beseitigung der vorhandenen ungefunden ausschließlich sind es grobe Sünden gegen das Gesez oder die einbischof von Portoferrajo verweigert war die Erlaub- Wohnungen, andererseits um die Beförderung der Ent- fachste Gerechtigkeit und Billigkeit, welche die Streits verursachten. niß, nicht den Gefangenen zu besuchen, sondern durch stehung neuer, besserer Arbeiterwohnungen. Neben einer das Schlüsselloch der Zelle zu sehen, unter der aus- Reihe von Gesezen, welche ein Einschreiten gegen gesunddrücklichen Bedingung, nicht zu sprechen, denn der Ge- heitsschädliche Ueberfüllung der Wohnräume ermöglichen fangene sollte nicht die Anwesenheit eines Besuchers und welche das Logirhauswesen regeln wollen, beansprucht bemerken. Nach einiger Zeit, die er gebrauchte um seine das größte Interesse eine Gruppe von Gesezen, welche Augen an das Dunkel zu gewöhnen, fonnte Herr Bertani in der Zeit von 1868 bis 1882 entstanden sind. Es bei dem schwachen Licht einer Lampe drinnen diesen sind dies die nach dem Namen des Abgeordneten, welcher Menschen sehen, schwächlich, gedunsen, freideweiß, un- die betreffenden Bestimmungen zuerst beantragte, als beweglich auf einem Schragen liegend, röchelnd und mit Torrens' Acts bezeichnete Artizan's and Labourer's fuhr( namentlich Fusel, zur Beförderung der Zivilisation). der Hand eine dicke, 18 Kilogramm schwere Kette haltend, Dwellings Act und ihre Novellen von 1879 und 1882, Abg. Graf Mirbach( f.). Die Jusel Helgoland hat einen die er wegen der außerordentlichen Schwäche seiner Glieder und die nach dem konservativen Minister Sir Richard idealen Werth( wahrscheinlich wegen der Beförderung des Familiennicht anders tragen konnte. Croß als Cross' Acts benannten Artizan's and Labourer's lebens, weil man sich dort ohne Papiere verheirathen kann.) Wer Der Unglückliche stieß von Zeit zu Zeit einen ver- Dwellings Improvements Acts von 1875, 1879 und feine Ideale hat, dem geht man am besten aus dem Wege. zweifelnden Schrei aus, welchen die Matrosen bei der 1882. Die Torrens' Acts bestimmen wesentlich Folgendes: Reichskanzler v. Caprivi erklärt, daß der Koloß des JahrInsel hörten, ohne sich noch dabei aufzuregen; eben so, wenn der von den kommunalen Lokalbehörden( vestries) hunderts sich verspekulirt hat mit seinen Kolonien, weil wir nicht wie die Insassen des Gefängnisses von San Francisco angestellte Sanitätsbeamte in seinem Bezirke Häuser vor- Geld genug hatten, sie auf den Beinen zu halten. Giebt zu, daß in Neapel seine Angstrufe gehört hatten, als man ihn findet, oder durch eine Eingabe von vier oder mehr Haus der Plantagenban in den Kolonien, wenn er nicht vor, während und nach der Verurtheilung marterte, um besizern auf Häuser aufmerksam gemacht wird, welche sich( was beweist, daß man entweder keine Kolonien haben darf, denn ihm das Geständniß von Verschwörungen und die Namen in einem derartig gesundheitsgefährlichen Zustand befinden, allein durch landwirthschaftliche Erzeugnisse können dieselben auf von Mitschuldigen zu entreißen, die er nicht angeben daß sie für menschliche Wohnungen ungeeignet zu er- die Dauer den Import bezahlen oder daß man die Redensfonnte, weil er keine Mitschuldigen hatte. Kurz, seine achten sind, so soll die Lokalbehörde zunächst ein Gut- art von Bekämpfung des Sklavenhandels vallen lassen muß. Die starke und energische Natur war gebrochen; sein Verstand achten ihres Baubeamten einholen, ob es nöthig ist, das Neger sind nicht so dumm, wie sie aussehen, wenn sie nicht müssen, war umnachtet und der Unglückliche soll so weit ge- Haus oder einen Theil desselben einzureißen, oder ob der Kokosnuß als Diner haben sie immer noch, wenn sie auch nichts kommen sein, daß er seine eigenen Excremente verschlang. Uebelstand durch bauliche Veränderungen beseitigt werden thun.) Die Regierung erschrat, und aus Furcht vor einer Ka- fann. Das Gutachten wird dem Eigenthümer des Hauses Abg. Richter. Jezt eben haben wir die Erfahrung gemacht, tastrophe, dereu moralische Verantwortlichkeit auf sie ge- zugestellt, welcher das Recht hat, dagegen Einwendungen erfordert, jezt eben beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir daß eine Verbesserung der Munition jährlich 12 Millionen Mart fallen wäre, entschloß sie sich, die Irrenärzte Biffi und zu erheben. Nach Erledigung derselben läßt die Lokal eine neue große Anleihe unterbringen sollen. Wenn das deutsche Tamburini zu dem Verurtheilten zu schicken; und auf behörde einen vollständigen Bauplan mit Kostenanschlag Volk derlei schwere Opfer bringen muß für die Aufrechterhaltung ihren Bericht entschloß sie sich zur Uebersiedelung des von ihren Baubeamten anfertigen und wiederum dem seiner Stellung in Europa, dann fühlen wir um so mehr die Pflicht armen, mit dem Tode Ringenden, in das Buchthaus in Eigenthümer zustellen, dem auch in diesem Stadium noch uns zu verwahren gegen irgend welche kolonialpolitische Experimente. Montelupo. Dabei muß man bemerken, daß Biffi und das Recht der Berufung zusteht. Ist der Bauplan sodann freiheitliche, ideelle Aufgaben in Deutschland selbst zu lösen, als Tamburini als Gerichtsärzte bei dem Attentatsprozeß rechtsfräftig geworden, und der Eigenthümer unterläßt daß wir in Afrika eine Aufgabe versuchen sollten, zu der uns Geld gehört wurden und nen Bericht über seinen geistigen es dennoch, denselben auszuführen, so hat die Lokalbehörde, und Kräfte fehlen. Dazu kommt, daß Ostafrika gar keinen Vortheil Zustand abgaben. Hier ist in Kurzem ihr damaliges falls es sich um gänzlichen Abbruch handelt, das Recht, für Deutschland verspricht. Meine Partei war sich von vornherein Urtheil über den Attentäter: das Haus auf Kosten des Eigenthümers abreißen zu lassen, werden, auf welchen wir soeben gelangt sind. Wir waren deshalb flar, daß wir mit der Kolonialpolitik auf den Standpunkt kommen falls es sich um Reparaturen handelt, die Wahl, die Re- stets gegen jede Kolonialpolitik. Es liegt überhaupt die Gefahr paratur auf Kosten des Eigenthümers vornehmen, oder nahe, daß wir nach Stanley'scher Art zivilisiren, eine Art, die das Haus schließen oder abreißen zu lassen. gerade in Deutschland am lebhaftesten bekämpft wurde.( Stanley Die Gedankenbildung ist wie gewöhnlich bei ihm. Die Ausdrücke die er gebraucht, sind nicht solche, haben die Möglichkeit geschaffen, ganze Flächen, welche das langsamere System vor, die Leute durch Krankheiten umzuDie Cross' Acts gehen noch erheblich weiter. Sie zivilisirte mit Feuer, wir blos mit Feuerwasser und wenn er die Leute gleich schnell mit Pulver und Blei todt macht, so ziehen wir wie sie seine soziale Stellung mit sich bringen würde. von einer Reihe von ungesunden Gassen und Winkeln bringen. Das ist der Unterschied zwischen humaner und inhumaner Seine Gedanken sind zuweilen erhaben und sind auf ge- bedeckt sind, durch Abreißen der Häuser zu säubern. Für Zivilisation.) schichtliche Kenntnisse geſtüßt. mindestens die Hälfte der Arbeiter, welche die alten Häuser Abg. v. Kardorf( Rp.): England hat einen großen ReichDie Antworten enthielten eine Feinheit und Kraft des Gedankens, die nicht gewöhnlich ist. Gefragt, ob er bewohnten, müssen auf dem freigelegten Plaße oder in thum aus seinen Kolonien geschöpft.( Sind aber auch andere.) er dessen unmittelbarer Nähe neue Wohnungen beschafft sich im Rechte glaubte, den Gefühlen der Mehrheit Ge- werden. 59. Sikung.( Fortsetzung.) walt anzuthun und ihre Ruhe zu stören, antwortete er: Abg. Windthorst( 3tr.): Ein tonstitutionelles Bedenken kann Troß dieser weitgehenden gesetzlichen Bestimmungen ich bezüglich des Vertrages mit England nicht unterdrüden, nämlich Die Majorität, welche sich zur Ruhe giebt, ist verbreche sind die alten traurigen Zustände nur unwesentlich ge- daß die Genehmigung des Reichstages dazu nicht eingeholt worden risch, und die Minorität hat das Recht, ihr zu wider- bessert. Ihre Durchführung scheiterte einmal an der ist, die doch sonst für jeden Tarifvertrag erforderlich ist. Die Verstehen. Unthätigkeit der Lokalbehörden, die vielfach der Majorität nicht angebracht erscheint, ohne Zustimmung des Reichs'ags so fassung hat da eine Lücke, die ausgefüllt werden muß, weil es Sein Gedankengang ist regelmäßig und schnell. Seine Auseinandersetzung ist ruhig, überzeugungsvoll. Sein Ge- nach selbst aus Leuten zusammengesetzt sind, die vom Häuser- wesentliche Verträge abzuschließen.( Das ist ja doch einerlet, ob dächtniß sicher und gut, die Gefühle gut entwickelt, die daß sie ein Gesez, das sich gegen sie selbst richtet, mit vermiethen leben, von denen man also nicht erwarten darf, er gefragt wird, ja sagen muß er ja doch.) Abg. v. Helldorf( t.). Wir bedürfen des Vertrauens zu altruistischen mehr, als die egoistischen. Auf unsere Enthusiasmus in Kraft segen werden. Dann hat der unserer Regierung.( Sehr richtig! Man bedarf nur, was man Frage, wie er, ein armer Koch, sich unterfangen konnte, mißerfolg aber auch zum großen Theil seinen Grund in nicht hat.) Broschüren zu schreiben, antwortete er:" Oft haben die ber Höhe der Kosten, welche die auf Grund der gefeß- früheren verehrten Reichskanzler, den Fürsten Bismard lächerlich Abg. v. Cuny( nl.). Herr Richter suchte auch jetzt wieder den Unwissenden Glück, wo die Gelehrten keinen Erfolg lichen Bestimmungen getroffenen Maßregeln mit sich führen zu machen.( Nicht nöthig, thut er selber.) haben." würden. Namentlich die Cross' Acts find nur in wenigen Namentlich das Pflichtgefühl ist stark ausgeprägt Fällen wirklich zur Durchführung gelangt. In diesen Afrika, auf die Sie so stolz sind, beruht darauf, Zölle zu erheben. Abg. Dr. Barth( dfr.). Unsere ganze Kulturthätigkeit in bei ihm. Das Studium seines vergangenen Lebens ent- wenigen Fällen hat ferner die Neubebauung der freigehüllt uns feine einzige unehrenhafte Handlung. Kurz, gelegten Flächen so lange auf sich warten lassen, daß die sein Wille ist jugendfrisch, sein Wort freimüthig, sein Wohnungsnoth dadurch nur noch gesteigert wurde. Berathung der Branntweinsteuernovelle. Gedanke gewöhnlich sehr sorgfältig überlegt; der Gesichtsausdruck sanft, zuweilen lächelnd, energische Bewegungen Arbeiter handelt, und nach diesem Modell sind ja auch macht den kleinen Brennereien die Existenz schwierig, denn die Abg. Dr. Barth( dfr.). Die Maischraumsteuer neben der So reformirt die Bourgeoisie, wenn es sich um die Berbrauchssteuer verschärft die Konkurrenz der großen Brenner und - das sind die charakteristischen Züge Giovanni Bassa- bekanntlich andere Reformen, auch bei uns, gemacht. Man großen Brennereien sind in der Lage, wegen ihrer größeren Vernantes. Gefragt, ob er es billige, daß man zu seiner hat ein gutes Gewissen so präzisirte ja wohl einmal vollkommnung der Produktion, aus der Maische viel mehr Spiritus und wenn's zu gewinnen wie die fleinen. Man wird nicht umhin fönnen, die Materialsteuer, die feinen Sinn mehr hat neben der Verbrauchs" Wir haben seine geistigen Fähigkeiten lange untersucht und finden bei ihm nichts anormales. " Entschuldigung Wahnsinn anführe, antwortete er:" Ich die Kreuzzeitung" unsere Sozialreform?" fürchte den Tod nicht, ich will nicht für einen Verrückten nichts hilft. so kann man eben nichts dafür. Man hat gelten und opfere gern mein Leben für meine Ueber sich alle Mühe gegeben, und die Arbeiter würden das ja verführern verheßt würden. auch einsehen, wenn sie nicht von den verdammten Volkszeugung." Aus diesen Zitaten geht klar hervor: Entweder fürchteten die Gerichtsärzte die Wahrheit, um die Verurtheilung des Attentäters möglich zu machen, was wenig wahrscheinlich ist. Oder der Wahnsinn Passanantes ist die direkte und ausschließliche Folge der schändlichen Behandlung, welche man ihm im Bagno zu Theil werden ließ.... Abg. v. Vollmar( Soz.): Wir haben viel zu viel fulturelle, 60. Sihung. stener, vollkommen abzuschaffen. Eine solche Reform wird aber um so nothwendiger mit Rücksicht auf die sogenannte Liebesgabe, die Differenz von 50 und 70 Mart, welche allein denjenigen zu gute fommt, welche durch das Gesez die Erlaubniß haben, ein gewiffes Quantum fontingentirt zu brennen. Dies Privilegium, das nur ein paar Tausend Breunern zu gute kommt( denselben Herren, die auch anderweitig den bekannten guten Magen haben), und eine finanzielle Bedeutung von ungefähr 41 Millionen Mark jährlich hat, ist auf die Dauer nicht aufrecht zu erhalten. Wie ungerechtDer österreichische Gewerbe- Inspektor J. Malet, berichtet über fertigt dasselbe ist, ist niemals mehr zum Ausdruck gekommen als seinen Aufsichtsbezirk, der sich über den östlichen Theil Böhmens gerade augenblicklich, wo die Spirituspreise so hoch sind, als seit Jahren nicht. An der Berliner Börse werden gegenwärtig ca. " Im Berichtsjahre gab es 29 Arbeitseinstellungen. Dieselben 50 Mt. gezahlt gegen 38 Mark vor Einführung der BranntweinFrivole Streiks! Aus finsteren Zeiten! So fonnte man vielleicht im erstreckt: Mittelalter handeln; irgend einer jener entmenschten fanden alle in der Textilindustrie statt, und als ihre Ursachen steuer; zieht man davon die Maischraumsteuer in Höhe von ca. 14 Mr. ab, so bleibt ein Preis von 36 Mr. gegen früher 24 Mf.| bottichraum an Spiritus gewonnen wird, ist größer als derjenige, existirt, so erinnere ich an die früheren Reden und Thaten der Also schon ganz abgesehen vom Kontingent ist der Preis um welchen die Regierung der Exportvergütung zu Grunde legt. Dar- sächsischen Kartellbrüder des Herrn Mehnert. In dem Friedens50 Prozent gestiegen. Zieht man nun aber das Kontingent mit in über haben sich ja auch die Zuckerinteresse ten beschwert, denn die schlusse 1866 mußte ja ausdrücklich erklärt werden, daß diese wegen Betracht, so ergiebt sich gar eine Differenz von 24 zu 56. Ein Herren gönnen ja einander nichts. Das vorliegende Gesez können ihrer landesverrätherischen Unternehmungen nicht unter Anklage derartig wirkendes Privilegium kann urmöglich bestehen bleiben. wir nicht annehmen, weil die Grundlagen desselben unmotivirt gestellt werden würden. Das Zitat aus dem Marx'schen Briefe Dasselbe steht beispiellos in der Steuergeschichte irgend eines Landes sind, und weil dabei die Interessen der anderen Volksklassen nicht von den„ Schuren und Narren" ist gefälscht. Marx hat damals da. Kein Land hat eine solche Begünstigung eines einzelnen Pro- berücksichtigt werden, und aus demselben Grunde werden wir auch die Verhältnisse klargestellt, wie sie sich entwickeln mußten nach der duktionszweiges bei Gelegenheit der Neuregelung einer Konsum- gegen die Bollerhöhung auf Kognat stimmen. Das belastet auch Annexion von Elsaß- Lothringen. Damals, als es sich darum steuer eingeführt. Lei dem starken Idealismus, von dem wir in nur den Proletarier, und nicht der Großgrundbesizer bildet den handelte, ob der Krieg nach Sedan fortgesezt werden sollte, hatte den letzten Tagen so viel gehört haben, werden Sie ja auch wohl hauptsächlichsten Bestandthett der Welt, sondern die Proletarier. jeder deutsche Patriot das Recht, seine Meinung zu äußern. Heute die ideale Seite in dieser Liebesgabe erkennen. Aber die unbe- Abg. Dr. Windthorst( Centr.): Die Sozialdemokraten triti haben wir ja den Rechtszustand, troß der unangenehmen Zwangsfangen denkenden Theile der Bevölkerung, welche immer deutlicher firen nur und bauen nicht. lage, in die er uns gebracht hat, anerkannt. Nicht die Kriege erkennen, daß hier eine so enorme Summe aus den Taschen der haben die Sozialdemokratie in den Reichstag gebracht, sondern die Allgemeinheit entrichtet wird für eine ganz beschränkte Zahl von verfehlte Spefulation des verflossenen Reichskanzlers, der mit uns Leuten, denen es an und für sich schon nicht schlecht geht, die werdie Bourgeoisie ärgern wollte.( Heiterkeit). Wir Sozialdemokraten den immer mehr die öffentlichen Gewalten auf diesen Schaden aufhaben das Recht, mit dem gleichen Maße wie die andern Parteien merksam machen. gemessen zu werden. Ich habe auch niemals mich dahin geäußert, daß der Meineid erlaubt sei. Ich habe den Arbeitern nur gerathen, im Jahre 1878, als die Arbeitgeber mit allen infamen Mitteln ihr soziales Uebergewicht über die Wrbeiter ausnutzten, die ihnen vorgelegten Schriftstücke ruhig zu unterschreiben, in welchen sie sich verpflichteten, nicht mehr für die Sozialdemokratie thätig zu sein. Und ich würde es noch heute thun. Das infame Vorgehen der Arbeitgeber berechtigte zu einer solchen Lüge. Abg. Brömel( dfr.): Wie wollen Sie die Konsumtion vermindern, wenn Sie die Produktion begünstigen? Wenn Herr Windthorst so sehr gegen den Schnapskonsum eifert, so möchte ich ihn doch daran erinnern, daß sein großer Gegner, Fürst Bismard, das Gläschen des armen Mannes mit Mitgefühl vertheidigt hat.( Er wußte, wie gut es schmeckt.) 61. Sihung( Wahlprüfungen). Abg. Wurm( Soz.). Den 40 000 fleinen Brennern stehen 11 bis 13 Millionen deutsche Arbeiter gegenüber, die leider unter den heutigen Verhältnissen gezwungen sind, Branntwein zu trinken. Deshalb können wir uns nicht auf dieses fleine Flickwerk einlassen, Abg. Dr. Mehnert( f.) erklärt, daß die konservative Partei nicht sondern wollen den Rock, der gar nichts mehr taugt, ganz fort- dafür stimmen werde, daß Erhebungen über das Verhalten der werfen. Der Branntwein ist allerdings vertheuert worden, so daß Kriegervereine stattfinden. Die Kriegervereine handeln recht, wenn jezt auf den Kopf 15-16 Mt. Branntweinsteuer fommen; aber sie gegen die Sozialdemokraten eintreten. Das bedinge schon der der Konsum ist nicht zurückgegangen, wie damals prophezeit wurde. Fahneneid, den jeder Soldat geschworen hat, Treue gegen den Abg. Bebel( Soz.) erinnert an die Zeit des Norddeutschen Es ist ja eigenthümlich, daß Sie auf der einen Seite erflären, Sie König zu halten. Tie Sozialdemokraten seien aber, wie Quer und Bundes, wo die Kriegervereine Mann für Mann für ihn selber müssen Branntwein brennen, sonst gehen Sie zu Grunde, und auf Liebknecht zugestanden, Revolutionäre und Republikaner. Er er- gestimmt haben, ohne daß das von oben übel genommen worden der anderen Seite moralisch den Konsum einschränken wollen. innerte an Hasselmann, der den Kaiser Wilhelm I. einen Bluthund wäre. Auch die hohe Aristokratie habe damals andere Anschauungen Jezt erleben Sie die Freude, daß die nothleidende Landwirth- genannt. Von alledem sei ron den Sozialdemokraten nich: s wider- gehabt. Er, Redner, sei nach seiner ersten Rede von dem Freih. schaft durch die von ihnen bekämpften Säufer prosperirte. ie rufen worden. Es sei also richtig, daß die Sozialdemokraten am von Friesen, dem Vater des jezigen Abgeordneten, in der Werkstatt erhofften von dem Geseze eine Vergrößerung des Exports. Vateriande Be.rath üben. Hervorragende Führer der Sozial-| aufgesucht und wegen seiner Jungfernrede gegen den Norddeutschen Aber die Gesammtproduktion und in Folge dessen auch der demokraten, wie Liebknecht, habe den Begriff„ Vaterland" über- Bund beglückwünscht worden. Redner erklärt, noch heute alle seine Export sind enorm zurückgegangen. Das Gesetz hat nur einer haupt geleugnet. Karl Marx haben diejenigen, welche 1870 am früheren Aeußerungen verantworten zu können. ganz fleinen Interessentengruppe genügt. Nur 0,16 Prozent der Vaterlande hingen, Schurken und Narren gerannt und Liebknecht 62. Sikung. landwirthschaftlichen Betriebe sind überhaupt mit einer Branntweinbrennerei verbunden. Tavon aber hat wieder nur ein ganz kleiner Theil den Löwenantheil an dem Gesez. Wer sind denn die nothleidenden Besitzer von Brennereien? Grafen, Barone, Bankiers, wie das Güter- Adreßbuch von Schlesien für 1886 zeigt. Abg. Auer( Soz.): Herr Mehnert hat nicht nachgewiesen, daß Es muß doch sehr schlecht um unser Staatswesen bestellt sein, wenn die Sozialdemokraten ihre Pflicht gegen das Vaterland verlegt und 63. Sigung. die Stüßen der Gesellschaft sich in solcher Nothlage befinden. Die den Fahneneid nicht gehalten zu haben. In dem Fahneneid Proletarier müssen sogar das 334 fache von dem bezahlen, was der schwört der Coloat Treue zu Wasser und zu Lande", aber nicht Das Haus bewilligt ohne Debatte in zweiter Berathung den Staat aus der Branntweinsteuer bezieht, nämlich die 40 Millionen an der Wahlurne. Alle Parteien sind hier schon zu den Reichs Rest des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern und den Etat der für die Brenner und die 15 Millionen für den Staat. Und dabei feinden gerechnet worden! Selbst Herr Mehnert kann noch unter Reichsstempelabgaben. haben die kleinen Brennereien keinen Nußen, ja sie sind sogar in die Reichsfeinde kommen. Sein neben ihm sigender Schwiegervater Die Berathung des Antrages Stöcker aur Abgrenzung der Gefahr, von den großen Brennereien ausgesaugt zu werden. Dazu( Abg. Ackermann) ist schon einer gewesen. Wenn Herr Mehnert Wirkungsgebiete der evangelischen und katholischen Missionare in kommt, daß den Epiritusexporteuren eine Exportprämie gewährt eine Hasselmann'sche Rede als Beweis für die Gesinnung der den deutschen Schußgebieten hat wohl für u..sere Lefer kein Interesse. wird, denn der Biozentsaz, welcher aus einem bestimmten Maisch- Sozialdemokraten anführte, die übrigens nirgends im Wortlau Folgt eine Berathung des Fuselhandels mit den Negern. habe dem zugestimmt. Da handelten die Kriegervereine recht, wenn sie ihre Mitglieder zur Pflichttreue erhalten. Die Sozialdemokraten spekuliren auf die Leichtgläubigkeit ihrer Anhänger, indem sie ihre eigentlichen Ziele zu verschleiern wissen. Berliner Arbeiter- Bibliothek. 2. Serie. Sammlung Sozialpolitischer Flugschriften. Soeben erschien Heft 10: Das Ostende von London. Ein soziales Nachtbild. Von Paul Fischer- Berlin. Erste Abtheilung. 30 Seiten. Preis 15 Pfennig. Jedes Heft der Berliner Arbeiter- Bibliothek" ist einzeln zu beziehen. Die Preise sind niedriger gestellt wie bei allen anderen Unternehmungen. Bestellungen richte man an die be annten Kolporteure oder an die Expedition der ,, Berliner Arbeiter- Bibliothek" Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Kolporteure gesucht und gebeten, sich an die Expedition zu wenden. Hoher Rabatt. Verein der Sattler und Fachgenossen. Sonntag, den 14. d. Mts., Abends 8%, Uhr: Versammlung im Lokale des Herrn Reyer, Alte Jalobstr. 83. Tages- Ordnung: 1. Die bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie"( Referent: Regierungs- Baumeister a. D. Keßler). 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Montag, den 16. Februar, Abends 8%, Uhr Großze öffentliche Schuhmacher Versammlung im großen Saale der Armin- Hallen", Kommandanten- Straße 20. = Tages Ordnung: 1. Wie feiern wir den 1. Mai?( Referent Rich. Bagins 1). 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Die Agitations- Kommission. Cigarren u. Tabak in vorzüglicher Qualität empfiehlt B. Stabernack, Wrangelstraße 85. Albert Auerbach, Berlin S., Koitbuser Damm 7. Schuh- und Stiefel- Vager für Herren, Damen und Kinder. Reelle Bedienung. Feste Preise. Atten Freunden und Genossen empfehle mein Weiß- u. Vairisch- Bier- Lokal. 1 Saal in Versammlungen und 2 Vereinszimmer sehen zur Verfügung. Herrmann Wuttke, friedrichsberaerftr. 24 pt. Zweite Berathung des Etats der Zölle und Verbrauchs Steuern. Die Diskussion ist am lebhaftesten bei der Frage der Tabaks steuer. hat aber kein besonderes Interesse. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Versammlung am Dienstag, 17. februar, Abends 8½ Uhr, Belforterstr.( Belforter- Salon). Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 15. Februar, Abends 6 Uhr, in den Zentralsälen, Oranienstraße 180. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:„ Nora" und" Die Gespenster". Referent: A. Wilde 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Geselliges Beisammensein. Zu recht zahlreichem Besuch laden Genossen und Genossinnen ein Sozialdemokratischer Wahlverein des 2. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Versammlung Dienstag, 17. Februar, Abends 8 Uhr, Die Beauftragten. An Buchdruckerei. Ein Fachmann, welcher im Stande ist, selbstständig eine eigene Druckerei in einer kleineren Stadt Mitteldeutschlands zu etabliren, fann sofort den Druck einer seit Jahresfrist bereits erscheinenden sozialdemokratischen Zeitung( 3 Mal wöchent= im großen Saale der Viktoria- Brauerei, Lükow- Straße 111| 12. lich, später täglich, gegenwärtige Auflage ca. 3500 Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:" Stellung der Sozialdemokratie zur Gewerbeordnungs- Novelle". Referent: Reichstagsabgeordneter Paul Singer. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder, Verschiedenes und Fragen. Gäste haben Zutritt In dieser Versammlung werden die neuen Statutenbücher ausgegeben. Diejenigen Mitglieder, welche noch mit ihren Beiträgen restiren, werden ersucht, dieselben in der Versammlung resp. in den Zahlstellen zu begleichen. Der Vorstand. Große Volts- Versammlung am Dienstag, den 17. Februar, Abends 8 Uhr im Saale der Brauerei Friedrichshain, am Königsthor. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht der Berliner Lokal- Kommission. 2. Wie stellen sich die Berliner Arbeiter für die Zukunft zur Philharmonie. 3. Eventuell Neuwahl der Berliner Lokal- Kommission. 4. Verschiedenes. Die Genossen sämmtlicher Wahlkreise werden ersucht in dieser Versammlung, der wichtigen Tages- Ordnung halber, vertreten zu sein. Die Lo al- Kommission. I. A.: H. David, Lausigerstr. 51. Allen Freunden und Genossen empiehle mein Empfehle Freunden und Genossen mein reich haltiges Lager von Weiß- und Bayrisch- Cigarren u. Tabake. Bier- Lokal. Vorzügliche Speisen und Getränke ia großer Auswahl. Vereinszimmer steht zur Verfügung. Carl Pfister, Eisenbahnstr. 35. 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