e 11 te r 11 Berliner Volks- Tribüne. Sozial- Politisches Wochenblatt. Die„ Berliner Dolks Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. bonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Of. Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mr. 50 pf.) № 12. Aus der Woche. zweiter Theil. -ehrlich und anständig durchschlagen. Reichstag. Briefkasten. Die Postabonnenten unseres Blattes Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: ,, Volksblatt", Beuthstr. 3. Inserate werden die 4spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 pf. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volks- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen Sonnabend, den 21. März 1891. V. Jahrgang. Der Bismarckiade vielen Orten für Armenleichen nur einen Sarg hatte. frühere Lohn ein zu niedriger war, der Arbeiter aber, Heimstättenrecht. Eine Derselbe besaß unten ein Schieber. Ueber den Grabe der dieselbe Thatsache öffentlich besprach, wurde gemaßMilliarden- Liebesgabe.- Die wirthschaftlichen wurde der Schieber aufgezogen und die Leiche follerte in regelt. Wer schweigt, stimmt zu und erklärt sich als die Grube. Die Ausgabe für den Armensarg aber war zufriedengestellt; wer aufmuckt und die Wahrheit sagt, Krisen und ihre Folgen. erspart. Dieser Vorgang wäre auch den braven, spar- wird hinausgefeuert. Gedicht. Novelle. Das Elend in samen Bornstedtern zu empfehlen, ihre Gemeindekasse würde-Er muß ins Parlament. Die Nationalliberalen London. Bürgerliches Dynamit.- Ein gutes dadurch noch mehr entlastet. thun es nicht anders. Sie wissen sich nicht mehr zu Geschäft. Schlesisches Himmelreich. Wie Im Jahre 1882 schoß Helene Markovic auf rathen und zu helfen. Die Geldkassen sind in Gefahr. kann man sich wohl mit 14,000 Mk. jährlich Kneschanin verhaftet. Die beiden Frauen starben im Nicht einmal ein fetter Marschbauer imponirt ihnen mehr. den König von Serbien und wurde mit ihrer Freundin Der Ansturm der Sozialdemokraten wird immer heftiger. Vom Gefängniß, wie der offizielle Bericht besagte, durch Selbst- Zeiten, o Sitten. Also Triarier vor! Hoch Bismord. Jezt kommt der abgedankte Serbenkönig Milan marck, der Allerretter. Im 19. Hannoverischen Westkreis und klagt seinen ehemaligen Ministerpräsidenten öffentlich haben sie ihn aufgestellt und hoffen ihn durchzubringen. an, auf seine Veranlassung wäre von den beiden Frauen Und die bösen Sozialisten? Die denken sich zweierlei. die eine erdrosselt, die andere erstickt worden. Gare Schön wärs, wenn Bismarck durchfällt, lustiger, wenn er schanin dreht den Spieß um und bezeichnet Milan als gewählt wird. Sizen soviel Kraut und Schlotjunker den Anstifter. So thut einer den andern ab. Sie sind im Reichstag, so kann auch noch der Kraut- und Schlotda dasselbe von der Post sonst als erloschen betrachtet wird. einander würdig. Der eine verschacherte, soweit er es junter Oberster darin ſizen. Wenigstens ist die ganze vermochte, den Wohlstand und die Hilfsquellen seines Gesellschaft fein beisammen. Alsdann, man los. Postzeitungskatalog Nr. 893. Vaterlandes an fremde Börsenschwindler, der andere hat sich auf Kosten seines Landes dick und voll gefressen; nisse der Handweber im Regierungsbezirk Breslau haben Die amtlichen Untersuchungen über die VerhältPrasser, Schlemmer, Lüstling in einer Person, hatte er nach der schlesischen Zeitung ergeben, daß ein akuter bei seinem Abgange von der Macht, allein bei einem Nothstand nicht vorhanden ist. Wir haben in einer der Pester Strumpfwirker Schulden im Betrag von einigen vorlegten Nummern die Lohnsäge der Weber angeführt, dreißigtausend Francs. Bis heute hatte man ihn nur wie sie der gewiß unverdächtige Zeuge Pastor Klein erfür einen Dummfopf gehalten, jetzt erweist er sich auch hoben. Ob Leute, welche 25-75 Pfennige den Tag vernoch als Meuchelmörder. So etwas stärkt das mo- dienen, der Hunger weniger peinigt, wenn man ihnen narchische Bewußtsein bei den Serben. sagt, sie lebten in keinem akuten Nothstand, lassen wir erinnern wir daran, vor Monatsschluß ihr Abonnement zu erneuern, Preis pro Quartal Mk. 1,50( bei Selbstabholung), durch Briefträger ins Haus 1,65 Mk. Die Kreuzbandabonnenten bitten wir, wenn möglich, vom 1. April an direkt von der Postanstalt zu beziehen, da die Expedition sich dadurch bedeutend vereinfacht. Wo Kreuzband weiter gewünscht wird, bitten wir um umgehende Nachricht, sonst nehmen wir an, daß direkte Bestellung bei der Post erfolgt ist und senden daher vom 1. April an nicht weiter. Abonnements nimmt jede Postanstalt an. Aus der Woche. - In Belgien hatten sie ihn und in Spanien auch, dahin gestellt. Es könnte ja einer fommen und sagen: in Italien wurde er gesehen und auf Malta, von Kon= Noth leidet nur der, welcher nichts hat. Die Leute verstantinopel fuhr er nach Südamerika und in Bulgarien dienen aber doch wenigstens 25 Pfennige. Wenig ist hatten ihn die Wölfe gefressen. Blieb nichts übrig, er mehr als nichts. Also kann von einem Nothstand gar mußte auch in Deutschland zum Vorschein kommen. Und keine Rede sein, eher von einer relativen Wohlhabenrichtig wurde er gesehen, in Friedrichshagen nämlich und heit. zwar von einem staatserhaltenden Berliner. Ihn sehen Den Freisinnigen ist bei der letzten Abstimmung und erkennen, war für den Schlauen eins. Die Polizei im Reichstag das Herz wieder tapfer in die Waden-se- Als ein sehr schneidiger Offizier hat sich der war diesmal weniger gläubig und meinte, es wäre nicht strümpfe gefallen. In der Kommission hatten sie den Lieutenant von Blume gezeigt. In seiner Garnisonsstadt der richtige Padlewski. So gehts, wenn man Pech Bau zweier Panzerfahrzeuge mannesmuthig abgelehnt. Naumburg gibts einen„ Rathsfeller", in welchem man hat. Wenn die Spizel fragen, ja, wo steckt er denn, Dann kam ein parlamentarisches Diner, und nun stimmten Wein und Bier schänkt. Dorthin begab sich eines Tages sollt ihr ihnen sagen 31 Mannen der Heldenschaar für Rückverweisung derder Herr Lieutenant in Zivilkleidung und es scheint ihm England trug die europäische Kultur nach Afrika, selben Post an die Kommission. Jezt ist die Bewilliin der Wirthschaft sehr gut gefallen zu haben. Bald Frankreich that es und Deutschland folgte ihrem Beigung der Kriegsschiffe natürlich so gut wie sicher. Was machte sich sein Selbstgefühl in lauten Worten Luft und spiele. Jetzt wird auch eine Blüthe dieser gepfropften ein richtiger Freifinniger ist, muß Lebensart besitzen. Er noch auf der Straße bekam so mancher Zivilist Schmeiche Kultur italienischen Ursprungs bekannt. In Massana, darf kein verstocktes Herz zeigen, wenn man ihm gut leien von ihm zu hören. Um Mitternacht hatte er einen der italienischen Kolonie in Ostafrika, hatten der Sekretär zuredet, muß er sich erweichen lassen. Dann, aber auch schneidigen Einfall. Er ließ sich seine Uniform in eine der Kolonie, Cavaliere Cagnassi, und der Kommandant nur dann geht vielleicht der Traum seines Lebens in sonditorei tragen, schnallte den Säbel um und ließ die der Polizei, Livraghi eine Kommanditgesellschaft gegründet, Erfüllung, er sieht sich bei Kerzenglanz als Besizer ſeiWache allarmiren. Im Handumdrehn gings mit gefälltem zur Ermordung und Beraubung reicher Eingeborener. Dener Kniehöschen durch weite Hallen stolziren. Bajonet unter Hurrah mit dem Tambour voran von zwei Gegen 800 Morde sollen dem edlen Brüderpaar zur Last Argentinien steht vor den Konkurs, Brafilien Seiten auf die ahnungslosen Zivilisten los. Die Verlust fallen. Der Polizeikommandant schoß Leute, auf deren wird in kurzer Zeit nachfolgen. Die bekannten und unliste des Feindes weist acht Verwundete auf, darunter Vermögen er es abgesehen hatte, eigenhändig nieder oder bekannten Plünderer der Staatskassen und Blutegel am befindet sich ein Polizeibeamter. Der Herr Lieutenant ließ sie von seinen Polizisten mit Steinen todtwerfen. Volkskörper erfreuen sich einer blühenden Gesundheit und soll abgereist sein, untersuchung ist eingeleitet. Dieser Frauen und Kinder seiner Opfer brachte er gleichfalls verzehren mit Ruhe und gesegneter Verdauung die Früchte Vorfall beweist wieder einmal so recht deutlich, wie ge- ums Leben. Jetzt wundert sich die ganze Welt, daß so ihrer Arbeit. In Sachsen hat das Denunziantenthum so überschüßt der deutsche Reichsbürger in seinem eigenen Ba- etwas unter den Augen des Stadtkommandanten von terlande ist. Er läßt es sich recht sauer werden, der Massaua ins Werk gesetzt werden konnte, ohne daß dieser hand genommen, daß es selbst den Behörden schon zu deutsche Reichsbürger, um diesen Schutz jährlich mit davon etwas merkte. Und noch dazu unter der Regie- toll wird. Der Stadtrath von Treuen im Vogtland vielen Hunderten Millionen bezahlen zu können, und jetzt rung eines Crispi, unter dessen eiserner Faust ganz Ita- hat öffentlich erklärt, daß anonyme Anzeigen keine Bemuß ihm mitten im schönsten Frieden so etwas passiren lien zitterte. Andere wieder meinen, die Verbrecher rücksichtigung mehr finden. und noch dazu von dem Schüßer selbst. Wir sind neu- müßten sehr hochstehende Beschützer haben, sonst hätten Bei den österreichischen Reichsrathswahlen haben gierig, welche Strafe dem schneidigen Vaterlandsverthei- fie ihr Gewerbe nicht so frech und bei hellichtem Tage die Sozialdemokraten auf dem Lande und in den kleinen diger zu Theil werden wird. Wenn an ihn derselbe treiben können. Cagnassi und Livraghi sind verhaftet, Städten verhältnißmäßig mehr Stimmen erhalten, als in Maßstab gelegt werden sollte, mit welchem ungebildete die Verhandlung wird zu einem Riesenskandal Veranlassung Wien. Es kommt dies daher, weil in den Kleinstädten Berliner Messerhelden gemessen werden, dürfte er genug geben, wenn nicht aus„ höheren" Beweggründen der so manche unserer Genossen Besitzer kleiner Häuschen zu fauen bekommen. Indessen wir werden ja sehen. Ein Mantel der christlichen Nächstenliebe in Aftion gesetzt und in Folge dessen stimmberechtigt sind, während dies Gegenstück zu dem Naumburger Vorfall ereignete sich in wird. Straubing. in Wien natürlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. PerHier verabreichte der Sefondelieutenant Aug um Auge, Zahn um Zahn. Nach diesem nerstorfer wurde wiedergewählt, Dr. Kronawetter ist unAbleitner dem Rechtspraktikanten Rünk anf dem Stadt: Grundsatze scheint der Leiter der Reichsdruckerei vorzu- terlegen. Letterer ist Kleinbürger durch und durch, rechplage eine Ohrfeige und schlug ihn dann mit vier Säbel- gehen. In einigen Versammlungen wurden die Lohnsäße nete aber, solange er Abgeordneter war, der Polizei allhieben zu Boden. Nur abwarten, es fann noch ganz dieser Druckerei einer Kritik unterzogen. Die Kritik jährlich das Sündenregister vor, welches sie den Arbeigemüthlich werden im geeinten deutschen Vaterlande. hatte Erfolg, für die Arbeiter trat eine Lohnerhöhung tern gegenüber auf dem Gewissen hatte. Ehre dem Ehre gebührt. Im Dorfe Bornstedt ein, nur einer erhielt keine Aufbesserung, dafür aber etwas In Wien wurden Luthers Tischreden konfiszirt, bei Potsdam, wird ein Mittelloser, der ohne Anverwandte anderes, die Entlassung. Und das war der Redner in in Nürnberg die Zeitschrift der Freireligiösen. zu hinterlassen, gestorben ist, auf dem Hundewagen zu der letzten Versammlung. Die Verwaltung erkannte Redakteur der Magdeburger Volksstimme" erhielt sechs Grabe gefahren. Es gab eine Zeit, in welcher man in durch die von ihr bewilligte Erhöhung selbst an, daß der Monat Gefängniß wegen Abdruck des„ Weberliedes" von Der Heine, das in allen Ausgaben steht. In Halle wurde Dr. Völkel, der Prediger der Freien Gemeinde in Magde- bürg, wegen Gotteslästerung mit sechs Monaten Ge- fängniß bestraft; das Urtheil nennt ihn„einen gemein- gefährlichen Menschen". Kommentar überflüssig. Nur das eine wollen wir bemerken: Es ist uns manchmal als lebten wir wieder im Jahre 1879. — Im Reichstage hatte es der Abgeordnete Bebel „für gut befunden", die Soldatenschindereien und die Selbstmorde in der Armee zur Sprache zu bringen. Darauf wurde ihm geanrwortet, das beruhe darauf, daß wir in Deutschland verschiedene Stämme und Rassen haben. Nun kennen wir allerdings deutsche Stämme, welche fast tagtäglich„Knvdel" oder„Spätzle" essen, während andere Eisbein mit Sauerkohl und dicken Erbsen oder Kartoffel mit Schmorfleisch vorziehen, auch Lieb- Haber von„Federweißen" und„Nordhäuser" sind uns bekannt, aber keinen Stamm wissen wir zu nennen, dessen Mitglieder sich so mir nichts, dir nichts, frisch, fromm, frei, mit Lust und Liebe ums Leben brächten. Kann uns einer unserer Leser vielleicht vom Gegentheil über- zeugen, eventuell, wo liegen die betreffenden Wohnsitze? — Im Abgeordnetenhause wurde die Regierung von einem Nationalliberalen— ein Helles Wunder— inter- pellirt, ob es wahr sei, daß ein Staatsmann aus dem Welfenfonds größere Summen zu Gunsten eines Verwandten entnommen habe.— Die Regierung schwieg. Schweigen ist auch eine Antwort. v— Die Grabstätte der Märzgefallenen im Friedrichs- Hain befindet sich in einem schmachvollen Zustande. Die Denksteine und-Mäler sind vermorscht oder verrostet und eingesunken, die Inschriften verwaschen. Die Stadt Berlin, die so viele Tausende frei hat, wenn es gilt Feste zu feiern und Gastereien zu veranstalten, würde doch wohl die paar Mark noch aufzubringen vermögen, welche nöthig sind, um hier etwas Würdiges zu schaffen. Wir glauben das deutsche Bürgerthum hätte alle Ursache, der Vorkämpfer des Sturmjahres sich dankbar zu erinnern. Hätten jene nicht ihr Leben hingeworfen, wer weiß, ob heute in dem Maße die Bäuche sich blähten und die Gesichter sich rundeten.— — Der preußische Unterrichtsminister Goßler ist ge- gangen und der Generalfeldmarschall aller Schwarzen katholischer Konfession, Windhorst, ist gestorben. Der Minister war einer von der Art, von welchen zwölf ein Dutzend machen und fünfzehn eine Mandel. Sein Rücktritt war nichts weniger als ein freiwilliger; er selbst sagt, er sei gegangen,„weil die politischen Verhältnisse sich in jüngster Zeit so gestaltet hätten, daß er befürchte, unter Umständen eine Last und ein Hemmniß bei den Maßnahmen der Regierung zu sein." Seltsam, der Mann, der Goßlcrs Rücktritt erzwang, starb wenige Tage nach dem Eintritt dieser Thatsache. In Windhorst per- liert die deutsche Sozialdemokratie ihren schlauesteiz und geriebensten Widersacher, das Zentrum seinen einzigen Führer; es gleicht jetzt einem Körper ohne Kopf. Auch die schwächste Sache kann von einem talentirten Mann zeitweilig gehalten werden. An dem Zentrum wird sich jetzt gar bald zeigen, ob die Grundsätze, Ansichten, Ueber- zeugungen, die es verficht, eine Zukunft haben, oder ob nur das politische Geschick des tobten Führers die Ursache war. Da ist die Sozialdemokratie in einer anderen Lage; hier verschwindet alles Persönliche vor den For- derungen einer sich entwickelnden Idee. Windhorst ist als armer Mann gestorben. Die Dotationen, die ihm seine Anhänger anboten, hat er stets zurückgewiesen. Diesen Charakterzug der Uneigennützigkeit wird auch der Arbeiter anerkennen, wenn auch eine ganze Welt zwischen seinen Ueberzeugungen und denjenigen des Tobten liegt. — Die Konzentralion des Kapitals macht Riesen- sortschritte. Noch ist die Liquidation des Weltbankhauses Naring nicht durchgeführt und schon ist ein anderes großes Bankhaus Pleite gegangen; es ist die Lveiöte de Depots et de cornptes courants in Paris. Die Leiter ließen sich gegen die Bestimmungen des Statuts in Spe- kulationen mit argentinischen Werthin ein und verspielten das ganze Aktienkapital, auch den noch nicht eingezahlten Theil. Die Bank von Frankreich mußte einen Vorschuß von 60 Millionen Franks gewähren, damit nur die in der Bank hinterlegten Einlagen zurückgezahlt werden können. Ob wohl die geplünderten und gerupften Aktionäre auch heute noch der Ueberzeugung sind, daß unser Wirth- schaftssystem das bestmöglichste ist? Der Dismarckiade zweiter Theil. Hätte et nie können ahnen noch glauben, Daß mir Zeit und Umstände würden erlauben, Von Hieronimus Jobs einen zweiten Band Einem ehrsamen Publikum zu machen bekannt. (Leben, Meinungen und Thaten »on HieronimuS Jobs, dem Kandidaten.) Ein paar Monate sind nun verflossen, seitdem der erste Band der Bismarckiade abgeschlossen ist. Es folgte das vergnügte Intermezzo in Friedrichsruh— ein Nach- trag zum Schlußkapitel, bildete sich der gute deutsche Reichsphilister ein; aber„hätte es nie können ahnen noch glauben", es folgt noch eine Fortsetzung! Wie war es doch gewesen! Wie Schuppen war es von den blöden Augen sogar des Philisters gefallen, als Bismarck nach seiner Absetzung selbst den ersten, authen- tischen Kommentar zu seinem Heldenliede geliefert hatte. Was die Intelligenten unter seinen Gegnern, die Ultra- m.ntanen und Sozialdemokraten, immer schon behauptet hatten, mit einem Male war es alles klar geworden: die » grenzenlose Lächerlichkeit dieses Mannes, der mir einem Verstand von der mittelmäßigsten Mittelmäßigkeit den großen Staatsmann gespielt hatte, der mit einer Un- wissenheit in sozialen Dingen, die sogar einem Richter Bedauern einflößte, eine Sozialreform ansing, mit den politischen Taschenspielercien, die er einem Bonaparte sogar abgelauscht hatte, große Politik trieb, und der nichts Eigenes hatte, nichts Eigenes als die preußische Brutalität. Was hatte er denn gemacht? Er war Grundbesitzer; und da er einsah, daß der Grundbesitzer gute Geschäfte macht, wenn man Zölle auf die Lebensmittel legt, oder ihre Einfuhr verbietet, so führte er die Lebensmittelzölle ein. Die anderen Grundbesitzer freuten sich; das war ihr Mann! War er nicht groß? Sorgte er nicht dafür, daß sie gute Geschäfte machten? Er war Großunternehmer, und da sah er ein, daß man durch Jndustriezölle dem Geschäft auf die Beine hilft, durch das Freizügigkeitsgesetz die nöthige fluktuirende Arbeitermasie schafft, um immer billige Arbeitskräfte zu haben, durch Knechtung der Arbeiter ihnen die Möglichkeit nimmt, höhere Löhne zu erlangen, durch Zertrümmern der Reste der feudalen Wirthschaftsgesetze die Aufsaugung der Kleinbetriebe be- schleunigt, durch Unterstützung des Börsenschwindels die Industrie treibhausartig fördert; und so gab er Sozialistengesetz und Freizügigkeitsgesetz, und alle anderen nöthigen Gesetze. Und die Unternehmer machten gute Geschäfte und lobten ihn: ist er nicht ein großer Mann? Sorgt er nicht, daß wir gute Geschäfte machen? Und er selbst machte gute Geschäfte, und obwohl er vorher ein armer Junker gewesen war, wurde er zu einem großen Millionär vor dem Herrn, dieser antike Charakter. Er war ein großer Mann! Er hatte entdeckt, worin die Größe eines Menschen besteht; sie besteht darin, daß er an keine idealistische Flausen glaubt, sondern den Geboten des„gesunde» Menschenverstandes" folgt, welche da sagen: Nimm, was du kriegen kannst. Was sind das für ideologische Narren, diese Leute, welche arm aus dem Amt gehen, in das sie hineingekommen sind!„Enrichissez vous?" ruft der gesunde Menschenverstand;„was ich habe, das bin ich", ruft der Mensch aus der Höhe deö neun- zehnten Jahrhunderts; und„Geld regiert die Welt" steht geschrieben im„Katechismus der Realpolitik, oder die Kunst in 24 Stunden ein großer Staatsmann zu werden." Die Junker machten gute Geschäfte, die Bourgeois machten gute Geschäfte, Bismarck machte gute Geschäfte — sie vertrugen sich also alle Drei sehr gut. sie waren ein Herz und eine Seele. Ein wunderbares Genie, dieser Bismarck! Sind es nicht eigentlich drei feindliche Brüder, die er hier versöhnt hat? Sehen wir nicht in anderen Ländern und Zeiten, wie sie sich in den Haaren liegen, wie sich Aristokratie, Bourgeoisie und Staatsmacht um den Knochen beißen— und er, er hat sie versöhnt! Und wie genial einfach war das Mittel! Er gab eben Jedem einen Knochen. Da war der Streit beigelegt. Nur eins war bedenklich; wenn nun der Knochen- lieferant ungeduldig wurde! Der Knochenlieferant war das Volk; das Volk mußte durch die Vernichtung des Kleinbesitzes arm gemacht werden, damit es in die Fabriken strömte und für die Bourgeois arbeitete; das Volk mußte seinen Speisezettel kleiner machen, damit die Junker theurer verkaufen konnten; das Volk mußte Steuern bezahlen, damit man den Junkern Geschenke machen konnte; das Volk mußte niedergehalten werden, damit die Bourgeoisie es ordentlich ausbeuten konnte. Wenn dieses geduldige, demüthige, harmlose Volk nun ungeduldig würde? Aber Hieronimus Jobs hatte ein Mittel: den Knochen. Man warf ihm eben auch einen Knochen vor. Freilich, woher nehmen und nicht stehlen? Wer sollte den Knochen liefern? Jobs wurde stutzig. Der Knochen fällt nicht vom Himmel; und weder Staatsmacht, noch Bourgeoisie, noch Aristokratie wollten Etwas geben für den guten Zweck. Aber ein großer Mann findet immer Rath. Ist es kein wirklicher Knochen, so ist es ein Scheinknochen, ist eS kein materieller, so ist es ein idealer. Und so fing er denn an mit der Sozialreform. Die Kleinbürger fielen theilweise hinein, aber die Arbeiter wandten ihm höhnisch den Rücken. Und schließlich wurde es doch zu offenkundig, daß die Sache nicht so weiter ging. Man mußte es anders versuchen, und Bismarck mußte sich nach Friedrichsruh zurückziehen. Das war der Bismarckiade erster Theil. ES war klar: die Sache mußte anders gemacht werden. Dem Volk mußte wirklich Etwas geboten werden. Etwa eine genügende Arbeiterschutzgesetzgebung; oder Auf- Hebung der Zölle. Und der neue Kurs begann denn auch sofort, das in Angriff zu nehmen. Die Folge war, daß Bourgeoisie und Junkerthum die Zähne zeigten, und daß zu dem Volk, das bisher der einzige Gegner gewesen war, noch die Gegnerschaft der herrschenden Klaffen kam; nun war das Ding erst recht bedenklich. Für diese Politik war es eben zu spät. Derartige Konzessionen würden zwar vom Volke mit Vergnügen angenommen; aber deshalb wird das Volk nach wie vor gegen die Regierung bleiben, und so ist der einzige Erfolg der, daß die herrschenden Klassen auch noch erbittert wurden, und die Regierung ganz allein sieht. Jetzt ist nur noch ein Ausweg: Rückkehr zu der alten Bismarckischen Politik, welche wenigstens die An- hänglichkeit der herrschenden Klassen sichert. In der That ist sie ja eigentlich noch nicht verlassen, nur in den Ab- sichten; die Regierung hat immer nur Versuche gemacht und sich sofort zurückgezogen, wenn sie den Widerstand sah. In der That haben wir ja noch ganz das ancie« regime. Nun, weshalb da nicht den Meister deS aneien rögime zurückrufen? „Wie wenn im Sommer von schwülen Düften Ein Ungewitter entsteht in den Lüften, So geht vor dem Donner ordinär Erst ein gelindes Murmeln vorher. Gleichermaßen entstand unter den Leuten Erst ein Gemurmel von allen Seiten"— Komm zurück, Otto, Dir ist alles vergeben! Heimstätteurecht. n. ss. Die Bourgeoisie gewahrt dem AuslösungS- Prozeß der feudalen Agrikulturwirthschaft nur in seinen äußeren, gesellschaftlichen Vegleitserscheinungen: der Mo- bilisation der ländlichen Bevölkerung, dem Absterben aller hergebrachten sozialen Verhältnisse. Mit Unruhe be- obachtet sie die Ergebnisse der Statistik, welche das rapide Anwachsen der großen Städte, der westlichen Industrie- zentren und der Auswanderersiröme mit immer verblüf- fenderer Deutlichkeit der langsamen Entvölkerung des platten Landes entgegenstellen. Die zahllosen Arbeiter- schaaren. welche als„Sachsengänger" und Saisonarbeiter zwischen den Latifundien aller Himmelsrichtungen pendeln, steigern das Unbehagen der herrschenden Klaffe bis zur Nervosität. Das von der Scholle losgelöste, vom in- und aus- ländischen Kapital hin- und hergeworfene ländliche Pro- letariat durch Errichtung von Heimstätten wieder festsässiß zu machen entspricht deshalb auch ganz der bürgerlichen Denkweise. Die Seßhaftmachung wird freilich durch echt bürger- liche Raisonnements motivirt. Wie tiefsinnig ist nicht z. B. der Hinweis auf das geltende römische Recht, das alle sozialen Mißstände der Gegenwart verschulden soll, während es ja doch die Dinge nicht gemacht hat, sondern nur angenommen ist, weil es zu den Dingen paßte. Ergötzlich wirken auch die Schilderungen, welche in himmlischen Versprechungen geübte Pfaffen von dem Herr- lichen zukünftigen Heimstättenstaat entwerfen. Da hat jeder brave Arbeitsmann in Stadt und Land sein Häuschen, sein Gärtchen, sein Stückchen Land, auf dem er Gemüse, Obst, Kartoffeln und sonstige Süßigkeiten baut, sein fettes Schwein, seine Ziege und womöglich zwei Kutschpferde; am Abend, nach 14— 18 stündigem Tagewerk(eine weitere Leckerei nach der bekannten Melodie„Arbeit macht daS Leben süß"), sitzt er sein Pfeifchen rauchend vor der Hausthür und plaudert mit seinem ebenso glücklichen Nachbarn von jener schrecklichen Zeit, als das Gespenst der Sozialdemokratie durch die Welt zog und wer weiß was für Schrecken angerichtet hätte, wäre ihm nicht rechtzeitig die tapfere Heimstättenmännerschaar entgegen getreten. Es giebt in der That noch naive und harmlose Leute. Die tägliche Arbeitszeit ist im landwirthschaftlicheu Betriebe schon heute eine übermäßig lange; zu allen Bestell-, Ernte- und Saisonzeiten eine fast übermenschliche; nach der Gründung von Heimstätten, die den Arbeiter noch hundertmal abhängiger machten, als er heute schon ist, würde der Arbeitstag noch weiter wachsen; wo aber bleibt dann dem Tagelöhner noch Zeit zur Kultur seines eigenen kleinen Besitzthums? Genug, die Sache ist nicht so schlimm. Aus solche« ideologischen Beweggründen werden Arbeiterheimstätten nie errichtet werden; es wird Alles beim Alten bleiben, trotz der Reden, Broschüren und Agitationen, denn über großsprecherische Verheißungen und Pläne ist die bürger- liche Sozialreform noch nie hinausgekommen. Nein, es sind sehr materialistische Motive, die hier in Frage kommen. Der Großbesitz, von dem die Arbeiterheimstättem bewegung eigentlich ausgeht, ist gleichzeitig auch der ziel- bewußteste Vertreter des kapitalistischen Prinzips in der Ackerbauproduktion; da muß es auf den ersten Blick wundernehmen, daß er die Seßbarmachung seiner Arbeitskräfte ernstlich erwägt, doch wird uns dies begreiflich werden, wenn wir im Auge behalten, daß die landwirth- schaftliche Waarenerzeugung sich vorläufig noch in einem Durchgangsstadium befindet, daS seinen feudalen Charakter noch nicht ganz abgestreift hat und so mit der kapi- talistischen Theorie praktisch unaufhörlich in Kollision kommt. Wir erwähnten schon, daß mit der Herrschaft des Kapitalismus der Agrikulturbetrieb eine vollständige Um- gestaltung auch in Bezug auf die Bewirthschaftungssysteme erfuhr. Mit der Aufnahme der intensiven und unter Zuhilfenahme aller technischen und wissenschaftlichen Hilfs» mittel betriebenen Ackerbauwirthschaft stieg gleichzeitig die Nachfrage nach Arbeitskräften, auch wurde der Schwer- Punkt der agrikolen Produktion mehr und mehr in den kapitalkräftigeren Großbetrieb verlegt. Eine Verschiebung der ländlichen Arbeitermassen war die nächste Folge. Die großen Güter häuften beträchtliche Tagelöhnerschaare» an und zerstörten die bisherige Dislokation des Prole- tariats. Gleichzeitig aber hatte der auf Spekulation und nach Marktkonjunktur arbeitende Großbetrieb schon der rationeller funktionirenden, ausländischen Lebensmittel- konkurrenz gegenüber auf Reduzirung und Ver- ringerung der Arbeitslöhne zu sehen. Er mußte die Verallgemeinerung der bloßen Saisonarbeit anstreben, d. h. einen Betrubsmechanismus einführen, der eine Am ziehung und Abstoßung der Lohnarbeiter nach Belieben 1 C t e Er h er i n 1 te er 3 ie ent g e. e סד er ek t= te 1, 11= en juließ. Die Sachsengängerei" kam in Aufnahme; selbst| sichere Rente abwerfen, außerdem auch nur bis zur Hälfte die Volksvertretung beschäftigt, geht um den Kern der bas überschüssige städtische Proletariat begann in Gestalt des Werthes belastet werden dürfen. Zugleich würde der Sache meist noch vorsichtig herum. Von Herzhaftem Zuvon Erntearbeitern aus den Reihen der Besitlosen der Preis der betreffenden Grundstücke entweder so hoch greifen ist nirgends eine Spur zu entdecken. Da sind Landstraße zurückzufluthen, während die heimischen Dorf- steigen oder so tief sinken, daß das Hypothekenkapital, Interessen zu schonen, dort hat man zu beachten, daß tagelöhner außerhalb der Saison in ländlichen oder nach- troß der unbelastbaren einen Hälfte, seine Rechnung die Begünstigten, welche zu Millionen die Geschenke des barlichen Industrien ein Unterkommen suchen mußten, in finden würde. Der Heimstättenbesizer wäre in jedem Volkes in ihre Taschen leiteten, nur ganz allmählich von denen sie meist dann noch festgehalten wurden, wenn die Falle der Reingefallene. den Staatsgeschenken„ entwöhnt" werden, kurz, die einLandwirthschaft ihrer wieder bedurfte. Doch weiteres Kopfzerbrechen ist auch hier über- gebrachten Geseßentwürfe sind weniger als Halbheiten, als Der moderne Ackerbaubetrieb verwickelte sich auf diese flüssig, wenn wir einen letzten Blick auf die unabänderlich winzige Bruchstücke, sie sind wenig mehr als Nichts. Weise in folgenden Widerspruch: Auf der einen Seite heranreifende und bereits herangereifte landwirthschaftliche Daraus erflärt es sich, daß die Oeffentlichkeit immer nur erfordert die neue, intensive Wirthschaftsmethode zu ge- Produktion werfen. Nicht, daß wir der deutschen Land- ein sehr Geringes von dem Sündensystem erschaut, mit wissen( Bestell-, Ernte- 2c.) Zeiten ein Mehr an Arbeits- wirthschaft das Schicksal der englischen, dem ländlichen welchem die Agrarier Wucher trieben und fort treiben. aufwendung, dem gegenüber sich die vorhandenen, durch Proletariat seine vollständige Vertreibung durch Schaaf- Will man in den Pfuhl von Verderbniß tiefer hineindie städtische, industrielle und ausländische Lohnkonkurrenz heerden prophezeien wollten; obschon Hunderte von An- schauen, dann muß man sich nach anderen Quellen umgelichteten Arbeitermassen als unzulänglich erweisen; es zeichen auch diese Paralellen herausfordern, nein, was sehen, als sie die amtlichen Statistiken uns bieten. Erst entsteht zeitweiser Arbeitermangel. Auf der anderen wir an der Hand der geltenden kapitalistischen Waaren- dann wird dem Auge eine größere Sehfläche geboten, Seite wieder ist das landwirthschaftliche Kapital nicht in produktionsgefeße beweisen wollen, ist etwas anderes. und dann erst kommt Klarheit in die Mißwirthschaft, ber Lage, seine Arbeitskräfte das ganze Jahr über lohnend Der Kapitalist, ob Latifundienbesizer oder Schlot- welche der üppig emporgewucherte Protektionismus zum zu verwerthen, es entsteht somit wieder zu gewissen Zeiten baron, fauft die Arbeitskraft nicht um die hungernde Verderben des Landes geführt hat. eine„ überschüssige" Tagelöhnerarmee, die, je mehr sie und frierende Menschheit etwa mit Getreide und Baum- Einen vollkommenen Beitrag zur Geschichte der berarmt, und je weiter das Üeberhandnehmen der Saison- wollegewebe zu versorgen, sondern um einen Mehrwerth Ausbeutung durch das Agrarierthum liefert uns das arbeit steigt, zum Fortzuge gezwungen wird. aus ihr herauszupressen. Jenes ist ihm nur Mittel zum Werk des ehemaligen ungarischen Unterstaatssekretairs, = Aus diesem fatalen Dilemma, der nothwendigen Folge Zweckt. Wie groß aber dieser Mehrwerth ist, das zu be- Herrn von Matlekovits" Die Zollpolitik Desterreichder kapitalistisch ländlichen Produktion und des Lohn- stimmen, hängt nicht von ihm, sondern von der kapi- Ungarns und Deutschlands", Leipzig, Duncker& Humblot. systems im Besonderen, sucht sich der Grundbesizer zwar talistischen Gesellschaft ab, welche den Preis der einzelnen Das Werk behandelt die Zollpolitik Deutschlands durch die Maschinenanwendung herauszuziehen, bis heute Erzeugnisse auf dem Waarenmarkte nach Maßgabe der und Desterreich- Ungarns in sehr detaillirter Weise, und jedoch mit noch geringem Erfolge. hierbei gesellschaftlich nothwendigen, d. h. dem zeitweiligen sind die Daten desselben, weil in hervorragender amtDer Heimstättenantrag seßt, soweit er die Arbeiter- Kulturzustande entsprechenden Arbeitszeit festsetzt. Der licher Stellung gesammelt, wohl die zuverlässigsten, die Masse betrifft, hier ein. Kapitalist muß sich jenen Gesetzen fügen, dafür sorgt die wir zur Zeit besigen. Sie verdienen auch deshalb beDas kapitalistische System, so kalkuliren die Befür- freie Konkurrenz, wie sein Mehrwerthshunger. Er muß sonderes Vertrauen, weil sie im Gegensatz zu den büreauworter desselben, die Grundbesizer, ist ebenso die Grund- alle technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Hilfs fratischen Statistiken des„ Statistischen Jahrbuchs", die lage unserer heutigen sozialen Machtstellung geworden, mittel in seinen Dienst nehmen, und die nothwendige Arbeits- sich durch krasse Unwissenheit in allen geschäftlichen Dingen wie es einst die Klassenprivilegien unserer Ahnen waren. zeit unausgesetzt zu Gunsten des von ihm als Mehrwerth meist auszeichnen, in einer Weise zusammengestellt sind, Auf dem Produktenmarkte sezen wir das frische fröhliche ufurpirten Theiles des Arbeitstages verkürzen zu können. Die feinen Zweifel läßt, daß dem Verfasser langjährige Bauernlegen fort, indem wir, geſtüßt auf einen über- Auf die Landwirthschaft angewendet heißt das: erweiterte Erfahrung zu Gebote steht, daß er den Geist der Sache legenen, rationelleren Betrieb, den fleinen Produzenten Anwendung von vervollkommneter Maschinerie, Ver- und nicht allein den toten Buchstaben erfaßt hat. unterbieten; Schutzölle, Exportprämien und ähnliche allgemeinerung der Saisonarbeit bei wachsenden Arbeits- Der Autor des Werkes„ Die Zollpolitik" berechnet Benefizien haben unsere Position selbst in ungünstigeren tagen und Ueberflüssigmachung von Arbeitskräften. Der also, daß die Preise für Weizen und Roggen in den Geschäftslagen ganz angenehm gemacht und doch es Ackerbaubetrieb ist eben kein Produktionszweig, der sich Jahren 1880 bis 1884 bei 10 Mark Zoll um nur 5 Mart, fehlt uns etwas. Die Ausbeutungsfreiheit unserer Lohn- auf die Dauer mit einer chinesischen Mauer gegen das in den Jahren 1885 bis 1887 bei einem Zoll von ſtlaven ist uns zwar vollkommen garantirt, und unsere Ausland abschließen kann. Die Schutzölle, welche ful- 30 M, um M. 20 und endlich in den Jahren 1888 Hungerlöhne beweisen auch, daß wir den richtigen Ge- turell zurückgebliebene Staaten den höher entwickelten und 1889 bei 50 M, Zoll um 35 m. vertheuert wurbrauch von dieser Freiheit zu machen verstehen; aber Ländern gegenüber zur Anwendung bringen und nichts den. Der Verfasser geht nicht von der Voraussetzung aus, gerade dieses Zuviel des Ausnutzungsrechtes bedrückt uns. weiter als Prämien auf die Impotenz einer privilegirten daß die Getreidezölle einst, wie bei Einführung derselben Nicht tagaus tagein verlangen wir von diesem Rechte Klasse sind, können nur auf fürzere Zeit aufrecht er- von dem großen Dekonomen im Sachsenwalde behauptet Gebrauch zu machen, sondern nur dann, wenn wir es halten werden. Sie müssen fallen, sobald sie die De wurde, dem Deutschen Getreide den Deutschen Markt wünschen. Wir brauchen Arbeitskräfte zur Saison in generation des Volkes durch unzulängliche Lebenshaltung gesichert haben, ohne dabei die Vertheuerung des Brotbeliebiger, stets zur Hand befindlicher Menge, ohne irgend beschleunigen und die Existenz eines Klassenstaates gegen- forns zu veranlassen, sondern daß die ganze Volkswelche Verpflichtungen für die übrige Zeit übernehmen zu über dem begünstigteren Nachbar in Frage stellen. Aber wirthschaft nur Nachtheile von den Zöllen gehabt habe. müssen; der passive Widerstand des Fortwanderers aber auch die kapitalistische Wirthschaft selbst sprengt alle Umfangreiche absolute und relative Preistabellen, auf muß ein Ende nehmen. Hindernisse auf dem Wege zum Weltmarkt. Das Vater- welche einzugehen, uns der Raum nicht gestatten würde, Wie jedoch? Durch eine neue Beschränkung der land des Kapitals fennt keine Grenzsteine, es ist inter- beweisen das sonnenklar. Daraus geht hervor, daß die Freizügigteit? Das geht nicht, denn wer durch keinen national. Und wie der kleine Produzent auf dem hei- Anbaufläche für Getreide keine Vergrößerung erfahren, Besitz an die Scholle gefesselt ist, kann auch durch Ge- mischen Markte unter der Ueberlegenheit des Groß- wohl aber der vom Auslande zu deckende Mehrbedarf segesvorschriften nicht festgehalten werden. Andererseits betriebes zusammenbricht, so fällt auf dem Weltmarkte gestiegen ist. Und weiter wird übersichtlich nachgewiesen, müßten wir die ansässigen Schaaren auch ernähren, was heute der Sieg an diejenige Nation, welche das kapita- daß der Preis des Weizens durch den Zoll um 2 bis wieder unseren Profiten nicht zu Gute käme. Was listische System am raffinirtesten durchführt. Will darum 4/5 des Zolles, Roggen um 2/8 bis 1/2 des Zolles verthun? Das Mittel ist gefunden, wir gründen Heim- die deutsche Landwirthschaft den Wettlauf mit der ame- theuert worden ist. stätten. Wir siedeln unsere Tagelöhnerschaaren auf einem ritanischen aufnehmen, dann muß sie sich vor allen Dingen Welch enorme Summen dadurch einerseits und durch kleinen Besißthum an, das zum Verhungern zu vi l, zum deren fortgeschrittenere Betriebstechnik zu eigen machen; den Zollbetrag andererseits auf die Schultern der KonsuSattessen zu wenig abwirft, so daß sie auch weiter auf dann darf sie aber nicht seßhaftgemachte Heimstätten- Ar- menten gewälzt wurden, darüber klärt uns nachstehende ben Verkauf ihrer Arbeitskraft angewiesen bleiben und beiter, sondern jene leicht beweglichen Lohnarbeiterheere Berechnung auf, die auf dem durch die Regierungsdie soziale Frage, d. h. die soziale Frage unseres Geld- anwenden, die ununterbrochen zwischen Industrie und statistik ermittelten Konsum von 164 Kg. Weizen und beutels, ist gelöst. Das ganze Jahr über essen dann die Landwirthschaft pendeln. Roggen pro Kopf und Jahr beruht. Voraussetzung der an die Scholle gebundenen Lohnsklaven ihr eigenes. selbst- Wir gehen noch weiter. Schon heute würde die Richtigkeit der Berechnung ist natürlich oben erwähnte gebautes und knappbemessenes Brod, und während der Einführung der auf amerikanischen Riesenfarmen ver- statistische Feststellung für die Vertheuerung der BodenSaison liefern wir ihnen, als Aequivalent ihrer Arbeit wendeten Maschinen nicht nur den„ Arbeitermangel" be- produkte in den drei verschiedenen Zolletappen um die auf unseren Latifundien, das Salz dazu. Geben wir seitigen, sondern eine ständige ländliche Reservearmee Säße 5,20 und 35 M. Wie der Verfasser zu diesem ben Leuten die Ackerparzelle womöglich noch auf Kredit, produziren; aber ist die Entwickelung der Maschinerie Resultat gekommen ist, das vermögen wir nicht aus so sind sie uns erst recht mit Leib und Seele verkauft. schon abgeschlossen? Was sollte aus den ansässig ge- seiner Schrift festzustellen. Es scheint uns, als wenn er Ein netter Plan, ganz unserer Agrarier würdig, machten Tagelöhnern werden, wenn die Maschine ihre darin etwas willführlich verfahren ist, da sich dieser nur schade, daß er ohne die kapitalistische Weltord- Arbeitskraft nicht nur billiger, wie das Salz zu ihrem Nachweis selbst mit Zuhilfenahme der genauesten Stanung gemacht ist. Man kommt damit nicht nur um Brote, sondern ganz unverkäuflich macht? Und während tiftit sehr schwer erbringen läßt. Eher aber scheinen uns gerade soviel Jahrhunderte zu spät, als das kapitalistische die Landwirthschaft diese Tendenz in immer greifbarerer die Zahlen 5 und 20 M. bei einem Zoll von 10 und Syſtem festen Fuß gefaßt hat, sondern auch die praktische und offenkundigerer Weise verfolgt, da hängt ihr Heil 30 M. zu niedrig als zu hoch gegriffen, da nach unseren Durchführung wird durch dasselbe System gerade im plößlich von der Errichtung von Heimstätten ab? Beobachtungen der Fall sehr häufig vorgekommen sein landwirthschaftlichen Betriebe zur absoluten Unmöglichkeit. Oder ist jene Forderung nur ein Produkt der muß namentlich in letzter Zeit Jahr Bevölkerung Eine Milliarden- Liebesgabe. M. M. Die Uebel, an welchen unsere Zeit krankt, 1881 1880 1882 1883 1885 1886 1887 1889 44 564 000 44 894 000 45 187 000 45 480 000 45 799 000 46 165 000 46 559 000 46 991 000 47 460 000 47 934 000 Konsum an Roggen und Weizen Tonnen Zoll Preisdifferenz von Roggen in Folge der und Weizen und Weizen Bollerhöhung Mart Mark daß Weizen um Zuerst, wo sollen die Millionen und Abermillionen bürgerlichen Furcht; sieht man den Augenblick mindestens 100% des Bollbetrages gesteigert worden ist. besigloser Tagelöhner das Geld zum Ankauf einer Heim- nahen, wo das ländliche Proletariat dem in- Im Allgemeinen aber tönnen wir die uns gegebenen stätte hernehmen? Man wende nicht ein, die Leute dustriellen die Bruderhand reicht und die Klasse Daten als Norm anerkennen, wenn dieselben auch offenwerden ja Besizer durch Zahlung jährlicher, amortisir- der Besiglosen und Expropriirten an die fundig zu niedrig gegriffen sind. barer Renten. Nur der faftische, wirkliche Eigenthums- Gründung der großen sozialistischen Heimstätte Die Berechnung ergibt: besig kann die Massen dauernd fesseln, eine Art Pacht- geht? system, das den Leuten außerdem zu einer unerträglichen| Last werden müßte, fann dies nicht, es bedeutete nur eine neue Form der heutigen allgemeinen Schuldenknechtschaft, in der unzählige, noch nicht vollkommen proletarifirte Häusler und kleine Eigenthümer schmachten. kommen bei der langsamen Methode, mit der die parlaBum mindeſten mußte eine Anzahlung auf die Arbeiter- mentarischen Verhandlungen vor sich gehen, nur bruchheimstätte geleistet werden, die als Kaution gegen etwaige stückweise zur Erkenntniß der Leidtragenden. Mit jedem Fortzugsgelüfte eine Garantie böte. Das aber so neu'n Stein, der von dem Bismarckschen Bau abgetragen behaupten wir ist bei der Bettelarmuth der heu- wird, dringt neues Licht in die unermeßlichen Tiefen tigen ländlichen Proletarierschaaren ein Ding eines jähen Abgrundes, und je tiefer das Auge in diesen Abber Unmöglichkeit. grund von Schlamm und Unrath hineinschauen kann, desto 1888 Oder will der Großgrundbesiz das Heimstättenland allgemeiner wird der Widerwille gegen die Ausbeutungsmit allem was dazu gehört, etwa seinen Leuten schenken? wirthschaft, welche ein übermächtiger, egoistischer Mann Soll den Expropriateuren von ehemals und heute vielleicht zu Nuz und Frommen seiner selbst und seiner junkerlichen ein Theil ihrer Beute wieder abgenommen werden; gar Freunde während Jahrzehnte ins Werk ſezte. Die Sünden, hat das konsumirende Volk nach dieser Berechnung ber Staat etwa, wie zur Zeit in Polen, mit einem mit welchen eine kleine Interessengruppe im Lande ihr 1191 Millionen Mark mehr für sein Brot ausgegeneuen 100 Millionen- Kredit die Kolonisirung in die Konto belastet hat, sind so arg, der Mißbrauch der ben, als es ohne die künstliche Vertheuerung nöthig ge Hand nehmen? Macht so unerhört, daß ein Sturm der Entrüstung durch habt haben würde, und da die Berechnung nur bis 1889 Der Großgrundbesit, die Bourgeoisie und die steuer- das Land gehen würde, wenn die ganze Summe des geht, so beträgt die Summe jetzt schon mehr als eine zahlende Arbeiterflasse werden sich wechselseitig bedanken. Sündenregisters offen zur Einsicht der betrogenen Mehr- Milliarde. Das private Hypothekenkapital wird sich erst recht hüten, heit des Volfes darläge. Die sozial- monarchische Gesetz- Der Staat hat an Zöllen empfangen: 271 Millionen Grundstücke zu belehnen, die nur eine mäßige und uns gebung, welche in der Absicht, den Augiasstall zu reinigen, 688 Tausend Mart, während der Rest von etwas über 7 308 496 9 171 160 36 542 480 7 350 616 9 374 030 36 753 080 7410 668 12 557 060 37 053 4 10 7458 720 11 838 830 37 293 600 7511 016 14 263 420 37 555 530 7571 060 33 322 260 151 421 200 7 635 676 17 648 640 152 713 520 7 706 524 35 573 940 154 139 480 7 783 440 49 128 900 272 420 400 7861 176 78 810 400 275 140 160 Summa 271 688 640| 1 191 023 890 In den zehn Jahren des Bestehens der Kornzölle 919 Millionen in die Taschen der Latifundienbefizer| nometers, folgen sich industrieelle Hochfluth und Krisis. Wir| günstigungen, ferner die Renten und Ersparnisse anderet gefloffen ist. können diesen Gang bis an das Ende des vorigen Jahr- Kapitalisten dienen zum bei weitaus größten Betrage Im Jahre vor der Zollwirthschaft, im Jahre 1879, hunderts zurückverfolgen, wo England, in der industrie- nicht konsumtiven Zwecken, sondern werden akkumulirt, hätte das Volk für seinen Getreidebedarf weniger als z. B. ellen wie finanziellen Entwicklung den übrigen Kultur- um als neues Kapital die Ausdehnung der Produktion, im Jahre 1889 beim jezigen Stand der Zölle zu zahlen ländern weit voraus, bereits seine erste Krisis zu verzeichnen über die durch die Volksvermehrung nothwendig ge gehabt: 275 Millionen Mark. Davon nimmt der Staat hatte. Es folgen dann die Krisen von 1815 und 25, machte Erweiterung hinaus, schrankenlos zu fördern. nur 78 Millionen als Zollgebühr ein, während die welche gleichfalls auf Eugland beschränkt blieben. Die Der Ansporn hierzu ist die Vermehrung des Profits und Großgrundbesizer um die restlichen 197 Millionen nächste Krisis im Jahre 1847 dehnte sich schon auf den die Wirkung daß der Absah ins Stocken geräth, Mark im Jahre 1889 das Volk übers Ohr hauen ganzen Kontinent aus und zehn Jahre später finden wir weil für die Masse der disponiblen Güter das Gros der fonnten. Das ist ein riesiges Geschenk, und wir begreifen eine Wiederholung, wobei sogar Amerika erfaßt wurde. Bevölkerung keine Gegenwerthe mehr zu bieten hat. Der wohl, daß die Empfänger des Milliarden- Almosens sich Noch in aller Erinnerung wird ferner der große Krach Fehler des gegenwärtigen Produktionssystems, indem es mit aller Macht gegen die Beseitigung der Zollgeseze von 1873 sein. die willkürlichste Auftheilung der erzeugten Güter zuläßt, wahren. Es ist interessant zu beobachten, wie die reichen Ohne daß es eines weiteren Beweises bedürfte, potenzirt sich also mit jeder Erweiterung der Produk Grundbesizer an den Dotationen hängen, die ihnen von würde sich schon an der Hand der geschichtlichen That- tion. Die Profite, in Gestalt der verfügbaren Güter Staatswegen, nicht einmalig als Geschenke, sondern durch sachen erkennen lassen, daß die Katastrophe einem inte- und im Besize der Unternehmer wie Kapitalisten, wachsen wirthschaftliche Einrichtungen zu dauernden Danaergaben grirenden Bestandtheil des gegenwärtigen Wirthschafts- in geometrischer Progression, während die Summe der gemacht wurden. Wer sie empfängt, der kann sie nicht systems bilden. Ihre Entstehungsursachen sind oft genug Löhne und Salaire der großen Bevölkerungsmassen, die mehr missen, weil die ganze Existenz damit auf eine Gegenstand eingehender Prüfung durch Praktiker und als Gegenwerth zur Aufnahme der ersteren zu dienen unnatürliche Basis gestellt worden ist. Würde der Zoll- Theoretiker gewesen, jedoch ist es bisher trotz der tief- hat, nur in arithmetischer Progression sich vergrößert. schutz beseitigt, dann träten in den Besitzverhältnissen um- sinnigsten Grübeleien den bürgerlichen Nationalökonomen Was die Ausdehnung der Produktion in den Zeiten fassende Verschiebungen ein, welche für manchen Grund- nicht gelungen, auch nur annähernd plausible Gründe der wirthschaftlichen Prosperität anbetrifft, so zeigt fie befizer allerdings eine in Frage- Stellung der Existenz auzuführen. Man hilft sich über die Schwierigkeiten sich nicht nur in der Erweiterung der gewerblichen An sein würden. Das aber fönnte für eine zielbewußte Re- einfach mit der Erklärung hinweg, daß die sogenannte lagen der Einzelunternehmer, sondern auch in erweitertem gierung kein Hinderungsgrund sein, eine in so hohem Ueberzeugungsproduktion die Krisen verschulde; als wenn Maßstab in der Neugründung und Kapitalsvermehrung Maße schädliche Einrichtung zu Gunsten einer Anzahl eine Ueberzeugungsproduktion unter einer Wirthschafts- der Aktiengesellschaften. Ueberhaupt wird in der Epoche reicher Grundbesitzer zu beseitigen, da der bedürftige ordnung stattfinden könnte, wo Millionen von Menschen, der aufsteigenden Konjunktur die Spekulation nach jeder Theil des Volkes mit seinem Blute, mit seiner Kraft, welche an der Herstellung der Güter thätig mitgewirkt Richtung hin entflammt, denn die angesammelten Profite mit seiner Gesundheit die Zölle bezahlt, von denen sich haben, noch das Allernothwendigste entbehren! Man Renten und Ersparnisse, angelockt durch die Rentabilität eine Hand voll Latifundienbesizer mästet. fönnte nach Onkel Bräfig's Manier noch hinzufügen: der industriellen und Handelsunternehmungen, suchen Und die Ueberzeugungsproduktion kommt zu der allgemeinen darin eine lukrative Anlage. Man täuscht sich in solchen Pauvreté um den circulus vitiosus zu schließen. Zeiten über die Marktlage hinweg, man hat nur die zu Es ist eben nicht die eingebildete Ueberproduktion, erzielenden Gewinne im Auge, ohne zu bedenken, daß der Brotpreise in Berlin gezeigt. Hätten diese Zölle der sondern das gewaltsame Zurückdrängen des Verbrauchs Verbrauch auf die Dauer nicht nachzufolgen vermag und Volkswirthschaft irgend einen Segen gebracht, wie bei des Gros der Bevölkerung, welches den wirthschaft erleichtert durch die willige Hingabe von. Kapital die un ihrer Einführung von den Verfechtern derselben betont lichen Produktionsprozeß in Unordnung bringt. Die solidesten Gründungen und Spekulationen. Der allge wurde, dann würde zwar die Verwerflichkeit der Getreide- Beschränkung der Konsumtionskraft der großen Massen meine Taumel darf indessen nicht überraschen. Ist es zölle nicht minder klar, aber doch wenigstens der Schein wird herbei geführt zu Gunsten der Besitzer der Pro- doch das Prinzip der privatkapitalistischen Produktions für ihre Berechtigung vorhanden sein. Doch nichts von buktionsmittel einmal durch Anwendung der denselben inne- weise, à tout prix zu kapitalisiren und nach Herzens inne- weise, alledem ist in Wirklichkeit eingetreten Weder ist der wohnenden ökonomischen Gewalt, alsdann durch die wirth- lust drauflos zu produziren in dem Wahne, daß nationale Zweck der Zölle, die Produktion der Berealien schaftspolitischen Zustände des In- und Auslandes, welche sich die Profite vermehren könnten wie der Sand am so zu fördern, daß eine Einfuhr fremdländischen Ge- letzteres für sich allein, zwar keine Krisis hervorrufen Meere. Bei der unübersichtlichen Art, in der der Güter treides entbehrlich gemacht werde, erreicht worden, jedoch den eingetretenen Rückgang in ein beschleunigteres umlauf gegenwärtig vor sich geht, muß auch nothwendiger noch hat der Handel mit Getreide den ver Tempo versezen können. weise jeder Produzent über die Aufnahmefähigkeit seines sprochenen Aufschwung genommen. Im Gegentheil hat Die Wirthschaftspolitik ist also nur von sekundärer Absatzgebietes in Unkenntniß bleiben. Es fehlt die Kon der Zoll die Ausfuhr d. h. den Handel mit dem Aus- Bedeutung und nicht, wie die bürgerliche Nationalökonomie trolle, welche bei dem Mangel einer direkten Verbindung lande sowohl in inländischem wie fremden Getreide nahezu annimt, die Ursachen der„ Ueberzeugungsproduktion". zwischen Produzent und Konsument um so schwerer in's vernichtet, was den Verfall der Ost- und Westpreu- Unter, den Verbrauch der großen Massen, auf den es Gewicht fällt. Diesen Mangel weiß der spekulative Bischen Häfen zur Folge hatte. Daß die Getreidezölle eine Blutssteuer im wahren Sinne des Wortes sind, das haben wir in vorvoriger Nummer der Berl. V. Trib. an einer Statistik über die Die wirthschaftlichen Krisen und ihre Folgen. nach unseren weiteren Darlegungen hauptsächlich ankommt, Handel geschickt auszunügen, indem er zu Zeiten große schädigende wirtschaftspolitische Maßnahmen sind in erster Massen von Waaren auf dein Markte entfernt, sie aber Reihe die deutschen Schutzölle zu erwähnen. Es liegt den Konsumenten in der Absicht vorenthält, die Preise auf der Hand, daß durch eine Vertheurung der Lebens- zu steigern. Die Produzenten schließen nun aus den mittel und der nothwendigsten gewerblichen Gebrauchs- Preiserhöhungen auf einen vermehrten Verbrauch und gegenstände des allgemeinen Konsum sich verringern muß, geben ihrer Fabrikation einen größeren Umfang, so daß weil, wie wir dies noch weiter unten anführen werden, das Quantum der nicht untergebrachten Waaren immer der durch diese Wirthschaftspolitik geförderte Mehrerwerb mehr anwächst. E. S. Die Berichte über die wirthschaftlichen Ergebnisse des Jahres 1890 lauten, soweit sie nicht tendenziös zu Spekulationszwecken entstellt sind, überein der priveligirten Klassen nicht zu konsumtiven Zwecken Von bestimmenden Einfluß auf die Entwickelung der stimmend dahin, daß die Geschäftsthätigkeit in Handel verwandt wird. Es sind ferner in Deutschland, durch Wirthschaftsverhältnisse ist sodann die Agiotage in Aktien nnd Gewerbe in empfindlicher Weise nachgelassen hat. die Schutzollpolitik begünstigt, die Kartelle der Groß- und anderen Werthpapieren, welche sich an den Börsen Eine Bestätigung findet diese Annahme in den Aeußerungen industrie entstanden, welche es sich zur Aufgabe gefeßt entwickelt. Die Besizer der angesammelten Profite, der amtlichen Vertretungskörperschaften von Handel und haben, einerseits die Preise ihrer Fabrikate unverhältniß- Renten und Ersparnisse vulgo in ihrer Zu, ammen Industrie, den Handelskammern; und daran ist gar nicht mäßig hoch, anderseis die Löhne der Arbeiter niedrig zu fassung„ Ersparnisse" genannt-wolle einen Theil der mehr zu zweifeln, daß die industrieelle Thätigkeit im er- halten Es kommt außerdem hinzu, daß durch ein ver- selben, den sie nicht zur Ausdehnung des eigenen Ge sten Viertel des vergangenen Jahres ihren Gipfelpunkt fehrtes Steuersystem 406 Buckerfabrikanten und ein Paar schäftsbetriebes gebrauchen, in Aktien der industriellen überschritten hat und wir uns gegenwärtig in der Pe- hundert Brantweinproduzenten der Bevölkerung einen und Handelsunternehmungen anlegen. Die Nachfrage riode absteigender Konjunktur befinden, die mit einer Tribut von je 31 und 50 Millionen Mark jährlich anf- übersteigt das vorhandene Material, wodurch die Preise Krisis endigt. Welche Entwickelung diese Krisis in der erlegen dürfen, um welche Beträge abermals der Inlands- der Aktien, also die Antheilscheine an den betreffender nächsten Zukunft nehmen wird, ob sie allmälig die frank- konsum geschwächt wird. Das im Inlande verioren Unternehmungen, zu schwindelhafter Höhe hinaufgetrieben haften Stoffe des Produktionsprozesses abstößt und da- gegangene Absaßgebiet muß im Auslande wieder gefunden werden und damit der wirkliche Werth der Unternehmung drei durch langsam zu einer Wiedergenesung des wirthschafts- werden. Herrscht dort indessen der gleiche wirthschaftliche vier- und mehrfach bezahlt wird. In der Periode des Kapital lebens hinführt oder ob sie gleich einem reinigenden Ge- Nothstand oder verschließt sich das Ausland durch hohe überflusses wird feruer den Staaten, öffentlichen Kor witterregen den wirthschaftlichen Säuberungsprozeß unter Bollmanern, wie es im vorigen Jahre Nordamerika gethan porationen und Gesellschaften, besonders denjenigen, welche Krach und Katastrophen beschleunigen wird, läßt sich hat, dem Eindringen der deutschen Erzeugnisse, so muß hohe Zinsen versprechen, ein unbeschränkter Kredit gewährt, heute zwar noch nicht voraussehen, eines aber erscheint schlechterdings die latente Wunde am Wirthschaftskörper ihre Schuldverschreibungen werden oft über den Nominal ficher: daß die industrieelle Krisis durch das Uebermaß eher aufbrechen. preis hinaus gekauft. Stellen diese Schuldner später die der Finanz- Operationen an allen Börsenplägen Europas Alle diese Erscheinungen tragen zwar redlich zur Binszahlungen ein, so geräth der gesammte Kapital- nud und Ameritas erheblich verschärft werden wird. Verschlechterung der Verhältnisse bei, ihre Beseitigung Geldmarkt in Verwirrung, ein Beispiel, das erst kürzlich Der wirthschaftliche Niedergang einer Epoche macht würde aber nichtsdestoweniger auf die eigemtliche Ent- an Argentinien und an der Londoner Haute- Finanz z sich zuerst im Handelsgewerbe bemerkbar. Die Aufgabe stehung der Krisen einflußlos bleiben. Halten wir zu beobachten war. des Handels, als der Vermittler zwischen dem Erzeuger nächst daran fest, daß Produktion und Konsumention Die beim Herannahen einer wirthschaftlichen Kriss und dem Verbraucher der Waare, ist es, den Umlauf der stets im Einklang stehen müssen und untersuchen wir, ob zur Thatsache gewordene Absatzstockung führt zunächst zu wirthschaftlichen Güter zu regeln, für jederzeitigen ununter- in dem gegebenen Produktionssystem diese Bedingung auf einer Einschränkung der Produktion, im weiteren Verlaufe brochenen Absatz derselben zu sorgen, um die Produktion recht erhalten werden kann. Die allgemeinen Fundamen- aber zu einer Herabsetzung des allgemeinen Preisniveau's von Neuem zu entfachen. Die Verringerung des Absages talsäge über die Gütervertheilung lehren, daß die er der Waaren und damit auch zu unberechenbaren Ber der Gesammtheit der erzeugten Waare auf dem heimischen schaffenen Produkte bezw. deren Geldeswerthe in ein- lusten für diejenigen Unternehmer, welche den Kredit is wie ausländischen Märkten ist ein Beweis, daß die on- seitig festgestellter Weise unter den beiden an der Pro- ausgedehntem Maßstabe in Anspruch genommen haben fumfähigkeit der Bevölkerung nicht mehr gleichen Schritt duktion interessirten Faktoren: auf der einen Seite die Durch das Zurückgehen der Erträgnisse oder gar durch mit der Ausdehnung der Produktion halten kann, ohne Unternehmer, auf der andern die Arbeiter und sonstigen vorübergehende Ertragelosigkeit der industriellen, Handels welche Gleichmäßigkeit aber eine Störung des wirthschaft Salarirten aufgestellt werden. Das heißt nichts anders Bank- und Eisenbahn- Unternehmen sinken natürlich auch lichen Organismus eintreten muß. Alle wirthschaftlichen als daß nach Abzug der behufs Ermöglichung des Pro- deren Aktien rapide im Kurse. Die Aktienbesizer, gedrängt durch Güter haben vornehmlich den Zweck zu erfüllen, dem duktionsprozeßes geleisteten Vorschüsse an Löhnen, Roh- die Verhältnisse, müssen ihr theuer erworbenes Besißthum Verbrauch in irgend einer Gestalt zu dienen. Wo sie materialien, der Unternehmer obendrein einen Gewinn, den zu jedem beliebigen Preise losschlagen. Das Schwinden denselben widerrechtlich entzogen werden, ist der Grund ökonomischen Profit, aus der gemeinsamen Produktions- des Vertrauens in der Handelswelt, die Kreditentziehung zu der schleichenden Krankheit des Wirthschaftskörpers thätigkeit erzielt. Je größer nun diese Profite in Folge der seitens der selbst hart bedrängten Banken bewirken gelegt. zunehmenden Kapitalstonzentration in weniger Händen einen Zusammenbruch aller nicht genügend kapital Der Mangel an Absatz treibt die gewerblichen Un- werden, und geringer die Antheile der Arbeiter an dem fräftigen Unternehmungen. Dabei hat das vorhandene ternehmer zu einer Einschränkung des Betriebes und zieht gemeinschaftlichen Produkt bezw. dessen Werth ausfallen, Sapital an wirthschaftlichen Gütern in seinem Umfange in nothwendiger Folge das Handels- wie Verkehrsgewerbe desto mehr wirthschaftliche Güter bleiben übrig, denen es keine Veränderung erlitten, es ist aber durch glückliche in Mitleidenschaft. Dadurch verlieren andererseits Hun- an Verbrauchen mangelt, obwohl die Fähigkeit und Lust Spekulationen aus den Händen vieler Besizer in die derttausende von Arbeitern und sonstigen Salarirten zur Konsumtion noch bei Millionen von arbeitenden Hände Weniger übergegangen. Die Wirkung einer jeden vollständig den Unterhalt, was die Konsumfähigkeit ferner Menschen nicht befriedigt sind. herabdrückt und die Krisis zuspiẞt. Die Profite der industriellen und landwirthschaft- wirthschaftlichen Krisis ist daher die Kapitalfonzentration. Die moderne, auf dem Prinzip des privatkapita- lichen Unternehmer, erzeugt durch ihre ökonomische GeDaß die Vereinigung der Kapitalien in immer listischen Großbetriebes beruhende Produktionsweise fennt walt innerhalb der privatkapitalistischen Produktionsord- weniger Händen das beste Agitationsmittel für der feinen regelmäßigen Verlauf des Wirthschaftslebens. Im nung und vermehrt durch die wirthschaftspolitische Gesez Sozialismus ist, sollten endlich auch unsere Gegner ein ewigen Wechsel, fast mit der Regelmäßigkeit des Chro- gebung, durch Privilegien, Monopol und SteuerbeVerantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin. sehen lernen. Verleger und Druder: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. 0 2 34 m li ta 90 11 Ε ดา m u di 5 d' นา ju ei p m L fr RECE fu fc TO to m d น e 8 D t I t e g Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 12. Aus Ovid's Metamorphosen. Es flickt ein Schneider ein Gewand Für eine Majestät, Und wie er'a hält in seiner Hand Und in den Falten späht: Wunder, Wunder! Was schaut heraus? Eine Laus, eine Laus, eine tönigliche Laus. Der Schneider hüpft vor Freud' empor, Sieht sie mit Wollust an, Und holt ein Messer flugs hervor, Und ach! Was macht er dann? Wunder, Wunder! Er spaltet sie, Spaltet sie, spaltet sie, dieses tönigliche Vieh. „ Die eine Hälfte bleibet mir Von dieser Königslaus, Es stecket so viel Blut in ihr, Ein Fürst noch wird wohl d'raus." O Wunder, Wunder! er speist sie geschwind, Und er wird, und er wird, wird ein fürnehm Fürstenkind. Da fragen die Gesellen ihn: " Was aber kriegen wir?" „ Die and're Hälft' ist euch verlieh'n, Das ist genug für vier; Wunder, Wunder, aus der halben Laus Sonnabend, den 21. März 1891. Lebens Trost suchen, fuhren wir fort, wo finden wir ihn? Doch nur in den großen Ideen des Guten, uns Schönen und Wahren!... Sagt Euch auch das noch nicht, welche Bedeutung, welche Macht diese Worte ging besigen? V. Jahrgang. ,, Wo habe ich nur meine Strümpfe! drang zu seine" Stimme hinüber. Endlich hatte er die Strümpfe gefunden. Die Thür auf...„ Er" erkannte uns sofort, war aber nicht im entferntesten erstaunt, er empfing sogar die Gäste mit Wir schwiegen wieder und erwarteten, die Angreifer einer gewisseu freimüthigen Unbefangenheit. würden beschämt die Waffen strecken... Sie antworteten Er war, wie es sich später herausstellte, ein aber nichts, sondern lächelten ironisch, falt, unbarm-„ Veteran." -herzig... Da begriff ich, daß dieses Lächeln das Ah! Da hätten wir ja Gäste! sagte er ziem Lächeln des„ Negierens" war, und knirschte damals zum lich lustig:- sind vielleicht auch alte Bekannte darunter? ersten Male:" Diese Schweinehunde!" Nein? Schade! Na, es macht ja aber einem auch Ver" So ging es dann weiter. Dem„ Negieren" gnügen, mit neuen Menschen bekannt zu werden folgte die„ Verachtung der Autoritäten" auf dem Fuße, Marie, steh auf! Wir haben Besuch bekommen! dann kam der„ Atheismus“ dann die„ Attentate auf, Er" war offenbar ein lustiger Bruder und sogar das Eigenthumsrecht" u. s. w. u. s. w. Da fühlte ich, in gewissem Sinne ein Leckermaul. In dem Kabinet wie mir die Schuppen von den Augen fielen, da fühlte standen auf einem Tische die Ueberreste eines ziemlich ich, daß meine Zeit gekommen reichlichen Abendmahls. Ich sah gefochten Schinken, Manchmal lege ich mir die Frage vor, was wohl Käse, ein Stück Pirogg; einige Weinflaschen standen in Granowski*) von mir denken würde, wenn er noch lebte? der Ecke, eine zur Hälfte geleerte kleine Schnapsfaraffe Wäre ich wohl noch immer sein Freund? Ich verstehe reizte meinen Appetit. sehr wohl, daß diese Frage an und für sich unsinnig ist, Meine Herren, vielleicht essen Sie etwas! namentlich in der sagte er lustig auf den Schinken deutend: bei mir sie beschäftigte mich aber sehr oft, ersten Zeit meiner Amtsthätigkeit, als ich die ersten Er- waren vor ungefähr einer Stunde Freunde zu Besuch; folge als Polizeiagent zu verzeichnen hatte. Ich legte etwas ist noch zurückgeblieben. Unterdes ziehe ich mich die Frage sogar Menschen vor, die ich zur Lösung der- au: ich werde Sie ja wohl begleiten müssen, oder vielselben für kompetent hielt. Viele antworteten ausweichend: mehr: Sie werden mich begleiten? Nicht wahr? bis sich zuletzt ein sagten weder" nein", noch" ja" erwiderte ich, durch seine LaatGanz recht! Und du wirs, und du wirst ein rechter Edelmann noch sein." Hallunke fand, der mir diese Worte, ich möchte fast seligkeit bezaubert und konnte mich nicht enthalten, zu denken:„ Ach, wie gut wäre es doch, wenn alle so wären, Sie?! Sie, ein Freund des Granowski? wie er:- gastfreundlich, lieb, redselig!" Sie!... Er würde Sie am Kragen fassen und die Es passierte mir damals das erste und legte mal, Treppe hinunterwerfen, wenn Sie wagten, zu ihm zu daß ich mit gekochtem Schinken traftiert wurde. gehen! Kommen noch, tommen fünftehalb Grafen wohl heraus." Der Lehrling sieht sich alles an: " Herr Meister, sagt mir jegt, Hier, seh' ich, triegt ja jedermann, Was krieg' ich denn zulegt?" „ Olecke, lecke das Messer rein, Hoffmann von Fallersleben. jagen, [ Nachdruck verboten.] Die Nihilistenjagd oder: Wie ein wirklicher Geheimer Rath Prügel bekommt. ( 1. Fortsetzung.) in's Gesicht spuckte: Dieser Schweinehund! * * * -" Ich hatte schon geglaubt, daß" ste" garnicht essen und trinken, und da entfaltet sich vor meinen Augen das Bild wohlbehaglichen Familienlebens, wie in einem Adelshofe auf dem Lande!... Ich war tief ergriffen. Was hatte nur diesen Menschen in den Abgrund Nihilismus zu stürzen vermocht! des Das war mir einfach unergründlich! Wir leisteten der Einladung des freundlichen Wirthes Folge und merkten garnicht, wie schnell und angenehm uns die Zeit in der Gesellschaft dieses lieben Mannes verging. Wir wurden in Sektionen" getheilt und abVon Schtschedrin. Aus dem Russischen von Paul Styczinsi. fommandirt. Es war schon spät am Abend. Er" saß am Tisch und las ein Buch. Seine Lebensgefährtin und Theilnehmerin an seiner gesezwidrigen Thätigkeit schlief Als wir schellten, öffnete er uns selbst die Pardon. Es gab ja eine Zeit, wo auch ich mich schon. zum Liberalismus bekannte; wundere Dich nicht, geneigter Thür." Er" war weder erschrocken noch sah er entrüstet Leser, und sieh mich nicht so groß an: ja, es gab eine aus. Er wunderte sich nur sehr und suchte zu be Wir unterhielten uns über alles: über Sozialismus, Zeit, wo ich Deine Bestrebungen, Deine Ansichten theilte! greifen... Endlich begriff er, was uns zu ihm führte. Ich war nicht blos ein Liberaler aus Liebhaberei, sondern Meine erste Sorge war natürlich, mich des Buches über Kommunismus, aber ohne uns zu erhizen, ohne zu streiten, mit augenscheinlicher Genugthuung. Nur ein war sogar mit einigen berühmten Vertretern des Libera- zu bemächtigen. lismus( die leider jetzt schon gestorben sind!) nahe beeinziges Mal sah ich mich gezwungen, in ziemlich strengem fannt. Wir bildeten damals einen kleinen Verein, dessen Tone meine Meinung kundzugeben und zwar aus Anlaß Mitglieder aufs engste mit einander befreundet waren sind es, die Sie zu allen Verbrechen treiben!- fagte jener Marie, die er gleich bei unserem Erscheinen geweckt und hatten alle einen Wahlspruch:" Das Gute, das ich. Ich weiß nicht mehr, wie das geschah, aber ich hatte, und die uns jetzt mit ausgesuchter Höflichkeit mit Schöne, das Wahre". erinnere mich, daß ich plötzlich das Buch auf den Boden den Ueberresten des Pirog*) bewirthete. Wir verstanden es, nicht nur zu reden, sondern warf und es wüthend mit den Füßen zu treten begann. auch lebhaft zu empfinden. Der Kampf der Romantik, Er" sah neugierig und gleichsam mitleidig meiner mit dem Klassizismus, die neuen philosophischen Systeme, Thätigkeit zu, protestirte aber mit feinem Wort gegen Hegel, Gogol, George Sand, alles das begeisterte dieselbe. Das Buch handelte über Physiologie. " Ja, ja mein Herr, diese verfluchten Bücher Sagen Sie mal: wie fommt. in ihr Haus? fragte ich ihn. Ah ⋅ diese Person das ist meine Frau!... Sie haben vielleicht den Auftrag, das Schlafzimmer zu durchsuchen? Bitte geniren Sie sich garnicht; ich will Sie selbst hineinführen und Ihnen alles zeigen. uns. Die Ideen des Jahres 1848 revolutionierten auch In der Thür, die in's zweite Zimmer führte, erschien unsere Gemüther. Freilich fühlten wir uns nicht so sehr das blasse erschrockene Gesicht eines jungen Frauendurch ihr Wesen, als vielmehr durch ihre Großartigkeit, ihre zimmers. Nein, einstweilen ist das noch nicht nöthig, Wer ist das? Humanität angezogen... ,, Alea jacta est" ,,, la grandeur fragte ich und deutete auf sie. Hm,. Sie sagen:„ meine Frau"... Wie meinen Das ist... meine Frau. d'âme est à l'ordre du jour" sprachen wir laut und Sie das? fügte ich hinzu und warf ihn einen verUnterm Fliederbusch, unerschrocken Lamartine nach, dem Abgott der damaligen beim Klappern der schmigten, spöttischen Blick zu. Unterm Fliederbusch, jungen Generation. Störche**) fand die Hochzeit statt? Ja? beim Klap" Entschuldigen Sie! Ich kann doch nicht mehr Auf welche Art und Weise bin ich dann wieder zu einem so loyalen Bürger geworden, der feine einzige wissen, als ich weiß. Wollen Sie sich vielleicht deutlicher polizeiwidrige Ansicht mehr hat? Hm... Das war sehr komisch,... das ging sehr merkwürdig zu ausdrücken? " Wenn Sie darunter die Ehe verstehen. Ich ließ ihn jedoch nicht zu Ende sprechen. Mein Herr, was nehmen Sie sich heraus? Sie leben mit ihr in ungesetzlicher Ehe? Ja? rief ich streng, um ihn fühlen zu lassen, daß meine Höfin der verruchten, ungeseßlichen Ehe?... schrie ich, lichkeit ihm noch nicht das Recht giebt, frech zu sein. Ah, so! Jezt verstehe ich. Jawohl in ungcsetSo, Madame, bitte, nehmen Sie das Schriftstück entgegen! Es kam eine Minute, eine einzige Minute, wo alle Fassung verlierend. urplöglich, wie aus unterirdischen Höhlen ein paar junge Leute mit langen Haaren und schäbigen Kleidern hervor licher Ehe... frochen und zu beweisen begannen, daß das Gute, das Schöne, das Wahre" nur leere Worte seien, die erst hier dann etwas bedeuten könnten, wenn man ihnen einen Inhalt gäbe. Was verstehen Sie z. B. unter dem Worte, das Gute?" fragten uns diese Menschen. Sie fragten so frech, so unverschämt, so selbstbewußt, daß wir uns schrecklich beleidigt fühlten. Trogdem waren wir so freundlich, zu antworten. ( Notabene: wir hätten auch ebenso gut die Antwort verweigern fönnen!) Ich erinnere mich sehr gut, daß ich damals zum ersten Mal ernstlich verlegen und roth wurde: bis dahin war mir alles so sonnentlar, so unstreitig richtig vor gekommen, und da verlangt so ein schäbiger Mensch, daß man mit ihm darüber disputiere! „ Das Gute?!" jagten wir. Fühlen wir " Sie" kleidete sich an und kam zu uns. handelte. Nachdem wir gegessen und getrunken hatten, zeigte er uns selbst alles. In der ganzen Wohnung war kein einziges Buch, kein einziger Papierstreifen, das ärgerte mich zuletzt. Sie wundern sich, daß Sie keine Bücher und Papiere bei mir finden. beeilte er sich, mir zu er Offenbar verstand sie noch nicht, worum es sich flären, da er in meinem Gesicht irgend eine unwillkürliche Zuckung bemerkt haben mochte. Sie werden das begreifen, wenn ich Ihnen erzähle, daß ich vom Jahre 1848 an alle Augenblicke ähnlichen Besuchen, wie heute der Ihrige ausgesetzt bin. Durch Uebung wird man Meister. Plötzlich Offen gestanden hätte mich in jedem andern Falle Nun, nimm doch, sagte er. Aber sie konnte sich immer noch nicht entschließen, die Urkunde zu nehmen und sch uns alle der Reihe nach fragend an:„ ihn", mich, meine Kollegen verzerrte sich ihr Gesicht vor Schreck und Entseßen.. eine solche Vorsicht tief betrübt und gekränkt, diesmal • Sie begriff, warum es sich handelte... Und was stellte sich heraus? Sie war die Tochter eines wirklichen geheimen Rathes, ein bedauernswerthes Opfer des Nihilismus! Mar ― r- sch! * aber freute ich mich sogar über sie: so sehr hatte ich unsern lieben, gastfreundlichen und jedenfalls nicht aus eigener Schuld in den Dreck der nihilistischen Irrlehren hineingezogenen Wirth liebgewonnen. Unter dem Eindruck dieses Gefühls wurde es mir ganz weich um's Herz. Zürnen Sie mir nicht, Pawel Pawlowitsch( so Es war noch später, und„ er" schlief schon. Wir hieß„ er" mit Vor- und Vatersnamen), sagte ich; uns angeboren. Man braucht dieses Wort nur aus- 30gen einige Male kräftig am Schellenzuge, mußten aber ich erachte es aber für meine Pflicht, Ihnen zu gestehen, zusprechen, um in uns die edelste Begeisterung wachzurufen! lange am Treppenabsatz warten, bis die Thür geöffnet daß ich mich selten so wohl gefühlt habe, wie in Ihrer Schon die Frage allein erfüllt uns mit Grauen. wurde. In dem Zimmer schalt jemand laut, rannte auf lieben Gesellschaft. So sprachen wir und triumphierten im Innern, und ab und schien garnicht an's Aufmachen der Thür denn wir glaubten, die Antwort nicht schuldig geblieben zu denken. denn nicht alle, was das Gute ist? Dieses Gefühl ist zu sein. Menschen. erzog. *) Ein russischer Professor, der zusammen mit dem Kritiker Nun, und was weiter? fragten die frechen und Bublizisten Bjalinsti die russische Jugend im liberalen Sinne Anm. d. Uebers. Wenn wir in den schweren Momenten unseres**) Ein russisches geflügeltes Wort aus alten Voltssagen. Warum sollte ich Ihnen deshalb zürnen? Ja. Gott... sehen Sie... ich habe die Verpflichtung... so zu sagen, so zu sagen, die heilige Pflicht Mich mitzunehmen? Na, das thut ja nichts! *) Eine Art Fleischkuchen. Ich sagte Ihnen ja sofort, daß: ich jederzeit bereit bin, Thnen zu folgen... — Nun ja, mein Herr! Seien Sie'chber überzeugt, daß ich alles thun werde, was in meiner Macht steht, um Ihnen zu helfen. Ich werde dem General... — Ich glaube Ihr e Protektion wird mir wenig nützen. In solchen Sachen haben Sie ja wenig mit- zusprechen. Da merkte ich erst, daß ihm mein Besuch doch nicht so angenehm war, wie ich Anfangs annahm. UMar— r— sch!__(Föns, folgt.) Das Glend in Kondon. Wieder bringt ein bürgerliches Blatt, die„Köln. Ztg." eine Schilderung des furchtbaren Elends in Whitechapel. Natürlich ist die Schilderung vom Bourgeoisstandpunkt verfaßt, von dem aus das Elend als sebst verschuldet und der Unglückliche als Lump dasteht. Aber unsere Leser werden zwischen den Zeilen die grauenhafte Wahrheit finden, welche der Schriftsteller nicht gewagt hat, auszusprechen. Hier folgt der Artikel. „Oestlich von der City dehnt sich in einer Wolke von Zwiebelduft und sonstigen Gerüchen ein dichtbevölkerter Stadttheil aus, der dem Durchschnittsbriten unbekannter ist, als die afrikanischen See» und Stanley's Urwald. „Haben Sie Whitechapel besucht?" klingt ungefähr wie: „Haben Sie eine Nvrdpolfahrt mitgemacht?" von Zeit zu Zeit wird dieser Stadttheil von den Bewohnern des West- ends neu entdeckt, so als die Wohnungsfrage des „verworfenen" Londons zu fashionablen Ausforschungs- zöge» reizte; so jüngst bei den Frauenmorden. Man kommt, man sieht, man riecht, man staunt und— vergißt, und vielleicht nicht mit Unrecht; leidet doch hier der tröstliche Glaube an die bloße Erträglichkeit des menschlichen Daseins Schiff- bruch. Auf kleinem Räume häuft sich dort mehr Elend, Schmutz und Verthierung, als in allen deutschen Fürstenthümern zusammen.„Giebt es einen Gott, so muß es ein schlechter Gott sein!" rief einst ein durchaus nicht religionsfeindlicher Betrachter beim Anblicke dieser europäischen Hölle aus. Dem Laster fehlt hier der Reiz, der Trunksucht der Durst, der Armuth die Hoffnung. . Ein Menschen-Maelstrom: das ist das zutreffendste Bild von Whitechapel und seiner Umgebung. Von allen Punkten der Welt, von England, Irland, dem Festlande, von Amerika und Asien keuchen hier endlose Einwände- rnngsmengen an, ergießen sich die Themse hinauf vor London Brigde durch die Docks in das Ostende und schießen in den Schlund von Whitechapel hinein. Dort staut sich die brandende Menschenwoge an der wohnungs losen City, wirbelt und strudelt und wird wieder aus- gespieen: und was dann dem Trichter entrinnt, sucht sich am Ufersaume festzusetzen, zertheilt sich in den Straßen- Verästelungen der benachbarten Quartiere. In Whitechapel selbst ist kein Bleiben; es fehlt der Ellbogenraum. Auf jeden Ouadratfuß kommt fast ein menschliches Wesen, und wie stark auch der Ansturm von außen sein mag, die Ein- wohnerzahl ist kaum mehr steigerungsfähig. Von 1871 bis 1881 schmolz sie von 76573 auf 71363, trotz des Geburtenüberschusses von 2507 über die Sterbefälle; der Rückfluß des Maelstroms schwemmte sie hinweg. Seitdem langten Schaaren des außerwählten Volkes zu Tausenden aus Rußland und Polen an: mit der unvergleichlichen Zähigkeit ihrer Rasse wiederstanden sie, wie die Muscheln am Schiffskiel, dem Wogenpralle; heute hat Whitechapel seine frühere Einwohnerzahl wieder. Mitten durch den ganzen Bezirk zieht sich in nord- östlicher Richtung Whitechapel Road, mit der Abzweigung der Comercial Road nach den West Jndia Docks zu. Was Regent Street für das Westende, das ist, und noch mehr, Whitechapel Road für das Ostende. Die Haupt- stadt besitzt keine gewaltigeren Straße; es fehlen nur noch Bäume und Kaffeehäuser mit Sitzen auf den breiten Bürgersteigen, und die Boulevards Pariser Stils wären geschaffen. Der Road ist der Lichtpunkt im Dasein des Ostens;„gehen wir nach dem Road" ist der Feiertags- ausdruck. Es winken Theater, Musikhallen und zumal die Pennyschau mit dem Greuelkobinet, dem Kraftkünstler und dem fetten Riesenweib; über die Rinnsteine breiten sich auf Radtischen bewegliche Märkte aus von Eßmuscheln und Früchten und Trödelkram, und in der grellen Be- leuchtung von Steinöl- und Gasflammen wird Abends das Schauspiel für die Enterbten zu einem Paradiese und kitzelt die Einbildnngskraft der Landbevölkerung, die aus elenden Dörfern nach den Docks gezogen ist; der Juden aus Osteuropa; der Eingeborenen, die eben aus der schmutzigen Enge ihrer Hinterzimmer aufgetaucht sind; der Diebe und Lungerer, die im Gedränge die Taschen ausplündern. Indessen ist Whitechapel Road mit seiner rohen Pracht nur das mächtige Rückgrat zu einem erbärm- lichen Rippenwerk, eine große Theaterdekoration in einer verfallenen und modrigen Scheune. Ein Gang in einer Seitenstraße, und der Zauber schwindet; Schmutz, Gestank und Roth überall, lind merkwürdigerweise trägt jedes Quartier sein eigenes, scharf gezeichnetes Jammerantlitz. Vor zwei Jahren erschien hier ein Buch„East London", herausgegeben von Charles Booth, ein wunderbares, mustcrgiltiges Werk, aufgebaut auf zahllosen statistischen Erhebungen und persönlichen Beobachtungen, realistischer und fesselnder als ein Zola'scher Roman. Was das Ost- ende birgt, ist hier abgetheilt und eingefächert: die barba- rische Aufregung in Whitechapel mit seiner Judenbevölke. rung; die versumpfende Armuth von St. Georges inIthe East, die Ma!rosen-Atmosphäre von Stepney undWapping, das Handwerkerleben in Bethenal Green, die verschämte Anständigkeit von Hoxton. Die Schatten in diesen Bildern überwiegen und die spärlichen Lichtstreifen sind fahl wie der Londoner Nebel. Wie sich das Leben in Whitechape abspielt— die jüngsten Frauenmorde geben darüber beredten Aufschluß. Frances Cole, das letzte Opfer des geh eimnißvollen Mörders, arbeitete zeitweilig als Etiquettenaufkleberin, daher die Hornhaut der Fingerknöchel, ein wichtiges Hilfsmittel zur Feststellung ihrer Persönlichkeit; ging dann au: die Straße, schwankte von Kneipe zu Kneipe und schliefNachts imLogirhaus, wenn ihr eiuigePence übrig blieben. Ihr angeblicher Mörder, Tom Saddler. begann als Dockschreiber, verdang sich dann als Matrose und Heizer, verheirathete sich aus Zufall, verließ seine Frau, schleppte seine Dirne durch Wirths- nnd Logir Häuser, und wenn der Lohn auf die Neige gegangen schaute er nach neuer Beschäftigung aus. Das ist so ziemlich der Lebenslauf vieler Whitechapelvögel. In mehrere dieser Logirhäuser habe ich hin- eingeschaut; die Verdammten in der Hölle mögen so untergebracht sein. Allen gemeinsam ist als„gesellschaftlicher" Mittelpunkt die Küche; dort versammelt man sich, ißt man, macht Toilette, und was für eine Toilette! Auf dem schmie- rigen, sägemehlbestreuten Fußboden tummelt sich eine des Elends unbewußte Brut von Katzen und quieksenden Rinnsteinkindern, zwischen Töpfen und Blechgeschirren auf Bänken und Stühlen verschlafen unheimliche Gesellen ihren Schnapsrausch und vor dem offenen Feuer tauschen Weiber, wahre Lumpengestalten, die wüste Straßenromantik ihres Daseins aus. Die Schlafzimmer sind dreierlei Art: für Männer, für Frauen, und für Paare; Standesamt und Priestersegen kommt bei letzteren nicht in Betracht. Dicht gedrängt steht Bett an Bett, nur durch schmale Zwischenräume getrennt, und in den bessern Häusern wenigstens tritt zwischen die Lagerstätten der„Verheira- teten" eine spanische Wand. Der Aufseher und Rech- nungsführer dieser Schlafstellen heißt„Deputy" er— oder sie— nimmt Jeden auf, der vorauszahlt; und wenn den Spuren eines Verdächtigen nachgeforscht wird, steht die Aussage des Deputy obenan. In einem einzigen Distrikt von Whitechapel und Houndsditch zählt man 127 solcher Logirhäuser mit Unterkunft für 6000 Personen. Daneben giebt es eine Unmasse nicht eingeschriebener Häuser; sie heißen Nookeries, Krähennester; allnächtlich kauern dort auf Treppen und Gängen ganze Schwärme von Unglücklichen, die den vollen Schlafzius nicht auf- bringen können. So taumelt im Ostende fast die Bevölkerung einer mittelgroßen Stadt obdachlos in den Straßen einher auf der Suche nach einer bloßen Schlafstelle. Selbst der seßhaftere Theil der Bewohner gleicht den Zugvögeln, dem Flugsande. In Bethnal Green wechselten in einem Jahre von 1204 Fa- milien 530 mit 1450 Kindern ihren Wohnsitz. Die Ursachen liegen nahe: ihr Sinn fesselt sie nicht ans Haus, und wahrlich hat das Haus nichts Fesselndes für ihreu Sinn. Das Ostcnde mag eine Million Einwohner zählen; dar- unter sind diejenigen noch lange nicht die unglücklichsten, die mit ihrer Familie ein einziges Zimmer für sich bewohnen und vor ihrem Fenster Hvfraum genug besitzen, um die Wäsche zum Trockenen auf- zuhängen. In solche langgestreckte Hofräume, Alleys, blickt man oft hinein wie in eine weißgeflaggte Straße; ein Rinnstein zieht sich mitten hindurch, bleichsüchtige Kinder treiben darin Kurzweil. Indessen schwindet, wie früher der Straßenraum, so jetzt der Hofraum immer mehr. Werkstätten werden hineingebaut, die sich an die Rückseite der anstoßenden Häuserreihe anlehnen. Uebrigens hat man mit den Krähennestern in den letzten zwanzig Jahren stark ausgeräumt, Bau- und Eisenbahngesellschasten haben eingegriffen, große Miethskasernen sind entstanden, wie die Brunswick-, Rothschild- und Peabody-Häuserblöcke, und recht hübsch schauen sie aus mit ihren nach der Straße zu offenen Treppen und Balkouen. Indessen der Lump hält's darin nicht aus, er haßt die Beaufsichtigung und die Ordnungs- und Reinlichkeitsvorschriften, und heute hausen in jenen Blöcken die Bessergestellten, die auch wo anders anständiges Unterkommen gefunden hätten. Ge- werbsmäßige Bettelei ist in Whitechapel ebenso unangebracht wie planmäßiger Müßiggang. Der Arme kann vom Armen nicht leben, und wer die Mittel zum Müßiggang besitzt, bleibt selten in Whitechapel. Dagegen wird dort schwer gearbeitet, und zwar, so seltsam es klingen mag, schwerer als irgendwo auf der Welt. Whitechapel mit seiner Um- gebung ist einfach der größte Markt für die Stück-, Zu- falls- und Schwitzarbeit. Da sind zunächst die Docks mit ihren 10000 Arbeitern, von denen 3000 täglich frisch gedungen werden; die 1300 Schneiderwerkstätten; die chuhfabriken mit 18 000 Bediensteten; die Möbelgeschäfte mit 15000 Köpfen; die 76 Tabakfabriken; die 900 Seiden- Webstühle; die vielen Wäschereien; die Anstalten zur Her- stellung von Streichhölzchen, Streichholzdöschen, Pappschachteln, Pelzwerk. Conserven, Mützen und Bürsten. Es ist ein stattliches Industriegebiet, nur leider verunstaltet durch den abscheulichsten Wettbewerb. Im Kampfe um die erbärmlichste Form des Daseins laufen sich alle den Rang ab; die 40000 Juden, die im letzten Jahrzehnt einwanderten und um wahren Hungerlohn sich verdingen; die Gelegenheitsarbeiter aus aller Herren Länder, denen es um den kleinsten Augenblicksverdienst geht; die Witt- wen und Frauen von Trunkenbolden— das Vorhandensein einer� solchen Klasse spricht mit tausend Zungen— sie nehmen sich Arbeit mit nach Hause; die Töchter armer Angestellten, die sich fürs Nadelgeld zum Putze jedes�Opfer auferlegen; Mädchen und Kinder überhaupt, die de« Eltern als Raumeinnehmer im Wege stehen; sie alle vcr- derben� dem englischen Arbeiter das Geschäft und stehe« dem Schwitzherrn zu den niedrigsten Sätzen zu Gebote. Wie viele bewerben sich um Hemden zur Fertigstellung. das Dutzend zu 5, 3 und selbst zu 2 Pence(1 Pence gleich 12 Pfennig); mehr als zwei Dutzend lassen sich an einem Tage nicht bewältigen und dabei haben sie noch die Omnibus- fahrten zur Abholung und Ablieferung der Hemden beim Ichwitzherrn zu zahlen! Andere hocken zusammen in söge- nannten Schwitzhöhlen, die Nachts als Schlafzimmer und bei Tage als Werkstätten dienen; 15 bis 18 Stunden, wenn es sich um Stücklohn handelt, weilen sie dort, meist bei Gaslicht; die herrliche Luft! Eine Besserung in diesen Zuständen ist wohl auf lange Zeit undurchführbar. Dem Regierungsaufseher, der mit dem englischen Fabrikgesetz in der Hand kommt, schlägt man leicht ein Schnippchen; aber gesetzt, er sorgte für besseres Licht und bessere Luft: was er nicht abstellen kann, ist der zigeunerhafte Charakter der Bevölkerung und die dadurch bedingte Vorliebe für die Gelegenheitsarbeit, als Abwechslung zwischen zwei Schnapsräuschen. Die Gelegenheitsarbeit ist eine der beiden großen Leitsterne, welche den Abschaum der Erde dem Ostende zuführen. An sie klammern sich, wie an den letzten Strohhalm, der unverbesserliche Lungerer, der entlassene Trunkenbold, der ausgestoßene Verbrecher, um das Leben in ihrer Weise, zwei Theile Müßiggang und grober Sinnenlust und ein Theil Arbeit zu fristen." bürgerliches Dynamit. In dem Artikel über Trusts vor einigen Nummern de- richteten wir über einen� Versuch des Schnaps-TrustS. eine Brennerei, welche außerhalb steht, durch Dynamit in die Luft zu sprengen. Die Vertreter von Zucht und guter Sitte scheinen es in Amerika überhaupt etwas leicht zu nehmen, und während bei uns für die unver schämtesten Räubereien doch wenigstens der Schein ge- wahrt bleibt, geht man dort ganz offenherzig zu Werke. gemäß dem Ausspruch eines großen Mannes, daß man manchmal das Zuchthaus mit dem Aermel streifen müsse, um Millionär zu werden. Wir wollen den Herren Bourgeois ja darüber keine Predigten halten, denn das halten wir für geschmacklos; wir begnügen uns. nur die Dinge zu konstatiren, für etwaige Verwendung, wenn dieses Gesindel dem Proletariat vorwirft, daß die Kam- mune 1871 in ihrem Verzweislungskampf gegen die Ver- sailler Truppen sogar Häuser, welche„Privateigenthum" waren, angesteckt habe. Wir sparen uns solche Ge- chichten auf, wenn dieses Pack uns vorwirft, wir sagten: „Eigenthum ist Diebstahl". Was sagen sie denn? Ist bei Ihnen denn nicht umgekehrt Diebstahl Eigenthum? Aber zur Sache! In den letzten amerikanischen Zeitungen, welche uns zugegangen sind, finden wir eine chngere Notiz über dieses interessante Dynamitattentat. Wir lassen sie unverkürzt folgen: „Die verzweifelten Versuche des Schnaps-Trusts, die chuhfeldt'sche Destillation in Chikago durch Dynamit in die Lust zu sprengen, haben eigentlich ebensowenig Aufregung im Lande hervorgerufen, wie die zahlreichen prohibitionistischen Dynamit- Attentate gegen die Schank wirthschaften in Temperenz-Gegenden.(Auch eine schöne Gegend! Dynamitattentate im Namen der Religion und Mäßigkeit!) Die herrschende Klasse ist gegen Dynamit nur dann empfindlich, wenn es zur Zerstörung der Vorrechte des Kapitals angewandt oder da mit gedroht wird. In jedem anderen Falle aber verliert das Dynamit seinen Schrecken. Im Dienste des Großkapitals gegen einen isolirten Konkurrenten, erscheint der Explosivstoff nur als eine Waffe zur Entscheidung des Wettbewerbes. wie in der Hand der Prohibitionistischen„Saloon- Wrecker" als ein Instrument Gottes. DieSchuhfeldt'sche Brennerei gehört nicht zu dem vor un- gefähr 4 Jahren mit einemAktienkapital von 35000000 Doll. gegründeten Schnapstrust, und sie thut demselben mit ihrer Produktion von ungefähr 25 000 Gallonen Schnaps täglich großen Abbruch. Bei jenen 35 000 000 Doll. Aktien sind nämlich nur 4 000 000 Doll. durch Besitz thatsächlich gedeckt, die übrigen 31 000 000 Doll. sind „Wasser", das aber auch Zinsen und Dividenden tragen oll. Man kann sich daraus vorstellen, wie bedeutend )as Interesse des Trusts sein muß, die Schuhfeldt'sche Brennerei aus dem Wege zu schaffen, die bis jetzt nur allein noch hinderlich ist, daß der Trust die Preise deS Alkohols bedeutend erhöhen, und dadurch jenes Aktien- wasser wirklich zinstragend machen kann. Wenn es nun also heißt, daß der Trust wieder ein Attentat auf die Schuhfeldt'sche Brennerei plante, so glaubt das Jeder von vornherein, und sich darüber entrüstet zu stellen, ist überflüssig. Aehnliche Attentäts-Versuche gegen Schuhfeldt's Etablissement sind in den letzten zehn Jahren mehrfach unternommen worden, ohne daß die Behörden ernst- !ich einschritten; und auch diesmal wird den Be- theiligten nicht viel passiren, da der Hauptangeklagte bereits gegen 20 000 Doll. Bürgschaft aus freien Fuß gesetzt ist. Der Agent des Schnapstrusts, Gibson, war an eine« Steuerbeamten, Dewar, welcher in Schuhfeldt's Destillation als amtlicher Kontroleur zu thun hatte, mit dem An- Miethe Steuern u. Abgaben, einschließlich für Gas, Wasser c. Kohlen Lohn( 3 Dienstboten) Milchhandlung( die auch Butter Nahrung: Schlächter. Bäcker und Eier besorgt) Krämer Gemüsehändler Geflügelhändler Kleidung: Frau Wäsche Mann Arzt und Apotheker Reisen und Trinkgelder Stadtverkehr( Stadtbahn, Omnibus) Porto. Bücher, Zeitungen, Papier 2c. Bergnügungen, Geschenke, Rauchen Wein • 2 100,-. 778,80" 248,50 962,10 929,90 188,70" " " . 704,70 768,80 206, 203,60 " " " 1 708,30 N 597,25 t 694,80 " 661, " 867,40" 297,80" 156,60" 161,25 " 718,15" 300,70" 532,80 93,80 erbieten herangetreten, ihm 100 Aktien des Trusts Abzahlung der zum Zwecke des Ankaufs bewilligten Daralso ein Vermögen von 100 000 Doll. lehen( Amortisation und Verzinsung) ist auf 49 Jahre zu schenken, wenn er Schuhfeldt's Destil- vertheilt. Wenn also, um es an einem Beispiel zu verlation in die Luft sprengen wollte. Der anschaulichen, der Pächter eines Grundstückes zum abBeamte, Dewar, ging zum Scheine auf die Offerte ein, geschäßten Pachtwerth von 100 Pfund Sterling dasbenachrichtigte seine Vorgesetzten von dem Vorfall und selbe anzukaufen wünscht, so zahlt er dem Verkäufer lockte den Versucher in die Falle. Gibson gab dem 1670 Pfund Sterling, die ihm die Kommission vorschießt. Bundesbeamten Dewar den Explosivstoff, mit welchem Er selbst hat aber diese Summe in Raten abzuzahlen. die Schuhfeldt'sche Brennerei in die Luft gesprengt werden Die Balfour'sche Landbill will nun das so begonnene sollte, am 10. Januar, und er glaubte auch, den Beamten Werk auf erweiterter Basis fortseßen. Die Landlords, für die Ausführung des Verbrechens gewonnen zu haben. die Anfangs über Raub und Mord schrieen, weil sie das Da er aber längere Zeit nichts von einer Explosion feine Geschäft, das sie bei der Sache machten, garnicht hörte, wurde er ungeduldig und schrieb mehrere Briefe merkten, haben nämlich an dem Landankauf ebenfalls an Dewar. Letzterer erwiderte, daß er verschiedene Ver- Geschmack gefunden. Statt sich mit den Pächtern suche gemacht habe, die Explosion zu Stande zu bringen, fernerhin herumärgen zu müssen, und in der Erwartung zu daß der flüssige Sprengstoff aber nicht losgegangen sei; leben, daß ihre Güter von Jahr zu Jahr mehr entwerthet Gibson solle nach Chikago kommen und neuen Sprengstoff werden, friegen sie sofort baares Geld, und sobald sie mitbringen. Gibson ging in die Falle und langte am nur davor geschützt sind, zu billig verkaufen zu müssen, Mittwoch Morgen in Chikago an. Er wurde im Grand ist alles andere schön und gut. Dem sieht denn auch Pacific Hotel verhaftet und in seiner Reisetasche fand sich wirklich die Balfour'sche Landbill vor. Mit dem Geld, eine Flasche, welche den Sprengstoff enthielt, sowie 100 An das sie bekommen, kaufen sie sich Land in Amerika an theilscheine des Whiskey- Trust, welche Dewar als Be- und machen jetzt den Besizern ihrer früheren irischen lohnung erhalten sollte. Die Höllen- Maschine besteht Güter Konkurrenz. Die Grundrente in Amerika ist aber aus einer Blechkanne, ähnlich einer Austernkanne, aus im Steigen begriffen, die in Europa im Fallen; das welcher ein Theil eines Gewehrlaufes hervorragt. Dieser heißt: nach zwanzig Jahren werden die Ländereien in ist mit Pulver gefüllt und mit einer stählernen Kugel Irland weniger wert sein, wie jezt, die in Amerika mehr 81. Sizung.( Forts. der zweiten Berathung des eisenbahnetats.) verstopft. Um den Gewehrlauf herum sind mit Nitro- werth. Unter der humansten Form von der Welt haben suchen, dem Reichstage baldmöglichst eine Uebersicht vorzulegen Abg. Richter( dfr.): Ich beantrage, den Reichskanzler zu erglyzerin getränkte Sägespäne gefüllt. Die Zündflüssigkeit also die englischen Adeligen ihren Ausgesogenen noch derjenigen Ausnahmetarise deutscher Eisenbahnverwaltungen, welche sollte auf die Sägespähne gegossen werden, worauf sich das letzte von Blut ausgesogen; denn sie werden für ihre dazu bestimmt sind, die Ausfuhr deutscher Kohlen nach dem Ausdann der Gewehrlauf entladen und die Kugel den Boden Güter mehr geben müssen, als sie werth sind, wobei sie lande oder die Konkurrenz inländischer Kohlen mit den ausländides Fasses, unter welches die Höllenmaschine gestellt natürlich bankrott werden; da sie nicht alles bezahlen schen zu begünstigen. werden mußte, durchbohren würde. Der Inhalt des werden, so wird der Staat, das ist der englische Arbeiter, Fasses würde ausströmen, sich entzünden und rasch eine der das Geld vorgeschossen hat, hineinfallen; und sie begroße Feuersbrunst verursachen. ziehen die schönsten Renten aus Amerika. Ein feines Geschäft! Der Attentäter hätte, wenn er das Verbrechen ausführte, nicht rasch genug entkommen fönnen und wäre in den Flammen umgefommen. So wollte der Whiskey- Trust die Lohnzahlung der 100 Aftien ersparen und ein Staatszeugniß" des gedungenen Berbrechers verhüten. " Ein gutes Geschäft. Schlesisches Himmelreich. Haus- Reparaturen 2c. Garten( in Ordnung halten lassen) Bilanz Zusammen. • Vom Reichstag. 2 209.05" " " 14 000,-. 82. Sikung.( Marineetat). ungeheuerlichen Summen doch bewilligt werden; dazu ist der Die Verhandlungen haben fein Interesse, da ja die verlangten Reichstag ja da. 83. Sigung.( Fortsetzung). wesen. Die Verhandlungen bieten kein Interesse. afrikanische Schußtruppe und Wahlprüfungen). Abg. Singer( Soz.): Ich weiß nicht, weshalb der Reichstangler die Mehrforderungen für die Marine nicht begründet hat mit einem Hinweise auf die Sozialdemokratie. Er hätte ja auf unseren Kopenhagener Kongreß hinweisen können, oder daß wir Aus der Grafschaft Glaß wird der Schlesischen Volkszeitung" willigung, weil wir die Verantwortung für eine zu große Auseine Seeräuberflotte ausrüsten können; Wir sind gegen die BeFolgendes geschrieben:" Für das Tausend" Schwedenschachteln" dehnung der Flotte nicht übernehmen wollen. Wir haben oft wird von den Fabrikanten der Preis von 60 Pig. bezahlt; sind genug die Erfahrung gemacht, daß eine fest gegebene Zusage der dieselben„ bezettelt", mit Etiketts versehen, 70 Big Spahn und Papier wird von der Fabrif geliefert, den Kleister müssen die treidezölle die Lebensmittel vertheuert werden, in der Zeit des inRegierung nicht gehalten ist. In einer Zeit, wo durch die Ge= Arbeiter selbst besorgen; sie brauchen für 2000 Schachteln 1 Pfd. dustriellen Niederganges kann der Reichstanzler es nicht verantGerstenmehl zu 19 Pf. Wenn die Schachteln nicht fehlerfrei sind, worten, Ausgaben zuzustimmen, welche die Finanzkräfte des Reichs Vor einigen Wochen ist der Bericht der auf Grund was nicht immer in der Schuld der Arbeit liegt, sondern oft am in solcher Höhe festlegen. der Bill von 1881 eingesetzten irischen Landkommission Papier röthlich gefärbt wird, so wird die Waare als unbrauchbar als es schon der Fall ist. Wir stimmen gegen die Positionen, Material, z. B. zu stark angefeuchteter Spahn, wodurch das blaue Wir tönnen es nicht verantworten, das Volk mehr zu belasten, erschienen, sowohl was die Festsetzung gerechter" Pacht verworfen und die fleißigen Hände haben umsonst gearbeitet; ein welche das Bolt belasten, umso mehr, da so wie so schon der wirthfäße, als auch was die mit ihrer Hilfe bewirkten Land- Ausfall von einigen Hundert( bis 800) ist ein herber Verlust. Wie schaftlich schwächste Theil die Hauptlast auch bei dieser Ausgabe anfäufe von Seiten irischer Bächter anbetrifft. Diese viel Schachteln werden von einer Person in einer Woche gefertigt? tragen soll. Wir halten die Forderungen auch nicht für nothwendig irische Landbill war in ihrer Art eine der revolutionärsten Kinder von 5 Jahren an, die Hauptlieferanten unter Aufsicht 84. Sigung.( Berathung des Gesetzes über das TelegraphenIn der Regel sind die Schulkinder, gewöhnlich sogar schon zum Schuße unserer Küsten. gejezgeberischen Maßregeln unserer Zeit. An Stelle der der Mutter; die fleinen Finger erlangen bald eine große GewandtRegelung der Pachtsäge durch das heilige Gesetz von heit. Eine Mutter mit drei Kindern bringt in der Woche 3000, Angebot und Nachfrage ließ sie ein Kollegium von Richtern wenns hoch kommt. 4000 zu Stande. Also Wochenverdienst treten, das auf Grund genauer Schägung zu bestimmen von vier Personen für unbezettelte Schwedenschachteln 85. Sizung.( Berathung des Gefeßentwurfs betreffend die oft1,80 mt., im höchsten Falle 2,40 Mt., für bezettelte 2,10 mt.. hatte, ob und um wie viel der bisherige Pachtzins zu höchstens 2,80 Mt., und davon muß noch der Betrag für Dabei meint ein Herr Baumbach( t.): Gegen die Sozialhoch und daher zu verringern sei. Und außerdem hat das zum Kleister verwendete Gerstenmehl, also 57, resp. demokratie muß alle Macht aufgeboten werden.( Daher wohl auch bas Kollegium das Recht, denjenigen Pächtern, die das 76 Pf. abgezogen werden. Aber dann müssen die armen der Krähwinkler Landſturm, der ſo tün gegen uns vorrückt? Res Land ankaufen wollen, das dazu erforderliche Geld aus Kleinen früh um 4 Uhr aus dem Bett, um vor der ad triarios venit.) Schule das Bensum abzuarbeiten: und nach der Schule 86. Sihung.( Betition betreffend Zulassung der Frauen zum englischen Staatssäckel vorzuschießen. Vom dauert die Sigung am Abend bis 8, gewöhnlich bis medizinischen Studium). Standpunkt der bürgerlichen Eigenthumstheorie ist die 9 Uhr, wenn Noth an Mann kommt, noch länger. Kommt erste Maßregel Die Verhandlungen sind psychologisch interessant. man in solch ein Arbeiterstübchen, wo 4 Personen am Tische mit Abg. Harmening( dfr.) muß den Einwand bekämpfen, daß mus. Aber was für eine Konfiskation, und was für unwillkürlich zurück vor dem Dunst und dem üblen Geruch, den moralischer Beziehung bedenklich sei.( Bürgerliche Moral!!! staunenswerther Behendigkeit Schachteln machen, so prallt man oft das Zusammenstudiren männlicher und weiblicher Personen in ein Sozialismus! Eine Konfiskation, die dem Betroffenen der feuchte Spahn und der Kleister entwickeln, und vor der Size, Sie kennen sich.) die Taschen füllt, und ein Sozialismus, durch den der die fürs Trocknen der Schachteln erhalten werden muß. Dazu Abg. Orterer( Centr.): Nur ein sehr kleiner Theil, nur die Dumme, der an die Ehrlichkeit seiner Ausbeuter geglaubt tommt nun, daß die Leute ihre Waare ſelbſt abliefern und dabei allerbegabtesten Frauen, würden sich zu dem Studium eignen. hat, doppelt geprellt wird. viel Zeit opfern müssen: stundenlanges Warten beim Abliefern,( Wenn jeder männliche Esel studiren kann, so kann es doch auch der weite, oft mehr als eine Meile lange Weg zur Fabrik bei jede weibliche Gans!) Die Universitäten würden dadurch überBis zum 21. August 1890 hat die Landkommission jeglichem, auch dem schlechtesten Wetter am bestimmten Tage. Die völkert werden( Konkurrenzneid!) und zu dem bereits bestehenden gerichtliche Renten festgesetzt und 258 764 Grundstücke, Folgen dieser Blutarbeit sind klar; mangelhafte Ernährung, Ueber- würde ein weiteres gefährliches Broletariat geschaffen. bie ein Areal von zusammen 7 638 400 Acres Land, aureate ganz theilnahmslos, matt und schläfrig; wie ihr Körper, tingent zu den Nihilisten.( Unbesorgt, die deutschen werden anstrengung der Kinder, ungesunde Luft. Solche Kinder fißen in Die russischen Studentinnen stellen das Hauptkon= beinahe die Hälfte des angebauten Bodens von Irland, ie ist auch ihr Geist deprimirt; sie sind für den Lehrer wahre es nicht thun, sondern die gute Gelegenheit zum Mannesfang beDie bisherige Rente dafür war 5 252 000 Schmerzenstinder. Pfund Sterling und sie ist von den Gerichtshöfen auf| dem umfassen. Konfiskation, die zweite Sozialisvon dem Elend unter den schlesischen Webern: nußen.) Der Hab lschwerdter Gebirgsbote" giebt folgende Schilderung Abg. Bebel( Soz.): Es handele sich hier um eine schwerwiegende soziale Frage. um Befriedigung des Strebens weiter Ein Weber erhält für das Stück Creas( weiße Leinwand) Kreise von Frauen nach Selbstständigkeit. Diese Frage sei gerade Wie könne man bei dieser Frage konkurrenzherabgesezt worden. Da der Werth des Grundbe lizes in den letzten Jahren überhaupt gefallen ist. arbeiten, etwa von 5 Uhr früh bis Abends 9 Uhr( die Bausen für dringender. 4 Mt. Um ein solches Stück fertig zu stellen, muß er 4 bis 5 Tage eine Frage gebildeter Kreise, und sie werde von Jahr zu Jahr jo wäre es absurd, wie es englische unionistische die Mahlzeiten sind hier schon eingerechnet). Der Weber hat zu befür htungen als Gegengrund anführen? Das Kennzeichen der Blätter thun, zu sagen, daß diese 20 Prozent seiner Unterstügung zwei Spuler nöthig, denen er etwa 20 Bf. für heutigen Zeit sei ja die Konkurrenz, welche sich auf jedem Gebiete den irischen Pächtern Tag blur die Spuler abrechnen, jo daß ihm vom Berdiensi ben guten Erfolg haben, daß die männlichen Studenten fleißiger Dieselben würden sie vielmehr doch sonst schwerlich, und jedenfalls nicht vollständig bezahlt haben lohn 40 Bf. betragen. Die geichidteren Weber verfertigen häufig rüdsichten hier anführen angesichts der Thatsache, daß jährlich unter oder auch nur haben zahlen können. Also diese Wolltaro. Die Arbeitszett beträgt ungefähr 8 Tage, um ein Ghid dem Schuge des Staates und staatlich anerkannter ReligionsGroßmuth ist bereits von der Natur jener bekannten der von 128 Ellen herzustellen. Dafür erhält der Weber 8 Ml. als geſellſchaften Tausende von Frauen zu Krankenpflegerinnen ausfranzösischen Junker in der Ballhausnacht, wo sie groß schädigen hat, so bleiben ihm nur 4,80 Mt. Bei einer Arbeitszeit weiblicher Personen werde der rohe Ton der ersteren gemildert zahlt. Bei 5 Tagen Arbeitszeit muß also der Weber zeige Die Konkurrenz der weiblichen Personen werde höchstens fünfmal 40 Bf für so nur 2 Mt. bleiben. Bei 5 Tagen Arbeitszeit würde also sein Tage- werden. Wie könne man ferner Anstands- und SittlichkeitsArbeitslohn. Da er jedoch täglich zwei Spuler à 20 Pf. zu ent- gebildet werden? Durch das gemeinsame Studium männlicher und deutend ungünstiger gestalten sich die Lohnverhältnisse für jene Weber, Studium der Frauen fogar wohlthätige Folgen gehabt habe. In schon genommen hatten. Was den Landankauf anbetrifft, so sind seit dem welche die gewöhnliche Futterleinwand weben. Der Arbeitslohn Amerita giebt es 18 000 Studentinnen und 3000 Aerztinnen. Jahre 1885, wo die auf ihn bezügliche Gesetzgebung in pro Stück beträgt 2,60 vet. Nun muß aber der Weber für die Auch in Deutſchland jet es nichts neues, daß grauen auf ber Kraft trat,' Anlehensgesuche zum Zweck deſſelben in der 4 Tagen Arbeitszeit würden demnach, auf den Tag 25$ 1. Lohn auf der Leipziger Univerſität eine Anzah! Frauen ſtudirt., Der Höhe von zuſammen 9 217 400 Pfund Sterling an die entfallen. Ganz ähnlich ſteht es mit den Webern, welche Zücher Kultusminister, der in Breußen bis heute im Amte war, habe der Kommission gestellt worden. 10 000 000 Pfund Sterling weben. Bei 4 Tagen Arbeitszeit erhält der Weber pro Stück 3 Mt., berühmten, fürzlich verstorbenen Professorin der Mathematik Koist der Betrag, über welchen die Kommission insgesammt obtener biermal 40 Bl. an bie Spuler abzugeben hatt Dille gewaltsame Trennung der Geschlechter verschärfe man diese Frage verfügen kann. Davon hat sie 7 307 000 Pfund Sterling von wahrheitsgetreuen Webern aufgestellt worden. bereits bewilligt, und von diesen 5 758 000 Pfund Sterling| bereits thatsächlich ausbezahlt. Der Kaufpreis der Güter,| deren Ankauf die Kommission jene 7 307 000 Pfund Wie kann man sich wohl mit 14 000 Mark rer ganzen Natur nach in das Haus und nicht in den Kampf Sterling bewilligt hat, beträgt 7 410 000 Pfund Sterling, beiden Spuler viermal 40 Pf. abgeben, so daß 1 Mt. bleibt. Bei Universität studiren. In den sechziger und siebziger Jahren hätten movon Pf. seine besondere Anerkennung ausgesprochen. Durch die und gefährde geradezu die Sittlichkeit. " so daß die Käufer durchschnittlich noch nicht den fünfzigsten jährlich ehrlich und anständig durchschlagen? Theil des Kaufpreises aus ihrer Tasche zu erlegen hatten; Abg. Hulßsch( fons.): Es bestehe schon jezt eine Ueberfülle an Aerzten, welche sich noch steigern werde, wenn man die Frauen zum Studium zulasse.( Ist der Mann Arzt?) Die Frau gehöre der Welt.( Die Frau als Hausthier.) Abg. Rickert( dfr.): Es ist empörend, daß die Männer nicht Das ist eine schwere Kunst, und Mancher kann's nicht. Um so viel Bartgefühl haben, daß sie den Frauen aufdrängen, sich in den Bebauernswerthen zu helfen, die es durchaus nicht verſtehen, Fällen von einem männlichen Arzte unterſuchen zu laſſen, wo es sammtheit der Steuerzahler vor. Dem Kauf wird die gerichtlich abgeschätzte Pacht- Unmögliche möglich macht. ubnet aufgestellt, wo er bas ir nur Sittlichkeit in Deutschland, weiter nichts, merten Sie sich das, meix fumme zu Grunde gelegt. Ursprünglich galt der 18 fache 14 000 Mark jährlich hat, manche Einschränkung gefallen lassen; Herr!) Es kommen häufig Fälle vor. wo Frauen eben aus Scham Betrag derselben als Kaufschilling, seitdem ist derselbe aber selig sind die Armen, denn das Himmelreich ist ihrer", denkt zum männlichen Arzte nicht gehen, wodurch oft eine Verschlim auf 17,6( 1887), 17( 1888), 16,4( 1889) der Pacht- og fremme enen bir benn seine Aufſtellung betrachten.' Bir Der der fromme Engländer, und mit diesem Trost, dem einzigen, den merung der Krankheit und Tod die Folge iſt. fumme gefallen und beträgt jezt 16,7 derselben. Die rechnen die Pfund gleich in Mark um: hat ein englischer Menschenfreund Namens Layard im„ Nineteenth ihrer Scham widerspricht. Das ist eine Frage des Anstandes und Century" ein Haushaltungs- Budget scheinbar der Sittlichkeit.( Sittlichkeit! Bücher und Zeitungen tonfisziren ist 87. Sihung.( Der ewige Marineetat.) Viel Geschrei und wenig Wolle. 91. Sihung.( Schluß der Etatsverhandlungen). ( allerdings nicht), und ich hoffe, daß die Rede an der Stelle, auf| 88. Sihung.( Etat des Reichsheeres.) die sie gemünzt ist, nicht den Anklang finden wird, den der Ab- Der Gesammtetat wird in Höhe von 1 102 435 132 M. gegen Abg. Bebel bringt die Mißhandlungen der Soldaten zur Sprache. Seit im vorigen Jahre die Behandlung der Schullehrer geordnete bean prucht.(?) Die Armee wird sich dadurch nicht auf die Stimmen der Sozialdemokraten definitiv angenommen, ebenss hier verhandelt sei, hätte die Broschüre von Kurt Abel:„ Bier regen lassen und verleitet werden zu dem Glauben, daß solche Zu- dos Etats- und Anleihegesez mit dem Nachtragsgesetz für 1890/91, Wochen Vizewachtmeister", die öffentliche Meinung im höchsten Stände wirklich allgemein verbreitet sind.( Das braucht sie auch nachdem Staatssekretär v. Boetticher sich im Namen der BundesGrade erregt. Die Erwartung, daß die Militärverwaltung diese nicht, denn was man schon weiß, braucht man nicht erst zu glauben.) regierungen mit der Streichung der ersten Rate von 2 Milliouen Abg. Szmula( Bentr.): Die Soldatenselbstmorde werden für die Kreuzertorvette K einverstanden erklärt hat. durch unglückliche Liebe verursacht. 89. Sikung. Beim Kapitel ,, Artillerie und Waffenwesen" flagt Briefkasten. Broschüre desavouiren wurde, hat sich nicht erfüllt. Man hat nur den Verfasser derselben, obgleich er bereits wieder Civilist ist, friegsgerichtlich mit vierzehn Tagen gelinden Arrest bestraft, aber die zum Theil grauenhaften in der Broschüre mitgetheilten Thatsachen in der Hauptsache als wahr anerkannt. Der Rittmeister, Abg. Ulrich( Soz.) über Artilleriewerkstätten, welche durchaus her hauptsächlich in der Broschüre belastet ist, ist mittlerweile im feine Musteranstalten seien, weder in der Behandlung der Arbeiter, Gelesene Nummern wirft man nicht fort, sondern sendet Irrsinn gestorben. Aber auch die Unteroffiziere in jenem Truppen- noch in Hinsicht auf die für schlechte Arbeiten gemachten Abzüge sie zur Agitation mit einer Dreipfennigmarke versehen, an solche lassen, ohne daß man etwas davon gehört hätte, daß sie zur Strafe noch auf die Höhe der Löhne. Es werden oft Abzüge gemacht für Genossen, welche voraussichtlich abonniren werden. Arbeiten, die durch viele Hände gegangen sind, und so muß der Agitationsnummern stehen gratis und franko zur Verfügung. gezogen seien. Fälle, wo Soldaten ins Gesicht gespuckt wurde, unschuldige mit dem Schuldigen leiden. Das böse Beispiel Wir bitten unsere Freunde, sich an die Expedition zu wenden und kommen sehr häufig vor. Der Premierlieutenant Nadler hat nach der Broschüre einen Soldaten gezwungen, wie ein Hund zu bellen, der Staatswerkstätten werde das gute Beispiel der Busendung zu verlangen. privaten Werkstätten verderben.( Musteranstalten!) In Je größer der Abonnentenkreis wird, desto größer werden die und andere Soldaten ganz unmenschlich behandelt, troßdem ist er in die Stelle des irrsinnig gewordenen Rittmeisters gerückt. Es Spandau soll sogar der Arbeiter das Leuchtgas bezahlen müssen, Einnahmen unseres Blattes, und da wir nicht die Absicht verscheint sich also zu bewahrheiten, daß Strafen, welche Offizieren welches bei seiner Arbeit verbrennt. Die feſtgeſetzten Termine für folgen, Ueberschüsse zu machen, so wird alles dazu verwendet werden, die Lohnauszahlungen würden auch nicht eingehalten. Ein Arbeiter, um das Blatt immer besser zu gestalten, so daß jeder neue auferlegt würden, ihrem Avancement nicht im Geringsten hinderlich der sich beschwere, werde einfach entlassen. In Spandau würden Abonnent unsern Lesern direkt zu Gute kommt. seien. Der gemeine Soldat ist seinem Vorgesezten gegen die Arbeiter sogar gezwungen, an Kaisers Geburtstag zu feiern. über vollkommen machtlos. Er wird gar nicht instruirt, in J. M., Velten. Auch ein aus der Landeskirche Auswelcher Weise er sich zu beschweren hat. Es ist ein tradi- Für das kleinste Versehen würden Abzüge gemacht. Ein Abzug tioneller Glaube der adligen Offiziere, daß sie mit von einer Mart thue dem Arbeiter sehr wehe, für die Herren auf geschiedener kann nach einem Urtheil des Kammergerichts seine den gemeinen Soldaten nicht wie mit menschlichen Wesen der Rechten freilich sei eine Mark ohne Bedeutung. Das Arbeits- schulpflichtigen Kinder nicht ohne Weiteres dem Religionsumzugehen brauchten. Dieser mißbräuchlichen Anwendung reglement binde jede Freiheit, da den Arbeitern unter An- unterricht in der Schule entziehen. Er muß vielmehr erst Dispender Gewalt der Vorgesezten muß ein Ende gemacht werden. Die drohung der Entlassung die Zugehörigkeit zu einem sation beim Lokalschulinspektor erwirken. Diese Dispensation Pferde werden beim Militär viel besser behandelt als sozialdemokratischen Vereine verboten sei. Dadurch er muß aber bewilligt weaden, sobald der Austritt des Vaters aus die gemeinen Soldaten. Redner führt die in der letzten Zeitzeuge man Haß unter den Arbeitern und erziehe sie zu Heuchlern. der Landeskirche nachgewiesen wird. Ob die Kinder früher getauft durch die Zeitungen veröffentlichten Fälle von grober Soldaten- Redner führt im Einzelnen aus Amberg an, daß dort vier Arbeiter worden sind, ist gleichgiltig, da sie der Konfession des Vaters folgen. .. 30. 1. und 2. Ihr Vater muß zunächst 47 Wochenmißhandlung an. Das sind Brutalitäten, die die schreckenerregende unter 16 Jahren ebenso lang wie die Erwachsenen arbeiten. Das widerspreche der Gewerbeordnung.( Schöne Gegend! Der Staat beiträge bezahlen. Dann werden ihm bei Berechnung der WarteZahl der militärischen Selbstmorde begreiflich erscheinen lassen. hält seine eigenen Gefeße nicht!) Ferner tadelt Redner, daß sämmt- zeit von 235 Wochen angerechnet: a) diese 47 bezahlten Wochen, Von 1887 bis 1888 sind 4209 Mann im Militär ge- liche Arbeiter an die Pensionskasse Beiträge zahlen, ohne daß sie b) diejenigen Wochen vom 1. Januar 1886 bis zum Eintritt der storben, davon 948 an Selbstmord, und weitere 165 etwas herausbekommen, wenn sie entlassen werden oder selbst ab- Erwerbsunfähigkeit, über welche er Bescheinigungen seiner BeMann hatten vereitelte Selbstmordversuche gemacht. Die größte Anzahl der Selbstmorde hat ihre Ursache in gekränktem gehen. Es sei sogar die Bestimmung getroffen worden, daß den schäftigung in einem jezt der Versicherung unterliegenden Verhältniß oder über Krantheiten bringen fann, c) die Woche des Ehrgefühl und vor allem in der Furcht vor einer barbarischen Wöchnerinnen die bisher gezahlte Vergütung entzogen werde. Straje. Das Militärgerichtsverfahren bildet zwar eine Art ge- 90. Sikung.( Etat der Reichsjustizverwaltung, des Reichsschutz- ersten Jahres seiner Krankheit nach dem Schlaganfall; ist die durch diese Anrechnungen verminderte Wartezeit um, so bekommt er heimer Behme, aber man weiß doch, daß die Strafen des amts, Eisenbahnamts 2c.) Rente. 3. Die Invalidenrente wird gezahlt vom Verlust der tleinen Mannes grausam sind, dagegen die Bestrafung Abg. Stadthagen( Soz.) juhrt Beschwerde darüber, daß so Erwerbsfähigkeit an. Mitglied einer Krankenkasse braucht man der Vorgesezten wegen Mißhandlung ihrer Unter- häufig über Unschuldige in ganz leichtfertiger Weise Untersuchungsgebenen eine lächerlich geringe ist. Das Militärgerichts- haft verhängt würde, ohne daß sie die geringste Sühne oder Ent- nicht zu sein. 4. Auch wer nicht mehr ein Drittel des ortsüblichen verfahren müßte endlich grundsäßlich geändert werden. Zunächst schädigung für die ihnen zugefügten geschäftlichen und pekuniären Tagelohnes verdient hat, erhält die Rente. 5. Auf den wirklich müßte die Oeffentlichkeit des Militärgerichtsverfahrens nofl, wendig Nachtheile erhielten. Die betreffenden Beamten müßten zur Ver- verdienten Lohn kommt es nicht an, in Berlin muß jeder erwachsene männliche Arbeiter 3. Klasse zahlen. Wieviel an anderen eingeführt werden. Bei den Kriegsgerichten sind heutzu antwortung gezogen werden können. Redner führt u. A. einen Orten ist ohne Kenntniß des Orts nicht zu beantworten. tage oft Richter, Ankläger und Vertheidiger in einer Fall an, wo ein Amtsvorsteher einen politischen Gegner ohne jeden Person vereinigt. Einjährige, die unter den Augen ihrer Vor- Grund, nur aus politischem Haß auf 30 Tage einsperren ließ. Enskirchen. Da der Pferdeknecht anscheinend bei einer zum gesezten studentische Mensuren schlagen, werden nicht bestraft. Betrieb der Fabrik gehörigen Thätigkeit verunglückt ist, hat er Anipruch auf Unfallrente vom Beginn der 14. Woche nach dem Unfall, falls er stirbt seine Hinterbliebenen auf Beerdigungskosten und Rente gemäß§ 6 Unfallversich.- Ges. Kriegsminister v. Kaltenborn- Stachau. Der Vorredner hat es für gut befunden, die Zustände der Armee in einem besonderen Lichte(!!) zu schildern, ohne daß mir der Zweck dieser Schilderung klar ist.(!!) Ich glaube, die Absicht, auf die Mehrheit des Hauses in dieser Beziehung zu wirken, hat er nicht gehabt Achtung! Die Staatsanwälte gingen gegen ihre politischen Gesinnungsgenossen auch nicht so rigoros vor, wie gegen Sozialdemokraten. Lettere hätten darum auch besonders Ursache, gegen dies System Verwahrung einzulegen. Staatssekretär Dr. Bosse: Das ist zu beklagen, läßt sich aber unter den menschlichen(!) Verhältnissen niemals vermeiden. Achtung! Sonntag, den 29. März 1891( 1. Osterfeiertag) in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantensir. 77/79 Vocal- und Instrumental- Concert arrangirt vom Sozialdemokratischen Lese- und Diskutir- Verein„ Herwegh" unter gütiger Mitwirkung des Gesang- Vereins ,, Liederlust"( Mitglied des Arbeiter- Sänger- Bundes). Anfang 7 Uhr. Nachdem: TANZ. Billets 25 Pf. Billets sind im Vereinslokal bei Otto Linke, Forsterstraße 45 und beim Genossen O. Mette, Sorauerstraße 5, 1 Tr., zu haben. ArbeiterGesang- Vereinen halte zur Abhaltung von Festen folgende KompoDas Comité. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher in Holzfabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter am 23. März, Abends 8 Uhr in Lehmann's Lokal, Schwedterstr. 23. Tagesordnung: 1. Was haben uns die Kämpfe der Arbeiter in der legten Zeit gelehrt? Referent: Stadtverordneter Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragetasten. Die Kollegen im Norden werden ersucht, in dieser Versammlung recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer fitionen meines Berlags freundlicher Beachtung am Sonntag, den 22. März, Abends 6 Uhr, empfohlen: Clem. Zahn: Aufruf". Gedicht von Georg Herwegh. Part. und Stimme 1 Mt., jede Stimme 15 Bf. Clem. Zahn: Drei Lieder. Georg Herwegh: Das freie Wort. Heinr. Heine: Die Erleuchtung. Em. Geibel: Gondolera. Part. u. Stimme 2 Mt., jede Stimme 25 Pf. La Marseillaise: Deutscher Text von Audorf. Arrangirt von E. Kirsch. Part. und Stimme 1 Mt., jede Stimme 15 Pf. Carl Hunger: Tolle Streiche. Großes humoristisches Potpourri. Part. u. Stimme 2,60 Mt., jede Stimme 40 Pf. J. Günther. Dresden, Biegel- Straße 24. Buch- und Musikalien- Sortiment. Spezialität: Arbeiterlieder. Empfehle Freunden und Genossen mein reich: haltiges Lager von Cigarren u. Tabake. Dajelbst Zahlstelle des Metallarbeiter- Vereins und der Gürtler- Hilfstaffe. Haupt- Agentur der Berliner Feuer- Versicherung. 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