) t 1. n Et ce it T, It It er bl en g. ав &= bei d, Di e= ie 2: 50 3.: 2: 3.: 9: hr PL D= Der t", wa ren 1118 in te" . ng zed. er hne Sei. er= nge elgt 1. b. t d. Perfte, Sirte, tsbj. Ern ung reicht heile ahre. Cara ann e i .35. B Berliner Volks- Tribüne. " = Sozial- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Dolks Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. ..bonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Of. Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mr. 50 pf.) № 15. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- ufer 55. Ausgabe für Spediteure: ,, Volksblatt", Beuthstr. 3. Inserate werden die 4 spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 Pf. berechnet. Dereins- Anzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volks- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen. Sonnabend, den 11. April 1891. " V. Jahrgang. Au die Tapezierer Berlins. Aus der Und ebenso schön geschwiegen hat unsere sonst recht groß- andern ging es nicht, trotzdem er 300 000 Mark, nach Woche. Der internationale Bergarbeiter- schnauzige öffentliche Meinung. Für einen Lumpen, der anderen Berichten sogar 400 000 Mark als Kaution Kongrek. Der Zonentarif. Zur Entwicke- von Bern nach New- York ausgeliefert werden soll, weil angeboten hatte; woraus man wenigstens sieht, was lung der Produktion.- Bürgerliche Schlauheit. er hier gestohlen und betrogen hat, ist eine ganze Spalte Börsenblätter„ verdienen" müssen; wir könnten keine Jahresbudget eines Arbeiters der sächsischen frei. Dafür stammt er auch aus einer sehr anständigen" solche Kaution stellen. Was die beiden angestellt haben? Staatseisenbahnen. Achtstundentag, aber Familie. Aber für arme Arbeiter sich in's Zeug legen? Loblieder auf den Stöcker werden sie in ihren Organen nicht in Deutschland.- Ein Sozialdemokrat. Hui! Ja davon giebt's heute fast mehr wie Brom- nicht gesungen haben. In England ist ein Riesentrust in Bildung beSie kennen sich, oder die Macht der Religion. beeren. Gedicht. Novelle. Der australische- Die Breslauer Regierung hat den Lehrern griffen, die Kohlengruben von Yorkshire, Lancashire, Dockarbeiterstreik. Sybels Begründung des und Gemeindevorstehern unter Androhung von Derbyshire und Stratfordshire umfassend; der Zwischendeutschen Reiches. II. Die Bauernemanzipa- Strafen verboten, dem Pastor Klein in seiner handel soll gänzlich beseitigt werden. Nur immer feste tion des Baren Alexander II. Ueber die Thätigkeit zur Linderung der Noth der armen auf die Weste, das arbeitende Volk wird sich in kurzer durchschnittliche Arbeitszeit in englischen Ge- Weber behilflich zu sein. Einige der Genannten Zeit als lacheuder Erbe erweisen. werken. Armuth und Prostitution.-Ueber- haben nämlich die Kühnheit gehabt, im Gegensatz zu dem arbeit und Unfälle. - gescheidten Dr. Schubert in Reinerz, mit ihrer Unterschrift zu bezeugen, daß in ihren Gemeinden thatsächlich eine Nothlage vorhanden war. Ist der Herr Doktor jezt zufrieden? Ja oder nein. Die österreichische Regierung scheint in die Fußs tapfen Bismarcks treten zu wollen. Tagtäglich werden Versammlungen verboten oder aufgelöst, die RegierungsAn die Tapezierer Berlins! organe speien Feuer und Flammen gegen die Maifeier. Kollegen! In der am 21. März bei Deigmüller Das wird aber alles nichts helfen, der 1. Mai wird in stattgefundenen öffentlichen Versammlung wurde durch Mit sehr großer Majorität hat die griechische Kammer Desterreich schöner, herrlicher begangen werden als im namentliche Abstimmung beschlossen, am 1. Mai die Arbeit beschlossen, den früheren Ministerpräsidenten Trikupis vorigen Jahre. In Prag streifen die Maurer und ruhen zu lassen. Die Unterzeichneten fordern Euch nun sammt seinem ganzen Kabinet in den Anklagezustand zu Zimmerleute. Als sie jüngst eine Versammlung abhalten mehr auf, gemeinsam mit den Genossen des 6. Berliner versezen. Im Ganzen fehlt für 56 Millionen Drachmen wollten, begann die Polizei einzuhauen; man zählte sechs Wahlkreises den 1. Mai zu feiern; wir erwarten daher, der budgetmäßige Nachweis, d. h. das Geld ist ausgegeben, Verwundete. In Wien wurde in einer Maurerversammdaß Ihr am Vormittag in der von den Genossen des aber keine Belege sind vorhanden. Der Herr muß ge- lung der Obmann der Bäckergehilfen von der Tribüne 6. Berliner Wahlkreises einberufenen Versammlung zahl- wirthschaftet haben wie ein Wolf. An einer Heulieferung geworfen. Die Meister erklärten dem vermittelnden reich erscheint, um dadurch zu dokumentiren, daß Ihr Be- allein soll er 350 000 Drachmen,( ungefähr ebensoviel Magistratsvertreter, sie würden zu Grunde gehen, wenn schlüsse, welche von Kongressen 2c. gefaßt werden, in allen Franks) ins Verdienen gebracht haben. Bei Decken- und sie die Forderungen ihrer Arbeiter bewilligten. Unter ihren Konsequenzen hochhaltet. Schuhlieferungen fielen ebenfalls Ersparungen ab für den den heutigen Verhältnissen werden sie zwar nicht verVon Mittag ab werden wir ebenfalls vereint mit Ministerpräsidenten und seine Freunde, desgleichen beim hungern, vielleicht aber in absehbarer Zeit in ihrem den Genossen des 6. Wahlkreises im Moabiter Schüßen- Miethen von Militärräumen. Die griechische Kavallerie eigenen Fett ersticken. hause„ unser Fest", das Fest der Arbeiter, feiern. ist wenig zahlreich. Nach der Provision von 350 000-Braunschweig ist eine schöne Stadt, Braunschweig Kollegen, thut Eure Pflicht und agitirt bis dahin Drachmen zu schließen, hätte man die Rosse jahraus jahr ist eine brave Stadt und Vraunschweig ist eine sittsame für die Feier des 1. Mat. ein mit kleinen Weinbeeren füttern können und es wäre und ruhige Stadt. Dort weiß man wenigstens noch, G. Freiwaldt. C. Feder. H. Klatt. nicht mehr darauf gegangen, wenn eben nicht andere mit was es heißt: Du sollst den Feiertag heiligen. Von Sonnabend Nachts 12 Uhr bis Sonntag Nachmittags 4 Uhr Ich kann auch diesen Aufruf nur abdrucken, indem gefressen hätten. ich, wie schon bei dem Aufruf der Genossen des 6. Wahl- Der argentinische General Roca hat nach altem aber darf in dieser Stadt keine Musik, fein Konzert stattfreises, konstatire, daß die Redaktion der„ Berliner Volks- bewährtem Rezept ein Attentat auf sich verüben zu lassen finden. Das weiß ich, wenn ich einmal ordentlich ausTribüne" sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht genehmigt. Er hat vorsichtig Loch und Kugel an seinem schlafen will, gehe ich nach Braunschweig. Wie ist's für die Feier am 1. Mai erklären kaun. Wagen anbringen lassen, ehe er ausfuhr. Den Knabe, denn? Darf man in Braunschweig Braunschweiger Würste der den Attentäter stellen" sollte, wurde instruirt, eine essen, soviel und wann man will? Und auch ein Töppchen leere Patrone loszudonnern. Und dann hat der Herr Bier dazu trinken, wie ,, Deppchen- Göze" sagt? Kennt Jemand den Prinz Rioki"? Ist ein Aus der Woche. P. E. 11 -se- Die in New- York erscheinende tschechische Zeitung General noch etwas angeordnet, das war aber weniger Hlaslidu" berichtet unter dem Titel:„ Weiße Sklaven in vorsichtig. Man fand zwei Tage vor dem Geschehniß in gar feines Thierchen, Schooßhund der Adelina Patti, Amerika" über folgende Scheußlichkeiten: Die Norfolk and einer Druckerei eine Anzahl Bulletins, welche den ganzen die schön sang, als sie jung war, jezt aber eine alte Western Railway ließ durch einen Agenten, dem sie pro Rummel im Voraus verkündeten. Heißt ein Unglück! Schachtel ist. Der Hund ist ein Geschenk des russischen Kopf zwei Dollars Provision zahlte, polnische, böhmische Wird der saubere Herr einmal davongejagt, dann kann Väterchens. In Paris wurden ihm vor ein paar Tagen und jüdische Arbeiter für Elkhorn in West- Virginien an- er in den europäischen Tingel- Tangels singen: Dies ist sechs neue pieffeine Toiletten angemessen und zwar: Zwei werben. Als Bedingungen der Aufnahme wurden ge- die Kugel, die Kugel, die Kugel, dies ist die Kugel, die große, eine mittlere, eine gewöhnliche, ein Neglige und fordert: Unkenntniß der Landessprache und Unterzeichnung einst mich Armen traf. ein Reisekostüm. Zu jeder Toilette gehört ein besonderes eines Arbeitsvertrages, dessen Inhalt die Arbeiter nicht Seuchen und Schnorrer ziehen von Land zu Land. Halsband. Bei großen Empfängen trägt der Hund eins verstehen konnten. Die Leute mußten einen Theil des Desterreich ist die Heimath der Konfisceriche. Jezt ist mit goldener Kette und den Namenszug der„ Göttlichen" Weges in falter Jahreszeit, viele bloßfüßig zurücklegen. auch in Dänemark ein litterarischer Peter Arbues er- in Türkisen. Den täglichen Speisezettel des Prinzen Während der Arbeit standen Arbeitsleiter und Aufseher standen, der mit kezerrichterlicher Hand die Bösen beim Schnudi pardon Riofi haben wir leider noch nicht erfahren mit Büchsen und Revolvern daneben und trieben sie an. Kragen faßt. Der Justizminister Nellemann hat gegen können. Sollte uns in nächster Zeit diese Gnade zu Theil Wer nicht schnell genug vorwärts kam, wurde braun und die bürgerliche Zeitung„ Sjöbenhaven" einen Prozeß an- werden, so bekommen ihn unsere Leser ehemöglichst vor blau geschlagen. Täglich kamen Züchtigungen vor, mit gestrengt, weil sie den Roman„ Bel- Ami" von Guy de Augen! -x Wer etwa gemeint haben sollte, daß nach Abder Peitsche und mit Rohlederfarbatschen. In der Nacht Maupassant abdruckte. Es ist fürchterlich: Alles wird lauf des Sozialistengesezes auch die Aere der Geheimwurden die Leute zusammengesperrt, die, welche im Ver- international, selbst die Gescheidtheit. dachte standen, ausreißen zu wollen, aneinandergefesselt,| In Augsburg sangen acht Arbeiter nach der Melodie bundsprozesse ein Geschenk von Bismarck, das ist noch der Wacht am Rhein den Text des„ Arbeiterfeldgeschrei" kaum da gewesen; er läßt lieber sich was schenken. aus schlechtem schwarzen Kaffee und Speck; die Arbeiter und wurden deshalb wegen groben Unfugs zu Geldstrafen Dieses Wunder hat sich indeß wirklich ereignet: zu mußten die Lebensmittel von den Vorstehern zu so hohen verurtheilt. Hätten sie den„ Jungfernfranz"," leb' immer einem Kaiser Wilhelms- Hain in Dortmund hat er Preisen entnehmen, daß sie beständig mit 20-30 Dollars Treu und Redlichkeit“,„ Du, du liegst mir" gesungen, einige Bäumchen aus dem ihm seiner Zeit geschenkten in Schuld standen. Dazu gab's noch Knutenhiebe, wer wär's unter Umständen Störung der öffentlichen Ruhe Sachsenwalde, die ihn nichts kosteten, geschenkt, aber das Porto dafür, das ihn 24 M. 35 Pf. gekostet hätte, ist ſich unbotmäßig zeigte, wurde mit vorgehaltenem Gewehr gewesen. Also, Maulhalten und weiterdienen. zur Vernunft gebracht. Alle diese Thatsachen wurden Die Frankfurter Zeitung" schreibt: Man erzählt er richtig schuldig geblieben; die Bäumchen sind unfrankirt don einem bürgerlichen Journalisten, der auf den Bericht sich in politischen Kreisen, daß einen wesentlichen Theil angekommen!-Aecht- bismarckisch!-- zu Ende sei, der der Hlaslidu hin in jene Gegend reiſte, bestätigt. Und zu den Kosten dieser großartigen Huldigung des Fackel- dürfte sich getäuscht haben, es sind vielmehr immer noch die Behörden und die Regierung? Kümmern sich einfach zuges anläßlich des 70. Geburtstages Bismarcks die Re- solche zu erwarten. Von einem ist es ganz sicher, daß er nicht darum. Es waren ja freie Arbeiter! Wer hat venuen des Welfenfonds hergegeben haben. Dieser Welfen- noch schwebt. Man erinnert sich, daß im November. 87 ihnen befohlen, sich zu verkaufen? Und dann war ja fonds scheint ergiebiger gewesen zu sein wie Fortunatis ein Monſtreprozeß gegen einige 30 Genossen in Breslau die Urheberin der Gräuel eine reiche Eisenbahngesellschaft. Säckel oder der Ranzen Fra Galdinos. stattfand, welcher zu fast durchgängiger Verurtheilung Mit der hätte man anbinden sollen? So kurze Zeit vor| In Berlin wurden zwei Inhaber von Börsen- führte, wenn auch angesehene Juristen ob deren Begründer Präsidentenwahl? Hat sich was! Die Aktien der blättern verhaftet. Dem einen gelang es nach Hinter- dung stark die Köpfe schütteln mußten. Mit diesen Errepublikanischen Partei stehen so schon unter aller Kanone. legung einer Kaution vorläufig frei zu kommen, beim folgen war aber die dortige Staatsanwaltschaft keines wegs zufrieden; noch während der Verhandlungen oder Der internationale Kongreß der Bergleute ist in der Ar- führen, blos Dunst. Daß eine Verbilligung der Tarife sofort danach wurden Materialien zu einem neuen Pro- beitsbörse versammelt, um zu berathen, ob der allgemeine Ausstand einen ungeheuren Aufschwung des Verkehrs zur Folge der Bergleute von England, Frankreich, Belgien, Desterreich- Ungarn zesse gesammelt. Bei Gelegenheit einer Haussuchung be- und Deutschland nothwendig werden könnte, um den achtstündigen haben wird, ist klar, wie etwas; dadurch wird das Minus schlagnahmte man auch eine Anzahl Schriftstücke und Arbeitstag zu erlangen. Er ladet die Regierungen und Gesetz- wieder eingebracht. Daß dieser Verkehrsaufschwung mög Drucksachen, welche aber weder für Geheimbundsprozesse gebungen ein, einen internationalen Verband zum Zwecke des lich ist ohne Vergrößerung des Betriebsmaterials, haben überhaupt, am allerwenigsten jedoch für einen solchen in gemeinsamen Studiums besonderer Geſetze für alle Bergleute zu die Freunde der Tarifreform auch nachgewiesen; denn bilden. Dieser Verband würde jenem entsprechen, welchen die Breslau Beweismaterial geben können. Nach nunmehr Regierungen bezüglich der Posten und Telegraphen geschlossen gegenwärtig wird eine geradezu unglaubliche Verschwendung drei Jahren hat der betroffene Genosse, der inzwischen haben." mit ihm betrieben. Und schließlich was liegt denn an einen anderen Ort verzogen, dort auch einmal fomHierdurch hatte der Kongreß die Frage des all- den Leuten daran, ob der Staat Geld kriegt oder nicht missarisch vernommen worden ist, die Herausgabe seiner gemeinen Ausstandes ganz in die Ferne gerückt. Um sie bringen es ja doch nicht auf, sie lassen sich ja im Sachen beantragt, dieselbe ist aber abgelehnt worden, nun doch den Wünschen der Belgier einigermaßen gerecht Gegentheil noch Etwas zugeben! mit der Motivirung, der Fortgang der gerichtlichen Unter zu werden, faßte der Kongreß einstimmig den Beschluß: Ueberdies sind diese ganzen Gründe schon deshalb suchung verlängere sich deshalb, weil ein Theil der Ve-„ Wenn die belgischen Bergleute zum allgemeinen Aus- hinfällig, weil es auch die gegenwärtig schon anerkannte schuldigten ins Ausland übergetreten sei. In der That stande schreiten, werden die Bergleute aller verbündeten Aufgabe des Staates nicht ist, aus derartigen Untersind in 1888 mehrere Breslauer Genossen nach Amerika Länder diesen Ausstand mit allen Kräften unterstüßen, nehmungen Profit zu schlagen, sondern sie zum Nußen gegangen, theils dort bereits verstorben, theils noch auf sei es indem sie selbst die Arbeit einstellen, wenn ihre der Allgemeinheit zu verwalten. Aus diesem Grunde hat hältlich. Da erstere nicht zurückkehren können, lettere Unternehmer Kohlen nach Belgien senden, sei es indem sie man ja auch das Chausseegeld abgeschafft. Haben sich aber wohl gleichfalls keine Lust haben, sich dem Bres- die Kohlenproduktion auf den nothwendigsten Bedarf ein- unsere Junker damals gesträubt, haben sie damals gelauer Gerichte zu einem Prozesse zur Verfügung zu stellen, dämmen; sei es indem sie andere ihnen zweckmäßig schrieen, daß das eine„ sozialistische Maßregel" sei.? Oder so ist also noch gar nicht abzusehen, wenn die Angele- scheinende Mittel anwenden." Die Engländer versprechen ist das Chausseegeld vielleicht etwas anderes, als das genheit zum endgiltigen Austrage fommt. den Belgiern noch besonders, sie nach Kräften mit Geld Fahrgeld bei der Eisenbahn? Aber damals kamen ja die - Noblesse oblige. In Bayern verunglückte ein zu unterstützen. junterlichen Interessen sehr in Frage; die Herren Agrarier Kondukteur im Dienst. Es wurde ihm eine Pension an- Bezüglich des internationalen Verbandes der konnten ihre Fuhren zur Bahn bringen, ohne daß sie für gewiesen, die aber jenes Maß nicht erreichte, das der Bergleute wurde der Beschlußantrag der Engländer an- die Benutzung der Chaussee zu zahlen hatten; das nahm Mann beanspruchen konnte. Er ging den vorgeschriebenen genommen:„ Der Kongreß ernennt von Neuem das Komitee, ihnen der Staat ab, die Steuerzahler; das ließen sie sich Weg der Vorstellung an das t. Staatsministerium, wurde welches im Jahre 1890 zu Brüssel bestand und ertheilt also ganz gern gefallen!. abgewiesen und stellte dann Zivilflage. Und was that demselben Vollmacht, den Plan eines internationalen Aber wir verkennen die Herren! Schwarze Seelen der Fiskus? Statt dem Manne zu seinem Rechte zu Verbandes der Bergleute zu entwerfen." voll Niedertracht und Tücke, die wir nun einmal sind, Natürlich, wie konnten wir die Leute nur so ver fennen! Blos, damit die Arbeiter im Westen ihre hohen kennen! Blos, damit die Arbeiter im Westen ihre hohen Löhne behalten, blos deshalb sind die Edlen Gegner des Zonentarifs! verhelfen, machte er die Ve jährung geltend, obwohl er Der Schluß des Kongresses vollzog fich in friedlichster verstehen wir gar nicht ihren engelreinen Idealismus. nicht bestritt, daß der Mann im Dienst verunglückt sei Weise, unter den gebräuchlichen Danksagungen und Bei- Nicht aus selbstsüchtigen Gründen wollen sie nichts von und daß er Zeit nur dadurch verloren hatte, fallskundgebungen. Auch die Finanzfrage, doppelt heiflich einer Personentarifreform wissen; edel und ideal angelegt, weil er auf gütlichem Wege sein Recht such te.- für arme Bergarbeiter, wurde in glattester Weise gelöst, wie sie sind, ist es blos die Sorge um den Arbeiter, den Man nennt das Sozialreform. indem die Engländer es übernahmen, alle Kosten des deutschen Arbeiter, den sie so in ihr Herz geschlossen haben, Kongresses zu decken, welche die zu diesem Zwecke ge- ist es nur das, was sie zu ihrer Stellung bringt. Der internationale Bergarbeiter- Kongrek, sammelte Summe 1137 Franks 50 Zentimes So schreibt die„ Kreuzzeitung" vom 2. April: Da wird darauf hingewiesen, mit welcher Leichtigkeit sich welcher vom 31. März bis 5. April zu Paris tagte, wurde übersteigen. wie telegraphisch gemeldet- von 99 Delegirten be In ihre Heimath zurückgekehrt, vertraten die belgischen( nach Einführung des sogenannten Zonentarifs) Angebot und Nachfrage der Arbeitskräfte ausgleichen müssen." Da stehen sucht, welche ihr Mandat von fast einer Million Berg- Delegirten auf dem sofort eröffneten belgischen Arbeiter allerdings große Arbeiterwanderungen in Aussicht. Am Rhein lenten erhalten hatten. 448 638 englische Bergarbeiter Kongresse zu Brüssel den Standpunkt der Mäßigung sind die Löhne hoch und alles drängt dorthin, infolge überhatten 41 Delegirte entsandt; 127 000 französische 23 und Vorsicht, welcher auf dem internationalen Kongresse mäßigen Angebotes sinken daselbst die Löhne, um anderwärts, Vertreter; 92 000 belgische deren 15. Die 19 deutschen zu Paris den Sieg davon getragen. Das Endergebniß etwa im Osten, wo das Angebot fehlt, vorübergehend wieder zu steigen, bis sich die Massen wieder dorthin wenden. Da der Delegirten waren von 141 531 Bergleuten formell ge- war der Beschluß: dem Generalrathe der Arbeiterpartei Arbeiter nicht tagtäglich alle Lohnverhältnisse Deutschlands überwählt worden; in Wirklichkeit vertraten sie eine weitaus werde für den Fall, daß die Kammern nach den Oster- sehen kann, so wird sich eine veritable Arbeiterbörse unter Fühgrößere Zahl von Auftraggebern, welche durch den Druck, ferien nicht sofort zur Berathung der Verfassungsrevision rung gewiffer Spekulanten heranbilden, die mit den Arbeitsder von der Regierung und den Unternehmern in Deutsch schreiten, die Vollmacht ertheilt, den allgemeinen Streit fräften so spekuliren wie mit Getreide und sie wie dieses umberfahren lassen werden, um die günstigsten Konjunkturen auszuland auf diese Arbeiterkategorie ausgeübt wird, verhindert bis nach Erledigung des Budgets hinauszuschieben. nüßen. Diese Spekulanten werden dabei gewinnen, die Arbeiter worden waren, sich offen für die Beschickung des BergWas unsere liebe Bourgeoisie von der Sache selbst aber nicht, denn sie werden nirgends seßhaft sein und inarbeiter- Kongresses zu erklären ein Umstand, den die denkt, macht wohl folgender Erguß einer schönen Unter- folge des durch den erleichterten Verkehr zu Tausenden vervieldeutschen Delegirten nachdrücklich hervorhobeu. Aus nehmerseele aus Westfalen in der„ Kreuzztg." am Klarsten: fachten Angebotes schließlich allerwärts zu gedrückten Löhnen arbeiten müssen. Dasselbe gilt vom Landmann und Handwerker; Desterreich war nur ein Delegirter, der Bergmann Czar-„ Der Pariser Kongreß hat den Weltstreik formell von der sie sind an ihre Arbeitsstätte gebunden und werden vollends dem noch, gekommen. Hand gewiesen, aber im Prinzip gebilligt, dagegen hat er sich Spekulanten ausgeliefert, wenn derselbe um einen Spottpreis Die Stellung der verschiedenen Nationalitäten zuten. Nun haben die Engländer, die Deutschen und Franzosen strecken kann. dafür ausgesprochen, daß die Belgier die Avantgarde bilden soll seine und seiner Agenten Thätigkeit über ganz Deutschland erder brennendsten Frage des Kongresses, dem allgemeinen in dramatisch bewegter Szene mit feierlich erhobener Rechten den Bergarbeiter- Ausstande, war im Großen und Ganzen Belgiern zugeschworen, sie würden dafür sorgen, daß Belgien im folgende: Die Engländer, obwohl im Prinzipe dafür, Streitfalle keine Kohlenzufuhr erhielte, andernfalls würden sie hielten den Ausstand doch unter den gegenwärtigen Ver- auch streiken. Erhält Belgien keine Kohlenzufuhr, dann wird der ganze belgische Staat lahmgelegt und die Bergleute sind in für hältnissen und vor weiteren bedeutenden Fortschritten in zester Frist die Diktatoren. Es ist aber wohl nicht daran zu Allerdings, billige Beförderung der Arbeitskraft muß der Organisation der Arbeiterschaft für erfolglos und denken, daß die Zechen sich durch die Versprechungen ihrer Arbeiter für höchst verderblich. Die Franzosen erklärten sich gleich für gebunden erachten, die westfälischen Zechen werden unzweifel- nothwendig eine rein bürgerliche Forderung sein. Was haft jede belgische Bestellung effektuiven. Die Folge ist also der nüßt dem Bourgeois die Reservearmee, wenn er sie nicht falls prinzipiell für den Ausstand und ein Theil von Streit auch in Deutschland, denn es kann gar keinem Zweifel zur Hand hat! Tausende und Abertausende von Arbeitern ihnen sogar mit Begeisterung- aber auch ihnen erscheint unterliegen, daß die Bergleute ihr Wort halten werden. Fr er für die nächste Zeit unausführbar; es wurde unter freulich ist, daß der Reichstag noch eine Zeit zusammenbleibt: liegen auf dem Pflaster und suchen nach Arbeit und Anderem auf die Thatsache hingewiesen, daß eine Anzahl möge er nur nicht zu früh Schicht machen", man wird seine würden ihm sein Werk für einen Hundelohn verrichten; aber gerade in seiner gottverlassenen Gegend herrscht ein Bergleute, welche sich an den letzten großen Ausständen Hilfe vielleicht noch brauchen können. Das sonstige Verhalten unserer Delegirten in Paris ist so, allgemeiner industrieller Aufschwung, die Arbeitskräfte sind in Nordfrankreich betheiligten, noch heute ohne Beschäfti- daß noch vor drei Jahren niemand für denkbar gehalten hätte, selten und müssen theuer bezahlt werden. Sehnsüchtig gung sind. Eben so entschieden sprachen sich die deutschen daß deutsche Bergleute so handeln können, am wenigsten die DeDelegirten im Prinzipe für die allgemeine Arbeitseinstellung legirten von 147000 Bergarbeitern. Sie singen die Carmagnole, denkt er an die Arbeitslosen, denen er so gern Arbeit geben als letztes Zwangsmittel gegenüber Unternehmern und legen einen Stranz nieder auf die Gräber der Kommunarden und würde, der Humane, um die Löhne zu drücken; aber wo machen in ihren Reden ihr eigenes Vaterland schlecht. Seit 1889, soll er sie herbekommen? Regierungen aus, aber in höchst nachdrücklicher Weise wo jede Arbeiterversammlung mit einem Hoch auf den Kaiser er- Das wird anders, wenn das Reisen verbilligt ist zeigten sie zugleich, daß eine unzeitige Anwendung dieser öffnet und geschlossen wurde. ist das ein großer Fortschritt", äußersten Maßregel die deutschen Arbeiter ins Verderben aber was für einer! Trotzdem würden wir bei der hochgradigen und man für eine Mark durch ganz Deutschland reisen Aufregung der Gemüther das Heil jetzt nicht in Repressivmaß- fann.*) Wo alsdann bekannt wird, daß Arbeit zu finden stürzen würde. Der Bergmann Brodam erinnerte, daß regeln sehen, die nur Del ins Feuer göffen. Alle landeskundigen ist, da werden in ein paar Tagen die Arbeitslosen zudie Deutschen es seien, welche die Idee des allgemeinen Bersonen sind vielmehr der Meinung, daß, wie die Arbeiter ſich ſammenströmen, um für billiges Geld ihre Haut zu Markte Ausstandes zuerst gehabt; aber er wies auch hin auf die international organisiren, jetzt dringend eine Verständigung der B.mühungen eines Theiles der Unternehmerschaft, welche Regierungen nöthig ist. Für uns würde am wichtigsten eine zu tragen, und schmunzelnden Gesichtes kann der UnterVerständigung mit Belgien sein. Frankreich und England liegen nehmer seine Profite einstreichen, die durch keine Be sich gerüstet hat, die Arbeiter zur raschen Verwirklichung uns ferner, dagegen wird das Feuer in Belgien sofort auch unser gehrlichkeit" der Arbeiter geschmälert werden. Bei diesem dieser Idee zu treiben. Es sei eine Falle, und wenn die Haus in Flammen ſetzen. Es wäre jogar, falls die belgische Arbeiter in dieselbe gingen, würden sie von den Unter- Regierung der Bewegung nicht Herr werden kann, im schlimm- ungeheuren Vortheil, den die Bourgeoisie vom Zonentarif nehmern und von der Regierung mit den in Deutschland ſten Falle ein militärisches Einschreiten von deutscher Seite in hat, müßte sie sich, sollte man meinen, mit ihrer ganzen moralischen Entrüstung für ihn ins Zeug legen! Weshalb gebräuchlichen Mitteln schonungslos unterdrückt werden. Belgien in Aussicht zu nehmen." Die Lage ist also sehr ernst; denn sicherlich hat eine sie das nicht thut, werden wir gleich sehen. Sollte der Ausstand Erfolg haben, so müsse er unerVerständigung der Regierungen zu diesem Zweck mehr Die Junker im Osten können auf jeden Fall nur wartet ausbrechen. Man möge ihn vorbereiten. Die bei den anderen Nationalitäten überwiegende Aussichten, als eine solche in Betreff des Achtstundentages. Nachtheil haben. Niedriger können die Löhne nicht mehr Vorsicht konnte die ein sofortiges Va banque- Spiel an- ie sich die Dinge entwickeln werden, ist freilich nicht werden bei ihnen, dagegen werden die Arbeiter noch mehr strebenden Belgier nicht befriedigen; der internationale voraus zu sehen, daß aber im Bedarfsfalle die belgische fortwandern, so daß ihnen nur, wie theilweise schon jetzt, Ausstand als Druckmittel zur Herbeiführung des Acht- Regierung irgend eine fremde Soldateska auf ihre Arbeiter die Alten und Schwachen zurückbleiben. Bei ihrer zurückstundentages und der übrigen von den Bergleuten an- loslassen würde, und daß derartige Henkersknechte ihr zur gebliebenen Wirthschaftsweise ist auch eine leicht bewegliche gestrebten Verbesserungen, würde so meinten sie Verfügung stehen werden, ist wohl klar. Diese drohende Arbeitermasse für sie nicht nöthig, welche dem Bedürfniß ihnen auch zur Erfüllung ihres politischen Anspruches Katastrophe, zusammen mit der dräuenden Kriegsgefahr, folgend hin- und herpendelt. In Rübengegenden etwa verhelfen. Sie suchten die Gegengründe der abrathenden der abermaligen zu erwartenden schlechten Ernte und der hat man das Bedürfniß, und deshalb werden die mittelschweren geschäftlichen Krise, in deren zweiten Akt wir deutschen Landwirthe auch wohl eine andere Stellung einDelegirten zu widerlegen, deren Befürchtungen zu zerstreuen oder als übertrieben darzustellen. Auch ein Ader- ießt eben eintreten, lassen furchtbare Erschütterungen nehmen, wie ihre östlichen Kollegen. Aber das alles sind ja nur Kleinigkeiten; der Haupt laß meinte der belgische Delegirte Defuisseaux, als ein in nächster Zeit erwarten. Die bürgerlichen Deutscher auf die Möglichkeit einer blutigen Unterdrückung Parteien sind gerüstet; mögen sich die Arbeiter grund liegt ganz wo anders. des Bergarbeiter- Ausstandes hingewiesen auch ein vor unbesonnenen Provokationen hüten! Aderlaß werde den deutschen Arbeitern nicht schaden. Mit größtem Ungestüme drangen nun andere Belgier auf die Entscheidung des Kongresses für den allgemeinen Streif zu einem nahen Termine. Die Debatte über diesen Welches Interesse mag wohl die Junkerpartei haben, Gegenstand war eine ungemein lebhafte; einige Franzosen sich so energisch gegen jede Verbilligung der Eisenbahntarife lichen Zügen: stellten sich vollständig und einige Deutsche beinahe ganz zu sträuben? Die Herren sind ja doch sonst nicht so, auf den Standpunkt der Belgier- aber das Endergebniß und nehmen, was sie kriegen können; weshalb sollen sie war dennoch ein Beschlußantrag des belgischen Arbeiter- sich also so sehr dagegen wehren, daß auch ihnen das führers Defuet, welchen Alle anzunehmen vermochten. Reisen billiger kommt? Derselbe lautet: Der Zonentarif. Gegen Demokraten helfen nur Soldaten," singt die „ Kreuzzeitung" und ihre Leute, und Caprivi spricht davon, daß die Regierung die Eventualität eines Straßenkampfes mit uns im Auge behalte. *) Die von Engel vorgeschlagenen Tarife sind bei gewöhn h δι 6 b a δ in b BREAK 25 ni di za A E di Ja 1111 18 18 18 18 18 18 18 18 11 18 18 88 18 18 18 18 18 18 888888 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 18 tra die die den in ind in lln r III. II. I. 15 km: 25 km: 50 km: Mr.-, 10 Mr.-, 20 Mt. " " , 25 , 50 , 50 2, " " auf 1, 4, " vor Offenbar sind die fiskalischen Gründe, welche sie anDarüber: 1, " 2, " 71 6, 2 e t t g It t 6 e t h r e r r 113 It , כ 5. t, n 1, ch === d n n T= 3, u er T= )= 5= T= er 1= l= en r; EA Nun ist das Fatale bei der Sache, daß die Soldaten jezt ein Arbeiter so viel schafft, wie früher] der Welt! Ja, König Nabucadnezar war gar nicht so auch Arbeiter sind; und wenn auch der militärische Drill zwei ein halb! dumm, der konnte mehr Chemie, wie ihr Arbeiter, ihr! Wunder thut, eine Grenze hat auch die Wunderwirkung. In England war schon 1855 eine hohe Staffel der Leider hat die Sache nur einen Haken, und zu unserer Da giebt es denn nur ein einziges Mittel, daß man die Entwicklung erreicht, deshalb ist die Steigerung der Betrübniß müssen wir Herrn Rademann verrathen, daß Soldaten aus den intelligenten Distrikten, wo die Leute Produktivität hier schwächer. Interessant ist aber die das ein sehr bedenklicher Haken ist. Es genügt nämlich schon alle Sozialdemokraten sind, in die dunkelsten Gegen-| Gegenüberstellung von Preußen, Frankreich und Belgien; nicht, daß man einige Gramm Eiweiß, Fett und Kohlenden Posens und Ostpreußens schickt, wo keine Gefahren letztere weisen 1855 noch eine höhere Ziffer auf, während hydrate in den Mund steckt und hinunter schluckt, sondern von aufrührerischen Geistern gefürchtet werden; die Polen 1889 Preußen alle überflügelt hat. Damals stand der man muß sie auch verdauen. Und da ist nun der und Ostpreußen aber, die noch nicht von der Krankheit Durchschnittsgewinn eines Bergmanns in in Preußen menschliche Magen so eigenthümlich eingerichtet, daß er des Sozialismus angefressen sind, und noch stramm, frisch, 16 Tonnen unter jenem der französischen, 7 Tonnen manche Speisen absolut nicht verdauen will, trotz der fröhlich, fromm auf die höhere Einsicht des prämiirten unter jenem der belgischen Minenarbeiter, während 1889 schönen Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate, die darin Unteroffiziers schwören, werden in die intelligenten Gegen der preußische Bergmann jährlich 102 Tonnen Kohlen sigen; und was nutt mir das Essen, wenn es nicht verden geschickt. Daß sie hier mit dem sozialistischen Gift durchschnittlich mehr aus der Erde schaffte, als sein daut wird? fragen wir mit dem großen Denker Wrangel. nicht infizirt werden, dafür sorgt der Staat schon väterlich französischer Bruder, und 115 mehr, wie sein belgischer. Zu diesen Speisen gehören namentlich die Hülsenfrüchte. durch das Zusammensperren in den Kasernen. Diese erstaunliche Thatsache ist nicht etwa dem Umstande Das ist sehr schlimm, Herr Otto Rademann in FrankNun wäre es natürlich schlimm, wenn diese letzte zuzuschreiben, daß der preußische Bergmann längere furt, nicht wahr? Aber noch schlimmer ist es, wenn die Stüße von Staat und Gesellschaft, die Stupidität der Schichten hat; durchschnittlich ist die Arbeitszeit in den Wissenschaft diesen„ Haken" schon längst fennt, und Herr Posener, Ostpreußen, Hinterpommern u. s. w. auch noch Bergwerkrn ziemlich die gleiche. Die größere Produktivität Otto Rademann in Frankfurt trotzdem seinen gläubigen ins Wanken geriethe. der preußischen Bergleute ist auf den Umstand zurück- Lesern diese alten, lange überwundenen Lehren mit dem Das würde sie aber sicher thun. Ihre Ursache ist zuführen, daß die industrielle Entwicklung in Preußen ernsthaftesten Gesichte von neuem vorträgt. Nehmen wir die Noth, in der diese Leute leben, die gedrückte Atmo- und in ganz Deutschland, und die hiermit zusammen- zu Ihrer Ehre an, Herr Rademann, daß es blos eine sphäre, welche sie umgiebt, die Bedürfnißlosigkeit ihrer hängende Anwendung arbeitersparender Maschinen eine bodenlose Unwissenheit ist, welche dieses Buch auf dem zurückgebliebenen Kultur. Werden sie aus ihrer Milieu höhere geworden ist. Die große Produktivität der deut- Gewissen hat. herausgerissen, so werden sie in kurzer Zeit„ helle". Daß schen Bergleute erklärt auch die 20 bis 30 pCt. Divi- Ganz schweigen wollen wir von den geschmacksdie billigen Eisenbahntarife sie herausreißen würden, ist denden, die die Rheinisch- Westfälischen Kohlenwerke auf physiologischen Einwänden, die sich gegen die angeführten aber sicher; denn so dumm ist denn auch der dümmste ihre Aftien auszahlen. Küchenzettel vorbringen lassen. Sogar das Vieh frißt Hinterpommer nicht, daß er nicht eine Mark opfern sollte, Und das ist denn auch der Zweck dieses ungeheuren nicht alles, wenn es auch Nahrungsstoffe enthält und um zweimal so viel Lohn zu verdienen. Welche Be- Triumphes des menschlichen Geistes über die Natur: verdaulich ist; und der Arbeiter ist doch auch ein Mensch weglichkeit würde mit einem Mal in die trägen Massen die Dividende. Fleißige Leute konstruiren neue Ma- so zu sagen; und vielleicht hat Herr Otto Rademann tommen! Und welche Fortschritte würde die schinen, welche die Arbeit erleichtern, fleißige Leute ar- schon einmal an sich die Erfahrung gemacht, daß man Sozialdemokratie unter ihnen machen! beiten mit diesen Maschinen; aber ihre Arbeit wird nicht troß starken Hungers eine Speise nicht verzehren kann, leichter und kürzer, sondern nur ertragsreicher; und weil sie nich schmackhaft ist? Ob nun billige( stinkende) den Ertrag bekommen nicht sie, sondern den streicht Seefische, Magermilch und amerikanisches Schweinefett irgend ein Mensch ein, der sich die Aktien der betreffenden besonders appetiterregend sind, wage ich nicht zu beBergwerke gekauft hat. Und deshalb niemals den Zonentarif! Bur Entwickelung der Produktion. Bürgerliche Schlanheit. Die Broschüre haupten. Vielleicht ist das ein Luxus, daß der Arbeiter Appetit zum Essen haben will, und diesen begehrlichen Leuten ist das ja natürlich zuzutrauen, daß sie solche Luxusbedürfnisse partout befriedigen wollen. Ja, so ist Staatseisenbahnen. Die wirthschaftliche Entwickelung der Produktion illust.irt am besten eine Statistik über die Entwickelung des Kohlenbergbaues, welche kürzlich der„ Colliery Guardian", das Organ der britischen Kohleninteressenten, Wie nährt sich der Arbeiter?"" Unter diesem aber einmal der Mensch, verdorben von Kindesbein an, veröffentlicht hat. Die Kohle ist der wichtigste Bedarfs- Titel" hat Otto Rademann in Frankfurt bei Knauer eine und namentlich der Arbeiter. Ja, wenn die Menschen artikel der Industrie, die zu Allem nöthig ist, und so ist Broschüre erscheinen lassen zur kritischen Betrachtung der erst besser wären! denn eine Rohlenstatistik der beste Gradmesser für die Ernährungsweise der Arbeiterfamilien. industrielle Entwickelung. Zugleich zeigt die Tabelle das knüpft an die bekannten Arbeiterbudgets an, welche das wunderbare Steigen der Produktivität der Arbeit. freie Hochſtift zu Frankfurt a. M. herausgegeben hat. Jahresbudget eines Arbeiters der sächsischen Die mitgetheilte Statistik umfaßt die Kohlenproduktion Bekanntlich ist in jener Broschüre die Lebensweise von von Großbritannien, Preußen, Frankreich und Belgien. drei verschiedenen Arbeiterfamilien in Frankfurt a. M. einDesterreich ist trotz seiner großen Kohlenproduktion leider nicht mit einbezogen, wahrscheinlich deshalb, weil die gehend ermittelt worden. In der uns vorliegenden neuen Quellen nicht zulangen, Die erwähnte Statistik nennt Arbeiterfamilien, beispielsweise in der Familie A. nur Broschüre stellt nun der Verfasser fest, daß in diesen die Zahl der beschäftigten Arbeiter und die Durchschnitts 94,027 Gramm Eiweiß, 68,535 Gramm Fett, 535,341 Brot zahl der Tonnen Kohle, die jährlich von jedem beschäftigten Gramm Kohlehydrate verzehrt worden seien, das sei für Fleisch Arbeiter gewonnen wurden. Die Tafel, in welcher die eine vollständige tägliche Ernährunng von Mann, Butter. Ergebnisse dieser Untersuchung zusammengestellt sind, ist Frau und Kindern zu wenig: 51,973 Gramm Eiweiß, Hülsenfrüchte die folgende: 4465 Gramm Fett 103,409 Gramm Kohlehydrate. Der Mehl und Schrot Verfaſſer ſtellt nun ſelbſt Küchenzettel auf für diese Kartoffeln Familie und kommt zu dem Schluß, daß auf Grund Milch dieser Probeküchenzettel es für die Arbeiterfamilie möglich Staffee ht CII 1865 Zahl der Ges.- Produktion Durchschnittsbeschäftigten d. gewonn. Kohlen produktion auf Arbeiter. in 1000 Tonnen. den besch. Arb. Großbritannien. Familie besteht aus Mann, Frau und einem Kinde von 6 Jahren. pro Jahr Woche Tag pro pro 57,20 1,10 0,16 72,80 1,40 0,20 0,09 58,24 1,12 0,16 32,76 0,63 18,20 0,35 0,05 17,68 0,34 0,05 bei noch 37,52 Mark an 541,22 Mark zu sparen, Essig, Del, Zucker und Gewürze 21,84 welche der Familie bei der ungenügenden Ernährungs- Frühgebäck is 2= T= 11 S Jahr. 41,08 0,79 0,12 B 17,16 0,33 0,05 1855 242,719 67,711 278 sei, eine normale Ernährung sich zu verschaffen und da Bier und Tabak 46,80 0,90 0,13 1860 275,747 84,042 305 0,42 0,06 315,451 99,720 316 20,28 0,39 0,06 1870 350,894 114,681 326 d 1875 535,845 135,439 252 weise die Nahrungsmittel im Laufe eines Jahres gekostet Eier, grüne Waaren, Käse, Quart, haben. Denselben Beweis führt der Verfasser bei dem Heringe 35,36 0,68 0,10 1880 484,933 149,320 308 1885 d 520,632 161,901 311 zweiten Budget des Arbeiters B. in einer chemischen Wichse, Streichhölzchen, Seife und Fabrik, welches jene Broschüre des deutschen Hochstifts Soda . 14,35 1889 563,735 176,916 314 mitgetheilt hat. Das Gesammtergebniß der Berechnung Petroleum 9,73 g 11 Preußen. 1855 55,544 7,740 121 00 geht dahin, daß der Arbeiter unrationell lebe, sich Staats- und Kommunalsteuern. und seine Familie unzureichend ernähre, unvor Zeitung 12,20 6,50 1860 64,185 10,124 157 St 1865 1870 85,514 18,592 217 theilhafte Speisen wähle und die in diesen ent- Wohnung. haltenen Nährstoffe zu hoch bezahle. Man müsse Eisenbahnfahrkarten 180, 5,30 107,703 23,402 217 211 1875 eit 160,462 33,520 209 1880 156,125 42,273 270 te T= e m rif 211 lb ur hr hr 3t, d he iß 1885 1889 1855 1860 1865 1870 1875 1880 1885 1889 1860 1865 1870 1875 1880 1885 107,236 101,616 104,932 193,948 52,977 273 198,363 59,583 300 Frankreich. 54,322 7,453 59,240 8,304 78,735 11,600 137 140 147 85,357 13,330 156 108,921 16,957 155 19,367 185 19,511 192 22,952 198 Belgien. 81,675 10,057 128 82,368 11,840 144 91,993 12,697 138 110,720 15,011 135 102,930 16,866 163 103,095 103,477 17,437 19,105 169 185 n 1889 ot pie 11, Fes On• als ein Kilo Kartoffeln enthalte, oder daß man für 1 Mt. Kranken- und Pensionstaffe Stockfisch ebenso viele Nährwerthe erhalte, als für 4 Mk. Reparaturen Rindfleisch. Ganz besonders empfiehlt der Verfasser den gegenständen Bezug von billigen Seefischen, und den Bezug von Grabvorrichten Magermilch an Stelle der Vollmilch, von Sauermilch Bei zwei Tauffeierlichkeiten oder Quark sowie von amerikanischem Schweinefett zum Feuerungsmaterial Ausgleich für den Ausfall an Milchfett in der Mager Sonstige Ausgaben. milch. Es würde sich empfehlen, Linsen, Bohnen und Erbsen im Großen halbgar leichter verdaulich zu machen, dann wieder zu trocknen und in Verkaufsstellen den Arbeitern zugänglich zu machen. Jetzt sei für Arbeiterfamilien die Zubereitung solcher Hülsenfrüchte schwierig wegen des erforderlichen längeren Kochens und des dadurch entstehenden größeren Aufwands an Heizungsmitteln. Diese Sache sieht sehr wissenschaftlich aus, und unsere Bourgeois werden, wenn sie dieses schöne Buch gelesen haben, gewiß im Vollgefühl ihrer Tugend ausrufen: Seht ihr, da habt ihr's; nicht wir sind schuld an eurer Unterernährung( zu deutsch: langsames Verhungern), Summa 885,93 885,93 Mr. 844,20 41,73 Mr. Es mußte unterbleiben: Anschaffung sehr nöthiger Bekleidung für den Mann Vorrichten der abgenutzten Wohnung Leinen und Wollwaaren M Es sind, wie gesagt, zwei Thatsachen, welche bei Besondern ihr selbst. Ihr seid eben zu dumm. Wenn ihr trachtung dieser Ziffernreihe sofort ins Auge springen: Chemie studirt hättet, wie Herr Otto Rademann, dann Das Jahreseinkommen beträgt bei einem Tagelohn die Erhöhung der Gesammtproduktion in Col. 2 und brauchtet ihr nicht zu hungern bei euerm Lohn, sondern von 2,40 Mt. 876 Mt. Dasselbe verminderte sich indie Erhöhung der Produktivität der Arbeit in Col. 3. könntet noch jedes Jahr Geld in die Sparkasse tragen! folge einer militärischen Uebung auf 844.20 Mt. Rechnet So ist die Gesammtproduktion in Großbritannien in Nun, wir sind zerknirscht. Wir gestehen ein, daß man den Betrag von 159,- Mt. den wirklichen Ausbem angegebenen Zeitraum um das 2½fache gewachsen; die Arbeiter in ihrer Unwissenheit reine Verschwender gaben hinzu, so ergiebt sich eine Gesammtausgabe von in Preußen um das 8/ sfache( entsprechend dem ungeheuren sind, daß sie sich viel rationeller und billiger nähren 1044,93 Met., welcher eine Einnahme von 844,20 Mt. industriellen Aufschwung in ein paar Jahren, in denen könnten. Aber wir gehen noch weiter, wie der Herr gegenübersteht, mithin Defizit 200,73 Mt. Selbst dann, es die fortgeschrittensten Länder des Weltmarktes einholte); Rademann. Sehet den Ochsen auf dem Felde!. Von wenn die Ausgaben für Tabak und Bier nicht vorhanden in Frankreich um das 3 fache, in Belgien um das Doppelte. was wird er so stark und dick? Blos von Gras! Nun, wären, würde sich das Defizit nur wenig vermindern. und gleichzeitig stieg die Produktivität der Arbeit in merkt ihr noch nichts? Geht hin, und kauft euch Gras Abgesehen von den Tauffeierlichkeiten konnte bei dem geGroßbritannien von 278 auf 314, in Preußen von 121 für euer Lohn, ihr friegt's billig, und wenn ihr noch ringen Einkommen an irgend welche Vergnügungen auf 300, in Frankreich von 137 auf 198, in Belgien ein Uebriges thun wollt, so richtet's mit Essig und Del natürlich nicht gedacht werden. Es mag sich jeder selbst von 128 auf 185; das bedeutet, daß z. B. in Preußen zu; da habt ihr das billigste und nahrhafteste Diner von ein Bild machen, wie es bei den Arbeitern aussieht, die in den Arbeiterfamilien größere Kenntnisse verbreiten über Weihnachtsgeschenk für das Kind das verschiedene Maß des Nährstoffes in den Speisen, so Bekleidung, vorwiegend f. d. Kind 47, z. B. daß ein Kilo Linsen sechsmal so viel Nährstoffe Schuhwerk 2, 30,35 35,91 • an Wirthschafts18, 4,25 1 1 8, ||| • 60,84 · • 12,10 Ausgaben Einnahmen Schuld. 80,- Mt. Anschaffung sehr nöthiger Bekleidung für die Frau 45,-" 12, 22, " " Summa 159, Mt. • nur einen Tagelohn von 2 Mf. oder wenig darüber haben § 2. Alle Kontrakte, die fortan von der oder| listischen Großunternehmungen gegenüber sich jedoch nicht zu und dabei oft genug mit einer starken Familie gesegnet für die Regierung der Vereinigten Staaten( oder von behaupten vermag, und niemals mehr im Stande sein wird, sich sind. Ein Versuch, den Fleischverbrauch ganz einzustellen, dem oder für den Distrikt Columbia) mit einer Kor- auf das Niveau der kapitalkräftigen Unternehmungen zu erheben. Die Koalition der kleinen Kapitalisten wird erschwert durch war insofern erfolglos, als sich dadurch der Verbrauch an poration, oder Person oder Personen für die Leistung den Mangel an verläßlichen Fachleuten und durch das Fehlen Brod bedeutend steigerte und außerdem die Mittagsspeisen irgend welcher Arbeit abgeschlossen werden, sollen auf jener Sorgfamkeit und Pflege, welche besonders im Anfangsohne etwas Fleisch fast auch nicht billiger herzustellen waren. der Basis der Achtstundenarbeit beruhen, und es stadium der Entwicklung jedes Organismus unerläßlich ist." Wer hat den geschrieben? Ein Sozialdemokrat? Nein, das soll ungeseßlich sein, wenn besagte Kontrahenten von steht im letzten Bericht der Fünfkirchener Handels- und ihren Arbeitern mehr als achtstündige Arbeit verlangen Gewerbekammer. Achtstundentag, aber nicht in Deutschland. oder gestatten( es sei denn in den durch§ 1 erwähnten Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten Nothfällen). hat fürzlich ein Achtstundengesetz erlassen für alle Ar-§ 3. Absichtliche Verlegung dieser Bestim- Sie kennen sich, oder die Macht der Religion. beiter, die direkt oder indirekt im Dienste des Staates mung werden mit 50 bis 1000 Dollars oder mit arbeiten. Das Gesetz lautet kurz und bündig: Gefängniß bis zu sechs Monaten oder mit beidem Ein Sozialdemokrat! Niemand hat sich um den armen, einfachen Arbeiter gefümmert, niemand ihn als Bruder begrüßt und als Bruder mit ihm verkehrt, am wenigsten die, welche um Christi willen seine § 1. Acht Stunden bilden ein Tageswerk bestraft. Brüder sein sollten. Es ist die schwerste Sünde der Kirche, daß für alle Tagelöhner, Arbeiter und Handwerker, sie in der Arbeiterwelt das Bewußtsein der Zugehörigkeit zu die nun oder später für die Regierung der Vereiner Gemeinschaft, in der alle für einen und einer für alle stehen, hat ersterben lassen. Die christliche Gemeinschaft ist für den einigten Staaten oder den Distrikt Columbia Wie überall, treten auch bei uns in der allgemeinen wirth- Arbeiter keine Gemeinschaft mehr, denn sie kümmert sich nicht beschäftigt sind. Eine Ausnahme findet nur statt unter außergewöhnlichen Dringlichkeitsfällen, die in schaftlichen Lage sehr unerfreuliche Zeichen zu Tage; dem„ kleinen um ihn, er kann sich nicht auf sie verlassen. Mann" wird das Fortkommen immer mehr erschwert, die Kapital( Kreuzzeitg." vom 3. März.) Kriegsfällen eintreten mögen, oder wo es zum Schute ansammlung, die Vergrößerung des Betriebes wird ihm unmöglich Die Temperenzler rufen:„ Christen, helft uns das Krebsübel von Eigenthum oder Menschenleben nöthig sein mag, gemacht. Der wirthschaftlich Schwache ist kaum mehr im Stande, der Trunksucht ausrotten, das unsere Zivilisation bedroht." länger als acht Stunden zu arbeiten. In solchen Fällen sich aufrecht zu erhalten, während der Kapitalkräftige immer mehr und die Kirche antwortet ihnen:„ Gab nicht der Apostel Paulus erstarkt. Die Plackerei, der Kampf und das Risiko sind groß, der dem Timotheus den Rath, etwas Wein zur Stärkung seines ist jedoch die Ueberzeitarbeit auf der Basis des Acht- Ertrag gering. Die Kapitalsverzinsung nimmt derart ab, daß Magens zu sich zu nehmen?" Die Frauen klagen:„ Wir stundenlohnes zu bezahlen. Und besagten Ach t- nur noch die großen Kapitalsanhäufungen Gelegenheit zu erfolg haben nur die Wahl zwischen Hungertod und Prostitution. stunden Arbeitern der Regierung und des reicher Thätigkeit bieten. Der Konkurrenzkampf wurde bisher Gebt uns mehr Gelegenheit zu Arbeit und Verdienst!" Die Distrikts Columbia darf kein geringerer Tages- wischen dem Kleinhändler und Großhändler; jetzt aber erwächst Geht heim, flickt Strümpfe und pflegt die Kleinen in der Wiege!" geführt zwischen dem Kleingewerbetreibenden und dem Fabrikanten, Kirche antwortet: Pfui, schämt Euch! Das ist unweiblich. lohn als der ortsübliche bezahlt werden. Tage- in der Konkurrenz eine neue Art: die namenlosen Kontur- Die Arbeit ruft:„ Verbessert meine Lage. Ich brauche löhner, Arbeiter und Handwerker, die von renten, die großen Fabriks- Aktiengesellschaften, die Banken, welche kürzere Arbeitszeit, beffere Löhne, mehr Brod auf dem Tische Kontraktoren oder Subkontraktoren angestellt mit Millionen in die Schranken treten. Dieser Kampf wird mit und den Ertrag dessen, was ich erzeuge!" Die Kirche flüstert: sind, zur Ausführung eines Kontraktes der sehr ungleichen Waffen geführt und wir sehen, daß die Staaten Pst! Der Kapitalist miethet die Kirchenstühle, bezahlt die Musik, selben mit den Vereinigten Staaten oder mit gemeiniglich dem Starken beistehen, denselben durch die verschie- beschützt den Pfarrer. Wir wollen eine Suppen- Anstalt eröffnen densten Begünstigungen unterstützend. und in einer Seitenstraße eine Missionskapelle bauen, der wir dem Distrikt Columbia, gelten als Angestellte Die direkten und indirekten Leistungen an den Staat werden den Namen St. Lazarus geben!" ( Dr. C. Martyn, ein amerikanischer Geistlicher.) der Vereinigten Staaten regierung. Diejenigen immer drückender und bei den durch die übermächtige Konkurrenz in ihrem Streben erlahmenden kleinen Eristenzen, welche ihre Die kranken evangelischen Arbeiter wagen nicht mehr, nach Beamten der Vereinigten Staaten, welche für die Re- Geld- und Blutsteuern unerbittlich entrichten müssen, faßt die dem Geistlichen zu verlangen, da derselbe nicht erscheinen würde. gierung Zahlung zu leisten haben an gedachte Kon- Grbitterung gegen Staat und Gesellschaft immer tiefer Wurzel. Ueberall wird die seelsorgerische Thätigkeit katholischer Geistlicher Kon- Geldtraktoren oder Subkontraktoren, müssen sich, ehe sie aus- Im Kammerbezirke wird allgemein die Schaffung großer höher gestellt, als die der evangelischen. Es wirkt deprimirend, zahlen, dessen vergewissern, daß die Kontraktoren und Handels- und Industrie- Unternehmungen lebhaft gewünscht, ohne wenn die Leiche des evangelischen Arbeiters lediglich von dem Subkontraktoren ihre diesbezüglichen Arbeiter entlohnt aber bisher erhebliche Erfolge zu erzielen. Ein großer Theil des Todtengräber, der zugleich Glöckner, Gemeindediener, Nachthaben, aber die Regierung soll für jene Arbeiterlöhne eingewerbes ist kaum mehr im Stande, sich zu erhalten, wächter ist, auf den Friedhof geleitet wird, während früher haben, aber die Regierung soll für jene Arbeiterlöhne während bei einem andern Theile die Vorbedingung zur Kräf- wenigstens der Gemeindelehrer das Begräbniß besorgte. nicht haftbar sein. tigung vorhanden wäre, der schrankenlosen Macht der kapita- 1( Schmoller's Jahrbuch: Dr. Zalczewski, ländl. Arbeiterfrage.) Allen Parteigenossen empfehle meine Au [ len Freunden und Barteigenossen zur Nach- Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins u. Amgegend. richt, daß ich am 1. April das Schönfeld'sche Weiß- und Bairisch- BierLokal mit Vereinszimmer fäuflich übernommen habe. Um Zuspruch bittet Wilhelm Grube, Mariendorferstr. 10. Beiträge zum Wahlverein u. Arbeiter- Bildungsschule werd. nach wie vor entgegengenomm. Allen Parteigenossen empfehle mein Weiß- u. Bairisch- Bierlokal Potsdamer Bier. August Insinger Krautstr. 48. Berliner Parteigenossen! Gutes Landbrød liefert täglich frisch Joh. Haussmann Mariendorf. Albert Auerbach, Berlin S., Rottbuser Damm 7. Delegirten- Versammlung am Sonntag, den 12. April 1890, Vormittags 10 Uhr, in den ,, Armin- Hallen", Kommandenstraße 20. Tages- Ordnung: 1. Zweck und Ziele des Bundes.( Referent Genosse Ullrich. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Vereine. 4. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen bittet 26.88 Der Vorstand. J. A.: Zepmeisel. In dem Verlag von J. H. W. Dieh in Stuttgart erschien: Der Mensch und seine Rassen. Von Dr. Langkavel. Das Werk wird in zirka 22 Lieferungen à 20 Pfg. komplet, erscheinen. Genossen, welche bei uns auf dieses neue Werk abonniren, erhalten mit dem Schlußheft für nur 10 Pfg. ein Bild im Werth von 0,60 Mk. Th. Mayhofer Nachf., sozialdemokratische Buchhandlung, Colportage u. Reise- Geschäft Berlin N., Weinbergsweg 15 b. Destillation nebst Bier- Lokal 0. Zabel, Frankfurter Allee 90, Ecke Möglinerstr. Die Marseillaise erschien soeben für Zither. Preis 60 Pf. bei Fritz Augustin, Berlin 0., Schillingstr. 20. Bei Einsendung des Betrages in Briefmarken erfolgt franko Zusendung. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Lokal zu Festlichkeiten und anderen Vergnügen. Auch ist das Vereinszimmer noch einige Abende zu vergeben. 3. B.: Friedrich Kuhlmey, Schönhauser Allee 28. Schuh- und Stiefel- Lager Restaurant zum„ Zukunftsstaat" 0000000000000 für Herren, Damen und Kinder. Reelle Bedienung.- Feste Preise. Kranzbinderei u. Blumenhandig. von J. Meyer Berlin SO., Wienerstraße 1, ( in der Ecke bei der Manteuffelstraße). Bekannte Preise. Auch Versandt. Pünktlich und gut. Fernsprecher, Amt IX, 9482. Empfehle Freunden und Genossen mein reichhaltiges Lager von Cigarren u. Tabake. Daselbst Zahlstelle des Metallarbeiter- Vereins und der Gürtler- Hilfskasse. Haupt- Agentur der Berliner Feuer- Versicherung. Otto Klein Kottbuser Damm 14, früher Ritterstr. 15. Agitations- Nummern der ,, Berl. Volks- Tribüne" stehen unseren Freunden gratis zur Verfügung. E. M. Wilschke, Adolph Scholtz, Kaftanien- Allee Nr. 35. ( Bis 12 Uhr Nachts geöffnet). Arbeiterliteratur infl. ,, Gazeta Robotnicza" liegt aus. Berliner Arbeiter- Bibliothek. 2. Serie. Sammlung Sozialpolitischer Flugschriften. Soeben erschien Heft 12: Die Entwicklung der Geschichtsauffassung bis auf Karl Marr. Von Gerhard Krause. 48 Seiten. Freis 20 Pfennig. Jedes Heft der Berliner Arbeiter- Bibliothek" ist einzeln zu beziehen. Die Preise sind niedriger gestellt wie bei allen anderen Unternehmungen. Bestellungen richte man an die bekannten Kolporteure oder an die Expedition der Berliner Arbeiter- Bibliothek" Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Kolporteure gesucht und gebeten, sich an die Expedition zu wenden. Hoher Rabatt. Junkerstrasse 1. Katzbachstr. 1( Ecke der Yorkstr.) Wendt's Salon Röslinerstraße 17, früher Brandenburgstr. 33. Empfehle allen Freunden und Genossen meinen Ball- Salon. 000 Rudolph Wendt. 000000 Cigarren eigener Fabrik von Heinr. Bräuer, Reichenbergerstr. 143. Freunden und Genossen bestens empfohlen. Achtung! Achtung! Allen gewerkschaftlichen und politischen Arbeiter- Organisationen zur gefälligen Kenntniß nahme, daß ich meinen Saal nebst Vereinszimmer zu allen Versammlungen hergebe. Gleichzeitig empfehle meine sonstigen Restanrationsräume. Es wird mein Bestreben sein, nur gute Speisen und Getränke zu verabreichen. Pyrtek, Restaurateur, Gypsstraße 3. Mein seit 10 Jahren bestehendes Barbier- und Cigarren- Geschäft ist wegen Umzug nach außerhalb sofort oder später zu verkaufen Genosse, der nicht Barbier ist, lerne ich anJ. Wittè, Wienerstr. 31. Genossen empfehle mein Hutgeschäft. Arbeite nur mit Fabrikanten, welche sich der Kontrolmarken deutscher Hutmacher angenommen haben. Bitte zu beachten: KöpenickerCigarren u. Tabacke, Pfeifen u. Cigarrenspitzen, fraße 126, nahe der Adalbertſtraße. alle Sorten Eigarreffen. Zahlstelle der„ Volksbühne", der Bildungsschule und des Wahlvereins. Adolph Kehr. Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß, empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstr. 18, Ecke der Stettinerstrasse. Bitte genau auf die Firma zu achten. Verantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin. Verleger und Druder: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. น H 9 14 f " 1. ch n 1545E 11 h 3= 99 δ 1 1= it ne B n, ent ht el 18 ir t. ie h. He he t: ent ir ch e. er d, m t= er 2.) e l 0. en le xn. y, 3. en 3. Ir= iß 78= be. 1en er= ir, ft Der an. Der er= Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 15. Schon blött ins Feld die erste Hammelheerde, Der Hof hielt seine letzte Soiree, And grasgrün überdeckt die alte Erde Coquett ihr weißes Winternegligee. Der Wald rauscht wieder seine Lenzgeschichten, Und mir im Schädel rasselt kreuz und quer Ein ganzer Rattenkönig von Gedichten, Ein Reim- und Rythmenungethüm umher. Wie Gold in meine ärmliche Mansarde Durchs offene Fenster fällt der Sonnenschein Und graubefract lärmt eine Spatzengarde: Ich schnitt es gern in alle Rinden ein! Die Luft weht lau und eine Linde spreitet Grün über mir ihr junges Laubpanier Und vor mir auf dem Tisch liegt ausgebreitet Fein säuberlich ein Bogen Schreibpapier. lang ist's her, daß mir's im Hirne blizzte! Im Winterschnee erfror die Phantasie; Erst heute war's, daß ich den Bleistift spitzte, Erst heut in dieser Frühlingsscenerie. Weh, mein Talent verfickert schon im Sande, Des eitlen Nichtsthuns bin ich endlich satt; Drum da ich ihn noch nie sah auf dem Lande, Besing ich nun den Frühling in der Stadt. Denn nicht am Waldrand bin ich aufgewachsen Und kein Naturkind gab mir das Geleit, Ich seh die Welt sich drehn um ihre Achsen Als Kind der Großstadt und der neuen Zeit. Tagaus, Tagein umrollt vom Qualm der Essen War's oft mein Herz, das lautauf schlug und schrie, Und dennoch, dennoch hab ich nie vergessen Das goldne Wort: Auch dies ist Poesie! Owie so anders, als die Herren fingen, Stellt sich der Lenz hier in der Großstadt ein. Er weiß sich auch noch anders zu verdingen, Als nur als Vogelsang und Vollmondschein. Er heult als Südwind um die morschen Dächer Und wimmert wie ein franker Komödiant, Bis licht die Sonne ihren goldnen Fächer Durch Wolken lächelnd auseinanderspannt. Und Frühling! Frühling! schallt's aus allen Kehlen, Der Bettler hört's und weint des Nachts am Quai; Ein süßer Schauer rinnt durch alle Seelen Und durch die Straßen der geschmolzne Schnee. Die Damen tragen wieder lange Schleppen, Zum Schneider eilt nun, wer sich's leisten" fann, Die Kinder spielen lärmend auf den Treppen Und auf den Höfen singt der Leiermann. Schon legt der Bäcker sich auf Osterkringel Und seine Fenster putzt der Photograph, Der blaue Milchmann mit der gelben Klingel Stört uns tagtäglich nun den Morgenschlaf. Mit Kupfern illustrirt die Frauenzeitung Die neusten Frühjahrsmoden aus Paris, Ihr Feuilleton bringt zur Geschmacksverbreitung Den neusten Schundroman von Dumas fils. Die Nihilistenjagd Sonnabend, den 11. April 1891. Frühling. Von Arno Holz. Es tritt der Stohhut und der Sonnenknicker Nun wieder in sein angestammtes Recht Und coquettirend mit dem Nasenzwicker Durchstreift den Park der Promenadenhecht. Das ist so recht die Schmachtzeit für Blondinen Und ach, so mancher wird das Herzlein schwer, Ein Duft von Veilchen und von Apfelsinen Schwingt wie ein Traum sich übers Häusermeer. Am Arm das Körbchen mit den weißen Glöckchen, Das blonde Haar zerweht vom Frühlingswind, Lehnt bleich und zitternd im verschoffnen Röckchen Am Prunkpalast das Proletarierkind. Geschminkte Dämchen und gezierte Stutzer, Doch niemand, der ihm schenkt ein freundlich Wort; Und naht sich Abends der Laternenputzer, Dann schleicht es weinend sich ins Dunkel fort. Verfolgt vom blutgen Schwarm der Manichäer, Umirrt nun Bruder Studio wie gehetzt, Bis er sich endlich rettet zum Hebräer Und seinen Winterpaletot versetzt. Der Hypochonder sinnt auf Frühjahrkuren Und wettert auf die Stickluft des Salons, Der Italiano formt sich Gypsfiguren Und zieht vors Thor mit seinen Luftballons. Nun geht die Welt kopfüber und kopfunter, Auf Sommerwohnung zieht schon der Rentier, Die Anschlagssäulen werden immer bunter Und nächtlich wimmert oft das Portemonnaie. Der Schornsteinfeger klettert auf die Leiter Und grinst uns an als Vogelperspekteur, Vor Klingeln kommt die Pferdebahn nicht weiter Und alles brüllt:„ He, schneller, Kondukteur! Das Militär wirft sich in Drillichhosen Und übt sich schwitzend im Paradeschritt, Als ging's topfüber gegen die Franzosen, Und krampfhaft schleppt es die Tornister mit. Und blizzt der Ererzirplatz dann erotisch Wie ein gemaltes Farbenmosaik, Dann wird die Schusterjugend patriotisch Und lautauf spielt die Regimentsmusik. Schon dampft der Kaffee hie und da im Garten Der Schooßhund bellt, es kreischt der Papagei, Papa studirt die kolorirten Karten Bon Zoppot, Häringsdorf und Norderney. In den geschlossenen Theatern trauern Die weichen Bolstersitze des Parquetts Und rothe Zettel predgen an den Mauern Die goldne Aera der Retourbillets. An eine Spritztour denkt manch armer Schlucker, Doch dreht sie leider sich ums Wörtchen„ wenn"; Am gelben Gurt den schwarzen Operngucker, Stelzt durchs Museum nun der Englishmann. Die Provinzialen aber schneiden Frazzen, Dank ihrer anerzognen Brüderie, Und unbemerkt nur schleichen sie wie Katzen Um unsre liebe Frau von Medici. praktischen Anwendung der„ Selbstverwaltung?"( Am Ende ist's auch die" Dezentralisation". Da mag der Teufel d'raus flug werden!)... Jedenfalls wäre es sehr oder: Wie ein wirklicher Geheimer Rath gut, wenn über dieses Thema eine ausführliche Abhandlung verfaßt und publizirt würde. Prügel bekommt. Von Schtschedrin. Aus dem Russischen von Paul Stycznski. ( Schluß.) nicht zu * * * Wie kam es aber, daß ich ihn durchprügeln ließ? Die Sache verhielt sich so: Heute wurde ich zum General gerufen Wir frühstückten in einem der besten Restaurants. jenem General a. D., der mich in die Reihen der Auf- Es wurde sehr viel getrunken, denn wir waren sehr viele, flärer aufgenommen hatte, sondern zu einem anderen, lauter Patrioten... Ich erzählte von den Ereignissen V. Jahrgang. Doch drauß vorm Stadtthor rauscht es in den Bäumen, Dort tummelt sich die fashionable Welt, Und junge Dichter wandeln dort und träumen Von ewgem Ruhm, Unsterblichkeit und Geld. Rings um die wiederweißen Marmormäler Spielt laut ein Kinderschwarm nun Blindekuh Und heimlich giebt der Backfisch dem Pennäler Am Goldfischteich das erste Rendezvous.. Und macht die Nacht dann ihre stille Runde Und blitzt es licht durchs dunkle Firmament, Darn ist's dieselbe Lenznacht, die zur Stunde Sich lagert um den Busen von Sorrent! Dann ist's derselbe Mond, der rings das Pflaster Sacht überdeckt mit seinem goldnen Vließ, Den vor Jahrtausenden schon Zoroaster Als ewgen Herold aller Lenze pries! Frühling! Frühling, dem die Welt entlodert, Du führst im Schild ein Röslein ohne Dorn; Daß uns das Herz nicht ganz vermorscht und modert, Stößt du noch immer in dein Wunderhorn. Noch immer läßt du deine Nachtigallen Ins Frühroth schlagen, wie zur Zeit Homers, Und hebst empor die Engel, die gefallen, Die franken Söhne Fausts und Ahasvers. Ob du vor Zeiten einst als junge Sonne Glorreich emporstiegst über Salamis, Indeß Diogenes in seiner Tonne Sich philosophisch in die Nägel biß; Und ob dir heute noch im fernsten Norden Ein Opfer bringt der fromme Estimo, Wie weiland an des Südmeers blauen Borden Der alte Mythenkönig Pharao: Du bist und bleibst der einzig wahre Heiland, Dein schöner Wahlspruch jauchzt:„ Empor! Empor!" Was soll uns noch ein waldumrauschtes Eiland? Du wandelst um den Stadtwall auch durchs Thor! Du bist nicht scheu wie deine Waldgespenster, Du setzt auch in die Graßstadt deinen Fuß Und wehst tagtäglich durch das offne Fenster Mir in das Stübchen deinen Morgengruß. Und jetzt, wo schon der Abend seine Lichter Rothgolden über alle Dächer ſtrahlt, Krönst du mich lächelnd nun zu deinem Dichter Und hast mir rythmisch das Papier bemalt. Ich aber gebe dieses Blatt den Winden, Die Fangball spielen um den Kirchthurmknauf. Und wenn's noch heut die Straßenkehrer finden, Was kümmert's mich? Flieg auf, mein Lied, flieg auf! Doch fällst du einem schönen Kind zu Füßen, Das dich erröthend in den Busen steckt, Dann sprich zu ihm:„ Der Frühling läßt dich grüßen!" Bis sie mit Küffen das Papier bedeckt. Doch hascht ein Graukopf dich auf deinen Bahnen, So ein vergilbter Langohr- Recensent, Dann sprich zu ihm: Respekt vor meinen Ahnen! Mein Urtert steht im Sanskrit und im Zend!" Anfangs, als wir noch wenig Erfahrung hatten baten wir jedesmal den Portier, uns bis an die Thür seiner" Wohnung zu geleiten. Später aber begannen wir diese Vorsichtsmaßregel nicht mehr anzuwenden. Wir kletterten schrecklich lange die dunkle, glatte, steile Treppe hinauf und waren schon recht müde, als wir endlich unser Ziel erreichten. Wir zogen nur ein einziges Mal am Schellenzuge, „ er" eilte sofort herbei und öffnete hastig die Thür. Man sah es ihm sofort an, daß er nicht mehr jung Sein Gesicht war blaß, vom Schreck entſtellt. Seine Hand, in welcher er das Licht hielt, zitterte heftig. wirklichen General, den ich zu meinem größten Unglück der letzten Nacht; auch andere theilten ihre Heldenthaten Der Schlafrock zertheilte sich vorn und entblößte ein ganz außer Acht gelassen hatte. Der General war mit. Alle wetteiferten im Aufschneiden. Ich weiß nicht Paar magere, zitternde Beine. Noch nie sah ich einen sehr böse. mehr genau, wie das war genug: ich begann zu Mann, der so tief seine Schuld gefühlt hätte sprach er zu mir daß Sie prahlen. Ich sagte, ich wolle noch ganz anders mit sich in ihrer Schändlichkeit schon so weit vergessen, daß ihnen" verfahren, und versicherte, ich würde„ ihn" noch Sie garnicht mehr die weibliche Keuschheit zu achten in der nächsten Nacht durchprügeln wissen? Ist es wahr, Offenbar hatte man mich verleumdet. Ich wollte mich rechtfertigen; ich sagte, das sei nur zum Spaß... nur ein ganz kleines Bischen. Ich bitte um eine furze, flare Antwort! unterbrach mich der General. " Gebt ihm mal zwanzig Hiebe zur Erwärmung! rief ich sofort einem Kameraden zu. Der Ausländer war auch mit und sah mich groß an. " Er" war so schuldig, daß er garnicht protestirte. Der Hallunke von Ausländer( derselbe, der damals nicht zu sagen wußte, was für eine Seele er habe) reizte mich noch mehr, daß er gewisse Zweifel in Betreff der Ausführung meiner Drohungen aussprach... Ein Wort schüchtern auf, ohne einen Laut der Klage. gab das andere, zuletzt gingen wir eine Wette ein. Ich wette hundert gegen eins, Jawohl, Ew. Exzellenz!- knallte es wie ein mich, Revolverschuß aus meinem Munde. S- 1- au! D, gewiß, mit Vergnügen! Er legte sich schüchtern über und stand ebenso Ihr Name, Ihr Stand? fragte ich ihn erhitte ich nun streng. Berelomow, wirkt. Geheimrath, Bezirkshauptmann ich gebe hundert Gläser Schnaps, Du nur eins! Bist Du's zufrieden, Schafskopf? im N- schen Departement! erwiderte er mit zu Boden Ein merkwürdiges Wort! Wie oft habe ich schon fluchte Kerl, sagte der ver- gesenktem Blick. ( Offenbar schämte er sich.) Gelegenheit gehabt, die Wirkung dieses Wortes an mir Gläser geben lassen, denn das ist unmöglich... Sie Sie können aber gleich die hundert selbst zu erfahren, wie oft wandte ich es bei anderen können ihn verhaften, auf die Polizei mitnehmen Menschen an!... Ich kann mich trotzdem nicht an dieses aber durchprügeln. nein! das dürfen Sie nicht! Darschreckliche Wort gewöhnen, jedesmal kommt es mir so nach sehen Sie auch garnicht aus! unerwartet, so neu vor Er jah mich mit teuflischer Ironie an, wackelte mit seinem Schafskopf und wiederholte: Nein, darnach sehen Sie nicht aus! * * * * Und jeßt, geneigter Leser, stelle Dir mein Erstaunen Das war nicht ,, er". vor! Ich versuchte, mich irgendwie zu rechtfertigen, beschuldigte mich aber immer mehr. Ich hätte einfach fortgehen und ein Gesicht machen sollen, als sei dem allgemeinen Gefühl nach Rache Genüge gethan. Ich war aber so dumm, seine ganze Wohnung zu durchwühlen, Wenn ich genauer nachdenke, so wird es mir doch um irgendwo ein Buch, ein Stück Papier, einen Buchschwer, darüber in's Klare zu kommen.„ Sau!" staben zu finden, der mein Verhalten rechtfertigen könnte. ja: prächtig! Woher kommt es aber, daß ein General Es war Nacht. Ich stärkte mich mit einigen Gläschen Natürlich fand ich nichts. Ich fand nur untrügliche Beunter denselben Umständen„ Bravo" ruft, unter denen Schnaps und ging. Ich kann mich noch so gut erinnern, weise seiner Seelenreinheit.... Da wollte ich durch ein anderer„ Sau!" schimpft? Ist es etwa jenes als sei es erst vor einer Stunde passirt, daß wir vor Frechheit alles wieder gut machen. famose Ding, das man in der Administrationspraxis die einem großen Hause Halt machten, den Portier riefen-Wie konnten Sie sich aber unterstehen Unabhängigkeit der Behörden" zu nennen pflegt, oder und seinen" Namen nannten. Er deutete uns vom Hof ich ihn an mich irre zu führen! auch vielleicht die ersten schüchternen Versuche einer aus auf eine Wohnung im obersten Stock. Er hatte aber schon alles begriffen und sich von nun * schrie seiner Unschuld überzeugt. Jetzt zeigte er eine ungewöhn- liche Charakterstärke. — Nein, dafür sollen Sie noch bestraft werden, das soll Ihnen noch schlecht bekommen!— sagte er und erhitzte sich ebenfalls. Es war, als ob er sich durch sein eigenes Geschrei Muth zusprechen wollte. — Nein, das geht nicht! Da könnte Jeder von der Straße heraufkommen, mich durchprügeln lassen und dann fortgehen... Nein, mein Herr, das geht nicht... In solchen Sachen darf man nicht so voreilig handeln,.. da soll man gut seine Augen aufsperren.... — Begreifen Sie doch aber, daß in diesem Falle ihre Schuld viel größer ist, als die meinige!... — Ach, was ist da viel zu begreisen! Ich verstehe Alles nur zu gut!... Das wäre schön! Na, das lasse ich mir nicht gefallen.... Er wurde plötzlich wüthend, sprang um mich herum, drohte mir sogar mit der Faust.... Zuletzt fühlte ich mich beleidigt.... — Mein Herr, Sie beleidigen mich!— sagte ich mit Würde. — Ich beleidige ihn! Seht mal dieses unschuldige Kindlein an!... Er behandelt mich wie einen Schul- jungen, und ich beleidige ihn... Ich ihn!... Mit einem Wort, er begann einen solchen Unsinn zusammenzuschwatzen, daß man ihn mit Händen hätte greifen können!... Einen Augenblick tauchte in mir der Gedanke auf, ihn um Verzeihung zu bitten... da fühlte ich aber, daß dies meine letzte Heldenthat sei und fügte mich in mein Geschick... ** * Er verzieh mir nicht. Am nächsten Tage wurde ich wieder zu dem wirk- lichen General gerufen. — Ist es wahr, daß Sie an dem wirkl. Geheimrath Peremolow eine leibliche Strafe haben vollstrecken lassm? — fragte er mich. — Jawohl. Ew. Exzellenz! Er sah mich neugierig an.... — S— s— au— sagte er dann leise.... Wieder dieses Wort!!!... Der australische Dockardeiterstreik. Wir haben in Nr. 13 nach einem Aufsatz der„Wochenschrift für christliche Sozialresorm" einige Notizen über die Lage der australischen Arbeiter ent- nommen, derselbe Aufsatz enthält eine sehr eingehende Schilderung des Dvckerstreiks. Wir drucken dieselbe im folgenden ab, da diese australischen Verhältmsse jedenfalls sehr interessant sind; wie man sehen wird, unterscheiden sie sich vollsiändig von unseren deutschen, undeswäre auch durch aus unrichtig, etwa anzunehmen, daß sich die Dinge jbei uns auch späterhin etwa nur annähernd so entwickeln werden; denn vor allem ist ja die Theilung des Staates zur Emanzipation der Arbeiterklasse dort eine ganz andere, wie bei uns. Freilich kann man aus der Ferne und ohne gründliche Information kein unum- stößliches Urtheil fällen; allein wenigstens das ist klar, daß die australischen Arbeiter weit mehr Aussichten auf eine ruhige Erfüllung ihrer Forderungen haben, wie die Wlä' Bevor wir die eigentliche Geschichte des Strikes er- zählen, müssen wir uns dessen klar werden, daß der historisch? Verlauf des Strikes wohl ein zufälliger, daß aber ein großer, allgemeiner industrieller Krieg Sache der absoluten Nothwendigkeit gewesen war. Der Strike konnte einen anderen Ausgangspunkt nehmen; er konnte vielleicht etwas später kommen— aber kommen mußte er. Die Atmosphäre war durchsättigt von Explosiv- stoffen, nur auf den zündenden Funken wurde gewartet. Wo man hinsah— überall gab es Möglichkeiten, ja direkte Nöthigungen zu Zusammenstößen. Die Arbeiter, überall organisirt, waren bestrebt, ihre Organisationen möglichst stark zu machen. Sie verneinten die Existenz- berechtigung des nicht organisirten Arbeiters, der ihnen als die verkörperte Bedrohung des großartigen Förderi- rungswerkes erschien. Um erhöhten Lohn, um kür- zere Arbeitszeit haudelte es sich weniger; das waren sekundäre Fragen, die sich lokal aus- fechten ließen. Ein wirklicher prinzipieller Kampf konnte sich nur um das Unionsprinzip selbst drehen. Und in derselben Weise faßten die Ar- beitgeber die Sachlage auf. Auch in ihren Augen schwand die Bedeutung einzelner Lohnerhöhungen oder Arbeitszeitverkürzungen vor der großen, allgemeinen. prinzipiellen Frage des Gewerkvereinswesens'selbst. So lange nicht der anschwellenden tradesunionistischen Strö- mung selbst ein wenigstens derzeit unüberschreitbarer Damm entgegengeworfen werden konnte; wenn möglich ein Damm, der die schwellende Fluth zurückstauen würde, war an Einzelkämpfe gar nicht zu denken. Während nun der Unionismus zur letzten Konsequenz trieb, zur Ver- neinung der Lebensberechtigung des nichtorganisirten Ar- beiters, mußte der Kapitalismus das entgegengesetzte Prinzip ergreifen, nämlich die Existenzberechtigung des nichtorganlsirten Arbeiters bejahen. Der Ge- werkvereinler verpönt das NichtMitglied als blackleg; der Kapitalist schützt ihn als die Verkörperung des Prinzips der Arbeitsfreiheit, als den free laborer. Und da beide Parteien starr auf ihrem Standpunkte verharren, vielleicht auch bis zu einem ge- wissen Maße verharren müssen, da eine Einigung durch dritte, an der Sache nicht unmittelbar interessirte Per- sonen bei der prinzipiellen Bedeutung und dem groß- artigen Umfange der in Frage stehenden Angelegenheit nicht denkbar ist, so bleibt nichts anderes übrig, als den Streit durch einen Kampf, in dem sich die gesammten Kräfte beider Parteien zu messen haben, auszutragen. Zu diesem BeHufe mußte aber auch das Kapital sich organisireu, einen Bund auf Tod und Leben schließen, denn der vollorganisirten Arbeit kann nur das vollorga- nisirte Kapital gegenüberstehen. Und so ist es auch ge- kommen und darin liegt auch die ideelle Geschichte und die prinzipielle Bedeutung des vorjährigen Strikes. An akuten Streitigkeiten und an drohenden Kämpfen fehlte es vor Ausbruch des Ausstaudes nicht im Ge- ringsten. Die Wollscheerer bekämpften ihre nicht- unionistischen Genossen und halfen zugleich den maritimen Gewerkvereinen; diese wiederum hatten ihre eigenen An- gelegenheiten und bestritten das Recht der Ichiffeigen- thümer, Nichtunionisten zu beschäftigen. So verhielten sich die Sachen, als es zu einer Streitigkeit zwischen den Marinebeamten und den Rhedern kam. Die Be- schwerden der ersteren waren nicht neu; schon seit Mo- naten beklagten sie sich darüber, daß sie häufig 20 bis 30 Stunden ununterbrochen im Hafen arbeiten und dann ohne irgend eine Rast sofort wieder auf die See mußten. Belehrt durch den erfolgreichen Kampf der Seeleute vor einigen Jahren, organisirten sich die Beamten als Mer- kantile Marine-Offizers-Assoziation. Um einen größeren Rückhalt zu finden, verbanden sie sich mit der Mel- bourner Trades-Hall. Als nun die Marinebeamten wiederum mit den Schiffseigenthümern verhandelten, er- klärten ihnen diese, daß sie die Berechtigung ihrer Be- schwerden anerkennen, ihnen jedoch so lange nicht will- fahren wollen, als sie Mitglieder der mit der Trades- Hall afsiliirten Union verblieben. Auch suchten sie die Beamten zu bewegen, aus der Marine-Offizers-Assoziation auszutreten, dafür aber Mitglieder der von den Rhedern protegirten Marine-Soziety zu werden. Daraufhin kün- digten die Beamten und wandten sich zu den verwandten Gewerksvereinen um Hilfe. Dieselbe wurde ihnen auch zugesagt und gewährt. Zurückschreckend vor dem großartigen Umfange des drohenden Kampfes zeigten die Rheder einige Bereit- Willigkeit, mit ihren Angestellten zu verhandeln. Diese jedoch verlangten, daß ihr neuer Verbündeter, das Trades-Hall-Kounzil, das Recht habe, bei der Regelung der Seearbeit mitzusprechen. Diese Forderung empörte die Schiffseigenthümer sehr— wie konnten sie es ver- tragen, daß auch Landratten was dreinzusprechen hätten? Gleichzeitig kam es zu einer Streitigkeit zwischen der Marine-Employed-Union— einer mächtigen Organisation, die sich namentlich durch ihr Ächtstundenprogramm bei den Arbeitern verhaßt gemacht hatte— und den Rhedern. Die Union forderte nämlich die Entlassung des Kapitäns der„Korinna" und drohte im Nichtbefolgungsfalle mit dem Entziehen der Bemannung. Die Eigenthümer wider- setzten sich, die Union boykottirte das Schiff und so be- gann der sfamps. Weder die eine Seite noch die andere gab nach; ein Gewerbe nach dem anderen wurde ins Mitleid gezogen; Organisation kämpfte gegen Organisation. Wie ein Lauffeuer griff der Kampf um sich; aber so rasch als er entbrannte, so zäh hielt er an. Man hatte geglaubt, daß er keine ganze Woche dauern werde, und siehe da: wochenlang wüthete er mit scheinbar unver- wüstlicher Gewalt. Bevor wir in Details der Kriegsschilderung ein- gehen, wollen wir noch für einen Augenblick den Zeit- Punkt des Ausstandes ins Auge fassen. Es ist kaum zu bezweifeln, daß die Führer der Gewerksvereine gerade diesen Zeitpunkt frei gewählt haben. Derselbe fällt zu- sammen mit der in geschäftlicher Beziehung lebhaftesten australischen Jahreszeit. Im Oktober bringen die Squatters die Wolle in die Hafenstädte zum Behufe des Exportes, und dieses Ausfuhrsmaterial repräsentirt nicht weniger als 20 Millionen Lstr. Im September sind die Jmpor- teure gewöhnlich bestrebt, möglichst viel Maschinen, Ge- räthe, Einrichtungsstücke und was noch immer einzu- schiffen, da gerade zur Zeit der Wollschur eine sehr große Nachfrage nach jenen Artikeln besteht. Kurz, es giebt in den beiden genannten Monaten eine Art von Messe in den Häfen von Australien. Die Streikenden wählten daher gerade diesen Augenblick, um knapp vor Beginn des Jahrmarktes einen kräftigen Druck ausi die Rheder auszuüben, einen Druck, der namentlich gestützt wurde durch die öffentliche Meinung, durch den nach Realisirung treibenden Drang des gesammten wirthschaft- lichen Lebens.— Und zu dieser Gunst des Augenblickes trat noch weiter die Gunst des Mediums: In Australien sympathisirt die öffentliche Meinung in der Regel mit dem Arbeiter, selten mit dem Kapitalisten. Und die öffentliche Meinung stellt in freien Ländern eine ganz andere Macht vor, als bei uns. Um das Gesagte kurz zu resumiren: Die Gewerkvereine waren bei Aufnahme des Kampfes vollkommen vorbereitet— so gut als es möglich war— und ihr Kampf begann unter sehr gün- stigen Auspizien. Die Aussichten des Kapitalisten waren ursprünglich nicht so gut, ihre Organisation konnte sich nicht mit derjenigen der Gegner messen. Doch bot ihnen ihre relativ geringe Anzahl, ihre Intelligenz und das Ver- fügen über große materielle Mittel die Fähigkeit, sich viel rascher als die Arbeiter zu einem bestimmten Zwecke sogar in allerkürzester Zeit zu organisireu. Außerdem kam ihnen der Umstand zugute, daß der Ausstand nicht gleich bei seinem Ausbruche präzise inszenirt werden konnte, sondern daß eine Reihe von industriellen Vehikeln in Bewegung verharrte, der Stteik blos parttell verblieb. So gelang es gleich am Ansang nicht, die Beamten der Steam-Navigation-Kompany und der New-London-Union- Steam-Navigation zu gewinnen. Allerdings wurde der Küstenverkehr in einem bedeutenden Umfange paralysirt uud die Zufuhr von Brennkohle sowohl für Fabriken als für den Privatgebrauch stark eingeschränkt. So kam es, daß bereits am 18. August der Preis der Kohle von 30 s. die Tonne sich auf 2 Lstr. 10 s. hinaufschwang. Mit richtigem Scharfblicke suchten die Streikführer, als der Kamps eine bereits entschieden ernste Wendung anzu- nehmen begann, sich des Kohlenangebotes zu bemächtigen, um durch Zurückhalten der Brennkohle— durch Lahmlegung der Produktiou und Vereitelung des Transportes — eine Entscheidung des Kampfes zu ihren Gunsten herbeizuführen. Einen Moment waren sie diesem Ziele schon nahe, für eine kurze Zeit konttolirten sie thatsächlich das Kohlenangebot. Doch trotz der musterhaften Disziplin konnten sie diese Position nicht erhalten und die Ver- sorgung mit Brennmaterial auf die Dauer unterbinden. Diese Thatsache ist ungemein lehrreich. Bekanntlich haben auch bei uns Einige den Gedanken gefaßt, die Produktion der Kohle zu suspendiren und auf diese Art die Kapi- talisten auszuhungern. Allein zu einer derartigen Orga- nisation ist es am Festlande von Europa noch sehr weit. Die Kombination der au tralischen Arbeiterbevölkerung ist gewiß eine weit vorgeschrittenere als bei uns, und dennoch scheiterte auch dort der Versuch, aus die Dauer Herr des Kohlenangebots zu werden. Ganz zu schweigen davon. daß bei uns sich der Staat wohl schon gegen die Strei- kenden in's Mittel legen würde, um sie�eventuellünit a3ol- daten in die Gruben zu treibeu. (Fortsetzung folgt). SyKel's DegrundungVdes deutschen Reiches. IL H. M. Was Herr von Sybel�über die 48ger Revolution zum Besten giebt. gehörtZ zu den ergötzlichsten Partien seines Werkes. Nirgends offenbart sich sein Unvermögen, eine hisim tische Bewegung in ihren treibenden wirthschaftlichen Kräften zu erfassen, schlagender wie hier. In der Berliner Märzrevolution sieht er nur ein anarchistisches Komplott. Er schreibt Bd. I. S. 137:„Begreiflicherweise hatten alle Anarchisten Europas(!) ihre Aufmerksamkeit auf Berlin gerichtet; denn für ihr Streben war die preußische Monarchie der gefährlichste Gegner....; so führte Tag für Tag die Eisenbahn fremden Zuzug, besonders Rhein- länder und Polen in großen Haufen nach Berlin." Gewiß waren die bürgerlichen Revolutionäre von damals sehr naiv; aber so kindliche Gedanken, wie Herr v. Sybel ihnen unterschiebt, und der sie zum Revo lutionsmachen nach Berlin reisen läßt, haben sie denn doch nicht gehabt. Die Behauptung, daß viele Ausländer an den Sttaßenkänrpfen im März betheiligt waren, ist übrigens schon hundertmal widerlegt, was Herrn v. Sybel aber nicht abhält, diese Legende zum hunderteintenmalc aufzunehmen.— Daß es lediglich die Furcht vor dem Proletariat war, welche die Bourgeoisie veranlaßte die Revolution an die Reakttvn zu verrathen, gesteht unser Autor unverblümt ein. Als sie gewahr wurde, daß es nicht blos den Fürsten, sondern auch dem heiligen Eigenthum an den Kragen gehen konnte, da wurde„eine Menge sonst liberaler Elemente in das reaktionäre Lager hinübergedrängt."(S. 212.) Die Beschreibungen, die Sybel uns von der Politik der Fürsten und Diplomaten in dieser Periode giebt, ist für die letzteren moralisch vernichtend. Wir blicken in einen Abgrund von Treulosigkeit und gewissenloseuJntriguen. Als der Versuch des Frankfurter Parlaments, die Einheit Deutschlands herbeizuführen, gescheitert war, wurde von Preußen auf einen engeren Bund einer Reihe von Staaten in Norddeutschland hingewirkt, der sowohl im Interesse der preußischen Dynastie, als. auch der Bour- geoisie lag. Friedrich Wilheln» IV. wollte durch diesen Schachzug das revolutionäre Bürgerthum versöhne» und aus seine Seite bringen. Er präsentirte ihr denn auch eine Verfassung für die geplante Union, die in gemäßigt liberalem Sinne redigirt war. Als nun aber das Bürgerthum in seiner Angst vor einer proletarischen Revo- lution bei dem Preußenkönig Schutz suchte, da machte plötzlich Friedrich Wilhelm IV.„kein Hehl daraus, daß die von ihm selbst dem deutschen Volk dargebotene Verfassung vom 26. Mai(1849) ihm äußerst bedenklich ge- worden sei." Der König fand,„daß die Stimmung sich verändert und folglich auch entsprechende Aenderungen der Verfassung Platz zu greisen hätten." Da kam es ihm denn recht gelegen, daß Oesterreich die Aufhebung der Unionsverfassung begehrte, einem Ver- langen, dem er sofott entsprach. Denn Sybel schreibt:„er war Gott im Herzen dafür dankbar, die liberale Verfassung vom 26. Mai gründlich losgeworden zu sein." Aber die Reaktion begnügte sich hiermit nicht; sie heischte weitere Opfer und nicht nur in Preußen. In Sachsen, Württemberg, Hannover, Mecklenburg wurden die jungen liberalen Verfassungen beseitigt und das absolute Regiment wiederhergestellt. In Dresden ttaten die Vertteter der Fürsten zusammen, um der Reaktion die Wege zu ebnen.„Alle positiven Beschlüsse, schreibt Sybel, waren durch eine blinde Revolutionsfurcht diktirt." Aber damit nicht genug. Auch der alte Bundestag, der 1848 glücklich beseitigt war, wurde ins Leben zurück- gerufen und„ließ an reaktionärer Energie das Karlsbader Vorbild weit hinter sich". Er sollte nach einem Ausdruck t D e t t = [= t. t h 8 1, i = ་ e= en Den er t. en tf he ng t= on rr 0= In er ist el le m Die er es en ne er tif iſt in It. Die -de ont im Ir en nd ich igt Hir 00 hte aß er ge tch der eich Fer für Lich ste In Den Das ten ion eibt ct." ag, ict der ruct des damals schon halbverrückten Preußenkönigs, ,, den| ruchten Nihilisten, welche diesem edlen Mann an den veröffentlicht. In einer Londoner Korrespondenz der demokratischen Schmutz des Jahres der Schande aus den Kragen gingen und ihn zu seinen Vätern versammelten. Franks. Ztg." wird ganz zutreffend bemerkt: Man sehe deutschen Verfassungen entfernen." Da verlohnte sich wohl einmal, sich diese vorgenannte es dem Bericht auf den ersten Blick an, daß es seinem Das beste aber war, daß von österreichischer Seite Bauernbefreiung" näher anzusehen. Wir brachten schon Verfasser gegen die Haare ging, die darin enthaltenen Preußen aufgefordert wurde, die eigene 1850 oftroyirte im vorigen Quartal einen Artikel darüber, wie sich jetzt Thatsachen zu veröffentlichen. Er ist eine verwirrte und Verfassung wieder aus der Welt zu schaffen. Die Stelle, die Dinge nach der Emancipation entwickelt haben; in verwirrende Masse an sich werthvoller, aber unverdauter in welcher Sybel die darauf gerichteten Umtriebe schildert, Anlehnung an Tschernischewski's" Briefe ohne Adresse" statisttischer Angaben. Um diesen einen für die Arbeiter ist zu schön, daß wir sie unseren Lesern mittheilen wollen. wollen wir das Emancipations, geschäft" selbst einmal bleibenden Werth zu verleihen, hätte Giffen sich die Mühe Nicht amtlicher Weise im Ministerium, wohl aber betrachten. geben sollen, selbst die Arbeitsstunden in den verschiedenen in der persönlichen Umgebung des Königs hatten ähnliche Damit Seiner Majestät getreuer Adel bei der Ab- Gewerken zu addiren, den Durchschnitt zu ziehen und dem Gedanken bereits feste Form gewonnen. An die Stelle schaffung nicht zu kurz komme und aus Unzufriedenheit Forscher mit Aufstellung eines Sachverzeichnisses an die einer vertragsmäßig vereinbarten Verfassung sollte ein oppositionell werde, wurde die Ausführung der Aufhebung Hand zu gehen. Troz dieser Mängel ist das Werk für föniglicher Freibrief, an die Stelle der, wie man sich der Leibeigenschaft dem Adel selbst übertragen. Natürlich den Forscher auf dem Gebiet der Sozialpolitik äußerst ausdrückte, unorganischen Kopfzahlwahlen sollten die erfuhr Niemand außer den Adeligen und Regierungswerthvoll und lehrreich. Man erhält Angaben über die Organe der historischen Stände treten. Für das Inter- beamten etwas über die Arbeiten der mit der Ausführung Arbeitsstunden in den meisten Gewerken in den Jahren effe des Staates hätte der König, die Stände für ihre betrauten Kommission, natürlich durfte Niemand über die 1850, 1860, 1870, 1880 und 1890. ständischen Interessen zu sorgen; genug, nicht wie Fürst Frage selbst schreiben oder sprechen. So kam denn eine wurden zum Theil von den Arbeitgebern, theilweise von Schwarzenberg, auf eine Nachahmung des napoleonischen Befreiung der Leibeigenen zu Stande, gegen den Arbeitern geliefert, oder stammen aus unabhängigen Despotismus, sondern auf eine Rückkehr zu dem System welche sich dieselben heute noch unaufhörlich be- Quellen, die angeführt sind. Auf den ersten Blick erkennt des vereinigten Landtags von 1847 nahm man Bedacht, klagen und empören. Die Leibeigenen wurden frei er- man, daß eine ganz bedeutende Reduktion in der Arbeitsda dieses der Ausdruck der eigensten Anschauungen klärt von der Frohnspflicht gegen den Adel, aber sie er zeit stattgefunden hat, weniger zwischen 1850 und 1860, Friedrich Wilhelm's gewesen, so war die Versuchung für hielten damit nicht zugleich auch bürgerliche Rechte als nach 1870; am größten ist sie zwischen 1880 und und 1890. In einigen Fällen ist die Ermäßigung stufenden Monarchen stark, denn an eine revolutionäre Auf- die giebts ja überhaupt in Rußland nicht lehnung gegen die Maßregel wäre damals in Preußen ökonomische Vortheile, sondern mehr Pflichten und weise, in anderen plötzlich und ohne Uebergang einso wenig wie in Oesterreich zu denken gewesen. Auf der materielle Nachtheile. Die Leibeigenschaft ist nur der getreten. Im Allgemeinen läßt sich sagen, daß die Tendenz andern Seite war hier kein augenblicklicher Nothstand Form nach abgeschafft, im Wesen besteht sie noch. 1874 war, die Arbeitszeit von 10% Stunden auf 9, oder gar borhanden, keine Unruhe im Lande, kein schwerer Streit bestand sogar noch die Frohnarbeit und an vielen Orten auf 8 Stunden zu verkürzen. Die Daten mit den Kammern; es fehlte an jedem Anlaß und Vor- hatte der Landrückkauf noch gar nicht begonnen und die Einige aus dem Bericht herausgerissene Einzelheiten wand zum Staatsstreich.... Nun aber hatte bei Erlaß Bauern bezahlten den Adeligen noch den Lehenszins. Für dürften von allgemeinem Interesse sein. Die Arbeitsder Verfassung von 1850 der König in fürstlicher Weise jede Dertlichkeit ist ein Landminimum festgesezt, welches stunden der Londoner Flachmaler waren pro Woche in den Kammern für die verbessernde Revision der Ver- der Bauer zurückkaufen muß, er kann darauf verzichten, den erwähnten fünf Dekaden; 60, 5812, 56, 56, fassung gedankt, ihnen erklärt, daß sie ihm dadurch ein wenn er in der Nähe seiner Wohnung ein zwei Mal 522. Mit dieser stufenweisen Verringerung steht der königliches Regiment auf Grund der Verfassung möglich größeres Stück Land als dies Minimum kauft. Der Bericht der Londoner Schreiner in scharfem Kontrast. Er gemacht, und dann durch eidliches Gelöbniß der Rückkauf dauert gewöhnlich 49 Jahre. Die Bauern werden lautet: 72, 72, 72, 68, 68, 5612. Auch unter den Verfassung seine Sanktion ertheilt. War es denkbar, daß also im Jahre 1912 im vollständigen Besiz ihres Landes Bäckern ist der Rückgang auffallend schroff. In er zwei Jahre nachher diese Erklärungen als offenbare sein, aber sie werden dann siebenmal mehr dafür bezahlt den ersten vier Dekaden geben die Gewerkvereine im Irrthümer zurücknähme, und darauf hin sich von seinem haben, als es werth ist. Freilich können sie es auch sofort Ostende 72 Stunden an; 1890 erst fällt die Arbeitszeit Eide losjagte? Der König wünschte auch einen seiner faufen, aber sie haben ja kein Geld, um die ganze Rück auf 54. In Birmingham, wo doch die politische Emanliberalen Freunde darüber zu hören, und ließ seinem faufssumme auf einmal zu bezahlen, denn diese Summe zipation des Arbeiterstandes den größten Fortschritt gemacht Gesandten in London, Bunsen, die Frage vorlegen. Wie ist viel größer als der Werth des Bodens. Das sind die hat, sind die Zustände womöglich noch schlimmer. Von zu erwarten war, rieth Bunsen auf das Dringendste von von den Herren Adeligen stipulirten Befreiungsbedingungen. 80 bis 90 Stunden im Jahre 1850 ist die Arbeitszeit einem Staatsstreich ab, der mit einem Eidbruch beginnen, Ist eine solche Sklavenemancipation nicht ein gutes der Bäcker erst neulich auf 65 bis 70 Stunden reduzirt und durch seine Schöpfungen den innern Frieden von Geschäft? Ja gewiß, besonders wenn man nun noch er worden. Der Unterschied zwischen den Arbeitsstunden in Grund aus aufwühlen müßte. Wie mir aus zuverlässiger fährt, daß die befreiten Bauern gegenwärtig weniger Land den verschiedenen Gewerken ist sehr markirt. Doch noch Quelle versichert wird, gaben damit die Advokaten des besitzen, als sie hatten, da sie noch Leibeigene waren, und auffallender ist der Unterschied in der Länge der ArbeitsStaatsstreichs den Plan noch nicht auf. Sie sprachen daß ein Theil des Landes, welches sie ehedem besaßen, zeit in demselben Gewerke in verschiedenen Orten. Einen dem liberalen Schwäger" in London jede Ürtheils- jezt den Herren gehört. Beleg liefern die Bäcker in London und Birmingham. fähigkeit in der Sache ab; sie fanden, es sei tugend- In 18 Bezirken besaßen die Bauern vor ihrer In einigen Fällen ist der Unterschied wohl mehr scheinbar hafter, einen sündhaften Eid zu brechen, als ihn Befreiung 419,406 Arpents als reell, denn der Bericht zieht die Ueberzeit nicht in Nach den Verordnungen des zu halten; sie fragten, wenn König Herodes sein der Rechnung, und bekanntlich wird in einigen Landestheilen Herodias eidlich gegebenes Versprechen, ihr den Kopf des Befreiungs Reglements kommen systematisch über die Zeit hinaus gearbeitet. Hier gerade ihnen jetzt zu Täufers zu schenken, gebrochen hätte, wäre das von Gott ist die Lückenhaftigkeit des amtlichen Berichtes am größten. eine Sünde gewesen? Ohne eine Berücksichtigung des Ueberzeit- Arbeitens ist die Aufstellung der regelmäßigen Arbeitszeit unvollständig. Aber Giffen schwärmt eben für die Freiheit des Vertrages. Die Londoner Schneider waren lange schlimmer daran, als ihre Berufsgenossen in Manchester. In Manchester M d Den Herren mußten sie ab" 317,6383/ 4 101,7673/ 4 also fast den vierten Theil des Besizes, den sie als Leibeigene inne hatten. treten " Da, wo früher die Leibeigenen die Lehenspflicht in Fast hätte diese Hofkamarilla den König für den Staatsstreich gewonnen, wäre ihr nicht der damalige Oberpräsident von Sachsen Herr von Senft- Pilsach entgegengetreten. Diesem Manne gelang es, den König vor einem Eidbruch zu bewahren denn man fand, daß es Geld zahlten und wo nach den Verordnungen sie auch waren die Arbeitsstunden 72, 72, 65, 65, 62. In Ost auch ohne einen solchen möglich sei, das Volk um den heute noch so entrichtet werden muß, müssen die Bauern legten Rest seiner politischen Errungenschaften zu bringen. jetzt bedeutend mehr bezahlen. Herr von Westphal, Minister des Innern, machte nämlich Als Leibeigene bezahlen sie die Entdeckung, daß sich der„ Bruch mit der Revolution" für einen Arpent: " 2 Rubel 9 2 3012 " 2112 London 72, 72, 72, 68, 561/2. Man sieht, die Londoner haben ihren Genossen in Manchester schließlich doch den Rang abgelaufen. Die Töpfer in London werden von Kopekeu denen in der Provinz überholt. In London ist die Ardurch eine unbedenkliche Interpretation( Aus- als freie Bauern müssen beitszeit von 5812 erst neulich auf 54 gefallen. In legung) der einzelnen Verfassungsartikel und sie jetzt bezahlen Henley war sie 1860 noch 61, im Jahre 1870 54 und Gesezesparagraphen" erreichen ließe. Eine höchst also bezahlen sie jetzt für ist jetzt 53. Der Bericht behandelt die Grubenarbeiter sehr einerfolgreiche Regel wurde dahin festgesetzt, daß eine lange jeden Arpent mehr Reihe jener Artikel, namentlich im zweiten Titel der Ver- Da der Rubel 100 Sopeken hat, so beträgt die läßlich. In diesem Gewerke ist die Reduktion fassung,„ von den Rechten der Preußen" allgemeine Mehrzahlung 11 Prozent, oder mit andern Worten: Für größten, aber die Verschiedenheit in den verschiedenen Grundsäge ausspreche, die eine bindende Kraft erst durch jeden Rubel, den der Leibeigene seinem Herrn bezahlen Kohlendistrikten ist sehr auffallend. In Northumberland spezielle Ausführungsgeseze erhalten könnten, so daß bis mußte, muß der freie Bauer ihm jetzt zahlen: machten 60 Stunden im Jahre 1850 eine Arbeitswoche aus, jetzt sind es nur 38 Stunden. Die Jungen haben zu deren Erlasse die betreffenden früheren Geseze in 1 Rubel 11 Ropelen. If am Die Kraft blieben. Nach dieser einfachen Formel war der Das Schönste aber bei Alledem ist, daß bei der ihre Arbeitswoche von 72 auf 3212 Stunden vermindert. Gleichheit vor dem Gesez, der Aufhebung der Standes- Landvertheilung die Adeligen das beste Land für sich be- Die Maschinisten arbeiten 66 Stunden statt 72. vorrechte, der Freiheit des religiösen Bekenntnisses, der hielten und den Bauern nur die Sümpfe und Sandfelder Heizer sind noch 84 Stunden an der Arbeit, gerade wie Bildung neuer Religionsgesellschaften mit öffentlicher ließen. Ueberall kam es bei der Landvertheilung zu 1850. Die über der Erde arbeitenden Leute scheinen Religionsübung, der Aufhebung der gutsherrlichen Polizei Konflikten zwischen ihnen. Wollten die Bauern ihre stationär zu sein. In Lancashire hat seit 1850 eine u. s. w. die geseßliche Bedeutung entzogen. Einwilligung nicht geben, so zwang man sie mit Schlägen Reduktion von 72 auf 57 Stunden wöchentlich stattIn derselben Weise sicherte sich die fendale Partei dazu. In ganz Rußland, im Norden, Süden, Osten gefunden, in Staffordshire und Yorkſhire von 60 auf 48. ihren eigenen Antheil an der Beute. Den Großgrund- und Westen, hört man die Bauern über diese Art Theilung In Schottland und Wales hat die Arbeitswoche 54 Stunden, besitzern wurde die durch die Verfassung aufgehobene sich beklagen;„ überall sieht man", erzählt Tschernischewski, statt 72 im Jahre 1850. In den staatlichen SchiffsPolizeigewalt wieder erneuert, es wurden die alten, mit in den Kanzleien der kaiserlichen Verwaltung auf dem werften ist die Arbeitswoche stationär geblieben den Verfassungssäßen unvereinbaren Provinzialstände und Tande, an den Mauern, den Befehl angeschlagen, daß die 51 Stunden. Im Arsenal in Woolwich und in den Streistage von Neuem in's Leben gerufen, und was die geheiligte Person Seiner Majestät nicht mit Petitionen Gewehr- Fabriken hat dagegen eine Veränderung von Hauptsache war, die bisher wählbare erste Kammer belästigt werden dürfe. Das nüßt aber Alles nichts. 56 auf 54 Stunden stattgefunden. Die Maschinisten erebenfalls nach einer sehr zweifelhaften Gesetzes- Interpre- Ueberzeugt von der Ungerechtigkeit der Landvertheilung, freuen sich einer Ermäßigung von 60 auf 54. Aber auch tation in ein Herrenhaus verwandelt, in welchem schaaren die Bauerngemeinden, nachdem sie alle gesetzlichen hier wird die in staatlichen Anstalten übliche Ueberzeit Grafen und Rittergutsbefizer ein ganz entscheidendes Mittel vergebens versucht haben, die letzten Kopeken zu Standal geworden, den der Generalpostmeister eingenicht erwähnt. Im Postamt ist die Ueberzeit zu einem Uebergewicht und damit ein sicheres Bollwerk gegen sammen, um eine Deputation nach St. Petersburg zu etwaige Versuche zu einer ihnen mißbeliebigen Gesetz schicken. Dieselbe kommt dort an, begiebt sich des anderen standen hat. gebung besaßen. Tages in die Nähe des kaiserlichen Palastes und erwartet Ein wichtiger Punkt, welchen der Bericht nicht geSo wurde der Zweck erreicht, und doch die Moral den Austritt des Zaren. Er erscheint, die Abgesandten nügend hervorhebt, ist die Verschiedenheit der Arbeitszeit des Königs vor jeden Flecken bewahrt. Herr von West- werfen sich auf die knie und überreichen ihre Petition; im Sommer und im Winter. Hier kommen besonders phal aber für seine rettende That, seine unbedenkliche hierauf, oder vielmehr im gleichen Momente, werden sie Landarbeiter und Dockarbeiter in Betracht. Auf dem Interpretation" geehrt und gefeiert. Nicht wahr, lieber von der Polizei umringt und in's Loch geworfen. Nach- Lande ist die Verminderung der Arbeitszeit am Geringsten Leser, das ist doch ein recht sauberes Blatt aus der dem man sie einige Monate behalten hat, schickt man sie, gewesen. In Cheshire hatte die Arbeitswoche in den " glorreichen Geschichte" Preußens? gebunden oder mit Ketten beladen, in ihre Heimath zurück, 5 Dekaden folgende Stunden für den Sommer: 63, 63, damit sie dort ihre Sümpfe weiter bebauen." " Die Bauernemanzipation des Baren Alexander II. Das ist die zarisch- edelmännische Befreiung der Leibeigenen. englischen Gewerken 61, 61, 59. In Lincolnshire: 66, 66, 66, 63, 63 im Sommer; 54, 54, 54, 51, 51 im Winter. Die Dockarbeiter haben nicht dieselbe Arbeitszeit in den verschiedenen Häfen. Als Beispiel möge Bristol gelten; Sommer: Hier ist eine Erleichterung erst ganz neulich eingetreten, d. h. seit dem Dockerstreik in London. Der" Zarbefreier" ist" bekanntlich einer der Helden Ueber die durchschnittliche Arbeitszeit in 59, 59, 59, 59, 532. Winter: 53, 53, 53, 53, 482. unserer liberalen Schwätzer geworden, und seine Bauernemancipation, die ihm lediglich durch den Druck der Umstände abgerissen war, wird als eine großartig idealistische hat der Statistiker des Handelsamtes, Herr Giffen, einen That hingestellt. Doch schwärzer sind natürlich diese ver- den Zeitraum der letzten 40 Jahre umfassenden Bericht Eine Ausnahme von der allgemeinen Reduktion der Arbeitszeit machen zwei Berufsarten: Die Textilarbeiter In 6 Geschäften 8% Stunden täglich 5 " 1 " 4 9 912 〃 " " " " 33 10 " 17 " " 128 17 " 10% " " 27 11 " " " " 4 12 " 1 " " " schreibt der Fabrikinspektor für Oberbayern in dem Jahresbericht für 1890: Seit 10 Jahren statistischer Erhebungen in München waren die Preisschwankungen bei einzelnen Lebensmitteln außerordentlich verschieden; und die Eisenbahn- Angestellten. Im Textilgewerke ist krampfhaft gegen den Tod aufbäumt, der da aus allen bekommt fast ausnahmslos das erste Jahr 3 Mt., das die Arbeitswoche von 60 nur auf 56 verringert Gebilden der Natur ruft: zweite 4 M., das dritte und vierte Jahr 5-7 Mt. worden. 1850 war 50 niedrig, 1890 ist 561/2 hoch. ,, Leben, leben, leben." wöchentliches Kostgeld. Die Lehrzeit ist fast allgemein Trotzdem das Gesetz die Frauen beschüßt, ist für sie die Bitiren wir einen offizielleu Bericht über 4 Jahre. An Maschinen sind 745 angegeben. Die ArReduktion der Arbeitszeit am Geringsten. Sie haben eben die Verhältnisse Erfurts: ,, Soweit die Näherinnen einen beitszeit vertheilt sich wie folgt: feine Gewerkvereine, um ihre Ansprüche geltend zu machen. unsittlichen Lebenswandel führen, dürften sie hierzu durch Am Schlimmsten steht es mit den Bahnangestellten. ihren geringen Verdienst veranlaßt werden. Ihre Arbeitszeit ist thatsächlich dieselbe wie vor vierzig Anderweitige Umstände, welche dazu führen könnten, Jahren und steht in den meisten Fällen über 70 von sind im Allgemeinen nicht vorhanden." der Ueberzeit, die hier eher die Regel als die Ausnahme Und Kuno Frankenstein schließt seinen Auffaz: ,, Ein sehr großer Theil der Arbeiterinnen ist, ist gar nicht zu sprechen. Doch ist dies ein Gewerk, dessen Arbeitsbedingungen gerade jetzt den Gegenstand unserer Großstädte erhält Löhne, welche nicht inkl. Frühstücks- und Vesperpause. einer staatlichen Untersuchung bilden. In 9 Geschäften findet regelmäßige, in 117 Gehinreichen, die nothwendigsten Bedürfnisse des Trotz seiner Lückenhaftigkeit erkennt man aus diesem Lebens zu befriedigen und befindet sich aus schäften findet überhaupt keine Ueberzeit- und Sonntagsarbeit statt. Bericht die gewaltigen Fortschritte, welche der Arbeiterstand diesem Grunde in der Zwangslage, entweder einen in den letzten vier Dekaden in England gemacht hat. ergänzenden Erwerbszweig in der Prostitution zu Allerdings ist ein weiterer, nicht minder bedeutender Fort- suchen, oder den unabwendbaren Folgen förperlicher Ueber die Steigerung der Lebensmittelpreise schritt unerwähnt geblieben, nämlich, daß in den letzten und geistiger Zerrüttung zu verfallen." vierzig Jahren die Lohnverhältnisie sich ebenfalls verbessert haben. Die Verringerung der Arbeitszeit ist zum Theil auf die Einführung von Maschinen zurückzuführen, nicht aber die Erhöhung der Löhne der Arbeiter. Diese Man kann selbst vom rücksichtslosesten Unternehmer- besonders wichtige Gattungen, wie Kaffee, Fleisch, Brod, muß fast ausschließlich auf Rechnung der Organisation standpunkte aus nicht verlangen, daß ein Arbeiter mit neuerdings auch Fett, Milch und Bier, haben seit 1889 der Arbeiter, die Gewerkvereine, gesetzt werden. Von diesen seiner täglichen Arbeitslast: zwölf Stunden lang und resp. 1890 höhere, zum Theil sogar die höchsten Preise sagt der Individualist Giffen freilich nichts. noch länger, wie an einem Abgrund hinwandeln soll, des ganzen Jahrzehnts." Der Beamte stellt nun ein jede Bewegung berechnend und jeden nicht überlegten Haushaltungsbudget für eine in mittleren Verhältnissen Fußtritt mit dem Leben bezahlend. Was man unter lebende Arbeiterfamilie mit zwei bis drei Kindern auf, Armuth und Prostitution. solchen Verhältnissen Leichtsinn und Unüberlegtheit nennt, nimmt das erste Frühstück mit Kaffee und Weißbrod, Vor uns liegt eine Arbeit von Kuno Frankenstein ist schließlich meistens nichts wie Ermattung und Ueber- den Mittagstisch mit Suppe, Fleisch und Gemüse, zweites über die Lage der Arbeiterinnen in den deutschen Groß- arbeitung, die es dem Arbeiter mehr und mehr unmöglich Frühstück und Vesper mit Brod, Abendessen mit städten( Schmoller: Jahrbuch für Gesetzgebung 2c. 2c. macht, sich wie ein Aal durch die ihn umlagernden Ge- etwaigen" Ueberresten, Wurst, Käse und Bier an. XII. 1888). Der Verfasser des Aufsages, sowie der Her- fahren hindurch zu winden. Die Ueberarbeit der Menschen Dabei jeßt er als durchschnittliche Wochenmengen 1/4 kg ausgeber der Zeitschrift, der Geheime Regierungsrath aber ist heute, bei unserer wunderbaren Produktions- Kaffee, 1/2 kg Zucker, 3/8 kg Suppeneinlagen, 3 kg Professor Gustav Schmoller bürgen uns dafür, daß wir fähigkeit nichts Unabänderliches mehr, sondern nur eine Rindfleisch, 1/2 kg Schweinefleisch, ½ kg Hülsenfrüchte, 1/4 kg Fett, 6 Liter Kartoffeln, 1 kg Mehl, 6 kg es hier nicht mit frechen„ Umstürzlern",„ ewig ver- Folge der kapitalistischen Ausbeutung der Arbeitskraft. neinenden Geistern" zu thun haben, sondern mit ganz Die Statistik des Reichsversicherungsamtes zeigt Schwarzbrod, 3 Eier, 7 Liter Milch, 13 Liter Bier, regierungsfähigen, durchaus nicht kompromittirten und diesen Zusammenhang zwischen Ueberarbeitung und Un- ferner 3 Mark für Weißbrod, Gemüse, Gewürze, Abendglaubwürdigen Männern. Ferner sind die Angaben über fallsvermehrung auf das Unwiderleglichste. Es ereigneten kost an. Auf Grund dieser Voraussetzungen kommt er die sozialen Verhältnisse der Arbeiterinnen meist den sich nämlich Unfälle: Berichten der Fabrikanten und der Innungen ents nommen. Heberarbeit und Unfälle. 6-7 Uhr 435 7-8 8-9 9-10 11 " 794 815 1069 12-1 Uhr 587 1-2 2-3 3-4 745 11 1037 1243 " " 1598 " 11 4-5 1178( Vesperpause) 1590 5-6 " 1 1: 6-7 " Den Lohnerhebungen in Berlin und Breslau liegen," jagt Kuno Frankenstein, in erster Linie und in weitaus überwiegender Zahl Angaben der Fabrikanten 10-11 und der Innungen zu Grunde. Nach den allgemeinen 11-12 Erfahrungen läßt sich annehmen, daß diese Angaben der Arbeitgeber ein günstigeres Bild von der Lage der Arbeiterinnen schaffen werden als in der Wirklich feit vorhanden ist." Diese Berliner und Breslauer Angaben sind nach Fr. als typisch zu betrachten. 1306 979 11 ( theilw. bereits Schluß ( der Arbeitszeit. " zu folgendem Ergebniß:" Unter Zugrundelegung dieser Nahrungsmengen und nach Hinweglassung der konstanten Ausgaben ergiebt sich, daß vom Jahre 1881 bis 1886 die Ausgaben fast beständig gesunken( von 13,02 bez. 13,16 auf 12,68 Mart) von dort an bis in die Gegenwart andauernd und zwar über die zu Anfangs des Jahrzehnts innegehabte Höhe hinaus gestiegen sind( auf 13,77 Mark). Vom Jahre 1886 bis zum Jahre 1890 beträgt diese Ausgabenerhöhung 8,4 pct." Vom Reichstag. 92. Sihung. Die zweite Berathung des Arbeiterschutzgesetzes wird fortgesetzt mit§ 120a( Borschriften betr. Anlage und Betrieb, Schutz von Gesundheit und Leben). Man beobachte die ganz ununterbrochene, regelmäßige Unfallvermehrung am Vormittag, bis in der 11. und 12. Stunde der Höhepunkt erreicht ist. Die 12. Stunde würde wahrscheinlich die 11. noch bedeutend In der Bekleidungsindustrie in Berlin haben die übersteigen, wenn sie in ihrem lezten Theil nicht bereits Arbeiterinnen einen durchschnittlichen Verdienst von 10 vielfach eine Zeit des Arbeitsstillstandes oder der VorAbg. Wurm( Soz.) wünscht eine präzisere Fassung des bis 12 Mt. wöchentlich, abzüglich 5 10 Proz. für bereitung darauf wäre. Von 12-1 Uhr haben wir Garn, Nadeln 2c.; in der Textilindustrie 8-9 Mk., wieder einen Tiefstand der Unfallszahl, fast allgemein Paragraphen, damit der Schutz der Gesundheit der Arbeiter sicherer gestellt würde. Namentlich bekämpft er die große Ausjugendliche A.beiterinnen( 14-18 Jahre) 3-5 Mk.; ruht hier die Arbeit. Aber gleich die erste Arbeitsstunde dehnung der bundesräthlichen Befugnisse. Bei der erschreckend in der Papier-, Leder-, Nahrungs- und Genußmittel- In- fegt am Nachmittag mit einer relativ hohen Zahl ein, niedrigen Ziffer der Lebensjahre der Arbeiter in den meisten dustrie 9-10 Mt.; die Schürzennäherinnen erhalten die Mittagsruhe bietet keinen vollen Ersaz für die Ab- Arbeitsbranchen, bei der ungeheuer großen Zahl der Schwind3-4 Mt., Knopfloch und Kravattenschildnäherinnen spannung des Morgens. Dann springt die Zahl der süchtigen sei ein viel weiterer Arbeiterschutz auf diesem Gebiete durchaus erforderlich. Es sei sehr zu bedauern, daß man aus 4-5 Mf., in der Hutfabrikation 5 Mt., in der Fabri- Unfälle auf 1032 von 2-3 Uhr empor, auf 1243 von den Berichten der Fabrikinspektoren sehr wenig ersehen könne, fation fünstlicher Blumen 4,50 Mt.; Galanteriewaaren 3-4, auf 1306 von 5-6 Uhr. Dazwischen eine leichte wie es in Bezug auf sanitäre Einrichtungen wirklich in den jabrikation 6 Mt.; Perlarbeiterinnen 6-7 Mt. Senkung, weil die Vesperpause in die Zwischenzeit fällt. Fabriken aussehe. Abg. Dr. Hirsch( dfr.) erwidert dem Abg. Wurm, daß von Das Gros der Arbeiterinnen in Breslau kommt Um 6 Uhr wird heute in Deutschland eine große Anzahl der bona fides der verbündeten Regierungen die Ausführung nach unserem Gewährsmann über den wöchentlichen der Fabriken geschlossen; auch wo bis 7 Uhr gearbeitet der Bestimmungen des Gesetzes zum Wohle der Arbeiter erDurchschnittslohn von über 6 Mt. nicht hinaus, und die wird, ist die letzte Stunde vielfach dem Abräumen und wartet werden müsse.( Erwartet werden!) Zahl derer ist jedenfalls eine bedeutende, welche sich Stillseyen gewidmet, so daß das Sinken der Unfallszahl mit einem wöchentlichen Lohne von 3-5 Mr. begnügen erklärlich ist. Der Einfluß der Ermattung und Ueber arbeitung ist somit drastisch dargelegt. müssen. Wir schließen daraus noch weiter. In den ersten Nun aber braucht eine Arbeiterin mindestens eine § 120b handelt vom Schutz der Sittlichkeit. Ein Antrag Auer will die darin vorgesehene Trennung der Summe von 6,50 Mt., um nur in der denkbar beschei- beiden Arbeitsstunden verunglückten zusammen 1229 densten Weise. ihr Leben fristen zu können. Menschen, im Durchschnitt pro Stunde etwa 600. Nehmen Geschlechter in den Betrieben beseitigen. Abg. Bebel( Soz.) vertheidigt den sozialdemokratischen AnNach den Breslauer Haushaltungsausgaben, die wir an, das sei die Zahl der Unfälle, welche unter den trag damit, daß die absolute Trennung der Geschlechter bei einer heutigen Produktionszuständen arbeitsrüstigen, durch ganzen Anzahl Betriebe undurchführbar sei. Das ZusammenKuno Frankenſtein in seinem Auffaße anführt, muß eine ueberanstrengung noch nicht erschlafften Arbeitern bearbeiten von Männern und Frauen sei im Gegentheil geeignet, Fabrikarbeiterin für eine Schlafstelle, d. h. für ein Zim mer, welches sie mit 1-3 Arbeiterinnen theilt, monat- gegnen könnten, so fämen wir während der 13 ver- die Sittlichkeit zu heben und Ausschreitungen, welche sonst zeichneten Arbeitsstunden auf 7800 Unfälle. Was da2,50-5 Mt. zahlen; für den Mittagstisch hat sie der rüber ist, wäre lediglich eine Folge der heutigen AusBermietherin 20-30 Pf. zu zahlen, in der Volksküche beutungswirthschaft. Darüber hinaus zählen wir aber 15-25 Pf. Legt man überall diese sehr niedrigen noch 5576 Unfälle, so daß von 13 376 in unserer Liste Durchschnittszahlen zu Grunde, so ergeben sich folgende angeführten Unfällen ohne Ueberarbeit etwa 40% Ausgaben pro Woche: aller Unfälle hinwegfielen. Für Wohnung " f Frühstück, Kaffee, Abendessen( also drei MahlMittagessen zeiten) Krankenkasse. 1,00 Mt. 1,75 " 2,25 " 1 0,15 11 Ueber die Lage der Buchbinder haben Hamburger Genossen eine Statistik aufgestellt. Dieselbe erstreckt sich auf 207 Geschäfte der Städte Abg. Bebel( Soz.). Bei den heutigen Fortschritten der sehr in den Vordergrund gestellt würden, 90 Prozent aller Unfälle vermieden werden. Technik könnten, wenn die Interessen der Unternehmer nicht zu vielleicht vorkommen würden, einzuschränken. 93. Sibung. Abg. Bebel( Soz.) meint, daß die in den Gärt nereien beschäftigten Bersonen unbedingt unter die Gewerbeordnung fallen müßten, da sie alle eine bestimmte Lehrzeit durchbetrieben betreffe, so sei die jetzige Praxis teine konſtante. G zumachen hätten. Was das Personal in den Gastwirths sei nicht immer klar, wann ein im Gastwirthsgewerbe beschäftigter Arbeiter als Gehilfe oder als Dienstbote zu betrachten ist. Das bewiesen die verschiedenen Urtheile verschiedener Gerichte. Die betheiligten Personen selbst wünschten durchaus eine Klarstellung des Berhältnisses. § 122 setzt im Allgemeinen eine vierzehntägige gegenseitige Kündigungsfrist fest. Summa 5,15 Mt. Hamburg, Altona, Ottensen, Wandsbeck und Harburg. Ein Antrag Auer will jede Vereinbarung einer KündigungsNoch nicht gerechnet sind hier die Ausgaben für Es sind darunter 148 Buchbindereien, 19 Buch- und frist verbieten, also jederzeitige Kündigung gestatten. Abg. Bebel bezeichnet als Zweck dieses Antrages die EinKleidung, Beschuhung, Heizung, Beleuchtung, für die Steindruckereien, 8 Geschäftsbücherfabriken, 2 Kartonnagen- haltung des verdienten Lohnes der Arbeiter durch die UnterGesundheitspflege, für leibliche und geistige Bedürfnisse. und Dütenfabriken, 8 Musterkartenfabriken, 7 Leder- und nehmer bei Nichteinhaltung der Kündigungsfrist zu verhindern. Wird für die Befriedigung aller jener Bedürfnisse Galanteriegeschäfte, 1 Kouvertfabrik und 1 Papieraus- Die einfache Aufhebung der Kündigungsfrist würde den Arnur die dürftige Summe von 1,35 Wit. ausgefeßt, so stattungsgeschäft. Dieselben beschäftigen 429 Gehilfen. beitern teinen Schaden zufügen, da unter den heutigen Verhältnissen doch jeder Unternehmer Mittel in der Hand have, erhält man jenen vorher festgesetzten Minimalbetrag von Hiervon sind 89 verheirathet, von diesen sind 76 im jeden Tag seinen Arbeiter zu entlassen, wenn er ihn los werden 6,50 Mt., Sen eine Arbeiterin nur zur bloßen Fristung Wochenlohn und 13 im Afford. Der Durchschnittslohn wolle. In vielen rheinischen und norddeutschen Textilfabriken ihres Daseins erhalten muß. beträgt pro Woche 18 Mt. Der höchste Lohn ist 28 Mt., würden die Arbeiterinnen durch Vertrag auf 1 Jahr an die Was sollen nun aber jene Geschöpfe des Jammers. der niedrigste 9 Mt., am meisten wird 15-18 Mt. Fabrik gefesselt und müßten dafür eine Staution von 15 bis 20 M. zahlen, während es dem Unternehmer durchaus frei der Verzweiflung beginnen, die jene 6,50 Mt. nicht ein- gezahlt. Beschäftigt sind noch 17 männliche Hilfsarbeiter stände, seine Arbeiterinnen jederzeit entlassen zu können. mit einem Durchschnittslohn von 14 Mt. 18 Werkmal verdienen? Sollen sie langsam verhungern oder sich prostituiren? führer, alle verheirathet, verdienen durchschnittlich 26 Mt. Conrad. I. Serie Nr. 4:„ Die Volksbühne und das moderne Münchener Flugschriften. Herausgegeben von Dr. M. G. Welche„ Sünde", ihr Frommen im Reiche, ist größer, pro Woche und Mann. An weiblichem Hilfspersonal sind Drama", Bortrag, gehalten im Allgemeinen Arbeiter- Leſe- Verein der Selbstmord durch Verhungern oder die Prostitution? 269 beschäftigt, mit einem Durchschnittslohn von 8 Mt. zu München von Julius Schaumberger. Preis 10 Pf. München, Nun, bevor Ihr diese theologische Streitfrage entschieden Der höchste Lohn derselben beträgt 14 Mt., der niedrigste. Poeßt. Ein weiteres Attenstück zur Voltsbühnenbewegung, habt, hat die menschliche Natur, der unbezähmbare 5 Mt., am meisten 7-8 Mt. pro Woche. Ferner sind welche momentan die Gemüther bewegt. Der Vortrag wurde 1. 3. vor einem tausendköpfigen Arbeiterpublikum gehalten, ein Drang nach Leben, längst gesprochen, jener Drang, der noch 86 Lehrlinge beschäftigt, wovon die Hälfte in Kost Beweis, wie stark die Bühnenfrage gerade unter den Arbeitersich noch in der siechen Brust des Schwindsüchtigen und Logis beim Prinzipal steht. Die andere Hälfte freisen gährt und Intereſſe erregt. Berantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin.- Verleger und Druder: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. 115