Berliner Wks-Trimt. Sozial-Politisches Wochenblatt. Au» der Woche.— Soziale» au» den Nereinigtrn Staate«.— Die SnngerzöUe.- KornzöUe in Deutschland nach Geschichte und Statistik. IV.(Schlust). ~ie französtschr Revolution und der Sozialismus. roduktion und Technik. Gedicht.— Novelle.— Marnm geht Rußland aus Grodrrungrn au«? VI.(Schluß).— Die soziale Revolution in London. III.(Schluß).— Der Sauer und sein Glend. Aus der Woche. — se— In Hannover haben zwei Offiziere auf dem Heimwege von der Schloßwache ihrer Laune dadurch Ausdruck gegeben, daß sie mit ihren Degen an die Fenster- laden schlugen und mit begegnenden Zivilisten in ein Rekontre geriethen. Als sich darauf eine Menge Menschen ansammelten, mußten sich die Nachtwächter in's Mittel legen und die Offiziere nach der Schloßwache sichrem Hätte sich ein Zivilist eingemischt, so wären nach den Theorien der„Kreuzzeitung" die jungen Kriegsgötter ge- zwungen gewesen, zu Ehren ihrer Ehre ihre Säbel im Blute zu baden. — In Nürnberg ließ ein jugendlicher Lieutenant eine Abtheilung Soldaten nahezu eine halbe Stunde Laufschritt machen, bis die meisten keuchend und schweiß- triefend sich dahin schleppten. Gleich darauf ließ er die Leute aufs Neue laufen, bis einer von ihnen bewußtlos zusammenbrach. Die Leibwäsche, welche er trug, konnte man thatsächlich auswinden. Derselbe Offizier ließ einmal während des Winters über eine dünne Eisdecke marschiren; dieselbe brach unter den Tritten der Mannschaft ein und viele geriethen bis an's Knie in's eisigkalte Wasser. Und so etwas wagt eine eigene„Ehre" für sich in Anspruch zu nehmen, schaut Jeden, der nicht eine bunte Jacke trägt, über die Achsel an und renommirt spät und früh, daß es allein das ganze Gemeinwesen zusammenhält. — In Helgoland war am 22. April der erste deutsche Gerichtstag. Der Andrang der rechtsuchenden Parteien war ein derartiger, daß die Richter bis 8 Uhr Abends beschäftigt waren. Bei den nächstfolgenden Gerichtstagen war der Zulauf noch größer. Die einst so gut wie freien Helgoländer scheinen also die Segnungen deutscher Kultur gar nicht erwarten zu können. Ob die errungene Zivilisation beim Anblick der ellenlangen Expensennoten doch nicht etwas zu theuer erscheint? Uebrigens, wer den Nacken beugt, soll geprügelt werden. — Am Sonntag hielten die Profit- und Mehrwerth- jäger, so da Nationallibcrale genannt werden, in Berlin einen großmächtigen Parteitag ab. Die Partei kracht nämlich schon seit lange in allen Fugen, dem sollte gesteuert werden. Und so geschah es. Man beschloß ein- stimmig, Jeder könne in politischer und wirthschaftlicher Richlung thun und lassen, was er wolle. Beim Cham- pagner wurde Bismarck und der Kern des deutschen Bürgerthums angehocht. Bismarck dankte gnädigst, der „Kern" war aber nirgends anzutrefien, darum unterblieb das Huldigungstelegramm. Früher hat die Partei ge- kracht, jetzt pfeift sie— aus dem letzten Loch. Möge das Schicksal gnädig sein und einen schnellen Tod senden. Andere Leute haben auch noch Nasen.— — Auf allerhöchsten Befehl ist, wie die Verlags- Handlung anzeigt, soeben die erste Abtheilung eines Werkes erschienen, welches den Titel führt:„Ter Hofzug Sr. Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm II." Die erste Abtheilung schildert den Salonwagen auf vier Tafeln Großfolio und zwölf Seiten, mit Holzschnitten aus- gestattetem Text. Das Ganze kostet 10 Mark. Schade, daß der Preis riu so hoher ist. Bei einem menschlicheren Preise hätte doch ab und zu ein Proletarier sich überzeugen können, wie die heutige Technik es versteht, durch die Pracht und Gediegenheit der Ausstattung von den Benutzern eines solchen Wagens jede Unbequemlichkeit, welche sonst mit dem Reisen verbunden ist, fernzuhalten. Aus den Wagen der vierten Klasse lassen sich leider die Leistungen unserer Eisenbahntechniker auch beim besten Willen nicht beurtheilen. — In der Pfingstwoche hat der Sohn eines sehr reichen rheinischen Großindustriellen in Berlin eine runde Million an zwei„Cavaliere" im Spiel verloren. Nun ja. der Mann hats ja. Wie muß sich der Kerl plagen und schinden, um das einzustreichen und zu zählen, was seine Arbeiter spielend für ihn verdient haben. Und was schadet denn auch so ein Verlust? Man geht nach dem Vergnügen nach Hause, zwingt die Arbeiter zu einem kleinen Streik, beschneidet dann die Löhne und dekretirt Strafen bis zu 6 Mark und der Verlust ist doppelt wieder herein. Drum nur nicht verzagen. Auch ein Groß- industrieller muß standesgemäß auftreten, besonders wenn er sich in Gesellschaft blaub ütiger Spieler befindet. Nur den dummen Habenichtsen ist das Hazardspiel untersagt. — Luther mutz in s Loch. Er lebt im Dorfe Hohenstaufen in Württemberg und ist von Profession Hexen- und Geisteraustreiber. Ende vorigen Jahres„arbeitete" er bei einem Bäcker und Wirth zu Göppingen, aß und trank, beschwor, räucherte und versteckte hieroglyphische Zettel in allen Ritzen und Löchern. Da er aber das Honorar etwas hoch bemaß, wurde die Sache zu den Ohren der hohen Obrigkeit getragen, und er, der Herr Luther, erhielt drei Wochen Gefängniß. Die Religion muß dem Volke erhalten bleiben, urtheilte unlängst die württembergische Kammer und beschloß, Niemand dürfe als Schulinspektor angestellt werden, der nicht die Be- fähigung zu einem Kirchenamt besitzt. Was verschlägt es, wenn die Dummheit im Lande bleibt: Wer dumm ist, hat kein Kopfweh. — Die„Parole", das Organ für Kasernenhof- blüthen und sonstige Witze, veröffentlicht einen Kriegsruf an den Kriegerlmud, der mit den Worten schließt:„Der rothe innere Feind, die Sozialdemokratie, greift uns an! Auf zur Vertheidigung unserer höchsten Güter!"— Im Anschluß an diesen Aufruf bringt die„Parole" eine Be- trachtung über das Waisenhaus des„Deutschen Krieger- Bundes" Römhild, in dem die Knaben und Mädchen in militärisch-stommer Sitte zu Patrioten und Tugend- Helden erzogen werden. Wie sich nun herausstellt, hat man hier den Bock zum Gärtner gemacht, indem der Hausvater, ein verheiratheter Mann, sich an den ihm anvertrauten Mädchen vergangen hat. Als er sich ent- deckt sah, machte er seinem Leben durch Selbstmord ein Ende!— So vertheidigt man die höchsten Güter gegen die Sozialdemokratie. — Die heilige Elisabeth war einethüring'schePrinzessin und wurde später Königin von Ungarn. Man sagt, sie wäre ein sehr frommes Weib gewesen und darum sei sie heilig gesprochen worden. Nun hat ein englischer Maler ein Bild gemalt, auf welchem besagte Elisabeth splitter- nackt vor einem Altar hockt und Buße thut. Um sie herum steht eine ganze Menge bekaputzter Franziskaner. lieber dieses Bild ist in der ganzen englischen bürgerlichen Presse ein furchtbarer Streit entstanden. Die tugend- haften Jnselssöhne können es nicht begreifen, daß eine Königin sich nackend in eine Kirche hocken kann. Das können wir sehr gut uns denken; aber etwas anderes schon wieder weniger. Die Franziskaner auf dem Bilde tragen alle höchst ehrwürdige Mienen zur Schau. Und das ist grundfalsch: Ein Pfaff— gleichgiltig welcher Couleur— der ein nackendes Weibsbild erblickt, macht ganz andere Augen und zieht eine ganz andere Nase. X— Fürst Bismarck schreibt in den„Hamburger Nachrichten: Das sozialdemokratische Blatt„Berliner Bolkstribüne" behauptet, die Barziner Papierfabrik gewähre eine Dividende von 14 p(5t. und knüpft daran eine gegen den Fürsten Bismarck gerichtete Betrachtung. Ist jene Meldung richtig, so wird sie gewiß auch den Fürsten Bismarck gefreut haben und dies würde vielleicht noch mehr geschehen sein, wenn auch er Aktionär dieses Unternehmens wäre. In Wirklichkeit aber besitzt er keine einzige Aktie oder Berechtigung auf Gewinnantheil.— Was die Telegraphenstangen angeht, so theilen wir zur Beruhigung der Herren von der„Bolkstribüne�' mit, daß solche auch heute unter den gleichen Bedingungen wie früher von den bisherigen Abnehmern zu deren Zufriedenheit aus dem Sachsenwalde bezogen werden. Wir begreisen den Schmerz unseres Aristides, daß er nicht Aktionär eines Unternehmens ist, das 14 pCt. Dividende bezahlt. Hoffentlich tröstet er sich mit seinen übrigen Aktien. Aber sollte er nicht vielleicht früher Hauptaktionär oder Besitzer der Fabrik gewesen sein, und sollten die Dividenden nicht erst so gefallen sein, nachdem Fürst Bismarck aus dem Dienst schied llnd die Telegraphen- Verwaltung ihr Papier anderswoher bezog? Daß aus dem Sachsenwald wenigstens noch die Telegraphenstangen geliefert werden, ist gut; wahrscheinlich sind sie Preiswerth. Weshalb thut uns übrigens Aristides nicht die Ehre an, auch einmal auf einen anderen Artikel von uns zu antworten? Wir werden demnächst noch weitere Betrachtungen über seine frühere Thätigkeit anstellen; das ist ja jetzt ein ge- fahrloses Vergnügen, denn wenn Aristides uns jetzt wegen Beleidigung verklagt, so muß er selbst bezahlen, und das thut er nicht. — Nach den mecklenburgischen Rittergutsbesitzern, die chinesische Kulis bereits engagirt haben sollen, kommen die deutschen Großindustriellen mit der Masseneinfuhr fremder Arbeiter. Wenn der„Saale-Ztg." richtig aus Berlin berichtet wird, so wären seitens der Federazione dei Meccaniei in Mailand verschiedenen deutschen Groß- industriellen Anträge zugegangen, für ihren Betrieb be- schäftigungslose Arbeiter zu engagiren. Die betreffende Offerte überlasse ihnen, was die spezielle Leistung der Arbeiter anbelangt, die Auswahl. Hauptsächlich aber würden Maschinenbauer, Schlosser, überhaupt Eisen- arbeiter in beliebiger Zahl zur Verfügung gestellt, und zwar zu Löhnen, die im Vergleich zu den hier zu Lande üblichen sehr bescheiden genannt werden müssen. Mehrere Fabrikbesitzer hätten auf dieser Grundlage bereits Kon- trakte abgeschlossen.— Wieder ein Beweis für die in unserem heutigen Leitartikel geschilderte Tendenz des Kapitals, die Arbeiter zu Kulis herabzudrücken. Soziales aus den Nereinigten Staate«. (Nach amerikanischen Blättern.) Nach einer eben veröffentlichten Statistik giebt es in New-Aork mehr als 150,000 Menschen, welche weniger als 60 Cents täglich verdienen. Darunter giebt es Tausende von jungen Mädchen, welche 11—16 Stunden täglich arbeiten müssen, um diesen elenden Lohn zu verdienen. Im vergangenen Jahre sind 23,000 Familien exmittirt, weil ste die Miethe nicht bezahlen konnten. 10 Prozent aller Gestorbenen mußten auf Kosten der Kom- mune beerdigt worden. — Die Erhebungen, welche ein Beamter des Senatsaus- schusses hinsichtlich der Behandlung österreichischer Unterthanen in Virginien angestellt hat, haben einzelne Fälle unerhörter Grausamkeit zu Tage gefördert. Es hat sich dem„Standard" zufolge herausgestellt, daß die an dem Bau der Norfolk und Western Bahn thätigen Böhmen sich in schrecklicher Weise über- arbeiten mußten, daß ste mißhandelt wurden und dabei die kärglichste Nahrung empfingen. Wenn ein Böhme entfloh, so wurde er mit Hunden verfolgt und bei seiner Gefangennahme bei gespanntem Revolver bis auf's Blut gepeitscht. Auch sonst erfuhren die Böhmen eine schlimmere Behandlung, als sie ein werthvoller Sklave erhalten haben würde. Zur Erklärung dieser unerhörten Borfälle giebt nian an, daß die Böhmen„beinahe Wilde" waren und in einer Wildniß, wo das Gesetz ein un- bekannter Begriff sei, unter der Peitsche brutaler Aufseher standen. — Die Kohlenproduktion»n Pcnnsylvanien wird um 20 pCt. verringert werden. Eine Million und fünfmalhundert- tausend Tonnen Kohlen liegen unverkauft am Lager. Die Kohlen-Kompagnten fürchten ein Fallen der Preise, was nur durch eine Einschränkung der Produktion verhindert werden kann. Tausende von Menschen lesen diese Depesche, ohne sich etwas dabei zu denken. Und doch sollten die wenigen Motte derselben geeignet sein, den Menschen die Schamröthe ins Gesicht zu treiben über ihre eigene Schande. Aus allen Theilen des Landes dringt die Kunde von furchtbarer Kohlennoth. Hunderte, ja Tausende von Menschen sind halb oder ganz erfroren, weil es ihnen an Kohlen mangelte. In Chicago kostet die Tonne sieben bis acht Dollar— ein Preis, der den wirklichen Werth derselben, incl. Transportkosten-c., ums drei-, vier-, fünffache übersteigt. Und in Pennsylvanien werden die Gruben geschlossen, weil es zu viel Kohlen giebt, weil die Ausbeute eine zu reichliche und leichte ist, weil die Kohlenbarone nicht mit 10, 25, 50 Prozent Gewinn zufrieden find, sondern mehr und immer mehr erhalten wollenll — Illinois besitzt 926 Gruben in 57 Counties und produzitte in jenen, Jahre über 12'/, Millionen Tonnen(Tonne= 2000 Pfund) zum Bettage von 12,683,000 Doll. Beschäftigt waren dabei 20,106 Miner und 8468 andere Angestellte, einschließlich der jugendlichen Arbeiter. Unter je 70 Arbeitern ist einer in der Grube verunglückt, so daß er zeitweilig arbeitsunfähig wurde, und unter je 400 Mann kam Einer bei den Gruben- Unfällen zu Tode. Die Zahl der in der Grube Getödteten betrug im Jahre nämlich 53, der bei Unfällen Verletzten 294. Die ungeheure und steigende Zahl dieser Unfälle, und besonders der tödtlichen, erklärt sich aus Folgendem: Die Kohlenproduktion hatte in jenem Jahre um 1,040,401 Tonnen, also beinahe um 10 Prozent zugenommen, aber die Anzahl der Arbeiter ist vermindert worden. Um wie viel, wissen wir nicht. So kam es denn, daß weil weniger Leute als im Jahre 1888-89, mehr zu leisten hatten als jene die Ziffer der Unfälle von 201 auf 294, die der tödtlichen von 42 auf 53 stieg. Und zum Danke für die( zumal mit erhöhter Lebensgefahr bedrohte) Bereitwilligkeit der Leute zu schärferer und rücksichtsloserer Ausbeutung ihrer Lebenskraft im Interesse des Kapitals hatte ihnen dasselbe den Lohn von 73 auf 68 Cents per Tonne reduzirt. Allerdings war auch der Grubenpreis der Kohle von 1,07 Aber die Kapitalisten haben trotzdem ein glänzendes Geschäft durch die Mehrproduktion von 1,040,401 Tonnen erzielt. Denn der Preisrückgang um 5 Cents reduzirte ihren Gewinn ( bei 11,500,000 Tonnen) nur um 575,000 Doll. auf 1,02 Doll. gefallen. Dagegen die Mehrproduktion um 1,040,401 Tonnen zum reduzirten Preise von 1,02 Doll., brachte ihnen einen Mehr gewinn von 1,061,000 Doll. ein; so daß sie auch ohne daß fie den Arbeitslohn um 5 Cents zu fürzen brauchten bei 1,02 Doll. die Tonne immer noch 486,000 Doll. mehr verdienten als bei 1,07 Doll. die Tonne. Eine weitere, höchst beträchtliche Ausgaben- Ersparniß( deren Summe wir aber vorläufig nicht kennen) war die Reduzirung der Mannschaftszahl. Die Grubenbesitzer haben also in dreifacher Weise geschunden: 1. Durch Verringerung der Arbeiter- Force. 2. Durch Steigerung der Produktion um 10 Prozent, welche trotz des allgemeinen Breisrückgangs immer noch einen ExtraProfit von 486,000 Dollar gestattete. Die Hungerzölle. Aussehen angenommen. Sie sind heutzutage mit starken Eisengittern umgeben, haben vergitterte Fenster, Schießscharten und Binnen, genau wie die Festungen im alten Europa; die Armory Als die Kornpreise von Tag zu Tag stiegen und des 7. Regiments ist sogar von einem tiefen Graben umgeben, das Gespenst der Hungersnoth immer näher rückte, den zu übersteigen, um die vergitterten Schießscharten zu erreichen, Tausende von Angreifern ihr Leben lassen müßten, sollten erwartete Jeder, daß die Kornzölle wenigstens auf einige sie es wagen, einen solchen Versuch zu machen. Diese Armory, Monate suspendirt würden, damit es nicht zum Aergsten sowie die gigantische Bastille des 8. Regiments an Park Ave. komme. Durch die Erkärung des Kanzlers ist diese und 94. Str. wurden augenscheinlich zu dem hauptsächlichen Hoffnung vernichtet; und es bleibt dem Volke nichts Zweck errichtet, die Vanderbilt'sche Bahn zu„ beschützen", an deren berüchtigtem 4. Ave. Tunnel, in welchem bereits ungezählte übrig, wie der Hohn des Vorschlages Stolberg, die Opfer Vanderbilt- Depew'scher Habgier ihr Leben verloren haben, Eisenbahntarife für Korn zu ermäßigen, die ja ohnehin beide gelegen sind. nur Pfennige ausmachen. Welch finster drohender Anblick bietet nicht jene gewaltige Die Kornzölle werden nicht suspendirt, und die Zwingburg an der 94. Str. mit ihren beiden ausgebauchten Hungersnoth steht vor der Thür. Sollte man wirklich Bastionen, Thürmen und Brustwehren, eisenbeschlagene Thoren Hungersnoth steht vor der Thür. und nach allen Richtungen auslugenden Schießscharten, aus nicht wissen, welche Gefahren diese Hungersnoth mit sich welchen die Söldlinge der Kapitalisten- Klasse eines schönen Tages bringen wird; sollte man erwarten, daß die Arbeiter so bequem etwaige herannahende Arbeiterschaaren mit Schnellfeuer vernichten zu können erwarten! Hier, wie bei allen übrigen ganz ruhig sein werden, wenn sie am Verhungern sind, sollte man vielleicht etwa das Gegentheil erwährend der letzten paar Jahre gebauten Armories, sind die oder Schießscharten derart angebracht, daß sich aus ihnen alle Zu- warten und etwa die moralische Wirkung der Untergänge zu diesen Zwingburgen auf Sichtweite bestreichen" offizierprämien studiren wollen? lassen. " Wir haben in den letzten Jahren verhältnißmäßig Es ist auch im hohen Grade bemerkenswerth, daß, wie das äußere Ansehen der Festungen unserer Lohnsklaven- Barone sich ruhige Zeiten gehabt, natürlich nur verhältnißmäßig; im Laufe der letzten paar Jahre geändert und ihre Stärke zu und daß eine derartige Ruhe lange anhalten sollte, ist genommen hat, die Kampffähigkeit, Disziplin und der sogenannte unwahrscheinlich. Dazu ist die Verblendung der Bemilitärische Geist der Miliz fich gewaltig verändert haben. In früheren Jahren pflegten junge Leute einem Milizregiment bei- izenden und Herrschenden zu groß. Die Flinte ist gezutreten, um sich zu amüsiren, Sport zu treiben, Schießen zu laden und der Säbel ist gelockert; nur ein leichter Vorlernen 2c. Die Regimenter waren ziemlich lose zusammenhaltende wand muß gegeben werden, und der Kommandoruf erschallt. Organisationen; ihre Disziplin war nicht derartig, wie dieselbe Natürlich wäre es ja Wahnsinn von uns, einen zuverlässige militärische Körperschaften charakteriſirt und ihre derartigen Vorwand zu geben. Wir wären verloren; Leistungsfähigkeit war nicht von dem Kaliber, welches sie ent- und der Aderlaß, so plump das Mittel auch ist, er ist schlossenen Angreifern gegenüber besonders gefährlich gemacht hätte. Jetzt aber ist das Alles ganz anders geworden. Als die doch immer noch das probateste gegen eine Voltsbewegung. Kapitalisten mit Schrecken die unablässig zunehmende Stärke der Aber wenn nun der Hunger das Volk aufreizt und die Arbeiterorganisationen bemerkten, wurden schleunigst Schritte Leitung der Masse unseren Händen entschlüpft, was gethan, die Miliz mehr auf einen kriegsmäßigen Fuß der Schlag3. Durch Kürzung des Arbeitslohnes bei erhöhten Anfertigkeit zu stellen. Einer der ersten dieser Schritte war die dann? Man wartet ja nur auf diesen Augenblick. Das sprüchen an die Leistungsfähigkeit der Arbeiter. Auflösung aller Regimenter, welche man für unzuverlässig" hielt Diese Methode der dreifachen Schinderet ist natürlich und, da man die Deutschen unter den organisirten Arbeitern für Programm ist schon fertig und der Kapellmeister braucht weder neu, noch auf die Grubenindustrie beschränkt; sie läßt sich das gefährlichste Element" hielt, weil viele von ihnen sich zu den nur das Zeichen zum Anfang zu geben. allerorten nachweisen und ist von jeher im Gebrauch gewesen. Prinzipien des Sozialismus hinneigen, mußten die deutschen Freilich wird sich die herrschende Klasse in ihrer Wie die einzelnen Census- Bulletins, welche vom Census- Regimenter verschwinden. Von allen deutschen Regimentern, Amte ausgegeben werden, zeigen, wird jetzt im Süden mehr welche früher in New- York und Brooklyn existirten, sind außer Blindheit selbst in das Verderben stürzen. Das gegenKohle und Eisenerz gewonnen und Roheisen hergestellt, als dem 32. Regiment und Louis Wendel's Batterie, nicht ein wärtige System hat die Völker schon an den Abgrund vor zwanzig Jahren in den Vereinigten Staaten überhaupt, einziges verblieben. Das 5. Regiment, das 3. Kavallerie- Regi- des Verderbens geführt; und man hastet, noch den letzten und dem Aufschwung der Eisenindustrie ist der Stahlfabrikation ment, das 11. und 28. Regiment, Major Timme's Batterie, Folge zu leisten im Begriff. Der Werth der Ackerbau- Produktion Captain Steubers Batterie E, und Kapitän Bartsch's Kavallerie- Schritt zu thun, um zerschmettert unten zu liegen! Wir befinden uns im Zeichen der niedergehenden überstieg im Jahre 1889 den vor einem Jahrzehnte um zwei Schwadron, sie sind im Laufe der letzten paar Jahre aufgelöst hundertundfünfzig Millionen, die Eisenbahnen verdoppelten die worden. wirthschaftlichen Konjunktur. Die Märkte werden uns Meilenzahl ihrer Linien von zwanzig auf vierzigtausend Sollte es aber irgend Jemand geben, der noch daran überall abgeschnitten; übermächtige Konkurrenten überMeilen und der eingeschätzte Eigenthumswerth hat gleichfalls um zweifelt, daß, wie die„ Volkszeitung" schon vor mehreren Wochen das Doppelte zugenommen. Wie in der Produktion, so auch in ausgeführt hat, unter der Milig ein„ To hell with the workingmen"-flügeln uns von allen Seiten. Unser plattes Land entder Verarbeitung des großen Stapelartikels, der Baumwolle, hat Geist herrscht, der braucht nur einmal einen Gang nach der völkert sich, die Arbeiter ziehen in Länder, wo die Arbeit der Süden erstaunliche Fortschritte aufzuweisen. Armory des 7. Regiments zu machen, und sich den unverschämten ertragreicher und der Lohn höher ist; der Werth des Am auffälligsten zeigt sich, dem Superintendenten Foster Lurus anzusehen, mit welchem jenes Gebäude von unseren ge- Bodens sinft und wird nur fünstlich gehalten und gezufolge, die Entwickelung des neuen Südens im Wachsthum fährlichen Klassen für diese Organisation gedrillter Todtschläger seiner Städte. Birmingham, im Jahre 1870 mit dreitausend ausgestattet ist. Das Innere des Gebäudes ist mit einem steigert durch die Zölle; in der Industrie wird sich Krise Jede an Krise reihen, Bankrotte werden auf Bankrotte folgen; Einwohnern fast unbekannt, ist jetzt eine blühende Stadt mit Kostenaufwand von wenigstens 100,000 Doll. dekorirt. dreißigtausend Einwohnern. In zehn Jahren ist die Einwohner Stompagnie hat ihren" Barlor" mit prächtigen Kunstmöbeln, das Kapital wird in ausländischen Unternehmungen anzahl von Chattanooga von zwölf auf neunundzwanzigtausend Brüsseler Teppichen, Gemälden, Trophäen, antiken und modernen gestiegen, die von Little Rock von dreizehn- auf fünfundzwanzig- Waffen, Pianos, Spitzen, Gardinen 2c. im Werthe von Tausenden gelegt werden, welche besser sind, und die Arbeiter, so tausend, Knoxville von neuntausend auf vierzigtausend, Atlanta von Dollars. Es befindet sich in dem Gebäude ein Bibliothek weit sie nicht das Land verlassen können, werden von von siebenunddreißig auf fünfundsechzigtausend. Roanoke, das saal, mit allen erdenklichen Werken über die Wissenschaft des Hungersnoth zur Arbeitslosigkeit geworfen und verkommen nördliche Eingangsthor des südwestlichen Virginien, jetzt eines Menschenmordes einschließlich der militärischen Zeitschriften aller im Stumpfsinn des Elends. der bedeutendsten Kohlen- und Eisengebiete in den Vereinigten zivilisirten Länder, und Alles, was man sich nur denken kann, Nur einen Ausweg giebt es: den sozialdemokratischen Staaten, war in 1880 kaum vorhanden; jetzt zählt die Stadt sechzehntausend Einwohner. Von den Zeitungen werden diese Dinge natürlich mit großer Genugthuung besprochen, aber keine denkt daran, diejenigen Schlüsse daraus zu ziehen, welche im Grunde genommen, nahe liegen, und nach den wahren Ursachen dieses industriellen Aufschwunges des Südens zu fragen. im Süden die Sklavenarbeit. Der Lohnarbeiter ist zu jeder Zeit von vornherein unentMan um Bequemlichkeit und Vergnügen zu bieten, findet sich in diesem pompösen Gebäude, errichtet, um Millionärssöhnen zu lehren, Staat. Sonst ist alles verschlossen. wie man die Massen des arbeitenden Volkes, wenn es einmal Aber natürlich wird der Ausweg von der herrschenber Lohnsklaverei überdrüssig werden sollte, mit Pulver und den Klasse nicht vorgeschlagen werden; sie wird sich mit Blei von seiner„ Begehrlichkeit" kurirt. Der Entwerthung des Bodens glaubte sie widerstehen Und möge sich nur Niemand einbilden, daß diese Leute keine Gewalt gegen den Drang der Zeit stemmen. tüchtigen Soldaten und ihr Handwerk aus dem Grunde ber= Während des ganzen Jahrhunderts, in welchem der Norden stehende Männer sind, gewöhnt an die Beschwerlichteit des zu können durch die Zollgesetzgebung; der Sturz wird seine gewaltige Industrie aufbaute, beschäftigte sich der Süden Dienstes im Lager und auf der Landstraße. Jeder einzelne von nur um so schrecklicher sein. Dem Fortziehen der Arbeiter mit nichts anderem, als Tabak- und Baumwolle- Ban. Während ihnen ist ein tödtlich treffender Schütze und die meisten von ihnen glaubt man begegnen zu können, indem man das Freidieser ganzen Zeit aber herrschte im Norden das Lohnsystem und keit auf dem Schießplatz zu Creedmoor erhalten. Auch sind sie zügigkeitsgesetz aufhebt; der übermächtigen Konkurrenz haben werthvolle Medaillen und Preise für ihre LeistungsfähigDie Industrie im Süden entwickelte sich erst seit Abschaffung augenblicklich damit beschäftigt, eine bessere, moderne Waffe zu des Auslandes wird man entgegentreten, indem man die der Sklaverei und konnte sich unter dem System der Sklaven- erlangen. Sie agitiren seit einiger Zeit für die Anschaffung Arbeitslöhne noch tiefer schraubt und das Blut der Ararbeit nicht entwickeln, aus dem Grunde, weil Sklavenarbeit zu eines Repetirgewehrs mit kleinem Staliber und rauchlosem beiter dem Ausland verkauft. Dazu muß man die färgtheuer ist, weil, um die Konkurrenz bestehen zu können, die Pulver, wie es die Preußen und Franzosen während der letzten billige Lohnarbeit an Stelle der theureren Sklavenarbeit treten Jahre angeschafft haben und daß man ihnen diese Waffe geben lichen Stücke Koalitionsrecht vernichten, welche die Arbeiter wird, darauf kann man mit Sicherheit rechnen. haben; muß den Streifparagraphen einführen; und muß mußte. Selbstverständlich bemühen sich diese parfümirten und hoch den Arbeitern das Wahlrecht nehmen, welches das Band geltlich zu haben, während der Sklave erst zu einem hohen Preise gebildeten Gentlemen, zu leugnen, daß ihre Väter und Onkel ist, das sie in ihrem Kampf verbindet. gekauft werden mußte, und ein Anlagekapital nöthig machte, das ihnen diese prächtige Armory gebaut haben und sie in Lurus ist, das sie in ihrem Kampf verbindet. Einen Vorwand, nur einen Vorwand! Unser Fourmies bei der Lohnarbeit anderweitig verwerthet werden kann. Den und Ueberfluß erhalten, um eines Tages das arbeitende Volk Lohnarbeiter braucht man nicht erst um 300, 400 oder gar 600 zu erwürgen. So sagte dieser Tage Major Van Duzer, der müssen wir haben, aber ein großes Fourmies über das Rechtsanwalt in General Fitzgerald's Stab, zu einem Reporter ganze Land! Die Flinte muß knallen, dann können wir Dollar zu kaufen. Der Sklave mußte von seinem Herrn vom Augenblicke seiner der„ Volkszeitung":" Verlassen Sie sich darauf, daß die New- das ausführen; dann können wir die Führer des ProleGeburt bis zu seiner Arbeitsfähigkeit, er mußte während allen- Worker Regimenter auf alle Fälle die ihnen gegebenen geſetzlichen tariats in Kerkern vermodern lassen, ihre Zeitungen fallfiger Krankheit erhalten und geheilt werden, da sonst in ihm Befehle ausführen werden, denn auf Gehorsamsverweigerung ein Kapital verloren gegangen wäre. Er mußte gefüttert, be- steht unter Umständen Todesstrafe. Merken Sie wohl, ich meine unterdrücken, den Streifparagraphen einführen, die Freihaust, gekleidet werden, wenn auch keine Arbeit für ihn da war, gesetzliche Befehle; so steht's nämlich im Militär- Koder: Alle zügigkeit abschaffen, das Whlrecht entreißen, und wenn Subalternen müssen strikt gehorchen und mit Schnelligkeit und wir dann die Arbeiter zu Kulis gemacht haben, dann ebenso im hohen Alter, wenn er nicht mehr arbeitsfähig war. Alles das ist bei dem Lohnarbeiter nicht nöthig. in gutem Glauben die gesetzlichen Befehle aller Vorgesetzten auslohnt ihn blos ab für die Zeit, in welcher er wirklich Arbeit führen. Nun steht auch allerdings im Koder, daß die Soldaten fönnen wir ja sehen, ob es sich noch eine Weile so fort fein Recht haben, die Befehle ihrer Vorgesetzten zu kritisiren und wirthschaften läßt! Freilich, auch das wird nichts helfen; auch so wird In keinem Kulturlande kann die Sklaverei heute mehr be- somit steht dieses Verbot jeglichem Ungehorsame im Wege, auch ſtehen, aus dem einfachen Grunde, weil sie zu theuer ist, und wenn ungeſetzliche Befehle ertheilt werden sollten!" Im weiteren der Untergang über Europa heraufziehen, und ein gekein Land kann sich unter dem Sklaverei- System ökonomisch und Verlauf des Gespräches gab Van Duzer, welcher seines Zeichens industriell entwickeln. Denn abgesehen von den obigen Ursachen ein Advokat ist, zu, daß es Fälle geben könnte, in welchen der knechtetes, verkommenes Volk wird den Untergang nur wird der Sklave auch stets ein lässiger Arbeiter sein, weil er fein Gouverneur, oder irgend ein anderer Miliz- Kommandeur un- beschleunigen. Nun, was! Das Experiment wird mißIntereffe daran hat, viel zu schaffen, während der Lohnarbeiter gesetzliche Befehle ertheilen und, da die New- Yorker National lungen sein lassen wir dann unser Vaterland in seinen jeden Moment ausbeuten und viel angestrengter arbeiten muß, fürchten, daß irgend ein Regiment sich weigern werde, Ordre zu Garde ausgezeichnet disziplinirt sei, brauche man nicht zu be- Ruinen wir, wir Kapitalisten werden schon immer auf als der Sklave, weil er sonst nicht genug zum Leben hat. Der industrielle Aufschwung des Südens ist ganz natür- pariren. Es sei überhaupt undenkbar, daß die National- Garde die Füße zu stehen kommen! Es steht viel auf dem Spiele für das Proletariat; lichen Ursachen zuzuschreiben, aber es ist auch nothwendig, daß 1871 in Baris geschah, denn die Regimenter seien durchaus zu möge es diese neue ernste Prüfung ebenso gut überstehen, mit einer aufständischen Volksmasse fraternisiren werde, wie dies verlässig, da alle unzuverlässigen" Elemente längst ausgemerzt wie die früheren! Sehr interessante Enthüllungen über die Taktik der feien, obwohl er gleichzeitig behauptete, daß das 9., 12., 69., Bourgeoisie gegenüber einer etwaigen proletarischen Revolu- 22. und 71. Regiment aus Arbeitern zusammengesetzt seien, d. H. tion giebt die„ New- Yorker Volkszeitung". aus amerikanischen Arbeitern. Nur das 69. Regiment bestehe in Kornzölle in Deutschland nach Geschichte Man werfe nur einen Blick auf die Karte der Stadt New- seiner Majorität noch aus Irländern,„ aber" meinte Major York und man wird finden, daß die Miliz- Regimenter mitten Ban Duzer und Statistik. ,, ein gut disziplinirtes Regiment ist um so zuin den von den Arbeitern bevölkerten Distrikten ihre starkbefestigten verlässiger, je unwissender seine Mitglieder sind." Daß die MitIV.( Schluß). Waffenhallen haben, welche mit allen Erfordernissen für einen glieder des 7. Regiments nicht auf Bank- Präsidenten, Landlords, Ueberfall auf die umliegenden Straßen und Quartiere aus- Bosse und andere kapitalistische Rebellen schießen werden, falls Nur eine naheliegende Gefahr habe ich im„ russischen g ſtattet sind und im Centrum der Stadt finden wir das Haupt- dieselben gegen Gesetze, die von einer Arbeiter- Legislatur erlassen arit" signalisirt und will bei ihr kurze Zeit verweilen. quartier des sogenannten Signal- Corps, dessen Mitglieder ver- wären, sich empören sollten, wollte Van Duzer durchaus nicht Wer Poschinger's Publikationen liest, wird finden, daß mittels Telephon, Signalflaggen, Lichtern, Fackeln und elektrischen zugeben. Er blieb dabei, daß die Miliz in der Stadt New- Fürst Bismard um 1878/80 häufig das Wort„ KampfApparaten augenblicklich an die Kommandeure sämmtlicher Ar- Work zu gut displinirt sei, um in irgend welchen Fällen den mories Befehle und Nachrichten signalisiren können. Gehorsam zu verweigern. Er behauptete sogar, sie würde dem 3ölle" gege Rußland und Amerika gebrauchte. Diese Als die Arbeiterbewegung New- York's noch in ihrer Stind- Befehle eines Gouverneurs gehorchen, der von den Sozialisten Märkte sollten zollpolitisch schlechter behandelt und ge= heit lag, waren die Armories einfache Ererzierhallen, in feiner gewählt worden wäre! Weise auf aggressive Striegsführung eingerichtet. Aber seit die Arbeiter- Organisationen ihre Mitglieder nach Zehntausenden zu zählen begannen, haben die Armories ein gewaltig verändertes leistet. man diese Ursachen kennt. wissermaßen„ mürbe" gemacht, andere. wie Osterreich, wohl auch die Schweiz, Belgien, Italien, sogar Fra..k reich, in ein näheres Verhältniß zu Dutschland gebracht we ab ein De de au RECENCIES S Lo wi Ki K mi ga 90 M M D 81 da N in zi 23 5 ERRO 10 nu Til es bö mi bo 2 di da 5 an 10 es la R 21 an fo ist ba th an re mi po R 12 al i. ich 1/2 ein 37 au 19 ha gel gr im W me un 84 get Ich wi ge es. Pe hel be 60 du bo 0 e e e e D g . t e 38 3 t D 1 t 1 1 t t 1 r werden. Diese Ideen herrschen auch jetzt noch, können die Kornhändler Ephrussi von Odessa mit den Adam von| materiellen Inhalt zu geben. Wir finden vielmehr die aber eine sehr gefährliche Frucht zeitigen. Sie verrathen St. Louis, New Orleans und New York, die russischen, Heiligkeit und Unverleglichkeit des Privateigenthums, also eine bedenkliche Ueberschäzung der wirthschaftlichen Macht rumänischen und amerikanischen großen Kornhändler der wirthschaftlichen Ungleichheit in allen Verfassungen Deutschlands. syndiziren und uns den Kornpreis diktiren. Was uns aber jener Zeit auf das kräftigste betont und an die Spize Bismarck hätte von Napoleon I. lernen und 1866 nahe bevorsteht, ist eine Retorsionsmaßregel Rußlands, gestellt. In den Jahren 1885/89 betrug durchschnittlich in Mill. Kilogramm die Mehreinfuhr Deutschlands an Weizen Roggen Gerste Hafer zusammen u. Mehl 305 530 545 167 221 466 25 751 69 142 Mehrausfuhr Defter. Ungarns 415 Das Defizit beid. Result. ist also 1538 686 den Desterreichern, 1871 den Franzosen ein Zollbündniß dessen Regierung sich vollkommen still verhält, während Waren aber nicht wenigstens die besiglosen Volks= aufzwingen können möglicherweise! Durch zollpolitische der Streit um 50 Pfennige oder 150 Pfennige klassen während der französischen Revolution von sozialiLockungen ist es nicht zu erreichen, denn Deutschland i Differentialzoll zwischen Wien und Berlin so viel Lärm stischen Ideen durchsetzt? Auch diese Frage muß verneint wirthschaftlich schwächer als die meisten seiner Nachbarn. macht. Dies Schweigen ist mir unheimlich, und ich be- werden. Käme ein Vertrag mit Desterreich mit einem deutschen fürchte eines Morgens zu lesen:„ Die russische Regierung Der tiers État die große Masse der NichtpriviKornzoll von 3,50 Mark zu Stande, so würde dem hat einen Ausfuhrzoll von 1 Rubel Gold auf ein Mtc. legirten im Gegensatz zum Klerus und Adel war aller= Frankreich nicht beitreten, weil es einen höheren Zoll Roggen gelegt." Binnen wenigen Monaten würde ich dings innerlich nicht einheitlich. Die verschiedenen Gruppen, will, die Schweiz, Belgien und Holland nicht, weil sie dann sicherlich lesen:„ Die deutsche Regierung hat den aus denen er sich zusammensetzte, hatten weit auseinandergar feinen wollen. Roggenzoll von 5 auf 2 M. herabgesezt." Und da gehende Interessen. Die Gegensäße traten freilich nicht. der Geschmack dem nussischen Finanzminister beim Essen zu Tage, so lange es den Kampf gegen den gemeinsamen kommen wird, so wird er den Ausfuhrzoll nach einiger Feind: die alte ständische Ordnung und das mit ihr verZeit wohl auf zwei Rubel Gold hinauffeßen, die deutsche bündete dynastische Europa, galt. Es ist auch nur natürRegierung aber den Rest von Einfuhrzoll aufheben. Mir lich, daß während dieser Kämpfe die breiten, größtentheils scheint es durchaus, daß eine Zeit kommen wird, wo der besiglosen oder wenig besitzenden Volksschichten faktisch russische Finanzminister den deutschen Kornzoll beziehen die politische Herrschaft an sich rissen. Ebenso war es und für Ausführung der lex Huene fein Geld vorhanden im Wesen der Dinge begründet, daß die Regierung durch sein wird. verschiedene Maßregeln dem, durch die Zeitumstände noch Auf die Schwierigkeit der Kornversorgung im Kriege gesteigerten Elend der Massen, vor allem in Paris, zu Man sieht also, daß wenn der ganze Ueberschuß von diesem Jahre nicht unwahrscheinlich Herr Crispi sagte am 20. März, er sei noch in steuern suchte, und daß der Druck dieser leẞtern zumeist brauche ich nur in der Verfassung und im Regime von 1793 sich geltend Getreide aus Desterreich- Ungarn nach Deutschland ginge, noch hinzuweisen, nachdem das französische Kriegs- machte. Die Massen strebten jedoch und dies ist das was undenkbar ist, beide Reiche ein Jahresdefizit von ministerium bereits die Verproviantirung von Paris mit Entscheidende 812 Mill. Mc. Cerealien haben würden! Namentlich 600,000 Mtc. Mehl verlangt hat und im englischen Grundlagen unserer Wirthschafts- und Rechtsordnung an. noch durchaus keine Aenderung der sind beide an Roggen( dem Hauptbrodkorn Deutschl..nds, das über 2/8 Roggen und noch nicht ½ Weizen konsumirt; der Möglichkeit gesprochen wurde, daß im nächsten Kriege seits eine solche Aenderung zum Ziele. Dieſes war einbas über 2/8 Roggen und noch nicht/ Weizen konsumirt; Parlament bei Gelegenheit der Marinedebatte offen von Keine der Maßregeln des 1793 er Regimes hatte andererin Roggen) passiv, den sie fast ganz von Rußland be-" Weizen als Kriegskontrebande betrachtet werden könnte". fach radikal, sehr radikal demokratisch, ochlokratisch, wenn zich.n müssen. Die Preise würden in Deutschland für Mein Votum geht dahin, Abschaffung der Kornzölle, man will, aber sicherlich nichts mehr. Einführung von Ausfuhrzöllen auf Zucker und Spiritus, um Deutschland soweit vom Auslande bezüglich des Brodes unabhängig zu machen, als dies überhaupt noch möglich ist. Ueberschuß 110 Defizit 852 81% Mill. Mc. Weizen vielleicht etwas sinken, möglicher Weise auch für Hafer, für Roggen aber nicht. Thatsächlich hat Deutschland 1889 eingeführt in 100 Mc.: Weizen Roggen Hafer aus Oesterreich- Ungarn aus Rußland 1344 3045 Gerste 158 93 2806 9347 2386 3126 Die französische Revolution und der Sozialismus. Und dieses hatte seinen guten Grund. Es waren damals noch nicht die Bedingungen zu der Bewegung vorhanden oder richtiger: entwickelt, die wir heute als Sozialismus bezeichnen. Der moderne Sozialismus ist eine Massenbewegung. Diese fommt nicht von oben, sondern von unten, aus den tiefen Schichten der Gesellschaft. Auf dem bewußten Klaffengegensatz zwischen Besitzenden und Besizlosen beruhend hat sie eine Aenderung unserer gesammten Wirthmateriellen Gleichheit Aller zum Ziele. Wenn man mit schafts-, Gesellschafts- und Rechtsordnung auf Grund der Recht behauptet, daß diese Bewegung von der französischen Hieraus folgt, daß den deutschen Kosumenten ein solcher Handelsvertrag mit Desterreich- Ungarn wenig nugen wird, weil der Roggenpreis dadurch garnicht affizirt werden fann, ferner aber auch, daß Deutschland die Einem sehr interessanten Aussage von Grünberg über russische Einfuhr überhaupt nicht entbehren kann, wenn einen verschollenen französischen Sozialisten in der Zeites nicht den Roggenkonsum durch den immerhin theureren schrift für die gesammte Staatswissenschaft" entnehmen Revolution datirt, so will damit nicht gesagt sein, daß Weizenkonsum ersetzen will, wozu der Masse seiner Be- wir folgende Ausführungen über die französische Revo- sie auch schon in dieser existirt hat, sondern nur, daß die bölkerung die Mittel fehlen. lution und den Sozialismus. Revolution ihre Vorbedingungen geschaffen hat. VorbeEs kann wohl kaum geleugnet werden, daß unter den dingungen wirthschaftlicher und rechtsphilosophischer Natur: leitenden Köpfen der Revolution einige zu jenen Ideen die freie Konkurrenz und die Anerkennung der Gleichheit hinneigten, die man heute als sozialistische bezeichnet und Aller vor dem Gesetze. Beide haben zusammengewirkt. daß auch unter den Konventsmitgliedern einige Anhänger Und wenn man auf die Wirkung der freien Konkurrenz: Von Amerika will ich nur sagen, daß man Bismarck derselben sich befanden. Sie waren jedoch in viel zu ge- die kapitalistische Produktionsweise, als Ursache des Svdie Kampfzölle abgelernt, sie aber dahin verbessert hat, ringer Anzahl, um einen maßgebenden oder dauernden zialismus hinweist, so dürfen sicherlich auch die rechtsdaß der Präsident der Union Ermächtigung erhielt, den Einfluß zu erlangen. Die ungeheure Mehrheit des Kon- philosophischen Errungenschaften der Revolution nicht Handel mit einer Macht ganz zu unterdrücken, die ventes stand auf dem Boden der seither in Staat und übersehen werden. In der machtgeschwollenen Aera, als Fürst Bismarck mit den Kampfzöllen um sich warf, hoffte man, daß die von ihm damals inaugurirte Politik unser Verhältniß zu Amerifa und Rußland bessern werde. amerikanische Produkte ungünstiger behandeln würde, als Gesellschaft zum Siege gelangten Grundsäge. Man darf solche anderer Länder. Dies that Deutschland, indem eben nicht schon jede Deklamation gegen die Uebelſtände sind niemals allgemein und widerspruchslos anerkannt Die Grundlagen der herrschenden Ordnung der Dinge es amerikanisches Vieh und Fleisch ausschloß. Da ver- der herrschenden Ordnung der Dinge als Sozialismus a ver- der herrschenden Ordnung der Dinge als Sozialismus worden. Es hat auch in früheren Jahrhunderten nicht lautete Anfangs März, Präsident Harrison würd und jeden, der das Privateigenthum als eine an sich ver- an Denkern gefehlt, welche das Privateigenthum, die Retorsion üben, wenn die deutsche Regierung diese für derbliche Einrichtung bezeichnete, als Kommunisten an- Familie und das Erbrecht als die letzten Ursachen der Amerika beleidigende Maßregel nicht aufhebe, und wenige sehen. Viele hervorragende Schriftsteller des XVIII. Jahr lebel, an denen die Menschheit frankt, anklagten. Aber Tage darauf hieß es in Hamburg seien lebendige hunderts und nicht zum geringsten Theile solche, die mit die Einen fritisirten bloß; die Andern schrieben Staatsamerikanische Rinder angekommen und Fleisch werde Recht als Hauptvertreter des Liberalismus gelten, hatten romane, in denen sie eine glücklichere und bessere Weltfolgen. Was da hinter den Koulissen vor sich gegangen den Klassengegensatz zwischen Beſizenden und Nichtbeordnung auf kommunistischer Basis schilderten, ohne jedoch ist, wird dem Fürsten Bismard 1879 nicht geträumt sigenden gar wohl erkannt. Männer wie Necker, Linguet, selbst an die Erfüllung ihrer„ Utopien" zu glauben. haben, doch war es das Vernünftigste, was Herr von Caprivi Condorcet, Brissot de Warwille u. A. haben das Privat- Reiner zeigte Mittel und Wege, um dem Uebel zu entthun konnte. Er ist von Beruf zu sehr Infanterist, um eigenthum in flammenden Worten einer vernichtenden gehen und das allgemeine Glück zu erreichen. Ihre Lehren an einen Retorsions- Handelskrieg gegen die vereinigten Kritik unterzogen und als Quelle aller Uebel, an denen fanden auch keinen Widerhall in den Massen. Es konnte Staaten von Amerika, wie sie zwischen Holland, Frank die Menschheit krankt, angeklagt. Aber die wenigsten nur auch nicht anders sein. reich und England vor mehr als 100 Jahren vorkamen, hatten hieraus den Schluß gezogen, daß nunmehr die Gezu denken. politif?" " sellschaft auf kommunistischer Grundlage neu aufgebaut So lange das Egalitätsprinzip nicht in das RechtsWie hat sich nun unsere gegenseitige Handelsbeziehung werden müsse. Die Meisten zogen überhaupt keine Schlüsse bewußtsein der Volksmassen übergegangen war, empfanden mit Rußland verändert seit der Bismarck'schen Schuß aus ihrer Kritif. Sie begnügten sich mit dieser. Lag sie wohl die wirthschaftliche Ungleichheit; sie litten derIm Jahre 1880 verkaufte Deutschland an es ja überhaupt mehr im Wesen des XVIII. Jahrhunderts, unter; aber sie dachten nicht darüber nach und formulirten Rußland für 274, 1885 nur noch für 144 und 1889 für zu negiren und kritisiren, als über die Lösung der Probleme sie nicht als Unrecht. So war es auch noch während 124 Mill. Rubel Waaren, also nicht mehr halb soviel nachzudenken und positive Programme aufzustellen. der Revolution. Vielfach wurde wohl der Ruf nach einer als 10 Jahre rü er. Die Russen hatten an Deutschland So darf es denn nicht Wunder nehmen, daß sich in Grund und Boden durch den Staat. Diese Agrarveloi agraire laut: d. h. nach einer neuen Vertheilung von J. 1880 nur für 138 Mill. Rubel exportirt, 1885 den Reden und Schriften Rousseau's und seiner Schüler schon für 142 und 1889 für 192 Mill. Rubel, das ist Robespierre und St. Just sowohl, als auch Condorcet's wegung scheint auch größere Dimensionen angenommen ½ mehr als vor 10 Jahren! Die russische Gesammt- und vieler anderer Konventsmitglieder sozialistische An- zu haben. Denn am 18. März 1793 beschloß der Koneinfuhr betrug 1880 593 Millionen Rubel, 189 nur flänge finden. Wir sehen davon ab, daß man sich da der die loi agraire verlangen würde, mit der Todesstrafe vent mit Stimmeneinhelligkeit ein Dekret, welches jeden, 374 Millionen, also 219 Mill. weniger. Die Gesammt- mals wie dies ja auch nicht anders sein konnte ausfuhr betrug 1880 489, 1889 687 Mill. Rubel, in weiten und nicht zum wenigsten in den führenden halten des Konventes sehr charakteristisch. Abgesehen dabedrohte. Dieses Dekret ist für das grundsätzliche Ver198 Mill. Rubel mehr. Rußlands Waarenhandelsbilan Kreisen über die theoretische Tragweite der Schlagworte von aber, so hatte auch schon die Forderung der loi hat sich um die enorme Summe von 417 Mill. Rubel der Revolution nicht klar war. Die Uebertragung des agraire offenbar feinen fommunistischen Inhalt. Ja, sie gebeffert. Dazu kommt, daß durch Gold- und Silber- Gleichheitsprinzips auch auf wirthschaftliche Fragen lag jeßte vielmehr die Aufrechterhaltung der Privateigenthumsgruben dieser Betrag auf gut und gern 600 Mill. R. jedoch so nahe, daß selbst jene sich ihr nicht entziehen ordnung voraus Denn das ôte toi que je m'y mette im Jahre steigt. fonnten, deren Interessen ganz wo anders lagen. Von Deutschland importirte Waaren 1880 für 2835 Mill. der Erregung der Zeit hingerissen, durch die Rücksicht auf an sich ist sicherlich kein kommunistisches Schlagwort. Mark und exportirte für 3046, also für 211 Mill. M. die besiglosen Proletariermassen So sehen wir denn, daß praktischer Sozialismus im mehr. Im Jahre 1889 importirte es für 4015 Mill. M. großen Städten und da wieder besonders in Paris modernen Sinne des Wortes während der Revolution und exportirte für 3166 Mill. M. Waaren, war also um beren Unterstüßung im Stampfe gegen den alten Staat weder offiziell noch in den Massen vorhar.den war. Sie 849 Mill. M. paſſiv, ſeine Handelsbilanz hat sich seit unentbehrlich war, gezwungen, ließen sich die Vertreter mußte ihn jedoch allerdings mit logischer Nothwendigkeit zehn Jahren um 1061 Mill. M. in einem Jahre ver- jener Gesellschaftsschichten, denen im neuen Staate die hervorrufen. schlechtert. namentlich in den Ein wirthschaftlicher Kampf gegen Rußland Herrschaft zufallen mußte, zu allerdings meist bloß ab- Kaum war die alte Staats- und Gesellschaftsordnung würde also dem bekannten Kampfe des irdenen Topfes strakten Aeußerungen und sogar Beschlüssen hinreißen, zertrümmert, kaum begannen die Sieger an die Neuord= gegen den eisernen gleichen. Mit dem militärischen ist die, bei oberflächlicher Betrachtung, leicht zur Anschauung nung und Feſtigung der Verhältnisse zu gehen, als sich es, glaube ich, noch anders. führen können, der Kouvent habe sozialistischen Ideen im ihre verschiedenen Interessen zeigten. Der bisher, äußerKürzlich wurde gemeldet, daß das amerikanische modernen Sinne des Wortes gehuldigt. Aber das waren lich wenigstens einige dritte Stand scheidet sich sofort in Petroleum Kartell sich mit dem russischen behufs Auf nur tönende Worte, Phrasen, über deren Werth fein zwei Klassen: die Bourgeoisie, d. h. die besitzenden Klassen, hebung der Konkurrenz und Herstellung des Monopols Klarblickender sich täuschen, todtgeborene Beschlüsse, über die auf Grund ihres Besizes die politische Macht im bereinigt hätte, wie das der geistreiche Proudhon vor deren Undurchführbarkeit fein Zweifel obwalten fonnte. Staate und dessen Leitung ausschließlich für sich in An60 Jahren voraussagte. Daß doch gescheidte Leute ihren Alle leitenden Kräfte der Revolution, d. h. die besigenden spruch nehmen und den vierten Stand. bummeren Zeitg nossen meist so ein halbes Jahrhundert Schichten des dritten Standes, dachten nicht im ent- Nach den Thermidorereignissen werden die breiten voraus sind! So lange wird es nicht dauern, bis sich ferntesten daran, dem Gleichheitsprinzip auch einen Volksschichten immer mehr und schließlich vollständig aus dem politischen Leben verdrängt. Die Gegenrevolution| Nationalgüter hatte auch nur ihnen Vortheil gebracht. Sie[ Gruben bei Bilbao in Spanien, ferner vier Hüttenwerke in ist in vollem Gange. Die Verfassung des Jahres 1793 hatten sich ausschließlich der politischen Gewalt bemächtigt. Duisburg, Neuwied und Sayn mit 11 Hochöfen, ſowie vier wird beseitigt. Mit der Abschaffung des Maximums Die Gewerbefreiheit und die entfesselte Konkurrenz mußten arbeiten etwa 11 500, in den Bergwerken, Hütten u. s. w. etwa kehrt die Hungersnoth wieder und macht sich natürlich die wirthschaftlich Schwachen widerstandslos in die Hände 8400 Arbeiter, die zusammen beinahe 50 000 Familienmitglieder zumeist unter den Proletariermassen in Paris fühlbar. der Stärkern lieferu. Die Revolution gewährte wohl die haben. Etwa 20 000 Personen wohnen in Häusern, welche Der egalitäre Traum ist vollständig zerronnen. abstrakte Gleichheit vor dem Geseze; dafür aber erhielt Strupp gehören; in einer„ Kaserne" wohnen 1600 Arbeiter. Die abrit hat ihre eigene, aus 70 Mann bestehende Feuerwehr und 32 Feuermeldestellen. Auf welche Berufe die Frauenarbeit allmählich sich ausdehnt, dafür liefert jeder Tag neue Beweise. Kürzlich lasen wir, daß in einer großen Nagelfabrik Pennsylvaniens durch Erfindung neuer Maschinen die Nagelschmiede vollständig durch weibliche Hülfskräfte ersetzt worden seien, heute erfahren wir durch eine Anzeige im Fachblatt des Schlächtergewerkes, daß ein Berliner Schlächtermeister ein junges und hübsches Mädchen sucht, welches Lust hat, die Schlächterei zu erlernen." Der riesige industrielle Aufschwung, den Deutsch land in den letzten Jahren genommen hat, zeigt sich sehr klar und schön an einer Tabelle der Eisenproduktion in den Jahren 1879-1889, welche das Handelsmagazin" in einem Auffas über die wirthschaftliche Lage in Deutschland bringt. Die Zahlen verstehen sich für Tonnen." Buddeleisen. Zum legtenmale während der Revolution sehen wir sie die Ungleichheit auf wirthschaftlichem Gebiete für alle die Volksmassen, oder, wie man jetzt zu sagen anfängt: Beiten aufrecht. Man hatte alle geschichtlich gewordenen den Pöbel, in den Tagen des 12.- 13. Germinal und Ungleichheiten im Namen der Gleichheit bekämpft. Warum des 1. Prairial an III.( 1.- 2. April und 20. Mai 1795) war man auf halbem Wege stehen geblieben? War die die politische Schaubühne betreten. Mit dem Rufe„ Brot! Beseitigung der Ungleichheit im Besize nicht auch eine Brot!" stürmen sie den Konvent. Dieser ist in seiner Forderung der Gerechtigkeit? ungeheuren Mehrheit ihren Forderungen feindlich gesinnt. Dieses Raisonnement ist vorhanden. Allerdings erst Sie werden leicht zurückgeschlagen. Die wenigen Konvents- noch in den Köpfen Weniger. Ihr Führer wird Gracchus mitglieder, die ihre Partei ergriffen hatten, werden defretirt. Babeuf. Er ist der Erste, der auf dem Wege der Die Herrschaft der Straße ist endgültig gebrochen. Das Gewalt Staat und Gesellschaft ausschließlich den Volk verschwindet für lange Zeit vom Schauplatze der Aspirationen der niederen Volksklassen dienstbar machen will. öffentlichen Ereignisse. Ende Für den Liberalismus ist damit die Revolution zu wirthschaftlich. Denn was immer auch die fommenden Jahre bringen mögen: die Säbelherrschaft eines siegreichen Generals, die Invasionen des koalirten Europa, die Restauration der alten Dynastie; an den Code civil wird nicht getastet werden. In diesem aber sind die wirthschaftlichen Errungenschaften der Revolution fodificirt. Diese werden nicht mehr ernstlich in Frage gestellt werden, und das ist für den Liberalismus die HauptSache. Produktion und Technik. Die Krupp'sche Fabrik in Enen. Folgende Angaben find einer ausführlichen Beschreibung des Riesenetablissements entnommen: Bessemer- und Thomasroheisen. 461 253 Gießereiroheisen. Jahr. 1879 1 592 814 161 696 1880 1 732 750 731 538 248 302 1881 1 728 952 686 750 281 613 1882 1901 541 1 153 083 309 346 1883 2002 195 1 072 357 379 643 bo 1884 1960 438 1 210 353 414 528 1885 1 885 793 1 300 179 486 816 1886 1 590 792 1 494 419 429 891 Durc 1887 1 756 067 1732 484 520 524 1888 1898 425 1 794 800 628 293 1889 1905 311 1965 395 640 188 In der Fabrik befinden sich 3452 verschiedene Defen, 439 Dampfteffel, 82 Dampfhämmer von 100 bis 50 000 Kilogramm Gewicht, 21 Walzenstrecken, 450 Dampfmaschinen von 2 bis 1000 Pferdestärken, 1622 verschiedene Werkzeugmaschinen. Zur Vermittlung des Verkehrs dienen: 43,96 Kilometer normalspurige Eisenbahnen mit 14 Tenderlokomotiven und 542 Wagen, 29,59 Kilometer schmalspurige Eisenbahnen mit 14 Lokomotiven und 504 Wagen, Jetzt aber beginnt der vierte Stand seinerseits über 69 Pferde mit 191 Wagen, 80 Kilometer Telegraphenleitung mit 31 Telegraphenstationen und 55 Morse- Schreibapparaten, 140 Mit Ausnahme des Puddeleisens, wo wohl irgend welche die Schlagworte der Revolution nachzusinnen und sie stilometer Fernsprechleitungen mit 156 Sprechstellen, welche mit anderweitige Gründe hindernd eintraten, ist die Eisenproduktion weiter und zu Ende zu denken. Und jene Tage des einer Zentralstelle verbunden sind. An jedem Arbeitstag werden stetig und gewaltig gestiegen. Immer großartiger werden die Germinal und Prairial an III. eine so unbedeutende durchschnittlich verbraucht 33 320 Zentner Kohlen und Koats, Leistungen der menschlichen Arbeitskraft, immer gewaltiger wird Episode in der Geschichte der Revolution sie zu bilden 18 834 bis 26 898 Kubikmeter Wasser, 13 350 bis 42 700 Subik- die Masse, welche sie schafft, um die spätere Arbeit zu erleichtern scheinen Arbeiter verrichten mußte; aber da dernen Sozialismus von größter Wichtigkeit. Denn da- graphische Werkstatt, eine Buchdruckerei mit 4 Dampfschnellpressen durch wird die Arbeit der Arbeiter nicht kürzer und leichter, und mals beginnt sich dieser aus einer Theorie zu einer That- und 7 Handpressen und eine Buchbinderei. Der Plan der trotz der höheren Erträge bekommt er nicht mehr. Gerade im fache zu verdichten und aus der Studirstube utopistischer Fabrikanlage gleicht dem einer ansehnlichen Provinzialstadt. Die Gegentheil, je mehr er schafft, desto mehr drückt ihn das Ge Gelehrter auf die Straße zu treten. Es teimt und wächst ganze Fabrik ist von der Krupp'schen Ringbahn umschlossen und schaffene, je reicher die Gesellschaft wird, desto ärmer wird der von zahllosen Bahngeleisen durchzogen. Ein ganz besonders Arbeiter, und wenn seine fleißigen Hände erst die letzte mögliche in den besitlosen Volksklassen sehr langsam noch und großartiges Gebäude ist die Halle für den Stahlguß. In der Maschine geschaffen haben, welche alle weitere Arbeiter unnöthig unklar das Nachdenken über die Bedeutung des Be- selben befinden sich 107 unterirdische Tiegelstahlöfen für Koaks- macht und selbständig Alles hervorbringt, was nöthig ist, dann griffes„ Gleichheit", über den Werth des Erreichten und feuerung, 20 unterirdische und 1 oberirdischer Ofen mit Regene- ist der Zeitpunkt gekommen, wo er verhungern fann. und Deſen ſtehen 12, rator- Feuerung. In jedem der dasjenige, was sie anzustreben haben. Briefkasten. sind für die Entwicklungsgeschichte des mo- chemisches Laboratorium, eine photographische und eine litho- welche früher der Arm der caschine die Arbeit zu übertragen, Was hatten die besiglosen Massen, wenn sie die Bilanz der Revolution zogen, gewonnen? Die alten ständischen Privilegien waren beseitigt, die ererbten Titel und Adelsprädikate abgeschafft: den Vortheil davon hatten die besißenden Klassen. Der Verkauf der Fach- Verein der Tapezierer Berlins und Umgegend. Versammlung am Montag, den 8. Juni, Abds. 8½ Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. in den anderen 18 und in den oberirdischen Oefen gegen neunzig Tiegel, so daß im Ganzen etwa 1730 Tiegel in tesem Ofen Platz Buchdruckerverein Budapest.- C. Magiströs, Wien.- Holz finden, in denen etwa 80 000 Kilogramm Stahl mit einem Male| arbeitergewerkschaft Thalweil. Volksbildungsverein Meidling, Wir bitten um Einsendung des Abonnements niedergeschmolzen werden können. Die Fabrit hat bereits mehr Rauchgasse 42. als 24 000 Geschützrohre abgeliefert. Wir möchten noch hinzu- betrages. fügen, daß die Fabrit ihre eigenen Kohlenzechen bei Essen und Gewerkschaft der Bäcker Niederösterreichs. Fünfhaus. Abonne Bochum, in Deutschland allein ca. 550 Eisensteingruben, mehrere mentsbetrag bis Ende 1891 5,40 Mt. Die Expedition. Sozialdemokratischer Wahlverein für den vierten Berliner Reichstags- Wahlkreis. Große Mitglieder- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Bortrag.( Referent am Dienstag, den 9. Juni, Abends 8 Uhr, im Vereinshaus Süd- Ost, wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. Achtung! Die Versammlungen finden stets Montags im obigen Lokale statt. Den Parteigenossen empfehle beim Besuch von Friedrichsfelde mein Cigarren- und Tabakgeschäft. W.Baum, Friedrichsfelde, Prinzen- Allee 15. 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Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Die Zahlstellen des Vereins find: im Südosten: Gottfried Schulz, Cottbuserplatz. Fr. Zubeil, Naunynstraße 86. Karl Scholz, Wrangelstraße 32. Bruno Stabernack, Wrangelstraße 85. Jm Osten: Gustav Tempel, Breslauerstraße 27. Bogasch, Langestraße 70. Reſtaurant Lock, Friedrichsbergerstraße 11. Daselbst werden neue Mitglieder aufgenommen. Achtung! Schuhmacher. Montag, den 15. Juni 1891: Der Arbeits- Nachweis der Klavier- Arbeiter befindet sich jeẞt Naunynstr. 78, im Restaurant Winker. Die Adressen- Ausgabe findet jeden Abend von 8-92 Uhr u. Sonntags Vormittags von 10-11, Uhr an Mitglieder wie an Nicht mitglieder unentgeltlich ſtatt. Die Arbeitsvermittlungs- Kommission. 0000000000000 Wendt's Salon Köslinerstraße 17, früher Brandenburgstr. 33. Empfehle allen Freunden und Genossen meinen Ball- Halon. Rudolph Wendt. Achtung! Allen Barteigenen empfehle meine Großes Sommer- Fest in Kliem's Volksgarten, Hasenhaide 14/15, Jahnstraße 1718 veranstaltet vom Verein zur Wahrung d. Interessen d. Schuhmacher. Konzert und Ball. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Bei eintretender Dunkelheit: Feuerwerk, Kinder- Fackelpolonaise, Bonbonregen. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Billets find zu haben bei: F. Büttner, Rottbuserdamm 33, Eckelein, Schiffbauerdamm 14, H. II., Aumer, Kronenstr. 51, Dugb. 4 Tr., Koch, Pallisadenstr. 7, v. 3 Tr., Scharf, Niederwallstr. 13, Dugbd. 3 Tr., Krause, Weinſtr. 27, Hof 2 Tr., Schönebeck, Inſelſtr. 1, pt., Adamczak, Auguſtſtr. 6a. Restaurant zum Zukunftsstaat" Adolph Scholtz, Kastanien- Allee Nr. 35. وو ( Bis 12 Uhr Nachts geöffnet). Arbeiterliteratur infl. ,, Gazeta Robotnicza" liegt aus. Junkerstrasse 1. E. M. Wilschke, Katzbachstr. 1( Ede der Vorfir.) Cigarren u. Tabacke, Pfeifen u. Cigarrenspitzen, alle Sorten Eigarretten. Zahlstelle der„ Volksbühne“, der Bildungsschule und des Wahlvereins. „ Die Jugend" Heft 3 ist soeben erschienen und sind von jetzt ab alle Bestellungen auf die Zeitschrift„ Die Jugend" und Einsiedler und Genosse nach der Expedition der Verlagsbuchhandlung des Vorwärts", Berlin SW., Beuthstraße 3 zu richten. 39 99 Destillation nebst Bier- Lokal 0. Zabel Frankfurter Allee 90, Ecke Möglinerstraße. Meerschaum-, Bernstein- u. Elfenbeinwaaren. Spezialität: Portraits bewährter sozialistischer Führer, nadeln, Manchettenknöpfen, Stöcken und Cigarrenspiken, Pfeifenköpfen, Shlips en gros. Brochen. en detail. B. Günzel Brunnenstraße 157, am Rosenthaler Thor. Kranzbinderei u. Blumenhandig. von J. Meyer Berlin SO., Wienerstraße 1, ( in der Ecke bei der Manteuffelstraße). Bekannte Preise. Auch Versandt. Pünktlich und gut. 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