Berliner Volks- Tribüne Sozial- Politisches Wochenblatt. Die" Berliner Dolfs Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. bonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Pf. Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mk. 50 pf.) № 28. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: ,, Volksblatt", Beuthstr. 3. Inserate werden die 4 spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 Pf. berechnet. Dereins- Anzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 Pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volks- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen. Sonnabend, den 11. Juli 1891. An die Arbeitergruppen aller Länder. Partei- Bemerkung: Den drei ersten schon früher bezeichneten Punkten genossen! Politische Notizen.- Soziales aus der Tagesordnung dürften sich vielleicht folgende anschließen: England. Der gesehliche Weg". Erwiderung Der 1. Mai möge als internationaler Feiertag neben dem auf die Einwände gegen meine Ausführungen über achtstündigen Arbeitstage dem Frieden unter den Nationen gedas Bodenmonopol als Basis des Kapitalmonopols.weiht werden.( Vorschlag des revolutionären Zentralkomitees Gedicht. Novelle. Beiträge zur deutschen Kultur- von Paris). und Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts. Der Agrarkommunismus in Graubünden und sein Untergang. Moralische Gedanken. Die Vernichtung Europas. An die Arbeitergruppen aller Länder. Genossen! Das Rundschreiben, welches Euch zum internationalen Kongreß am 18. August dieses Jahres einlud, forderte die zu uns stehenden Verbände und Parteien auf, uns vor dem 1. Juli die Punkte Annahme eines allgemeinen gleichen Namens für alle Gruppirungen der Arbeiterpartei.( Das revolutionäre Zentralfomitee von Paris schlägt vor: Internationale sozialistische Partei.) Eine regelmäßige internationale Arbeiterstatistik und eine regelmäßige Korrespondenz zwischen den verschiedenen Ländern. ( Vorschlag der belgischen Arbeiterpartei.) Parteigenossen! Der Parteitag zu Halle hat den Parteivorstand beauftragt, zukommen zu lassen, welche sie auf die Tagesordnung gesetzt den Entwurf eines neuen Parteiprogramms auszuarbeiten und haben möchten. Indeß sind uns bis jetzt nur wenig neue diesen spätestens 3 Monate vor Zusammentritt des nächsten Punkte angegeben worden: wir wiederholen darum die obige Parteitages zu veröffentlichen, damit die Partei hinreichende Zeit Mittheilung und bitten Euch nochmals dringend, ohne Zögern zur Prüfung habe. die Anträge und Vorlagen einzusenden, welche Ihr den Delegirteu zu unterbreiten wünscht, damit wir in die Lage gesetzt werden, sie noch Anfang Juli den theilnehmenden Organisationen im Wortlaut gedruckt zuzustellen. Alle endgiltigen Mittheilungen über die Theilnahme müssen wir bis vor dem 16. Juli in den Händen haben, nur so können wir die nöthigen Maßnahmen ergreifen, um diese bedeutsame internationale Versammlung, die vom 18. bis 25. August tagen wird, würdig vorzubereiten. Wir sind diesem Auftrage nachgekommen und bringen untenstehend den Entwurf, wie er nach reiflicher und vielseitiger Berathung festgestellt wurde, zur Kenntniß und Kritik der Genossen. Gleichzeitig theilen wir mit, daß die Gesammtparteileitung in ihrer Sigung vom 20. Juni einstimmig beschlossen hat, den diesjährigen Parteitag, einem Antrag der Erfurter Genossen entsprechend, nach Erfurt Sonnabend, der 10. Oktober 1891, bestimmt worden. Wir werden uns keine Mühe verdrießen lassen, den Kongreß- zu berufen, und ist als Eröffnungstag vorläufig besuchern den Aufenthalt in Brüssel möglichst angenehm zu machen und diesem Weltkongreß, welcher den Zusammenschluß der internationalen sozialdemokratischen Partei weihen soll, einen voll ständigen und unbedingten Erfolg zu sichern. Damit uns dieses große Werk gelinge, bedarf es der Einhelligkeit, des guten Willens und der gleichen Aufopferung Aller. Es sind einige Anfragen und Bemerkungen betreffend die Mandatsprüfung eingegangen: fie wird in letter Instanz dem Kongreß zustehen. Die Mandate sollen, wie gewöhnlich, durch die einzelnen Nationalitäten bestätigt werden, doch wird, im Falle so kein Einverständniß zu erzielen ist, der Kongreß die Macht haben, die letzte Entscheidung auszusprechen. Ebenso wird der Provisorische Tagesordnung und alle übrigen auf den Parteitag bezüglichen Bekanntmachungen werden, den Bestimmungen unserer Parteiorganisation entsprechend, zu gegebener Zeit den Parteigenossen zur Kenntniß gebracht werden. Berlin, den 3. Juli 1891. * * Der Parteivorstand. * Kongreß und nicht etwa das Einberufungskomitee, d. 5. der Entwurf eines Programms der SozialGeneralrath der belgischen Arbeiterpartei, die Tagesordnung, deren Größe der Dauer des Kongresses entsprechen muß, endgiltig festsetzen. demokratischen Partei Deutschlands. 1 Die Trennung der Arbeiter von den Arbeitsmitteln Uebrigens versteht es sich von selbst, daß wie immer der Grund und Boden, Bergwerke, Gruben, Maschinen und Werkzeuge, Stongreß alle Bestimmungen über die Geschäftsordnung zu treffen Verkehrsmittel und deren Uebergang in den Alleinbesitz eines hat und wir nur am Eröffnungstage Vorschläge machen werden. Theiles der Gesellschaftsglieder hat zur Spaltung der Gesellschaft Wir sähen es gerne, wenn es gelingen würde, die Zeit, die in zwei Klaffen, die arbeitende und die besitzende, geführt. regelmäßig mit diesen vorbereitenden Förmlichkeiten verloren In den Händen ihrer Aneigner sind die gesellschaftlichen wird, auf ein Mindestmaß zu beschränken, und wir werden es Arbeitsmittel zu Mitteln der Ausbeutung geworden. Die hierbersuchen. durch bedingte ökonomische Unterwerfung der Arbeiter unter die Jede Nationalität hat einen gedruckten Bericht über die Ar- Besitzer der Arbeitsmittel, d. h. der Lebensquellen, ist die Grundbeiterverhältnisse ihrer Heimath vom ökonomischen und politischen lage der Knechtschaft in jeder Gestalt: des gesellschaftlichen Glends, Gesichtspunkte aus und über den dortigen Stand der soziali- der geistigen Verkümmerung, der politischen Abhängigkeit. stischen Bewegung einzureichen. Auf diese Weise will man die Unter der Herrschaft dieser Ausbeutung nimmt die Anhäufung langen mündlichen Berichte vermeiden und furze und bündige des durch die Ausgebeuteten erzeugten Reichthums in den Händen mit der Kapitalisten und Großgrundbesitzer Darstellungen der Zustände in den einzelnen vertretenen Ländern der Ausbeuter hervorrufen. wachsender Geschwindigkeit zu. Immer ungleicher wird die Vertheilung des Arbeitsproduktes zwischen Ausbeuter und Ausgebeutete, immer größer die Zahl und immer unsicherer die Lebenslage der Proletarier, immer massenhafter die Armee überschüssiger Arbeiter, immer schroffer der Klaffengegensatz, immer erbitterter der Klassenkampf, welcher die moderne Gesellschaft in zwei feindliche Heerlager trennt und das gemeinsame Merkmal aller Industrieländer iſt. Was den Abstimmungsmodus betrifft, so ist es uns angesichts des Doppelmandats, das wir bekleiden, unmöglich, dem Kongreß im Voraus einen bestimmten Vorschlag aufzwingen zu wollen; dieser selbst soll sich darüber aussprechen und wird sich, wie wir bermuthen, auf die Abstimmung nach Nationalitäten, für die wir unsererseits auch eingenommen sind, einigen. Ueberdies dürfen alle diese Ordnungsfragen den Hauptgegenstand nicht in den Hintergrund drängen: Die internationale Berbrüderung aller klassenbewußten Proletarier des Erdkreises zum Zwecke gemeinsamer Besprechung der politischen und sozialen Reformen, welche für sie von Interesse sind. Die im Wesen der kapitalistischen Produktion begründete Planlosigkeit erzeugt jene immer länger andauernden Krisen und Arbeitsstockungen, welche die Lage der Arbeiter noch verschlimmern, durch den Ruin der städtischen und ländlichen Mittelden Abgrund Zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert wird das Volk stände der Kleinbürger und Kleinbauern sehen, wie sich seine Gesandten aus aller Welt die Hände reichen, zwischen Besitzenden und Besitzlosen erweitern, die allgemeine Unum die Bande, die zwischen allen Lohnarbeitern der Welt be- ficherheit zum Normalzustand der Gesellschaft erheben und den ſtehen, enger und fester zu knüpfen und so die Lösung der Beweis liefern, daß die Klasse der Aneigner der gesellschaftlichen wichtigen Fragen vorzubereiten, die das Proletariat bewegen. Arbeitsmittel den Beruf und die Fähigkeit zur wirthschaftlichen Es werden sich am 18. August in Brüssel, wir können es schon und volitischen Führung verloren hat. heute versichern, zusammenfinden Vertreter der deutschen, schweize- Diesem Zustand, der von Tag zu Tag unerträglicher wird, rischen und der österreichischen Sozialdemokratie, der Trades durch Beseitigung seiner Ursachen ein Ende zu machen und die Unions und der Sozialdemokratie Englands, des amerikanischen Befreiung der Arbeiterklasse zu erringen, ist das Ziel und die Sozialismus und Unionismus, aller Nüancen der französischen Aufgabe der Sozialdemokratie. Sozialdemokratie und Gewertvereinsverbände, der spanischen, Die sozialdemokratische Partei Deutschlands erstrebt demportugiesischen und italienischen sozialdemokratischen Arbeiter gemäß die Umwandlung der Arbeitsmittel- Grund und Boden, partel, der niederländischen Sozialdemokratie, des skandinavischen Bergwerke, Gruben, Waschinen und Werkzeuge, Verkehrsmittel Sozialismus und endlich der ganzen sozialdemokratischen Ar- in Gemeineigenthum der Gesellschaft, und die Umwandlung beiterpartei Belgiens. der kapitalistischen Produktion in die sozialistische Produktion; eine Dieser Kongreß soll ein enges Einvernehmen unter dem ge- Umwandlung, für welche die kapitalistische Gesellschaft selbst die jammten Proletariat Herstellen; denn je einmüthiger es fich materiellen und geistigen Bedingungen geschaffen hat und weiter zusammenschaart, desto mächtiger und gewaltiger wird es ſein. schafft und durch welche allein die Befreiung der Arbeiterklasse, Wir erwarten, liebe Genossen, die Mittheilungen, die Ihr an und mit ihr die Befreiung aller Gesellschaftsglieder ohne Ausuns richten werdet. Wir hoffen, daß wir zu Eurer Zufriedenheitnahme verwirklicht wird. unsere Aufgabe erledigen werden. Mit brüderlichem Gruß Für den Generalrath der belgischen Arbeiterpartei: Der Sekretair: Jean Volders. Die sozialdemokratische Partei hat nichts gemein mit dem sogenannten Staatssozialismus, dem System der Verstaatlichung zu fiskalischen Zwecken, das den Staat an die Stelle des Privatunternehmers setzt und damit die Macht der ökonomischen AusV. Jahrgang. beutung und politischen Unterdrückung des Arbeiters in einer Hand vereinigt. Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein, weil alle übrigen Klassen und Parteien auf dem Boden des Kapitalismus stehen und trotz der InteressenStreitigkeiten unter sich doch die Erhaltung und Stärkung der Grundlagen der heutigen Gesellschaft zum gemeinsamen Ziel haben. Die Interessen der Arbeiterklasse sind in allen Ländern mit tapitalischer Produktionsweise die gleichen; mit der Ausdehnung des Weltverkehrs und der Produktion für den Weltmarkt wird die Lage der Arbeiter eines jeden Landes immer abhängiger von der Lage der Arbeiter in den anderen Ländern; die Befreiung der Arbeiterklasse ist daher nicht eine nationale, sondern eine soziale Aufgabe, an der die Arbeiter aller Kulturländer gleichmäßig betheiligt sind. In dieser Erkenntniß fühlt und erklärt die sozialdemokratische Partei Deutschlands sich eins mit den klassenbewußten Arbeitern aller übrigen Länder. Die sozialdemokratische Partei kämpft nicht für neue Klassenprivilegien und Vorrechte, sondern für die Abschaffung der Klaffenherrschaft und der Klassen selbst, und für gleiche Rechte und für gleiche Pflichten Aller ohne Unterschied des Geschlechts und der Abstammung. In diesem Befreiungskampf verficht die Sozialdemokratie, als die Vertreterin nicht blos der Lohnarbeiter, sondern der Ausgebeuteten und Unterdrückten insgesammt, alle Forderungen, Maßregeln und Einrichtungen, welche die Lage des Volkes im Allgemeinen und der Arbeiterklasse im Besonderen zu verbessern geeignet sind. Die sozialdemokratische Partei Deutschlands tritt deshalb gegenwärtig für folgende Forderungen ein: 1. Allgemeines gleiches direktes Wahl- und Stimmrecht mit geheimer Stimmabgabe aller über 21 Jahre alten Reichsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts für alle Wahlen und Abstimmungen. Einführung des Proportionalwahlsystems. Festsetzung der Wahlen und Abstimmungen auf einen Sonn- oder Feiertag. Entschädigung für die gewählten Vertreter. 2. Direkte Theilnahme des Volks an der Gesetzgebung mittelst des Vorschlags- und Verwerfungsrechtes. Selbstverwaltung des Volts in Reich, Staat, Provinz und Gemeinde. Jährliche Steuerbewilligung, Recht der Steuerverweigerung. 3. Entscheid über Krieg und Frieden durch die gewählten Vertreter des Volks. Errichtung eines internationalen Schiedsgerichts. 4 Abschaffung aller Gesetze, welche die freie Meinungsäußerung und das Recht der Vereinigung und Versammlung einschränken oder unterdrücken. 5. Abschaffung aller Aufwendungen aus öffentlichen Mitteln zu kirchlichen und religiösen Zwecken. Die kirchlichen und religiösen Gemeinschaften sind als Privatvereinigungen zu betrachten. 6. Weltlichkeit der Schule. Obligatorischer Besuch der öffentlichen Volksschulen. Unentgeltlichkeit des Unterrichts und der Lehrmittel in allen öffentlichen Bildungsanstalten. 7. Erziehung zu allgemeiner Wehrhaftigkeit. Volkswehr an Stelle der stehenden Heere. 8. Unentgeltlichkeit der Rechtspflege und der Rechtshilfe. Rechtsprechung durch vom Bolt gewählte Richter. 9. Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hilfeleistung und der Heilmittel. 10. Stufenweis steigende Einkommen-, Kapital- und Erbschaftssteuer für die Bestreitung aller öffentlichen Ausgaben, soweit diese durch Steuern zu decken sind. Abschaffung aller indirekten Steuern, Zölle und sonstigen wirthschaftspolitischen Maßnahmen, welche die Interessen der Allgemeinheit den Interessen einer bevorzugten Minderheit unterordnen. Deutschlands: Zum Schutze der Arbeiterklaffe fordert die sozialdemokratische Partei 1. Eine wirksame nationale und internationale ArbeiterschutzGesetzgebung auf folgender Grundlage: a) Festsetzung eines höchstens acht Stunden betragenden Normal- Arbeitstags. b) Verbot der gewerblichen Arbeit für Kinder unter 14 Jahren; c) Verbot der Nachtarbeit, außer für solche Industriezweige, die ihrer Natur nach, aus technischen Gründen oder aus Gründen der öffentlichen Wohlfahrt Nachtarbeit erheischen; d) eine ununterbrochene Ruhepause von mindestens 36 Stunden in jeder Woche für jeden Arbeiter; e) Verbot des Trucksystems. 2. Ueberwachung aller gewerblichen Betriebe und Regelung der Arbeitsverhältnisse in Stadt und Land durch ein Reichs- Arbeitsamt, Bezirks- Arbeitsämter und Arbeitsfammern. 3. Gleichstellung der landwirthschaftlichen Arbeiter und Dienstboten mit den gewerblichen Arbeitern. Beseitigung der Gesinde- Ordnungen. 4. Sicherstellung des Koalitionsrechts. 5. Uebernahme der gesammten Arbeiterversicherung durch das Reich, mit maßgebender Mitwirkung der Arbeiter an der Verwaltung. ein todtes Land wird. sind. werden darf. Zum dritten Punkte referirte Genosse Rieger aus Reichenberg. Er schildert die heutige Lage und drückt sein Bedauern darüber aus. daß durch das Vorgehen der Politische Notizen. geprellt sein. Mit der dreisten Stirn eines ergrauten| Desterreich zu empfehlen ist, und empfiehlt daher den Parteifationen sich anzuschließen und wo solche nicht vorhanden sind, Erhebliche Mehrforderungen für das Militär Schienenflickers hatte Herr Baare noch zwei Tage vorher genossen allerorts, den bestehenden gewerkschaftlichen Organistehen nach der" Franks. 3tg." für den nächsten Herbst erklärt, daß in Savona alles gut ſtehe. Der Herbert fie in's Leben zu rufen. Der Parteitag geht dabei von der Erwägung aus, daß die in Aussicht. Zu diesem Zweck werden auch wohl schon dieses Induſtriebismarck sette gleichfalls eine Ente in die die Kriegsgerüchte in die Presse lanzirt. Natürlich wäre Welt; aber so weit ist es schon mit der Dynastie Baare gewerkschaftliche Organisation einerseits erzieherisch und materiell es geschmacklos, wenn wir uns in Protesten dagegen er- gekommen, daß man Herrn Baare junior auf der Börse bessernd zu wirken vermag, daß dieselbe, wenn sie in sozialdemokratischem Sinne gehandhabt wird, auf das politische Leben Alle Säulen der Ordnung vorzubereiten im Stande ist. Doch erklärt der Parteitag gehen wollten; die Sache geht ihren Gang, den sie gehen nicht mehr geglaubt hat. daß durch die Gewerkschaftsorganisation die muß; hoffentlich kommt es noch zu einer friegerischen fangen an zu wanken, aber nicht. weil die Sozialdemo- ausdrücklich, Explosion, denn trotz allem Jammer, den ein Krieg im fratie gegen sie anstürmt, sondern weil sie wurmstichig fozialdemokratische Bewegung in feiner Weise hintangesetzt Gefolge hat, ist er immer noch besser, wie dieses langEine Enthüllung über die begleitenden Umfame, vampyrartige Aussaugen aller Lebensfräfte, wie es der' Militarismus betr.ibt. Nach dem nächsten Krieg stände bei dem Sturz Bismarcks verdanken wir Herrn wird es mit dem Militarismus zu Ende sein, entwickeln Blowitz, dem der Graf Münster folgendes erzählte: deutschen Genossen die Einheitlichkeit der Maifeier „ Nach dem Austausch der gegenseitigen Begrüßungen ersich aber die Verhältnisse im Frieden so weiter, wie bis zählte mir der Fürst, daß er seine Entlassung eingereicht habe gestört und das gerade dadurch uns, den Desterreichern, jetzt, so ist es mit Europa zu Ende. Schon jezt können Seine Stimme flang ruhig und ein Lächeln umspielte seine das Ruhenlassen der Arbeit erschwert wurde. In demselben wir nicht mehr mit Amerika konfurriren; wir stehen aber Lippen, als er sich dazu beglückwünschte, wieder das ihm liebe Sinne sprachen sich verschiedene andere Redner aus. schon am Ende unserer Leistungsfähigkeit und werden und werthe Landleben aufnehmen, wieder seine Wälder und noch durch die Last des Militarismus im wirthschaft- Jahre seines Lebens wieder sein eigener Herr sein zu können, Ebenen besuchen und während der wenigen ihm noch vergönnten Folgende Resolution wurde angenommen: Der 1. Mai wird auch in Zukunft in Oesterreich durch volllichen Kampf gehemmt; und so blüht uns denn die Aus- ohne beständig von Aerger und Unruhe verfolgt zu werden. Ich ständiges Ruhenlassen der Arbeit gefeiert. Die österreichischen sicht, daß, nachdem die äußersten Versuche gemacht sind, erhob mich und sagte dem Kanzler, daß ich zu den Barlaments Delegirten zum internationalen sozialdemokratischen Kongreß in die Konkurrenz auszuhalten, und man die europäischen verhandlungen gehen wolle. Der Fürst erwiderte:„ Warten Sie Brüssel werden angewiesen, darauf hinzuwirken, daß dies auch einen Moment. Ich will meine Uniform anziehen und Sie be- in allen Ländern so geschehe. Die Abänderung des ersten Arbeiter vollkommen zu Kulis herabgedrückt hat, Europa gleiten." Er verließ das Zimmer. Wenige Minuten darauf Theiles dieſes Antrages steht nur dem nächsten Parteitage der hörte ich, wie der Fürst und die Fürstin in sehr lebhafter Weise österreichischen Sozialdemokratie zu. Puttkamer ist nun wirklich Oberpräsident in und in sehr lautem Ton miteinander sprachen. Die Unterredung Bezüglich des allgemeinen Wahlrecht es wurde Pommern geworden. Daß der„ neue Kurs" aber troß- das Zimmer betrat. Er hatte seinen Anzug nicht verändert und Kompromiß möglich ist, die Partei in die Wahl für den Pommern geworden. Daß der„ neue Kurs" aber troß- dauerte etwa eine Viertelstunde, nach welcher der Fürst wieder beschlossen, daß überall, wo ein prinzipieller Kampf ohne dem nicht ganz der alte mehr ist, geht aus der Thatsache hielt in seiner Hand ein großes offenes Schreiben. Er war blaß Reichsrath, den Landtag und die Gemeindevertretung einhervor, daß man glaubt die Ernennung entschuldigen zu geworden und sein Gesicht trug einen erregten Ausdruck. Der müssen. Nach der einen Versión soll die Ernennung auf Fürst näherte sich mir mit den Worten: Ich fann Sie nicht zuleiten habe. Bei Besprechung der Sozialreform wurde bedie Bitte der pommerschen Provinzialvertretung an den begleiten. Ich habe in diesem Augenblick einen Brief von jenem Kaiser erfolgt sein, nach der anderen deshalb, weil es jungen Mann erhalten, in welchem er mir mittheilt, daß er mir sonders die Unzulänglichkeit und Halbheit der Krankenden Titel eines Herzogs von Lauenburg verliehen habe. Dies Buttkamer nöthig hat". beweist deutlich, daß mein Entlassungsgesuch angenommen und und Unfallversicherung, die Mangelhaftigkeit des Instituts Hans Most ist jetzt auch in letzter Instanz ver- meine Schmach vollkommen ist. Ich nehme diese spöttische Ent- der Gewerbeinspektoren sowie der Arbeiterschutzbestim urtheilt worden und wird, nachdem er schon über lassung nicht an. Er wird bald sehen, daß ein Bismarck nicht mungen überhaupt hervorgehoben. In der bezüglichen 10 Jahre lang in aller Herren Ländern im Gefängniß in großer Empörung auf und nieder, stieß Drohungen aus, Arbeiter eines wahren Koalitionsrechtes bedürfen, um sich auf solche Weise entlassen wird.“ Er ging dann in dem Zimmer Resolution wurde betont, daß vor allem anderen die zugebracht hat, noch einmal die Dual einer einjährigen klagte jedermann an, seine Gegner sowohl wie die Intriganten, Haft zu erleiden haben. Wir gehören nicht zu seinen welche wider ihn gearbeitet hätten. Ich sah, um mich kurz zu gegen ungerechte Zumuthungen des Unternehmerthumes Ein freisinniges Koalitionsrecht Freunden, aber diese neueste Verurtheilung ist eine so fassen, einen Mann vor mir, welcher laut über seinen Sturz schüßen zu können. eiferte. Anscheinend hatte die Unterhaltung mit der Fürstin ihn wäre in der That die werthvollste soziale Reform. skandalöse, daß die verübte Gemeinheit seitens der Richter so hochgradig erregt. Bon jeher hatten diese und ihr Sohn ihn Weiter heißt es in dieser Resolution, daß insbesondere nicht scharf genug verurtheilt werden kann. zu jähen Entschlüssen veranlaßt und ihn in den überstürzten oder Der Fall schwebte bereits seit 3/2 Jahren vor den extremen Maßregeln, welche man ihm zum Vorwurf macht, er- die Vorschläge zur zwangsweisen Organisation der ArGerichten; viele Arbeiter gaben sich der trügerischen muthigt. Jetzt verstand ich, daß der Fürst, als er mich empfan- beiter, und zwar ebenso der von der Regierung einHoffnung hin, man sei maßgebenden Orts Willens, die gen und mit fo philosophischer Gemüthsruhe und Würde von gebrachte Entwurf für Arbeiterausschüsse, Genossenschaften seinem Rücktritt gesprochen hatte, nicht an denselben glaubte, Sache einschlafen zu lassen. Die Kapitalistenklasse scheint sondern sich der Ansicht hingab, der Staiser würde ihn bitten, und Einigungsämter für Großindustrie und Bergbau, jedoch zu erkennen, daß sie sich bei der Schafsgeduld des seinen Posten zu behalten und sein Entlassungsgesuch nicht als sowie die liberalerseits geplanten Arbeiterkammern, sowohl " Riesen Arbeit" Alles herausnehmen darf. endgiltig zu betrachten. Ich gestehe, daß jetzt Ueberraschung und im Aufbau als in der Kompetenz engherzig und ängstMost hatte über den Chikagoer Justizmord eine Betrübniß in mir wach wurden. Ich nahm Abschied von einem lich, nur die Furcht verrathen, den Ausbeuterinteressen Manne, welcher sich im Verlaufe eines einzigen Besuches in Rede gehalten. Kapitän McCullagh, der bekannte So- meinen Augen so sonderbar geändert hatte." zialistenfresser, hatte zwei seiner Getreuen, die ein wenig Die Beschickung des Brüsseler Kongresses wurde Man wird sich noch der Schloßfreiheitlotterie einstimmig beschlossen und zu dessen vorläufiger TagesDeutsch radebrechen konnten, als Spigel in die Ver- erinnern. L'appetit vient en mangeant. Jegt bekommen ordnung Stellung genommen. Der wichtigste Punkt dersammlung geschickt. Diese beiden Spizel, Roth und wir eine Koloniallotterie. Es sollen für 8 Mill. Mark felben sei die Abkürzung der Arbeitszeit, welche eine Sachs mit Namen, sowie ein Reporter Namens Samuel Loose an die, welche nicht alle werden, verkauft werden; Lebensfrage für alle Arbeiter sei. Bezüglich des VerDreyfuß, beschworen nachher, Most habe in seiner Rede davon sollen 4 Mill. Mark Gewinne ausgezahlt werden, haltens bei internationalen Streifs und Boykotts wurde zum Aufruhr aufgereizt. Obwohl durch eine große Anzahl glaubwürdiger 1/2 Will. Mark bekommt die prostituirte Bresse und die erklärt, daß die österreichischen Arbeiter noch nicht in der Obwohl durch eine große Anzahl glaubwürdiger Börsenhaie, und für die übrigen 2½½ Mill. Mark soll Lage sind, dafür einzutreten, da die Arbeitsbedingungen Zeugen die Angaben der drei Staatszeugen widerlegt ein Dampfer für den großen Wißmann gekauft werden in den verschiedenen Ländern noch zu ungleiche seien. wurden und diese sich selbst widerholt widersprochen hatten, fällte die Jury dennoch nach mehrtägiger Ver- und außerdem wird man damit die christlichen Missionen Doch werde die österreichische Arbeiterschaft große Lohnhandlung ein auf schuldig lautendes Urtheil, das nicht und die Unterdrückung des Sklavenhandels unterstützen. bewegungen im Auslande stets unterstüßen. mir ist manches schon passirt, aber so Etwas noch nie." nur alle unparteiischen Leute, sondern sogar den bei den Ben Atiba, schäme dich, dieses Lotteriechristenthum ist doch presse" wurde einem 24 gliedrigen Ausschusse zur VorDer Punkt Parteiorganisation und ParteiVerhandlungen präsidirenden Richter Cowing überraschte. noch nicht dagewesen. Derselbe sagte bei Fällung des Urtheils: berathung überwiesen und dessen Anträge sodann vom Die Lotterie ist bekanntlich eine Steuer, welche der Plenum angenommen. Diese Anträge gehen auf eine „ John Most, Sie sind der Theilnahme an einer Dummheit auferlegt wird; sie hat eine große Aehnlichkeit Festigung der Organisation durch Beiträge und eine geungesetzlichen Versammlung und der Haltung einer Rede, mit dem Bauernfangen, bloß, daß sie konzessionirt ist. wisse Zentralisation hinaus. in welcher Sie zu Thaten aufforderten, die den öffentlichen Frieden gefährdeten, schuldig befunden worden. Die ganze Sache ist vollständig à la Deutsches Reich. Sie werden, wenn Sie offen sind, selbst zugeben, daß das untonstitutionell ist, eine solche Extra- Abgabe von Die anständigen bürgerlichen Blätter klagen darüber, daß Sie einen unparteiischen Prozeß hatten. Die Frage Ihrer Schuld oder Unschuld war den Dummen zu erheben zu derartigen Zwecken. jedoch eine Frage von Thatsachen, über die nicht das möchten so gern hören, wie ihre Abgeordneten einmal Die englischen Bergleute sind in zwei, wenn auch nicht Gericht, sondern die Geschworenen allein zu entscheiden mehr" ja" sagen denn im Jasagen" besteht doch der offen sich befeindende Lager geschieden. Gegenüber den konfer Es ist nicht Sache des Gerichts, sich in Konstitutionellismus deutscher Nation! Sie mögen sich bativen Organisationen, an deren Spitze die Parlamentmitglieder Thatsachen zu mischen. Es ist meine Sache, die Ent- trösten; die neuen Militärforderungen werden ihnen schon Burt und Abraham stehen, ist eine jüngere und radikalere Or Bräsident Pickard, gleichfalls Mitglied des Parlaments, ist, in scheidung der Geschworenen zu akzeptiren, selbst wenn genug Gelegenheit geben, sich konstitutionell zu be- ganiſation, die Miners' Federation of Great Britain, deren thätigen. jüngster Zeit immer mehr erstarft. ich persönlich zu Schlüssen gekommen bin, die von denen der Geschworenen verschieden sind." haben. feitens des Richters Das Urtheil gab Veranlassung, daß in New- York sich Sozialisten, Anarchisten und Gewerkschaftler zu einem Aufruf an die Arbeiter vereinigten, aus dem wir Folgendes mittheilen: Sie Ueber den Parteitag unserer österreichischen Genossen lesen wir in österreichischen Blättern folgendes: 298 Genossen waren aus allen größeren Orten und Kronländern zu dem zweiten Parteitage der österreichischen Sozialdemokratie erschienen. nahezutreten. Soziales aus England. ( Nach Zeitungsberichten.) Die Federation ist ganz entschieden zu Gunsten eines Achtstunden- Gesetzes, und ihre kürzlich zu Chester tagende Konvention instruirte ihre Delegaten, auf dem nächsten Gewerkschaftskongreß für kein Mitglied des parlamentarischen Komitee's zu stimmen, das nicht ein Achtſtunden- Gesetz begünstige. Auf dieser Konvention hielt der Präsident Pickard eine Ansprache, die einen auffallenden Gegensatz zwischen ihm und den Herren Burt und Abraham dokumentirte. Während nämlich jene Beiden einen Siz in der Arbeits- Kommission angenommen haben, erklärte Picard die Ernennung dieser Kommission für einen Schwindel, der weiter teinen Zweckt habe, als die Energie der Arbeiter in dem Kampf für ihre Interessen durch leere Bersprechungen für die Zukunft zu lähmen. Bon dem offiziellen Organ der Federation wurde kürzlich der fonservativen Bergarbeiter Organisation Burt's der Vorwurf gemacht, daß sie ihr zu Paris den Belgiern gegebenes Versprechen, im Falle eines belgischen Streits die Ausfuhr englischer Kohlen möglichst zu verhindern, schmählich gebrochen habe. Es seien " Schlag auf Schlag wird geführt gegen die or- Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Bericht ganisirte Arbeiterschaft. Einer nach dem Andern wird über die Parteithätigkeit, referirte Genosse Dr. Adler. aus unserer Mitte gerissen, um dafür eingekerkert oder Derselbe schilderte in eingehender Weise die Fortschritte, ermordet zu werden, daß er durch Wort und Schrift welche die Partei seit dem Parteitage zu Hainfeld geoder Handlung die Interessen des Proletariats wahr macht und beweist durch Zahlen, daß sich die Bewegung Zu demselben genommen hat. Der neueste Fall dieser Art betrifft um zwei Drittheile ausgebreitet hat. John Most. Niemand kann wissen, wer bereits als Punkte sprachen eine ziemliche Anzahl von Genossen aus Nächster auf der Liste kapitalistischer Rachgier steht. Es verschiedenen Orten und Ländern. Dieselben konnten ist daher die höchste Zeit, daß die Arbeiter diesem Ter- über den Fortgang der Bewegung nur Erfreuliches, über rorismus gegenüber eine geschlossene Front zeigen. die Chikanen, welche die Genossen, insbesondere die von gerade aus den Bezirken, wo die Burt'sche Organisation thre Am Mittwoch findet eine Demonstration im Cooper- Böhmen, Polen, Kärnten und Steiermart, von Seiten Stärke habe, seit Ende April bedeutend größere Quantitäten Inftitut statt, um in dieser Hinsicht einen energischen der Behörden zu tragen hatten, allerdings nichts Schönes Kohlen sowohl nach Belgien als nach Deutschland exportirt Anfang zu machen. Ganz besonders wird aus der berichten. Aber alle Genossen versprachen, mit aller worden als durchschnittlich der Fall ist, und Burt und seine Or ganisation habe nicht den geringsten Versuch gemacht, das zu verMitte dieser Versammlung heraus die Gründung eines ihnen zu Gebote stehenden Kraft in die Agitation für hindern. Auf dem erwähnten Kongreß zu Chester wurde berichtet, Fonds ersprießen, der dazu angewendet werden soll, die Ausbreitung der sozialdemokratischen Ideen ohne daß nach umlaufenden Gerüchte die Bergwerksbesitzer die Abfünftighin jeden Schlag, welchen der Kapitalismus gegen Furcht zu wirken. das Proletariat wagt, rasch und zweckentsprechend zu sicht hätten, eine Lohnreduktion anzuordnen. Es fand darüber Bum zweiten Punkt referirte Genosse Höger( Wien) eine lebhafte Debatte statt und im Laufe derselben wurde darauf pariren." Der Referent, sowie sämmtliche zu diesem Punkte hingewiesen, daß die Bergwerksbesitzer in den letzten Monaten In den Angelegenheiten des Schienenflickers sprechenden Redner erklärten die gewerkschaftliche ungewöhnlich hohe Profite erzielt hätten, eine Berechtigung zu Baare hat der Staatsanwalt immer noch nichts von sich Organisation ohne Ausschluß der Hilfsarbeiter und einer Lohnreduktion also nicht borliege. Schließlich wurde hören lassen. Bloß eine seiner faulen Gründungen ist der Frauen für eine unbedingte Nothwendigkeit. Zum folgender Beschluß angenommen:„ Diese Sonferenz ist erfreut zu erfahren, daß die Kohlengrubenbefizer gute Profite und Dividenden unterdessen Pleite gegangen, wahrscheinlich unter dem Schlusse wurde eine Resolution einstimmig angenommen, erzielen und daß keine Reduktion der Arbeitslöhne beabsichtigt ist; denn wenn das die Absicht gewesen wäre, so würde dieselbe moralischen Eindruck der Enthüllungen. Das Werk in in der es u. A. heißt: Der Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie vom auf einen energischen Widerstand gestoßen sein." Savona, das Herr Baare s. 3. dem Bochumer Verein Jahre 1891 erklärt, daß die Gerwertschaftsorganisation in Rück- Einen fortschrittlichen Geist bekundete die Konvention auch angeschmiert hat, kann noch nicht einmal seine Arbeits- ficht auf die gegenwärtigen Produktionsverhältnisse sowohl wie durch den Beschluß, daß eine internationale Verbindung aller löhne bezahlen; die armen Arbeiter werden wahrscheinlich auch in Hinsicht auf die politischen Verhältnisse den Arbeitern in Bergarbeiter wünschenswerth sei und die Federation die ames rikanischen und australischen Arbeiter zum Anschluß an dieselbe sicht kommen mußte, ist eben so klar: es empfand seine Um aber auf die Robinsonade zurückzukommen, so einladet. theilt ist. Beach. " 1 " Bor einiger Zeit berichteten wir über das Preiswettlaufen Snechtschaft, und bei dem Bestreben, sich von ihr zu be- wird mir eingewandt, die Einzelnen müßten doch nicht der bürgerlichen Parteien um die Gunst der Arbeiter wegen der freien, mußte es die Mittel der Knechtschaft studiren. nur essen und wohnen, sondern auch sich kleiden. Ja Wahlen. Die in dieser Hinsicht von der englischen Regierung Zu den Mitteln der Knechtschaft gehören aber eben auch wohl! Aber lastet nicht auf jeden wollenen Rod ernannte Kommission zur Untersuchung der Arbeiterver- die Geseze und Einrichtungen, welche sie beschützen und die Bodenrente in Form der Pacht für das Weideland, hältnisse hat jetzt einen Arbeitsplan angenommen. Nach dem welche also nicht im Interesse einer fabelhaften All- auf dem die Schafe sich ernährten; muß nicht die Bodenselben theilt sich die Kommission in drei Komitees, von denen jedes eine Gruppe von Gewerken zur Untersuchung zuge- gemeinheit" gemacht sind, sondern im Interesse einer rente bezahlt werden für den Boden, auf dem die verKlasse, welche eine andere Klasse unterjocht hält. schiedenen Fabrikanlagen und Arbeiterwohnungen standen, Für Gruppe A.( Bergwerks- und Eisenindustrie und ver- Diese Klasse kann diese Geseze und Einrichtungen die zur Verwandlung der Wolle in Röcke nothwendig wandte Gewerke) fungirt das folgende Komitee: David Dale aufrecht erhalten, weil sie die Macht dazu hat. Wenn sind? Die Wichtigkeit der Bodenrente gleicht jenen be( Vorsitzender), E. Harland, E. Tron, Burt, Abraham, Hewlett, das Proletariat also sich befreien will, so hat es nicht kannten Verirbildern, auf welchen man die Kaze( Wo W. Lewis, Gerald Balfour und H. Fowler. Das Komitee für Gruppe B( Transport und Agrifultur) gegen diese Geseze zu rebelliren, sondern es hat zu sehen, ist die Kaz?") sofort erblickt, wenn man sie erst einist wie folgt zusammengesetzt: Lord Derbey( Vorsitzender), wie es die Macht erhält. Aus diesem Grunde hat auch mal gesehen hat, vorher aber oft lange vergeblich danach T. C. Bolton, T. H. Ismay, Tom Mann, Henry Tait, S. die Sozialdemokratie immer erklärt, daß sie nur den gesucht. Daß bei Bestehen des privaten BodenPlimsoll, Jesse Collings, Professor Marshall, Sir Michael Hicks- seßlichen Weg gehen wolle; nicht aus bürgerlicher Tugend- besizes auch der Besizer von anderen Werthen Für Gruppe C( Baugewerke, Textil-, Kleider- und gemischte sentimentalität, sondern aus der einfachen Erwägung aller Art, namentlich der Industrielle die Industrien) fungirt folgendes Komitee; Mundella, W. Tunstall, heraus, daß jede„ ungeseßliche" Bethätigung natürlich Macht hat, arbeitslosen„ Erwerb" zu beziehen, Wandsley, G. Leversey, Austin, Sir John Gorst, Sir Fred. bloß den einen Erfolg haben kann, die Schergen der hat Niemand in Abrede gestellt, am wenigsten Pollack, L. Courtney. Die Kommission hat sich auch über die Gesichtspunkte ge- Gesetze auf sich zu heben und einen erwünschten Vor- aber ich. Auch habe ich ganz ausdrücklich hereignet, welche bei den Untersuchungen berücksichtigt werden sollen. wand abzugeben, die Partei niederzuknüppeln. vorgehoben, daß ich im Gegensage zu den AnDas ganze Untersuchungsgebiet umfaßt folgende vier Haupt- Ab- Das ist so klar, daß es jeder einsehen muß, dem schauungen der meisten Bodenreformer eine theilungen: 1. die Ursachen der Differenzen zwischen Arbeitern nicht durch Doktrinarismus und falschen Idealismus die Vergesellschaftung des Bodens nicht für ausund Arbeitgebern; 2. die Entwickelung der Differenzen, die Or ganisation und das Verhalten der beiden Parteien; 3. die Kosten Augen verblendet sind. Die Anarchisten mit ihrer ent- reichend erachte. dieser Differenzen; 4. ihrer Verhütung und Beilegung. gegengesezten Taktik befinden sich im vollständigen Irr- Die Idee, die Arbeiter durch den Besitz eines Unter 1. werden in Bezug auf die verschiedenen Gewerke thum, den ihnen die Wirklichkeit überdies tagtäglich Stückes Land widerstandsfähiger gegen das Kapital zu folgende Gegenstände berührt werden: sagt mein Gegner A. Der Arbeitslohn. 1. Feststellung desselben; 2. Berech vorweist. Die Begeisterung und Opferwilligkeit dieser machen, ist geradezu grotest" nung desselben( Zeit-, Stück- oder Bielarbeit); 3. Art der Be- Leute ist oft bewunderungswürdig; aber welchen Nutzen und ich stimme ihm völlig bei. Der Ausdruck„ grotesk" zahlung( ob direkt durch den Arbeitgeber oder durch einen Sub- hat sie? Wenn ein Anarchist, wie das fürzlich in ist eher noch zu milde. Aber wo habe ich denn den kontraktor, ob wöchentlich oder in größeren Zwischenräumen, ob Frankreich geschehen ist, als Soldat den Gehorsam ver- Vorschlag gemacht? Ich habe angedeutet, die Bodenin Form von Waaren( truck), von Wohnungs- oder Landbenuzung; 4. Ursachen und Regulirung der Schwankungen; 5. weigert, so wird er einfach auf ein Jahr eingesteckt, die rente müsse in den Besiz der Gesellschaft fließen und Unterschied zwischen den Löhnen in verschiedenen Etablissements Anderen sagen:„ der Mann ist ein Narr", und das eventuell zu gleichen Theilen an Jedermann vertheilt und Gegenden; 6. Wirkung von Pensionen, Lohneinhaltung, Opfer hat keinen Erfolg gehabt. Wäre der Mann ruhig werden. Wenn mehrere Personen ein Schiff gemeinKrankheits- und Unfall- Versicherung; 7. Kündigung des Arbeits- geblieben, und hätte er in der Kaserne im Privatgespräch schaftlich besigen wollen, so brauchen sie es doch auch B. Arbeitszeit und Stetigkeit der Arbeit. 1. Normale Ar- den anderen Soldaten seine Ansichten entwickelt, so hätte nicht in so viele Theile zu zersägen, wie Theilnehmer beitszeit; 2. Ueberzeit und wie sie bezahlt wird; 3. Nachtschichten er vielleicht eine Menge Leute für die Sache des Prole- vorhanden sind.*) Die Reihenfolge der Maßregeln, durch welche am und Bezahlung derselben; 4. Saison- Arbeit, halbe Zeit und tariats gewinnen können. fonstige Unregelmäßigkeit; 5. Sonntags- und Feiertags- Arbeit Eben so klar aber ist natürlich, daß wir uns mit der schnellsten und sichersten die Einrichtung einer rein demound wie sie bezahlt wird; 6. Regulirung der täglichen und Gesetzlichkeit unserer Mittel nicht moralisch in die Brust kratischen und streng sozialistischen Gesellschaft erreichwöchentlichen Arbeitszeit. C. Klassifizirung und Vertheilung der Arbeit zwischen ver- zu werfen haben; denn es handelt sich ja hier eben darum, werden könne, ist ein schwieriges Kapitel. Die unmittelt schiedenen Gewerken, Arbeitern( Frauen und Kindern), Arbeits- daß wir nicht auf den moralischen Leim unserer Unter- bare Vergesellschaftung dazu besonders geeigneter Inplätzen( Fabrik- und Hausarbeit). drücker gehen; wir gehen bloß aus Opportunitätsgründen dustrien habe ich selbst ausdrücklich befürwortet und daß mit den gesetzlichen Mitteln vor. damit, ganz in Uebereinstimmung mit meinem Gegner, kontraktes. D. Das Lehrlingswesen. E. Einführung von Maschinen. F. Lieferung und Qualität von Maschinen und Materialien für Produktion und Transport J. Entlassung von Wortführern der Arbeiter und die Anwendung der schwarzen Listen. 11 Wie sich die Sache späterhin gestalten wird, können in erster Linie die in Kartellen u. s. w. vereinigte Großwir jezt natürlich noch nicht wissen. Aber darüber Industrie gemeint war, ist wohl fast selbstverständlich. G. Sicherheits- und sanitäre Maßregeln in Werkstätten, brauchen wir uns wirklich keine grauen Haare wachsen Uebrigens sind wohl grade die mächtigsten Groß- InBeleuchtung derselben, öffentliche Inspektion derselben. zu H. Entlassung wegen Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. mächtig sind, respektive die Anderen so schwach, daß wir dem ihre Fabriken u. s. w. stehen, und ein großer H. Entlassung wegen Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. 3 lassen. Denn ob man sagt: wenn wir erst so dustriellen auch Eigenthümer des Bodens, auf I. Weigerung, mit Nicht- Union- Arbeitern zusammen zu machen können, was wir wollen, so werden wir un- Theil ihrer Einfünfte fällt unter den Begriff der Bodenarbeiten. gefeßlich" oder immer noch gesetzlich" verfahren das rente. Daß man sich die Besitzer kleiner landwirthist schließlich bloß eine Form- und Zeremonienfrage. schaftlicher Boden- Parzellen nicht durch politisch unkluge Man wird sich erinnern, welches Geschrei 48 und 49 Maßregeln zu Feinden machen wird, ist ganz selbstverin Preußen darüber erhoben wurde, ob man noch auf dem Rechtsboden stehe oder nicht, und wie dann schließ Unter 2.( Entwickelung und Organisation des Kampfes) lich der Rechtsboden" hergestellt wurde; troßdem aber werden folgende Gegenstände untersucht werden: A. Gewerksverbindungen von Arbeitgebern und Arbeitern, fanden damals die einschneidendsten Veränderungen statt, ob dieselben permanent oder temporär oder für spezielle Konflikte welche in ihren Folgen zu einer vollständigen Revolutio bestehen; ihre Regulationen, die den Mitgliedern gewährten nirung Preußens geführt haben. Vortheile und ihre Taktik. K. Anstellung von Ausländern. L. Anstößige Aufseher. M. Sympathie- Streifs. N. Andere Differenz- Gründe. B. Streiks und Lockouts, die schwarze Liste und andere Methoden, direkt oder indirekt betheiligte Personen zu beeinfluffen. C. Importation neuer und ausländischer Arbeiter, ob unter Kontrakt oder in anderer Weise. Unter Nr. 3 wird sich die Untersuchung auf Feststellung der ökonomischen Resultate von Streits und Lockouts für Arbeiter, Arbeitgeber und die Gesellschaft erstrecken. " Wahrscheinlich wird sich die Sache so gestalten, daß unsere Gegner selbst den gesetzlichen" Weg verlassen. Es wäre ja doch immer noch nicht ausgeschlossen, es müßte freilich sonderbar zugehen daß wir eine sozialdemokratische Mehrheit in den Reichstag bekommen. Troß der geringen Befugnisse, die der Reichstag hat, fönnte er dann doch mit gesetzlichen Mitteln die ReUnter Nr. 4 sollen die verschiedenen Methoden der Bei- gierungen zwingen: entweder auf seine Wünsche einzulegung von Konfliken( Schiedsgerichte, Konferenz- Komitees und gehen oder einen Staatsstreich zu machen. Natürlich dgl.) und die angeblichen Verhütungsmethoden, wie das Pro fitantheil- System"," Industrial- Partnership", die sliding scale" würde das Letztere geschehen; und damit wären wir ja denn schon vom gefeßlichen Wege abgewichen. Das Fragebogen, welche sich auf alle diese Gegenstände beziehen, Weitere wäre dann eben nur dadurch zu entscheiden, daß sollen an Arbeitgeber, Arbeiter- Organisationen und Arbeiter die beiden Gegner ihre Macht mäßen. Reformer geschickt werden. Darauf fommt es allein an: mächtig zu werden, Die maßgebenden Kommissionsmitglieder sollen die zuverfichtliche Hoffnung ausgesprochen haben, ihr umfassendes Programm das heißt ein zielbewußtes Proletariat schaffen. Zu schon in 10 bis 15 Jahren erledigen zu können. diesem Zweck heißt es, auf dem gesetzlichen Wege zu Hoffentlich existirt dann noch die Bourgeoisgesellschaft, denn bleiben, aber natürlich immer mit dem Bewußtsein, daß es wäre doch schade, wenn diese schöne Arbeit dann umsonst ge- man nur deshalb auf ihm bleibt, weil man auf ihm macht sein sollte. Ob die Arbeiter wohl auf diesen Leim gehen werden? Wenn bleiben muß. und Privat- Cooperation berührt werden. ste es wirklich thäten, so müßten sie Prügel haben, denn einen stärkeren Hohn kann es doch nicht geben, als ihnen zu sagen: artet nur hübsch 10 bis 15 Jahre, damit wir die Geschichte Erwiderung auf die Einwände gegen meine erst gründlich untersuchen können, und dann werden wir ja sehen, Ausführungen über das Bodenmonopol als was sich machen läßt. Der gesetzliche Weg". Bafis des Kapitalmonopols. Von Benedict Friedlaender. II. falsch verstanden habe, da ich durch die Ausführungen eines *) Ich muß zugeben, daß ich in diesem Punkt meinen Gegner anderen Bodenreformers verführt wurde, Herrn F. diese Ansicht unterzuschieben. Allein auch wenn die Bodenrente in den Besitz der Gesellschaft flösse und zu gleichen Theilen vertheilt würde, so machte das den Arbeiter nicht widerstandsfähiger im Kampf gegen das Kapital. Die englische Armengesetzgebung garantirte dem Arbeiter im Fall der Arbeitslosigkeit immer ein gewisses Einkommen, das wohl nicht geringer war, als das Einkommen aus der Grundrente wäre, und die Arbeiter wären dem Kapital gegenüber doch ebenso hilflos, wie sonst. Der Grund, weshalb das nichts nützen würde, ist auch ziemlich klar einzusehen. Nehmen wir an, daß in 12 Stunden Arbeit des Arbeiters 6 Stunden nothwendige Arbeit zur Reproduktion seiner Arbeitskraft stecken und 6 Stunden Mehrarbeit. Die Quote der Grundrente, welche der Arbeiter erhält, sei gleich zwei Stunden Arbeit. Dann würde die Einnahme des Arbeiters zunächst sein=: Lohn( 6 Stunden)+ Grundrentenquote( 2 Stunden), zusammen 8 Stunden. Zur Reproduktion seiner Arbeitskraft braucht der Arbeiter aber blos 6 Stunden; und da wird denn gar bald der Kapitalist kommen und ihm einfach 2 Stunden von seinem Lohn kürzen, so daß der Arbeiter jetzt nur noch Lohn( 4 Stunden)+ Grundrentenquote( 2 Stunden)= 6 Stunden hat, wie früher; der Kapitalist tönnte aber den Arbeitstag nunmehr eintheilen in 4 Stunden mehrarbeit; mit anderen Worten: der ganze Effekt bei der Sache nothwendige Reproduktion seiner Arbeitskraft und 8 Stunden wäre der, daß der Staat die Grundrente einstriche, damit die Kapitalisten billige Arbeitskräfte haben, oder: der Kapitaliſt bezahlt die Grundrente durch Vermittelung des Staates und des Arbeiters an sich selbst, statt wie jetzt direkt an den Grundbesizer. Sie sichere Ginnahme von zwei Stunden, und wenn er streift und der Lohn entgeht ihm, so hat er doch immer etwas, woran Man kann entgegnen: Ja, aber der Arbeiter hat doch immer er sich halten kann.( Wobei man, nebenbei gesagt, immer eine dem Arbeiter wohlgesinnte Staatsmacht voraussetzen muß, denn andernfalls kann ihm dieser Vortheil mit Leichtigkeit entzogen) werden.) Der Arbeiter fann, wird man sagen, durch das Wer die Macht hat, hat nicht nur das Recht, son- Was die„ Robinsonade" anbelangt, so hat diese na- Streiken sich diesem Herabsetzen des Lohnes widersetzen, ja, er Da muß man nun das Wesen der Streiks studiren. Der, dern er macht es auch. Die Geseze werden von dem türlich thre Schwächen, wie ich auch zugestanden habe. wird allmählich höheren Lohn erzwingen können. gegeben, der die Macht hat, seinen Willen dem anderen Sie dient auch nur zur Einführung in den Gedanken- Unternehmer fragt sich beim Streit nicht: was tostet mich die aufzuzwingen. freis; wer sich einmal an der Hand der zwar vielfach Sache?" Das heißt: was entgeht mir dadurch, daß ich die Zeit Das ist eine Theorie, welche zuerst von der Sozial- einseitigen, aber im Ganzen sehr lesenswerthen und leider des Streiks über keinen Mehrwerth bekomme, daß meine Maschinen es verschleißen, ohne daß sich dieser Werth reproduzirt demokratie aufgestellt ist. Die bürgerliche Anschauung nicht genug gelesenen Schriften Georges', Flürscheim's und u. s. f. Ist dieser Verlust größer als der Verlust, den ich erleide, von Recht und Gesetz ist eine ganz andere; in ihr steckt Herzka's in das Problem der Bodenrente vertieft hat, wenn ich von jetzt an höheren Lohn zahle, oder ist er größer, immer der Gedanke an eine moralische Verbindlichkeit der bedarf einer solchen Strücke nicht mehr. Man errichte in als der Vortheil, den ich habe, wenn ich von jetzt an niedrigere Löhne zahle." Je mehr Geld die Streifenden haben, desto Rechtsnormen, noch extra neben ihrer juristischen, mag Deutschland einen streng sozialistischen Staat und gebe länger können sie es aushalten, desto größer wird der Verlust man diese moralische Verbindlichkeit nun aus einem mir nur das unumschränkte Besizrecht auf den Boden, des Kapitalisten. Und wenn sie den Werth von zwei Stunden „ Naturrecht" heraus tonstruiren, oder aus der anderen nur auf den Boden, ohne eine einzige Maschine u. s. w., Arbeit täglich erhalten in Gestalt ihrer Grundrentenquote, so Fiktion des„ der Allgemeinheit Nüglichen". und die Macht, jenes Recht auszuüben. Ist es nicht können sie bedeutend länger aushalten, wie sonst. Dafür aber wenn anders ich winkt dem Unternehmer auch ein viel schöneres Ziel, wie sonst: Der Grund ist flar: der Herr fesselt den Knecht sonnenklar, daß ich in diesem Falle eine Lohnherabsetzung von 33% pet.; und einer solchen weil - eine Ausbeutung vornehmen könnte, wie sie möglichen( durch die Grundrentenquote ermöglichten), auch daunicht nur durch eine physische Kette, sondern auch durch wollte ernden Lohnreduktion gegenüber wird es ihm auf ein paar Moeine moralische; denn die mora ische Rette ist noch dauer noch gar nie dagewesen ist?*) nate Streit mehr oder weniger nicht ankommen. Ewig kunnen hafter, wie die physische, und doppelt haltbarer. Der *) Das wird kein Sozialdemokrat ableugnen, denn er ver- die Arbeiter ja nicht streiken; wenn sie den Werth von 6 StunKniff, durch welchen das bewerkstelligt wird, ist ziemlich langt nicht einseitig Vergesellschaftlichung der industriellen Pro- den gebrauchen, so können sie wohl mit Hungern und Borgen einfach: man esfamotirt die Klassenunterschiede hinweg duktionsmittel, sondern er verlangt das, was die Bodenreformer eine Zeit lang mit zwei Stunden auskommen, aber dann hört und stellt die Menschheit als eine unterscheidbare" All verlangen und noch mehr dazu. Nicht, daß sie den Boden zum es auf. Zuletzt wird immer der Unternehmer der Lachende sein. Natürlich kann nicht jeder Unternehmer sich einen solchen gemeinheit" hin, wo Jeder gleich" ist und gleiche Sevenreformern vor, sondern daß sie nur den Boden dazu Riesenstreik leisten, sondern nur der große und kapitalkräftige; Geſellſchaftseigenthum machen will, wirft die Sozialdemokratie Rechte" und gleiche Pflichten" hat. machen will. Da Herr F. in diesem Punkt von den Boden- der andere geht pleite. Folge wäre also neben dem andern auch Daß das Proletariat auf eine entgegenstehende An- reformern abweicht, so trifft ihn natürlich dieser Vorwurf nicht. Die unvermeidliche Kapitalkonzentration. ständlich. Aber jene kleinen„ Befizer" sind meist nicht auf den Boden, noch ein solcher auf die Produktions-| Bahlen einen glänzenden Beweis für uns. Wir sind freilich mehr die wahren Eigenthümer sobald sie nämlich, mittel existirt. Wer aber nur den einen Gedankengang nicht so fühn, wie der Verfasser des Aufsatzes zu behaupten, daß was wohl meist der Fall ist, Hypotheken auf ihren Boden fennt, mißtraut dem andern und glaubt, er führe auf Verwaltung herrühren; selbst bei dem besten Willen zur diese Steigerung der Ueberschüsse von einer besonders genialen haben. Die wichtigste Maßregel wäre also Beseitigung Abwege. Der Arbeiter insbesondere, der immer sehr per- Schmeichelei wäre uns das unmöglich zu behaupten; das ist einder Hypothekenzinslast, eine Maßregel, gegen welche sönlich mit seinem Arbeitgeber zu thun hat und diejenigen fach das Ergebniß der allgemeinen Produktionssteigerung, an der jene wohl nichts einzuwenden haben würden.3) Ueberhaupt Personen nicht kennt, die weder Arbeiter, noch Arbeit- naturgemäß auch das Verkehrswesen Antheil hat. Allein durch will ich noch einmal darauf hinweisen, daß gerade die geber sind und mit der Arbeit außer Kouponabschneiden zu gute gekommen, und nicht einigen Aktionären: und wenn die Verstaatlichung ist diese Steigerung immerehin dem Staat allerschlimmste Form des arbeitslosen Erwerbs( z. B. u. s. w. überhaupt nichts zu schaffen haben, glaubt des- der Staat auch freilich nicht die Gesammt eit repräsentirt, so Rothschild) ganz unmöglich wäre nach Vergesellschaftung wegen leicht, daß der vorzugsweise Kampf gegen die könnte er es doch, und wenn auch gegenwärtig diese Ueberschüsse des Bodens. Denn ihre Einkünfte bestehen größtentheils Grundrente eine halbe, laue oder überhaupt weniger nur zur Fütterung von Soldaten verwendet sind, so könnten fie aus direkter Bodenrente( Quecksilberbergwerke, Petro- radikale Idee sei, wie diejenige Mary'. Sie kann, wie bloß darauf ankommen, daß wir die politische Macht be doch auch zu Kulturzwecken angewendet werden. Es würde eben leum quellen) oder indirekter- wie ich sagte ver- alle Ideen, einseitig vertreten werden und wird es kämen. tappter" zinses. Bodenrente in Form des Hypotheken- auch zum Theil. Es ist aber verfehlt, Einseitigkeit gegen Zum Kapitel der Einseitigkeit der Flürscheim- Einseitigkeit zu sehen und sich einer Schriftstellergruppe Die Berliner Volks- Tribüne schen Theorie will ich zu den schon ausgesprochenen Ein- oder einem Gedankengang ausschließlich hinzugeben. ist durch nachnannte Personen zu beziehen: wänden noch folgende hinzufügen. Der folgewichtigste Ausbauer der Georges'schen Richtung gegen Produktion und Technik. Für das Ausland: England. Frankreich. Dänemark. . Wulff, Kopenhagen, Shlenschlägersgade 43. Aug. Bartels, Bremen, Humboldtstr. 87. . Bennewik, Görlitz, Hohestr. 5. H. Biehler, Itzehoe, Gartenstr. 1. A. Brümmer, Halberstadt, Burchardistr. 13 a. F. Barbling, Gartz a. d. Oder. Nach Flürscheim sollen die Industriellen zwar unbe- scheint mir Herzka zu sein, der in seinem Freiland" schränkte Eigenthümer der Fabrikanlagen sein, aber der Einrichtungen durchaus sozialistischer Natur schildert. Boden, auf dem sie stehen, soll Eigenthum der Allge- Durch seine Schwärmerei für Afrika und etwas aben- E. Olang, London, 16 Rathebone Place. meinheit sein. Die Bodenrente würde in Form der Pacht teuerliche Kolonisationspläne werden seine politischen und an lettere alljährlich ausbezahlt werden. Nun scheint es sozialen Theorien nicht schlechter. Das Programm der Schmidt, Paris, Rue Bleue 3. mir so, als ob während des laufenden Pacht ver- deutschen Sozialdemokratie ist so allgemein gehalten, daß trages der Maschinen besitzende Bodenpächter ganz ähn- einigermaßen verschiedene Formen der Gesellschaft ihnen Amerika. lich wie heute naturgemäß dahin streben würde, möglichst Genüge leisten würden. Herminghaus Brothers, St. Louis, 2022 Waschstreet. viel Arbeitskräfte zu ersparen, d. H. Arbeiter aufs Pflaster Herzka's" Freie Gesellschaft" gehört zweifellos dazu. Schweiz. zu werfen, behufs Steigerung der Rente. Nach Ablauf Will man aber zwischen Herzka's Grundgedanken und Buchhandlung Grütliverein, Zürich. des Pachtvertrages so würde vielleicht ein unbedingter denen, die bei der deutschen Sozialdemokratie anscheinend Für Deutschland: Vertreter Flürscheim's einwenden könnte und würde vorherrschen, überhaupt einen Unterschied finden, so würde w. Abels, Gelsenkirchen, Kirchstraße 18a. ja dann die Bodenpacht erhöht werden. Aber das es sich zeigen, daß Herzka eher radikaler, als weniger W. Asmussen, Hamburg, St. Pault, Fischerstr. 43. würde nicht entschädigen für den vorher eingesteckten radikal als jene ist. Das Fehlen jeder und jeglicher. Alker, Sorau i. L., Neustadt 10 a. Profit und die Ueberzählichmachung von Arbeitskräften. Bureaukratie, sowie die Aufrechterhaltung der völligsten R. Arendt, Bittau, Breitestr. 18. Dem könnte man nur vorbeugen und das ist ein Ge persönlichen Freiheit bilden gerade die am scharfsinnigsten danke Herzka's wenn jeder Unternehmer( oder im dargelegten Ausführungen seines Systems. Herzka'schen Sinne jede produzirende Genossenschaft) verpflichtet wäre, jede ihm sich anbietende Arbeitskraft anG. D. Brünges, Geestemünde, Köperstr. 7. zunehmen und ihr den im Wesentlichen gleichen Antheil Chr. Buder, Spremberg i. 2., Baußenerstr. 42. des Erlöses auszubezahlen. Ein anderer Einwand H. M. Verwendung der elektrischen Kräfte beim H. Bathe, Nowawes, Friedrichstraße. Flürscheim ist der, daß ganz abgesehen von den Ein- Bau. Beim Bau der neuen Genfer Hauptpost verwendet man. Beyer, Cottbus, Neustädterstr. 333. die Elektrizität znm Hinaufbefördern der Lasten. Der Vorgang A. Bölger, Dortmund, Strautstr. 7. fünfteverhältnissen der unbeschränkte Eigenthümer der ist kurz folgender: Im Erdgeschoß des Neubaues befindet sich P. Baumgart, Riemte b. Bochum Nr. 107. Maschinen eine Art von gesellschaftlicher Obrigkeit seinen eine dynamo- elektrische Maschine, welche durch Wasserkräfte ge- C. Bielenberg, Köln a. Rh., Thieboldtgaffe 70. Arbeitern gegenüber darstellt, welche sich mit der Forde- trieben wird. Sie kann unmittelbar für Kraftübertragung und 3. Cahn, Hamburg, Eimsbüttler Chauffee 35, Hs. D. rung völligster Freiheit nicht vereinbaren läßt. Eine Licht benutzt werden und arbeitet ohne Lärm und mit großer. Conrad, Liegnitz, Mittelstr. 57. St. Chmilowski, Lehe, Mühlenstr. 22. technische Le itung eines industriellen Unternehmens wird Der vom Dynamo erzeugte Strom wird in den ersten Stock H. C. Doose, Hamburg, II. Jakobstr. 11. ja wohl eine sachliche Nothwendigkeit bleiben, aber der zu einem dort befindlichen zweiten Dynamo geführt. Letzterer A. Degele, München, Brunnstr. 12. technische Leiter hat aus der freien Vereinbarung der setzt mehrere Krahne in Bewegung. Einer davon kann auf der F. Feustel, Greiz, Parkgasse 82. Arbeiter hervorzugehen. Der Unterschied zwischen ganzen Länge des Baues( etwa 80 Meter) gerollt und im Kreise. Faust, Frankfurt a. M., Bromgaffe 8. bewegt d. der von Henry George begonnenen und von Flürscheim megt werden, 5. b. man kann damit an jeder beliebigen Stelle Frank u. Widmaier, Stuttgart, Retraitestr. 11. am Boden Lasten aufnehmen und oben absetzen. fortgesezten Richtung einerseits und derjenigen Mary' Ein einfacher Stromschalter genügt, die Baumaterialien hin-.. Frik, Themar, Thüringen. und seiner Anhänger anderseits ist lange nicht so groß, aufzuziehen und die Schnelligkeit zu bestimmen. Gewöhnlich Frankfurter Volksstimme, Frankfurt a. M., Mainstr. 15. als die meisten, die nur die eine Gruppe von Schrift- braucht es eine Minute, um eine Laſt von 1000-3000 Kilogr. Chr. Fleischer, Weimar, Schloßgasse 13. 15 Meter hoch hinaufzubefördern, für größere Gewichte ist entstellern genauer kennen, auf den ersten Blick glauben. sprechend mehr Zeit erforderlich. Eisenbalken, die man hinaufMary beginnt seine Betrachtungen mit dem vom zieht, wiegen z. B. 8000 Kilogr. Man erkennt die Vortheile für das Kapital sofort, wenn man bedenkt, daß zur Hebung von Unternehmer aus den Arbeitern ausgepreßten Mehr- 3000 Kilogr. acht Mann dreißig Minuten arbeiten mußten. bringen, da der Raum des Blattes zu beschränkt ist und die London. Versammlungsberichte können wir leider nicht werth". Sein Buch ist bekanntlich noch nicht vollstän- Selbst die Mithilfe eines Mechaniters ist unnöthig gemacht, da Leser so zerstreut wohnen, daß wir dann nothgedrungen von dig und eine zusammenhängende Darstellung der Grund- alle Dynamos automatisch sind und die Wasserkraft der Ge- allen Städten Berichte bringen müßten. rente fehlt. Die George'sche Richtung hingegen beginnt schwindigkeit und Gewichtslast, die man haben will, immer pro- betr. Rede haben wir nichts gebracht, weil wir nicht gern umgekehrt gerade mit Betrachtung der Grundrente und hört beim Unternehmerprofit auf oder gelangt überGeh. Rath Ulrich giebt in den Jahrbüchern für National- F. L. Sidi Bel- Abes. Abonnementsbetrag pro 3. Quartal ökonomie und Statistik" 1891, 1. Heft) in einem beachtenswerthen empfangen. haupt nicht zu demselben. Aufsatz eine Uebersicht der überaus glänzenden finanziellen H. B. Reichenbergerstr. 121. Wollen Sie sich gefälligst Ergebnisse der Eisenbahn- Verstaatlichung in Preußen, nach unserer Expedition bemühen 8-1 Uhr Vormittags oder welcher wir folgende Zahlen entnehmen. Nach Berzinsung der 3-7 Uhr Nachmittags. Eisenbahnschuld haben die preußischen Staatsbahnen die folgenden Reinüberschüsse zur Verwendung für allgemeine Staatszwecke ergeben: " Es sind das zwei verschiedene Wege, die beide ihre Vorzüge haben und die schließlich meines Erachtens zum gleichen Resultat kommen müssen. So ist es beispielsweise Herzka ergangen, in dessen afrikanischem Phantasiestaat weder ein Privatanspruch 3) In der Uebergangszeit bei den kleinen Grundbesitzern die Gesellschaft die Hypotheken übernehmen zu lassen, ist übrigens auch eine bereits von Sozialdemokraten ausgesprochene Idee; 3. B. von Engels in der Vorrede zu seinem Bauernfrieg". 17 Regelmäßigkeit. portional bleibt. 1885/86 1886/87 1887/88 1888/89 1889/90 37 375 386 Mt. 67 614 038 108 992 265 133 473 927 156 408 613 " " " " Die Art von Sozialismus, welche hier geübt wird, sagt uns ja allerdings nicht zu; aber immerhin geben doch diese Sozialdemokratischer Wahlverein für den vierten Berliner Reichstags- Wahlkreis. General- Versammlung am Dienstag, den 14. Juli 1891, Abends 8 Uhr, im Vereinshaus ,, Süd- Ost", Waldemarstraße 75. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen M. Jüthe über:„ Die Verbrechen und thre Ursachen". 2. Disfussion. 3. Abrechnung vom 2. Quartal und der Maifeier. 4. Berichterstattung des Vorstandes. 5. Wahl des gesammten Vorstandes. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Nene Mitglieder werden aufgenommen. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. L. Fischer, Ulm, Gerbergasse 57. „ vorlaut" sind. Briefkasten. Ueber die Für die Gemaßregelten in Bieliz gingen ein Wl. Kurawski, Berlin, Holzmarktstr. 2, 30 M., von Hannover 5 M. Summa 35 M. Mit bestem Dank G. Fröhlich, Bieliz, OesterreichischSchlesten. Druckfehlerberichtigung. In dem Artikel: Die Budgets der europäischen Staaten find die 2,392,000 Striegsstärke der regelmäßigen Truppenmacht Rußlands unter England gerathen, ebenso die 830,000 Pferde. Bei Oesterreich muß es statt 724,000 Pferde heißen: 274,000. Kartell der Berliner Bau- Arbeiter. Oeffentliche Versammlung der Bau- Arbeiter Berlins am Sonntag, den 12. Juli 1891, Vormittags 9½ Uhr, im Saale der Aktien- Brauerei Friedrichshain." Tages- Ordnung: Die Ziele und die Zwecke des Kartells der Berliner Bau- Arbeiter und die Stellung der einzelnen Körperschaften zu demselben. 2. Die Stellungnahme zum internationalen Arbeiter- Kongreß in Brüssel. 3. Die Ersatzwahl für ein Mitglied des Ausführungs- Ausschusses. 4. Die Rechnungslegung des Ausschusses. Da die Versammlung um 2 Uhr geschlossen sein muß, ersucht um pünktliches Erscheinen Der Ausführungs- Ausschuß des Kartells der Berliner Bau- Arbeiter ..: C. Thieme, Töpfer. Sozialdemokratischer Wahlverein für den sechsten Berliner Bibliothek politischer Reden. Heft 7 ist soeben erschienen. Reichstags- Wahlkreis. General- Versammlung Zu beziehen durch die Verlags- Buchhandlung von Wörlein& Co., Nürnberg. Die Kolportage- Buchhandlung von Bringe den Genossen mein H. Winner, Iserlohn, Ohl 19, liefert auf Berlangen alle literarischen Werke, Weiß- und Bairischbier- Lokal am Dienstag, den 14. Juli 1891, Abends 8 Uhr, im Wedding- welche von Max Schippel- Berlin( Berliner in Erinnerung. Vereinszimmer mit Piano Park, Müllerstraße 178. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Quartal. 2. Vortrag. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 1 Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Arbeiter- Bibliothet), J. H. W. Diet- Stutt zu vergeben. gart und vom Verlag des Vorwärts" heraus- Zahlstelle der Metallarbeiter- Krankengegeben werden. Empfehle den Genossen kasse, des Metallarbeiter- Verbandes und gleichzeitig die Bilder: Triumph der Arbeit" der Töpfer. und„ Karl Mary", sowie in kleinerem Format: Ferd. Lassalle, Geib, Brace, Sträder, Reinders, Kaiser, Hasenclever u. A. Otto Dietze, Reinickendorferstraße 54. Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß, empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstr. 18, Ecke der Stettinerstrasse. Ich habe keine Filialen und stehe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Bitte daher genau auf Firma zu achten. Verantwortlicher Redatteur: Paul Craft, Berlin. Verleger und Drucer: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. 919 Oeibkatt zur berliner Düllis-ÖLciliiinc. 28. Sonnabend, den 11. Juli 1891. V. Jahrgang Nur ein Gedanke: Bon Alexander Petöfi(1846). Rur ein Gedanke plagt mich kummervoll: Daß ich im Bett, auf Kissen sterben soll! Hinwelkend wie die Blume, stillverzagt, An der geheim ein Wurm die Wurzel nagt: Zerschmelzend langsam, wie das Licht vergeht, Das einsam in der leeren Stube steht! Gieb solchen Tod mir nicht, mein Gott! Nicht solchen Tod voll Hohn und Spott! Will sein ein Baum, durchzuckt voni Blitzesstrahl, Oder den Sturm entwurzelte im Thal: Will sein ein Fels, der vom Gebirg hinab Sich donnernd niederstürzt ins tiefe Grab! Wenn jedes Sklavenvolk dem Joch entflieht, Vereint dereinst ins Feld zum Kampfe zieht, Das Antlitz roth, entrollt die rothc Fahne, Drauf golden prangt, was jetzt noch gleich dem Wahne „Die Weltsreibeit!" Und weit und breit Rur diese Losung Ost wie West erweckt, Und die Tyrannen ruft zum Kampf erschreckt: Dann will ich fallen dort; Auf jenem Feld der Schlacht sofort Entfließe meines Herzens junges Blut, Und haucht' ich aus das letzte Wort im freudigen Muth, So mögen es verschlingen Schwertgeklirr, Drometcnton, Geschützesdonncr, Lärmen wirr. Und über meinen Leichnam hin Setz' im Galopp das Roß, zertretend ihn, Wenn zum erfocht'ncn Sieg dahin man fliegt; Laßt dort mich liegen, bis das Recht ersiegt, Und meine Knochen man erst sammeln mag, Wenn anberaumt der große Allbegräbnißtag, Wo feierlich mit leisem Trauersang Und mit umhüllter Fahne sich bewegt so bang Der Zug, zu senken tief hinab Die Helden all in ein gemeinsam Grab, Die für dich starben todtbereit, Du heilige Weltfreiheit! Gin Spaziergang. Bon G. I. Uspenski. Deutsch von P. Stycrhnski. l Nach druck verboten.) HI.(Schluß). Der Wirth entfernte sich sofort, brachte Tinte und eine Feder, ging dann zu seiner Frau und trieb die Kinder auseinander, die im Hausflur zusammengelaufen waren und in die Stube hineingafften. „O lassen Sie nur!... Ich danke sehr.. sagte der Beamte.„Ihr Vor- und Familien-Name?" „Gawrila Kaschin..." Das Protokoll, wurde niedergeschrieben; das Tinten- faß hielt der Wirth selbst in der Hand, da er sich für die Höflichkeit, die ihm erzeigt wurde, erkennt- (ich erweisen wollte. Sich zu rechtfertigen, zu bitten, — daran dachte er gar nicht. Er wußte, daß das nicht viel nutzen konnte. Waren doch jetzt„andere Zeiten" gekommen, war doch jetzt eine„Höflichkeit" in Mode, von der man sich auf keine Weise loskaufen konnte. Während er die ihm vorgelegten Fragen beantwortete, reichte er dem Beamten ein Streichholz zum Anbrennen einer Cigarrette, oder riethGihm, eine andere Feder zu nehmen, da diese zu weich sei; seinerseits war auch der Beamte sehr höflich. Während er Worte wie„gesetzwidriger Verkauf geistiger Getränke, was nach§... des Reichs- strafgesetzbuches..." u. s. w. niederschrieb, fragte er wohlwollend und freundlich: „Ihre Familie ist auch zu Hause?" „Ja,... zu Hause..." „Haben Sie viele Kinder?" „Fünf..." „O, das ist ja recht schön..." „Wir danken auch Gott... Ei, da ist eine Fliege in die Tinte gefallen... Das Jüngste ist nicht recht gesund... Wir wissen nicht, was wir thun sollen..." „Sie sollten zum Arzt gehen..." „Ja, wo sollen wir einen Arzt finden?!... Aber nöthig wäre es..." „So etwas darf man nicht vernachlässigen... Es kann leicht schlimm werden... Haben Sie auch ein Vermögen?..." „Ein Pferd habe ich." „Denn ich habe," sagte der Beamte mit ironischem Lächeln,„ich habe von Ihnen fünfzig Rubel einzuziehen — dafür, daß ich Sie erwischt habe..." Das ironische Lächeln, das sich auf die Einkassirung der fünfzig Rubel bezog, spielte noch lange um die Lippen des Beamten. „Ich weiß... ich weiß! Ich habe ein Pferd... Sdnd?— Sofort!" „Ich danke, es wird auch so gehen! Es trocknet auch so!" sagte der Beamte.„Wollen Sie vielleicht die Güte haben, Ihren Namen darunter zu schreiben." Gawrila Kaschin unterschrieb seinen Namen. „Ich danke. Es muß hier schön sein bei Ihnen... im Sommer... in dem prächtigen Walde..." „O ja, es ist recht hübsch hier..." „Für die Kinder ist das jedenfalls sehr gesund..." „Gewiß „Ja . In der guten Luft..." Das ist sehr gesund!... Nun lieber Freund," wandte sich der Beamte an den Soldaten,„sei so gut, unterschreib' auch Du Deinen Namen. Du warst Zeuge..." „Ich kann nicht schreiben, Ew. Gnaden. Erweisen Sie mir die Gnade, befreien Sie mich davon!" „Wieso? Du kannst doch schreiben! Hast Du mir nicht die Anzeige gezeigt?" „Ew. Gnaden, seien Sie so gut! Ich ging ruhig und harmlos meiner Wege... Thun Sie mir den Ge- fallen, lassen Sie mich gehen!" „Nein, das geht nicht!... Unterschreib nur und dann kannst Du gehen..." „Jetzt ist's auch ganz gleich..." sagte der Wirth zu dem Soldaten. „Natürlich," bestätigte auch der Beamte. Der Soldat sah sie beide der Reihe nach an. „Was haben Sie mir angethan, Ew. Gnaden!. Das war nicht schön von Ihnen!" Er streifte den Aermel auf, nahm die Mütze ab, ergriff die Feder und war zum Schreiben bereit. „Was soll ich schreiben? Ich kann nichts..." „Laß endlich diese Redensarten, mein Lieber!" sagte der Beamte ernsthaft.„Schreib Deinen Vor- und Fa- miliennamen. Wie heißt Du?" „Sofort, sofort!... So war's ja nicht gemeint... Aeh... den Namen?" „Ja, den Namen!" Der Soldat schrieb lange. Endlich war er fertig. Sein Gesicht war roth und in Schweiß gebadet. „So. Und jetzt kannst Du gehen." „Ach, jetzt habe ich keine Lust mehr, fortzugehen. Sie haben mich schön in den Dreck gezogen. Nehmen Sie's mir nicht übel!..." Der Beamte lachte. Auch der Wirth lächelte. „In einen schö— ö— neu Dreck!" Der Beamte lachte diesmal laut auf und sagte zu dem Soldaten: „Trink lieber den Schnaps aus!" „Ich fürchte mich, ihn anzurühren..." „Trink nur!" „Will's doch lieber lassen. Hol' ihn der Teufel, den Schnaps nämlich! Sie bieten ihn jetzt so gutmüthig an; Hab' ich ihn aber getrunken und ist es mir erst zu Kopfe gestiegen, dann schieben Sie mir am Ende noch irgend ein Papier zum Unterschreiben unter und ich sitze dann mein Lebelang in der Sauce. Wir kennen unsere Pappenheimer, Ew. Gnaden!" „Wie Du willst. Trink Du den Schnaps!" sagte der Beamte zum Diener. „Ich danke sehr. Ich trinke nicht..." „Meinetwegen! Auf Wiedersehen." Der Wirth geleitete den Beamten bis an die Thür. „Viel Glück Ew. Gnaden!" sagte der Soldat mechanisch, als aber der Beamte mit einem höflichen Ab- schiedsgruß von der Schwelle sich entfernt hatte, fügte er hinzu: „Da bin ich schön reingefallen!" „Ich danke Dir, mein bester Freuud," sagte Kaschin zu ihm. erblassend. „Gawrila!" „Ich bin Dir sehr dankbar. Du hast mir den Garaus gemacht!" „Gawriluschko, Väterchen!" begann der Soldat, aber Gawrila und seine Frau antworteten ihm nicht. Der Soldat machte ein herzlich-trauriges Gesicht und setzte sich ganz verzweifelt auf die Bank. So saßen sie regungslos, wie angewurzelt— lange... lange... „Schauen Sie, wie wunderschön!" sagte der Be- amte, indem er den Seminaristen einholte, der schweigend voranging. In seinem Blick drückte sich wahres Eni- setzen aus.„Sehen Sie nur, wie schön es ist." Den Bergabhang hinauf, den die Wanderer ganz übersehen konnten, stieg eine ganze Schaar Frauen, mit Rechen in den Händen, in sommerlichen Kleidern, deren 'rische, grelle Farben mit der Farbenpracht der Land- chaft wunderbar harmonirten. Ter Seminarist erwiderte nichts. Die Bauerufrauen näherten sich, und es erscholl ein Lied; der wanderude Beamte blieb stehen und ergötzte ich schweigend an dem Liede; da aber in der Nähe ein Wirthschaftsbeamter stand, der die Frauen beaufsichtigte, v trat er an ihn heran und fragte ihn über die Ver- mögensverhältnisse des Gawrila Kaschin aus: ob Dieser wohl im Stande sein werde, die Strafe zu be- zahlen. Dann legte er sich auf den Rasen nieder, lobte den heilsamen Einfluß der Landluft auf die Gesundheit, egte die Akten auseinander und begann im Gesetzbuche zu blättern. Das Lied wurde leiser. „Singt doch, singt mir!" bat der Beamte, in dem Buche weiter blätternd. Der Chor aber sah ihn mißtrauisch von der Seite an und sang immer leiser. „Singt doch, bitte sehr, bat noch einmal der Natur- freund. Aber trotz der ausgesuchten Höflichkeit, mit der sich der Wanderer an die Arbeiterinnen wandte, gingen diese allmälig auseinander, ohne das Lied zu beenden. „Es ist Zeit, nach Hause zu gehen!" sagte endlich der Beamte zu dem wortkarg gewordenen Seminaristen. „Ich denke, die neuen Zeitungen sind schon gekommen und ich erwarte sie mit Ungeduld. Der Seminarist schwieg noch immer. „Jeden Augenblick ist, glaube ich, in Frankreich der Ausbruch einer Revolution zu erwarten," raunte er leise den Seminaristen in's Ohr... Das wird interessant werden... Es ist auch schon lange Zeit..." Der Seminarist schwieg, dachte nach und suchte dahinter zu kommen, was das Alles zu bedeuten habe? Wie sollte man eine Humanität, eine Bildung nennen, die überall um sich her nur Unbehaglichkeit, Verderben und Trauer verbreitet?... Da sitzt der Soldat auf der Schwelle und quält sich mit seinen Ge- Wissensbissen ab... Da trauert und weint die ganze Familie des Kaschin bei dem Gedanken an das nahe Ver- derben und den Hunger... Die Bauernfrauen haben aufgehört zu singen,... sind auseinandergegangen... „Iwan Petrowitsch!" sagte plötzlich der Seminarist. „Was denn?" „Wie... Wie können Sie..." stammelte der Seminarist verlegen und suchte nach einem Worte zur Bezeichnung des Geschehenen.„Was machen Sie denn eigentlich?" platzte er dann heraus. „Das erheischt die Ordnung, Väterchen! Anders geht's nicht," entgegnete der Beamte kategorisch und legte den Rest des Weges schweigend zurück. Er pflückte Kornblumen und Gräser und machte daraus einen Strauß für seine Frau._ Beiträge zur deutschen Kultur-«. Kiteratur- geschichte des 18. Jahrhunderts von J. H. W. (Nachdruck verboten.) II. Man kann nun aus den ersten Blick sehen, daß die beiden anderen bedeutenden Kulturstaaten Europas, Eng- land und Frankreich, zwar denselben ökonomischen und politischen Entwicklungsgang, aber in einem weit schnelleren Tempo gegangen sind. In England hat der dritte Stand, das Bürgerthum, schon sehr frühzeitig eine so selbstbewußte Stärke erreicht, daß er im Bunde mit dem kleinen Grundbesitz dem Adel, der sich gegenseitig zer- fleischte, den Todesstoß geben konnte, er hat aber zugleich die Herrschaft des Königthums abgeworfen, dasselbe in seinen Dienst gestellt und lediglich als glänzendes Aus- Hängeschild seiner eigenen Stärke bestehen lassen. Für Frankreich beweist schon die Thatsache, daß in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein Wissenschaft- liches Wirthschaftssystem, der Merkantilismus an die Spitze der Verwaltung gelangte, einen höheren Stand- Punkt, dem wir um so mehr Gewicht beilegen müssen, wenn wir uns daran erinnern, daß Deutschlands Volks- wirthe erst in den ersten Dezennien dieses Jahrhunderts auftreten. Die kapitalistische Produktion in Form der Manufaktur, besonders auf dem Gebiet der Seiden- und Wollindustrie fand sich von jener Zeit an von der frau- zösischen Regierung unterstützt und hob den dritten Stand zu einer solchen Höhe, daß er vor der Revolution schon den Ausspruch stellen durfte„Alles sein zu wollen", daß er das vereinigte Triumvirat: Königthum, Adel, Geist- lichkeit zerschmettern und sich selbst von allen Fesseln der Zunftverfassung losmachen konnte. Deutschland blieb vor einer solchen befreienden That bewahrt, es half noch 25 Jahre später seinen Fürsten einen Befreiungskampf kämpfen, um für sich nur Knechtschaft zu ernten, es schleppte sich noch 75 Jahre eingeschnürt in die ehr- würdige Zunftverfassung dahin. Es war eben ein wirth- chaftlich zurückgebliebenes Land und das Zurückbleiben auf ökonomischem Gebiet muß mit Naturnothwendigkcit auch eine Juferioritä:_ des Volkscharakters zur Folge haben. Wir haben gesehen, daß Deutschland das Ge- jräge des Kleinbürgerthums trug und gemäß der wirth- chastlichen Rolle, welche diese Klasse spi-lt, mußte auch ein Jdeeukreis, sein Charakter beschränkt und engherzig bleiben. Für das Kleinbürgerthum ist die Freiheit, sei es politische oder allgemein geistige, ein Nichtgebrauchs- gegenständ, und wird in seinen Händen zur Fnitze. Die deutsche Kulturgeschichte des 17. und 18. Jahr- Hunderts ist eine Geschichte tiefster geistiger Depression, und die Historiker der alten Schule können nicht genug die Verirrungen des sonst so hoch gepriesenen deutschen Geistes beklagen, der sich— wenige originelle Produkte ausgenommen— uns in den albernsten theologischen Haarspaltereien, oder dem überspanntesten schöngeistigen Geträtsch äußert. Karl Adolf Menzel klagt in der Vorrede zum vierten Band seiner deutschen Geschichte:*) *) Bei Hettner. handelte." ,, Zu derselben Zeit, da die Engländer, Franzosen und Weder die Bedeutung Kants noch die der jugendlichen setzen die Anschauungen der zurückgebliebenen Bevölkerung Niederländer um bürgerliche Freiheit und Volksthum und Staats- Goethe und Schiller ist von unseren Literaturhistorifern unübersteigliche Hindernisse entgegen. thum kämpften, regte sich in Deutschland Haß und Begeisterung So sprach sich 1881 eine entschiedene Mehrheit des nur, wo es sich um Sieg oder Niederlage seiner Kirchenparteien verkannt oder verschwiegen, ebenso sind Justus Möser, v. Moser, Schubart und Schlözer oft genannt worden.„ Volkes" gegen die Einführung eines Alpgesezes aus, Wir haben keine Ursache in diesen klagenden To: Wohl aber ist uns eine Reihe direkt politischer Schrift- wobei vielleicht weniger ein Widerwillen gegen jede Vermiteinzustimmen, sondern wir forschen unter den äußeren ſteller, welche mit den Waffen des Spottes an den be- besserung als Abneigung gegen das Eingreifen des Erscheinungen der Geschichte nach den tieferen gesell- stehenden Einrichtungen rüttelten, unterschlagen und diese Staates in die langjährigen Volksrechte bestimmend war. schaftlichen Ursachen und da wir wissen, daß die Literatur der unverdienten Vergessenheit zu entreißen, soll die Auf- Nicht immer tritt der Staat in ähnlicher Weise auf, im einer Zeit wie nichts anderes ein Spiegelbild der jewei- gabe dieser Arbeit sein. Es sind Männer unter ihnen, Allgemeinen ist ja der moderne Bourgeoisstaat, sei er ligen gesellschaftlichen Zustände ist, so liegt auch für uns Kraftgestalten, die ihre Zeit in athemloser Spannung noch so demokratisch", ein Feind der Allmend. Und in der innere Zusammenhang zwischen beiden hier klar vor gehalten haben und über welche der Zorn polizeilicher seinem Vernichtungskampfe müssen sich ihm alle revoluAugen. Es ist der enge, am Buchstaben klebende Geist und fürstlicher Willkür in demselben Maße ausgegossen tionären Kräfte der Gesellschaft zur Seite stellen. Die des Kleinbürgers, der uns aus allen geistigen Produkten ist, wie wir es sonst nur auf den neuesten Blättern Allmend und ihre Einrichtungen, die Anschauungen, die dieser Periode entgegen weht, es ist noch nicht der unserer Geschichte kennen gelernt haben. Ihre Schriften sich auf ihr gründen, laufen eben all dem zuwider, was frische Geist einer jungen fräftig emporstrebenden Klasse, werfen äußerst markante Streiflichter auf die gesellschaft- wir Fortschritt in ökonomischen und politischen Dingen auf den ein freies öffentliches Leben befruchtend einwirkt, lichen Zustände des vorigen Jahrhunderts und schon aus nennen. Der Zersegungsprozeß ergreift nun auch die aus eine ständige Stagnation und ein allseitiger Druck er wünschenswerth sie zum Gegenstand näherer und ein- der Mark entstandene Allmend.„ Das erste Geld, das zeugen müssen. Alles was der deutschen Literatur jener gehender Betrachtung zu machen, aber einmal verbietet seinen Einzug hält in die auf Naturalwirthschaft gegründete Zeit anhaftet, der Professorendünkel, die Verachtung uns der hier zur Verfügung stehende Raum, zweitens Gemeinschaft ist das Zeichen des Verfalls", sagt Engels, alles Neuen, die gehässige Klatschsucht, die nörgelnde sind ihre Schriften in den dunkelsten Tiefen der auch in unserem Fall übt das Geld einen revoluBuchstabenklauberei in der Wissenschaft, die verzerrte, Bibliotheken verborgen und nur mit Mühe auszugraben, tionirenden Einfluß aus. weichliche Schwärmerei unter sorgfältigstem Fernhalten theilweise sogar ganz verschollen und verschwunden. Wir von allem was uns andeutungsweise an Politik oder müssen uns daher darauf beschränken, das uns zur Veröffentliches Leben erinnert in der schönen Literatur, in fügung stehende Material auszugsweise wiederzugeben. allem diesen erkennen wir die Charaktereigenschaften des sondern jene Beschränktheit, wie sie kleine Verhältnisse, dem Grunde erwecken sie unser Interesse. Es wäre deutschen Kleinbürgers wieder. und sein Untergang.*) Von Adam Maurizio. I. Aus dem Inhaber der Macht im Mittelalter, der Bürgergemeinde, entstand die jetzige politische Gemeinde. Auch der Besizestitel wird der ersteren streitig gemacht. Die Alpforporation( d. h. die Ansässigen, welche Wiesen und Vieh besitzen) ist nußungsberechtigt, die politische Gemeinde hat das Verfügungsrecht über die Allmend; sie kann sie verpachten, Schulden aufnehmen 2c. und nur der Verkauf steht ihr nicht zu, die Eigenthümerin endlich ist die Bürgergemeinde. Wer ist der Besizer? Ganz gleich verhält es sich mit verschiedenen anderen Gütern. Nun gab es einen Stand, der vermöge seiner höheren Der Agrarkommunismus in Graubünden Bildung über der Durchschnittsflachheit hätte stehen solleu, den Beamtenstand. Aber einmal war den besseren Elementen desselben der Mund verschlossen, da sie von landesherrlichen oder städtischen Besoldungen lebten, eine Die heute existirenden Alpen, Weiden und Wälder Die kantonale Gesezgebung ordnete die Verwaltung des Thatsache, die wir z. B. bei der Mehrzahl der hervorragenden Schriftsteller des vorigen Jahrhunderts bemerken der Gemeinden bildeten früher Theile eines größeren Kirchen- und Schulfonds in der Weise: Eigenthümerin können, dann aber war den meisten Angehörigen dieser Ganzen, der Mark. Dies gilt durchweg für den ganzen ist die Bürgergemeinde; das Nutzungsrecht steht der Klasse ihre höhere gesellschaftliche Stellung nur Ursache Kanton Graubünden. Ueberreste früherer Markverbände Kirchen- oder Schulgemeinde, und das Aufsichtsrecht der einer widerwärtigen Augendienerei und Schmeichelei. verblieben in vielen Gegenden bis auf den heutigen Tag. politischen Gemeinde zu. Wem gehören die GemeindeDas was der Hamburger Komponist und Musikschrift- So sehen wir wie Bürger, die in eine andere Gemeinde güter? Kann man da von Kommunismus sprechen? Die Bevölkerung theilt sich in zwei Lager: die steller Mattheson in einer Widmung an den Landgrafen ihres Kreises ziehen, ihr volles Nutzungsrecht, gleich von Hessen aussprach:„ Wenn Gott nicht wäre, wer den dortigen Bürgern, beanspruchen können, was einen Aermeren, denen der Bestand der Allmend eine Existenzsollte Gott billiger sein als Ew. Hochfürstliche Durch ehemaligen Zusammenhang beweist. In anderen Gegenden bedingung, und die wohlhabenden Besizer von Wiesen laucht?" war nach Hettner nur Ausdruck einer allge- des Kantons fand der Uebergang vom Mark in Ge- und kleinen Kapitalien. Die ersteren bilden eine konsermeindebesitz noch in diesem Jahrhundert statt. So im vative immer grollende Mehrheit, die uns am liebsten meinen knechtischen Gesinnung. England, Holland und Frankreich, deren Bourgeoisie Fall Calanca, im Bergell in den 60er Jahren und wenig ins Mittelalter zurückversetzen möchte. Jedes Haus eine unter dem Einfluß einer günstigen Handels- und In- früher im Oberengadin. Das Thal Savien bildet noch Festung, die Gemeinde verschlossen für den Fremden, sodustrieentwickelung viel rascher den Kinderschuhen und heute eine Markgenossenschaft. Bis in die 30er Jahre fern er nicht ein„ verrückter" Engländer ist, Abgeschlossender Bevormundung entwachsen waren, wie die deutsche hinein war die Mark die ökonomische und politische Ein- heit ist die Parole; während die bestehende Minderheit für brachten schon frühzeitig nicht nur kräftige National- heit, bis die Zersetzung im Innern und die politischen Erweiterung, Zuzug von fremden Kräften eintritt. Es literaten, sondern auch eine Reihe bahnbrechender Wandlungen der Schweiz und des Kantons selbst der sei noch bemerkt, daß die Reichen nicht etwa bewußt die Philosophen hervor, welche den Uebergang zu einer ökonomischen Veränderung eine juristische Form gaben. Berbröckelung der heutigen Ordnung anstreben, aber ihre freien Richtung des Denkens bezeichnen. In Deutsch- Dekonomisch löst sich die Mark in kleinere Gemeinwesen ökonomische Stellung, höhere Bedürfnisse, ein weiterer land finden wir gleichzeitig noch keine derartige Kraft- auf, und zu der Gründung der Gemeindeallmend auf Gesichtskreis in politischen Fragen machen sie dem Typus des entwickelung, originelle Denker sind vereinzelt, oder wirthschaftlichem Gebiete tritt hinzu die politische Cen- Petitbourgeois ähnlich, und mit der Liebe für das„ engere" werden wie Kepler verfolgt und verbannt. Erst mit tralisation, indem die Civil- und Kriminaljustiz der( Kanton) und„ engste"( seine Gemeinde) Vaterland im der Neuerstarkung der Städte und der wachsenden Thalschaften der kantonalen Gesetzgebung weichen mußte. Sack, sind sie die Vorkämpfer des Umsturzes. Dies sind Einfluß des bürgerlichen Geistes folgt auch die deutsche Eine schöne Gesetzgebung besaß die gute alte Zeit. Sie natürlich die extremsten Standpunkte, und zwischen ihnen Literatur und Wissenschaft, eigentlich erst während des ließ den Pferdedieb hängen( Ende vorigen Jahrhunderts findet man eine ganze Stufenleiter von Uebergängen. noch vorgekommen), erklärte den Kirchenbesuch obligatorisch, Der Besitzende bedarf der Lohnarbeiter, der Pächter für 18. Jahrhunderts diesem Wandlungsprozeß. Das geistige Erwachen der Bourgeoisie mußte sich zitirte uneinige Gatten vor den Pfarrer, stellte die Herrschaft seine zahlreichen Wiesen. Da treten nun die auf, denen zunächst in der Bekämpfung der ihr entgegenstehenden des Vaters über die Familie als obersten Grundsatz auf. die Mehrheit der„ Kommunisten" keinen Bissen gönnt, Staatsgewalten, des Adels und der absoluten Fürsten- Sie verbot das Eingehen der Ehe der Gemeindebürger denen, aber die kantonale Gesetzgebung nicht nur die macht sowie der Mittel ihrer Herrschaft, der Religion mit fremden" d. h. Angehörigen eines oft nur 1/2 Stunde Niederlassung gestattet, sondern nach einer gewissen Zeit besonders, zeigen. Zwar trat diese Bewegung feinenfalls weit entfernten Ortes, und als ihre Herrlichkeit schon in das Recht der Nutznießung zuerkennt; sie schmuggeln die mit der Stärke und mit dem äußeren Glanze auf, wie die Brüche ging, erschwerte sie das Zustandekommen Privatwirthschaft, den Anwerbsinn, dem Neid zu troz in dem Frankreich des 18. Jahrhunderts, in dem die solcher Ehen, machte sie für den Unbemittelten auch dann in die mit chinesischen Mauern abgegrenzte Gegend. Die Montesquien, Voltaire, Diderot, d'Alembert, Rousseau noch unmöglich durch die hohen Hochzeitsgebühren 2c. Proletarier von gestern ziehen von Tirol und Italien und die große Schaar ihrer Anhänger, die Waffen gegen Also Zerfall der Mart, Gründung von kleineren nach Bünden mit dem offenen Blick des Erwerbenden; 11 die Despotie in jeder Form schwangen, nach dem Vorauf- Gemeinwesen, die einige Ueberreste des früheren Zustandes der moralischen Vorurtheilslosigkeit und der respektgeschickten wird das verständlich sein. Die deutschen beibehielten. Mit und während diesem Berfall fämpft widrigen Nichtbeachtung der Verordnungen der GemeinWas kümmern den auf entfernteren Höfen Revolutionsliteraten, wenn wir sie so nennen, haben die Mark und die Gemeinde mit zäher Beharrlichkeit schaft. nicht so sehr Epoche gemacht, ihr Auftreten ist mehr ein gegen jeden Eingriff in ihre Hoheitsrechte, die am Ende hausenden„ Lombarden" die Klassifizirungen der Wälder, Verbote des Holzfällens, die Agungszeit, da er ein symptomatisches und versinnbildlicht das allmälige doch der moderne Staat in sich aufnahm. Was stellt die Gemeinde heute dar? Von der früheren Fremder" außerhalb der Gemeinde steht, wenig auf die Strecken und Dehnen des Bürgerthums in seinen Fesseln. Es ist ungemein charakteristisch, was Goethe im drei- Herrschaft über den Einzelnen sind außer den erwähnten Scholle gebunden ist. Es fällt ihm auch schwer, sich zu zehnten Buch seiner Dichtung und Wahrheit von ihr sagt: wohl einige Spuren geblieben; so sei beispielsweise die afklimatisiren; Grundstücke und Gebäulichkeiten werden ,, Bon dieser Zeit an wählte man die theatralischen Böse seit mindestens 100 Jahren bekämpfte und noch florirende ihm, wenn überhaupt, um einen beträchtlich höheren wichter immer aus den höheren Ständen, doch mußte die Person freie Agung" auf Privatgütern erwähnt, die sogenannten Preis verkauft als dem Einheimischen. Das gleiche Rammerjunker oder wenigstens Geheimsekretär sein, um sich einer„ Büntenrechte". Zu einer gewissen Zeit wird alles Vieh Verhalten gegenüber dem Handwerker; für diese Art solchen Auszeichnung würdig zu machen. Zu den allergott der Gemeinde auf die schon abgemähten Wiesen der" Kommunisten" ist Mißtrauen gegenüber jedem Fremden losesten Schonbildern aber erkor man die obersten Chargen und Stellen des Hof- und Civil- Etats im Adreßkalender, in welcher" Privaten" getrieben, denen es verboten iſt, ſie zu um- die höchste Lebensregel. Und von seinem Allmend ervornehmen Gesellschaft denn doch noch die Justiziarien als Böse zäunen. Natürlich ist unter solchen Bedingungen eine haltenden Standpunkt gar nicht mit Unrecht. Denn rationelle Bewirthschaftung unmöglich, und die daraus diese unruhigen neuen Ansiedler stimmen, sofern sie Wir können das allmälige Entstehen dieser Anklage- entstehenden Mißstände sind sprichwörtlich geworden:**) Schweizer, nach einem furzen Aufenthalte in und Befreiungsliteratur nur kurz andeuten, und auch die richtige Landwirthschaft fängt da an, wo die freie kantonalen und eidgenössischen Angelegenheiten mit, nach einer längeren Periode, auch wenn Ausländer, sind sie nur flüchtig auf das Vordringen des Rationalismus, Agung aufhört." Diese uralten Gebräuche schaden sogar dem Bestande in Sachen der Alpkorporation stimm- und nutzungsauf die Bedeutung Lessings für dieselbe, sowie auf ihr der Allmend selbst. Es fehlte nicht an von Staatswegen berechtigt, was alles neben dem Umstande, daß in manchen fräftigstes Symptom, auf die sogenannte Sturm- und Drangperiode hinweisen. Es bleibt den deutschen Auf- unternommenen Versuchen, dieſem Stillleben ein Ende zu Alpkorporationen schon jetzt mehr als die Hälfte Nichtklärungskämpfen eigenthümlich und sie unterscheiden sich machen, aber den Bestrebungen ein wenig Einheitlichkeit Gemeindebürger sißen, und so den„ uralten Geschlechtern" dadurch von den französischen, daß sie durchweg nicht in die bunten Einrichtungen der Gemeinden zu bringen, ihr Antheil verkürzen, dem Fremdenhasse frische Nahrung bietet. Nicht genug, schreibt die kantonale Gesetzgebung so ser ins politische Leben eingreifen, sondern sich mehr*) In einer der letzten Nummern druckten wir aus den wichter der ersten Instanz ihren Platz fanden." " allen auf das religiöse und allgemein sittliche Gebiet beschränken.„ Monatsheften für christliche Sozialreform" einige Notizen aus vor, die Ansässigen dürfen nicht höher, als in dem VerFrau von Staël konnte in ihrem Buch über Deutschland einem Artikel über die Reste des Agrarkommunismus in Grau- hältniß 3 zu 2 der Alpen- und Weidentare der Ge( III. Rap. 2) nur mit allzuviel Recht ihre Verwunderung bünden ab, indem wir uns natürlich nicht mit den konservativen meindebürger besteuert werden, so daß diese Vorschrift darüber aussprechen, daß die Deutschen, deren ganze Schlußfolgerungen des betr. Berfassers identifiziren konnten. eine übermäßige Belastung der" Fremden" vorbeugt. Indessen hielten wir wenigstens die thatsächlichen Angaben des Philosophie und Bildung auf die Vertheidigung und Berfassers für richtig und stellten diese nach jener Schilderung Im Ganzen lebt der Pächter nicht schlechter als die Pflege der unverbrüchlichen Menschenrechte ginge, der glücklichen Zustände den Verhältniffen gegenüber, wie sie durch Mehrzahl der ärmeren Bevölkerung. öffentlichen Gewalt gegenüber eine solche Schmiegsamkeit geser sendet uns nun beifolgenden Artikel als Entgegnung auf fonders zufrieden, noch hervorragend gesund. Freilich ist die fortgeschrittene Entwickelung geschaffen sind. Ein Graubündner Was nun die letztere betrifft, so ist sie weder bean den Tag legten. die Ausführungen des betr. Artikels ein. Da wir selbst natürlich Wir können, wie gesagt, diese Literatur als geistiges, tein kompetentes Urtheil darüber haben können, welche Be- der Verfasser von„ Ein Rest Agrarkommunismus" anderer als geistigen Ausdruck einer gesellschaftlichen Umwälzung schreibung die richtigere ist allerdings wahrscheinlich doch die Meinung, aber da für ihn uralte Gebräuche" in engem nur furz erwähnen. Soweit sie sich auf das philo- vorliegende so drucken wir die Entgegnung ohne jeden Zusammenhange stehen mit der Kraft und Tüchtigkeit des sophische Gebiet beschränkte oder die Formen des Kunst- Kommentar ab. **) Bon einer sozialen Nothwendigkeit" gar keine Rebe. Landmanns, so gilt das Lob wohl mehr dem Konserwerkes zum Ausdruck neuer Gedanken benußte, ist sie Bergl. dem entgegenstehende ganz unbegründete Meinung des patismus des Bündners, als dem Bündner selbst. Wir der Beachtung und Würdigung ja nicht entgangen. Verfassers von„ Ein Rest Agrarkommunismus". haben Gegenden, die in Bezug auf Schnapsverbrauch " ( auch der eidgenössische denaturirte Spiritus wird ge- der Allgemeinheit. Er wird das sagen natürlich aus trunken) den am meisten Schnaps konsumirenden Theilen seinen subjektiven Bedingungen heraus, da bis jetzt die der Schweiz angereiht werden müssen. Das häufige Kunst noch nicht erfunden ist, aus einer Haut zu fahren; Vorkommen von Blödsinn, Cretinismus, Geisteskrankheiten er wird also nicht das thun, was das größtmögliche und Schwindsucht( großentheils Folge der Unzucht) Glück aller befördert, sondern was es ihm zu beförmögen ein weiteres Zeugniß abgeben. dern scheint. Moralische Gedanken. Der Militarismus. 2. Durch Aufnahme der Dominion of Canada und Neufundland( jetzige Bevölkerung 6 000 000 wird sich vor 1920 auf das Dreifache erhöhen) um 18-20 000 000. ( Die schon beträchtliche Annexionspartei in Canada wächst beständig und wird die Vereinigung mit der Union vor Ablauf dieses Jahrhunderts durchführen.) sphäre( mit über 250 Millionen Menschen unter einheitlicher 3. Den Anschluß der Westindischen und Sandwich- Inseln ( gegenwärtig 5 800 000 Menschen enthaltend) bis 1920 Nun haben wir es in solchen Fällen nie mit den ungefähr auf das Doppelte anwachsend) um 10 000 000. Individuen zu thun, sondern immer mit der Heerde; das Demnach wird die amerikanische Union im Jahre 1920 eine Gesagte gilt also nicht von den Individuen, sondern von Bevölkerung von über 200 Millionen Menschen aufweisen. Eine Das Denken des Menschen wird durch seine In- die tonangebende in der Gesellschaft ist und deren Ge- burch Kriegsgefahren wird obige Ziffer noch beträchtlich erhöhen. der Klasse, welche unter den jeweiligen sozialen Umständen staatsmännische Behandlung des Einwanderungs- Systems oder große Störungen der wirthschaftlichen Verhältnisse Europas teressen und durch die kulturgeschichtliche Tradition bedankengang auch wenn es ihren Interessen entgegen Rechnet man noch dazu die Staaten von Central- und Südstimmt, und es ist eine der größten Selbsttäuschungen, gesezt ist die andern folgen. Amerika, die sich der Politik der Union anschließen werden, so wenn er glaubt, er sei im Stande- drücken wir uns Natürlich scheint dem Menschen dasjenige das größt ergiebt sich von selbst, daß im Jahre 1920 die westliche Hemieinmal mit Schopenhauer aus den Intellift vom mögliche Glück aller zu befördern, was sein und seines Zeitung) eine politische Macht repräsentirt, die einen bedeutenden Willen zu befreien, oder er könne sich gänzlich von den Milieu Glück befördert; wie gesagt: aus der Haut fann Einfluß auf die Kultur- Entwicklung der ganzen Welt haben traditionellen Gedankengängen befreien und gänzlich seine man eben nicht. Und es kommt denn im letzten Grunde wird. Straft dieses Einflusses und des Erfolges, den die Friedenseigenen Wege gehen. der Satz des Militarismus darauf hinaus:„ Gut ist, politik bis dahin aufweisen wird, ist die Annahme derselben Wenn wir festhalten, daß unser ganzes Denken was mir und meinen Freunden den größten Vortheil seitens der Kulturvölker Europas nur eine Zeitfrage. eben immer nur zu relativen Wahrheiten gelangen kann, Wir haben gesagt, daß der Verfasser noch nicht bringt" so wird uns das eine dieser bestimmenden Momente nicht großem Vergnügen unterschreiben wird, und vor dem„ Russischen Markt" nachlesen, wie sich die Sache noch ein Saz der Moral, den der Urmensch mit einmal die ganze Gefahr erkannt hat; man mag in dem stören; wir stehen eben alle unter dem Bann derselben der gesittete Bourgeois des neunzehnten Jahrhunderts nur dadurch verschlimmert, daß auch Rußland mit in Frage kulturgeschichtlichen Tradition; hier sind bis jetzt noch dann zurückschaudert, wenn er ihm in wilder Nacktheit entfaum Differenzirungen aufzuweisen; und so haben die gegentritt, mit Feigenblatt und sonstigen ideologischen fommt. Gedanken, so weit sie hierdurch bestimmt sind, allgemeine Toiletterequisiten ausgestattet, afzeptirt er ihn gern. Der Frieden, von dem der Verein träumt, ist unGeltung. möglich. Gemiß wird gerade uns Niemand für VerAnders verhält es sich mit dem Einfluß der In- beschränkt sich das nicht auf den Bourgeois.„ Wir sind muß eben die Dinge nehmen, wie sie sind, und sich nicht Der Mensch ist von Natur Pharisäer, und natürlich theidiger und Anhänger des Krieges halten; allein man teressen auf das menschliche Denken. Wo verschiedene allzumal Sünder", sagt schon die Bibel, welche mehr mit ideologischen Redensarten verblenden. Klassen in der Gesellschaft sich mit antagonischen Interessen Weisheit enthält, als sich mancher superkluge Mann von Rußland seine Eroberungsgelüfte und seine barbarische So lange gegenüberstehen, müssen natürlich auch verschiedene Geheute träumen läßt. dankenwelten entstehen. Regierungsform nicht aufgiebt, so lange dürfen wir nicht Ein klassisches Beispiel ist Adam Smith, instruktiv daran denken, die Waffen niederzulegen; denn wir wollen Egoistisch empfunden und gedacht hat der Mensch von Anfang an. Aber bei den niedriger stehenden Völker- auch deshalb, weil er zugleich ein vorzüglicher Moral- doch nicht Jahrhunderte gearbeitet haben, um endlich, schaften ist das noch leicht herauszufühlen. Es ist das philosoph und bürgerlicher Dekonom ist. Seine moralphilosophischen Anschauungen sind auf blicken, unter die russische Knute zu gerathen! Entweder eine besondere Art Egoismus, um die es sich hier handelt, den ersten Blick außerordentlich ansprechend. Seine moralphilosophischen Anschauungen sind auf nachdem wir das Land der Freiheit schon von fern ersozusagen ein Heerdenegoismus. Unser Gott ist der Moralprinzip ist das utilitorische, und als Fundament los gemacht und später so umgestaltet sein, daß es nicht muß also Rußland durch eine Revolution zunächst machtmächtigste, wir sind das edelste Volt, uns gehört alles weist er die Sympathie auf. Es ist der richtige Pfaffe, mehr gefährlich werden kann oder es muß in einem das sind die Auschauungen, auf denen die Moral des den man hört, bloß daß er geistreich und scharfsinnig ist. Bernichtungskrieg zu Boden geschlagen werden. primitiven Menschen ruht. Auch jetzt empfindet der Mensch noch eben so heerden- ist alles bloß äußerlich gedacht und gesprochen, gewisser- übrige Europa seine Streitigkeiten ruhen läßt und sich Aber genau wie beim Pfaffen geht es auch bei ihm: das Vernichtungskrieg zu Boden geschlagen werden. Freilich wird zu diesem Zweck nöthig sein, daß das egoistisch; naiv erhalten ist ein Rudiment des primitiven maßen ein intellektuelles Feigenblatt. Denn nun jetzt er verbündet. Die Initiative dazu kann nicht von den ReGefühls im Patriotismus. Aber mit der Scheidung der sich hin, und schreibt, nachdem er mit einer Philosophie gierungen ausgehen; die Ohnmacht derselben hat sich ja Gesellschaft in Klassen hat das Gefühl auch eine Abfertig zweigung bekommen: es fühlt jetzt klassenegoistisch; und fertig ist, kein ökonomisches Werk, und hier weist er eben erst bei der Reise der Kaiserin Friedrich gezeigt: Das dieses Gefühl ist das wahre, starke, der wirkliche Erbe scharfsinnig nach, daß das Fundament- der Eigen- Wolf muß die Sache in die Hand nehmen, und da wäre des alten Heerdenegoismus. die Sozialdemokratie die geeignetste Fürsprecherin. Gewiß fann man Uebergänge finden und schließlich Zu der Zeit, wo sich der Klassenegoismus entwickelte, unter einen Hut bringen. Ein geistreicher Mann, ein waren aber die anderweitigen Anschauungen ganz ver- Ad. Smith wird seine Widersprüche schon in ein System Verschiedenes. schieden von denen, als der ursprüngliche Heerdenegoismus bringen, so daß sie sich schließlich in einander einordnen Unter der Ueberschrift: ,, Wo sind die Theiler", macht Das Folgende scheint Widersprüche zu enthalten; sich denn auch hier die Brücke des sogenannten„ berech- durchgeschleppt, viel gearbeitet und sich schlecht genährt, um von und aufhören, Widersprüche zu scheinen. Und so findet unser argentinisches Bartetorgan folgende treffende Bemerkungen: Wie viele Tausende haben sich hier die Jahre lang mühsam aber die stecken eben in der kulturgeschichtlichen Ent- tigten Eigennuges". Allein derartige logische Arbeit ist ihrem kümmerlichen Lohn noch etwas zu erübrigen und es als wicklung. Die alten Anschauungen werden nicht ver- immer nur sekundär, gewissermaßen Anstrich für das Ge- Sparpfennig zurückzulegen. Sie trugen es auf die Nationalnichtet, sondern leben ihr Leben weiter neben neuen, bäude. Das muß man wegtraßen. denen sie vollständig widersprechen. herrschte. Troßdem die alten Heerdengefühle noch lebten, hatten so nug ist. Die Vernichtung Europas. Sein oder Provinzialbant; allein wenn sie das Ersparte jetzt wieder haben wollen, so bekommen sie es nicht; denn das Geld der Depositäre ist verschwunden; ist vertheilt worden unter die Ver wandten, Freunde und Bekannten der Regierungs- und Kongreßmitglieder, unter die sogenannten ersten Familien im Andere waren flüger; fie trauten weder der National noch sich schon weltbürgerliche Gefühle entwickelt; trotz der fattischen Ungleichheit der Menschen, existirte der Gedanke, Eine Bestätigung dessen, was wir schon öfters aus- Lande. daß alle Menschen gleich seien; dem Ideengang der Zeit geführt haben, finden wir in einem Flugblatt des Inter- Provinzialbank und trugen ihre Nationalscheine in die Privatentsprechend, erschienen diese Gedanken sämmtlich in reli- nationalen Friedensvereins". Wie man sieht, steht dieser banken. Dort erhielten sie dieselben wieder, aber wie! Entgiösem Gewand, etwa: nicht nur die Juden, sondern auch Verein auf einem sehr bürgerlichen Boden, und verwerthet um 3/ 4-, so daß ein National, der 5 Franken werth die Heiden sind Gottes Kinder. Der Ursprung dieser schiedene Ausführungen des Flugblatts sind auch ökono- sein soll, kaum noch i Franken gilt. Man hat mit ihnen ge1 neuen Ideen ist darin zu suchen, daß der Friedensverkehr misch unrichtig, ganz abgesehen davon, daß die ganze die das Geschäft verstanden, haben für sich genommen und theilt; die Matadore dieses Landes und reichen Leute überhaupt, der Völker mehr zunahm. Gefahr noch nicht einmal erkannt ist; immerhin bietet bleibt dem, der das ganze verdient, erspart hatte. Ist das Diese Gedanken erscheinen als Ideale; als etwas, das Flugblatt doch den Beweis, daß die Gefahren für nicht die ungerechteste, verdammenswertheſte Theilerei? was eigentlich von Natur so ist, aber durch die Schlech- Europa, wie sie s. 3. Rud. Meyer in seinem Artikel tigkeit der Menschen verändert ist, was aber wieder Der russische Markt" schilderte, den wir im vorigen kommen wird. Und während die bisherige Wirklichkeit Quartal abbruckten, auch von anderer Seite eingesehen ruhig ihren Gang geht, gewinnen diese Ideale Macht über die Geister- natürlich, ohne Einfluß auf die Wirklichkeit zu haben, deren Kontrast mit dem Ideal man überhaupt gar nicht merkt, weil das eben seit unvordenklichen Zeiten so ist. werden. Sie sagten sich, daß bei der heillosen Papierwirthschaft sich das Wieder Andere trugen ihr Geld auf die Hypothekenbanken. felbe entwerthen müsse, aber der Grund und Boden sei etwas Reelles. Wir geben unser Geld nur gegen Hypothekenſcheine, sogenannte Cedulas, zumal dabei gleichzeitig große Vortheile tn Bezug auf Zinsen winken. " 1 Die betreffenden Stellen des Flugblatts lauten: Wie Viele mögen darunter gewesen sein, die wirklich in Die Steuererhöhung der Mc Kinley- Bill verursachte eine große Aufregung; wie aber werden sich die wirthschaftlichen Ver- Angst vor den Sozialdemokraten gelebt und sich bekreuzt haben, wenn sie von deren Theilerei" hörten. Und jetzt? Ihr Geld, hältnisse Europa's gestalten, wenn Letzteres nur ein einziges das sie für die Cedulas gegeben, es ist dahin, zerschmolzen wie Einfluß gewinnen diese Ideale erst bei Umgestaltung beiten, nicht zu produziren sondern zu vernichten? Nachdem Ländereien belehnt bis zum fünf- und zehnfachen Werth, zahlen großes Schlachtfeld geworden ist, wo 12 000 000 Männer ar- Butter an der Sonne; die großen Grundbesitzer haben ihre der Gesellschaftsorganisation aus sozialen Gründen; aber die Produktion zu langem Stillstand gebracht worden ist, ver- Ländereien belehnt bis zum fünf- und zehnfachen Werth, zahlen echt menschlich, nicht so, daß sie nun erfüllt würden; trocknen ihre Nährquellen oder werden abgeleitet; eine verloren aber das Entlehnte nicht zurüd, und wenn man ihnen das Pfand versteigerte Pfand versteigerte aber das thut man in Argentinien nicht, sondern so, daß man sich vorheuchelt, man erfülle sie. gegangene Absatz- Position im Besitz energischer Gegner ist so rücksichtslos ist man hier gegen solche Schuldner nicht so Natürlich ist das keine bewußte Heuchelei, die ja wohl nicht mehr aurice au onomischem Gebiete erlangte Ueberlegenheit täme auch nichts dabei heraus. Kurz, das ganze Geld, bas die zurück zu erobern. Amerika's auf überhaupt sehr selten ist; aber wenn man sich den groben wird auch eine solche auf dem politischen zur Folge haben, und kleinen Geschäftsleute und Handwerker, die kleinen Kapitaliſten sich in dieſen Jahren ersparten, erschunden, ergaunerten, es iſt Sophismus flar macht, welcher hier produzirt wird, so der Schwerpunkt der Kultur und politischen Macht verschiebt sich in dieſen Jahren ersparten, erſchunden, ergaunerten, es ist muß man einsehen, daß die Menschen doch mit einer fich dann von Europa nach Amerika. Wenn nicht ein fester dahin; man hat mit ihnen getheilt, man hat ihnen sozusagen Alles genommen. merkwürdigen Blindheit geschlagen sein müssen, um ihn zürkei zählen nicht mit), so wird die poetische Prophezeiung: worden ist, wo sich die Theiler befinden, ob bei den Sozialisten Frieden die europäischen Kulturvölker vereinigt( Rußland und Ob den so Geprellten nicht durch diese Thatsachen klar genicht zu erkennen. Westward the course of Empire take its way" bald in Er oder bei den Kapitalisten. füllung gehen. Es würde hier natürlich zu weit führen, alle hier Die Wirkungen der schweizerischen Fabrikgesehin Frage kommenden moralischen Theorien zu unter- Die Amerikanische Union, heute die einzige Großmacht der suchen; für die Gegenwart fommt allein der Militarismus westlichen Hemisphäre und binnen 30 Jahren die größte Welt gebung werden vom Fabrikinspektor Schüler in folgenden Säßen in Betracht. macht, ist einmüthig für den Frieden. Auf dem von ihr be- zusammengefaßt: 1. Die Kinderarbeit, d. h. die Beschäftigung der Leute rufenen Rongreß aller amerikanischen Staaten, der im April d. I. unter achtzehn Jahren, nimmt stetig ab. In der gesammten J. „ Das größtmöglichste Glück Aller" ist die Forderung in Washington tagte, wurde der Antrag angenommen: Berträge Textilindustrie, in der Tabak, in der Papier- und Uhrenindustrie, dieser Moralphilosophie wie man sieht, eine einfache zu schließen, nach deren Bestimmungen alle zukünftigen Streitig in der Ziegelei tritt diese Abnahme mit aller Deutlichkeit zu Konsequenz des Sages, daß alle Menschen gleich sind. feiten durch Urtheilsspruch eines zu ernennenden Schiedsgerichtes Tage. Sie ist zu einer Beit eingetreten, wo sie nicht mehr erledigt werden sollen". Ferner hat die Legislative ber VerMit dieser Formel hat seiner Zeit die Bourgeoisie ihren einigten Staaten den Präsidenten beauftragt, gleichartige Ber- durch die Wirkungen des die Kinderarbeit beschränkenden FabrikKampf gegen die alte Gesellschaft geführt; sie hat diese träge mit den europäischen Mächten zu vollziehen, und schon gesetzes erklärt werden konnte, da diese schon seit 1878 bis 1879 Formel mit der Ideologie der gesammten Weltgeschichte find Verhandlungen zu diesem Zweck mit Frankreich und England zur vollen Geltung gekommen waren. 2. Die Frauenarbeit hat sich in der Weise verschoben, daß umkleidet, mit dem alten und dem neuen Testament, mit eingeleitet. Nach den statistischen Ergebnissen( Census Reports dem Alterthum, und als das nicht ausreichte, hat sie sich 1880-1890) beträgt die durchschnittliche Bermehrung der sogar einen Naturzustand der Menschheit konstruirt, in völkerung der Union in jedem Jahrzehnt ca. 33 pt. der diese Forderung verwirklicht war. " Das größtmöglichste Glück aller" soll das Ziel seines Handelns sein. Aber wer bestimmt, was denn nun dieses größtmögliche Glück hervorbringt? Das größt mögliche Glück" ist eine Formel, ein leeres Gefäß; es fommt auf den Inhalt an. Wodurch wird das größt mögliche Glück erreicht? Wer hat der Formel den Inhalt zu geben? Offenbar der jedesmal Handelnde; auf ihn kommt es an, er wird sagen: diese Handlung befördert das Glück Auf dieser Basis wird die Einwohnerzahl steigen: " " " " " " " " von in den für Frauen, beziehungsweise erwachsene weibliche PerBe- fonen ungeeigneten Industriezweigen, deren Beschäftigung immer Be- feltener geworden ist( Holz-, Metall-, Maschinenindustrie, Ziegelei), während sie in manchen für sie passenden( Baumwoll-, Textilindustrie, Schiffliſtickerei) zugenommen hat. bon 65 000 000 in 1890 auf rund 86 666 000 in 1900 86 666 000 1900 115 554 000 1910 115 554 030 1910 154 072 000 1920 Ferner wird sich diese Zahl vergrößern: durch 1. Den freiwilligen Beitritt von Merito( heute ca. 12 000 000 Seelen bis 1920 wenigstens die doppelte Anzahl enthaltend) um weitere 24 000 000.( Die Transposition von Yankee- Blut und Kapital hat durch Eröffnung der mexikanischen Verkehrsadern: Central, National- Eisenbahnen schon vor Jahren begonnen und der Zufluß wird immer stärker.) 3. Die Zahl der in den Fabriten beschäftigten Männer hat eine relative Zunahme erfahren, und zum Theil sogar die abnehmende Kinderarbeit, allerdings bei anderer Organisation des Betriebes, ersetzt( Baumwollspinneret, Gerberei, Zündholz- und Papierfabrik, Holz- und Metallbearbeitung, Biegelet). Es geschah dies namentlich bei Arbeiten, deren Ausführung mehr Kraft oder Intelligenz als früher erfordert, was vor allem bei intensiverem Maschinenbetrieb vorkommt. 4. Daß diese vermehrte Anwendung des Maschinenbetriebes in allen Industrien sich geltend macht, geht aus der relativen Zunahme der Zahl der mit Motoren arbeitenden Etablissements, wie aus dem Steigen der auf den einzelnen Arbeiter im Durch-| die allerdings nach der Verfügung der königlichen Regierung| treibt. Die Bodenpreise werden bei zunehmender Bevölkerung schnitt fallenden Betriebskraft hervor.( 1882 441 Pferdekräfte nur für den eigenen Ort gegeben werden dürfen. Darüber bei schlechten Ernten immer höher, die Produkte folgen dagegen auf 1000 Arbeiter, 1888 518 Pferdekräfte.) murren jedoch wieder die Eltern der armen Kinder, daß diesen trotz des Kornzolls mehr oder weniger dem billigeren Weltmarkt5. Die immer allgemeinere Einführung von Dampf der bessere Verdienst entzogen werden soll. Der tägliche Verdienst preis, immer unerträglicher wird das Verhältniß zwischen Ermaschinen, Gasmotoren, und nicht zum mindesten auch die eines Kindes beträgt 50-80 Pfennig. trags- und Bodenwerth, und die Folge ist die rapide Steigerung elektrische Uebertragung entfernt gelegener Triebkräfte läßt an- Einige Lokal- Schulinspektoren haben den Großgrundbesitzern, der Schuldenlast. Dabei ist der Bauer bei den hohen Schuldenzinsen mit vier nehmen, daß dieser Prozeß der allmählichen Verminderung der die bisher nur 50 Pfennig geaeben hatten, rund heraus erklärt, Kinderarbeit und Beschränkung der Frauenarbeit auf geeignete daß für solchen Spottpreis feine Rübenferien bewilligt würden. und fünf pet. gezwungen, die ganze Bodenrente, die bei kleinen Zweige seinen weiteren Fortgang nehmen werde. Auf einem großen Dorfe bei Halle haben die Kinder in diesem Besitzern fast gleich Null ist, und meist noch einen Theil des ArFolgende Notiz finden wir in verschiedenen Zeitungen: Jahre eine Mark verlangt, und als ihnen dies nicht bewilligt beitslohnes, den Gläubigern auszuzahlen. Aus Schönebeck bei Magdeburg wird berichtet:„ Alltäglich wurde, haben sie die Weltmode mitgemacht und gestreift; Einige Beispiele illustriren am besten die Abhängigkeit der Mittags 12 Uhr, wenn die Schule ihre Aufgabe erfüllt hat, doch, wie gewöhnlich beim Streik, sind auch sie unterlegen, denn Bauern vom Kapital. 25 Bauern der Gemeinde Pfalzdorf im Kreise Kleve kamen pflegen 150-200 Kinder am Bahnhofe sich einzufinden, um die Orts- Rübenbauer erhielten für 80 Pfennig Kinder von bevor Jahren bei der Provinzialverwaltung um ein Darlehensdann in zu diesem Zwecke besonders bestellten Wagen nach nachbarten Törfern. Grizehne und von dort per Fuhrwerk nach den Aeckern des Von allen Arbeitern aber haben diese Kinder die längste gesuch von 510 000 Mark ein. Der Güterwerth, auf welchen Amtsraths Dietze befördert zu werden, desselben Dietze, der Arbeitszeit; das Tagewerk dauert von 5 Uhr früh bis Abends diese Summe aufgenommen werden sollte, beträgt etwa 714 000 Mt. seiner Zeit das Mandat zum Reichstag einem Sozialdemokraten gegen 9 Uhr, sogar an Feiertagen, wie Einsender dies am Him- wobei derselbe höher tarirt ist, als nach dem Ertrage geschehen überlassen mußte. Unter den Kindern befinden sich viele, welche melfahrtsfeste und am nächsten Sonntag erlebt hat. Hat das sollte. Jeder der Bauern mit nicht ganz 20 ha durchschnittlich wohl kaum das sechste Lebensjahr überschritten und theilweise Verziehen auf entfernten Dörfern stattgefunden, so kommen die ist nichts anderes, als der Bedienstete seiner Gläubiger, der allein kaum erreicht haben dürften. Für den Arbeitstag erhalten diese Kinder erst gegen 11 Uhr Abends nach Hause. Wenn gewisse dadurch noch eristenzfähig ist, daß er seine Arbeiter ganz gering Kinder eine Belohnung von 35 Pf. Abends 8 Uhr befördert Groß- Grundbesitzer in solcher übermäßigen und gesetzwidrigen lohnt und selbst keine Ansprüche ans Leben macht. Als eine gute" Gemeinde im Kreise Kempen gilt Schmalman die Aermiten dann auf demselben Wege wieder nach Hause. Ausbeutung die Jugend großziehen helfen, dann mögen sie aber Andere Güter holen sich allmorgendlich eine oder mehrere Fuhren auch bei anderer Gelegenheit nicht klagen über materialistischen broich. Dieselbe war im Jahre 1882/83 mit 927 555 Mark beKinderhände per Ochsenwagen aus Schönebeck, um sie am Abend und unkirchlichen Sinn der Arbeiter gerade diese Herren sind lastet bei 1000 ha Eigenbesitz. Noch mehr Schulden haben die den hocherfreuten Eltern wieder mittelst desselben Vehikels die größten Volksverderber. Manche Lokal- Schulinspektoren geben Styrumer im Kreise Mühlheim. Bei 1196 ha Ackerlandes zurückzustellen. Und Leute, die sich eine derartige Ausbeutung zum Verziehen der Rüben nur den Nachmittag frei, aber dann 5 218 139 Mark Hypothekenschulden! der Kinderarbeit zu Schulden kommen lassen, wagen es noch, geht es bis in die tiefste Nacht hinein; die Kinder haben zu der sich ihrer Arbeiterfreundlichkeit" zu rühmen. Herr Diezze ist kleinsten häuslichen Schularbeit keine Zeit, und die oben ge mehrfacher Millionär und bei den Kartellkapitalisten jener Gegend schilderten Zustände der Rübenferien schleppen sich dann noch sehr beliebt; gewiß, weil er ihnen seine hundertfach betheuerte länger hin. Sind die verschiedenen Rübenfelder im Wuchse un Arbeiterfreundlichkeit" in so drastischer Weise vorzuführen ver- gleich, oder wird das Rübenverziehen durch Regenwetter untersteht. Und so sind sie fast alle."" brochen, dann wickeln sich die Rübenferien noch trauriger ab; ein paar Tage Schule, ein paar Tage Ferien; bei solchem Stückwerk in der Schule ist aber die Leistung gleich Null." Was das für eine Arbeit ist, welche diese Kinder verrichten müssen, davon dürfte derjenige, welcher das Land nicht kennt, feine Ahnung haben. Einen schwachen Begriff davon giebt ein Artikel, der vor einigen Jahren in der Preuß. SchulZeitung" erschien: " „ Diese Rübenferien sind für die Schule eine wahre Plage. Wenn die Kinder tage- und wochenlang je nach der Größe der Ortsrübenfelder in fast sanskulott: nhafter Kleidung wobei Zucht- und Schamhaftigkeit in dem massenhaften Zusammensein beider Geschlechter in die Brüche gehen mit dem Gesichte der Erde nahe auf dem Acker herumgekrochen sind und dann wieder in die Schule kommen, so sind sie so abgemattet, so dumpf- und Stumpfsinnig und geistesschwach, daß alle geistige Anregung und Aufrüttelung durch den Unterricht anfangs vergeblich ist. Das Gesicht ist aufgedunsen, der Blick stier, die Haut von der Sonnenhitze aufgeplatzt, die Hände sind von dem langen Krabbeln in der Erde aufgeborsten, und der Schmutz hat sich in Wunden und Boren so fest eingefressen, daß ein wiederholtes Waschen mit der schärfsten Seife die Hände noch nicht gleich weiß macht. Dieser Artikel hat, wie gesagt, schon vor Jahren in der Preuß. Schulztg." gestanden; aber etwas in der Sache geschehen ist immer noch nicht. Weshalb wohl nicht? Die Antwort ist ja wohl nicht so schwer. Der„ Köln. Arbeiterztg." entnehmen wir folgende interessante Notizen über die Verschuldung des Bauernstandes in den Rheinlanden: Zwar zeigt noch die Häufigkeit und Zahl der Subhastationen den verschuldeten Zustand des Grundbesitzes an, doch in der Mehrzahl der Fälle wird vor dem vollständigen Krach meistens der ganze Besitz freiwillig verkauft. Die Bauern sind oft derart in den Händen ihrer Gläubiger, daß sie zu wahren Spottpreisen diesen ihre verschuldeten Aecker ablassen. Wie sehr die Bauern selbst schon ihre Abhängigkeit vom mobilen Kapital begreifen und praktische Folgerungen daraus ziehen, das beweisen diejenigen Grundbesitzer, welche ihren Grund und Boden an Kapitalisten verkaufen, um sie von diesem dann zu 3-4 pCt. des Verkaufspreises wieder in Pacht zu nehmen. Das ist die Leibeigenschaft des mobilen Kapitals im wahren Sinne des Wortes. Die Ursachen der Verschuldung liegen fast durchgehends nicht an persönlicher Untüchtigkeit der Grundbesitzer. Einmal kommen die schlechten Ernten in Betracht, welche Die Verschuldung ist das Kreuz des Bauernstandes. Das Wort„ freier Grundbesitzer" ist ein Hohn auf unsere Bauern. sich in den letzten Jahren geradezu unablösbar folgen. Sodann Genau die verzweifelte Lage der ländlichen Bevölkerung festzu- ist es aber ganz besonders die Konkurrenz des landwirthschaftlich stellen, ist bei dem mangelnden statistischen Material ein Ding überlegenen Auslandes, die besonders noch erhöht und verschärft der Unmöglichkeit. Immerhin aber genügen die vorhandenen wird durch unsere technisch zurückgebliebene Produktionsweise und Angaben, um einen Einblick in die vom Kapital abhängige Stel- die in den Eigenthumsverhältnissen begründete Zwergwirthschaft. lung des Bauernstandes zu erhalten. Daß selbstverständlich von Seiten unserer Gegner dem gewiß bedürfnißlosen, leider zu bedürfnißlosen Bauernstande sittliche Vorwürfe gemacht werden, daß zeigt sich auch hier bei Beantwortung, woher die Schulden kommen. Im folgenden möge uns zunächst der Regierungsbezirk Düsseldorf mit seinen 21 Kreisen näher beschäftigen. In allen Kreisen ist die Verschuldung eine drückende und von Jahr zu Jahr, trotz unserer Schutzzollpolitik, stetig steigende. Beigegebene Tabelle, die noch an Beispielen erläutert werden soll, ist ein Gradmesser für die Höhe des Schuldenstandes. Im Kreise beträgt die Verschuldung Prozent des Grund- schaft, den Grund zu der Verschuldung des Bauernstandes im werths: Kleve Rees Geldern über 71,8 Prozent. 66 " 50 " Kempen bis zu Mettmann 88 " 30-75 50-60 60 Lennep Solingen " " In den anderen Streisen sieht es nicht besser aus; zahlenmäßige Nachweise sind hier wegen mangelnder Unterlagen unmöglich. Da sind sozial gut fituirte Leute schnell fertig mit ihrem Urtheil und so haben verschiedene Berichterstatter im Hang zu angenehmem Leben, in Vergnügungssucht und schlechter WirthRegierungsbezirke Düsseldorf gefunden. Aus den Kreisen Kempen und Mörs wird von übertriebenem Lurus der Bevölkerung ge= redet, als ob der Bauernstand so luxuriös leben könnte?! Selbstverständlich wirken noch eine Reihe anderer Gründe bei der Verschuldung mit, die aber alle auf die oben erwähnten Hauptgründe fich zurückführen lassen. Da sind die hohen Bodenpreise, die ganz enormen Steuerlasten, der Mangel an Betriebstapital, die hohen" Arbeitslöhne, endlich die Erbtheilung zu er wähnen, welche den Einzelnen in die Abhängigkeit vom Kapitale bringen. In Folge des fortwährend thierischen Kriechens auf allen Vieren i die Rückenwirbelsäule zu einer geraden und straffen Haltung beim Sitzen und Stehen schwer zu bewegen. In Ortschaften, wo Tausende von Morgen Zuckerrüben bestellt werden, reichen die bet.effenden Ortskinder nicht aus, und dann wird mit allerlei lautern und unlautern Mitteln um Kinder auf den benachbarten Dörfern geworben. Besondere Dorf- Agenten, bon den Kindern Seelenverkäufer genannt, die außer ihrem guten Tagelohn pro Kopf und Tag 5-10 Pfg. erhalten, suchen die Kinder zu überreden nnd führen sie auf das betreffende Rübenfeld. Es ist vorgekommen, daß ein so gewiffenloser Agent früh 5 Uhr zu den Kindern gesagt hat: Heute ist keine Schule, ich habe es von dem Kantor gehört" obgleich ein anderer Lehrer des Orts dem Manne Abends vorher gesagt hatte, daß Schule set Im letzten Grunde aber finds die Eigenthumsverhältnisse und so die Kinder entführt hat. Die Kinder werden auf Wagen abgeholt; es ist vorgekommen, Doch mögen für diese Kreise aus den Berichten, welche seiner und der daraus resultirende technisch unvollkommene Zwergdaß ein Rittecgutsbesitzer, um den andern die Kinder wegzu Zeit auf Anregung des Ministers für Landwirthschaft abgefaßt betrieb, der nicht mehr Schritt halten kann mit der Konkurrenz des schnappen, einen Wagen mit einer Musikbande voranfahren ließ. wurdan, einige Stellen angeführt werden. So wird aus dem Auslandes. Diese Eigenthumsverhältnisse zu ändern, danach strebt die Um die Kinder zu locken, wird ihnen Kuchen, Limonade und Kreise Essen berichtet, die Lage des Bauernstandes, welcher allBier versprochen, auch wohl gegeben. Manche Rübenbauer halten mählich seinem Ruin entgegengehe, habe sich erheblich verschlech- Sozialdemokratie, denn ohne Aenderung derselben ist auch der die Auszahlung des Arbeitsgeldes so lange als möglich hin; tert; aus dem Streise Mörs, es sei notorisch, daß mancher Bauer zum allgemeinen Wohle nothwendige technische Fortschritt für um die Kinder am andern Tage zum Wiederkommen zu zwingen. Gelder aufnehmen mußte, um die aus den Erträgen noch deck- unsere Bauern eine Unmöglichkeit; und darum hat auch die ländliche Bevölkerung nur von der Sozialdemokratie Rettung Werden durch solche Künste die Kinder ihren Orts- Rübenbauern baren Zinsen bezahlen zu können. entzogen, so verlangen diese die Beendigung der Rübenferien, I Die letzte Bemerkung zeigt, wohin der freie Bauernstand aus ihrer abhängigen Nothlage zu erwarten. Bei Bedarf von Glaser- Arbeiten, sowie Bilder- Einrahmungen empfehle ich mich den Genossen. Nach Auswärts brieflich gegen Nachnahme. Karl Scholz, Wrangelstr. 32, part. 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