Berliner Volks- Tribüne Die Sozial- Politisches Wochenblatt. Redaktion und Expedition: Berliner Dolfs Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. SO.( 26), Elisabeth- Ufer 55. abonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Pf. Ausgabe für Spediteure: Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mk. 50 pf.) Bolksblatt", Beuthstr. 3. № 29. Inserate werden die 4spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 pf. berechnet. Dereins- Anzeigen: 15 Pf.- Arbeitsmarkt: 10 pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volks- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen. Sonnabend, den 18. Juli 1891. walt hat. V. Jahrgang. Politische Notizen. Die Vollmarsche Rede. Alter das Leben schwer gemacht, durch Schulmeister und Pfaffen pitalistenklaffe, die nur noch über Lakaien und Lumpen Geoder neuer Kurs?- Arbeiterbudgets. Die Schweize- hat man versucht, die polnische Sprache auszurotten, Bergeblich hat man falsche Zeugen zusammengetrommelt, rische Unfall- Statistik. viele Millionen hat man ausgegeben, um diesen Zweck und versucht, mit Polizistenfäusten den Mund der Hunderte zu und siehe da, die stopfen, welche die Wahrheit schrieen. Ordicht. Novelle.- Beiträge zur deutschen Kultur- noch auf andere Weise zu erreichen und Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts. III. polnische Bevölkerung vermehrt sich. Der Agrarkommunismus in Graubünden und sein Untergang. II. Die Politik Napoleons I. schiedenes. VerDer erste Halbjahrgang 1891 ist vollständig zu dem Preise von 3 Mark zu beziehen. Jahrgang 1890 zu dem ermäßigten Preise von 3 Mark. Politische Notizen. nachstehende Resolution an: Des Räthsels Lösung ist sehr einfach. Der polnische Arbeiter ist billiger als der deutsche. Und so läßt der patriotische preußische Bourgeois denn vergnügt den deutschen Arbeiter aus dem Lande ziehen und holt sich den polnischen herüber. Arbeiterschutzgesetz in England. Das englische Parlament nahm den Antrag Mr. Burton's in dritter Lesung an, und wird demgemäß das Alter von Kindern, die in Fabriken beschäftigt werden dürfen, statt wie bisher mit 10, auf 11 Jahre festgesezt. Herr Baare und sein Prozeß geben uns wieder einigen Anlaß zur Verwunderung. Wie wir voraussahen, ist der brave Mann natürDie Mörder sind die Unternehmer von Fourmies, welche, mit einer einzigen Ausnahme, einstimmig Lafargue und Culine, einem provokatorischen Zirkulare antworteten, einer effektiven welche die friedliche Manifestation des 1. Mai organisirten, mit Kriegserklärung. Die Mörder find der Gemeindevorstand, welcher, damit diese Unternehmerprovokation Erfolg haben sollte, in Avesnes gewesen ist, um unsere armen Soldaten von ihrer Pflicht gegen die nationale Vertheidigung abspenstig zu machen, die aufgeboten find gegen die Arbeiter, deren Fleisch und Blut sie sind. Der Mörder ist der Unter- Constans Isaac, der ohne Zögern, trotzdem er in seinem Amtsblatt gezwungen war, den gesetzlichen Charakter der vorbereiteten Manifestation zu proklamiren, die Truppe geliefert hat, obgleich er den mörderischen Gebrauch fannte, der von ihr gegen die Manifestirenden gemacht werden sollte. Der Mörder ist der Befehlshaber Chapus, der den Kopf verlor und die Frauen und Kinder, welche mit blühenden Maien bewaffnet waren, für pommersche Grenadiere hielt und Revanche Am Dienstag nahm in Magdeburg eine von 3000 Personen besuchte sozialistische Volksversammlung lich unschuldig verleumdet worden; wie die Zeitungen für Sedan in der Bruſt der Arbeiter gesucht hat, welche sich unberichten, haben sich bis jetzt nur gegen drei Betriebs- geschützt seinem Beletonfeuer darboten. Alles Mörder! Die Parteigenossen Magdeburgs, fußend auf dem Wir schrieben Sogar bürgerlichen Zeitungen in Deutschland Brinzip der Demokratie, erklären fich für vollständig frete beamte gravirende Umstände ergeben. Meinungsäußerung innerhalb der sozialdemokratischen schon den 13. Juni:" Natürlich wird die Untersuchung bürgerlichen Zeitungen in Deutschland! ist die Justizfarce, Partei. Aus diesem Grunde verurtheilt die Versammlung ergeben, daß es Herr Baare nicht gewesen ist, sondern die sich hier abgespielt hat, zu toll. Von den anständigen das fast einmüthige Vorgehen der sozialistischen Presse irgend eine untergeordnete Persönlichkeit". Wir haben Blättern haben wir fein einziges gefunden, das sich Parteigenossen gegenüber, die zuerst durchdrungen von der Gemeinsamkeit der proletarischen Interessen in allen Ländern schon von vorn herein die Schuldlosigkeit des Mannes billigend ausgedrückt hätte. Aber wir meinen, daß man doch dieser übelgesinnten Die Vollmarsche Rede. die öffentliche Aufmerksamkeit und Stritit auf die persönlichen anerkannt, fein Engel ist so rein, und uns nicht an den Ansichten des Genossen Vollmar lenken und dadurch viel Heßereien einer übel gesinnten Presse gegen diese hochfach mit den beleidigenden Ausdrücken Klique" und verdiente Persönlichkeit betheiligt. Krafehler" belegt wurden. Ferner würde die VerWir haben über die Affaire Vollmar, absichtlich bis sammlung es bedauern, wenn die„ oppositionellen Elemente" eine neue Partei gründen würden, da sie Presse keinen Anlaß geben sollte zu ihren Invektiven. jezt nichts gebracht, da wir erst abwarten wollten, bis vielmehr der Ansicht ist, daß in der sozialdemokratischen Herr Fusangel ist aufgefordert, sofort seine Gefängniß sich die Dinge einigermaßen geklärt haben. Bartei alle Schattirungen des um seine Befreiung ringenden strafe anzutreten, und dieser verleumderische Mann be- Am 1. Juni hat der Abgeordnete Vollmar unter Broletariates, soweit sie sich zu sozialdemokratischen Grund- hauptet jest natürlich, daß dadurch„ der Gang der dem Titel„ Die Entwickelung der Sozialdemokratie unter Untersuchung verschleppt werde", zumal man ihn zur dem neuen Kurs" in einer öffentlichen Versammlung der sätzen bekennen, vertreten sein können." " Die Dreibund hat sich bereits als Friedensbund erwiesen... alliance für etwas verhältnißmäßig Gutes halten, denn der dee der Internationalität hebt den nationalen Gedanken nicht auf( Logik?!). Wird unser Baterland angegriffen, so „ Die heutige veränderte Stellung der Parteien sei ein ErDas Schweizervolk hat sich über die Einführung Verbüßung seiner Strafe nach Duisburg schicke, während sozialdemokratischen Partei in München eine sehr sonder= der Initiative in die Bundesverfassung in bejahen- man ihn auch in Bochum interniren könne. Herr Fus- bare Rede gehalten. dem Sinne schlüssig gemacht. Der angenommene Artikel angel behauptet auch, als er beim Staatsanwalt die In der auswärtigen Politik huldigt Vollmar der besteht im Wesentlichen darin, daß 50 000 Bürger einen Denunziation eingereicht habe, wäre es möglich gewesen, Anſicht: endgiltig redigirten Verfassungsartikel einreichen können, wenn man schnell nach seinen Beschreibungen gehandelt Wir treten für den Dreibund ein, weil wir die Tripleder von der Bundesversammlung nicht mehr verändert hätte, eine Menge der gefälschten Stempel in natura werden darf. Dagegen hat diese die Befugniß, entweder durch eine Haussuchung zu erlangen, die jetzt natürlich die Verwerfung des Initiativ- Entwurfes zu beantragen, in den Schmelzofen gewandert seien. Solche Dinge be oder einen selbständigen Entwurf vorzulegen. Beide wären alle Parteien einig, und wir Sozialdemokraten wären nicht die letzten, namentlich wenn es gegen einen Feind geht, Entwürfe sind dem Volk und den Kantonen zur Ab- hauptet so ein verleumderischer Redakteur! stimmung zu unterbreiten. Eine Verleumdung wird es auch sein, daß die der jede Kultur befehdet, nämlich gegen Rußland." In der inneren Politik trägt er einen geradezu Königlich preußische Polizei Herrn von Bleichröder geEine sehr humoristische Erscheinung ist die holfen habe, seine Maitresse fort zu spediren, wie das rührenden Optimismus zur Schau: Polonisirung Oberschlesiens. Die Magdeb. Zeitung" der Antisemit Aylwardt in seinem neuen Buch behauptet. gebniß des veränderten Kurses der Regierung, welche mit unläßt sich darüber aus Oberschlesien schreiben: Im Jahre 1867 gab es in 19 oberschlesischen Streisen des Wir sind fest überzeugt, daß die betreffenden höheren recht behauptet, der Kurs sei der alte geblieben. Die alte GrRegierungsbezirks Oppeln 665 860 Polen, 1886 dagegen rund Beamten, namentlich Herr v. Madai, der direkt genannt starrung unseres Staatslebens ist gewichen, reiche und mannig980 000 Köpfe, wovon 159 277 Schulkinder, die in der Familie ist, einen Verleumdungsprozeß gegen Ahlwardt anstrengen fache Sträfte feimen empor, der hartnäckige Widerstand, selbst nur Polnisch, und 22 197, die neben dem Polnischen auch deutsch werden. Außerdem wird Herrn von Bleichröder vorge auf die Gefahr hin, die Sache auf die Spitze zu treiben- beWir haben ſprechen. Dagegen ist die Zahl der Deutschen in Oberschlesien worfen, einen Falscheid geleistet zu haben. Bleichröder kanntlich wollte Bismarck am liebsten die Flinte schießen und tst verschwunden den Säbel hauen lassen Oberschlesien rund 410 000 Deutsche, 1886 nur erft 460 000! war bekanntlich Bismarcks Geldjude, bei dem der eiserne fogar fleine Zugeständnisse errungen.. Diese Zahlen beweisen, daß die in den letzten Jahrzehnten für Kanzler auch seiner Zeit mit Hilfe von Staatsgeldern in der hinter uns stehenden öffentlichen Meinung, welche wir Wir müssen einlösen, was wir deutsche Stulturarbeit angewandten Mittel so gut wie ergebniß mit gründen" hat helfen sollen wie wenigstens für uns gewinnen müſſen... vor Aufhebung des Sozialistengesetzes versprochen haben, näm los gewesen sind. Auch das Ausbreiten der in polnischer Gehlsen behauptete; da Bismarck blos einen formalen lich, wenn dieses fällt, mit den andern Parteien und der ReSprache erscheinenden oberschlesischen Blätter beweist dies. Der Katholik" allein zählt in Oberschlesien 14 000 Abonnenten, das Beleidigungsprozeß, merkwürdiger Weise, anstrengte, so gierung auf Grund des gemeinen Rechts zu verhandeln. Wo Arbeiterblatt Praca" 10 000, das belletristische Blatt„ Swiatlo" ist die Wahrheit leider nicht gerichtlich festgestellt. Der wir den Ansatz zn einem guten Willen finden, müssen wir ihn ſtärken Ueber die Zukunft dürfen wir das Nächste nicht 9000. Außerdem erscheinen in Ratibor schon seit neun Jahren Ehrliche wird ja so oft verleumdet! Als die nächsten Ziele bezeichnet Vollmar: ,, 1. die Weiterführung des Arbeiterschutzes; 2. die unbeschränkte Koalitionsfreiheit; 3. Böswilligen Unternehmern muß ein Riegel vorgeschoben werden." " naten die Gazetta Opolska" die sich ebenfals schon einer weite4 bergeffen" Unsere Macht reift die„ Nirwiny Ratiborskie" und in Oppeln seit etwa neun Mo- Natürlich ist es vollständig ausgeschlossen, daß ein ren Verbreitung erfreut. Die Zahl der spezifisch polnischen Ver- Intimus von unserem theuren Reichskanzler einen Falscheine ist fortgesetzt im Wachsen begriffen. Erst neulich hat sich eid geleistet haben sollte, eben so wenig wie er Schienen unter dem Namen:„ Schlesischer Verein zur wissenschaftlichen flicken kann. Wir müssen die Arbeiterverbände zu einer den UnterFörderung der polnisch- katholischen Jugend unter dem Schutze Unsere französischen Genossen Lafargue und Culine nehmervereinigungen gleichwerthigen Macht erheben. Jetzt iſt des gebenedeiten Czeslaw" ein neuer Ableger des oberschlesischen polnischen Vereins, begründet zu dem Zwede, katholische be- sind verurtheilt, weil die Ordnungsbestie in Fourmies die die Zeit, wo wir uns in der Geduld und Selbstzucht üben gabte, arme polnische Jünglinge Schlesiens, welche sich dem Soldateska auf die wehrlosen Arbeiter losgelassen hat; müssen. die polnische Sprache zu vernachlässigen, mit Geldmitteln zu " geistlichen, ärztlichen oder Advokatenstande widmen wollen, ohne Lafargue zu einem Jahr, Culine zu sechs Jahren Ge- Wir haben einzelne Punkte der Rede bereits in den Leitartikeln der beiden lezten Nummern behandelt. Die unterstützen. Auf diese Weise sollen in den Reihen der gebildeten fängniß. Stände Oberschlesiens Pioniere des Polenthums geschaffen Der ,, Socialiste", unser französisches Parteiorgan, Phrase vom Friedensbund will gar nichts sagen, denn erstens ist der Dreibund widerstandsunfähig. und zweitens werden. schreibt darüber: Die Sache ist sehr sonderbar. Seit 600 Jahren„ Um sich die Mordthaten zu Fourmies abzuschütteln und wird er es desto mehr, je länger dieser faule Frieden hat Oberschlesien nichts mit Polen zu thun, und hat seit sie den Sozialisten aufzuhängen, hat diese elende Regierung in dauert. Der Effekt dieses Friedensbundes" wird schließdieser Zeit immer zu einem deutschen Gemeinwesen gehört. der elendeſten Bourgeoisrepublik Culine und Lafargue vor zwölf lich der sein, daß er dem europäischen Proletariat die Die Scheidung Durch Chikanirung der„ Polacken"( das preußische Ger- Bourgeois geschleppt, die sie zu Geschworenen gemacht hatte. Und wer verurtheilt ohne Widerruf aus dem Geschwornen- russische Knutenherrschaft aufladet. manisirungsmittel) hat man den armen Teufeln von jeher gericht von Douai tritt, das ist der Constans, das ist die Ka- zwischen Angriffs- und Vertheidigungskrieg ist mehr wie naiv; das mag eine Unterscheidung sein, welche für die Geschichtsbetrachtung auf höheren Lehranstalten Werth hat, wo man etwa über die Frivolität des französischen Angriffs von 1870 donnern kann, aber bei ernsthaften Angelegenheiten sollte man sich doch erinnern, daß das ein rein formaler und zufälliger Unterschied ist. Das Pathos gegen das offiziöse Frankreich scheint uns auch wenig angebracht, wenn man bedenkt, daß die drohende franco-russische Allianz doch nur die nothwendige Folge der Annexion von Elsaß-Lothringen ist. Aufgabe wäre es aber gewesen, unsere Solidarität mit dem nichtosfiziösen Frankreich zu betonen. Wie wir in dem Artikel„Der Dreibund und das Proletariat" schon behauptet haben, würden dahingehende Aeußerungen der Sozialdemokratie eine starke Pression auf die Regierung ausüben und eventuell eine politische Annäherung an Frankreich er- leichtern. Wir müssen aber Frankreich als Bundes- genossen haben, wenn wir nicht wollen, daß im nächsten Krieg Rußland uns besiegt und dann mit leichter Mühe jede Regung des Proletariats unterdrückt. Redet man natürlich:„Wir treten für den Dreibund ein, und sind im Fall eines Angriffskrieges nicht die letzten," so wird man freilich nur den Erfolg erzielen, daß die alte Bis- marckische äußere Politik fortgesetzt wird. Genau dasselbe Urtheil gilt von den Acußerungen über die innere Politik. Wer seine fünf gesunden Sinne hat, der kann unmöglich etwas von einem„neuen Kurs" merken. Daß die Aushebung des Sozialistengesetzes irgend etwas zu bedeuten habe, kann kein Mensch be- hauplen. Der einzige Unterschied zwischen jetzt und der letzten Zeit des Sozialistengesetzes ist der, daß einige Leute wieder ihren Wohnsitz aufschlagen können, wo sie wollen, und daß gewisse Bücher, die früher heimlich ver- kaust wurden, jetzt öffentlich verkauft werden. Die Aufhebung des Sozialistengesetzes hat bloß eine formale Bedeutung; wie es in der letzten Zeit gehandhabt wurde, hatte es nicht mehr Bedeutung für uns, wie die gegenwärtige Handhabung des sogenannten gemeinen Rechts. Auf den Leim zu kriechen, diese Auf- Hebung für eine besondere Liebesgabe zu halten, die uns zu Gegendiensten verpflichtet, das ist denn doch zu optimistisch. Daß die Gefahr vor Flinte und Säbel verschwunden sei, das Angesichts der Unteroffizierrede Caprivis zu be- haupten! Die internationa l Arbeiterschutzkonferenz als, wenn auch kleines, Zugeständniß zu betrachten, dieses Hornberger Schießen, von dem Bismarck erzählt hat, er habe es selbst zu Stande gebracht, um den Kaiser von der Unmöglichkeit solcher Experimente zu überzeugen! Reiche und mannigfache Kräfte emporkommen zu sehen, wo nichts zu finden ist, als der Marasmus senilis einer durch und durch verfaulten Gesellschaft! Unsere Macht in der öffentlichen Meinung reifen zu sehen, wo doch nichts zu bemerken ist, als streberischer Bismarckischer Scheinsozialismus! Den Ansatz zu einem guten Willen zu finden— etwa in dem§ 153, in den Unteroffizierprämien, oder wo sonst? Und dann diese drei wichtigsten Ziele, vor allem„die Arbeiterverbünde zu einer den Unternehmerverbänden gleichwerthigen Macht zu erheben", wo doch der ökonomische Prozeß der Kapitalkonzentration und Kartellirung der Industrie die Unternehmerverbände immer stärker und unwiderstehlicher macht, während ab- solut gar keine Möglichkeit vorhanden ist, daß die Hemm- nisse, welche die Stärkung der Arbeitervereinigungen hindern, bei Seite geschafft werden, wo man sogar den revidirten§ 153 verlangt, der die Arbeiter vollständig wehrlos gemacht hätte! Gewiß, wir müssen über der Zukunft das Nächste nicht vergessen. Aber wir sollen uns doch auch nicht Illusionen über dieses„Nächste" hingeben und die Taube auf dem Dach lassen wegen der Sperlinge— nicht in der Hand, nein auch auf dem Dach. Was Bollmar als „Nächstes" bezeichnet, das ist noch viel schwerer zu er- reichen, als die„Zukunft". Der Zusammenbruch der Gesellschaft, der nahe genug ist, und zu dem er unserer Hilfe gar nicht bedarf, wird uns die„Zukunft" in den Schooß werfen, aber das„Nächste" erreichen— wir kennen doch unsere Pappenheimer! Wir haben sie doch genug beobachtet, wenn sie versuchten, uns mit solchem „Nächsten" zu ködern: sie sind viel zu geizig, auch nur einen ordentlichen Köder zu nehmen. Wie vorauszusehen, hat die Rede einen großen Ein- druck gemacht. Daß das keine bloße private Aeußerung war, geht aus dem ganzen Ton hervor; und das nachherige Benehmen Vollmars zeigt auch, daß er sie als Programmrede aufgefaßt wissen will. Die ganz Dummen— und das sind sehr viele ge- Wesen— von den gegnerischen Blättern meinten: Voll mar ist blos ein Wolf im Schafspelz und hat nur des- halb so konziliant gesprochen, damit er die Bauern bei der Landagitation besser fassen kann. Andere waren gleich mit den Spaltungshoffnungen bei der Hand und sahen im Geist schon eine nationale Sozialdemokratie mit Gott für König und Vaterland entstehen, wofür sie Herrn v. Vollmar natürlich sehr lobten. Am eigenthümlichsten benahm sich die französische Bourgeoispresse. Man sollte meinen, sie müßte für die Richtung Bebel-Liebknecht Sympathie haben, da diese immer die Annexion von Elsaß-Lothringen mißbilligt hat, und müßten auf Vollmar sehr böse sein, der even- tuell gegen Frankreich mit rasselndem Säbel zu Felde ziehen würde. Allein ganz im Gegentheil. Auch sie ist von der Vollmar'schen Rede sehr erbaut. Am besten drückt diese Stimmung der„Temps" aus. Bürgerlicher Instinkt! Wunderbarer Weise erfolgte von keiner Seite eine Reaktion auf die Vollmar'sche Rede. Nur eine Ber- liner Schuhmacherversammlung nahm Stellung dazu, in- dem sie in einer Resolution erklärte, ein Mann der solche Aeußerungen mache, könne nach ihrer Ansicht das Proletariat nicht vertreten. Natürlich war die Versammlung nicht„kompetent". Der„Jnstanzenzug" ist ja anders. Allein erstens waren die Besucher der Versammlung, obwohl nur Gewerk- schaftsversammlung, doch Sozialdemokraten; und zweitens wird man bei aller bureaukratischen Hochachtung von Kompetenz und Instanz, doch keiner Versammlung von Arbeitern das Recht absprechen können, in Form einer Resolution ihre Meinung darüber abzugeben, ob sie ge- wisse Ansichten für unsozialistisch halten und ob sie einen Mann für einen geeigneten Vertreter des Pro- letariats erachten. Die Volksversammlungen gegen die Kornzölle sind auch nicht„kompetent". Nach unserer Meinung ist es sogar die Pflicht der Mitglieder einer demokratischen Partei, ihre Ansichten zu äußern. Der„Vorwärts" erklärte, daß er die Resolution für übereilt halte, und trotzdem er den„Optimismus und Opportunismus" Vollmar's gelinde tadelte, brachte er doch den Kompetenzgrund vor. Außerdem brachten das„Hamburger Echo" und die „Sächsische Arbeiterzeitung" Artikel, welche das Vorgehen der Berliner Genossen in sehr wenig geeigneter Sprache tadelten, und Herr von Vollmar fühlte sich bemüßigt, zu erklären, was die„Berliner Radaubrüder" sagten, das sei ihm ganz egal. Wie aus Vollmars Antwort auf die Aeußerung Liebknechts über ihn hervorgeht, scheint er sehr zartfühlend zu sein, in Bezug auf Bezeichnungen, die gegen ihn ge- braucht werden. Wir möchten ihn deshalb doch bitten, diese Feinfühligkeit auch umgekehrt bei Bezeichnungen, die er gebraucht, zu zeigen. Wenn die Berliner Genossen seine Ansichten für unsozialistisch erklären und ihn für ungeeignet halten, die Arbeiter zu vertreten, so geht das bloß gegen seine Ansichten, und eine derartige Antwort war nicht nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht. Das Recht des Herrn v. Vollmar war es, diese Ansicht der Berliner Genossen durch beigebrachte Gründe zu widerlegen. Aber mit Schimpfen zu antworten halten wir durchaus nicht für angebracht. Auf Anfragen auswärtiger Genossen hin, sah sich zuletzt der Parteivorstand veranlaßt, im„Vorwärts" zu erklären, daß die Aeußerungen Bollmars nur private Bedeutung hätten und nicht die Ansichten der Partei wiedergäben. Wir hätten gewünscht, daß der Parteivorstand schon früher Stellung genommen hätte, und außerdem halten wir auch eine Anschauung von der„privaten Aeußerung" nicht für richtig. In nebenjächlichen Dingen kann jeder Sozialdemokrat natürlich sagen, was er will. Aber in derartigen wichtigen Fragen giebt es keine Privatmeinung, sondern nur eine Parteimeinung. Weicht die Privatmeinung von der Parteimeinung ab— so hält man sie eben zurück; äußert man sie aber, äußert man sie noch dazu in einer derartigen Programmrede, so muß man sich nach unserem Prinzip gefallen lassen: entweder zum Zurückhalten seiner privaten Gefühle aufgefordert zu werden, oder sich aus der Partei ausschließen zu lassen. Daß die behandelten Fragen so wichtig sind, giebt aber sogar Bebel in seinem Brief an Vollmar zu: „Deine Rede hat namentlich im Auslände viel Stand auf- gewirbelt, so das; wir zu einer Erklärung genöthigt waren, die der heutige„Vorwärts" enthielt. Räch meiner Meinung ver- trittst Du einen ganz unhaltbaren Standpunkt in der inneren und äußeren Politik Deutschlands. Im Inneren kämen wir zu der kläglichsten Reformwirthschaft und in der äußeren Politik zur Beivilllgung aller geforderten mili- türischen Lasten und Ausgaben. Doch darüber gelegentlich mündlich." Liebknecht drückte sich in seinem Urtheil milder aus: er sagte nur, Vollmar habe eine Dummheit gemacht. Von seinen Wählern erhielt Vollmar ein Vertrauens- votum, aber mit der Einschränkung, daß sie hofften, er werde von den Anschauungen seines Pronunziamento zurückkommen. Vollmar kam aber nicht zurück, sondern in einer Rede am 6. Juli hat er seinen Standpunkt noch einmal sirt— und ungetheilten Beifall geerntet. Wir sind ja freilich nicht„kompetent" üöcr die Münchener Genossen zu Gericht zu sitzen. Allein da sie ja auch die Berliner Genossen in ihrer Weise beurtheilt haben, so werden sie uns vielleicht erlauben, auch über 'ie ein Urtheil zu fällen: heute verwerfen sie eine An- 'chauung, und nachdem sie ihnen noch einmal vorgeredet ist, klatschen sie ihr Beifall— wer denkt da nicht an ein gewisses unangenehmes Wort, daß im vorigen Jahre um diese Zeit aufkam— wir wollen nicht mehr sagen, die Münchener Genossen werden ja wohl wissen, was wir meinen. In dieser zweiten Rede behauptet Herr v. Bollmar unter Anderem, daß seine gegenwärtige Politik nur eine konsequente Weiterbildung der bisherigen Fraktionspolitik sei. Wir müssen ihm anheimstellen, ob das richtig ist, wir halten uns nicht für„kompetent", hier ein Urtheil abzugeben. Außerdem bringt er die gewöhnliche Redens- art vor, wenn man nicht seine Politik triebe, so bliebe nichts weiter übrig, als nach anarchistischer Taktik mit Dynamitbomben vorzugehen. Herr v. Vollmar wird uns erlauben, daß wir ihn auf den logischen Fehler aufmerk- kam machen, den er begeht: er verwechselt den konträren und kontradiktorischen Gegensatz. Eine Sache braucht nicht schwarz oder weiß zu sein, sie kann auch pouceau und gelb sein. Und man braucht nicht Anarchist zu sein, wenn man sich gegen eine spießbürgerliche Reformpolitik sträubt. In einer Berliner Versammlung vom 4. Juli, von der sich leider kein genügender Bericht im„Vorwärts" findet, kam es zu einer mündlichen Aeußerung Bebel's, daß Vollmar sich vor dem Parteilage werde zu verant- Worten haben. Vollmar bleibt indessen bei seinen Worten, und es wird sich nun wohl doch die Nothwendigkeit herausstellen, über seinen eventuellen Ausschluß aus der Partei zu diskutiren. Alter oder neuer Kurs? E. S. Obgleich es für die Sozialdemokratie und die politischen wie die materiellen Interessen der arbeiten- den Klassen einerlei ist, welche wie immer benamste bürgerlich- oder feudal-kapitalistische Partei das Steuerruder des Staates führt, so sind dennoch seit dem Personen- Wechsel in den obersten Reichsämtern da und dort unter dem Volke Hoffnungen erweckt worden, als wäre eine konstitutionell- oder bureaukratisch-kapitalistische Regierung jemals im Stande oder Willens, die Bedürfnisse der ar- bellenden Volksmassen zu erfüllen und ihre Ansprüche an politische und wirthschaftliche Gleichberechtigung zu fördern. Einem derartigen Optimismus kann man, sobald er in die Reihe des klassenbewußten Proletariats ein- zudringen beginnt, nicht scharf genug entgegentreten, da er geeignet wäre, die heilloseste Verwirrung in den An- schauungen der arbeitenden Klassen hervorzurufen und obendrein die Erfahrungen der Geschichte aus den Kopf stellen würde. Weder die Art der Staatsfvrm, ob Mon- archie oder Republik, noch die Regierungsmaximen dieser oder jener Bourgeoispartei haben bisher auf die Lage deS arbeitenden Volkes einen unterschiedlichen Einfluß ausgeübt. Die Ausbeutung und politische Zurücksetzung der kapitallosen Staatsbürger wird nicht minder virtuos in der Republik, als unter einer Monarchie, nicht weniger kräftig unter einem freisinnigen, als unter einem kon- servativen Regiment betrieben. Diese Erkenntniß stützt sich nicht nur auf die überall sichtbaren Thatsachen, sondern sie ist auch die nothwendige Folge jeglicher historischen Betrachtung über big innerhalb einer Nation vorhandenen wirthschasrlichen und sozialen Gegensätze. Solange die letzteren nicht durch Beseitigung des gegen- wärtigen wirthschaftlichen Fundanrents ausgeglichen sind, solange ist für die arbeitenden Klassen keine Hoffnung vorhanden, daß ihnen Gerechtigkeit zu Theil werde. Kann mithin unter einer kapitalistischen Regierung irgend welcher Spielart von einem neueck Kurs, einer neuen Aera zu Nutz und Frommen des Proletariats je die Rede sein? Wir antworten mit einem entschiedenen „Nein!" ES wäre ein Widerspruch in sich selbst, das Gegentheil hiervon anzunehmen: schlechterdings aber wäre diese Annahme mit den in der Sozialdemokratie vorherrschenden Prinzipien und Anschauungen unvereinbar. Die Regierung des bürgerlichen Klassenstaarcs vermag wohl allgemein gehaltene Versprechungen abzugeben, so lange sie noch die Erwartung hegt, die Arbeiterklassen damit zu kaptiviren; nimmermehr jedoch wird es ihr in den Sinn kommen, den Bestrebungen des Proletariats ivesentlich Vorschub zu leisten, weil sie alsdann ihre eigene Existenz sowie diejenige ihrer Klasse untergraben würde. Dem Proletariat unter einer kapitalistischen Re- gierung von einem„neuen" Kurs etwas vorzureden heißt deshalb nichts anderes: als dasselbe einzuschläfern, dasselbe über die Schwierigkeit seines Daseins hinweg zutäuschen, es von den erstrebenswerrhen Zielen ab zulenken und zur Harmonieduselei zu verleiten. Für die Sozialdemokratie wird darum erst dann ein„neuer" Kurs anbrechen können, nachdem sie sich die politische Macht errungen haben wird. Anders allerdings für die einzelnen Spezies der bürgerlichen Parteien. Hier macht es wohl einen erheb- lichen Unterschied, ob in konservativem oder liberalem Fahrwasser regiert; ob der Grundbesitz oder daS mobile Kapital durch die Gesetzgebung bevorzugt wird, ob endlich die Anhänger dieser oder jener Partei ihren festen Platz an den staatlichen Futterkrippen erhalten. Hier ist ein„neuer" Kurs nicht nur möglich, sondern er bringt auch die mannigfaltigsten Ver änderungen auf politischem und wirthschaftlichem Gebiet hervor, zum Vortheil dieser oder jener besonderen Kap: listcnklasse. Exemplifiziren ivir jetzt aus deutsche Verhältnisse und stellen wir die weitere Frage, ob vielleicht seit dem letzten Personenwechsel ein„neuer" Kurs in bürgerlich- politischem Sinne Platz gegriffen habe, so müssen wir auch in diesem Falle mit„Nein" antworten. Fürst Bismarck verschwand nicht, weil seine Regierungsmaß regeln nicht gefielen, sondern deshalb, weil seine Haus meieret das Ansehen der Krone verdunkelte. Der neue Reichskanzler, Herr von Caprivi, hat von Anfang an nicht die Ausgabe gehabt, in neue Bahnen einzulenken; seine Regierung ist eine Fortsetzung der Aera Bismarck, nur gemildert in der Form des persönlichen Verkehrs, und wir glauben kaum nöthig zu haben, erst an der G. L., Weber, hat fünf Kinder von 1-7 Jahren. Brod Mehl Milch Fleisch Butter, Schmalz, Del u. anderes Fett Kaffee, Zichorie u. Spezereiwaare Mr. 8,15 Hand der Gesetzgebung nachzuweisen, daß zwischen ihm| lung abhängen. Das aber ist sicher: so wenig die Sound seinem Vorgänger in Betreff der Regierungsgrund-| zialdemokratie Revolution predigt oder in thörichter Ver- Die Frau besorgt die Haushaltung. säge fein Unterschied vorhanden ist. Wenn nun inner- blendung gar solche macht, ebenso wird sie die Macht zu halb des letzten Jahres die Gesetzgebungsmaschinerie auch ergreifen wissen, wenn sich dieselbe ihr durch die Gunst verhältnißmäßig mehr in Gang gesetzt worden ist, als der Verhältnisse darbietet. Durch Barrikadenbau und dies während der letzten Jahre des Bismarck'schen Re- Straßenkämpfe ist noch keine Regierung gestürzt worden, giments geschah, so ist dies noch lange nicht ein An- die über eine disziplinirte Armee verfügt, und heller zeichen dafür, daß sich der Kurs verändert hat. Die Wahnsinn wäre es, mit Hilfe einer derartigen Revo- Lebensmittel für 2 Wochen: neuen Geseze in Deutschland wie in Preußen haben lutionsspielerei auf einen Sieg unserer Sache zu rechnen. gerade so wenig mit Liberalismus etwas gemein, wie Für die Sozialdemokratie handelt es sich auch gar nicht diejenigen, welche früher unter Bismarck entstanden sind. um Revolutionsmache, sondern darum, die Resultate kräftig Und was ferner die Aufhebung des Sozialistengesezes festzuhalten, welche ihr durch einen etwaigen Zusammenanbetrifft, so geschah dieselbe nicht aus Entgegenkommen bruch der bürgerlichen Herrschaft einmal in den Schoß für die Sozialdemokratie, sondern in der Erwartung, daß fallen werden. Das wird um so nöthiger sein, als es man ohne jene Handhabe und mit Hilfe von Schein- in jenem Augenblick nicht an kapitalistischen Scharwerkern reformen die Sozialdemokratie eher bezwingen würde. fehlen wird, welche die Klassenherrschaft von neuem aufDoch selbst in dem günstigsten Falle, wo die Re- zuzimmern bestrebt sein werden. Wir müssen darum gierung in Deutschland bezw. Preußen liberalisirende immer auf Vorposten sein, auch wenn uns jener AugenAllüren annehmen sollte; wo also in der That unter blick in der Gegenwart noch so entfernt erscheinen mag. Führung der liberalen Parteien eine neue Aera anbrechen würde, hätte das Proletariat immer noch keine Veranlaffung, sich zu einem„ neuen" Kurs zu beglückwünschen. Für die Sozialdemokratie wird der Kurs stets der alte bleiben. Für uns besteht der Unterschied zwischen konservativer, liberaler oder demokratischer Regierung einzig darin, daß wir mit etwas mehr oder weniger Beschränkt heit, mit mehr oder weniger Polizei regiert werden. Arbeiterbudgets. Salz, Saife, Stärke, Betroleum. Eier, Gemüse, Kartoffeln Wein, Bier, Tabak Miethe( eigenes Haus). Kleider Schuhe Brennmaterial Ausgabe Einnahme pro Jahr. " 1,60 5,50 " 3" 1 " 4, " 2,30 " 1,60 1,60 " 1,10 Mt. 28,85 750 10 90 94 81 13 10 Sa. 1038 10 803 260 Steuern, Versicherung und Schulgeld Unter dem Titel„ Zehn Arbeiterbudgets" ist von Arzt und Apotheke May May eine kleine Schrift erschienen, in welcher die Zinsen auf das Grundstück Wohlfahrtseinrichtung eines Fabrikanten geschildert ist, verdienst des Mannes der nach einem festen System seinen Arbeitern Zuschüsse Baarzuschuß des Arbeitgebers Ein aufrichtiges Entgegenkommen, und sei es nur in für die Zeit zahlt, wo sie sich, weil die Kinder noch nicht beschränktem Maßstabe, hat die Sozialdemokratie von mitarbeiten können und auch die Mutter von der Arbeit keiner bürgerlichen Regierung zu erwarten. Was eine abhalten, in Noth befinden. solche etwa noch in Zukunft für die arbeitende Klasse Wir entnehmen der Arbeit, die ein treffliches MaErsprießliches thun sollte, thut sie im Drange der Ver- terial bietet, vier Budgets, und zwar zwei von den besthältnisse, aus Furcht vor der immer stärker anwachsenden gestellten und zwei von den schlechtest gestellten Arbeitern. sozialdemokratischen Bewegung, und die Sozialdemokratie M. H. Spinner hat zwei Kinder von 7-9 Jahren. hat deshalb durchaus keinen Grund, der Regierung be- Die Schwiegermutter verwahrt die Kinder. sonderen Dank zu votiren und ihren„ neuen" Kurs zu belobigen. Derselbe würde sich sofort in Reaktion verwandeln, sobald die Pression von außen aufhört. Aber nicht nur allein aus bloßer Angst vor dem Mehl Mt. 7,12 rothen Gespenst kann sich eine Regierung genöthigt sehen, Reformmaßregeln zu ergreifen. Hätten wir in Deutsch- Lebensmittel für die Lohnperiode von land einen frischen, fröhlichen Kampf der bürgerlichen 2 Wochen: Brod. Parteien untereinander, so wäre es wohl denkbar, daß bei diesem Kampf auch etwas für das Proletariat ab- Milch fallen würde, das in seiner parlamentarischen Vertretung Fleisch die Rolle des Schiedsrichters übernehmen könnte. Doch Schmalz, Butter, Del, Fett. Thorheit wäre es alsdann, einer kapitalistischen Regie Staffee, Cichorie, Spezereirung die Vortheile in die Schuhe zu schieben, welche aus Salz, Seife, Stärke dem Anwachsen oder der geschickten Taktik der Sozial- Petroleum demokratie allein resultiren. waaren 10 80 60 Summa 1063 80 Gesammteinnahme auf den Arbeitstag: 3,50 m., mithin pro Kopf 50 Pfg. Jährlicher Ueberschuß: 25,70 Mt. A. S., Schreiner, hat fünf Kinder von 1-8 Jahren. Die Frau besorgt den Haushalt. anderes Fett Ausgabe Einnahme Ausgabe Einnahme pro Jahr. Lebensmittel für die Lohnperiode von 2 Wochen: pro Jahr M. Pf| M. Bf Mt. Pf. Mt. Pf. Brod. M. 7,50 Mehl " 1,40 Milch " 6,16 Fleisch " 1,96 -, 66 Schmalz, Butter, Del und " " 4,20 " 4,05 " 3,90 Kaffee, Zichorien, Spezerei" 5,68 waaren 2,30 " Salz, Seife, Stärke " 0,96 " 2,46 Petroleum 11 0,48 " 1,10 Eier, Gemüse, Kartoffeln 2,40 " " -, 65 Wein, Bier, Tabak " 2,64 1,93 " M. 29,85 776 10 6,32 Miethe 100 20 " Summa: Mt. 347,02 884 52 Kleider 84 Schuhe 60 Brennmaterial 87 76 58 50 Summa: 1173 88 848 260 145 Summa: 1253 Eier, Kartoffeln, Gemüse. Wein, Bier, Tabak. 1111811 80 50 65 8 60 20 30 Summa: 1138 10 900 500 Arzt und Apotheke. Binsen, Abzahlungen und Vergnügungen Wir sind immer gewohnt gewesen, weil es unserer geschichtlichen Auffassung entspricht, eine Regierung, sei sie bureaukratisch oder konstitutionell, als den vollziehen- Miethe( hat eigen Haus). Kleider den Ausschuß der herrschenden Klasse zu betrachten. Der Schuhe Kapitalismus aber wird niemals aus freien Stücken selbst Brennmaterial die gemäßigsten Forderungen der Arbeiterklasse als ge- Steuer, Versicherung, Schulgeld rechtfertigt anerkennen; ergo ist eine Regierung, vor allem eine fonstitutionelle, nicht in der Lage nach eigenem Ermessen dem Proletariat gegenüber in einen neuen Kurs einzulenfen. Wir müßten erst unsere Doktrin umstoßen, Verdienst des Mannes. dadurch, daß wir den Materialismus in der politischen Geschichte verwerfen, ehe wir uns zu der Anschauung aufzuschwingen vermöchten, daß ein neuer Kurs contre coeur des Kapitalismus denkbar wäre. Wir werden je- Gesammteinnahme auf den Arbeitstag: Mt. 4,66, doch den neuen Kurs haben, sobald wir zur politischen per Kopf: Mk. 1,17. Ein Ueberschuß von Mt. 262 Macht herangereift sind, und dann mit oder ohne Herrn ergiebt sich hieraus, der angelegt wird. v. Caprivi. " der Frau Kinder " Nebenverdienst Die Sozialdemokratie steht auf dem Boden des Joh. G., Spinner, hat 2 Kinder von 1-4 Jahren. Klassenkampfes, und auf diesem Boden giebt es kein Die Frau besorgt den Haushalt und die kleine LandTransigiren. Verlassen wir diese Basis und erkennen wirthschaft. wir an, daß auch eine kapitalistische Regierung geneigt und befähigt sei, wirkliche Sozialreform aus eigenem Antriebe zu treiben, so würde die Sozialdemokratie in fürzerer oder längerer Zeit durch den Scheinsozialismus der herrschenden Klasse in alle Winde verweht werden. Die So2 Wochen: M. 6, zialdemokratie würde alsdann den Entwicklungsgang des Lebensmittel für die Lohnperiode von Urchristenthums gehen, das durch die herrschenden Klassen im Laufe der Zeit verfälscht aus einer sozialen Bewegung Brod der Unterdrückten zu einem Herrschaftsinstrument der Mehl Mächtigen dieser Erde wurde. Hüten wir uns also vor Milch jeder Verdunklung unserer Grundsätze, damit nicht die Schmalz, Butter, Del und Zukunft noch die Formel finde, unter welcher der So- andere Fette. zialismus nach mannigfachen Wandlungen der herrschenDen Klassen noch recht angenehm gemacht werden waaren fönnte. Fleisch " 1, 2 4,50 " 3,50 Kaffee, Cichorie und Spezerei" 3,40 3, " " -, 80 " , 36 " 2, 3,40 M. 27,96 Salz, Seife, Stärke Betroleum Unsere Aufgabe kann es daher nun und nimmer sein, Gier, Gemüse, Kartoffeln die sogenannte geistige Revolution in die Reihen der Wein, Bier, Tabak Kapitalisten zu tragen und dort Proselyten zu machen versuchen. So angenehm und willkommen uns jeder ka- Miethe pitalistische Ueberläufer ist, wenn er vom Scheitel bis zur Kleider Schuhe Sohle mit unseren Grundsäzen durchtränkt ist, so liegt Brennmaterial es andererseits doch auf der Hand, daß der Kapitalismus Steuern, Versicherung, Schulgeld en masse die sozialistische Bewegung von Grund auf Arzt und Apotheke forrumpiren würde. Beschränken wir uns auf die Mil- Zinsen, Abzahlungen lionen Proletarier, die Handarbeiter sowohl als die in Verdienst des Mannes. telleftuellen Arbeiter; flären wir sie auf, sammeln wir sie um unsere siegreichen Fahnen, exerziren wir sie in den Prinzipien des Klassenkampfes und der Sieg wird nicht fehlen. " P der Frau durch die Landwirthschaft der Kinder Nebenverdienst. Ausgabe. Steuer, Versicherung, Schulgeld Arzt und Apotheke Zinsen, Abzahlungen Verdienst des Mannes Baarzuschuß des Arbeitgebers Zuschuß durch Freisuppen aus der Fabrikküche Einnahme pro Arbeitstag: 4,17 M., pro Kopf 59 Pf.; jährlicher Ueberschuß 80 M. Die Budgets sind in mehr als einer Beziehung lehrreich. Wir wollen hier nur einen Punkt hervorheben. Als auf dem Halleschen Kongreß erklärt wurde, daß das„ eherne Lohngeset" nicht mehr mit dem Stand der Wissenschaft übereinstimme und als in unsern Blättern dann das, was Mary an die Stelle gesetzt hat, erörtert wurde, waren die bürgerlichen Zeitungen sehr verwundert. Das eherne Lohngesez behauptet, daß der Lohn im Durchschnitt immer so viel betragen muß, als der Lebensunterhalt der Arbeiter ausmacht; nach der Maryschen Formulirung steht der Lohn für die Arbeiter als Gesammtklasse dauernd unter dem für den Lebensunterhalt NothPf. wendigen. Einnahme. pro Jahr Mr. Pf Mt. 762 96 84 50 48 55 10 Summa 848 75 62 985 An den Budgets hat man einen klassischen Beweis. Die geschilderten Verhältnisse sind exceptionell gute. Der Unternehmer zahlt die höchsten Löhne, die Arbeiter sind ständig beschäftigt und im Bedarfsfall erhalten sie Zuschüsse. In der Broschüre heißt es: „ Nach oben gemachten Erfahrungen sind es nur Familien mit mehr als drei kleinen Kindern, die Zuschüsse bedürfen, und der Durchschnitt eines deutschen Haushaltes ist nur drei Kinder oder genau noch weniger." Die Lebenshaltung, wie sie sich nach den Budgets vermuthen läßt, ist ja noch lange nicht die schlechteste; aber immerhin doch auf keinen Fall mehr, wie eben genügend. Wenn man bloß eine Mark für Fleisch die Woche ausgiebt, so ist das doch sehr wenig. Immerhin wird man den Angaben des Verfassers Glauben schenken müssen, daß die so genährten Arbeiter gesund sind. Die sehr günstigen Verhältnisse der Familie M. H. sind( unter normalen Verhältnissen) offenbar so selten, daß sie nicht in Betracht kommen können. Das Verdienst sowohl der Mann wie der Frau ist im Verhältniß hoch, sie haben keine Miethe zu zahlen, bloß zwei Kinder, eine bedürfnißlose erwachsene Person, die die häuslichen Arbeiten besorgt u. f. f. Joh. G. wird als bester Typus des günstiger fituirten Arbeiters zu bezeichnen sein. Wie das Proletariat einmal den Sieg davontragen wird, das ist freilich eine Frage der Zukunft, die heute Niemand zu beantworten im Stande ist; alles wird von Und nun sehe man sich das Budget an: 1. sein Gesammteinnahme auf den Arbeitstag 3,28 M.; Arbeitgeber zahlt gute Löhne; 2. er hat nur zwei Kinder; dem Grade der politischen und wirthschaftlichen Entwick pro Kopf 82 Pf.; Ueberschuß 3 Mt. 4 Pf. pro Jahr. 3. die Lebenshaltung ist die denkbar einfachste, gerade genügend, daß die Familie die natürlichen Bedürfnisse über dem Durchschnitt steht, während diejenige der Kassen Verkehrt wäre es, aus den höheren Unfallziffern der befriedigt, während für einen Lebensgenuß fast gar nichts der längsten Unterstüßungszeit unter denselben sinkt. Den Schweiz gegenüber Deutschland zu schließen, daß in der mehr übrig bleibt; 4. die Frau verdient noch außer ihrer umgekehrten Weg macht die Verhältnißziffer der Kranken- Schweiz mehr Unfälle passiren als in Deutschland. Nach Wirthschaftsthätigkeit; 5. der Mann hat noch Nebenver- tage per Mitglied und durchschnittlichen Dauer der Krank- Ansicht des Arbeitersekretariats beruhen die höheren dienst und Alles in Allem ergiebt sich ein Ueberschuß heiten. Da nicht wohl anzunehmen ist, daß man es mit Biffern der Schweiz in der Thatsache, daß die schweize drei Klassen von Leuten zu thun hat, die durch die Sta- rische Unfallstatistik vollständiger ist, als diejenige in von 3 Mark und 4 Pfennigen das Jahr! Nun haben es die geschilderten Arbeiter insofern tuten der Krankenkassen abgetheilt sind, von denen die Deutschland, da die Krankenkassen alle kleineren Unfälle glücklich, als sie beständig Arbeit haben. Das ist be- kleinste ungefähr auf dem Durchschnitt steht, die zweit angegeben haben, während in Deutschland ein nicht unfanntlich nur sehr selten der Fall. Rechnen wir die Re- größte weniger Erkrankungen, aber mehr Krankheitstage beträchtlicher Theil derselben unbekannt bleibt. fast die Hälfte sämmt- Von der Unfallhäufigkeit unterschieden ist die Unservearmee, die längere oder nur kurze Zeit Arbeitslosen hat, während die größte Kasse viele Erkrankungen aber fallschwere. Die Rangordnung der Berufsarten nach zusammen, so können wir gewiß auf jeden Textilarbeiter licher Mitglieder umfassend, jährlich 4 Wochen Arbeitslosigkeit rechnen. Wir nehmen mit furzer Dauer aufweist, so darf aus dieser Darlegung dieser gestaltet sich dermaßen, daß an der Spitze die Ardie allergeringste Zahl an. wohl geschlossen werden, daß eine Unterstüßungszeit von beiter der Straßen- und Wasserbauten stehen. Bei ihnen Wenn er nun 12 Monate Arbeit hat, so verdient nur drei Monaten und gar noch darunter in einer er tommen auf 100 normale Arbeitstage 5,86 Unfalltage. der Arbeiter gerade so viel, als er braucht. Woher nimmt heblichen Zahl von Krankheitsfällen ungenügend ist und Ebenso schwer sind die Unfälle für Arbeiter der Schiffer das Zwölftel, das ihm fehlt? daß in solchen Fällen auf Unterstützung verzichtet werden fahrt, Brauerei und Forstwirthschaft. Es folgen mit vier Zum Theil muß es abgedarbt werden; das ist über- muß, ehe eine Heilung eingetreten ist. Da dies dem Unfalltagen auf 100 normale Arbeitstage die Dachdecker all bei den verhältnißmäßig furze Zeit Arbeitslosen der eigentlichen Zweck der Krankenversicherung nicht entspricht, und Kaminfeger; mit drei die Arbeiter in Hafnereien, Fall; da wird in der Zeit, wo es Arbeit giebt, vom sollten spätere Normativbestimmungen für die Kranten- Papierfabriken, im Bergbau und in Steinbrüchen, außerMunde abgespart, damit man etwas zuzusehen hat", versicherung darauf Rücksicht nehmen und bezüglich der dem Säger und Zimmerleute. Nun folgen Maurer und und wenn wieder Arbeit ist, wird gespart, um die Unterstützungsdauer jedenfalls über die Bestimmungen des Gypser mit 2,64 Unfalltagen, Gießer mit 2,55, Gerber mit 2,43, Schmiede 2,33, Lithographen 2,30, Fuhrleute Schulden zu bezahlen, die in der arbeitslosen Zeit ge- deutschen Krankenversicherungsgesetzes hinausgehen. Das wichtigste Ergebniß der Arbeit ist die Statistik 2,28, Wagner und Schreiner in mechanischen Werkstätten macht sind. Bei denen, die länger arbeitslos sind und direkt auf die Landstraße geworfen werden, muß das über die Rangordnung der Berufsarten nach der Unfall- 2,25, Eisenbahnarbeiter 2,21, Küfer 2,02, Steinhauer Betteln aushelfen, das Vagabondiren. häufigkeit. Hier stehen die Arbeiter der Forstwirthschaft 1,96, Megger 1,90, Landwirthschaftliche Arbeiter 1,88, und Gießerei oben an. Auf hundert Personen kommen Post- und Telegraphenangestellten 1,85, Dreher 1,80, hier 13,50 resp. 13,24 Unfälle. Ihnen folgen die Wag- Ziegler und Cementer 1,43, Gärtner 1,30, Spengler Die schweizerische Unfall- Statistik. ner und Schreiner in mechanischen Werkstätten( 10,73), 1,28, Arbeiter in den übrigen chemischen Industrien 1,24, H. M. Vor kurzem ist eine neue, sehr fleißige und Arbeiter der Lebensmittelindustrien( 10,40), Dreher( 10,21). Personen ohne Beruf 1,23, Baumwoll- Spinner 1,08, dankenswerthe Arbeit über die schweizerische Unfallstatistik Schmiede( 9,31), Eisenbahnarbeiter( 8,16), Maurer und Hilfsarbeiter in mechanischen Werkstätten 1,07, Handelerschienen, die aus dem schweizerischen Arbeiter- Gypser( 7,99), Bergbau, Steinbrüche( 7,31), Brauerei Wirthschaftsangestellte 1,01. Weniger als einen Unfallssekretariat, dem Organ des allgemeinen Gewerkschafts-( 6,67), Säger und Zimmerleute( 6,35), Straßen- und tag auf 100 normale Arbeitstage weisen folgende Berufsbundes hervorgegangen ist. Sie enthält das Resultat Wasserbau( 6,31), Schiffahrt( 5,71), Hilfsarbeiter in arten auf: Bleicherei und Appretur 0,97, Schreiner und der zu diesem Zweck veranstalteten privaten Enquete und mechanischer Werkstätte( 5,16), Dachdecker und Kamin- Drechsler 0,95, Färberei und Druckerei 0,89, Schneider bringt in einer großen Reihe von Tabellen, die nach den feger( 5,14), Fuhrwesen( 4,89), Schlosser und Mechaniker 0,86, Schlosser und Mechaniker 0,85, Lehrer 0,66, Sattler verschiedensten Gesichtspunkten bearbeitet sind, die Körper-( 4,69), Steinhauer( 4,61), Gerberei( 4,50), Uebr. che- und Tapezierer 0,57 u. s. w. Nur ganz leichten Unverlegungen und Tödtungen von Mitgliedern schweizerischer mische Industrie( 4,26), Landwirthschaft( 3,90), Küfer fällen sind ausgesezt Beamte und Polizisten( 0,27), Kranken- und Hilfskassen während der drei Jahre 1886( 3,87), Schreiner und Drechsler( 3,49), Spengler Baumwollen- und Seidenweber( 0,26 bis 0,21), Tabakbis 1888 zur Darstellung. Der Arbeiterjekretär Herr( 3,08), Megger( 3,08), Papierfabrikation( 3,07), Bieg- arbeiter und Buchbinder( 0,04). Diese Rangordnung G. Greulich hat sich damit ein entschiedenes Verdienst ler und Cimenter( 3,03), Müller( 2,80), Hafner der Berufsarten nach ihrer Unfallschwere ist insofern von für die in der Schweiz geplante Kranken- und Unfall-( 2,74), Wolle- und Leinen- Industrie( 2,72), Post- und praktischer Bedeutung, als sie die Aufstellung eines versicherungsgesetzgebung erworben. Telegraph( 2,35), Gärtnerei( 2,24), Baumwoll- Spinnerei Gefahrentarifs ermöglicht, wie ein solcher bereits für ( 2,22), Lithographie( 2,16), Färber und Drucker( 2,14), Desterreich eingeführt ist. Von Interesse ist noch die vergleichende Darstellung Feilenhauer und Schleifer( 1,95), Uebr. Bekleidungsindustrie( 1,91), Handel und Wirthschaftswesen( 1,72), über die Krankheitshäufigkeit der Arbeiter in verschiedenen In Frankreich kamen während der Jahre Sattler und Tapezierer( 1,63), Maler( 1,50), Bleicherei Ländern. und Appretur( 1,33), Beamte und Polizei( 1,31), Schuh- 1881-85 jährlich auf je 100 Personen 25,03 Erfranmacher( 1,29), Uhrmacher( 1,14), Bäcker( 1,09), Buch- kungen und 4,56 Krankentage auf je eine Person. Frankdruckerei( 1,02). Weniger als ein Unfall kommen auf reich ist von allen Ländern, die hier in Betracht kommen, 100 Personen bei Lehrern, Tagelöhnern, Buchbindern, am günstigsten gestellt. In Deutschland kamen Baumwollenwebern, Schneidern, Stickern, Dienstboten 1885 auf je 100 Berf. 43,16 Erkrant.; auf je 1 Perf. 6,07 Krankentage Seiden- und Tabakarbeitern. Das Material, welches der Statistik zu Grunde gelegt ist, erscheint als ein sehr bedeutendes, wenn man bedenkt, daß die Erhebungen durchaus auf Freiwilligkeit beruhten. Es machten nämlich Angaben 1886 von 1423 bestehenden Kassen 1131 1887 1888 11 1473 1502 " " 1227 1290 " 99 1886 " " " 1 1887 40,09 37,73 " " " 1 " 1 6,15 5,88 27 11 17 " " " " " " 32,65 " 17 " " " 1 " " 5,47 So ist es denn gelungen, ein sehr umfangreiches Material zu sammeln, das einige sehr werthvolle Dar stellungen gestattete und sogar eine Gefahren- Klassifikation Vergleicht man diese Zahlen so weit es möglich ist auszuarbeiten ermöglichte, die wenn auch nicht in allen Einzelheiten, so doch im großen Ganzen als zutreffend mit denen der deutschen Unfallstatistik, fo findet man, 1888 bezeichnet werden kann. Auf einen Punkt wollen wir daß die der schweizerischen durchschnittlich höher sind. hier nur eingehen, da er uns einen Mangel im Italien, Belgien und Dänemark stehen ungefähr auf Eine annähernd gleich hohe Unfallziffer wie die deutschen Krankenkassengesetz aufdeckt. Herr Greulich ist Forstwirthschaft der Schweiz, haben in Deutschland die derselben Stufe wie Deutschland. Eine größere Anzahl zu dem Resultat gekommen, daß eine Unterstüßungszeit staatlichen Seeschifffahrtsbetriebe. Die niedrigste Ziffer von Erkrankungen weisen dagegen England und Destervon drei Monaten und weniger nicht genügt, um in weist auch in Deutschland die Tabakindustrie auf. In vielen Fällen eine Heilung zu bewirken. Er gelangte der folgenden Tabelle werden, soweit es angängig, ver dazu, als er die Zahl der in den drei Jahren 1886 bis schiedene Berufsarten in der Schweiz wie in Deutschland 1888 vorgekommenen Erkrankungen der Krankenkassen- auf ihre Unfallhäufigkeit perglichen. mitglieder addirte und nach ihrer Unterstüßungsdauer gruppirte. Es geschah dies in folgender Tabelle: ihrer Unterstützungszeit heiten Eisenbahnen Auf je 100 Personen tamen Unfälle in Deutschland in der Schweiz 1886-88 4,13 reich auf. In Bezug auf die in der Schweiz staatlicherseits einzuführende Krankenversicherung spricht sich Greulich für freie Organisation und Selbstverwaltung der Arbeiter aus, er weist mit Recht auf Deutschland hin, wo ein beträchtlicher Theil der Versicherten lieber auf die Beiträge der Geschäftsinhaber verzichtet, als auf die freie Organisation und Selbstverwaltung. „ Nach welchen Grundsäßen immer die Krankenver sicherung in der Eidgenossenschaft geregelt werde, auf diese beiden Grundlagen der freien Organisation und der Selbstverwaltung wird sie nicht verzichten dürfen, sobald sie den Versicherungszweck mit dem möglichst haushälteri2,74 schen Maß von Mitteln erreichen will." 0,00-3,86 1,14-4,12 0,59-3,14 6,493,10 7,12 1,68 7,42 1,80 • StrankenKassen nach der Dauer Zahl der Mitglieder Unter 3 Mon. 3 " 3-5 5-6 Mehr als 6, Zahl der Er= franfungen 53 391 16 795 130 898 42 414 64 177 20 385 Zahl der Krankentage Erkrant Kranungen tentage auf 100 auf je Mit ein Mitglieder glied Durch schnittliche Dauer der Strant Berufsarten oder Gruppen 1886 1887 1888 Baugewerbe 8,16 4,68 3,91 252 678 31,4 4,7 15,1 Bergbau, Steinbr. 648 756 32,4 5,0 15,3 Schifffahrt. 7,31 5,71 392 658 31,8 6,1 19,3 Fuhrwesen. 4,89 2,88 " 77 379 22 721 474 398 29,4 6,1 20,9 Papierfabrikation 3,07 2,63 2,77 2,97 " 1 183 281 48 797 1366 739 26,2 7,5. 28,0 Ziegelei 3,08 0,47 0,65 0,69 Unbestimmt 41 523 10 560 264 963 25,5 6,4 25,1 Müller 2,80 1,96 2,08 2,22 Textilindustrie( ohne 6,2 21,0 Seide) Buchdruckerei Seidenindustrie Total 550 649 161 672 3 400 192 29,4 Herr Greulich bemerkt dazu: Interessant ist, daß die Zahl der Erkrankungen in Bekleidung. den Krankenkassen mit einer fürzeren Unterstützungszeit Bei der Landagitation machen die Sozial-| demokraten den Fehler, daß sie auf das religiöse Moment zu wenig Gewicht legen. Das hat Christus seiner Zeit unleugbar besser verstanden. Es ist ferner ein großer Frrthum, die Bauernfriege für reine Interessenkämpfe zu halten; die Religion spielte eine wesentliche Rolle, sie war der Boden, aus dem die Bauern ihren Muth zogen. Mit der Religion, die in der Darwin'schen Weltanschauung liegt, werden wir auch das Landvolk gewinnen. Billiger und doch guter Z. Käse. Gofft. Holländer Käse à Centner. Sollt. Limburger Kafe à Centner.. Solit. Edamer Safe à Centner...... M. 26. M. 25. M. 32. ab bier gegeu Nachnahme empfiehlt Julius Werner, Neumünster i. H. unb M. 4.20. 10 Pfund- Probepoftcolli M. 3.60 und M. 3.50 福 Tabakindustrie 1,14-2,92 1,16-2,06 Briefkasten. Unsere Freunde werden ersucht, uns behufs weiterer 0,66-2,72 0,61-1,20 0,63-1,23 0,2-1,89 Verbreitung des Blattes Adressen von solchen Personen anzugeben, welche eventuell abonniren würden. Agitationsnummern versenden wir gratis und 1,02 0,70 0,72 0,79 0,59 0,64 0.52 0,53 0,31 0,44 1,14 0,22 0,20 0,94 franto. 0,14 0,41 Fachverein der Tapezierer Berlins und Umgegend. General- Versammlung am Montag, 20. Juli, Abds. 9 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über Charles Fourier. 2. Diskussion. 3. Vierteljahresbericht des Vorstandes und des Kassirers. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Sonnabend, den 18. Juli 1891, in der ,, Nenen Welt", Hasenhaide: Grosses Sommer- Fest Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. beluftigungen aller Art. Kinderberbunden mit großem Konzert. Gr. Ball im Bal champêtre. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffee- Küche ist von 2 Uhr an geöffnet. Anfang des Konzertes 4 Uhr, des Tanzes 6 hr.- Gutree 30 Pfg. Billets find in allen mit Plakaten belegten Handlungen, im Arbeits- Nachweis, Schützenstraße 18/19 und bei allen bekannten Kollegen zu haben. Kollegen und Genossen ladet freundlichst ein Das Comité. Gera. Wer von den Parteigenossen den Vertrieb der„ Berliner Volks- Tribüne" übernehmen will, möge sich an Unterzeichnete wenden. Die Expedition. Empfehle den Parteigenossen meine Cigarren eigener Fabrik aus rein amerik. Tabak, 25 Cigarr. 1 Mt. Tabak und Cigaretten. Julius Ulbrich, Sklalikerstraße 41, nahe Lausitzerpt. Nächster Tage erscheint Heft 17-18 der Familien Bibliothek = mit dem Bilde des österreich. Parteitages, worauf wir alle Genossen jetzt schon aufmerksam machen. Bestellungen wolle man gefälligft an die Administration der Familien- Bibliothek" Wien VII., Kaiserstraße 117 richten. Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß, empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstr. 18, Ecke der Stettinerstrasse. Ich habe keine Filialen und stehe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Bitte daher genau auf Firma zu achten. D Verantwortlicher Redatteur: Paul Erust, Berlin. Verleger und Drucker: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 29. Der gute Wille. Gern will ich sein ein Rather, Verlangt nur keine That Ich bin Familienvater Und auch Geheimerrath. Ja freilich, beides bin ich, Das macht mir viele Bein Ich bin gewiß freisinnig, Wie's einer nur kann sein. Hätt' ich nicht Frau und Kinder, Da wär's mir einerlei, Vorsichtig wär ich minder, Spräch auch noch mal so frei. Doch ein Familienvater Der Punkt ist delikat, Und noch viel delikater Ist ein Geheimerrath. Hoffmann von Fallersleben. Was sollen wir also thun!*) Bon Graf Leo Tolstoi. Deutsch von August Scholz. I. Ich habe mein ganzes Leben außerhalb der Stadt zugebracht. Als ich im Jahre 1881 zu längerem Aufenthalte nach Moskau übersiedelte, erregte das städtische Sonnabend, den 18. Juli 1891. V. Jahrgang. Ich verließ die Wachtstube. Im Hausflur traf ich sammen bei einem Hauswirth allerhand altes Gerümpel den Polizisten, der den Bettler eingebracht hatte; er saß zu Brennholz zersägt und zerspalten. Nachdem sie diese auf der Fensterbrüstung und blickte in eine Art Notiz- Arbeit beendet hätten, seien sie auf neue Arbeit ausbuch. Ich fragte ihn: „ Ist es wahr, daß in Moskau den Bettlern verboten ist, in Christi Namen um Almosen zu bitten?" Der Polizist fuhr aus seinem Buche empor, blickte mich eine Weile stirnrunzelnd an und sagte, indem er sich auf der Fensterbrüstung zurechtseẞte: Die Obrigkeit befiehlt's,' s wird also wohl in Ordnung sein." Dann wandte er sich wieder seinem Notizbuche zu. Ich trat auf die Haustreppe hinaus. ,, Na, haben sie ihn behalten?" fragte der Droschkenkutscher, der den Bettler gebracht hatte. Offenbar interesfirte auch ihn das Schicksal des Wassersüchtigen. ,, Sie haben ihn behalten," antwortete ich. Der Droschkenkutscher schüttelte den Kopf. Wie ist denn das hier bei Euch in Moskau?" fragte ich.„ Es ist wohl hier verboten, in Christi Namen um etwas zu bitten?" ,, Wer mag's wissen," versetzte der Kutscher. " Wie geht denn das zu?" fragte ich." Der Bettler ist doch Christi Bruder, und man bringt ihn hier auf die Wache?" gegangen, doch hätten sie keine gefunden; sein Arbeitsgenosse habe sich von ihm getrennt, und nun treibe er sich bereits die zweite Woche ohne Arbeit umher, habe seine letzte Ropeke verzehrt und könne sich nicht einmal eine Säge kaufen. Ich gab ihm Geld auf die Säge und nannte ihm den Ort auf den Sperlingsbergen, an dem er sich zur Arbeit einfinden sollte. Mit Peter und Semjon hatte ich bereits vorher abgemacht, daß sie einem Arbeitsgenossen, den ich ihnen etwa zusenden würde, Beschäftigung zuweisen sollten. ,, Komm' nur hin," sagte ich zu dem Bettler,„ dort giebt's viel Arbeit." ,, Gewiß, komm' ich, freilich werd' ich kommen. Ist's denn ein Vergnügen, sich so herumzuschlagen? Gern werd' ich arbeiten." Er versicherte mir heilig und theuer, daß er kommen würde, und ich glaubte wirklich, daß er Lust habe, zu arbeiten und mich nicht betrüge. Am nächsten Tage komme ich zu meinen beiden Bekannten auf den Sperlingsbergen und frage, ob der Mann gekommen sei. Nein, er ist nicht gekommen," luutete die Antwort. " Das ist heutzutage alles anders, man erlaubt nicht Und so haben mich noch mehrere betrogen. Manche zu betteln," antwortete der Kutscher. hatten mir vorgelogen, sie brauchten nur Geld auf ein Billet, um nach Hause zu fahren; ich gab ihnen das Elend in hohem Grade meine Verwunderung; es war für die Bettler zur Wache und darauf nach dem Jussupowder Straße. Viele von ihnen erkannten mich wieder und Ich war später noch mehrmals Beuge, wie die Polizisten Geld, und acht Tage später traf ich sie doch wieder auf mich etwas Neues und Unverständliches. Man kann in Moskau nicht eine einzige Straße durchschreiten, ohne auf dem Fleischmarkte eine ganze Schaar solcher Bettler, und versuchten es noch einmal mit demselben Betruge. schen Arbeitshause brachten. Eines Tages traf ich auf gingen mir aus dem Wege; andere erkannten mich nicht eine Anzahl Bettler zu stoßen, und zwar auf Bettler von ganz besonderer Art, die den Bettlern des Dorfes gegen dreißig Mann. Vor ihnen und hinter ihnen Ich wußte jedenfalls so viel, daß es in der Mitte dieser durchaus unähnlich sind. Es sind dies keine Bettler mit schritten Polizisten einher. Ich fragte, was jene ver- Leute viel Betrüger giebt; aber auch diese Betrüger dem Bettelsack, die in Christi Namen um Almosen bitten. brochen hätten, und ich erhielt zur Antwort, daß sie geswaren recht klägliche, elende Menschen, halbnackt und Bettler ohne Bettelsack und ohne den Namen Chriſti auf verboten war, um Almosen zu bitten, obschon in jeder aus der sich die Erfrorenen und Erhängten rekrutiren, So wußte ich denn, daß es in Moskau geseßlich mager und krank. Es war das jene Klasse von Menschen, den Lippen. Die Moskauer Bettler tragen keinen Sack Straße und Gasse dieser Stadt eine ganze Anzahl von von denen wir täglich im Polizeibericht der Zeitungen leſen. und bitten auch nicht ohne weiteres um Almosen. Sie Bettlern anzutreffen ist und zur Zeit des Gottesdienstes, bemühen sich zumeist, wenn man an ihnen vorüberkommt, namentlich aber bei Begräbnissen, die Kirchthüren von Beiträge zur deutschen Kultur- u. Literaturmit ihrem Blick dem Blicke des Vorüberschreitenden zu denselben schaarenweise umstanden werden. begegnen. Und je nach dem Blick, den man ihnen zuwirft, bitten sie oder bitten sie nicht. wie dies unsere Dorfbettler thun, sondern es sind dies bettelt hätten. Weshalb aber werden die einen verhaftet und irgendbon geschichte des 18. Jahrhunderts J. H. W. III. ( Nachdruck verboten.) Ich kenne einen solchen Bettler, einen Edelmann von wo eingesperrt, die andern dagegen weiter in Freiheit geGeburt. Der alte Mann geht langsam einher, indem er lassen? Das fonnte ich durchaus nicht begreifen. Entsich bald auf das eine, bald auf das andere Bein über- weder giebt es unter ihnen gesetzliche und ungesetzliche neigt. Wenn er jemandem begegnet, so neigt er sich auf Bettler, oder es giebt ihrer so viel, daß man nicht im Wilhelm Ludwig Wekhrlin*) war geboren 1739 das eine Bein und macht gewissermaßen eine Ver- Stande ist, sie alle zu verhaften, oder endlich, es tauchen, beugung vor dem ihm Begegnenden. Bleibt derselbe während man die einen verhaftet, immer wieder neue in zu Bothnang in Württemberg als Sohn eines Landstehen, so faßt er an seine Müge mit der Kokorde, verpredigers, studirte zuerst zu Tübingen die Rechte, verließ den Straßen auf. neigt sich nochmals und bringt seine Bitte vor; bleibt der Es giebt verschiedene Arten von Bettlern in aber bald die Universität, diese Klopffechterschule der Andere nicht stehen, so stellt er sich, als ob es nur seine Moskau: die einen betreiben das Betteln mehr gewerbs- Unwissenheit" und ging als Hauslehrer nach Straßburg. besondere Art zu gehen wäre, und er schreitet weiter, mäßig, während die andern auf irgend eine Weise nach 1763 begab er sich von hier nach Paris, studirte die indem er sich in gleicher Weise auf das andere Bein Moskau gerathen sind und wirklich Noth und Elend erneuere französische Literatur und erlangte vermöge seiner dulden. überneigt. Das ist ein wirklicher Moskauer Bettler, umfassenden Bildung und seines sprudelnden Geistes bald 11 Er hat gebettelt," lautete die Antwort. „ Ist denn das verboten?" fragte ich. nur untervon der echten Art. Ich begriff anfangs nicht, weshalb Es giebt unter diesen Bettlern schlichte, einfache Zutritt zu literarischen und selbst zu hocharistokratischen die Moskauer Bettler nicht ohne weiteres um Almosen Bauern und Bäurinnen, die ihre ländliche Tracht bei- Kreisen. Nach neunjährigem Aufenthalt, bitten; später erfuhr ich wohl, weshalb sie nicht bitten, behalten haben. Ich habe häufig solche Personen ge- brochen durch eine kurze Anwesenheit in London reiste doch konnte ich troßdem ihre Lage nicht begreifen. troffen, manche von ihnen sind in Moskau frank ge- er 1772 über die Schweiz und Italien nach Wien, in Als ich einst durch die Afanassi- Gasse ging, war ich worden und konnten, nachdem sie das Hospital verlassen, der Hoffnung, hier eine Staatsstellung zu bekommen. Zeuge, wie ein Polizist einen in Lumpen gehüllten Mann weder Arbeit finden, noch aus Mangel an Reisegeld Es wurde ihm nicht schwer, zu den höchsten Cirkeln Andere haben sich Zutritt zu erlangen, doch gerade hier stieß er auf vieles, von bäuerischem Stande, der an der Wassersucht litt, in nach der Heimath zurückkehren. eine Droschte sette. Ich fragte den Polizisten, weshalb überdies dem Trunke ergeben, und zu dieser Sorte was seine satyrische Ader herausfordern mußte. Ich fand, so schrieb er einem Freunde, kaum ein Dutzend dies geschehe. schien mir auch jener Wassersüchtige zu gehören; andere menschen, welche die französische Sprache verstanden, ja noch waren nicht frank, sondern abgebrannt oder alt, oder mehr, man sprach nicht einmal deutsch, die hochdeutsche Mundart Weiber mit Kindern. Aber ich traf auch ganz ge- wurde verachtet. Der Adel taugte zu nichts, als bei feierlichen Muß wohl verboten sein," brummte der Polizist. sunde, arbeitsfähige Menschen darunter, und diese ge- Gelegenheiten Espaliers von Perrücken zu bilden. Der dickste Bauch und das reichste Kleid waren das hauptsächlichste VerDie Droschke mit dem Wassersüchtigen und seinem funden, arbeitsfähigen Bettler intereſſirten mich ganz dienst. Es war die Zeit der Unwissenheit, des Hochmuths, der bewaffneten Begleiter fuhr davon. Ich nahm eine zweite besonders. Steifheit, der Barbarei. Niemand fragte nach Kenntnissen, nach Droschte und folgte der ersten. Ich wollte erfahren, ob Ich hatte seit meiner Uebersiedelung nach Moskau Geschmack, nach Witz, nach Büchern es thatsächlich wahr sei, daß es verboten ist, um ein die Gewohnheit angenommen, ein paar Stunden des Mit allen Waffen seines Spottes traf er diese Almosen zu bitten und worauf dieses Verbot sich gründet. Tages Holz zu sägen, um meinem Körper Bewegung Wiener Gesellschaft in seinen„ Denkwürdigkeiten von Ich konnte durchaus nicht begreifen, wie man einen zu verschaffen. Ich begab mich zu diesem Zweck tag- Wien", die ungeheures Aufsehen erregten, dem freimüthiMenschen verbieten sollte, einen andern um etwas zu täglich nach den Sperlingsbergen, wo ich mit zwei gen Autor aber 6 Monat Gefängniß und Verweisung Das vorige Jahrhundert bitten, und konnte auch nicht glauben, daß ein solches Bauern zusammen arbeitete. Diese beiden Bauern waren aus der Stadt einbrachten. Verbot vorhanden sei, da doch Moskau von Bettlern nur ganz ebenso arm wie jene gesunden Bettler, die ich auf verstand sich, wie man sieht, auch schon auf eine solche so wimmelt. den Straßen traf. Der eine von ihnen war ein früherer Beseitigung von Männern, die durch ihre Wahrheitsliebe Ich begab mich in das Amtsgebäude, nach welchem Soldat aus Kaluga, Namens Peter, der andere, Semjon, unbequem werden. Er ging dann nach Regensburg, aber man den Bettler gebracht hatte. Hier traf ich hinter war ein Bauer aus der Gegend von Wladimir. Sie be- einige Bemerkungen über den„ melancholischen Reichsvereinem Tische der Wachtstube einen Mann mit Säbel und saßen nichts als ihre Kleider auf dem Leibe und ihre fassungskörper" und die Gesandten, die er mit Lampen Pistole. Arme. Mit diesen Armen verdienten sie bei schwerer, unter Hornblenden verglich, machten ihn auch hier un,, Weshalb hat man den Mann in der Droschke harter Arbeit täglich 40-45 Ropeken, wovon sie beide möglich; er zog nach Augsburg, um hier dasselbe Schickarretirt?" fragte ich. noch sparten- der Soldat auf einen Belz und der sal zu erleben, wie in Wien und Regensburg. Hier in Der Mann mit dem Säbel und der Pistole warf Bauer auf ein Eisenbahnbillet zur Rückfahrt nach seinem der Stadt der reichsten Kaufleute war es der dünkelhafte mir einen strengen Blick zu und fuhr mich barsch an: Dorfe. Krämerstolz, die Protektions- Hoffärtigkeit im Bunde mit " Was wollen Sie?" Er mußte sich jedoch gedrungen fühlen, mir irgend eine Auskunft auf meine Frage zu geben, und fügte hinzu: " Die Obrigkeit befiehlt, solche Leute zu arretiren, es wird also wohl so in der Ordnung sein." bettelnd auf der Straße traf, fonnte ich mich nicht ent- ungebundenen Natur zuwider wurden. Er mußte auch Wenn ich nun solche arbeitsfähige, gesunde Männer Unwissenheit und Beschränktheit, die seiner kraftvollen halten, zu fragen, weshalb diese betteln, während andere, Augsburg verlassen und fällte dafür in seinem Buch: Anselmus Rabiosus Reise durch Oberdeutschdie in vollkommen gleicher Lage sind, arbeiten. Traf ich einen solchen Menschen, so fragte ich ihn land ein freimüthiges Urtheil über die Stadt und den gewöhnlich, wie er in eine solche Lage gelangt sei. So Geist ihrer Bewohner. Der Magistrat von Augsburg " Wir brauchen unseren Lesern wohl nicht erst zu sagen, sprach mich eines Tages ein Bettler von bäuerischem verbot das Buch, der von Nördlingen, wo Wekhrlin daß die Anschauungen, welche Tolstoi hier entwickelt, nicht die unserigen find. Auch Tolstoi ist freilich Kommunist, aber auf Aussehen mit leicht angegrautem Barte, im übrigen voll- darnach seinen Wohnsiz aufgeschlagen, fonfiszirte die erste einer ganz anderen Grundlage, wie wir. Trotzdem bringen wir kommen gesund scheinend, um ein Almosen an. Ich Auflage, auf welche dann aber drei andere folgten. Auch den vorliegenden Aufsatz von ihm, als Dokument einer eigen- fragte, wie er hieße und woher er wäre. Er antwortete, in Nördlingen traf ihn der Ausweisungsbefehl, er hatte artigen Sozialphilosophie, die doch immer unser lebhaftes Inter- daß er aus Kaluga stamme und nach Moskau geeffe erwecken wird, auch wenn wir ihr nicht zustimmen, als *) Ueber Wekhrlin eristirt eine Biographie nebst einem ein Meisterwerf intimister psychologischer Beobachtung, und endlich kommen sei, um Arbeit zu suchen. Anfangs habe er Auszug seiner Schriften von Dr. F. W. Ebeling, Berlin 1869, als Ausdruck eines großen und edlen Charakters. Arbeit gefunden er habe mit einem Genoffen zu die wir benutzte. gierungen, der Menschenfreiheit und der Harmonie der Gesetze." Bürgerliche Freiheit definirt Wekhrlin: Vollkommen Herr seiner Handlungen sein, insofern sie innerhalb der Grenzen der Gesetze liegen. Mehr Ausfluß einer hier eine Zeitung," Felleisen" genannt, herausgegeben,| anklebenden Schmuz befreien. sich aber bald mit dem Verleger über die Haltung der- idealen Schwärmerei, eine in seiner Zeit allerdings nicht selben veruneinigt. Wekhrlin zog sich nun 1778 nach gerade seltene Erscheinung ist es, wenn er sagt: nach dem naheliegenden Dorfe Baldingen zurück, das dem„ Wir errichten Arbeitshäuser, Findelhäuser, Geburtshäuser, Aeußerstes Gleichgewicht zwischen den drei Mächten des Fürsten Dettingen- Wallerstein gehörte. Hier in der Stille Heilhäuser, mit einem Wort Zufluchtshäuſer für alle Bedürfnisse Staates, dem Herrn, der Regierung und dem Bolt, ist politische Freiheit. sammelte er eine Reihe eigenthümlicher Gedanken über des Lebens: laßt uns ein Bevölkerungshaus daneben stellen ein Haus, wo unter dem Schatten einer weisen Polizei die Eine Gemeinschaft ist nicht politisch frei, sobald die ausReligion, Staat und Gesellschaft, Gedanken, die sich Liebe das ungetränkte Recht einer feinen und Honetten Herr- übende Gewalt sich des gesetzgebenden Amtes anmaßt, oder wenn zehn Jahre später in der französischen Revolution Sieg- schaft auszuüben vermöge. Ein Tempel der Grazie und des einer Nation die Mittel abgehen, ihren Vorstellungen Nachdruck reich Bahn brachen und die er unter dem Schutz eines Geschmacks müßte es ſein, mitten im Haine der Geheimnisse er zu verleihen. Die bürgerliche Freiheit steht am Abgrund, wenn freidenkenden Landesherrn in zwanglosen Heften zu ver- richtet, ein den schönsten unter den animalischen Funktionen der bie politische Freiheit gestört ist." Gesellschaft gewidmetes Heiligthum, ein dem Staate geweihtes Die Volksstimme ist der Richter der Könige, die einzige öffentlichen begann. So entstanden die„ Chronologen", Institut, ein Asyl für isolirte Herzen, leidende Ehemänner und Macht, welche über ihnen steht. Wenn wir alle Nein sagen, „ Das graue Ungeheuer“,„ Hyperboreische Briefe" Frauen, für die gereinigten Freuden des Lebens, für überdrüssige möchte ich den König sehen, der noch Ja sprechen dürfte. und„ Paragrafen", neben kleineren Schriften. Unser Verfasser lebte in Baldingen in der unge zwungensten Weise und machte sich ein Vergnügen daraus, die Bauern sammt und sonders in Freigeister zu verwandeln, indem er des Sonntags Abends im Wirthshaus die Kirchenpredigt vor ihnen kritisirte und perfiflirte. treten. wie Wittwer und schmachtende Wittwen, eine Vorbereitungsschule für angehende Eheleute, eine Akademie der Sitten und des Vergnügens, eine Deutschenfabrik gnügens, eine Deutschenfabrikein Bevölkerungshaus hr's immer nennen wollt. Hier müßte der empfindsame Mensch Der eine Freiheit finden, in der Stille dem Vergnügen zu opfern, hier müßte der Bürger sich unter dem Schutze des Staates den Freuden des Lebens überlassen, sein Dasein vervielfältigen und also den Pflichten der Natur und der Menschheit huldigen können. Der in mißvergnügter Ehe lebende Mann oder die mit einem kränkelnden Gatten gestrafte Frau müßten hier Gelegenheit antreffen, sich mit dem Schicksal wieder auszusöhnen, der kräftige was thut die Kunst anders Agrarkommunismus in Graubünden und sein Untergang. Von Adam Maurizio. II.( Schluß.) Nein, das Loos der ärmeren Bevölkerung ist durchZehn Jahre vergingen so unter literarischer Beschäftigung, bei der ihm eine große Zahl von Correspondenten zur Seite stand. Die Liste dieser Mitarbeiter, Jüngling, der unfreiwillige Hahnrei müßten eine Garantie gegen aus nicht ein beneidenswerthes. Es giebt Thäler, deren die Krankheiten der Enthaltsamkeit finden. Ohne Zweifel würde ganzes Hab und Gut bei der Kantonalbank„ versetzt" die von dem bereits zitirten Ebeling ohne Anspruch auf das Laster, das über den Anblick unseres Institutes erblassen würde, ist. In Folge der fortschreitenden Verschuldung und Vollständigkeit gegeben wird, ist äußerst interessant, mit allem Taumel, der Bäderaſtie, der Luftfeuche 2c. fliehen und den Verpflichtungen, die ihnen der Staat aufladet( von weil wir außer einem regierenden Fürsten( Herzog Karl dem wahren Genuß das Feld überlassen." zu Sachsen- Meiningen) noch eine ganze Reihe hochge- Dieser Gedanke ist zwar eines bürgerlichen Ideo- denen noch weiter unten die Rede), werden die Gemeindestellter Staatsbeamten und sonst bekannter Literaten in logen durchaus würdig, enthält aber eine offene Kritik steuern immer drückender; so z. B. war die Sommerung ihr finden, ein Zeichen, daß sich der Geist der Auf- des Geschlechtslebens mit allen seinen Widernatürlichkeiten, auf den Alpen früher unentgeltlich, denn es galt der Grundsaß, daß der Gemeindebürger so viel Vieh auf die flärung damals schon in vielen Köpfen Eingang ver- wie wir es in der Form der heutigen Ehe sehen. schaffte und daß die Spißen der Aristokratie es damals Die Lehren der Religion finden in Wethrlin einen Alp unentgeltlich schicken darf, als er mit eigenem Heu noch nicht unter ihrer Würde fanden, mit einem aus entschiedenen Bekämpfer. Er ersetzt sie sich durch seine überwintert; jezt werden immer steigende Alptaren erhoben, deren Gesammthöhe in mir bekannten Fällen gesprochen freidenfenden Schriftsteller in Verbindung zu Philosophie. Gegenüber der Beweisführung, daß die Welt ebenso bis zu 30-36 Franken pro Sommer und Kuh beträgt. Im Jahre 1788 erweckte Wefhrlin aufs Neue die einen Schöpfer haben müsse wie jedes Gemälde oder In Folge Verschuldung, hoher Steuern 2c. wird der Nußen der Allmend mit der Zeit für den Aermeren ganz Wuth der Nördlinger gegen sich durch einen scharfen sonstige Machwerk, sagt er: Newton mußte Verstand haben, um das Weltsystem zu illusorisch. Dazu kommt noch eine Verminderung des Angriff auf den Magistrat und die Stadt, der er mit Recht Imbecillität und Intoleranz der katholischen Beerklären. Muß aber der Urheber des Weltſyſtems Verstand ha- Ertrags der Alpen. Der Niedergang ist eine Folge der Recht Imbecillität und Intoleranz der katholischen Beben, weil er es hervorbrachte? Ich denke nein. Werke der Verkleinerung des Alpenareals, Vertheuerung von Vieh völkerung gegenüber vorwarf. Die Schrift, die er in Natur sind nicht Machwerke. Natur muß älter sein wie Kunst, Backen an mehrere Bürger sandte, wurde öffentlich ver- sonst hieße diese nicht eine Tochter und Nachahmerin der Natur und der Milchprodukte, und der großen Nachfrage nach zum Nachahmen brannt, und der Rath forderte vom Fürsten Wallerstein, and, nicht aber zum Hervorbringen. Zwei Thiere begatten sich, gehört Ber- Sömmerung. Es wird allgemein zugegeben, daß die gesammte den kühnen Schriftsteller in Untersuchung zu nehmen. fie zeugen ein drittes, ihnen ähnliches. Wissen sie, was Dieser entrückte ihn der Wuth der Nördlinger, indem er sie machen? Mechanisch, aus Instinkt, bringen sie gewiffe Alpwirthschaft bedeutender Verbesserungen bedarf, um mit Wekhrlin auf das Schloß Hochhaus bringen und ihn Bewegungen hervor, deren Resultat ihnen unbekannt ist. Ohne dem Fortschritt der Landwirthschaft auch nur einiger-. dort in voller Freiheit schalten und walten ließ. Hier Ueberzeugung, ohne durchdachte Theorie und Absicht bilden fie maßen in Einklang zu stehen. Die Zerstückelung des Privatbodens zwingt gleichfalls zu Verbesserungen. Es blieb er vier Jahre, mit glühendem Eifer dem Gange der aus ihren Säften und Bestandtheilen etwas Zufälliges. Dies ist der Nisus formativus der Natur:" Bestrebung giebt wenig arrondirte Güter. Am schlimmsten sieht es eben ausgebrochenen Revolution folgend, ein aufmerk der Materie sich in Formen zu bilden. Ein blindes Gesetz. samer Beobachter des Umschwunges in Frankreich,„ von Der Baum bringt ohne Kenntniß und Willen aus seinem in dieser Hinsicht am Bergell aus, wo Landwirthe mit 3-4 Kühen oft 60-80 Wiesen bestzen. Oder ein noch wo aus der erste Nationalfoder und vielleicht die An- Samen feinesgleichen hervor." Oder er verspottet die Lehren der Religion: schöneres Bild: wegen des ungleichen Standes werden fangslinien zu einem wahren, der Gesellschaft anpassenWer sollte", schrieb er, an der Unsterblichkeit zweifeln. Die Bäume einem andern Grundstücke zugetheilt, so daß den Gesetzsystem datiren dürften". Ich bin gewiß, einst an Ihrer Seite mit Horaz und Bater Indessen als im Jahre 1792 Preußen Ansbach und Abraham eine Schale Austern mit Cypernwein im Paradiese zu Grund und Boden dem einen, die Bäume, die darauf Bayreuth besezen ließ, reifte in ihm der Plan einer verzehren." wachsen, einem andern Landwirth gehören. Bei Erbgroßen politischen Zeitung, die in Ansbach erscheinen Bekanntlich war der Unglaube schon im vorigen schaften verlangt Jeder den ihm zukommenden Theil und sollte. Mit Unterstützung des Ministers von Hardenberg Jahrhundert bei der Masse der Gebildeten etwas Ge- geht auf teine Diskussion ein. Ein Stall, Haus, oder reiste er nach Paris, um Korrespondenten zu werben. wöhnliches, aber man vergaß niemals einen Unterschied eine Scheune hat sehr oft mehrere Besizer. Ein klassenD Ansbacher Blätter" konnten sich jedoch nur zu machen zwischen sich und dem Volk. Für das Volk bewußter Bauer weist jede Zumuthung eines Tausches vier Monat halten. Er machte sich auch hier viele wäre die Religion unerläßlich, weil es sie durch kein von sich, und behält lieber seinen 1/8, 1/16, ja 1/24 Theil, Feinde, die in Hardenbergs Abwesenheit das Gerücht philosophisches System ersetzen könnte. Auch Wekhrlin den er natürlich nicht benutzen kann, als dieses Eigenaussprengten, die Franzosen seien im Anmarsch und spricht einmal ernsthaft diesen Gedanken aus, drückt sich thum gegen eine Wiese oder Geldentschädigung umzuWekhrlin, ein geheimer Jakobiner, habe die Stadt ver- aber auf anderen Stellen auf eine so wenig mißzuver tauschen. Da zieht er doch vor, treu den„ uralt- ehrrathen. Aufgeregte Voltsmassen rollten sich zusammen und stehende Weise aus, daß man an seiner wahren Meinung würdigen Gebräuchen", auf den Tod eines lieben Verwandten zu warten, bei welcher Gelegenheit sein 1/16 zu fonnten nur mit Mühe von Mißhandlungen abgehalten nicht zweifeln kann. werden. Die Polizei versiegelte seine Papiere und er- bürgerliche Tugenden ausüben, die kein Mensch leugnet, aber Man sieht Staaten blühen, Jeden seine Pflicht thun, 1/8 oder gar zu einer Hälfte sich abrundet. theilte ihm Hausarrest. Zwar ergab die Untersuchung die Ursachen davon? Liegen sie in Religion oder Natur? Man So geht es mit zäher Beharrlichkeit weiter, die ist gewöhnlich der ersten Meinung. Söhne übernehmen die Aufgaben der Väter, ein rührenOhne Religion, glaubt man, lasse sich keine bürgerliche des Zeichen der Familienliebe. Man arbeitet doch nicht Verfassung denken, ohne Religion würde es keine gehorsamen für sich, sondern ebnet den Weg zum Glücke fünftiger Unterthanen, keine Redlichkeit, keine Tugend geben, mit Wegnahme der religiösen Meinungen würde sich eine wohlgeordnete Generationen. So sind diese" Kommunisten". Genug, bürgerliche Gesellschaft in eine Räuberbande verwandeln. Folg- die Aermeren theilen nicht die Zufriedenheit des konserlich wäre Religion einer der Hauptgegenstände der Gesetzgebung. vativen Gewährsmannes. Es gab auch von jeher eine der bürgerlichen Pflichten, so antworte ich, sondert die Ursache Fragt man nun, wo liegt die Ursache zur Ausübung starke Auswanderung der Landleute nach anderen euroa( Religion) von der Ursache b( Natur) ab und habt Acht, päischen Staaten und nach Amerika. welche Wirkung daraus entspringt. Es frägt sich nun noch, welchen Veränderungen die " 1 die völlige Haltlosigkeit aller Anschuldigungen, aber Gram und Zorn warfen Wekhrlin aufs Krankenlager, auf dem er am 24. November 1792 starb. Zwei Geistliche gedachten ihm durch religiösen Zuspruch das Sterben zu erleichtern." Wenn sie das wollen, antwortete er, so mögen sie mich mit ihrem Besuch nur verschonen." In Wekhrlin besaß Deutschland einen der größten Geister des 18. Jahrhunderts, einen der bedeutendsten Kulturförderer seiner Zeit, der nach dem Urtheil Johannes von Müller's„ für eine unberechenbare Ferne gedacht Zum Beispiel: und gelehrt zu haben scheine". Die Wuth, mit der er Geistlichen folgende Stanzelrede halten: Biebe Chriſten und gibt im Stanton wenig kapitalistische Betriebe, zum Theil hebt das Gesetz und seine Zwangsmittel auf, laßt die Alpwirthschaft durch die Industrie ausgesetzt ist. Es sein ganzes Leben hindurch verfolgt wurde, die Volks- Schafe, ihr wißt, daß unser Meister und Herr seinem Jünger wegen der topographischen Gliederung, außer einem, der gunst, die er im reichsten Maße genoß, seine edle Un- Simon Petrus befahl, den Zinsgroschen zu bezahlen. Auch Fremdenindustrie". Wer zum ersten Male in die eigennütigkeit er, der glänzend bezahlte Schriftsteller, wißt ihr, daß geschrieben steht, gebt dem Kaiser, was des Kaisers Schweiz kommt, wird über diese Benennung lächeln, und mußte auf fremde Kosten beerdigt werden sprechen ist. Ferner fagt die h. Schrift, so jemand von dir verlangt, eine doch gründet sich auf dem Fremdenverkehr und dem Meile zu gehen, so gehe zwei. Unser Durchlauchtigster nun und in gleichem Maße für ihn und wenn die literarischen seine Räthe, die von der Lehre des Evangeliums entbrannt Hotelwesen eine echte Industrie, die aus dem KleinTodtengräber der Gegenwart ihn in dem dunklen Hinter- find, haben alle Beamten, Soldaten und Büttel in die Hölle betriebe entstehend zur Cooperation sich entwickelt, und grund ihrer baufälligen Katakomben beizusetzen belieben, geschickt. Fernerhin wird man weder Steuern noch Dienste wo sie auftaucht, die Allmend ruinirt. In einem Lande, so ist es an der Zeit, sein Bild in aller Reinheit wieder ausschreiben, sondern der Fürst verläßt sich auf euer Gewiſſen. in dem 70 pct. der Bevölkerung Alpwirthschaft treibt, herzustellen und dem Volke wieder zugänglich zu Hoffnung der Seligkeit, welche denen bereitet ist, die ihre Zins- nur 30 pCt. Handel oder Handwerk( oft mit ersterer machen. groschen ungemahnt darbringen und für eine Meile zwei frohn- verbunden) muß diese Industrie neben dem Hypothekar Hören wir ihn nunmehr selbst. Seine Urtheile ben" Trügt mich meine politische Chemie nicht, so darf ich wesen tiefgehende Veränderungen der ökonomischen über verschiedene Fragen und Gegenstände des geſell- mich erbieten, die Leiſtungen, welche dieſe Predigt bewirken wird, Stellung der Bevölkerung herbeiführen. Darüber belehrt schaftlichen Lebens fönnte in uns fast den Glauben er auf mich allein zu übernehmen. Wendet nun den Prozeß um, gebt ein durchaus weltliches Ge- besser als viele Auseinandersetzungen die kantonale wecken, daß sie von einem der vorgeschrittensten Menschen set, laßt eure Büttel an der Rathhaustreppe ausrufen:" Morgen Statistik( 1888). Die 223 Gemeinden des Kantons der Neuzeit herrührten. Er nimmt die Pariser Grisetten find die Steuern zu bezahlen, daß ihr's wißt! Bei einem Thaler ordnen sich nach dem besteuerten Korporationsvermögen Strafe! Und übermorgen ist Hasentreiben! Bet fünfzehn Jagd pro Einwohner in der Weise, daß die als verschuldet in Schuh und sagt von ihnen: Diese sind keine so verächtlichen Geschöpfe als ihr denkt. hieben!" Ich wette das Experiment wird sich selbst übertreffen, es bekannten, ferner diejenigen mit großem Fremdenverkehr Die Wollust ist allerdings das berzogene Kind der Natur, aber wird zum Erstaunen wirken. Was wäre nun das obenan stehen, also gar kein Korporationsvermögen bewißt, daß ihr die Gesellschaft bisweilen mehr zu danken hat, als Resultat unseres Prozesses? Das, daß der Saz, die Reli- steuern, die Gemeinden ohne Fremdenverkehr oder solche, eurer Tugend. Und so lange eure Gesellschaft noch so beschaffen gion sei die Grundveste des Staates, die Seele der in denen er erst seit Kurzem aufkommt, die am höchſten eurer Tugend. Und so lange eure Gesellschaft noch so beschaffen ist, daß Menschen gezwungen find, im Cölibat zu leben, so lange bürgerlichen Gesellschaft nichts weiter als ein Gewird und muß es Freudenmädchen geben." Er weiß, daß ihr freiwillig aus Religion abtragen werdet, in meinplag ist, den eine gewisse Art Menschen kurz- besteuerten sind. sichtigen Gefeßgebern aufzubinden verstand, um ihre überflüssige Existenz zu bewahren." Und auf einer anderen Stelle: Hurenkinder nennt ihr die Kinder der Liebe? Warum nennt Nach der relativen Größe des versteuerten Privatihr sie nicht richtiger Gesellschaftskinder, Vaterlandskinder?" Wekhrlin ist mit uns der Ansicht, daß die monovermögens pro Einwohner und der Größe der Erwerbgame Ehe als einzige legale Form der Geschlechtsbesteuer im Ganzen geordnet, treten die Gemeinden in um„ Der Grundsatz, daß der Staat nicht ohne Religion bestehen friedigung nichts als Illusion, als äußere Maste ist, er tönne, ist ein Stedenpferd für Tyrannen, welche fein anderes gefehrter Reihenfolge auf. 21 Gemeinden haben gar will ein auf reineren, freieren Formen basirtes Verhält- Behikel besitzen, um sich zu behaupten. Bricht dieses Pferd zu feine Erwerbsteuer, die höchste weist St. Moritz der Luftniß, das nicht durch gesellschaftlichen Beschluß oder Ge- sammen, so hört der Lohn auf, ein Tyrann zu sein. Die Ge- furort Davos und die Hauptstadt Chur auf. Das weltsez eingeführt werden soll, er hofft, daß sich dann die fezgebung verändert ihre Achse. Das an der Leineführen bekannte Bad St. Morig glänzt in allen Rubriken, es The in Zukunft von selbst menschenwürdig gestalten schule kommt ab. Dies dürfte allerdings die wichtigste Epoche zeigt das größte Privatvermögen pro Einwohner, die werde und sich die geschlechtlichen Verhältnisse von allem fein, nämlich die Epoche des Bölkerglücks, der tugendhaften Re- höchste Erwerbsteuer und gar kein Korporationsvermögen. re unsere Behauptung. Natürlich wirken hier viele Nebenumstände, wie es bei ihn seine neue Besitzform mit Hypothekenschulden erdrückte| Und ebenso klar ist die Politik gegen Rußland und den verwickelten Verhältnissen nicht anders sein kann, und aus einem Frohndner der Aristokratie zum Frohnd- dem weiteren Osten: man muß diese barbarischen Länder aber im Großen und Ganzen bestätigt die Statistik ner der hypothekenbesitzenden Bourgeoisie machte. unterwerfen, sie politisch in der Hand haben, um ihre Die Folgen für die übrigen europäischen Staaten Entwicklung nach Bedürfniß leiten zu können. Am besten Bünden nimmt eine hervorragende Stellung in der sind ziemlich klar. Naturgemäß werden sich Bourgeoisie wird man thun, wenn man Polen wiederherstellt, auf gesammten Alpwirthschaft ein, seine Alpen bilden 13 pet. und Bauernstand hier dasselbe verschaffen wollen; sie das man sich dabei am besten stüßen kann, wenn man der Schweizeralpen und repräsentiren 9,5 pCt. des Ka- werden nicht auf Stein- Hardenberg'sche Geseze warten, die geschichtlichen Traditionen und nationalen Gegensäge pitalwerths aller Alpen. Aus der 1864 von den sondern werden eine Ballhausgesetzgebung haben wollen; benüßt, um Großrußland und Kleinrußland zu trennen. Bundesbehörden angeordneten Statistik erhellt, daß es sie werden große nationale Bewegungen inszeniren, um Das ist in großen Zügen die äußere Politik in der Zahl der Alpen die 3. Stelle einnimmt: Neuen gleichfalls freie Bahn im Innern zu bekommen, und Napoleons. burg 776, Bern 597 und Graubünden 596. Dem nach werden nicht auf den preußischen Zollverein warten; und Und noch heute, wo sich doch so manches verändert einheitlichen Normen festgestellten Kapitalwerth der Alpen sie werden dem aristokratischen und monarchischen Schma- hat, ist der geniale Plan Napoleons im Wesentlichen eben nach, ist der Kanton der dritte: Vern 10,474 Millionen, roßerthum auf die Finger sehen wollen, etwa indem sie so richtig, als er damals war. Manches hat er nicht Waadt 9,588, Bünden 7,347 Millionen Franken. Einen eine Konstitution verlangen, welche ihnen das Steuer- vorausseßen können; die Expansivkraft der kapitalistischen ungefähren Einblick in die Ertragsfähigkeit und Intensität bewilligungsrecht garantirt. Produktionsweise war so groß, daß die englische Alleinder Ausnußung gestatten die Angaben über die Zahl So unangenehm es für die französischen Adeligen herrschaft auf dem Weltmarkt spielend überwunden wurde; der Kuhstöße.*) war, die Güter zu verlassen, welche vor Jahrhunderten die damals unmöglich zu ahnende, märchenhafte EntIn Bezug auf die Gesammtzahl der„ Stöße" steht ihre Vorfahren, die fränkischen Eroberer, mit dem Schwert wicklung der Technik hat eine Macht, die zu jener Zeit Bünden obenan: 63 317, die zweite Stelle erhält Bern: in der Hand den Einwohnern abgenommen hatten, alle überhaupt noch nicht in Betracht kam, in Rechnung ge39 965„ Stöße"( hat eine fünfmal größere Bevölkerungs- Stätten ihres Ruhms und Reichthums zu verlieren, um bracht, die Vereinigten Staaten; und endlich haben sich zahl als Graubünden). Ein riesiger Abstand, der auf in der Fremde Haarkräusler und Tanzmeister zu werden, die Dinge in Asien anders entwickelt, als man damals die hohe Ausnutzung der Alpen hinweist. Bestätigt wird so unangenehm es Ludwig war, in seiner Gewalt beschränkt ahnen konnte. dieser Schluß durch die folgenden Zahlen: Durchschnitts- zu werden und zum bloßen Popanz herabzusinken Hätte Napoleon Erfolg gehabt, so wäre jezt alles, zahl der„ Stöße" pro Alp für Bünden und St. Gallen ebenso unangenehm wäre dasselbe natürlich den deutschen alles anders. Die Entwicklung hätte sich viel schneller 106( ist die höchste aller Kantone); im durchschnittlichen Junkern gewesen, obgleich sie ihr Land weniger dem vollzogen, die Bourgeoisie hätte sich auswachsen können, Kapitalwerth per Stoß nehmen aber seine Alpen die Schwert, als den Diebestniffen ihrer Vorfahren verdankten, um desto schneller dem Proletariat Plaz zu machen; und zweitlegte Stelle ein, nämlich 116, und nur der ärm- und für die deutschen Monarchen, obgleich sie immerhin vor allen Dingen wäre eine Aufgabe für das Proletariat liche Kanton Tessin steht ihm mit seinen 88 Franfen per ziemlich lächerliche Figuren abgaben neben der glänzenden schon gelöst, die sehr schwer sein wird die Einigung Stoß" nach.( Bur Vergleichung fügen wir den höchsten Gestalt des französischen Königs. Und so ist es natür Europa's. Werth des„ Stoßes" bei, nämlich den des Kantons Zug lich, daß sich alle reaktionären Staaten sofort verbünden 1202.) Man fann wohl fragen, wie lange die Alpen und möglichst das Uebel in der Wurzel auszurotten die übermäßige Belastung mit Vieh aushalten, wie tief suchen, indem sie Frankreich vernichten. der Kapitalwerth sinken muß bis die Bevölkerung zu einer rationellen Bewirthschaftung übergeht. " 1 Verschiedenes. Freilich ist ein europäischer Großstaat seiner ökono- In den„ Annalen des Deutschen Reichs" finden wir mischen Entwicklung nach gegenüber Frankreich nicht re- folgende Angaben über größere Streiks in Deutschland in der aktionär, und das ist England. England ist Frankreich Zeit vom 1. Januar 1889 bis Ende April 1890. Als größere Streiks werden diejenigen bezeichnet, an welchen sich mehr als voraus gewesen, ökonomisch und politisch. 10 Arbeiter betheiligt haben. Es sind 1131 Streits mit 904 440 Arbeitern angegeben. Davon kommen 289 283 Arbeiter auf Preußen. Elsaß- Lothringen Hamburg " " 1 " 1 Sachsen " 1 andere Staaten 32 390 26 002 22 818 23 947 " " f " Summa: 394 440 Arbeiter. Auf dem Wege der Gesetzgebung mischte sich der Kanton schon oft in die Angelegenheiten der Gemeinden, aber nach alter Regel wird vieles, das von Chur Allein die Politik Englands geht dahin, alle übrigen oder dem Sitz der Bundesbehörde Bern kommt, ver- Länder Europas seiner Industrie tributär zu machen. Es worfen. Ein großer Theil der gesetzgeberischen Arbeit wird später an Europa das Ansinnen stellen, das Land zielt auf Erhaltung der jetzigen Zustände, obgleich der zu bilden, welches England mit Getreide versorgt, während moderne Staat sonst mehr auf Zentralisation wirkt. Er England das Land ist, welches diesen Bauern Kleider und nimmt also einen den„ Kommunisten" entgegengesetzten Pflüge und alle industriellen Artikel liefert, die sie ge- Davon waren„ kontraktbrüchig" etwa 67 pet., nämlich 264 407 Standpunkt ein. So werden die Gemeinden Mangel brauchen. Jezt ist es noch nicht so weit; aber doch ist seine Arbeiter. In Preußen allein waren 210 664 Arbeiter= 73 pt. der Städte und industriellen Entwickelung bringt dies Bourgeoisie schon eifersüchtig auf die industrielle Entwick„ kontraktbrüchig". Gekündigt" haben in Preußen nur 32 320 mit sich mit Ausgaben belastet, die in vorgeschritteneren lung Europas und sucht sie mit allen Kräften zu hinter- Mann, che fie in den Streit eintraten. Als minderjährig find Ländern der Staat trägt. Eine stehende Klage der Ge- treiben; und zugleich ist seine Aristokratie erbittert über festgestellt 11 pt. aller Streikenden, der Bericht meint jedoch, meinden bilden die Auslagen für den Unterhalt der die französische Agrarrevolution. Und so ist England, Gewerkschaften geordnet giebt der Bericht das folgende Bild. Es daß sich die Zahl in Wirklichkeit erheblich höher stelle. Nach Straßen und Schulen. Sie lassen die Kinder der Geweit entfernt, eine Stüße Frankreichs zu sein, ein Haupt- betheiligten sich an den Streits: meindebürger gern unterrichten,- nur die Anstellung felsen der Reaktion. 190 375 oder 48 pCt. dem Bergbau angehörende Arbeiter 72 186 " 47 166 18 12 " den Baugewerben 11 " " " der Textilindustrie " 17 16 665 4 Metallindustrie, " " 68 060 17 anderen Gewerben 11 Ganz gewonnen theilweise gewonnen ganz verloren 15 pCt. 44 " 41 " eines neuen Lehrers wegen der Zunahme der Kinder von Der zweite Hauptfelsen wird Rußland sein. Freilich, Pächtern ic. verursacht ihnen unsagbare Schmerzen. Die jetzt ist es noch unscheinbar. Ein großes Land mit einer fantonale Schulgesetzgebung ist da ganz unzweideutig: dünnen Bevölkerung, ohne Export, ohne Import, kommt ist die Zahl der Kinder groß, so müssen neue Lehrer es gar nicht in Betracht, so scheint es. Von den Bergarbeitern in Preußen find 99% pet kontraktangestellt, oft neue Schulgebäude errichtet werden, und das Alles für„ Fremde"! Ist jemals einem zivilisirten wird Industrie entstehen, die Einwohner werden sich dann bei 187 Streits die Arbeiter die Erfüllung ihrer ForderungDer Erfolg ist bei 1075 Streifs angegeben. Danach haben Aber auch Rußland wird sich entwickeln, auch hier brüchig gewesen und nur/ pet. haben gekündigt". Europäer darüber zu klagen eingefallen, daß die Schule rapid vermehren, und da das alles in wenigen Jahr- durchgesetzt, während bei 468 Streits die Forderungen nur seines Ortes Fremde besuchen? Eine ähnliche Klage eres hat ja das übrige theilweise erfüllt sind, und 420 Streifs gänzlich verloren ringt der Gemeinde die Verpflichtung der Kiesfuhr für zehnten vor sich gehen wird Nichts angegeben ist, zu den verlorenen zu rechnen; dann stellt die Poststraße u. a. m. In der guten alten Zeit der Europa als Versuchsstation vor sich und kann sich seine gingen. Man wird kaum fehlgreifen, die 56 Streiks, bei denen jahrhundertelange Arbeit aneignen so wird eine außer sich der Erfolg, nach Prozenten berechnet, wie folgt: ursprünglichen Naturalwirthschaft brauchte die Gemeinde ordentliche ökonomische Stärke mit einer zurückgebliebenen weder Straßen noch Schulen, weder Forstverwaltung politischen Form zusammentreffen. Der Gegensatz wird noch Sanitätspolizei. aus verschiedenen Gründen nicht so schreiend sein, namentWir geben bereitwilligst zu, daß diese Ausgaben und sich deshalb nicht, weil der Staat schon einheitlich organi- werbreiche deutsche Stadt hatte im Mittelalter ihre Handwerker Ein Streik aus dem Mittelalter. Fast jede gewir zählen zu ihnen auch diejenigen der Sozialreform, sirt ist, und sich das Kapital also ungestört auswachsen unruhen und Gesellenaufstände, ja selbst der Boykott war auch ohne Gegenleistung geschehen, daß sie bei gleichzeitiger tann. Es wird dann eine politisch reaktionäre Macht da schon im Gebrauch durch Verrufserklärungen von Meistern Aufsaugung durch den Kapitalismus, die Allmend und mit ungeheuren ökonomischen Kräften ausgerüstet die und sogar ganzen Ständen. Wie heute, wurden auch in den Kleinbauernstand vernichten müssen, früheren Jahrhunderten die Streitbewegungen mit allen Mitteln Freiheit Frankreichs bedrohen. Rußland ist der zweite bekämpft; die dagegen erlassenen Reichsgesetze zeugen hinlänglich können nun einmal auf diese wohlthätigen Einrichtungen els der Reaktion. von der Verbreitung und Tiefe gewisser gewerblicher und nicht verzichten. Sie sind, wie man bei uns sagt, gut Die weitere Perspektive verschwimmt. Ungeheure sozialer Uebel damaliger Zeit; oft traf die Ausständischen Einen Streit, für die Schlosser, aber die Schmiede sterben daran. Länder hinter Rußland, Indien, China- dieselben Be- für die Arbeitseinstellung Gefängnißstrafen. Die Bevölkerung rächt sich am Staate und verfürchtungen; nur, daß hier alles verschwimmen wird, die die von Professor Dr. Roder herausgegebene Chronik der Stadt welcher einen derartigen ungünstigen Ausgang nahm, berichtet wirft die vernünftigsten Gesetzesvorschläge. Bei der Ab- Zeitdistanzen verschwinden, und alles sich zu einer einzigen Billingen von Heinrich Hug aus dem Jahre 1552. Der stimmung fiel unlängst der Gesetzesvorschlag zum Schuß Masse vereinigt, wenn man im Ausgang des 18. Jahr- Chroniſt erzählt, daß am St. Fidestag( 6. Ottober), einem der Weinberge vor der Reblaus durch, das gleiche Loos hunderts übersteht. fleine Lasten auf.) aber wir Geschichte gesehen. Montag, früh am Morgen die Müller in Villingen allgemein wegliefen, Meister und Senechte, und vermeinten sie mit ihrem traf ein Zuchtstiergesez u. s. f.( Den größten Theil des Die Welt ist verschworen gegen die Freiheit Frank- bloßen Führnehmen einen Rath zu zwingen, zu thun, wie ste Stantons nehmen nicht Wein bebauende Gegenden ein, reichs. Nun wohl, Frankreich wird auch einer Welt wollten, und zogen gen Häsingen und zehrten da auf gemeinsame und die Mehrheit ging vom„ demokratischen" Standpunkt aus, daß der eine vor dem andern nichts voraus entgegentreten; und so faßt es die Kraft der Revolution Kosten. Auf dieses hin schrieb der Rath an die von Oberndorf punkt aus, daß der eine vor dem andern nichts voraus zusammen in einen einzigen Hammer: Napoleon, und mit um Müller. Die schickten uns 4 Müller, die uns mit Mahlen haben sollte; das Zuchtstiergesez legte den Gemeinden ganz ihm beginnt es den gewaltigsten Heldenkampf, den je die bersahen. Da schrieb Herr Konrad Schellenberg für die Müller ( welche ausgestanden waren) und bat für sie; denn sie hatten ganz unredlich gehandelt, und darauf schrieb ihm der Rath Das Programm ist klar: um die Gegner zu über- wieder hinaus gen Häfingen, wer sie hätte hinweggehen heißen, Die Politik Napoleons I. winden, muß man ihnen die Freiheit bringen. Man muß der folle fie heißen wiederkommen. Auf dieses hin lagen die Müller 18 Tagen mit großen Kosten zu Häsingen und verdie reaktionären Staaten revolutioniren, revolutioniren zehrten 40 Gulden. Da schrieb Herr Konrad Schellenberg aberDie Früchte der Revolution waren lediglich der von unten und von oben. Wo es möglich ist, werden mals bittlich für sie. Der Rath aber schrieb ihm wieder bittlich Bourgeoisie und dem Bauernstand zu Gute gekommen; Voltsaufstände provozirt, denen man zu pilfe kommt, hinaus, sofern die Müller allgemein eines ehrbaren Rathes fich der Bourgeoisie: indem die feudalen Abgrenzungen inner- und nach deren Sieg man das Land nach dem Muster gefallen lassen wollen, so wolle der Rath fie bürgerlich ſtrafen. Also tamen sie am Abend von St. Simon und Judätag halb des Landes hinweggefegt waren und das ganze Land der französischen Republik einrichtet; mit einheitlicher( 27. Oktober), der auf einen Sonnabend fiel, hterher. Da vereinheitlich eingerichtet war, der nothwendige weite Tummel- Verwaltung, dem bürgerlichen Gesetzbuch und Selbst- sammelte man den Rath und hieß sie ihre Degen auf dem plaz für die auf erweiterter Stufenleiter produzirende bestimmung. Das Weitere wird sich schon von selbst Rathhaus auf den Tisch legen. Das thaten sie. Da legten sie Industrie; der schmaroßende Beamtenstand, die Geistlich machen. Oder, wie es in Deutschland geschieht, man fegt vier in das Bieffenkäfig( Bieſſengefängniß), vier in das Oberfäfig( Gefängniß auf dem oberen Thurm), und waren zwei( von keit, die Aristokratie, die Monarchie waren entfernt, welche von oben her die Kleinstaaten hinweg und schafft große den 14 Meistern) noch nicht hier; die kamen( nachher) auch ja sämmtlich auf Kosten der Bourgeoisie lebten; und end- Staaten; man ist ja noch nicht am Ende; auch die werden daran. Am Montag Morgen aber( am 29. Ottober) läutete lich: die Bourgeoisie hatte jetzt das politische Heft in noch dran glauben müssen und in einem einheitlichen man früh zu Rath. Da erschienen die Weiber der Müller alle Händen, und wenn ihre Herrschaft auch noch nicht ganz Reich aufgehen; vielleicht wird man einen zentraleuropä- vor dem Rath und baten für ihre Männer. Desgleichen that auch Graf Friedrich von Fürstenberg und andere Edelleute. Der durchgesezt war und namentlich dem Kleinbürgerthum ischen Staatenbund gründen, das alte römische Kaiserreich Rath aber kam endlich zu einem Beschluß und legte den Müllern noch manche Konzessionen gemacht werden mußten, so wieder aufleben lassen.. insgemein eine Strafe auf, wonach sie durch ihre Unterschrift wird man doch diesen Bundesgenossen, der seine Pflicht Klar ist die Politik gegen England: Nachdem der das Versprechen geben mußten, dem Rath wegen ihres Angethan hat, bald zur Raison bringen, und das Ideal des Versuch, durch die Eroberung Aegyptens den englischen standes in zwei Jahren zweihundert Gulden zu zahlen." So Abbé Sieyes ist so ziemlich erfüllt. Der Bauernstand Handel in die Hand zu bekommen gescheitert ist, bleibt endete der Müllerstreit in Billingen Anno 1552. Die„ Boltezeitung" bringt folgendes Budget einer Batte gewonnen, indem ihm die feudalen Lasten abge- die Handelssperre. Man erreicht dadurch erstens, daß bäuerlichen Haushaltung in Ostpreußen: nommen waren, und er nun frei auf seinen Parzellen England geschwächt wird, denn man unterbindet ihm die Unsere Darstellung bezieht sich auf eine bäuerliche Besitzung faß. Die üblen Folgen sollte er erst später fühlen, wo Lebensader; und zweitens fördert man dadurch die kon- von 87 Worgen, zu welcher noch 31 Morgen abseits gelegene Weide, die eine Kuh zur Sömmerung" nöthig hat. Die meisten vor einem fait accompli steht und seine Gelüste von seit langen Jahren in derselben Hand befunden hat und gar vorausgeschickt werden, daß das in Rede stehende Besitzthum sich *) Kuhrecht",„ Kuhessen" oder„ Stoß", ist die Portion tinentale Industrie treibhausartig, sodaß England zuletzt Wiesen gehören; es ist also eine mittlere Befizung Weiden werden in solche Kuhrechte eingetheilt. selbst aufgiebt. teine Hypothekenschuld aufzuweisen hat. Erst neuerdings sind in Es muß Folge der Uebergabe der Besitzung an den ältesten Sohn zirka| trockenen Schwarzbrotes. Ebendasselbe gilt vom Vesperbrot.| übrigen Kapitals in den Produkten. Es handelt sich um ein 4800 Mart Erbtheil für die beiden jüngeren Geschwister einge- Nur bei der Getreide- und Heuernte wird ein Schnaps verab- Produktionsquantum von 100 000 mt. Es wird gezahlt Arbeitslohn, Rohmaterial, Allgemeine tragen worden, so daß sich als erster Ausgabeposten die Zinsen reicht. Zu Mittag wird Gemüse oder trockene Kartoffeln( nazu 5 pCt. dafür ergeben = 240 Mt. Dazu kommen: Mark Klaffensteuer Grund- und Gebäudesteuer ( Kirchen-) Bankrente 6, 16,10 11,20 36, Kommunalsteuern Schulabgaben( 3. T. Naturallieferungen) 11,50 Lohn- und Unterhalt für Dienstmädchen 180, " " " Weidegeld " den Hirten 180, den Knecht 200, " " den Instmann 193, 10, 30, 6, Hilfskräfte während der Ernte Feuerkassenbeitrag Ausgedinge der Eltern( pro Tag 1 M.) 365, Ausgaben für Holz 50, Summa der Ausgaben 1534,80 Es sind noch nicht in Ansatz gebracht der Unterhalt und die Kleidung des Besitzers und seiner Frau, Unterhaltungs- und Reparaturkosten der Gebäude, Neubeschaffungen an Ackergeräth. Das Grundstück bringt nach Abzug der Aussaat 400 Scheffeln Kartoffeln 70 Scheffel Roggen 12028 " Hafer " " Gerste Buchweizen Erbsen. 5600 Pfd. 1000 " 700 " 780 " 720 " Sa. 8800 Bfd. Zum Unterhalt der Wirthschaft sind erforderlich: Brotkorn für 8 Menschen des Haushalts( die Hilfskräfte für die Hauptarbeitszeiten für 1 Mann gerechnet) 40 Scheffel Zu Grüße und Mus( Mehlsuppe) 6 Scheffel Gerste 6 Buchweizen Für 2 Pferde neun Monate hindurch täglich 16 Pfd. Für Schweine täglich 6 Pfd. 3200 Pfd. 420 390 " " 4320 " 2190 " Sa. 10520 Pfd. neben Ver. Staaten England Frankreich Desterreich in Prozenten: Auslagen: 32,64 43,75 23,61 25,06 48,90 25,05 28,20 42,70 29,10 22,80 50,00 27,20 In Amerika werden demnach die höchsten Arbeitslöhne bezahlt. mentlich im Winter und Herbst) gekocht. Zu Gemüse wird Grüße in den Staaten oder Mus als zweites Gericht aufgetragen. Die Kartoffeln es wird mehr wie ein Viertelscheffel gekocht werden mit aus Speck ausgebratenem Fett, wozu Wasser oder Milch gethan wird, zusammengerührt, als Suppe wird ebenfalls Grüße oder Mais dazu gegeben. Abends werden Kartoffeln als Suppe gefocht. Die Frühstücks- und Abendgerichte sind ziemlich konstant. Mittags giebts außerdem noch Erbsen, Sauerkohl; Hering setzt der Bauer seinen Leuten sehr selten vor. Das Brot wird aus Die Berliner Volks- Tribüne Roggen- Schrotmehl gebacken, und ein ziemlicher Prozentsatz gekochter Kartoffeln hinzugethan. Auf dieser Frucht bastrt über ist durch nachnannte Personen zu beziehen: haupt der ganze Haushalt. Kartoffeln dürfen bei keiner Mahl Ch. W. Greineisen, Hamburg, Bergedorferstr. 3. zeit fehlen; die Schweine erhalten täglich zwei bis dreimal Kar- Ch. W. Greineisen, Hamburg, Bergedorferstr. 3. R. Griesbach, Limbach in Sachsen. toffeln mit Straut resp. Spreu vermengt. An Verkauf von Kar. Geilert in Döbeln( Sachsen), Hainischestr. 9. toffeln ist nicht zu denken, im Gegentheil, wenn die Kartoffeln M. Gündel, Joh. Georgenstadt( Sachsen), Schellergasse 38 B. nicht das ausgesetzte Quantum erreichen oder im Keller faulen, J. Günther, Dresden, Ziegelstr. 24. so kommt es wie in diesem Jahre vor, daß die Bauern Ch. Haase, Kiel, Kehdenstr. 7. sogar noch Kartoffeln zukaufen. Stellt man sich nun noch vor, W. Hieking, Quedlinburg, Schmaleſtr. 60. daß es manche schlechte Wirthe giebt, die sich im Winter ver- G. Hahnfeld, Effen a. d. Ruhr II, Weberstr. 52c. leiten laffen oder, was auch nicht selten vorkommt, durch die E. Herzog, Neustadt in Sachsen. Verhältnisse gezwungen werden, Getreide zu verkaufen, so ist die Noth im Sommer groß. In diesem Jahr ist dies ganz beson ders der Fall, und so ist es zu erklären, daß der Preis des Roggens einzelnen Gegenden Masurens gar bis zu 12 Mark pro Scheffel emporgeſchnellt ist. An baaren Einnahmen hat der besprochene Haushalt folgende: " Von zwei verkauften Stücken Rindvieh ca. 300 Mt. Bon verkauften Schweinen . 250 550 Mt. " F. Josepf, Hamburg, Katharinenstr. 2. W. Järk, Forst i. d. Lausitz, kl. Pfortenstr. 10. G. Kießling, Braunschweig, Rosenhagen 9. A. Kaltschmidt, Nürnberg, Schlotfegergasse 14. A. Kunke, Delitzsch, Eilenburgerstr. 358. Fr. Kerntke, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16, II. Etage. J. Kralok, München, Hochbrüdenstr. 10, II. G. Knappmeyer, Rostock i. Meckibg., Stampfmühlenstr. 10. Albin Langer, Buchhandlung, Chemnitz, Ecke Brühl- und Linienſtr. F. Leuschke, Pirna a. Elbe, Langestr. 29. Fr. Ludwig, Altona, Bürgerstr. 70. E. Lacher, Apolda, Jakobstr. 2. P. Liebig, Hagen i. Westf., Jägerstr. 9. A. Linde, Friedrichshagen b. Berlin, Köpnickerstr. 27. B. Matthias, Langenbielau. F. Lentrik, Dresden- N. + Diesen baaren Einnahmen stehen allein an baaren Ausyaben für Abgaben, Gesindelohn, Kirchen- und Schulleistungen etwa 630 Mark gegenüber. Den Fehlbetrag erwirbt der Bauer durch Verkauf von etwas Butter und Eiern. Viel ist das je doch nicht, da die Milch, falls kein Schwein geschlachtet ist, zum Abmachen" in der Wirthschaft verbraucht wird. In manchen Gegenden sticht der Bauer auf seinem Lande etwas Torf, den er zum Winter im nächsten Städtchen absetzt. In den meisten R. Lischka, Forst i. L., Inselstr. 13, II. Etage. Fällen liefern die königlichen Forsten im Winter durch Holz-. Mühler, Velten i. Mark, Friedrichstr. 25. rücken Verdienst. Derselbe ist auch bei dem besprochenen Haus. Meyer, München, Knebelstr. 16. halt geradezu Vorbedingung zur Existenz. Treten dann noch F. Matthes, Luckenwalde, Brandenburgerstr. 19. Fälle ein, wie z. B. daß mehrere Kinder vorhanden sind, welchen H. Meyer, Hildesheim, Alter Markt 1525. Serjenige, der das Grundstück von den Eltern übernimmt, eine R. Nikolai, Mühlhausen( Thüringen), Jakobstieg 18. Menge Erbtheil auszahlen muß, so kommt der Bauer bald von C. Neumann, Zittau, Theaterstr. 26, II. seinem Besitz; die Banken oder Privatpersonen, die etwas Geld w. Otto, Teuchern, Zeißerſtr. 4. darauf stehen haben, sind sehr oft gezwungen, das Grundstück H. in der Subhastation zu erstehen. Die golge davon ist, daß das 5. Pohlmann, Burg b. Magdeburg, kl. Hof 6. Besitzthum zerschlagen wird und die bisherigen Eigenthümer zu Eigentäthnern oder gar Losleuten bei ihren früheren Nachbarn ( Fortsetzung in nächster Nummer.) Druckfehlerberichtigung. Der masurische Bauer hat also nach vorstehender Berechnung im Durchschnitt 23 bis 30 Scheffel Getreide für seine Wirthschaft zuzukaufen. Dabei ist der Lebensstand der denkbar niedrigste. In manchem Jahr wird ein Schwein geschlachtet, in manchem auch nicht ( Berlust durch Rotlauf 2c.) und von Fleischnahrung ist wenig die Rede. Es wird nur mit Speck abgemacht“. Des Morgens herabsinken. In Nr. 28 im Beiblatt muß es in dem Artikel„ Moralische wird Schnittke( Rüben) als Suppe zu Kartoffeln gekocht, mit Grüße wird nachgespült. Ein zweites Frühstück giebts nur in In einem Artikel des Handelsmuseums" finden wir Gedanken" statt Militarismus" immer Utilitarismus“ wenigen Wirthschaften und besteht dann nur in einem Stüd folgende Daten über den Prozentsatz des Lohnes und des heißen. Achtung! Für die Mitglieder des Wahlvereins des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Unseren Mitgliedern und den Genossen des 6. Wahlkreises zur Kenntniß, daß der Familien- Ausflug des Wahlvereins am Sonntag, den 19. Juli( diesen Sonntag) nicht, wie erst beschlossen, nach Bernau, sondern nach Schloß Schönholz stattfindet, und zwar weil uns die Bahndirektion zu große Bedingungen gestellt hat. Wir erfuchen nun alle Genossen, sowie sämmtliche Gesangvereine, sich an dem Ausflug recht zahlreich zu betheiligen. Verband aller in " aller in der Metall- Industrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Amgegend. Großes Sommer- Fest am Sonnabend, den 25. Juli, in der Neuen Welt, Hasenhaide. Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. In den Sälen grosser Ball. Anfang 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Billets vorher 25 Pf. find in allen mit Plakaten belegten Handlungen und in den Zahlstellen zu haben. An der Kasse 30 Pf. Hierzu ladet freundlichst ein Das Comité. Für diejenigen Genoffen, die zu Fuß hinmachen wollen, ist Treffpunkt Morgens Bibliothek politischer Reden. Heft 7 ist soeben erschienen. zwischen 8 und 9 Uhr bei Knebel, Badstraße 58, festgesetzt. Fahrplanmäßige Züge können benutzt werden vom Stettiner Bahnhof und Bahnhof Gesundbrunnen. Um dem Ausflug einen entsprechenden Charakter zu geben, ersuchen wir nochmals um Der Vorstand. zahlreiche Betheiligung. Bei Bedarf von Glaser- Arbeiten, sowie Bilder- Einrahmungen Nach Auswärts brieflich gegen empfehle ich mich den Genossen. Nachnahme. Karl Scholz, Wrangelstr. 32, part. Genossen empfehle mein Hutgeschäft. Arbeite nur mit Fabrikanten, welche sich der Kontrolmarken deutscher Hutmacher angenommen haben. Bitte zu beachten: Köpenickerstraße 126, nahe der Adalbertstraße. Adolph Kehr. Restaurant zum Zukunftsstaat" Adolph Scholtz, Kastanien- Allee Nr. 35. ( Bis 12 Uhr Nachts geöffnet). Arbeiterliteratur infl. ,, Gazeta Robotnicza" liegt aus. Meerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. Spezialität: Portraits bewährter sozialistischer Führer( Lasalle, Marr u. A.), in Cigarrenspihen, Pfeifenköpfen, Shlipsnadeln, Manchettenknöpfen, Stöcken und Brochen. en gros. en detail. B. 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Serie toftet ganz( Heft 1-14) 1,65 k., für Buchhändler 1,25 Mk. Bei Entnahme von einzelnen Heften ist der Preis derselbe wie früher 0,15 und 0,20 Mk. Die Expedition der Berliner Arbeiter- Bibliothek Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Verantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin. Daselbst Zahlstelle des Metallarbeiter- Vereins und der Gürtler- Hilfskasse. Haupt- Agentur der Berliner Feuer- Versicherung. Otto Klein Kottbuser Damm 14, früher Ritterstr. 15. Rohtabak H. Herholz, Brunnenstr. 145. in Erinnerung. Vereinszimmer mit Piano zu vergeben. Zahlstelle der Metallarbeiter- Krankenkane, des Metallarbeiter- Verbandes und der Töpfer. Otto Dietze, Reinickendorferstraße 54. Bringe meinen Freunden u. Genossen meine Rind- u. Schweineschlächterei in freundliche Erinnerung. Zentr.- Markthall. Stand 148. MIJASE THOSH R.HECHT BERLIN Carl Aurin. Stempel aus Kautschuk und Metall Hefert schnell und billig die Fabrik von Robert Hecht BERLIN 8. 58. Oranien- Str. 55. Wiederverkäufern hohen Rabatt. 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