Berliner Volks- Tribüne. = Sozial- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Dolks Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. Abonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Pf. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: Durch jede Poft- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mr. 50 Pf.) ,, Bolksblatt", Beuthstr. 3. No. 33. Internationaler Arbeiter- Kongre von 1891. Politische Notizen. Soziales aus Frankreich. Der Programmentwurf, die Unternehmerkartelle und die zunehmende Verengerung des Marktes.- Verschiedenes. Gedicht. Novelle. Beiträge zur deutschen Kulturund Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts. VII. Die Intelligenz in der Sozialdemokratie. Die öfterreichische Gewerbe- Inspektion. Erklärung. Internationaler Arbeiter- Kongres von 1891 ( 16. bis 23. August). An die Arbeiter- Organisationen aller Länder! Indem wir Ihnen das Mandat-Formular für Ihren oder Ihre Delegirten übermitteln, geben wir Ihnen gleichzeitig die letzten auf den Kongreß bezüglichen Nachrichten und Informationen. Inserate werden die 4 spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 Pf. berechnet Dereins- Anzeigen: 15 Pf.- Arbeitsmarkt: 10 Pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volks- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen. Sonnabend, den 15. August 1891. Adressen und Preise der Hotels( Wohnung und Aufenthalt inbegriffen). Zu 2 Franks. Café Hubert, Rue des Eperonniers( französisch, englisch, deutsch). Au Progrès, Rue de l'Amigo, Hotel- de- Bille( französisch, englisch, deutsch). Hotel Doserait, Rue du Poinçon, 9( französisch, englisch, deutsch). Bon 2,25 bis 2,75 Frants. Hotel des Acacias, Rue Fonsny, Gare du Midi( französisch, englisch, deutsch). Hotel de la Porte Verte, Rue de la Violette, Grand Place ( französisch). Cour de Paris, Rue de la Montagne, 25 et 27( französisch, englisch, deutsch) Hotel du Duc de Savoie, Rue des Eperonniers( französisch). A la Main Bleue, Vieille- Halle- aux- Blés( französisch, englisch, deutsch). Von 3 bis 4,25 Franks. Znnächst einige Worte über das Datum. Mehrere fran- Hotel de l'Espérance, Place de la Constitution, Gare du zösische und englische Genossen haben uns geschrieben, daß sie midi( franzöftsch). infolge früherer Verpflichtungen oder anderer Abhaltungen Hotel de Bordeaux, Rue du Midi( französisch, englisch, wohl kaum schon am 16. August in Brüssel sein und also den deutsch). ersten Verhandlungen des Kongresses schwerlich werden beiwohnen können. Da eine große Anzahl von Delegirten spätestens den 23. August wieder abreisen muß, so war es unsere Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß Jedem die Theilnahme an allen Debatten ermöglicht werde. Wir haben einen Monat vor dem Kongreß als Tag der Eröffnung den 16. August, den dritten Sonntag des Monats, festgesetzt. Dieser Tag war von Anfang an von verschiedenen Arbeiterorganisationen gefordert worden. Es war dies das fichere Mittel, Allen gerecht zu werden, und die Arbeiten des Kongresses binnen einer nicht allzulangen Zeit zum Abschluß zu bringen. Der Empfang der Delegirten, die innere Organisation des Kongresses und die vorläufigen Arbeiten nehmen jedenfalls einige der ersten Versammlungen in Anspruch. Eine geraume Zeit ist erforderlich für die Gruppirung der Berichte der verschiedenen Nationalitäten, für die Zusammensetzung der Sektionen, für die Bildung der Bureaus u. s. w. Auf früheren Kongressen hatten diese nothwendigen Arbeiten sogar zu viel Zeit in Anspruch genommen ein Uebelstand, den wir diesmal mit Hilfe der Delegirten zu vermeiden hoffen. Der Sonntag, während dessen die Delegirten zu verschiedenen Stunden eintreffen werden, wird dem Empfang der Dele girten in unserem Zentrallokal, der Maison du Peuple dem Haus des Volks, und der Prüfung der Mandate gewidmet sein. Hotel du Grand Monarque, Rue des Fripiers( französisch, englisch, deutsch). Hotel du Grand Miroir, Rue de la Montagne( französisch, englisch, deutsch). englisch, deutsch). deutsch). Hotel de Vienne, Rue de la Fourche( französisch, englisch, Central- Hotel, en face de la Bourse du Commerce, Place de la Bourse. . Bon 8 9 Frants für Wohnung, erstes Frühstück und Mittagessen. Grand Hotel, Boulevard- Anspach. Hotel de la Boste, Rue Fossé- aur- Loups( englisch). Hotel de l'Univers, Rue Neuve( französisch, englisch, deutsch). Hotel de l'Empereur, Rue Neuve( französisch, englisch, deutsch). Hotel Cullifford, Rue de Bodenbroeck. Die Deutschen sind gebeten, sich an Genossen Funck vom Wohnungsausschuß Rue Bons- Secours zu wenden. Mandat- Formular: Internationaler sozialdemokratischer ArbeiterKongreß, Brüssel ( 16. bis 23. August 1891). Vertretungs- Ermächtigung. Die('). in( 2) Der Montag wird nothwendiger Weise zum größten Theil bevollmächtigt den Bürger.... den Präliminar- Arbeiten gewidmet sein, von denen wir sprachen. fie auf dem Internationalen sozialistischen Arbeiter- Kongreß, Und erst am Dienstag 18. August werden die Diskussionen welcher vom 16. bis 23. August 1891 in Brüssel abgehalten und Abstimmungen beginnen. Um tadelnder Kritik, Mißverständ- werden wird, zu vertreten. nissen und Beschwerden vorzubeugen, werden wir den Kongreß Der Sekretär. bitten, vor Dienstag Mittag keine Abstimmung über irgend einen der auf der Tagesordnung stehenden Punkte stattfinden zu lassen. Name des Vereins oder der Föderation. Stadt und Land. Um anerkannt zu werden, müssen die Delegirten, den BeDie Organisationen, welche an dem Kongreß Theil nehmen, schlüssen des Pariser Kongresses von 1889 entsprechend, die Verfind gebeten, uns so bald als möglich die diesem Zirkular beitreter einer Gruppe sein, welche seit wenigstens sechs Monaten mit Angabe der Zahl und des besteht. liegende Mandatformel Namens ihres oder ihrer Delegirten zurückzusenden, damit die Jede Nationalität äußert sich über die Delegation. MitPrüfung der Mandate erleichtert wird und wir in Stand gesetzt theilung davon empfängt der Kongreß behufs Anerkennung. werden, die Delegirtenkarten vorzubereiten. Politische Notizen. V. Jahrgang. denn im Kriegsfalle diese Soldaten eigentlich gefüttert werden sollen. Mit Leuten, die nichts im Magen haben, lassen sich keine Schlachten schlagen. Diese Thatsache, daß wir unsere Soldaten im Falle eines Krieges nicht ernähren können, ist unseren Feinden nicht unbekannt. Die" Post" berichtet über einen Artikel in einer russischen Monatsschrift, welcher das Thema behandelt, folgendes: ,, Der Verfasser macht darauf aufmerksam, daß die großen Millionenheere, welche der nächste Völkerkrieg aus der Erde stampfen wird, nicht blos ganz außerordentliche Anforderungen an die Militärverwaltung für die Ernährung stellen werden, von denen man sich bisher noch keine Vorstellung machte, sondern auch durch die große Inanspruchnahme der tüchtigsten Arbeitskräfte einen Arbeitermangel für den Getreidebau hervorbringen müssen. Der Verfasser stellt ganz genaue Berechnun gen an über die Stärke der Rußland entgegentretenden deutschen Armee und deren Nahrungsbedürfniß. Die in den Ostprovinzen aufgespeicherten Nahrungsschätze würden nur ausreichen, das deutsche Heer für 25 Menschen- und 23 Pferdetage zu ernähren. Der Verfasser erörtert auch die Verhältnisse Desterreichs. Dieses besitze jedenfalls einen Vorzug in der Beziehung, daß seine Ernte einen ansehnlichen Ueberschuß über den Eigenbedarf aufweist, während Deutschland trog ungleich entwickelterer Verkehrs- Bedingungen von fremden Märkten in seiner Brotversorgung abhängig ist. Die Zufuhren aus Rußland werden natürlich ausbleiben; die Versuche, durch Zwischenhändler noch vor Eröffnung der Feindseligkeiten größere Massen russischen Getreides in die deutschen Magazine zu schaffen, dürften sich leicht bereiteln lassen; auf Desterreich ist gar nicht zu rechnen, da es den Brand in seinem eigenen Lande zu löschen haben wird; was die anderen europäischen Staaten an Hafer und Roggen an Deutschland zu liefern im Stande sind, ist im Vergleich zu den Ziffern des Bedarfs lächerlich gering; Amerika wird allerdings zur vortheilhaften Ausbeutung der Konjunkturen riesige Anstrengungen machen, aber darüber werden Wochen und Wochen hingehen, ganz abgesehen davon, daß es geradezu absurd ist, bei der Kriegführung an der Weichsel und am Niemen die Nährquelle für Fourage jenseits des Ozeans zu suchen. Wenn erst die neue Ernte unter Dach und Fach gebracht ist und die Getreidetransporte aus Amerika glatt herüberkommen, dann wird vielleicht auch die Verpflegungsfrage der Truppen sich einigermaßen zurechtrücken lassen, bis aber das Alles geschehen, werden Wochen hingehen, Wochen voll aufreibender Entbehrungen. Und noch übler werden die Heere daran sein, wenn sie erst auf russischen Boden übergetreten und weiter ins feindliche Land vorgerückt sind." Die Absicht des Verfassers ist, darzuthun, daß die deutsche Intendantur nicht im Stande sein wird, die vorrückenden deutschen Truppen, auf dem sich allmählich erweiternden Kriegstheater in Rußland ausreichend zu verpflegen, wenigstens nicht vor Einbringung der neuen Ernte. Die auf dem russischen Kriegstheater vorhandenen Vorräthe werde die russische Armee nach sich ziehen. ,, Die disponiblen Vorräthe werden in kleinen Posten über einen Flächenraum von etwa 450 000 Quadratwerst vertheilt sein; die Wege sind schlecht und werden später geradezu ungangbar sein; das Getreide wird in Korn bestehen, zu dessen Verarbeitung es an Mahlmühlen fehlen wird; jeder Tschetwerth endlich wird gewaltsam der feindseligen Bevölkerung entrissen werden müssen. Möge Deutschland nicht darauf rechnen, daß seine Requisitionen und Raufangebote denselben Erfolg zwischen der Weichsel und dem Dnjepr haben werden, wie einst im Feldzuge gegen Frankreich!" Der deutsche Generalstab werde versuchen, durch Schnelligkeit in der Bewegung Erfolge zu erzielen, dabei aber finden, daß die kriegerischen Aktionen auf russischem Gebiet unter den Rücksichten auf die Verpflegung der Truppen leiden würden. , Die verbündeten Heere werden in einem furchtbaren, unablässigen Kampfe mit dem Hunger liegen, und die Ueberwältigung dieses schrecklichen Feindes wird nur bei Anspannung aller Kräfte, vielleicht gar unter Verzicht auf wesentliche militärische Zwecke erreicht werden können." Die Mittheilungen, betreffend die internationalen Konferenzen der Metallarbeiter, der Holzarbeiter und der Tertilarbeiter sind, was die zwei ersten Arbeiterzweige betrifft, an die meisten interessirten Organisationen und VerAuf den Zusammenhang zwischen Getreidemangel einigungen der verschiedenen Länder geschickt worden. Was die und Kriegsgefahr ist in diesem Blatte schon öfters Konferenz der Textilarbeiter anbelangt, so wird sie von Schweizern, Deutschen und Belgiern verlangt, und hat zum hingewiesen. Wie sich die Sozialdemokratie zum nächsten Zweck die Anbahnung einer Verständigung zwischen Web- und Krieg stellt, ist eine Frage, die nicht leicht zu beantworten Spinnarbeitern der verschiedenen Länder. Die Konferenz der ist. Wir sind natürlich prinzipielle Gegner des Krieges, Metall- und der Holzarbeiter haben zum Zweck, die ver in dem wir nicht nur ein überhaupt kulturfeindliches und schiedenen Verbände in Berührung mit einander zu bringen und fortschritthemmendes Moment sehen, sondern auch speziell Eine Kritik zu diesen Ausführungen ist für uns eine internationale Verständigung zu erzielen. Vom 16. August Vormittags wird das Organisations- ein Mittel, das Proletariat niederzuhalten. Allein in unnöthig. Wir haben schon früher genau dasselbe gesagt, komitee für die Kongreßmitglieder eine Liste der Restaura- dem besonderen Fall des nächsten Krieges kommen doch und nach unserer Auffassung steht die Sache eher noch tionen bereit haben, in welchen man zu verschiedenen Preisen noch andere Punkte dazu. Der Feind, welcher einer Entschlimmer, wie der Verfasser schildert. die Mahlzeiten einnehmen kann. Schuld daran, daß Deutschland nicht genug Getreide Diejenigen Delegirten, welche uns gebeten haben, ihnen für wicklung der Dinge in unserem Sinn am gefährlichsten Wohnung zu sorgen, werden bei ihrer Ankunft in unserem wird, ist Rußland, und bevor Rußland nicht vernichtet produzirt, um eventuell seine Heere zu ernähren, ist die Zentralllokal der Maison du Peuple, Place de Bavière, die ge- ist, kann an einen Sieg unserer Ideen nicht gedacht durch Schnaps- und Zuckerprämien genährte Profitwuth wünschte Auskunft erhalten. werden. Deshalb halten wir es noch für die Aufgabe unserer patriotischen Junker, welche statt Roggen Kartoffel Wir fügen, im Interesse der Delegirten, eine Liste der der jetzt herrschenden Gewalten, vorerst Rußland nieder- und Rüben bauen. Unterliegen wir im nächsten Krieg, Hotels bei, an welche sie sich wenden können, mit Angabe des Preises für Wohnung und Frühstück, und der Sprachen, zuschlagen- ob das nun in einem„ frivolen" Angriffs- so ist es die Schuld dieser Leute. Aber gemach! Nur welche dort gesprochen werden. frieg oder in einem sittlichen" Vertheidigungskrieg ge noch ein paar Jahre, und ein Sieg des Russenthums Die russische schieht, soll uns egal sein, wenn er nur ein erfolgreicher wird ihnen vielleicht ganz angenehm sein. Strieg ist. Diese Aufgabe kann aber nicht erfüllt werden Knute, geschwungen von der Hand des Ruſſen, das er bei der sonderbaren Blindheit, welche zwar immer mehr ja am besten versteht, wäre das beste Mittel, die soziale Soldaten aufrücken läßt, aber nicht daran denkt, womit Frage" zu lösen. Mit brüderlichem Gruß an die Genossen Für den Generalrath der belgischen Arbeiterpartei, welcher mit Für den Generalrath der belgischen Arbeiterpartei, welcher mit der Organisation des Kongresses ward: Der Sekretär Jean Volders. " " folgreichen Wirken einer Union ohne Zweifel große Hindernisse bereitet. Dem Verbandstage sprechen wir für die sympathische Stellung zu der geplanten Bewegung der Buchdrucker den besten Dank aus und geben uns der Hoffnung hin, daß das Solidaritätsgefühl der graphischen Arbeiter sich auch bei getrenntem Marschiren dokumentiren wird." " In Sachen des Zonentarifes ist eine Deputation gestalten, daß die Regierung erklärte:„ M. H. Wir des Vereins Zonentarif" bei dem neuen Eisenbahn- haben zwar bedenkliche Zustände und Machenschaften" minister gewesen. Unsere Stellung zu der Frage haben nicht entdeckt, wohl aber haben wir eine Reihe von wir bereits präzisirt. Die hohen Personentarife unserer Wahlen notorischer Welfen" in kommunale Aemter nicht Eisenbahnen sind die beste„ Unschädlichmachung" der bestätigt; Sie werden unter diesen Umständen der ReFreizügigkeit. Das Recht habt ihr ja", lachte der gierung nicht zumuthen, in der gegenwärtigen unkontrollirDie österreichische Regierung hat kürzlich zwei biedere Agrarier in sich hinein, zu ziehen, wohin ihr baren Verwaltung des beschlagnahmten Vermögens des große Gesezentwürfe eingebracht, welchen sie eine sehr wollt, aber daß ihr von dem Recht keinen Gebrauch ehemaligen Königs Georg von Hannover eine Aenderung hohe sozial- politische Bedeutung beimißt. Der eine Entmachen könnt, dafür wollen wir schon sorgen, indem wir eintreten zu lassen." So sehr wir anerkennen, daß die wurf bringt ein Gesez, betreffend die Einführung von die Bahnfahrt so theuer machen, daß ihr armen Teufel Frff. 3tg." die Logif, welche in derartigen Fällen be- Einrichtungen zur Förderung des Einvernehmens zwischen In von Arbeitern sie nicht erschwingen könnt und wohl oder nutzt wird sie hat andere Regeln, wie die gewöhn- den Gewerbsunternehmern und ihren Arbeitern". übel bei uns bleiben müßt". Die Freizügigkeit ist noth- liche studirt haben mag, so können wir, die wir auf allen fabriksmäßigen Betrieben sollen obligatorische ArWeiter kann das wendige Bedingung des Kapitalismus, der eine fluktuirende diesem Gebiet ja gleichfalls reiche Erfahrungen haben, beiterausschüsse eingeführt werden. Proletariermasse uöthig hat, welche je nach den gesell- doch noch eine andere Regierungsschlußfolgerung prophe- Ministerium großẞindustrielle Zwangsgenossenschaften schaftlichen Konjunkturen, bald hier bald da beschäftigt zeien:„ Wir haben bei den Haussuchungen freilich nichts bilden, und zwar getrennt für Unternehmer und Arbeiter. werden kann. Sie ist auch Nothwendigkeit für die kapi- gefunden. Aber gerade das beweist, wie gefährlich diese Schließlich können sowohl aus den kleingewerblichen, als talistisch betriebene Landwirthschaft, welche in der Cam- Reichsfeinde sind. Sie haben eben alles geheim ge- aus den neuen Fabriksgenossenschaften heraus Einigungspagne die Arbeiter anzieht und nachher wieder von sich ordnet, und da nichts von dieser Organisation heraus ämter gebildet werden. Bezeichnend für den„ Geist" des abstößt. Sie ist aber den noch halb feudalen landwirth- gekommen ist, so muß sie offenbar sehr stark und weit- Gesetzes ist, daß wählbar für den Arbeiterausschuß nur schaftlichen Betrieben im Osten natürlich verhaßt, da sie reichend sein. Also, wir können den Welfenfonds noch solche Arbeiter sind, die seit mindestens drei Jahren in ihnen die billigen Arbeitskräfte entzieht. Bei uns wird nicht entbehren." Wie schließlich die Sache gedeckt wird, dem betreffenden Unternehmen beschäftigt sind". Diese sie deshalb verlangt, weil wir mit allen Forderungen ist ja ganz egal, eins ist jedenfalls sicher: der Welfen- verläßlichen und braven Arbeiterausschüsse„ von Erfahgegen den Feudalismus mit dem Kapitalismus Hand in fonds bleibt. rung und gewiegter Kenntniß" werden gewiß brav und Hand gehen. Die letzten Reste der alten Wirthschaft Kleine Polizeischerze aus Magdeburg. Wie verläßlich bleiben, wollen sie nicht ihren Ehrenposten müssen noch zerstört werden, damit der Kapitalismus mit sehr der Herr Polizeipräsident von Magdeburg in den durch Entlassung einbüßen. Dafür dürfen sie dann seinen revolutionirenden Folgen sich ausbreiten kann. Spuren Buttkamer's wandelt, haben wir schon kürzlich die" Delegirten" für die Genossenschaftsversammlung Was von der Freizügigkeit gilt, gilt eben so von den einmal berichtet. Jetzt finden wir im„ Berl. Tagebl." wählen, deren Vorstand dann gewiß siebenmal gesiebt billigen Personentarifen aus den oben angeführten wieder eine Notiz aus Magdeburg, die, so nebensächlich ist. Der zweite Entwurf enthält ein„ Gesetz, betreffend Gründen. Im Auge der Bourgeoisie erscheint die Sache die Sache ist, doch zu bezeichnend für einen Staat ist, die Errichtung von Genossenschaften beim Bergbau". natürlich wesentlich anders; da ist der billige Tarif ein in den so Etwas vorkommen kann, daß wir die Notiz Das sind Zwangsgenossenschaften, welche Arbeiter und Mittel, schlechter bezahlte Arbeiter aus den Orten zu reproduziren: Unternehmer in einer Genossenschaft umfassen. Dieser bekommen, um sie als Lohndrücker verwenden zu können; Die dortige Polizei sucht, sobald von einem Vergnügen, Sozialreform läßt sich schon von vornherein so viel und mit dem feinen Geruch für Arbeiterfeindlichkeit der das Sonnabends abgehalten werden soll, Anzeige gemacht sagen: Die Arbeiter rufen nach Koalitionsrecht, und die wird, sich auf Umwegen einige Ginlaßkarten zu verschaffen. Regierung bietet ihnen eine Zwangsanstalt, welche ste Bourgeoisie, der sie auszeichnet, hat die„ Kreuzzeitung" Diese werden dann an Personen verschenkt, die sich bereit erdieses Motiv auch herausgeschnüffelt; und nur deshalb, klären, das Vergnügen zu besuchen. Das nöthige Taschen den Unternehmern mit gebundenen Händen ausliefert und natürlich nur deshalb, aus den arbeiterfreundlichsten geld wird ihnen obendrein verabfolgt und ihnen nebenher vom außerdem der Gnade der Polizei preisgiebt. Die ArMotiven ist sie gegen den Zonentarif; nicht etwa, weil Bolizeikommissar Schmidt Anweisung gegeben, ein wenig nach beiter wollen freie, gewerkschaftliche Organisation, die Verkäufern von rothen Karten zu spioniren. Werden nun Regierung bietet ihnen das Prokrustes bett der Genossensie den Wegzug der östlichen Arbeiter oder die Nothdiese von der Polizei mit Einlaßkarten ausgestatteten Perwendigkeit von Lohnerhöhungen fürchtet. -sonen unbeanstandet zu den Bergnügungen zugelassen, so ist schaft und stellt sie unter die direkte Vormundschaft der Nun, der Eisenbahnminister hat der Deputation damit nach Ansicht der Polizei bewiesen, daß das in Frage Unternehmer. Die Arbeiter wollen Brot, die Regierung heimgeleuchtet, wie sichs gebührt. Was ist das auch für kommende Vergnügen kein Vereinsvergnügen, sondern ein bietet ihnen einen Stein. Dabei fehlt es natürlich auch öffentliches ist. Dem Schöffengericht lag kürzlich ein solcher nicht an den bekannten Phrasen vom„ warmen patrioeine Frechheit, so Etwas vom preußischen Staat zu verFall zur Aburtheilung vor. tischen Sinn im Arbeiterstande" und von den„ Schreiern langen, daß er seine Hand bieten soll zu Lohnreduktionen! - Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebens- und Agitatoren". Nein, Herr von Thielen ist ein ganz entschiedener Gegner mittel betrugen im Monat Juli d. I. im Vergleich zu Kosten der Genossenschaft auf sich nehmen sollen, was Die Bergwerksbesizer, welche die des Zonentarifs: Noch nicht einmal den Versuch auf den in Klammern beigefügten Preisen vom Juni: für sie natürlich nicht gern thun, werden damit getröstet, daß einer einzigen Strecke will er machen. Freilich hielt er es für möglich, daß dem Zonentarif die Zukunft gehört, tausend Kilogramm Weizen 232( 235) Mt., Roggen fie ja aus der Erreichung der durch die Genossenschaften aber daß muß man eben abwarten. Das glauben wir 212( 208) M., Gerſte 170( 169) Mt., Hafer 173 angestrebten oeordneten Verhältnisse zwischen Besigern auch. Wenn er nicht wenigstens versuchsweise eingeführt( 173) Mt., Kocherbsen 240( 240) Mt., Speiſebohnen und Arbeitern den größten Gewinn ziehen". Stimmt! auch. Wenn er nicht wenigstens versuchsweise eingeführt 293( 293) M., Linsen 417( 420) Mt., Eßkartoffeln Es geht doch nichts über eine Sozialreform, von der die wird, so kann man freilich nie wissen, ob ihre Zukunft 89,3( 85,6) Mt., Richtstroh 50,6( 51) Mt., Heu 53,8 Herren Besizer den größten Gewinn ziehen! nicht schon Gegenwart ist, und die Sache hat eine ge( 54) Mt.; für ein Kilogramm Rindfleisch 1,28 wisse Aehnlichkeit gehen, wenn man schwimmen kann. Aber das macht( 1,28) Mt., Schweinefleisch 1,31( 1,29) Mt., Kalbfleisch beabsichtige, wurde vor wenigen Tagen an der Berliner nichts, auf solche Aehnlichkeiten muß man eben nichts 1,23( 1,23) Mt., Hammelfleisch 1,30( 1,26) Mt., ge Produktenbörse als sicher verbreitet. Die russische Regeben, das ist blos äußerlich. Dem Zonentarif gehört die Zukunft es lebe die Zukunft! Daß der Werth der Jahresberichte der Gewerberäthe in erster Linie auf die Zuverlässigkeit der in 2,17( 2,10) Mt.), Weizenmehl Nr. 1 0,40( 0,40) Roggenmehl Nr. 1 0,35( 0,35) Mk. E., Daß Rußland ein Ausfuhrverbot auf Getreide gierung hat das Gerücht nun zwar dementirt, gesteht aber ein, daß eine Einschränkung des Exports nöthig sein werde. Wie man das Ding nennt, ist ja schließlich gleichgültig. Jedenfalls geht die Prophezeiung Meyers Soziales aus Frankreich. Zu der jetzt viel erörterten Frage, ob es möglich ihnen gemachten Mittheilungen beruht, bedarf keines ist, die verschiedenen gewerkschaftlichen Berufsorganisa- jezt in Erfüllung. Nachweises. So wenig wir auch sonst von der Art ent- tionen der Arbeiter in den nächsten Jahren schon in Nachweises. So wenig wir auch sonst von der Art ent- einer sogenannten Union zu vereinigen, liegt jetzt folgender zückt sind, wie bei uns die Fabrikinspektion eingerichtet ist, Meinungsaustausch zwischen den Vertretern zweier gut so hat man doch in dieser einen Beziehung bis jetzt eigentlich noch nicht klagen können. Dieses Jahr aber organisirter und geleiteter Gewerkschaften vor. Der in sind eine ganze Reihe von Klagen vorhanden: ein Ge- Altenburg stattgehabte dritte Verbandstag der Buchbinder werbe- Inspektor hat über die Berliner Hutarbeiter- Genossen- hatte folgende beiden Resolutionen gefaßt: schaft derartige unrichtige Angaben gemacht, daß ihn die Genossenschaft verklagen will; dem Gewerberath von Oppeln sind fürzlich in einer Versammlung oberschlesischer Kaufleute eine Reihe von Unrichtigkeiten nachgewiesen, namentlich die gewiß interessante Thatsache, daß der Herr Gewerberath in einem Bericht über 1890 Ausführungen aus der Zeitschrift des oberschlesischen Bergund Hüttenmännischen Vereins für 1885(!) theilweise sogar wörtlich zu Grunde gelegt habe. Dem Gewerberath von Magdeburg wird von dem Hauptkassirer des Gewerkvereins der Porzellanarbeiter der Vorwurf gemacht, er habe den Verlauf einer Lohnstreitigkeit unrichtig dargestellt. Die Welfenfondsskandale sind doch zu toll gewesen, und Schande halber muß da irgend etwas„ geschen". Natürlich wäre es aber sehr unangenehm, diesen schönen Fonds so mir nichts dir nichts aus der Hand zu geben, mit dem man so gut operiren kann. Muß also irgend eine Mimik versucht werden, die Nothwendigkeit seiner weiteren Verwendung zu beweisen. Nun sind freilich die Welfen ziemlich harmlose Leute, die absolut ungefährlich sind. Es ist schwer, diese Don Quixotes zu so gefährlichen Leuten aufzublasen, daß die Millionen zu ihrer Bekämpfung auch weiterhin nöthig sind. Aber es geht doch. Man hält bei hervorragenden Welfen Haussuchungen und versagt die Bestätigung von Wahlen notorischer Welfen in Kommunalämter. Die ,, unterrichtete"" Börsenzeitung" schreibt dazu: Die Regierung will dem preußischen Landtage einmal ein flares Bild über die welfische Bewegung vorlegen und andererseits selbst eine genaue Uebersicht über die welfische Bewegung haben." Nun geben aber die„ Unterrichteten" selbst zu, daß man bisher noch keine Zustände und Machenschaften vorgefunden, welche Anlaß zu einem Streitverfahren geben könnten." Wir möchten fast wetten, bemerkt hierzu die Frff. Ztg.", daß man solche Zustände und Machenschaften" auch im weiteren Verlauf der Dinge nicht entdecken wird. Die Situation fönnte sich also, wenn die angegebenen Mittheilungen der nationalliberalen Blätter begründet wären, im nächsten Landtage etwa so ( Nach Zeitungsberichten.) Der„ Grelot", ein satyrisches Pariser Blatt, enthielt ,, I. In Erwägung, 1. daß an eine vollständige Durch- fürzlich eine geistreiche Starrikatur: Die Streikunternehmer". führung unserer auf dem Verbandstag in Hannover aufge- Im Hintergrund ertheilt ein auf seiner Lokomotive fahrender stellten Forderungen, oder aber auch der Forderungen anderer Zugführer der durch eine weibliche Figur repräsentirten Orleansim graphischen Gewerbe bestehenden Branchen schlechterdings Bahngesellschaft den Bruderkuß; vorn schreit der Abgeordnete nicht gedacht werden kann, wenn die gegenseitige Unterstützung Dreyfus mit erhobenen Armen:" Das ist ein Nichtsnuz, er sämmtlicher im graphischen Gewerbe beschäftigter Arbeiter und will arbeiten!" Arbeiterinnen fehlt; 2. daß sich die Unternehmer ohne Unter- In der That, was that Herr Dreyfus in diesem Streik der schied der einzelnen Branchen zu großen, eine ganze Industrie Bahnangestellten? Er war der Hizigste unter Denen, welche umfassenden Verbänden vereinigen, und gerade dadurch den zum Ausstand hezten; er wohnte den Versammlungen der Leute Arbeiterorganisationen mit Nachdruck entgegen treten können; bei, ergriff das Wort und ging so scharf wie nur ein Sozialist 3. daß an eine Verwirklichung des leitenden Gedankens der gegen die Gesellschaften vor. Tretet aus," soll er gesagt haben, Berliner Gewerkschaftskonferenz gedacht werden muß, beschließt feiert nur einen einzigen Tag und die Gesellschaften und die der Verbandstag:" Der Vorsitzende des Unterstützungs- Ver- Regierung werden fapituliren. Die Aufhebung des Bahnbandes der Vereine der in Buchbindereien u. s. w. beschäftigten verkehrs ist die unheimlichste Störung im sozialen Leben: Keine Arbeiter wird ermächtigt und beauftragt, die einleitenden Reisenden mehr, die Waaren bleiben aus, die Lebensmittelzufuhr Schritte zu thun, um eine Vereinigung sämmtltcher im gra- stockt, die Briefe bleiben aus.... Nur keine Besorgniß; die phischen Gewerbe beschäftigter Arbeiter und Arbeiterinnen her- Dinge werden hier nicht wie in Fourmies verlaufen, die Debeizuführen." putirten von Paris werden sich zwischen Euch und das Militär stellen!" Eine Woche hindurch wirkten Herr Dreyfus und andere Bourgeois so eifrig für den Streik der Bahnangestellten, als wären sie die eifrigsten Verfechter des Sozialismus. II. Zu der in Aussicht stehenden Neunstundenbewegung der Buchdrucker bringt der heutige Verbandstag dem Unter stützungsverein deutscher Buchdrucker die vollste Sympathie entgegen; erachtet jedoch die Zeit noch nicht für geeignet, daß auch die Buchbinder mit in diese Bewegung eintreten. Sollte den Buchdruckern zur Durchführung ihrer Forderung ein ernster Kampf entstehen, so wird die Organisation der Buchbinder 2c. in jeder Weise für kräftige Unterstützung besorgt sein und so ihre Sympathie moralisch wie materiell zum Ausdruck bringen. Der Vorsitzende des Verbandes wird beauftragt, den Vorsitzenden des Unterstützungsvereins deutscher Buchdrucker und Schriftzteßer hiervon in Kenntniß zu setzen." Die Antwort der Buchdrucker- Organisation, gegeben durch den Vorstand Döblin, lautete: " Aber Herr Dreyfus steht durchaus nicht auf diesem Flügel. Vor einer Reihe von Jahren war er noch einer jener armseligen Börsenmänner, die am Abend nicht wissen, ob sie am folgenden Morgen noch was zu beißen haben, als der illustre Herr Wilson, Präsident Grevy's Tochtermann, ihn entdeckte und zu seinem Sekretär machte. Mit allen Waffern gewaschen, schwang sich Herr Dreyfus in furzer Frist zur Meisterschaft in den Finanzkünsten auf. Und da eine politische Position auf diesem Felde den Erfolg verbürgt, ließ er sich unter die Republikaner anwerben und spielte den Radikalen. Er wurde Munizipalrath, Abgeordneter von Paris, gründete ein politisches Blatt, La Nation", und das Glück war „ Das gefl. Schreiben des Vorstandes betreffs Schaffung ihm gewogen. Er fährt als feiner Mann im Bois de einer Verbindung der im graphischen Gewerbe beschäftigten Boulogne spazieren und hat sein Schäflein im Trocknen. Er Arbeiter habe ich unserer jüngst stattgefundenen Generalver- ist ein Typus, welcher studirt zu werden verdient, wenn man sammlung vorgelegt. Die Behandlung dieses Gegenstandes die politisch- finanzielle Pariserwelt kennen lernen will. ergab eine Uebereinstimmung dahin, daß ein Zusammenwirken Der Streik der Omnibuskutscher hatte nicht allein die und gegenseitiges Unterstützen der graphischen Arbeiter selbst- Eisenbahnangestellten ermuntert, den Moment zu benutzen, er verständlich sein müsse, jedoch glaubte man auf eine Union brachte auch die Finanzkris: auf die Idee, den Streit als nicht eingehen zu können, da sich einer derartigen Vereinigung Mittel für ihre Börsenzwecke zu fruttifiziren. Die große Schwierigkeiten entgegenstellen. Die Generalversamm Attten der am heftigsten angegriffenen Baris- Orleans- Gesellschaft lung glaubte das nöthige Verständniß für die Nothwendigkeit galten am 29. Mai nach dem Kurszettel 1525 Frants; fie fielen gegenseitiger Unterstützung der graphischen Arbeiter auch ohne am 5. Juli auf 1503 Franks 75 Centimes; alle Aktien der formelle Verbindung auf beiden Seiten voraussetzen zu dürfen. anderen Gesellschaften, mit Ausnahme derjenigen des Südens, Mitbestimmend für diese Stellungnahme waren auch die in welche nicht in Mitleidenschaft gezogen war, sanken gleichfalls, dem werthen Schreiben des Vorstandes betonten Verhältnisse immerhin weniger beträchtlich. Eine andere Ursache als der anIhres Gewerbes, daß die in den Buchbindereien beschäftigten gedrohte Streik lag nicht vor; denn bevor dieser sich näherte, Arbeiter eine allgemeine Einführung der neunstündigen Ar- standen die Kurse sehr fest. Es war auch begreiflich: die beitszeit z. 8. noch nicht in's Auge fassen können. Durch wöchentlichen Bulletins konstatirten noch am 20. Mai eine Verdiese Verschiedenartigkeit der Verhältnisse würden dem ermehrung der Betriebsüberschüsse im Vergleich zum Vorjahr. Offenbar kann das aber nur bis zu einem gewissen Punkt so fort gehen. Höhe hinaufzutreiben, indem er beträchtliche Rentenankäufe zu Der Programmentwurf, die Unternehmer- dahin geführt, daß der Markt der Produkte sich verGunsten der öffentlichen Staſſen vornimmt. Im letzten April kartelle und die zunehmende Verengerung Für die Orleanslinie betrug diese Vermehrung 1 466 985 Franks 167 000; Marseille 31 000; Lyon 29 000; Nizza 20 000; Reims oder 1 Franks 85 Centimes per Kilometer. 15 000; Saint- Etienne 15 000; Roubair 14 000; Lille 12 000; Die anderen Linien publizirten analoge Ziffern: die Ost- Montpellier 12000; Bordeaur 13 000; Grenoble 10 000; Toulon gesellschaft wies sogar ein Anwachsen auf 3 Frants 15 Centimes 8000. Das blos aus Städten bestehende Seine- Departement Die Ueberproduktion entstand dadurch, daß der per Kilometer auf. Man fürchtete vielorts eine neue Hausse der hat allein 249 000 Seelen gewonnen, oder 41 000 mehr als ganz Unternehmer nicht wußte, wieviel konsumirt ist, und desAftien, bevor Klarheit über den Einfluß der Tarifreduktion Frankreich. Im Ganzen hat die städtische Bevölkerung um halb so lange produzirte, bis er durch die vollendete Herrsche, welche die Gesellschaften auf das Verlangen des Arbeits- 700 000 Seelen zugenommen, wovon also das flache Land Thatsache der Ueberproduktion darüber klar wurde, daß Ministers für den Personen- und Gütertransport einzuführen 500 000 abgegeben hat. veranlaßt wurden. Sobald aber ein Arrangement zwischen den Auf die Ursachen dieser auffallenden Erscheinung haben wir die Ueberproduktion bereits längst vorhanden war. Bahnen und den Angestellten getroffen war, kehrten auch die schon oft hingewiesen: Die Zersplitterung des Bodens und das Es muß sich nun statistisch feststellen lassen, wieviel Kurse auf ihr normales Niveau zurüd. Binnen wenigen Wochen Erbrecht, welches jedes Kind zu gleichen Theilen erben läßt. von einer Waare in einer bestimmten Zeit gebraucht konnte demnach also die Pariser Börse zweimal den entscheiden- Da können sich die Bauern nicht den Lurus leisten, mehr als wird. Wenn auch eine solche Uebersicht für den geden Einfluß beobachten, welchen der Streik auf den Kurs der zwei Kinder zu haben. So zeigt sich denn auch hier der kulturWerthpapiere auszuüben vermag. Man wirft gewissen Finanz- schädliche Einfluß des Privateigenthums an den Produktions- sammten Weltmarkt mit Schwierigkeiten verbunden ist, so kreisen vor, daß sie sich des Ausstandes bedienen, wie sie schon mitteln. muß sie sich doch leicht geben lassen für den nationalen Kriegsgerüchte, die Kunde von einer Niederlage, dazu ver Markt. wendeten, um die 3prozentige Rente herunterzudrücken, welche Finanzminister Rouvier eben im Begriff ist, über die normale Die bisherige Entwickelung hat aber immer mehr ringert. Alle Welt hat sich in die kapitalistische Prokaufte er für 46 121 270 Franks und im Monat Mai für duktionsweise gestürzt; Jeder will verkaufen; und die 42 199 965 Franks. Es wird behauptet, er gehöre einem Syndikate von Bankiers an, das auf Hausse spekulirt. Das nächste Folge ist gewesen, daß die Unternehmer in jedem Eine steht fest, daß Herr Rouvier, 1880 noch ein armer Teufel, Daß der Programmentwurf gegenüber dem alten einzelnen Staat verlangen, daß durch Schutzzölle ihnen seitdem er Minister geworden, zu mehreren Millionen ge- Programm einen bedeutenden Fortschritt bedeutet, ist wohl der nationale Markt garantirt werde; den haben sie Du lieber Himmel, es geschieht nicht zum ersten Mal, daß allgemein anerkannt, einen Fortschritt nicht nur, insofern nun einmal sicher; außerdem denken sie natürlich auch Kapitalisten mit dem Streit ihre Mühlen treiben. Erst kürzlich er auf der Höhe der gegenwärtigen Wissenschaft steht, auf dem Weltmarkt Geschäfte zu machen. Da aber die waren Journalisten, welche nach dem allgemeinen Ausstand der was man von dem alten Programm nicht sagen konnte, übrigen Staaten allmälig auf die Sprünge kommen und belgischen Grubenarbeiter die Direktoren und Administratoren sondern auch, indem er bedeutend radikaler ist. Wir gleichfalls eine Schutzzollmauer um sich herum aufführen, der verschiedenen Gesellschaften besuchten, nicht wenig erstaunt glauben deshalb, daß im Großen und Ganzen wenig werth- so ist das Resultat, daß die Unternehmer jetzt auf ihre zu sehen, wie diese Herren ganz beruhigt, theilweise selbst vergnügt über den Gang der Geschäfte waren. Hätten sich diese volle Aenderungen an dem Entwurf vorgenommen werden nationalen Märkte beschränkt sind. tommen ist. des Marktes. Reporter über den Stand der Aftien jener Kompagnien informirt, fönnen. Namentlich am ersten Theile ist wohl schwerlich Wir stehen mitten in diesem Prozeß. Und da die sie würden sich über die Gelassenheit der Herren inmitten der viel zu kritisiren, mit Ausnahme eines einzigen Punktes, Entwicklung mit Riesenschritten geht, so wird er vorallgemeinen Aufregung nicht lange gewundert haben. Statt zu den wir gleich erörtern werden. In Betreff des zweiten aussichtlich bald beendigt sein. fallen, gingen die lieben Papiere in die Höhe; die Kohlen wurden Mit anderen Worten: die Bourgeoisie legt selbst immer theurer, die Stocks gingen zu glänzenden Preisen ab Theiles kann man vielleicht in verschiedenen Punkten anderer und weil voraussichtlich der Streit auf die Dauer sich nicht zu Meinung sein, als der Entwurf. Allein hier liegt ja Hemmschuhe an ihren Wagen. Die Entwicklung darf sich halten vermochte, mehrten sich nur die Profite der Herren. Die auch nicht das Hauptgewicht. nicht ausentwickeln, sie wird gehemmt; die Planlosigkeit Fabrikanten von Lancashire verstehen sich übrigens längst auf Einen Einwand, der uns und wohl verschiedenen und Anarchie darf nicht zu ihrer natürlichen Konsequenz diese Praris; fie provozirten Ausstände unter dem Personal der Baumwollfabriken, um eine starke Ueberproduktion zu verhindern, Genossen mit uns wichtig schien, haben wir bereits in führen; es wird Plan in die Sache gebracht- freilich den Markt vor einer Ueberfüllung und sich selbst vor Schaden voriger Nummer gemacht: daß die Stellung zum Plan im Interesse der Bourgeoisie. spekulation. " zu bewahren. Jetzt, da die Pfleger des Giftbaumes" gelernt Parlamentarismus nicht präzisirt ist. Wir werden in Gleichzeitig kommt von einer anderen Seite Plan haben, mit Hülfe des Streites die Surfe hinauf und hinunter den nächsten Nummern noch einige andere Punkte aus hinein. Wie es hier der Umstand war, daß alle zu treiben, wird dieser auch zum Werkzeug der Börsen- dem zweiten Theil hervorheben, in denen wir anderer Länder Industrieländer geworden sind, der äußerste Unterdessen hat der Streit dasselbe Ende gehabt, wie Ansicht sind, wie die Verfasser des Entwurfs; zunächst Triumph des Systems, so ist es in diesem Falle der vor Monaten der Streit der schottischen Eisenbahnbediensteten möchten wir uns aber gegen den einzigen Satz wenden, Umstand, daß durch die Entwicklung das Kapital immer Nachdem seitens der Regierung den Arbeitern das wohlfeile der im Haupttheil unsere Bedenken erregt hat. mehr konzentrirt ist, und daß die wenigen Leute, die Versprechen gegeben worden ist, daß sie ihre Forderungen Es heißt da: es inne haben, unter einen Hut kommen können. prüfen und ihre Lage verbessern werde, haben die Ausständigen die Arbeit wieder aufgenommen. Sie zeigen dies in folgender Die im Wesen der kapitalistischen Produktion begründete Dort regeln die großen Schutzzollsysteme, hier die Erklärung an: Planlosigkeit erzeugt jene immer länger andauernden Krisen Kartelle. und Arbeitsstockungen, welche die Lage der Arbeiter noch ver- Die Ueberproduktion entstand dadurch, daß der schlimmern, durch den Ruin der städtischen und ländlichen Unternehmer nicht wußte, wie viel konsumirt ist. Das. Mittelstände der Kleinbürger und Kleinbauern den Ab" Der Bautenminister hat in dem uns von den Abgeordneten der Seine mitgetheilten Schreiben seine Bereitwilligkeit verfichert, nach Wiederaufnahme der Arbeit seine Bemühungen zu erneuern, die Lage der Eisenbahnbeamten zu verbessern. Wir grund zwischen Besitzenden und Besitzlosen erweitern, die all- wußte er nicht nur deshalb nicht, weil er den Konsum nehmen Akt von dieser Erklärung, durch welche die Regierung gemeine Unsicherheit zum Normalzustand der Gesellschaft er überhaupt nicht kannte, sondern auch deshalb nicht, weil er so bestimmt verspricht, nach Beendigung des Streiks unsere heben und den Beweis liefern, daß die Klasse der Aneigner die Produktion seiner Mitproduzenten nicht berechnen konnte. Forderungen bei den Gesellschaften zu vertreten. Dies veranlaßt der gesellschaftlichen Arbeitsmittel den Beruf und die Fähig Von diesen vielen Tausenden schaffte ein jeder für sich, so uns, den Streik einzustellen. Im Vertrauen auf das Wort der keit zur wirthschaftlichen und politischen Führung verloren hat. viel er fonnte, und keiner wußte, wie sich eigentlich Regierung begeben wir uns nach unseren Werkstätten, da wir Dieser Satz hätte noch vor ungefähr zehn Jahren die Gesammtsumme der Produktion zur Gesammtsumme überzeugt sind, daß die Bahngesellschaften unsere Forderungen, ganz unbeanstandet bleiben müssen. wenn sie ihnen vom Bautenminister vorgelegt werden, als be- offenbar die Krise den bevorstehenden Zusammenbruch der Damals zeigte der möglichen Konsumtion verhielt. rechtigt anerkennen werden." Volkszählung ergeben. Das wird jezt anders. Aus den Tausenden sind Unsere französischen Genossen scheinen sehr optimistisch ge- fapitalistischen Ordnung an, war es doch das Auftreten stimmt zu sein. der ersten Krise überhaupt gewesen, welches das Ver- ein paar Leute geworden; die können zusammentreten und Eigenthümliche Resultate hat die letzte französische trauen in ihre Ewigkeit zum ersten Mal erschüttert hat. sich verständigen: wozu wollen wir uns ruiniren? VerDie Ursache der Krisen war der Umstand, daß der abreden wir uns, nehmen wir die Statistik des Konsums üblich sind, begannen in Frankreich mit dem Anfange dieses fonte. Er produzirte und gab Genaue Volkszählungen, wie sie heute in allen Kulturstaaten Unternehmer den Markt für seine Waare nicht übersehen auf und theilen wir uns verhältnißmäßig in ihn. Es Jahrhunderts, und zwar fanden die beiden ersten in den Jahren Er produzirte und gab die Waare an den wird abgemacht, daß ein Jeder seine bestimmte Quanti1801 und 1806 statt. Im Jahre 1801 zählte Frankreich Großhändler, dieser weiter an den Kleinhändler, und so tät produzirt, dann hat er ein sicheres und solides Ge27 349 000 und im Jahre 1806 29 107 000 Einwohner, von da fort. Nach einem gewissen Zeitraum, wenn das Pro- schäft ohne jedes Risiko. an aber ruhten die Bolkszählungen bis zum Jahre 1821, in dukt vom Kleinhändler in den Konsum übergegangen welchem eine Bevölkerung von rund 30 Millionen konstatirt Also auch von dieser Seite her verschwindet die wurde. Erst vom Jahre 1836 an begannen die regelmäßig alle war, floß das Geld zurück: vom Kleinhändler zum Groß- Planlosigkeit von der Bildfläche, die Produktion wird geordnet und geleitet, und die Sache geht ganz gut. fünf Jahre wiederholten Volkszählungen, deren erste das Resultat händler, und von dem zum Unternehmer. ergab, daß Frankreich damals 33 541 0000 Einwohner hatte. Wenn seine Waare an den Großhändler abgeliefert Das, was wir Krisen nennen, wird bald zu den Fünf Jahre später war di Einwohnerzahl um rund 700 000, ist, dann erscheint sie ihm konsumirt und er produzirt gewesenen Dingen gehören, wenn diese beiden Entwickin den nächsten Jahren um mehr als eine Million, in der fol weiter, um seine Abnehmer von Neuem zu versorgen, lungen, die parallel neben einander hergehen, erst zu genden Zählperiode um 300 000 und in der weiteren um rund 400 000 gewachsen, so daß im Jahre 1856 die Einwohnerzahl indem er das Geld für das eben Abgelieferte nach der Ende sind. mehr als 36 Millionen betrug. Die Erwerbung von Savoyen bestimmten Frist zurückerwartet. Dasselbe Verhältniß ist Und hier liegt der günstige Augenblick, den das und der Grafschaft Nizza in den Jahren 1856 und 1861 wirkte zwischen dem Großhändler zu den verschiedenen Zwischen- Proletariat ergreifen muß. Kann es sich hier nicht die mit einem Salage erheblich auf die Vermehrung der Bevölkerung Frankreichs ein, so daß dieselbe nach der Zählung des Jahres händlern bis hindurch zum Detaillisten. Ist nun dem politische Macht erringen und damit die Möglichkeit, die 1861 fich auf die Biffer 37 386 000 belief. Im Jahre 1866 stieg wirklichen Konsum genügt, hat das Publikum dem kapitalistische Herrschaft in die sozialistische umzuwandeln, diese Ziffer auf über 38 000 000, ging dann aber infolge des Detaillisten so viel von seiner Waare abgekauft, als es so ist alle Kulturarbeit, die bisher geleistet ist, verloren, Strieges 1870-71 um etwa 2 Millionen zurück, so daß bei der braucht, so merkt das der Unternehmer noch nicht. Er und die Menschheit kehrt wieder zur Barbarei zurück. nächsten Zählung im Jahre 1872 nur noch 36 Millionen Einwohner in Frankreich konstatirt wurden. Von da an bis zum produzirt ruhig weiter und die Waare geht ihren Gang Denn nun, geregelt und geordnet, wird sich erst die Jahre 1886 nahm die Bevölkerung fortwährend zu: 36 906 000 durch alle Hände hindurch bis zum Detaillisten. Alle Produktion ganz in ihrer Großartigkeit entfalten. Jetzt Einwohner im Jahre 1876, 37 672 000 im Jahre 1881 und Speicher füllen sich an, auf jeder Zwischenstation, und wird nicht ein Härchen mehr unnüz produzirt werden, 38 219 000 im Jahre 1886. Die diesjährige Zählung ergiebt, daß die natür Konsum vorhanden ist, weil sie können nicht geleert werden, weil kein wirklicher die ganze Kraft wird sich lediglich auf das Nothwendige liche Mehrung der französischen Bevölkerung aufdas Publikum dem beschränken. Alle technischen Errungenschaften, die bei gehört hat. Von 1886 bis 1891 ftieg die Bevölkerung um Detaillisten nichts abkauft. Erscheint jezt der Zahlungs- der immer noch herrschenden Zersplitterung des Kapitals 208 584. Die Zahl der Ausländer in Frankreich ist von 1873 termin, so kann Niemand aus der Kette seine Ver- gar nicht ausgenutzt werden können, werden ganz andere bis 1886 bon 740 000 auf 1 126 000 gestiegen, oder um 30 000 pflichtung erfüllen; Jeder weist achselzuckend auf die un- Erfolge aufweisen. In den Zwischenstationen namentlich Seelen jährlich, in den letzten fünf Jahren also wohl um verkauften Ballen, und man sieht ein, daß überproduzirt zwischen Produktion und Konsumtion, wo jezt so viel 150-160 000, denn die inzwischen stattgehabte Weltausstellung ist der Mehrung der Ausländer sehr günstig gewesen Die jetzige ist. Eine Menge Unternehmungen und Geschäfte brechen Straft unnüz vergendet wird, wird eine wunderbare amtliche Zahl der Ausländer liegt noch nicht vor. Für die na zusammen, die nicht kräftig genug sind, um den Verlust Dekonomie Plaz greifen. türliche Mehrung der heimischen Bevölkerung bleibt in keinem auszuhalten, daß sie für unverkaufte und unverkäufliche Aber dazu braucht es viel weniger Arbeiter, wie Falle etwas, da ja die jährlichen 40-45 000 Geburten bei Waare Geld bezahlen mußten; die übermäßige Menge jeßt. Um sich ein Bild davon zu machen, denke man den Ausländern davon abzurechnen sind. Von 1872 bis 1876 hatte die Mehrung 802 867 betragen, ist seitdem mit jedem von Waaren wird auf verschiedenen Weisen aus der nur an die Organisation der Standard Oil Company. Fahrfünft gefallen, während die Ausländer sich im selben Maß- Welt geschafft: sie verdirbt, wird vernichtet, verschleudert. Die Hälfte, ein Drittel der Arbeiter wird vielleicht stabe gemehrt haben. Wenn sie im letzten Jahrfünft auch noch Die Produktion wird eingeschränkt. Die Folge ist, daß nöthig sein. einige Behntausende betragen haben sollte, so hört die natürliche ein großer Theil der beschäftigsten Arbeiter brotlos Mehrung doch von icht ab auf, dürfte sich bei der nächsten Hier hat man es nun in der Hand, das ProleBählung, 1897, in eine Minderung verwandelt haben. In werden, und die Löhne, welche vorhin gestiegen waren, tariat zum Kuli herabzudrücken. Daß das möglich ist, diesem Schwinden der natürlichen Mehrung ist bis jetzt niemals wieder fallen. so sonderbar es auch aussieht, ist gänzlich fraglos. Wenn ein Stillstand eingetreten. Im Jahre 1876 wiesen nur 20 De In der That zeigt sich hier, daß die Bourgeoisie die paar Monopolisten die politische Gewalt in Händen partements eine Abnahme auf, 66 zeigten eine Mehrung; im unfähig ist, die sozialen Gewalten zu beherrschen; die haben und etwaiges Widerstreben und Revoltiren des letzten Jahrfünft haben nur noch 26 Departements eine Mehrung, 59 sind der Abnahme verfallen Mehr als jemals zeigen Kräfte walten ohne Aufsicht und Plan, blindlings, wie Volkes verhindern können, eventuell mit russischer Hilfe, die Ackerbautreibenden Departements eine Abnahme: Lot 15999 die Natur, und nicht vernünftig, wie der Mensch. Die so gelingt es ihnen. Sie werden das Proletariat auf ( 1876: 4892); Haute- Loire 14 125; Aveyron 13 667; Tarn Folgen dieser Anarchie sind die geschilderten: die Ar das Niveau herabdrücken, auf dem sich jetzt etwa die 13 502; Gers 13 342; Lot- et- Garonne 13 518; Dordogne 12 517; Orne 12494( 1876: 5724); Aude 12 428; Ostpyrenäen 11 113: beitsstockungen mit der Noth und dem Elend, das mit Weberbevölkerung befindet. Die überzählige Armee der Yonne 10 539; Haute- Saone 10 282; Ariège 10 189 Seelen. ihnen verbunden ist, der Ruin der kleineren Besitzenden. Arbeiter findet ihr Ende in den Unruhen oder verhungert Dagegen weisen die Departements mit großen Städten und die eben den Stoß nicht haben aushalten können, und allmälig, und so„ klärt" die Bourgeoisie das Land vom bielem Gewerbefleiß eine um so stärkere Mehrung: Seine( Paris) damit eine immer schärfere Scheidung in zwei Klassen: Volk, wie es in früheren Jahrhunderten die Aristokratie 249 363; Nord( Lille) 77 276; Seealpen( Nizza) 43 627; Rhone die Elenden, die immer elender werden und deren Zahl gethan hat. Mündungen( Marseille) 30 072; Rhone( Lyon) 27 600; Herault Die Kapitalskonzentration, so erwünscht ( Montpellier) 25 709; Pas- de- Calais 23 981 Seelen. Mit einigen immer wächst, und die Reichen, die immer reicher werden, fie uns ist, weil sie die ökonomischen Vorbedingungen wenigen Ausnahmen haben alle Städte zugenommen: Paris und deren Zahl sich immer vermindert. für die sozialistische Produktionsweise liefert, ist sehr bedenklich dadurch, daß sie die politische Macht unserer Gegner stärkt. Nun variirten im Jahre 1890 die Durchschnittslöhne in den einzelnen Sektionen zwischen 361-784 Mt.!!! pro versicherte Person, es zahlten 9 Sektionen der Berufsgenossenschaft unter 600 Mark und nur 8 Sektionen zahlten über 600 Mark Lohn pro Person. Die Löhne verstehen sich für eine 18stündige Arbeitszeit und 24 stündige Sonntagsarbeit. Naturalbezüge sind eingerechnet. Bur Tragödie der Hausindustrie schreibt das„ VogtBei so niedriger Lebensstellung des größten Theiles ländische Volksblatt" in Plauen: Zu der theuren Zeit passen der Bevölkerung muß aber die Produktion immer weiter vortrefflich die Hungerlöhne, die vielfach gerade in Anbetracht eingeschränkt werden. Bessere Organisation, vervollkomm- Ferner stellt Herr Heucke fest, daß die Sektionen, welche die des jetzt großen Angebots von Händen" gezahlt werden. Haben nete Technik macht dann wieder Arbeiter überflüssig und geringsten Löhne zahlen und bei denen infolgedessen auch die unsere Frauen bisher schon wenig verdienen können bei der Rentenansprüche äußerst gering sind, im Jahre 1890 trotz alledem Bäckelei, Stepperei, Spachtelet und Näherei, so ist es jetzt sozubewirkt wieder einen Rückgang der jährlichen Produkten 22 800 Mt. mehr gebraucht haben, als ihnen eigentlich zukam, fagen ganz aus damit. Für Streifen, die zu zäckeln früher 3 Bfmasse, und so weiter. Hand in Hand mit dem Elend und daß also die beffere Löhne zahlenden Sektionen diesen Aus- kosteten, giebt man seit langem nur noch 1 Pf. Die Stepperinnen der Volksmasse geht die sittliche und geistige Verrohung fall mit decken mußten. Es ist dies ein eklatanter Beweis dafür, müssen mit eigener Maschine und eigenem Zwirn von früh bis und körperliche Entartung. Dem können sich auch die daß in den Sektionen, welche geringe Löhne bei Abends arbeiten, um 60 Pf. bis 1 M. zu verdienen. Jetzt giebt Monopolisten nicht entziehen. Und so würde der Schluß langer Arbeitszeit aufweisen, die Zahl der Unglücks- eine hiesige Firma- Kunze- Decken zum spachteln aus, mit fälle eine erheblich höhere iſt. denen geübte Arbeiterinnen 3 Pf. in der Stunde herder modernen Kultur derselbe Schluß sein, den bis jetzt Die Durchschnittslöhne zählt die beifolgende Tabelle auf, ausschlagen. Eine andere Firma, W. u. S., giebt Kongreßjede Kultur auf der Erde gehabt hat: der Rückfall in aus der außerdem auch noch hervorgeht, daß trotz der allge- decken zu nähen aus, das Stück für 60 Pf., Arbeitszeit die Barbarei. meinen Preissteigerung aller Lebensmittel die Löhne an einer solchen 4-6 Tage, und es giebt Frauen, die solche in 1890 gegen das Vorjahr gefallen sind eine Illustra- Arbeit machen müssen, weil sie die paar Pfennige zu nöthig Indessen, kommen wir wieder auf den Programm- tion zu der höhnischen Behauptung der„ Leipz. 8tg.", daß doch brauchen, ja ste müssen sich, wenn sie wegen schlechter Bezahlung nach dem ehernen Lohngesetz die Löhne bei theueren Lebens- uffmucken", sagen lassen, wenn Sie's nicht machen, machen's Jedenfalls ist klar, daß die Ausführungen des mitteln steigen müßten, sodaß die Kornzölle auf jeden Fall von andere". Wir glauben, daß wir noch eine Anzahl ähnlicher Fälle veröffentlichen könnten, denn das angeführte ist auch anderswo zitirten Absages den gegenwärtigen Verhältnissen kaum den Arbeitern abgewälzt werden! Brauch. So verdienen die Ausbesserinnen, wenn es" flect", bis noch, den Verhältnissen in wenigen Jahren, weniger als 35 Pf. pro Tag und noch mehr", ja es dürfte diese oder jene ein Jahrzehnt, gar nicht mehr entsprechen. es auf 50 Pf. bringen. Zur Frage der Expropriation der landwirthmehr weniger schaftlichen Grundstücke macht die schlesische Bolkswacht" beachtenswerthe Mittheilungen aus dem dieser Tage erschienenen Schlesischen Güter- Adreßbuch". Danach vermehrten sich die Latifundien der Herren Rittergutsbesitzer im Regierungsbezirk Breslau von 1870-91 um 6 pt., im Regierungsbezirk Liegnitz um 15 pŒt. und im Regierungsbezirk Oppeln um 9 pCt. Mit anderen Worten: Die Zahl der Rittergüter ist in diesen drei Regierungsbezirken im Jahre 1891 eine um 357 größere geworden, als sie im Jahre 1870 gewesen. Wieviel selbstständige Bauern dadurch zu Proletariern wurden, sagt das Buch leider nicht. Dafür werden es die nächsten Reichstagswahlen hoffentlich um so deutlicher sagen. entwurf. Nun weiß freilich Niemand, ob es so lange zu halten braucht, ob wir nicht in dieser Zeit schon handeln können, statt bloß zu reden. Immerhin aber müßten nach unserer Meinung die veränderten Verhältnisse doch Gettion 1 in dem Programm einen Ausdruck genießen. Verschiedenes. -Ueber Durchschnittslöhne der Müllergesellen finden wir im Fachblatt der Mühlenarbeiter" folgende Angaben: In der am 8. Mai 1881 stattgefundenen Sektionsversammlung der Sektion 7 der Müllerei- Berufsgenossenschaft stellte Herr E. Heucke den Antrag, die ganze Berufsgenossenschaft, welche jetzt aus 17 Sektionen unter einheitlicher Berwaltung besteht, in 5 oder 8 Genossenschaften unter Aufhebung der Sektionen zu theilen. Begründet wurde der Antrag mit Rücksicht einestheils auf die hohen Verwaltungskosten der jezigen Verwaltung und anderntheils weist Herr Heude nach, daß diejenigen Sektionen, welche höhere Löhne zahlen, auch am meisten zu den Genossenschaftskosten beizutragen haben. Nachruf! Am Freitag, den 7. August, verstarb plötzlich unser Genosse, der Tapezierer Wilhelm Hamann. In ihm verlor die Partei einen der treuesten, aufopferungsfähigsten Kämpfer, wir einen ehrlichen Freund und Genossen. Er war ein stiller, aber energischer Charakter und unter dem Sozialistengesetz fiets in den vordersten Reihen, wenn es galt für unsere Sache einzutreten. Wir und mit uns Alle, die ihn kannten, werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Preßkommission, Redaktion und Expedition der „ Berliner Volks- Tribüne". Alles Erschienene kauft Bolts- Tribüne. und bittet um Angebot Mayer& Müller, Berlin, Markgrafenstr. 51. Die Kolportage- Buchhandlung von H. Winner, ferlohn, Ohl 19, liefert auf Verlangen alle literarischen Werke, welche von Max Schippel- Berlin( Berliner Arbeiter- Bibliothek), J. H. W. Diez- Stuttgart und vom Verlag des Vorwärts" herausEmpfehle den Genossen gegeben werden. gleichzeitig die Bilder:" Triumph der Arbeit" und„ Start Marr", sowie in kleinerem Format: Ferd. Lassalle, Geib, Bracke, Kräcker, Reinders, Kaiser, Hasenclever u. A. 08 gun 098 qun 098 wagong- qunj 01 -68 w 98 w -98 w alvy JO spy po pog gun resim Bringe meinen Freunden u. Genossen meine Rind- u. Schweineschlächterei in freundliche Erinnerung. 1890 also 1889 1890 Mr. Mr. Mt. Mr. 455 439 6 • 577 579 2 " 397 361 36 " 611 584 27 " 525 539 14 " 499 489 " 754 784 30 " 624 640 16 " 9 655 678 23 10 684 664 " 11 587 550 37 " 12 695 666 29 " 13 738 690 48 " 14 660 647 13 " 15 548 583 " 16 643 594 49 " 17 687 682 " 2345678DLES 11125242245 " Seligenstädter Leser. Bis heute konnten wir Ihrer Bitte nicht gerecht werden, hoffen aber in nächster Nummer Ihnen den betreffenden Verlag angeben zu können. Verlag des Volksboten, Beih. Verlag der Arbeiterzeitung, Düsseldorf. P. Liebig, Hagen. J. Kralok, München. Kunke, Delitzsch. Herzog, Neustadt. Warum auf unser Schreiben feiue Antwort? Wir bitten, die Sache nun baldigst zu regeln. Die Expedition. Sozialdemokratischer Wahlverein für den vierten Berliner Fachverein der Tapezierer. Reichstags- Wahlkreis. Große Versammlung am Dienstag, den 18. August 1891, Abends 8 Uhr, im Lokale ,, Königsbank", Gr. Frankfurterstraße 117. Tages- Ordnung: 1. Spezial- Diskussion über den Programm- Entwurf event. Abstimmung über die eingelaufenen Anträge. 2. Vereins- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Große Versammlung am Montag, den 17. Aug., Abds. 8½ Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragefaſten. J. A.: Der Vorstand. Der Arbeits- Nachweis des Sozialdemokratischer Wahlverein für den sechsten Berliner Fachvereins der MusikReichstags- Wahlkreis. Große Versammlung Instrumenten- Arbeiter befindet sich Naunynstraße 78 im Restaurant Rohr. Die Adressen- Ausgabe findet jeden Abend von 8-9% Uhr und Sonntags Vorglieder, wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Bibliothek ist geöffnet jeden Mitt am Dienstag, den 18. August 1891, Abends 8 Uhr, im Latale des mittags von 10-11 Uhr, sowohl an MitHerrn Knebel, Badstraße 58. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Cand. phil. Carl Hoffmann über:„ Theorie und woch Abend von 8-9%, Uhr und Sonntags Praxis" oder„ Prinzip und Taktik." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Butritt. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 16. August 1891, Abends 7 Uhr, im Lokale des Herrn Feuerstein( oberer Saal), Alte Jakobstraße 75. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Rohrlad über:„ Die Prostitution und die anarchistische Produktionsweise." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nachher: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. Otto Goldberg, Ackerstr. 145. Zur Lassalle- Feier Colossalempfehlen den Genossen, Korporationen und Vereinen: Saal- Dekoration, Büsten Lassalle's ( 63 cm) 8 Mark, Bilder zu Verloosungen, Stocklaternen mit dem Bildnisse Lassalle's 2c. Lager von Bildnissen hervorragender Parteigenossen, sowie allen Bildern sozialdemokratischen Genres. 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' s war Abend, und im Schneetuch lag Der Straßen öd Revier; Wir hatten Rock und Mantel an, Und dennoch froren wir. Ein alter Mann trat auf uns zu; Sein Haar war dünn und weiß. Warum er jetzt nur draußen sei, Frug ich denselben Greis. Er sprach: es wäre freilich kalt, Doch Feuer hätt er nicht; So bät' er denn um Gaben noch Bei Frost und Sternenlicht. Wir fah'n ein jung barfüßig Kind In schlechter, dürft'ger Tracht; Ich frug, warum es draußen sei In solcher Winternacht. Es sprach:„ Mein Vater ist zu Haus; Krant liegt er auf den Tod; Drum hat man mich hinausgeschickt, Zu betteln noch um Brot. Auf einer Frauen bleich Gesicht Fiel der Laterne Schein; Ein Kind im Korb, eins an der BrustSo saß sie auf dem Stein. Jch frug, was sie verzöge nur Im ets'gen Abendwind: Umschauend hieß sie stille sein Jm Tragekorb das Kind. Danach:" Mein Mann ist ein Soldat, Schlägt für den König sich: Nach meinem fernen Kirchspiel drum Heimbetteln muß ich mich." Gesunknen Auges, leicht geschürzt, Sah'n wir ein Mädchen dann; Mit dem frechen Blick der Buhlerin Trat sie die Wandrer an. Jch frug: Was Süßes hat die Schuld, Das dich zu spätem Harm, Das Dich zu Schmach und Siechthum lockt?" Sie sagte:„ ich bin arm." Drauf zu dem Reichen wandt' ich mich; Dastand er sprachlos schter. " Du frugst: Was klagt das arme Volk? Und diefe sagten's dir!" Was sollen wir also thun! Von Graf Leo Tolstoi. Deutsch von August Scholz. V. Sonnabend, den 15. August 1891. V. Jahrgang. Der junge Bursche warf die Serviette hin, zog waren anwesend. Als ich eintrat, war das Zimmer so einen Paletot über das weiße Hemd und die weißen voll, daß ich nur mit Mühe an den Tisch gelangen Beinkleider, setzte eine Müze mit großem Schirm auf konnte und jedenfalls keine weitere Person Platz gefunden und führte mich mit raschen Schritten durch die Hinter hätte. Ich begrüßte den Studenten, und er fuhr in thür hinaus. seinen Fragen fort. Ich aber begann Umschau zu halten und die Bewohner dieses Quartiers im Sinne meiner besonderen Pläne und Absichten auszuforschen. In der schmutzigen, von brenzligen Düften angefüllten Küche, in welche der hintere Theil des Hausflurs Es stellte sich heraus, daß in diesem ersten Quarumgewanuelt war, trafen wir ein altes Mütterchen, welches ein bereits stark duftendes, in einen Lappen ge- tiere nicht ein einziger Mensch vorhanden war, über den wickeltes Gekröse behutsam vor sich hertrug. ich den Segen meiner Wohlthätigkeit hätte ausgießen Aus dem Hausflur gelangten wir in einen ab- können. Trotz der Aermlichkeit, der Enge und des schüssigen Hofraum, welcher ganz mit hölzernen, nur in Schmuzes, welche ich im Vergleich zu der prächtigen der unteren Etage massiven Gebäuden verbaut war. Ein Wohnung, die ich selbst inne hatte, in diesem Quartiere widerwärtiger Geruch erfüllte den ganzen Hof. Den vorfand, lebte die Vermietherin selbst ganz behaglich, Ausgangspunkt dieses Geruches bildete ein Abort, in wenn ich das Leben der eigentlichen städtischen Armen dessen Nähe sich jedesmal, so oft ich vorüberging, eine daneben hielt, ja sie lebte sogar üppig im Vergleich mit Anzahl von Menschen drängte. Der Abort selbst wurde den armen Leuten auf dem Dorfe, deren Lage ich recht nicht benutzt, man zog es vor, seine Nothdurft neben genau kannte. Sie hatte ein Federbett, eine gestickte demselben zu verrichten. Dieser abscheuliche Ort mußte Bettdecke, einen Samowar, einen Belz, einen mit Porzeljedem, der über den Hof schritt, sogleich ins Auge fallen. langeschirr gefüllten Glasschrank. Denselben Eindruck Es wurde mir jedesmal übel, wenn ich in die äzende, behaglichen Lebens machte auch der Freund der Verdurchdringende Atmosphäre desselben gerieth. mietherin; er besaß, wie ich sah, eine Taschenuhr mit Kette. Vorsichtig suchte mein Führer mit seinen weißen Die Miether machten einen ärmlicheren Eindruck, doch Schuhen an den gefrorenen und nichtgefrorenen Unrath- gab es nicht einen einzigen unter ihnen, der sofortige haufen vorüberzukommen und schlug den Weg nach einem Hilfe nöthig gehabt hätte. Weder die Frau vor dem der hölzernen Hofgebäude ein. Alle, die über den Hof Waschtrog, die sammt ihren Kindern von ihrem Manne schritten oder sich auf den Galerien der Hofgebäude be- verlassen worden war, noch die alte Wittwe, die aus der fanden, hielten es für nothwendig, stehen zu bleiben und Thür ihres Kämmerchens hervorgelugt hatte, und die, mich zu betrachten. Offenbar wurde ein sauber geklei- wie sie selbst sagte, durchaus keine Einnahmequelle bedeter Mensch an diesem Orte als ein Wunderthier an- saß, noch endlich der Bauer in den Bastschuhen, der, wie gesehen. er gestand, an diesem Tage noch nichts gegessen hatte Der Kellner wandte sich an eine Frau mit der feines von ihnen befand sich, wie sich bei meinen NachFrage, ob sie nicht irgendwo die Volkszähler gesehen forschungen herausstellte, in einer so elenden Lage, daß hätte, und sogleich beeilten sich drei Menschen auf einmal, es augenblicklich einer rettenden Hand bedurft hätte, und seine Frage zu beantworten. Die einen sagten, sie wären ich sah ein, daß, wenn ihnen geholfen werden sollte, dies ,, über dem Brunnen", während die anderen meinten, sie jedenfalls auf andere Weise und erst nach genauer Bewären wohl dagewesen, jedoch bereits fortgegangen, und kanntschaft mit ihnen geschehen mußte. sie würden wohl jezt bei Nikita Iwanowitsch sein. Ein Als ich der eheverlassenen Frau den Vorschlag alter Mann im bloßen Hemde, der sich in der Nähe machte, ihre Kinder in einer Kinderbewahranstalt unterdes Aborts zu schaffen machte, sagte, sie wären in zubringen, ward sie verlegen und nachdenklich; sie zeigte Nummer 30. Mein Führer entschied, daß diese Mit- sich zwar sehr dankbar für meine Theilnahme, doch schien Eine theilung die meiste Wahrscheinlichkeit für sich hätte, un ihr offenbar mein Vorschlag nicht zu gefallen. führte mich nach Nummer 30, eine Art Schuppen, der Geldunterstügung wäre ihr jedenfalls lieber gewesen. Das nach Art eines Kellers halb in den Erdboden eingelassen ältere Mädchen ist ihr beini Waschen behilflich, und das war. Wir tamen in einen finsteren Raum, welcher von jüngere wartet den kleinen Knaben. einem stickigen Geruch erfüllt war der sich indessen Die alte Frau zeigte sich zwar bereit, sich in einem Spital aufnehmen zu lassen, als ich jedoch ihren Winkel von demjenigen des Hofes deutlich unterschied. Nachdem wir einige Stufen hinabgestiegen waren, besichtigte, fand ich, daß sie durchaus nicht so elend lebte. gelangten wir in einen dunklen, ungepflasterten Korridor. Sie besaß einen wohlgefüllten Koffer, eine hübsche TheeWährend wir diesen durchschritten, wurde eine Thür tanne, zwei Tassen und zwei Büchsen für Thee und hastig aufgerissen und ein betrunkener alter Mann im Zucker. Sie strickte Strümpfe und Handschuhe und bloßen Hemde, augenscheinlich nicht dem Bauernstande erhielt von einer Wohlthäterin monatliche Unterangehörig, stürzte aus derselben hervor. Eine Wäscherin stützungen. Am ersten festgesezten Zähltage stellten sich die mit hoch aufgestreiften Aermeln und schaumbedeckten Der Mann in den Bastschuhen litt augenscheinlich Studenten, welche das Zählgeschäft besorgen sollten, be- Armen folgte mit gellendem Geschrei dem Alten und weniger Mangel an Speisen und Getränken, und jede reits früh am Morgen am bestimmten Orte ein, während stieß ihn heftig vor sich her. Wanja, der Kellner, nahm Kopeke, die man ihm gegeben hätte, wäre ohne Zweifel ich, der Wohlthäter, mich erst gegen 12 Uhr Mittags den Alten auf die Seite und sprach zu ihm im Tone in die Schenke gewandert. Es gab, mit einem Wort, bei ihnen einfand. Ich konnte nicht eher kommen, weil des Vorwurfs: in diesem Quartier keinen einzigen Menschen, den ich ich erst um 10 Uhr aufgestanden war, dann meinen" Schämen Sie sich doch, solchen Spektakel zu durch eine Geldunterstüßung aus einem Unglücklichen in Kaffee und mein Frühstück eingenommen und zur Ver- machen noch dazu ein Offizier!" einen Glücklichen hätte verwandeln können. dauung eine Zigarre geraucht hatte. Wir gelangten an die feuchte, klebrige Thür von Jedenfalls gab es hier arme Leute, das stand für Punkt 12 Uhr stand ich vor dem Thore des Nummer 30. Wanja zog dieselbe an, und sie öffnete mich fest. Ich notirte mir die alte Wittwe, die Frau Rschanowschen Hauses. Ein Polizist zeigte mir ein sich mit einem schmaßenden, leisen Geräusch. Eine Wolke mit den Kindern und den Mann mit den Bastschuhen Wirthshaus neben der Durchfahrt zum Ufer, in welches von dichten, seifigen Dämpfen schlug uns entgegen, deren und entschied, daß für sie unbedingt etwas würde gedie Volkszähler alle diejenigen hinbest llt hatten, die nach talgiger Geruch sich mit dem Dufte schlechter Nahrung schehen müssen, jedoch erst dann, wenn für jene ganz beihnen fragen würden. Ich trat in das Wirthshaus ein. und noch schlechteren Tabaks mischte. Es war eine voll- sonders Unglücklichen, die ich in diesem Hause noch zu Es war ein sehr dunkler, übelriechender, schmußiger Raum. tommene Finsterniß, in die wir eintraten. Die Fenster finden hoffte, gesorgt sein würde. Dem Eingang gegenüber befand sich das Buffet, links lagen auf der entgegengesetzten Seite, zur Rechten und Ich entschied, daß in den Wohlthaten, welche wir ein kleineres Zimmer mit Tischen, die mit schmutzigen zur Linken zogen sich hölzerne Bretterwände hin, in ausüben würden, eine bestimmte Reihenfolge eingehalten Servietten bedeckt waren, rechts ein großes Zimmer mit denen sich kleine, zu verschiedenen mehr oder weniger werden müsse: zuerst die ganz Unglücklichen und dann ebensolchen Tischen vor den Fenstern und an den Wänden. Schiefen Kammern führende Thüren befanden. In den die anderen, die weniger Unglücklichen. Aber in jedem Hier und da saßen an den Tischen beim Thee Männer Stammern selbst waren wiederum allerhand Verschläge einzelnen der weiteren Quartiere zeigte sich die gleiche in theils abgerissener, theils anständiger Kleidung, Arbeiter aus rohen, weißgestrichenen Brettern angebracht. Erscheinung: lauter Leute, deren Lage erst genauer unterund fleine Geschäftsleute, sowie einige Frauen. In einem dunklen Zimmer zur Linken ward eine sucht werden mußte, damit die rechte Art, sie zu unterDas Wirthshaus machte einen höchst unsauberen Frau vor einem Waschfaß sichtbar, die mit allem Eifer stüßen, erkannt würde. Solche Unglücklichen, die durch Eindruck, doch sah man zugleich, daß das Geschäft nicht en Wäschestück zwischen ihren Händen rieb. Aus einer ein Geldgeschenk sich sogleich in Glückliche verwandelt schlecht ging. Der zuversichtliche Gesichtsausdruck des Thür zur Rechten blickte ein altes Weib neugierig hervor. hätten, waren durchaus nicht zu finden, So peinlich Verkäufers hinter dem Buffet und der geschäftige Eifer Durch eine andere, offenstehende Thür sah man einen mir auch das Geständniß wird, so muß ich doch bekender Kellner bewiesen es deutlich. Kaum war ich ein- Mann mit dichtem, langem Barte und rothem Gesichte, nen, daß ich eine gewisse Enttäuschung empfand, als ich in getreten, als auch schon einer der letzteren sich anschickte, der auf einer Schlafpritsche saß, seine Arme auf die diesen Häusern nichts von dem entdeckte, was ich erwartet mir den Paletot abzunehmen und nach meinen Wünschen Kniee stüßte und mit düstrem Ausdruck auf die schmutzigen hatte. Ich hatte hier eine ganz besondere Sorte Menfragte. Offenbar wurde hier auf eine schnelle und pünkt- Bastschuhe an seinen hin und her schlenkernden Füßen schen zu finden gehofft, nachdem ich jedoch alle Quartiere liche Bedienung gehalten. niederstarrte. abgesucht hatte, kam ich zu der Ueberzeugung, daß die Ich fragte nach den Volkszählern. Am Ende des Korridors befand sich eine kleine Thür, Menschen, die in diesen Häusern wohnen, durchaus nichts " Wanja!" rief ein kleiner, nach deutscher Art ge- welche in jenes Zimmer führte, in dem sich die Zähler Besonderes an sich haben, sondern Zug um Zug denfleideter Mann, der in dem Flaschenschrank hinter dem befanden. Es war das Zimmer der Vermietherin, welche jenigen gleichen, unter denen ich zu leben gewohnt war. Buffet irgend welche Gegenstände zurechtstellte. Es war die ganze Nummer 30 von Iwan Fedorowitsch über- Ganz genau 10, wie unter uns Bornehmen und Gebilder Schankwirth selbst, von Geburt ein Bauer aus der nommen hatte und sie ihrerseits an Aftermiether und deten, gab es auch hier mehr oder weniger gute und Gegend von Kaluga, Namens Iwan Fedorowitsch, der Schlafburschen" vermiethete. mehr oder weniger schlechte Menschen, gab es hier Glückdie Hälfte der Wohnungen in den Siminschen Häusern In diesem winzig fleinen Zimmerchen saß unter liche und Unglückliche. Und die Unglücklichen waren von den Besitzern gemiethet hatte und an kleine Leute einem eingerahmten Folio Holzschnitt einer der Studenten, ganz in derselben Art unglücklich, wie die Unglücklichen weiter vermiethete. die das Zählgeschäft übernommen hatten, und fragte mit in unseren Kreisen, d. h. ihr Unglück war nicht in ihren Auf den Ruf des Schankwirthes kam einer der der Miene eines Untersuchungsrichters einen mit Hemd äußeren Lebensbedingungen, sondern in ihnen selbst, Kellner, ein magerer, etwa achtzehnjähriger Bursche mit und Weste bekleideten Mann aus, indem er die Angaben ihrem Innern begründet; es war mit einem Wort ein einer Habichtsnase und gelber Gesichtsfarbe, herbeigeeilt. desselben in die Zählfarten eintrug. Dieser Mann war Unglück, das durch keine noch so werthvolle Banknote zu " Führe doch den Herrn zu den Volkszählern", ein Freund der Vermietherin, an deren Stelle er die beseitigen war. sagte der Wirth; sie sind in das große Gebäude über nothwendigen Auskünfte ertheilte. Auch die Wirthin " dem Brunnen gegangen." selbst, eine alte Frau, sowie zwei neugierige Miether (Nachdruck verboten.) Kettrage zur deutsche» Kultur-«. Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts. Von H. W. vn. Freigelassen und mit der Aussicht wieder im Staats- dienst angestellt zu werden, schleuderte Held Pamphlete gegen Napoleon und schrieb den„Patriotenspiegel sür die Deutschen" 1804, mußte sich deswegen nach der Eroberung Berlins durch die Franzosen nach Neu- Ruppin flüchten, wo er drei Jahre unter vielfachen Ent- behrungen lebte. Mit dem bereits zitirten v. Cölln, der in seinen„Vertrauten Briefen" und„Feuer- branden" ebenfalls ein gut Theil der Korruption in Preußen ans Tageslicht gezogen hat, gerieth Held, trotz- dem er zur Mitarbeiterschaft eingeladen war, in Streit, da sich ersterer anscheinend nicht ehrlich gegen ihn be- nommen hat. Er schrieb:„Ueber und für die Ver- trauten Briefe und Feuerbrände des Kriegsraths v. Cölln", ferner„Blicke hinter Vorhänge", sowie noch eine andere ungedruckt gebliebene Schrift. Diese enthalten seine Urtheile über Zeitgenossen und die damalige Politik. Später erhielt Held eine Anstellung als Salzfaktor in Berlin, wodurch allerdings seine wirthschaftliche Lage gebessert, aber auch seine politische Laufbahn abgeschlossen war. Seine Erfahrungen hatten ihn verbittert, er war der Kämpfe, aus denen er nichts gerettet hatte, müde, und widmete sich für den Rest seines Lebens lediglich seinen Geschäften. Als 78 jähriger Greis aber sah er sich auf's Neue vom Unglück verfolgt, man machte ihn für ein Manko seiner Kasse persönlich haftbar, gebrochen erschoß er sich am 30. Mai 1842 gegenüber dem Jn- validenhause zu Berlin. Das Wirkungsfeld Held's liegt nicht so sehr auf allgemein freiheitlichem Gebiet, als auf dem der Kritik staatlicher Einrichtungen und persönlicher Regierungs- Handlungen. Auf seine Zeitgenossen muß er einen nicht geringen Einfluß ausgeübt haben, der uns durch die Rücksichtslosigkeit und Schärfe seiner Kritik begreiflich wird. Jedenfalls muß uns seine Persönlichkeit und sein Charakter Achtung abnöthigen. In einer Zeit, in der „alles um ihn her offen stahl", an einen Platz gestellt, der ihm eine glänzende Laufbahn eröffnet hätte, ver- schmähte er die günstige Gelegenheit, griff die Korruption, die an der Herrschaft war, offen an und ließ sich auch dadurch, daß die Regierung seine Enthüllungen nicht hören wollte, ihn wegen derselben bestrafte, nicht ab- schrecken. „Die Sache, schreibt er, liegt mir am Herzen und gilt mir alles, mein eigenes Selbst ist mir minder Werth. Für die Sache habe ich diesen heißen Kampf unternommen, nicht für mich, ihr will ich getreu und mir selbst konsequent bleiben, es entstehe auch daraus, was da wolle! Tugend ist ihr eigener Lohn, wie ihr eigenes Gesetz. Der Tugendhafte berechnet seine Existenz astronomisch, der Schuft nach den vier Spezies/' In einem auf Egoismus und Selbstsucht basirenden Staatswesen ist allerdings diese letztere Rechnungsweise die allgemeine und auch sichere, Held's Lebensschicksale haben das ebenfalls bewiesen. Kein Wunder, daß er schließlich verbitterte und in die für die damalige preußi sche Justiz nicht eben schmeichelhaften Worte ausbricht: „In mir ist bis auf die letzte Spur jede Achtung vor aller Justiz verschwunden und ich betrachte sie blos als ein kindisches Treiben." In einer unbedeutenden.Untersuchungssache hatte man ihm ungehöriger Weise eine Kostenrechnung von 50 Thalern auferlegt. Die Beschwerde, die er daraufhin an den Minister schrieb, zeigt seine eigenthümliche, rauhe und ungeschminkte Ausdrucksweise: „Daß ich in der Nothard'schen Sache freigesprochen worden bin, das konnte nicht anders sein, insofern noch einigermaßen Funken von gesunder Vernunft nicht ganz verglimmt sind. Bin ich aber freigesprochen, waö will die Justiz von mir? Kann sie mir nicht Ruhe gönnen, da grenzenloser Abscheu mich auf den ganzen Rest meines Lebens von ihr zurückstößt, und ich ihre Hilfe nie wieder in Requisttion setzen werde? Was sind das für Kosten, die ich zahlen soll und aus welchen Gründen?--- Ich erkläre also hiermit, daß ich keine fünfzig Thaler sieben Groschen bezahlen kann und will. Die Exekution mag morgen oder in vierzehn Tagen bei mir einbrechen, das ist mir ganz gleich- güllig.—— Ist es nicht wahre Grausamkeit und elende Pracherei, mich, der ich wegen Entfernung von dem Ausgang des Nothard schen Prozesses nicht unterrichtet werden konnte, sogleich als ich kaum Prozesse damals noch nicht in dem Maße kannte wie heute, so braucht wohl nicht erst versichert zu werden daß es für einen königlichen Beamten auch zu jener Zeit ein bedenkliches Unternehmen war, bei einem Toast auf den König in Gegenwart seiner Vorgesetzten sitzen zu bleiben. Aber neben seinem unerschütterlichen Rechts- gefühl hatten persönliche Rücksichten keinen Raum in ihm. Er konnte nach dem Falle Preußens mit Recht von sich schreiben: „Ich redete von diesen Gefallenen, da noch alle Macht und alles Ansehen an ihnen hafteten, eben also, als wenn ich heute rede, ich riß einzelnen Personen, die im vollen Glanz ihrer Ge- wähnt. Wir könnten einige seiner Gedichte in diesem Sinne anführen, da dieselben aber nichts originelles ent- halten, so glauben wir darauf verzichten zu dürfen. Wie gering die Quellen über Held fließen und wie unmöglich es ist, zu einem abschließenden Urtheil über diese interessante Persönlichkeit zu kommen, beweist eine Stelle Varnhagens,„daß auch der Saint Simonismus Held nicht gleichgiltig gelassen habe". Näheres wird uns darüber nicht mitgetheilt, so sehr es unser Interesse er- regen müßte, den Mann, der trotz aller Kritik der Staatswirthschaft, doch nie an dem preußischen König- wall an der Spitze des Staates standen, vor das Tribunal der shum gezweifelt hatte, zum St. Simonisten entwickelt zu öffentlichen Meinung, bewies sonnenklar ihre Untaugltchkeit, Träg- hell, Schlechtheit, ihren bösen heuchlerischen Willen und daß aus solchen Ursachen solche Wirkungen, wie wir erlebten, hervorgehen müßten und würden.— Held's Stellung in, seine Bedeutung für seine Zeit gehen klar aus folgenden Worten hervor: „Alle Bewegungen der europäischen Menschengesellschaft um uns haben keinen anderen Zweck, als Vernichtung der Feu- dalität, Plazirung der Virtuosität an die Stelle der Anmaßung und Einheit Deutschlands." Das ist genau das Programm der liberalen Bour- geoisie, das dem adeligen Beamten hier als das Ziel der gesellschaftlichen Entwickelung seiner Zeit erschien: Ver- sehen. Jedenfalls scheint das eine klar, daß Held wie sein Freund Fichte auf philosophischem Gebiet, vieles dazu beigetragen hat, die überlieferten Staatsanschauungen zu vernichten, und den bürgerlichen vorzuarbeiten. Die Intelligenz in der Sozialdemokratie. E. S. In unserem Parteiprogramm findet sich die Ansicht ausgedrückt, daß die Befreiung der Arbeiterklasse nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein kann, weil alle übrigen Parteien und Klassen auf dem Boden des nichtung der Feudalität, sowohl in der Produktionsweise I Kapitalismus stehen, und weil ferner nach unserer poli- wie auch im politischen und gesellschaftlichen Leben ist das eigenste Ziel, die geschichtliche Aufgabe der Bour- geoisie, Plazirung der Virtuosität an die Stelle der An- maßung, das heißt Ersetzung der Rechte der Geburt und des Standes durch diejenigen des Könnens und Wissens ist das Mittel ihrer gesellschaftlichen Entwickelung, dessen politische Anerkennung auch ihren Sieg bedeutet, die Einheit Deutschlands war endlich die nothwendige Vor bedingung ihrer staatlichen und wirthschastlichen Herr- schaft. Indem Held den Feudaladel mit seinen Rechten und seiner Anmaßung bekämpfte, half er den alten preußischen Staat stürzen und die Umwandlung im bürgerlichen(für jene Zeit freiheitlichen) Sinne mitvollziehen. Seinen Haß gegen die Klasse, der er selbst angehört, zeigt fol gende Stelle eines Briefes, den er von Neu-Ruppin aus schrieb: „Ach, lieber Matzdorff, was ist das hier und gewiß überall für eine elende Zeit. Mir fängt es an, an allein zu fehlen. Von Holz ist bei mir schon lange nicht mehr die Rede. Licht habe ich auch nicht, und darum gehö ich alle Tage schon um 8 zu Bett und stehe bald nach 4 wieder auf, welches im Grunde recht gesund ist. Mein Schlaftock zerfällt in Fetzen. Seit ich mich mit allen meinen hiesigen erzdummen adeligen Verwandten wegen Buchholzens Buch„Ueber den Erbadel" unversöhnlich entzweit habe, ernähre ich mich, das heißt seit zwei Monaten, blos von Brot, Bier und Milch und dabei verdirbt mir der Magen und ich werde ganz schwach und elend. Aber eher will ich krepiren, ehe ich wieder einen Bissen bei den infamen Aristo- traten esse, zumal sie jetzt so laut jubeln, daß Napoleon den Erbadel wieder retablirt hat.—--- Mein Projekt ist immer gewesen, wenn es sowcir mit mir käme, irgend einen bedeutenden Unheilstifter mit hinunter zu nehmen in den Abgrund der Todesmacht. Aber jetzt weiß ich— Gott strafe mich— nicht wen? Es ist keiner in der'Nähe, zum Reisen habe ich kein Geld und die kleinen Köter sind der Mühe und des Lärmens nicht werth. Letzteres würde auch gar keinen Nutzen haben und doch wäre die Hauptsache durch eine solche That einen reellen Nutzen zu stiften." Ueber die adeligen Dummköpfe, die den Karren Preußens in den Dreck von Jena und Auerstädt ge- schoben haben, schrieb Held Was umgiebt mich dann? Wo sind um mich her Menschen? achtbar und wichtig genug für mich, um mich zu bewegen, eine sanfte Sprache ihnen gegenüber zu führen? Meint ihr, diejenigen, die jetzt noch das Fragment des preußischen Staats taliter qua- liter regieren? Fast alle, die ich jetzt ini preußischen Staat re- gieren sehe, kommen mir vor wie die gierigen Plünderer eines gescheiterten Schiffswracks, an dem sie das Strandrecht ausüben. Jeder hat seinen eigenen Kahn und ist erfinderisch, wie er von dem übrigen Gute unter dem Borwand des Bergens sich etwas zueignen könne. hier wieder wann geworden bin und einige Thaler Warteaeldes empfange, mit einer solchen Rechnung zu quälen, deren Unbe- zahlbarkeit jedem nur halb vernünftigen Dezernenten einleuchten muß? Ist eine in dem Verhältniß zu dem Objekt so ungeheure und unverschämte Kostenforderung nicht ein eben so strenger als kläglicher Beweis, daß ein Land, worin die Justiz so verwaltet wird, seine Revolution noch nicht überstanoen hat und der ferneren Korrektionspeitsche des Schicksals be- darf!"— Nur ein unbeugsam trotziges, katonisches Gemüth kann in einer Beschwerde an einen Minister in einen so anklagenden Ton verfallen. Bei einer anderen Gelegen- heit noch kam diese Seite seines Charakers prägnant zum Ausdruck. Bei einem Gastmahl des Oberpräsidenten von Heyde- breck hatte ihn dieser absichtlich zum nächsten Nachbar gewählt, um ihn von schroffen Ausbrüchen zurückhalten zu können, was ihn um so nöthiger schien, als die Gegenwart einiger Minister und hoher Hofbeamten selbst einige Scheu gebot. Als jedoch die Gesundheit des Königs ausgebracht wurde und alle sich erhoben, blieb allein Held ruhig sitzen und rührte sein Glas nicht an. Heyde- breck flüsterte ihm zu:„So stehen Sie doch auf, lieber Held." Dieser aber antwortete fest:„Nein, ich trinke nicht mit. Der Mann hat mich zu tief gekränkt." Wenn man auch die Segnungen der Majestätsbeleidigungs- „In dieser ganzen Reihe(der Staatsmänner von 1806) fand sich nicht ein einziger Mann, genugsam mit Verstand im Kopf und Muth im Busen ausgerüstet, um den großen Gegenständen des Zeitgeistes gewachsen zu sein.-- Alle waren mit dem selben und zwar mit dessen untersten Schlamme vermengt." In Anschauung der Verhältnisse kommt Held zu der Ueberzeugung, daß die deutschen Fürsten und Staats- lenker für die Wiedergeburt des Landes nichts leisten könnten, er hofft auf den Beruf der Franzosen, in Deutschland, wie die Aufklärung so auch die Freiheit hinein zu tragen. „Ich zweifle übrigens, welche Schwankungen auch jetzt noch im Kriegsglück vorgehen mögen, keinen Augenblick daran, daß das ftanzösische System, d. h. die gesunde Vernunft, die Ober' Hand am Ende behalten werde." Der Geoanke, die Kleinstaaterei aufzuheben, der zur Zeit der Revolution schon im Rheinland so energisch ausgesprochen wurde und zu der offen an die französische Regierung gestellten Forderung gedieh, das Gebiet links vorn Rhein zu annektiren, dieser Gedanke fand auch in Held einen eiftigen Vertheidiger. Er als preußischer Beamter wollte natürlich Preußen zu dem Centralstaat machen. Schon in seiner Schrift:„Ueber Preußens Vergrößerung im Westen", die während seiner Haft, noch vor dem Basler Frieden erschien, hatte er die Besetzung Hannovers empfohlen und dadurch in den oberen Kreisen große Unzufriedenheit und Repressivmaßregeln gegen sich erregt, und im„Patriotenspiegel" 1804 sah er Preußens Rettung einzig darin. „die elende deutsche Reichsverfassung zu kasstren und ganz Norddeutschland bis an den Rhein und Main ohne weitere Komplimente und ohne sich an die Schulmoral und sogenannten Rechtsbegriffe zu kehren, der preußischen Krone zu unterwerfen."— Daß Held die Ideen der französischen revolutionären Literatur zu seinen eigenen machte und in den allge- meinen Ruf nach Freiheit, den Schmerzensschrei des er- wachenden Börgerthums mit einstimmt, haben wir er- tischen und geschichtlichen Erkenntniß die Staatsgewalt ausschließlich nur den Interessen der herrschenden Klassen dienstbar sein kann. Dieser Satz unseres Programms ist unanfechtbar; er ist die Grundlage für den Klassenkampf, vermittelst dessen wir allein an das Ziel zu gelangen vermögen; er diktirt unser politisches Vorgehen und darf von Nieman- dem bestritten werden, der sich zur sozialdemokratischen Partei zählt. Nichtsdestoweniger ist die Auslegung jener These unter den Parteigenossen eine verschiedene. Un- zweifelhaft ist im allgemeineren Sinne mit derselben ge- meint, daß die ökonomische und politische Emanzipation der Arbeiterklasse unmöglich durch eine bürgerlich-kapita- listische Partei, noch durch eine solche Regierung, noch endlich durch den feudalen Absolutismus bewerkstelligt werden kann. Hierüber herrscht auch auf allen Seiten innerhalb der Partei die vollste Uebereinstimmung. Anders dagegen über die Frage, ob die ersehnte Befreiung erst zu ermöglichen sein wird, nachdem die nach Millionen zählende arbeitende Masse die letzten Konsequenzen der sozialistischen Wissenschaft Verstandes- mäßig in sich aufgenommen und ihre Ziele praktisch, theoretisch und sittlich erfaßt hat; ob sie also das be- wußte und durchdachte Kollektiv-Werk einer bis auf das einzelne Individuum hinab klaren, zielbewußten großen Masse sein muß, um verwirklicht werden zu können; oder ob jene Emanzipation schon entstehen kann durch die aktive Arbeit der verhältnißmäßig immer im Umfange beschränkt bleibenden sozialdemokratischen Elite- und Kerntruppen, der proletarischen Intelligenz unter Voraussetzung gegebener günstiger politischer wie wirthschaftlicher Umstände und passiver Mitwirkung einer zahlreichen sozialdemokratisch gestimmten, aber noch lange nicht aus der Höhe der sozialistischen Wissenschaft stehenden Anhängerschaft im Lande. Anders sind ferner die Meinungen über die Frage. ob die radikale, durchgreifende Emanzipation der Arbeiter klaffe aus politischer und ökonomischer Knechtschaft eine unvermittelte, ob die Umwandlung des kapitalistischen Staates in die sozialistische Gesellschaft das Werk einer kurzen Zeit oder die Folge eine successiven, sich über einen längeren Zeitraum erstreckenden, wenn auch im be- schleunigten Tempo fortschreitenden Kulturarbeit unter sozialdemokratischer Leitung sein wird. Die mit den realen Verhältnissen im kapitalistischen Staat rechnenden Genossen werden sich keiner Täuschung darüber hingeben, daß die große Masse des Proletariats noch nicht im entferntesten die geistige Reife besitzt, sich das sozialistische Weltgebäude zu konstruiren. Ueber die be- wußte und organisirte Unzufriedenheit, über den Drang nach Erlösung und über unbestimmte Vorstellungen von einem besseren Geschick sind die großen Massen im All- gemeinen nicht hinaus gekommen. Die Erkenntniß der sozialistischen Ziele ist trotz der Arbeit eines Vierteljahr- Hunderts nicht Gemeingut der Massen geworden, sondern das Sondereigenthum der verhältnißmäßig kleinen Elite- Armee geblieben. Unter dem kapitalistischen Staatswesen wird es auch in Zukunft so sein, weil das Verständniß der sozialistischen Wissenschaft ein langes Studium und ein reifliches Nachdenken erfordert, und Beides intellektuelle Bildung wie Muße voraussetzt, die der Kapitalismus seinen Heloten nie zugestehen wird. Unsere Anhänger- schaft wird wachsen, der sozialistische Gedanke immer weitere Kreise erobern, aber mit der Möglichkeit rechnen, die Millionen der Enterbten im Einzelnen zu zielbewußten und ökonomisch-wissenschaftlich geschulten Genossen zu er- ziehen—, wäre die größte Selbsttäuschung, der wir uns hingeben könnten. Nicht Jahrhunderte würden zur Lö- sung dieser Aufgabe genügen unter einer Gesellschaft._ in der die Arbeiterklasse nicht nur politisch und ökonomisch, sondern auch geistig unterdrückt ist. Wollten wir uns daher zu dem Dogma bekennen, daß die Befreiung der Arbeiterklasse nur möglich wäre, wenn die überwiegende Mehrzahl der proletarischen In- dividuen das gesummte ökonomische Wissen der betreffen- den Zeit in sich aufgenommen hat, so müßten wir darauf verzichten, die politische Macht zu ergreifen, sobald uns dieselbe in einer absehbaren Zeit zufiele, weil wir uns davon keinen Erfolg für unsere Bestrebungen ver- sprächen. Je nachdem wir die Befreiung der Arbeiterklasse abhängig denken von der zielbewußten Massenwirkung oder von der durchdachten Initiative einer weniger zahl- reichen Elite-Armee, haben wir die Alternative zu wählen, ob wir die Verbreitung und Vertiefung der Wissenschaft- lichen Aufklärung, d. h. die intensive Arbeit oder die Erstrebung der politischen Macht, d. h. die extensive Arbeit vorziehen sollen. So wenig das eine das andere unbedingt aus- schließt, so wird doch die Taktik der Sozialdemokratie durch die Wahl des einen oder des anderen Weges be- stimmt. Einleuchtend ist es nach dem Vorgesagten, daß die ausschließlich intensive Arbeit unter den gegenwärtigen Zuständen uns im besten Falle im Schneckengang vieler Jahr- hunderte an das erstrebte Ziel führen würde, immer vor- ausgesetzt, daß alles glatt ginge und die herrschenden Klassen nicht Mittel und Wege fänden, durch Ver- dunkelung und Fälschung unserer Prinzipien sich der sozialistischen Bewegung in ihrem Sinne zu bemächtigen. Die Geduld der Enterbten wäre wahrscheinlich auf eine harte Probe gestellt, wenn wir sie mit ihrem Sehnen und Wünschen, mit ihrem Hoffen und Bangen auf die ent- ferntesten Jahrhunderte, auf die nebelhafteste Zukunft vertrösten müßten, wenn wir nicht mit allen Kräften dahin streben würden, eine Verbesserung der Zustände schon in der Gegenwart und einer absehbaren Zukunft zu erreichen. Die der Sozialdemokratie gewonnenen Rekruten würden umfallen, lange bevor sie sich eine tadellose sozialistische Durchbildung angeeignet haben. Wie die Soldaten nur den siegreichen Fahnen treu blei- den. so ist es bei einer politischen Partei: sie verliert ihre Anhänger, wenn sie ihnen keine Erfolge in Aussicht zu stellen vermag. Was in späten Jahrhunderten ein- mal geschehen kann, begeistert nicht die Massen und schließlich— auf eine so entfernte Zeit könnte man so- gar Kaiser und Könige einschwören. Mit Zukunftsmusik und Zukunftsmeierei, die womöglich dem zehntenJahrhundert heute schon eine gebundene Marschroute vorschreiben möchten, hält man keinen verständigen Menschen unter den sozialistischen Bannern, die in diesem Falle das Feldzeichen würden, unter dem sich alle Flausenmacher und phantastischen Träumer zusammenfinden. Bei dem politischen Anwachsen der Sozialdemokratie und dem schnellen Gang der wirthschaftlichen Entwicklung ist es ferner schlechterdings eine Unmöglichkeit, daß die exakte Durchbildung des Einzelnen in den sozialistischen Problemen damit gleichen Schritt hält. Daher wird in letzter Linie, selbst bei einem zehnfach vergrößerten Um- fang der Partei, wenn auch mit Unterstützung aller Parteigenossen die Initiative der sozialdemokratischen Elite-Armee in Verbindung mit der proletarischen In- telligenz immer den ausschlaggebenden Faktor für die Gestaltung der Bewegung bilden. Ist dieser Faktor nun in der Gegenwart in quali und quanto befriedigend? Wäre derselbe gegebenen Falls im Stande, die Lösung der sozialen Frage in die Hand zu nehmen, sie zur Befriedigung aller Enterbten durchzuführen? Wäre er den praktischen Aufgaben der Organisation, der Leitung und Verwaltung des sozialisti- schen Gemeinwesens gewachsen? Es sind dies Fragen, die nur derjenige als unzeitgemäß und überflüssig ansehen kann, der nach einem Ausspruch von Heine als Ideologe, Vor- und Nachdenker und Träumer nur in der Ver- gangenheit und Zukunft lebt, aber keine Gegenwart kennt. Andere wiederum werden sich über etwaige Bedenken mit der Antwort hinwegsetzen, daß große Zeiten große Männer gebären. Gewiß, an einzelnen großen Geistern wird es nicht fehlen, aber die Sozialdemokratie braucht zur Erfüllung ihrer unvergleichlich großen und beispiel- losen Aufgaben eine unabsehbare Reihe erprobter, tüchtiger, uneigennütziger und in den sozialistischen Gedanken aus- gehender Männer, die vorher im sozialistischen Geiste gereift sein müssen und sich nicht erst im gegebenen Äugenblick zu häuten haben. Eine Bewegung, die in kritischer Zeit Charlatane zu Hilfe rufen und die Mit- Wirkung des ersten besten Zugelaufenen akzeptiren müßte, wird entweder korrumpirt oder scheitert. Die Arbeiter der elften Stunde hüben allemal nichts getaugt. Wenn wir auch unter den Handarbeitern über eine große Anzahl tüchtiger und befähigter Genossen verfügen, so steht doch noch die Masse der intellektuellen Arbeiter, der mit dem Kapitalismus durch keinerlei Interessen ver- bundenen, im Gegentheil von ihm ebenfalls frech ausge- beuteten Intelligenz abseits von der Sozialdemokratie. Und doch wird die Mithilfe eines Bestandtheils dieser�prole- tarischen, nüchternen, praktischen und geschulten Jntelli- genz nicht zu umgehen sein, wenn einstens das große Werk in Angriff genommen wird. Den größeren Theil dieser Intelligenz für unsere Parteianschauung zu ge- Winnen, wird sich später ebenso als eine Nothwendigkeit erweisen, wie die Landagitation. Mit dem Anschwellen der Partei werden die Auf- gaben, pielche an uns herantreten, immer schwieriger. Es ist außerdem zu beachten, daß selbst nach Erreichung der politischen Macht das sozialistische Gemeinwesen nicht konstituirt sein wird; auch bei fortgeschrittener Entwick- lung der kapitalistischen Wirthschast fällt das sozialistische Gemeinwesen nicht komplett vom Himmel, wie dies wohl manche Träumer vermeinen. Fortschreitende Uebergänge vom kapitalistischen Staate zum sozialistischen Gemein- Wesen werden gefunden werden müssen und dazu wird eine Unsumme von Intelligenz, praktischer Tüchtigkeit und Erfahrung nöthig sein. An Stelle des Raisonne- ments wird die kenntnißreiche, schlichte Arbeit zu treten haben und zum nicht geringsten Theil wird dieselbe ge- rade von der Intelligenz auszuführen sein. Gewinnen wir dieselbe für unsere Partei, so wird dies nicht nur der Zukunft von Vortheil sein, sondern auch den Bestre- bungen der Gegenwart nützen; denn die kapitalistische Gesellschaft würde alsdann von oben und unten unter- minirt und der wirthschaftlichen Entwicklung kräftig nachgeholfen werden. Der Kapitalismus würde eher ein Ende nehmen trotz Mammon, Militarismus, Polizei und Juristerei— ein Ende mit Schrecken. (Anm. d. Red.) Wir können uns mit den Aus- führungen unseres geschätzten Mitarbeiters nicht ganz ein- verstanden erklären. Allerdings wäre die Mitwirkung der proletarischen Intelligenz sehr erwünscht, wenn wir erst einmal das Heft in Händen haben. Die Verwaltung wird dann doch nicht mehr mit den alten Leuten gemacht werden können; da wird eine Unmenge von ge- schulten Kräften nothwendig sein, welche sich zu unseren Prinzipien bekennen. Wie der Verf. selbst verlangt, müssen das aber zugleich nüchterne und praktische Leute sein. Und hieran scheitert unseres Erachtens die Sache. Nach unseren Erfahrungen sind, abgesehen von wenigen Ausnahmen, gerade die aus der Intelligenz zu uns Herüberkommenden die größten Faselhänse und Schwär- mer, die durch ihre höhere Bildung gerade für die ein- fache und nüchterne Thätigkeit verdorben sind. Natur- gemäß sind es gerade die am idealisttschsten Gesinnten, die zu uns kommen. Der Idealismus ist aber eine sehr gefährliche Eigenschaft, wenn ihm nicht ein sehr scharfer Verstand zur Seite steht, der sich eben so naturgemäß nicht häufig findet. Die österreichische Gewerbe- Inspektion. J. Z. Vor Kurzem sind die Berichte der öfter- reichischen Gewerbeinspektoren über ihre Thätigkeit im Jahre 1890 erschienen und bieten sie wiederum wie ihre Vorgänger reichhaltiges Material zur Kenntniß und Be- leuchtung der österreichischen Arbeiterverhältnisse. Die Gewerbeinspektion zählt 15 Gewerbeinspektoren, 1 Schifffahrts- und 1 Zentralgewerbeinspektor; im Berichtsjahre wurde 8 Inspektoren je 1 Assistent beigegeben, so daß der ganze Beamtenstand 25 Personen umfaßte. Im laufenden Jahre soll abermals eine Vermehrung der Beamten stattfinden, was auch sehr nothwendig ist— ja es sollte eine Vervielfachung derselben erfolgen—, soll die an sich so treffliche Einrichtung vollkommen ihren Zweck erreichen. Jnspizirt wurden im verflossenen Jahre 5892 Be- triebe(gegen 4366 in 1889) mit 342 816 Arbeitern. In den sieben Jahren des Bestandes der österreichischen Gewerbeinspektion wurden insgesammt 26 354 Betriebe mit 1 772 202 Arbeitern besucht; davon waren 10036 Betriebe ohne Motoren, also handwerksmäßige Betriebe. Da in Oesterreich bei der Gewerbezählung von 1880 370 000 Betriebe konstatirt wurden, so sind in dem siebenjährigen Zeitraum erst 7 pCt. derselben inspizirt worden. Wenn es in demselben langsamen Tempo fort geht, wird es nicht weniger als 91 Jahre dauern, bis alle Betriebe einmal kontrollirt sein werden! Von den im Berichtsjahre kontrollirten Betrieben gehören 2494 dem Kleingewerbe an. Die Arbeiter ver- theilen sich dem Alter nach: 21 von 10— 12 Jahren, 418 von 12— 14 Jahren, 25 573 von 14— 16 und 316 804 über 16 Jahre alt. Dem Geschlechte nach sind es 235 872 Arbeiter und 106 944 Arbeiterinnen. Die Kontrolle der Einhaltung der zum Schutze der Arbeiter geschaffenen gesetzlichen Bestimmungen bildet die Hauptaufgabe der Gewerbeinspektion. Diese gesetzlichen Bestimmungen betreffen den llstündigen Normalarbeitstag, das Verbot der Beschäftigung von Kindern vor dem vollendeten 14. Lebensjahre in Fabriken, die nur acht- stündige tägliche Beschäftigung gewerblicher Lehrlinge vom 12. bis zum 14. Lebensjahre, das Verbot der Sonntags- arbeit und der Nachtarbeit, letzteres bezüglich der Frauen und jugendlichen Arbeiter, die Ruhepausen während der Arbeitszeit, die Schonzeit der Wöchnerinnen, die Sicher- heitsvorrichtungen in den Betriebsstätten, die Ausführung der Unfall- und Krankenversicherung, die Beschaffenheit der von den Geschäftsinhabern den Arbeitern, Gesellen und Lehrlingen angewiesenen Wohn- und Schlafräumen, die Art der Lohnzahlung, die Arbeitsordnungen, Kündi- gungsfristen, Wohlfahrtseinrichtungen u. s. w. Hinsichtlich der Einhaltung des gesetzlichen llstündigen Normalarbeitstages bemerken die Einzelberichte in ihrer großen Mehrzahl, daß sich die fabrikmäßigen Betriebe mehr und mehr den bezüglichen Vorschriften anzupassen streben. Die Nichtachtung derselben ist von de» Auf- sichtsbeamten fast immer bei den gleichen Industrien und Gewerben beobachtet worden und zwar sind dies vor- nchmlich die Spinnereien und andere Zweige der Textilindustrie, die Zuckerfabriken, die Maschinen- und übrige Metallindustrie, die Ziegeleien, die Brauereien, die Mühlen u. a. m. Den Spinnereien war bekanntlich ein dreijähriges Ueberaangsstadium zur Einrichtung entsprechend den Vorschriften als Arbeiter- schutzgesetzgebung gewährt worden, welches mit 11. Juni 1888 ablief. Seitdem haben sie den gesetzlichen An- forderungen wie alle anderen Industrien zu genügen, was den Fabrikanten ungemein schwer fällt. So berichtet der Reicheenberger Gewerbeinspektor, daß in Flachs- spinnereien am Morgen 5— 15 Minuten vor Beginn der eigentlichen Arbeitszeit Motoren pnd Arbeitsmaschiney bereits im Betriebe waren, daß bei der Frühstücks- und Mittagspause und am Abend die Arbeitszeit in ähnlicher Weise verlängert wurde, so daß diese Fabriken noch immer mit wenigstens 12 effektiven Arbeitsstunden arbeiten,„wodurch nicht nur die im Tagelohn beschäftigten Arbeiter, sondern auch die Konkurrenten, welche die gesetz- lichen Bestimmungen befolgen, empfindlich geschädigt werden." Der Olmützer Aufsichtsbeamte traf während der Mittagsstunde in einer Flachsspinnerei die Hasple- rinnen an der Arbeit, was der Fabrikant damit zu recht- fertigen suchte,„daß sich die Arbeiterinnen mehr ver- dienen wollen," welche„Begründung" der Inspektor mit Recht nicht gelten ließ. Nach dem Berichte des Bud- weiser Inspektors wurde in einer Zuckerfabrik längere Zeit über die normalen 11 Arbeitsstunden ohne behördliche Bewilligung gearbeitet. Als die Direktion den Arbeitern eine Lohnentschädigung für die geleisteten Ueber- stunden verweigerte, stellten diese die Arbeit ein; es kam zu Thätlichkeiten, so daß die Behörde und auch der Inspektor eingreisen mußten. Dabei kam die ungesetzliche Ueberzeitarbeit zur Kenntniß der Behörde und der Auf- sichtsbeamte hatte Gelegenheit, die ganze impertinente Frechheit, Mißachtung des Gesetzes und der Menschen seitens eines brutalen Fabrikpaschas kennen zu lernen. Nachdem ich die noch sehr erregte Arbeiterschaft beruhigt, erzählt er, mich dagegen vergeblich bemüht hatte, dem Fabrikdirektor, welcher mir zu verstehen gab, daß er als Prokurist Stellvertreter des Fabrikbesitzers und Allein- Herrscher sei, betreffs der vorgekommenen Gesetzwidrig- keiten die richtige Anschauung beizubringen, erstattete ich an die Gewerbebehörde die Anzeige, in deren Folge der Prokurist zu 50 Gulden Geldbuße verurtheilt wurde. (Wird viel geholfen haben!) In Mühlen und Brauereien und namentlich den Malzfabriken konstatirten die Aufsichtsbeamten tägliche Arbeitszeiten von 15— 16 und 18— 20 Stunden, trotzdem für sie das Gesetz nur eine solche von 11 Stunden vorschreibt. Der Wiener-Neustädter Inspektor berichtet, daß in manchen Mühlen nicht selten 28 und 30 Stunden innerhalb 48 Stunden gearbeitet werde. Der Olmützer Inspektor sah sich veranlaßt, auf die an ihn gerichteten Beschwerden der Brauerei- und Malzfabrikarbeiter die Zustände daselbst zu untersuchen und hierüber einen be- sonderen Bericht an die Statthalterei in Brünn zu erstatten. Durch die großartige Lohnbewegung, die im Vorjahre unter dem Einfluß der Agitation für die Maifeierdie Arbeiterin allen Theilen Oester- reichs in's Werk setzten, ist in zahlreichen Fällen außer sonstigen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen auch eine Reduktion der Arbeitszeit auf lOVa, 10, 9Va und sogar 9 Stun- den pro Tag erreicht worden. Als erste Forderung stellten die Arbeiter fast überall die Einführung des Achtstundentages, die freilich in keinem Falle be- willigt wurde. Bemerkenswerth ist die Mittheilung des Linzer Gewerbeinspektors über die praktischen Wirkungen der verkürzten Arbeitszeit auf die Produktion. Es handelt sich dabei um die große Gewehrfabrik in Steher, in welcher am 1. Mai 1890 über 9000 Arbeiter beschäftigt waren und aus Anlaß der Acht- stundenagitation die Arbeitszeit von lOVa auf 10 effektive Arbeitsstunden reduzirt wurde. Die Eintheilung der Arbeitszeit geschah derart, daß von 7— 12 Vormittags und von 1—6 Nachmittags ohne Zwischen- pausen gearbeitet wird. Die Erfahrung lehrte, sagt der Aufsichtsbeamte, daß in der um eine halbe Stunde ver- minderten Arbeitszeit die Leistungen der Arbeiter nicht geringere waren, als früher. Nach demselben Inspektor ist in den oberösterreichi- schen Sensenwerken die Einrichtung getroffen, daß dem Arbeiter eine bestimmte Tagesleistung vorgeschrieben wird und wenn er selbe gethan, kann er seine Wege gehen, was manchmal nach 9 und 8Va Stunden Arbeit der Fall ist. Von Interesse und charakteristischer Beleuchtung der Wirkung des Akkordsystems ist die Mittheilung des- selben Auffichtsbeamten, daß in einem Betriebe, wo die 10 Va stündige Arbeitszeit auf eine 10 stündige reduzirt wurde, die Akkordarbeiter sich dagegen auf- zulehnen versuchten, weil ihnen der Verdienst einer halbstündigen Arbeit entgi nge; sie wurden jedoch von der Mehrzahl der Arbeiter jenes Betriebes, welche im Taglohn standen, über- stimmt und mußten sich zufrieden geben. Auch der Lemberger Inspektor konstatirt, daß die Akkordarbeiter vielfach dem gesetzlichen llstündigen Normalarbeitstag feindlich gegenüberstehen und von ihnen bezügliche Gesetzesüberschreitungen nicht zu erfahren sind. Solche amtlichen Bemerkungen bestätigen nur auf's Neue die bekannte Verderblichkeit der Stückarbeit, die dem berechtigten Eigennutz hinsichtlich eines guten Ver- dienstes eine solche Richtung giebt, die Arbeiter ver- blendet und sie nur schwer ihre Selbstschädigung er- kennen läßt und außerdem die Arbeiter in zwei sich gegenüberstehende Lager spaltet: hie die Akkord- und dort die Zeitlohnarbeiter! Eine Verlängerung der Arbeitszeit wurde von den Behörden in 567 Fällen(gegen 605 im Vorjahre) ertheilt. Dieselben Industrien, die den gesetzlichen Ar- beitstag von 11 Stunden am häufigsten mißachten, er- scheinen zugleich als diejenigen, die die meisten Ueberzeit- bewilligungen von den Behörden verlangen, d. h. sie arbeiten mit und. ohne behördliche Erlaubniß länger als 11 Stunden täglich. So rangirt die Textilindustrie mit 232 U ebcrzeitbewilligungen in erster Linie; dann folgt die Maschinenfabrikation mit 75, die Gruppe der polygraphischen Gewerbe mit 65, Erzeugung von Metall- sehr streng, wenn wir sie bei Staatsanwälten oder Polizisten von der Polizei u. s. w. Nun, auch hierüber können Sie sich waaren 64 u. s. w. Die Dauer der verlängerten Ar- finden, und deshalb können wir es nicht in der Ordnung finden, beruhigen, das Geld ist von den Genossen aufgebracht, welche beitszeit erstreckte sich für 10 Etablissements auf 1 Woche, Weise polemifirt. Das Flugblatt bietet Stoff genug zu fachlichen noffen sogleich bereit, wenn es nothwendig ist, auch noch das wenn ein sozialistisches Blatt in einer derartig wenig würdigen beschlossen, das Flugblatt herauszugeben. Und sind diese Gefür 20 auf 2, 223 auf 3, 19 auf 4, 4 auf 5, 26 auf 6, Angriffen und fachlichen Widerlegungen. Abgesehen von gewissen Doppelte aufzubringen. Es sind ehrliche Arbeitergroschen und 3 auf 7, 13 auf 8, 21 auf 9, 6 auf 10, 1 auf 11 und Ausdrücken und Stilwendungen ist keine Aehnlichkeit mit der feine Polizeigroschen. Mit demselben Rechte könnte man sagen, für 95 Etablissements auf 12 Wochen. Als sehr zweck- bei einigem Nachdenken auch wohl auf andere Weise erklären. Volksblatt" erfolgt, und es stehen dort unter Buchstaben Sumzweck- Autonomie" vorhanden; und dieses Zuſammenſtimmen läßt sich wenn die Abrechnung seitens der Parteileitung im„ Berliner mäßig ist es zu bezeichnen, daß die Gewerbebehörden die Erstens wird die" Autonomie" in Berlin gelesen, sodaß ihre men verzeichnet, die einem doch ungeheuer hoch vorkommen, auch Gesuche um Ueberzeitbewilligung den Gewerbeinspektoren Schlagwörter bekannt sind und geläufig werden, und zweitens diese Summen könnten von der Polizei sein. Des weiteren zur gutachtlichen Aeußerung vorlegen. In Folge ihrer kann auch der Korrespondent der Autonomie" derartige Aus- wollte der Abgeordnete Auer Namen wissen von denen, die mit Sach- und Detailkenntniß vieler Betriebsverhältnisse ver- drücke aus den Kreisen der„ Opposition" aufgefangen haben. dem Inhalt des Flugblattes einverstanden sind, für dieses Mal Dem Inhalt nach ist das Pamphlet rein sozialistisch und ent- hatten wir es noch nicht für nöthig gehalten, Ihnen Namen zu mögen diese Beamten ein richtiges Urtheil abzugeben, das spricht allerdings, wie ich selbst bezeugen kann, den Anschauungen nennen, aber Sie dürfen ja nur bestimmen, wie viel, ob 100, im Berichtsjahre vielfach zur Ablehnung der erwähnten eines großen Theiles gerade der tüchtigsten Berliner Genoffen. 500, 1000 oder 3000, und wir dienen damit. Gesuche führte. Gegenüber dem unehrlichen Gebahren Ich bin überzeugt, daß durch eine sachliche Diskussion der Sache Des weiteren sollten wir doch sagen, was wir wollen. mancher Fabrikanten ist das Zusammenwirken von Auf- am besten genützt würde, während ein derartiges Abschieben und Nun, Sie werden doch nicht etwa von Leuten, die Tags über Abweisen nothwendig nur die Erbitterung verstärkt. Daß Jeder schwer arbeiten müssen, verlangen, so, jetzt sagt klipp und klar, sichtsbeamten und Gewerbebehörden geradezu unerläßlich. in einer so großen Partei, wie die sozialdemokratische ist, gleicher was Ihr wollt. Haben Sie doch selbst neun Monate Zeit geDies beweist auch ein vom Wiener Gewerbeinspektor mit- Ansicht sein sollte, ist nicht zu erwarten. Das Einzige, was braucht, nur um das Programm umzuändern. Sorgen Sie in getheilter Fall, wo für eine Fabrik eine Arbeitszeit- meines Erachtens da zu thun ist, ist, daß man den Gegner mit Versammlungen nur für etwas mehr Ruhe und wir sagen Ihnen, verlängerung von 10 Wochen begehrt wurde. Der be- fachlichen Gründen erwidert und ihn entweder überzeugt oder was wir wollen hördlich angefragte Inspektor zog Erkundigungen über sich überzeugen läßt. das betreffende Etablissement ein und erfuhr, daß in demselben bereits durch ca. 2 Monate ohne behördliche Bewilligung täglich 13 Stunden gearbeitet worden war; und weil außerdem die zur Sicherheit der Arbeiter getroffenen Anordnungen nicht befolgt wurden, lehnte die Gewerbebehörde das Gesuch ab. Vermuthlich ist dann ohne behördliche Erlaubniß fernerhin über 11 Stunden gearbeitet worden. P. E. An die Redaktion des„ Berliner Volksblatt". Am Sonnabend und Sonntag( 18. u. 19. Juli) wurde hier Literarisches. in allen Wahlkreiseu ein Flugblatt unter Zustimmung mehrerer Ferd. Lasalle's Reden und Schriften. Neue GesammtGenossen, welches ich für die Redaktion und den Verlag unter- Ausgabe. Herausgegeben im Auftrage des Vorstandes der zeichnete, verbreitet. Es sind nun über dieses Flugblatt nicht sozialdemokratischen Partei Deutschlands von Ed. Bernstein, nur in gegnerischen Blättern, sondern auch in der Parteipreffe London. Der Parteitag zu Halle a. S. sprach bekanntlich den die absonderlichsten Gerüchte verbreitet, die absolut einer Richtig- Wunsch aus, daß Lassalle's Schriften neu herausgegeben würden. stellung bedürfen. Selbstverständlich kann nicht nur ein Neuabdruck erfolgen; es So sagte der Abgeordnete J. Auer in der Mittwochsver- ist vielmehr erforderlich, daß die vor einem Vierteljahrhundert Aber mit den Bewilligungen selbst wurde Mißbrauch sammlung im Feenpalast, das Flugblatt sei von einem gänzlich erschienenen Schriften durch Hinweis auf die veränderten Verunbekannten Herrn Ernst Müller unterzeichnet. Dieses kann hältnisse ergänzt und, wo nöthig, berichtet werden. Der begetrieben, indem mehr Stunden Ueberzeitarbeit gemacht richtig sein, soweit es sich um die persönliche Bekanntschaft währte ehemalige Redakteur des Sozialdemokrat", Genosse und dieselbe für längere Zeit, als bewilligt worden zwischen Auer und mir handelt, denn ich kenne Herrn Auer Ed. Bernstein, schildert in der Einleitung die literarische und war, beibehalten wurde. In Folge dessen wurde durch auch nicht. Dann schreibt das„ Berliner Volksblatt" in der agitatorische Thätigkeit Ferdinand Lassalles von denjenigen GeSonnabendnummer vom 25. Juli, das Flugblatt wäre nicht sichtspunkten aus, die für die sozialistische Beurtheilung derselben die Landesbehörde verfügt, daß jede Ueberzeitbewilligung von Genossen verbreitet, ähnliche Fabrikate wären in„ engeren" in Betracht kommen und geht u. A. auf das Verhältniß Lassalle's in den Werkstätten angeschlagen und so dem Arbeiter Streifen schon öfters folportirt u. f. w. Hierzu möchte ich be- zu Marr und Rodbertus ein, unter Benutzung der im Mary'Gelegenheit gegeben wird, selbst zu kontrolliren, für wie merken, daß es nur Genossen waren, welche das Flugblatt verschen Nachlaß vorgefundenen Briefe Lassalle's an Marr, von viel Stunden täglich und für wie viel Wochen die breiteten, und was meine Person anbelangt, so wird der Ver- denen ein Theil bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal zur Ueberzeitarbeit behördlich gestattet wurde; außerdem soll meine Wohnung liegt, bestätigen können, daß ich mit ihm zutrauensmann des 3. Wahlkreises( Genosse Fritz), bei welchem Veröffentlichung kommen wird. Die Reihe der den Gegenstand der neuen Ausgabe bildenden auch dem Bewilligungsdekret die besondere Entlohnung sammen während des Sozialistengesetzes im 3. Wahlkreise thätig Lassalle'schen Schriften werden diejenigen politischen und soziader Ueberstunden, die Einhaltung der Arbeitspausen an- war, und wenn ich auch heute nicht der Organisation( Wahl- listischen Reden und Abhandlungen einleiten, die Lassalle vor gegeben und auch bemerkt sein, daß jugendliche Arbeiter berein des 3. Kreiſes) angehöre, so nehme ich dennoch das Eintritt in die Agitation für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterzur Ueberstundenarbeit nicht verwendet werden dürfen. Barteigenoffe" für mich in Anspruch, umſomehr, da man mir verein veröffentlichte. Denjenigen derselben, an die sich Prozesse keine unehrenhafte Handlungen vorwerfen kann. oder Polemiken knüpfen, werden die Vertheidigungsreden und Den unteren Gewerbebehörden wird nahegelegt, bei Ferner wird in der Sonntagsnummer des„ Berliner Bolts- Repliken direkt angefügt werden, auch wenn deren ursprüngliche Ueberschreitung des Gesetzes mit aller Beschleunigung und blatt" unter dem Titel„ Wirkungen des Hundssternes" folgendes Veröffentlichung bereits in die Zeit des Allgemeinen Deutschen Strenge die Strafamtshandlung zu führen. gesagt: Das Flugblatt wäre von ein paar Anonymussen verfaßt, Arbeitervereins fällt. So wird an das Arbeiterprogramm" die Urheber des Flugblattes hätten den gegnerischen Blättern sofort die unter dem Titel„ Die Wissenschaft und die Arbeiter" zuerst Exemplare gesandt. Und dasselbe ist nicht unterzeichnet. erschienene Vertheidigungsrede sich anschließen, welche Lassalle Hierzu möchte ich folgendes bemerken: Das Flugblatt ist nicht gegen die aus Anlaß der Veröffentlichung des Arbeiterproanonym, denn es ist mit dem vollen Namen der für den Inhalt gramms" erhobene Anklage in erster Instanz gehalten hatte; verantwortlichen Person unterzeichnet, ebenso ist der Drucker angegeben, genau so wie das Berliner Voltsblatt, dann wäre das ja ebenfalls anonym. Wenn nun gefragt wird, wer ist Ernst Müller? so frage ich, wer ist Cronheim? wer ist Bading? Uebrigens will ich verrathen, wer H. Ginzel ist. Inhaber der Druckereifirma Ginzel ist der alte Parteigenosse S. Harnisch, oder ist der auch nicht Parteigenosse? ( Schluß folgt.) Erklärung. " auf die Vertheidigungsrede folgt unmittelbar die Kritik des erst instanzlichen Urtheils:„ Der Lassalle'sche Kriminalprozeß" und dieser die Vertheidigungsrede in der zweiten Instanz: Die indirekten Steuern". Dieses Arrangement schten uns zweckmäßiger, als eine blos chronologisch geordnete Aneinanderreihung der verschiedenen Reden und Schriften. Die mit dem Offenen Antwortschreiben" einleitenden Agitationsschriften für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein bilden eine zweite Gruppe, eine dritte die Schriftstücke aus der Leitung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins. Lassalles ökonomische Hauptarbeit Herr Bastiat- Schulze von Delitzsch" bildet mit den dazu gehörigen Kontroversen die vierte und letzte Gruppe der sozialistischen Schriften. Als Anhang sollen dann noch verschiedene Reden, Aufsätze 2c. Lassalle's folgen, der Franz von Sickingen, sowie die wichtigsten Briefe Lassalle's, von denen ein Theil bisher noch nicht veröffentlicht war. Von dem Verfasser des in den letzten Wochen erschienenen Flugblattes geht mir beifolgende Erklärung zu mit der Bitte um Beröffentlichung. Da der ,, Borwärts" das ganze Schriftstück nicht abgedruckt hat, so erfülle ich hiermit den Wunsch des Genoffen, ohne mich freilich dadurch mit dem Inhalt des Flug blattes identifiziren zu können. Jedenfalls scheint es mir aber nicht die richtige Antwort zu sein, das Flugblatt einfach abzu- Wenn Sie sagen, das Flugblatt wäre den gegnerischen lehnen, weil es gewisse Stilübereinstimmungen mit der Zeitungen zuerst in die Hände gespielt, so ist das nicht wahr. ,, Autonomie" enthält, oder gar, wie das Hamb. Echo" zu Das Flugblatt ist am Sonnabend Vormittag bereits in Ihrer schreiben: ,, Wir können konstatiren, es unterliegt keinem Zweifel, Expedition gesehen worden und am Abend hat es der Abdaß die Berliner Berichterstatter der Autonomie", des in London geordnete Auer wie auch der Abgeordnete Bebel, Katzbach- und erscheinenden anarchistischen Organs, und der oder die Macher Großgörschenstraße, erhalten. Während wir es unserer unwürdig des Flugblattes in einem„ Geiste", einer Gedankenrichtung, ja halten, uns mit gegnerischen Blättern einzulassen, kennen Sie selbst mit sehr übereinstimmend klingenden Redewendungen ar- doch einen Herrn, der es vorzüglich versteht, Sachen, die man beiten". Die Karte ist verrathen! Es haben sich Anarchisten in im Volksblatt nicht bringen will, in gegnerische Blätter hinein zu unsere Partei eingeschwänzt, die unter der Maske der Partei-| lanziren. genossenschaft die sogenannte" Oppofition" angestiftet haben. Des weiteren ist von diversen Blättchen unserer Parteipresse Wir vermutheten das von vornherein. Jetzt haben wir die Ge-( namentlich das Hamburger Echo" hat hier vorzügliches geleistet) wißheit. In Magdeburg spielt derselbe Fall. Das Weitere behauptet, das seien Anarchisten, Lockspizzel, Agents provokateurs wird sich finden." Derartige Jdeengänge verurtheilen wir u s. w., die das Flugblatt herausgegeben haben, das Geld ist Lassalles beigegeben. " Große öffentl. Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 16. August 1891, Abends 6½ Uhr, im Vereinshaus Süd- Ost", Waldemarstraße 75. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Josef Stahl über:„ Amerikanische Arbeitsverhältnisse." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung findet gemüthliches Beisammensein statt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer im Auftrage des Vertrauensmannes. ( Filiale Berlin.) Zentral- Kranken- und Sterbe- Kaffe der Töpfer Deutschlands Sonnabend, den 22. August, Nachmittags 4 Uhr, im„ Eisteller- Restaurant", Chauffeestraße 88: Großes Sommer- Fest verbunden mit Konzert, Theater und Ball. Hierzu ladet alle Freunde von Nah und Fern ergebenst ein Die örtl. Verwaltung. NB. Etwaiger Ueberschuß kommt den Ausgesteuerten zu Gute. Meerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. Spezialität: Portraits bewährter sozialistischer Führer( Laffalle, Mare u. 3.), in Cigarrenspiken, Pfeifenköpfen, Shlipsnadeln, Manchettenknöpfen, Stöcken und Brochen. en gros. en detail. B. Günzel, Brunnenstraße 157, am Rosenthaler Thor. Restaurant zum ,, Zukunftsfaat" Adolph Scholtz, Kaftanien- Allee Nr. 35. ( Bis 12 Uhr Nachts geöffnet). Arbeiterliteratur inkl. ,, Gazeta Robotnicza" liegt aus. Seit dem 1. Auguft erfolgt alle 14 Tage die Ausgabe eines Heftes im Umfange von 3 Bogen zum Preise von nur 20 Pfg. und wird der Schlußlieferung des ersten Bandes ein unserer Ausgabe würdiges, derselben zur Zierde gereichendes Portrait Berliner Arbeiterbibliothek. Sammlung sozialpolitischer Flugschriften. Herausgegeben von Max Schippel. Soeben erschien Heft 1 der III. Serie: Ist der Sozialismus mit der menschlichen Natur vereinbar? von Paul Kampffmeyer. Preis pro Heft 10 Pf.- Wiederverkäufern hoher Rabatt. 1. Serie komplet( 12 Hefte) II. Serie komplet( 14 Hefte) Preis 1, Mark. Preis 1,65 Mark. Alle Bestellungen, Geldsendungen und eingeschriebenen Briefe adresfire man: Herrn G. Link, Expedition der Berliner ArbeiterBibliothek, Berlin SO. 26, Elisabeth- Ufer 55. Jede Uhr Halberstadt. zu repariren und reinigen kostet bei Wer von den Genossen die Verbreitung der mir unter Garantie des Gutgehens ,, Berliner Volks- Tribüne" übernehmen nur 1 Mk. 50 Pfg., außer Bruch, will, möge sich an Unterzeichnete wenden. Eleine Reparaturen billiger. Neue Feder einsetzen 1 Mr. Empfehle silb. ZylinderUhren von 6, 7 u. 8 Mt., filb. Remontoir- Uhren bon 13, 14 u. 15 Mk., gold. Damen- Uhren von Gr. 18 Mt. an, Regulatoren von 10 M. an. Lag. v. Nickel, Talmi- u. Gold- Double- Ketten. Die Erpedition. Geschäftseröffnung! Allen Frennden und Genossen hiermit zur R. Kionka, Oranienstrasse 35, Nachricht, daß ich Fennstrasse 5 ein bei der Adalbertstraße. Bei Bedarf von Glaser- Arbeiten, sowie Bilder- Einrahmungen Cigarren eigener Fabrik empfehle ich mich den Genossen. 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