Berliner Volks- Tribüne = Sozial- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Dolks Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. bonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Pf. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mt. 50 pf.) Volksblatt", Beuthstr. 3. № 35. Politische Uebersicht. Soziales aus Australien. Die todte und die lebendige Keichsverfassung. Die Sozialdemokratie und die Bauern und die Kleinbürger. - Zahlungspflicht des Redakteurs im Prozeßfalle. Verschiedenes. Inserate werden die 4 spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 pf. berechnet Dereins- Unzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 Pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volks- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen. Sonnabend, den 29. August 1891. hohe Beamte" meint also, die Regierung sei zu feige, selbst gegen die Herren Schnapsbrenner vorzugehen und wolle sich erst durch die öffentliche Meinung darauf hegen lassen. Sehr gut! V. Jahrgang. der Sozialdemokratie decken, verabscheuen und meine Mitkameraden vor denselben bewahren will." Das nennt man in Deutschland, unpolitische Vereine". -Armer Freisinn! Sogar der freisinnige„ Berliner Arbeiterverein wendet sich den" Irrlehren" zu. Viele Man soll uns aber nicht vorwerfen können, daß wir Mitglieder wird der Verein ja wohl nicht mehr haben, die positiven Maßnahmen der Regierung nicht erwähnen. aber interessant ist es doch, daß selbst diese alte Garde Novelle. Internationaler sozialistischer Arbeiter- Nein, wir werden ganz loyal sein und nichts auslaffen. sich ergiebt. In seiner legten Versammlung hat er nach Kongres. Politische Notizen. Da ist zuerst die Herabsetzung der Frachtpreise für Ge einem Vortrag über„ Kapital und Arbeit" folgende treide. Albot helpt" sagte bekanntlich jene Mücke, die Resolution angenommen, welche die Freisinnige Btg." vertrauliche Regierungsstimme meint freilich große Be- noch dazu abdrucken mnß: deutung hat die Maßregel allerdings nicht." Meinen" Die ungleiche Vertheilung von Arbeit und Genuß ist in In Sachen der Hungersnoth ist noch nichts wir auch. Die paar Pfennige machen den Kohl auch keiner Weise eine gerechte und den Anschauungen einer moralischverändert. Die Regierung erklärt, sie will noch weiter nicht fett, und kommen noch zum Theil den Agrariern zu fittlichen Geſellſchaftsordnung entsprechende. Sie ist ein Erbtheil , abwarten", die Reptilien weisen frampfhaft nach, daß Gute. Außerdem solle den Soldaten nur noch Weizen- fich zum Herrscher über den andern aufwarf und das Sklavenaus jener Zeit des Alterthums, wo ein Theil der Menschheit " gar kein Grund zu Befürchtungen vorliegt", indem wir brot verabreicht werden, statt des Roggenbrotes, das sie thum schuf; die gegenwärtige Gesellschaft, gleichviel welcher genug ernten werden, die Agrarier erklären, daß ihnen bis jetzt bekommen haben, auf welche Weise sehr anmuthig Regierungsform dieselbe huldigt, ist verpflichtet, diesem Uebelstand das Ausfuhrverbot„ sehr angenehm" ist, weil es die Preise ihre Lebenshaltung erhöht wird. Schade nur, daß der abzuhelfen und Einrichtungen zu schaffen, nach welchen es jedem steigert, und der Herr Graf von Mirbach ist sogar auf Verbrauch der Soldaten nur etwa ein Prozent des Ge- ordentlichen Menschen, ungeachtet der Arbeit, welche er verrichtet, möglich wird, fich die nothwendigen Lebensgenüsse zu verschaffen. die gescheite Idee gekommen, zur Revanche für das sammtverbrauchs ausmacht, so daß diese Maßregel gleich- Die Abschaffung aller indirekten Steuern und Bölle auf Lebensrussische Ausfuhrverbot ein Einfuhrverbot auf russische falls mit den Augen jener bewußten Mücke angesehen mittel, die Einführung einer nach oben sich steigernden EinkommenHölzer zu erlassen. Wenn damit auch nicht dem Hunger werden muß. Endlich soll Korn bei der Reichsbank bis euer, sowie die Beseitigung der stehenden Heere sind als Anfang des Volkes geholfen wird, so machen doch dann jedenfalls 75% seines Werthes belehnt werden können, statt früher der Verein die Ueberführung des Grund und Bodens aus dem zur Verwirklichung dieses Zustandes anzustreben. Endlich hält die Holz produzirenden Junker ähnliche Geschäfte, wie bis 50%. Das ist eine Maßregel, welche für die kleinen Privat- in den Staats- oder Kommunalbesitz zur Lösung der die Korn produzirenden, und das genügt ja, das ist ihnen Kornhändler sehr vortheilhaft ist, aber im Uebrigen nicht sozialen Frage für nothwendig." " sehr angenehm". Vermuthlich hat der edle Graf selber viel zu sagen hat. In bürgerlichen Blättern wird darauf hingegroße Waldungen, bei dem so oft bewiesenen Altruismus wiesen, daß in nächster Zeit wieder ein Hochverraths= der Herren kann man das ja wohl annehmen. Einige bürger, troß alledem waltet die Regierung väterlich über Der Schauplaz soll Konstanz und Stuttgart gewesen sein. Aber verliere den Muth nicht, deutscher Reichs- prozeß Reptilien haben noch einen besonderen Grund aufgefunden, bürger, trotz alledem waltet die Regierung väterlich über Prozeß in Leipzig zur Aburtheilung gelangen werde. weshalb das Ausfuhrverbot nicht schadet: weil es nur dir, du verstehst es blos nicht. Sogar darauf achtet sie. Aus sicherster Duelle erfahren wir über die Sache nun friegspolitische Zwecke verfolge. Das haben wir nun zwar dem„ Reich anzeiger" hat der preußische Miniſter der einen Arbeiter Breilmeier, dessen Braut in seinem Gaſtdaß dein guter Geschmack nicht verdorben wird. Nach Folgendes:„ Ein Gastwirth Groß in Engelshafen denunzirte auch gesagt, aber wir sind immer so beschränkt gewesen, anzunehmen, daß das die Sache blos noch verschlimmern öffentlichen Arbeiten Veranlassung genommen, die früher hause in Stellung war, B. habe dem Mädchen anarchistische kann, indem zu dem Hunger auch noch die Aussicht auf erlassenen Bestimmungen, nach welchen der Buchhandel house in Stellung war, B. habe dem Mädchen anarchistische Beitungen gegeben. Bei einer sofort erfolgten HausZeitungen gegeben. Bei einer sofort erfolgten Hauseinen Krieg mit unglücklichem Ausgang kommt. Aber die auf den Eisenbahnstationen zu überwachen und dafür suchung in der Wohnung Breilmeiers sollen dann einige Reptilien werden es ja wohl besser wissen; sie werden ja Sorge zu tragen ist, daß von dem Büchervertrieb alle Nummern der„ Autonomie" und Broschüren gefunden suchung in der Wohnung Breilmeiers sollen dann einige anstößigen und dem guten G.schmack widersprechenden sein. Breilmeier wurde verhaftet, und später auch sein dafür bezahlt. Einen genialen Cinfall hat der gute „ Reichsbote" gehabt, unser alter Freund. Er meint, das Werke ferngehalten werden, den königlichen Eisenbahn- Nebenarbeiter Tanner, ein Schweizer Bürger. In der Reich solle Getreide einkaufen und à la König Pharao direktionen erneut in Erinnerung zu bringen und sie an- Wohnung des Letteren auf Schweizer Gebiet in gewiesen, sich durch häufige, unerwartete Revisionen, ins- Kreußlingen wurde von einem deutschen Genszur Zeit der Theuerung wieder verkaufen. Dadurch erspart es die Aufhebung der Kornzölle und hat auch noch besondere seitens der höheren Beamten, von der genauesten darmen ohne Wissen der Schweizer Behörde eine Gelegenheit, sich über's Ohr hauen zu lassen. Denn daß Befolgung der erlassenen Anordnungen zu überzeugen. Haussuchung vorgenommen, die kein Resultat ergab. das gute deutsche Reich geriebener sein sollte, als die beAuch in der Postverwaltung ist man für das Das Vergehen des Tanner besteht einzig darin, daß er schnittenen oder unbeschnittenen Kornjuden, davon hat er Volt besorgt, diesmal für die„ Untergebenen". Der eine Kreuzbandsendung für Breilmeier angenommen hat, bis jetzt noch kein Zeichen gegeben. Ein ganz gemeiner Bostassistentenverband ist offenbar eine sittenverderbliche was nicht verboten ist. Alle Eingaben der Frau T. an Schwindel von der bekannten Sorte ist ber Vorschlag, Einrichtung, die nur Schaden bringt, und deshalb be- den Bundesrath in Bern und an die Staatsanwaltschaft ein Ausfuhrverbot auf Roggen und Kartoffeln zu legen; cinnt die Postverwaltung sich eine schwarze Liste der in Konstanz blieben erfolglos. Aus dieser Geschichte, ausgeheckt ist dieser Vorschlag von der tugendhaften Betheiligten anzulegen. Das„ Berl. Tageblatt" ver- die einzig und allein einen Uebergriff der deutschen Polizei „ Kreuzzeitung". Natürlich hat Niemand etwas Profit öffentlicht ein Rundschreiben, datirt Berlin 9. Juli, gez. beweist, ist dann eine gruselige Räubergeschichte für die licheres zu thun, als Roggen aus Deutschland nach dem der kaiserliche Oberpostdirektor Griesbach, in welchem die Sauregurkenzeit zubereitet: eine Anarchistin habe der Ausland mit 50 Mark Schaden zu verkaufen, oder Kar- Amtsvorsteher aufgefordert werden, in zuverlässiger Weise Polizei Dienste geleistet und sei von den Anarchisten dafür toffeln, die sogar bei guter Ernte fast garnicht ausgeführt zu ermitteln, welche der beschäftigten Beamten dem Ver- ermordet, es handle sich um einen fürchterlichen Hochwerden. Da wird man doch lieber Agrarier oder agra- bande angehören und welche Stellung sie in demselben verrathsprozeß u. s. f. rischer Preßhusar, das Geschäft lohnt sich besser. Die einnehmen. Die Namen der Verbandsmitglieder sind in-Wieviel Prozent der Arbeiter( d. h. der altersKreuzztg." meint zwar, auf solche momentane Verluste alphabetischer Reihenfolge in die anliegende Nachweisung versicherungspflichtigen) bekommen die Altersrente? fomme es der„ Börse" nicht an, wenn sie dadurch einen einzutragen, welche auch sonst dem Vordruck entsprechend Dr. Gustav Lewinstein hat diese Frage bei jedem Nothstand und damit die Aufhebung der Getreidezölle auszufüllen bleibt. Die Nachweisung ist gehörig voll einzelnen Arbeitsberuf bezw. jede einz. Ine Industriegruppe erreichen könne. Sie muß doch ihre Leser für sehr dumm zogen innerhalb 14 Tagen ohne B.gleitbericht einzusenden. auf Grund der Berufsstatistik nach der allgemeinen Behalten. Eine derartige Spekulation wäre nur möglich Abschrift dieser Nachweisung ist für die dortigen Aften rufszählung vom 5. Juni 1882 zu beantworten untervon Seiten eines immens tapitalfräftigen Syndikats zurückzubehalten. Durch Zugang oder Abgang eintretende nommen. die Herren Agrarier besinnen sich vielleicht noch darauf, oder sonstige Aenderungen gegenüber den Angaben in der was das ist? welches dann den ganzen Import mo- Nachweisung sind mittels Bericht anzuzeigen. Ja, ein nopolisirte. Allein dazu ist das Importgeschäft bei uns Herr geheimer Postrath Rabe hat sogar folgende Vernoch nicht zentralisirt genug und außerdem blüht ein fügung erlassen: solches Syndikat auch nicht lange im Verborgenen, man Der Bastassistent N. N. ist zu befragen, ob er dem Verband 2. Von den industriellen Arbeitern sind 0,48 pct. müßte schon von ihm oder seiner Wirksamkeit etwas ge- deutscher Bost- und Telegraphen- Assistenten angehört und be- siebzig Jahr und darüber alt. jahenden Falles bereit ist, für immer auszuscheiden. Weigert sich hört haben, zumal die Agrarier nach jedem Körnchen, der N. N. Hierauf einzugehen, so ist ihm zu eröffnen, daß von Diese Ziffer ist der Durchschnitt aus den das exportirt wird, spioniren würden. Die ganze Sache seiner Versetzung bezw. Anstellung Abstand genommen werde. mitgetheilten Ziffern für 110 Industriegruppen. ist eben ein gewisser agrarischer Schwindel. Das für die Die bezügliche schriftliche Erklärung des N. N. ist hier beizufügen. 3. Als dritte Gruppe kommen die Arbeiter und ArSituation Bezeichnendste leistet eine vertrauliche Regierungs- Rais. Ober- Postdirektion." beiterinnen hinzu, welche in den Haushaltungen ihrer stimme. Ein Journalist von der Königsb. Hart. 3tg." Wan nennt das deutsche Koalitionsfreiheit. Herrschaft als Dienende für häusliche( nicht gewerbliche) hat einen sehr hohen Beamten"( er war wohl früher Folgenden fürchterlichen Eid müssen die Mit- Zwecke leben, da diese bekanntlich auch in den Rahmen Direktor der Diskontogesellschaft?) interviewt, und der glieder des Kriegervereins zu Bruel in Mecklenburg des Gesetzes fallen. Von diesen werden 0,51 pCt. siebzig hat ihm gesagt, daß die Regierung sonst ganz vergnügt ablegen: Jahre und darüber alt. sei, aber wegen der Kartoffeln habe sie große Sorgen. allen Kameraden, daß ich mich treu nach den Statuten des Vereins Ale Mitglied des Kriegervereins gelobe ich vor Gott und Die Zeitungsmittheilungen von den„ vielen" PerOb denn nicht die Presse so freundlich sein könnte, und halten meinen geleisteten Fahneneid hochhalten, fest zu Kaiser, sonen, welche schon in den Genuß der Altersrente geein Verbot des Schnapsbrennens verlangen? Der sehr Fürst und Reich stehen, auch alle Umsturzgedanken, die sich mit treten sind viele" ist eine höchst unbestimmte Angabe | Das Ergebniß, welches im letzten Heft der„ Vierteljahresbericht für Volkswirthschaft" veröffentlicht wird, ist: 1. Von den landwirthschaftlichen Arbeitern sind 1,82 pet. siebzig und darüber alt. -einzeln Die todte und die lebendige Reichsverfassung. und die mehrfach genannten speziellen Ziffern sind unbe-| Militär und Gerichte wurden gegen die Arbeiter aufgeboten und glaubigt- haben Arbeiter begannen zu lernen, daß sie sich politisch sowohl wie glaubigt haben demnach jedenfalls keinen besonderen Werth. halfen das Kapital den Widerstand der Arbeiter zu brechen. Die Dr. Lewinstein behandelt zweitens die Frage: Wie ökonomisch als eine separate Klasse organisiren müssen, um der lange bleibt der Empfänger der Altersrente durchschnitt- Macht des Kapitals widerstehen zu können. H. M. Fürst Bismarck sagte in einer kürzlich in lich in deren Genuß? Zu Anfang dieses Jahres brach in Queensland ein neuer Kissingen gehaltenen Rede, welche er an eine Deputation großer Streit aus. Die Schafzüchter versuchten die Organisation deutscher Studenten richtete ¹): der Schafscheerer zu brechen und die Letzteren widersetzten sich. Ein hartnäckiger Stampf entbrannte. Die Scheerer waren ausgezeichnet organisirt und sie erhielten reichliche finanzielle Unterstützung. Die Kapitalisten hatten jedoch nicht nur eine solide Organisation und unbeschränkte Geldmittel, sondern sie fontrollirten den ganzen Regierungsapparat. Da die Kapitalisten bald sahen, daß sie die Streifer weder durch Skabs ersetzen, noch durch Hunger mürbe machen konnten, boten sie ihre politischen Hülfskräfte auf und ließen diese sich mit unglaublicher Brutalität auf die Arbeiter stürzen. In den Streik- Gegenden hauste die wurden ohne Grund verhaftet, in Stetten gelegt und mißhandelt. Polizei und das Militär, als wären sie in Feindesland. Streiker Die Leiter des Streits wurden unter Anklage gestellt und zu hohen Gefängnißstrafen verurtheilt. In der Gesammtbevölkerung werden 2,43 pCt. siebzig Jahre alt. Davon erreichen nur etwa 35 pet. das achtzigste Jahr, wonach sich die durchschnittliche Lebenserwartung in diesem Alter berechnen läßt. Für die Arbeiter ist aber die Lebenserwartung in diesem Alter wieder entsprechend geringer, weil in der Regel die Momente, welche das Leben der Arbeiter relativ verkürzen, auch nach dem siebzigsten Lebensjahre fortwirken. Mit welcher Rohheit gegen die Streiker vorgegangen wurde, „ Die Aufgabe, die Sie, meine Herren, in der Zukunft zu lösen haben, ist... im Wesentlichen eine solche der Erhaltung.. Was aber soll erhalten werden? Als nächsten Gegenstand Ihrer fünftigen Fürsorge im Erhalten möchte ich Ihnen die Reichsverfassung ans Herz legen. Sie ist unvollkommen, aber sie war das Aeußerste, was wir erreichen konnten. Pflegen Sie die Verfassung, wachen Sie eifersüchtig darüber, daß die Rechte nicht angetastet werden, die sie schützt. Ich bin tein Freund der Zentralisation, wie sie in Frankreich in Bezug auf Paris besteht, ich sehe den Segen der De zentralisation in dem Hervorbringen zahlreicher Kulturzentren, und ich halte die Egalisirung für so wenig nüzlich, wie mich etwa das Verschwinden der verschiedenen Landestrachten erfreut. Noch einmal: Wachen Sie über die Reichsverfassung, selbst wenn sie Ihnen hier und da später nicht gefallen sollte. Rathen Sie zu keiner Aenderung, mit der nicht alle Betheiligten einverstanden sind. Das ist die erste Bedingung der politischen Wohlfahrt des Reiches. Als wir diese Stellen der Bismarc'schen Rede lasen, uns unwillkürlich ein, was Lassalle einst in seinem über Verfassungswesen" gesagt hatte: " Lassalle bezog diese Worte auf die damaligen Verfassungsfämpfe in Preußen. Dort lag die Bourgeoisie als liberal- demokratische Fortschrittspartei mit der Regierung in Konflikt. Ihre Vertretung im preußischen Abgeordnetenhauſe Als weiteres Dekorationsstück zur Sozialreform, Arbeiterschutzgesetzgebung, internationalen Konferenz und anderen schönen Sachen hat der mittelrheinische Arbeitgeberverein„ Concordia" in Gemeinschaft mit anderen ähnlichen gemeinnügigen" Vereinen die Anregung zur davon mag folgender Fall ein Bild geben: Errichtung einer Zentralstelle für soziale Wohlfahrts- Am 30. März erschien Militär und Polizei in dem Zeltlager angelegenheiten ergehen lassen. Aufgabe dieser Zentral- der Streiter zu Angathella. Zwölf Streiter saßen zur Zeit an stelle soll es sein, zur Förderung und Ausbreitung von einem Tisch beim Abendessen. Als die bewaffnete Macht auf Wohlfahrtseinrichtungen die wissenswerthen Materialien etwa 400 Fuß nahegekommen war, wurde die Aufruhrakte verlesen. Darauf zog der Kommandant, Inspektor Stuart, einen über solche zu sammeln, zu sichten und denjenigen In- Revolver und befahl verschiedenen der Speisenden, heranzudustriellen zur Verfügung zu stellen, welche praktisch kommen, da sie verhaftet seien. Dabei hielt er den Revolver vorzugehen beabsichtigen. Auch durch Veröffentlichung drohend auf die Herankommenden gerichtet und zählte Eins, des gesammelten besten Materials soll aufklärend und Zwei, als wenn er schießen wollte, wenn sie nicht schneller gingen. fiel Darauf blieb einer derselben stehen und rief: Schießen Sie anregend gewirkt werden; Zusammenfünfte der Vertreter doch, weiter könnt Ihr ja nichts, als auf wehrlose Menschen Vortrage von Vereinigungen auf dem Gebiete der Wohlfahrtsflege schießen." Für diese Bemerkung wurden ihm die Handketten so Meine Herren, so oft Sie, gleichviel wo und wann feben, daß eine Partei auftritt, welche zu ihrem Feldsollen veranstaltet werden, behufs gemeinsamer Aussprache fest angeschraubt, daß die Hände anschwollen. Schraubt sie zuüber die Zweckmäßigkeit der an verschiedenen Orten ge- Fünf Streifer wurden verhaftet und nach dem Gefängniß gegeschrei den Angstruf macht, sich um die Verfassung sammen wie Hunde", rief der Inspektor seinen Knechten zu schaaren" was werden Sie hieraus schließen können?... troffenen Vorkehrungen sowie über die Art und Weise, schleppt, wo sie mit zehn Leidensgefährten in zwei kleine Zellen Nun, meine Herren, Sie werden sich, ohne wie die Geseze und Vorschriften der Staatsbehörden( 8 bei 7 Fuß) gesperrt wurden. Am andern Morgen wurden Propheten zu sein, in einem solchen Falle immer mit der größten Sicherheit sagen tönnen: Diese auszuführen sind. Die Anregung ist in erster Linie an noch sechs Streiter herbeigeschleppt und diese wurden außerhalb Verfassung liegt in ihren legten Zügen; sie ist die preußische Regierung gerichtet, da sich der Plan ohne der Zellen an einer Kette zusammengefesselt. Die Behandlung der Gefangenen war bestialisch. Sie mußten 9 Tage in diesen schon so gut wie todt, einige Jahre noch und ste Mittel des Staates nicht wirksam durchführen lasse. engen Bellen zubringen. Einmal des Tages wurden sie auf eine existirt nicht mehr." Wenn die Arbeiter aber jetzt nicht zufrieden sind! schmale Beranda herausgelassen, um frische Luft zu schöpfen. - Die Revision der belgischen Verfassung, wegen Wenn Einer des Abends nach der Retirade zu gehen deren bekanntlich unsere belgischen Genossen dieses Früh- wünschte, wurde ihm eine Fußkette angelegt und ein Polizist, das Ende der Kette in der einen Hand haltend und in der jahrs einen Generalstreik inszenirt hatten, wird mit be- anderen einen gezogenen Revolver, begleitete ihn. Während des fannter Virtuosität in die Länge gezogen. Der Zentral- Transports nach einem anderen Gefängniß wurde den GeAusschuß der Kammer hat den Bericht über die Ver- fangenen an einer Station nicht einmal gestattet, abzutreten, hatte von dem ihr verfassungsmäßig zustehenden Rechte um thr Bedürfniß zu verrichten; sie befanden sich zur Zeit vor fassungsdurchsicht entgegengenommen. Derselbe ist sehr einem Hotel und die Betreffenden hätten auf offenem Blaze ihr Gebrauch gemacht und der Regierung die Bewilligung dick und zerfällt in vier Theile, deren erster die Einleitung Bedürfniß verrichten müssen, wenn nicht ihre Leidensgefährten von Geldmitteln für die Reorganisation der Armee veriſt. In einer flüchtigen historischen Darstellung weist sie umringt und ihnen als Deckung gedient hätten. Von ihrer weigert. Die Regierung beharrte auf der Forderung und de Smet auf die früheren Vorschläge einer Verfassungs- Verhaftung an, während eines zweiwöchentlichen Transports, löste die Kammer auf. Die Neuwahlen brachten indessen durchsicht und die stattgehabten Besprechungen hin, er- bis zu ihrer Ankunft im Blackall- Gefängniß, wo sie ihren Prozeß erwarten sollten, waren die Gefangenen beständig in Ketten. eine noch stärkere Opposition in das Abgeordnetenhaus. läutert die bezüglichen Geseze und die Wahlpraxis sowie Dieser Transport wurde theils per Kutsche, theils zu Pferd Nach der Verfassung hätte sich jeßt die Krone fügen ihre Ergebnisse in Frankreich und Deutschland. Hierauf und theils per Bahn gemacht. In den Kutschen waren je zwei müssen; denn ihre Stellung war nach der geschriebenen führt er die drei Hauptwahlarten vor, welche die Zensus- zusammengekettet; während sie zu Pferde saßen, trugen sie Handwahl ersetzen könnten. Zunächst spricht er sich über das feffeln und in den Eisenbahnwagen waren je sechs Mann mit und von ihr selbst beschworenen Verfassung eine konstiallgemeine Stimmrecht aus, das er ausdrücklich und bandfesseln an einer Kette befestigt. Selbst schlafen mußten fie tutionelle, d. h. eine durch den Willen der Volksvermit Handfesseln und Ketten. Ueber das weitere Schicksal dieser tretung beschränkte. Die königliche Regierung durfte vollständig verwirft. Es müsse beseitigt werden, 21 angeklagten Streiter fehlen nähere Nachrichten. über die vom Volfe aufgebrachten Steuern nicht nach weil die Mehrzahl derjenigen, welche es ver- Die Proresse gegen die Leiter des Streiks sind noch nicht langen, es nicht als Endzweck verfolgten, sondern alle erledigt; jedoch zeigen die bisherigen Verurtheilungen, daß eigenem, freien Ermessen verfügen, sondern sie bedurfte als Mittel, Bresche in die Institutionen desichter und Geschworene vom Klaffenhaß gegen die Arbeiter be- dazu der Zustimmung der Volksvertretung. herrscht sind. Der Verschwörungsprozeß in Rockhampton endete Dessen ungeachtet fügte sich die Krone nicht, sie Landes zu legen, um die Verwirklichung der ge- mit der Schuldigsprechung von 12 Angeklagten. Die Jury fährlichsten sozialistischen Lehren zu erlangen; empfahl dieselben der Milde des Richters, dieser aber verurtheilte bestand auf ihren Willen und führte gegen den Willen ferner weil in allen Ländern, wo das allgemeine jeden de selben zu 3 Jahren Zuchthaus und stellte sie für der Bourgeoisie die Reorganisation der Armee aus. Sie durchbrach die sie beschränkenden Bestimmungen der Wahlrecht bestände, die Beschränkung der Volks- ein weiteres Jahr unter Bürgschaft für gutes Berhalten. Nicht weniger schwere Verurtheilungen erfolgten in dem so- Verfassung, sie machte einen Staatsstreich, sie befreiheiten als nothwendige Folge sich erwiesen. genannten Peak Downs- Aufruhrprozesse. Hier wurden 3 An- ging das Verbrechen des Hochverraths. Das Kapazitätswahlrecht verwirft er ebenfalls, weil es geklagte zu je 3 Jahren, einer zu 2 einer zu 2 und einer zu ging das Verbrechen des Hochverraths. Und die Bourgeoisie? Sie ließ den Hochverrath genicht hinreichende Sicherheit biete und gegenwärtig am 1 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Zwei Streit- Comités sind bereits angeklagt und theils vermeisten in Verruf gekommen sei, obgleich es auch vielen urtheilt worden. An Stelle der Verhafteten treten aber sofort Die königliche Regierung handelte also thatsächlich Arbeitern die Wahlberechtigung geben könne. Die Ver neue Comitémitglieder. Das dritte Streik- Comité erhielt am so, als ob sie rechtlich, d. h. nach der Verfassung untretung nach Interessengruppen ist ihm in seiner An- 20. Mai Nachricht, daß es ebenfalls verhaftet werden solle und wendung zu schwierig. Und da kommt er denn auf das erließ darauf eine Proklamation, worin die Streiter zum Aus- beschränkt gewesen wäre. harren aufgefordert werden und die Zuversicht ausgesprochen Der unbeschränkte König war die Wirklichauf den Wohnsitz zu gründende Wahlsystem, das er an- wird, daß die Stelle jedes verhafteten Beamten ohne Zögern feit, der konstitutionelle, durch die Volksvernimmt, da es das äußerlich geeignetste Fühlmittel für neubesetzt werde und keiner davor zurückschrecke, mit seiner tretung beschränkte König eine Einbildung, eine den Wohlstand und die Moralität der Arbeiterfamilien" Freiheit und seinem Leben für die Sache der Arbeit einzustehen. biete und hauptsächlich dem Familienhaupte das Wahlrecht Privatpolizisten engagirt, welche sie mit dem harmlosen Titel Während dieses Stampfes haben die australischen Kapitalisten Illusion. Damit war aber auch die konstitutionelle Ver verschaffe. Mit andern Worten: es sollen bloß die von Kommissionäre" bezeichnen, die mit der bekannten Gewiffenlosigkeit fassung zur Illusion geworden, sie hatte thatsächlich der modernen Produktionsweise, welche die Menschen derartiger Individuen arbeiten". durcheinanderschüttelt, am wenigsten angegriffenen Arbeiter Der brutale Mißbrauch der Regierungsgewalt im Intereffe aufgehört lebendig zu sein, sie war todt, wenn sie auch wahlberechtigt sein, weil die am zahmsten sind. Im des Kapitals gab der bereits durch den vorjährigen Streik vor noch rechtlich fortbestand. Und sie blieb ein todter Buchstabe. Was aber fortbereiteten politischen Bewegung der Arbeiter einen mächtigen zweiten Theile des Berichtes sind die Debatten wieder Ansporn. Bei allen Wahlen wurden Arbeiterkandidaten auf lebte, war das unbeschränkte, das absolute preußische gegeben, die von 104 Abgeordneten in den Verhandlungen gestellt und eine respektable Anzahl in den verschiedenen Kolonien Königthum. der sechs Kanımerausschüsse geführt worden sind. Die gewählt. In Südaustralien wurden 4 Arbeiterkandidaten in das Die Bourgeoisie trug dieser Veränderung Rechnung, Oberhaus gewählt. In Neu- Seeland im letzten Dezember 22 Wiedergabe der Verhandlungen des Zentral- Ausschusses auf die Forderungen der Arbeiter verpflichtete Kandidaten. In indem sie sich nach 1866 aus einer demokratischen Raupe umfazt der dritte Theil des Berichts und der vierte ist Maori- Land 4, in Viktoria 1. In New South Wales wurden in einen nationalliberalen Schmetterling verwandelte. eine Darlegung des Wahlsystems auf Grundlage d: 28 Arbeiterfandidaten in die Legislatur gewählt. Im Ganzen Lassalle hatte somit völlig Recht bekommen. Wohnsizes und dessen Vortheile. 57 Arbeitervertreter. Die Wahlagitation wird von Labor Electoral Leagues geleitet, die mit den Gewerkschaften in engster Verbindung stehen. " schehen! Heute nun hören wir wiederum das Feldgeschrei erSoziales aus Australien. Daß diese politische Bewegung sich immer mehr auf sozialistischen Boden stellt, ist natürlich. Die sozialistische Agi- schallen: Haltet an der Verfassung fest, schüßt und be= Vor einiger Zeit brachten wir einige Notizen über die Arbeiter tation, welche bis vor einem Jahre nur ein beschränktes Feld wacht die Reichsverfassung, um Gottes willen die Ververhältnisse in Australien nach bürgerlichen Blättern. Wir fügten fand, findet jetzt fruchtbaren Boden. Die Mitglieder der Sozialisti- fassung, die Verfassung!! damals gleich hinzu, daß die Dinge sich wohl nicht so verhalten schen Liga in New South Wales und der Sozialdemokratischen würden. Jetzt find wir in der Lage, nach Arbeiterblättern zu Liga in Queensland gehören zu den thätigsten Leitern der Gewerk von einem Einzelnen; aber dieser Einzelne ist doch ein Zwar geht es von keiner Partei aus, sondern nur berichten, wo allerdings die Sache ganz anders aussieht. Die australische Arbeiterbewegung macht eine höchst be- schaften und die intelligentesten Gewerkschaftler sind Sozialisten von einem Einzelnen; aber dieser Einzelne ist doch ein geworden. Unter den neuen Rekruten herrscht freilich noch Mann von großem Einfluß, von einer nicht gewöhnlichen deutungsvolle Epoche durch. Bis vor einem Jahre stand dieselbe biel Unklarheit. Das beweist z. B. eine ernsthaft unternommene Bedeutung, und von tiefer politischer Einsicht: es ist der vollständig unter dem Banne des konservativen Gewerkschafts- Bewegung, in der Argentinischen Republik in Südamerika eine Schöpfer der Reichsverfassung selbst. wesens. In vielen Gewerken waren die Arbeiter gut organisirt", sozialistische Ansiedelung zu gründen. Es hat sich zu diesem Wenn dieser Mann in so eindringlicher Weise dazu das heißt ihre Gewerkschaften waren im Stande, ihren Mit Zwecke die„ New Australia Cooperative Settlement Association" gliedern anständige" Löhne und passable Arbeitsbedingungen gebildet, welche auch bereits einen Delegaten nach Süd- Amerika ermahnt an der Reichsverfassung festzuhalten, so hat er zu sichern. Diese Gewerkschaften waren allmählich zu ab- geschickt hat, um betreffs geeigneter Ländereien und der sonstigen dafür seine Gründe, triftige Gründe. Wenn er seine geschlossenen Monopolen verknöchert, welche sich die Konkurrenz für die Ausführung des Planes wichtigen Verhältnisse Erkundi- Schöpfung nicht in Gefahr, von keiner Seite bedroht sähe, Burch hohe Eintrittsgebühren und sonstige erschwerende Eintrittsbedingungen fernzuhalten suchten. Gleich den konservativen Ge- gungen einzuziehen. Einzelheiten über das Unternehmen liegen werkschaften Englands verpönten sie jede politische Agitation; nicht vor, nur wird im„ Worker" bekannt gemacht, daß die An- er würde sie sicher nicht der Fürsorge der aufwachsenden ihre Mitglieder folgten in politischer Hinsicht der Führung der fedelung auf demokratischer Baſis organisirt, das Direktorium Generation empfehlen. von den Mitgliedern gewählt werden und Profitmacherei aus- Und doch, von welcher Seite fönnte ihr Gefahr tapitalistischen Parteien. Das Klaſſenbewußtsein fehlte ihnen geschlossen sein soll. Es ist zu bedauern, daß die australischen drohen? Von oben oder von unten? Von rechts oder von Arbeiter sich auf ein solches Experiment einlassen. Nicht nur links? Der große Streit des vorigen Jahres änderte die Sachlage ist sein schließlicher Fehlschlag mit Sicherheit vorauszusehen, gänzlich. in wenigen Monaten. Die Gewerkschaften wurden durch eine sondern es wird zugleich eine schädliche Wirkung haben, indem In unserem politischen Leben steht die Reichsverfassung Armee von Stabs, welche sie durch ihre Exklusivität selbst heran- eg tüchtige Kräfte der allgemeinen Bewegung entzieht. Die so gut wie unangefochten da. Die Bourgeoisie fümmert gezogen hatten, besiegt. Hohe Eintrittsgebühren und Exklusivität wurden über Bord geworfen. Politisch zeigte jener Streit den Enttäuschung, welche unvermeidlich eintreten muß, wird um so sich wenig um sie und wenn sie es thut, so grollt sie Arbeitern, daß die Staatsgewalt lediglich ein Werkzeug der lähmender auf die ganze Bewegung zurüdwirken, je größere Kapitalistenklasse ist, das sich gegen die Arbeiterklasse wendet, Hoffnungen auf das Unternehmen gesetzt wurden. sobald diese die Interessen des Kapitals ernsthaft bedroht. Polizei, Bitirt nach dem Bericht der Hamburger Nachrichten" Nr. 190 vom Mittwoch, den 12. Auguſt 1891. Morgenausgabe. mit ihr wegen des darin garantirten allgemeinen und di- rekten Wahlrechts. Im Allgemeinen sucht sie die Reichs- Verfassung aber so wie sie ist zu erhalten. Und das Proletariat? Während wir in den benach- Karten Staaten, in Frankreich und England, in der Schweiz und in Belgien das Proletariat auch auf dem Gebiete des Verfassungsrechtes kämpfen und das Volk durch Fragen der Verfassungsrevision in seinen tiefsten Tiefen aufgeregt sehen, verharrt die deutsche Arbeiterklasse gegenüber der Reichsverfassung in völliger Gleichgültigkeit. Hier ist es der heiß entbrannte und immer weitere Kreise in sein Gewoge hineinziehende soziale Klassenkampf, der das ausschließliche Interesse und die ganze Kraft des deutschen Proletariats in Anspruch nimmt und der diesem keine Zeit übrig läßt, sich mit der Reichsverfassung zu beschäftigen. Bourgeoisie und Proletariat überließen das bisher einer Hand voll Professoren, die von Amts wegen dazu bestellt sind, über die Reichsverfassung in den Hörsälen der Hochschulen zu doziren und über ihre Bestimmungen in dickleibig-gelehrten Werken zu spintisiren, bei Leibe aber nicht sie anzugreifen. Aber selbst, wenn das der Fall wäre, so hätte Fürst Bismarck sicher nicht dieserhalb die Studentendeputation ermahnt, die Reichsverfassung zu beschützen und zu bewachen. So viel Ehre thut Bismarck deutschen Professoren nicht an. Er kennt sie zu genau, um nicht zu wissen, daß sie nicht ernst zu nehmen sind. Wohin zielte dann aber seine Rede? Wie wir gesehen haben, ist die Reichsverfassung von unten nicht sonderlich bedroht; sie kann es dann nur von oben sein. Und in der That zielt die Rede Bismarcks nach oben; von oben her wähnt er die Reichsverfassung be- droht. Das geht deutlich aus seinen Bemerkungen über die„Zentralisation" und„Egalisirung" hervor sowie aus der Mahnung am Schluß: „Rathen Sie zu keiner Aenderung, mit der nicht alle Betheiligten einverstanden sind." Fragen wir nun: wer sind die an der Reichsver- fassung Betheiligten? Die Reichsverfassung selbst sagt es uns. Sie be- ginnt mit den Worten: S. M. der König von Preußen im Namen des Nord- deutschen Bundes, S. M. der König von Bayern, S. M. der König von Württemberg, K. H. der Großherzog von Baden und S. K. H. der Großherzog von Hessen und bei Rhein für die südlich vom Main belegenen Theile des Großherzogthums Hessen schließen einen ewigen Bund.... Dieser Bund wird den Namen Deutsches Reich führen und wird nachstehende Bcrfassung haben. Hier sind also alle an der Reichsverfassung Be- theiligten aufgezählt, ohne deren Zustimmung nach Bis- marcks Rath nichts an dieser geändert werden soll. Es ist charakteristisch, daß das deutsche Volk, das doch auch sozusagen an der Reichsverfassung betheiligt ist, nicht mit aufgeführt wird. Das ist aber so die Art der Diplomaten und Staatsmänner; für sie existirt nur der Fürst und nicht das Volk. Für wen ist nun Bismarck besorgt, welchen der Be- theiligten glaubt er durch eine etwaige Veränderung der Reichsverfassung gefährdet? Den Kaiser doch etwa nicht? Von wem sollte der etwas zu fürchten haben? Er ist der mächtigste unter den deutschen Bundessürsten und auch nach der Verfassung derjenige, welcher unter ihnen die einflußreichste Stellung besitzt: ihm steht daö Präsidium des Bundes zu und er hat als solcher eine Reihe der bedeutungsvollsten Sonderrechte. Der deutsche Kaiser und preußische König braucht also keine Furcht vor Verfassungsänderungen zu haben und für ihn ist Bismarck auch wohl nicht sonderlich besorgt. Etwas anders liegt die Sache schon mit den übrigen deutschen Bundesfürsten. Ihre Macht, ihre Rechte und ihr Ansehen sind seit der Gründung des deutschen Reiches nicht größer, sondern immer kleiner geworden. Sie üben die meisten ihrer Hoheitsrechte nicht mehr selbstständig und frei, sondern gemeinsam im Bundesrathe aus, wo sich die Minorität der Majorität fügen, wo also der Einzelne sich Beschränkungen im Gebrauch seiner Hoheits- rechte auferlegen lassen muß. Ja noch mehr, einzelne Hoheitsrechte sind rechtlich, andere und noch be- deutsamere tatsächlich an Preußen übergegangen? Die Rechte der Bundesfürsten sind also gefährdet, gefährdet durch Preußen, für sie erhebt Bismarck seine Stimme, sie will er vor weiteren Schmälerungen bewahren, indem er den Aufruf erschallen läßt, die Reichsverfassung zu schützen.„Pflegen Sie die Verfassung, wachen Sie eifersüchtig darüber, daß die Rechte nicht an- getastet werden, die sie schützt." Der alte Angstruf. der, als er vor bald 30 Jahren erscholl, Lassalle zu sagen berechtigte: diese Verfassung iiegt in ihren letzten Zügen, sie ist schon so gut wie todt, einige Jahre noch und sie existirt nicht mehr! lind heute bewährt sich die Wahrheit seines Aus- spruches von Neuem. Was er damals von der preußischen Persassung voraussagte, das gilt heute von der deutschen Reichsverfassung: sie liegt in ihren letzten Zügen, sie ist gut wie todt, einige Jahre noch und sie existirt nicht mehr. Vergebens sucht Fürst Bismarck die Rechte der -oundesfürsten durch Erhaltung der Reichsverfassung zn retten. Vergebens ruft er die aufwachsende Generation der Bourgeoisie zu ihrem Schutz und Schirm auf. Er gleicht in diesem Thun jenen Priestern, von denen eine morgenländische Sage erzählt, daß sie den verblichenen Salomo nach seinem Tode einbalsamirt auf den Thronsessel angeleimt hätten, um dem Volke seinen Tod— aus Furcht vor einer Umwälzung— verheimlichen zu können. Und es wird dem Fürsten Bismarck auch gehen wie jenen Priestern, von denen die Sage weiter erzählt:„Als der tobte Salomo einst auf seinem Thron vor dem Volke ausgestellt war, da hatten die Holzwürmer den einen der Sesselbeine völlig durchnagt, so daß die Leiche sammt dem Throne umstürzte. Da sah das gläubige Volk erst, daß Salomo schon lange todt gewesen, obwohl es ihn für lebendig gehalten und es gab sich einen neuen König." Ein solcher tobtet Salomo ist die heutige Reichs- Verfassung, der Holzwurm aber, der an ihr nagt, ist der Zäsarismus. Wann dieser sein Werk vollbracht hat. wissen wir nicht. Nur das ist gewiß, daß eines Ta�cs auch die todte Reichsverfassung sammt ihrer morschen bundesstaatlichen Grundlage zusammenbrechen und an ihre Stelle eine lebendige Reichsverfassung auf einheits- staatlicher Basis treten wird. Die Entwicklung der Volkswirthschaft ebnet ihr seit einigen Jahren schon das Terrain. Aufgabe des Pro- letariats ist es, nur dafür zu sorgen, daß nicht der Zäsarismus, sondern die Demokratie sich des Bauplatzes bemächtigt. Die Sozialdemokratie«ad die Dauer»«nd Kleinbürger. Zur Kritik des Programmentwurfs. Wir sind die entschiedensten Gegner jeder Verwischung des proletarischen Charakters unserer Partei. Die Sozial- demokratie ist lediglich eine Bewegung des Proletariats und kann nur durch das Proletariat zum Siege gelangen. Aus irgend einem Grunde Konzessionen an eine natur- gemäß untergehende Klasse zu machen, wie es Bauern und Kleinbürger sind, wäre deshalb der größte Fehler, den wir begehen könnten. Hat es doch sogar schon große Gefahren, derartige Elemente überhaupt in größerer Menge in der Partei zu haben, selbst wenn sie voll auf ihrem Standpunkt stehen. Indessen kann man diese Fehler wohl verhüten und trotzdem auf diese Kreise Rücksicht nehmen. Bauern und Kleinbürger haben bei uns keine Partei, die ihre Interessen vertritt. Höchstens die Antisemiten, und das ist eine so lächerliche Gesellschaft, daß selbst der ganze Anhang, den sie gefunden haben, sich eben nur daraus erklärt, daß keine Besseren da waren. Außerdem zeigt ein Blick ans unsere Parteiverhält- nisse, daß eine relativ sehr große Zahl gerade der her- vorragendsten Genossen nicht Arbeiter, sondern Klein- bürger sind. Der Grund ist ja klar: diese Leute sind wirthschaftlich unabhängiger und riskiren nicht bei jedem Auftreten ihre Existenz, und sie haben mehr Muße und Geld wie der Arbeiter, wodurch ihnen das Studium er- leichtert wird. Endlich ist zu erwägen, daß die Bauern eine starke Stütze der Reaktion sind. Das ländliche Proletariat, obwohl in derselben Dummheit erhalten, ist weit weniger geneigt, sich als Knüppelgarde für die bestehenden Ver- Hältnisse gebrauchen zu lassen. Wenn man eben gar nichts zu verlieren hat, so machen selbst die gräulichsten Ge- schichten vom„Theilen" keinen Eindruck, sondern stimmen böchstens sympathisch für die„Theiler". Wenn man sich an diese beiden der Vernichtung e.'t- gegentreibenden Klassen wendet, so natürlich nicht etwa mit Versprechungen, deren Erfüllung, wenn sie überhaupt möglich wäre, reaktionär wirken würde. Ihre Lage unter den bestehenden Verhältnissen zu verbessern, können wir ihnen nicht versprechen. Aber wir können ihnen beweisen, daß ihre Lage überhaupt nicht verbessert werden kann, daß sie zum Untergang bestimmt sind, und daß erst die neue Gesellschaft, welche das Proletariat schafft, auch sie, freilich unter ganz anderen Bedingungen, befriedigt. Aber daß jede Partei, welche ihnen durch irgend welche Mittel- chen helfen will, sie nur beschwindelt, daß es allein die Sozialdemokratie ehrlich meint, und daß, je früher das Proletariat zum definitiven Sieg gelangt, desto früher ihre Erlösung stattfindet. An diesen Ausführungen ist durchaus nichts Neues, und das hat die sozialdemokratische Partei von jeher ge- sagt. Auch im Programm ist das berührt. Was wir wünschen, ist nur, daß das im Programm deutlicher und klarer ausgedrückt wird, damit man bei der Agitation die Leute gleich darauf verweisen kann. Das Uebel, woran der Kleinbürger krankt, ist, daß das Kleinkapital nicht mit dem Großkapital konkurriren kann. Die beiden Parteien, welche sich an ihn drängeln, haben dafür jede ein Rezept gehabt: die Fortschrittler mit ihren Kassen und Unterstützungsvereinen, wodurch sie Kapital bekommen sollten, und die Antisemiten dadurch, daß sie das große Kapital auf irgend eine Weise ver- nichten wollen. Wenigstens scheint das der Kern des un- klaren Schimpfens auf Großmagas.ine u. s. w. zu sein. Den Unsinn der ersten Lösung haben die Leute wohl eingesehen, und wenn sie trotzdem noch zum Freisinn halten, so geschieht das aus dem Grunde, weil ihnen andere Parteien auch nicht mehr bieten, und hier können sie doch wenigstens etwas raisonniren. Die antisemitische Idee hat noch keine praktische Probe bestanden, und in die Lage, eine solche zu bestehen, kommt sie natürlich auch nie. Aber da der Ertrinkende sich selbst an einen Stroh- Halm klammert, und die Regierung außerdem das Hand- werk immer ihrer Sympathie versichert, so ist diese Hoff- nung doch immer noch besser als gar keine. Es müßte nun im Programm betont werden, daß die erste Lösung unsinnig ist, weil eben viele Nullen noch keine Eins machen; und die zweite, weil das Großkapital trotz aller Redereien doch die Macht in der Hand hat und sich nicht selber absetzen wird, daß es ein unwider- stehlicher Entwicklungsprozeß ist, der da vor sich geht. Außer dem Kleinbürgerthum, welches offenkundig verschwindet, existirt, namentlich bei uns, aber noch ein solches, das eine Scheinexistenz weiter fristet. Das ist derjenige Theil, welcher sich zur Hausindustrie umbildet. Hier scheint uns sogar eine unrichtige Ausdrucksweise des Programms vorzuliegen. Diese Leute werden nicht von den Arbeitsmitteln getrennt, bei ihnen ist im Gegentheil der Umstand, daß sie noch im Besitz ihrer Arbeitsmittel sind, der Grund zu einer noch ärgeren Knechtschaft, als bei dem freien Arbeiter. Auch das müßte u. E. im Pro- gramm Erwähnung finden. Etwas anders wie beim Kleinbürger liegen die Dinge beim Bauern. Da seine Produktion zu einem sehr großen Theil auf den Selbstbedarf gerichtet ist, so kann er nicht so leicht durch dieselben Umstände aus dem Sattel ge- hoben werden, wie der Kleinindustrielle, der doch nur für den Markt arbeitet. Bei ihm ist es also nicht so sehr die Konkurrenz des großen Kapitals, das ihn vernichtet, son- dern die Hypothekenbelastung. Ihm muß also erklärt werden, daß er ja eigentlich gar nicht der Besitzer seines Gutes ist, sondern nur der Frohnarbeiter für den Hypo- thekenbesitzer; daß er da womöglich noch härter arbeiten muß und noch weniger verdient, wie als Arbeiter. Wir sind neugierig, was der Herr Pastor Jskraut geantwortet hätte, wenn die Sozialdemokraten zu Worte gekommen wären und den Bauern gesagt hätten, daß die Sozial- demokratie ihnen gegenüber im Grunde weiter nichts will, als sie von den Hypotheken zu befreien. Wir glauben, daß dieses eine Argument stärker gewirkt hätte wie alle Posaunen und Predigten ihres würdigen Seelenhirten, und es wäre nicht so ganz unmöglich, daß die Leute schließlich den Herrn Pastor durchgeprügelt hätten, statt die Sozialdemokraten. Das ist alles schon dagewesen. Wenn wir unsere Ausführungen für das Programm formuliren sollten, so würden wir demnach ungefähr fol- gende Sätze vorschlagen:(Zwischen dem zweiten und dritten Absatz.) „Was von der bäuerlichen und bürgerlichen Mittel- klaffe bestehen bleibt, wird gerade durch den Besitz der Arbeitsmittel noch mehr ausgebeutet: die Bauern, welche unter der Last der Hypotheken erliegen und nur scheinbar Besitzer, in Wirklichkeit Frohndner des Kapitals sind, und die kleinen selbstständigen Gewerbetreibenden, welche für den Absatz ihrer Produkte lediglich auf die Unternehmer angewiesen sind, und deren Verdienst noch tiefer gedrückt wird, als der der besitzlosen Arbeiter. Was von der Mittelklasse dieser Frohn nicht unter- liegt, wird vom Großkapital niederkonkurrirt. Das kann weder durch Vorschußvereine u. dergl. verhindert werden, weil aus vielen Nichtsen nicht ein Großkapital entstehen kann; noch durch eine Bekämpfung des Großkapitals durch die Gesetzgebung, da dasselbe ja die Gesetzgebung selbst in der Hand hat." Zahl»«gspflicht des Redakteurs im Prazehfalle. H. T. Unerörtert und unentschieden blieb bis jetzt die Frage, ob und inwieweit ein Redakteur persönlich für Geldstrafe, Haft- und Prozeßkosten zahlungspflichtig ist. Trotzdem hat diese Frage gerade für die Arbeiter- zeitungen ein großes Interesse, da deren Redakteure bei jeder geringfügigen Gelegenheit in kostspielige Prozesse verwickelt werden. Gewöhnlich besteht zwischen den Re- dakteuren und den Zeitungsverlegern ein Abkommen, dahingehrnd, daß der Verleger etwaige Geldstrafen bezahlt, sowie sämmtliche Gefängniß- und Prozeßkosten trägt. Derartige Abmachungen sind in dem Verhältniß zwischen Verleger und Redakteur etwas Selbstverständliches ge- worden. Die Verpflichtung eines Zeitungsunternehmers zur TraguN), aller mit dem Betriebe verbundenen finan- ziellen Opfer ist auch vollkommen logisch. Er ist der Eigenthümer. in seine Tasche fließt der Gewinn; der Redakteur ist nur sein Angestellter, sein Arbeiter, der nichts als den üblichen Gehalt bezieht. Prozesse gehören im Zeitungsunternehmen zu etatsmäßigen Möglichkeiten. Der Verleger rechnet von vornherein damit; für ihn sind Strafen u. s. w. ein stehender Posten im Betriebsaufwand. Darum berücksichtigt er die Prozeß- und Gefängnißkosten bereits bei der Preisfestsetzung des Blattes. Konsequenter- weise fällt ihm dann auch die Zahlungspflicht zu, wenn der Redakteur bestraft wird. Indem er für die entstehen- den pekuniären Opfer auskommt, thut der Verleger nur das, was jeder andere Kapitalist ebenfalls thut, wenn er den Schaden trägt, der während der Arbeit ohne Schuld des Personals eintritt. Die Selbstverständlichkeit dieser Verpflichtung ist wohl der Grund, daß bisher die beregte Frage noch zu keinen Erörterungen Anlaß gab. Seitens der Verleger wurden die Geldstrafen, die Haft- und Prozeßkosten wohl ohne Weigerung gezahlt— wenn vielleicht auch mit süß- saurer Miene. So wurde es nicht nöthig, eine gericht- liehe Entscheidung hierüber anzurufen. Wie aber dann. wenn es wirklich einen Unternehmer gäbe, der sich weigert, die eingegangene Verbindlichkeit zu erfüllen? Wie würde " " Somit Tabelle: Wochen. 66 1 2 " " " " " 7 2 1 " " Gesammtsumme des Lohnes. " Durchschnittsberdienst eines Webers. 8,22 Mr. 9,84 8,48 7,81 " " Anzahl der Weber. 1. 11 2. 26 3. 26 4. 27 5. 23 6. 27 90,40 mt. 255,88 220,45 210,80 184,05 244,38 " " " " " 8, " 9,05 " " 7. 30 255,12 8,50 " " 8. 30 9. 18 226.70 137,84 7,56 " " 7,66 " " 10. 29 287,16 9,90 " " 11. 27 12. 26 224,74 204,55 8,33 " " 7,87 " " 13. 28 14. 27 246,57 247,81 8,80 " " 9,18 " " 15. 31 297,64 9,66 " " 16. 22 167,86 7,63 " " 17. 29 244,95 8,45 " " 18. 15 19. 29 27 124,19 274,53 293,32 8,26 19 " " " 20. ZNANEG " 9,46 10,86 Daß die Zahl der wöchentlich Lohn erhaltenden Arbeiter schäftsgang ein schlechter ist, und dementsprechend die Arbeiter theils auf Schuß theils auf Kette warten mußten; ferner, daß ältere Arbeiter dabei sind, denen ein Stück die Woche zu fertigen unmöglich ist, und daß die hohen Feste beeinflussend auf den Verdienst der nach Stüd arbeitenden Weber wirken. hiervon sind nun 8-10 Prozent für Spulgeld in Abrechnung zu bringen. Frauenlöhne. Die Arbeiterin A. hat 5 Stück Läufer von 1 Meter Länge in Füll- und Stielstich, pro Stück 1 Dit. 20 Pf., zu liefern. Sie braucht zu jedem Läufer 3-4 Tage, wenn sie fich das Gericht zu der Frage stellen, wenn es den Streit-| fungirt. Die Bestrafungen würden demnach um keinen| legenen landwirthschaftlichen Anwesen befinden sich 965, d. t. fall entscheiden sollte? Würde es dem klagenden Re- einzigen Fall verringert werden, wenn der Redakteur alle 80,6 pt. kleinere Anwesen( bis zu 10 Hektar) und 233, d. i. 19,4 pt. mittlere Anwesen( über 10 bis 100 Hektar); von batteur Recht geben und den Verleger zur Zahlung ver- damit verbundenen finanziellen Opfer aus seiner eigenen größeren Anwesen( über 100 Hektar) wurde in diesem Jahre urtheilen? Man sollte meinen: ja! Denn der Vertrag Tasche decken müßte. keines dem Zwangsverkaufe unterstellt. liegt vor und jeder Vertragsbrüchige kann gerichtlich zur Außerdem handelt es sich bei dem„ unsittlichen" Es ist bekannt, daß die Arbeiterwohnungszustände Erfüllung seiner Verpflichtungen gezwungen werden. Vertrage gar nicht um die Kosten der Strafvollstreckung besonders in solchen Distrikten sehr viel zu wünschen übrig Allein, so einfach liegt in diesem Falle die Sache im Sinne der Strafprozeßordnung, sondern um die laffen, wo in Folge starker industrieller Entwickelung eine Ver dichtung der Bevölkerung stattgefunden hat. Bezeichnend ist, doch nicht!' Selbst dann nicht, wenn das Vorhandensein Kosten für besondere Vergünstigungen. Die Gestattung was die Handelskammer zu Halberstadt für die Stadt Halbereines bezüglichen Vertrages ausdrücklich festgestellt wird. der Selbstbeschäftigung und Selbstbeköstigung erfolgt stadt in dieser Beziehung durch eine Enquete festgestellt hat. Von Mir persönlich ist ein derartiger Fall passirt. Ich war seitens der Gefängnißdirektionen auf Grund landesgefeß- 428 befragten Arbeiterhaushaltungen zu 1917 Köpfen hatten 204 Familien nur 1 Stube und 1 Kammer Redakteur der Sächsischen Arbeiterzeitung" und mußte licher Vorschriften. In den Landgerichtsgefängnissen schließlich aus bekannten Gründen zurücktreten. Mit der Sachsens werden derartige Vergünstigungen den politischen Firma Schönfeld und Harnisch in Dresden, welche das Gefangenen anstandslos zu Theil. Wenn sich ein Re- 61,7 pt. aller befragten Haushaltungen hatten nur über den mals Besizerin des Blattes war, hatte ich ebenfalls das dakteur solche gesezmäßige Erleichterungen erwirbt und Typus der kleinsten Wohnung( 1 Zimmer und 1 Kammer) zu übliche Abkommen getroffen, wonach von ihr u. a. die der Zeitungsunternehmer die Kosten dafür entrichtet, so berfügen, dabei hatten noch viele dieser Wohnungen gemeinschaftliche Küchen, 4-5 Familien müssen einen gemeinsamen Kosten für Selbstbeföstigung und Selbstbeschäftigung wäh- ist das kein Verstoß gegen die Strafprozeßordnung. Abort benützen, und so ergaben die Ermittelungen noch viele rend etwaiger Strafverbüßung erstattet werden sollten. Denn die lettere hat mit„ Strafvollstreckungskosten" nur andere höchst betrübende Thatsachen. Als die betreffende Firma zur unentgeltlichen Hergabe diejenigen Kosten im Auge, welche der Gefangenenanstalt Von dem wöchentlichen Verdienst eines in der des Blattes an die Partei gezwungen wurde, übernahm erwachsen, wenn sie den Gefangenen zu verpflegen hat. Hausindustrie beschäftigten Webers in der Zeit von Mitte die Partei laut schriftlichem Vertrag all' jene Verbind- Die Kosten für Gewährung der Selbstbeschäftigung Januar bis Mitte Juni bringt die„ Chemnitzer Presse" folgende lichkeiten, welche die früheren Besizer mit ihren Redat fallen überhaupt nicht unter die Vollstreckungskosten. teuren eingegangen waren. Sonach wäre die sozial- Hier handelt es sich lediglich um die Befreiung vom demokratische Partei Dresdens zur Tragung der aus Arbeitszwange. Wenn es unsittlich" ist, daß der Preßprozessen erwachsenen Opfer verpflichtet gewesen. Beitungsunternehmer die Kosten für die SelbstbeschäftiUnmittelbar hatten sich die Redakteure freilich an die gung bezahlt, dann wäre es fonsequenterweise nicht Firma Schönfeld und Harnisch zu halten und dieser mußten weniger unfittlich, wenn die Fabrikanten gegen Zahlung die respektiven Beträge von der Partei zurückerstattet eines bestimmten Betrages Gefangene beschäftigen. Buwerden. So geschah es auch bezüglich meines Vorgängers. dem weiß die jeweilige Anstaltsdirektion, daß der ReNur bei mir weigerte sich die Dresdener Partei, resp. dakteur die Kosten für die Vergünstigungen nicht selbst die von ihr eingesezte Zeitungskommission, während meiner bezahlt, sondern sie vom Verleger zurückerhält. sechzehnwöchigen Gefängnißstrafe die Kosten für Selbst- würde die Gefängnißverwaltung ebenfalls strafbaren beschäftigung und Selbstbeköstigung zu entrichten. Es Handlungen Vorschub leisten, wenn es nach der amtsbedarf keines Beweises, daß diese Weigerung mit den gerichtlichen Auffassung ginge. Und die Verordnung, Gegensäßen und Differenzen zusammenhängt, die im welche jene Vergünstigungen gestattet, wäre selbst ein vorigen Jahre in Dresden zum Konflikt und schließlich Verstoß gegen die guten Sitten" des Landes! Solche zur Expropriation der Sächsischen Arbeiterzeitung" seitens Konsequenzen müßten doch ein Gericht stuzig machen. der Partei führten. Da die Partei nicht zahlen wollte, Aber mit all' diesen Gegengründen läßt sich die war natürlich auch die Firma Schönfeld und Harnisch Anschauungsweise eines Gerichtes nicht hinfällig machen. nicht dazu zu bewegen. Um zu meinem Rechte zu ge- Ein Richter wird sich von Anderen in seinem Ideenlangen, blieb mir nur der Klageweg übrig. Nachdem ich freise niemals stören lassen. In Sachsen zumal fühlt die Betheiligten auf diese Eventualität aufmerksam ge- sich schon jedes Referendarchen zum Wächter die guten eine schwankende ist, erklärt sich daraus, daß der jetzige Gemacht, ging ich flagbar gegen die ofterwähnte Firma vor. Sitte" berufen so lange es sich nicht um sein eigenes Und hierbei mußte ich die Erfahrung machen, daß die Thun handelt. Alles, was hier den herrschenden Klassen Gerichte anderer Meinung sind. nicht in den Kram paßt, wird zu einer Verlegung der Das Vorhandensein eines Vertrages, das die Firma guten Sitten" gestempelt. So ist ja auch für die zur Zahlung verpflichtete, ist vom Amtsgericht Dresden sächsischen Verwaltungsbehörden, der Sozialismus etwas ausdrücklich festgestellt worden. An den Abmachungen Unsittliches, und sozialdemokratische Vereine und Verselbst hat das Gericht nicht im Mindesten gezweifelt. Und sammlungen werden als„ unsittlich" unterdrückt. doch wurde ich abgewiesen! Das Gericht erklärte einen Bei solch reaktionärer Gesinnung im Beamtenthum, derartigen Vertrag einfach für ung iltig. Es stüßt sich wie in der Gesetzgebung ist es doppelt bedauerlich, wenn von 6 Uhr früh bis Abends 6 Uhr, also 12 Stunden arbeitet; an 5 Läufern würde sie demnach 3 mal 5 Tage, also 15 Tage dabei auf eine Bestimmung des für Sachsen giltigen Sozialdemokraten einen Redakteur zwingen, den Klage- sticken, was einen Arbeitslohn von 6 Mark ergäbe, wenn ihr bürgerlichen Gesetzbuches, wonach Verträge, welche gegen weg zu beschreiten, und wenn sie es dann bei dem ab- nicht noch 1 Mark 56 Pf. für Stickmaterial davon abgezogen die„ guten Sitten" verstoßen, nichtig sind. Verträge weisenden Erkenntniß des Richters bewenden lassen. Ein würde, so daß ihr also nur 4 Mark 44 Pf. bleiben dieser Art haben also nur Werth, solange der Verleger reaftionäres Urtheil, wie das gegenwärtig in Frage Arbeitslohn für 15 Tage! Die Stickerin 2. liefert einen 1½ Meter langen und 50 Ctm. breiten Tischläufer, den sogen. anständig genug ist, seine sachliche Verpflichtung zu er- stehende, als rechtsgiltig und maßgebend anzuerkennen Rokokoläufer, welcher tafelnde Menschengruppen darstellt, in Füllfüllen. Sobald er sich weigert, nüßen jene Abmachungen macht der Sozia demokratie wahrlich keine Ehre. stich und braucht dazu bei fleißiger Arbeit 5 Tage. Sie würde nichts, sie können gerichtlich nicht geltend gemacht werden. Die im Vorstehenden besprochene Frage hat nicht dafür 1 Mart 20 Pf. erhalten, wenn ihr nicht noch 20 Pf. für Auch das Stickgarn in Abzug gebracht würden. Die Stickerin Fl. überDie entscheidende Stelle des Urtheiles lautet:„ Nach vor- blos für sächsische Redakteure Interesse. nimmt 6 Handtücher, in Seide auszuführen. Dazu gehört eine stehenden Erwägungen erscheint der Vertrag, durch welchen preußische Landrecht enthält einen ähnlichen Paffus, wie recht leichte geschichte Hand, zugleich auch einige Kenntniß in der der Zeitungsverleger sich dem Redakteur gegenüber ver- bas sächsische bürgerliche Gesetzbuch. Nach dem preußi- Farbenzusammenstellung. Diese Arbeit wird verhältnißmäßig pflichtet, die von ihm aus§ 20 Abs. 2 des Preßgesezes 1chen Landrecht*) sind Verträge ungiltig, welche sich auch besser bezahlt Fl. soll 2 Mark für das Handtuch erhalten, etwa zu verwirkenden Geldstrafen zu zahlen, als eine im auf„ unerlaubte" Handlungen beziehen. Diese Bestim- allein 75 Pf. gehen für jedes Handtuch für Seide ab. 75 mal 6 ist gleich 4 Mark 50 Pf., so daß ihr für zwölftägige Arbeit Voraus zugesagte Begünstigung strafbarer Handlungen mung kann der richterliche Scharfsinn leicht in der Weise 7 Wart 50 Bf. bleiben. ( Münch. Post.) und darum gegen die guten Sitten verstoßend. Was auslegen, daß die Uebernahme der Zahlungspflicht durch Eine Lohnftatistik hat die Reichenberger Handels aber von den Geldstrafen gilt, muß in gleicher Weise den Verleger zu den unerlaubten Handlungen gehört. und Gewerbekammer für ihr Gebiet versucht. Die Bahlen find auch von den sonstigen, aus der Verurtheilung folgenden Was im Streitfalle sächsischen Redakteuren passirt, fann freilich sehr mangelhaft. Die Statistik erstreckt sich über 1131 pekuniären Nachtheilen, soweit sie gefeßliche Folge der daher auch in Preußen geschehen. Angesichts dieser Betriebe mit 57857 männlichen und 41957 weiblichen Arbeitern. Der durchschnittliche Wochenlohn für alle Arbeiter ohne UnterVerurtheilung sind, gelten. Die Pflicht zur Tragung der Möglichkeit hielt es Schreiber dieses für geboten, die schied des Geschlechts beträgt 4 fl. 96 fr., der Wochenlohn für Kosten des Strafverfahrens, insbesondere der Strafvoll- Frage an dieser Stelle zu erörtern und die Redakteure männliche Arbeiter ohne Unterschied des Alters 5 fl. 92 fr ,, für streckungskosten, ist in der Strafprozeßordnung§ 497 auf den richterlichen Standpunkt aufmerksam zu machen. erwachsene Männer 6 fl. 13 fr., für weibliche Arbeiter 3 fl. als unmittelbare Folge der Verurtheilung hingestellt. Ein Streitfall, wie er an mich herantrat, kann jedem 63 kr., für erwachsene weibliche Arbeiter 3 fl. 72 kr. Von den Männern standen 41 Prozent, von den Frauen 66 Prozent im Demnach erscheint der Vertrag, auf welchen Kläger seinen Redakteur vorkommen- obwohl man Vertragsbrüchig Atfordlohne. Der Hauptsächlichste Induſtriezweig, der im GeAnspruch stüßt, gemäß B.G.B.§ 90, 793 als nichtig. feit namentlich seitens der sozialdemokratischen Partei biete der Kammer betrieben wird, ist die Textilindustrie; in dieser ( Vergl. auch Wengler's Archiv 1881, S. 61)." Branche_bezog am allerwenigsten erwarten sollte. In jedem Falle Branche bezog der größte Theil der Arbeiter einen Wochenlohn Materiell hat mir also das Amtsgericht thatfächlich werden darum die Redakteure gut thun, wenn sie bei bon 4-7 fl, der weiblichen Arbeitskräfte einen solchen von Recht gegeben-es erklärt nur den Vertrag für formell Uebernahme der Redaktion den Streitfall im Auge be- 2,50-4 fl. Die höchsten Löhne für Männer wurden in den unzulässig. Daß der Richter die Abmachung zu einer halten. Esdürfte sich auch in Preußen empfehlen, höchsten Durchschnittslöhne in jenen Betrieben, wo Arbeiter ,, unsittlichen" stempelt, entspricht ganz der An- Verträge obigen Inhalts mit den Verlegern nicht zu beiderlei Geschlechtes in Verwendung stehen, werden in den Walzschauungsweise unseres Richterthums. Gegen die zitirte schließen, sondern den Gehalt derartig feftzufeßen, daß werken gezahlt und betragen für Arbeiter über 16 Jahre 12 1. 41 fr. In der Schafwollspinnerei ist der Durchschnittslohn 6 fl. Argumentation, namentlich gegen die Anwendbarkeit der Redakteur Strafe und Kosten aus seiner Tasche 24 kr., in der Appretur 5 l. 70 kr., in der Baumwollspinnerei decken kann. jenes„ Unsittlichkeitsparagraphen" auf den fraglichen 4 fl. 85 fr., am geringsten ist der Durchschnittslohn bei der ErAnmerkung der Redaktion: Vertrag zeugung von Filz- und Strohhüten, Kravatten, Schuh- Obereinwenden. Zunächst ließe sich vieles Wir drucken den Artikel Teistler's ab, weniger weil wir theilen, Strick- und Häckelgarnen, nämlich 3 fl. 42 fr. bis 3 fl. fann von einer Begünstigung strafbarer Handlungen glauben, daß seine Ausführungen einmal praktische Bedeutung 59 kr. Die Lohnziffern sind in Wirklichkeit noch bedeutend nicht die Rede sein. Denn wenn auch der Zeitungs- haben werden, als um das ganz unqualifizirbare Betragen der niederere, als sie in der Publikation der Reichenberger Kammer verleger die Kosten für Selbstbeschäftigung und Selbst- Dresdener Genossen in diesem Fall an die Oeffentlichkeit zu angegeben sind. Die Kammer hat nämlich über 2000 Frage verpflegung des Redakteurs zahlt, so wird doch damit bringen. Mag vorgefallen sein, was will, und mag man einen bogen ausgesendet und diese kamen von wenig mehr als der preßgefeßlichen Uebertretungen feinerlei Vorschub geleistet. sein, derartige persönliche Schädigungen müssen immer auf's der nicht zurückgelangten Fragebogen durch Zufall nicht zurückEs macht keinem Redakteur Vergnügen, im Gefängniß zu schärfste verurtheilt werden, namentlich bei Sozialdemokraten. gekommen sein mag, so ist doch anzunehmen, daß gerade jene fißen. Soweit es ihm möglich, sucht er Strafprozesse Nach unserer Schätzung, und wir glauben, daß alle Genossen Betriebe, welche die niedrigsten Löhne zahlen, Ursache hatten, die darin übereinstimmen, war das Halten des Vertrages die ein Fragebogen zurückzuhalten. Es sind also obige Biffern nur mit Die Verurtheilungen treffen ihn meist fachste Anstandspflicht. Vorsicht aufzunehmen und würden dieselben, wenn die vollständige völlig unerwartet. Er fühlt sich auch nach der VerRücksendung aller Fragebogen erreicht worden wäre, bedeutend urtheilung im Recht; und so lange er im Recht zu sein niedrigere sein. glaubt, fann von Böswilligkeit oder absichtlicher Gesetzesberlegung nicht gesprochen werden. Bei mir handelte es sich beispielsweise um sieben einzelne Beleidigungsfälle.- Das stetige Anwachsen des ländlichen Proletariats Unsere Freunde werden ersucht, uns behufs weiterer In fünf Fällen wurde die Wahrheit des in den inkrimi- schreitet mit Riesenschritten vorwärts. In einem Separatabbrudt Berbreitung des Blattes Adressen von solchen Personen aus der Zeitschrift des bayer. statistischen Bureaus veröffentlicht nirten Artikeln Gesagten bewiesen, und doch erfolgte die soeben Regierungsraths Rasp eine Statistik über die zwangs- anzugeben, welche eventuell abonniren würden. Verurtheilung- weil die Form verleßend sei! Und so weise Veräußerung landwirthschaftlicher Anwesen in Bayern nach Agitationsnummern versenden wir gratis und verhält es sich in den meisten Prozessen, mit denen die dem Stande des Jahres 1890 mit einigen Rückblicken. Wir franko. entnehmen den intereffanten amtlichen Ermittelungen nachstehende zu vermeiden. Verschiedenes. als Bergwerken, wo nur Männer verwendet werden, gezahlt. Die Briefkasten. Zeitungsredakteure beglückt werden. Die Einleitung der Mittheilungen: Die Gesammtzahl der während des Jahres 1890 Fortbildungsverein Eger Böhmen. 1,80 M. erhalten. Prozesse hängt nicht von den Publikationen der Zeitungen zwangsweise versteigerten landwirthschaftlichen Anwesen war Besten Gruß die Expedition. Abonnent serlohn.„ Deutsche Metallarbelterzeitung" ab, sondern von der Verfolgungswuth unserer herrschen- 1198 mit einer Gesammtgrundfläche von 7971,33 Hektar, so daß den Klassen gegen jede freimüthige Kritif; und der sich die Durchschnittsgröße eines Anwesens auf 6,65 Hektar be- Nürnberg, Weizenſtr. 12. Richter verurtheilt, weil es das Interesse der Klassen- läuft. Unter der Gesammtzahl der dem Zwangsverkaufe unterherrschaft erheischt, als deren Beamter und Beschützer er*) 1. Theil, Titel V,§ 68. Hierzu 2 Beilagen. H e 9 I e 1 Berantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin. Verleger und Drucker: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. 1. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 35. Was sollen wir also thun! Von Graf Leo Tolstoi. Deutsch von August Scholz. VII. Sonnabend, den 29. August 1891. setzer zu verstehen. V. Jahrgang. weitere 21 Delegirte eingetroffen sind. Darunter eine Vertreterin Dervillier theilt ebenfalls vorher mit, daß aus Frankreich eines nur aus Frauen bestehenden Vereins. Die Franzosen repräsentiren nunmehr 713 Vereine. läumden. die für sie allein natürliche und ihr Glück begründende lange wird es dauern und es spielt eine wichtige Rolle in derselben. erscheint. Geschäftlich theilte er noch mit, daß er den Vorsitz so führen Wenn ich nicht durch meinen Tugendstolz so ganz werde, wie es in Amerika üblich, daß jeder, der das Wort befangen gewesen wäre, dann hätte ich nur ein klein wünscht, es schriftlich einzureichen beliebe und daß dem Vorsitzenwenig aufmerksamer in diese jungen und alten, größten- den selbstständige Entscheidungen über geschäftliche Dinge eintheils unbedeutenden nd sinnlichen, doch dabei gut- geräumt feien. Des weiteren bittet er, daß nach jeder Rede, bevor die Dolmetscher das Wort zur Uebersetzung bekommen, Die Unglücklichen, welche ich als unterstüßungs- müthigen Gesichter zu schauen gebraucht um zu begreifen, größtmögliche Ruhe herrsche. Es tomme jedesmal vor, daß die bedürftig notirt hatte, zerfielen in meiner Vorstellung von daß ihr Unglück durch äußere Mittel nicht zu beseitigen die französische Sprache verstehenden Delegirten nach Anhören selbst in drei Gruppen, und zwar erstens in solche, die war, daß sie überhaupt in feiner Lebenslage glücklich der Rede in eine Privatdiskussion eintreten und es dadurch den ihre frühere angenehme Stellung verloren hatten und eine sein konnten, wenn ihre Lebensauffassung dieselbe blieb, anderen Mitgliedern des Kongresses schwer machen, den UeberRückkehr in dieselbe erhofften( und solcher Leute gab es daß sie keineswegs irgend eine besondere, in besonders Baudin( zu einer vorherigen Mittheilung) bemerkt, daß ſowohl von niedrigem wie von höherem Stande), zweitens unglücklichen Verhältnissen lebende Menschenklasse waren, soeben ein Brief eingegangen sei, wonach in Wignebies bei in lasterhafte Frauenzimmer, deren es in diesen Häusern sondern daß sie ganz genau ebensolche Menschen waren Fourmies ein großer Streik ausgebrochen ist. Die Regierung sehr viele gab, und drittens in Kinder. Die meisten von wie wir selbst und wie diejenigen, die uns von allen hat Truppen entfendet. Man iſt bemüht, den dortigen Fachdenjenigen, welche ich aufgeschrieben hatte, gehörten der Seiten umgeben. berein aufzulösen. Das haben sich die Arbeiter nicht gefallen lassen, darum sind sie, 3000 an der Zahl, in einen Streit einersteren dieser drei Gruppen an. Es gab solcher Stellen- Ich erinnere mich, daß mir die Berührung mit getreten. Er bittet, daß die Abgeordneten von Formies auf dem lose gar viele in diesen Häusern, darunter namentlich dieser Art von Unglücklichen ganz besonders peinlich war. Kongreß diesen verlassen, um ihre Kräfte in den Dienst der zahlreiche Leute aus besserem Stande und aus der Be Jetzt begreife ich, woher das kam: ich sah in diesen Streikenden zu stellen.( Wird angenommen.) amtenwelt. Fast in jedem Quartiere, das wir mit Iwan Menschen mich selbst wie in einem Spiegel. Wenn ich Fedotysch betraten, machte dieſer die Bemerkung:„ Hier mich damals in mein eigenes Leben und in das Leben brauchen wir die Karten nicht selbst auszufüllen, hier giebt der Leute unseres gesellschaftlichen Kreises vertieft hätte, es Jemanden, der das versteht, wenn er nur nicht zu- dann hätte ich gefunden, daß zwischen diesen einerseits weiter angekommenen Delegirten ein Spanier. Derselbe iſt Volders( zu einer vorherigen Mittheilung): es sei unter fällig gerade betrunken ist." und jenen Unglücklichen andererseits durchaus kein Unter- Anarchist. Das Bureau ist sich einig geworden, ihn nur unter Darauf rief Iwan Fedotysch bei Namen und Vaters- schied existirte. den bei Merlino gemachten Bedingungen zuzulassen. namen den Betreffenden auf, der in der Regel ein solcher Wenn auch die Leute unserer guten Gesellschaft in Fernando Ramos, der in Rede stehende Delegirte, beVerkommener von höherem Stande war. Auf den Ruf den großen Wohnungen der vornehmen Stadtviertel tont, daß er 55 Fachvereine vertritt. Die Geschichte der Ardes Quartierwirths tauchte irgendwo aus einem dunklen wohnen und nicht hier im Rschanowschen Hause, wenn Gr komme nicht als Anarchist, sondern als Vertreter dieser 9000 beiterbewegung in Spanien ist die Geschichte des Anarchismus. Winkel ein ehemaliger reicher Edelmann oder Beamter auch ihre Speisen und Getränke nichts mit schlechter Vereinsmitglieder. Im übrigen hätten die Anarchisten des auf, zumeist betrunken und fast ohne Oberkleider. War Wurst und Hering und trockenem Brot zu thun haben, öfteren mehr Muth bewiesen, als andere, welche nur im Parlaer nicht betrunken, so machte er sich jedesmal gern an die so hindert das durchaus nicht, daß sie ganz ebenso un- mente erscheinen wollen. Bolders bemerkt, daß bis jetzt keine Sitzung vergangen, ihm zugedachte Arbeit, nickte würdevoll mit dem Kopfe, glücklich sind, wie jene unglücklichen Müßiggänger im ohne daß man uns zum, Frühstück mit Anarchisten gekommen. machte seine Bemerkungen unter Anwendung allerhand von Richanowschen Hause. Ganz ebenso wie jene sind sie Iglesias, spanischer Sozialist, spricht gegen die Zulassung Fachausdrücken, nahm nicht ohne eine gewisse vorsichtige mit ihrer gegenwärtigen Lage nicht zufrieden, beweinen von Ramos. Die Vereine, welche dieſer vertritt, haben sich Zärtlichkeit das rothe Zählformular in seine zittern- sie ihre Vergangenheit und sehnen sie sich nach einer gegen die Waidemonstrationen gestemmt und sich nicht gescheut, den, unsauberen Hände und blickte mit Stolz und Ver- besseren Zukunft, und diese bessere Zukunft, nach welcher die Arrangeure derselben zu beschmutzen und schmählich zu verachtung auf seine Zimmergenossen, als ob er, den sie so sie sich sehnen, ist genau dieselbe, wie die, nach welcher Schluß der Debatte einstimmig angenommen. oft erniedrigt hatten, nun den vollen Triumph seiner sich die Unglücklichen des Rschanowschen Hauses sehnen, Die Abstimmung ergiebt erdrückende Majorität für NichtRamos und andere Anarchisten entfernen sich überlegenen Bildung genießen wollte. Er freute sich eine Zukunft nämlich, in welcher sie weniger arbeiten zulassung. darauf. offenbar, wieder einmal mit jener Welt in Berührung zu und dagegen größeren Nußen von der Arbeit Anderer Zur Berichterstattung über die Verhandlung der Kommission, fommen, in welcher es gedruckte Formulare auf rothem ziehen können. Der Unterschied ist nur ein quanti- welche den 1. Punkt der Tagesordnung diskutirt hat und welcher Papier giebt, mit jener Welt, in der er selbst einmal ge- tativer. lebt hatte. Fast immer bekam ich von diesen Leuten auf ,, Ueber den gesetzlich geregelten Schutz der Arbeit vom Wenn ich mich damals in den Gegenstand vertieft nationalen und internationalen Standpunkt aus und meine Fragen nicht nur bereitwillige Antworten, sondern hätte, so hätte ich diese Thatsache schon damals beüber die zu seiner Ausdehnung und Ausführung einzufogar ganze umfangsreiche Lebensberichte, die wie ein griffen; ich aber vertiefte mich nicht, sondern fragte diese schlagenden Wege", Gebet eingeprägt zu sein schienen. Mit förmlicher Be- Leute aus und machte mir Notizen über ihre Verhält- erhält das Wort geisterung erzählten sie mir von dem Unglück, das sie be- nisse, indem ich der Meinung war, daß ich, sobald mir Vandervelde. Alle Komiteemitglieder find einig darin, troffen, namentlich aber von ihrer einstmaligen Stellung ihre Schicksale und ihre Bedürfnisse im Einzelnen be- daß bezüglich der Arbeiterschutzgesetzgebung seit dem letzten internationalen Kongreß im Jahre 1889 fast nichts gethan worden in der Gesellschaft, die sie nach ihrer Erziehung auch jezt tannt sein würden, ihnen späterhin würde helfen können. ist. Andererseits läßt sich nicht läugnen, daß sich ein moralischer noch innehaben müßten. Ich begriff nicht, daß man solchen Menschen nur helfen Einfluß bei den Regierungen hat geltend gemacht, indem die Ich fand sehr viele dieser Leute in allen Ecken des könne, indem man ihre Lebensauffassung verändert. Um internationale Konferenz nach Berlin zusammengerufen worden Richanowschen Hauses zerstreut. Eins der Quartiere war aber die Lebensauffassung eines anderen Menschen zu iſt. In Amerika iſt ſeit zwei Jahren ein Fortschritt nicht zu spüren. Vielmehr herrscht eine reaktionäre Tendenz vor. In durchweg von solchen Leuten Männern und Weibern verändern, muß man selbst eine bessere Lebensauffassung den Südstaaten herrscht völliges absolutistisches Regiment. Beffer eingenommen. Als dieses Quartier an die Reihe kam, besigen und derselben gemäß leben; ich aber hatte damals ist es in den West- und Oststaten, wo wenigstens die regierungsäußerte Jwan Fedotysch zu uns: ganz dieselbe Lebensauffassung wie jene, und ich lebte in feitig angestellten Postbeamten eine 8stündige Arbeitszeit haben. „ Na, jetzt kommen wir zu unsern Herrschaften vom Lebereinstimmung mit eben jener Lebensauffassung, welche Aber das habe auch eine zwanzig Jahre lange Agitation erst zuwege gebracht. In Deutschland sehe es traurig genug aus. erst umgewandelt werden mußte, damit jene Menschen Eines Schutzes in gewiffer Beziehung erfreuen sich nur Frauen Das Quartier war ganz von Menschen angefüllt; aufhörten, unglücklich zu sein. und Kinder. Der österreichische Arbeiterschutz ist nur ein fast alle, gegen vierzig an der Zahl, waren zu Hause. Ich sah nicht das Eine, daß diese Menschen nicht leeres Projekt. In Dänemark ist nichts gethan. Nicht einNirgends im ganzen Hause gab es so viele gesunkene deshalb unglücklich sind, weil ihnen die Nahrung über- mal ein Borschlag ist gemacht worden. Ein sozialistischer Abund unglückliche Menschen mit theils aufgedunsenen, theils haupt fehlt, sondern nur deshalb, weil ihr Magen ver- zum 8stündigen Arbeitstag eingereicht. Aber derfelbe kam wegen geordneter hat am letzten Tage der Sizung einen Vorschlag blaffen, theils jungen und theils alten Gesichtern. Ich redete borben ist und sie nicht Nahrung schlechtweg verlangen, ber späten Einreichung nicht zur Verhandlung. Schweden hat einige von ihnen an. Es war fast immer dieselbe Geschichte, sondern eine Nahrung, welche den Appetit reizt. Ich einen kleinen Anfang gemacht, indem dort drei Fabrikinspektoren die ich zu hören bekam, nur in verschiedenen Entwicke- jah nicht das Eine, daß, um diesen Menschen zu helfen, ernannt sind. In Ungarn bestehen Geſetze betreffs der Sonntagsarbeit und Versicherungen bei Krankheiten. Rumänien lungsstadien. Jeder von ihnen war entweder selbst ein- man ihnen nicht Nahrung geben, sondern vielmehr ihren hat nur einige Gesetze zum Schuße der Landarbeiter in Aussicht mal reich gewesen, oder sein Vater oder Bruder oder verdorbenen Magen furiren müsse. Doch ich greife mit gestellt. Die Schweiz kennt wenigstens den 11 stündigen Ar Dheim war einst reich gewesen oder war noch reich, oder diesen Bemerkungen mir selbst vor und will hier nur beitstag und gewährt Frauen und Kindern Schuß. Das Beer selbst oder sein Vater hatte einmal eine schöne noch bemerken, daß von allen jenen Leuten, welche ich streben, die Arbeitszeit weiter zu verkürzen, ist unverkennbar. In Frankreich bestehen Gesetze zum Schutze der Minenarbeiter, Stellung gehabt. Dann kam das Unglück, an welchem aufnotirt hatte, ich thatsächlich nicht einem Einzigen wirk- Kinder und Frauen. Außerdem ist ein Arbeitsamt und Arbeitsentweder neidische Gegner oder die eigene Gutmüthigkeit lich geholfen habe, obwohl für einige von ihnen das, was räthe eingesetzt. In England hat die Berliner Konferenz einen oder irgend ein besonderer Zufall die Schuld trugen, sie wünschten, und was nach ihrer Meinung helfen gewiffen Optimismus wachgerufen. Vor 11 Jahren galt dort und so ging denn alles verloren, und der arme Schlucker sollte, thatsächlich geschehen ist. Ich erinnere mich ber 12stündige Arbeitstag. Man glaubt, daß die Berliner Kon= ferenz azu beitragen wird, den 8stündigen Arbeitstag gefeßlich gerieth in diese widerwärtigen, elenden Verhältnisse, ganz besonders dreier von von diesen Personen. Alle festzusetzen. Belgien hat seinen Arbeiterschutz nur auf dem mußte Lumpen voll Ungeziefer tragen, mit Trunkenbolden brei sind nach zahlreichen Versuchen, sich emporzuheben, Papier. Gerade hier thun die Fabrikinspektoren am wenigsten und Lotterbuben verkehren, von trockenem Brot und und nach ebenso vielen Rückfällen heut in ganz der ihre Pflicht. Holland hat ein Gesetz über Frauen- und Kinderschlechter Wurst leben und die Hand nach Almosen aus selben Lage in der sie sich vor drei Jahren befunden arbeit. Gine Bedeutung hat das aber weiter nicht. Adel." streden. = haben. Internationaler sozialistischer ArbeiterKongrek. Alle Gedanken, Wünsche, Erinnerungen dieser Menschen sind einzig und allein auf die Vergangenheit gerichtet, die Gegenwart stellt sich ihnen als etwas unnatürliches, Abscheuerregendes dar, das gar keine Beach tung verdient. Keiner von ihnen hat eine Gegenwart( Original- Bericht der„ Berl. Volks- Tribüne".) Sie haben alle nur Erinnerungen an die Vergangenheit Brüssel, 18. August 1891. und Hoffnungen auf die Zukunft, die sich in jedem 3. Verhandlungstag.( Vormittagsfizung.) Vor Eingang in die Sizung gruppiren sich die Delegirten Augenblick erfüllen können, und zu deren Erfüllung nur nach den verschiedenen Nationen, um das gegenseitige Berständsehr wenig nothwendig ist. Aber eben dieses Wenige niß zwischen Kongreß und Präsidium zu erleichtern. Den Vorfehlt und ist von nirgends her zu erlangen, und so geht sitz des Kongresses hat Amerika und Dänemark. Die Delegirten denn ihr kostbares Leben dahin, bei dem Einen das erste dieser Nationen ernennen aus ihrer Mitte Sanial und Jahr, beim Andern das fünfte, beim Dritten das Knudsen. Sanial eröffnet um 11 Uhr 35 Minuten die Sitzung und dreißigste. Der Eine bedarf nur eines anständigen An- dankt für die Wahl. Amerika sei das Land, wo, mit Überauges, um sich irgend einer vornehmen, ihm wohlgesinnten springung von Zwischengliedern in der Entwicklungsgeschichte Person vorzustellen; der Andere braucht nur etwas Geld, der Gesellschaft, das moderne Kapital rapider anwächst, wie sonst um seine Schulden zu bezahlen und nach Drel zu fahren; das nennt man„ Ersparniß“. Ersparniß ja. Aber an wem wird wo. Der Besitz wächst dort um etwa 9 000 000 Dollars. Und ein Dritter möchte nur seine Sachen im Leihamt aus- es gespart? In räuberhafter Weise wird den Arbeitern wegdas nennt man„ Ersparniß". Ersparniß ja. Aber an wem wird lösen und etwas Mistel in die Hand bekommen, um genommen, damit die unthätigen Gesellschaftsmitglieder es durcheinen Prozeß zu Ende zu führen, der unbedingt zu seinen bringen und verpraffen. In gleicher Weise, wie sich der Befizz Gunsten ausschlagen muß. Sie alle behaupten, daß ir- anhäuft, wächst auch das Elend Das„ freie" Land ist dem Arbeiter zu einem Lande der Sklaverei gemacht worden. Darum gend etwas von außen her für sie geschehen müsse, damit hat denn Amerika auch in neuerer Zeit einen kräftigen Anlauf sie wieder in diejenige Lebenslage kommen, die ihnen als genommen und ist in die Arbeiterbewegung eingetreten. Nicht lautet: Nach diesen Einzelheiten appellirt Referent an den Kongreß und fordert ihn auf, dafür Sorge zu tragen, daß die Beschlüsse des internationalen Kongresses von 1889 zur Ausführung gebracht werden. Die Kommiffion bringt darauf folgende Resolution zur Berlesung, welche innerhalb derselben einstimmige Annahme gefunden hat. " Der Kongreß erklärt: Die seit dem internationalen Kongreß zu Paris im Jahre 1889 in den einzelnen Ländern erlassenen Arbeiterschutz Gesetze und Verordnungen entsprechen in feiner Weise den berechtigten Ansprüchen der Arbeiterklasse. W Insbesondere haben die Verhandlungen der internatio nalen Arbeiterschutz- Konferenz zu Berlin, deren Einberufung zugestandenermaßen unter dem Eindruck des Pariser Kongresses stattfand und insofern als eine Konzession an die Arbeiterklasse zu betrachten ist, bewiesen, daß die Regierungen bis jetzt weder die Einsicht noch den Willen besitzen, ihren Pflichten gegenüber der Arbeiterklasse gerecht zu werden. Dagegen haben die Verhandlungen der ArbeiterschutzKonferenz zu Berlin verschiedenen der betheiligten Staaten den Vorwand geliefert, unter Hinweis auf jene Beschlüsse und auf die Mangelhaftigkeit der ArbeiterschutzGesetzgebung in anderen konkurrirenden Ländern von jeder weitergehenden Schutzgesetzgebung abzusehen, ein Verfahren, welches der Kongreß, weil unlauteren Absichten entspringend, auf das Entschiedenste verurtheilen muß. Desgleichen konstatirt der Kongreß, daß die bestehende, gehen zu lassen. Wir halten im Gegentheil an dem Grundjage und zusammenhalten und dem Kongreffe kommt es zu, zu bean und für sich mangelhafte Arbeiterschutz- Gesetzgebung fest: Die Hauptaufgabe der deutschen Sozialdemokratie, wie der stätigen, daß unsere Interessen und die der Handarbeiter die ungenügend gehandhabt und kontrollirt wird. Sozialdemokratie aller Länder besteht darin, Sorge zu tragen nämlichen sind. Wir arbeiten 15, 16, 17 Stunden pro Tag, Der Kongreß fordert daher die Arbeiterklasse aller dafür, daß die bürgerliche Gesellschaft von dem Erdboden ver- mehr also als viele Fabrikarbeiter und Arbeiterinnen. Unsere Länder auf, durch eine energische Agitation und mit schwindet. Diesen Bestrebungen können wir um so energischer Lage ist äußerst bedrückt. Es muß demnach Wandel geschaffen allen der Arbeiterklasse der einzelnen Länder zweckmäßig Ausdruck geben und den Boden frei machen, als die bürgerliche werden. Vieleicht wird es von Vortheil sein, Lohngrenzen auferscheinenden Mitteln für die Beschlüsse des Pariser Gesellschaft vermöge der ihr innewohnenden Gesetze ihren eigenen zustellen und die Arbeitszeit fest zu bestimmen. Auch auf die Kongresses einzutreten, auch wenn diese Agitation zunächst Untergang herbeizuführen bestrebt ist. Es ist darum also unsere gesundheitlichen Verhältnisse muß die größtmöglichste Rücksicht keinen anderen Erfolg hat, als der Arbeiterklasse der Pflicht, über das Wesen der bürgerlichen Gesellschaft Aufklärung genommen werden. Hauptsächlich aber ist eine internationale einzelnen Länder zu beweisen, daß die herrschenden und zu verbreiten. Das ist es, was bei der Organisation der Ar- Verständigung unerläßlich. ausbeutenden Klassen jeder wirksamen Arbeiterschutz- Ge- beiterklasse die Hauptsache ist. Des Weiteren haben wir auch Bähr, Vertreter der Textilarbeiter von Thüringen und dem setzgebung feindselig gegenüberstehen. dafür Sorge zu tragen, daß die geistigen und physischen Be- Vogtlande, theilt mit, wie jämmerlich die Lage der in der dingungen in der Arbeiterklasse da sind, die es ermöglichen, daß, Weberei Beschäftigten ist. Ein Kongreß dieser Arbeiter, der im wenn einmal das letzte Stündlein der bürgerlichen Gesellschaft Frühjahr stattgefunden, hat beschlossen, von jeder Provinz aus geschlagen hat, die sozialistische Gesellschaft die weitere Fortführung einen Vertreter auf den internationalen Arbeiterkongreß zu zu übernehmen im Stande ist. schicken. Der Umstand, daß eine große Provinz mit vorwiegend Des Weiteren fordert der Kongreß: In Anbetracht der Nothwendigkeit einer einheitlichen Leitung der internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung, insbesondere mit Rücksicht auf die Arbeiter schutz- Gesetzgebung, die Arbeiterorganisationen und Parteien auf: 1. In jedem Lande eine permanente Enquete über die Arbeitsbedingungen mit Rücksicht auf die ArbeiterschutzGesetzgebung zu organisiren. 2. Sich gegenseitig diejenigen Mittheilungen zu machen, welche nothwendig sind, um die Arbeiterschutz- Gesetzgebung einheitlich zu gestalten. 3. Endlich ermahnt der Kongreß die Arbeiter der ganzen Erde, ihre Kräfte zu einigen gegenüber dem Widerstand der kapitalistischen Bourgeoisparteien, und überall da, wo sie im Besize der politischen Rechte sind, ihre Stimme allen Denen zu versagen, welche sich nicht verpflichten, diese ihre Forderungen zu unterstützen." Da die Zeit zu sehr vorgerückt ist, geht man in die Plenardiskussion nicht mehr ein. Die Sigung wird um 12 Uhr geschlossen. Nachmittagsfhung um 3 Uhr. Plenardiskussion über Punkt 1 der Tagesordnung. Sanial( Amerika) eröffnet die Sigung und ertheilt, ehe in die Diskussion eingegangen wird, dem Ahgesandten der streikenden Londoner Tischler und Zimmerleute, dem Proletariat. Ich habe diese Ausführungen um deswillen hier gemacht, Textilarbeitern, Sachsen, keinen Vertreter hat entsenden können, weil in letzterer Zeit in gegnerischen Blättern davon die Rede läßt einen Rückschluß zu auf die traurige Lage der Weber, denen ist, als stehe die deutsche Sozialdemokratie nicht auf dem eben durch die Zollpolitik das Brot unsinnig vertheuert und die die entwickelten, Standpunkt. Es giebt keinen einzigen deutschen ganze Woche über nur ein paar Heringe als Fleisch haben. Er Genossen, der eine andere Ansicht darüber hat, und jeder, der hofft, daß, wenn sich die Arbeiter international vereinen, ihre das Gegentheil sagt und es versuchen will, die Partei in eine Lage dann etwas wird gebessert werden können. Denn jetzt beandere Richtung zu bringen, der muß die Reihen der Partei kümmert sich kein Fabrifinspektor, kein Arzt um sie. So weit berlassen. eine Statistik vorgenommen werden kann, soll das geschehen. Daneben sind wir aber auch eine Partei der Propaganda. Und je ausgedehnter dies wird, um so mehr wird das Elend Wir müssen darum alle Mittel, welche geeignet sind, die Lage zu Tage kommen, unter welchem die Weber schmachten. der Arbeiter zu verbessern, unterstützen. Denn jeder Vortheil, Es ist ein Antrag auf Schluß der Debatte eingegangen. welchen wir dadurch erringen, trägt wesentlich dazu bei, die Ar- Adler( Wien) spricht dagegen. Der Kongreß hat bei viel beiterklasse kampffähiger zu machen. Je kampffähiger aber die unwesentlicheren Dingen mehr Zeit verloren. Arbeiterklasse ist, um so wirksamer wird der Kampf selbst sein. Das hat denn auch die bürgerliche Gesellschaft erfahren. Sie hat sich gezwungen gesehen, die Kulturaufgaben, welche die Arbeiterklasse an sie gestellt hat, und die sie zu erfüllen unfähig ist, der Arbeiterklasse zu lösen überlassen. Unterstützung haben. Nun er in den ersten Punkt der Tagesordnung eingehen will, soll nachdem erst einige Redner gesprochen, die Debatte schon abgebrochen werden. Da Desterreich in dieser Frage noch manches vorzubringen hat, ist er gegen den Schluß, da ihm sonst das Wort abgesa, nitten werden würde. Frau Marr: Aveling( London) theilt mit, daß die englischen Delegirten ein Amendement zur Resolution vorbereiten und aus diesem Grunde gegen den Schluß. Antrag auf Schluß der Diskussion wird abgelehnt. ist Nach einigen geschäftlichen Mittheilungen von Liebknecht zeigt Abraham Cahan an, daß aus Amerika noch ein Delegirter eingetroffen sei, welcher die amerikanische Hauptstadt, Washington, vertrete. Schluß der Sitzung 26 Uhr. Brüssel, 19. Aug. 1891. Vormittags 10% Uhr. Das Präsidium liegt in den Händen von Schweden und Er erkennt mit Des Weiteren führt Redner aus, daß sich die deutsche Sozialdemokratie betreffs der Einberufung des Kongresses seitens Die der Regierung über dieselbe nicht hat düpiren lassen. deutsche Partei hat überall laut und deutlich ausgesprochen, daß Burton, das Wort. Derselbe bittet um die Sympathie der Sozialdemokratie den Wind aus den Segeln zu nehmen. ein derartiges Mannöver nur deshalb gemacht worden sei, um des Kongresses für die Streikenden, die sich bereits seit sechszehn und daß wir mit dieser Auffassung nicht im Unrechte waren, hat Wochen im Ausstand wegen des Achtstundentages und Abschaffung der Ueberarbeit befinden. Es arbeiten nur etwa 25 die gewaltige Februarwahl bewiesen. Sie war die Antwort auf holländische Tischler, denen die Londoner gern das Reisegeld die Erlasse. Was nun die Regierung an Arbeiterschutz geleistet, nach Hause erstatten wollen, wenn es gelingt, sie von London ist bezüglich der Quantität ebenso erheblich, wie es nach Seite der Qualität unbedeutend ist. Aus diesem Grunde sahen sich fortzubringen. Er bittet, da bei jedem Streit Geldmittel nöthig denn auch die Vertreter der Sozialdemokratie im Reichstage gefind, den Kongreß um materielle Unterstützung, soweit es jedem nöthigt, gegen derartige Arbeiterschutzgesetze zu stimmen. möglich. Auerbach hat von den kaufmännisch Angestellten männeigt auch, daß sich kein einziger Mann in der Sozialdemokratie Holland. über die Regierung getäuscht hat. Borsitzende sind Hjalmar Brating und Domela- Nieuwenlichen und weiblichen Geschlechts in Berlin Mandat erhalten, Es wird in dem 2. Theile der Resolution von dem Kongreß huis*), welcher bedauert, daß trotz des internationalen Geistes, dieselben hier zu vertreten. Er würde die kostbare Zeit des Kongresses nicht in Anspruch nehmen, wenn es nicht gerade auf verlangt, daß überall in den einzelnen Ländern Arbeiterstatistiken der uns beseelt, uns eine internationale Sprache zur Verſtändidiesem Kongresse das erste Mal wäre, daß diese Branche von zu dem Zwecke aufgenommen werden sollen, um die Arbeiter gung mangelt. Es sei nicht sein persönliches Verdienst, was ihn Arbeitern und Arbeiterinnen sich hätte vertreten lassen. Die schutzgesetzgebung einheitlich zu gestalten. Wir sind der Ansicht, zum Vorsitzenden gemacht habe, sondern der Umstand, daß HolArbeiter im Büreau und hinter dem Ladentische leiden unter daß der Kongreß sich hüten solle, Dinge zum Beschluß zu erland an der Reihe sei. Demblon vertritt Volders, welcher in der Angelegenheit dem Drucke einer starken Ausbeutung. Arbeitszeiten bis zu 16, heben, von denen er sich sagen muß, daß die Arbeiter heutzutage 17 Stunden pro Tag gehören nicht zu den Seltenheiten. Die nicht die Mittel und die Straft befizen, fie auszuführen. Eine Merlino zum Justizminister gegangen ist. Er verliest dann kaufmännisch Angestellten treten nicht allein für Verkürzung der gute und gründliche Statistik ist ohne Aufwendung bedeutender einen Brief von Vanbevern, in welchem gewünscht wurde, daß Arbeitszeit ein, sie hassen auch diesen Beruf, in welchem sie als Wittel und Kräfte nicht möglich. Die Abeiter allein können das die Kongreßdelegirten recht zahlreich nach Gent kommen möchten, aber nicht zu Wege bringen. Und eine mangelhafte Statistik um einen angenehmen Tag zu verleben. Redner wiederholt, Arbeiter gezwungen sind, manchmal gegen die Arbeiterinteressen zu handeln. Er kann Namens der Berliner Kaufleute die Er hat ihren Zweck verfehlt. Da aber auf der anderen Seite die daß alle Anträge, alle Reden so knapp und kurz gefaßt sein klärung abgeben, daß sie sich nichtsdestoweniger eins fühlen mit Fassung der Resolution derart gehalten ist, daß eine Verpflichtung möchten, damit der Kongreß noch schneller als gestern vorwärts gerade nicht vorliegt, solche Einrichtungen zu treffen, glaube ich kommen kann. Er bittet Wiederholungen zu vermeiden und Bantalon erklärt für seinen Genossen Merlino, der sich namens meiner deutschen Freunde erklären zu können, daß wir nicht so zu verfahren, als befänden wir uns in einer VolksverVormittags zum Wort gemeldet und dies als erster Nachmittags auch von ihm nicht viel versprechen! Anders dagegen über den gegen den 2. Theil zwar Einwände nicht haben, wir uns aber sammlung. redner erhalten sollte, daß dieser durch die Indiskretion eines 3. Theil. Ich habe es schon gestern ausgesprochen und muß es und aus Paris( Martin) an, so daß jezt 715 Vereine vertreten Frankreich meldet 2 Delegirte, aus Marseille( Goutée) Brüsseler Blattes seiner Anonymität entkleidet wurde. Seine Anwesenheit ist der Brüffeler Polizei mitgetheilt und er darauf heut wiederholen, daß diese Forderung uns nicht zu weit, find. Die Anzahl der eingelaufenen Telegramme beziffert sich verhaftet worden. Außerdem laden die Anarchisten den Kongreß sondern nicht weit genug geht. In Deutschland liegen die bis jetzt auf 55. In die Tagesordnung eingehend, glaubt zu einer am Sonnabend, den 22. August, stattfindenden Dis- politischen Verhältnisse so, daß kein Kandidat auf die Stimmen der Genossen rechnen darf, der nicht das Parteiprogramm voll Abraham Cahan( Amerika), daß die Resolution in ihrer tussion ein. Walker meint, daß die bestehenden Gesetze für den Arbeiter- und ganz anerkennt. Hier in der Resolution dagegen wird ge- Form und im Inhalt zu weich sei. Die Resolutionen des Konschutz sehr unzureichend find. Soll eine Besserung eintreten, so lagt, daß ein Kandidat schon dann aufgestellt werden kann von greffes von 1889 waren es nicht minder. Vor Allem vermißt müssen die Arbeiter die Sache selbst in die Hand nehmen. Wie sozialistischer Seite, wenn er die Beschlüsse des Pariser Kongresses er die Betonung des Klassenkampfes. Zu den„ weiteren Forde wenig man in England thut, geht daraus hervor, daß die Re- unterschreibt. Nun kann es aber für deutsche Verhältnisse sehr rungen des Kongresses" bemerkt er, daß es in Amerika vergierung nicht einmal auf die Minimalforderungen des Berliner leicht vorkommen, daß ein sonst bürgerlicher Kandidat den Pariser schiedene statistische Arbeitsbureaur in vielen Städten, giebt. Kongresses eingegangen ist. Die Angehörigen der Arbeiterklasse Beſchlüſſen vollständig beiſtimmt und dann soll er schon unsere Diese sind aber sehr mangelhaft, weil man niemals von ihnen müssen zusammenhalten, seien sie nun Trades- Unionist, alte oder welche die jetzige bürgerliche Gesellschaft ausprägt, und die wir aber ist viel wichtiger, als manches andere. Dadurch werden die Klassenunterschiede, über die Zahl der Arbeits ledigen etwas bekommen kann. Das neue, oder seien sie Sozialdemokraten, um einen Einfluß zu erlangen. Für England läßt sich das wohl durchsetzen. Dort beständig zu betonen und hervorzuheben haben, vertuscht. Eine Bebel die Schwierigkeiten an, die eine genaue Statistik mit sich beginnen die Trades- Unionisten bereits, die sozialistische An- Bertuschung der Klaſſenunterschiede darf aber unter keinen Um- führt. Die Arbeiter sind nicht im Stande, den zweiten Punkt schauung aufzunehmen. Anders dagegen die Arbeiter welche, stände in unseren Reihen Platz greifen. Vor allem aber wollen der weiteren Forderungen zu erfüllen. Gleichwohl können wir vom Auslande kommend, der Sprache unmächtig, keinem Verein wir uns unseres Rechts der Erstgeburt nicht um des Linsen- ihn theilweise realisiren, indem wir die verschiedenen kleineren gerichts einer Arbeiterschutzgesetzgebung willen begeben. angehörend, dem Sweater in die Hände fallen. Dieser zahlt besprochene Theil kann für andere Länder annehmenswerth sein. wenig. Alle Kandidaten in Amerika können, wenn die Resolu Der Aufzeichnungen zusammenstellen. Der Schluß sagt ihm viel zu ihnen einen Lohn, welcher höher ist, als der bis jetzt bezogene, aber niedriger als der von Vereinswegen festgesetzte, ben sie aber Für Deutschland ist er es nicht. Nichtsdestoweniger werden wir tion durchgeht, die Arbeiterstimmen beanspruchen. Wir müssen nicht kennen. So unterbieten sie denn die organisirten Arbeiter nicht dagegen stimmen, sondern uns einfach der Abstimmung darum ganz bestimmt aussprechen, daß wir die Abschaffung des Lohnsystems verlangen. Da aber nicht alle Vertreter, die und treten als Lohndrücker auf. Aus diesem Grunde ist es Volders, Redakteur des„ Peuple"( Parteiorgan in Brüffel), hier versammelt sind, damit einverstanden sein dürften, empfiehlt nothwendig, daß die Arbeiter sich international verständigen, daß Trades- Unionismus und Sozialismus zusammengehen, um so kommt auf die Verhaftung Merlinos noch einmal zurück und es sich, auf diese Rücksicht zu nehmen. Der Hauptzwed seiner eine Garantie für eine bessere Zukunft zu bieten. weist die umlaufenden Gerüchte, als sei„ Le Peuple" an der Rede ist: der Kongreß muß sich in seinen Resolutionen u. s. w. Dechamps, Vertreter der Hutmacher Frankreichs, betont, Verhaftung Schuld, aufs energischste zurück. Lange bevor„ Le viel präziser, biel bestimmter aussprechen. Adler( Wien) ist von den österreichischen Genossen beaufdaß die Regierung alles thut, um die Anstrengungen der Arbeiter Beuple" eine Zeile oder Merlinos Namen gebracht, war es hier zur Verbesserung ihrer Lage zu vernichten. Seit 20 Jahren ge- im Saale ja öffentlich bekannt, daß Merlino zugegen ist. Sein tragt worden, einige kleine Sachen hier richtig zu stellen. Der staltet sich die Lage der französischen Hutmacher trostloser und Name ist zu Dußenden von Malen laut im Kongreß genannt Bericht der belgischen Genossen, den Vandervelde gestern gegeben, trostloser. Die Ursache liegt in der anarchischen Wirthschaftsweise, worden, so daß es ein Unsinn gewesen wäre, einen bereits be- ist unklar und für unsere Verhältnisse falsch dargestellt, was noch Der„ Peuple" billigt außerdem durch einen Uebersezungsfehler verschärft wird Im wie heut mit den Maschinen umgegangen wird. Die ausgedehnte kannten Namen verschweigen zu wollen. Technik thut das ihre, so daß wir beinahe so weit sind, daß wir aber die Verhaftung auf keinen Fall, eben so wenig, wie irgend belgischen Bericht ist festgestellt, daß nur gesagt werden soll, es hören, wie die Revolution an die Thüre pocht. Andererseits einer der anwesenden Delegirten und die Belgier werden deshalb welche Fortschritte die Arbeiterschutzgesetzgebung seit 1889 gemacht sehen die Regierungen aller Länder ein, daß etwas gethan werden sofort Schritte thun zur Loslassung des Inhaftirten. Obwohl hat. Für Oesterreich hieß es nun in dem Bericht: nichts. Das muß. Aber die Mittel, welche sie ergriffen hat, haben, wie in der prinzipiell verschiedener Auffassung wird sich die Sozial- ist wahr. In der Uebersetzung ist gesagt, als hätten wir in Regel, das Gegentheil von dem bewirkt, was sie bewirken sollten. demokratie nie dazu bereit erklären, einen Vertreter der Desterreich überhaupt keine Arbeiterschutzgesetzgebung und als set Sie stellen, um die Krisen zu verhindern, Zollschranken auf. Arbeitersache der herrschenden Gewalt auszuliefern. Der Redaktion Ungarn und Rumänien weit besser daran als wir. Nebenbei: Dadurch wird die Sache aber nur noch schlimmer. Gerade des Peuple" ist Merlino persönlich sehr sympathisch und be- wir Oesterreicher haben keine besondere Hochachtung vor unseren Frankreich befindet sich durch seine gegenwärtige Zollpolitik in freundet und wenn die anwesenden anarchistischen Vertreter von Arbeiterschutzgesetzen. Aber das Eine müssen wir dennoch sagen, einer sehr unangenehmen Lage. In ähnlicher Weise suchen sich Arbeiterorganisationen ihren Genossen wieder haben, so möchte daß wir in Desterreich eine Arbeiterschutzgesetzgebung haben, die Fabrikanten zu helfen. Sie ziehen ausländische Arbeiter Redner ihnen betonen, daß die Sozialdemokraten ihm bei viel welche neben die der Schweiz und England wohl die beste in herein, welche die Lohnverhältnisse nicht kennen und die Organi- kritischeren Gelegenheiten die Freiheit wieder verschafft haben, Europa ist. Wir haben einen Normalarbeitstag, Verbot der Nachtarbeit für die Frauen und Gesetze, betr. die Sonntagsruhe. fation geringschätzen und ihnen fern bleiben. Besonders gilt das als es heut der Fall sei. von den belgischen und italienischen Arbeitern, welche dem Ge- Turati( Italien) hätte schon vorher das Wort genommen, Natürlich steht das hauptsächlich Alles auf dem Papier. Und werbe nachdrücklichen Schaden zufügen. Wenn auch dieser Um- wenn er es nicht als Sache der Belgier betrachtet haben würde, außerdem haben wir eines nicht, was viele andere Länder haben, stand die Arbeiterfache fördert, so ziehen die Betroffenen durch daß diese die nöthigen Schritte vorzunehmen hätten. Im übrigen das Recht, ohne welche jede Gesetzgebung illusorisch wird: aus Drückung der Löhne den kürzeren. Um dem vorzubeugen, müssen stimmt er den Ausführungen Volders völlig bei und glaubt, daß eigener Initiative darüber zu wachen, daß die Geseze auch wirk die Arbeiter aller Länder von der Sachlage im Allgemeinen der gethane Schritt der belgischen Polizei ungesetzlich ist. Der lich ausgeführt werden: Wir haben kein Vereinsgesetz, wir haben unterrichtet sein. Sie müssen derart organisirt sein, daß fie fich ganze Kongreß muß das Seine dazu thun, damit diese Maßregel kein Versammlungsrecht. Darum können wir die Gesetze nicht start genug fühlen, ihre Ansprüche durchzusetzen. Haben sich die zurückgenommen werde. Er protestirt namens seiner italienischen so ausführen, wie wir sie gern wollten. Das wollte ich hier Regierungen durch ihre verkehrten Maßregeln gehörig festgeritten, Genossen um so nachdrücklicher gegen die Verhaftung, als Merlinos nur konstatiren. Es hat uns außerordentlich befriedigt, daß in und die Unzufriedenheit der Massen hinreichend geschürt, dann Arrestation sich von einer Angelegenheit herschreibt, um deret- der Resolution ausgedrückt ist, daß die internationale Arbeiter zetteln sie europäische Konflikte an. Demgegenüber setzt Redner willen bestraft zu sein ein Jeder für ehrenvoll ansehen kann. schutzgesetzgebung, wie wir sie, nicht seit dem Kongreß zu Paris, feine Hoffnung auf die organisirte Arbeiterschaft. Sie ist dazu Wird aus der Sache ernst, so kann es geschehen, daß wenn sondern so lange es Sozialdemokraten in der Welt giebt, haben, berufen, derartige Butsche zu Schanden zu machen. Merlino wieder nach Italien kommt, er mit mehreren Jahren ebenso gefälscht wurde, wie alle übrigen Ideen von der Bebel: Nach dem bis jetzt von den Vorrednern über die Kerker bestraft werde. Bourgeoisie gefälscht wurden. Wie sie die Freiheit und Gleich Resolution Gesagten ist anzunehmen, daß über dieselbe eine allDer Kongreß wird einmüthig gegen die Arrestation Merlinos heit fälscht, wie sie die Nahrungsmittel fälscht, so fälscht sie auch gemeine Uebereinstimmung existirt. Er will nicht versuchen, die Schritte thun. die Ideen. Es ist absolut nothwendig, daß wir hier erklären, Stellung in Deutschland zu erörtern, mit Bezug auf die Bunkte, André Gély spricht als Vertreter der Handelsangestellten daß dasjenige, was die Bourgeoisie an Arbeiterschutzgesetzgebung welche auf dem Pariser Kongreß 1889 gefordert wurden. Er will von Paris und freut sich zu sehen, daß die Organisationsarbeiten berlangt, nicht unseres ist. Speziell in Desterreich und anderen nur mittheilen, daß die 5 ersten Punkte der Resolution von den der Pariser Kaufleute in Berlin Nachahmung gefunden haben. Ländern, von England weiß ich es genau, ist es so, daß die Deutschen herrühren und angenommen worden sind, wogegen In Folge der Entwicklung unserer Verhältnisse gelangen nun bürgerlichen Unternehmer sagen: wir sind ja für die internatio der Rest von den Franzosen und Belgiern herrührt. Dieser endlich auch die Kaufleute zu der Ueberzeugung, daß auch sie nale Arbeiterschutzgesetzgebung; allein es ist nicht möglich, daß enthält Aufforderungen, die sich mit den deutschen nicht decken. mit den Handarbeitern gemeinsame Interessen haben. Alle sind wir weiter gehen, bevor nicht die anderen Staaten nachgekommen Die deutschen Genossen sind weit davon entfernt, thre geistigen fie Brüder, denn alle werden ste in gleicher Weise vom Kapital enthalten. " und materiellen Mittel ausschließlich für den Arbeiterschutz drauf- ausgebeutet. Aus diesem Grunde wollen wir zusammengehen*) Spr. Njuvenheus. Homes ist sehr froh, daß Trades- Unionisten mit Sozialisten nehmen, das zwingt uns auch, zur Judenfrage Stellung zu zufammen hier im Kongreß sind. Aber er fürchtet, daß durch nehmen. Er möchte direkt vom Kongreß erklärt wissen, daß die die Annahme des Vorschlags von Vaillant die älteren Trades- Arbeiterklasse einen Unterschied nicht macht zwischen jüdischen Unionisten vor den Kopf gestoßen werden und bei einem oder anderen Arbeitern. Zu etwa ausbrechenden Kriegen späteren internationalen Kongreß nicht mehr vertreten sein zwischen einzelnen Völkern hat die Arbeiterklasse schon Stellung würden. Vaillant zieht seinen Antrag darauf zurück. Antrag Hall wird angenommen. Sizungsschluß 12½ Ühr. genommen. Wie aber verhalten wir uns zu dem bereits ausgebrochenen Krieg gegen die Juden, welcher schon so lange rast, und welcher ein wahrhafter Bürgerkrieg ist? Den streikenden Tischlern und Zimmerern in London haben wir unsere Sympathie erwiesen. Aber die jüdischen Arbeiter, welche beständig im Streik und unter Aussperrung leben, was thun wir nämliche müssen wir in der Judenfrage thun. Die jüdischen ihnen gegenüber? Wir eifern gegen den Klassenkampf. Das Arbeiter, sie führen den erbittertsten Kampf, der je geführt ist. In Amerika giebt es Vereine, welche keine Neger als Mitglieder aufnehmen, weil sie Neger sind. Redner ist überzeugt: gäbe es in Rußland ein Vereinsleben, man würde keinen Juden auffind. So ist es denn so weit gekommen, daß der internationale Vaillant meint, Frankels Amendement enthält fast alle| nicht mehr als billig, daß der Kongreß ihm anhört. Er wäre Arbeiterschutz zu einem internationalen Ausbeuterschutz geworden anderen. In Wirklichkeit haben wir also nur eins. Es sagt, für Cahan's Vorschlag. ist. Dagegen aber wollen wir uns verwahren. Wir wollen daß die Resolution, für die wir stimmen müssen, nur einer Cahan verwahrt sich bestimmt dagegen, daß er hergekommen nicht, daß der internationale Arbeiterschutz den nationalen um sozialistischen Idee entsprungen sein darf. Außerdem ist sei, blos um die Klage der Juden vorzutragen. In aller erster bringe. Jede Nation hat in ihrem eigenen Lande noch viel zu Adler's Amendement mitanzunehmen. Eine weitere Diskussion Linie ist er als Vertreter amerikanischer Arbeiter hier. Er weiß thun. Bebel hat gestern über das Prinzipielle der Sache schon würde die Sache blos verwässern. Er schlägt darum Abstim- sehr wohl, daß es für die Sozialisten keine Judenfrage giebt. gesprochen. Ich müßte nur wiederholen, wenn ich darüber etwas mung über die Resolution der Kommission mit dem Amendement Gbensowenig giebt es für uns eine Militarismusfrage. Aber fagen wollte. Das aber möchte ich noch hinzufügen: Auch wir Frankel und der Verbesserung Adler vor. das nämliche, was uns zwingt, zum Militarismus Stellung zu Desterreicher gehören der revolutionären Arbeiterpartei genau so an, wie in Deutschland. Die Arbeiterschutzgesetzgebung, das Wahlrecht u. s. w. sehen wir als nichts anderes an, wie als ein Mittel, um die Schirne zu revolutioniren und den Gehirnen auch Arme zu geben, um die Revolution zur Ausführung zu bringen. Das klingt sehr revolutionär. Im Einzelnen sezt es sich aber zusammen aus Arbeiterschutz, Wahlrecht u. s. w. In diesen Dingen sind wir also ganz brave Leute, welche nicht eingesperrt zu werden wünschen. Wir haben also gegen die Resolution nichts Besonderes. Sie ist der Ausdruck der allgemeinen Meinung. Auch haben wir auf die Anderen, z. B. Engländer, Rücksicht zu nehmen. Aber gegen eines müssen wir uns wenden. Die Resolution sagt, man soll keinem seine Stimme geben, der nicht für den Arbeiterschutz ist. Das klingt sehr revolutionär. Besagt aber sehr wenig. Ja, wenn die Beschlüsse des Pariser Kongresses die Bedingung wäre, unter welcher ein Kandidat auf die Unterstüßung der Arbeiter rechnen könnte! Dann wäre die Sache etwas anderes. Wenn man das macht, dann wird man im Auslande nicht in die Lage kommen, mit bürgerlichen Parteien zu transigniren. Dann können Bourgeoiskandidaten von unseren Leuten nicht gewählt werden. Wir in Desterreich haben nicht das allgemeine Wahlrecht. Die Versuchung liegt also für uns sehr nahe, daß wir mit den bürgerlichen Parteien mogeln. Das haben wir aber nie gethan. Wir mogeln nicht. Und der Erfolg ist ein ausgezeichneter gewesen. Wir wollen ja garnicht auf die Leute da oben wirken. Wir wirken damit auf die Leute da unten. Aber die gewöhnen wir uns nicht heran, wenn wir die Ich Fahne einstecken. Wir machen die Sache nicht mit. erkläre, daß wir, wenn in die Resolution aufgenommen wird als Schlußsatz hinter verpflichten:„ die in der Pariser Resolution niedergelegten Beschlüsse und Prinzipien zu vertreten", wir dann für dieselbe stimmen werden, sonst aber nicht. Volders( zu einer Mittheilung): Eine Deputation war gestern nach Schluß der Sizung beim Justizminister in der Angelegenheit Merlino. Es war Niemand anzutreffen. Darauf war man heute Morgen beim Polizeipräsidenten, welcher die Deputation höflichst empfangen und ihr mitgetheilt hat, daß Merlino nicht an die italienische Regierung ausgeliefert sei. Aber die Behörde hätte sich doch genöthigt gesehen, ihn auszu weisen und sei er denn gestern Nachmittag um 2 Uhr nach England gegangen. Nieuwenhuis empfiehlt, daß alle eingegangenen Amendements zur Verlesung gebracht und gleich mit diskutirt werden sollten. Leo Frankel hätte das Wort nicht ergriffen, wenn er nicht hätte ein Amendement einbringen wollen, dahingehend, daß der Selassencharakter in der Resolution zum Ausdruck gebracht werde. So, wie die Resolution jetzt ist, ist sie so schwach, matt, daß nicht nur die konservativste Gewerkschaft sie annehmen kann, sondern daß auch die klerikalen und radikalen mit der Arbeiterpartei ein Bündniß eingehen können. Daß der Resolution der Klassencharakter aufgeprägt werde, verlange ich aus zwei Gründen: erstens weil bürgerliche Parteien, namentlich in Frankreich, von dem Gesichtspunkt ausgehen, und es auch laut genug betonen, daß seit 1789 es überhaupt keine Klassen mehr giebt. Es muß festgestellt werden und man muß diese Frage als Prüfstein nehmen: erkennt ihr an, daß, so lange es auf der einen Seite nur solche giebt, welche die Produktionsmittel in Händen haben, während auf der anderen Seite diejenigen sind, welche nur ihre Arbeitskraft besitzen und von deren Verkauf leben müssen, es auch verschiedene Klassen geben muß? Von diesem Standpunkt aus stelle ich zu der Resolution folgendes Amendement: " Der Kongreß, welcher auf dem Boden des Klassenkampfes steht und welcher überzeugt ist, daß, so lange der Klassenkampf existirt, die Emanzipation der Arbeiterklasse unmöglich ist, erklärt: die Gesetze und Maßnahmen zum Schutze der Arbeiter, welche in den verschiedenen Ländern seit dem internationalen Kongreß von 1889 angenommen worden sind, entsprechen in keiner Weise den Forderungen des Proletariats, selbst wenn man sie blos vom heutigen Standpunkte der Dinge betrachtet." Der zweite Grund, weshalb ich das genannte Verlangen stelle, ist der, daß es selbst unter den Arbeitern noch viele Leute giebt, die sich Sozialisten nennen, sobald von Staatsintervention, mit der sie einig sind, die Rede ist. Die Mogelei, wie Adler es genannt hat, fommt daher, weil Leute, sobald sie das manchesterliche Prinzip des laissez faire, laissez aller verlassen, auch schon Sozialisten zu sein vermeinen. Das wollen wir aber verändern. Betreffs des letzten Absatzes in der Resolution begnüge ich mich nicht mit dem Ausdruck kapitalistischen BourgeoisParteien". Der kommt mir nicht klar genug vor. Statt dessen will ich: herrschende Klasse( Grundbesitzer und Kapitalisten) gesetzt wissen. Ferner muß ausgesprochen werden, daß die Arbeiter ihr Hauptaugenmerk auf die Erringung der politischen Gewalt als eines Mittels zur Befreiung richten müssen. Es muß ausgesprochen werden, daß die Arbeiter sich erst dann ökonomisch befreien können, wenn sie die Zügel der politischen Regierung in der Hand haben. " Zum Schluß macht Frankel noch auf die mangelhaften Uebersetzungen, die sich auch gedruckt vorfinden, aufmerksam. England schlägt folgendes Amendement vor: Der Kongreß verlangt, daß die Lohnarbeiter der ganzen Welt ihre Kräfte gegen das Kapital richten und überall, wo sie im Besitz politischer Rechte sind, dieſe benutzen, um sich von der Lohnsklaverei zu befreien." Allemane, Vertreter aus Paris C, schlägt als AmendeNachmittagsstung 3½ Uhr. Marr- Aveling macht darauf aufmerksam, daß der deutsche Uebersetzer die Worte des englischen Delegirten ganz verkehrt wiedergegeben habe und berichtigt ihn. und ein Brief von Engels angekommen seien. Bolders theilt mit, daß 18 weitere Depeschen eingegangen Vandervelde, Berichterstatter der Kommission, forrigirt In Erwägung, eine falsche Auffassung, die in der Kommissionssizung Platz ge- nehmen, blos weil er Jude iſt. Die russischen Blätter seien faſt griffen hat. Es handelt sich um den Arbeiterschutz in Ungarn. den Reihen der organisirten Arbeiter aufgenommen zu werden, allerdings giebt es dort ein Geſetz, nach welchem die Sonntags- damit sie sich dem Befreiungskampfe anschließen können. arbeit verboten ist. Aber die Unternehmer machen dies illusorisch. Sie lassen in der Woche länger und intensiver arbeiten, um den Volders verliest folgende Resolution, welche in der beVerlust wieder einzubringen. Gegen Bebels Auffassung über die treffenden Frage gefaßt worden ist, und welche mit einigen Verstatistischen Erhebungen durch die Arbeiter sich wendend, bemerkt befferungen von Seiten der Engländer und des Griechen Vandervelde, daß die Brüsseler und Genter Genossen Derartiges Argyriades zur Annahme gelangt: ganz gut zu Stande bringen. Noch leichter ist es in Frankreich, wo verschiedene sozialistische Stadtverordnete und Gemeindemitglieder und eine Arbeiterbörse existiren. Wenn die Initiative ergriffen wird, werde sich schon das Weitere finden. Er tritt auch der Auffassung gegenüber, als wäre die jetzige Resolution nichts neues und schon 1889 dagewesen. Das ist eine völlige Verkennung der Thatsachen. In der Kommission ist die Resolution einstimmig angenommen. Wird sie auch von dem Kongreß angenommen, so haben wir das erste Mal hier die Thatsache, daß sich die sonst widerhaarigen Trades- Unionisten auf den Boden des Klassenkampfes stellen und zur sozialistischen Auffassung übergegangen sind. Dann wird es erst wahr werden, was Marr uns als Losung gegeben: Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Der Berichterstatter verliest folgende Resolution zum Punkt 1 der Tagesordnung: Der Kongreß, der sich auf den Boden des Klassentampfes stellt und der Ueberzeugung ist, daß von einer Emanzipation der Arbeiterklasse so lange nicht die Rede sein kann, als es noch Klassen giebt, erklärt: Die seit dem internationalen Kongresse in Paris 1889 in den einzelnen Ländern erlassenen Arbeiterschutzgesetze und Berordnungen entsprechen in keinerlei Weise den berechtigten Forderungen der Arbeiterklasse. Insbesondere haben die Verhandlungen der internationalen Arbeiterschutzkonferenz zu Berlin, deren Einberufung zugestandenermaßen unter dem Drucke des Pariser Kongresses beschlossen wurde und insofern als eine wichtige Konzession an die wachsende Macht der Arbeiterklasse zu betrachten ist, bewiesen, daß die Regierungen die nothwendigen Reformen nicht wollen. Dagegen haben die Verhandlungen der Arbeiter schutzkonferenz zu Berlin verschiedenen der betheiligten Regierungen den Vorwand geliefert, unter Hinweis auf jene Beschlüsse und auf die Mangelhaftigkeit der Arbeiterschutzgesetzgebung in anderen konkurrirenden Ländern von jeder weitergehenden Schutzgesetzgebung abzusehen. daß in den Prinzipien und Programmen der sozialisttschen und Arbeiterparteien aller Länder von jeher klar ausgesprochen ist, daß sie keinen Gegensatz und keinen Kampf der Nationen oder Rassen anerkennen, sondern den Klassenkampf des Proletariats aller Länder und Rassen gegen die Kapitalistenklasse aller Länder und Raffen führen, und daß es für die Proletarier jüdischer Rasse und Zunge kein anderes Mittel der Emanzipation giebt als den Anschluß an die Arbeiterorganisationen der betreffenden Länder; hält der Kongreß unter Verurtheilung der antisemitischen und philosemitischen Hezzereien, welche nur ein Manöver der Kapitalistenklasse und der politischen Reaktion sind, zu dem Zweck: die Arbeiter zu spalten und die sozialistische Bewegung von ihrem Ziele abzulenken; eine Erörterung des von den amerikanischen Genossen jüdischer Zunge beantragten Punktes 4 der vorgeschlagenen Tagesordnung für überflüssig, und geht zur Tagesordnung über. Schluß der Sitzung 5 Uhr. Brüssel, den 20. August 1891. Vormittagsfikung 10% Uhr. Das Präsidium liegt in den Händen von Italien und Desterreich. Als Vorsitzende sind ernannt Turati und Roscher. Roscher erklärt, daß er für die Deutschen' präsidiren werde, während er für die Franzosen den Vorsitz an Turati abgebe. Turati meint, daß er weder das Alter noch die Qualifikation zum Vorsitz habe. Aber in Italien, woher er komme, würde die Wahl sehr freudig aufgenommen werden. Die Bewegung, welche hauptsächlich die Landarbeiter in sich fasse, set noch recht jung. Die Genoffen seien wie neugeborene Kindlein so unsicher und Die Genossen seien wie neugeborene Kindlein so unsicher und schwankend und sie blickten hinauf nach Brüssel, um sich von dort Muth und Kraft zu holen. Aber noch aus einem andern Grunde habe die Wahl Bedeutung. Er sei zugleich mit einem DesterDesgleichen konstatirt der Kongreß, daß die be- reicher gewählt. Das geschähe ihm zur Genugthuung, denn sie stehende, an und für sich mangelhafte Arbeiterschutz- beide verkörpern eine Double- Alliance, die mächtiger sein wird, gesetzgebung ungenügend gehandhabt und kontrollirt wie die Triple- Alliance der Kaiser und Könige. wird. Groussier, Berichterstatter der 2. Kommission, erklärt, Der Kongreß fordert daher die Arbeiterklasse aller die Sommission, welche blos Punkt 2 zu behandeln hatte, sei der Länder auf, durch eine energische Agitation und mit Ueberzeugung gewesen, daß zwischen diesem und Nr. 10 große Aehnlichkeit besteht. Es sind deshalb beide zur Diskussion geallen der Arbeiterklasse der einzelnen Länder zweck- kommen. Es hat harte Debatten gesetzt und eine Einigkeit iſt mäßig erscheinenden Mitteln für die Beschlüsse der Pariser Kongresse einzutreten, auch wenn diese nicht zu Stande gekommen. Eine Majorität und eine Minorität Agitation zunächst keinen anderen Erfolg hat, als der hat selbstständige Resolutionen dem Kongreß vorlegen müssen. Arbeiterklasse der einzelnen Länder zu zeigen, daß die Die Hauptfrage ist die, wie lassen sich die verschiedenen Vereine herrschenden und ausbeutenden Klassen jeder wirk- zum Besten der Gesammtheit zusammenschließen. Vor einigen samen Arbeiterschutzgesetzgebung feindselig gegenüber- Jahren war die Disharmonie groß. Die Einen waren in der modernen Arbeiterbewegung, die anderen schwammen im reattionären Fahrwasser und konnten für eine Umgestaltung der Gestehen. Im weiteren fordert der Kongreß: 1. in jedem Lande eine permanente Enquete über die Arbeiterbedingungen und über die Lage der Arbeiterklasse zu organisiren; 2. sich gegenseitig diejenigen Mittheilungen zu machen, welche nothwendig sind, um die Arbeiterschutzgesetz gebung einheitlich zu gestalten; 3. endlich empfiehlt der Kongreß den Arbeitern der ganzen Welt, ihre Kräfte zu einigen gegen die Herrschenden Kapitalisten und überall, wo sie im Befiz politischer Macht sind, sich deren zu bedienen, um sich aus den Fesseln der Lohnsklaverei zu befreien. In Anbetracht der Nothwendigkeit einer einheit- sellschaft nicht gewonnen werden. Die Vereine müssen aber auch lichen Leitung der internationalen sozialistischen Ar- o organisirt sein, daß sie nicht nur bezüglich der Lebenslage, und beiterbewegung, insbesondere mit Rücksicht auf die andres befferes zu erzielen im Stande sind, sondern sie müssen auch so werden, daß sie die Grundlage der zukünftigen GesellArbeiterschutzgesetzgebung die Arbeiterorganisationen schaft abgeben können. Von diesen Gesichtspunkten aus müssen und Parteien auf: die Vereine so gestellt sein, daß sie nicht allein eine Verminderung der Arbeitszeit, Erhöhung des Lohnes, bessere sanitäre Verhältnisse erzielen, die Gewerkschaften müssen auch politisch durchgebildet sein. Aus diesem Grunde darf die Gewerkschaftsbewegung nicht blos national sein, fie muß einen internationalen Charakter haben. Es darf nicht mehr von englischen, französischen, deutschen oder anderen, sondern nur von Arbeitern der Welt die Rede sein. Diese Organisation hat denn Uebersicht zu geben über die Konsumtion, über die Produktion u. s. w. Dagegen ist nun eingewendet worden, daß so etwas nicht anginge, es stellen sich viele Hindernisse in den Weg; in verschiedenen Ländern sei diese Verbindung nicht zulässig. Das ist zuzugeben und wir müssen uns deshalb so allgemein wie möglich ausdrücken. Aber eines sei zu bedenken: Können wir wirklich etwas einschneidendes heuzutage vornehmen, ohne Gefahr zu laufen? Läßt sich die Der Kongreß erklärt, überall, wo die Proletarier herrschende Klasse ruhig eins nach dem andren ihrer Privilegien politische Rechte besitzen, haben sie die Pflicht, sich der nehmen, ohne sich zu widersetzen! Nein. So lange es eine selben zu bedienen, um den Klassenkampf auf dem Volders theilt mit, daß die Resolution über Punkt 2 der Arbeiterbewegung giebt, hat es auch Kämpfe und Verfolgungen politischen und wirthschaftlichen Gebiete mit gleicher Tagesordnung, welche die 2. Kommission gefaßt habe, noch nicht gegeben. Und doch ist die Bewegung gewachsen. Schwimmen Energie zu führen und gegen die bürgerlichen Parteien gedruckt vorliege. Um keine Zeit zu verlieren, schlägt er vor, zu lernen, ohne ins Wasser zu gehen, ist eben unmöglich. Wenn zu ziehen, denn nur durch ihre eigenen Anstrengungen mit der Diskussion der Resolution der Minorität, die Kom- wir auch anfänglich Schaden genug haben werden, so ist der können die Arbeiter aller Länder dahin gelangen, ernst- mission hat sich in eine Mehrheit und in eine Minderheit ge- Kampf dennoch ein Mittel der Begeisterung; er hält uns wach. haft und wirksam das Verhältniß zwischen Kapital und spalten welche vorliegt, zu beginnen. Es kann das von und feuert uns an. Dadurch wächst die Energie. Wenn auch Arbeit in einer den Interessen der Arbeiterklasse vor- Vortheil sein, wenn die Resolution der Mehrheit besprochen zugestanden werden muß, daß praktisches in der internationalen theilhaften Weise abzuändern." Gewerkschaftsbewegung zuvörderst nicht erlangt werden kann, so Vanloe wünscht, daß des besseren Verständnisses wegen Sanial meint, der Kongreß hat, wenn dies Verfahren ein- ist es dennoch wahr, daß der Kongreß die Ziele angeben muß, die Punkte der Pariser Resolution von 1889, um welche es sich geschlagen wird, keinen rechten Ausgangspunkt und hält es für die abzustreben sind. Die gewerkschaftliche Organisation, die handelt, mit in den Text aufgenommen wü.den. zweckmäßig, dann lieber in die Diskussion der Resolution über absolut nothwendig. Was wir nur machen können und müssen, den 3. Punkt der Tagesordnung einzutreten. ist, dafür zu sorgen, daß der Arbeiter nicht zum Streikbrecher ment bor: Mary- Aveling schlägt zur Vereinfachung der Verhandlungen vor, daß alle Amendements mit der KommissionsResolution dem Bureau übergeben werden sollen, damit aus dem Ganzen eine neue Resolution gemacht werde. Allemane glaubt, daß wir mit den Amendements zu Rande gekommen sind. Das Bureau hat nachgerade genug zu thun. Biele Mitglieder gehören außerdem noch Kommissionen Am resten ist es, wenn gleich zur Abstimmung geschritten wird. Hall will die Sache der 1. Kommission übergeben wissen, damit diese eine neue Resolution einbringen kann. Der Berichterstatter empfiehlt, diese neue Resolution durch Afklamation anzunehmen. Geschieht unter langem Applaus des Kongresses und unter Schwenken der Taschentücher von Seiten der Engländer. wird. Ueber Volders bedauert, daß da noch keine Resolution vorliegt. wird. Abr. Cahan empfiehlt, da weder das eine, noch das Die einzelnen Nationen sind zu zentralisiren zu einem andere vorliegt, in die Debatte über den 4. Punkt einzutreten. Somitee, welches, völlige Autonomie besitzt. Die einzelnen Dieser 4. Punkt:„ Stellungnahme der Arbeiterkorporationen Komitees treten dann unter einander in Verbindung. aller Länder zur Judenfrage", habe mit dem 3. Punkt: Lage die Zusammensetzung der Kommission entbrannte ebenfalls ein und Pflichten der Arbeiterklasse dem Militarismus gegenüber", Streit. Sollen in dem Komitee Gewerkschaft und Politik, Fachmanches gemeinsam. vereinler und Sozialdemokraten Platz finden? Das ist manchmal Volders: Da Genosse Cahan eine so lange und beschwer- unmöglich, weil die gegenseitige Auffassung verschieden ist. Beliche Reise gemacht hat, um dem Kongreß die Noth und Bezüglich der Streiks und Boykotts betont die Kommission, daß drängniß der jüdischen Arbeiter in Amerika darzulegen, sei es beide sehr wirksame, aber auch zweischneidige Waffen sind. sonders wird durch einen verlorenen Streif eine große Verwirrung und Entmuthigung in den Reihen der nicht organisirten Arbeiter getragen werden. Er empfiehlt die folgende Resolution: „ Der Kongreß erklärt: Die Ausbeutung der Arbeiter durch die Kapitalisten legt den Arbeitern die Pflicht auf, sich zu vereinigen, um ihre Befreiung vorzubereiten. Zu diesem Zweck müssen sie sich eine starke Organisation schaffen, nicht nur, um die Unternehmer zu befämpfeu, sondern auch, um die Grundsteine einer Gesellschaft von Gleichen zu legen. Die Arbeiter der ganzen Welt müssen sich solidarisch erklären und ihre Verbindungen müssen die sogenannten nationalen Schranken durchbrechen. Der internationalen Verbindung des Kapitalismus muß die Internationale der Arbeit entgegengesetzt werden. faffen. Die Arbeiter müssen deshalb in den verschiedenen Gewerkschaften fortwährend Verbindungen mit den gleichen Gewerkschaften anderer Länder unterhalten, und auf diese Weise, sowie durch internationale Gewerkschaftsverbände die Kräfte der Arbeiter der ganzen Welt zusammen Da die Gesetzgebung der verschiedenen Länder der Freiheit der Arbeiter zu nationaler und internationaler Verbindung Fesseln anlegt, so müssen die Arbeiter die öffentlichen Gewalten veranlassen, diesen Zustand zu be seitigen; sie dürfen aber für ihre Befreiung sicher nur auf sich selbst zählen und müssen auf alle Fälle jenes internationale Band knüpfen, welches einzig und allein das Unterpfand des Erfolges ist. Angesichts der gegenwärtigen Schwierigkeiten, diesen internationalen Bund zu organisiren, und angesichts der Nothwendigkeit, unverzüglich Verbindungen zwischen den Arbeitern der verschiedenen Länder herzustellen, müssen nationale Gewerkschafts- Sekretariate geschaffen werden, welche die statistischen Daten und die Aktenstücke sammeln, die der Gesammtheit der Arbeiterorganisationen nöthig Da der Streik und der Boykott gegenwärtig die einzigen Waffen der Arbeiter sind, um gegen das Kapital zu kämpfen, so müssen die gewerkschaftlichen Verbindungen fich in den Stand setzen, sie mit Nachdruck anzuwenden. Streik und Boykott der einen Organisation müssen von allen anderen Arbeiterverbindungen und hauptsächlich von den ähnlichen Arbeiterorganisationen der übrigen Länder unterstützt werden. Immerhin sollen die Arbeiter, wenn möglich und wenn es ihre Würde gestattet, eher zur Vermittelung und zum Schiedsgericht als zum Streik greifen. In allen Ländern muß eine unaufhörliche und nachdrückliche Propaganda zu Gunsten der gewerkschaftlichen Organisation gemacht alle Arbeiter nicht nur find. „ Von den bis jetzt eingeschriebenen 26 Rednern soll jede Nation einen, und wenn eine starke Minorität vorhanden, zwei Redner wählen“. Einstimmig angenommen. Schluß der Sizung 12 Uhr. bermittelung muß ausschließlich in den Händen der Ge-| diejenige der Minorität ist. Es ist das nicht die Resolution der werkschaften oder von Arbeitsbörsen liegen, welche von französischen Delegirten. Gewerkschaften verwaltet werden. 7. Die öffentlichen Neuer Antrag: Arbeiten dürfen nur an Arbeitergewerkschaften vergeben werden. Für den Fall, daß eine Arbeitergewerkschaft sie nicht annimmt, dürfen sie nur an solche Unternehmer vergeben werden, welche ausschließlich Mitglieder der Gewerkschaften beschäftigen. 8. Das Koalitionsrecht wird durch das Gesetz verbürgt. Dasselbe muß schwere Strafen gegen diejenigen enthalten, welche das Vereins- und Koalitionsrecht der Arbeiter verletzen oder bedrohen. 9. Die Gesetze gegen die Internationale sowohl, wie alle Gesetze, welche dem Vereinsrecht Fesseln anlegen, find abzuschaffen." Nachmittagsfhung um 3 Uhr. Volders theilt den Eingang von weiteren 22 Telegrammen eines aus Australien und eines Briefes von Lawroff mit, welcher im Namen der flüchtigen russischen Sozialisten geschrieben ist. Bock: Die deutschen Delegirten haben sich die größte Mühe Turati giebt verschiedene Mittheilungen, Spezialkongresse gegeben, alles zu ermöglichen, was möglich ist. Zu einem be- betreffend, bekannt, und liest eine Karte von Merlino vor, in stimmten Resultat ist man aber nicht gekommen, weil für diese welcher derselbe unter dem Eindrucke des eben Erlebten darauf Frage die gesetzlichen Schwierigkeiten uns immer entgegentreten. aufmerksam macht, daß man hoffentlich recht bald von der Idee Wir haben uns auf den Boden des erreichbar möglichen gestellt zurückkommen werde, die Lage der Arbeiter durch Geſetze u. s. w. und versucht, die anderen Nationen mitzunehmen. Aber die regeln zu wollen. Franzosen, welche freiere Bewegung auf gewerkschaftlichem Gebiete Delporte versichert, daß der Unterschied zwischen der haben, machten nicht mit. Sie sagten, es ist möglich, eine all- Minorität und der Majorität gar nicht so groß war, wie es die gemeine prinzipielle Erklärung zu geben. Wir haben in der vor- Deutschen angenommen hatten. Man wolle kein Zentralbureau liegenden Frage den Haller Beschluß zu Grunde gelegt. Man für alle Länder, sondern eins für jedes Land. Die Majorität ist in der Kommission zu weit gegangen. Die Desterreicher, hielt dafür, daß dieses ein gewerkschaftliches sein sollte, während Holländer, Rumänen und Schweizer sind ganz unserer Meinung, die Minorität die Auffassung hatte, daß ihm alle Glemente beidaß man nur das Erreichbare fordert. Der Internationalität gesellt sein könnten, Gewerkschaften und Sozialisten. Solcherhaben wir in der Resolution so weit Ausdruck verliehen, daß maßen zusammengesetzt würde das Syndikat, oder wenn es man Vertrauensleute erwählt, welche unter einander in Ver- besser klingt, dies Bureau nicht blos Fragen über Arbeitslohn bindung treten, was ja die Textil, Holz- und Metallarbeiter und Arbeitstag behandeln können, es könnten auch Statistiken schon gemacht haben. Die Wahl eines internationalen Komitees, über die Gesundheitslage, über Arbeiterbewegung und vieles wie vorgeschlagen, ist nach deutschen Landesgesetzen unmöglich Andere vornehmen. Andererseits könnten wir etwas über den und unzulässig und die Kommission würde davon Abstand ge- Arbeitsmarkt erfahren. Allerdings haben wir ja schon in Amerika Die sind aber nommen haben, wenn alle Mitglieder derselben mit unseren dies- und in der Schweiz solche statistische Bureaus bezüglichen Gesetzen bekannt sein würden. Was wir thun können, nicht immer zuverlässig und geben über Fragen, die uns gerade um dem internationalen Gedanken Ausdruck zu geben, das thun lebhaft interessiren, über die Ursachen des Streiks u. s. w. färgwir. Ich wünsche, daß es der Kongreß uns bestätigt, daß nicht liche Mittheilungen. Die Statistiken, welche die einzelnen der Mangel an gutem Willen, sondern die bestehenden Geseze Nationalbureaus nach Ansicht der Minorität ſammeln könnten, es sind, welche uns vor der Annahme des Vorschlags zurückhalten. würden, von allen Ländern gesammelt, ein ganz gutes Bild Wir wären in dieser Frage übrigens auch schon in der Kommission abgeben und dazu angethan sein, die Zukunft vorzubereiten für zur Einigkeit gekommen. Allein, es hat uns an einem brauch die Arbeiterbewegung. Bezüglich des Generalstreiks, gegen den sich die Deutschen so sehr stemmen, meint Redner, daß, wenn Betreffs eines Generalstreiks erklärt Redner sich Namens der nicht dieser unterstützt werden wird, man dann sein Augenmerk Deutschen selbstverständlich gegen einen solchen. den Riesenstreiks, welche jetzt mehr und mehr auf der Oberfläche Dr. Aveling möchte besonders einige Worte über das erscheinen, seine Sympathie bezeugen soll. internationale Sekretariat verlieren. Er spricht hier nicht blos Dasinky( Polen): Wenn auch wir Polen die Zeit des im Namen des Gasarbeiter von Großbritannien, sondern insge- Kongresses in Anspruch nehmen, so geschieht das aus vielen fammt für 70 000 organisirte Arbeiter. Diese haben schon durch- Gründen. Die Resolution der Minorität proteſtirt gegen die geführt, das zu thun, was hier vorgeschlagen ist. Es giebt ein Versuche der Regierung, die Arbeiterbewegung zu unterbieten. nationales Sekretariat für Großbritannien, wodurch die Arbeiter, Wir aber kommen aus einem Lande, wo jeder Versuch einer welche er repräsentirt, einen Ueberblick über den Gang der Dinge Arbeiterbewegung hinter den Mauern von Warschau oder der in anderen Ländern haben. Die Engländer möchten sich mehr Petersburger Citadelle sein Ende findet. Unsere Lage in Polen damit dem Vorschlage der Deutschen anschließen. Redner meint, die ist elend. Darum können wir auch eine bestimmte Form, welche für den augenblicklichen Behauptung der Herrscher, die Internationale sei todt, beruhe uns vom Kongreß vorgeschrieben wird, nicht ins Leben führen. auf volle Mißverkennung der Thatsachen. Die Internationale Die Form der Vermittelung zwischen den einzelnen Ländern, ist nicht todt, sie ist wieder erwacht. In allen Ländern haben wenn sie denselben selbst überlassen werden, dann find wir dafür. wir denselben Gedanken, dieselbe Propaganda, sie lebt in den Wir hoffen, daß es möglich sein wird, eine solche Institution Resolutionen, die wir hier faffen. für Russisch- Polen zu finden. Die vom Kongreß a priori in Aussicht genommene Institution müssen wir indessen ablehnen. Jedes Land muß autonom sein, sonst geht es nicht. werden, Kampf vereinigt werden, sondern in der Ueberzeugung und der Absicht, ihre endgiltige Befreiung zu verfolgen und zu erreichen. 1. Gewerkschaften. 1. Es find in allen Ländern und für alle Berufe Gewerkschaften zu errichten, welche nur Arbeiter zulaffen. 2. Ihr Zweck besteht in der Vertheidigung und Erringung menschenwürdiger Löhne, in der Heruntersetzung der Arbeitszeit und vor Allem in der Umgestaltung der kapitalistischen Wirthschaft in eine solche der gerechten Vertheilung der Arbeitsprodukte. 3. Die Gewerkschaften müssen sich national und international nach Berufen berbinden. 4. Diese nationalen und internationalen Gewerkschaftsverbände dürfen ihre Bestrebungen nicht nur auf ihre Gewerke oder bestimmte Plätze beschränken, denn die Arbeiterfrage ist überall ein und dieselbe und kann nur durch einen Bund aller Gewerkschaften gelöst werden. 2. Korrespondenz, Statistik, Propaganda. baren Uebersetzer gefehlt. Roscher bemerkt, daß noch 20 Redner eingezeichnet sind und bittet, sich streng an die Tagesordnung zu halten. Voviaut, Vertreter der Minenarbeiter aus dem Borinage- Vliegen( Holland) meint, daß der Kongreß jetzt auch etwas distrikt, amendirt den 2. Punkt der Resolution mit folgendem Ernstes schaffen müsse und sich nicht blos auf die Versicherung von Sympathie 2c. beschränken dürfe. Von der internationalen Borschlag: Die Gewerkschaften, welche der Arbeiterorganisation Organisation haben wir bis jetzt nichts gehört, als Worte. der verschiedenen Länder angehören, werden aufgefordert, wir hätten gewünscht, daß fie eine Thatsache würde. Mit sofort von den Arbeitervereinen desjenigen Landes, in Schmerz haben wir gesehen, daß das Gute, was in der Resowelchem sie beschäftigt find, zu verlangen sich zu verpflichten, lution liegt, in zweiter Redaktion ausgemerzt ist. Redner sagt nie unter den von den Gewerkschaften festgesezten Löhnen dann, daß die Terte der Resolution der Minorität nicht stimmen. zu arbeiten. Diejenigen, welche sich weigern, in die Ge- Der französische Text schiebt die Schuld, daß ein internationales werfschaften einzutreten, sollen als Verräther an der Bureau nicht geschaffen werden kann, den Verhältnissen" in die Arbeiterfache gestempelt werden und die organisirten Arbeiter Schuhe; im deutschen Text find die Geseze" daran schuld. haben dafür zu sorgen, daß diese Arbeiter die Arbeit ver- Was ist denn nun schuld daran? Es ist zu viel gesagt, wenn laffen, sei es in der Werkstatt, sei es in den Minen." die Gesetze die Schuld daran trügen. Ein Sekretär fann für Delporte, Berichterstatter der Minorität, erklärt Namens jedes Land gewählt werden. Warum kann ein Sekretär nicht 1. Die Gewerkschaften der einzelnen Länder müssen der Franzosen, daß er die deutsche Resolution, doch mit einer ebenso gut in Paris oder London leben? Die Gesetze des Landes unter sich sowohl als auch mit denen anderer Länder fort- Veränderung, zu welcher die Deutschen ihre Zustimmung gegeben tönnen nie so stark sein, daß sie die Briefe, welche über Hamgesetzte Berbindungen unterhalten. 2. In jedem Lande haben, annimmt. Die Resolution lautet folgendermaßen: burg 2c. gehen, wegschnappen. Betreffs des statistischen Bureaus muß ein Gewerkschafts- Sekretariat errichtet werden zu bemerkt Redner, daß Domela- Nieuwenhuis in der zweiten dem Zweck, mit den Gewerkschafts- Sekretariaten der holländischen Kammer ein solches von Staatswegen verlangt anderen Länder zu verkehren, und um alle Berichte und hat. Diese habe mehr Gewicht. Wir sagen, eine solche amtliche statistischen Daten zu jammeln, welche für die GewerkStatistik ist nicht unparteiisch. Aber das Nämliche wird die schaften und Gewerkschaftsverbände von Interesse find. 3. Diese Sekretariate dürfen sich nur mit der Verwaltung Bourgeoisie von unserer Statistik auch sagen. Haben wir aber eine staatlich vorgenommene Statistit, so fönnen wir uns genug befaffen. 4. Jede Nation kann das Gewerkschaftsder Waffen zur Bekämpfung der heutigen Gesellschaft holen. Sekretariat nach ihrem Gutdünken einrichten. 5. Die Er wolle auch noch an das besonders in Holland sehr übliche Länder derselben Sprache sollen fich über die Herausgabe Trudsystem erinnern. eines Kalenders verständigen. Derselbe soll der Propaganda namentlich unter dem ländlichen Proletariate dienen. 6. Alle Jahre soll durch diese Sekretariate ein Bericht in allen Sprachen herausgegeben werden, welcher statistische Daten enthält und über die Resultate der Bropaganda, sowie der gewerkschaftlichen und sozialistischen Agitation Aufschluß giebt. 3. Koalitionsrecht, Stretts, Boykott. 1. Die Koalitionsfreiheit, welche in einigen Ländern ganz unterdrückt, in anderen beschränkt ist, muß von allen Arbeiterorganisationen gefordert werden. 2. Streif und Boykott sind zweischneidige Waffen; die Arbeiter organisationen sollen sie deshalb nur nach reiflicher Prüfung aller Verhältnisse anwenden, vor Allem, wenn ste von den Arbeitsherren dazu nicht herausgefordert werden. 3. Es muß die größte Propaganda entfaltet werden, damit alle Arbeiter diejenigen Gewerkschaftsverbände unterstützen, welche einen Streit unternehmen. 4. Die ähnlichen Verbände anderer Länder müssen ihr Möglichstes thun, um den Sieg der im Streik befindlichen Gewerkschaften eines Landes zu sichern, set cs durch eine ähnliche Bewegung in ihrem Laude, jei es durch moralische und materielle Unterstüßung. 5. Die Arbeiter müssen sich durch eine starke Organisation auf die Möglichkeit eines Generalstreits vorbereiten. 4. Gesetzliche Bürgschaften für das Vereinsund Koalitionsrecht. Resolution der Majorität Sektion II. „ Unter den heutigen ökonomischen Verhältnissen und bei dem Bestreben der herrschenden Klassen die politischen Rechte und die wirthschaftliche Lage des Arbeiters immer tiefer herunter zu drücken find Streiks und Boykotts eine unumgängliche Waffe für die Arbeiterklasse, einmal um die auf ihre materielle oder politische Schädigung gerichteten Bestrebungen ihrer Gegner zurückzuweisen, dann aber auch um ihre soziale und politische Lage nach Möglichkeit innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft zu verbessern. Barnell( England) vertrete hier nicht bloß seine direkten Mandatgeber, sondern die gesammte organisirte Arbeiterschaft Da aber Streits und Boykotts zwetschneidige Waffen Englands von den gemäßigtesten Trades- Unionisten bis zu den find, die am unrechten Orte oder zur unrechten Zeit an- ftrittesten Sozialisten, mehr als 315 000 Mann. Er meint, daß gebracht die Interessen der Arbeiterklasse mehr schädigen man entzweit nicht vorwärts kommt. Die Arbeiter müssen sich als fördern können, empfiehlt der Kongreß den Arbeitern alle zusammenschließen. Ein großer Theil der Opposition gegen forgfältige Erwägung der Umstände, unter welchen sie die Resolution wäre unterblieben, wenn man besser verstanden von diesen Waffen Gebrauch machen wollen. Ins besondere betrachtet es der Kongreß als zwingende Noth- hätte, um was es sich dreht. Es handelt sich um die Schaffung eines Zentral- Komitee's, welches alle umfassen soll. Aber wir wendigkeit, daß die Arbeiterklasse zur Führung solcher wollen ein Nationalkomitee. Das andere würde zu verwickelt Kämpfe fich gewerkschaftlich organisire, um sowohl durch sein. Dieser Zentralpunkt jeder Nation kann Sammlungen verdie Wucht der Zahl, wie auch die materiellen Mittel die anstalten über aufgestellte Fragen. Alljährlich kann dann eine beabsichtigten Zwecke erreichen zu können. Uebersicht veranstaltet werden, die dann, zusammengenommen Von diesen Auffassungen ausgehend empfiehlt der mit denjenigen der anderen Länder, eine Gesammtübersicht erKongreß allen Arbeitern kräftige Unterstützung der ge- giebt. Bezüglich des Generalstreiks glaubt er nicht an seine werkschaftlichen Organisation; zugleich erhebt der Kongreß Möglichkeit. Eher würde der Mensch fliegen lernen. Ein solcher Protest gegen alle Versuche der Regierungen und der Streit ist aber auch gar nicht nothwendig. Er kann blos daher Unternehmerklasse, das Recht der Vereinigung der Arbeiter kommen, weil die Arbeiter nicht organisirt sind. Sind alle irgendwie zu beschränken. Zur Sicherung des Koalitions- Arbeiter in Gewerkschaften organisirt, dann bedarf es weiter rechtes verlangt der Kongreß Beseitigung aller Gesetze, nichts, als eines einzigen Schrittes, um der Arbeiterklasse den welche geeignet sind, dem Koalitionsrecht irgend welche vollen Ertrag ihrer Arbeitsleistung zu geben. In England Schranken zu ziehen, desgleichen Bestrafung aller derWenn davon blos 60 000 gewerkgiebt es 90 000 Tischler. jenigen, welche die Arbeiter in der Ausübung dieses schaftlich organisirt sind, kann dieser Schritt, meint Redner, ge= than werden, die Arbeiterklasse kann sich in den Besitz der Probuktionsmittel bringen. Und was für eine Branche gilt, gilt für zwei und was für zwei durchführbar, ist für drei, vier und alle durchführbar, ist durchführbar für alle Länder. Botorny( Oesterreich): Wenn in der zweiten Kommission von vornherein Differenzen gewesen sind, so sind diese darauf zurückzuführen, daß die Meinung über den Bunkt, inwieweit ein internationaler Sozialistenkongreß sich mit der Gewerkschafts1. Alle Gewerkschaften, welche das Studium und die frage zu beschäftigen hat, sehr weit auseinanderging. Vertheidigung der wirthschaftlichen Interessen der LohnDeutschen sagten uns, ein internationaler Sozialistenkongreß kann arbeiter bezwecken, sollen sich beliebig zu Bünden und nicht mehr thun, als aussprechen, welche Stellung er gegenüber Verbänden mit den Gewerkschaften ihres oder anderer der Gewerkschaftsbewegung einnimmt und was er von ihr erBerufe vereinigen dürfen. 2. Diese Bünde oder Verwartet. Die andere Meinung war die, daß der internationale bände sollen sich nach Gutfinden mit ähnlichen Bünden Singer hebt hervor, daß die Zeit des Kongresses mit dem Kongreß einen vollständigen Katechismus auszuarbeiten habe, oder Verbänden anderer Nationen zu internationalen Verlesen und Uebersetzen der Amendements zu stark beansprucht wie die gewerkschaftliche Bewegung zu leiten, wie Streits zu Bünden oder Verbänden vereinigen dürfen. 3. Jeder wird. Er schlägt vor, daß in der Geueraldiskussion die Amende Das war der Anlaß, weshalb überDie Arbeiter sollen die Parlamente und Regierungen ihrer Länder veranlassen, ein Gesetz über die Gewerkschaften zu geben, welches folgende Bunkte enthält: Rechtes verhindern. Und da, wie wünschenswerth auch eine Bentral organisation der Kräfte der internationalen Arbeiterschaft wäre, diese im Augenblick an Schwierigkeiten aller Art scheitert, so beschließt der Kongreß, der Solidarität der Arbeiter in den verschiedenen Ländern ein gemeinsames Mittel an die Hand zu geben; Indem überall, wo dies möglich ist, in jedem Lande die Errichtung nationaler Arbeitssekretariate, fordert damit, so wie von irgend welcher Seite sich ein Konflikt zwischen Kapital und Arbeit entwickelt, die Arbeiter der verschiede nen Nationalitäten davon benachrichtigt werden können um ihre Maßnahmen zu treffen. Wir Lohnarbeiter muß einer Gewerkschaft angehören. 4. Jede ments gleich mit verflochten und berücksichtigt werden. Das organisiren seien u. f. w. Haupt Meinungsverschiedenheiten sich bemerkbar machten. Wir Gewerkschaft muß Fremde zu denselben Bedingungen Ganze wird dann der 2. Kommiſſion übergeben, die darauf, mußten dann auch Abstand nehmen, uns weiter mit den franzöſiſch wie die Einheimischen aufnehmen. Für die verschiedenen genau wie gestern dem Kongreß eine neue Resolution unter- sprechenden Genossen einzulassen, deshalb, weil diese von den Aemter der Gewerkschaften darf zwischen Einheimischen breitet. Er seinerseits erklärt sich mit der Resolution Delporte Franzosen vorgeschlagene Resolution wohl Platz haben kann in und Fremden kein Unterschied gemacht werden. 5. Die einverstanden. Gewerkschaften und Gewerkschaftsverbände müssen das Allemane: Wenn Singer sagt, daß er sich mit Delporte's einem sozialistischen Programm, nicht aber in der Gewerkschafts( Fortsetzung in der 2. Beilage.) Verantwortlicher Rebatteur: Paul trust. Berlin. Verleger und Drucer: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Recht der juristischen Person besitzen. 6. Die Arbeits- Resolution einverstanden erklärt, so muß er erwägen, daß das 2. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 35. Sonnabend, den 29. August 1891. V. Jahrgang. Domela Nieuwenhuis erklärt sich gegen diesen Antrag. Es sei eine andere Resolution eingelaufen, welche nicht berückfsichtigt worden ist. Das sei nicht richtig. ( Fortsetzung aus der 1. Beilage.) ist der Gedanke aufgetaucht, daß in die Resolution der Gedanke letzter Instanz sind sie nichts weiter als Allianzen, Vortheil für bewegung. Die hier gefaßten Beschlüsse dienen als Wegweiser der Friedensliga mit zu verbinden sei. Gleichzeitig mit der den Kapitalismus. aller Länder. Und da können wir denn nicht verhindern, daß Maidemonstration sollte eine Friedensdemonstration verbunden Mille giebt bekannt, daß noch 6 Redner eingezeichnet sind; Dummheiten gemacht werden, insofern, als einige Gewerkschaften werden. Dem gegenüber habe ich von französischer Seite er zu dem sind 3 Amendements, von denen das eine zurückfich zu Dingen würden hinreißen lassen, die zu ihrem Verderben fahren, daß die Maifeier in Frankreich zugleich als eine Ver- genommen ist. Neue Redner melden sich fortwährend. Was führen. Die französische Resolution würde es mit sich bringen, brüderung betont worden ist. Und in Deutschland ist keine soll geschehen. Vielleicht ist der Schluß der Diskussion das Beste daß eine ganze Anzahl von Gewerkschaften, und besonders in einzige Versammlung gewesen, ohne daß diesem selben Gedanken und die Resolution wird durch Afflamation angenommen. Desterreich, als politische Vereine aufgefaßt und darum aufgelöst ebenfals wäre Ausdruck verliehen worden. Das nämliche war Thorne( England) stellt Schlußantrag. werden. Und Niemand hätte größere Freude daran, als die in Frankreich, wie gesagt, und aus diesem Grunde fiel dieser Polizei. Wir sind gegen die lange Resolution, weil der Kongreß Gedanke aus. da Vorschriften macht, die in vielen Ländern undurchführbar sind. Die Sozialdemokratie sollte zu einer Friedens- und FreiheitsFür den Kongreß handelt es sich hauptsächlich, im Auftrage der liga gemacht werden. Aber das ging nicht. Diese Bestrebungen Gewerkschaften das fortzusetzen, was im Bereich des gegenwärtig sind dem Boden der Bourgeoisie entwachsen und obwohl man zu Erzielenden liegt und durchzuführen möglich ist. Es ist keine persönlich ihnen freundlich gegenüberstehen kann ich selber Heldenthat, immer und immer zu sagen: das und das erstreben bin Mitglied einer solchen Liga so müssen sie machtlos sein, wir. Besser ist es, man redet weniger und handelt mehr. Wenn weil sie das Uebel nicht an der Wurzel anpacken. Die Militärein Schritt gethan werden muß, ist es besser, man thut ihn und frage ist im eminenten Sinne eine soziale Frage. Wenn die redet nicht darüber, als daß man ein Langes und Breites redet Arbeiterklasse emanzipirt wäre, wie könnte es dann noch einen und ihn nicht thut. Von den schwärmerischen Resolutionen der bewaffneten Frieden geben? Der deutsche Arbeiter hat nicht Franzosen haben wir absehen müssen. Ein guter Gewerkschaftler seinen Feind in dem französischen, dem österreichischen, englischen ist auch zugleich ein guter Sozialist. Schlußantrag wird mit erdrückender Majorität abgelehnt. Mille: Das Wort hat Domela Nieuwenhuis( mit Applaus empfangen); Bitte, werthe Genossen, applaudiren Sie nicht vorher, ehe ich nicht ge= redet habe, es könnte doch sein, daß sie diesen Applaus bereuen und dann ist er nicht mehr zurückzunehmen. Eine Resolution zu geben, die man möglichst einstimmig angenommen haben will, ist sehr leicht. Es giebt ein allgemeines Rezept, dieselben anzufertigen und das lautet: halte sie so allArbeiter, er hat seinen Feind in dem deutschen Kapitalisten, im gemein, so leer, daß jeder sie annehmen kann, weil sie eben Turati theilt mit, daß alle Franzosen, mit Ausnahme Bourgeois des eigenen Landes. Und so geht es mit dem fran- nichts sagt. Im allgemeinen ist es eine Gefahr für die intereines einzigen Delegirten, sich um die Resolution der Deutschen zösischen Arbeiter. Der Feind des französischen Arbeiters ist der nationalen Kongresse, daß man sich in Worten verliert und wenn mit einem Amendement Delcluze und einer englischen Ver- französische Bourgeois. Der deutsche Arbeiter ist sein Verbün- sie die vorliegende Resolution betrachten, so geht es uns genau besserung*) geeinigt hätten. Die anderen Nationen sind damit deter und dieser Gedanke war es, welchem wir Ausdruck geben so, wie mit allen anderen. Diese aus so vielen Worten beeinig. Eine weitere Debatte scheine dann überflüssig. mußten. stehende Resolution ist eine einzige große Phrase. Soll ich's Nach sehr erregter Debatte und großer Unruhe wird beschlossen, die Resolution in Druck zu geben, Morgen früh zu vertheilen und sofort nach Nationen abzustimmen. Schluß der Sitzung 46 Uhr. Brüssel, 21. Auguſt. Vormittagsfikung um 10% Uhr. Abstimmung über Punkt 2 der Tagesordnung. Das Präsidium ist bei den Rumäniern und Norwegern. Vorsitzende sind Mille und Jeppesen. der Militarismus doch auch auf Rumänien. einem Lande, wo werden kann. In wie großem Maße die Militärfrage eine soziale Frage Ihnen nachweisen? Man braucht nur ein einziges Wörtchen zu ist, erhellt aus der Thatsache, daß z. B. die deutsche Bourgeoisie, ändern und ein jeder Kongreß kann sie annehmen. Alle wissen nachdem fie, als sie noch politische Ideale hatte, sich gegen den wir, daß der Krieg ökonomische Ursachen hat. Und so kann der Militarismus auflehnte, jetzt für die enormsten Ausgaben, für Geistliche sagen: Christianisirt diese Ursachen und das Uebel wird die ungeheuerlichsten Vorlagen stimmt. Und warum? Wollen verschwinden. Setzen sie statt des Wortes ,, der Sozialismus ist die Bourgeois Krieg mit Frankreich? Nein! Sie brauchen die die einzige Friedenspartei" das Wort:„ das Christenthum" und Armee gegen den inneren Feind, ihren Todfeind, gegen die dann haben sie es wieder! Und wie steht es denn damit, daß Arbeiter. Dasselbe ist in Frankreich der Fall. Und so ist nach- wir die Verantwortung in der Geschichte und der Menschheit für gewiesen, daß der Militarismus eine Hochwichtige soziale Alles was da kommt, der Bourgeoisie überlassen. Sie ihrerseits Frage ist. schiebt die Verantwortung uns zu. Das ist gerade so, wie wenn Mille betont, daß der heutige Tag, wo wir über den Das Resultat, wenn der Krieg ausgebrochen, läßt sich gar sich zwei Jungen streiten; der eine sagt, Du bist Schuld, und nicht absehen. Militarismus diskutiren werden, sehr feierlich für ihn sei, spielt Beinen sein. Der letzte deutsch- französische Krieg wird, verglichen sind große Worte ohne jedweden Inhalt und wodurch wir uns Millionen werden am ersten Tage auf den der andere sagt: nein, Du bist der schuldige Theil. Das alles doch diese Frage auch in Rumänien eine große Rolle und lastet mit dem nächsten Kriege, wenn er kommt, ein reines Kinder- vor der Welt blos lächerlich machen. Auch in der vorliegenden Frage gab es nur Majorität und der Bauer in Wohnungen lebt, welche nicht besser sind als die spiel sein. Letzterer wird ein Kampf sein, welcher Sieger wie Höhlen der prähistorischen Troglodyten, wie ein Alp. Angesichts Besiegte um Jahrzehnte in der Kultur zurückwirft, unsere Zivili- eine Minorität. Ich gehöre zur Minorität und weil die kleinen der Einmüthigkeit, mit welcher bis jetzt die Beschlüsse gefaßt fation vielleicht um Jahrhunderte, und die Elemente, welche die dort, wie überall aufgefressen werden, bin ich der Reingefallene find, könne man mit Recht behaupten, Mary's Wort sei schon in Kulturträger der Zukunft sind, das Proletariat, wird gebrochen gewesen. Aber ich führe meine Sache vor dem Tribunal des Erfüllung gegangen:" Proletarier aller Länder, ihr seid vereint!" sein. Die Arbeiterklasse hat darum die heilige Mission, dafür Kongresses weiter und wenn ich auch hier verliere, brüste ich mich Darauf giebt der Vorsitzende bekannt, daß die Franzosen, zu sorgen, und mit aller Macht zu protestiren und zu reagiren, mit dem Gedanken, daß die Anschauungen der Minorität ja welche am Sonntag abreisen müßten, ein Gesuch an den Kongreß Stultur in einer einzigen großen Katastrophe zu Grabe zu tragen, noch gehört ihnen die Zukunft. Genossen! Wir sind in unseren daß der Versuch, die Völker gegen einander aufzuhetzen und die immer lächerlich sind in den Augen der Majorität. Und dengerichtet haben, daß die Redner so wenig wie möglich die Kongreßzeit in Anspruch nehmen, damit die Tagesordnung erledigt zu nichte zu machen. Dieser Katastrophe im Voraus zu be- Worten, in unseren Versammlungen, auf unseren Kongressen alle gegnen, ist unsere Aufgabe. Ist der Krieg entfesselt, ist die international. Aber in Wirklichkeit sind im Herzen die meisten Bestie im Menschen aufgeweckt, dann hat die Vernunft zu nicht international. Die Erfahrung hat mich gelehrt, daß die Nach einigen weiteren Mittheilungen erhält das Wort Dumay, Abgeordneter der Kammer, zu einem Bericht über schweigen, die Humanität ihr Haupt zu verhüllen, dann geht großen Nationen es weniger sind, als die kleinen. Das darf das Morden an, das Morden. Und jeder, der sich dazwischen auch nicht Wunder nehmen, denn die kleinen können nicht die den Streik in Wignehies. Die Ursache der Arbeitseinstellung wirft, um dem Einhalt zu thun, er wird zermalmt werden. großen Anforderungen stellen, wie die großen. In diesem ist daher gekommen, daß ein Arbeiter wegen Agitation für den Darum müssen wir vorher noch, ehe es zu spät wird, aufklären, Augenblick sagt man: weg mit allem Chauvinismus und im Fachverein gemaßregelt wurde aus einer Werkstatt mit 400 Arbeitern. Da er nicht wieder angenommen wurde, erfolgte ein daß der bewaffnete Friede die Massen schädigt, daß Alles hoff- nächsten Moment zeigt man sich als eben so großen Chauvinisten, allgemeiner Streik dort. Die Deputation reiste darum sofort nungslos ist, wenn nicht ein Zustand geschaffen wird, der solche wie alle anderen. Jawohl, auch unter uns Sozialisten giebt es Verhältnisse überhaupt unmöglich macht. Damit die Resolution, die schwere Menge Chauvinisten- Genossen, ich bin daran gewöhnt, von dem Kongreß ab, weil sie glaubte, es sei Unruhe ausgewelche ich Ihnen zur Verlesung bringe, in der ganzen Welt jedem die Wahrheit zu sagen, Freund wie Feind und wenn ich brochen. Dort angekommen, fanden sie aber alles ruhig, fest Freunde verliere, weil sie keine Kritik vertragen können, dann und entschlossen. Der Beginn des Streits ist der 15. Juli. widerhalle, bitte ich Sie, dieselbe einstimmig anzunehmen. thut es mir um ihretwillen leid, aber ich meine, die FreundesDa 15 Streitbrecher engagirt wurden, begaben sich 2000 Mann pflicht erheischt es, daß man sich die Wahrheit sagt. Amicus zu ihnen und brachten eine Katzenmusik als Serenade. Es kam In Erwägung, daß der Militarismus, welcher Plato, majis amica veritas) Wir fürchten, daß sich das Gefühl Infanterie und eine Schwadron Kavallerie. Am andern Morgen auf Europa lastet, das nothwendige Resultat des der Internationalität gerade bei unseren deutschen Genossen zu fand jeder Arbeiter auf seinem Blaze eine Kündigung. Die gepermanenten offenen und latenten Kriegs- wenig findet. Ich sage es frei heraus, denn ich liebe und achte währte Frist warteten sie aber nicht ab. Sie legten sofort die zustandes ist, welcher durch das System der Aus- sie zu hoch. Erinnern sie sich an die Worte Bollmars, die die Arbeit nieder. Darauf übersandten die Prinzipale das Arbeits- beutung des Menschen durch den Menschen und den internationalen Sozialisten stuzzig gemacht haben! Und die Frage buch sammt dem Lohne der Polizei, damit diese es den Arbeitern dadurch erzeugten Klassenkampf der Gesellschaft auf- wird um so ernster, da er nachweist, daß sein Standpunkt kein übermitteln sollte. Zwei der Deputirten gingen darauf sofort erlegt wird, anderer ist, als der, den die übrigen Fraktionsmitglieder immer nach Paris zum Minister des Innern, um dagegen zu proteerklärt der Kongreß, daß alle, die ökonomischen gehabt haben. Wenn in einer so mächtigen Partei wie die stiren, daß die Polizei dazu gebraucht werde, den Kapitalisten Ursachen des Uebels nicht treffenden Be- Beutsche, diese Anschauungen die Herrschenden sind, so steckt darin Dienste zu leisten. Es wurde eine große Versammlung ab- strebungen auf Beseitigung des Militarismus eine Gefahr für die ganze Bewegung. Auf jeden Fall müssen gehalten, 4000 Theilnehmer start, welche halb aus Frauen, halb und auf Herbeiführung des Friedens unter den wir wissen, was wir von einander zu erwarten haben und unter aus Männern bestand. Dieselbe begrüßte es enthusiastisch, daß Völkern ohnmächtig sind, so edel die Beweggründe sein Ausschluß alles Persönlichen will ich generaliter fragen: Welche der Kongreß in seinen Berathungen sich auf den Boden des mögen, Stellung sollen die internationalen Sozialisten im Falle eines Klassenkampfes stellt. Die Deputation wurde dann von der ganzen Bersammlung zur Bahn geleitet und dort im Angesichte der Polizei und der bewaffneten Macht wurden derselben zwei große Blumensträuße mit der Bitte übergeben, dies Geschenk der Streifenden, welches die Frauen selber gepflückt, dem Kongreß zu überreichen. Redner fordert auf, die Streifenden auch materiell zu unterstüßen. Mile kündigt einen weiteren Delegirten aus Belgien an. Die Resolution der Majorität der Kommission mit dem Amendement wird von allen sechszehn Nationen einstimmig und dann nochmals durch Akklamation angenommen. 3. Haltung und Pflichten der Arbeiter gegenüber dem Militarismus. Berichterstatter: Liebknecht, Baillant. Resolution über den Militarismus. daß allein die Schaffung der sozialistischen zwischen den Nationen plötzlich ausbrechenden Krieges einnehmen? Gesellschaftsordnung, welche die Ausbeutung des Wenn wir in der Stunde der Gefahr nicht eine und dieselbe Menschen durch den Menschen beseitigt, dem Mili- Stellung einnehmen, so schlachten wir uns gegenseitig zum Ertarismus ein Ende machen und den Frieden unter den götzen der herrschenden Klassen ab. Ich kenne keinen Unterschied Völkern herbeiführen kann, zwischen einem Angriffs- oder Vertheidigungskrieg. Denn das daß demzufolge Alle, welche dem Kriege ein wäre wieder nur eine neue Form des Chauvinismus. Weiß Ende machen wollen, die Pflicht haben, sich der man denn nicht, daß es blos eines diplomatischen Kniffes bedarf, internationalen Sozialdemokratie, als der einzigen um zu demonstriren, daß der sich Vertheidigende der angreifende wirklichen und grundsätzlichen Friedenspartei anzu- Part ist? 1870 war Frankreich der Angreifer. Jetzt aber ist es beschließen. fannt, daß Preußen Frankreich zum Angriff gezwungen hat, Angesichts der immer drohender werdenden Lage weil es selber schlagfertig war. Man schimpft auf die französischEuropas und der chauvinistischen Hezereien der russische Allianze, aber ich frage sie, ist sie nicht die Folge der herrschenden Klassen fordert der Kongreß die Ar- Triple- Allianze? Wenn irgend ein König Krieg erklärt, dann beiter aller Länder auf, gegen alle Kriegsgelüfte geht es vorwärts und das Volk tödtet seine eigenen Brüder, und denselben dienenden Bündnisse un die tein Interesse und nicht die Absicht haben, sich abzuthun. ablässig und energisch zu protestiren und zu und gleichwohl wird es gemacht. Lächerlich! Ich finde in der wirken und durch Vollendung der internationalen Resolution über den Militärismus kein einziges Wort über die Organisation des Proletariats den Triumph des Stellung der Sozialisten im Kriegsfalle. Ich will Ihnen eine Sozialismus zu beschleunigen. kleine Geschichte erzählen, welche wenig bekannt ist, die nun aber Liebknecht: Es sind zwei Referenten gewählt worden, ein Deutscher und ein Franzose, weil hauptsächlich diese beiden Nationen in Frage kommen. Beide werden das nämliche sagen, wenn auch nicht in denselben Worten. Zunächst habe ich zu Der Kongreß erklärt, daß dies das einzige Mittel fagt, was man mit einem passiven Widerstand alles erreichen bemerken, daß in der Kommission, die sich mit dieser Frage be- ist, die furchtbare Katastrophe eines Weltkrieges ab- fann: Zur Zeit Napoleons I. gab es in Holland eine kleine schäftigt hat, die vollste Einigkeit geherrscht hat. Wenn die zuwenden, dessen unabsehbar verhängnißvolle Folgen religiöse Sekte, welche den Grundsägen des Evangeliums gemäß Beitungen aussprengen, daß es zwischen Deutschen und Frandie Arbeiterklasse in erster Linie zu tragen hätte, nicht Soldat werden wollte. Polsbroekers) hießen sie. Es ist zosen zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, so ist das ein während die Verantwortung für eine solche dasselbe, wie die Mennoiten, welche sich auch systematisch gegen vollständiger Irrthum. Es heißt, man habe chauvinistische GeRatastrophe vor der Menschheit und vor der Ge- den Soldatendienst erklärten. Napoleon war fein gemüthlicher fühte bekundet, die Franzosen seien zwar gute Sozialisten, aber schichte einzig und allein den herrschenden Klassen Mann, wie man weiß, noch war er sentimental veranlagt. Aber sie hätten nicht auf den Gedanken eines Revanchekrieges gegen zufällt. gleichwohl zerschellten alle seine Anstrengungen an dem eisernen Deuschland verzichtet. Das Wort Revanche ist in der ganzen Vaillant bestätigt, was Liebknecht über die Verhandlungen Willen jener Leute. Sie leisteten einen passiven Wiederstand Debatte nicht ein einziges Mal gebraucht worden. Im Gegen- in der Kommission gesagt. Von Revanche und Elsaß- Lothringen derart, daß wenn man ihnen eine Flinte in die Hand gab, sie theil, gerade mit unseren französischen Genossen haben wir in ist kein Wort gesprochen worden. Es sind das Verleumdungen diese zur Erde fallen ließen. Weder Drohung noch Strafe verbollständigster Harmonie verkehrt und ich kann den Vertretern der Bourgeoispresse. Militärismus sei Cäsarismus und wie wir mochte sie zu beugen und schließlich fügte man sich und wies der Presse hier die sichere Mittheilung machen, daß der Frage diesen, so werden wir jenen bekämpfen. Die Arbeiterkongreffe ihnen einen Platz unter den Marketendern an, damit sie die von Elsaß- Lothringen, von der man bestimmt erwartet hat, daß von 1889 fordern die Abschaffung der stehenden Heere. Aber Verwundeten pflegten. Selbst der Wille eines Despoten wie fie den Kongreß sprengen würde, auch nicht mit einem Worte wir müssen uns heute forretter ausdrücken. Die Gründe, welche Napoleon war unfähig, Menschen von Ueberzeugung, die fich gedacht worden ist, und zwar ganz einfach deshalb nicht, weil die Arbeiter dem Fabrikanten und Unternehmer ausliefern, sie nicht beugen wollten, zu zwingen. Wohlan, ihrer waren wenige. es für die Sozialdemokratie überhaupt keine solche Frage giebt. find die nämlichen, welche den Militärismus bedingen. So Wir Sozialisten zählen unsere Anhänger nach Tausenden. Was Wenn die sozialistische Gesellschaft in Deutschland und Frankreich lange der Kapitalismus dauert, wird auch der Militärismus am will man thun, wenn wir diese Methode befolgen? Ich will organisirt ist, dann wird von Elsaß- Lothringen zwischen den Leben bleiben und mit ihm das Elend, die Knechtschaft die Ihnen noch eins sagen: Manchmal habe ich Gelegenheit, auf beiden Ländern überhaupt nicht die Rede sein. Das sind Fragen, Unterdrückung in jeder Gestalt, so lange wird ein Theil und der indirektem Wege zu vernehmen, was sich in den Regionen der die aus der heutigen forrupten, verkehrten Gesellschaft hervorbeste Theil des Volkes in Kasernen eingesperrt und der All- hohen Politik abspielt und da will ich ihnen die Taktik mitgegangen find. In der Kommission sind Vorschläge gemacht gemeinheit entzogen werden. Ans diesen Gründen alle müssen theilen, wie man sich der Sozialisten in den verschiedenen Ländern worden und Anfragen erschienen, wie man sich im Falle eines wir den Krieg in jeder Gestalt bekämpfen. In derselben Weise entledigen will. Sie wissen ja wohl eben so wie ich, daß der Krieges verhalten solle. Die grève militaire( Soldatenstreit) ist und aus den natürlichen Gründen, aus denen wir dagegen Haß gegen die Sozialisten bei den Bourgeois aller Länder viel größer gerade von den Nationen, die am schwersten unter der Last der fämpfen, daß der Kapitalist in Gestalt des Mehrwerthes unKriegsrüstungen zu leiden haben, abgewiesen worden. Weiter bezahlte Arbeit einstreicht, müssen wir auch gegen den Militarismus 1) Sei der Weisheit Freund, noch mehr aber, set Freund Front machen, müssen wir auch diesen bekämpfen. Aus diesem der Wahrheit. Grunde bekämpfen wir auch die fürstlichen Allianzen, denn in * Das ist die kürzere von uns abgedruckte Resolution. Sprich pols- brukers, so genannt nach dem Orte Polsbroek. ist, als der Haß, welchen die Regierungen der verschiedenen Länder 18 Telegramme aus Australien eingelaufen. Auch kein An-| Zudem meint er, daß das Bestehen der Monarchie ein Hinderniß unter sich hegen. Von uns weiß ich also, daß jeder Rekrut, hänger einer geistlichen Sekte hat geschrieben. für das Wachsen des Sozialismus sei, und meint, daß die Reder aus anrüchiger Familie stammt oder welcher wegen seiner Vaillant erklärt, wenngleich die Resolution Domela publik erstrebenswerthes Ziel der Arbeiterbewegung werden persönlichen Agitation für den Sozialismus bekannt ist, der malerisch, ist sie dennoch nicht vortheilhaft. Thatsache ist, daß müsse. Die Republik ist vom Sozialismus nicht trennbar. Militärbehörde von dem Bürgermeister angezeigt wird." Sie sich die Kommission lange über die Haltung der Arbeiter im Antrag Rakowicz: Jeder, welcher ein Amendement werden in eine Extragarnison verlegt und ihr Name wird auf Falle eines ausbrechenden Krieges gestritten hat. Die Resolution hat, soll es verlesen und mit wenigen Worten begründen. Eine geschrieben. Wenn man die nämliche Taktik auch in anderen der Majorität ist eine Kompromißresolution. Sie sind zur der Diskussion in dieselben wird nicht begonnen", wird anLändern befolgt, werden sich die Sozialisten der beiden feind- Ansicht gekommen, etwas Bindendes den einzelnen Ländern genommen. lichen Länder abschlachten, ohne es zu wissen, denn beide Male nicht zu geben, sondern nur eine Erklärung abzugeben. Was Gilles theilt mit, daß die Engländer eine Ausbauung der sollen sie in das vorderste Treffen gestellt werden. Ist der die eine Nation auszuführen im Stande ist, das kann dann Resolution Domela vorgenommen hätten. Sie haben sich erft Friede wieder da, so sind die Regierungen diese ekligen Sozialisten vielleicht die andere nicht, ohne Gefahr zu laufen, daß die Ver- heute Mittag mit der Frage befaßt. Persönlich sagt er, daß er los. Die Sozialisten haben also die Wahl: gefangen genommen, treteter wegen Komplott antlagt und verurtheilt werden. Wenn 1882 hier in Brüssel auf einem Kongreß der Friedensleute war, sogar getödtet zu werden. Geht es aber in den Krieg, dann der Tag der Handlung gekommen ist, dann wird man schon welche aus Bourgeois bestanden, die würden ohne Frage die werden sie mit mathematischer Bestimmtheit getödtet. Der Tod energisch genug zugreifen. Die Arbeiter schrecken vor nichts Resolution der Mehrheit, wie sie heute vorliegt, angenommen ist sein Schicksal, wenn er abrückt, das ist sicher. Andernfalls zurück, um dem Kriege Einhalt zu thun. Vor Allem aber müsse haben. Die Engländer möchten keine halben Beschlüsse fassen. fann er entschlüpfen. Nun wohl, die Regierungen sollen er- die Resolution so gehalten sein, daß jede Nation diejenige Eine Resolution muß auch danach sein. Da in der englischen fahren, daß sich die Sozialisten nicht zu tödten und sich nicht Haltung einnehmen kann, welche die Landesverhältnisse zulassen. Delegation alte Trades- Unionisten, Neu- Trades- Unionisten und für die Gegner die Finger zu verbrennen beabsichtigen. Eine und was nothwendig ist: emphatisch zu protestiren gegen allen Sozialisten vereinigt seien, so habe man sich um ein Amendement große Verbrüderung der Heere vor den Augen der Heerführer Krieg, nachdrücklichst unsere Absicht Kund zu geben, den Frieden mit der Resolution Domela vereint, dahingehend: würde ein so grandioses Schauspiel sein, daß ich gern ein Jahr zu bewahren. Ihn brauchen wir zur Entwicklung der Dinge. " Der Kongreß empfiehlt, daß die Arbeiter aller Länder meines Lebens dahingeben möchte, könnte ich es sehen; aber bei In der Kommission sei gesagt worden von verschiedenen die Kriegserklärung mit einem allgemeinen Ausstande den großen Entfernungen, mit denen die Armeen jetzt operiren, Nationen, daß sie stärkere, als die genommenen Ausdrücke, nicht beantworten. Inzwischen soll für die Ersetzung des dürfte das wohl schwer sein. Vergessen wir nicht, daß wenn gut hätten wählen können. Er bittet den Kongreß, die Re- Krieges für Schiedsgerichte zur Beilegung von Streitig sich eine Regierung durch einen Krieg der sozialistischen Elemente solution der Majorität anzunehmen. Sie schließe die geringste feiten agitirt werden. Auch sollen die Vertreter der entledigen kann, dann thut sie es eben. Und eine Ankündigung, Gefahr für jedes Land in fich und lasse den freiesten Spielraum. Arbeiter in gesetzgebenden Körperschaften dafür sorgen, das durch eine gemeinsame und gleiche Stellungnahme zu ver- Sie ist von allen Nationen in der Kommission gegen die Stim- daß die immensen Ausgaben zum Zwecke des Krieges hindern, ist nicht überflüssig. Kein Aderlaß mehr an dem Pro- men der Holländer angenommen worden. vermindert werden." letariat, was ihm tausende Märtyrer kosten kann. Keine Opfer Liebknecht( den der Kongreß anfänglich durch Tumultuiren Hjalmar Branting will schon aus sprachlichen Gründen mehr für den Rachen des Kapitalismus, welcher die Stütze des am Reden hindern wollte): Er möchte nur mit ein paar furz sein. Die Resolution der Kommission ist sehr vage und Militarismus ist. Ich weiß eben so gut, wie jeder andere, daß Worten auf Nieuwenhuis' Rede zurückkommen, welcher Dinge allgemein gehalten. Wir müssen aber noch auf die Beschlüſſe der Militarismus ein unumgängliches Resultat des Kapitalismus gesagt hat, die nicht wahr sind. Betreffs der Resolution der des letzten Kongresses hinweisen. Da wurde auch eine gleiche ist, den wir haben und mit Ihnen sage ich: nieder mit dem Majorität hat Herr Nieuwenhuis behauptet, sie sei so allgemein Frage behandelt und eine Resolution angenommen, dahingehend, Kapitalismus immer und überall und wir werden den Milt- gehalten, daß es nur der Veränderung eines Wortes bedarf, und der Kongreß verwerfe, da die Armeen, welche 4000 Millionen tärismus zugleich ausgerottet haben. Aber ich sage Ihnen auch: fie könne von einem geistlichen Kongreß, von dem Christenthum jährlich kosten, nur dazu da sind, unter dem Vorwand, die Kampf dem Militarismus, denn er iſt eins der Mittel, deren u. s. w. eben so gut angenommen werden, wie von einem inter- Völker zu befreien, die Völker zu knebeln, daß sie gegen das sich der Kapitalismus bedient, um seine Eristenz zu wahren. nationalen Sozialistenkongreß. Nieuwenhuis als ehemaliger Proletariat bestimmt sind, daß sie nur den Krieg provoziren, Wenn die träge Bourgeoisie die Ordnung repräsentirt, so Geistlicher muß es besser wissen, ob die christlichen Geistlichen die die stehenden Heere und verlange Volksbewaffnung. Freilich ernur mit Hülfe und vermöge der Bajonette. Wenn aber diese Resolution annehmen können. Was Redner aber neu ist, be- klärte Liebknecht auf dem Haller Kongreß dies als ZukunftsBajonette anfangen intelligent zu werden, dann ist's mit einer steht darin, daß das Christenthum auf dem Klassenkampf steht. musit. Aber wenn es in allen sozialistischen Programmen aufsolchen Ordnung aus. Der große" Friz sagte einmal:„ Wenn Unsere Resolution ist keine Phrase. Die Resolution der genommen, warum nicht auch hier? In der Schweiz haben wir's meine Soldaten zu denken anfangen, bleibt keiner mehr in Reih Holländer aber mit ihrem Weltstreit ist eine einzige jämmerliche ja schon, daß jeder Bürger ſein Gewehr hat. Die Resolution und Glied". Wohlan, durch den Sozialismus haben die Arbeiter Phrase, durch welche wir uns vor der Welt blos lächerlich der Holländer ist einfach unmöglich bei uns, weil wir in dem angefangen zu denkeu und die Söhne dieser denkenden Arbeiter machen. Denn wenn der Weltstreik proklamirt ist, wird kein kleinen Zipfel gar keinen Einfluß ausüben können durch allgemüssen in das Heer eintreten. Diese letzte Bastion des Kapitalismus Rabe darnach krähen, Niemand wird sich um ihn kümmern. Es meinen Streif. Es ist Unsinn, in der Ecke dort oben allgemeine aber ist keineswegs so solide, wie ehedem und selbst die herrschende ist Phrase und bleibt eine jämmerliche Phrase. Im übrigen ist Arbeitseinstellung zu verlangen. Klasse fängt an zu zittern, wenn sie sehen muß, wie der Geiſt eine von vornherein angekündigte Resolution, so wie es Herr Rouannet unterstützt das Amendement Dervillers und der Revolte mehr und mehr um sich greift, was die Meutereien Nieuwenhuis mit seiner Resolution gern haben möchte, eine bezeichnet den Kommissionsvorschlag als etwas zu doktrinär. da und dort z. B. in der englischen Armee beweisen. Von dem jämmerliche Phrase. Die Resolution ist absurd und lächerlich. Striege gab es, lange bevor an den Kapitalismus gedacht war. Moment an, wo die Arbeiter wissen, daß Hundert gegen Einen Wenn Nieuwenhuis die Absicht hat, die Revolution zu machen, 1839, als die heilige Allianz" gegen die Franzosen ins Leben ſtehen, ist es mit der Supremetie der Bourgeoisie zu Ende. Das so ist es ja geradezu Unsinn, sie erst anzukündigen. Die Re- gerufen wurde, gab es keine ökonomischen Ursachen dafür. Und hat ihnen der Sozialismus gelehrt. Ein Römer zu Cäsars gierungen werden schon zeitig genug eingreifen und dann ist es der letzte Krieg kam von dynastischen Ursachen her. Um die UrBeit sagte: Caßt die Sklaven nicht auf dem Forum zusammen- aus. Aber gerade die Leute, welche am meisten von der Re- fachen der Kriege zu beseitigen, will er, daß der nächste Kongreß kommen, sie könnten sich sonst zählen." Nachdem die Zeitung volution schreien, die machen sie am wenigsten. Ich erinnere sich mehr mit dieser Frage befasse. Er bringt folgendes „ Le Nord" in Brüssel diefe Worte zitirt hatte, fährt er fort: an die sogenannten Fürstenkiller, welche 1848 hinter jedem Amendement vor: Die Sklaven unserer Zeit," legen Sie Gewicht darauf, nicht Bierglase einige Könige bei Seite schafften. Was haben sie geIn Anbetracht, daß der Krieg und der Militarismus wir, sondern Le Nord, wie auch wir nennen die Arbeiter von than, als es wirklich Ernst wurde? Nichts, rein garnichts. An nicht allein durch ökonomische Verhältnisse verursacht ist, heut Sklaven; die Enterbten, die Unterdrückten, die Masse hat Nieuwenhuis als Revolutionär glaube ich also nicht. Aber was daß, wenn auch der Antagonismus der Klassen und die fich gezählt. Sie wissen, daß sie die Mehrzahl haben und daß ist die Folge, wenn im Falle eines Krieges die Soldaten Streik ökonomischen Streitigkeiten als bedeutsame Faktoren heut Mehrzahl Macht ist. Sie bedienen sich derselben in ohn- machen. Sie unterliegen dem Kriegsgericht und werden einfach betrachtet werden müssen, der Krieg doch oft dynastische und mächtiger Unwissenheit wie die Kinder, denen man eine Flinte füfilirt. Haben wir denn nicht, da man uns Feigheit vorwirft, politische Interessen oder nationale Bestrebungen zur Ursache gtebt. Die zivilisirte Welt droht unter dieser wachsenden Wucht unsere Freiheit in die Schanze geschlagen, unser Leben auf's hat, daß Aufhebung der Unterdrückung und Ausbeutung der zusammenzubrechen. Alles Hergebrachte verläßt oder stürzt bald Spiel gesetzt? Jeder einzelner von uns, der damals gegen den Arbeiter und die Einführung der sozialen Republik auch zur zusammen." Schönen Dank für dies Bugeständniß. Und wenn Strieg gesprochen, stand in der Gefahr, niedergeschoffen zu werden. nothwendigen Ergänzung die Aufhebung der Kriege zur im Augenblick drohender Gefahr an alle appellirt wird, ihre alten und nun kommt man her und wirft uns Feigheit vor. Auch Folge hat, ist es, in Erwartung, daß dieser Zweck dauernd erpolitischen Streitpunkte zu begraben und sich gegen den gemein des Chauvinismus find wir bezichtigt worden. Wenn es aber reicht wird, von Bedeutung, die uumittelbaren Ursachen der samen Feind zu vereinen, dann haben wir das sicherste Mittel einen Chauvinisten giebt, so ist es Herr Nieuwenhuis, und das Kriege zu heben. Der Kongreß erklärt, daß er sich den Kriegen zu siegen, d. H. wenn wir international geeint sind, denn uns will ich ihnen beweisen. Wenn es eine imposante Demonstration widersetzt und daß der nächste Stongreß ein Programm gegenüber sind alle übrigen Parteien nur eine reaktionäre Masse. gab, welche die Verbrüderung der Völker zum Zweck hatte, so ausarbeite mit der Politik, welche dem Zwecke und der Üns trennt das Gefühl der Nationalität und vereint und ver- war es der Pariser Kongreß, wo die gesammten deutschen DeleTendenz der Sozialdemokratie entspricht. brüdert das Gefühl der Internationalität. Wir haben den girten den gesammten französischen Arbeitern die Bruderhand Mille: Die polnische Delegation, welche zu dieser Frage Klaffenkampf angenommen, gut, sagen wir es frei heraus, ein reichten. Und welches Blatt hat die Geschichte ins Lächerliche noch nicht das Wort ergriffen hat, wünscht ein paar Minuten Bürgerkrieg des Proletariats gegen die Bourgeoisie ist uns lieber gezogen und die Deutschen als eine Bande von Schreihälsen Redezeit. Ist der Kongreß damit einverstanden? als ein Krieg zwischen Nationen, in welchem die Arbeiter, statt hingestellt? Es war das Blatt des Herrn Domela- Nieuwenhuis. Adler betont, daß Schluß der Debatte beschlossen ist. Aussich zu vereinigen, sich abschlachten. Daher die Erklärung, daß Er hat dort in Holland, weit weg vom Schuß gut protestiren. nahmen können nicht stattfinden, denn sonst könnten die Oesterder Entscheid über den Krieg weder bei dem Könige, noch bei Von dort aus den Weltstreik und die Revolution zu proklamiren, reicher und Italiener und andere, die auch noch nicht darüber dem Parlament, sondern bei dem gesammten Volke liegen soll. ist ungeheuer leicht. Redner bittet um Annahme der Resolution, gesprochen, das Wort nehmen. Daß Volk will keinen Krieg, besonders wenn die Frauen, die da sie vollständig auf dem Boden der Sozialdemokratie steht. Mütter ihr Wort in die Wagschaale legen dürfen. Aus diesem Sprow( England) proteſtirt im Namen der englischen Grunde kann ein internationales Schiedsgericht manchmal vortheilhaft sein und ein Volt, wenn es sich nicht fügt, boykottiren. Delegirten gegen die persönlichen Angriffe, wie sie soeben geDarum stimmen wir unserem bedeutenden Feinde Engels bei, führt sind. Domela Nieuwenhuis: Zunächst erkläre ich, daß nicht wenn er sagt:„ Gebt Jedem eine Flinte und 50 Patronen und die Freiheit ist gesichert. Genossen, unsere Freunde bilden eine ich augegriffen habe, sondern angegriffen worden bin. Ich habe keine Lüge gesagt. Man kann sagen, daß Jemand über eine Macht, aber nur, wenn wir sie ihnen geben. Denn sie selber bestimmte Frage anderer Meinung ist, aber man darf nicht find nichts. Unter der rothen internationalen Fahne vereint, vergessen wir die nationalen Fahnen und wenn die letzte Kanone sagen, daß man gelogen hat. Ich halte es unter der Würde eines Mannes, wie Liebknecht, so zu sprechen, wie er gesprochen vom Sozialismus zertrümmert ist, wie es uns der Maler Wirt dargestellt, dann wird die weiße Fahne gehißt, denn der Sieg hat, und ich halte es auch unter meiner Würde, ihm darauf zu des Proletariats ist der soziale und internationale Friede, er ist antworten. Nur ein paar Worte. Ich habe nicht gesagt, die die Weltrepublik ohne Unterschied der Nation, der Raffe, des Deutschen sind Chauvinisten, sondern, daß es welche giebt und Geschlechts und der Farbe. Muth, Muth und nochmals Muth habe da den Fall Vollmar zitirt. Und wegen der Opfer, die gebracht sind. Wer hat keine Opfer gebracht? Die ganzen und der Triumph ist unser. Wenn die Regierungen Krieg erklären, dann ist das ein revolutionärer Aft und wir haben das Sozialisten der Welt. Aber davon spricht man nicht und prahlt Recht und die Pflicht, mit einer Revolution zu antworten. nicht. Wie gesagt, ich verzichte auf eine Antwort. Darum legen wir folgende Resolution vor: Der Antrag der Polen wird abgelehnt. Volders berichtet, daß die Kommission an ihrer Resolution festhält. Zum Amendement Dervillers bemerkt er, daß dasselbe die Resolution blos schwäche. Das Amendirte könne wohl z. B. in Belgien, Frankreich oder Holland, nicht aber anderwärts vortheilhaft sein. Es hat seine Schattenseiten und könnte dahin führen, daß Kongreßmitglieder wegen Hochverrath und dergleichen eingesperrt werden, wenn sie nach Hause kommen. Zum Antrag Domela mit der Ausbauung der Engländer ist zu bemerken, daß es unnöthig ist, Punkt für Punkt zu erklären, was wir gegebenen Falls thun werden. Man enthüllt dem Gegner bloß seine Taktik. Bernünftiger Weise behalten wir die lieber für uns und setzen blos unsere Prinzipien fest. Zu Rouannets Amendement wolle er bemerken, daß der letzte Krieg nicht blos Elsaß- Lothringen, sondern auch den deutschen Kapitalisten 5 Milliarden durch den Frieden zu Frankfurt eingebracht hat. In Zukunft werden die Kriege ohne Frage ökonomische Ursachen haben. Er bittet um einstimmige Annahme der Resolution. Prudent- Dervillers und Rouannet ziehen ihre Anträge zurück. Bleiben nur noch die der Majorität und die der Minorität mit dem Amendement der Engländer, welch letztere gedruckt dem Kongreß nicht vorliegt. Gegen diese Resolution der Minderheit stimmen 13 Nationen, 3 dafür. Für die Resolution der Majorität stimmen 13 Nationen; dagegen 2 mit beträchtlicher Minorität, 1 enthält sich der Abstimmung. Volders, als Vertreter der Majorität, erklärt, daß der vorliegende Text von Deutschen und Franzosen einstimmig anDer internationale sozialistische Kongreß zu Brüssel: genommen worden ist. Ein Franzose und er selbst haben eine In Erwägung, daß die nationalen Verschiedenheiten nie ursprüngliche Faffung amendirt und nun sei das Resultat der find im Intereſſe des Proletariats sondern im Interesse Text, wie der Kongreß ihn in Händen habe. Praktisch giebt seiner Unterdrücker; uns die Resolution Mittel in die Hand, so zu handeln, wie es in Erwägung, daß alle modernen Kriege, ausschließlich in jedem Lande möglich ist. In Belgien haben wir eine sehr hervorgerufen durch die Kapitalistenklasse in ihrem In freie Meinung: Wir können junge Leute auferziehen, welche, teresse, ein Mittel sind in ihren Händen um die Kraft wenn sie in die Armee eintreten, für unsere Sache Propaganda Die Resolution wird nochmals auf Aufforderung von Volders der revolutionären Bewegung abzulenken und die Su- machen. Die können im Fall eines Strieges als Hemmnisse auf mit Afflamation angenommen, wogegen fich Do mela- Nieuwenprematie der Bourgeoisie zu konsolidiren durch die Be- treten. Das wesentlichste Moment in der ganzen Sache aber huis mit den Worten wendet, daß dies nicht angängig sei. Eine festigung der schändlichsten Ausbeutung; ist, daß Deutsche und Franzosen Hand in Hand einig dastehen, in Erwägung, daß keine einzige Regierung sich ent- die einschneidenste Demonstration vielleicht, die je gemacht wurde. Resolution, welche eine Minderheit und eine Mehrheit habe, kann schuldigen kann, daß fie provozirt ist, weil der Krieg das Emphatisch haben wir bis jetzt unsere Erklärungen so abgegeben, nicht durch Akklamation angenommen werden, wenn schon man Resultat des internationalen Willens des Kapitalismus ist; daß jedes Land freien Spielraum hat und nicht gebunden war. beschließt, daß die Arbeiter aller Länder eine etwaige Warum dies allgemeine Prinzip jetzt aufgeben? Und noch Striegserklärung beantworten werden mit einem Aufruf dazu in eine Frage, welcher vielleicht die größte Wichtigkeit von des Boltes zur allgemeinen Arbeitseinstellung. allen hat! Nachmittagsfhung um 3 Uhr. im Grunde einig ist. Schluß der Sizung 6% Uhr Brüssel, 22. Auguft. Vormittagsfhung 10% Uhr. Mille verkündet, daß noch 15 Redner eingezeichnet sind. Ferner find 4 Amendements eingegangen und 6, welche zur Volders theilt mit, daß das Präsidium heut in den Händen Bor Eingang in die weitere Diskussion über den Mili- Tagesordnung sprechen wollen. Außerdem liegen 2 Schluß- der Schweiz, Spaniens und Bolens liege. So hätte jede der tarismus berichtet ein Vertreter des Fachvereins der englischen anträge vor. 16 vertretenen Nationen den Vorsitz innegehabt. Als Präsidenten Matrosen und Heizer über die jammervolle Lage in ihrer England bringt schriftlichen Protest dagegen, daß ein fungiren für die betreffenden Länder: Brant, Iglesias und DaBranche. Ein Erempel giebt er an einem zwischen Amerika und deutscher Delegirter in persönlicher Weise einen holländischen finsky. Bolders selbst wolle als Stüße helfend eintreten. Es Holland fahrenden Schiffe. Die Kost sei vollständig unzureichend. Delegirten angegriffen und protestirt ferner gegen das Verfahren set recht wünschenswerth, daß die Tagesordnung erschöpft werde. Dadurch werde die Besatzung kraftlos und könne nicht arbeiten. des Präsidenten, nach Gutbefinden den einen Redner länger, Da wäre es denn gut, wenn die einzelnen Redner sich auf das Es sei einmal der Fall vorgekommen, daß ein Matrose nicht einen anderen türzere Zeit sprechen zu lassen. seiner Beschäftigung hatte nachgehen können. Der Kapitän hatte ihn Der Vorsitzende Mille verwahrt sich gegen den Vorwurf darauf zwingen wollen, zu arbeiten. Der Mann war aber der Parteilichkeit. außer Stande, das zu thun, weil er schlecht zu essen bekommen hatte. Darauf zog der Kapitän den Revolver heraus und schoß den Arbeiter nieder. Allerdings ist der Mörder bestraft worden, freilich blos mit Gefängniß. Aber die schlechten Verhältnisse bestehen auf dem Schiffe fort. Redner bittet um die Sympathie und Solidaritätserklärung mit dem Fachverein der Heizer und Matrosen. Bolders giebt einen neuangekommenen Delegirten aus Frankreich bekannt, welcher 10 Vereine vertritt. Außerdem sind Schlußantrag mit großer Majorität angenommen gegen die Stimmen der Engländer. Sprow motivirt den englischen Protest gegen die Methode, zuzulassen, daß ein Delegirter 20 Minuten lang Insulten ausgesetzt sein soll. Minimum beschränken wollten. Wir sind ja auch nicht hier, um uns zu überzeugen, sondern um uns zu einigen und zu verständigen. Die Kommission hat die vorliegenden Fragen gut und gründlich diskutirt und er hofft, der Kongreß werde mit möglichster Schnelle den Rest erledigen und die Resolutionen möglichst einstimmig annehmen. Dumay, Deputirter der Streiffommission für Wignehtes theilt mit, daß nach Abzug der gehabten Unkosten von ihm Nach sehr lebhaftem Wortwechsel erklärt 650 Frcs.( 520 Mt.) den Streitenden zugesandt worden sind. Präsident Dervillers, daß er in die Resolution ein- Es waren 660 Frcs. eingekommen. Ein Telegramm ist auch geflochten haben möchte, daß es nicht blos chronische, sondern eingegangen, welches besagt, daß die Sympathie des Kongresses auch dynastische Ursachen sind, welche den Krieg hervorrufen. die lebhafteste Begeisterung hervorgerufen habe. Vandervelde theUl mit, daß ein neuer Delegirter für Belgien eingetroffen ist. Ferner fei ein Schreiben der sozialistischen Studenten oon Lattich angelangt und weitere 6 Telegramme. Außerdem hat der FachOerem der Pferdebahn- und Omnibus- Beamten einen längeren Brief gesandt, in welchem sie u. A. auf- fordern, daß gleiche Fachoereinc in andern Ländern mit ihnen In Berbinduna treten möchten und daß da, wo noch keine solchen existiren, solche gegründet werden möchten. Ihre Organisation fei noch nicht kräftig genug. Darum wäre es ihnen unmöglich gewesen, einen Deleglrten zu schicken. Aber zum nächsten Kongreß versprechen sie, daß auch sie werden repräsentirt fein. Ein Tadel ist ferner von einem Arbeiterverein des Montmatre-Distriktes ein- gegangen, weil der Kongreß in der Militärfrage keine korrekte Haltung eingenommen hat. Endlich hat der Frauenverein in Krakau noch ein Telegramm eingesandt. Der Streikbeitrag ist noch um 55 Fres. gewachsen, 25 Fres. von den Engländern, 20 Frcs. von Spanien, 5 Fres. von Rumänien. Pierron{macht bekannt, daß die Verhandlungen, welche während des Kongresses von den auf dem Kongreß anwesenden Metallarbeitern abgehalten worden sind, zu aller Zufriedenheit verlauten sind. Nicht nur die Metallarbeiter der alten, auch die der neuen Welt haben sich zusammenaethan und nicht nur platonisch, sondern thätig. Amerika wolle Europa unterstützen, denn dort habe man unter der Konkurrenz stark zu leiden. Aber die Metallarbeiter werden sich nicht nur international tonftituiren, es solle auch dafür Sorge getragen werden, daß national alles organisirt ist. Der Vereinigung sind beigetreten: Oesterreich, Deutschland, Dänemark, England, Frankreich, Amerika und Belgien. Von Italien und der Schweiz habe man Adressen erhalten. Sanial(Canadas hat von dem internationalen Verband der Bäcker ans Canada die Mittheilung erhalten, daß im Anfang des nächsten Jahres in Frankfurt a. M. oder Hamburg ein internationaler Kongreß der Bäcker stattfinden wird. Er ist beauftragt, die Basis für die Verhandlungen zu finden, auf welcher dieser Kongreß stattfinden soll und ladet die Bäcker zu einer Besprechung ein. Bähr will dem Kongreß die Resolutionen mittheilen, welche durch die internationalen Besprechungen der Textilarbeiter erzielt worden sind. Vertreten waren auf den Konferenzen: Deutsch- land, Oesterreich, Schweiz, Frankreich, Amerika, Belgien, England. Die Beschlüsse bezwecken die Herstellung von internationalen Verständigungen durch das System der Vertrauensleute resp. Korrespondenzbureanx. Bei Streik hat man sich gegenseitig zu helfen, indem Zuzug fern gehalten wird u. a. Fachblätter werden ausgetauscht, resp. dem Korrespondenzbureaux übersandt. Gemaßregelte sind ans Grund eines Zeugnisses vom Korrespondenz- bureaux zu unterstützen, wenn sie in ein anderes Land gehen. Mit dem nächsten internationalen Arbeiterkongreß soll ein internationaler Textilarbeiterkongreß verbunden werden. Parnell, Tischler aus London, theilt gleichfalls für die Holzarbeiter einen internationalen neugestifteten Verband mit. Ein Belgier wollte das Wort erbitten, um über die morali- scheu und praktischen Ergebnisse des Kongresses und seiner Ver- Handlungen zu sprechen. Da aber der Kongreß mit den Sitzungen noch nicht fertig, wird der betr. Delegirte ersucht, sich noch zu geduldigen. Rumänien hat die Frage der Agitation unter den Landarbeitern, die in Rumänien die Mehrzahl der Arbeiter aus- machen, angeregt. Der Vorschlag kam aber dem Bureau zu spät. Er wird dem nächsten Kongreß vorgelegt werden. Polen beklagt sich darüber, daß sein Antrag, die Errichtung genossenschaftlicher Bäckereien betreffend, nicht zur Debatte kam. Schidulsky(Poles beklagt sich über die eigenmächtige Handlungsweise des Bureaus, Punkte der Tagesordnung ab- zusetzen. Er verlangt wenigstens, daß eine Resolution gefaßt werde, damit sich das Volk danach richten könne. 33 o Ibers erklärt, daß ein derartiger Punkt zur Tagesordnung nicht eingegangen. Es hat also auch keiner abgefetzt werden können. Schidulsky erklärt daraufhin, daß der Antrag rechtzeitig abgeschickt morden sei. Ein Antrag wird angenommen, daß jede Nation die Namen ihrer Delegirte» mit den Vereinen bebuss Austausches notiren soll. Fortujn zieht den von den Holländern gestellten Punkt 6 der Tagesordnung zurück. Er lautet: .Die Anwendung des Parlamentarismus und all- gemeinen Stimmrechts zu Gunsten der sozialistischen Arbeiterfrage, die zur Emanzipation der Arbeiter zu be- folgende Taktik und die zur Verwirklichung der Emanzi- pation anzuwendenden Mittel.� Er erklärt, die holländische Delegation fei der Ueberzeugung, daß der größte 2 heil des Bureaus eine Debatte über diesen Punkt nicht haben möchte, fürchtend, daß die Diskussion dann die Harmonie des Kongresses etwas stören würde. Die Frage ist zu revolutionär und international. Sie hofft dieselbe bei der nächsten Gelegenheit wieder aufnehmen zu können, wenn ein wahrhaft revolutionärer und internationaler Geist Herrfckit. Singer protestin energisch dagegen, daß sich das Bureau bor der Diskussion der Frage gefürchtet habe und erklärt diese Beschuldigung für unwahr. Wir wollen im Gegentheil solche prinzipiellen Fragen sehr gern debattiren. Und wenn das der jiall gewesen wäre, der Kongreß hätte unzweifelhaft die von den deutschen Sozialdemokraten befolgte Taktik einstimmig gutgeheißen. Welche Mittel die einzelnen Länder in Anwendung bringen wollen, das zu entscheiden, kommt einem internationalen Kongreß »arnicht zu. Borrows bestätigt im Namen der belgischen Bureaumit- (jlieder die Richtigkeit des von Singer bemerkten. Die Frage des Parlamentarismus wird in England jeden Tag ventilirt, ohne uns zu fürchten. Was wir wollen, das ist, daß wir uns durch Beschlüsse des Kongresses nicht binden lassen, wir wollen autonom fein in unserem eigenen Lande. Diskussion über Punkt 7 der Tagesordnung: Abschaffung der Stück- und Akkordarbeit.� Bertrand, Berichterstatter der Kommission, meint, daß wohl alle in der Abschaffung der Stück- und Akkordarbeit einig sind. Die Frage ist vorwiegend praktischer und nicht prinzipieller Natur. «ine Annahme der Resolution, wie sie die Kommission borge- ichlagen, sei also empfehlenswerth. Die Resolution lautet: In Erwägung, daß die Stück- und Akkordarbeit immer mehr in der Groß- und Kleinindustrie sich ein- bürgert, daß diese Form der Lohnzahlung die Ausbeutung der Arbeitskraft und damit die Armuth und das Elend der Arbeiter immer mehr vergrößert und den Arbeiter immer mehr zur Maschine macht, Da durch die Konkurrenz, die unter diesem System die Arbeiter sich gegenseitig machen, dasselbe dazu dient, daß bei der Berechnung der Stück- und Akkordlöhne die Leistungen der besten Arbeiter zur Grundlage der Be- rechnung genommen werden, Endlich daß dieses System eine beständige Ursache zu Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Unternehmern und zwischen den Arbeitern selbst wird und namentlich auch in der Hausindustrie sich stetig verallgemeinert, Ist der Kongreß der Ansicht, daß dieses fluchwürdige System intensiver Ausbeutung eine nothwendige Folge der kapitalistischen Gesellschaftsordnung ist und erst mit der Beseitigung derselben aufhören wird, daß es aber nichts desto weniger Pflicht der Arbeiterorganisationen aller Länder ist, mit allen ihnen zu Gebote stehenden und ihnen gutdünkenden Mitteln für die möglichste Beseitigung desselben zu wirken. Die gleichen Anschauungen hat der Kongreß über das sogenannte Sweatingssystem, das System der Sub- Mission, gegen das ein gleiches Vorgehen empfohlen wird. Sewing und seine englischen Freunde sind als Sozialisten für die Abschaffung der Stückarbeit, welche die verwerfliche Haus- arbeil nach sich zieht. Die Stückarbeit hat die Tendenz, für mehr geleistete Arbeit weniger Lohn zu erzielen. Auf alle Fälle wird der Arbeiter nicht eher besser gestellt sein, als bis er die Produktionsmittel selber in Händen hat. Valadon, Vertreter der Pariser Bauarbeiter, betrachtet die Abschaffung der Stückarbeit als einen Akt der Humanität. Die Ausbeutung gerade in seiner Branche sei außerordentlich gewaltig. Zudem kommt noch das Prinzip dazu, Arbeiten in Submission zu vergeben, das alles verschlechtert und verringert die von der Munieipalität festgesetzten Löhne fortwährend. Viele treten aus dem Fachverein aus, um Arbeit zu bekommen. Volders theilt mit, daß noch 4 Redner eingezeichnet seien. Ein Antrag auf Schluß der Rednerliste wird angenommen. Walker, Londoner Tischler, hat ausdrücklich mit Bezug au' diese Frage Mandat erhalten. Er lorrigirt einige formale Dinge in der Resolution und meint, daß die schnellst arbeitenden Ar- beiter nicht zugleich auch die bestarbeitenden sind. Die Stück- arbeit züchtet den Individualismus des Arbeiters und erstickt in ihm das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Solidarität. Der eine Arbeiter kämpft dann gegen den andern, und was das schlimmste: dadurch werden die Kleinmeister gezüchtet, welche auS- fchließlich mit dem Gelde der Arbeiter wirthschaften, indem sie ihnen statt für 4 Wochen, nur den Lohn für 14 Tage ausbezahlen. Der Arbeiter muß dann rennen und lausen, bis er seinen Lohn erhalten hat. Ebenso verwerflich wie die Stück- arbeit, ist auch die Submission, bei welcher die Arbeiter auch immer den kürzeren ziehen. Die Stückarbeit ruft eine Unter» theilnng der Arbeit hervor, bei welcher, weil die Maschine eine große Rolle spielt, der Arbeiter beständig in der Gefahr schwebt, Leben und Gesundheit zu verlieren. B liegen, holländischer Tabaksarbeiter, betont, daß er der Minorität der Kommission angehört. In der heutigen Gesellschaft ist die Stückarbeit nothwendig Das schließt aber ihre Schädlichkeit nicht aus. Aber ist es möglich, dieselbe zu unter- brücken! In der Resolution ist eine Stelle, welche sagt, daß die „Stück- und Akkordarbeft eine nothwendige Folge der kapitalistischen Gesellschaft sei und erst mit der Beseitigung derselben aufhören wird." Was nützt uns also die Forderung, wenn wir gleichwohl wissen, daß sie erst erfüllt wird, nachdem die heutige Gesellschaft überhaupt verschwunden ist. Im übrigen, selbst wenn sie verschwunden, wird der Arbeiter eben durch die Maschinen, welche schneller arbeiten, mehr angespornt. Die Resolution ist also etwas reaktionär. Sie verlangt etwas abgeschafft, was mit der heutigen Wirthschaftsweise fest verwachsen ist. Pierarb, Belgien, ist mit dem letzten Passus der Resolution nicht einig, welcher Stück- und Submissionsarbeit auf die näm- liche Stufe stellt, obgleich die letztere weit schlimmer ist. Er schlägt vor, diesen letzten Theil folgendermaßen zu verändern: „daß das Submissionswesen Resultate zeitigt, welche noch verderblicherer sind und muß deshalb durch absolute Verweigerung abgeschafft werden." Cahan, Vertreter von 80 000 jüdischen Arbeitern Amerikas, betont, daß gerade seine Mandanten es sind, welche unter dem Schwitzsystem und Submisstonswesen arg zu leiden haben. Ein Arbeiter verdient doch 15— 16 Dollars pro Woche. In Wirklichkeit wird er aber nach Stück bezahlt, indem 4 Arbeiter z. B. immer zusammen arbeiten müssen. So kommt es, daß der einzelne Arbeiter 16—18 Stunden pro Tag schanzt, und am Sonnabend schon die Arbeit fertig hat, welche er erst am Dienstag fertig zu haben brauchte. Bertrand, Kommissionsberichterstatter, kann sich mit d:m Amendement Pierarb nicht einig erklären, da wir die Arbeiter nicht zwingen könnten, eine angebotene Arbeit auszuschlagen. Die Resolution wird in der Fassung der Korn- Mission gegen 1 Stimme angenommen. Antrag betr. die Frauenfrage. Singer hat von den Frauen des Kongresses einen Antrag erhalten, dem er sich völlig anschließt. Die bereits gedruckte Fassung desselben ist aber abgeändert worden und lautet nun folgendermaßen: „Der Kongreß möge beschließen: die sozialistischen und Arbeiter- Parteien aller Länder aufzufordern, in ihren Programmen dem Streben für völlige Gleichstellung beider Geschlechter bestimmten Ausdruck zu geben und zunächst zu fordern, auf politischem und zivilrechtlichem Wege den Frauen die gleichen Rechte einzuräumen wie dem Manne. W. Drucker, E. Ihrer, Louise Kautsky, Dr. Anna Kulischoff, O. Baader." Die Sozialisten kennen keinen Unterschied zwischen Nationalitäten, Raeen, Geschlechtern, sie erstreben die Emanzipation der ganzen Menschheit. Und besonders die deutschen Sozialisten haben es erfahren können, wie wirksam die Frau ist. Wir hätten lange nicht die ungeheure Stimmenzahl bei der letzten großen Wahl erhalten, wenn nicht die Frau unermüdlich mitgeholfen hätte. Er hofft also, daß der Kongreß mit Akklamation die Resolution annehme. Vandervelde theilt mit, daß dem Bureau eine Resolution Mortelmans, Antwerpen, zugegangen sei folgenden Wortlautes: „Der Kongreß proklamirl die völlige Gleichheit beider Geschlechter und fordert die Abschaffung aller dieser Gleich- heit entgegenstehenden Gesetze." Ich ziehe diese Resolution der von Singer empfohlenen deshalb vor, weil dieselbe nicht die Forderung enthält, daß die Frau das Recht haben soll, dieselben Stellen einzunehmen, wie der Mann. Ich bin für die Gleichstellung beider Geschlechter. Aber doch bin ich dafür, daß die Frau an den Heerd gehört(III) und nicht zur Uebernahme derselben Stellen wie der Mann ge- zwungen werden soll. Zuruf: Das ist ja ganz unsozialistisch und reaktionär! Der Antrag Frl. Drucker u. Gen. wird einstimmig angenommen. Schluß der Sitzung 1 Uhr Nachmittagssttzung um 3'/« Nhr.{ Volders verliest zwei Briese aus Marseille. Der eine ver- langt, daß die Frage des Generalstreiks dem nächsten Kongreß vorgelegt werden sollte; der andere ist eine Mittheilung der Matrosen und Heizer, welche ankünden, daß 1892 in Bordeaux ein internationaler Kongreß ihres Faches abgehalten werben wird. Bandervelde verliest noch zwei eingegangene Telegramme, zwei Briese aus Böhmen, einer aus Wien-West, welcher besonders verlangt, daß der Kongreß Arbeitsruhe für den 1. Mai und Feier desselben beschließen möge. Außerdem erklärt Mortelmans, daß seine Resolution]»! Bandervelde einen schlechten Bertheidiger gefunden habe. '»Frage des 1. Mai. Petersen, Dänemark theilt als Berichterstatter der Korn- misston mit, baß dieselbe mit großer Maiorltät sich für den Feiertag am 1. Mai ausgesprochen habe. Bezüglich der Arbeits- ruhe war die Einheit verschwunden. Andere Länder wieder wollten den ersten Sonntag im Mai, da ihnen eine Feierlichkeit am 1. Mai unmöglich. Man hat sich aber um die Resolution geeinigt, welche dem Kongresse vorliegt. Nach längerem Diskutiren wird das Bureau daraus aus- merksam gemacht, daß die Uebersetznngen alle von einander abweichen. Wir geben dieselben nachstehend wieder, indem wir wortgetreu übertragen. l) Die Resolution aus der französischen Sprache: Um dem 1. Mai feinen eigentlichen ökonomischen Charakter, die Forderung des Achtstundentages um die testhaltung des Klassenkampfes zu wahren, beschließt der ongreß, es soll ein gemeinsames Fest für die Arbeiter aller Länder stattfinden. Dasselbe soll am 1. Mai stattfinden. Er empfiehlt Arbeitsruhe überall, wo es nicht unmöglich ist. 2) Aus der englischen Sprache: Um dem 1. Mai feinen eigentlichen ökonomischen Charakter, die Forderung eines gesetzlichen Achtstunden- tages und die Festhaltung des Klassenkampfes zn wahren, beschließt der Kongreß, daß zu diesem Zwecke ein gemeinsamer Tag für die Arbeiter aller Länder da sein solle, daß dies der 1. Mai sein soll und daß womöglich alle an diesem Tage die Arbeit ruhen lassen. 3) Ein anderer englischer Text. Er ist gleichlautend mit dem vorstehenden bis gegen Ende, wo es dann heißt: ... daß dieser Tag der 1. Mai fein soll, wo möglich und d aß alle die Arbeit an diesem Tage ruhen lassen. 4) Zwei deutsche Texte: a) Um dem 1. Mai seinen bestimmten ökonomischen Charakter, der Forderung des Achtstundentages und der Bekundung des Klassenkampfes zu wahren, beschließt der Kongreß, der 1. Mai ist gemeinsamer Feiertag der Arbeiter aller Länder, an dem die Arbeiter die Gemeinsamkeit ihrer Forderungen und ihre Solidarität bekunden sollen. Dieser Festtag soll ein Ruhetag fein, soweit dies durch die Zustände in den einzelnen Ländern nicht unmöglich ge- macht wird. b) Der Kongreß beschließt: Der 1. Mai ist fortan emeinfamer Festtag der Arbeiter aller Länder, an dem ie Arbeiter die Gemeinsamkeit ihrer Forderungen und ihre Solidarität bekunden. Dieser Festtag soll ein Ruhetag fein, soweit dies durch die Zustände in den einzelnen Ländern nicht unmöglich ist. Das Bureau schlägt vor: Vaillant und England zu hören, dann abstimmen. Bebel schlägt, da eine Diskussion nicht nöthig, unmittelbaren Schluß der Diskussion vor. Die Kommission war sich einig, und diese Einheit wird durch Diskussion blos wieder gestört. In derselben könnten sonst Dinge vorgebracht werden, welche der Vergangenheit angehören und notwendiger Weise Gegenrede hervorrufen. Um all dies zu vermeiden, beantragt Redner Schluß und Abstimmung. Adler verlangt, wenn Vaillant das Wort erhält, auch er zu einer Motivirung reden dürfe. Bebel kann ruhig sein, er werde schon nicht aus die Vergangenheit zurückkommen. aetard ist gegen den Schluß. ingezeichnet sind noch 5 Redner. Antrag Bebel mit starker Majorität angenommen. Nach verschiedenen Geschäftsordnungsdebatten, Amendements- einbringnngen, Vorschlagstellungen ac. meint Vanloe, daß man sich an den französischen Text halten solle, so sei er in der Kommission zur Annahme gelangt. Der deutsche und englische Text sei von Bebel und Aveling korrigirt worden Der Resolution auch noch eine Friedensdemonstration, von welcher gesprochen worden, zuzufügen, habe die Kommission für überflüssig erachtet Gegen die Ausnahme einer Friedenserklärung in den Text der Resolution betreffend den 1. Mai stimmen 11 Na- tionen: England, Oesterreich, Amerika, Belgien, Dänemark, Spanien, Holland, Rumänien, Italien, Norwegen, Schweden. Für eine solche Ausnahme sind: Deutschland, Frankreich, Polen, Schweiz, Ungarn. Bon allen Nationen wird einstimmig folgende Resolution angenommen: Der Kongreß beschließt: lim dem 1. Mai seinen eigentlichen ökonomischen Charakter, nämlich die Forderung des 8stundentages und die Festhaltung des Klassenkampfes zu wahren: Daß eine gern infame Demonstration der Arbeiter aller Länder stattfinden soll; Daß diese Demonstration aus den 1. Mai statt- finden soll: Empfiehlt Arbeitsruhe überall da, wo es nicht nn- möglich ist. Die Annahme wurde durch langanhaltende brausende Hurrah- rufe und Akklamation nochmals bestätigt. Bolders: Geloben wir uns nun auch, dafür zu agitiren, daß die Demonstration zum 1 Mai mit jedem Jahre nachdrück- sicher und wirkungsvoller werde I Punkt 9 der Tagesordnung: Annahme eines einheit- lichen Namens für die Arbeiterklasse der Welt wird bis zum nächsten Kongreß und den einzelnen Ländern zur gründlicheren Beraihnng überlassen. Bezüglich Punkt d im 10. Punkte der Tagesordnung empfiehlt das Bureau Korrespondenz der verschiedenen Sekretariate und Publikation des Wissenswerthen. Auerbach bittet zu einer außerordentlichen Mittheilung das Wort. Er protestirt aufs Entschiedenste gegen die Manier, wie der Reporter der alten Bettel am Rhein, der Kölnischen und noch eine Brüsseler Zeitung die Gastfreundschaft des Kongresses mißbrauchen. So spricht die Kölnische von einem„heiseren Jüngling, welcher langweilige Reden hält." Der Reporter mag ich ja sortscheeren, wenn es ihm zu langweilig wird. Er ver- langt, daß dieser Reporter dem Schlüsse deS Kongresses nicht beiwohnen dürfe. Bolders meint, das nämliche könne man auch von noch anderen Blättern sagen. Aber die Besudelungen, und wenn sie bis ans Firmament gingen, können uns nicht erreichen. Sie werden denen wieder ins Gesicht fallen, welche sie ausgestoßen. Argyriales verliest eine Resolution, die er in Erwägung gezogen wissen möchte, betreffs der Unterhaltung und Unter- Weisung der Kinder durch den Staat oder die Gemeinde. Punkt 11. Der nächste internationale Kongreß. Amerika hat 1893 und Chikago als Ort vorgeschlagen. Volders hält es aus pekuniären Gründen für unmögliq, diesen Borschlag anzunehmen. Er müsse noch von vorhin nachholen, daß sich die anderen Herren von der Presse durch jene Aeußeruugen verletzt fühlen sollen. Seine Worte gegen die Kölnische und noch ein Brüsseler Blatt, die das Gastrecht mißbraucht, bezögen sich blos auf diese. Beschluß: Der nächste internationale Kon- greß findet 1893 in der Schweiz statt. Nähere Zeit und der Ort bleibt dem OrganisationS- komitee überlassen. Taylor empfiehlt Genf und die ersten Tage des August. Genf als Stadt, welche den politischen Flüchtlingen Asyl giebt und August Ansang, weil dann viele englische Arbeiter die beste Gelegenheit abzukommen haben. Zudem möchte er, um zu vermeiden, daß die Bourgeoisie Einfluß auf unseren Kongressen er- hält, daß die Vereine, welche Delegationen schicken, aus ihrer| paar Worte von Volders zurückkommen. Er hat uns gedankt.| der Gefahr, daß ich mich einer demokratischen Pflichtverletzung eigenen Tasche die Kosten zahlen. Ich glaube dieser Dank muß an eine andere Stelle gerichtet schuldig mache, muß ich aber noch eines sagen: Wenn einer dem Bolders richtet, am Ende des Kongresses angekommen, werden. Als wir vor 8 Tagen aus allen Gegenden der Wind- Kongreß gute Dienste geleistet, dann war es unser Freund Volders, noch ein paar Worte an die Versammlung. Dieser Kongreß ist rose in Brüssel zusammenströmten, hat wohl manch einer bange der heut, am Schluß nach 8 Tagen schwerer Arbeit, mit Aufder erste einer langen Reihe von weiteren, an deren Schluß Befürchtungen gehegt, wie der Kongreß verlaufen würde u. 1. w. gebot einer riesigen physischen und geistigen Kraft, genau so frisch der Triumph der Arbeiterklasse stehen wird. Wie auch immer Die Befürchtungen sind nicht erfüllt. Dagegen sind unsere die Verhandlungen geschlossen, wie er sie eröffnet hat. Ihm sind wir in den Einzelheiten von einander abgewichen, sind sich alle kühnsten Hoffnungen übertroffen worden. Wenn das aber mög- wir besonderen Dank schuldig. Ich zolle ihm denselben, indem Arbeiter, sich die Unabhängigkeit ihrer persönlichen Meinung lich war, so tragen die ein bedeutendes Verdienst, welche die ich ihm einen warmen Händedruck gebe.( Volders ist so bewegt, wahrend, über die Erreichung des einen grandiosen Zieles einig: Vorarbeiten zum Kongreß selbst gemacht, die vielen Kleinigkeiten daß er Bebel zu sich heranzieht und ihm einen Kuß giebt. Das Bureau, Dröhnender Beifall von Seiten des Kongresses.) Sieg des Proletariats. Er dankt den Kongreß für den Eifer, zu einem einheitlichen Ganzen gestaltet haben. mit welchem die Delegirten gearbeitet haben. Bebel: Wenn ich in diesem letzten Augenblicke das Wort ergreife, so geschieht das nicht, um einem Redebedürfniß Rechnung zu tragen. Ein solches habe ich nicht. Ich will aber auf ein aus einem Chaos von Zungen bestehend, hat sich seiner Aufgabe Chauviere, Paris, Barrows, London, sprechen noch einige vortrefflich entledigt. Unsere Brüsseler Freunde also sind es, Schlußworte und so wird dann der Kongreß um 7%, Uhr ge denen der Kongreß Dank schuldet. Ich spreche ihnen also im schlossen. Namen des Kongresses den herzlichsten Dank aus. Selbst unter Berein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berliner Arbeiterbibliothek. Berlins und Umgegend. Mitglieder- Versammlung am Mittwoch, den 2. September 1891, Abends 6 Uhr, in der Berliner Resource", Kommandantenstraße 57. " Tages- Ordnung: 1. Vortrag: Ueber die Geschichte des russischen Nihilismus." ( Ref.: Herr Rohland). 2. Abrechnung vom Maifest. 3. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. NB. Die restirenden Mitglieder werden auf§ 8 Abs. 1 des Statuts aufmerksam gemacht. Der Vorstand. Sammlung sozialpolitischer Flugschriften. Herausgegeben von Max Schippel. Soeben erschien Heft 1 der III. Serie: Ist der Sozialismus mit der menschlichen Natur vereinbar? von Paul Kampffmeyer. Preis pro Heft 10 Pf.- Wiederverkäufern hoher Rabatt. II. Serie komplet( 14 Hefte) Gr. Volks- Versammlung.Serie fomplet( 12 offe am Montag, den 31. August 1891, im großen Saal der „ Brauerei Friedrichshain"( früher Lips) Gedächtnißfeier Ferd. Lassalle's. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Mar Schippel über: ,, Lassalle's Leben und Wirken." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer, Sozialdemokratischer Wahlverein für den sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreis. LASSALLE- FEIER am Sonnabend, den 29. August, im„ Eiskeller", Chausseestraße 88. Unter Mitwirkung der zwei Gesangvereine„ Nord“ und„ Maiglöckchen". Theater und Spezialitäten- Vorstellung des gesammten KünstlerPersonals Vokal- und Instrumental- Konzert. Die Vorstellungen finden im 5000 Personen fassenden großen Garten statt. Preis 1, Mark. Hefte) Preis 1,65 Mark. Alle Bestellungen, Geldsendungen und eingeschriebenen Briefe adressire man: Herrn G. Link, Expedition der Berliner ArbeiterBibliothek, Berlin SO. 26, Elisabeth- Ufer 55. Genossen empfehle mein Hutgeschäft. Arbeite nur mit Fabrikanten, welche sich der Kontrolmarken deutscher Hutmacher angenommen haben. Bitte zu beachten: Köpenicker= straße 126, nahe der Adalbertstraße. Adolph Kehr. Fachverein der Tapezierer. Der Arbeits- Nachweis des Fachvereins der MusikGroße Versammlung Instrumenten- Arbeiter am Montag, den 31. Aug., Abds. 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Tages- Ordnung: 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragefasten. J. A.: Der Vorstand. befindet sich Naunynstraße 78 im Restaurant Rohr. Die Adressen- Ausgabe findet jeden Abend von 8-9% Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11 Uhr, sowohl an Mitglieder, wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Die Bibliothek ist geöffnet jeden Mittwoch Abend von 8-9% Uhr und Sonntags Vormittags von 9-11% Uhr. I Jede Uhr zu repariren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 k. 50 Pfg., außer Bruch, fleine Reparaturen billiger. Neue Die Kolportage- Buchhandlung von H. Winner, Iserlohn, Ohl 19, liefert auf Verlangen alle literarischen Werke, welche von Max Schippel- Berlin( Berliner Feder einsetzen 1 Mt. Empfehle filb. ZylinderFestrede gehalten vom Genossen Wilh. Liebknecht. Arbeiter- Bibliothek), J. H. W. Diey- Stutt- ühren von 6, 7 u. 8 Mt., filb. Remontoir- Uhren Während und nach der Vorstellung: Großer Sommernachts- Ball in beiden Sälen, unter Leitung des Tanzmeisters Richard Hartmann. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 3 Uhr an geöffnet. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Ausschank des Schultheiß'schen Versandtbieres. Billets sind auf allen Zahlstellen und in den mit Plakaten belegten Lokalen und Geschäften zu haben. Alle Genossen sind hiermit eingeladen. Aufruf! Der Vorstand. Alle Genossinnen und Genossen, welche Talent, Lust und Liebe für Theater haben, werden gebeten, behufs Gründung eines Theatervereins( Spezialität: Dramatische Stücke), wenn möglich, sich bis Montag, den 31. August, Abends 9 Uhr, im Schanklokal des Genossen ferd. Hoffmann, Waldemarstraße 61, Ecke Mariannenplatz, zu melden. Mehrere Genossen. Den Parteigenossen empfehlen wir zur Anschaffung unsere Neue Gesammt- Ausgabe: Ferd. Lassalle's Reden und Schriften in 40-50 Heften à 3 Bogen zum Preise von 20 Pfg. pro Heft. Herausgegeben im Auftrage des Vorstandes der sozialdemokratischen Partei Deutschlands von Eduard Bernstein, London. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt in Berlin SW. gart und vom Verlag des Vorwärts" heraus- von 13, 14 u. 15 Mt., gold. Damen- Uhren von gegeben werden. Empfehle den Genossen 18 Mt. an, Regulatoren von 10 Mt. an. Gr. gleichzeitig die Bilder: Triumph der Arbeit" Lag. v. Nickel-, Talmi- u. Gold- Double- Ketten. und Karl Marr", sowie in kleinerem Format: Ferd. Lassalle, Geib, Brade, Sträder, Reinders, Kaiser, Hasenclever u. A. Hut- Fabrik Blücherstraße 11, vis- à- vis der Kreuz- Kirche. Wilhelm Böhm. Sämmtliche Hüte mit Kontrolmarken. Gr. Lager in Regenschirmen. Reelle Bedienung. Empfehle den Parteigenossen meine R. Kionka, Oranienstrasse 35, bei der Adalbertstraße. Bleistifte. Genossen! Kauft nur die Bleistifte ,, Solidarität oder ,, Acht- Stunden- Arbeit von Jean Blos, Stein bei Nürnberg. Liefere franko auch kleine Bestellungen. Bei Abnahme bon 10 Mark Werth Prozente. Besonders die Vereins- und GewerkschaftsVorstände werden hierauf aufmerksam gemacht. Ein Sohn des Volkes, Marseillaise, sowie alle Arbeitermännerchöre Cigarren eigener Fabrik liefert zu Originalpreiſen portofret Bollsbuchaus rein amerik. Tabat, 25 Cigarr. 1 Mr. Tabak und Cigaretten. Julius Ulbrich, Skalikerstraße 41, nahe Lausitzerpl. Empfehle Freunden und Genossen mein reichhaltiges Lager von Cigarren u. Tabake. Daselbst Zahlstelle des Metallarbeiter- Vereins und der Gürtler- Hilfskasse. Haupt- Agentur der Berliner Feuer- Versicherung. Otto Klein Kottbuser Damm 14, früher Ritterstr. 15. Bringe meinen Freunden u. Genossen meine Rind- u. Schweineschlächterei in freundliche Erinnerung. handel J. Müntz, Berlin N. 39, Reinickendorferstraße 66. Billiger und doch guter Käſe. M. 26.Holft. Holländer Kafe à Centner Holft. Limburger Kafe à Centner.. M. 25.M. 32Holft. Edamer Käse à Centner...... ab hier gegen Nachnahme empfiehlt Julius Werner, Heumünster i. H. 10 Pfund- Probepoftcolli M. 3.60 und M. 3.50 und M. 4.20. Kranzbinderei un. Blumenhandlg. von J. Meyer Berlin SO., Wienerstraße 1, ( in der Ecke bei der Manteuffelstraße). Zentr.- Markthall. Stand 148. sekannte Preise. Auch Versandt. Carl Aurin. Gesangs- und H. Osang, Charakter- Komiker, Berlin, Mariannenstr. 10, Pünktlich und gut. Fernsprecher, Amt IX, 9482. Achtung! fämmtlichen Fach- und Bergnügungs- Wir ersuchen die Leser unseres Blattes, soMeerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. Bereinen Berlins u. umgeg. mit den neuesten wie alle Barteigenoffen, welche uns den Aufent Spezialität: Portraits bewährter sozialistischer Führer( Lassalle, Marr u. A.), in Cigarrenspihen, Pfeifenköpfen, Shlipsnadeln, Manchettenknöpfen, Stöcken und Brochen. en gros. en detail. B. Günzel, Brunnenstraße 157, am Rosenthaler Thor. zeitgemäßen Kouplets u. Vorträgen bei koulanten halt des Herrn P. Baumgart, zuletzt( Juni) Bedingungen bestens empfohlen. in Riende bei Bochum Nr. 105, angeben fönnen, Verfaff. d. Achtstundentag- Rouplets u. d. Arbeiter- gütigst der Unterzeichneten Mittheilung zukommen Die Expedition. liedes f. Jung u. Alt:„ Darauf wird nicht geacht." zu lassen. Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß, empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstr. 18, Ecke der Stettinerstrasse. Ich habe keine Filialen und stehe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Bitte daher genau auf Firma zu achten. Verantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin. Verleger und Drucker: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55.