Holl! Beniner ü 'liliiiiie. Sozial-Politisches Wochenblatt. politische Zlotixe«.- Die Resolutionen des Krnllelrr Kongresses über den Militarismus. Gedicht.— ZlooeUe. Zola«nd der Krieg. I.— Die Verhandlungen der Anarchisten in vrussrl. Ein Streiflicht auf das Wiener Kleingewerbe.— verschie- denrs. Politische Notizen. — Auf den 30. September fiel der Jahrestag der Aufhebung des Sozialificngcfclzes. Die bürgerlichen Zeitungen glauben sehr weife zu sein, indem sie uns loben, daß wir in der Zeit keine Dummheiten gemacht haben; kannten sie uns besser, so würden sie wissen, daß wir diese Dummheiten unseren Gegnern überlassen. Die Partei ist noch ganz genau so, wie sie vor 1878 war. Damals haben wir auch nicht mit Petroleum und Dynamit„Revolution gemacht". Wenn also unsere Gegner meinen, daß das Sozialistengesetz„erzieherisch" gewirkt habe, indem unsere Agitation weniger gewalt- thätig geworden sei— so ist das nur ein Zeichen von Gedächtnißschwäche. Wir sind vorher eben so„gut ge zogen" gewesen. Unsere Partei unterscheidet sich eben dadurch vor anderen, daß unsere Leute keine naiven Kinder sind, sondern ernste und überlegte Männer, die ganz genau wissen, was sie wollen. Wären die bürger- licheu Preßkosaken nicht gar so dumm, so müßte ihnen gerade der Umstand, daß wir so„gut gezogen" sind, Angst niachen. Mit ein paar Radaumachern wird man bald fertig, mit oder ohne„Erziehung". Aber mit Leuten, die so ruhig und zielbewußt vorgehen, ohne sich stören zn lassen— das ist doch eine ganz andere Sache. Was wir sonst über die Bedeutung der Aufhebung jenes Gesetzes denken, haben wir schon oft genug gesagt: das ist ein rein formaler Akt. Das Sozialistengesetz hatte sich als unzulänglich erwiesen und wurde in der letzten Zeit deshalb nur noch schwach gchandhabt. So bestand für die Regierung das Odium eines Ausnahme- gesetzes, das sich doch als gänzlich unbrauchbar erwiesen hatte. Deshalb fand sie es bequem,„volksfreundlich" zu sein und das Gesetz� aufzuheben, um das, was überhaupt zu erreichen ist, durch Anwendung des gemeinen Rechts zu erreichen. Das ist das Ganze. Von einem „neuen Kurs" kann da gar keine Rede sein. — Daß es thöricht ist, von einem„neuen Kurs" zu reden, zeigt ja die Haltung der Regierung in der Hungerfrage ganz deutlich. Der Geist, der die Korn- zölle in einer solchen Lage des Volkes erhält, ist ganz derselbe, der sie geschaffen hat. Selbst die Reptilien sind zu der Ansicht gekommen, daß etwas geschehen muß; so schlägt die„Nordd. Allg." vor, Joseph in Aegypten nach- zuahmen. Das ist zwar dumm, aber man sieht doch wenigstens den guten Willen. Die„Deutsche Volks- wirthschaftl. Correspondenz", hochschutzzöllnerisches Organ, verlangt sogar, daß die Reichsregierung zollfreies Getreide einführen solle, und so weiter. Natürlich ist das alles Unsinn; aber man sieht doch wenigstens, daß selbst diese Blätter nicht mehr die Stirn haben, den Nothstand zu leugnen, und dann muß es doch wahrhaftig weit genug gekommen sein! Aber die Reichsregierung thut gar nichts; sie läßt die Dinge laufen, wie sie wollen. Und so wird das Elend immer schlimnier: zunehmende Theuerung, ivenn auch momentan durch einen kleinen Preisfall unter- brochen, begleitet von zunehmender Arbeitslosigkeit in Folge der Geschäftskrise, die in ihrer Koniplikation mit den Wirkungen der letzten Schutzzölle furchtbarer wird, wie je eine gewesen ist. Und das Entsetzliche ist, daß, selbst wenn diese Hungerzeiten unter Noch, Krankheiten, Todesfällen, überstanden sind, keine Aussichten auf wirkliche Besserung gemacht werden können. Und außerdem bewirkt die gegen- wältige Roth eine Verelendung der Lebenshaltung des Volkes, wie sie seit dem Ende des dreißigjährigen Krieges nicht existirt haben kann. In den häufigen Zeitungs- notizen, welche vom Rückgang des Fleischkonsums berichten findet man in den offiziellen Angaben der Schlachthäuser neben der ständigen Rubrik für geschlachtete Pferde auch eine solche für Hunde! Diese Ziffern werden so ganz als ob sich das von selbst verstände, neben den Zahlen der geschlachteten Rinder und Schweine angeführt! — Und dabei immer noch die drohcude KricgS- gefahr. Zwar hat der Reichskanzler in einer Rede vcr sichert, daß der Frieden niemals so gesichert gewesen sei wie jetzt; und die geistreichen bürgerlichen Blätter, statt den Schluß zu ziehen, daß also dem Reichskanzler daran liege, daß der brave Bürger sich nicht aufregt, sondern ruhig ist, schließen daraus, daß wirklich„der Frieden niemals so gesichert gewesen sei". Unterdessen kontrahirt Rußland seine Kriegsanleihe, schickt beständig neue Truppen an die Westgrenze, sodaß es gegen die Türkei schon ganz entblößt sein soll, schick- Frankreich Pulver nach Rußland und versorgt sich selbst mit Getrerde, Mehl und Fleisch aus Chikago— aber„der Friede ist niemals so gesichert gewesen". Wenn Rußland jetzt nicht auf Deutschland losschlägt, dann müßte noch ein sehr gewichtiges Moment dazwischen kommen; wenn nicht alle Berechnungen trügen so haben wir den Weltkrieg vor uns. — Wenigstens wird jetzt die russische Kriegsanleihe nicht in Deutschland aufgelegt. Die Herren Warschauer und Mendelssohn haben sich von dem„Geschäft" zurück� gezogen, sie sahen wohl ein, daß die deutschen Philister denn doch kopsscheu geworden waren. Darüber ist nur ein Mensch in Deutschland traurig— Bismarck. Ihm wäre es ganz ,lieb, wenn wir eventuell besiegt würden denn dann wäre es doch mit der Sozialdemokratie aus Die Sozialdemokratie hat ja diese perfide, gemeine Politik schon längst erkannt, uns hat er mit seinen Phrasen nicht getäuscht. Aber jetzt giebl er es selbst zu in seinen „Hamb. Nachrichten": „Die Sozialdemokratie har eine sehr richtige Empfindung für die Gefahr, die ihr eventuell von Rußland aus droht; der bürgerlichen Gesellschaft Europas sollte das zu denken geben und sie von jenem blinden Wüthen gegen alles Russische ab- bringt»." Gewiß, wie wir schon kürzlich schrieben: das ist diesen„Patrioten" ganz egal, ob sie unter dem wutki- duftenden Regiment des Zaren stehen, wenn nur die Sicherheit des Geldsacks garantirt ist. Und der Zar ist eben die letzte Garantie. Deshalb wird sich dieses Bourgeoispack gegebenen Augenblicks nicht eine Minute besinnen, dem Zaren in die Arme zu fallen; ihr Ober- Herr hat es jetzt selbst direkt ausgesprochen. — Bei diesen Zuständen ist es nicht verwunderlich, daß die Auswanderung außerordentliche Dimensionen annimmt. Sie war auch im August d. I. wieder größer als im entsprechenden Monat der Vorjahre. Es wanderten nämlich aus 8919 Personen gegen 8110 im August 1890, 7484 im August 1889, 7477 im August 1888, 8061 im August 1887 und 6727 im August 1886. Seit Beginn des laufenden Jahres bis Ende August sind im Ganzen 80 610 Personen aus Deutschland augewandert gegen 63 733, 64 726, 71 315 und 72 608 im gleichen Zeit räum der Vorjahre bis 1887 zurück. Im Vergleich zum Jahre 1890 ist also die Auswanderung um 16 877 Personen oder 26 pCt. gestiegen. Von den Auswanderern des laufenden Jahres kamen 55 561(1890 41 952) aus Preußen, 7654(6907) aus Bayern. 4532(4275) aus Württemberg, 2902(2287) aus Baden. 2557(1621) aus Sachsen, 1320(1250) aus Hamburg und 1309(1357) aus Hessen; der Rest entfiel auf die übrigen Staaten. Verhältnißmäßig ist also die sächsische Auswanderung am meisten gestiegen. Unter den preußischen Provinzen steht obenan Posen mit 14 732(1890 8842) Auswanderern; dann folgen Westpreußen mit 10 956(7068), Pommern mit 7458(66�7), Hannover mit 4360(4110) und Brandenburg einschließlich Berlin mit 3762(2808) Auswanderern. Der Prozeß der Verarmung und Entvölkerung eines Landes geht immer schneller vor sich, wo die besten Kräfte durch den Militarismus aufgesogen werden, wo zu Gunsten einer kleinen Minderheit das Volk einer Hungersnoth ausgesetzt ist, und wo die letzte Existenzbe- dingung einer waarenproduzirenden Gesellschaft, der Absatz- markt, täglich mehr und mehr beengt wird. — In den Abgrund von Elend und Verkommenheit, die derartige Zustände schaffen, gewährte die Gerichts- Verhandlung in der Braun'schen Mordsachc einen Blick. Die Prostitution und das Verbrecherwesen thaten sich hier in ihrer ganzen Scheußlichkeit auf und der Zusammen- hang dieser Erscheinungen mit unseren»nglücklichen sozialen Verhältnissen war so klar, daß ihn sogar bürgerliche Blätter einsahen. Nur die„Kreuzzeitung" hatte die Stirn, dem gegenüber— eine Verschärfung der Strafgesetzbuchparagraphen zu verlangen, genau dieselbe Methode wie mit dem Trunksuchtsgesetz, wo man die Ursachen akzeptirt und aus die Folgen losgeht. Die Angeklagte, eine Frau in den Fünfzigern, krank, gebrechlich, ohne jede Reize; Zeuginnen, junge und ältere, aber so elend und jammervoll, und eben so verthiert; die Zuhälter, eben solche Erscheinungen— das ist die Welt des„Lasters", das von den.albadernden Moral- Pfaffen sehr„verführerisch" geschildert wird. Einem bürgerlichen Blatte entnehmen wir folgende Schil- derung. „Eine Fülle schrecklicher Gesichte offenbarte die Ge- richtsverhandlung, das ist wahr, und welche tiefe Wnden und bösartige Schwären sie am Leibe unserer Gesellschaft bloslegte. das kann nur der recht empfinden, der die Helden der brutalen Vorkommnisse von Angesicht zu An- geficht sah, den eleganten Herrn Sohn des„Pallisaden- karls" mit dem feinen Salonrock, den zierlichen Hand- schuhen und dem schön gewichsten Schnurrbart, wie die armselige, stumpssinnige, im rothen, groben Umhängetuch erscheinende Michaelis, die trotz ihrer siebzehn Jahre nicht einen einzigen jugendlich-frischen Zug im fahlen, bleichen Gesicht sich bewahrt hat, und seit Jahren schon ihr Brot auf der Straße suchte. Fallobst, Fallobst ist alles, was man da sah, daran liegt es. Wie in Tolstois gewaltiger Dichtung von der Macht der Finsterniß das arme, freud- lose, halbwüchsige Mädchen im Bauernhause stumpfeu Sinns Laster und Schrecken erfährt, so geht es mit der Erziehung der Verbrecherwelt im Allgemeinen. Die ent- setzliche Roth und die stumpfe Unwissenheit erklären das Grauenhafte dessen, was sich dieser Tage an schamlosem Zynismus im Gerichtssaale aufthat. Wer die ganze Gallerie der Zuhälter und Dirnen, die in auserlesenen Exemplaren auf den Zeugenbänken saßen, aufmerksam musterte, der mußte davon überrascht sein, wie wenig Intelligenz alle diese Gesichter verriethen. In Gemeinheit und Finsterniß waren die Leute aufgewachsen und auch die jüngsten unter ihnen schauen verdrossen, stumpf aus, wie Menschen, denen jegliches jugendliche Behagen, jede Jugendfröhlichkeit abhanden gekommen ist. Sie wachsen in Höhlen auf, in denen ihr Kinderaugen Elend und Laster im geschwisterlichen Verein hausen sehen, und sie werden vor der Zeit abgestumpft, das graue Paar Noch und Verbrechen verliert für sie allmählich jede Schreck- haftigkeit. es kommt ihnen garnicht zum Bewußtsein, daß sie sich zu freundlicheren Höhen empvrraffen könnten; sie halten es für selbstverständlich, daß sie bleiben, wohin ie verschlagen wurden und, sind sie ehrgeizig, so wollen ie was Rechtes werden nach den Begriffen ihrer Gesell- chaft und dann rühmen sie sich, wie Bellevue, der Sohn des Pallisadenkarls, ihres Geschlechts, ihrer rohen Gewaltsamkeit, ihrer verbrecherischen Findigkeit. Die Welt der„Gerechten" ist ihnen eine fremde, nach deren Achtung oder Nichtachtung sie nicht fragen; und wie der Intellekt in ihnen vernachlässigt wurde, so wuchsen ihre impulsiren Triebe in Haß und Zuneigung gewaltsam in ihnen auf. Um einer Knoblauchwurst willen ruft die Frau Heinze ihrem Gatten zu:„Wächter- Mörder" und in der Hysterie, in dem ewigen Jammer, den sie wie ein gehetztes Thier lebt, macht sie Selbst- Mordversuch um Selbstmordversuch; und ein andermal schreibt sie, die nie durch Lebesannehmlichkeiten und durch „ Die Boden- und Einkommensteuer, welche an Stelle der erhebende Bildung zum harmonischen Gleichgewicht ihrer von Arbeitern, Seeleute, Schafhirten, Wollscheerer u. A., I Kräfte gelangt war, einem ungebändigen Impuls folgend, welche durch ihren Bernf verhindert sind, einen ständigen Eigenthumssteuer treten soll, erregt Besorgnisse bei den Landeigenthümern und Korporationen, denen große Quantitäten ihrem Gatten die zärtlichsten Liebesbetheurungen. Das ist Wohnsiz zu haben. Die Zahl derselben beläuft sich auf von Land auf dem Wege von Hypotheken zugefallen die Macht der Finsterniß", und die ist zu brechen. etwa 25 Proz. der im wahlberechtigten Alter stehenden sind. Ausgenommen von Besteuerung soll darnach sein der Berlin genießt den zweifelhaften Ruhm, männlichen Personen. Wären diese Beschränkungen nicht Betrag der ersten 300 Pfd. St. Kommerzielle Besitzer sollen unter den Weltstädten die Zunft der Louis am stärksten vorhanden gewesen, so wäre die Arbeiterpartei aus der von jedem Pfund aufwärts bis zu 1000 Pfund 6 Pence und über diese Summe 1 Shilling zu zahlen haben, und professionelle und gefährlichsten ausgebildet zu haben. Soll das wohl legten Wahl als die stärkste hervorgegangen. Besitzer 3 Pence aufwärts bis zu 500 Pfd. und oberhalb dieser ein Zufall sein oder der Milde der Polizei entspringen? Die Zukunft der Partei wird natürlich wesentlich Summe 6 Pence per Pfd. Sterl. Man hat nicht umsonst Jahre lang die rücksichtslose von dem Auftreten der Arbeiter- Abgeordneten im Parla- Während des Monats sind von einem Herrn in Melbourne Gewalt als das Zeichen gesunder Männlichkeit gepriesen, ment abhängen. Und da giebt der Umstand, daß die Unterhandlungen mit unserer Regierung eingeleitet worden in man hat nicht umsonst alle Herrlichkeiten dem Waffen- meisten dieser Vertreter von der Arbeiterbewegung nur Betreff des Ankaufes unserer Eisenbahnen durch ein englisches Syndikat. Aber der Premierminister merkte die Absicht eines handwerk zugeschrieben, und die Kriege verfeinern die ein oberflächliches Verständniß haben, allerdings zu Be solchen Verkaufs.( Ob er darob„ verstimmt wurde oder was Sitten auch nicht. Daraus haben für ihre Gesellschaft sorgnissen Anlaß, um so mehr, als ihre ausschlaggebende sonst? Bradstreet's Korrespondent sagt uns nichts hierüber: mit aller rohen Naivetät die Zuhälter ihre Lehren ge- Stellung zwischen den beiden alten Parteien ihnen viele Die Eisenbahnen befinden sich unter der absoluten Kontrolle von zogen. Nicht die Hauptursache der Prostitution, die wirth Versuchungen in den Weg legt. Ein Theil dieser Ab- drei unverantwortlichen Kommissären für einen Termin von(?) Jahren, und ein Antrag im gegenwärtigen Barlament, thre schaftliche Noth, suchte man zu beseitigen,-die Polizei geordneten steckt offenbar noch in den alten Partei- Anstellung zu Gunsten des Ministers der öffentlichen Arbeiten könnte ja da auch unmöglich etwas thun statt dessen Traditionen, wie z. B. der von einer starken Minorität zu widerufen, ist unterlegen zur großen Freude der besitzenden sucht die Polizei die Prostitution als etwas Lästiges, unterstützte Antrag bewies, gleich den anderen Parteien Klassen( to the great delight of the property classes), die sich. das man mit Polizeimitteln streng verfolgen müsse, zu einen„ Führer" zu erwählen. Die radikalere Richtung dankbar erinnern, welch' feste Haltung die Kommissäre während des großen Streifes von 1890 einnahmen, als die Arbeiterpartei behandeln. Sie kann sich ihrer naturgemäß, wie die behielt jedoch die Oberhand und statt eines Führers" fie an Transportirung geboykotteter Waaren auf den öffentlichen Dinge jetzt stehen, nicht erwehren, und sucht ihr mit wurde ein Exekutiv- Komitee von 4 Mitgliedern eingesetzt. Bahnen zu verhindern suchte." Paragraphen aller Art beizukommen. Dieser Zwiespalt Gleich nach Eröffnung des neugewählten Parlaments Soweit der Korrespondent des kapitalistischen Fachkommt dem Anwachsen der Louis zu Gute. Die Pro- mußte die Arbeiterfraktion ihre Stellung zu den anderen organs, dessen Bericht man im Hinblick auf die exklusive stituirte braucht einen Schutz im Kleinkampf gegen die Parteien definiren. Die Opposition, die Partei der Art des Erscheinens als eine fonfidentielle Mittheilung Polizei und fällt dem Zuhälter erbarmungslos in die Schutzzoll- Kapitalisten, beantragte ein Mißtrauensvotum au Ameritas Kapitalistenklasse betrachten kann. Schade Gewalt- Fäuste. gegen die Regierung; Annahme desselben hätte einen Re- nur, daß der Bericht an sich offenbar so lückenhaft ist, Wie gesagt, ein bürgerliches Blatt bringt diese gierungswechsel zur Folge gehabt. Die Arbeiterfraktion und sich überhaupt nur auf den einen Kolonial- Staat Schilderung und noch dazu eins, das sich sonst durch stimmte gegen den Antrag und rettete dadurch die Re- Neu- Seeland bezieht. vollständige Blindheit in sozialen Dingen auszeichnet, die gierungspartei. Das geschah auf Grund eines Paktes, Freisinnige Zeitung." Der Wirklichkeit gegenüber weicht nach dem die Arbeiterfraktion mit der Regierung in der demokratie darf man ja offenbar die australische Arbeiterselbst die doktrinäre Verblendung so furchtbar ist diese Durchsetzung folgender Geseze zusammengeht: Wirklichkeit. Mit Recht machte der„ Vorwärts" darauf auf merksam, daß es ein Pendant zu diesem Prozeß giebt den Prozeß Baare. Die Verkommenheit unten und die Verkommenheit oben, das sind die wahren Früchte unserer Gesellschaftsorganisation. 1. Revision des Wahlgesetzes nach dem Grundsatz:„ Ein Mann, eine Stimme", und gleichmäßige Eintheilung der Parlaments- Distrikte nach der Bevölkerung. 2. Eine Resolution zu Gunsten des Frauenstimmrechts. 3. In Bezug auf die Vereinigung der Kolonien. 4. Lokale Selbstregierung für Vewaltungsdistrikte. 5. Schiedsgerichte für Beilegung von Differenzen zwischen Arbeitern und Kapitalisten. 6. Revision des Minen- Gesetzes. 7. Regulationen für Fabriken und Werkstätten, besonders bezüglich der Frauen- und Kinder- Arbeit. 8. Ein geeignetes Wasser- Reservoir- System und Bewässerungswerte. 9. ,, Local option", d. h. das Recht der Gemeinden, lokale Temperenzgesetze zu erlassen. Freilich, mit dem Maße der der deutschen Sozialbewegung nicht messen; es scheinen da noch viele disparaten Einflüße vorhanden zu sein, namentlich hat wohl Henry George nach den vorstehenden Notizen viele Anhänger. Indessen ist doch offenbar ein außerordentlicher Fortschritt gegenüber der bisherigen rein gewerkschaftlichen Bewegung vorhanden. -Ein neues Mordmittel ist erfunden, das vermuthlich beim nächsten Krieg in Anwendung kommen dürfte. Es ist von seinem Erfinder, Professor Wiendeleff in San Franzisko, jezt in Fort Hamilton offiziell; vorgeführt." " Ein ausführlicher Bericht über jene Experimente be= sagt: Ein Pfund Terrorit wurde in 6 Fuß tiefe Löcher gelegt, die man wieder mit Erde fest ausfüllte, Mittelst Schlagzünders wurde dann die Explosion bewerkstelligt; der Donner war lang und gedämpft; Rauch war nicht 10. Reform der Justizpflege und Regulirung der ärztlichen Berufsausübung. nothwendige Einfuhrartikel. 11. Abschaffung des Zolles auf gewisse für Fabrikationszwecke 12. Maßregeln um die Benutzung von Weide- und Agrikultur- sichtbar, aber ein Erdvolumen vom Gewicht einer Tonne land zu erwirken. 13. Amendirung des Fischerei- Gesetzes und Durchführung anderer nothwendiger Reformen. flog nach auen Richtungen in die Luft bis zu einer Höhe von 25 bis 50 Fuß. Die enorme Kraft des Terrorit zeigte sich in dem Krater, den es um die ursprüngliche Höhlung herum geschaffen hatte, einen Krater von 13 Fuß Durchmesser. Dieselbe Masse von Dynamit oder Nitroglyzerin würde nicht den vierten Theil so viel Unterdessen hat der letzte Akt der Tragikomik gespielt, deren Akteur Boulanger war. Auch hier wieder ein so deutliches Symptom der Zermorschniß und Zerfaulniß des Bestehenden. Man kann eine Stufenleiter fonstruiren: Napoleon I., Napoleon III. und Boulanger; die Stufenleiter bezeichnet den rapiden Verfall, besser und einfacher als irgend Etwas. Emporgehoben wurde er im Grunde durch den unklaren revolutionären Drang des französischen Proletariats, den er durch allerhand Kniffe und Pfiffe für sich benutzt hatte, und wäre er nicht zu feige gewesen, so hätte er die Republik stürzen können. Aber der ganze Held war nichts, als ein eitler Geck, ein Liebling der Weiber, die eben auch das Geld Uns liegen nicht genügende Informationen vor, um für seine Rolle gaben. Schauspieler von schlechtem Geschmack wie er immer war, suchte er der Welt einzu- sagen zu können, ob der Pakt der Arbeiterpartei mit der reden, daß ihn der Kummer um den Tod seiner Geliebten Regierung sich auf die obige unbestimmte Andeutung der aus dem Leben treibe, und erschoß sich auf ihrem Grabe, durchzuführenden Maßregeln beschränkt oder die Details Schaden angerichtet haben." sicher, daß ihn alle Weiber jegt vergöttern werden. Nein, näher spezifizirte, wie das besonders auf das Minengeſetz. Der Erfinder behauptet, daß eine 1000pfündige der wahre Grund ist, daß mit dem Tode seiner Geliebten Fabrikgesetz und die Frauen- und Kinderarbeit nothwendig Stahlgranate mit Terrorite gefüllt, und aus einer 12die letzte Goldquelle versiegt war. Die„ Liberté" schreibt: gewesen wäre. Aber selbst angenommen, in dieser Be- zölligen Kanone geschleudert, einen 16zölligen Panzer Boulanger erschoß sich nicht etwa aus Gram über seine ziehung sei alles in Ordnung, so werden die Arbeiterligen Kanone geschleudert, einen 16zölligen Panzer Berbannung, nicht aus untröstlichem Schmerz über den Tod Vertreter doch über's Ohr gehauen. Wie das gemacht Nur immerzu! Jetzt wird man also, falls sich die seiner Geliebten- d. h. einer seiner Geliebten; er hat deren wird, haben sie inzwischen schon erfahren. Als gleich in Sache bewähren sollte, wieder stärkergepanzerte Schiffe mehrere gehabt nicht aus Ueberdruß an einem durch eigene den ersten Wochen die Frauenstimmrechtsfrage zur Ab- bauen müssen, auf welche dann logisch wieder ein noch Schuld zu Ruhm- und Thatlosigkeit verdammten Dasein, sondern aus dem ganz gewöhntichen Grunde, weil er kein Geld mehr ſtimmung kam, drückten sich zwei Drittel der Regierungsstärkeres Sprengmittel erfunden wird und so mit hatte, keine Mittel mehr, das gewohnte üppige Leben fortzu- parteiler und so fiel der Antrag, auf den 78 Abgeordnete; Grazie bis zum allgemeinen Bankerott. führen. Die früheren reichen Geldquellen waren versiegt, zahl- oder nahezu 20 mehr als die Majorität, verpflichtet reiche Gläubiger bedrängten ihn, seine Geliebte hatten ihm nichts hinterlassen können, da ste nur die persönliche Nutznießung von waren. Aehnlich wird es wohl noch manchem Antrag durchbohrt. ihrem anderthalb Millionen betragenen Erbe hatte. Seit seiner gehen, der die Forderungen der Arbeiter- Fraktion ver Die Resolutionen des Brüffeler Kongresses im Duell mit Floquett erhaltenen, nie verheilten Halswunde wirklichen soll, wenn lettere nicht eine ganz energische über den Militarismus.*) war er ein Sklave des Morphiums geworden, und ein solches Haltung annimmt. Paris lebend. Leben langweilte ihn." Er hinterläßt eine 80jährige Mutter, Der Gefahr, daß die Arbeiterpartei durch Vergebung Ich freue mich, daß Ihr Artikel Der Krieg und eine brave Frau und Töchter, in ärmlichen Berhältnissen in von Aemtern an einzelne ihrer Mitglieder demoralisirt die Sozialdemokratie" mir die Gelegenheit bietet, die Auf Errichtung eines nationalen Arbeiter- werde, hat die Fraktion dadurch soweit wie möglich vor- Sache etwas näher zu behandeln. Etliche Leute scheinen sekretariats haben die Pariser Sozialdemokraten( Rich- gebeugt, daß sie beschloß, Jeden, der ein Amt annimmt, so wenig eine fachliche Debatte führen zu können, daß sie sich einander direkt Invektiven an den Kopf werfen und tung Jules Guesde) einen Antrag ausgearbeitet, welcher aus der Fraktion auszustoßen. " δας die Thätigkeit des Sekretariats dahin präzisirt, daß das- Soweit der„ Socialist", der über die australische den Eindruck erwecken, als ob ihre persönlichen Ansichten die einzig guten und richtigen sind. Es scheint mir. selbe die statistischen Berichte bezüglich der Arbeiter- Arbeiterbewegung immer gut informirt ist. organisation und Arbeiterbewegung zu bearbeiten und zu Welchen Eindruck das Vorgehen der Arbeiter auf wenn ich als Ausländer das Wort nehmen darf, zentralisiren, sowie die Korrespondenz mit den auslän- die Kapitalisten macht, zeigt am besten eine Korrespondenz Wort Ausländer ist mir schon ein Greuel, da ich innerdischen Arbeitssekretariaten zu führen habe. Dem natio- aus New- Seeland in Bradstreet Journal", dem hervor- halb der internationalen Sozialdemokratie weder Innoch Ausländer, sondern nur Genossen kenne!- als ob der nalen Arbeitssekretariate sollen Delegirte der Arbeits- ragendsten Handelsblatt in den Vereinigten Staaten: börsen, der Syndikate und einzelnen sozialistischen Partei- Der Geschäftsgang ist sehr gedrückt, und die Absichten der Druck während der 12 Jahre unter dem Sozialistengesetz gruppen angehören. Der Antrag ist eine Folge der Regierung haben einen äußerst deprimirenden Einfluß auf jeden auch in der Beziehung böse Folgen gezeitigt hat, daß Zweig des Verkehrs ausgeübt. Die Gesezentwürfe betreffend man entwöhnt ist, Kritik zu hören und daher jede Kritik auf dem Brüsseler Kongreß gefaßten Beschlüsse. progressive Steuer auf Bodenrente, Marimalzeit der Offenhaltung als einen Verstoß gegen die Disziplin ansieht. Ich Die jetzt vorliegenden Details über das Stimmen von Verkaufsläden, Fabrikarbeit und Vermittlung bei Streitigresultat der im Juni stattgehabten Parlamentswahl in teiten zwischen Arbeitern und Beschäftigern, sowie zur Amen- erinnere mich des wahren Wortes eines Erfurter Genossen, New- South- Wales zeigen, wie der„ Socialist" schreibt, dirung des Gesetzes in Bezug auf Haftpflicht der Beschäftiger, welcher auf dem Parteitage zu Halle sehr richtig bemerkte, daß die Arbeiterpartei der erhaltenen Stimmenzahl nach Beschäftiger von Arbeitern alarmirt haben. Die neue Arbeiter herausgekommen sei, daß man sich an die frühere öffententhalten Bestimmungen, welche die Befizer von Eigenthum und daß man noch nicht so recht aus dem Ausnahmezustand die zweitstärkste in der Kolonie ist. In Folge der Ein- Partei im Parlament ist bestrebt, eine Versuchs- Gesetzgebung herausgekommen sei, daß man sich an die frühere öffentliche Kritik und Diskussion noch nicht gewöhnt habe. theilung der Wahldistrikte ist sie ihrer parlamentarischen( some experimental legislation) durchzusetzen, welche geeignet liche Kritik und Diskussion noch nicht gewöhnt habe. Vertretung nach die dritte. Die abgegebenen Stimmen sein dürfte, eine Panik hervorzurufen und die Industriethätigkeit Dem schreibe ich den leidenschaftlichen Ton, welcher gegenüber jedem, der es wagt, eine andere Meinung zu haben, vertheilen sich wie folgt: angeschlagen wird, zu. Doch zur Sache! Regierungspartei Arbeiterpartei Opposition. 87 000 Stimmen, 68 000 Stimmen, .62 000 Stimmen, 13 000 Stimmen. zu lähmen. " Die Handelskammern in Auckland und an anderen Orten haben Versammlungen abgehalten und die schädlichen Wirkungen Unsere( die holländische) Resolution in Betreff des dargelegt, welche die vorgeschlagene Konfistations"-Gesetzgebung ( confiscating legislation) für das Land nach sich ziehen dürfte. Militarismus auf dem Brüsseler Kongreß wird oft eine Die Allgemeine Konferenz der Beschäftiger- Affociation" in Utopie genannt, ich meine aber, daß sie außerordentlich Wellington hat an den Minister des Justiz- und Erziehungs- praftisch ist. Wenn man behauptet, daß wir RevolutionsDie Vertretung der verschiedenen Parteien ist: Re- wesens einen offenen Brief in Betreff der oben erwähnten Gesetz schreier, Maulhelden oder wie man es sonst nennen will, gierungspartei 48, Arbeiterpartei 30, Opposition 56, hinsichtlich frühen Schließens der Verkaufsläden haben viele entwürfe gerichtet, und die Petitionen gegen die Bestimmungen Unabhängige 7. Unabhängige " Unterschriften erlangt. Deffentliche Versammlungen haben statt-*) Unserem Versprechen gemäß geben wir jetzt dem Genossen Die Stärke der Arbeiterpartei fällt um so mehr in's gefunden, und die Canterbury Preß" hat zu dem ungewöhn- Nieuwenhuis das Wort. Unsere Ansicht über die Sache haben Gewicht, als durch die Bestimmungen des australischen lichen Verfahren gegriffen, Tag für Tag während etwa zwei wir schon geäußert: Wir halten den Vorschlag des Genossen Wochen zwei Spalten Leitartikel zu bringen, um die Aufmerk- Nieuwenhuis für gänzlich unausführbar. Den Genossen besonders Wahlgesezes viele Arbeiter ihres Stimmrechts beraubt jamkeit des Publikums auf die sozialistische Richtung in der davon abzurathen, halten wir aus dem Grunde nicht für nöthig, werden, während die Besizenden je nach ihrem steuer- Gesetzgebung Neu- Seelands zu lenken. Besondere Artikel über weil schon an sich bei uus niemand ihm folgen wird. Lebte baren Eigenthum ein mehrmaliges Stimmrecht ausüben die gleiche Angelegenbeit erschienen je zwei- wöchentlich im„ New- Nieuwenhuis in Deutschland, so würde er auch wohl anderer fönnen. Gegen die Arbeiter wirft besonders die Bedin- Bealand- Herald", und im Norden wird eine Bewegung inszenirt, Ansicht sein. Wir geben aber natürlich dem Genossen Nieuwenhuis um eine Gesellschaft oder Liga zu bilden, zum Zweck der Ver- das Wort, da er doch jedenfalls das Recht hat, mit seiner Meinung gung eines sechsmonatlichen ständigen Wohnsitzes in dem theidigung der persönlichen Rechte und des Eigenthums durch gehört zu werden, und seine Ansichten in der deutschen Presse betreffenden Wahldistrikt. Es giebt eine zahlreiche Klasse Verbreitung gesunder ökonomischer Aufklärung. nicht überall ganz korrekt reproduzirt sind. Klassen zufällt." sind, so irrt man sich. Man kennt mich seit Jahren klasse in erster Linie zu tragen hätte, während die Ver- große Unterschied. Wenn man Resolutionen fassen willund ich glaube nie und nirgends Veranlassung gegeben antwortung für eine solche Katastrophe vor der Menschheit der Nutzen ist manchmal zweifelhaft und vor der Geschichte einzig und allein den herrschenden falls etwas sagen und nicht nur phrasenhaft sein. müssen sie jedenzu haben, daß man mich dessen mit Recht beschuldigen fann. Im Gegentheil, wir sind überwiegend Männer, Hier haben wir die ganze Resolution vor uns Utopisch, unpraktisch sollte die zweite sein! Warum die erst überlegen, bevor sie sprechen; man sagt von uns, liegen. denn doch? In Deutschland hat man bei den Wahlen und das ist vielleicht richtig daß wir langsam sind Und was sagt sie uns? Das einzige Mittel zur einte Stimmenzahl von 1300000. Das sind nur Männer und wir lassen uns nicht in Ekstase versetzen durch schöne Abwendung der furchtbaren Katastrophe eines Welt von mehr als 25 Jahren. Wie viele junge Leute kann Worte. Wir müssen eine Idee gut in uus aufnehmen, frieges- NB. zur Abwendung!-ist - ist.... unab man schäßen, welche in den Militärdienst fallen? Im ehe wir ihr zustimmen, aber es war und ist noch stets lässig und energisch zu protestiren! Ganzen kann man doch vielleicht 2 Millionen annehmen, Gesellschaft auferlegt wird, E " einer unserer Charakterzüge, daß wir eine Sache nicht Ueber die Organisation des Proletariats sprechen welche militärpflichtig sind und Sozialdemokraten. Wenn aufgeben, wenn wir einmal von ihrer Richtigkeit über- wir nicht, denn darüber sind wir Alle als Sozial diese den Dienst verweigern, was denn? Sie werden zeugt sind. So war es zur Zeit des achtzigjährigen demokraten einig. Das ist auch keine Sache, welche einfach füſilirt sagt man. Ist das möglich? Gewiß Krieges gegen Spanien, so war es in unserem Streite momentan etwas auswirkt. Der Krieg bricht aus, was nicht. Aber man wählt Einzelne als abschreckendes Beigegen Frankreich im XVII. Jahrhundert oder besser ge- muß die Haltung der Arbeiter sein, das ist die Frage. Spiel. Thut man das, wohlan, man akzeptire den Kampf, jagt gegen Ludwig XIV., und so ist es noch. Darum Die Antwort der Resolution ist: energisch protestiren. es ist dann alles verloren oder alles gewonnen. Und haben weder das ewige Revolutionsgeschrei noch irgend Gut, aber das hat die Friedensliga immer gethan. Viel- man wisse, daß es nicht nur Sozialdemokraten sind, welche Drohungen viel Wirkung auf uns ausüben leicht kann sie schon eine schöne Mappe voll Proteste welche den Dienst verweigern, nein, das Beispiel ist ankönnen, und wenn man uns der Resolution wegen und Adressen vorlegen. Und als Anhang dieses Protestes steckend und viele Andere, welche auch den Krieg haffen, Prahler und Schreier schilt, so thut man uns Unrecht. wird die Verantwortung für eine solche Katastrophe vor werden freudig dem Beispiel folgen. Für die RegieUnd besonders mir, der ich so oft gewarnt habe vor der Menschheit und vor der Geschichte" auf die Schultern ruugen entweder Bürgerkrieg oder Frieden. Sagen großen Worten und Drohungen, denn ich weiß aus Er der herrschenden Klassen gewälzt. Ich frage, ob es nicht wir es aufrichtig, daß wir, die wir den Klassenkampf fahrung, daß die wahren Helden nicht nur sprechen, son- klassisch- naiv ist, zu meinen, daß eine solche Erklärung angefangen haben, einem Bürgerkrieg des Proletariats dern auch handeln, und daß Diejenigen, welche immer etwas ausrichtet, außer, daß man sich lächerlich macht! gegen die Bourgeoisie den Vorzug geben vor einem Krieg das große Wort führen, meistens nichts thun. Denn: Die herrschenden Klassen leiden nicht an Uebermaß von zwischen Nationen, in welchem die Arbeiter, statt sich zu Hunde, die viel bellen, beißen nicht. Aus diesen Grün- Gefühl, sie sind im Gegentheil sehr dickhäutig und darum vereinen, sich abschlachten. Der Bourgeois, sei er Deutscher, den will ich nicht zu den Revolutionsschreiern oder zu wird ein Homerisches Gelächter die Phrase von der„ Ver- Franzose, Holländer u. s. w., ist unser gemeinschaftlicher den Revolutionsmachern gerechnet werden. So viel weiß antwortwortlichkeit" beantworten. Weiß man auch nicht, Feind, darum wählen wir den Krieg gegen die Bourich auch, daß man keine Revolutionen„ macht" und auch daß die herrschenden Klassen umgekehrt die Verantwortung goiste, gegenüber dem Kriege zwischen Nationen.*) nicht proklamirt". auf uns Sozialisten werfen? Mit solchen Redensarten Eine Kriegserklärung ist ein revolutionärer Aft Es scheint mir immer, daß, wenn man von seinem tommt man nicht weiter. Man findet in dieser Resolution und wenn die Regierung damit anfängt, haben wir das Gegner erst ein Zerrbild macht und dann nicht ihn, son- tein einziges Wort über die Stellung der sozialistischen Recht und die Pflicht, mit einer Revolution zu antdern das Zerrbild bekämpft, die Sache, welche man ver- Arbeiter im Kriegsfalle. Man sehe doch die thatsächlichen worten. Jeder hat unbedingt das Recht, einen Mord theidigt, auf schwachen Füßen stehen muß. Das ist ge- Verhältnisse an. Morgen fängt der Krieg an zwischen zu verweigern Niemand hat mich überzeugt, daß diese schehen und darum trifft nicht mich das Urtheil Liebknechts Deutschland und Frankreich. Wir denken nur an einen Antwort unpraktisch oder utopisch ist, am wenigsten und dasjenige Jules Guesdes, sondern das durch diese Strieg im westlichen Europa. Wenn ein Krieg ausbricht Liebknecht, welcher mich statt mit Argumenten mit persönerst geschaffene Zerrbild. zwischen Rußland und Türkei, stehen die Sachen natürlich lichen Bemerkungen abfertigte, welche nicht zur Sache Aber ich gehe weiter und will hier beweisen, daß anders. Was muß die Haltung der Sozialdemokraten gehörten. das Mittel in unserer Resolution von eminent praktischer beider Länder sein? Nach dieser Resolution fertigt der Ich meine noch immer, daß die beste, die einzige Bedeutung ist. Man hat gesagt, daß die angenommene Parteivorstand beider Länder einen energischen Protest Antwort auf eine Kriegserklärung eine Dienstweigerung Resolution keine Phrase ist. Sehen wir uns die Reso- aus gegen den Krieg, ohne die Verantwortung vor der und eine Arbeitseinstellung sein werde, besonders in den lution einmal genau an: Menschheit und vor der Geschichte"- das klingt so Gewerben, welche das Material für den Krieg liefern In Erwägung, daß der Militarismus, welcher auf schön! zu vergessen. Man hat gesprochen, daß man oder den Kriegsleuten behilflich sind, wie das EisenbahnEuropa lastet, das nothwendige Resultat des permanenten offenen und latenten Striegszustandes ist, welcher nach einer Formel gesucht hat, welche am mindesten personal, die Eisenbahnarbeiter, die Telegraphisten u. s. w. durch das System der Ausbeutung des Menschen durch Gefahr liefert. Das ist lächerlich, denn die Formel, Es scheint, daß ich meine Gedanken sehr schlecht aus den Menschen und den dadurch erregten Klassenkampf der welche am ungefährlichsten ist, ist, daß man gar kein gedrückt habe, sonst könnte Guesde daraus nicht ableiten, erklärt der Kongreß, daß alle, die ökonomischen Ursachen Sozialiſt iſt. Was wird die Folge eines solchen Protestes wie er es that in seinem Artikel im„ Vorwärts" Nr. 211, nicht treffenden Bestrebungen auf Beseitigung des Mili- sein? Natürlich, daß der Parteivorstand wegen Hoch- daß ich Enthaltung gepredigt habe. Im Gegentheil, er tarismus und auf Herbeiführung des Friedens unter den verrath ins Gefängniß geschleppt würde. Und inzwischen und seine Leute sind für Enthaltung, denn sie protestiren Völkern ohnmächtig sind, so edel die Beweggründe sein werden die Soldaten, auch die Sozialdemokraten, in den nur in die Luft. Sie waren es, welche in ihren Resomögen, daß allein die Schaffung der sozialistischen Gesell- Krieg geführt, und einmal in Reih und Glied müssen die lutionen den Rath gegeben haben, die Arme zu kreuzen schaftsordnung, welche die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt, dem Militarismus ein Ende französischen und deutschen Sozialdemokraten einander und die Hände in den Schooß zu legen, oder noch schlechter, machen und den Frieden unter den Völkern herbeiführen tödten. Das ist die logische Konsequenz der die Waffen, mit oder ohne Protest, zur Hand zu nehmen fann; Resolution. Die Parteileiter ins Gefängniß und die und den Krieg mitzumachen. Wir dagegen, statt Entsozialistischen Soldaten beider Länder einander tödtend! haltung zu predigen, haben gesagt: Antwort sei eine und das alles ohne etwas Praktisches auszuwirken! That, ihr verweigert den Dienst. Jeder kann doch beEine unbestimmte Resolution muß einen verkehrten greifen, daß das ganz etwas anderes ist, als Enthaltung Ich frage, ob es nöthig ist, auf einem sozialistischen Erfolg haben, denn Mangel an Logik rächt sich an und zu rathen! Noch weniger habe ich gesagt oder gemeint, Kongreß eine solche Erklärung abzugeben? Das weiß durch sich selbst. daß wenn man uns die Flinten in die Hand drückt, doch Jedermann. Insbesondere wir Sozialdemokraten Es ist mir nicht um Rechthaberei, nein, nur um die wir den Rath geben, zu verweigern die Flinten zu tragen wissen, daß, unserer Meinung nach, der Militarismus Sache zu thun und darum werde ich dankbar sein, daß und sie hinzuwerfen. Man verdreht den Sinn mit oder radikal nur durch den Sozialismus beseitigt werden kann. man ohne persönliche Beimischung sachlich diskutiren ohne Absicht, denn wo habe ich das gesagt, ich, der ich Allgemeinheiten, wie sie von den Christen aufgestellt will über dasjenige, was ich gesagt habe, nicht über das- an Engels Wort erinnert habe:" gebt Jedem eine Flinte werden, die da meinen, daß der Militarismus in der jenige, was man in eigener Phantasie mich sagen läßt. und fünzig Patronen, und die Freiheit ist gesichert? Ich Praxis nur durch die christliche Liebe zu beseitigen ist, Und nun unsere Resolution: habe nur gesagt, daß wenn eine kleine religiöse Sekte bei bringen uns um feinen Schritt weiter, und ich bedauere Die Erwägungen sind mit anderen Worten dieselben uns durch einen passiven Widerstreit Napoleon zwingen es sehr, daß sich noch Leute finden, die entrüstet thun, und ich lasse sie darum unbesprochen. Hauptsache ist konnte, die Dienstweigerung zu respektiren, wir Sozialwenn man ein derartiges Unternehmen mit: Phrasen, auch hier der Schluß. Dieser ist: demokraten, deren Anzahl Legion ist, noch viel besser nur Phrasen, bezeichnet. Denn dies liefert den Beweis, „ Die Arbeiter aller Länder werden eine etwaige Kriegs- durchsetzen können was wir wollen. Man entstelle doch daß jene Menschen derartig verphrasirt sind, daß sie selbst erklärung beantworten mit einem Aufruf des Volkes zur all- die Meinung eines Anderen nicht, denn diese Taktik ist die Phrasenhaftigkeit ihrer Worte nicht bemerken. Wir gemeinen Arbeitseinstellung." unehrlich. sagen:„ Werdet Sozialisten, und der Frieden wird von Wenn eine solche Resolution angenommen war, Und wenn Guesde sagt was der Uebersetzer selbst kommen"; die Christen sagen: Werdet Christen wußte Jedermann, was die Haltung der Arbeiter gegen seines Artikels für die Deutschen vielleicht als zu geund der Frieden ist da"; der französische Kaiser Napoleon über dem Militarismus sein würde. Man kann sagen pfeffert übergeht daß die enterbte Klasse nicht in den der Dritte sagte sogar: l'empire c'est la paix( das und jeder hat natürlich das Recht für seine Meinung Besiz des Friedens, der Produktionsmittel u. s. w. kommt, Kaiserreich ist der Friede). Jeder behauptet, den Krieg daß eine solche Haltung unpraktisch, dumm u. s. w. sein wenn sie die Flinten hinwirft, sondern wenn sie ladet zu haffen und den Frieden zu lieben, aber das nüßt der würde, aber niemand kann leugnen, daß man dadurch aus und schultert, ich versichere ihm, daß ein Amendement Sache an sich nichts, mit solchen platonischen Erklärun- dem Reich der Phrasen gekommen ist zu Thaten. Lo- in diesem Sinne unsere Sympathie gehabt hätte.**) gen schafft man den Krieg nicht aus der Welt. Haupt- gische Konsequenz ist: im ersten Fall Worte, Worte, im Der Berichterstatter in der Neuen Zeit" nennt sächlich kam es in der Frage auf die Haltung und die zweiten: eine That. Nein, sagen die Gegner, die zweite meinen„ Radikalismus“ naiv, denn: Pflichten der Arbeiter gegenüber dem Militarismus an. Resolution ist nicht nur eine Phrase, es ist eine jämmer-„ Eins steht für Jeden fest. Kommt ein europäischer Krieg Davon nun hört man fein Wort. Wir sehen hier nur liche Phrase, durch welche wir uns vor der Welt blos mit der ihm unbedingt auf dem Fuße folgenden ökonomischen eine Erklärung, dahingehend, daß der Krieg seine Ursache lächerlich machen. Ich sage, das ist wiederum eine Phrase. Katastrophe zum Ausbruch, so sind die Arbeiter nicht erst in der findet in der Ausbeutung des Menschen durch den Wir können uns dadurch gewiß lächerlich machen, aber 11 daß demzufolge Alle, welche dem Kriege ein Ende machen wollen, die Pflicht haber, sich der internationalen Sozialdemokratie, als der einzigen wirklichen und grundsätzlichen Friedenspartei anzuschließen." 11 *) Hier ist der springende Punkt: Wir haben schon in der Menschen und in dem dadurch erzeugten Klassenkampf wann? Wenn wir solch eine Resolution aussprechen und vorigen Nummer ausgeführt, daß wir lange nicht so stark sind. der Gesellschaft. Die logische Konsequenz ist: Schließt sie dann liegen lassen, aber das kann man mit jeder Re- Im allergünstigsten Fall werden wir Sozialdemokraten im euch der Sozialdemokratie an, welche für die Aufhebung solution thun. Wenn man aber, wie ich meine, mit ent- Heer haben, das wäre also inklusive Landsturm und Reserven dieses Systems arbeitet. Wenn das keine Allgemein schlossenen, festüberzeugten Männern zu thun hat, dann eine Million. Aber das sind auch zum allergeringsten Theil heiten, keine Phrasen sind, welche man von jeder anderen ist das Wort der Anfang der That. Und wir machen entschloffene, festüberzeugte Männer", sondern Leute, die im Allgemeinen unzufrieden sind und deshalb für den sozialdemo Partei mit kleinen Aenderungen ebenfalls zu hören be es, wie sie gesagt haben. Man macht sich nur lächer- fratischen Kandidaten gestimmt haben. Wir dürfen unsere Macht fommt, so wissen wir nicht, was unter die Rubrik lich, wenn man etwas ausspricht und nicht thut. Das nicht überschätzen. Wären wir so weit, wie N. meint, dann wäre Phrasen" gehört. Dadurch wird in feiner Weise unsere Aussprechen selbst ist dann nicht lächerlich. Nicht das überhaupt alles anders! prinzipielle Haltung gegenüber dem heute bestehenden Proklamiren eines Weltstreikes ist die Hauptsache, wie solche Macht erreicht haben, wird die gegenwärtige Gesellschaft Aber dahin wird es garnicht kommen; ehe wir noch eine Militarismus bestimmt. Aber vielleicht macht der Schluß die Gegner zu meinen scheinen, nein, die Ausführung. von selbst abdanken; und ein wichtiges Woment dafür wird der dieser Folgerungen die Sache für uns und unseren und an die wird man gewiß gehen. Und warum macht nächste Strieg sein, welcher alle Staaten bankrott macht und Standpunkt besser. Sehen wir uns auch diesen mit man sich lächerlich, wenn man einen Weltstreik proklamirt dadurch dem Proletariat, wenn es geschickt operirt, eine außer den Augen der Kritik an: und nicht, wenn man einen Protest gegen den Krieg in ordentliche gesetzmäßige" Macht verleiht. Hauptsache ist nur, daß wir in diesem Krieg nicht Rußland unterliegen. Sollte es " Angesichts der immer drohender werdenden Lage die Welt schickt? Jedenfalls ist das ganz egal. Wenn nicht möglich sein, Frankreich von dem russischen Bündniß abzuEuropas und der chauvinistischen Hezereien der herrschen- das Eine eine Phrase ist, auch das Andere ebensogut. wenden, so werden die deutschen Arbeiter auch gegen die fran den Stlaſſen fordert der Kongreß die Arbeiter aller Länder Höchstens hat man eine andere Phrase. Jedoch nach zöſiſchen skameraden ziehen müssen, so schwer es ihnen auch anauf, gegen alle Kriegsgelüfte und die demselben dienenden kommen mag. Denn eine Niederlage Deutschlands im Bündnisse unablässig und energisch zu protestiren und zu meiner Meinung hat man im ersten Falle nur eine Phrase, nächsten Krieg würde zugleich eine Niederlage der wirken und durch Vollendung der internationalen Organi weil man nicht sagt, welche die Haltung der Arbeiter Sozialdemokratie bedeuten, und es ist sehr fraglich, sation des Proletariats den Triumph des Sozialismus sein muß, und im zweiten hat man einen Weg gezeigt, ob sie sich von der erholen könnte. D. R. zu beschleunigen. Der Kongreß erklärt, daß dies das einzige Mittel ist, die sei es auch ein schlechter, wodurch man die Haltung der furchtbare Katastrophe eines Weltkrieges abzuwenden, Arbeiter gegenüber dem Militärismus bestimmen will. dessen unabsehbar verhängnißvolle Folgen die Arbeiter- Die erste sagt nichts, die zweite etwas das ist der( siehe Nr. 35 der Volkstribüne.) **) Ein kleiner Jrrthum muß reftifizirt werden. In Ihrem Bericht haben Sie gesetzt: unserem bedeutenden Feinde Engels, muß natürlich heißen:" unserem bedeutenden Freunde Engels" G Lage die Arbeit einzustellen, ste werden, soweit sie nicht als der Schluß nicht logisch auf die Erwägungen? Kann Versuch etwas zu wagen, und ohne solche„ Phantaſterei“ Kämpfende in die Reihen der Riesenarmeen einzutreten gezwungen man nicht„ logisch und phantastisch" zu gleicher Zeit würde man nie Fortschritte gemacht haben. find, als Ueberflüssige auf die Straße gesetzt, weil mit Ausnahme fein? Aber das beweist, daß der Gegensatz„ unlogisch" Man sage, daß unser Vorschlag unpraktisch ist, daß weniger für den Kriegszweck arbeitende Industrien, die ganze Welche Gedankenverwirrung! Wir wollen durch Anwendung unseres Mittels verhindern, daß die Arbeiter gezwungen werden, gegen ihren Willen eine Rolle zu spielen, welche nur ihren Unterdrückern zu Gute kommt. Und wir meinen, daß besonders eine Partei wie die deutsche, welche uns immer als die mächtigste vorgestellt wird, im Stande ist, solches durchzuführen. Ich glaube, daß wir es bei uns thun können. Und ob klein oder groß, das thut nichts zur Sache, denn die Verhältnisse sind überall dieselben. Die folgende Resolution wird angenommen: übrige Industrie zur vollständigen Stagnation verurtheilt ist. ist. Außerdem kann etwas logisch sein und doch eine wir nicht stark und organisirt genug sind ihn durchzuIm Weiteren werden in diesem Riesenkampfe, der ganz Europa Phrase, es ist dann eben, wie die genannte Resolution, führen, ich will mich zufrieden geben, wiewohl ich für bis in seine innersten Tiefen erschüttern und ein Eriſtenzkampf eine logische Phrase voilà tout! mich der Meinung bin, daß es sehr gut durchführbar für die betheiligten Nationen sein wird, die Arbeiter gegen ihren Willen zu Rollen gezwungen werden, die sie aus innerer UeberEine Bande von hungernden Leuten kommt zusammen, ist; aber man stelle uns darum nicht gleich mit dem zeugung nie und nimmer übernähmen." um Mittel zu entwerfen, wodurch man direkt die Be- Manne, welcher nach dem Gensdarmenmarkt geht, um die dürfnisse des Magens befriedigt. foziale Republik oder die Revolution anzukündigen. Das nennen wir nicht radikal, nicht phantastisch, sondern das Die Versammlung in Erwägung, daß das beste Werk eines Verrückten, und wiewohl wir so unverschämt Mittel gegen Hunger die Befriedigung des waren, eine andere Meinung zu haben als die Mehrheit Magens ist, des Bureaux, eine Meinung, welche abwich von der der beschließt: Leitung, so wünschten wir aus Respekt für die freie daß man protestirt gegen diejenigen, welche uns Meinungsäußerung darum noch nicht für Verrückte erdie nöthige Nahrung enthalten und wirft vor der klärt zu werden. Geschichte und vor der Menschheit denjenigen, Endlich haben wir noch etwas. Eine Idee muß welche im Ueberfluß leben, die Verantwortung meistens sich einen Weg bahnen. Sie muß unter die solcher Mißstände ins Gesicht. Menschen geworfen werden und da bearbeitet werden. Diese Resolution ist streng logisch, aber- haben Dafür braucht man Zeit. So war es immer. Der Sozialdemokrat ift oft als Verrückter erklärt und doch Ein Anderer schlägt eine andere Resolution vor, gewinnen seine Ideen die Welt. Für jede Idee muß worin man auffordert, die Lebensmittelläden mit einem Propaganda gemacht werden. Das war der Zweck unserer Besuch zu versehen, und die Speisen zu nehmen, welche Resolution. Lassen wir Propaganda machen unter den man braucht. Arbeitern, und allmählich werden sie einsehen, daß Dienstweigerung das Mittel ist, wodurch eine Kriegserklärung zurückgehalten wird. Und dann der Zusatz:„ Kommt ein europäischer Krieg mit der ihm unbedingt auf dem Fuße folgenden ökonomischen Katastrophe zum Aus- die Hungernden dadurch zu essen? bruch", ändert den Sinn. Wir sprechen nur von der Haltung der Arbeiter bei Kriegserklärung, und das hat gar nichts zu thun mit den Folgen, welche nachher eintreten. Wenn wir in Paris 1889 den Beschluß faßten, eine große Weltmanifestation zu halten für den achtstündigen Arbeitstag, hat einer der Unsrigen gemeint, daß wir am 1. Mai 1890 einen gesetzlichen Achtflundentag hätten? Wenn der Verfasser sagt, daß es Utopisterei sei, zu Ist diese Resolution vielleicht nicht logisch? Wenn glauben, daß mit einem Mittel, wie dem vorgeschlagenen, nicht, dann sage ich, daß zwei Sorten von Logik bedie ins Rollen gebrachte Kugel auch nur um eine stehen, die erste des Hungrigen, welcher nur das letzte Sekunde aufgehalten werden könnte, dann fragen wir: logisch findet und eine andere des Satten, welcher es aber wer glaubt das? Wir sprechen nur von Nothwehr phantastisch findet, so etwas zu beschließen. und wissen sehr gut, daß dadurch noch nicht alles abgeUnd was wird der Satte thun? macht ist. Umgekehrt fragen wir, ob es feine Utopisterei Er malt die Gefahren, welche mit der Ausführung So dumm war niemand. Und doch haben wir angesei, zu glauben, daß man etwas erreicht mit einem solcher Resolution verbunden sind, er warnt vor der fangen die Idee zu propagiren, und die Bewegung hat in Protest, selbst wenn man darin die Schuld„ vor der Polizei, vor den Soldaten, welche kräftig eingreifen, einer furzen Zeit eine Verbreitung gewonnen, welche die Geschichte und vor der Menschheit" auf die herrschenden gegen Jeden, welcher es wagt etwas zu nehmen u. s. w. fühnsten Erwartungen übertrifft. Dasselbe wird auch hier Klassen wirft? Merkwürdigerweise spricht die erste Reso- Aber die Logik der Verzweiflung sagt: man versucht geschehen. Bringt die Idee einer Dienstweigerung unter lution von„ Abwenden der furchtbaren Katastrophe eines euch bange zu machen mit Worten, man lacht oben über das Volt, sie wird aufgenommen und vielleicht in nicht Weltkrieges", die unsrige nicht. Man meint durch das eure Drohungen einer Verantwortung vor der Geschichte zu ferner Zukunft wird sie auch ausgeführt. Ich zweifle Schießen mit papiernen Protesten das Schießen mit und vor der Menschheit, ihr müßt wählen: entweder feinen Augenblick, ob diese Idee auch heute als unpraktisch, Kanonen und Flinten„ abwehren" zu können! Ist das ihr folgt dem logischen Beschluß der Satten und fehrt phantastisch, närrisch erscheint, daß sie wer weiß wie rasch nicht eine Utopiſterei, ungeheuer viel größer, als die zurück nach euren Schlupfwinkeln, um darbend und als eminent praktisch aufgenommen wird, und alle dafür unsrige, welche sehr bescheiden sagt: wir beantworten die schweigend zu sterben mit Frau und Kindern, oder ihr arbeiten werden, als dem besten Mittel zur Bestimmung Kriegserklärung mit Dienstverweigerung und Arbeitsein- handelt; gewiß ihr lauft dabei Gefahr, todt geschossen unserer Haltung dem Militarismus gegenüber. stellung? zu werden, aber was ist das Leben der Entbehrung werth, Papierne Resolutionen mit Versicherung von Abscheu Das ist Nothwehr, mehr nicht. Wenn Jemand uns und dafür habt ihr die Möglichkeit, euch zu sättigen und des Krieges, wie sie schon bei Hunderten vorhanden sind, angreift, vertheidigen wir uns, und wenn wir uns befreit nicht länger zu darben. Zwischen todt hungern und todt haben keinen Werth. Wahrlich, kein Hahn fräht danach. haben, sind wir nicht so dumm zu sagen: Nun ist die geschossen werden ist der Unterschied nicht sehr groß. Und je weniger sie sagen, desto einstimmiger werden sie Welt befreit von allen Räubern! Man vergesse doch nicht: Ist diese Logik der Verzweiflung so dumm, so angenommen werden. Die Einstimmigkeit hat sehr wenig was wir wollen, ist nur Nothwehr. Jeder muß wissen, phantastisch?*) Beweiskraft. War unsere Resolution eine Phrase, so was er thun muß im Kriegsfall, und gegenüber dem Nein, man sage aufrichtig: wir dürfen nichts auf hätte man nicht so viel dagegen angeführt; man fühlte, Protestiren stellen wir eine That. Alle Anschuldigungen, das Spiel seßen und darum machen wir Zerrbilder und daß sie der Anfang einer That war, und vor Thaten als ob wir als lltopiſten glauben, die ins Rollen genennen die praktischen Mittel phantastisch. Wenn aber schrecken die Meisten zurück Die kleinste That jedoch brachte Kugel aufhalten zu können, treffen uns nicht, die Satten in den Reihen der Hungrigen ständen, so sind macht mehr Propaganda als die größten Versammlungen find nur Schläge in der Luft. Wir wollen nur sorgen, wir der Ueberzeugung, daß sie ganz anders sprechen und die schönsten Resolutionen. daß die ins Rollen gebrachte Kugel gehemmt oder ab- würden. Darum bin ich einverstanden mit dem Schluß des geleitet wird, ohne daß sie unsern Genossen tödtliche Phantastisch war in der ganzen Geschichte jeder Artikels in der„ Volts- Tribüne" Nr. 37:„ Die gewaltigen Wunden schlägt ad majorem gloriam der Bourgeoisie. Ereignisse der Weltgeschichte werden durch keine ResoluWenn Liebknecht im Vorwärts in einem Artikel*) Der Unterschied ist nur der, daß wir keine. Beranlassung tionen disziplinirt. Was in den Dingen begründet ist, Gemäßigt und Radikal" an die„ Frankfurter haben zu einer Verzweiflungsthat. Erstens ist, wie ausgebricht unvorhergesehen, urwüchsig eigenthümlich zur Zeitung", welche die deutsche Sozialdemokratie gemäßigt führt, der Krieg zur Erreichung unserer Ziele nothwendig, und richtigen Stunde siegreich hervor." Vollkommen richtig, genannt hat, antwortete: Sie verwechseln„ gemäßigt" mit zwar ein siegreicher serieg, in dem wir also alle unsere Sträfte aber darum kann man einen Weg anzeigen, welchen zu logisch" und" radikal" mit„ phantastisch" dann so handelte es sich doch immer nur darum: Im Strieg werden folgen uns näher zum Ziel führt, man kann sich doch sagen, wir: Wir verstehen diesen Gegensatz nicht. Er neben vielen Anderen auch viele Sozialdemokraten todtgeschossen. auf alle Eventualitäten vorbereiten. wollte sagen: die Resolution des Brüsseler Bureaux war logisch, die holländische dagegen phantastisch. Wir fragen: Worin besteht das Unlogische unserer Resolution? Folgt " Schuhmacher! anstrengen müssen. Zweitens, wenn das nicht der Fall wäre, Aber das ist noch kein Motiv für einen Verzweiflungsstreich, in Folge dessen noch viel mehr Sozialdemokraten todtgeschlagen würden und die ganze Sozialdemokratie niedergeknüppelt würde ohne Anssicht auf einen Erfolg! A. d. R. Achtung! Achtung! Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und ver= wandten Berufsgenossen. Sonnabend, den 24. Oktober. im„ Elysium", Landsberger Allee: 4. Stiftungs- Feſt bestehend in Ball und Gesang, unter Mitwirkung des Gesangvereins Unverzagt II. ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Anfang 8 Uhr. Entree: Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Billets sind zu haben bei: P. Büttner, Urbanstr. 25, Eckerlein, Schiffbauerdamm 18, H. rechts 2 Tr., Krause, Dessauerstr. 37, b. Keller, Fuchs, Stallschreiberstr. 20, H. 1 Cr. rechts, Seidenberg, Bandelstr. 13, H. 3 Tr., Flugmacher, Admiralstr. 4, H. 2 Tr., Felsner, Betri straße 16, v. 2 Tr., Adamzack, Auguſtr. 6a, Koch, Palisadenstr. 7, v. 4 Tr. Hierzu ladet freundlichst alle Kollegen und Freunde ein Das Comité. Freunden und Genossen theile hierdurch mit, daß ich mein Geschäft am 1. Oktober von der Waldemarstraße 73 nach der Schlesischenstraße 3 verlegt habe. H. Müller, Schuhmachermeister. Geschäfts- Eröffnung. Zeige den Freunden und Genossen Schönebergs und Umgegend an, daß ich am 25. September eine Restauration und Destillation in Schöneberg, Sedanstraße 10, eröffnet habe. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Bitte mich in meinem neuen Geschäfte zu unterstützen, da ich in Berlin, Kaiserstr. 4, ausgemicthet worden bin. Schöneberg, den 26. September 1891. H. Hoffmann, Sedanstr. 10, früher Berlin, Kaiserstraße 4. Adolph Kehr. Genossen empfehle mein Hutgeschäft. Arbeite nur mit Fabrikanten, welche sich der Kontrolmarken deutscher Hutmacher angenommen haben. Köpenickerstraße 126. Haag, im September 1891. Domela Nieuwenhuis. Die Kunststickerei, Bilderhandlung und Bildereinrahmung Don Fröhlich& Richter 65, Grüner Weg Berlin O., Grüner Weg 65, empfiehlt sich den Genossen und Vereinen zur Lieferung von Saaldekorationen, Kolossalbüsten( 63 cm) 8 Mt., Bilder in sozialdemokratischen Genres zu Verloosungen 2c. Spezialität: Sozialdemokratische Sinnsprüche in bester Ausführung( eigenes Fabrikat). Anfertigung von Bannern, Fahnen etc. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß ich Anfangs Oktober ein Weiß und Bairischbier Lokal Kottbuser Damm Kottbuser Damm 2-3, eröffne. zur Verfügung. Hut- Fabrik 1. Geschäft: Blücherstraße 11, Zimmer mit Piano steht Richard Niemetschek. 2. Geschäft: Dresdenerstraße 123( zwischen Oranienplatz und Kottbuser Thor). 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Er kommt gefälligst in Dein Haus, Zählt freundlich ote Familie aus Nach Köpfen, Um zu dem Heil für SecT und Leib Kind, Kutscher, Köchin, Mann und Weib Zu schröpfen. Theilnehmend prüft er den Besitz, Ob Schulden Dich und Defizits Belasten,- Darum verschweig' ihm keine Last Und sag' ihn, deutlich, was Du hast Im Kasten: Bon Silber, Gold, von Schaf und Schwein, Von Austern, Spiritus und Wein, Vom Brode; Von Seid' und Lein', von Knopf und Band Gieb dem geliebten Vaterland 'ne Quote. Der Staat, er braucht es nicht zum Staat, Wenn er den Steuerapparat Läßt rollen? Drum sollst Du, wenn er, was ihm taugt, Mit Gier in alle Poren saugt, Nicht grollen. Willst Du geboren sein, so zahl', Zahl' auch, wenn zwang die letzte Qual Zum Sterben: Zahl' fort und fort nach Recht und Pflicht, Dann können einst die Deinen nicht Was erben. Mai» sollen mir also tJjnnl Bon Graf Leo Tolstoi. Deutjcb von August Scholz. XIII. Ich erinnere mich, daß ich während der ganzen Dauer meines erfolglosen Versuches, den unglücklichen Stadtbewohnern Hilfe zu bringen, mir selbst wie ein Mensch vorkam, der einen andern aus dem Sumpf ziehen möchte und dabei selbst auf moorigem Grunde steht. Jede Anstrengung von meiner Seite ließ mich die Unsicher- heit des Bodens fühlen, auf welchem ich stand. Ich fühlte, daß ich selbst im Sumpfe steckte; aber dieses Gefühl veranlaßte mich damals gleichwohl nicht, genauer unter meine Füße zu sehen, um zu erkennen, worauf ich stand; ich suchte immer nur äußere Mittel, um dem außer mir existirenden Uebel abzuhelfen. Ich fühlte damals, daß ich ein schlechtes Leben führte, und daß ich so nicht weiterleben durfte. Dies veranlaßte mich jedoch nicht zu der einfachen und klaren Folgerung, daß ich ein besseres Leben beginnen müsse, sondern ich zog daraus den eigenthümlichen Schluß, daß ich, um selbst eiu besseres Leben zu führen, das Leben Anderer verbessern müsse. Ich lebte in der Stadt und wollte das Leben von Stadtleuten verbessern, doch überzeugte ich mich bald davon, daß ich dazu nicht im Stande sei, und ich begann mich uun mehr in die Ggenthümlichkeiten des städtischen Lebens und der städtischen Armuth hinein- zudenken. Was ist dieses städtische Leben und diese städtische Armuth? Weshalb konnte ich, der in der Stadt lebte, den städtischen Armen nicht helfen? So fragte ich mich immer wieder. Die Antwort, die ich mir gab, lautete dahin, daß ich deshalb nichts für sie thun konnte, weil ihrer erstens allzuviel an einem Orte angehäuft waren, und weil zweitens diese städtischen Armen durchaus nicht von der Art waren, wie die Armen im Dorfe. Weshalb gab es ihrer hier so viel und worin bestand ihr Unter- schied von den Dorfarmen? Beide Fragen sind durch eine einzige Antwort erledigt. Es sind ihrer deshalb in der Stadt so viele, weil sich hier uni die Reichen alle diejenigen Leute sammeln, die auf dem Dorfe nichts zu essen haben, und ihre Eigen- thümlichkeit besteht darin, daß diese Leute vom Dorfe nach der Stadt gekommen sind, um hier ihren Lebens- unterhalt zu finden, d. h. sich satt zu essen; und wenn es Stadtarme giebt, die in der Stadt geboren sind, so sind jedenfalls deren Väter oder Großväter nach der Stadt gekommen, um in derselben ihren Lebensunterhalt zu finden. Was heißt das nun aber:.seinen Lebens- unterhalt in der Stadt finden?" Wenn man sich in diese Worte vertieft, so findet man in denselben einen ganz absonderlichen Sinn, der fast auf einen Witz hinausläuft. Vom Dorfe also, d. h. von denjenigen Oertern, an denen es Wälder und Wiesen, Getreide und Vieh giebt, an denen aller Reichthuin der Erde aufgehäuft ist— von diesen Oertern kommen die Menschen an denjenigen Ort, an dem es weder Bäume, noch Gras, noch überhaupt Aecker giebt, sondern einzige Steine und Staub! Was bedeuten diese Worte:„seinen Lebensunterhalt in der Stadt suchen", welche beständig als etwas durch- aus Klares und Verständliches theils von denjenigen. welche den Unterhalt suchen, theils von denen, die ihn gewähren, im Munde geführt werden? Ich erinnere mich all der Hunderte und Tausende von Stadtleuten— theils solcher, die behaglich, theils solcher, die ärmlich lebten— mit denen ich darüber gesprochen habe, weshalb sie eigentlich in die Stadt ge- kommen sind, Und sie sagten mir alle ohne Ausnahme, daß sie deshalb vom Dorfe hierher gekommen wären, um ihren Unterhalt zu finden, daß„Moskau nicht säe und nicht ernte und doch herrlich und in Freuden lebe", daß in Moskau Ueberfluß sei an allem, und daß man nur in Moskau das GAd erwerben könne, welches man im Dorfe gebrauche, um ein Haus, oder ein Pferd, oder Getreide, oder andere nothwendige Dinge anznschaften. Nun ist doch aber das Dorf die Quelle aller Reichthümer, dort nur sind alle Schätze der Erde, sind Wald und Getreide und Pferde zu haben. Weshalb denn erst in in die Stadt gehen, um das zu erhalten, was das Dorf selbst bietet? Und weshalb vor allem alle jene Dinge, die der Dorfbewohner nöthig hat— Mehl, Haser, Pferde, Vieh— überhaupt in die Stadt bringen? f undertmal sah ich aus den Gesprächen, welche ich iesen Gegenstand mit den zugezogenen Dorfbewoh- nern führte, sowie aus meinen eigenen Beobachtungen, daß die Anhäufung jener in den Städten theils gezwungen ist, indem sie sich auf andere Weise nicht zu ernähren vermögen, theils freiwillig indem sie sich von den Lockungen des Stadtlebens verführen lassen. Es steht fest, daß die Lage der Bauern eine derartige ist, daß sie, um die Ansprüche zu befriedigen, welche an sie im Dorfe gestellt werden, ihr Getreide und Vieh nach der Stadt verkaufen müssen, dasselbe Getreide und dasselbe Vieh, welches, wie sie wohl wissen, sie bald wieder nöthig brauchen und gezwungenerweise in der Stadt zurückkaufen werden. Es steht jedoch eben so fest, daß der verhältnismäßig leichtere Geldverdienst und das lustige Leben in der �tadt den Landbewohner hierher lockt, und daß er unter dem Vor- wände, seinen Unterhalt zu suchen, oftmals nur deshalb nach der Stadt geht, um leichtere Arbeit zu finden, besser zu essen, dreimal täglich Thee zu trinken, den Stutzer zu spielen, sich zu betrinken und ein ausschweifendes Leben zu führen. Die Ursache der wie der andern Erscheinung ist ein und dieselbe: sie liegt in dem Uebergang der Reichthümer aus den Händen der Produzenten in diejenigen der NichtProduzenten und in der Anhäufung derselben in den Städten. Kaum ist der Herbst angebrochen und der Reichthum des Jahres in den Dörfern eingesammelt, so treten sogleich allerhand Anforderungen an den Dorf- bewohner heran: Staatssteuern und Grundabgaben werden eingetrieben, die Rekrutirung beginnt. Dazu kommen die Schenken, die Hochzeiten, die Feiertage mit ihrem Anreiz zum Laster. Allerhand Händler rncheinen auf den Dörfern, und der ganze Vorrath an Getreide und Früchten und Vieh— Roggen und Hafer, Buchweizen und Erbsen, Flachs und Hanf, Leinfamen und Hanfsamen, Butter, Eier und Hühner, Kälber und Kühe, Schwarz- vieh und Pferde— alles geht in die Hände fremder Menschen über, wird zunächst in die Landstädte und von diesen in die Hauptstädte gebracht. Der Dorfbewohner muß alle diese Dinge hingeben, um die an ihn gestellten Ansprüche und sein eigenes Vergnügungsbedürfniß zu befrie- digen, und nachdem er seine Reichthümer hingegeben, muß er selbst Roth und Mangel leiden, die zu beseitigen er dahin gehen muß, wohin ihm bereits seine Schätze vorangegangen sind. Dort sucht er nun theils das Geld zu erlangen, dessen er zur Befriedigung seine hauptsäch- lichsten Bedürfnisse bedarf, theils macht er, von den Lockungen der Stadt verführt, sich selbst in Gemeinschaft mit den andern jene angehäuften Reichthümer zu nutze. Ueberall in ganz Rußland— und ich glaube, nicht in Rußland allein, sondern in der ganzen Welt— geschieht in dieser Hinsicht ganz genau dasselbe. Die Reichthümer der ländlichen Produzenten gehen in die Hände der Händler, Grundbesitzer. Beamten, Fabrikanten über, und die Leute, welche sich diese Reichthümer aneignen, wollen natürlich von denselben Nutzen ziehen. Das aber können sie nur in der Stadt in vollem Umfang zur Ausführung bringen. Erstens nämlich sind auf dem platten Lande, dessen Bewohner sehr zerstreut wohnen, die mannigfachen Bedürfnisse der Reichen nicht so leicht zu befriedigen, es fehlt da an allerhand Professionisten, Kaufleuten, Banken, Gasthäusern und Vergnügungslokalen. Zweitens fällt auf dem Dorfe eins der Hauptvergnügen fort, welche der Reichthum gewährt, nämlich die Befriedigung des Ehr- geizes und der Sucht, Andere in dieser oder jener Hinsicht zu überflügeln. Auch daran ist der Umstand schuld, daß die Landbewohner so weit aus einander wohnen. Und wer verstände sich wohl auf dem Lande darauf, all die Herrlichkeiten eines üppigen Lebens, die Pracht, der Wohnungen, die Gemälde und Bronzen, die Equipagen und Toiletten zu bewundern? Der Bauer weiß alle diese Dinge nicht zu beurteilen und zu schätzen. Ja, der Besitz solcher Dinge ist für einen Menschen, der noch Gewissen besitzt oder von furchtsamer Natur ist, auf dem Dorfe sogar unangenehm und gefährlich. Es ist auf dem Dorfe etwas peinlich und heikel, sich in Milch zu baden oder junge Hunde mit Milch zu füttern, während die Kinder des Nachbars keine Milch haben; es ist peinlich und heikel, Pavillons und Treibhäuser mitten unter Menschen anzulegen, die in schmutzigen, ungeheizten Lehmhütten wohnen. Es giebt auf dem Dorfe keine genügende Polizei, welche die dummen Bauern nöthigen- falls zur Vernunft bringt, wenn sie etwa in ihrer Thor- heit alle diese schönen Dinge zerstören. Und darum thun sich die reichen Leute zusammen und schließen sich an ebensolche reiche Leute mit gleichen Bedürfnissen in den Städten an, wo die Befriedigung aller solcher Luxusbedürfnisse durch eine zahlreiche Polizei vollkommen geschütz ist. Die eigentlichen Urbewohner dieser Städte sind die staatlichen Beamten; in ihrer Nähe haben sich zunächst zahlreiche Handswerksmeister und Gewerbsleute niedergelassen, und ihnen schließen sich nun auch die Reichen an. Dort braucht der reiche Mann nur in Gedanken einen Wunsch zu hegen, und sogleich wird derselbe erfüllt werden. Dort kann er auch seinen Ehrgeiz befriedigen, kann er sich mit seinen Nachbarn im Luxus messen, findet er Leute, die er in Eerstaunen setzen und in den Schatten stellen kann. Namentlich aber wirö der reiche Mann das Leben in der Stadt des- halb angenehmer finden, weil er nicht mehr jenes peini- gende, unangenehme Gefühl hat, das er bei seinem üppi- gen Leben auf dem Dorfe empfand; es wird ihm im Gegentheil peinlich sein, wenn er nicht üppig leben, nicht auf dem gleichen Fuße existiren kann, auf welchem seine Standesgenossen existtren. Was auf dem Lande beängstigend und peinlich er- schien, das erscheint in der Stadt ganz natürlich. Unter dem Schutze der Gewalt genießen die' in der Stadt an- gesiedelten Reichen in Ruhe alles das, was vom Dorfe hierher gebracht worden ist. Und hierher muß nun der Dorfbewohner sich wenden, um theils sich von den Bro- samen zu ernähren, die von den Tischen der Reichen fallen— dieser Reichen, die in einem Festschmaus ohne Ende dasjenige verzehren, was jenen abgenommen worden — thcüs um sein eigenes Leben gleichfalls so einzurichten, daß er selbst weniger arbeite und mehr Nutzen von fremder Arbeit zieht, ein Wunsch, der bei dem Anblick des wohl- gesicherten und geschützten und von aller Welt gebilligten Luxuslebens der Reichen ganz naturgemäß in ihm er- wachen muß. Und so zieht er denn in die Stadt und läßt sich neben den Reichen nieder, indem er mit allen Mitteln das, was er nothwendig braucht, von ihm zurückzuer- langen sucht, und indem er sich allen jenen Bedingungen unterwirft, welche die Reichen ihm stellen. Er trägt mit bei zur Befriedigung aller ihrer Launen; er bedient sie in der Badestube und im Gasthaus, fährt sie als Droschkenkutscher, überläßt ihnen seine Tochter als Prosti- tuirte, fertigt für sie Equipagen nnd Spielzeug und Modeartikel und lernt von ihnen nach und nach ganz ebenso leben, wie sie selbst leben— nicht durch Arbeit, sondern durch allerhand Kniffe und Listen, durch welche er andern die von ihnen angehäuften Reichthümer entlockt, und so fällt er der Verführung anHeim und geht zu Grunde. Und diese durch den städtischen Reichthum verdorbene Bevölkerung ist der Urquell jenes städtischen Elends, dem ich abhelfen wollte und doch nicht abhelfen konnte. Und in der That, man braucht sich nur hineinzu- denken in die Lage dieser Dorfbewohner, die in die Stadt kommen, um das zur Bezahlung ihrer Steuern oder zur Anschaffung von Saatgetreide nothwendige Geld zu ver- dienen, die nun sehen, wie rings um sie Tausende sinn- los verschwendet und Hunderte mit leichter Mühe verdient werden, während sie selbst für schwere, harte Arbeit in Kopeken bezahlt werden— und man wird sich nur darüber wundern können, daß noch so viele von diesen Leuten ehrliche Arbeiter bleiben, und daß sie sich nicht alle auf irgend eine leichtere Art des Beutemachens legen— etwa auf den Handel, die Aufkauferei, das Betteln, die Unsitt- lichkeit, den Betrug oder selbst den Raub. Wohl haben wir, die wir theilnehmen an jenem Festschmaus ohne Ende, der in den Städten beständig gefeiert wird, uns so sehr an diese Lebensweise gewöhnt, daß wir es durchaus natürlich finden, wenn ein einzelner Mensch allein fünf große Zimmer bewohnt, zu deren Heizung soviel Birkenholz nothwendig ist, als für zwanzig Familien zur Erwärmung und Nahrungsbereitung noth- wendig ist; daß wir nichts Besonderes daran finden, wenn jemand, um eine halbe Werst zu fahren, zwei Traber vor den Wagen spannen und zwei Leute auf den Bock steigen läßt, wenn derselbe Mensch den Parketfußbodcn seiner Zimmer mit kostbaren Teppichen belegt und fünf- tausend oder gar zehntausend Rubel auf einem Ball ausgiebt. Aber ein Mensch, der zehn Rubel braucht, um Brot für eine Familie zukaufen, oder der die sieben Rubel nicht verdienen kann, welche nothwendig sind, damit ihm nicht wegen eines Steuerrückstandes das letzte Schaf aus dem Stalle genommen werde- ein solcher Indem ich mich so in das eigenthümliche Wesen der Das sind die hauptsächlichsten Argumente, die nach Mensch kann diese Dinge nicht natürlich finden. Wir städtischen Armuth vertiefte, der ich nicht hatte helfen können, Zola den Krieg rechtfertigen. Bemerkenswerth ist, daß glauben, daß alle diese Dinge den armen Leuten als erkannte ich, daß die erste Ursache derselben darin lag, er sie wie Aphorismen ausspricht, wie Grundsäge, welche selbstverständlich erscheinen: ja es giebt sogar naive Leute, daß ich den Dorfbewohnern die unentbehrlichen Dinge sich durch sich selbst rechtfertigen. Wenigstens hat es den welche allen Ernstes behaupten, daß die Armen uns dafür wegnehme und sie alle in die Stadt bringe. Die zweite Anschein, als wenn der berühmte Schriftsteller dies sehr dankbar sind, wenn wir ihnen durch unsere Luxus- Ursache lag darin, daß ich hier in der Stadt, indem ich glaubt, denn er giebt sich während des ganzen langen bedürfnisse Gelegenheit geben, sich ihren Unterhalt zu das vom Dorfe Zusamengebrachte zu meinem Nuzen ver- Artikels nicht die geringste Mühe, sie zu erklären und zu verdienen. Aber die Armen haben ihren gesunden Menschen- wende, durch meinen unsinnigen Aufwand die Dorf- beweisen. verstand dadurch nicht verloren, daß sie arm sind, und bewohner, welche mir in die Stadt nachfolgen und mir Er scheint sich nicht um die Bedenken zu kümmern, sie gebrauchen denselben in ganz derselben Weise wie wir. wieder Einiges von dem Raube abzujagen suchen, zur welche im Gehirn jedes nur einigermaßen reflektirenden So wie wir bei der Nachricht, daß der und der zehn- Ausschweifung verführe und verderbe. Bola und der Krieg. Von Mac Arle. I. Lesers aufsteigen müssen, denn, daß das Gesagte nichts oder zwanzigtausend Rubel im Spiele verloren hat, Neues, daß es im Gegentheil nur die alte schon seit sogleich daran denken, wie gut wir dieses Geld, das jener Jahrhunderten immer wieder angestimmte Litanei ist, steht zum Fenster hinausgeworfen, etwa zur Ausführung eines jeder vernünftige Mensch ein. Es ist doch gewiß nicht Neubaues oder zu besserer Einrichtung unserer Wirthgenug, daß man derartiges Zeug wie einen Lehrsatz von schaft hätten gebrauchen können, so denken auch die Armen, sich giebt, man muß doch wenigstens den Versuch machen, wenn sie sehen, wie das Geld rings um sie unsinnig Zola hat in einem Artikel des„ Matin", der auch ihn ein wenig zu erklären und auf seine Richtigkeit zu verschwendet wird, sogleich an den Gebrauch, den sie in mehrere deutsche Zeitungen übergegangen ist, seine prüfen. selbst von diesem Gelde machen würden, und zwar liegt Ansichten über die Kriege niedergelegt; er hat dieselben Vielleicht denkt Zola, er wäre so hoch gestellt, daß ihnen ein solcher Gedanke um so näher, als es sich bei mit einer so ernsten Bestimmtheit ausgesprochen, daß sie die von seinen Lippen fließenden Worte wie ein göttliches ihnen nicht um die Erfüllung phantastischer Wünsche, wie ein Orakel flingen, welches das Schicksal der Völker Gebot ohne Diskussion in Ergebung entgegengenommen werden müßten. sondern vielmehr um die Befriedigung der nothwendigsten verkündet. Der Krieg ist eine verhängnißvolle Lebensbedürfnisse handelt, zu der ihnen oft genug die Zola hat bisher Romane geschrieben, gute Romane Nothwendigkeit, die ihren Grund in der menschlichen Mittel fehlen. sogar, die ihm den Ruf eines der größten Schriftsteller Natur, in der Schöpfung selbst hat, er herrscht überall, Wir sind in einer argen Täuschung befangen, wenn unserer Zeit einbrachten, und zwar mit Recht, denn er sogar im privaten Leben." wir glauben, daß die Armen die Pracht und den Luxus nicht ist unerreichter Meister in der Kunst, gewisse Seiten des Ja, mein Gott, warum aber ist er denn so nothsehen, der sich rings um sie breit macht. Niemals, weder Lebens zu beobachten und wiederzugeben. wendig, fragt sich der Leser, der nicht einsteht, daß die in der Vergangenheit noch in der Zukunft, haben sie es Da er es verstand, seine Romanfiguren zu Typen Erscheinungen der Kriege, Tödten, Sengen und Brennen, als recht und billig anerkannt, daß ein Theil der Menschen des realen Lebens zu formen, die geistige und sinnliche wünschenswerthe Belustigungen seien. beständig Feiertage begehe, während ein anderer Theil Welt, in welcher sie sich bewegen, mit fünstlerischem Warum antwortet Zola denn nicht auf diese Fragen beständig fastet und arbeitet. Vielmehr sind sie zunächst Pinsel zu malen, so hat er anscheinend geglaubt, daß und giebt uns den Grund der Nothwendigkeit der darüber verwundert und empfinden es als eine Kränkung, derselbe Adlerblick, mit dem er das Leben und Denken Kriege an? " Eine dann aber, wenn sie die Sache eine Weile mit angesehn der Individuen durchdringt, ihn auch auf dem Gebiet der Die Sache ist die, um eine Behauptung beweisen und sich überzeugt haben, daß diese Ordnung der Dinge Sozialwissenschaften, in dem Getriebe der wirthschaft zu können, muß sie überhaupt beweisbar sein. als eine durchaus gesetzmäßige anerkannt set, streben sie lichen Zusammenhänge und Nothwendigkeiten leiten Schwäche nach dieser Richtung verdeckt man gar zu gern selbst danach, sich von der Arbeit zu befreien und an müsse. dadurch, daß man erst recht den Brustton der tiefsten dem Feiertagsschmause theilzunehmen. Den Einen gelingt Wenn Zola ein solches Vertrauen in seinen Scharf- Ueberzeugung anschlägt. die Sache sehr bald, und sie werden zu ebensolchen ewig blick gefeßt hat, so folgt er darin nur dem Beispiel einer Wenn er sagt, der Krieg ist mit der menschlichen Feiernden; Andere gelangen erst nach und nach in diese großen Menge zeitgenössischer Schriftsteller. Viele dieser Natur so untrennbar verbunden, daß er auch das PrivatLage, während noch Andere abfallen, das Ziel nicht Herren haben geglaubt, daß, weil sie geschickt den Pinsel leben beherrscht, so kann man dies doch nur so verstehen, erreichen und, nachdem sie das Arbeiten verlernt haben, führen, etwas Geschehenes aufzufaffen und wiederzugeben als sei die Neigung zu Streit und Krieg eine Charakterdie Bordelle und Asyle anfüllen. wissen, weil sie die Musik der Sprache beherrschen und eigenschaft des Menschen, die sich im kleinsten Maßstabe Vor drei Jahren nahmen wir einen jungen Bauern- das Interesse des Lesers wachhalten, daß sie deswegen bein Einzelwesen, im größten bei der Anhäufung derEr konnte auch soziale Baumeister sein müßten und über die Be selben, dem Staat zu erkennen giebt. Aber wo sind die burschen vom Dorfe als Buffetdiener an. sich mit den Lakaien nicht vertragen und wurde entlassen. dingungen einer gesunden Gestaltung der Gesellschaft psychologischen Thatsachen, welche dies beweisen sollen? Zola hat anscheinend seinen Beruf als Analytiker verEr trat bei einem Kaufmann in Arbeit, wußte sich die ebenso sicher urtheilen könnten. Zufriedenheit seines Herrn zu erwerben und geht jetzt in Es giebt viele Menschen, welche naiv genug sind, gessen, der seine Materie erst genau erforscht, ehe er über einer Weste mit Uhrkette und eleganten Stiefeln einher. zu glauben, daß man über solche Fragen sprechen und ihre Bestandtheile Behauptungen aufstellt. Er spricht An seine Stelle nahmen wir einen andern Bauern an, richten könne, ohne sich tiefer mit der Materie beschäftigt, wie ein gewerbsmäßiger Zeitungsschreiber, der die Schlagder bereits verheirathet war; er gewöhnte sich das Trinken ohne sich das angeeignet zu haben, was ein Denkerkreis worte seines Parteiprogramms wiederholt, ohne mehr an und mußte gleichfalls entlassen werden. Sein Nach- in jahrhundertlanger ernster Arbeit geschaffen hat. Sie darüber nachzudenken. Denn es gehört sicher eine ganz folger begann ebenfalls zu trinken und mußte, nachdem sind blind gegenüber ihrer eigenen jämmerlichen Rolle besondere Phantasie dazu, in der menschlichen Seele den er alles verjubelt hatte, in den Asylen seine Zuflucht und fühlen nicht, daß diejenigen, welche dergleichen Sachen Instinkt wüthenden Hasses gegen alles, was nicht zum suchen. Auch ein alter Koch gewöhnte sich in der Stadt ein wenig studirt haben, ebenso mitleidig über sie lächeln eigenen Ich gehört, zu entdecken und es für einen Bedas Trinken an und wurde frank. Ein Lafai, der früher müssen, wie über ein neunjähriges Kind, das den ersten standtheil derselben zu erklären, alles vernichten zu wollen, ein Gewohnheitstrinfer gewesen war, dann jedoch auf Unterricht in der römischen Geschichte erhalten hat und was außerhalb des Individuums liegt. Eine solche Bedem Dorfe fünf Jahre lang gar nicht getrunken hatte, nun wichtig über die Cato und Cicero erzählen will. hauptung ist fürwahr eine Banalität allerersten Ranges, verfiel in Mioskau, wo seine im Dorf verbliebene Frau Die Herren Kinder der Literatur spielen wirklich keine aber es ist Zola, der sie ausspricht. ihn nicht bewachen konnte, wiederum in sein altes Laster bessere Rolle, wenn sie mit der Feder, welche gewohnt Die der menschlichen Seele innewohnende Tendenz, und richtete sich vollständig zu Grunde. Bei meinem ist, die Liebesgeschichten einer Adele aus der höheren oder Herr Bola, ist vielmehr eine entgegengesezte, denn sicher Bruder steht ein junger Bnrsche aus unserem Dorfe als niederen Gesellschaft zu schreiben, soziale Probleme lösen gehört die Gattung Mensch zu denjenigen, welche sich am Buffetdiener in Diensten. Sein Großvater, ein blinder wollen. Ganz kürzlich hat sich auf dieselbe Weise der allerwenigsten isoliren, in sich und für sich leben können. Greis, kam während meines Aufenthaltes auf dem Lande große französische Dichter und Akademiker Coppée durch Dem Menschen ist es Lebensbedingung, sich mit anderen zu mir und bat mich, diesen seinen Enkel zu bestimmen, einige im„ Eclair" veröffentlichte Artikel blamirt, welche zu einer Gemeinschaft zu vereinen, und zwar sogar unter daß er ihm doch zehn Rubel zur Bezahlung der Steuern einfach eine Anhäufung Biedermeiernden Blödsinnes sind, gesellschaftlichen Umständen, welche unter ihnen einen schicken möchte, da er sonst seine Kuh verkaufen müßte. und durch welche er sich ein Denkmal unsterblicher Interessengegensatz hervorrufen. Selbst wenn dem " Immer redet er: Ich muß mich doch anständig Lächerlichkeit sezte. Menschen die Möglichkeit gegeben wäre, alle seine anziehen," erzählte der Alte,„ na, mag er sich meinet- Wenn ein solches Verfahren auch kindlich ist, so Wünsche und Leidenschaften zu befriedigen, so würde wegen' n Paar ordentliche Stiefel kaufen; aber ich glaub' giebt es unglücklicherweise doch eine große Anzahl das Leben ihm doch unerträglich sein, wenn er gezwungen gar, er will sich' ne Uhr anschaffen." Menschen, für die ein bekannter Name als Passe- Partout wäre, einen Zustand der Feindschaft, des Krieges mit Man konnte es aus seinen Worten entnehmen, daß alles möglichen Unsinnes gilt. allen anderen zu akzeptiren. Sich mit anderen in Harer die Anschaffung einer Uhr für eine ganz unerhörte In den Augen dieser Leute handelt ein großer monie zu befinden, ist der Wunsch, die Grundstimmung Thorheit hielt, und in der That muß dieselbe in einem Schriftsteller auch immer als solcher, er möge seinen eines jeden Menschen, der menschlichen Natur im Allgesolchen Lichte erscheinen, wenn man bedenkt, daß der Alte Pegasus auf einem Gebiet tummeln, wie er wolle. Sie meinen. während der ganzen Fastenzeit nicht ein Stückchen Butter wollen oder können sich nicht Rechenschaft darüber ab- Das ist so psychologisch wahr, daß Niemand sich genossen hat, und daß das Brennholz, welches er im legen, daß es etwas grundsäglich Verschiedenes ist, das des Unbehagens erwehren kann, wenn er gezwungen ist, Walde für sich geschlagen hat, sammt seiner Arbeit verfällt, Leben zu beobachten, zu schildern, hohe Lieder der Liebe mit Anderen in Uneinigkeit zu sein, selbst dann, wenn er wenn er nicht die Restschuld von 1 Rub. 20 Kop. auf zu singen, und politische und wirthschaftliche Fragen sich sagen muß, daß er im Rechte sei. Der menschlichen dasselbe bezahlen kann. Es erwies sich jedoch, daß die zu untersuchen. Natur ist der Kriegszustand mit Anderen so widerwärtig, Vermuthung, welche der Alte nur im Scherz ausgesprochen Für sie ist es nur der große Mann, der spricht, daß man sogar versöhnlich gegen diejenigen gestimmt ist, hatte, vollkommen der Wirklichkeit entsprach. Der Bursche man wiederholt seine Worte, stimmt ihnen zu und trägt die unserer Meinung nach nicht richtig gegen uns geerschien bei mir in einem feinen schwarzen Paletot und sie weiter. handelt haben. Das Gefühl gegenseitiger Uebereinstimin Stiefeln, für die er acht Rubel bezahlt hatte. Und Das ist auch der Grund, weshalb ich mich heute mung ist ein Grundprinzip der menschlichen Natur, wie meine Kinder, die ihn von Kindheit an kennen, haben mit den Gedanken Zola's über den Krieg beschäftige. es auch zu einem Gebot der Nothwendigkeit wird, je mir erzählt, daß er es in der That für durchaus noth- Weil er, einer der größten Schriftsteller unserer Zeit, mehr der Mensch sich vom Zustand der Thierheit entwendig halte, sich eine Uhr anzuschaffen. Er ist sonst sie geäußert, nur darum haben sie ihren Weg in die fernt. Ich kann demnach bisher im menschlichen Charakter ein herzensguter Junge; aber er ist der Ansicht, daß man Beitungen nicht nur Frankreichs sondern ganz Europas die wilden, friegerischen Eigenschaften noch nicht entdecken, ihn auslachen wird, solange er keine Uhr hat. Und so genommen. Hätte ein Anderer sie von sich gegeben, so von denen Zola spricht. muß denn die Uhr angeschafft werden. Im letzten Jahre brauchte ich mir nicht die Mühe zu machen, denn die Aber es scheint mir, daß Zola, wenn er vom Einließ sich eine Kammerzofe, ein Mädchen von achtzehn Gedanken an sich sind so fadenscheiniger Natur, daß eine fluß des Krieges auf das Privatleben spricht, damit den Jahren, bei uns im Hause in ein Liebesverhältniß mit förmliche Widerlegung ihnen eigentlich zu viel Ehre Konkurrenzkampf und den Widerstreit der wirthschaftdem Kutscher ein. Sie wurde deshalb entlassen. Unsere anthut. lichen Interessen gemeint hat, welche durch das heutige alte Amme, mit der ich über diese Unglückliche sprach, er- Nach einigen vorbereitenden Säßen, in denen er System hervorgebracht werden. innerte mich an einen anderen, ähnlichen Fall: vor etwa sagt, daß seine Auslassungen feineswegs Bezug haben Hierauf ist die Antwort einfach genug. Die wirthzehn Jahren hatte sich ein anderes Mädchen während sollten auf die Uneinigkeit zwischen Frankreich und schaftlichen Bedingungen, also veränderliche Dinge, können unseres furzen Aufenthalts in Moskau mit einem Lakaien Deutschland, die in der Geschichte nur eine Anekdote wohl einen Einfluß auf den menschlichen Charakter auseingelassen. Es war gleichfalls entlassen worden, ging in darstelle", spricht Zola seine Entdeckung aus: üben, aber sie stammen doch nicht aus demselben und ein Bordell und starb, noch nicht zwanzig Jahre alt, im" Daß der Krieg eine Nothwendigkeit ist, welcher wir stehen in keinem ursächlichen Zusammenhange mit demHospital an der Syphilis. Man braucht nur um sich zu uus nicht widersetzen können, weil sie gewissermaßen in derselben. Unter dem Druck dieser Bedingungen nimmt die menschlichen Natur, in der Schöpfung beruhe" schauen, um zu erschrecken vor der Ansteckung, die wir, " Ich sage, daß der Strieg nothwendig und nüßlich Thätigkeit der Individuen auf dem Felde der Produktion nicht zu reden von den Fabriken und Geschäften, ganz ist, weil er geradezu die Bedingung unseres Seins bildet. Wir allerdings einen gegenseitig feindlichen Charakter an, aber allein unter denjenigen verbreiten, welche unmittelbar sehen ihn überall herrschen, zwischen verschiedenen Rassen, die Ursachen liegen nicht im Charakter der Menschen, unseren Luxusbedürfnissen dienen, vor dem Gifte der zwischen verschiedenen Nationen, sogar im Privatleben, er bildet sondern in den Verhältnissen, unter denen heute produzirt ein höheres Moment des Fortschritts und jeder Schritt, den die Unmoral, das wir hineintragen in die Mitte derselben Menschheit nach vorwärts thut, wird durch eine blutige Er wird. Nun können freilich diese letzteren die Natur des Menschen, denen wir dann hinterher wieder helfen wollen. scheinungsform desselben martirt." Menschen bis zu einem gewissen Grade bestimmen, sie I t C 0 t eine Grenze. dann gäbe es wohl heute nicht einmal eine Arbeiterpartei in ummodeln, sie wirken z. B. heute dem altruistischen Zug| Kommune gegeben, wo ſtände heute der Sozialismus? Hätten Arbeitern. In der ersteren Summe ist die verhältnißin derselben geradezu entgegen, aber dieser Einfluß hat im Centre( bedeutende Kohlengegenden Belgiens) hervorgerufen, Ausbeutung dem Kleingewerbe den Stempel besonderer in derselben geradezu entgegen, aber dieser Einfluß hat die Anarchisten nicht den Aufſtand 1886 in der Borinage und mäßig große Zahl der Lehrlinge enthalten, deren intensive Unter dem Einfluß des kalten Egoismus, der die Belgien. Gefährlichkeit verleiht. Die Arbeitskraft des Lehrlings Wirthschaft der Gegenwart beherrscht, muß natürlich auch Die Revolution ist die Hebamme der Gesellschaften." ist eben noch billiger als die des Weibes, daher die verder Charakter des Menschen einen egoistischen Zug an- griffe zu Gunsten der Bourgeoisie abdanken. Diese Bewegung Die Anarchisten behaupten, die Sozialisten stünden im Be- hältnißmäßig geringe Anzahl der Frauen im Kleingewerbe, nehmen, er muß sich individualisiren, sich in sich selbst habe in entscheidender Weise und so zu sagen international auf ein Umstand, der übrigens auch mit der primitiven zurückziehen, so sehr seine eigene Natur dies zuläßt. Nie dem Pariser Kongresse i. J. 1889 begonnen. Dort seien die or- Technik des Kleingewerbes zusammenhängen mag. aber werden die materiellen Verhältnesse und Einflüsse ganisirten Arbeitergruppen vom Revolutionarismus zum ReEin Vergleich mit der ,, Allgemeinen Arbeiterkrankenden Charakter ganz beherrschen können. Wäre dies der formismus übergegangen. Nun wohl: die Anarchisten wollen ihre revolutionären und Unterstüßungskasse" in Wien, der fast ausschließlich Fall, würde der heutige Mensch überall nach den Grund- Ideen nicht aufgeben. Das war es, was sie auf dem Kongresse Fabriksbetriebe angehören, läßt diese Erscheinung noch sätzen handeln, wie sie im Wirthschaftsleben sich entfalten, erklären wollten. Man hat ihnen das Wort abgeschnitten. Sie schärfer hervortreten. Während bei den genossenschaftso wäre er das wilde Thier, das nur sich selbst, die wollen nun öffenlich jede Verantwortung für die Komödie im lichen Krankenkassen das Verhältniß der weiblichen ArbeitsBefriedigung seines Hungers, seiner Leidenschaften und Saale Saint- Michel" von sich ablehnen. Kurz, die hervorragenden Sozialisten mit ihren Lehren und träfte zu den männlichen 11,5 pet. zu 88,5 pCt. ist, Begierden kennt und jedem andern Wesen drohend die ihrer Taktik werden hier als reine„ Bourgeois" hingestellt von beträgt es bei der genannten Klasse 30 pCt. zu 70 pCt. Zähne zeigt. In unserer so individualisirten Gesell- den Anarchisten, den Unverfälschten, den Revolutionären, welche Die Zahl der Frauen ist demnach bei den genossenschaftschaft, in der der Eine unter den Augen des Anderen nichts mehr mit ihnen zu thun haben wollen, weder jetzt noch lichen Kassen fast dreimal so groß als bei der Allgemeinen Hungers sterben kann, müßte also nur die wilde Begier Wollen Sie wissen, wofür die Anarchisten gestimmt hätten, Stasse. Dabei ist zu bedenken, daß der Prozentsaz 11,5 herrschen, das für das eigene Leben Nöthige zusammen- wenn sie in der Lage gewesen wären, zu den auf dem Kongresse blos eine Durchschnittsziffer repräsentirt, daß also bei zuraffen, allen widerstreitenden Empfindungen, der behandelten Fragen Stellung zu nehmen? den mit Maschinen arbeitenden Betrieben die Zahl der Freundschaft, Liebe, dem geselligen Verkehr müßte man Ihr Organ„ L'homme libre" theilt es uns ausführlich mit: ängstlich fliehen. 1. Zur Frage der Arbeitsgesetzgebung erklären sie,„ daß die Frauen eine bedeutend höhere ist. In der That steigert Erfahrung in Bestätigung der Theorie uns räth, die Hoffnung sich dieselbe bei den Buchbindern, Banderzeugern, auf Verbesserung der Lage des Arbeiters durch Gesetze aufzugeben; Posamentirern auf 40,7 pct., 62,9 pCt. beziehungsweise daß es besser ist, wenn die Arbeiter ihre Blicke richten auf den 67 pCt. unvermeidlichen Kampf zur Zerstörung des Kapitales und des Staates, zur Besitzergreifung der Arbeitsmittel, zur freien und autonomen Organisation der Arbeiter- Genossenschaften." Nun könnten zwar die Menschen wohl etwas brüderlicher sein, wie sie heute sind, aber, von den Klassengegensägen abgesehen, ist das Bild selbst heute doch ein anderes. Die Verhandlungen der Anarchisten in Brüffel. in Zukunft. tadeln!" Zu traurigen Schlüssen nöthigt der Altersaufbau der Kassenmitglieder. Es standen im Alter von 13 Jahren 2. Zur Frage der Arbeitseinstellung:" Der Kongreß sollte jedes Streben nach Einschränkung des freien Vorgehens der Arbeiter und ihre Festschraubung durch das Gesetz aufs schärfste 3. Zur Frage der Arbeiter- Organisation:" Der Kongreß Der Bollständigkeit wegen tragen wir nach dem Bericht sollte alle sozialistischen Arbeiter- Gruppen auffordern, sich zu deeines fremdländischen Blattes noch die Verhandlungen der Anar- zentralisiren, sich von ihren Zentral- Ausschüssen zu befreien, den chisten in Brüssel nach. Die vorgebrachten Gedanken scheinen lokalen Gruppen vollständige Autonomie zu gewähren und volle allerdings an Unklarheit zu leiden und bieten nur das bekannte, Freiheit, sich untereinander zu verbünden. Ferner sollte der 14 individualische Programm, das schon klarer, wenn auch allerdings kongreß aufs entschiedenste jedes Bündniß mit den sogenannten gleichfalls nicht überzeugend, auseinandergesetzt ist. Immerhin radikalen Bourgeois und ihrer Politik verpönen, endlich allen gebietet es aber die Gerechtigkeit, auch diese Männer anzuhören. demokratischen Blunder verwerfen wie: die Agitation für das 25-29 Ihr Ausschluß vom Sozialistentongreß war nothwendig, da ihre allgemeine Stimmrecht, die Theilnahme an den Wahlen, das Disziplinlosigkeit schon früher geschadet hat; wenigstens müssen Erringen der Gewalt im Staate, die angebliche Diktatur des wir sie dann aber nachher zu Worte kommen lassen. Proletariats,( in Wirklichkeit einiger Führer) und staat dessen 60-69 Wahlenthaltung, Rampf bis aufs äußerste gegen den Barlamen- 70 und darüber tarismus als nothwendiges Zubehör zur Arbeitseinstellung und zum Kampfe gegen das Kapital empfehlen." Bereits am zweiten Kongreßtage, Montag Abends, ließen die Anarchisten in den Blättern folgende Notiz veröffentlichen: Die nach ihrer Ausschließung aus dem internationalen Kongreffe bersammelten Anarchisten stellen fest, daß jene Maßregel gegen fie ergriffen worden, weil sie nicht die Ansicht der großen Mehrheit dieses Kongresses über die Mittel zur Befreiung der Arbeiter theilen. Sie beschließen, nächsten Samstag 8 Uhr Abends im Rubens- Saale eine große Versammlung zu veranstalten, um die öffentliche Meinung aufzuklären über die Frage: Hat der zu Brüssel versammelte Kongreß das Recht, sich sozialistisch zu nennen?" Ein Streiflicht auf das Wiener Kleingewerbe. Von Sigmund Koff( Wien). 15-19 Jahren 20-24 30-39 40-49 50-59 In% der Gesammtzahl männlich weiblich 0 0,2 0 1,9 13,6 26,7 25,9 24,4 " " 20,6 17,3 23,1 17,0 10,8 7,8 4,4 3,5 1,4 1,2 0,2 0 100,0 100,0 " P " Die zuerst auffallende Erscheinung ist das Vorherrschen der Frauen in den jüngeren Altersgruppen, während die Männer erst in den Altersstufen über 20 Jahre in die Majorität gelangen. Die Frauenarbeit rentirt sich offenbar nur in der ersten Jugend; die Ausnügung ist eine so intensive. daß für später nichts mehr erübrigt. Die Ehe, die einzige Versorgungsmöglichkeit, Die Versammlung vom Sonntage war also die Antwort Nirgends vielleicht prägen sich die hippokratischen der Anarchisten auf ihre Ausschließung vom sozialistischen Kongreffe. Während der ganzen Woche arbeiteten und agitirten sie Büge, die der kleingewerblichen Produktion anheften, so absorbirt nicht so viele Mädchen, und besonders die durch gegen die Kongressisten und verbreiteten Flugschriften, deren deutlich aus, wie beim Wiener Kleingewerbe. Der trost- die wirthschaftlichen Verhältnisse bedingte Form der Ehe Hauptgedanken folgende Stelle aus einem dieser Schriftstücke lose Zustand desselben erklärt mehr als alles andere die läßt dem Kapital genügende Arbeitskräfte; aber dieses " wiedergiebt: Wir laden die Führer der Arbeiterklasse ein, uns Ant- Heftigkeit der antisemitisch- reaktionären Bewegung in Wien. greift immer wieder zu dem jungen, frischen Materiale. wort zu geben auf unsere Angriffe, nicht gegen ihre Personen, Trozdem wäre es voreilig anzunehmen, daß die krampf- Leider gelangt in der vorliegenden Statistik die sondern gegen die Prinzipien und die Taktik, welcher sie huldigen. haften Versuche, sich der großkapitalistischen Erdrosselung Ausbeutung der Kinder und jugendlichen Arbeiter nicht Wir werden ihnen beweisen, daß sie keine Sozialdemokraten zu erwehren, in der That schon die letzten Todeszuckungen zum Vorschein, da die Lehrlinge bei eigenen Kassen vermehr find, sondern nur noch sehr verwaschene Demokraten, und feien. Verschiedene Umstände verzögern gerade in Dester sichert sind. Um so ernster gestaltet sich die Betrachtung daß sie sich auf dem Wege ins Barlament befinden; fie führen reich das Eintreten der Agonie: Die falsche Humanität der höheren Altersgruppen. das Proletariat zur Enttäuschung und zur Niederlage. Sie die durch mögen also tommen und sich vertheidigen; wir werden das Wort der Zeit, sozialpolitischer Charlatanismus 2c. Wir machen da vor allem die erschreckende Wahrimmer abwechselnd einem sozialdemokratischen und einem anar- das Großkapital lähmende Krise, vermögen zwar nicht chistischen Redner ertheilen. Diese unsere Versammlung ist eine dem Vernichtungsprozeß, dem das Kleingewerbe unternehmung, daß kaum 17 pet. das 60. Lebensjahr erHerausforderung; wenn sie dieselbe nicht annehmen, sind wir berechtigt, zu erklären: fie seien von ihrem Unrechte überzeugt liegt, Einhalt zu thun oder auch nur momentanen Still- reichen und überschreiten, indeß fünf Sechstel vor Erund es sei wahrscheinlicher, daß sie die Leute betrügen, als daß ſtand zu gebieten; aber die zum Theil mit sich selbst be- reichung des 40. Jahres wegstarben! Bei der Allgemeinen Arbeiterkrankenkasse und bei der Bezirkskrankenfte selbst im Frrthume sind." schäftigte großkapitalistische Riesenschlange ist verhindert, Der Anarchist Wysmann begann mit einem Angriffe gegen den übrigens in Desterreich keineswegs so pygmäenhaften, Fabritindustrie rekrutirt, betragen die entsprechenden kasse, deren Mitgliederstand sich größtentheils aus der „ die großen Herren" des Kongresses:" Als einzigen Grund unserer Ausschließung haben sie vorgebracht: wir feien Dyna- wenn auch geschwächten Organismus der Kleinindustrie Fabrikindustrie rekrutirt, betragen mitarben, denn gegen den Staat hätten wir nichts als Dynamit. durch ihre Umschlingungen rascher zu erwürgen, als es Biffern 28 pet. und 25 pt. Es wäre das eine schändliche Verleumdung, wenn es nicht sonst bei völliger Bewegungsfreiheit der Fall wäre. Ge- Es ist demnach der Schluß berechtigt, daß es die furchtbar lächerlich wäre. Wir sind Gegner des Staates, es ist rettet wird dadurch das Kleingewerbe nicht, nur sein außerordentlich ungünstigen Lebensverhältnisse der Kleinwahr. Aber wir sind es aus Ueberzeugung..... die ErfahDas ist im Interesse gewerbetreibenden sind, welche auf die Lebensfähigkeit der rung hat uns gezeigt, daß der Staat nur die organisirte Kor- Todeskampf wird verlängert.. ruption ist, und die Wissenschaft hat uns gelehrt, daß dem nicht der allgemeinen Entwicklung, vor allem aber im Interesse Gehilfen drücken und ihre Altersziffer herabseßen. Den der unmittelbar darunter leidenden Arbeiter zu bedauern, Kommentar hierzu bilden die Schilderungen des GewerbeUnd der Redner setzt in großen Zügen die Beweggründe deren Situation im Kleingewerbe viel entseglicher ist als Inspektors für den Wiener Bezirk. Daß die sanitären auseinander, welche die Anarchisten veranlassen, Gegner jeden in der Großindustrie. und hygienischen Zustände im Kleingewerbe weitaus Staatswesens wie es auch beschaffen sein möge - zu sein und zu bleiben. In den Berichten der Gewerbe- Inspektoren, auf den schlimmer sind, als in der Großindustrie, dafür spricht „ Wenn wir den Staat angreifen," fährt er fort so Versammlungen der Arbeiter und in deren Presse bilden auch die Thatsache, daß die durchschnittliche Krankheitsgeschieht es, weil wir ihn analyſirt haben in seinem Ursprunge, die Klagen über die unerträglichen Zustände in Klein- dauer, oder richtiger: die auf jede Erkrankung durchdem Ergebniß gekommen sind, daß, welches auch die Männer gewerbe eine stehende Rubrik. Von einer Besserung kaum schnittlich entfallende Zahl von Unterſtüßungstagen bei ſein mögen, die ihn verkörpern: hießen sie auch Liebknecht, Bebel, eine Spur, im Gegentheil. Die üblen Folgen treten den genossenschaftlichen Krankenkassen höher ist, als bei Domela und selbst Krapottin sie nie etwas anderes zustande- immer deutlicher hervor, machen sich immer schmerzlicher den anderen zwei Kassen, bei denen der Fabriksbetrieb bringen vermöchten, als die Tyrannei.... Guer kleines grauen- Statistik dominirt. Dabei ist zu bedenken, daß die offizielle gehendes Parlament, sozialistische Genossen, welches diese Woche fühlbar. Einen ziemlich tiefen Einblick in die grauen- Statiſtik kein vollständiges Bild der gesundheitlichen Veranders sein kann. in seiner Entwickelung, in seinen Wirkungen und weil wir zu tagt, ist davon ein Beispiel. walt und nicht einem zentralisirten Staate entgegen. " eigener Papst und sein eigener König sei." seines Menschenberufes bringen anthums! Die Menschheit geht der Universalität der individuellen Ge- Geseze betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter hältnisse giebt; denn sie betrachtet nur jene Fälle, in vorgeschriebene Statistik. Leider ist es bei der mangeln- denen Unterſtüßung gewährt wurde, indeß sie die nicht " Wir Anarchiſten wollen, daß jeder sein eigener Herr, ſein den Zentralisation des Krankenversicherungswesens in entschädigungspflichtigen gänzlich außer Acht läßt. Und Dies wird das Endergebniß der gegenwärtigen Entwickelung Desterreich und speziell auch in Wien nicht möglich, ein doch steigern diese die Erkrankungsfrequenz nicht wenig, der Menschheit sein. Dieser vollkommeneren Ordnung müssen vollständig, zusammenhängendes Bild der Gesundheits- im vorliegenden Falle um 75 pCt. Eine große Menge wir aus allen Kräften zustreben. Von dieser Idee durchbrungen, verhältnisse des fleingewerblichen Proletariats zu geben. ten Kranheitszustande, ist aber erwerbsfähig von Arbeitern befindet sich in einem permanenmüffen wir Sie Waffen belehren, den Arbeiter zur Erkenninis Immerhin wirft die vom„ Verbande der genossenschaft- ten Kranheitszustande, ist aber erwerbsfähig Deshalb so jetzt der Redner auseinander wollen die lichen Krankenkassen für Wien und Umgebung verfaßte allerdings in welchem Grade! und wird blos ambulaDas ist jedenfalls eine Anarchisten nicht eine augenblickliche Bewegung der Massen be- Statistit manch' grelles Streiflicht auf die sanitäre und torisch oder garnicht behandelt. nutzen, um die Menschheit in eine neue Bahn zu treiben wirthschaftliche Lage des Kleingewerbes. 31 Stranfen traurige Gegenerscheinung zu der des SimulantenDenn in diesem Falle wäre die Revolution nicht lebensfähig. Aber sie wollen den Arbeiter fittlich und intellektuell faffen mit 66 356 Mitgliedern bilden die Grundlage, Bei der Betrachtung der Sterblichkeitsverhältnisse heben, ihn gewöhnen, daß er denke und aus eigenem Antriebe auf welcher sich die Erwägungen und Schlußfolgerungen handele, um so der neuen Ordnung, durch deren Begründung des Sozialpolitikers mit genügender Sicherheit bewegen stoßen wir vorerst auf die Thatsache, daß das durchauf den aufgeklärten Willen der Interessenten, die Dauer zu können. Die 31 Kassen umfassen einen großen Theil des schnittlich erreichte Lebensalter der im Berichtsjahre verHieraus ergiebt sich, daß die Hauptbeschwerde der Anarchisten Wiener Kleingewerbes, von größeren Brauchen fehlen blos storbenen 749 Mitglieder nur um weniges 34 Jahre gegen die autoritären Sozialisten, die Anhänger der Disziplin die Kleidermacher. Zwar überwiegt bei einigen wenigen übersteigt, indeß die statistischen Ausweise der Allgemeinen und der Gesetzmäßigkeit, darin besteht, daß letztere dazu beitragen, Gewerben, deren Kassen zu dem statistischen Material Arbeiterkrankenkasse in dem Zeitraume von 1868-1887 die Masse der Arbeiter in der Gewohnheit des passiven Gehor- beigetragen, der Großbetrieb; doch verschwindet derselbe ein solches von 41 Jahr, die der Bezirkskaſſe für 1890 ſams zu erhalten; daß fie in ihnen nicht den Geiſt der Forschung, völlig gegenüber dem handwerksmäßig betriebenen Ge- ein solches von 387 Jahren angeben. Auch diese bedeutenden Differenzen lassen sich nur eines unermeßlichen Schatzes brachliegender werben der übrigen Branchen, sodaß der Charakter der menschlicher Thatkraft berauben, sondern auch sich und das Gesammtheit ein ausgesprochen kleingewerblicher bleibt. nicht anders, als mit den besonders tristen Verhältnissen Volt einer sicheren Niederlage aussetzen: der vollständigen Aus- Das Menschenmaterial, dessen ökonomische und im Kleingewerbe erklären. Gewisse Branchen, wie die nutzung der Revolution durch einige Ehrgeizige. Den Anarchisten allein tomme die Ehre des durch die So- hygienische Verhältnisse hier in Ziffern gefaßt werden Buchbinder, Drechsler, Schuhmacher, Tischler, weisen zialisten verwirklichten Fortschrittes zu. Hätte es 1870 teine soll, besteht aus 58 715 männlichen und 7 641 weiblichen übrigens ein noch geringeres Durchschnittsalter auf. Verfichern. der Initiative, der Empörung wecken, und sich in Folge dessen nicht theilen wir nun noch die 749 Verstorbenen auf die ein-| lichen Arbeitern sein soll; er hatte die Leute ferner seinerseits| hinsichtlich threr finanziellen Mittel eine der stärksten englischen mit den gröblichsten und beschimpfendsten Ausdrücken belegt, bis Gewerkschaften. zelnen Altersgruppen, so ergiebt sich folgendes: " " " Es starben im Alter von: 14-20 Jahren 81 Personen 21-30 31-40 41-50 287 " 1 " " 10,8 pt. 38,4 176 " " " 23,5 112 " " " 14,9 51-60 52 " " 6,9 " 61-70 34 " " " 4,6 " über 70 7 " " " Summa 749 Personen= " 1 " 0,9 100 pCt. Beinahe die Hälfte der Verstorbenen( 49,2 pt.), hat also das 30. Lebensjahr nicht überschritten; 12,4 pt. starben in einem Alter von mehr als 50 Jahren, und nur 0,9 pбt. wurde über 70 Jahre alt. Und angesichts solcher Ergebnisse wagt man es im Deutschen Reiche, die Altersrentner erst vom 70. Lebensjahre in den Genuß treten zu lassen! Die österreichische Regierung aber gedenkt die Altersversorgung nach deutschem Muster einzuführen Wir glauben, daß obige Ziffern das abfällige Urtheil der Arbeiter über die Arbeiterversicherung im Allgemeinen und die Alters- Versorgung im Speziellen vollauf rechtfertigen. Ganz und gar zu verurtheilen ist aber eine Sozialreform", die vor dem siechen Kleingewerbe ängst lich halt macht, die durch ihre halben Maßregeln eine Produktionsform galvanisirt, welche ihren Todesweg mit Krüppeln und Stechen besät, weil sie nur durch den förperlichen Ruin von jungen unerwachsenen Generationen ihren Untergang zu verzögern im Stande ist. ihnen einmal die Geduld ausgegangen war und sie sich zu dem Das Gebiet derselben erstreckt sich über ganz Großbritannien, beklagten Ausdruck ihm gegenüber hinreißen ließen. In Bezug Nordamerika, Australien und die britischen Kolonien, sogar in auf das Verhalten des Inspektors zu der Frau bemerkt eines Frankreich und Spanien besteht je eine Sektion. der Breslauer Blätter:" Bekanntlich herrscht auf einigen Do- Neben ihr bestehen freilich noch fünf andere Gewerkschaften, minien die Unfitte, daß sich die Gutsbeamten mit den ihrer die sich aus Arbeitern der Maschinenindustrie rekratiren; aber Aufsicht unterstellten weiblichen Arbeitern, mögen dieselben ver= An Unterstützung für Arbeitslose wurden ausgegeben Fr. 731 537,30; an Unterstützung für Krante Fr. 890 493,55, ohne die ärztlichen Untersuchungen, Krankenbesucher 2c., deren Kosten sich auf Fr. 113 677,40 belaufen. Heirathet sein oder nicht, allerlei Freiheiten erlauben. Diese einige derselben friſten ein kümmerliches Dasein. Die„ DampfWermsten sind genöthigt, jede Budringlichkeit stillschweigend zu maschinenarbeiterunion", welche schon im Jahre 1824 gegründet dulden, wenn sie sich nicht der Gefahr einer rohen Behandlung wurde, zählte 1853: 1313 und Ende 1887 erit 5080 Mitglieder. aussetzen wollen." Die hier beliebte Beschränkung der in Rede Die übrigen nennen sich:„ Vereinigte Mechaniker",„ Verbindung stehenden Unfitte auf einige" Dominien, sowie auf„ Guts- der Metallhobler"," Vereinigte Union zum Schuße der Hammerbeamte" ist sehr enge gefaßt, ebenso wie der Ausdruck" Frei- schmiede, Maschinenbauer, Maſchinisten und Hülfsarbeiter" und die„ Nationale Vereinigung der Maschinenbauer“. Nicht inbebeiten" sehr milde ist. Ich kann und will nicht behaupten, griffen sind die Gewerkschaften der Gießer, Messingarbeiter, schreibt ein Korrespondent der Franks. 3tg.", daß es auf allen Dominien so zugehe, aber ich persönlich habe noch keines kennen Schmiede, Schiffsbauer 2c. Die ,, Amalgamated Society of Engeneers" wurde gegründet gelernt, auf welchen es nicht so zuginge, obwohl ich schon wiederholt und zum Theil längere Zeit auf verschiedenen Gütern im im Jahre 1851 und zählte schon am Ende selbigen Jahres östlichen wie im mittleren Deutschland verkehrt und mich auf 11 829 Mitglieder. Ende 1890 betrug die Zahl der Sektionen gehalten habe. Wenn die Arbeiter in immer wachsender Zahl 496 und diejenige der Mitglieder 67 928( Ende Juli d. J. vom Lande nach den Städten und Industriezentren sich hin- wurde die Zahl von 70 000 überschritten). Das Totaleinkommen wenden, so haben sie dazu wahrlich ihre guten Gründe. Die im Rechnungsjahre belief sich auf 4586 731 Franken, wovon selben liegen aber nicht, wie die Agrarier zu behaupten pflegen, nur an Beiträgen Fr. 4 208 750. Der wöchentliche Beitrag ist 1 in der Bergnügungs- und Genußfucht" oder der Bügellosigkeit" seit 1889 auf 1 sh. Fr. 1,25 fixirt, während er früher i sh. der Arbeiter, sondern neben den jämmerlichen Lohnverhältnissen 3 d. Fr. 1,50 betrug. vor allem in der Behandlung, der sich dieselben von den Guts- Die Ausgaben weisen eine Summe von 3843 488 Fr. besitzern, ihren Söhnen und Beamten ausgesetzt sehen. Neben den 50 Cts. auf. Der Kassenbestand zeigt 5 987 734 Franken. Das tagtäglich über sie ergehenden Beschimpfungen der gröbsten Art, ergiebt auf das Mitglied Fr. 88,10. In dieser Summe ist der oft genug auch thätlichen Mißhandlungen, spielt die Schutzlofig- Werth der der Gewerkschaft gehörenden Bureaux in London und feit der weiblichen Ehre der Arbeiterinnen dabei eine Hauptrolle. Manchester nicht inbegriffen. Ich entfinne mich, vor einer Reihe von Jahren in einer Dorffirche eine Predigt gehört zu haben, in welcher der Geistliche die weiblichen Gläubigen in Bezug auf diese Verhältnisse vor dem Dienstnehmen auf einem ziemlich deutlich bezeichnetem Dominium seiner Pfarrgemeinde warnte. Wie die Blätter berichteten, hat fich vor einiger Zeit ein, wenn ich nicht irre, sächsischer Gutsbesitzer in irgend einer konservativen oder kirchlichen Versamm lung scharf über die Gewissenlosigkeit vieler Grundbesizer u. s. w. Die Unterstützung an dürftige Mitglieder betrug Fr. 58 093; bezüglich der Arbeiterinnen ausgesprochen. Von agrarischer Seite verlangt man jetzt vielfach zur Bekämpfung des Mangels an die Begräbnißkosten( 914 Witglieder und 424 Frauen von MitDie Breslauer Zeitungen berichten über eine Schöffen Einschränkung der Freizügigkeit, die Bertheuerung der Eisenbahn- angegeben: der Männer 50%, der Frauen 42 Jahre.) landwirthschaftlichen Arbeitern die Abschaffung oder wenigstens gliedern) Fr. 290 989.( Beiläufig set hier das Durchschnittsalter gerichtsverhandlung, eine Für Streits im Bereiche der Maschinenindustrie wurde ausJustizbehörden in Bezug auf das Verhältniß zwisa en ländlichen fahrt u. f. w. Der beschränkte Unterthanenverstand sollte freilich Arbeitern und ihren Vorgesetzten schließen läßt und die sozialen meinen, das einzig wirksame Mittel für den angestrebten Zwed gegeben: Fr. 60 385,20; für Streits in andern Gewerben Zustände auf den Dominien in beachtenswerther Weise bewäre die Schaffung einer menschenwürdigen Eristenz für die Fr. 78 767,50. Arbeiter. Und wenn der Breslauer Staatsanwalt die gerichtliche Hervorzuheben sind die Ausgaben für Besoldungen an die leuchtet. Angeklagt waren drei Arbeiter eines in der Nähe von Verfolgung von Arbeitern wegen Beleidigung eines Inspektors, Behörden der Union: Breslau belegenen Dominiums wegen Beleidigung des welcher sich gegen die Arbeiterinnen„ Freiheiten" erlaubt und den Sektionsvorstände spektors. Die Anklage war auf Antrag der Staatsanwaltschaft, also von Amtswegen(!) erhoben; die Staatsanwaltschaft erachtete gegen ihn gebrauchten kräftigen Ausdruck höchstwahrscheinlich un- Bentral- und Lokaldistriktskomitees offenbar die gerichtliche Verfolgung der gegen den Inspektor aus- gezählte Mal gegen die Arbeiter angewandt hatte, als im öffent- Bersammlungen der Lokalräthe auslichen gesprochenen Beleidigung als im öffentlichen Interesse liegend." lichen Interesse liegend erachtete, so dürfte Mancher der Meinung Sektionssekretäre, Stab des Generalbureau und die Buchhalter des ArbeitsvermittlungsIn Bezug auf den einen der drei Angeklagten beantragte sein, daß es dem öffentlichen Interesse und dem Interesse der bureaur deutschen Landwirthschaft mehr entspräche, wenn er auf Grund übrigens der Vertreter der Staatsanwaltschaft selbst Frei- der in der Verhandlung zu Tage getretenen Vorkommnisse nun- Raffirer und Rechnungsrevisoren sprechung, dagegen wurden die beiden anderen, ein polnisches Ehepaar, schuldig befunden und zu 5 Mark Geldbuße verurtheilt. mehr auch gegen den Inspektor von Amtswegen die Erhebung Das Ehepaar leugnete den unter Anklage gestellten, von beiden der Anklage veranlaßte und einmal ein warnendes Erempel für Gutsbeamte herbeiführte. Gatten gegen den Inspektor gebrauchten fräftigen Ausdruck in keiner Weise, hielt ihn vielmehr auch vor dem Gericht entschieden aufrecht. Der Inspektor hatte, so erzählen die Leute( und ties wurde auch keineswegs widerlegt, vielmehr bei Strafantrag und Urtheilsbegründung als nicht unwahrscheinlich in Rechnung gezogen), sich gegen die Ehefrau auf dem Schüttboden ungehörigkeiten erlaubt, wie es seine Gewohnheit gegenüber den weibVerschiedenes. An Altersunterstüßung wurde ausbezahlt Fr. 1069 451,60; verloren haben, Fr. 46 250. an Berunglückte, welche entweder ein Glied oder ein Auge 2c. Fr. 51 133,85 58 237, " 1 9 270,70 " 101 083,50 " 31 162,60 Diese Ausgaben, so groß sie auch erscheinen mögen, haben stattgefunden in einem Jahre, welches der Gewerkschaft nicht solche Kämpfe gebracht hat, wie frühere Jahre und wie sie vielleicht die Zukunft bringen wird. So sei hier beispielsweise angeführt, daß der Kampf um den Neunstundentag im Jahre 1871 Sie Union 235 000 str. oder 5 875 000 Fr. gekostet hat. Daß die Gewerkschaft nicht bloß die eigenen Interessen pflegt, sondern Die Amalgamated Society of Engeneers" ist eine der auch die Bestrebungen anderer Berufsarten fräftig unterstützt, ältesten und sowohl in Bezug auf ihre Mitgliederzahl, als auch beweist die oben angeführte Summe für Streikunterstützung. Was eine englische Gewerkschaft leistet, schildert die Züricher Arbeiterstimme" in einem Auszug aus dem Jahresberichte der englischen Maschinenbauergewerkschaft, der ,, Amalgamated Society of Engeneers" vom Jahre 1890. Berliner Arbeiterbibliothek. Fachverein der Tapezierer Berlins u. Umgegend. Sammlung sozialpolitischer Flugschriften. Herausgegeben von Max Schippel. III. Serie. III. Stiftungs- Fest am Sonnabend, den 10. Oktober, in den festlich dekorirten Räumen des Etablissements Buggenhagen"( Morißplay). Anfang 8 Uhr. Entree: Herren 50 Pfg. inkl. Tanz, Damen 30 Pfg. Billets sind zu haben im Arbeitsnachweis Schützenstraße 18-19, im holländischen Kaffee, Heft 1: Ist der Sozialismus mit der menschlichen Beuthstraße, und in den mit Blakaten belegten Handlungen, sowie bei sämmtlichen VorstandsNatur vereinbar? Von Paul Kampffmeyer. 28 Seiten. Preis 10 Pfg. Heft 2: Technisch- wirthschaftliche Revolutionen der Gegenwart. Von Max Schippel. 32 Seiten. Preis 15 Pfg. 1. Serie komplet( 12 Sefte) Preis 1, Mark. II. Serie komplet( 14 Hefte) Preis 1,65 Mark. Alle Bestellungen, Geldsendungen und eingeschriebenen Briefe adressire man: Herrn G. Link, Expedition der Berliner ArbeiterBibliothek, Berlin SO. 26, Elisabeth- Ufer 55. Wiederverkäufer hohen Rabatt. Wichtig für den Nord- Bezirk! Chausseestrasse 83 gegenüber der Liesenstraße. Freunden und Genossen bringe mein Schuhwaaren- Geschäft Gratweil'sche Bierhallen 77-79. Kommandantenstrasse 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der in freundliche Erinnerung. 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