VMs Berliner u ribNe. Tozial-Politisches Wochenblatt. politische Notizen.— Der faule Punkt.- Die Frau und der Zozialismu«.— Droduktion und Technik — Erklärung. Gedicht.— AoorUe.— Parteitag der sozialdemo kratischen Partei Deutschlund« in Erfurt. Politische Uotizen. — Man wird sich der Entrüstung erinnern, welche die gutgesinnte deutsche Presse seiner Zeit gelegentlich der Wilsonskandale in Frankreich an den Tag legte. Eine ziemlich gleiche Skandalgeschichte in Deutschland ist jetzt enthüllt worden, in dem Prozeh Manche. Alier diesmal schweigen die Prediger, die damals so laut waren, f Ein Fabrikant Thomas hatte theils am„Giftbaum", theils durch Geschicklichkeit im Mehrwertheinstreichen einige Millionen erworben, für welches— oder welchen — Verdienst er einen Titel oder Orden erwartete. Seinen Schmerzen kam der biedere Rektor und Antisemit Ahlwardt zur Hilfe, der eben seinen arischen Ver- zweiflungskampf gegen semitische Wucherer kämpfte. Er kannte einen Herrn Aron Meyer, der sich mit„Ver- mittlungen" beschäftigte. Zu diesem brachte er den ver- dienstvollen Mann, und dieser trägt gegen einen Sold von 5000 Mk.. von denen der Rektor und Antisemit 2000 abbekommt, die Wünsche des Herrn Thomas dem Geheimen Hofrath Manchä vor. Der Herr Geh. Hof- rath glaubt, wenn Herr Tho"as 30 000 Mk. zu sogenannten wohlthätigen Zwecken spendet, so kann er dem guten Thomas den Kommerzienrathstirel verschaffen. Herr Thomas spendet den„wohlthätigen" Obolus von 30 000 Mk. und erwartet mit stiller Freude die Er- nennung. Als ihm die Sache aber zu lange dauert, geht er zu dem hofräthlichen Menschenfreund, welcher, um die Leiden der Armuth zu lindern, den reichen Leuten Titel verschafft, und verlangt sein Geld zurück. Herr Hofrath Manchä übergiebt ihm 20 000 Mk. in sicheren Obligationen— die Coupons für das laufende Quartal waren abgeschnitten, die Zinsen wurden aber in Geld ersetzt- und erklärt, daß er die übrigen 10 000 Mark dem Polizeihauptmann Greiff zu„wohlthätigen Zwecken" übergeben habe, welcher wieder die Gräfin Hacke, die Palastdame der Kaiserin Augusta, für den „Kommerzienrath" interessiren soll. Leider sind in dem Prozeß sehr viele dunkle Punkte geblieben, die durch weitere Vernehmungen leicht hätten aufgeklärt werden können. Je weiter hinauf auf der sozialen Stufenleiter wir kommen, desto zahlreicher werden diese dunklen Punkte, so daß z. B. die Gräfin Hacke gänzlich in mystisches Dunkel gehüllt erscheint. Ueber die„Nebeneinnahmen" des Polizeihauptmanns Greiff follen schon zu Lebzeiten des Herrn bei seinen Bekannten kaum noch Zweifel bestanden haben. Das Gehalt des Hauptmanns Greiff betrug zuletzt 4200 Mk., dazu traten dann noch 400 Thlr. Wohnungsgeldzuschuß, immerhin waren die Lebensgewohnheiten des Herrn der- artig, daß sie zu diesem Einkommen in keinem Verhältniß standen. Schon die opulente Einrichtung der mit 1500 Mark ermietheten Wohnung ließ erkennen, daß Herr Greiff nicht allein auf sein Gehalt angewiesen war. Schon in einem früheren Prozeß, dem Prozeß Reiter, hatte sich herausgestellt, daß im Zivilkabinet sich Dinge ereigneten, für die eine parlamentarische Bezeich- nung schwer zu finden ist. Der Geh. Hofrath Bork. Korrespondenzsekretär Kaiser Wilhelms I.. wurde damals durch Vorlage einer beschriebenen Visitenkarte überführt, einem Betheiligten durch Vermittelung der Schwester einer bekannten Hoftänzerin ein ähnliches verdächtiges »Geschäft" angetragen zu haben. Dem Bewerber hatte dasselbe zuerst 50 Thaler gekostet, und als die Vermittlerin rundweg erklärte, der Herr Hofrath habe gesagt: »Das geht nicht!" gab er weitere 150 Mark. Der machte es also billiger, wie Herr Manchö— auch hier die leidige Konkurrenz, die auch den reellsten Geschäften schadet! Bezeichnenderweise fallen die Zeitungen meistens über den Rektor Ahlwardt her. Wir haben weder für den Mann, noch für seine Ansichten Sympathien. Aber man muß doch bedenken, daß der Unglückliche damals durch die Wucherer an den Rand der Verzweiflung ge- trieben war, und wenn er da schließlich zu solchen „Schlepperdiensten" greift, so hat doch die wohlgenährte Bourgeoismoral kein Recht, derartig über den Mann herzufallen. Daß er nachher sich weiß zu waschen sucht. ist doch schließlich auch keine ausschließliche Eigenthüm- lichkeit von ihm, das ist sehr allgemein menschlich. Dieser Pharisärismus gegen Ahlwardt ist auch ein Zeichen des Sumpfes mit, der hier enthüllt wird. Nachdem die Versuche um den Kommerzienrath miß- langen sind, weil es Herrn Thomas zu lange dauerte, weiß ihn Ahlwardt wenigstens zu trösten, indem er ihm den Kronenvrden verschafft. Er sammelt Unterschriften von Mitbürgern des verdienstvollen Mannes zu einer Petition, die auch von Erfolg gekrönt ist. Aber es kommt noch besser. Ein Zeuge Louis Cohen, vorgeladen, um den Nachweis zu führen, daß die Gräfin Hacke mit dem Polizeihauptmann Greiff in Verbin- dung gestanden habe, erzählt, daß er seiner Zeit Agent des Staatsministers a. D.(Finanz- minister von 1879— 82) Bitter gewesen sei. Der Minister habe sich in Wuchererhänden befunden und zur Auseinandersetzung mit den Wucherern des Zeuge» Hilfe benutzt. Minister Bitter habe sich, als er nicht mehr im Amte war, auch vielfach mit der Vermittlung von Titeln und Orden beschäftigt und zu diesem Zweck mehrfach Gelder zugewiesen erhalten. Er habe dem Zeugen wiederholt zu verstehen gegeben, daß Polizei- Hauptmann Greiff und die Palastdame Gräfin Hacke der richtige Weg seien, solche Gesuche zur Erfülung zu bringen. Er habe auch wieder- holt erfahren, daß Bitter Geld zur Verwen- dung für mildthätige Stiftungen aus Anlaß solcher Gesuche erhalten habe; er entsinne sich eines Falles, in welchem Bitter ihm eine Summe von 20000 Mark, welche er auf diese Weise erhalten, zur Bezahlung eines Wechsels überwiesen habe. Der Zeuge behauptet auch, daß er mehrmals Geld zu Greiff gebracht, und daß dieser ihm einmal gesagt habe, er müsse noch mehr Geld für die Gräfin Hacke und die Kaiser Wilhelmstiftung haben. Ein Berichterstatter der„Volkszeitung" behauptet gelegentlich des Prozesses sogar, daß Minister Bitter auch während seiner ministeriellen Thätigkeit„Personen, denen er gewogen war, Vergünsligungen habe zu Theil werden lassen, die der altpreußischen Tradition der Beamtenbeförderung nicht entsprachen." Wir können nicht besser schließen, als indem wir die Auslassung eines bürgerlichen Blattes, der„Voss. Zeitung", hier abdrucken: „Wenn aber in diesem Verfahren jedenfalls eine unent- chuldbare Thätigkeit des Herrn Manche gewiß, ja selbst ein un- rmrdiges Gewerbe des früheren Finanzministers Bitter wahr- cheinlich gemacht wurde, so fragt man erstaunt, wie abgestumpft Zie sittlichen Empfindungen unter der Herrschaft des Fürsten Bismarck vielfach wurden, wen» solche Dinge vorkommen konnten. Die Besetzung einer Berliner Professur mit einem viel- genannten Manne, die Verwendung des Welfensonds, die Fidet- kommißstempel-Erlasse, die Prozesse Manche und Reiter über Orden- und Titelschacher und manche ähnliche Dinge erinnern nur zu sehr an das„zäciris", den Morast, von dem man unter dem französischen Kaiserthum sprach, und die Nation ist zu- rieben, daß endlich ein neuer Kurs genommen wurde, unter dessen Herrschaft Nepotismus, Gevatterschaftswesen und Günst- lingswirthschaft hoffentlich nie wieder ihr Haupt erheben dürfen." „Mord des französischen Kaiserlhums,"„Nepotismus, Gevatterschaftswesen«nd Günstlingswirlhschaft"— das sagt man im Bürgerthum anderthalb Jahre nach Be- endigung des Regimes Bismarck! — Ueber das Ergebnitz der Landtagswahlen im Königreich Sachsen liegen nunmehr aussührliche Ziffern vor. Danach ist die Betheiligung an der Landtagswahl dieses Mal etwa ein Drittel stärker gewesen als bei der früheren Wahl. Von der Gefammtzahl entfallen auf die Sozialdemokratie 35 650, gegen die frühere Wahl ein Mehr von 17 370 Stimmen, auf die konservative Partei 35 250(mehr 8900), auf die freisinnige Partei 13 600 (mehr 950) und auf die nationalliberale Partei 12 750 (mehr 3900). Die stärkste Partei ist nach diesen von der „Leipz. Ztg." veröffentlichten Zahlen zufolge die Sozial- demokratie. wiewohl in Betracht kommt, daß alle Wähler, welche nicht drei Mark Staatssteuer zahlen, also die Wähler mit weniger als 600 Mark Einkommen von der Wahlberechtigung ausgeschlossen sind, ein Umstand, der sich gerade in dieser schlechten Zeit geltend machte, wo die Einkommen tiefer stehen, wie sonst, bei allgemeinem Stimmrecht mithin die Ueberlegenheit der Sozialdemokratie eine noch weit größere wäre. Auch jetzt ist die Stimmen- zahl derselben um 95, derjenige der nationalliberalen Partei nur um 40, die der konservativen Partei um 33 und die der freisinnigen Partei um 8 pCt. gewachsen. Unser Bruderorgan in Leipzig schreibt dazu: Das Landtagswahlresultat ist ein schweres Urtheil für die Kartellparteien. Sieben Mandate hat die Sozialdemokratie von den neu zu vergebenden dreißig, trotz Zensuswahl und Beamten- Hilfe davongetragen; vier wieder erobert und drei neue ge- wonnen. Außerdem ist die Stimmenzahl der Sozialdemokratie in allen Kreisen mächtig gewachsen, so daß mit nur wenigen Stimmen Minorität unsere Kandidaten z. B. in Plauen t. B. und Glauchau unterlegen sind. In letzterem Kreise beträgt die Minderheit gar nur 27 Stimmen. Wenn sich bewahrheitet, was uns über vorgekommene Un- rcgelmäßigkeiten bei der Glauchauer Wahl berichtet wird, muß ein Protest zur Umstoßung derselben führen. Dann ist ein neuer Sieg der Sozialdemokratie in jenem Kreise sicher. Ueber hundert Prozent gewann unsere Partei an Stimmen gegenüber der letzten Wahl in denselben Wahlkreisen. Das ist ein sprechender Protest gegen die Unverfrorenheit, welche einzelne KarteUkandidaten und das„Leipziger Tageblatt" bezüglich der Verschlechterung des Wahlrechts an den Tag legten. Bestände für die Landtagswahl das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht— durch die kuriosesten Stimmzettel wurde in etnzel- nen Kreisen das Wahlgeheimniß seitens der Kartellbrüder durch- brachen— mit Sicherheit wäre eine noch größere Anzahl geg- neriscker Abgeordneter aus dem Landtage hinausgeflogen. Stützten sie sich übrigens nicht gegenseitig, dann hätte schon jetzt die Sozialdemokratie als stärkste Partei im Lande mit die Mehrheit der Mandate erhalten— noch einmal: Trotz Zensus- wähl und Beamtenhilfe. Die Aufforderungen der Kartellblätter, das Beamtenthum solle helfend eingreifen, sind vielfach befolgt worden. Gemeinde- dicner vertheiltcn Stimmzettel für die Kandidaten der Kartell- Parteien, Gcnsdarmen behandelten unsere Stimmzettelvertheiler in solcher Weise, daß schreiende Beschwerde bei den vorgesetzten Behörden erhoben werden wird, Wahlvorstände wagten es, dcu Stimmzettelvertheilern das Betteten des Hauses, in welchem die Wahl stattfand- es war ein Gasthof— zu Verbteten und der- gleichen mehr. Nichts fruchtete jedoch alles dasl Der Unwille der Wähler über solche Dinge wuchs und sie feuerten einander an, durch die Wahl des Sozialdemokraten Prolest gegen diese Dinge etnzu- legen. Und so mußten denn die Kartellparteien Niederlagen er- halten. — Vor einigen Tagen fand sich in den Zeitungen eine Ente, daß Deutschland mit den Ver. Staaten einen Handelsvertrag abschließe, wonach amerikanisches Getreide in Deutschland zollftei eingeführt werden solle. Wahr ist an der Sache, daß, wie das„Reutersche Bureau" meldet, „Verhandlungen schweben". Man glaube, daß dieselben noch vor Neujahr einen befriedigenden Abschluß gesunden haben werden.— Wenn hier vom 1. Januar nächsten Jahres geredet wird, so hat das seinen besonderen Grund, weil von diesem Datum dem Präsidenten der Vereinigten Staaten das Recht zusteht, auf Grund des Mc'Kinley- Gesetzes und des Fleischbeschau-Gesetzes den deutschen Zucker mit Zoll zu belegen. Es scheint demnach, als ob die Absicht Deutschlands dahin geht, den Vereinigten Staaten dieselben Vergünstigungen in Bezug auf die Getreide-Einsuhr zu gewähren, die Oesterreich-Ungarn in dem neuen Handelsvertrage zugestanden wurden, und zwar für die Gegenleistung, daß auch fernerhin der Zucker in Amerika zollfrei eingeht. Also dem Zucker zuliebe, der Latifundienbesitzer wegen wird man das thun, was man dem hungernden Volk zuliebe nicht hat thun mögen. Folge der Syphilis bis mehrere Glieder hindurch nachgewiesen wird. Der Vorwärts" polemisirte vor einigen Tagen " Der faule Punkt. Offiziell weiß bekanntlich Niemand aus der bürgerDie französische und deutsche Regierung haben lichen Gesellschaft von der Prostitution als einer nothihre Friedfertigkeit erklärt; jetzt behauptet auch Rußland, wendigen Einrichtung in unserer gegenwärtigen sozialen gegen einen Vorschlag der„ Voſſ. Ztg.“, die Proſtitution zu kaserniren. Wir können uns mit dieser Polemik daß es den Frieden wolle. Nach einer Zusammenkunft Organisation; man fennt nur" Magdalenen"," Gefallene", durchaus nicht einverstanden erklären, wenn wir auch die mit Rudini, offenbar zu dem Zweck arrangirt, Italien die man eventuell in einem Magdalenenhaus"" bessert". von der„ Voss. Ztg." vorgebrachten Gründe sehr wenig dem Dreibund abspenstig zu machen, hat Giers gejagt: Kommt dann einmal bei irgend einer Gelegenheit die stichhaltig finden. Wenn„ anständige Frauen Abends Ich bin unermüdlich gewesen in meinen Anstrengungen, Wirklichkeit zum Vorschein, daß es sich hier nicht um den Straßendirnen begegnen", so finden wir das ganz den Frieden Europas aufrecht zu erhalten. Der Bar schaudert individuelle Schuld und Leichtsinn handelt, sondern um gut, wenn diesen hohlen Geschöpfen doch wenigstens zubei der bloßen Erwähnung des Wortes„ Krieg". Ich kann Sie eine soziale Institution, so erhebt sich ein allgemeines weilen einmal ein Memento entgegengeschleudert wird, versichern, nicht ein Bataillon wird für Angriffszwecke von einem Ort zum andern verlegt, sondern lediglich um das Reich in die Geschrei des Entsetzens, das dann schließlich in den be- welchen sozialen Untergrund ihre Existenz hat. Aber das Lage zu versetzen, einen Angriff von außen im ersten Augenblick kannten Ruf nach mehr Polizei ausklingt. So geht es sind ja auch nur Redereien. Der Kern der Frage ist: zurückzuschlagen. Biel ist über die Festlichkeiten in Kronstadt augenblicklich bei Gelegenheit des Sumpfes, den der" Kann das Volk durch die Kasernirung der Prostitution gesagt worden, wenn Admiral Gervais irgend einen Eindruck Prozeß Heinze aufgedeckt hat. vor der Ausbreitung der Syphilis wenigstens einigermitgenommen hat, so ist es der, daß Rußland Frankreich zu keiner übereilten Handlung verleiten werde. Ein Krieg würde Die Prostitution ist nothwendig, um große Klassen maßen geschüßt werden?" populär in gewissen Kreisen Rußlands wie Frankreichs sein, von Frauen zu ernähren: unterbezahlte Arbeiterinnen, Und diese Frage ist entschieden zu bejahen. Natüraber beide Regierungen und persönlich der Zar und Carnot momentan Arbeitslose und in Folge des Elends und lich muß damit Hand in Hand eine strenge ärztliche hegen die Ueberzeugung, daß die große Mehrheit der Bevölkerung Schmutzes schon ganz Gesunkene; bei den ersten beiden ueberwachung nicht nur der Mädchen, sondern auch der in beiden Ländern gegen den Krieg ist." Arten liefert die Prostitution eine Ergänzung zum Besucher gehen, und ein unbarmherziges Ueberführen der Die Anleihe mußte eben herein, und zu dem Zweck Lebensunterhalt und kleidet sich oft nicht in die aller- Erkrankten in das Hospital, wo sie ihre Krankheit nicht muste man versichern, daß man friedlich sei. gemeinsten Formen; bei der dritten ist sie einziger Er- weiter übertragen können. Das ist praktisch durchaus „ Der Zar schaudert bei der bloßen Erwähnung des werbszweig. nicht unmöglich weshalb es doch nicht geschieht, Wortes Krieg." Kostbar! Er ist so zartfühlend, der Von Seiten derjenigen, welche sie benutzen, ist die werden wir sogleich sehen. arme Mann, er liebt die Menschen so, daß er beim Prostitution nothwendig, weil sie nicht im Stande sind, Man kann einwenden, daß dadurch die unglücklichen bloßen Wort„ Krieg" schaudert! Wie hat man ihn ver- zu heirathen, und deshalb eine billigere Befriedigung Mädchen noch unglücklicher werden. Abgesehen davon, leumdet! Die Grausamkeiten und Martern gegen seine ihrer geschlechtlichen Bedürfnisse suchen müssen. Es handelt was schließlich schlimmer ist, die Ausbeutung durch Zupolitischen Gegner sind natürlich erlogen; erlogen ist, sich hier hauptsächlich um die jungen Leute der Mittel- hälter, oder die Ausbeutung durch Bordellwirthe daß er unglückliche Menschen in Sibirien vor Hunger, klassen; die Arbeiter heirathen früh und die oberen Zehn- meinen, das ist alles eins hat man sich doch zu fragen: Kälte und Arbeit umkommen läßt, daß er sie in entseg tausend halten sich Maitressen. Die Angehörigen der wiegt denn das die Durchseuchung des Volkes auf? Auch die lichen Gefängnissen langsam zu Tode quält erlogen, Mittelklaffen aber, die später Aussicht auf einen aus Geistesfranken fühlen sich wohler, wenn sie in Freiheit alles erlogen! Der arme Mann schaudert", wenn er so reichenden Lebensunterhalt haben, welcher für eine sind; aber trotzdem hält man sie in Irrenhäusern. Dieser etwas bloß hört! Familie genügt, sind auf die Prostitution angerriesen. Einwand geht regelmäßig von heuchlerischen Bourgeois " wir -Unterdeß kommt aus dem Gefängniß der Festung Außerdem kommt bei ihnen hinzu, daß die Wirkungen aus, von jener Sorte, denen eben die Logik fatal ist. Schlüsselburg die Trauerkunde, daß in den Kasematten der modernen Produktion, welche auch die weibliche Da wird argumentirt: die Mädchen haben das natürliche dort ein hervorragender Kampfgenosse, L. Warynsky, Hausarbeit zum größten Theile werthlos gemacht haben, Recht, mit sich zu thun, was sie wollen, und wenn sie den Martern seiner Haft erlegen und gestorben ist. nicht den Erfolg hatten, daß die dadurch freigewordenen sich prostituiren, so ist das ihre Sache, und der Staat Geboren 1856, stammte W. von einer altadeligen Weiber aus dem Haus gingen und sich selbst mit in diese hat sich nicht weiter darum zu kümmern und sich keine polnischen Familie ab. Nach Beendigung seiner Studien Produktion thätig einrangirten, sondern daß sie an voll- Eingriffe in ihre„ individuelle Freiheit" zu erlauben. in Biola( Podolien) finden finden wir ihn in St. Peters- ständige Unthätigkeit gewöhnt wurden; so, nachdem sie Nun, wir wissen, daß sich die Mädchen nicht prostiburg, wo er bei den Unruhen an der technischen Hoch- Luxusobjekte" geworden sind, ist es natürlich einem tuiren, weil sie das wollen, sondern weil sie von der schule hervorragenden Antheil nahm. Er wurde infolge- Mann viel schwerer, mit ihnen eine Familie zu gründen, Gesellschaft dazu gezwungen werden. Und wir fordern dessen von allen Hochschulen Rußlands ausgeschlossen. wie wenn sie selbst arbeiteten, und die Anzahl der diese verlogene Gesellschaft nun auf: Ihr habt diese Unund die Anzahl der Jetzt brach er mit seiner ganzen Vergangenheit, schlug geschlechtsreifen aber ledigen Männer wird vermehrt. 11 Familie und Reichthum und die Aussicht auf eine Zu Betrachtet man individuelle Fälle, so fann man glücklichen geschaffen, Ihr macht sie nöthig; nun befennt funft in Glück und Wohlleben in die Schanze für die allerdings mit sehr großem Recht sagen, daß unsere Euch wenigstens offen dazu und sucht so viel als möglich die schlimmen Folgen zu verhüten. Gewiß, wir verlangen große Sache des Volkes. Er änderte seinen Namen und modernen Sittlichkeitsbegriffe den Männern gegenüber zu die staatlich beaufsichtigten, die staatlich genehmigten, machte sich illegal, wie man es in Rußland nennt, trat lag sind, und daß man„ Befriedigung natürlicher Be die" staatlich geduldeten, die staatlich konzessionirten als Handarbeiter in eine Warschauer Eisengießerei ein dürfnisse" nennt, was man viel richtiger Charakterfruchtbarer Boden, nicht zu halten sei. " unterstützen. Uebrigens ist es doch noch sehr die Frage, ob die Prostituirten sich schlechter ständen. Denn durch die Ueberwachung des Besuchs hätten sie doch auch eine gewisse Garantie vor Ansteckung. Von den Gegnern der Kasernirung, und auch vom „ Vorwärts" wird behauptet, daß die Kontrolle in den Bordellen nichts nüße, wie die Erfahrungen bewiesen haben! und entfaltete eine eifrige Propaganda für den Sozialis- schwäche" nennen sollte. Aber mit solchen Gesichtspunkten Hurenhäuſer", weil wir eben keine Veranlassung dazu mus. Er ward Mitglied des Exekutivausschusses der fann man natürlich nicht kommen, wenn man die Sache sehen, den Staat in der Behauptung seiner Heuchelei zu Partei Narodnaja Wolja( Volkswille). Mit einigen gesellschaftlich betrachtet, da macht man sich mit solchen gleich glühend begeisterten Freunden gründete er die erste Predigten nur lächerlich, wie der amüsante„ Männerbund Wenn man die sozialistische Arbeiterorganisation im ehemaligen König zur Bekämpfung der Unsittlichkeit." reich Polen. Polizeiliche Verfolgungen zwangen ihn zur Dinge gesellschaftlich betrachtet so hat man sie eben zu Flucht über die Grenze. In Galizien setzte er seine nehmen, wie sie sind, denn sie sind so, weil sie nicht propagandistische Thätigkeit fort, streute dort den erſten anders sein können, und sie können nicht anders sein. Samen des Sozialismus und ward 1879 in den Krakauer weil das geſellſchaftliche Leben durch eherne Geseze be Prozeß verwickelt. Dieser Rechtshandel brachte Warynsky stimmt wird, denen sich nur das Individuum vielleicht weil in seinem besonderen eine verhältnißmäßig leichte Strafe, lieferte aber zugleich einmal wiedersehen kann Diese Erfahrungen existiren nicht. Leider sind uns auch den Beweis, daß die Behauptung der polnischen Fall andere Geseze in Frage kommen. augenblicklich keine Bücher zur Hand, wo wir den that" Patrioten", Polen sei für den Sozialismus ein un- Logik ist nie die Sache von Leuten gewesen, denen sächlichen Beweis bringen könnten. Das würde auch zu sie fatal wird, und die merkwürdige Blindheit der Bour- weit führen. Uebrigens muß auch jeder Mensch die sehr geoisie auch in diesem Punkt kann uns also nicht wundern. einfache Sache einsehen: eine Prostituirte, die gar nicht Aus Desterreich ausgewiesen begab sich W. nach Wenn wir die Sache betrachten, so können wir das aber kontrolirt wird, kann wochenlang mit der Krankheit Genf, wo er das erste polnisch geschriebene sozialistische Blatt herausgeben half. 1882 begegnen wir W. wieder ganz ohne Furcht und Zagen, und brauchen uns bloß herumlaufen, ohne daß sie sie beachtet, und in der Zeit in Warschau, nachdem er zum zweiten Mal seinen Namen zu hüten, die Sprünge nachzumachen, welche die Bour- kann sie Hunderte von Menschen anstecken, während eine Kontrolirte doch im höchsten Fall soviel Männer angewechselt hat und seine blonden Haare brann geworden gevisie wegen ihres bösen Gewissens vormacht. Daß in der sozialistischen Gesellschaft die gegen- stecken kann, als sie bis zur nächsten, und wenn hier sind. Bei seiner neuen propagandistischen Thätigkeit hatte er besonders harte Kämpfe mit den„ Nationalisten", wärtige Prostitution fällt, ist selbstverständlich, denn ihre ihre Krankheit nicht entdeckt wird, bis zur übernächsten eine Art Sozialisten, welche vor der Internationalität in Ursache fällt. Mit dieser Vertröstung auf die Zukunft Kontrole besuchen. Schrecken gerathen. Ein Theil der polnischen Jugend ist es aber natürlich nicht gethan, sondern man muß auf entfremdete sich W. zwar auf diese Weise, gewann aber mittel denken, ob nicht ihre schädliche Wirkung auch dafür die Masse der Arbeiter für den Gedanken sozia- jetzt schon wenigstens beschränkt werden kann. listischer Organisationen durch sein energisches und ziel- Die schlimmste dieser schädlichen Wirkungen ist un- Aber, wie schon oben gesagt, das wird nicht gebewußtes Auftreten. 1883 begann eine neue Reihe von zweifelhaft die Verbreitung der Syphilis, deren Haupt- schehen. Die Gesellschaft wird es nie über sich gewinnen Verfolgungen und Verhaftungen, welche indeß die unter- trägerin ja die Prostitution ist. Gewiß ist das Loos der irdische" Arbeit feinen Augenblick unterbrachen, die von Unglücklichen, welche dem Jammerleben der Prostitutirten fönnen, durch eine Regulirung der Prostitution die Erfolg begleitet war. Der Polizeipräfekt von Warschau anheimfallen, furchtbar, und Jeder, der nur einen Funken Prostitution als soziale Nothwendigkeit, als nothwendige war z. B. genöthigt, infolge einer Proklamation eines von Mitgefühl hat, wird sie bedauern. Aber das ist Folge ihrer Organisation anzuerkennen; sie wird sich Arbeiterkomitees, die inhumane und rohe Verfügung auf doch nur eine bestimmte Anzahl von Menschen, immer zu ihr stellen, wie sie sich jetzt stellt; heuchlerisch zuheben, nach welcher die Arbeiterinnen einer Polizei- welche da leidet. Die Verbreitung der Syphilis ist darum weist sie jede Verantwortlichkeit von sich ab und beaufsicht unterworfen waren. weil waren. September 1883 wurde so schrecklich, unter ihr das ganze Volk zeichnet diese grauenhaften Zustände als Folge individuellen Verschuldens. Warynsky verhaftet und nach zweijähriger Zellenhaft zu dulden muß. Durch eine sorgfältige Untersuchung der Mädchen und der Besucher kann man also die Uebertragung der Krankheit fast ganz verhindern. Die Frau und der Sozialismus. Namentlich die Pfaffen und was zu ihnen gehört, 16 Jahren Zwangsarbeit verurtheilt. Der Prozeß Man unterschätzt dieses Uebel regelmäßig, weil es gegen dit 29 Angeklagten dauerte einen Monat, 8000 nicht so an die Deffentlichkeit tritt. Gelegentliche seltene Personen waren als Angeklagte, Zeugen und sonstwie Statistiken, etwa von den geschlechtlichen Erkrankungen darein verwickelt. Die faftische Leitung der Verhandlung unter einer beſtimmten Anzahl Soldaten, wo am ersten lag in der Hand Warynsky's, dessen Intelligenz den sichere Daten zu erwarten sind, ergießen dann ein furcht sind es, welche über die Unmoral der Sozialdemokraten Schergen des weißen Zaren so sehr imponirte, daß bares Licht über diese Zustände. Es ist nicht zu viel betreffs der Ehe und der Weiber zetern. Zur Erbauung General Gurko z. B. gesagt haben soll:„ Solch ein gesagt, wenn man behauptet, daß das ganze Volk von für diese Herrn übersehen wir einen kleinen Artikel von Mann sitt auf der Anklagebank!-Er hätte das Zeug, der entseglichen Krankheit durchseucht ist; man darf eben einer Dame, Mary Cameron, welchen wir im„ Christian Minister zu sein." Seit 1885 fiechte W. in den Kerfer- nicht vergessen, daß sie sich noch bei den Nachkommen Socialist" finden. Es ist ja an diesen Ausführungen zellen von Schlüsselburg dahin, dieser schrecklichen Ba- im zweiten, dritten Grade bemerklich macht; schreiben durchaus nichts Neues und Eigenthümliches, und zuweilen stille, in welcher etwa fünfzig politische Verbrecher" doch die Aerzte den Umstand, daß sie jetzt nicht mehr so hinkt die Sache auch wohl etwas. Jedenfalls aber können lebendig begraben sind und solche von der gefährlichsten oft in den schweren Formen auftritt, gerade dieser That unsere Pfaffen daraus lernen, daß man aus den Lehren Sorte", d. h. die edelsten, hochherzigsten Menschen. sache, der allgemeinen Durchseuchung zu, welche eine ge- des Christenthums auch noch andere Konsequenzen ziehen fann, als sie. Seit der Einkerkerung W.'s war keinerlei Nachricht über wisse Art von Immunität erzeugt! ihn an seine Freund gelangt, erst in allerletzter Zeit hat Was das für die geistige und körperliche Entwicklung" Die Stellung des Weibes in einem sozialistischen die Kunde von seinem Tode den Weg aus der tiefen des Volkes für Folgen haben muß, fann man sehen, wenn Staat muß ökonomisch vollständig unabhängig sein. In Nacht der Schlüsselburg gefunden. Sozialisten aller man ein eingehenderes medizinisches Werk über die Krank- diesem Punkt sind alle Sozialisten einig, aber trotzdem Länder! Ehre dem Andenken Warynsky's! heit liest, wo Wahnsinn, Neigung zur Trunksucht, geistige fönnen wir nicht häufig genug die Wichtigkeit der Umund moralische Verfümmerung, schwächliche Körperkonsti- gestaltung und ihrer Beschleunigung betonen. tution mit der aus ihr folgenden Widerstandslosigkeit Diese Reform muß der Einführung des Sozialismus gegen andere Krankheiten, namentlich Schwindsucht, als vorhergehen, weil keine gesunde Gesellschaftsorganisation möglich ist, ohne daß die Weiber ökonomisch den Männern gleichgestellt sind. Produktion und Technik. - Ueber kapitalistische Kraftvergendung finden wir in Die nothwendigen Folgen der materiellen Abhängig- einem amerikanischen Bruderorgan folgende interessante Auskeit des Weibes vom Mann sind Puppen an einem Ende führungen: der sozialen Skala, Prostituirte am andern, und eine Masse nicht organisirter, unterbezahlter weiblicher Arbeit zwischen den beiden Extremen. Jeder, der praktische Erfahrung in der Arbeit der Trades- Unions für Frauen hat, weiß, daß das große Hinderniß für die wirkliche Organisation der weiblichen Arbeiter die ungeheure Zahl von Frauen ist, welche ihren Lohn nur als einen Zuschuß oder als zeitweilig betrachten und von der Hilfe des Mannes den Hauptunterhalt erwarten. Viele Weiber stehen auf dem Standpunkt, daß sie die Heirath als ein Mittel betrachten, sich der Pflicht, selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen, zu entziehen, und das ist die Grundlüge in diesem sozialen System. 54, Obere Klasse. 8,3 Prozent der Etablissemente Prozent Produktwerth. Mittlere und obere Klasse zusammen: 28,3 Prozent der Firmen- 80,4 Prozent Produktwerth. 1 Hier ist die Thätigkeit von nahezu 72 Prozent der UnterVon allen Staaten dieses Landes ist in Hinsicht der Betriebs- nehmungen nichts als Kraftvergeudung. Das wären einstweilen ein paar Anhaltspunkte zur Bekonzentration auf dem Gebiete der Fabrikations- Industrien Massachusetts am weitesten vorangeschritten. Im Jahre 1890 messung des Schadens, welcher der Gesammtheit alltäglich aus erreichte die Gesammtsumme des in 23 431 Etablissementen des dem kapitalistischen Produktions- Durcheinander erwächst. genannten Staates angelegten Kapitals den Betrag von Ueber Großmagazine und Kleinhandel erscheint fo500 594 377 Doll., was als Durchschnitt per Etabliſſement mehr eben eine interessante Schrift von V. Mataja, der wir folgende als 20 000 Doll. ergiebt. Das Total des Verkaufswerthes( aus Notizen entnehmen: erster Hand) der von den nämlichen Etablissementen im gleichen Jahre gefertigten Produkte war 674 634 269 Doll, also durch zu typischer Bedeutung gelangten, find wohl zu bekannt, als Die„ Grands Magasins" wie sie namentlich in Frankreich schnittlich nahezu 30 000 per Etablissement. Man darf demnach baß die Terminologie irgendwelcher Erläuterung bedürfte. annehmen, daß dort das Maß der Verschwendung von Arbeitsfraft, Material und sonstigen Erfordernissen in der ProduktionsDie Entstehung der kolossalen Waarenhäuser, von welchen thätigkeit, im Verhältniß zum Werthe des Produktionsresultates manche, wie Bon Marché und Louvre in Paris, als Schensbetrachtet, jedenfalls geringer ist, als durchschnittlich genommen Die Verbreitung des Lurusbedürfnisses, namentlich zur Zeit des würdigkeit gelten, greift bis auf die Zeit Louis Philippe's zurück. in Bezug auf die Gesammtheit der Vereinigten Staaten. Nun finden wir in dem neuen Jahresbericht des Massachusetts Bureaus zweiten Kaiserreiches, war ihrem Wachsthum günstig. Mit dem für Arbeiterstatistik eine Reihe von Untersuchungsergebnissen, die Wachsen des Kapitals und der Entfaltung der Großindustrie geuns bei entsprechender Verarbeitung einige von jenen Anhalts- stalteten ste sich zu Absatzzentren, wie sie der Detailhandel nie Kein richtiges soziales Gebäude kann auf einem punkten liefern, welche für das Problem einer Schätzung seleinhandel ganz unerreichbar scheinen mochten. Ihre Bedeutung geahnt hat; ein„ Engros- Absatz en detail," dessen Ziffern dem faulen Unterbau errichtet werden, und die gegenwärtigen bes Umfangs der Kraftvergeudung in der kapitalistischen Wirth- mögen nachstehende Daten, welche den Bilanzen einiger Bariſer Beziehungen der Geschlechter sind mit einer Unreinheitschaft nothwendig sind. Großmagazine pro 1889 entlehnt sind, veranschaulichen Capital befleckt, welche ihre erste Ursache in der ökonomischen Ab- In der Einleitung zum allgemeinen Bericht über die Fabrikationsthätigkeit im Staate verbreitet sich Bureauchef hängigkeit des Weibes hat. Wadlin über das Verhältniß zwischen diesen beiden Faktoren: Diese große Reform muß von den Weibern selbst Größe des Werthes der Produkte und Zahl der Etabliſſemente. unternommen und ausgeführt werden; die der Sache Es wird hier bemerkt, daß diesbezüglich bereits für das Jahr 1885 durch den damaligen Staats- Zensus Folgendes festgestellt wohlwollenden Männer können nur zusehen und billigen. wurde: Wir haben kein Recht, von ihnen das undankbare Unternehmen zu erzwingen, die Beisteuer für den Unterhalt ihrer weiblichen Angehörigen zu verweigern. Die Pflicht jedes Weibes ist, selbst für ihren eigenen Lebenserwerb zu kämpfen, und dann das Recht zu verlangen, ihn zu erwerben, ohne Hilfe und ohne Hinderung. Die Pflicht des Mannes ist, sie nicht zu hindern. Bon Marché. Louvre. Printemps Umsatz Millionen Franks 20 134 22 135 35 60 220 Noch höher ist der Umsatz der Waarenhäuser in London. Nachstehend die Umsäße der wichtigsten dieser Großmagazine Civil Service Supply Association Army and. Navy Cooperative Society. Junior Army und Navy Stores Civil Service Cooperative Society " 1,775,500 Sterl. 2,651,059 600, ä24 481,119 In runden Zahlen ausgedrückt, entfiel auf 5000 unter Sie erscheinen zwar als Cooperativgesellschaften, die ihren Absatz 25 000 Etablissementen, also auf 20 Prozent derfelben allerdings nicht sonderlich ernst- auf ihre Mitglieder be90 Prozent des Produktwerthes und, anderseits, auf schränken, doch sind sie thatsächlich auch nichts anderes als Aktienwenden wir diese Proportion auf den Befund vom Jahre 1890 der Mitgliederkosten 2-3 sh., im Uebrigen genügt auch die Em20 000 oder 80 Prozent nur der Rest mit 10 Prozent. gesellschaften zum Betriebe des Detailhandels; die Jahreskarten an, dann ergiebt sich, daß vier Fünftel von allen Etablissementen pfehlung eines Mitgliedes. des Staates Massachusetts nicht mehr als 10 Prozent des Produktwerthes von zirka 675 Millionen Dollars, d. i. 3375 Doll., im Jahre 1889: Die öffentliche Meinung muß reformirt werden. Fünftel der Betriebe schon ganz ohne Erweiterung durchschnittlich geliefert haben. Es ist klar, daß jenes eine Das Weib, welches sich von ihrem Mann erhalten läßt, ihrer heutigen Einrichtungen das Zehntel Produktmuß als Fleck der Gesellschaft gebrandmarkt werden; die werth der anderen vier Fünftel auch noch liefern Tochter, welche unthätig zu Hause lebt, als ein werth- tönnte vorausgesetzt einzig und allein, daß an Stelle der tapitalistischen Konkurrenzanarchie die vom Sozialismus erstrebte loses Glied der Gesellschaft. Diese Lehren werden nur rationelle Ordnung bestände. Insoweit finden wir also, daß denjenigen extrem scheinen, welche nicht begreifen, wenn fogar noch in einem industriell so hoch entwickelten Landestheit, die Thür einmal für die Puppe geöffnet ist, daß ihr dann wie Massachusetts, nicht weniger wie 20 000 Fabriken oder Shops, die Prostituirte auf dem Fuße folgt, und daß, weil die Unternehmer- Einrichtungen existiren, in welchem jeder Zent, der Weiber zum Theil von den Männern erhalten werden, Kapitalzine und Boden- oder Lokalrente in Ansatz kommt, ale die weiblichen Löhne unter dem für den Unterhalt noth- weggeworfen zu betrachten ist. wendigen Niveau bleiben. " " Wie in Großbritannien und Frankreich, hat das Großmagazinswesen auch in den Vereinigten Staaten von Amerika eine hohe Stufe der Entwickelung erreicht; in anderen Staaten, faltung desselben noch nicht so weit gediehen. wie Italien, Belgien, Dänemark und Deutschland ist die EntIm Entstehen und fortschreitenden Wachsthum der Großmagazine sehen wir den Beginn einer der modernen Produktionsweise der Großindustrie würdig zur Seite schreitenden Entwickelung des Absazes, die den Da haben wir 20 000 überflüssige trotz ihrer etwaigen leinhandel nicht blos in den Großstädten zu ver= Bereits hat sich eine große Wendung zum Besseren Thätigkeit als Geschäftsleiter überflüssige Boffe und daneben drängen, beziehungsweise umzugestalten und zu in dieser Hinsicht vollzogen. Die Zeiten sind vorüber, wohl euch eine Anzahl von nicht minder überflüssigen Bor: zentralisiren sucht; bie große, im Steigen begriffene Zahl von wo es für ein Weib für unanständig galt, ihren Lebena männern oder Buchhaltern, 20 000 überflüssige Arbeitslokale mit Filialen der Großmagazine auch in kleineren Städten und ein unterhalt zu verdienen. Wir sind zum Glück nicht mehr heutigen Verhältnissen eine alljährliche Rate für Abnützung mit und mittleren Detailgeschäfte und Magazine auch außerhalb der genöthigt, auf die alten, abgenutzten Einwände derjenigen in Rechnung kommt. Ein Theil von dieſen überflüssigen Eta- Großstädte fühlbare Konkurrenz, und so hat es den Anschein, zu antworten, welche meinen, daß die ganze Zeit des bliffementen benützt Dampfmotoren je von geringer Leistungs- als ob dem altgewohnten Kleinhandel in mehr als einer Weibes ihren häuslichen Besorgungen gewidmet ſein soll. gilt von allen übrigen besonderen, wie von den sogen. allgem. der modernen Handelsentwickelung zielt einerseits auf Erfähigkeit, deren Kosten erspart werden können, und das Gleiche Richtung der Boden entzogen werden soll. Denn die Tendenz Dieser Unsinn ist schon zu oft aufgezeigt. Man weiß, Geschäftsausgaben. Jedenfalls würde das Total der Produktions- weiterung der kaufmännischen Thätigkeit, andererseits auf die daß die Weiber, welche diese Einwände vorbringen, ge- kosten, abgesehen von Arbeitslohn und Material, bei jenen 5000 Vereinfachung der dem Verkehre dienenden Einrichtungen, ins wöhnlich von der Sorte sind, die eine Stunde gebraucht, ich in dem Falle erhöhen, wenn sie die Produktionsleistungen bas hier ja auch hervorragend in Betracht kommende Konsumgroßen Firmen nur um einen ganz unbedeutenden Prozentsatz besondere auf die Abstoßung überflüssiger Mittelspersonen. Wie um sich einen neuen Hut auszusuchen, und zwei für ein von diesen 20 000 kleinen Unternehmungen mit zu besorgen vereinswesen direkt auf die Beseitigung des Zwischenhandels neues Kleid, die dann nachher von Haus zu Haus hätten. schwaßen und flatschen geht unter dem Vorwand Visiten zu machen", und deren Beschäftigung am Abend darin besteht, überfüllte Salons voller Leute, die sie faum fennt, noch überfüllter zu machen. " Die Leute, welche glauben, daß der Haushalt dieser Damen darunter leiden würde, wenn die Herrschaften einige Stunden am Tage ihre regelmäßige Arbeit hätten, müssen wirklich sehr leichtgläubig sein. Unter unserem gegenwärtigen System werden die Arbeiterinnen zwar so schlecht bezahlt und müssen so übermäßig arbeiten, daß sie unfähig sind, ihre Pflichten im Haushalt so zu erfüllen, wie man es wünschen könnte, aber das Heilmittel sollte in der bessern Organisation aller Geschäfte und Berufe gesucht werden, wodurch die Weiber so gut, wie die Männer sich bessere Arbeitsbedingungen sichern können, nicht dadurch, daß man die eine Hälfte der Menschheit zwingt, in eine Lage gezwungener Abhängigkeit von der andern zu gerathen. Den christlichen Sozialisten tritt diese Seite des sozialen Programms mit besonderer Bedeutung entgegen. Drei Frauen standen unter dem Kreuz, an welchem der Begründer des Christenthums einen schmachvollen und schmerzensreichen Tod erlitt, und von diesem Tage bis jetzt haben die Frauen niemals gefehlt, wenn es galt, für eine gute Sache zu leiden. Wie Frau Roland zu ihren Henfern sagte:" Die Tribüne verweigert ihr uns zwar, aber ihr erlaubt uns doch wenigstens, das Schaffot zu besteigen." gerichtet erscheint, so wirkt das Großmagazin auf eine EinAus den Ergebnissen der 1890er Aufnahme hat das Bureau schränkung desselben hin, schon deshalb, weil seine Kapitalskraft zehn Hauptbranchen herausgegriffen und mit Bezug auf diese, ihm ermöglicht, die Vorräthe aus erster Hand zu beziehen und somie, in einen Posten zusammengefaßt:" Andere Industrien", weiter durch die in Folge der Zentralisation stattfindende Berdie Etablissemente in drei Klassen getheilt, nämlich in solche mit ringerung der Zahl der Mittelhände. weniger als 40 000 Doll. Produktwerth, dann diejenigen mit Treten wir nun der grundlegenden Frage bezüglich des Ver40 000 Doll., aber unter 150 000 Doll., und endlich die dritte hältnisses der Großmagazine zum Kleinhandel näher, so liegt der mit 150 000 Doll. und mehr Produktwerth im Jahre. Aus- Kernpunkt naturgemäß in der Untersuchung, ob das Großgewählt von den zehn Hauptbranchen( z. B. Schuhe, Teppiche, magazin dem Kleinhandel gegenüber wirklich einen ökono= Baumwolle, Wollenwaaren 2c.), sowie aus den Anderen In- mischen Fortschritt darstellt, eine Frage, die sich nicht aus der dustrien" wurden diejenigen Firmen, welche auch im 1885er Prosperität der in Rede stehenden Unternehmungen allein beStaats- Zenfus die fraglichen Angaben ertheilt haben, eine antwortet. Beschränkung, die zum Zwecke der Vergleichung nöthig war. Wir Es giebt kein Gebiet des modernen Wirthschaftslebens, in werden uns indeffen für heute nur mit den auf das Jahr 1890 dem nicht die Tendenz zum Großbetrieb deutlich hervortritt. bezüglichen Zahlen beschäftigen können, und davon reproduziren Daß sie sich nunmehr auch im Detailhandel geltend macht, ist wir hier die Hauptfummen: Klasse Etablisse ments Total des Produktwerthes Dollar Niedere. Mittlere Obere . • 2042 968 686 3696 51 660 617 106 868 635 390 817 300 549 346 552 Total: " Durchschnitt per Etablissement Dollar 25 299 110 401 569 705 leicht erklärlich. Die offenkundigen Mängel des Kleingeschäftes hat schon Fourier beklagt; bereits 1850 meinte John Stuart Mill bor einem parlamentarischen Komitee, daß von den englischen „ dealers" wohl neun Zehntel recht entbehrlich wären, und Gide konstatirte vor wenigen Jahren, daß die Zahl der Vermittler, besonders der Kleinkaufleute, der Ladenhalter, außer allem Verhältnisse mit den Bedürfnissen stehe, indem sich der zehnte Theil der Bevölkerung Frankreichs dem Handel in verschiedenen Formen widme. Vom Standpunkte der Volkswirthschaft muß daher die Gesammtsumme der Kosten aller dieser unzähligen kleinen Betriebe als entschiedene Verschwendung erscheinen. Zur Erläuterung sei blos darauf verwiesen, daß jeder Betrieb gesondert Lokal, Beleuchtung, Beheizung und natür lich die längste Zeit des Tages- todte Arbeitskraft erfordert, ein Zustand, der dem Prinzipe der Arbeitstheilung nichts weniger als entspricht. Die alte Klage über die Bertheuerung Durch Umrechnung der obigen offiziellen Ergebnisse erhalten wir nun die folgenden Prozentzahlen, in welchen der Sachverbalt erst deutlich hervortritt: Prozent des Produktwerthes. Niedere Klasse. 55,2 Prozent der Firmen liefern nur wohl keiner weiteren Erörterung. Die einzige Stütze des Klein9,4 19,5 71,1 Prozent der Artikel durch diese Verhältnisse des Kleinhandels bedarf handels finden wir in dem lokalen Charakter, der dem BequemMittlere Klaffe. 26,2 Prozent der Firmen Pro- lichkeitsbetrieb des Publikums, das bei unbedeutenderen Ginkäufen zumeist die Nähe des Ladens berücksichtigt, entspricht; Seitdem haben die Frauen die Leiden getheilt, welche zent des Produktwerthes. dies ist vom Standpunkte des konsumirenden Publikums so Obere klasse. 18,6 Prozent der Firmen das Loos aller Reformatoren sind, aber die ihnen nicht ziemlich auch der einzige Grund für das Bestehen der zahlreichen ihren rechtmäßig verdienten Lohn entreißen können. des Produktwerthes. kleinen Geschäfte. Selbst die größere Zahl der Konkurrenten geSchlechte Gesetze und üble Traditionen, die Rechts- 81,4 Prozent der Firmen mit blos 28,9 Prozent des Produkt- sollte; fie drängt weniger zu einer Preisherabsetzung, wie die Niedere und Mittlere Klaffe zusammengenommen: reicht dem Publikum nicht zum Vortheile, wie man meinen anschauungen von Jahrhunderten, während deren die werthes. Erfahrung meistens lehrt, als zu einer Theilung des Gewinnes, Frauen wenig besser, wie als Sklaven der männlichen Diese letteren Resultate beziehen sich, wie gesagt, auf die wie auch J. St. Mill des Näheren ausführt. Biel nachhaltiger Leidenschaft behandelt wurden, haben den Frauen ihren zehn Hauptfabrikationsbranchen des Staates Massachusetts, und wirkt in dieser Hinsicht die Konkurrenz der Großmagazine unter wirklichen Platz in einem chrichstlichen Staat geraubt. es sind somit darin die bedeutendsten Großbetriebs- Industrien sich der kleine Kaufmann wird zumeist den Preis nach dem Die Zeit ist gekommen, wo sie diesen Platz einnehmen inbegriffen. Aber auch in dieser höheren Sphäre der kapitalistischen Auftreten der Kundschaft stellen, während die Preise in den werden und einnehmen und für immer diese sozialen Ver- Produtionswirthschaft zeigt sich uns noch die Thatsache eines Großmagazinen öffentlich bekannt und fixirt sind. Daher steht solchen Maßes von Kraftvergeudung: Mehr als 55 Prozent das Großmagazin bei seiner Preisbestimmung ganz anders unter hältnisse ändern, welche eine Schmach und eine Schande der Etablissemente werden dazu in Betrieb erhalten, um nicht dem Drucke der Konkurrenz und Oeffentlichkeit als der Kleinfür die Christenheit sind." ganz 9 Prozent des Werthes der Produkte hervorzubringen, handel. Ein anderer wichtiger Faktor der verschiedenen PreisSoweit Lady Cameron: Wie gesagt, Manches ist als 29 Prozent des Produktwerthes zu liefern. und 81 Prozent der Firmen existiren nur dazu, um weniger bildung ist der Umstand, daß der Kleinhandel viel mehr die Verluste wechselnder Mode zu tragen hat als das Großmagazin, schief in diesen Ausführungen, aber im Großen und Unter den 10 ausgewählten Fabrikationsbranchen befindet das diesbezüglich häufig eine beherrschende Stellung einnimmt. Ganzen können wir sie unterschreiben. Und nun bitten sich eine, in der noch neben einander Groß- und Kleinbetriebe Die weiteren Verschiedenheiten der Preisbildung beziehen sich wir unsere Herrn Theologen und geistigen Bekämpfer thätig sind. Das ist die Branche:„ Maschinen und Maschinen- naturgemäß auf den direkten billigeren Einkauf im Großen durch routinirte Einkäufer, auf verringerte Transportkosten bei großen der Sozialdemokratie um den Nachweis, daß diese bau." Hier ergiebt sich aus den amtlichen Grundangaben: Waarensendungen und schließlich auch auf verhältnißmäßig gesozialen Verhältnisse eine Schmach und eine Schande für ringere Betriebskosten. Hat nämlich ein Großmagazin vielfache die Christenheit" nicht sind. Kosten, wie für Reklame, die einem Kleinbetriebe in dieser Höhe völlig fremd find, so stellt sich das Gesammtresultat doch in hervorragender Weise zu Gunsten des Großbetriebes, wie aus Niedere Klasse. 71,7 Prozent der Etablissemente 19,6 Produktwerth. Mittlere Klasse. 20,0 Prozent der Etablissemente 26,0 Prozent Produktwerth. einer Darstellung Foville's hervorgeht, der die Spesen eines großen und kleinen Geschäftes folgendermaßen vergleicht: Miethe Instandhaltung, Beleuch tung, Beheizung. Direkte Steuern Löhne Großmagazin Kleinbetrieb 361%, Mill. Frks. 36500 Frts. Umsatz Umsatz Frants 400 000 4.000 200 000 100 000 1000 500 2 000 000 2000 Diverse Auslagen, Reklame u. dgl. m 500 000 500 6 pCt. Interessen für das investirte Kapital 900 000 900 000 5 000 000 Zu erzielender Reingewinn Im Verhältniß zu Umsatz 13,7 pct. 1000 6 000 15 000 41,1 pŒt. Die Wirkungen einer so übermächtigen erfolgreichen Konkurrenz haben sich bereits deutlich gezeigt. Die allmälige Verdrängung des kleinen Handels- und Gewerbestandes durch die Großmagazine hat stellenweise schon das öffentliche Interesse auf sich gelenkt. Boucicaut, der Gründer des Bon Marché, äußerte einmal, sein Haus stelle etwa 900 kleinere Läden dar; damals betrug der Umsatz 60 bis 70 Millionen Franks, und mit der Steigerung desselben ist die Zahl der Verdrängten wohl auf 1500-1800 gestiegen. Selbst die kleinen und mittleren Magazine vermögen häufig nicht, der Konkurrenz Widerstand zu leisten. Im Sommer 1890' fonstatirte ein Pariser Blatt, daß seit ca. 20 Jahren 110-120 größere Geschäfte der Konkurrenz der Großmagazine unter: legen sind. Erklärung. Der pp. Fischer nahm allerdings die Denunziation, daß die „ Volks- Tribüne" die„ Autonomie" vertrieben habe, zurück, weil Herr Richard Fischer vom Parteivorstand hat auf dem er damit eine objektive unwahrheit behauptet hatte. An ihm Parteitag behauptet: hat es aber nicht gelegen, daß die Denunziation nicht Erfolg „ Nun, ich erinnere daran, daß als der„ Berliner Börsen- hatte In dem Augenblick, als er sagte: Die„ Volks- Tribüne" Courier" über die auf blutrothem Papier gedruckte„ Berliner legt das Blatt bei, glaubte er es auch. Er befindet sich etwa in Volkstribüne" schrieb: Dieses Vorgehen sei geradezu provakatorisch, der Lage eines Diebes, der einbricht, aber zufällig nichts zu die„ Berliner Volfstribüne" in einer Briefkastennotiz bemerkte: stehlen findet. Einen solchen Kerl wird man immer als Dieb Wir kennen die jüdische Nächstenliebe, die dies dem Börsen- bezeichnen, und so ist auch der pp. Fischer vom Parteivorstand Courier" inspirirt hat. Alle Welt raunte es sich ins Ohr, daß als ein ehrloser und schurkenhafter Denunziant zu bePaul Ernst. mit dieser jüdischen Nächstenliebe der Genosse Jakob Bamberger zeichnen. gemeint war, dessen Vornamen Sie, Herr Werner, auf dem vorjährigen Parteitage ganz besonders betonten, um die semitische Abstammung des Genossen hervorzuheben. Wenige Tage darauf nannte der konservativ- antisemitische Reichsbote" den Namen Bambergers, die„ Berliner Volkstribüne" hüllte sich aber in Schweigen. Ich kann nicht anders als das Verhalten der „ Volks- Tribüne" als eine bubenhafte Niedertracht zu bezeichnen." Ich habe an den Parteitag eine Berichtigung geschickt, daß ich mich damals nicht in Schweigen gehüllt habe, sondern auf der Redaktion des„ Vorwärts" erklärt habe, Bamberger sei nicht gemeint. Diese Erklärung hat der„ Vorwärts" dann in einer Erwiderung an den Reichsboten veröffentlicht. Zuerst nahm ich natürlich an, daß Herr Fischer seine Behauptung in Unkenntniß dieses Umstandes aufgestellt habe. Da er aber die eingegangene Berichtigung nicht veröffentlicht hat, so qualifizirt sich sein Vorgehen als bewußte Verläumdung. Was für ein Individuum dieser Verläumder Fischer vom Parteivorstand im Uebrigen ist, geht aus folgender Aeußerung von ihm auf den Parteitag hervor: Meinen Beweisen von gestern für Ihre Verbindung mit Anarchisten füge ich hinzu: Die Volt- Tribüne" hat Nummern diese Behauptung nahm Redner, da Auer ihn über das Obwalten einer Verwechselung hierbei informirte, beigelegt." sofort zurück der„ Autonomie" Große öffentliche Volks- Versammlung im am Sonntag, den 25. Oktober 1891, Vormittags 10 Uhr, „ Eiskeller", Chausseestraße( hinterer Saal). Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung der Delegirten vom Erfurter Parteitag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Meerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. Spezialität: Portraits bewährter sozialistischer Führer( Lassalle, Marr u. A.), in Cigarrenspihen, Pfeifenköpfen, Shlipsnadeln, Manchettenknöpfen, Stöcken und Brochen, Büsten. en gros. en detail. B. Günzel, Brunnenstraße 157, am Rosenthaler Thor. Adolph Kehr. Genossen empfehle mein Hutgeschäft. Arbeite nur mit Fabrikanten, welche sich der Kontrolmarken deutscher Hutmacher angenommen haben. Köpenickerstraße 126. Den Parteigenoffen empfehlen wir zur Anschaffung unfere Neue Gesammt- Ausgabe: Ferd. Lassalle's Reden und Schriften in 40-50 Heften à 3 Bogen zum Preise von 20 Pfg. pro Heft. Herausgegeben im Auftrage bes Vorstandes der sozialdemokratischen Partei Deutschlands von Eduard Bernstein, London. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt in Berlin SW. Gratweil'sche Bierhallen Wichtig für den Nord- Bezirk! 77-79. Kommandantenstrasse 77-79. Heute sowie täglich:. Auftreten der Chausseestrasse 83 gegenüber der Liesenstraße. Freunden und Genossen bringe mein Schuhwaaren- Geschäft Hamburger Gaudebrüder in freundliche Erinnerung. Größte Auswahl. 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Genossen, welche gewillt sind, dem Leseund Diskutir- Klub„ Gerechtigkeit" beizutreten, tönnen sich jeden Donnerstag Abend beim Genossen Hoffmann, Waldem rstraße 61 ( Restaurant) melden. Berichtigung. Veranlaßt durch eine unrichtige Behauptung des Abg. Grillenberger schickten wir folgende Berichtigung dem Parteitage zu: In der Nachmittagsfizung vom 15. Oktober stellte der Abg. Grillenberger die Behauptung auf, die Flugblätter der Berliner Oppofition wären prompt von der„ Berl. Volks- Tribüne" verschickt worden. Bei der Untersuchung dieser Sache durch die Berliner Preß- Kommission behauptete der Expedient des Blattes, aus eigener Initiative keine Flugblätter verschickt zu haben. Selbstverständlich kann nicht in Betracht kommen, wenn der Betreffende auf ausdrücklichen Wunsch von Parteigenossen diesen einige Eremplare zusandte. Die Behauptung beruht also wahrscheinlich auf einen Irrthum des Abg. Grillenberger oder auf einer falschen Mittheilung, und ersuchen wir, diese Berichtigung der betr. Aeußerung dem Parteitage mitzutheilen. Als Beweis, daß dergl. Wünsche an die Expedition gerichtet sind, senden wir einige Karten mit. Wir ersuchen gleichzeitig, in Zukunft dergleichen Beschwerden, ehe sie auf dem Parteitag veröffentlicht werden, der Berliner Preß- Kommission als kompetenten Beschwerde- Kommission zu unterbreiten. Die Berliner Prek- Kommission. Erklärung. Die Vorgänge in Erfurt veranlaßten mich, aus der Organisation der sozialdemo kratischen Partei auszuscheiden. Ich halte es für gut, die Konsequenzen meines Vorgehens selbst zu tragen und nicht Andere mit mir darunter leiden zu lassen. Ich erkläre deshalb hierdurch meinen Austritt aus der Firma Maurer, Werner& Co. Gleichzeitig spreche ich allen Freunden und Gesinnungsgenoffen, die mich bisher in so reichem Maße durch Aufträge unterstützt haben, meinen Dank aus mit der Bitte, das Vertrauen, welches sie mir bisher entgegenbrachten, gütigst auf die Firma Maurer& Dimmick zu übertragen. Berlin, den 21. Oktober 1891. Wilhelm Werner, Buchdrucker. Im Anschluß an vorstehende Erklärung theilen wir allen Parteigenossen ergebenst mit, daß wir bis zum 1. November d. J. das Geschäft unter der alten Firma und von da ab unter der Firma von Maurer& Dimmick Buchdruckerei von Maurer weiterführen werden. Wir versprechen gute und schnelle Lieferung aller uns übertragener Druckarbeiten und bitten alle Parteigenoffen, das uns bisher geschenkte Vertrauen auch für die Zukunft bewahren zu wollen. Hochachtungsvoll Maurer& Dimmick. Fachvercin der Tapezierer. Versammlung Uhr, am Montag, 26. Oktober, Abends 8 bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Sämmtliche Mitglieder sind hiermit eingeDer Vorstand. laden. Shlipse, Seid ntücher, Vereins- und Fest- Abzeichen Cravatten, Nadeln, Manschettenknöpfe, Brochen, empfiehlt und versendet die Cravatten- Fabrik bon Carl Wesch in Crefeld. An Orte, wo sich keine Verkaufsstelle meiner Waare befindet, liefere ich auch an Private. Man verlange Mustersendungen von 3 5 und 10 Mark. Dieselben werden, wenn nicht convenirend, zurückgenommen oder umge tauscht. Versandt nur franko gegen NachNB. Ersuche die Besteller ihre Adresse genau und deutlich anzugeben. nahme. voj' snusyvдiog s Der Arbeits- Nachweis des Medaillons, auch mit den Bildnissen hervorragender Jede Uhr zu repariren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 Mk. 50 Pfg., außer Bruch, Kleine Reparaturen billiger. Neue Feder einsetzen 1 Mt. Empfehle filb. Zylinderühren von 6, 7 u. 8 Mt., filb. Remontoir- Uhren von 13, 14 u. 15 Mt., gold. 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Die Adreſſen- Ausgabe findet jeden Cigarren eigener Fabrik Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 10-11% Uhr, sowohl an Mitglieder, wie auch an Nichtmitglieder unentgeltlich ſtatt. Die Bibliothek ist geöffnet jeden Wittwoch Abend von 8-9 Uhr und Sonntags Vormittags von 9-11 Uhr. aus rein amerik. Tabak, 25 Cigarr. 1 Mt. Tabak und Cigaretten. Julius Ulbrich, Skalikerstraße 41, nahe Laufizerpl. Verantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin. Verleger und Drucker: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Beiblatt zur Nr. 43. Immer mehr! Allüberall Geschrei nach Brot, Vom Atlas bis Archangel! In ganz Europa Hungersnoth, Im halben bittrer Mangel! Die Scheuern leer, die Steuern schwer, Die Ernten schlecht gerathen Doch immer mehr, und immer mehr, Und immer mehr Soldaten! Geld her für Pulver und für Blei! Für Reiter und für Rosse! Chassepots, Bündnadeln, allerlei Weittragende Geschosse! Dem Kaiser Geld, dem Papste Geld! Nur immer frisch von hinten Geladen, denn der Lauf der Welt Hängt ab vom Lauf der Flinten! Herwegh. Was sollen wir also thun! Bank Graf Leo Tolstoi. Deutsch von August Scholz. XV. Berliner Volks- Tribüne. Sonnabend, den 24. Oftober 1891. V. Jahrgang. das ist der Beweggrund meines Thuns, vielmehr ist dieser dieses Bäuerlein aus Wladimir, das in Moskau eine Beweggrund der, daß ich ein guter Mensch sein, d. h. in Frau und zwei Kinder hatte, blieb gleichfalls stehen, jedem anderen Menschen mich sehen will fehrte den Schooß seines Kaftans um und zog seinen So und nicht anders faßte ein jeder Mensch das Geldbeutel heraus. Er suchte in demselben, nahm ein Wesen der Güte auf. Mag er daher auch zwanzigmal Dreikopekenstück, gab es dem Alten und bat ihn, zwei das vertrunken haben, was ihr ihm gegeben, mag er immer Kopeken herauszugeben. Dieser aber zeigte ihm auf offener wieder hungrig und erfroren zu euch kommen wenn ihr Hand zwei Dreikopekenstücke und eine einzelne Kopeke euch für gute Menschen haltet, müßt ihr ihm immer under konnte ihm die zwei Kopeken nicht geben. Semjon immer geben, dürft ihr niemals aufhören ihm zu geben, sah hin und wollte die Kopeke nehmen, besann sich jedoch sofern ihr mehr besitzt als er. Zieht ihr eure Hand von eines anderen, nahm seine Müze ab, befreuzte sich und ihm zurück, so beweist ihr dann nur, daß ihr alles, was ging weiter, indem er dem Alten die drei Kopeken ließ. ihr gethan habt, nicht deshalb gethan habt, weil ihr gute Menschen seid, sondern weil ihr euch vor den Leuten, namentlich vor ihm, dem Armen, als gute Menschen hinstellen wollt. Ich kannte Semjons Verhältnisse ganz genau. Er besaß nicht das Geringste außer den 6 Rubel 50 Kopeken, die er bis zu jenem Tage erspart hatte. Diese 6 Rubel 50 Ropefen waren sein ganzer Reichthum. Mein VerEs ist mir mehrfach begegnet, daß ich meine Hand mögen belief sich auf annähernd 600 000 Rubel. Ich von solchen Menschen zurückgezogen habe, daß ich auf hatte eine Frau und Kinder, und auch Semjon hatte eine hörte, ihnen zu geben, mich damit vom Guten lossagte Frau und Kinder. Er war jünger als ich und hatte und nachträglich jenes quälende Schamgefühl empfand. weniger Kinder; aber seine Kinder waren klein, während Worauf gründete sich dieses Schamgefühl? Ich habe von meinen Kindern bereits zwei in arbeitsfähigem Alter dasselbe sowohl im Ljapinschen Hause, als auch gelegentlich standen, so daß, abgesehen von unserem Vermögen, wir meiner Besuche bei den städtischen Armen, als auch theils uns etwa in gleicher Lage befanden, ja sogar meine Lage vorher, theils nachher auf dem Dorfe empfunden, wenn ich eher etwas günstiger war. Er hatte drei Kopeken geIch begann die Sache noch von einer dritten, die Armen mit Geld oder andern Dingen unterstützte. geben, ich zwanzig; was hatte nun er, und was hatte nämlich der rein persönlichen Seite zu betrachten. In Ein Vorfall, der mir vor furzer Zeit begegnet ist, ich gegeben? Was hätte ich geben müssen, um dasselbe der Zahl der Erscheinungen, die mir während der Zeit hat mich über das Wesen jenes Gefühles aufgeklärt. zu thun, was Semjon gethan hatte? Er besaß 600 Komeiner wohlthäterischen Wirksamkeit ganz besonders auf- Es war auf dem Dorfe. Ich brauchte zwanzig peken, von diesen hatte er zuerst eine und dann noch gefallen waren, befand sich auch eine sehr seltsame, für pefen, um sie einem frommen Pilger zu geben, und schickte, zwei gegeben. Ich besaß 600 000 Rubel; um nun im die ich lange keine Erklärung finden fonnte. Folgendes da ich kein Kleingeld hatte, meinen Sohn weg, damit er Verhältniß dasselbe zu geben wie Semjon, hätte ich ist der Sachverhalt: Jedesmal, wenn ich auf der Straße von irgend jemandem zwanzig Kopeken entleihe. Er brachte 3000 Rubel geben und 2000 zurückerbitten müssen, und oder bei mir zu Hause einem Armen, ohne ein Gespräch dem Pilger ein Zwanzigfopetenstück und sagte mir, daß wenn der Alte diese nicht geben konnte, so hätte ich auch mit ihm zu beginnnen, irgend eine Kleinigkeit gab. dann er es von dem Koch geliehen babe. Einige Tage darauf die 2000 ihm laffen, ein Kreuz schlagen und weitergehen sah ich, oder glaubte ich wenigstens zu sehen, daß das famen wieder ein paar Pilger, und ich brauchte wiederum müssen, indem ich ruhig wieder unser Gespräch über das Gesicht desselben Befriedigung und Dankbarkeit ausdrückte, Kleingeld, während ich nur einen Rubel hatte. Ich Leben der Fabrikarbeiter und die Preise der Wurstwaaren und ich selbst hatte bei dieser Art von Wohlthätigkeit erinnerte mich, daß ich dem Koch noch die zwanzig Kopefen auf dem Smolensker Markte aufgenommen hätte. ein angenehmes Gefühl. Ich sah, daß ich das gethan schuldete, und ging, in der Hoffnung, daß er noch mehr Ich dachte schon damals über die Sache nach; aber hatte, was jener Mensch gewünscht und von mir erwartet Kleingeld haben würde, in die Küche. erst lange nachher war ich im Stande, aus diesem Vorhatte. Wenn ich jedoch bei dem Armen stehen blieb und" Ich habe von Euch zwanzig Kopeken geborgt, das fall den Schluß zu ziehen, der unerbittlich aus demselben ihn mit Theilnahme über sein früheres und gegenwärtiges ist ein Rubel," sagte ich zu dem Koch. folgt. Dieser Schluß ist scheinbar so ungewöhnlich und Leben ausfragte, dann fühlte ich, daß ich nicht mehr Noch hatte ich nicht ausgesprochen, als er seltsam, daß man troß seiner mathematischen Richtigkeit drei oder zwanzig Kopeken geben durfte, und ich begann schon seine Frau aus dem Nebenzimmer herbeirief. Zeit braucht, um sich an ihn zu gewöhnen. Man ist in meinem Geldbeutel zu suchen, im Zweifel, wieviel ich" Parascha," sagte er, nimm ihn." stets geneigt, einen Fehler in demselben zu wittern, doch geben sollte, und obgleich ich in solchen Fällen immer Ich glaubte, sie habe verstanden, daß ich für ist kein Fehler darin enthalten, und nur die Finsterniß mehr gab, als sonst, so sah ich doch jedesmal, daß der Rest Kleingeld haben wolle, und gab ihr den Rubel. Ich des Irrthums, in dem wir befangen sind, läßt uns die Arme unzufrieden von mir wegging. Trat ich in einen füge hinzu, daß der Koch erst seit acht Tagen bei uns Richtigkeit jenes Schluffes nicht einsehen. noch näheren Verkehr mit den Armen, so wuchs mein war, und daß ich seine Frau zwar schon gesehen, jedoch Dieser Schluß erklärte mir, als ich zu ihm gelangt Zweifel darüber, wieviel ich geben sollte, noch mehr, und noch niemals mit ihr gesprochen hatte. Eben wollte ich war und ihn als unangreifbar erkannt hatte, jenes Gewieviel ich auch immer geben mochte der Arme ging ausdrücklich hinzufügen, daß sie mir für den Rest Klein fühl der Scham, das ich der Frau des Koches sowie noch finsterer und unzufriedener davon. Ich konnte es geld herausgeben sollte, als sie sich rasch zu meiner all den Armen gegenüber empfand, denen ich Beld gab geradezu als allgemeine Regel aufstellen, daß, wenn ich Hand niederbeugte, um dieselbe zu küssen, indem sie oder noch gebe. auch den bei einer Annäherung an einen Armen drei Rubel oder offenbar annahm, daß ich ihr den Rest des Rubels In der That, was ist jenes Geld, das ich den mehr gegeben hatte, ich fast jedesmal eine finstere und schenken wollte. Ich brummte etwas vor mich hin und Armen gebe oder das ich, wie die Frau des Noches anunzufriedene Miene, ja sogar einen Ausdruck des Hasses verließ die Küche. Ich empfand ein so qualvolles Scham- nahm, dieser geben wollte? Es ist zumeist ein so geringer auf dem Gesichte des Armen beobachten konnte, und daß, gefühl, wie ich es schon lange nicht kennen gelernt hatte. Bruchtheil meines Vermögens, daß es in seinem Bruchwenn ich einmal sogar zehn Rubel gab, er ohne ein Wort Ich frümmte mich förmlich, schnitt Grimassen und stöhnte werth weder dem guten Semjon, noch der Frau des des Dankes, als ob ich ihm eine Beleidigung zugefügt vor Scham, als ich die Küche verließ. Dieses unerwartete Koches verständlich zu machen ist ein Millionstel ge= hätte, davonging. Ich selbst aber empfand in solchem und, wie ich glaubte, unverdiente Schamgefühl machte wöhnlich oder etwas in dieser Höhe. Ich gebe so wenig, Falle stets ein peinliches Gefühl, etwas wie Scham, und mich namentlich deshalb so betroffen, weil ich etwas daß ich die Gabe niemals als Einbuße empfinden kann; ich hatte stets eine Art Schuldbewußtsein. Wenn ich mich Aehnliches schon lange nicht empfunden hatte, und weil es ist für mich vielmehr nur eine Belustigung, der ich gar ganze Wochen, Monate und Jahre lang mit einem ich als alter Mann doch ein solches Leben zu führen mich widme, wie und wann es mir gerade paßt. Und Armen abgab, ihm half, wo ich konnte, ihm Rathschläge meinte, daß mir eine solche Beschämung erspart bleiben genau so hatte mich auch die Frau des Koches verstanden. ertheilte und ihm überhaupt menschlich nahetrat, dann fonnte. Ich war in der That wie vor den Kopf gestoßen; Wenn ich Jemandem, der von der Straße zu mir hereinwurden meine Beziehungen zu ihm für mich geradezu ich erzählte den Vorfall meinen Hausgenossen und fam, einen Rubel oder zwanzig Kopeken gab, weshalb eine Qual, ich sah, daß der Arme mich einfach verachtete. Bekannten, und sie gaben mir alle zu, daß auch sie etwas sollte ich da nicht auch ihr einen Rubel geben? Der Ich fühlte jedoch, daß er ein Recht dazu hatte. Aehnliches empfunden haben würden. Und ich begann Frau des Koches erscheint die Vertheilung von Geld in Wenn ich auf der Straße einhergehe und ein Armer, darüber nachzudenken, worin eigentlich jenes Schamgefühl ganz demselben Lichte, wie das Werfen mit Pfefferkuchen, desselben Weges kommend, mich wie jeden andern Vorüber begründet sein konnte. Die Antwort auf die Frage gab mit dem manche Herren sich selbst und das Volk begehenden oder Vorüberfahrenden um drei Kopeken bittet, mir ein Vorfall, der mir eines Tages in Minskau lustigen. Es ist das eben ein Zeitvertreib für Herren, und wenn ich ihm diese drei Kopeken gebe, so bin ich begegnet war. die viel überflüssiges Geld haben. Und mein Schameinfach ein Vorübergehender, der ihm einen Faden zu dem Ich vertiefte mich in jenen Vorfall, und indem ich gefühl hat darin seinen Grund, daß die Frau des Koches Hemde reicht, aus dem die Armuth ihr Hemd webt; er das Charakteristische desselben begriff, gelangte ich auch mich irrthümlicherweise für einen solchen Narren hielt, will nicht mehr als diesen einen Faden, und wenn ich zum Verständniß jenes Schamgefühls, das ich der Frau der sein überflüssiges, nicht selbst erarbeitetes Geld zum ihm denselben reiche, so segnet er mich von Herzen. des Kochs gegenüber empfunden hatte, das ich auch in Fenster hinauswirft. Sie zeigte mir damit zugleich, Wenn ich jedoch bei ihm stehen blieb und mit ihm als Moskau zur Zeit meiner wohlthäterischen Wirksamkeit welches Urtheil sie, wie alle armen Leute, über solche Menschen ein Gespräch begann, so habe ich ihm damit erfahren hatte, und das ich auch jetzt noch jedesmal Narren hatte. gezeigt, daß ich für ihn mehr sein will, als ein Vorüber- empfinde, wenn ich den Armen irgend etwas gebe, abgesehen Und in der That, welcher Art ist denn eigentlich gehender. Wenn er gar, wie das öfter geschehen ist, von jenem kleinen Almosen, welches ich den Bettlern und mein Geld, und wie bin ich zu demselben gekommen? vor mir geweint und mir seinen Kummer erzählt hat, Pilgern zu geben gewohnt bin welches ich indessen Einen Theil desselben habe ich für den Grund und Boden so sieht er in mir nicht mehr einen Vorübergehenden, nicht als Sache der Wohlthätigkeit, sondern als einfache erhalten, den ich von meinem Vater geerbt habe. Der sondern das, wovon ich wünsche, daß er es in mir sehe, Höflichkeitssache betrachte. Wenn ein Mensch mich um Bauer hat sein letztes Schaf, seine letzte Kuh verkauft, nämlich einen guten Menschen. Feuer bittet, dann bin ich verpflichtet, ihm ein Zündholz um dieses Geld an mich zu bezahlen. Ein anderer Theil Bin ich wirklich ein so guter Mensch, dann darf anzustecken, sofern ich eins habe. Wenn ein Mensch mich meines Vermögens besteht aus den Summen, die ich für meine Güte weder bei einem Zwanzigkopekenstück, noch um drei oder zwanzig Kopeken oder selbst um ein paar meine Dichtungen, für meine Bücher bekommen habe. bei zehn Rubeln, noch bei zehn Tausenden stehen bleiben. Rubel bittet, so muß ich ihm sie geben, wenn ich sie Wenn meine Bücher schädlich sind, so verführe ich durch Man kann nicht nur so ein klein wenig ein guter Mensch habe. Das ist die Sache der Höflichkeit, nicht der dieselben Diejenigen, welche sie kaufen, zum Bösen, und sein. Angenommen, ich habe für ihn sehr viel gethan, ich wohlthätigkeit. das Geld, welches ich für diese Bücher erhalte, ist auf habe ihn wieder zum Menschen gemacht, ihn eingekleidet Den Vorfall, von dem ich rede, trug sich folgender- schlechte Art erworben. Sind dagegen meine Bücher den und auf seine eigenen Füße gestellt, so daß er ohne fremde maßen zu. Ich sprach bereits von jenen beiden Arbeitern, Leuten nüßlich, so erscheint die Sache noch schlimmer: Hilfe hätte leben fönnen infolge eines Unglücks jedoch, mit denen ich vor drei Jahren auf den Sperlingsbergen ch gebe ste denen, welche sie gebrauchen können, nicht oder infolge seiner Schwäche, ja selbst seiner Lasterhaftigkeit Holz sägte. Eines Abends, an einem Sonnabend, ging ohne Weiteres, sondern ich sage:" Gebt mir siebzehn ist ihm jener Paletot, jene Wäsche und jenes Geld, das ich mit ihnen zusammen nach der Stadt. Sie waren Rubel, dann will ich sie Euch geben." Und wie dort ich ihm gegeben habe, abhanden gekommen, und er fommt auf dem Wege zu ihrem Brotherrn, um ihren Lohn in der Bauer sein letztes Schaf verkauft, so versagt sich hier hungrig und erfroren zu mir- wie fäme ich wohl dazu, Empfang zu nehmen. Als wir auf die Dragomilowski'sche der arme Student und Lehrer und noch mancher andere ihn diesmal abzuweisen? Wenn der Beweggrund meiner Brücke kamen, begegneten wir einem alten Mann, der Arme das Nothwendigste, um mir das Geld zu geben. Thätigkeit nur der war, ein bestimmtes, materielles Ziel um ein Almosen bat. Ich gab ihm zwanzig Ropeken Und so habe ich eine Menge solchen Geldes zu= zu erreichen, ihm so und so viel Rubel oder den und den und dachte bei mir, daß meine Freigebigkeit auf Semjon sammengehäuft, und was thue ich nun damit? Ich bringe Baletot zu geben, dann kann ich mich dabei beruhigen, mit dem ich mich gerade über Dinge der Frömmigkeit dieses Geld nach der Stadt und gebe es hier den Armen ihm einfach diese Dinge gegeben zu haben; aber nicht unterhielt, einen guten Eindruck machen müsse. Semjon, unter der Bedingung, daß sie alle meine Launen erfüllen, daß sie mir in die Stadt nachkommen, um für mich die[ neten Rednern Klage geführt. Die Klage ertöne aber nicht bloß| anarchistischen Klubs aufgefordert haben, um gegen die verweich Trottoire zu reinigen und in den Fabriken für mich aus der Provinz, sondern selbst aus Berlin. Der Vorſtand ſei lichte Haltung der Fraktion Front machen zu können.( Widerum so weniger im Stande, den bezüglichen vielen Klagen, die spruch.) Ich kann eine Reihe von Zeugen hierüber benennen. Lampen, Schuhe u. s. w. zu verfertigen. Und mit diesem an ihn herantreten, gerecht zu werden, da derselbe, sobald er als einmal Singer in Berlin wieder aufgestellt werden sollte, Gelde bringe ich alle ihre Produkte an mich. indem ich einen Redner empfehle, auch die Verantwortung für denselben da sagte Curt Baake: Was, Singer soll wieder aufgestellt werden? mich bemühe, ihnen möglichst wenig für dieselben zu geben übernehme. Allein jetzt, wo es der Sozialdemokratie gestattet Dieser Mann hat mit seinem Geld.eutel bereits die Fraktion und von ihnen so viel als möglich zu bekommen suche. ſei, wieder in voller Deffentlichkeit zu wirken, dürfte es gelingen, forrumpirt, er wird auch noch die ganze Partei forrumpiren durch fortgesetzte Schulung Redner heranzubilden. Daß die Was das Flugblatt betrifft, so weiß der Vorstand genau, daß Und dann fange ich auf einmal ganz unerwartet an, Agitation auf dem Lande große Schwierigkeiten mache, liege in ich nicht mit ihm einverstanden bin. dieses selbe Geld umsonst an die Armen zu vertheilen den Verhältnissen. Große Klage werde über den Mangel ge- Der Schriftseter Ernst hat mich beauftragt, seine Angelegennicht an alle, sondern nur an diejenigen, bei denen eigneter Versammlungslokale geführt. Was die Parteipreffe an- heit mit Grillenberger zur Sprache zu bringen. Es handelt sich es mir gerade beliebt. Weshalb sollte nicht jeder Arme lange, so sei mitzutheilen, daß das Zentralorgan der Partei, um den Trauerrand der Fränkischen Tagespost" beim Tode des der in Berlin erscheinende„ Vorwärts", in dem letzten Jahre Kaisers Friedrich. Ich lasse das Blatt zirkuliren. Der Sozialerwarten, daß vielleicht auch ihn jetzt das Glück treffen große Ueberschüsse ergeben habe. Daß der Vorwärts" Mängel demokrat" zeigte in gleicher Weise die Todesfälle der Gewerde, einer von denen zu sein, unter die ich zu meiner habe, solle nicht geleugnet werden. Es werden aber vielfach nossen an. Belustigung mein überflüssiges Geld vertheile? In diesem Klagen laut, die oftmals von einer gewissen Unkenntniß redaktio- Auerbach und Genossen Feantragen: Lichte betrachteten mich alle, und in diesem Lichte be- neller Angelegenheiten zeugen. Der Vorstand habe im Uebrigen nichts dagegen, wenn den Berliner Genossen ein gewisser Eintrachtete mich auch die Frau des Koches. fluß auf die Haltung und Redaktion des Vorwärts" eingeräumt werde. Der Vorstand habe nichts dagegen, wenn auf Beschluß des Parteitages eine von Berliner Genossen zusammengesetzte Parteitag der sozialdemokratischen Partei leberwachungskommiſſion für den„ Vorwärts" gewählt werde. Deutschlands in Erfurt. Mittwoch. Der Parteitag beauftragt die Parteileitung, in denjenigen Landestheilen, in denen eine Lokalpresse, gleichviel, ob täglich oder in längeren Zwischenräumen erscheinend, zur Nothwendigkeit für die Verbreitung unserer Grundfäße geworden ist, und wo die Mittel zur Unterhaltung der Bresse von den Genossen dieser Landestheile nicht aufgebracht werden können, die Gründung und Unterhaltung derartiger Organe aus den Partei- Einnahmen zu unterstützen. Schulze- Königsberg und Genossen zu beantragen: = = Selbstverständlich sei es nothwendig, daß diese Kommission in Verbindung mit dem Parteivorstande ihres Amtes walte. Auf den Vorwurf der sogenannten Berliner Opposition, daß die Partei die kleinen Parteiblätter nicht unterstützt habe, sei zu beDa es sich herausgestellt, daß der„ Vorwärts" von Der Saal, in welchem der Kongreß tagen wird, ist von merken, daß auf dem vorjährigen Parteitage beschlossen worden den meisten Genossen nicht gehalten werden kann, die den Erfurten Genossen aufs schönste ausgeschmückt worden. Von sei, Parteiblätter nicht zu unterstützen. Der Hallesche Parteitag übrigen Parteiblätter in Deutschland aber einen mehr allen Seiten winkt lustig und verheißungsvoll die rothe Farbe. sei der Meinung gewesen, daß diejenigen Parteiblätter, die nicht oder weniger lokalen Charakter tragen und daher eine allViele Wappenschilder mit Inschriften, die auf die Ruhmestage lebensfähig seien, eingehen sollen. Wieder ist der Wunsch auch gemein befriedigende Uebersicht der Parteiverhältnisse nicht unserer Partei hinweisen, schmücken die Wände. Ueber der aus dem Auslande laut geworden, ein Wochenblatt zu gründen, geben können, beantragen die Königsberger Genossen: Mitte des Saales schwebt eine purpurrothe Fahne. Auch der in dem sich das ganze geistige Leben wiederspiegelt. Die KonDie Beschaffung eines einmal wöchentlich erscheinenden Tisch des Präfidiums auf der erhöhten Tribüne ist mit einer furrenzschwierigkeit liegt auf der Hand. Wir stehen dem Wunsche Organs, welches neben dem„ Vorwärts in gedrängter rothen Decke bedeckt; über diesem Tische in der Höhe des Saales nicht ablehnend gegenüber. Den Genossen im Ausland fehlt das Kürze eine Uebersicht über alle politischen und wirthschaftbefinden sich große Inschriften:„ Die Arbeiter sind der Fels auf geistige Band. Die bestehenden Wochenblätter haben ihre Auflichen Fragen des In- und Auslandes, sowie über die dem die Kirche der Gegenwart erbaut werden soll"( Lassalle) und gabe nicht erfüllt; besonders gilt dies von einem Wochenblatt, Arbeiterbewegung aller Kulturstaaten berichtet, unter Be" Proletarier aller Länder vereinigt Euch"( Mary); an dem das unter der frühern Redaktion dieser Aufgabe mehr gerecht rücksichtigung statistischen Materials". anderen Ende des Saales befinden sich die Büsten der beiden wurde. Endlich bin ich genöthigt, so schloß Auer seine Rede, Tapezierer Wildberger( Berlin): Es wird mir der VorGrundleger des modernen Sozialismus und der Klaffenbewegung auf eine Angelegenheit einzugehen, die, wie ich befürchte, den der Arbeiter. Die doppelten Gallerien des Saales find dicht Parteitag noch länger beschäftigen wird, als es vielleicht im wurf gemacht, daß ich öffentlich gesagt habe: es sei einem Abmit Gästen besetzt. Interesse der Partei liegen dürfte. In Fleisch und Blut ist geordneten 3 bis 5000 Mt. Unterstüßung ausder Parteikasse geKurz nach 7 Uhr eröffnet Genosse Singer im Auftrage der unserer Partei der Grundsatz unbeschränkter freier Meinungs- geben worden. Ich habe das lediglich gethan, weil von dem Parteileitung den Kongreß und begrüßt die erschienenen Delegirten. äußerung übergegangen. Sie ist absolut für das Parteileben er Genossen Grau in Berlin- dem Genossen Litfin der Vorwurf geWährend sich in Halle die Partei eine neue Organisation ge- forderlich. Auch Wünsche und Beschwerden sind erklärlich und macht wurde, daß Letzterer der Parteikasse noch 50 Mr. schulde schaffen habe, haben wir nunmehr besonders das Programm nothwendig. Aber darum handelt es sich, in welcher Form die und weil außerdem im„ Borwärts" in einem Sprechsaal- Artiket Ich wollte mit meiner umzugestalten und neu zu schaffen, das uns weiterhin ein Leit- Beschwerden laut werden. Es sind von der sogenannten Berliner ebenfalls darauf angespielt wurde. stern in allen Kämpfen sein möge. Mögen auch die Ansichten Opposition gegen die Fraktion und Parteileitung die ärgsten An- Aeußerung den Beweis liefern, daß man seitens der Parteider Delegirten in manchen Bunkten auseinandergehen, so werde klagen erhoben worden. Es ist von Versumpfung, Schmarozzer- leitung nach Gunst verfahre. Ich habe alsdann weiter gesagt: doch im Allgemeinen Einigkeit herrschen. Die Sozialdemokratie thum 2c. gesprochen worden, das sich in der Partei breit mache. Sieben Achtel der Reichstags- Abgeordneten haben den von der stehe in ungebrochener Kraft. Redner weist auf Baden und Es ist behauptet worden, daß der von der sozialdemokratischen Reichstags Fraktion eingebrachten Arbeiterschutz Gesetzentwurf Meiningen hin und theilt mit, daß die sächsische Sozialdemokratie Reichstagsfraktion eingebrachte Arbeiterschutz- Gesetzentwurf von nicht gelesen. Nun, das ist wahr.( Stürmischer Widerspruch gestern einen großen Sieg errungen habe; die Stimmenzahl seis der sozialdemokratischen Abgeordneten nicht gelesen worden sei. und Rufe: Beweise!) Ein zur Partei gehörender Reichstagsvon 14 000 auf 32 000 gewachsen. Liefern wir den Beweis, Es ist behauptet worden, daß die Parteigelder nicht immer im Abgeordneter hat mir dies mitgetheilt und ein zweiter hat mir daß die Gegner, die auf Spaltung hoffen, sich täuschen, daß Partei- Intereffe verwendet, sondern oftmals als Unterstützungen das bestätigt. Rufe: Namen!) Die Namen werde ich öffentlich für Schmaroßer und Speichellecker gegeben worden seien. Diese nicht nennen, ich bin aber bereit, dieselben dem Vorstand verEinigkeit in unserer Partei nach wie vor vorhanden ist. Darauf bringt die Versammlung ein donnerndes dreimaliges und noch andere Anschuldigungen sind selbstverständlich von der traulich mitzutheilen. Eigenthümlicher Weise ist man jetzt gegen Hoch auf die deutsche und internationale Sozialdemokratie aus. gegnerischen Presse weidlich ausgebeutet worden. Es ist selbst die von Seiten der Opposition erhobenen Angriffe sehr penibel; verständlich etwas anderes, ob etwas in einer Versammlung in als aber z. B. in Frankfurt die Behauptung erhoben wurde, Singer fordert auf, Vorschläge zum Bureau der Versamm Berlin oder in Buxtehude gesprochen wird. In Berlin werden Bebel und Liebknecht ständen im Solde Sonnemanns, und lung zu machen. Grothe- Halle schlägt vor, Singer als 1. Bor: die Reden unserer Parteigenoffen sofort von den gegnerischen Sonnemann unterstütze ein Parteiorgan in Süddeutschland, dasitzenden, Kloß als 2. Vorsitzenden. Diese Vorschläge werden Zeitungen durch das ganze Land getragen und von der kleinen mit dasselbe in seinem Sinne wirke, hat man sogar den guten von dem Kongreß angenommen. Ferner werden acht Schrift- Provinzialpresse gegen unsere Genossen in der Provinz aus- Geist der Frankfurter Genossen ausdrücklich anerkannt. führer und ein Führer der Rednerliste erwählt. genützt. Diese Genossen stehen solchen Angriffen hilflos gegen- Vors. Singer lehnt ab, die Namen der zwei Abgeordneten Man geht über zur Festsetzung der Geschäftsordnung über und verlangen mit Recht, daß der Parteitag darüber Klarheit vertraulig zu empfangen. Auerbach beantragte u. A., daß neben den Referenten zu den schaffe. Ich kann im Namen der Parteileitung erklären, daß Abg. Bebel: Ich muß zunächst erklären, daß es unwahr Hauptpunkten ein Korreferent bestellt werde. Hiergegen spricht wir alles aufbieten werden, um in dieser Beziehung Klarheit zu ist, daß aus der Parteikasse einem Abgeordneten ein Darlehn Täterow. Werner ist für Einsetzung eines Korreferenten; schaffen. Wir werden die Berliner Opposition auffordern: ent- von 3-5000 mt. gegeben worden sei. Im weiteren erkläre ich gegen das einstündige Referat des Hauptredners kann man nicht weder ihre Anklagen zu beweisen oder zu widerrufen. Wenn es für eine unwahrheit, daß sieben Achtel der zur Partei in zehn Minuten fertig werden. Bebel ist für Gewährung einer beides nicht geschehen sollte, dann wird der Kongreß wissen, was gehörenden Reichstagsabgeordneten den von der sozialdemolängeren Redefreiheit, aber nicht für Ernennung von Korreferenten. er zu thun hat. Entweder beweisen oder widerrufen, andernfalls fratischen Reichstags- Fraktion eingebrachten Arbeiterschutz- GesetzWerner erklärt sich einverstanden mit Bebels Ausführungen. ist das Tischtuch zwischen uns zerschnitten.( Stürmischer Entwurf nicht gelesen haben. Ich erkläre: Der Entwurf iſt Auerbach zieht seinen Antrag zurück. Im Uebrigen wird eine Beifall.) acht Wochen vor der Einbringung allen unseren Abgeordneten Geschäftsordnung nach dem Vorschlage der Parteileitung angeEtn Antrag von Niederauer- Berlin läuft ein: gedruckt zugestellt worden, und es haben alsdann innerhalb der nommen. Darauf wird die Tagesordnung festgesetzt: 1) GeBeantrage, daß in Zukunft bei Gelegenheiten, wie Fraktion die heftigsten Debatten vor Einbringung des Entwurfs schäftsbericht des Partei- Vorstandes; 2. Bericht der Kontroleure; beispielsweise am 1. Mai und ferner bei der Antikornzoll- stattgefunden. Es ist deshalb nicht möglich, daß Herrn Wild3) Parlamentarische Thätigkeit und Taktik der Partei; 4) Proagitation, die Resolutionen, die Sei dieser Belegenheit an- berger zwei Abgeordnete gesagt haben: sieben Achtel de Abgrammentwurf; 5) Berathung besonderer Anträge; 6) Wahl der genommen werden sollen, nicht vom Parteivorstand ver- geordneten haben den Entwurf gar nicht gelesen. Ich fordere Parteileitung. faßt werden und dann den Genossen zur Annahme Herrn Wildberger auf, hier die Namen der zwei Abgeordneten empfohlen werden sollen, sondern es einer jeden Veröffentlich zu nennen. Wir wollen wissen, ob wirklich derartig sammlung zu überlassen sei, ihre eigenen Gedanken in einer unwahrhaftige Elemente in unserer Partei Ehrenämter bekleiden. Resolution zusammenzufassen. Weigert sich Herr Wildberger, die Namen zu nennen, dann wird er die Folgen seines Verhaltens zu tragen haben.( Stürmischer Beifall.) Man geht über zur Wahl einer neungliedrigen Kommission bezwecks Prüfung der Mandate. Die Sigungszeit wird beschlossen auf 9-1 Uhr Vormittags, 3-7 Uhr Nachmittags. Darauf wird die Sigung geschlossen. " Der Antrag findet die nöthige Unterstützung und wird verZu erwähnen ist noch, daß den Verhandlungen ein Polizei handelt werden. Kommissar in Uniform und zwei von der Regierung bestellte Redakteur Curt Baake( Berlin): Auf die Behauptung des Zigarrenhändler Gottfried Schulz- Berlin, Vorsitzender der Stenographen beiwohnen. Eine Anklageschrift" gegen die Opposition, die sich:" Die Anschuldigungen der Berliner Kontrollkommission, bemerkte hierauf, daß, trotz aller Anklagen, Herrn Werner habe ich zu erklären, daß ich die fragliche Aeuße Opposition. Für den Parteitag zusammengestellt nach den Be- an die Kontrollkommission innerhalb der letzten 11 Monate nicht rung in ganz anderer Weise gethan habe. Ich war im J. 1887 richten des„ Vorwärts" vom Parteivorſtand" betitelt, wird unter habe die Staffe und Bücher des Parteivorstandes vollkommen in wahlkreise, weil mir bekannt war, daß sich eine Anzahl Genossen richten des Vorwärts" vom Parteivorstand" betitelt, wird unter eine einzige Beschwerde eingelaufen sei. Die Kontroll- Kommission gegen die Wiederaufstellung Singer's im 4. Berliner Reichstagsden Mitgliedern vertheilt. Dem ebenfalls heute Abend zur Vertheilung gelangten ge- Ordnung gefunden und beantrage er daher im Namen der an Herrn Singer mit Unterstützungsgesuchen wandte, denen von druckten Berichten des Parteivorstandes ist zu entnehmen, daß Kontroll- Kommission, dem Parteivorstande Decharge zu er- Singer auch bereitwilligst entsprochen wurde. Deshalb nollte ich, damit es nicht heiße, es habe sich Jemand bei seiner Stimm die Einnahmen der Partei im verflossenen Jahre betragen abgabe irgendwie beeinflußen lassen, daß anstatt Singer ein Arbeiter aufgestellt werde. Ich bekenne, daß ich, der ich damals erst 23 Jahre alt war, noch sehr wenig praktische Erfahrung Nachmittagssitzung. theilen. hatte. haben 223 866 Mart 60 Pfg., der Kassenbestand am 1. Oktober Buchdrucker Wilhelm Werner- Berlin: Ich muß zunächst 1890 7184 Mt. 20 Pfg., mithin beträgt der gegenwärtige Kaffen- bemerken, daß ich für meine Person nicht im Stande bin, alle bestand 231 050 Mt. 80 Pfg. Berausgabt wurden im ver- erhobenen Anklagen zu beweisen, da ich nur für meine eigenen flossenen Jahre insgesammt 134 949 m. 85 Pfg., davon an Aeußerungen eintreten kann. Die Opposition hat eben noch keine Unterstützungen 10 749 Mt., an Prozeß- und Gefängnißkosten greifbare Gestalt, sie ist keine Partei innerhalb der Partet und 5987 ME. 35 Pf., für allgemeine Agitation 31 479 Mt. 90 Bf., für deshalb kann nur jeder für seine eigenen Aeußerungen verant- Nach Eröffnung der Sizung wurde mitgetheilt, daß 230 DeWahlagitation 8440 Mt. 65 Pfg., für Reichstagskosten 15 706 Mt. wortlich gemacht werden. Ich wurde im Juni vorigen Jahres legirte und außerdem 14 Reichstagsabgeordnete, bezw. Mitglieder 60 Pf., an Verwaltungsausgaben 16 852 Mit. 30 Pfg.; an Darlehen von einer Berliner Schuhmacher- Bersammlung aufgefordert, über des Parteivorstandes ohne Mandat auf dem Barteitage anwesend Es werden alsdann eine Reihe von Begrüßungswurden verausgabt 25 562 Mt. Unter den ausgeliehenen Darlehen Lassalle und die jetzige Sozialdemokratie" einen Vortrag zu seien. S0= befinden sich 8000 Mt. Kautionsleistungen für verhaftet gewesene halten. Ich habe bei dieser Gelegenheit die bekannte Rede des telegrammen, darunter eines von Cincinnati, verlesen. Genossen, 4000 Mt für eine Hypothek auf ein früher der Partei Abgeordneten von Vollmar kritisiert. Ich bin dabei keineswegs Sann wird die in der Vormittagssigung abgebrochene Diskussion gehöriges Grundstück, die bereits wieder zurückgezahlt wurden, so weit gegangen, wie die Abgeordneten Bebel und Liebknecht. fortgesetzt. Taeterow( Berlin): Wer die Opposition in ungeschminkter ferner 6000 Mt. an verschiedene in momentane Nothlage ge- Ich habe nicht gesagt, daß Vollmar eine Dummheit gemacht und kommene Lokalblätter. Es erscheinen gegenwärtig in Deutschland habe auch nicht von einem päpstlichen Schlüsselsoldat" gesprochen. Weise sehen win, der muß Verliner Bersammlungen besuchen; 69 politische Parteizeitungen, davon 27 sechsmal, 26 dreimal, Es ist mir nicht eingefallen, dem Abgeordneten v. Volmar seine heute sind die Bertreter der Opposition in einer Weise aufge6 zweimal und 10 einmal wöchentlich. Hierzu kommen„ Die Vergangenheit vorzuhalten. Ich habe auch der Resolution in treten, wie man es sonst von ihnen nicht gewöhnt ist. Wenn neue Zeit" in Stuttgart, eine einmal wöchentlich erscheinende der Berliner Schuhmacher- Versammlung, in der dem Abgeordneten diese Leute ihre Verleumdungen beweisen sollen, dann treten sie wissenschaftliche Revue, sowie ein allwöchentlich erscheinendes b. Vollmar das Recht abgesprochen wurde, noch ferner im Namen gewöhnlich den Rückzug an. Unterhaltungsblatt und zwei alle 14 Tage erscheinende des deutschen Proletariats zu sprechen, nicht zugestimmt. Trotz- Börner( Berlin): Ich behaupte, daß die Opposition doch Wizzblätter. Außerdem erscheinen in Deutschland 55 Gewerk dem wurde ich sowohl im Vorwärts", als auch im Hamburger eine greifbare Gestalt hat. Als im dritten Berliner Reichstags= schaftsblätter. Echo" und ganz besonders in der Fränkischen Tagespost" auf wahlkreise einmal ein Barteigenosse beerdigt werden sollte, da das Schmählichste persönlich angegriffen. In der Berliner wurde von sämmtlichen Berliner Genossen der Beschluß gefaßt: Feenpalast Versammlung, in welcher der Genosse Fischer über den dem verstorbenen Genossen einen Kranz auf das Grab zu legen. Brüsseler Kongreß referirte, wurde ich von Bebel in der heftigsten Am folgenden Tage erschien jedoch im„ Volksblatt" ein Aufruf Weise angegriffen, weil ich mir erlaubt hatte, den Beschlu, der von den engeren Parteigenossen": dem verstorbenen Genossen Fraktion betreffs der 1. Maifeier und der Antrag der Fraktion, einen besonderen Kranz auf das Grab zu legen. wonach der Achtstundentag erst vom Jahre 1898 av gefordert Jacoben( Berlin): Die berliner Opposition hat es bereits werde, zu kritisiren. Diese und noch einige andere Kritiken ver- dahin gebracht, daß anständige Leute sozialdemokratische VerDen ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete: Der anlaßten den Abgeordneten Bebel, zu erklären: Er werde den sammlungen nicht mehr besuchen wollen. Sie werden gelesen Geschäftsbericht des Parteivorstandes". Der Referent Nörglern auf dem Parteitag in Erfurt Gelegenheit geben, eine haben, welche Radauversammlung in voriger Woche im sechsten Abgeordneter Auer verwies auf den gedruckten Geschäftsbericht eigene Partei zu gründen. Ich muß bemerken, wenn ein so ge- Berliner Reichstagswahlkreise stattgefunden hat. Am letzten und bemerkte, daß der Vorstand regelmäßig zwei Sigungen in schulter Parlamentarier, wie Bebel, nervös erregt wird, dann Dienstag Abend sind wir genöthigt gewesen, den zur Opposition jeder Woche abgehalten habe. Die Zahl der vom Vorstande ab- darf man es einem bedeutend weniger geschulten Genossen auch gehörenden Litfin aus dem Verein des sechsten Berliner Reichsgesandten Briefe innerhalb der letzten 11 Monate habe ca. 3600, nicht weiter übel nehmen. wenn er einmal ein 6 schen ausfallend tagswahlkreises auszuschließen, weil er die Behauptung aufdie der angekommenen Briefe 3200 betragen. Der Vorstand habe wird. Ich habe jedenfalls niemals gesagt, daß Schmarozzer und gestellt hat: Bebel, Liebknecht und Auer mästen sich von den mit 879 deutschen Orten brieflich zu verkehren gehabt. Der Um- Schmeichler von der Parteileitung unterstützt werden. Ich habe Groschen der Arbeiter. Den Maurer Schwabe, einen Mann stand, daß es in 879 deutschen Orten organisirte Barteigenossen allerdings gesagt, daß Leute, wie Baake und Glocke, die sich jetzt der Opposition, haben wir aus dem Verein ausschlossen, weil gebe, sei eine treffende Illustration zu den 12 Jahre lang ge- an die Parteileitung heranschmarozen und der Meinung sind, er, der die erwähme Nadauversammlung zur polizeilichen Aufwalteten Bestrebungen, die Organisation der Sozialdemokratie zu ihr Magen sei gesättigt, wenn sie einem Abgeordneten einmal die lösung gebracht hat, einige Tage nach dieser Versammlung vernichten. Es werde aller Orten über den Mangel an geeig- Hand drücken können, im Jahre 1880 zur Gründung von einem Genossen mit einem Bierfeidel fast das Auge ausgeschlagen Endlich ist noch aus dem Bericht mitzutheilen, daß der Diätensatz für die Reichstags- Abgeordneten während ihres Aufenthaltes in Berlin von 5 auf 6 Mt. erhöht worden ist. Diäten werden nur für die Tage der Anwesenheit in Berlin und die Reisetage bezahlt. Donnerstag. Vormittag. 11 " " " " " hat.( Rufe: Pfui!) Im sechsten Berliner Reichstagswahlkreise ein Freund, dem er zu Dank verpflichtet ist, ihn gebeten es nicht| tage Müller und Schulze Opposition machen.( Widerspruch und hat es die Opposition sogar fertig gebracht, einen von der zu drucken. Allein es hat alsdann längere Zeit bei Kamffmeyer Heiterkeit.) Mögen Sie beschließn, was Sie wollen, Sie werden eisernen Maske" als Spiel gekennzeichneten Mann in den gelegen und außerdem hat man es der Redaktion der Magde- uns nicht dahin drängen, daß wir uns den Anarchisten anVerein aufzunehmen und hat die Parteileitung ersuch, sich mit burger Volksstimme" zur Begutachtung übersandt. Die" Magde- schließen. Wir werden bleiben, was wir sind: revolutionäre der Redaktion des früheren Sozialdemokrat" in Verbindung zu burger Volksstimme", die einem Pastor, den sie angegriffen hatte, Sozialdemokraten.( Beifall in den Reihen der Opposition.) setzen und diese aufzufordern: das erforderliche Beweismaterial öffentliche Abbitte geleistet, findet es für gerechtfertigt, das Flug Dr. Lur( Magdeburg): Man ist gestern aufs Eifrigste befür die Behauptungen der„ eisernen Maske" zu beschaffen. Ich blatt wörtlich abzudrucken und zu schreiben:„ Das Flugblatt sei müht gewesen, konkludente Handlungen zwischen der Berliner ersuche daher den Genossen Auer, mitzutheilen, welches Ergebniß der Ausdruck der großen Mehrheit der Berliner Parteigenossen". Opposition und der„ Magdeburger Boltsstimme" nachzuweisen, seine diesbezüglichen Mittheilungen ergeben haben, damit die Der Redner verliest die weiteren Bemerkungen der„ Magdeburger man hat einen solchen Beweis aber nicht zu führen vermocht. Opposition im sechsten Berliner Reichstagswahlkreise nicht Volksstimme". Redakteur Dr. Lur( Magdeburg): Lesen Sie Ich erkläre, was ich bereits an einer anderen Stelle gethan, wiederum Veranlassung hat, mit Verdächtigungen gegen die nur weiter die Stelle, wo von vergifteteten Pfeilen gesprochen daß ich weder zur Opposition gehöre, noch auf dem Boden des Parteileitung vorzugehen. Im weiteren habe ich noch zu er wird. Im weiteren habe ich noch zu er wird. Fischer: Allerdings, nachdem vorn das gesammte Flug- Flugblattes stehe. Ich habe auch keine anarchistischen Neigungen, klären, daß im sechsten Wahlkreise ein anonymer Brief aus blatt abgedruckt und die Bemerkung hinzugefügt worden ist: ich habe lediglich einen objektiven Standpunkt eingenommen, Rostoc folportirt worden ist, in dem die Behauptung aufgestellt Das Flugblatt ist der Meinungsausdruck der großen Mehrheit dies ist mein ganzes Verbrechen.( Lebhafter Widerspruch.) Wenn wurde, Bebel stehe im Solde der preußischen Regierung. der Berliner Parteigenossen", spricht man hinten von vergifteten ich in der Magdeburger Volksstimme" geschrieben habe: Der ( Heiterkeit.) So wird in Berlin von der Opposition vorgegangen. Pfeilen. Es ist das eine geradezu bubenhafte Kampfesweise. Inhalt des Flugblattes ist der Ausdruck der Mehrheit der BerHerr Wildberger kann sich um seine Behauptungen, die er in Der Vorsitzende ersucht den Redner, sich in seinen Ausdrücken liner Genossen, so habe ich doch das Flugblatt selbst noch nicht Sen Versammlungen des sechsten Wahlkreises aufgestellt, nicht etwas zu mäßigen. Fischer, fortfahrend: Wenn mit dieser gebilligt. Der Redner sucht im weiteren die Angriffe Fischers so ohne Weiteres herumdrücken. Er hat durch diese seine Be- Niedertracht gekämpft wird, dann ist es schwer, noch Kaltblütig- zu widerlegen, der betreffs der„ Magdeburger Volksstimme" ganz Hauptungen die Partei aufs Aergste geschädigt.( Lebhafter Beifall.) keit zu bewahren. Daß die Opposition greifbare Gestalt hat, unbewiesene Behauptungen vorgebracht habe. Wenn er( Redner) Abg. Sebel: Ich muß zunächst konstatiren, das Herr Werner, beweist ferner die Thatsache, daß im sechsten Berliner Wahlkreise auf die Anklagebank gehöre, dann gehöre zum mindeſten Fischer der im Namen der Opposition hier sprechen sollte, dreiviertel ein sogenannter Kampffonds gegründet worden ist, aus dem die auch auf dieselbe. Stunden über nicht zur Sache gehörige Dinge gesprochen hat, jenigen Genossen unterstützt werden sollen, die wegen Verbreitung Wildberger( Berlin): Es ist gestern von allen Rednern die letzte Viertelstunde, wo er wirklich zur Sache gesprochen, hat der Autonomie" verhaftet werden. Wenn die Herren von der der Gegenpartei hervorgehoben worden, wir hätten nichts vorer es lediglich für seine eigene Person gethan. Ich will jetzt Opposition ehrliche Genossen sind, dann verbreiten sie nicht ein gebracht. Nun, ich habe bereits gestern betont, daß wir die nicht auf den Vorwurf eingehen, daß die Parteileitung zur solches Schmutzblatt, wie die Autonomie", an deren Spizze Hauptsache bei der Frage der Taktik vorbringen werden. Wir Rede Bollmars nicht Stellung genommen hat. Jedenfalls war jahrelang ein notorischer Polizeispion gestanden hat. Vor etwa kämpfen durchaus nicht persönlich, sondern sachlich.( Heiterkeit.) die Kampfesweise Bollmars eine sachliche. Man hat der Partei- vierzehn Tagen war ja eine Versammlung in Berlin einberufen Es handelt sich hier lediglich um prinzipielle Meinungsver= leitung und der Reichstagsfraktion den Vorwurf gemacht, daß worden, zu der alle diejenigen Genossen eingeladen waren, die schiedenheiten. Es ist selbstverständlich, daß in der Hauptstadt sie das Schmarozzerthum großziehe. Nun, der Fraktion war es mit der Taktik der Parteileitung nicht einverstanden sind. Die Berlin andere Verhältnisse obwalten, als an anderen Orten. schon seit langer Zeit bekannt gewesen, daß Baate, der seit dem Bersammlung hat nicht stattgefunden, da die Herren jedenfalls Die Berliner haben auf allen Parteitagen Opposition gemacht. Jahre 1884 Redakteur des„ Berliner Volksblatt" ist, ein Gegner eingesehen haben, daß die Partei im Lande über sie bereits ihr Auf dem Wydener Kongreß erklärte sich die Mehrheit der der Fraktion war. Trotzdem hat ihn die Parteileitung bisher Urtheil gefällt hat. Charakteristisch ist es aber, daß als Referent Berliner Delegirten für Most und Hasselmann. Was habe ich in der Redaktion des„ Borivärts" gelassen. Aehnlich verhält dieser Versammlung Herr Wildberger bezeichnet war. Ich sage denn gethan? Ich habe nur gesagt: die Parteileitung ist bei es sich mit dem Genossen Glocke. Als im„ Berliner Volksblatt" nicht, die ganze Opposition ist Polizeimache, aber es giebt eine einer Unterstützung nach Gunst verfahren und das ist wahr eine Expedientenstelle fret wurde, wandten wir uns an die Reihe unsauberer, charakterloser Elemente darunter, die aus der( Widerspruch) und ferner: Sieben Achtel der Abgeordneten haben Berliner Genossen, obwohl wir wußten, daß damals die Mehr- Partei ausgeschlossen werden müssen.( Stürmischer Beifall.) den von der Fraktion eingebrachten Arbeiterschutz- Gesetzentwurf heit derselben zur Opposition gehörte, mit der Aufforderung, Abg. Liebknecht: Ich wünsche eine ehrliche Opposition nicht gelesen. Das Letztere ist mir von durchaus glaubwürdiger uns einen Expedienten vorzuschlagen. Wir nahmen keinen An- und bin sehr für eine freie Meinungsäußerung. Allein die Seite mitgetheilt worden.( Rufe: Dann nennen Sie die stand, den vorgeschlagenen Genossen Glocke anzustellen, obwohl Opposition, welche die Herren Werner, Wildberger und Genossen Namen.) Die Namen werde ich nicht nennen; sobald ich die uns bekannt war, daß Glocke einer der Führer der Opposition betreiben, ist keine Opposition mehr. Es sind gemeine, haltlose beiden Abgeordneten nenne, werden sie dreimal verurtheilt: war. Wenn Baake und Glocke infolge des persönlichen Verkehrs Verdächtigungen, die geeignet sind, das Ansehen der Partei aufs zuerst vom Parteitag, dann von der Fraktion, und dann von mit der Parteileitung jezt einen anderen Standpunkt einnehmen, ergste zu schädigen. Wir haben die Herren aufgefordert, ihr den Wählern. Wenn Sie durchaus ein Opfer haben wollen, so gereicht es ihnen doch noch zur Ehre, daß sie sich von ihren Anschuldigungen hier vorzubringen und zu beweisen, all ihre dann will ich es sein.( Heiterkeit.) Das Gefühl, das mich dazu irrthümlichen Anschauungen überzeugt haben. Wir haben die Anschuldigungen haben sich aber als Nebelgebilde erwiesen. bewegt, begreifen Sie vielleicht nicht. Ich verleugne weder Opposition aufgefordert, ihre Anschuldigungen hier vorzubringen, Aus den Anklägern sind nun Angeklagte geworden. Die Herren meinen Freund Werner, noch das Flugblatt, auf letzteres werde sie haben aber nur Redensarten gehabt. Die mit einem so haben das Ansehen der Partet mehr geschädigt, als die ärgsten ich noch zurückkommen. Ich bin auch kein Feigling, das merken großen Pomp vorgebrachten Auschuldigungen sind im Nebel ge- Gegner es jemals hätten können. Solche Leute haben das An- Sie sich, Herr Fischer. Was Sie beschließen, ist mir zwar nicht blieben. Für alle die unerhörten Beschuldigungen, die Partei- recht verwirkt, noch länger Mitglieder der Partei zu sein. Die ganz gleichgiltig, aber es läßt mich kalt. Wenn Sie allerdings leitung ziehe Schmeichler und Schmarozer groß, verwende die Partei lann solche Elemente nicht länger in ihren Reihen dulden. auf dem bisherigen Wege fortfahren und bis zu einem gewissen Parteigelder nach Gunst, haben die Herren von der Opposition( Stürmischer Beifall.) Grade unseren Forderungen betreffs der Taktik nicht entsprechen auch nicht den geringsten Beweis vorbringen können. Herr WildAbg. Grillenberger: Die Nachricht von dem Tode Kaiser wollen, dann giebt es zwischen uns keinen Vertrag mehr, dann berger ist sogar noch weiter gegangen. Er hat in einer Ber- Friedrichs war immerhin auch für die sozialdemokratische Partei ist es besser, daß Sie uns gleich ausschließen. Im Uebrigen sammlung des dritten Berliner Reichstagswahlkreises gesagt: von solcher Bedeutung, daß es wohl angebracht erschien, diese erkläre ich schon von vornherein, daß ich vor dem etwa zu Wir könnten noch viel deutlicher werden, wenn wir einmal be- Stachricht mit einem schwarzen Rad zu versehen, ein Trauer- bildenden Schiedsgericht nicht erscheinen werde.( Aha!) Ich leuchten wollten, wie verwerflich der Parlamentarismus von rand sei das nicht gewesen. Der Redner schließt seine Rede lehne das Erscheinen schon deshalb ab, da das Schiedsgericht der pekuniären Seite ist. Dann würde man uns freilich wieder mit den Worten, daß es erforderlich sei, das Tischtuch zwischen gleich einem bürgerlichen Gerichtshof sich, geberdet. Denunzianten nennen. Einem einseitigen Gerichtshofe des der Partei und der Opposition zu zerschneiden.( Beifall.) Werner( Berlin): Ich will nur bemerken, daß man uns Parteitages unterbreiten wir nichts, weil wir von vornherein Abg. Heine( Halberstadt) bezeichnet es als unwahr, daß er in doch nicht Alles an die Rockschöße hängen kann, was irgend ein wissen, daß wir verurtheilt werden. Als Jesus geht man da Magdeburg in einer Gerichtsverhandlung gesagt habe: er stehe Mann, der sich zur Opposition bekennt, einmal begangen hat. hinein, als Teufel aber kommt man heraus."( Heiterkeit.) Wild- auf dem Boden der kaiserlichen Botschaft. Es sprechen noch Was geht mich der Maurer Schwabe in Berlin an! Im Übrigen berger macht also der Fraktion den Vorwurf der Korruption Metzner( Berlin), Abg. Schulze( Königsberg i. Br.), Expeditions höre ich, daß Schwabe zuerst geschlagen wurde. Der Redner und spricht dem Parteitage schon von vornherein die Unpartei- vorsteher Glocke( Berlin), Abg. Joest( Mainz) und viele andere, führt im Weiteren aus, daß er Niemanden verleumdet habe, er lichkeit ab. Ich wundere mich nur, daß er trotzdem es für werth die sich sämmtlich mit scharfen Worten gegen die Opposition sei nur der Drucker der Volkstribüne, der auf die Redaktion um gehalten gehalten hat, auf einem solchen Parteitage als Delegirter wandten und im Interesse der Fortentwickelung der Partei deren so weniger Einfluß habe, da eine Kommission, die in einer zu erscheinen. Ich sollte meinen, wenn man solche schwere Ausschließung forderten. freien Versammlung Berliner Genossen gewählt worden set, die Verdächtigungen erhebt, dann sollte man dieselben auch beweisen Aufsicht über die redaktionelle Haltung der„ Berliner Volkstönnen. Die Opposition sagte einmal: sie habe Waschkörbe voll Tribüne" habe. Der Redner bemerkt im Weiteren, daß in der Beweise vorzubringen. Man hat heute noch nicht einmal ein Albert Auerbach( Magdeburg): Es ist allerdings sehr Anklageschrift seine Reden falsch wiedergegeben worden seien. Kinderhandkörbchen voll Beweise zu erbringen vermocht. Wir haben nichts zu verheimlichen. Dort liegen die Kassenbücher; schwer, innerhalb zehn Minuten alle gegen die Opposition ins Der Redner schließt mit den Worten: Mögen Sie beschließen, dieselben stehen jedem Delegirten, ganz besonders aber den Feld geführten Angriffe zu widerlegen. Die gestrige Debatte was Sie wollen, Sie werden uns unsere sozialdemokratische Herren von der Opposition, zur Einsicht frei. Die Parteileitung erinnerte mich lebhaft an die Justiz, die unter der Herrschaft des Gefianung nicht rauben. Wir werden nach wie vor auf dem und Fraktion hat nichts zu verheimlichen. Es sind allerdings Sozialisten- Gesetzes gegen uns von den deutschen Regierungen Boden der Sozialdemokratie für die Befreiung des Proletariats einmal einem Abgeordneten, der durch ganz besondere Unglücks- geübt worden ist. Damals suchte man bekanntlich in eifrigster kämpfen und sind entfernt, uns der anarchistischen Partei anfälle in eine sehr traurige Lage gerathen war, 2500 Mart, aber eise die Unterhaltung geheimer Verbindung nachzuweisen. Es zuschließen. Auch bei den ist Ihnen aber trotz aller Bemühungen nicht gelungen, uns von Frohme ist der Ueberzeugung, hinter der Opposition stecke lediglich gegen gehörige Bürgschaft, geliehen. anderen Unterstützungen und Darlehen ist die Parteileitung der Opposition geheime Verbindungen nachzuweisen. Ich weiß anarchistischer Unfug. Fischer( Berlin): Meinen Beweisen von gestern für Ihre niemals nach Gunst verfahren. Der Redner schließt mit der Be- nicht, weshalb Sie sich gar so sehr über die Opposition erhitzen. Ich bin der Meinung: Sie können uns dankbar sein, daß wir Verbindung mit Anarchisten füge ich hinzu: Die„ Volkstribüne" fürwortung eines Antrages: Autonomie"( diese Behauptung nimmt nach der Diskussion über die Taktik eine Kommission von den Ruf erhoben: die Partei befindet sich im Rückschritt.( Stür- hat Nummern der neun Mitgliedern zu ernennen, welche die Anklagen dermisches Oho! Sie haben das Recht, meinen Ausführungen zu Redner sofort zurück) und das bekannte Flugblatt beigelegt. Opposition in Bezug auf die Parteileitung und die widersprechen. Allein ob Sie mich feige nennen oder nicht, ist Ein Kampffonds ist ferner gegründet worden zu dem Zweck, Reichstagsfraktion, sowie die Anklagen, daß die Partei- mir jehr gleichgiltig. Wenn ich mit vielem, was im Flugblatt erstens die Parteileitung zu bekämpfen, und zweitens die Leute leitung bezw. Parteivorstand gegen die Parteitaktik versteht, einverstanden bin, so werden Sie mich durch den Vorwurf zu entschädigen, welche wegen Verbreitung der anarchistischen der Feigheit und ähnliche Bemerkungen nicht anders stimmen. Autonomie" bestraft würden.( Hört, hört!). Ja, ein Redakteur stoßzen habe, zu prüfen und dem Parteitag Bericht zu Was hat denn Werner so Schlimmes_gethan, daß er aus der„ Boltsstimme" pflegt noch Verkehr mit einem Karl Schneidt, erstatten habe. geschlossen werden soll? Daß die Genossen im Lande anders der noch jüngst die Partei mit Verdächtigungen angriff, empfiehlt Abg. Frohme: Ich bin der Meinung, daß wir heute er denken als Sie, geht aus folgender Thatsache hervor.( Große die litterarischen Erzeugnisse dieses Schneidt zu einer Zeit, da klären müssen: Leute, wie Werner, Wildberger und Genossen, die Unruhe.) Gleich nach dem Halleschen Parteitage wandten sich dieser ein Parteiblatt verfolgt hat. Lur hat Schwanken des die Ehre der Partei, ohne irgend einen Beweis vorbringen die Mecklenburger Genossen an den Parteivorstand mit der Bitte, Charakters bewiesen. Ein Flugblatt in Schuß nehmen, das nur zu können, auf's Nergite diskreditirt haben, müssen aus der Partei ihnen einen Agitator zu senden und so fügten sie hinzu, wenn Jemand unterschreibeu kann, dem jedes Gefühl für die Ehre der ausgeschlossen werden. Ein Widerruf genügt uns nicht. Es ist möglich solle man ihnen Wilhelm Werner senden. Ich kann es Partei abhanden gekommen ist, das bekommt nur Jemand dies keinerlei Garantie, daß nicht nach dem Parteitag die alten nicht billigen, daß Wildberger die unbewiesene Behauptung von fertig, der wie Lux als sozialdemokratischer Redakteur und DeleAnschuldigurgen von Neuem erhoben werden. Auf dem vol 3-5000 art erhoben hat. Allein wenn er die Namen der girter einen Bericht über diesen Parteitag dem Stöckerschen jährigen Parteitage zu Halle erklärte Herr Werner: er wolle die zwei Abgeordneten nicht nennen will, die ihm mitgetheilt, daß Reichsboten" angeboten hat. Strettart begraben, faum war er aber nach Berlin zurückgekehrt, ficben Achtel der sozialdemokratischen Abgeordneten den von der Auer wiederholt im Namen des Parteivorstandes seine da wurde von demselben Herrn Werner die Streitart um so Fraktion eingebrachten Arbeiterschutz- Gesetz- Entwurf nicht gelesen gestrige Aufforderung an die sogenannte Opposition: entweder ungestümer geschwungen. Wir sind genöthigt, endlich einmal haben, so kann man das blos achten.( peiterkeit.) Sie lachen ihre Anklagen zu beweisen oder zu widerrufen. Eigenthümlich tabula rasa zu machen und zu erklären: Solche Leute, die die darüber, mir ist das nicht lächerlich, im Gegentheil, das Ver- sei es, so fuhr Auer fort, daß die Herren von der Opposition Bartei auf's Schmählichste fortgesetzt diskreditiren, gehören nicht halten Wildberger's hat meine volle Hochachtung. Wildberger bei jeder Redewendung den Berliner betonen, nicht ein einziger mehr zu uns.( Stürmischer Beifall.) sagte sich: ehe ich zwei Abgeordnete blosstelle will ich lieber in Berlin gewählter Delegirter erklärt sich aber mit dem Flug" Freitag. Vormitag. " Richard Fischer( Berlin), zweiter Parteisekretär: Herr untergehen.( Stürinische Heiterkeit.) ( Stürinische Heiterkeit.) Pflicht der zwei Abge- blatt einverstanden. Die Herren Werner und Wildberger mußten Werner sagte: die Opposition hat keine greifbare Gestalt. Nun, ordneten wäre es gewesen, sich selbst zu melden. Sie sagen fort- erst aufs Dorf bezw. in die Provinz gehen, um sich ein Mandat ich erinnere daran, daß, als der„ Berliner Börsen- Kourier" über während: wir wollen die vollständige freie Meinungsäußerung, zu verschaffen. In Charlottenburg, dem Wahlkreise Werners, die auf blutrothem Bapier gedruckte„ Berliner Volks- Tribüne" wer aber eine andere Meinung hat, als die Parteileitung und erscheint eine Zeitung, die von Richard Baginsky, dem eifrigsten schrieb: Dieses Borgehen sei geradezu provokatorisch, die„ Berliner die Fraktion, der wird einfach zum Opponenten gestempelt und Berfechter der Opposition, redigirt wird. Dieses Blatt, bei Bolts- Tribüne" in einer Briefkastennotitz bemerkte: Wir kennen ihm mit dem Hinausfliegen gedroht.( Heftiger Widerspruch.) Werner gedruckt, schweigt die Vorgänge in den Berliner Radaudie jüdische Nächstenliebe, die dies dem„ Börsen- Kourier" inspirirt Sie greifen sich gerade die Berliner Opposition heraus. Als ob versammlungen vollständig todt, obwohl dieselben der Partei hat. Alle Welt aaunte es sich ins Ohr, daß mit dieser jüdischen nicht in allen Orten Opposition vorhanden wäre!( Heftiger nur nüßen sollen. Werner ist wohl gegen den Parlamentaris= Nächstenliebe der Genosse Jakob Bamberger gemeint war, dessen Widerspruch.) Thun Sie doch nicht so, wir haben Zwistigkeiten mus, mit seinem Wahlkreise scheint er es aber nicht verderben Bornamen Sie, Herr Werner, auf dem vorjährigen Parteitage überall, es paßt Ihnen blos so gerade, die Berliner herauszu- zu wollen. Herr Wildberger hat heute erklärt, daß er für das ganz besonders betonten, um die semitische Abstammung des greifen. Vor Kurzem machte sich in einer Hamburger Versamm Flugblatt eintritt. Ich achte diese Offenheit, allein mit dieser Genossen hervorzuheben. Wenige Tage darauf nannte der lung Opposition geltend und was wurde der Opposition zuge Erklärung ist das Tischtuch zwischen uns zerschnitten. Seitens konservativ- antisemitische Reichsbote" den Namen Bamberger's, rufen: Hier scheint Berliner Wind zu wehen, Sie wollen es Wildbergers bedarf es keines Widerspruches mehr, derselbe hat die„ Berliner Volks- Tribüne hüllte sich aber in Schweigen. Ich wohl so muchen wie Werner." Was hat denn die Opposition fich durch seine Erklärung bereits außerhalb der Partei gestellt. kann nicht anders, als das Verhalten der„ Bolts- Tribüne" als verbrochen? Sie sagen: durch die Opposition ist die Partei in Eigenthümlich finde ich es, daß derselbe Herr Wildberger plößeine bubenhafte Niedertracht zu bezeichnen." Ich frage weiter: den Augen der Gegner und der indifferenten Masse diskreditirt, lich so zartbesaitet wird, daß er sich scheut, die Namen der zwei weist nicht das Flugblatt auf eine greifbare, ja, organisirte Or die Landagitation erschwert. Nun, die kläglichen Erfolge der Abgeordneten zu nennen. Wir werden, wenn die Behauptung ganisation hin? Allerdings, obwohl der verantwortliche Redakteur Landagitation sind nit eine Folge der Opposition. Und was wahr ist, die Namen der betreffenden zwei Abgeordneten festzudes Flugblattes, Herr Wüller, erklärte: er könne Taufende von die Spießbürger und alten Weiber anlangt, von denen gestern stellen wissen, denn kein zur Partei gehörender Abgeordneter Barteigenossen angeben, die sich mit dem Flugblatt einverstanden Grillenberger sprach, so scheeren uns diese absolut nicht. Auf tann den Verdacht auf sich sitzen lassen, daß er die Fraktion in erklären, so lehnt jeder die Verantwortlichkeit für dasselbe ab. Jit diejenige indifferente Masse, die deshalb sich der Partei nicht an dieser niederträchtigen Weise diskreditirt hat. Herr Auerbach sagte: nicht die gesammte Opposition behufs Abfaffung des Flugblattes schließen wollte, weil in der Partei Oppofition herrscht, auf die Die Opposition will die Partei vor dem Verfall bewahren. bersammelt gewesen? Ist das Flugblatt nicht erst Herrn verzichten wir gern.( Stürmische Unterbrechung.) Sie sind Nun, ich muß zunächst bemerken, daß Herr Auerbach in Brüssel, Regierungsbaumeister Keßler zur Begutachtung vorgelegt worden? anderer Meinung. Ja darin unterscheiden wir uns ja. Wir obwohl Delegirter und Mitglied des Bureaus, für die„ Neue ( Rufe: Nein!) Herr Keßler ist hier, er wird das bestätigen müssen wollen eben die indifferente Masse nicht, so lange dieselbe unsere freie Presse" berichtet und zu dem Abgeordneten Wurm geäußert Hätte man dem Rathschlage Keßlers Folge geleistet, dann wäre Ideen noch nicht begriffen hat. Ich warne Sie, den Ausschluß hat, er werde jetzt ein Nachrichtenbureau gründen, denn das das Flugblatt allerdings nicht erschienen, denn Herr Keßler hat der Opposition zu beschließen( Heiterkeit), das könnte der Partei Arbeiten für sozialistische Blätter bringe zu wenig ein.( Heiterdas Flugblatt nicht gebilligt. Herr Werner hat aber das Flug- gefährlich werden. Sie werden durch Ihre Ausschließung die keit.) Ich muß gestehen, wenn es erst so weit mit der Partei blatt eine volle Woche lang in seiner Druckerei gehabt, er hat Opposition nicht todt machen. Wenn Sie heute Werner und gekommen ist, daß Leute wie Auerbach und Genossen sie vor nur deshalb von dem Druck desselben Abstand genommen, weil Wildberger ausschließen, dann werden auf dem nächsten Partei- dem Verfall bewahren müssen, dann ist es überhaupt um die Nachmittags- Sitzung. Der Antrag findet keine Unterstützung. Lux: er denke nicht daran, ein Nachrichtenbureau in Berlin zu gründen, wenn er es aber wollte, so gehe das weder Auer noch Wurm etwas an. Wurm: Lur hat mir das erklärt, von Berlin war nicht die Rede, und Auerbach fügte hinzu: dabei ist noch Geld zu verdienen. Ein Antrag Reißhaus und Ehrhard wird gegen fünf Stimmen angenommen, daß der Parteitag mit der Thätigkeit des Vorstandes vollkommen einverstanden ist. Die parlamentarische Thätigkeit der Reichstagsfraktion, Berichterstatter Molkenbuhr. Die Taktik der Partei, Berichterstatter Bebel. Abg. Molkenbuhr: Es werde seitens der Opposition theils der Vorwurf erhoben, daß zu viel, zum Theil daß zu wenig parlamentirt worden. Man mache der Fraktien den Vorwurf, daß sie nicht sofort den Achtstundentag gefordert habe. Allein angesichts des Umstandes, daß es in Deutschland noch 16 bis 18 stündige und noch längere Arbeitszeit gebe, habe die Fraktion es für geboten erachtet, sich zunächst mit dem Zehnstundentag zu begnügen. Die Sozialdemokratie nehme an dem Parlamentarismus theil, um gesetzliche Bestimmungen zu schaffen, die im Stande seien, die Arbeiter kampffähiger zu machen und andererseits, um den Arbeitern den Beweis zu liefern, daß sie von den herrschenden Klassen nichts zu erwarten haben, da diese sogar die minimalen Forderungen ablehnen. Sache des Parteitages werde es sein, zu entscheiden, ob die Fraktion die Interessen der Arbeiter im Reichstage wahrgenommen habe. ( Beifall.) Der Parteitag wolle beschließen: Bartei geschehen.( Lebhafter Beifall.) Ich bemerke also: das| Viele Arbeiter würden sich sagen: wenn uns weiter nichts ge-| allein wenn sie für die Arbeiter etwas thun, dann geschieht dies Maß ist voll zum Ueberlaufen, es muß nun endlich einmal eine boten wird, als ein Ziel, das wir doch nicht erleben, dann fällt nicht aus Liebe zu uns, sondern um uns das Wasser aus der Entscheidung getroffen werden. Nehmen Sie den Antrag es uns nicht ein, dafür zu arbeiten. Wir müssen den Arbeitern Mühle zu nehmen. Die herrschenden Klassen thun alles, was Bebels an. Entweder die Opposition führt den Beweis, daß es zeigen, daß wir bemüht sind, ihnen schon heute so viel möglich nach ihrer Meinung geeignet ist, uns zu schaden. Würden die nothwendig ist, die Parteileitung und die gesammte Fraktion ihre Lage zu verbessern. Es wäre die größte Thorheit, wollten herrschenden Klassen der Ueberzeugung sein, daß nach Annahme mit Schimpf und Schande aus der Partei auszuschließen, oder wir unsere Taktik, mit der wir die bisherigen Erfolge errungen unseres Arbeiterschutz- Gesetzentwurfes die Sozialdemokratie sterben fie erklärt: wir haben ohne jede Ursache und ohne, daß wir haben, aufgeben. Und was haben denn die Anarchisten trotz all würde, dann würden sie mit Jubel dem Entwurf zustimmen. irgend einen Beweis für unsere Verläumdungen hatten, der ihrer Arbeiten erreicht? Sie sind bisher immer nur eine kleine Das Gute ist nur, daß in Folge der Entwickelung der ökonomiBarteileit:: ng und der Fraktion Schimpf und Schande angehängt. Sefte geblieben. Ich gehöre keineswegs zu denjenigen, die vor schen Verhältnisse die bürgerlichen Klaffen für uns arbeiten ( Stürmischer Beifall.) den Anarchisten eine Gänsehaut überläuft. Im Gegentheti, ich müssen. Der Redner befürwortete schließlich die Annahme nachachte jeden überzeugungstreuen Anarchisten. Allein, ich verlange, stehender Resolution und schließt mit den Worten: Sorgen wir daß derjenige, der sich zum Anarchismus bekennt, aus unserer dafür, daß durch die Haltung des Parteitages die Ehre und das Ad. Schulze, Auerbach, Kater, Bätge, Werner, Lür, Nieder- Partei austritt und sich den Anarchisten anschließt. Seitens der Interesse der Partei nach allen Richtungen hin gewahrt werde. auer, Mielenz und Ungering beantragen: Opposition wird die Behauptung erhoben: die Partei gehe einer( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Der Parteitag möge beschließen, diejenigen Mitglieder Bersumpfung entgegen. Parteigenoffen, niemals ist ein Vor- Die erwähnte Resolution lautet: des Parteivorstandes, die in der bisherigen Debatte wurf ein so unverschämter gewesen wie dieser. Die Opposition namens des Parteivorstandes gesprochen haben, wegen sagt, wir seien eine Reformpartei, eine Partei geworden, die ihres die Grenzen des Zulässigen weit überschreitenden dem Spießbürger, dem kleinen Handwerker Rechnung trage. Borgehens gegen die Mitglieder der Opposition zu tadeln. Ich fordere die Herren von der Opposition auf, den Beweis ( Heiterkeit.) Hierfür zu erbringen. Sowohl die Fraktion als auch die Parteileitung haben niemals unsere Endziele aus dem Auge verloren. Niemals ist von einem unserer Abgeordneten der Ausspruch gethan worden, daß auf dem Wege des Parlamentarismus unsere Endziele zu erreichen seien. Wir haben auch niemals mit den bürgerlichen Parteien irgendwie paftirt. Es wird ferner der Borwurf erhoben, daß die Reden unserer Abgeordneten im Reichstage nicht packend genug seien. Nun, es ist ja möglich, daß andere Genossen es besser machen könnten, als die gegenwärtigen Abgeordneten. Wir sollen im Reichstage schärfer vorgehen, mit der Gewalt drohen, fordern die Herren von der Opposition. Allerdings ist im Reichstage keine Redewendung strafbar. Allein welche Konsequenz erwüchse aus solchem Verhalten unserer Abgeordneten im Reichstage wohl der Partei? Wir könnten es doch schließlich nicht bei den bloßen Redensarten bewenden lassen. Aber darauf warten ja nur die herrschenden Klassen. Nichts wäre ihnen angenehmer, als daß wir es versuchten, unsere Forderungen mit Gewalt durchzusetzen. Die herrschenden Klassen wissen, daß alsdann unsere Partei ruinirt wäre. Das macht ja unsere Gegner so wüthend, daß wir ihnen durch unsere Haltung feine Gelegenheit geben, uns zu vernichten. Wer da glaubt, daß angesichts der Entwickelung der politischen, sozialen und militärischen Verhältnissen es möglich set, auf den Barrikaden unsere Forderungen durchzusetzen, der befindet sich in einem argen Frrthum. Ich habe es schon einmal in Dresden ausgesprochen: wie Spatzen würde man uns zusammenschießen, wollten wir es der bürgerlichen Gesellschaft nachmachen, das heißt mit Gewal: unsere Forderungen durchsetzen wollen. Wie wir zum Ziele gelangen werden, will ich hier nicht aussprechen. Wir haben jedenfalls gar nicht nöthig, Gewalt anzuwenden. Die herrschenAbg. Bebel: Wir sind uns nicht bewußt, jemals einen den Klassen arbeiten selbst darauf hin, ihren Untergang zu beVerstoß gegegen die Taftik unternommen zu haben. Wir haben schleunigen. Die gesammten politischen und sozialen Berhältnisse von jeher als letztes Ziel die Beseitigung der bürgerlichen Ge- find derartige, daß der Tag, an dem wir die bürgerliche Gesellsellschaft bezeichnet. Es ist selbstverständlich, daß die bürgerliche schaft ablösen werden, vielleicht gar nicht so fern ist. Wie sich Gesellschaft nicht freiwillig abdanken wird. Es ist deshalb noth- die bürgerliche Gesellschaft auch drehen und wenden mag, sie ist wendig, politische Macht zu erobern, um mit Hilfe dieser die verurtheilt, an ihrem eigenen Untergange zu arbeiten. Wir haben ökonomische Befreiung der Arbeiter herbeizuführen. Allein es nur nothwendig, die Massen aufzuklären, das andere wird sich entsteht die Frage: wie ist dies zu erreichen? Die Partei ist mit Naturnothwendigkeit von selbst vollziehen. Nun wende ich stets von der Meinung ausgegangen, daß diese Macht nur er mich zu der bekannten Rede des Genossen von Vollmar. Dieser reicht werden kann, wenn wir die Massen gewinnen. Dies behauptete: wir leben jetzt unter einem anderen Regime und suchen wir zu erreichen durch die Agitation in Versammlungen, deshalb nauß auch unsere Taktik eine andere werden. Das Ziel durch die Presse und auch durch unsere Antheilnahme an den dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren; allein da der Weg Wahlen und dem Parlamentarismus. Ich sage keineswegs, daß bis zu diesem Ziele noch sehr weit und auch sehr dornenvoll ist, man über die Taktik nicht verschiedener Meinung sein fann. so sollen wir etwas langsamer vorwärts gehen und etwas be= Nichts wäre verkehrter als das." Allein bei Erörterung dieser scheidener in unseren Forderungen und lieber bemüht sein, den Frage muß man mit Bernunft zu Werke gehen. Die Anarchisten bornenvollen Weg mehr behaglich zu machen. Ich kann dieser sagen: alle gewerkschaftliche Bewegung und aller Parlamentarismus Aeußerung des Genossen Vollmar nicht zustimmen. Wir sollen ist zu verwerfen, wir haben lediglich dahin zu streben, daß der bescheidener sein. Was heißt denn das? Sind wir denn jemals heutige Staat so schnell als möglich zu Grunde geht. Die unbescheiden gewefen? Und selbst wenn wir die Erfüllung aller Taktik, die von den Anarchisten empfohlen wird, wird von unserer Forderungen auf einmal verlangten, würden wir nicht unsern Gegnern blos gewünscht. Diejenigen, die auf dem unbescheiden sein. Ich kann auch dem Genossen Vollmar nicht Standpunkt stehen, daß mit Gewalt vorgegangen werden muß, zustimmen, daß wir langsamer als bisher vorgehen sollen, da arbeiten bewußt oder unbewußt im Interesse unserer Gegner. Der Weg, der zu unserem Ziele führt, noch ein sehr weiter sei. Die bürgerliche Gesellschaft wünscht nichts sehnlicher, als daß Einmal bezweifle ich das letztere, andererseits ist doch unsere fie in der Lage wäre, die proletarische Bewegung mit Gewalt Pflicht, alles zu thun, was zur Beschleunigung des Untergangs niederzuschlagen. Gerade die ruhige Taktik, die wir einschlagen, der herrschenden Klaffen beitragen kann. Und aus welchem liegt den Gegnern schwer im Magen. Und wie will man die Grunde sollen wir unsere Taktik ändern? Allerdings, Bismarck politische Macht erobern, ohne die Massen hinter sich zu haben. ist abgegangen, das hat uns alle gefreut, aber ist es denn unter Wenn wir aber die Maffen haben wollen, dann können wir Caprivi besser geworden?( Rufe: Nein!) Wir achten in Caprivi der gewerkschaftlichen Bewegung nicht entrathen. In den Ge- den ehrlichen Gegner, aber unseren Freund können wir ihn doch werkschaften müssen die Arbeiter zum Klassenfampf erzogen nicht nennen. Die Agrar- Politik der Regierung kann uns doch werden. Wenn wir den Arbeitern blos mit unseren letzten auch nicht veranlassen, unsere Taktik zu ändern. Die Herren Zielen kommen, dann würden wir die Massen niemals gewinnen. von Berlepsch und von Caprivi mögen ja ganz gute Leute sein, " In Erwägung, daß die Eroberung der politischen Macht das erste und Hauptziel ist, nach der jede klaffenbewußte Proletarierbewegung streben muß, daß aber die Eroberung der politischen Macht nicht das Werk eines Augenblickes, nicht die Frucht einer momentan gelungenen Ueberrumpelung des Gegners sein kann, sondern nur durch zähe und ausdauernde Arbeit und geschickte Benuzung aller Mittel und Wege, die sich der Propaganda für unsere Ideen und Ziele in der gesammten Arbeiterklasse darbieten, errrungen werden kann, erklärt der Parteitag: Es liegt kein Grund vor, die bisherige Taktik der Partei zu ändern. Der Parteitag betrachtet es vielmehr noch immer als Pflicht der Parteigenossen, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Kräften und Mitteln die Agitation für die Reichstags-, Landtags- und Gemeinderathswahlen zu betreiben, wo immer nur eine Aussicht auf Erfolg, ohne Verlegung des Prinzips, sich bietet. Ohne sich bei der Beschränktheit und dem Klassenegoismus der bürgerlichen Parteien über den Werth der parlamentarischen Erfolge in Bezug auf unsere Grundforderungen der geringsten Illusion hinzugeben, betrachtet der Parteitag die Agitation für die Reichstags-, Landtags- und Gemeinderathswahlen als besonders wirksam für die sozialistische Propaganda, weil sie die beste Gelegenheit bietet, mit den proletarischen Klassen in Berührung zu kommen und dieselben über ihre Selassenlage aufzuklären, und weil die Benutzung der parlamentarischen, Tribüne das wirksamste Mittel ist, die Unzulänglichkeit der öffentlichen Gewalten zur Hebung der sozialen Uebel darzulegen und die Unfähigkeit der herrschenden Klassen, den neuen Kulturbedürfnissen, deren Befriedigung die Arbeiterklasse fordert, gerecht zu werden, vor aller Welt zu offenbaren. Der Parteitag verlangt von den Vertretern der Partei, daß sie fest und entschieden im Sinne des Parteiprogrammis wirken und, ohne auf die Erlangung von Konzessionen seitens der herrschenden Klassen zu verzichten, immer das ganze und letzte Ziel der Partei im Auge haben. Der Parteitag verlangt ferner von jedem einzelnen Genossen, daß er den Beschlüssen der Gesammtpartei und den Anordnungen der Parteiorgane, so lange diese innerhalb der ihnen zugewiesenen Befugnisse handeln, volle Beachtung schenkt nnd in der Erkenntniß, daß eine Kampfpartei wie die sozialdemokratische nur in strengster Disziplin und Unterwerfung unter den Willen der Gesammtpartei ihr Ziel erreichen kann, diese Disziplin und diese Unterwerfung übt. Der Parteitag erklärt ausdrücklich, daß die Kritik an den Handlungen oder Unterlassungen der Parteiorgane und der parlamentarischen Vertreter der Partei ein einem jeden Parteigenossen zustehendes selbstverständliches Recht ist, er verlangt aber, daß diese Kritik in Formen geübt werde, die eine sachliche Auseinandersetzung Sem angegriffenen Theil ermöglichen. Er fordert insbesondere, daß fein Parteigenosse persönliche Anschuldigungen oder Anklagen öffentlich erhebt, bevor er sich nicht von der Richtigkeit der erhobenen Anschuldigungen überzeugt und alle ihm nach der Organisation zustehende Mittel erschöpft hat, um Abhilfe zu schaffen. Endlich ist der Parteitag der Anschauung, daß der in den Statuten der internationalen Arbeiterassoziation von 1864 ausgesprochene Grundsatz:" Daß Wahrheit, Recht und Sitte als die Grundlage für das Betragen aller ihrer Mitglieder unter einander und gegen alle ihre Mitmenschen ohne Rücksicht auf Farbe, Bekenntniß oder Nationalität anzuerkennen seien", auch heute noch die Richtschnur für die Handlungen der Parteigenossen sein muß." ( Fortsetzung folgt.) Sozialdemokratischer Wahlverein für den vierten Berliner Berliner Arbeiterbibliothek. Reichstags- Wahlkreis. Große Mitglieder- Versammlung am Donnerstag, den 29. Oktober 1891, Abends 8 Uhr, im Lofale ,, Königsbank", Gr. Frankfurterstraße 117. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Hennig über:" Die sozialen Verhältnisse der alten Griechen und Römer im Vergleich zur Gegenwart." 2. Diskussion. 3. Vereins- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend. Ordentliche General- Versammlung am Mittwoch, den 28. Oktober, Abends 5½ Nhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Kassirers und der Revisoren. 2. Ausschluß der Mitglieder nach§ 8 Absatz 1 des Statuts. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Kollegen ist nothwendig. Duittungsbuch legitimirt. Der Vorstand. Die Kunststickerei, Bilderhandlung und Bildereinrahmung Don Fröhlich& Richter 65, Grüner Weg Berlin O., Grüner Weg 65, empfiehlt sich den Genossen und Vereinen zur Lieferung von Saaldekorationen, Kolossalbüften( 63 cm) 8 Mt., Bilder in sozialdemokratischen Genres zu Verloosungen 2c. Spezialität: Sozialdemokratische Sinnsprüche in bester Ausführung( eigenes Fabrikat). Anfertigung von Bannern, Fahnen etc. Sammlung sozialpolitischer Flugschriften. Herausgegeben von Max Schippel. III. Serie. Heft 1: Ist der Sozialismus mit der menschlichen Natur vereinbar? Von Paul Kampffmeyer. 28 Seiten. Preis 10 Pfg. Heft 2: Technisch- wirthschaftliche Revolutionen der Gegenwart. Von Max Schippel. 32 Seiten. Preis 15 Pfg. 1. Serie komplet( 12 Hefte) II. Serie komplet( 14 Sefte) Preis 1, Mark. Preis 1,65 Mark. Alle Bestellungen, Geldsendungen und eingeschriebenen Briefe adresfire man: Herrn G. Link, Expedition der Berliner ArbeiterBibliothek, Berlin SO. 26, Elisabeth- Ufer 55. Wiederverkäufer hohen Rabatt. Bei der überall beginnenden Einrichtung der Gewerbegerichte seitens der Gemeinden empfehlen wir den Genossen: II. Serie, Heft 4: Max Schippel,„ Die deutschen Arbeiter und das Gewerbegerichtsgesek," 36 Seiten. Preis 15 Pfg. Zu beziehen durch alle Kolporteure, sowie die Expedition. Kolporteure hohen Rabatt. Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß, empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen J. 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