Berliner Volks- Tribüne Sozial- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Dolfs Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. bonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Pf. Durch jede Poft- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mr. 50 pf.) No № 44. Politische Notizen.- Soziales aus Frankreich. Der Erfurter Parteitag, die Opposition und Vollmar. -Die wirthschaftliche Lage der Arbeiter in der Schweiz. ( Schluß). Verschiedenes.- Erklärung. Deutschlands in Erfurt. Politische Notizen. Die russische Anleihe sollte nach den ersten Nach richten um das Vielfache überzeichnet sein. Wie das gemacht wird, haben wir ja bei uns selbst gelegentlich der breiprozentigen Konsols gesehen. Jetzt stellt es sich denn heraus, daß die ganze Sache Schwindel war: der Preis derselben sinkt unaufhaltsam, bis zum Augenblick ist er schon 12% gesunken. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: ,, Volksblatt", Beuthstr. 3. Inserate werden die 4 spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 pf. berechnet. Dereins- Anzeigen: 15 Pf. Arbeitsmarkt: 10 pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55. Die ,, Berl. Volfs- Tribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen Sonnabend, den 31. Oktober 1891. V. Jahrgang. Hödur, der mit bekannter Leichtgläubigkeit die Gerüchte Jahres 1890 übertrifft an Düſterfeit alle seine Vorfolportirt. gänger und befundet ein unheimliches Fortschreiten des Nun, die Regierung wird uns den Gefallen nicht geheimen Siechthums, das am französischen Volksmark thun! zehrt. Das statistische Amt verzeichnet innerhalb der Novelle.- Parteitag der sozialdemokratischen Partei Caprivi offen gesagt, daß man sich auf einen offenen verstreichenden Zeiträume blos die Geburten und SterbeIn seiner bekannten Unteroffizierrede hat es ja zwischen den fünfjährigen allgemeinen Volkszählungen Kampf mit uns gefaßt mache; und wenn wir auch nicht fälle, die Eheschließungen und Scheidungen, nicht aber wissen, wie man sich diesen offenen Kampf vorstellt, denn die Veränderungen, welche der Volksbestand durch Eindaß wir nicht solche Esel sein werden, Barrikaden zu und Auswanderung erleidet. Im Jahre 1890 nun bauen und ähnliche Scherze zu machen, damit man uns wurden in Frankreich( mit Ausschluß Algeriens und der über den Haufen schießen kann- jedenfalls rechnet man Kolonien) 838059 Geburten, dagegen 876505 Todesmit dergleichen. Zu dem Zweck ist es aber nöthig, daß fälle verzeichnet, die Bevölkerung hat sich also, soweit sie man zuverlässige" Soldaten hat, Leute, die ganz vom auf ihre eigenen organischen Kräfte angewiesen war, um soldatischen Geist" beseelt sind; und um diesen Effekt zu 38446 Personen vermindert. Eine solche Erscheinung erreichen, ist es eben nöthig, die Soldaten so lange wie ist in Frankreich, seit eine regelmäßige Statistik gepflegt möglich unter dem bildenden Einfluß der Kaserne zu wird, erst zweimal beobachtet worden: 1870-1, als Die Pariser Bankwelt galt ohnehin schon als mit halten.„ Rechtsum“ und„ Linksum" ist in ein paar Folge des Krieges, und 1854-5 wegen des Krim- Krieges russischen Werthen überladen: Gerade deshalb mochte sie Wochen zu lernen; aber der„ soldatische Geiſt", den be- und der Cholera. Das erschreckende Ergebniß ist zum die Hoffnung gehegt haben, durch die russische Anleihe ein kommt man nicht in zwei Jahren, dazu sind drei Jahre Theil durch die starke Steigerung der Todesfälle herbeikünstliches Spekulationsfeuer anzufachen, in dessen Gluth eigentlich noch zu wenig. geführt, die dem Wüthen der Influenza zuzuschreiben ist. sie sich des Ballastes sonst unverkäuflicher Werthe entAuch die Schweiz muß dem Militarismus Opfer 1889 starben in Frankreich 794 933 Personen, also ledigen könnte. Diese Erwartung ist eitel gewesen, und bringen, sonst stände sie ja nicht auf der Höhe der 81572 weniger als 1890. Diese Zahl bezeichnet wohl darum kann der Mißerfolg der russischen Anleihe für die Zeit"! Die Einnahmen der Schweiz sind im Budget für ziemlich genau die Menge der Opfer, welche die tückische Pariser Börse verhängnißvoll werden. Schon jetzt scheint 1892 auf 67 Millionen festgesetzt, die Ausgaben dagegen Seuche weggerafft hat. Allein die Volksverminderung sich der Rückschlag in empfindlicher Weise geltend zu betragen 84 700 000 Frs. Also fast 18 Mill. Defizit, ist nicht der Zunahme der Todesfälle allein zuzuschreiben, machen. was für die fleine Schweiz schon etwas heißen will. sondern auch der Abnahme der Geburten. Diese hatten " 1 Unter diesen Umständen scheint die Kriegsgefahr Dazu verhalf sich die Schweiz durch das Militär, für noch 1889 880579 betragen, die Abnahme beträgt also wieder etwas zurückgeschoben zu sein daß wir dadurch das sie 36 Millionen verausgabt, mehr als die Hälfte von einem Jahre zum anderen volle 42020. So wenig etwas gewonnen haben, glauben wir nicht. Wir sind nicht ihrer Einnahmen. Und sie hätte es doch gar nicht nöthig, Kinder wie 1890 wurden in den letzten fünfzig Jahren der Ansicht Vollmars, daß jedes gewonnene Jahr den Alles nachzumachen, was die Großen ihr vormachen! überhaupt erst einmal geboren, im Jahre 1871. Das Krieg unmöglicher macht, sondern wir fürchten, daß es nur Denn wenn die Schweiz eines Tags von den großen statistische Amt glaubt den Rückgang der Geburten dem unfern Gegner stärkt. Hechten im europäischen Karpfenteich geschluckt werden Bevölkerungsausfall vom Jahre 1854-5 zuschreiben zu Dem Reichstag wird gleich bei seinem Zusammen- will, so helfen ihr ihre Reisigen, die sie so viel Geld dürfen. Daß aber die starke Sterblichkeit jenes Jahres tritt eine Forderung nebst Denkschrift zugehen, wonach fosten, wahrlich auch nicht; sie werden mit auf- gerade 36 Jahre später auf einmal ihr ganzes Gewicht zur Befestigung des Maulwurfhügels Helgoland die gefreffen. in der Abnahme der Geburten fühlen lassen soll, ist doch Kleinigkeit von 10 Millionen verlangt wird. So lange-Bei dem Anarchistenprozeß in Rom sind die eine etwas willkürliche Vermuthung. Der Rückgang der sich das Inselchen im Besiz Englands befand, hat Eng- skandalösesten Dinge zum Vorschein gekommen. Cipriani Geburten ist hier keine neue Erscheinung. Er wird land es nie nöthig gefunden, nur einen Penny für dessen weist nach, daß die Demonstration am ersten Mai von seit sechzehn Jahren mit einer Regelmäßigkeit beobachtet, " Befestigung" auszugeben. Wir aber, die wir uns den Anarchisten durchaus friedlich beabsichtigt war, und die sich nur durch das Walten eines Gesezes erklärt. aus guten Gründen vor aller Welt zu fürchten haben, daß die Tumulte durch Lockspigel hervorgerufen sind. Er vollzog sich auch in regelmäßig sich beschleunigender müssen natürlich sofort Millionen ins Meer werfen, um Unter den 61 Verhafteten befindet sich ein Blödsinniger, Gangart. Aber freilich, einen so weiten Sprung wie diesdas werthlose Ding zu befestigen", das nicht so viele der trotz seiner, durch seinen Zustand notorischen Unschuld mal hatte er bisher nicht gemacht. In manchen DepartePfennige werth ist als dies Markstücke kosten wird! Aber doch in der Untersuchungshaft behalten ist; ein Arbeiter, ments gestaltet sich das Verhältniß zwischen Geburten dem Volk wird damit der immense Werth dieses Finger- welcher erklärt, daß er gar keine Ahnung davon gehabt und Todesfällen nahezu unglaublich. In den Hauteshuts im Meere dargethan werden! habe, was Anarchismus ist, und daß er blos aus Neu- Pyrénés fommen auf 100 Verstorbene 70 Neugeborene, Es geht auch unter der neuen Aera! Eine Zu- gierde der Demonstration beigewohnt habe; erst die eben in der Haute- Garonne 70, in Tarn- et- Garonne 68, in sammenstellung der Geld- und Gefängnißstrafen, welche gehörte Vertheidigungsrede Ciprianis habe ihn zum Lot- et- Garonne 65, in Gers sogar nur 63; Das sind in den 11 Monaten seit dem Parteitag in Halle gegen Anarchisten gemacht! Gemäß ihrer Theorie benutzen die Verhältnisse, wie man sie bei den vor der einSozialdemokraten erkannt worden sind, summirt sich auf Angeklagten ihre Situation, um Propaganda für ihre dringenden Gesittung wie Schnee in der Sonne 87 Jahre 6 Monate 25 Tage Gefängniß und 18 362 M. Anschauungen zu machen, und die fluge italienische Re- hinschmelzenden Wilden der Südseeinseln anGeldbuße. gierung wird demnach feinen andern Erfolg erzielen, als trifft. Wenn es weiter geht, wie bisher, wird die BeBezeichnend für die neue Aera ist auch das Ver- eine weitere Verbreitung des Anarchismus. völkerung des französischen Südwestens, namentlich des fahren gegen unsern Genossen Illing, den Redakteur der Ein netter Skandal, der noch viel schlimmer, Garonne- Beckens, binnen wenigen Jahren ausgestorben Chemnizer Presse. Derselbe war wegen Majestäts- als die Baccarataffaire ist. hat sich wieder in London sein. Eine andere Erscheinung, in der sich die sittliche beleidigung, begangen gegen den Schüßenkönig zu Meerane, ereignet. Eine schöne Schauspielerin hat sich vergiftet, Erkrankung des französischen Volkskörpers fundgiebt, ist zu 10 Monaten Gefängniß verurtheilt. Er wurde in und man erzählte, sie habe den Selbstmord begangen, die Abnahme der Eheschließungen und beständige ZuGemeinschaft mit einem gemeinen Verbrecher gefesselt durch weil sie auf ihren Anbeter Lord Montagu eifersüchtig nahme der Ehescheidungen. 1890 heiratheten 269332 die Stadt nach dem Bahnhof transportirt, und zwar war gewesen sei. So soll auch dieser die Sache dargestellt Paare, gegen 272938 im Jahre 1889. Die Abnahme er mit einem Strick an seinen Nachbar angebunden. haben. In der jüngsten Nummer des„ Star" wird nun beträgt hier 3602. 1884 betrug die Zahl der EhePfarrer Klein in Reinerz hat bekanntlich das ganz offen erklärt, daß der Lord lüge; der Biedermann schließungen noch 289555, seitdem aber geht sie mit unMißfallen der Regierung dadurch erregt, daß er einen sei dafür bezahlt worden, das Odium auf sich zu nehmen, erbittlicher Regelmäßigkeit jährlich um ein Hundertstel Nothstand fand, wo die Regierung feinen sah. Die Folge damit dieses nicht auf einen Andern falle, einen solchen zurück. Dagegen wurden 5457 Paare geschieden, um dieses Mißfallens war eine Disziplinaruntersuchung, die Andern, mit dem verglichen der edle Lord, trotz seiner 671 mehr als 1889, in welchem Jahre blos 4786 Scheinach einem firchlichen Blatte damit endete, daß das fürstlichen Abstammung, ein wahrer Plebejer ist". Dieser dungen ausgesprochen wurden. Die Ehescheidung schlesische Konsistorium ihm einen Verweis ertheilte." Andere" überschüttete Lydia mit Diamanten, lebte mit besteht in Frankreich seit dem September 1884. Von da Außerdem hat aber die königl. Regierung in Breslau am ihr Wochen lang in Broad- Stairs und er soll auch die an bis zum 31. Dezember 1890 hatten 30471 Paare 12. September in Reinerz eine Konferenz abhalten lassen, Ursache des Todes der Manton sein. Lydia habe mit sich scheiden lassen! Der Südwesten Frankreichs zeichnet in der von Pastor Klein die Auslieferung der von ihm Enthüllungen gedroht, und damit sie diese nicht mache, sich, wie durch wenig Geburten, so durch spärliche Ehegesammelten Gaben an die beiden ihm feind ichen Noth- mußte sie sterben. Seitdem der" Star" diese Anklage schließungen aus. In den Hautes- Pyrénées heiratheten standskommissionen Reinerz und Rückers verlangt erhoben, beschäftigt sich ganz London mit dem geheimniß 1890 von 10000 Einwohnern 52, dagegen beispielsweise worden ist! vollen Tode Lydia's und man bezeichnet ganz offen den in Paris 91, fast doppelt so viel. Von den Geburten Ueber die zweijährige Dienstzeit finden sich seit Verehrer, der an ihrem Tode schuld sei. sind in ganz Frankreich 8,5 v. H. uneheliche; in Paris einiger Zeit scheinbar ganz unmotivirte Artifel in Der Prince of Wales arbeitet wirklich mit eiserner dagegen 24 v. H. Hier ist also jedes viertes Kind ein regierungsfreundlichen Blättern, und allerlei Gerüchte Ausdauer an der Beseitigung der Monarchie! außereheliches, wobei todtgeborene Kinder nicht mitgehen um, als ob die Regierung wirklich auf die Sache Der soeben veröffentlichte Jahresbericht über die gerechnet werden. Die Volkszählungen ergeben alle fünf eingehen werde. Natürlich ist es wieder der freisinnige Bewegung der französischen Bevölkerung während des Jahre eine kleine Zunahme der Bevölkerung. Sie rührt Soziales aus Frankreich. aber, wie die Ziffern der jährlichen Volksbewegung zeigen, zu spielen. Nun, dann mögen sie sich auch die eventuellen gebung wäre gewiß sehr erwünscht, ist aber bei den ausschließlich von der Einwanderung her. Sich selbst Folgen selber zuschreiben. -Die Agitation der französischen Sozialdemokratie gegenwärtigen wirthschaftlichen Zuständen Deutschlands überlassen, würde das französische Volk von zu Gunsten der Proteſtkandidatur Paul Lafargue, der im ersten absolut unmöglich. Der beſtändige Hinweis auf England einer Zählung zur anderen eine starke Abnahme Killer Wahlkreis aufgestellt ist, verspricht eine äußerst lebhafte zu ist unrichtig, weil die dortigen Verhältnisse andere waren zeigen. werden. Die Wahl findet schon am 25. Oktober statt. Der ge- und die Geschichte nicht immer nach einem und demselben nannte Genosse, welcher durch seine Gefängnißhaft verhindert Paradigma heruntergeleiert wird. ist, persönlich für seine Wahl einzutreten, hat vom Gefängniß Mit der Stellung zur„ positiven Mitarbeit" hängt St. Pelagie aus an seine Wähler einen Aufruf erlassen, in welchem er die Arbeiter mit feurigen Worten auffordert, durch auch die Stellung zum Parlamentarismus zusammen, der seine Wahl Protest einzulegen gegen das Niederschießen unschul- ja das Mittel zum Zweck derselben ist. Daß wir alle diger Weiber und Kinder in Fourmies, sowie das von Unter- gefeßlichen Mittel benutzen müssen, und daß wir uns nehmern gegen Proletarier verübte Klassenurtheil. M. Hektor Depasse, der offizielle Standidat, hatte den Minister deshalb auch den Parlamentarismus nicht entgehen lassen Die Ursache? Der unerfättliche Profithunger der Glas- des Innern um die provisorische Freilassung Paul Lafargue's dürfen, ist klar. Aber auch hier giebt es wieder Gradfabrikanten. Diese werden natürlich das Gegentheil behaupten, ersucht. Darauf antwortete Lafargue: unterschiede, von demjenigen, welcher glaubt, daß der von der Begehrlichkeit der Arbeiter schwatzen, von den hohen" Ich erkenne Depasse nicht das Recht zu, etwas für mich Löhnen, die sie erhalten, abgesehen von den Benefizen, deren zu verlangen. Das Recht, meine Freiheit zu verlangen, gehört Stimmkasten die Lösung der sozialen Frage enthält, bis fie sonst noch theilhaftig werden; von der Konkurrenz, den aus- nur den Wählern. Die Arbeiterpartei, welche meine Standidatur zu dem, der in der Wahlbetheiligung nur eine Revue ländischen Agitatoren und wie sonst all die verlogenen Einwände aufgestellt hat, will, daß die Wähler nach dem Kandidaten der unserer Kräfte sieht und in den Reichstagsreden nur lauten, welche jedesmal erhoben werden, wenn die Arbeiter ihr Mörder den Kandidaten der Gemordeten hören, denn sie sind Agitationsmittel. Ueber die Ursachen des Glasarbeiterstreiks giebt Leo Frankel in der Budapester Arbeiterpresse" einige Notizen, die charateristisch genug für die gesammte kapitalistische Ausbeutungskunst sind, um sie hier anzuführen: Recht geltend machen, bei den Bedingungen, unter welchen sie berufen, über den Fall Fourmies zu richten, das Verdikt der 12 Die leẞtere Ansicht war früher in der Partei die sie ihre Arbeitskraft verkaufen, auch ein Wörtchen dreinzureden. kapitalistischen Geschworenen zu brechen, die Thür meiner Zelle Ja, die Herren Fabrikanten erheben bereits alle diese Einwände und diejenige Culine's zu öffnen, die Verantwortung für das herrschende, als sie, mit Vollmar zu reden, noch eine und suchen so, die öffentliche Meinung irreführend, Stimmung vergoffene Blut den Unternehmern und den mit ihnen ver- Sefte war. Seitdem wir einen gewissen Einfluß auf die für sich gegen ihre Arbeiter zu machen. Da wird von den bündeten Zivil- und Militärbehörden aufzuladen, welche zu- Verhandlungen haben, hat sich die Ansicht hierüber in ohen Löhnen der Glasbläser gesprochen, die täglich 10-12 Frks. sammen, nachdem sie die Arbeiter provozirt, durch ein Massakre den leitenden Kreisen der Partei geändert. Das ist verdienen, und von den Jungen, die mit 18-20 Jahren Glas- die revolutionären Sozialisten ersticken zu können glaubten." bläser werden können; ferner von den schönen, von Gärten umzäunten Häuschen, in welchen sämmtliche Arbeiter unentgeltlich wohnen, sowie von verschiedenen Gratifikationen, die sie außer dem noch erhalten 2c. Die französischen Sozialdemokraten werden am natürlich, denn jede Ursache hat ihre Folgen. Es fragt 26. November in Lyon ihren Jahreskongreß abhalten. Derselbe sich nur, ob nicht in dieser Meinungsänderung zu sehr soll voraussichtlich 3 Tage dauern und mit einer großen öffent- nach der ersteren Ansicht hingegangen ist. Die Oppolichen Versammlung endigen. Die provisorische Tagesordnung sition bejaht diese Frage. Aber auch hier sind im letzten Ob aber diese Gratifikationen, Arbeitsprämien genannt, enthält folgende Punkte: Berichterstattung des Generalrathes Grunde subjektive Gründe maßgebend. Ein Beweis für mehr als eine schlechte Bezahlung für eine intensivere Aus- der Partei; Stand der Bewegung( Berichte der Delegirten); nutzung der Arbeits- und Lebenskraft des Arbeiters find; ob etwaige Abänderungen in der Parteibewegung; die Beschlüsse die Opposition ist jedenfalls die nicht wegzuleugnende die„ Gratis"-Wohnungen" nicht die persönliche Freiheit ihrer In- des Brüsseler Kongresses und ihre Anwendung; der 1. Mai Thatsache, daß viele unserer Anhänger, namentlich in der sassen schmälern und diese nicht in ein ähnliches Abhängigkeits- 1892 und die nächsten Gemeindewahlen; Neuwahl der Partei Provinz in den kleinen Städten, thatsächlich auf dem verhältniß zu den Fabrikanten bringen, wie das der Leibeigenen leitung und Festsetzung des nächstfolgenden Kongresses. An dem reinen Stimmkastenstandpunkt stehen; zu solchen Anzu ihren Feudalherren war; ob all die achtzehn- bis zwanzig- Kongresse theilnehmen dürfen auch diejenigen Arbeitervereinijährigen Glasarbeiter, die, der Angabe nach, Glasblöser werden gungen, welche in die Partei selbst nicht aufgenommen worden sind, schauungen müssen sie doch dadurch gekommen sein, daß können, dies auch faktisch werden, und ob die Glasbläser, selbst sofern sie das Programm und die Taktik derselben befolgen. die Stellung der Leitung zum Parlamentarismus etwas angenommen, daß sie 10 bis 12 Frks. pro Tag verdienen, Eine neue sozialdemokratische Monatsschrift La zu sehr nach rechts geht. Für die feinsten Nüanzen sind jahraus jahrein beſchäftigt sind von all dem ist in den langen question sociale"( Die soziale Frage) wurde in Paris vom Ge- eben nicht alle empfindlich, da muß man auch einmal anonymen Ergüssen der Fabrikanten kein Sterbenswörthen zu nossen P. Argyriadès gegründet, sie soll ein Ersatz der unter finden. Auch nicht davon, in welchem Verhältniß die Zahl der gleichem Titel bis zum Jahre 1885 erschienenen Zeitschrift grobe Striche ziehen. Glasbläser zu der der übrigen, viel schlechter bezahlten Arbeiter werden und allen sozialen Richtungen offen stehen. Der stereotype Einwand der Fraktion ist, daß nur desselben Industriezweiges steht. Weiß man aber dies nicht, dann wünschen dem neuen Kämpfer langes Leben und beste Wirk auf diese Weise die Massen zu gewinnen seien, und daß weiß man von den Löhnen der Glasarbeiter gerade so viel als samkeit im Interesse der Verbreitung sozialistischer Grundsätze man die Leute nicht mit Kraftworten und Revolutionsman etwa von den Löhnen der Grubenarbeiter weiß, wenn man in Frankreich. phrasen abschrecken dürfe. den Durchschnittslohn der Steiger kennt. Die Fabrikanten sprechen auch nicht davon, daß die Oefen, Wir in welchen das Glas geschmolzen wird, eine Hitze von 70-75 Der Erfurter Parteitag, die Opposition fann eben so gut sagen, daß die Arbeiter, je ungebildeter und Vollmar. Die eigentliche Thätigkeit des Erfurter Parteitages bestand in der Auseinandersezung zwischen Fraktion und auf der anderen Seite. Opposition auf den einen, und Vollmar und Fraftion Das ist in dieser Ausschließlichkeit nicht richtig. Man und bis dahin indifferenter sie sind, am ehesten durch recht saftige Kraftphrasen gewonnen werden können. Jedenfalls hat man für Beides Beispiele. Grad ausstrahlen und so die Temperatur, unter welcher die Arbeiter thätig sind, eine schier erstickende ist; sie verschweigen es auch, daß viele junge Leute, gerade in dem Alter, in welchem sie nach Angabe der Patrone Bläser werden können, der Glasmacherkunst den Rücken kehren, weil sie in dieser mörderischen Aber ganz abgesehen davon muß man sich immer zu, dann freilich steht man nichts anderes als hohe Löhne, Beschäftigung ihre Gesundheit aufreiben. Hört man den Herren fragen, ob man nicht in den Konzessionen an die Indifferenten zu weit geht und dadurch die Klarheit bei glänzende Häuschen und lachende Gärten. Aber würde die Wirklichkeit auch nicht in grellem Kontrast Was die Berliner Opposition gefordert hat, war, den bereits Gewonnenen beeinträchtigt. Wenn Wildberger zu dem lichtvollen Bilde der Fabrikanten stehen, müßte man sich wenn man die ursprünglichen Anschauungen zu Grunde auf diese bis jetzt Indifferenten gar keine Rücksicht nehmen erst noch fragen, ob die Arbeiter nicht trotzdem ganz und voll legt, und nicht die in der Hitze des Kampfes nachher will, so ist das natürlich unrichtig; das ist auch wohl berechtigt sind, eine Befferung ihrer Lage zu beanspruchen. Da hervorgetretenen Uebertreibungen, durchaus feine neue nur eine Uebertreibung, welche die erregte Stimmung verrüber mag nur eines genauen Aufschluß zu geben: Das Verhältniß der Lohnrate zur Profitrate. Denn unter Umständen Taktik, nur eine Nuanzirung der alten; dasselbe gilt von ursacht hat; wenn aber die Opposition auf die Gefahr fönnen zehn Franks Tageslohn bei verhältnißmäßig furzer Ar- Volmar, dem man sehr mit Unrecht vorwirft, daß er hinweist. welche durch die zu große Rücksichtnahme entbeitszeit einen geringeren Theil des vom Arbeiter erzeugten etwas Neues wolle. Derartige schwankende Unterschiede steht, so ist das ein großes Verdienst von ihr. Wie Waarenwerthes repräsentiren, als vier Franks bei langem Arbeitstag. Also Kassa- und Hauptbuch aufgeschlagen, anstatt von sind schwer in Worte zu fassen, und daraus erklärt sich schwach es bis jetzt in den Massen, die zu uns gehören, hohen Löhnen und gartenumzäunten Arbeiterhäuschen geschwatzt! auch das Unbestimmte, schwer zu Fassende, dessen man mit dem Verständniß für die letzten Ziele der Partei Praktiziren die Unternehmer nur allzusehr das: Fallende Löhne die Wortführer der Opposition angeklagt hat, auch die bestellt ist, zeigt ja das bekannte Buch von Göhre. bei fallendem Profit, dann ist es nicht mehr als billig, daß die Uebertreibungen, namentlich des Flugblattes, die man Nun zu den Vollmarschen Anschauungen! Arbeiter ihrerseits wieder steigende Löhne bei steigendem Profit dann nachher als Verleumdungen bezeichnet hat. Vollmar nüanzirt die Dinge nach der entgegenbeanspruchen. Es wäre also sehr einfach nachzuweisen, daß die Flaschen- Es ist zweierlei auseinanderzuhalten: das letzte Ziel gesetzten Seite. Auch er betrachtet die„ positive MitFabrikation keinen höheren Profit abwerfe, als den landesüblichen, der Partei, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel; arbeit" als ein Mittel, die Arbeiter für die gegenwärtigen die Ausbeutung der Arbeitskraft in diesem Industriezweige dem und die positive Mitarbeit" auf dem Boden der be- Verhältnisse kräftiger und widerstandsfähiger zu machen, nach keine größere ist, als sie sonst üblich, und so daraus die stehenden Gesellschaftsordnung. und geeigneter, ihr weiteres Ziel zu erkämpfen. Aber er Berechtigung zu ziehen, die Forderungen der Arbeiter als unannehmbar zurückzuweisen. Liefern die Fabrikanten diesen SachDie Fraktion definirt als den Zweck der letzteren legt ein noch größeres Gewicht auf sie, wie die Fraktion, wets nicht und sie unterlassen es wohlweislich, von ihren erstens die Agitation und zweitens den Schutz und die schiebt das Endziel in weite Ferne hinaus und speist die Profiten nur zu sprechen, geschweige denn in ihre Bücher Ein- Kräftigung des Proletariats für den zukünftigen Kampf. Leute vorläufig mit der magern„ Mitarbeit“ ab. sicht nehmen zu lassen dann liegt wohl der klarste Beweis vor, daß ihre Profite hoch über den landesüblichen hinausgehen Auch hierin wird noch jeder mit ihr übereinstimmen, Hier ist schon der Uebergang zum Possibilismus :: nd die Arbeiter demnach vollauf berechtigt sind, einen größeren sowohl die Opposition, wie Vollmar. Aber die Unter- da; denn wenn das Endziel wirklich so fern ist, so ist Antheil an ihrem Arbeitsertrag zu verlangen, als er ihnen bis- schiede beruhen auf dem verschiedenen Betonen dieser natürlich für den Jeztlebenden die angenehme Gestaltung her gewährt wurde. Worin bestehen die Forderungen der Arbeiter? Sie ver- positiven Mitarbeit“ und ihrer Werthschäzung für die der Gegenwart die Hauptsache, er wird sagen:„ Schafft langen hauptsächlich: 1. einen achtstündigen Arbeitstag, wie zwei Zwecke. Die Resolution Bebel, welche angenommen hier das Leben gut und schön" und sich um alles andere dieser bereits in einzelnen Unternehmungen besteht, wo täglich ist, kann also die Unterschiede gar nicht fassen; sie fann nicht viel fümmern. Solche platonische Verehrungen, drei Schichten von Arbeitern sich von je acht zu acht Stunden von jeder der drei Parteien unterschrieben werden; Grad- wie sie Vollmar für die Revolution einführen möchte, ablösen; 2. einen vollständigen Ruhetag( zweiunddreißig Stunden) unterschiede lassen sich aber nicht so leicht fassen. halten nicht lange an. Da ist es denn nicht so unin der Woche; 3. Beseitigung der Zugabe, die darin besteht, daß auf je hundert Flaschen 4-6 zugezählt werden, die der Arbeiter Die Opposition behauptet, die„ positive Mitarbeit" möglich mehr, daß sich eine Reformpartei nach dem nicht bezahlt bekommt; 4. Bruch der unbrauchbaren Waaren werde erstens in ihrer Wirkung von der Fraktion über Muster der Trades Unions entwickelt. durch den Arbeiter, um es so zu verhindern, daß Flaschen für schätzt und demgemäß zu eifrig kultivirt, und involvire Wir verdenken es Niemandem, wenn er von den unbrauchbar erklärt werden, aber dennoch in den Handel deshalb zweitens die Gefahr, daß über ihr der Blick für Machtmitteln, die er in der Hand hat, Gebrauch macht, kommen, und Entlohnung derselben, wenn die Unbrauchbarkeit nachweislia, durch schlechtes Material oder Werkzeug hervor das letzte Ziel der Partei verloren gehe. Das hat, wenn um Meinungen, die er für verderblich hält, zu untergerufen wurde; 5. Beseitigung der Kontrakte und Kautionen, die wir die Sache recht verstanden haben, der Passus des drücken. Die Rederei von der freien Meinungsäußerung" Ben Arbeiter an das Unternehmen binden, selbst wenn er oft Flugblattes bedeuten sollen:„ der revolutionäre Sinn ist ein doktrinärer Unsinn; erstens pflegen die Menschen wochenlang keinen Heller verdient, wie das beispielsweise jedes wird von den Führern getödtet". Es ist sehr bedauer- nicht so ideal gebaut zu sein, um sie vertragen zu können, mal vorkommt, wenn ein Glasofen reparirt werden muß; 6. Freistellung des Arbeiters, innerhalb oder außerhalb der Fabrik- lich, daß sich der Parteitag an diese Ausdrucksweise ge- und dieser Fehler in der moralischen Organisation wird anlage Wohnung zu nehmen, in welch letzterem Falle an Stelle flammert hat, während er sich doch sagen mußte, daß immer stärker, je mächtiger sie werden; und zweitens fann der freien Wohnung dem verheiratheten Arbeiter 10 Franks und Arbeiter, welche eben das Flugblatt verfaßt haben, nicht man natürlich in einer Partei, die eben im Kampfe mit dem ledigen 5 Frants monatlich auszufolgen sind nebenbei so jedes einzelne Wort kontrolliren können. der ganzen Welt liegt, nicht Jeden quasseln lassen, wie ein schöner Beweis, wie wohl sich die Arbeiter in dem gartenumzäunten Häuschen befinden; 7. zweimal monatlich Lohn- Wie weit die Ansicht der Opposition, wie sie hier er will. Eine Armee ist fein Diskutirklub. auszahlung. entwickelt ist, richtig ist, läßt sich schwer sagen, denn das ist Nun hat die Parteileitung thatsächlich immer die Diese Forderungen ich habe nur die wesentlichsten her zu drei Vierteln Sache rein subjektiver Erwägungen und Macht in den Händen. Aus natürlichen Gründen kommen vorgehoben wurden auf dem in Lyon vom 2. bis 6. Sept. Vorstellungen. Daß ein starkes Betonen des legten auf den Parteitag immer Leute, die in ihrer Existenz stattgehabten Gewerkschaftskongreß der Glasarbeiter verhandelt und am 27. deffelben Monats an sämmtliche Glasfabrikanten Bieles- worunter man sich durchaus nicht Revolutions- von der Partei abhängig sind, weil eben die hervor gerichtet. Die Antwort wurde für den 6. Oktober erwartet, doch phrasen und Gewaltpredigten vorzustellen braucht, wie ragenden Genossen stets gemaßregelt werden und deshalb ist dieselbe schon früher bekannt geworden. Am jüngsten Freitag Bebel die Sache darstellte zur Klärung in der Partei irgendwie von der Partei versorgt werden müssen. Diese hat sich nämlich das Gros der Fabrikanten hier zu einer sehr nüßlich sein könnte, das hat Bebel wohl der starke Leute sagen naturgemäß immer" ja" zu allem, was der Konferenz vereinigt und„ nach langer Berathung", wie es in Blättern hieß, den einstimmigen Beschluß gefaßt:" Das Ultima- Beifall gezeigt, den Vollmars Rede empfing, und den Parteivorstand sagt. tum der Arbeiter sei weder dem Inhalt noch der Form nach Außenstehenden der Umfland, daß man die Affäre Wie gesagt, wir verdenken es der Parteileitung nicht, annehmbar." Die Herren hätten wohl gewünscht, daß die Ar- Vollmar nicht zum Austrag zu bringen wagte, sondern wenn sie ihre Macht gebraucht; es fragt sich nur, ob es beiter soviel wie Nichts verlangen, und dies in der allerunter die Sache verkleisterte weil zu Viele hinter ihm stehen. richtig war, sie in diesem Fall zu gebrauchen. thänigsten Art. Dann hätten sie sich vielleicht auch herabgelassen, Daß die Betonung der Arbeiterschutzgesetzgebung stärker mit ihnen in Unterhandlung zu treten. Sie pochen wohl zu Die Opposition auszuschließen war beschlossene Sache. " sehr auf ihre Kontrakte und darum ihr proßenhaftes Auftreten. war, als es sich für ihre Werthschägung gebührte, halten Soweit die Dinge von außen tagirt werden können, sollte Die Schuld am Streik liegt nicht an den Arbeitern, denn wir auch für richtig, und wir glauben bestimmt, daß zunächst das mystische Parteiinteresse" herhalten, ein diese würden nichts sehnlicher wünschen, als daß ein unparteiisches diese übermäßige Betonung bei Manchen eine gewisse Begriff, dessen Kautschukgeduld ja nicht so leicht zerreißt. Schiedsgericht ihre Forderungen prüfe, und verlangen zu diesem Behuf die Einsetzung einer parlamentarischen Stommission. Die Unklarheit über die Perspektive, in welcher wir die letzten Zu dem Zweck der Adressensturm aus der Provinz. Troz Fabrikanten ziehen es aber vor, den Richter in eigener Sachel Ziele sehen, erregt hat. Eine gute Arbeiterschutzgesetz des großen Aufwandes scheint aber die Sache nicht so recht gegangen zu sein, und so wurde denn als Grund| 2,60-4 Franken; im Durchschnitt etwa 3 Franken.[ wochenlöhne angegeben von Basel 15 Franken, die„ Verleumdungen und Lügen" der Oppositionsführer Auch die anderen männlichen Arbeiter stellen sich un- Lausanne 16,09 Franken und Luzern 18 Franken. angegeben. gefähr so hoch. Die Frauen, die meist im Afford ar- Die Maler in Winterthur geben ihren JahresWir müssen gestehen, daß wir immer für einen beiten, haben Löhne von 1,30-3 Franken; im Durch lohn an mit durchschnittlich 770,90 Franken. Zwei etwas anständigeren Ton in den Diskussionen innerhalb schnitt mögen sie sich auf 1,80 Franken, höchstens Dekorationsmaler erzielen einen Jahreslohn von 1100,30 der Partei geschwärmt haben. Wir haben auch den Ton 2 Franken stellen." Franken resp. 1298,80 Franken. bis der Opposition nicht billigen können aber ebensowenig Buchdruckereien standen 1886 161 mit 2844 Ueber die wirthschaftlichen Verhältnisse der Arden Ton, der von der anderen Seite angeschlagen wurde. Arbeitern unter dem Fabrikgesez. Sehr groß ist auch beiterinnen berichtet Schäppi in seiner Schrift über Es hat da Keiner dem Andern etwas vorzuwerfen; dazu die Ziffer der nicht unterstellten, d. h. der nur fünf oder die" Besserstellung der unverheirathet bleibenden Frauen." kommt, daß die Aeußerungen der Opposition aus dem weniger Arbeiter beschäftigenden. Daß unter diesen viele So schreibt er über die Verhältnisse in der Stadt Zusammenhang gerissen und anders aufgefaßt, wie sie junge Leute sich befinden, geht schon aus der Zahl von Zürich: Eine Weißnähterin verdient täglich 1 bis gemeint waren, gar nicht so schlimm gewesen sind, wie 365 Lehrlingen hervor, die nach den Berichten des 2,50 Franken bei wöchentlicher oder vierzehntägiger Lohnman behauptet. So protestirte Werner z. B. mit Recht schweizerischen Typographenbundes auf 1294 Sezer zahlung. Wo die Arbeit beim Stück bezahlt wird, ist dagegen, daß ihm Bebel unterschiebt, er habe Unregel- gehilfen und Maschinenmeister entfallen. Nach der der Lohn sehr verschieden. Ein einfaches Frauenhemd mäßigkeiten in der Verausgabung von Parteigeldern be- Fabrikstatistik sind 20 pCt. der Arbeiter in Buch wird mit 26-65 Zentimes, ein Herrenhemd mit 25 bis hauptet. druckereien und Buchbindereien unter 28 Jahren. Weib- 65 Zentimes, eine Schürze mit 10-30 Zentimes bezahlt. Vermuthlich würde sich auch die ganze Angelegenheit liche Personen finden nur hie und und in sehr beschränk- Dazu müssen die Arbeiterinnen das Nähmaterial stellen, anders gewandt haben, wenn nicht Auer mit einer Geter Zahl in Buchdruckereien Verwendung. Die verhält so daß sie bei strenger Arbeit an manchen Orten nur wandtheit, um die ihm gewiß mancher Staatsanwalt nißmäßig zahlreicheren weiblichen Personen in Buch- 6-9 Franken in 14 Tagen verdienen fönnen. beneidet, die Opposition zum freiwilligen Austritt ge bindereien mit eingerechnet, bilden sie 15 pt. der In der Kleiderfabrikation schwankt der Lohn einer trieben hätte. Diese Thorheit, auf die Absichten ihres Arbeiterschaft. Arbeiterin von 1,50-3 Franken täglich, oder wo Kost Gegners einzugehen, haben die Fünf schwer büßen müssen. Die Arbeitszeit der Buchdrucker beträgt in einem und Logis geboten wird, 5-6 Franken per Woche. Drittel der Fälle 11 Stunden, hier und da 1012, sehr Anfängerinnen erhalten durchschnittlich 2,50-3 Franken Und hier wird der Parteileitung beständig ein Vor- oft 10 Stunden. Zwischenpausen sind nicht obligatorisch per Woche, tüchtige Zuschneiderinnen 100 Franken wurf gemacht werden müssen, daß sie Leute wegen rein und oft sehr kurz, da die Erfrischungen im Arbeits- monatlich, ganz ausgezeichnete persönlicher Lappalien ausgeschlossen hat, und nicht aus raume genoffen werden. Die Bezahlung der Arbeit ist jährlich. 4000 Franken sachlichen Gründen, um eine der Partei schädliche in den letzten 15 Jahren eine ca. 20 pCt. höhere ge- schnittlich 2 Franken per Tag, Kravattenmacherinnen Glätterinnen und Wäscherinnen verdienen durchDas wird sich rächen; aber leider ist es die Partei, 22 und 33 Franken wöchentlich. In Basel war anno worden. Das sogenannte Gewißgeld schwankt zwischen 2-3 Franken, Korsettarbeiterinnen 1,50-4 Franken, die den Schaden tragen wird. Ausschlusses wird eine bedeutende Erstarkung des Anar- Zürich verdienten gute Arbeiter 36-50 Franken. Denn der Erfolg des 1883 das Lohnminimum für Seger 25 Franken, in Möbelarbeiterinnen 2,50-4 Franken, oder wöchentlich 5-6 Franken bei freier Station. In der Lithographie, chismus in Berlin sein. Das Unheil aber, das eine anarchistische Partei über die deutsche Sozialdemokratie Dr. Schuler nichts Genaueres angeben können. Da- Durchschnitslohn 80 Zentimes bis 2,50 Franken ohne Ueber die Arbeitsverhältnisse der Buchbinder hat Buchdruckerei und Buchbinderei beträgt der tägliche heraufbeschwören kann, ist nicht auszumalen. Die AusBeköstigung. schließung, abgesehen davon, daß das Vorgehen einzelner füllen zu können. Es hat in den ersten Monaten dieses gegen sind wir im Stande, die Lücke einigermaßen ausUeber viele Konfektionsgeschäfte gehen Klagen ein. Persönlichkeiten bei derselben den schwersten Tadel ver- Jahres der Schweizer Buchbinderverband eine statistische Man findet die Arbeitszeit zu lang, denn sie dauert dient, ist auch ein schlimmer politischer Fehler ge- Erhebung veranstaltet und die Resultate derselben im nicht selten von 6 Uhr Morgens bis 11-12 Uhr Der Gegensatz zu Vollmar wurde überkleistert; hier vorigen Monat( August) in der Stuttgarter„ Buchbinder Nachts ohne geringe Unterbrechungen. Der Gegensatz zu Vollmar wurde überkleistert; hier Beitung" veröffentlicht. Eine allgemeine Uebersicht über Daran reihen sich weitere Klagen über schlechte war ein drastisches Vorgehen unmöglich, denn Vollmar die Arbeitsverhältnisse der Buchbinder in der Schweiz und ungenügende Kost. Die Lehrtöchter haben in den bedeutet eine ganz andere Macht, wie die Berliner Oppo- ermöglichen die Ergebnisse leider nicht, und so wollen Arbeitszimmern oft zu wenig Raum, es sind derselben ſition. Damit ist die Auseinandersezung aber nur ver- wir hier nur die speziellen Verhältnisse aus zwei Städten, zu viele zusammengefercht. Sie verlieren bald ihre schoben; und vielleicht werden Bebel und Liebknecht ge- nämlich Basel und Zürich, nach jenem Berichte Farbe, flagen über Kopfweh und Schwäche zwungen sein, bald manches von dem zu erfüllen, was schildern. Vor wenigen Wochen berichtete das in Luzern erdie Opposition verlangt, um dem Andrängen des rechten In Basel sind 75 Arbeiter beschäftigt, welche fol- scheinende ultramontane„ Vaterland" über die ArFlügels widerstehen zu können. gende Arbeitslöhne per Woche erhalten: 2 Arbeiter je beiterinnenverhältnisse in dieser Stadt:„ Es betreiben 15 Franken, 20 Arbeiter je 18 Franken, 18 je 20 Fr., gegenwärtig in der hohen Saison gewisse Konfektions20 je 24 Franken, 10 je 27 Franken, 4 je 30 Fr. geschäfte die Ausbeutung in einem derartigen Maße, daß und 1 über 30 Franfen. es geradezu unverantwortlich wäre, wenn der Meinung unschädlich zu machen. wesen. Die wirthschaftliche Lage der Arbeiter in der Schweiz. ( Schluß.) 3,50 Franken, Handlanger 2,10 Franken, weibliche d. h. Lehrlinge, 0,50 Franken. " Um 7 Uhr In Zürich beschäftigen die Buchbindereien 154 Ar- Staat länger zusehen würde. So kam es in beiter. An wöchentlichen Arbeitslöhnen erhalten: 4 Ar- einem solchen Geschäfte letzte Woche wiederholt, daß die D. Z. In der Baumwolldruckerei zählte man 37 je 20 Franken, 45 je 24 Franken, 25 je 27 Franken, bis Morgens 3 Uhr arbeiten mußten. beiter je 12 Franken, 3 je 15 Franken, 18 je 18 Fr., Arbeiterinnen, Mädchen im Alter von 17 bis 22 Jahren, 1882 4396 Arbeiter, wovon 2075 dem weiblichen Ge- 11 je 30 Franken und 9 je 35 Franken; 2 Afford Morgens begann die Arbeit und dauerte ohne Unterschlecht angehörig. Der durchschnittliche Tagelohn wurde arbeiter beziehen einen Lohn von je 40 Franken. Die brechung bis Mittags 12 Uhr. Nach einer Pauſe mußte 1880 auf 2,46 Franken taxirt, und zwar für Drucker Arbeitszeit beträgt im Maximum 11 Stunden; jedoch ist dieselbe von 1 bis 7 Uhr Abends fortgesetzt werden. 3 Franken, Druckerinnen 1,90 Franken, Graveure die 10stündige die meist gebäuchliche. Nach Schluß dieser ordentlichen Arbeitszeit hatten dann die Arbeiterinnen von 8 Uhr bis um 3 Uhr Ueberzeit1,10 Franken, Kinder 1,10 Franken und Streicher, Die Maschinen industrie beschäftigte 1882 11 489 arbeit zu leisten, ohne daß ihnen seitens der GeschäftsPersonen, worunter sich 87 weibliche befanden. Die Ar- inhaberin eine Tasse Thee oder ein Glas Wein verabDie Gesammtzahl der in der Bleicherei, beiter von 14-18 Jahren machen 10,5 pt. der gereicht worden wäre. Und das Alles gegen einen Färberei und Appretur beschäftigten Arbeiter besammten Arbeiterschaft aus. Die Arbeitszeit beträgt täglichen Lohn von 1,50 Franken ohne Kost!" trägt 1720, wovon 1055= 61 pct. männliche, 665 nirgends mehr als die gesetzlichen 11 Stunden, dagegen Bei dieser wirthschaftlichen Lage der schweizerischen = 39 pt. weibliche. Die Zahl der jungen Leute von ist im vorigen und auch in diesem Jahre in den meisten Arbeiter ist es freilich nur eine ganz natürliche Er14-18 Jahren macht 112 aus, also 7 pet. der Gesammt- Stablissements die 10stündige tägliche Arbeitszeit ein- scheinung, daß es mit ihrer Gesundheit schlecht bestellt summe.„ Bon all diesen Arbeitern werden die männ- geführt worden. Als Mittelzahl des Jahresverdienstes ist und Tausende von ihnen im schönsten Alter an der lichen in" den kleineren Bleichereien durchweg, in den für eine Reihe von Fabriken der Ostschweiz ergab sich Lungenschwindsucht dahinsiechen müssen. Aber während größeren wenigstens theilweise vom Arbeitgeber logirt nach Dr. Schuler die von 1071 Franken,„ bei einzelnen die Proletarier, die armen Kinder des Landes, ihrer und beköstigt. Auch in den kleinen Färbereien und Fabriken fand ich den durchschnittlichen Tagelohn Lebensfreude und um eine Reihe von Lebensjahren durch Appreturen findet sich dieses Verhältniß oft, in den 4,10 Franken, 3,98 Franken, 3,50 Franken. Er mag die schlechte Gesellschaftsordnung beraubt werden, strömt größeren höchst ausnahmsweise. Die Kost ist wohl auch noch hie und da bedeutend niedriger sinken. Aber hier die Bourgoesie der ganzen Welt zusammen, um sich durchschnittlich als eine sehr reichliche und fräftige zu innerhalb des gleichen Geschäfts giebt es Arbeiter in der kräftigenden Alpenluft zu stärken. bezeichnen. Allgemein sind fünf Mahlzeiten per Tagelöhner mit 2 und 2,50 Franken, wie hinwieder Sind die in beiden Artikeln von der wirthschaftlichen Tag üblich. Auch da, wo die Arbeiter sich selbst be solche mit 7 und. 8 Franken. Im Ganzen scheinen die föſtigen, werden zwei Zwischenmahlzeiten, meist aus Arbeiter in großen Geschäften besser gestellt, als die in Lage der Arbeiter in der Schweiz gegebenen Schilderungen Brot und einem beträchtlichen Quantum Most( Obstauch nicht völlig genügend, so reichen sie doch hin, um Soweit aus Dr. Schuler's Schrift. wein) oder leichten Landwein bestehend, vom Arbeitgeber beiter gab 1885 seinen Jahreslohn auf 840 Franken im zu machen; sie reichen auch hin, um klar zu machen, daß Ein in einer Holzstofffabrik beschäftigter Ar- sich davon eine den Thatsachen entsprechende Vorstellung die schweizerische Arbeiterschaft hinsichtlich der ihr bescheerten Summe von Elend und Noth in dieser Begereicht. Die Lohnverhättnisse sind ungefähr folgende: In kleinen." 11 Grütlianer" an. den Färbereien verdienen Männer durchschnittlich etwa Auch über einzelne Gewerbe liegen lohnstatistische ziehung mit der Arbeiterschaft aller Länder erfolgreich 3 Franken in den kleinen Geschäften, 4 Franken in den Angaben vor, die meistens von beruflichen Organisationen fonturiren kann. Und das, troßdem die sozialpolitische großen. Als Minimum für Erwachsene mag 2,10 Fr. der Arbeiter herrühren. So entfaltete im Vorjahr der Gesetzgebung in der Schweiz allen anderen anzunehmen sein; Frauen bekommen 1,50-2 Franken, Bäderfach verein in Basel eine Enquete, die sich auf Ländern voraus ist und den Arbeitern VorKnaben 1,10-1,40 Franken. Die meisten Arbeiter 53 Bäckereien mit 127 Arbeitern erstreckte. Es wird in the ile geboten werden, wie solche nirgends gehaben Tage- und nicht Affordlohn. In den Bleichereien der bezüglichen Publikation( im Baseler Arbeiter- nießen. Die republikanischen Kapitalisten, welche das mit freier Verpflegung schwankt der Wochenlohn zwischen freund") die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit auf„ Geschäft" nicht minder gut verstehen als die geriebensten 10 und 20 Franken; in den anderen beträgt er 14 Stunden angegeben; nur in 2 Geschäften beträgt Berliner Börsenjobber und die nur mit Widerwillen, dem 3,50 Franken, fann aber ansteigen bis auf 6 Franken sie blos 10 Stunden, dagegen steigt sie in einer Anzahl zwange der Verhältnisse gehorchend, in„ Sozialreform" per Tag. In den Appreturen wird ebenfalls in der anderer Geschäfte auf 15, 16, 17-18 Stunden täglich machen, die der Sozialdemokratie voller" Haß und AbRegel im Taglohn gearbeitet. Die Löhne sind sehr ver- an. Der Arbeitslohn beträgt per Monat 22-60 Fr.; scheu gegenüberstehen, werden nicht verhindern können, schieden. Knaben bekommen von 1,40 Franken an, er dürfte im Durchschnitt 30 Franken nicht übersteigen, daß auch im schönen Schweizerlande die Entwickelung von 1,40-2,20 Franken in Weißwaaren- d. h. neben sogenannter freier Station. In zwei Brot- der Dinge den Lauf nehmen muß und der dahin tendirt, appreturen. Die Männer verdienen 2,50-3,50 Franken, fabriken erhalten 11 Arbeiter 115 Franken und 8 Ar- die Biele der revolutionären Sozialdemokratie zu ver ja einzelne wenige bis 5 Franken. Beträchtlich höher beiter 140 Franken Monatslohn ohne freie Station". wirllichen. stellen sich die Löhne in Seidenappreturen, wo es weib- Der Jahreslohn eines Maurers wird bom liche Personen auf 75-85 Franken per Monat bringen. St. Galler Maurerfachverein auf 985 Franken und Männer selbst auf 150-175 Franken. Ein Lohn von vom Neuen burger auf 1080 Franken angegeben. 4 Franken fann wohl hier als Durchschnitt gelten, ohne Der Neuenburger Fachverein giebt einige weitere DetailEinrechnung der Zwischenmahlzeiten. zahlen an, wonach an Stundenlöhnen erhalten die In der Papierfabrikatiion sind 1821 Per Pflasterträger 22-23, die Handlanger 32-34, die sonen, wovon 939 dem männlichen und 882 dem weib- Gruben- und Tunnelarbeiter 38-40, die Maurer 42 lichen Geschlechte angehören, beschäftigt. Der Erwerb bis 45, die Zementer 67-70 Zentimes. In diesem zu berichten hätte, wie sie unter den Fabrit und Metallarbeitern dieser Leute variirt sehr je nach der Dertlichkeit und der Frühjahr wurde für alle diese Arbeiterkategorien LohnArt der Arbeit. Obenan stehen die Führer der Papier- erhöhung verlangt. Frauen von maschinen mit 4,50-5 Franken und die Holländerer mit Für Schuhmacher werden als DurchschnittsVerschiedenes. Aus dem Lande der geflickten Schienen gab der Delegirte Bölger- Dortmund auf dem Rheinisch- Westfälischen Schilderung der dortigen Fabrik- und Metallarbeiter: Er führte Metallarbeitertag am 20. September zu Elberfeld folgende aus, daß wohl schwerlich ein anderer Delegirter solche Zustände Dortmunds und Umgegend herrschten. In Dortmund ſeien ungefähr 10-12,000 Fabrik- und Metallarbeiter beschäftigt, während sich die Zahl der organisirten Arbeiter dieser Branche auf höchstens 120 bis 150 beliefe. Hauptsächlich interessirten sich nur die Dreher, Schloffer und Former für eine Organisation, den Gewerkschafts- Organisationen vereinigt, hierzu kommen noch während die Schienenwalzer, Schweißer, Puddler, Hammerleute 73 467 in 712 Verwaltungsstellen, welche das Vertrauensmännerund die in dem Bessemer- und Martinstahlwerken beschäftigten system besitzen, es würden also rund 300 000 Handwerker und Arbeiter der Organisation gleichgültig gegenüberständen. Darüber Arbeiter den sozialdemokratischen Gewerkschafts- Organisationen wundere man sich aber nicht mehr, wenn man sehe, mit welcher angehören. Nächst den Bergleuten in Westfalen, die in einer Anstrengung diese Leute ihr Brot verdienen müßten. Infolge Stärke von 58 000 Mann organisirt sind, folgen die Maurer mit der übermäßigen Ausbeutung seien diese Leute geistig und 33 447 Mann 295 Verwaltungsstellen, dann die Metallarbeiter förperlich versumpft; dieselben seien sozusagen stumpffinnig ge- mit 33 214 Mann in 286 Verwaltungsstellen. Die Statistik worden. Heute Sonntag, in demselben Augenblick, wo man führt weiter u. a. als organisirt an: Bäcker 983, Bildhauer hier zusammen sei, schufteten die Walzer 2c. 2c. 2c. Härter als an 3169, Böttcher 4600, Buchbinder 3000, Buchdrucker 17 500( 557 den Werktagen. Die Nachtschichter, welche am Samstag Abend Verwaltungsstellen), Bürstenmacher 1000, Drechsler 2700, Fabrik- und auf Schicht gegangen seien, arbeiteten bis heute Sonntag Hilfsarbeiter 3000, Lohgerber 1500, Weißgerber 1700, Glaser Morgen 9 bis 10 Uhr ununterbrochen. Die Ablösung fäme 1440, Glacéhandschuhmacher 2100, Goldarbeiter 1840, Hafenheute Nachmittag 3 Uhr und müßte ununterbrochen bis Montag arbeiter 6000, Hutmacher 3000, Maler 8126, Müller 2980, Morgen 6 Uhr thätig sein. In den Werktagen würde oft von Sattler 1791, Schloffer 1200, Schmiede 3000, Schneider 9500, des Morgens 6 bis Abends 6 Uhr ohne Pause, um das Essen Schuhmacher 13 000, Steinmetzen 4000, Steinsetzer 2095, Tabakzu sich zu nehmen, gearbeitet. Es wäre keine Seltenheit, daß arbeiter 16 000, Tischler 17 600, 3immerer 11 000. Zentralisirt die Arbeiter ihren Essenstopf, ohne den Inhalt berührt zu sind bis jetzt die Bauarbeiter, Maurer, Metallarbeiter, Porzellanhaben, wieder mit nach Hause nehmen. Vielfach käme es vor, maler, Tapezierer, Posamentierer und Textilarbeiter. daß die Leute ihren Essenstopf an den Walzenständer befestigten, Welche ungeheure Summen die englische Verdamit sie, wenn sie gelegentlich in der Arbeit daran vorbei- brecherwelt dem Staate koftet, geht aus einem Eingesandt gingen, einen Bissen mitnehmen könnten. Diese Menschen ar- an die„ Times" hervor. An der Hand statistischer Angaben beiteten in großer Hize, so daß viele ganz verbrannte Gesichter weist der Verfasser, Hr. W. D. Morrison, nach, daß sich die hätten. Die Eisenplatten, auf welchen sich dieselben bewegten, jährlichen Erhaltungskosten der Polizei auf 5 859 940 Pfd. St. seten so heiß, daß ein Paar Schuhe nicht länger als 14 Tage belaufen, die der Gefängnisse auf 1 020 343 Pfd. St. und die borhielten, und dabei würden noch häufig von Seiten der Vor- der Besserungs- und Arbeitsschulen( irische Lokalbeiträge nicht gesetzten Prügel ausgetheilt. Redner führte einen Fall an, wo- mitgerechnet) 593,551 ẞfd. St. Der Gesammtbetrag erreicht die nach ein Arbeiter gefeffelt auf einer Pferdekarre nach dem ungeheure Zahl von 7473 834 Pfd. St., welche, statt abzuPolizeigefängniß transportirt worden sei, und für diese Fahrt nehmen, alljährlich größer wird. Hierbei sind die Kosten ber seien ihm 6 Mart vom Lohne abgehalten worden. Außerdem Kriminalprozesse, die Gehälter der Richter und der meisten führte derselbe auch einen Fall an, wo ein Arbeiter in Folge zu anderen Beamten, sowie des Berlustes an Eigenthum nicht mitgroßer Anstrengung innerhalb 3 Stunden verstorben sei. In gerechnet. Würde man alle diese Posten noch zu der ange einem anderen gerichtlich beschworenen Falle sei ein Arbeiter, gebenen Zahl hinzufügen, so würde sich als Gesammtresultat der wegen Ermüdung zwei Stunden vor Beendigung der Schicht der Summe, welche das Verbrechen in England kostet, die nach Hause ging, mit 5 Mark bestraft worden. Diese an den Summe von mindestens 10 Millionen Pfd. St.( 200 Mill. Mr.) Walzen, Defen, Bessemerschmelzen u. s. w. beschäftigten Leute ergeben. gingen nicht mehr, sondern schleppten fich förmlich nach Hause. Im Jahresbericht der Leipziger Handelskammer finden wir Ausführungen über den Weinkonsum in Deutschland. Die Verschiebungen im Verhältniß der Exportländer, auf die es hauptsächlich ankommt, interesfirt uns hier weniger; aber desto mehr eine Zahlenreihe, welche das Anwachsen des Weinimports in Deutschland von 1880 zeigt: 437 574 Meterzentner 1880. 1881. 447 411 1882. 509 513 1883. 522 036 1884. 537 368 1885. 540 973 1886.. 557 157 1887. 555 495 1888. 650 555 717 761 1889. " И Ja, das ist die Begehrlichkeit der Arbeiter, in zehn Jahren hat sich die Weineinfuhr fast verdoppelt. Namentlich kommt das wahrscheinlich von den vielen Champagner, den bekanntlich die Maurergesellen zu trinken pflegen. Die Sächs. Arbeiter- Beitung veröffentlicht das Haushaltsbudget eines Bahnarbeiters, der seit 16 Jahren an der Bahn angestellt ist und gegenwärtig einen Lohn von 876 Mr. jährlich, das macht pro Tag 2 Mt. 40 Pf., erhält. Er hatte sich vom 1. Dezember vorigen Jahres bis 31. August tieses Jahres der Mühe unterzogen, seine im Laufe des Jahres gemachten nothwendigen Ausgaben gewissenhaft zu buchen. Nach Berselben stellte sich sein Ausgabenkonto folgendermaßen: Wohnungsmiethe Ausgaben für Wirthschaftsgegenstände Kleidung für ihn selbst " " die Frau " eine Tochter " einen Sohn " eine Tochter Schulgeld für 3 Kinder Seife, Soda 2c. für Wäsche Heizung und Licht Staats- und Gemeindeſteuern Beitrag für Krankenkasse 27 " Pensionskasse 135,- Mr. 38,50 49,25 45,08 " " " 58,21 27,42 " 19,52 9,42 " 14,75 " 12,65 " 21 " " " 1 50,36 20,42 17,52 22,36 Summa 530,41 Mt. Durchschnittlich wurde für Nahrung für die ganze Familie täglich ausgegeben 1 Mart 58 Pf. Wie sich die genannte Summe gewöhnlich auf die Tagesbedürfnisse vertheilt hat, ist auch mit angegeben: täglich 5 Pfd. Brot 1 Pfund Margarin- Butter Kaffee und Zusatz ½ Liter Milch 75 Pfg. 40 1068 Das ist auch einer jener Posten, der späterhin zum größten Theil gestrichen werden kann. Erklärung. Folgende klassische Erwiderung veröffentlicht der Denunziant Fischer in Nr. 250 des Vorwärts": " Herr Paul Ernst hat es in der gestrigen Nummer der Berliner Volks- Tribüne" wieder einmal für nöthig gehalten, in die gähnende Langeweile seiner Redaktion durch eine der bei ihm nicht ungewohnten Flegeleten Abwechslung zu bringen, und zwar bietet ihm der Wortlaut eines gegnerischen Berichtes über den Erfurter Parteitag Anlaß, mir den Vorwurf der bewußten Verleumdung" an den Kopf zu werfen! Und warum das? Ich habe am Parteitag die unehrenhafte Kampfesweise des Herrn Paul Ernst gegeißelt. Anläßlich eines Zantes mit dem Berliner Börsen- Courier" habe er geschrieben, ein gewisser Herr( natürlich aus Parteikreisen, denn sonst wäre die Bemerkung überhaupt sinnlos gewesen) habe aus jüdischer Nächstenliebe dem Börsen- Courier( 1) die Verleumdung zugeflüstert, die rothe Märznummer hätte auch von einem Agent provocateur nicht anders geschrieben werden können; darauf habe der„ Reichsb." den Gen. F. Bamberger als denjenigen bezeichnet, auf den sich diese Insinuation beziehe, die„ Bolts- Tribüne" habe es aber nicht für nöthig gehalten, den„ Reichsboten" zu desavouiren, sondern sich in Schweigen gehüllt. Das habe ich gesagt und alles das ist wahr! Wo ist da die bewußte Verleumdung"? Paul Ernst sucht sich nun damit herauszulügen, daß er schreib, er habe, als er auf der Redaktion des„ Vorwärts" zur Rede gestellt worden sei, dort erklärt, diese gemeine Infinuation beziehe sich nicht auf Bamberger. Mag sein; aber in der„ VolksTribüne", wo er diese Stinkbombe geschleudert, war davon nichts zu lesen, da hüllte sich Ehrenmann Ernst in Schweigen. Wo ist also die„ bewußte Berleumdung"? Etwa darin, daß Herr Ernst an den Parteitag( nicht an mich) einen Brief mit dieser Nothlüge gerichtet, den ich nicht veröffentlicht habe. Dazu hatte ich, von der Möglichkeit abgesehen, keinen Anlaß, denn meine Darstellung beruhte von A bis Z auf Wahrheit. Nicht ein Jota kann Herr Ernst in Abrede stellen. " " " denn ich habe in Folge der letzten Vorkommnisse in der Partei die Redakton niedergelegt. 2. Mit meinen„ Flegeleien" habe ich nur die Ehre, berühmten Mustern zu folgen. 3. Den Bericht der„ Volkszeitung" habe ich zitirt, weil dieser die Aeußerung vollständiger enthielt, als der Bericht des Vorwärts". Ist der Passus unrichtig wiedergegeben, so konnte Denunziant Fischer ja das einfach konstatiren, und die Sache war gut. Ist er aber richtig, so hat es keinen Sinn, darüber zu schreien. 4. Ich bin nicht von der Redaktion des„ Vorwärts" zur Rede gestellt, sondern privatim gefragt. " 5. Ich habe kein Jota von dem, was Denunziant Fischer gesagt, in Abrede gestellt. Ich habe in meiner Erklärung an den Parteitag und in der letzten Nummer dieses Blattes aber darauf hingewiesen, daß auf Grund meiner Erklärung gegen Herrn Cronbeim der„ Vorwärts" in Nr. 18, 1. Beilage, die Notiz brachte:" Wir wissen zwar nicht, wen die Redaktion der Berl. V.- Trib." mit ihrer Anspielung gemeint hat, doch können wir erklären, daß der leitende Redakteur der„ B. V.-Tr." auf Befragen mitgetheilt hat, daß der betreffende Prokurist mit der Bemerkung nicht gemeint war."" Darauf kam es an. Das ist eine genügende Antwort auf die Notiz des„ Reichsboten". Die Worte, die Denunziant Fischer gesprochen Hat, sind richtig; aber aus seiner Aeußerung muß für jeden, der nichts von dieser Notiz im Vorwärts" weiß, der Glaube entstehen, als habe eine derartige Erklärung überhaupt nicht stattgefunden. In dem Brief an den Parteitag der ja doch sicher dem F. vorgelegt ist, damit er fich darüber äußere, ob die Berichtigung veröffentlicht werden sollte, habe ich in ganz ruhiger Weise gebeten, den Umstand mitzutheilen; daß Denunziant Fischer ihn nicht mitgetheilt hat, die Leute also absichtlich in dem irrigen Glauben gelassen hat, eine solche Berichtigung sei überhaupt nicht erfolgt, das stempelt seine sonst objektiv wahre Behauptung zur Verleumdung. Charakteristisch tst, daß er die Thatsache in seiner Erklärung wieder unterschlägt. Ich halte meinen Vorwurf einer bewußten Verleumdung aufrecht und bin erbötig, denselben vor einem Schiedsgericht oder vor dem Gericht zu beweisen. 6. Daß F. seine Denunziation sofort widerrufen hat, habe ich nie bestritten. Er hat sie aber nur widerrufen, weil sie nicht auf Wahrheit beruhte, was er in dem Augenblick, als er fie machte, nicht wußte; das geht daraus hervor, daß er die Verbreitung der Autonomie" durch die ,, Berl. V.-Tr." als Beweis für die Verbindung der Opposition mit dem Anarchismus anführte. Nicht der objektive Thatbestand aber macht eine Handlung zu einer ehrlosen, sondern der subjektive. Die Denunziation, obwohl wegen der objektiven Unrichtigkeit der behaupteten Thatsache sofort zurückgezogen, weist doch auf eine schurkenhafte und ehrlose Gesinnung hin. Auch das werde ich vor jedem beliebigen Richter beweisen. 7. Ich verlange von dem Fischer Aufklärung darüber, was der Ausdruck bedeutet: Ich weiß nicht, ob Herr Paul Ernst seine Bildersprache aus seiner Umgebung schöpft"; das ist eine ,, unbestimmte Verdächtigung". 8. Ich bin ein ebensolcher Gegner der ,, Autonomie" und des Anarchismus, wie jeder überzeugte Sozialdemokrat, und werde stets dagegen kämpfen. Aber immer nur mit anständigen Mitteln. 9. Einen Denunzianten habe ich den Fischer genannt, weil derselbe seine Anschuldigung nicht in einer geheimen Sigung angebracht hat, sondern auf dem öffentlichen Parteitag, in Anwesenheit der Polizei und der Berichterstatter. Daß die Verbreitung der„ Autonomie" an sich nicht strafbar ist, weiß ich; ich weiß aber auch, daß fast jede Nummer Artikel enthält, auf Grund deren der Verbreiter zu langjährigem Zuchthaus oder Gefängniß verurtheilt werden kann. Wäre die Sache wahr gewesen, so waren Link und ich ins Unglück gebracht. 10. Den sentimentalen Weichling" will ich dem Fischer schenken; ich verlange aber Auskunft darüber, auf Grund welcher Handlungen von mir Denunziant Fischer es wagen kann, mich einen„ charakterlosen Heuchler" zu nennen. Kann er mir diese Auskunft nicht geben, so erkläre ich das als eine zweite Verleumdung. 11. Ich habe die Autonomie nie verbreitet, muß deshalb die unbestimmten Infinuationen des Fischer am Schluß seiner Erklärung zurückweisen. Ueber die Verleumdungen des Blattes bin ich ebenso empört, wie der Fischer. Aber wenn man selbst gegen die Anarchisten Ausdrücke ge braucht, wie politisches Zuhälterthum", so kann man sich nicht wundern, wenn es derartig aus dem Wald zurückschallt. Paul Ernst. Des Weiteren habe ich in Erfurt darauf hingewiesen, daß den Sendungen der Bolts- Tribüne" Eremplare der Autonomie" beigelegt worden seien; dann aber sofort im gleichen Augenblick konstatirt, daß ich insofern im Irrthum sei, als es sich nicht um die Autonomie", sondern um das bekannte Berliner Flugblatt handle, das giebt dem Herrn Paul Ernst Gelegenheit, mich einen ehrlosen und schurkenhaften Denunzianten zu nennen und zu schreiben, ich befinde mich in der Rolle eines Diebes, der einbreche, aber nichts zu stehlen finde. Ich weiß nicht, ob Herr Paul Ernst seine Bildersprache aus seiner Umgebung schöpft, aber das weiß ich, daß mich sein wüstes Geschimpfe nicht abhalten wird, nach besten Kräften gegen das politische Zuhälterthum anzukämpfen, das sich unter der Maske der Autonomie" verhüllt. Und auch der Ruf: Denunziant, den irgend ein sentimentaler Weichling oder charaktorloser Heuchler ausstößt, wird mich nicht zurückschrecken. Uebrigens dürfte sogar Herr Paul J. Fei.... aum, Brüssel. Abonnementsbetrag macht Ernst wissen, daß heute die Verbreitung der Autonomie" an für das 4. Quartal 1,80 Mt." Es wird besorgt werden, wir fich gar keine strafbare Handlung mehr ist; das aber möchte ich bitten aber den jeweiligen Wohnungswechsel rechtzeitig anzunicht bestreiten, daß die Verbreitung eines Berleumderblattes geben, damit wir nicht immer doppeltes Porto zu zahlen haben. vom Schlage der Autonomie" einen solchen Grad von GeO. Luck, Chicago. Betrag erhalten. schmacklosigkeit und schmutziger Gesinnung verräth, daß man schon aus Reinlichkeitsgründen die Leute der„ Autonomie" der Partei vom Halse halten muß. Aber über Geschmack kann Eine Statistik der Gewerkschaftsorganisationen man bekanntlich mit Herrn Paul Ernst nicht streiten." hat die Generalkommission in Hamburg im vorigen Jahre aufgenommen, jedoch erst jetzt veröffentlicht. Darnach sind in Deutschland in 3150 Berwaltungsstellen 227 733 Genossen in Gemüse oder 2% Liter Kartoffeln Fett, Fleisch oder Hering " " 18 " 11 " 365 mal 1,58 M. gleich 1,58 Mt. 576,70 Mt. Gesammtausgabe 530,41 1107,11 Mt. Dem gegenüber steht an Lohn Defizit 876, " 231,11 m. welches durch Unterstützungen gedeckt wurde. " Hierauf habe ich zu bemerf- n: " 1. Meine Redaktonsthätigkeit wird den geläuterten Geschmac des Denunzianten Fischer nicht mehr lange langiveilen, Sozialdemokratischer Wahlverein für den fünften Berliner Reichst gs- Wahlkreis. Dienstag, den 3. November 1891, Abends 8 Uhr, bei Seefeld, Grenadierstraße 33: Versammlung. Um zahlreichen Besuch bittet Jede Uhr zu repariren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 k. 50 Pfg., außer Bruch, Eleine Reparaturen billiger. Neue Feder einsetzen 1 Mt. Empfehle filb. ZylinderUhren von 6, 7 u. 8 Mt., filb. Remontoir- Uhren bon 13, 14 u. 15 Mt., gold. Damen- Uhren von Gr. 18 Mt. an, Regulatoren von 10 Mt. an. Lag. v. Nickel-, Talmi- u. Gold- Double- Ketten. R. Kionka, Oranienstrasse 35, bet der Adalbertstraße. Der Vorstand. Empfehle den Parteigenossen meine Briefkasten der Expedition. Vorwärts, Unterpolaum. Der Betrag reicht bis Ende Oktober 1891. Unsere Freunde werden ersucht, uns behufs weiterer Verbreitung des Blattes Adressen von solchen Personen anzugeben, welche eventuell abonniren würden. Agitationsnummern versenden wir gratis und franto. Gratweil'sche Bierhallen 77-79. Kommandantenstrasse 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Koupletsänger. Anfang Wochentags 7%, Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Bi., Sonntags 25 Pf. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 3 Kegelbahnen, 6 Billards, Cigarren eigener Fabrit Säle. aus rein amerik. Tabak, 25 Cigarr. 1 Mt. Tabak und Cigaretten. Julius Ulbrich, Skalikerstraße 41, nahe Laufitzerpl. Bringe meinen Freunden u. Genossen meine Rind- u. Schweineschlächterei in freundliche Erinnerung. Empfehle Freunden und Genossen meine Beitungs- Spedition. iefernng sämmtlicher Arbeiterliteratur. C. Marzahn, Wiesenstr. 14, Beitungs- Spedition und Buchhandlung. Cigarren eigener Fabrik Bentr.- Markthall. Stand 148. von Heinr. Bräuer, Reichenbergerstr. 143. Berantwortlicher Redakteur: Paul Ernst, Berlin. Carl Aurin. Freunden und Genossen bestens empfohlen. Verein d. Sattler u. Fachgenossen. Versammlung am Sonntag, den 1. November 1891, Vormittags 10% Uhr, im ,, Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über„ Die jozialen Verhältnisse bei den Griechen und Römern." Referent: Herr Hennig. 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Zu regem Besuch ladet ein Der Vorstand. 085 m qua 098 09'8 -88 w 98 -9% ******** magoa- qun or sladǝlpy 6nq poz Verleger und Drucer: Maurer, Werner, Dimmick, sämmtlich in Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Beiblatt zur Berliner Volks- Tribüne. Nr. 44. Was sollen wir also thun! Zon" Graf Peo Tolstoi. Deutsch von August Scholz. XVI. Es war mir schwer geworden, zu dieser Erkenntniß zu gelangen, als ich jedoch zu derselben gelangt war, erschrat ich über die Verirrung, in der ich gelebt hatte. Ich stand selbst bis an die Ohren in Schmutz und wollte Andere aus demselben herausziehen. Sonnabend, den 31. Oktober 1891. V. Jahrgang. Menge der hungernden und frierenden Asylbewohner habe, sondern nur darüber, daß mir überhaupt ein so hinabzusinken. abgeschmackter Gedanke in den Sinn kommen fonnte. allerhand Kniffe dem arbeitenden Volke das Unentbehrliche Greise geholfen; jene Bäuerin, die dem Bettler ein Ich gehöre zur Kategorie dieser Leute, die durch Jene Frau, die den franken Greis pflegte, hat diesem wegnehmen und sich durch ihre Kniffe den zauberhaften Stück Brot gab, daß sie mit eigenen Händen gefäet, geHeckrubel verschafft haben, der nun jenen Unglücklichen mahlen und gebacken hatte, hat dem Bettler geholfen; ein Aergerniß giebt. Ich will den Menschen helfen, und Semjon, welcher dem armen Greise die drei Kopeken gab, darum ist es klar, daß ich vor allem sie nicht plündern hat demselben geholfen, denn er hatte diese drei Kopeten darf, wie ich das in Wirklichkeit thue. Was ist's denn, verdient, und sie stellten in der That seine Arbeit vor. was ich thue? Nachdem ich durch allerhand komplizirte, Ich aber habe niemandem gedient und für niemand Was ist denn im Grunde genommen, was ich will? verschlagene, boshafte, jahrhundertelang fortgeführte Kniffe gearbeitet und wußte sehr wohl, daß mein Geld nicht Ich will Anderen Gutes thun, will alles so einrichten, zum Inhaber des Heckrubels geworden bin und nun meine Arbeit vorstellte. daß die Menschen weder hungern, noch frieren, daß sie Hunderte und Tausende zwinge, für mich zu arbeiten, so leben können, wie es Merschen zukommt. bilde ich mir ein, ich sei ein Freund der Menschen und könne ihnen helfen. Ich size einem Menschen auf dem Parteitag der sozialdemokratischen Partei Nacken und würge ihn und verlange, daß er mich trage - und dabei suche ich, ohne von seinem Nacken hinunterzusteigen, mir und Anderen einzureden, daß er mir von Herzen leid thue, und daß ich gern seine Lage durch alle möglichen Mittel erleichtern möchte, nur nicht dadurch, daß ich von seinem Nacken hinabsteige. Ich will das, und ich sehe, daß in Folge der Gewaltthaten, der Erpressungen und mannigfachen Kniffe, an denen ich theilnehme, den Arbeitenden das Unentbehrliche weggenommen wird, und daß die Nicht arbeitenden, zu denen auch ich gehöre, sich die Arbeit der Andern reichlich zunuze machen. Wer war ich denn eigentlich Deutschlands in Erfurt. Sonnabend. Vormittag. vor vorhanden und muß auch vorhanden sein, jedenfalls aber find andere Verhältnisse eingetreten. Als nun das Sozialistensollten den bisherigen Ton, den wir unter der Herrschaft des gesetz gefallen war, da verlangte die Opposition in Berlin, wir noch verschärfen. Man griff auf die Haltung der Partei zurück, als sie noch gewissermaßen eine Sette war und fich demgemäß mehr kritifirend verhielt. Ich will nicht sagen, daß wir vor den Wahlen 1890 eine kleine Partei waren, allein die Wahlen im Februar 1890 haben bewiesen, daß wir die stärkste Partei in Deutschland sind, und demgemäß muß unsere Taktik eine andere fein, als im Jahre 1869. wurde, sagte Bebel wiederholt im Reichstage: das Gesetz ist nur Abg. v. Vollmar: Als das Sozialistengesetz erlaffen auf Probe gegeben, man wartet nur, bis wir die erste DummIch sehe, daß diese Ausnußung fremder Arbeit in heit machen, um noch schärfere Waffen gegen uns anzuwenden. der Weise angeordnet ist, daß, je listiger und schlauer Die Dinge liegen so einfach. Wenn ich den Armen Nun, nachdem das Sozialistengesetz gefallen, hören wir plöglich, jene Kniffe entweder von der gegenwärtigen oder einer helfen, d. h. die Armen in Nichtarme verwandeln will, daß die Aufhebung des Gesetzes gar keinen Werth hat. Mag früheren Generation der Ausbeuter angelegt sind, desto so darf ich diese Armen nicht erst arm werden lassen. man will, so viel steht fest, mit der Aufhebung des Gesetzes und man über die Aufhebung des Sozialistengesezes denken wie größerer Nußen aus der fremden Arbeit gezogen und So aber gebe ich diesen Armen, die von ihrem Lebens- dem Abgange Bismarcks, die ja nothwendig zusammenfallen desto weniger eigene Arbeitskraft verwandt wird. pfade gedrängt worden sind, nach Belieben einen oder mußten, ist eine Wendung eingetreten. Bismarck hat ausZuerst kommen die Stiegliß, Morosow, Demidow, zehn oder hundert Rubel; auf jeden Rubel aber, den ich ländischen Journaliſten gegenüber offen ausgesprochen, deß die Jussupow u. s. w., dann die großen Bankiers, die Kauf- gebe, kommen tausend Rubel, die ich denjenigen nehme, auf dem Schlachtfelde gelöst werden könne und er wünsche foziale Frage in letzter Linie eine militärische Frage sei, die nur leute, Beamten, Grundbesizer, zu denen auch ich gehöre; welche noch nicht vom Pfade gedrängt worden sind, und nichts sehnlicher, als daß, so lange er die Macht in Händen dann kommen die kleineren Aussauger die Händler mache diese nicht nur gleichfalls zu Armen, sondern ver- habe, er Gelegenheit haben möge, die Frage in dieser Weise zu und Geschäftsleute aller Art, die Schankwirthe, Wucherer, führe sie auch noch zum Laster. lösen. Ein derartig blutiger Aderlaß könne dem Volkskörper die Kreisrichter, Aufseher, Lehrer und Küster, dann die Die Sache ist, wie gesagt, sehr einfach; es war mir nur vortheilhaft sein. Diese raffinirte, geradezu provokatorische Gewaltpolitik ist jedenfalls beseitigt und deshalb ist ein Wende Hausknechte, Lakaien, Kutscher, Wasserführer, Droschken- jedoch außerordentlich schwer, das alles voll und ganz, punkt nicht zu leugnen. Die Spannung ist allerdings nach wie besizer, Briefträger, und zu allerlegt erst das arbeitende ohne jeglichen Vorbehalt und jedes Kompromiß, welches Volk, die Fabrikarbeiter und Bauern, deren Zahl sich zur etwa meine Stellung in der Gesellschaft hätte rechtZahl der ersteren verhält wie 10: 1. Ich sehe, daß fertigen sollen, zu begreifen. Ich brauchte indessen nur das Leben der neun Zehntel arbeitender Menschen seinem meine Schuld einzusehen und zu gestehen, und sogleich Sozialistengesetzes angeschlagen, nicht nur beibehalten, sondern Wesen nach Anspannung und Arbeit erfordert, wie über- ward mir alles, was mir früher so unklar, absonderlich haupt jedes naturgemäße Leben, daß jedoch in Folge von und verwickelt erschienen war, vollkommen deutlich und allerhand Kniffen und Listen diesen Leuten das Unent- durchsichtig. Und der Weg meines Lebens, wie er sich behrliche entzogen und ihr Leben mit jedem Jahre aus dieser neuen Erkenntniß ergab, war nicht mehr der schwieriger und entbehrungsvoller wird, während unser verworrene, ziellose, qualvolle von ehemals, sondern Leben, das Leben der Nichtarbeitenden, dank der auf eben eben, gerade und angenehm. Ich habe mich gefreut, daß gestern Bebel ausdrücklich betont dieses ziel gerichteten Mitwirkung der Wissenschaften und ich, der ich den hat, es muß unser Bestreben sein, die Maffen zu gewinnen, Künste, mit jedem Jahre überflußreicher, anziehender Menschen helfen wollte? Ich, der Verweichlichte, Ge- diefe gewinnen wir aber nicht, wenn wir ihnen blos unsere und gesicherter wird. Ich sehe, daß in unserer Zeit das schwächte, Hilflose, der sich von hundert Menschen be- Endziele versprechen, sondern wenn wir die Maffen haben wollen, Leben der Arbeiter, insbesondere der Greise, Weiber und dienen lassen muß, der um zwölf Uhr Mittags aufsteht, dann müssen wir ihnen zeigen, daß wir bestrebt sind, ihnen thre Kinder aus arbeitendem Stande, geradezu aufgerieben nachdem er die Nacht zum Tage gemacht und mit aller augenblickliche Lage zu verbessern. Bebel sagte gestern: Wir stellen Anträge im Reichstage, hauptsächlich im propagandistischen wird durch die überanstrengende, mit der Ernährung nicht hand Thorheiten verbracht hat ich will den Leuten Interesse, unbekümmert darum, ob fie angenommen werden. in Einklang stehende Arbeit, daß dieses Leben nicht ein- helfen, und zwar was für Leuten? Leuten, die um Dem kann ich durchaus nicht beistimmen. Ich bin der Meinung, mal bezüglich der ersten und nothwendigsten Bedürfnisse fünf Uhr des Morgens aufstehen, die auf der Diele es kann durchaus nicht gleichgiltig sein, ob unsere Anträge angesichert ist, und daß im Gegensaß hierzu das Leben des schlafen, die von Brot und Kohlsuppe leben, die pflügen, bes Normalarbeitstages im Reichstage beantragen, dann muß genommen oder abgelehnt werden. Wenn wir die Einführung nichtarbeitenden Standes, zu dem auch ich gehöre, mit mähen, zimmern, ein Pferd vorspannen, nähen können es uns doch darum zu thun sein, unseren Antrag durchzubringen. jedem Jahre an Ueberfluß und Ueppigfeit zunimmt und Leuten, die an Kraft und Ausdauer, an Geschicklich- Ich habe nun in meiner Münchener Rede gesagt: wir müssen immer sicherer und sicherer wird und jenen Glücklichen, feit und Enthaltsamkeit mich hundertmal übertreffen langsam vorwärts gehen, und ohne das Ziel aus dem Auge zu zu denen auch ich gehöre, eine solche Summe von ir- diesen Leuten will ich helfen! Was konnte ich, als ich berlieren, bemüht sein, den dornenvollen Weg, den wir bis zu diesem Ziele zurückzulegen haben, möglichst gut einzurichten. dischen Gütern gewährt, wie man sie in früherer Zeit zu diesen Leuten in Beziehungen trat, wohl sonst Bebel sagte: wenn er die Wahl zwischen dem Stürmen und sich nur in Märchendichtungen ausmalte. Die Sage vom empfinden, als Schamgefühl? Der Schwächlichste unter dem langsamen Borwärtsgehen habe, dann wähle er das Erstere. " Tischlein deck dich," vom zauberhaften Heckrubel ist heut ihnen der Trunkenbold aus dem Rschanowschen Hause, Nun, ich muß dem Genossen Bebel sagen: Bei den heutigen zur Wirklichkeit geworden. den sie einen Faulenzer nennen, ist hundertmal arbeit- leicht die Röpfe einrennen. Ich bin der Meinung, eine Partei, arbeit- militärischen Verhältnissen könnten wir uns bei dem Stürmen Die„ Glücklichen dieser Erde" befinden sich in einer samer, als ich; seine Bilanz, d. h. das Verhältniß dessen, die bei den letzten Wahlen eine und eine halbe Million Stimmen Lage, die sie nicht nur von dem natürlichen Gesetz der was er von den Menschen nimmt, zu dem, was er ihnen hatte, die sich bei den nächsten Wahlen verdoppeln dürften, hat Arbeit zum Zwecke der Lebenserhaltung befreit, sondern giebt, steht tausendmal günstiger, als meine Bilanz, wenn die Verpflichtung, auf ruhigem, gefeßlichem und parlamentarischem ihnen auch die Möglichkeit giebt, ohne Arbeit alle Güter ich berechne, was ich ihnen gebe und nehme. Wege vorzugehen. Es ist nun gesagt worden: ich wolle die Partei zu einer Reformpartei machen. Bebel sagte: die Partet des Lebens genießen und den Beutel mit dem Heckrubel Und diesen Menschen will ich helfen! Ich will den würde mit dieser Tattit einer Bersumpfung entgegengeführt an ihre Kinder, oder wen sie sonst wollen, weiterzugeben. Armen helfe! Aber wer ist denn im Grunde genommen werden. Ja, da muß ich doch die Berliner Jungen" in Schuh Ich sehe, daß die menschlichen Arbeitsprodukte immer der Armee? Aermer als ich kann doch kein Mensch sein. nehmen. Wenn Bebel einen solchen Borwurf erhebt, dann muß mehr und mehr aus den Händen der arbeitenden Volks- Ich bin ein entkräfteter, zu nichts tauglicher Parasit, der er sich auch gefallen laffen, daß ihm die Berliner Jungen" denselben Vorwurf machen. Ich nehme den Berliner Jungen" masse in die Hände der Nichtarbeitenden übergehen, daß nur in ganz exklusiven Verhältnissen zu existiren vermag, ihre gegen mich gerichteten Angriffe nicht übel. Was ein: Berdie Pyramide des gesellschaftlichen Gebäudes gleichsam der nur dann leben kann, wenn Tausende von Menschen liner Bersammlung in der Nacht um 12 Uhr beschließt, darf auf den Kopf gestellt wird, so daß die Steine des Fun- sich abmühen, um sein Leben, das doch niemandem von man nicht so tragisch nehmen.( Heiterkeit.) Ich muß aber den daments nach oben kommen, und daß die Schnelligkeit, Nußen ist, zu erhalten. Und ich, die Blattlaus, die am Genossen Bebel auf Karl Marx verweisen. Was sagte dieser? „ Die Wiedergeburt des englischen Proletariats geht Hand in mit welcher diese Umwälzung vor sich geht, sich in geome Laube des Baumes frißt, ich will dem Wuchs und der Hand mit der englischer Fabrikatte." Wenn man mir Vertrischem Verhältniß vergrößert. Ich sehe, daß etwas Gesundheit dieses Baumes aufhelfen, ich will den Baum sumpfung vorwirft, dann gebührt Marx derselbe Vorwurf. Aehnliches geschieht, wie wenn in einem Ameisenhaufen furiren! Es wird immer gesagt: das was ich anstrebe, könnte dazu das lebendige Gefühl der Gemeinschaft, des alle zwingen- Ich bringe mein ganzes Leben in folgender Weise führen, daß wir unsere Endziele aufgäben. Ich bin der Meinung: je mehr wir auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung den Gesezes den einzelnen Ameisen verloren ginge und zu: ich esse, spreche und höre; esse, schreibe und lese, erreichen, desto schneller gelangen wir zu unseren Endzielen. nun ein Theil der Ameisen die Produkte der Arbeit vom d. h. wiederum spreche und höre; esse, spiele, effe, Ich habe vor Uebereilung gewarnt und ein langfames BorGrunde des Haufens nach seinem Gipfel schleppte, wie spreche und höre wieder, effe und lege mich schlafen; gehen empfohlen, weil ich nicht will, daß wir bei einem zu wenn sie die Grundlage des Haufens verengerten und und so geht es einen Tag wie den andern. Ich kann schnellen Vorgehen einen Rückschlag erleiden, der unsere Be wegung auf lange Zeit hinaus zurückwerfen würde. seinen Gipfel verbreiterten, und dadurch auch alle übrigen und verstehe nichts Anderes. Und damit ich das thun neuerer Zeit sind die Prophezeiungen in der Partei Mode geAmeisen veranlaßten, vom Grunde des Haufens nach fann, müssen vom Morgen bis zum Abend der Haus- worden. Von der einen Seite wird prophezeit, daß unsere Endseinem Gipfel überzusiedeln. Ich sehe, daß die Menschen knecht, der Bauer, die Köchin, der Koch, der Lakei, der ziele im Jahre 1898 verwirklicht werden dürften, Andere meinen: statt des Ideals eines arbeitsamen Lebens sich das Ideal Kutscher, die Wäscherin arbeiten, nicht zu reden von den die Verwirklichung unserer Ziele dürfte schon im Jahre 1893 erfolgen, Andere meinen wieder, das könnte schon 1892 geschehen. des Beutels mit dem Heckrubel erwählt haben. Arbeiten anderer Menschen, welche nothwendig sind, da( Heiterkeit.) Diese Prophezeiungen refu'tiren aus dem AusDie Reichen, und darunter auch ich, suchen sich durch mit diese Kutscher, Köche, Lakaien u. s. w. die nöthigen spruch:" Die Verwirklichung unserer Ziele dürfte sich vielleicht allerhand Kniffe diesen Heckrubel zu verschaffen und ziehen, Werkzeuge und Geräthe haben, deren sie sich bedienen, schneller vollziehen, als wir uns träumen lassen. Der nächste um sich seiner Segnungen zu erfreuen, in die Stadt, in wenn sie für mich arbeiten die Beile, Fässer, Bürsten, Strieg, der nicht mehr fern iſt, ſagt Bebel, wird zu einem allgemeinen Bankerott der bürgerlichen Gesellschaft führen, dann welcher nichts produzirt und alles verschlungen wird. Geschirre, Möbel. ferner das Wachs, die Wichse, das kommt der große Kladderadatsch und wir werden im Stande sein, Und der arme arbeitende Mensch, der deshalb geplündert Petroleum, das Heu, das Holz das Rindfleisch. Und die bürgerliche Gesellschaft abzulösen und unsere Endziele zu worden ist, damit der Reiche den Heckrubel habe, eilt alle diese Menschen müssen den ganzen Tag, und Tag verwirklichen. Ich komme dabei auf die auswärtige Politik. diesem nach in die Stadt und verlegt sich dort gleichfalls für Tag schwer arbeiten, damit ich sprechen, effen und Man hat mich ja einen patriotischen Mann genannt. Allein auf allerhand Kniffe, um sich entweder selbst eine Stellung schlafen kann. Und ich, dieses erbärmliche Geschöpf, bezeichnet, der, wenn es zum Striege tommen sollte, als erster zu schaffen, die ihm gestattet, wenig zu arbeiten und viel hatte mir eingebildet, daß ich andern Menschen helfen zu genießen, indem er dadurch seinerseits auf die übrige fönne denselben Menschen, die mich füttern und er Masse der Arbeitenden drückt oder, nachdem er eine halten! solche Stellung nicht erlangt hat, zu Grunde zu gehen Nicht darüber kann man sich wundern, daß ich und in die mit ungewöhnlicher Schnelligkeit anwachsende niemandem helfen konnte, und daß ich Scham empfunden " Seit Fahnenträger der Regierung gegen den auswärtigen Feind fámpfen würde.( Werner: Sehr richtig!) Ich will gleich von bornherein erklären, daß ich den Standpunkt Bebel's in der auswärtigen Politik theile.( Aha! der Opposition.) Auch ich bedaure, daß durch den Dreibund die Kriegsgefahr im Wachsen begriffen ist. Allein ich bin der Meinung, daß wir Alles auf Sonntag. Es werden Anträge von untergeordneter Bedeutung verMontag. Vormittag. Redner erinnert an die zubieten haben, was geeignet ist, einen Krieg zu verhindern. Ausführungen Vollmar's, betreffs seines empfohlenen Vorgehens| Bebel die Wahl Werner's hintertreiben wollte. Zur Sache selbst Ich will die Schrecknisse nicht ausmalen, die ein Steg Rußlands durchaus nicht einverstanden erklären. Wenn die Partei in der habe ich zu bemerken, daß ich auch gegen das viele Parlamentiren über Deutschland bringen könnte, und sich bin überzeugt, wenn Weise vorgehen würde, wie Vollmar empfiehlt, dann verleugnet bin. Ich bestreite, daß die Reichstagsreden bis in den Wahldas deutsche Vaterland von einem auswärtigen Feind ange- fte ihren revolutionären Charakter und dann ist die Partei nicht kreis Teltow- Beeskow- Storkow schallen.( Gelächter.) Die Abgriffen würde, dann wären die deutschen Sozialdemokraten nicht mehr das, was sie sein soll.( Rufe: Sehr richtig!) Ich leugne geordneten sollten lieber ihre Reden vor den Arbeitern auf dem die letzten, die Alles aufbieten würden, um den Feind zu schlagen. nicht, daß wir auf dem Wege des Parlamentarismus kleine Er- Lande halten, dann werden ste ersprießlicher für die PartetIch bin der Meinung, wir dürfen nicht mit Träumen rechnen, folge für die Arbeiter erringen können. Wir können uns der- Interessen wirken. Daß Sie Werner ausschließen wollen, kann wir können uns nicht danach richten, wenn ein Erdbeben im artig kleine Abschlagzahlungen auf unserm Vormarsch wohl ge- ich absolut nicht billigen. Kalender verzeichnet ist, wenn ein Schäfer Thomas eine Prophe- fallen lassen, das darf uns aber in unserm Vormarsch nicht einen zetung macht, sondern wir können nur mit natürlichen Ver- Augenblick aufhalten. Wir dürfen niemals auch nur einen Augenhältnissen rechnen. Ich muß bemerken: eine solche Prophezeiung, blick unsere Endziele aus dem Auge lassen. Alle unsere Thätigwie sie von Bebel aufgestellt worden ist, ist geradezu gefährlich. feit muß in erster Reihe darauf gerichtet sein, die Köpfe zu revo- handelt. Die Massen werden selbstverständlich sagen: wenn der Tag so lutioniren. Ich bin der Meinung, daß, wenn wir einmal in so nahe ist, wo wir unsere Endziele erreichen werden, wozu wollen großer Zahl in den Reichstag einziehen sollten, daß wir in demwir noch uns mit der kleinlichen Agitation wie die Erreichung felben die Majorität hätten, die herrschenden Klassen das allgemeine Grillenbergers Mittheilung hin, das Flugblatt sei mit der Die Preßkommission der„ Volkstribüne" erklärt, daß ste auf des Achtstundentages befassen. Wahlrecht einfach aufheben würden. Deshalb muß unsere ganze Bolks- Tribüne" versandt worden, eine Untersuchung veranstaltet Eigenthümlich ist es, daß man nur mit Siegen rechnet und Thätigkeit eine propagandistische, ich wiederhole es, eine auf die habe. Der Expedient behaupte nun, aus eigener Initiative tein gar nicht eine Niederlage ins Auge faßt. Und was ein Steg Revolutionirung der Massen gerichtete sein.( Beifall.) Rußlands über Deutschland für die Arbeiter bedeuten würde, Liebknecht: Wildberger flammert sich an meine Broschüre Flugblatt versandt zu haben. Nur auf ausdrücklichen Wunsch diese Schrecknisse will ich gar nicht ausmalen. Die„ Berliner von 1869. Unter gleichen Verhältnissen würde ich dieselbe Rede und Bestellung von Genossen habe er einige Flugblätter verBoltstribüne", die mich des Chauvinismus bezichtet," schreibt: noch heute halten, dieselbe Broschüre noch heute schreiben. Die fandt. Zum Beweis, daß solche Bestellungen eingelaufen, tönnen dabei nur gewinnen und deshalb wünschen wir, daß der ich auf dem Proteststandpunkt gegen die Neuschaffung auf Gewalt mit der Berliner Opposition ist die Auseinandersetzung mit Es kann uns gar nichts angenehmer sein, als ein Krieg, wir Lage hat sich aber seit 69 vollständig verändert. Damals stand find drei Postkarten eingefügt. Richard Fischer- Berlin: Viel wichtiger als die Diskussion Krieg so schnell als möglich kommt." Ja, wenn man auf diesem boden, den Norddeutschen Bund. Sein prorisorischer Charakter Bolmar. Theilt die Partei Vollmars Anschauungen, dann Standpunkte steht, dann dann ist es auch nothwendig, der Re- lag auf der Hand. Das Deutsche Reich, das an seine Stelle ge- muß aus unserem Programm das Wort: sozialdemokratische gierung die Mittel zur Striegführung zu bewilligen, denn mit treten, zeigt Festigkeit und zwingt uns, innerhalb des Rahmens Arbeiterpartei gestrichen und durch: deutsche Arbeiterpartet erBappenstielen können doch die Russen nicht geschlagen werden. der gegebenen Verhältnisse zu bleiben. Der strenge Proteſtſtand ſetzt werden.( Beifall.) Dann muß der Standpunkt, den die ( Heiterkeit.) Die Bemerkung der„ Volfstribüne" paẞt wenig zu ist nur in provisorischen Zeiten möglich, sonst ermüdet er. der Forderung: Abschaffung aller Kriege. Die Volkstribüne" Ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich ruhig in die Ecke Rongreffe in St. Gallen und Halle zur Sozialreform bezw. den erinnert mich an Bittor Hugo, der auch den Frieben wollte, er stellen und auf ihre Thätigkeit verzichten. Der Kampfplatz muß fog. praktischen Forderungen" eingenommen, aufgegeben werden. Vollmar will die Reform um threr selbst willen. Wir wollte aber noch einen Krieg führen gegen Deutschland. genommen werden, wie er geboten wird. Kopfloſe Thorheit wäre wollen sie, um die Arbeiterklasse zum Entscheidungskampf zu ( Seiterkeit.) Ich bin der Meinung, daß ein Strieg für die Arbeiter es, die gegebenen Waffen zu verachten. So wenig ich jemals stärken. Für uns ist sie Mittel zum Zwed, für Vollmar SelbstBewegung von den unheilvollsten Folgen wäre und kann mich meinen Standpunkt verändert habe in prinzipieller Beziehung, der Ansicht keineswegs anschließen, daß der nächste Krieg der so wenig nehme ich Anstand in jedem Augenblick meine Tattit med und Hauptsache. Seine Anschauungen können schließlich letzte sein würde. Deshalb haben wir alles aufzubieten, was nach den Verhältnissen zu ändern. Einen schlimmen Dienst hätte auch von Bennigsen getheilt werden. geeignet ist, den Strieg zu vermeiden, oder soweit als möglich ich meiner Partei erwiesen, wenn ich an der im Jahre 69 freilich Bennigsen'sche Rede bei Erlaß des Sozialistengesetzes, in welcher er auch für eine entfernte Zukunft die Möglichkeit sozialistischer hinauszuschieben. Man scheint ganz vergessen zu haben, daß richtigen Taktik festgehalten hätte.( Beifall.) der Brüsseler Kongreß dieselbe Ansicht ausgesprochen hat. Ich Was den Parlamentarismus betrifft, so sind wir alle der Gesellschaftsordnung zugab. Bollmar will das Schwergewicht zukünftigen Kriege erhofft, nur ein Phantom ist, und ich bin der Reichstag, sondern außerhalb des Reichstags zu verlegen ist. würde an Stelle der Herrschaft der Partei die Mandatsherrschaft, kann nicht umhin, zu behaupten, daß das, was Bebel von dem Ansicht, daß der Schwerpunkt unserer Thätigkeit nicht in den der Parteithätigkeit nicht in die Agitation, sondern ins Parlalament, ins Barlamentiren verlegen.( Zustimmung.) Das Meinung, es ist gut, das dies so ist. Eine voreilige Verwirt- iegt in unseren bisherigen geringen Erfolgen eine Verurtheilung die Abgeordnetendiktatur setzen.( Beifall.) Deshalb muß der lichung unserer Biele ohne festen Untergrund wäre aufs höchste des Parlamentarismus, wie wir ihn auffaffen? Die Schuld liegt zu beklagen. Es wäre dies nichts weiter als eine Wiedergeburt nicht an ihm, sondern daran, daß wir im Lande noch nicht die Parteitag klar und entschieden Stellung nehmen. Das Amender Pariser Kommune mit allen ihren Verkehrtheiten und Rück- Macht haben. Hätten wir sie, so würden wir die Klinke der dement Dertel ist frei von jeder persönlichen Spize. Aber was schlägen. Ich bin am Ende meiner Ausführungen und wieder- Gesetzgebung erfassen und ebenso günstige Resultate für uns mit nüßen uns alle schönen Programme, wenn nicht klar konstatirt hole, ich habe keineswegs eine neue Taktik empfohlen, ich will ihr erzielen, wie die herrschende Klasse für sich. Freilich können wird, in welchem Geiste die Programme den Massen gegenüber vertreten werden sollen.( Beifall.) Wir kennen als Partet keine blos, daß die auf dem vorjährigen Parteitage beschlossene Taktik auf dem Wege der Gesetzgebung nicht alle Fragen gelöst werden, Politik der freien Hand. Diskussionen innerhalb der Bartet tonsequent durchgeführt werde. Ich bin der Meinung, die Hin- aber man zeige mir doch einen anderen! überleitnug der alten in die neue Welt kann sich nicht sprung- Nun zu Vollmar. Er sagt, Bebel und Liebknecht haben nach außen hin aber ist jeder verpflichtet, für die Haltung einweise durch ein elementares Ereigniß, sondern kann sich nur daffelbe gesagt. Der große Unterschied ist nur, daß es sich bei fich fügt, oder nicht, berühre ich garnicht, ste ist selbstverständlich. zutreten, welche der Kongreß feststellt. Die Frage, ob Vollmar langsam, in natürlicher Entwickelung vollziehen. Diesen Um- uns um ein paar gelegentliche Aeußerungen handelt, bet ihm Wohin tämen wir denn, wenn Abgeordnete das Recht hätten, stand müssen wir im Auge behalten und danach haben wir unsere aber um eine neue Methode, um eine neue Taktik. Solch ge- an die Entscheidung der Wähler gegen den Beschluß des ParteiWildberger- Berlin verliest zunächst eine Reihe von Aus- Ertlärung: Ideal und Wirklichkeit stoßen sich eben im politischen hat sich der Abgeordnete, wer es immer set, zu fügen. Sonst sprüchen Liebknechts, die letzterer im Jahre 1869 gethan, mal ein wenig zu weit nach rechts, ein andermal ein wenig zu und Barnellismus einzuführen!( Beifall.) Leben. Da ist die Möglichkeit leicht vorhanden, daß man ein- wäre der Weg geebnet, in unsere Partei den Boulangismus tiren mit den herrschenden Klassen, als Berrath an der Arbeiter rechts gehenden Aeußerungen von uns im Plenum will Bollmar Bremsern wählen, so bin ich bei den ersteren.( Beifall.) Die Arbeiter- weit nach links geräth. Aus ein paar scheinbar zu weit nach Liebknecht: Müßte ich zwischen den Stürmern und klasse bezeichnet wird. Aehnliche Aussprüche habe Liebknecht eine neue Taktik machen. noch 1876 gethan und diese Reden sogar in Broschürenform erscheinen lassen, heute werde jedoch an dieser parlamentarischen Er spricht vom neuen Kurse. Wo ist er? Das Sozialisten- Stürmer können uns nie so viel schaden, wie die Bremser. Komödie theilgenommen und die Anträge so eingerichtet, daß sie gesetz ist fallen gelaffen, weil die Regierung erkannt hat, daß es aber Bollmar will nicht bremsen, er will die Parteilokomotive auf einen neuen Strang bringen. Die Situation hat sich verauch von den gegnerischen Parteien unterschrieben werden können. Haß und Verachtung gegen die heutigen Zustände erregt. Bebel habe sich, im Hinblick auf die Einführung des rauchlosen wo wir ausgleiten müssen!( Zustimmung.) Mit Scheingüte sucht man uns auf einen Boden zu locken, aufgiebt, daß er zwar für die Bebelsche Resolution, aber aus rückt. Vollmar hat erklärt, daß er seinen Standpunkt nicht Bulvers, für die Bewilligung dunkler Uniformen erklärt u. s. w. Die Bartei gehe in der That einer Verflachung und Versumpfung geändert. Gerade bei der Sozialreform stellt sich heraus, daß Wege offen: Entweder erklärte: Was ich will, ist eine neue Nur die Form, in der die Regierung uns bekämpft, hat sich Dertel eine Nothwendigkeit geworden. anderen Motiven stimmen würde. Dadurch ist das Amendement Vollmar standen zwei entgegen, es werde der Befehl gegeben, bei Stichwahlen zwischen Bas soziale Königthum" Schaum ist; unfähig den Klassenstaat Taktik, was ich sagte, war ein Pronunziamento.( Beifall.) Konservativen und Freifinnigen für letztere zu stimmen; der Beschluß des Pariser Kongresses betreffs ber 1. Maifeier wurde bei zu überwinden. Wir hüpfen nicht auf die Leimruthe, zu denken: Oder er erklärte: meine Aeußerungen sind misverstanden worden: Seite geschoben, im„ Wähler" set das Verlangen der Berliner, Ach, die Regierung meint es so gut mit uns. Meinen wir es ich will keine neue Tatik. Er hat das letztere nicht gethan und an der Feier des 1. Mai festzuhalten, verhöhnt worden u. s. w. auch mit der Regierung gut!( Lebhafter Beifall.) Auch auf dem Gebiete der auswärtigen Politik hat man eine andere Taktik eingeschlagen. Der Standpunkt Vollmars werde von Bebel, Liebknecht, Auer und anderen Abgeordneten gelheilt. Der Redner zitirt die verschiedenen Aeußerungen der genannten Abgeordneten im Reichstage. Er verfpreche sich auch keinerlei Das muß sachlich scharf, ohne persönliche Spitze ausgeErfolge von einem Kriege, im Gegentheil, nach einem Kriege sprochen werden. Wollen wir die Alten bleiben, wollen wir werde die Knechtung nur noch größer werden. Er sehe ebenfalls in einem Kriege ein großes Unglück für die Arbeiter. DesOertel beantragt in Absatz 6 der Bebel'schen Resolution bleiben, was wir sind, so sind wir hierzu verpflichtet. Vollmar hat zwar gesagt: Ja, ich habe ja gar keine neue halb haben wir auch keine Veranlassung, bei einem Striege unsere nach den Worten" immer das ganze und letzte Ziel der Partei Taktik empfohlen, habe ja nur ausgesprochen, was der Bebel, Haut zu Markte zu tragen. Mit der Volkstribüne bin ich im Auge haben", einzuschalten: feineswegs einverstanden. Sie werden es nicht leugnen können, Standpunkt, den Bollmar in seinen zwei Münchener Reden am Busammenhang gerissene Aeußerungen beweisen nichts, und wir was der Liebknecht, der Auer auch gesagt haben. " Der Parteitag erklärt hierbei ausdrücklich, daß er den Stützen, auf die er sich stützen wollte, verlassen thn. daß die Begeisterung bei den Arbeitern stark im Schwinden bedaß die Begeisterung bei den Arbeitern stark im Schwinden be- 1. Juni und 6. Juli d. J. in Bezug auf die nächsten Aufgaben erklären ausdrücklich, wir wollen keine neue Taktik für die griffen ist.( Unruhe). Die Genossen im Lande verurtheilen das 1. viele Parlamentiren und können sich nicht zu dem Glauben der Sozialdemokratie und die einzuschlagende neue Taktik ein- Partet. versteigen, daß auf dem Wege des Parlamentarismus die soziale genommen hat, nicht theilt." Auerbach: Man erzählt viel von revolutionärer Taktik, Werner: Ich muß bekennen, daß ich seit den letzten Wahlen aber man übt sie nicht aus. Frage gelöst werden kann. Die Revolution wird im Reichstage Das ist ein kolossaler Unterschied. abgeschworen und so wird die Sozialdemokratie immer mehr meine Ansicht über den Parlamentarismus etwas geändert habe. Man hat uns die scharfen Ausdrücke übel genommen, z. B. Reformpartet. Ich bin keineswegs gegen den Parlamentarismus,( Hört, hört!) Liebknecht sagte heute: er habe seinen früheren ich will blos nicht, daß die früher beobachtete Taktik betreffs des Standpunkt betreffs Taktik geändert, weil die Verhältnisse andere daß die gegenwärtige Tattit die Partei ruinire. Nun hat Fischer Herr Fischer vom Parteivorstand denselben Ausdruck Parlamentarismus innegehalten und daß die Massen nicht zu geworden seien. Nun, am 21. April 1891 ſagte Liebknecht im Bollmar gegenüber gebraucht. Man giebt die Gefahr zu, die dem Glauben verleitet werden, auf dem Wege des Parlamen- Reichstage zu den Vertretern der herrschenden Klassen:" Seit tarismus fet die soziale Frage zu lösen. Ich weiß nun, daß 1878 haben Sie nichts weiter gethan, als die Diktatur des von Bollmars Taktik droht, und man goß doch Kübel aus über Ste ja jedenfalls meine Ausschließung beschließen werden, ich Kapitalismus geübt." und Bebel rief den Bundesrathsmit uns, die wir diese Gefahr signalisirten. Im Augenblick der Geztehe es aber vor, schon jetzt meinen Austritt aus der Partei gliedern zu: Sie sind blos die Kommis des Kapitals". Wenn fahr tippt man nicht an die Glocke, sondern läutet die Sturmman aber eine solche Ansicht hat, wie kann man es rechtfertigen, glocke. Wir haben die Sturmglocke geläutet.( Heiterkeit.) Liebknecht deutet an, daß er zur Berliner Opposition überRedner wendet sich nun den 14 Punkten des Flugblatts zu. daß man der Krone noch Vertrauen entgegenbringt? Ich be " Der revolutionäre Geist wird seitens einiger Führer syste- baupte, daß die Partei eine Opportunitätspartei geworden ist. gehen könne. In ein bis zwei Jahren wird es vielleicht wirklich matisch ertödtet." Beweis: Die Bollmarsche Rede, Aeußerungen( Widerspruch.) Die Haltung, die die Fraktion zu der Sonntags so weit sein.( Heiterkeit.) Bebels und Liebknechts im Reichstage zum Militäretat und das ruhe, zum Achtstundentag und zur Feier des 1. Mai einNachmittag. Berhalten des Abg. Heine. genommen, ist Opportunitätspolitik. Ebenso ist es Opportunitäts- Vollmar: Werthe Genossen! Ich bin bei meiner vorDie geübte Dittatur erstickt jedes demokratische Fühlen und politik, wenn man die Errichtung von Arbeiterkammern fordert, gestrigen Rede davon ausgegangen, mich nicht in ein WiederaufDenken." Beweis: Die terroristische Erklrung der Fraktion im ohne zu verlangen, daß die Kammern ausschließlich aus Arbeit wärmen aller Einzelheiten des unerquicklichen Streites der Jahre 1884 im Sozialdemokrat", daß das Partetorgan nicht nehmern bestehen. Wenn man schon einmal eine derartige letzten Monate einzulassen. Es war mir um die Sache zu thun, gegen die Fraktion Stellung nehmen dürfe; Verhalten der Opportunitätspolitik treiben will, dann halte ich den Standpunkt und ich habe alle Anspielungen persönlicher Art bei Sette ge Fraktion bei der Maifeier; ihre Stellung zur Frage der Stich- des Abg. v. Vollmar für den konsequenteren. Es ist bekannt, laffen. Leider geschah dies von Anderen nicht. Ich appellitte wahl trotz des St. Gallener Kongreßbeschlußes. daß der Abg. Bebel immer mehr chauvinistisch wird.( Gelächter.) nicht an das Gefühl, sondern an die Intelligenz der Genossen, wonach der Parlamentarismus als eine Komödie, als ein Pakzu erklären. Tattit, so würden wir in den Opportunismus gerathen und eine Theilte die Partei den Frrthum Bollmar's in der Frage der ehrlichen und unehrlichen Heißsporne mit allen ihren Angriffen Partei des Regierungs- Sozialismus werden. Dann hätten die recht, dann wäre die Partei verflacht. Nachmittag. Pflicht, wenn sie nicht dem Ruin entgegen gehen will, auf das deshalb liegt es im Lebensinteresse der Partei, ist es ihre höchste nistische, soziale Reformpartei, in eine sozialistische nationalliberale Entschiedenste den Versuch zurückzuweisen, fie in eine opportu Partei umzuwandeln.( Lebhafter Beifall.) Aber die Aus dem " Die ganze Bewegung ist verflacht und zur puren Reform- Sie find vielleicht anderer Meinung. Ich halte es für Ich versuchte die Debatte an höhere Gesichtspunkte zu fesseln. partet fleinbürgerlicher Richtung herabgesunken." Beweis eine chauvinistisch, wenn man sich bereit erklärt, für die Nenuniformi- Leider haben einzelne Redner die ganze Angelegenheit zu einem Rede Bocks im Reichstage bei der Vorlage auf Prüfung der rung der Armee die Gelder zu bewilligen. Die Konsequenz er Wortstreit zu machen gesucht. Sehen und hören ist eine schwere Gewehrläufe, in welcher er für Schutz der Kleingewerbtreibenden fordert es, daß Bebel auch die Mittel für die Festungs- und Kunst, zumal wenn einmal das Stück Staatsanwalt, das in plädirte. Eine Rede Heines bei der Zuckersteuer. Stadthagens Safernenbauten bewilligt. Herrn v. Bollmar habe ich zu be- jedem Einzelnen steckt, wach geworden ist. Namen will ich nicht Rede in der letzten Session, in welcher er Staatssubvention für merken, daß, wenn die Berliner Jungen" Einfluß auf die Hal- nennen. Aber ein erstaunlicher Scharfsinn ist angewendet die Fischer Helgolands verlangte. Der 10, 9- und 8 stündige tung der Berliner Volkstribüne" hätten, der von ihm angeführte worden, um mir schwerwiegende Absichten gegen die Interessen Arbeitstag im Arbeiterschutzgesetzentwurf eine Rücksichtnahme Artikel bezüglich des Krieges nicht aufgenommen worden wäre. und die Tattit der Partei unterzuschieben. " auf die andern Parteien. Man rechnete mit der Möglichkeit. Bebel sagte gestern: wenn wir Gewalt anwendeten, dann würde Zunächst einige Einzelheiten! Einige Redner haben so geRedner verlangt nicht, wie behauptet ist, mehr Thätigkeit der man uns wie Spazen niederschießen. Ist es denn nicht möglich, than, als wenn ich in meinen Reden den prinzipielen StandFrattion, sondern entweder absolute Negation jeder parlamen- daß sich die Sache auf anderem Wege vollziehen wird? Vielleicht punkt völlig außer Acht gelassen hätte. tarischen Thätigkeit, oder eine streng prinzipielle Haltung im verden die gewerkschaftlichen Verbände einmal der bürgerlichen Das hat man fertig gebracht, indem man meine Broschüre Reichstag. Verwerflich ist es, in dem bisherigen Tempo zu be- Gesellschaft Halt gebieten. Wenn diese Möglichkeit aber vorliegt, mit dem Rothstift durchging und die einzelnen aus dem harren. Es muß beschleunigt werden, damit einmal die dann muß doch dahin gestrebt werden, daß der Partei nur solche Zusammenhang gerissenen Stücke als Beweismaterial gegen erbarmungswürdige Lage des Volkes von Grund aus gebessert Genossen angehören, die die Prinzipien voll und ganz begriffen mich verwendete. werde. Tazu ist es unnöthig, ja vielleicht unmöglich, eine Ma- haben. Wenn in dieser Weise eine lange Broschüre zerpflückt wird, jorität des Volkes zu gewinnen, es ist vielmehr, wie die Geschichte Mieleny Johannisthal bei Berlin: Ich gehöre nicht zur so bin ich gezwungen, so leid mir das Lesen thut, Ihnen die lehrt, auch einer zielbewußten Minorität möglich, den Sieg zu Opposition, aber ich muß bekennen, als ich gestern die verschiede Kehrseite der Medaille zu zeigen. erringen. Ich habe stets das Beste gewollt. Einer Ausschließung, nen Abgeordneten sprechen hörte, da fragte ich mich: Geht es Redner zitirt Stellen aus seinec" Münchener Rede, von die sie wohl mit mir vorhaben, werde ich den Austritt aus der denn auf dem Parteitag immer so zu? Mir kam es vor, als denen er annimmt, daß sie das Gegentheil von dem beweisen, Partei vorziehen. ständen wir nicht vor einem sozialdemokratischen Parteitag, sondern was seine Gegner damit bewiesen zu haben glauben. Wo steht Abg. Singer: Da ich nur 10 Minuten Zeit habe, so will vor einem Inquisitionsgericht.( Stürmisches Oho!) Die Oppo- ein Wort davon, daß ich den Arbeiterschutz für die Hauptsache ich auf die Rede Wildberger's jetzt nicht eingehen, sondern mich fition in Berlin hat erst dann einen so gereizten Charakter an- halte? Wo ein Wort davon, daß die Prinzipien verleugnet und blos mit Vollmar beschäftigen. Das Gebiet der hohen Politit genommen, als dieselbe in der bekannten Berliner Versammlung unsere Waffen aus der Hand gelegt werden sollen? Stets habe will ich dabei auch nicht berühren. Ich kann mich nur mit den bet Lips niedergeschrieen wurde. Tadeln muß ich es auch, daß ich betont, daß es sich nur um ein Daneben handelt. materiellen Sinne von mir worden. Gegenüber den speziellen Beschuldigungen in dem angezogenen Flugblatte der Opposition stellt die Kommission nach gründlicher Untersuchung fest: 1. Es ist nicht wahr, daß der revolutionäre Geist seitens einzelner Führer systematisch ertödtet wird. 2. Es ist nicht wahr, daß in der Partei eine Diktatur geübt wird. 3. Es ist nicht wahr, daß die ganze Bewegung verflacht und die Sozialdemokratie zur puren Reformpartet Kleinbürgerlicher Richtung herabgesunken ist. 4. Es ist nicht wahr, daß die Revolution von der Tribüne des Reichstags feierlich abgeschworen wurde. Soweit Ich will das Programm genau so in die Massen gebracht| ist dagegen der größte Pessimist, da er die Endziele in nebelhaben, wie Ste. Aber neben dem bleibenden großen Programm hafter Ferne liegen steht. Wir tönnen Vollmar nicht beipflichten, wünsche ich ein Arbeitsprogramm. Das Wort Aktionsprogramm wenn er sagt: immer ruhig und langsam, das Ziel liegt noch hat besonders zu Mißverständnissen geführt, zu der Annahme, fern, wir haben Zeit. Nein, wir wollen schnell, so schnell als als handele es sich um ein zweites Programm. Es handelt sich möglich vorwärts gehen, damit wir so schnell als möglich zum einfach nur um Forderungen, deren Durchsetzung augenblicklich Biele kommen. Wir betrachten die nächstltegenden Forderungen sehr nothwendig und auch möglich ist. als Nebensache, die Endziele als Hauptsache, nicht umgekehrt, Liebknecht führt wiederum das Wort an: Meine Gedanken wie Vollmar es betont hat. Wir erstreben die nächstliegenden führten zur Bersumpfung oder sogar in den Regierungsfozialis- Forderungen nur, um so schnell als möglich zum Ziele zu ge mus, ein Wort, das geeignet oder bestimmt ist, mich hier in langen. Ich kann nicht umhin, auszusprechen: durch die Taftit deit schlimmsten Verdacht zu bringen. Vollmar's würden wir nicht blos einer Versumpfung anheimBisher habe ich immer gedacht, die Sozialdemokratie sei kein fallen, nein noch mehr, die Partei würde korrumpirt, ruinirt Hirngespinnst, sondern das Produkt der materiellen Verhältnisse. werden, sie würde geradezu ins nationalliberale Fahrwasser ge- 5. Es geschah bis heute nichts, um den Vorwurf zu Die ganze Theorie ist darauf hinaus, den Nachweis zu liefern, rathen. Und was würde geschehen, wenn wir der von Vollmar rechtfertigen, daß versucht worden wäre, den Ausgleich daß die Erreichung des Endziels durchaus nicht gehindert wird empfohlenen Taktik Folge leisteten? Wenn die Delegirten nach zwischen Proletarier und Bourgeois herbetzuführen. durch die Erreichung von Reformen. Der Normalarbeitstag Hause kämen, dann würde unter den Mandatgebern eine offene Alle weiteren Anschuldigungen in dem Flugblatte der wirkt viel revolutionärer als die schönste Rede. Ich wünschte, Rebellion entstehen und ich wäre der Erste, der sich an die Opposition, speziell die unter Biffer 6-18 Seite 24 der vom wir hätten recht bald die Versumpfung des Normalarbeitstages. Spitze dieser Rebellion stellen würde, darauf könnt Ihr Euch Parteivorstande herausgegebenen Broschüre,„ Die Anschuldigungen Man hat schließlich gefagt, es feien weniger Einzelheiten in verlassen. Und deshalb muß ich Euch bitten, den Antrag Dertel der Berliner Opposition", erachtet die Sommission durch die Bemeiner Rede, als der Ton, der bedenklich sei. Der Ton, das in namentlicher Abstimmung anzunehmmen. Daß hierin eine schlüsse des Parteitags gelegentlich der Berathung über Punkt heißt das Unanfaßbare, das nicht zu Beweisende. Damit kommen persönliche Spize gegen Vollmar liegt, kann ich durchaus nicht 2 a und b der Tagesordnung widerlegt. Sie zu dem schönsten Tendenzprozeß gegen mich, zugeben. Allein wir dürfen keinen Zweifel darüber lassen, daß Bon Entsagung habe ich nie gesprochen. Fast scheint es, die Taktik, die wir seit 25 Jahren verfolgt und der wir im erklärt, daß er auf dem Boden des Flugblattes stehe und die Herr Wildberger hat früher und hier auf dem Parteitage man mache es mir zum Vorwurf, ich rathe zur Besonnenheit. Wesentlichen unsere Erfolge verdanken, keine andere geworden darin enthaltenen Anschuldigungen aufrecht erhalte, Beweise derNoch nie ist eine Partet, ja noch nie ein Mann durch zu viel ist oder werden soll. Wir sind schon deshalb genöthigt, zu der selben hat er jedoch in keiner Richtung hin zu bringen vermocht, Besonnenheit zu Grunde gegangen. Die Mahnung war noth von Vollmar empfohlenen Tattit Stellung zu nehmen, da be- trop erfolgter Aufforderung aber sich geweigert, die verläumde wendig gerade der Entwickelung der Verhältnisse und den Berliner kanntlich heute Auerbach im Namen der Opposition erklärte: rischen Lügen und Anschuldigungen zu widerrufen. Drängern und Stürmern gegenüber. wir verfolgen in Wirklichkeit die von Vollmar empfohlene Tattit. Wildberger für seine Beschuldigungen gegen die Fraktion sich auf Auch das Wort„ Selbstbeschränkung" ist mir zum Vorwurf Wir sind auch im Weiteren zu der Annahme des Oertel'schen angebliche Mittheilungen einzelner Abgeordneter berufen hat, gemacht worden. Antrages genöthigt, damit die Angriffe der Opposition endlich hat die Kommission festgestellt, daß er private Mittheilungen Selbstkritik und Selbstbeschränkung geben erst die Freiheit. einmal aufhören, damit nicht etwa, wie Auerbach prophezeit hat, tendenziös entstellt und zum Zwecke verleumderischer VerdächtiSte schaden dem Politiker nichts. Im Allgemeinen richteten sich auf dem nächsten Parteitag Schulze, Müller oder Cohn gungen der Fraktion vermischt mit von ihm erfundenen Lügen meine Worte gegen das allzu leichte Absprechen über alle mög- Opposition macht.( Heiterkeit.) Bollmar sagt: es ist ein Phantom, in die Oeffentlichkeit brachte. lichen Dinge, wie es sich in unserer Parteipresse zuweilen findet. wenn behauptet wird, die Verwirklichung unserer Endziele liege Das Wort Selbstbeschränkung ist im moralischen, nicht im nicht mehr so fern. Num, die bürgerlichen Klassen sind selbst Grund der dort gegen ihn vorgebrachten Thatsachen zu dem Herr Werner, über den bereits der Parteitag in Halle auf ganz allgemein angewendet der Meinung, daß wir immer mehr einer Katastrophe entgegenFür alle diese merkwürdigen Aus- und Unter- steuern. Und wenn wir uns die bürgerlichen Revolutionen ins Resultate kam, daß der äußere Anschein nothwendig zur Anlegungen finde ich nur eine Erklärung: Die Mehrzahl der Gedächtniß zurückrufen, dann braucht man kein Schäfer Thomas nahme führe, daß Werner nicht würdig sei, unserer Partei als Redner hier war nicht im Stande, meine Rede von der zu sein, wenn man die Ansicht ausspricht: Die Verwirklichung Genosse anzugehören" und dessen Ausschließung aus der Partet Lawine, zu der sie durch die Presse, hauptsächlich durch die unserer Ziele liegt vielleicht nicht mehr fern. Der Redner wendet, nur unterblieb, weil die damit eingesetzte Kommission annahm, Gegner, angewachsen ist, zu trennen. fich alsdann zur auswärtigen Politik und bemerkt, daß er sich bie Tragweite seiner Handlungsweise in Bezug auf die Wahrung „ daß Werner weder das Taktgefühl, noch die Fähigkeit befizt, Man hat ja herausgefunden, daß ich eine nagelneue niemals für den Krieg erklärt, daß er im Gegentheil stets ein der Interessen der Partet abzuwägen", hat durch neue HandFriedensbündniß mit Frankreich als nothwendig betont und geIch erkläre, daß mir das nicht eingefallen ist. Nun sagt habe: die Arbeiter sind ebenso gut Deutsche wie die Mit- lungen bewiesen, daß er der damals gegen ihn geübten Rückwird gesagt: Wenn ich nichts neues empfohlen habe, dann glieder der Herrschenden Klassen und würden, im Falle eines fichtnahme unwürdig set. Für dieses Urtheil zeugt, von allem auch nicht nöthig gewesen, meine Rede mit Angriffstrieges seitens Rußlands, nicht die letzten sein, die in Andern abgesehen, die Thatsache, daß Werner trotz seiner in soviel Lärm in die Welt zu schleudern. Nun, daß meine Rede diefem Striege ihre Pflicht thun würden, da ein Steg Rußlands Halle gemachten Zusage: fich den Beschlüssen des Partettages fobtel Aufhebens gemacht, war feineswegs meine Schuld. Hätte über Deutschland die Vernichtung aller Kultur und ein Zurück zu fügen und die Streitart zu begraben" sein die Partet im ich ein Pronunziamiento beabsichtigt, dann wäre es mir ein werfen der sozialistischen Bewegung auf lange Zeit hinaus her: Werner formell nie zum Inhalt des Flugblattes bekannt, durch höchsten Grade schädigendes Treiben fortsette. Zwar hat sich leichtes gewesen, dies herbeizuführen. Was mich wundert, ist, beiführen würde. Ich bin am Ende meiner Rede, so schloß daß, obwohl ich keinen Sturm beabsichtigte, sondern nur in Bebel, und ersuche, bei der Abstimmung über den Antrag sein ganzes Auftreten aber in den verschiedenen Versammlungen, ruhigster und fachlichster Weise meine Ansichten zur Debatte ge- Dertel, entweder mit einem ehrlichen Ja oder mit einem ehrlichen sowie auf dem Parteitage bewiesen, daß er die in dem Flugblatte ſtellt habe, mir Regierungsfozialismus, n lliberaler Reform- Nein zu antworten. Ich verlange das umsomehr, da Sie am erhobenen Anschuldigungen theilt, nur nicht den Muth hatte, fozialismus vorgeworfen wird, der die Absicht hat, die Bartei vergangenen Sonnabend den Ausführungen Vollmar's einen für dieselben mit seiner Person einzutreten. Die Kommission zu ruiniren, zur Versumpfung zu bringen u. f. m. Ja, wenn größeren Beifall gezollt haben, als ich erwartet hatte. Ich be- bat die Ueberzeugung gewonnen, daß Werners Taktik dahingeht, man einen Mann, der innerhalb der Partet nicht ganz unbekannt baure die ausgesprochene Drohung des Genossen Vollmar, ich seine Anschuldigungen stets in hypothetische Form zu kleiden, tſt, wegen einer kleinen abweichenden Meinung gleich des erkläre aber wiederholt, irgend eine persönliche Spitze gegen ihn wodurch er seine verleumderischen Zwecke zu erreichen hofft, ohne schwersten Verbrechens in der Partei zeiht, dann muß ich doch liegt in dem Oertel'schen Antrage nicht.( Lebhafter Beifall.) Safür persönlich haftbar zu sein. Getreu dieser seiner Taktik hat fragen: wo bleibt da die so oft betonte freie Meinungsfreiheit? Bon Ehrhardt( Ludwigshafen) wurde folgender Antrag die Bertretung der Sache seiner Gesinnungsgenossen von der Werner dem Parteitag das Schauspiel geboten, daß, obwohl er ( Rufe: Sehr richtig!) Was der Partei noth thut, ist: die einzelnen gestellt:„ Nachdem sich Genosse Vollmar ohne jede Einschränkung Opposition übernommen hatte, im entscheidenden Moment die Genossen zu selbstständigem Denken zu erziehen. Ich halte es im für die vom Genossen Bebel und anderen Rednern entwickelten Solidarität mit seinen Genossen verleugnete und seine Person Interesse der Partei für dringend nothwendig, selbstständige Denker, Ansichten bezüglich der Beibehaltung der bisherigen Parteiselbstständige Charaktere zu erziehen. Es ist nicht zu leugnen, die Partei Tattit ausgesprochen hat, erklärt der Parteitag den Antrag vor den Folgen der gemeinsamen Handlungen zu salviren suchte. hat seit den letzten zehn Jahren große Fortschritte gemacht, allein Dertel für erledigt und geht über denselben zur Tagesordnung mit der freien Meinungsäußerung steht es noch etwas sehr flau über." Der Aufforderung, zu beweisen oder zu widerrufen, ist Oertel( Nürnberg): Wenn Genosse Vollmar die Eraus. Ich muß sagen: nichts hat auf mich einen deprimirenderen klärung abgiebt, daß er mit der Resolution Ehrhardt's einver- Werner weder nach der einen, noch anderen Richtung nachEindruck gemacht, als im vergangenen Jahre kurz vor dem standen ist, ziehe ich meinen Antrag zurück. Abg. v. Vollmar: gekommen. balleschen Parteitag das Verhalten der Berliner Jungen." Soweit auf dem vorliegenden Gebiete sachlich vorgegangen wird, Aus vorstehend entwickelten Gründen schlägt deshalb die Dr. Bruno Wille spricht vor einer Versammlung von 5000 Ber- erkläre ich mein volles Einverständniß. Oevirgegangen Dann ziehe sonen und es wird ihm zugejubelt, acht Tage später spricht ich meinen Antrag zurück. Trotzdem wird die Abstimmung Der Parteitag wolle beschlossen, Wilhelm Werner und Karl Bebel vor einer von 6000 Personen besuchten Berliner Versamm über den Antrag Ehrhart für nothwendig erachtet, und dieser Wildberger aus der Partei auszuschließen. lung und es wird ihm ebenfalls zugejubelt. Aehnlich ist es in sowohl, als auch die von Bebel am Freitag Abend beantragte, Lamprecht in einer Versammlung gleichfalls erklärt, auf dem Außerdem haben Redakteur R. Baginski und Hausdiener Magdeburg geweſen. Und nun könnte ich zur Resolution. Es bereits mitgetheilte Resolution einstimmig angenommen. ist selbstverständlich, daß ich der Bebelschen Resolution zustimme, Dem Bureau ist eine schriftliche Erklärung zugegangen: Boden des Flugblattes zu stehen; der Partettag möge beschließen, denn ich stehe vollständig auf dem sozialdemokratischen Programm. Die unterzeichneten Mitglieder der Opposition, bisher zur Weit- die beiden zum Widerruf aufzufordern, andernfalls sie nicht Daß die Delegirten des Parteitages derselben Ansicht sind, geht arbeit an den Aufgaben des Parteitages durch den Auftrag ihrer mehr als Parteigenossen zu betrachten seien. doch auch daraus hervor, daß Sie mich in die Kommission Wähler verpflichtet, erklären: angesichts der allen demokratischen Stimmen folgender Delegirten bei: Mielenz, Ungering, Gumpel, Diesem Urtheil tritt der Parteitag mit allen gegen die für die Borberathung des Programm- Entwurfes gewählt haben. Grundsätzen widersprechenden, geradezu empörenden Bekämpfung Niederauer, Tur, Frau Ihrer, Frau Rohrlad, Mittag, Jeup, Was ich will, ist, daß die nächſtliegenden Forderungen in von Differenzeu seitens der Vorstandsmitglieder Auer, Bebel Taktik empfohlen habe. Kommission vor: Die 21er Kommission hat einen Programmentwurf ausschärfſter Weise betont werden und daß Alles aufgeboten wird, und Fischer auf die Zugehörigkeit zu dieser sozialdemokratischen Schmalfeld, Schröder. um diese Forderungen zur Verwirklichung zu führen. Dies Bartei zu verzichten. Auerbach. Bäthge. Schulze. Werner. gearbeitet, den wir an anderer Stelle bringen. Berfahren ist doch aber auch mit der Einbringung des Arbeiter- Wildberger." schutz- Gesezentwurfes von der Gesammtpartei beobachtet worden. Es find wohl bereits verschiedene Meinungsverschiedenheiten in бет Dienstag. " der Bartei hervorgetreten, aber noch niemals hat man davon der Berliner Voltstribüne" verlesen, in dem sich dieselbe Es wird zunächst ein eingegangener Brief von der Redaktion ein solches Aufheben gemacht, wie von meinen Reden. Es ist gefagt worden: ich wolle mich an die Aussprüche anderer Partei- gegen den Vorwurf Vollmars verwahrt, daß sie den Krieg herbeisehne. genoffen anflammern. Ich muß dazu erklären, daß ich mich an ntemanden, und stände er geistig noch so hoch, anklammere. Ich der Antrag eingegangen:„ Da sich herausgestellt, daß der BorVon dem Abg. Schulje- Königsberg und Genossen ist folgentrete selbst für mich ein. Es ist gesagt worden, wenn der Dertel'sche Antrag nicht zur Annahme gelange, dann würde das wärts" von den met ten Genossen nicht gehalten werden kann, eine Zustimmung für mich bedeuten. Ich kann die Richtigkeit die übrigen Parteiblätter in Deutschland aber einen mehr oder dieser Ansicht durchaus nicht einsehen. Ich bin der Meinung: weniger lokalen Charakter tragen und daher eine allgemein bedie ganze Streitfrage ist aus der Welt geschafft, sobald wir die friedigende Uebersicht der Parteiverhältnisse nicht geben fönnen, Resolution Bebel's annehmen. Der Antrag Dertel ist eine per- beantragen die Königsberger Genossen:„ Die Beschaffung eines sönliche Spize gegen mich und ich muß erklären: Sollte der einmal wöchentlich erscheinenden Organs," das neben dem„ VorDertel'sche Antrag angenommen werden, dann habe ich den wärts" in gedrängter Kürze eine Uebersicht über alle politischen Boden in der Partei verloren und zum letzten Male auf einem und wirthschaftlichen Fragen des In- und Auslandes, sowie Sozialdemokratischen Partettage gesprochen. Ich habe meinen über die Arbeiterbewegung aller Kulturstaaten bringt, unter Befachlichen Standpunkt nunmehr flar gelegt, sollte aber weiter rücksichtigung statistischen Materials". Die„ Berl. Boltstribüne die Spitze gegen mich gewendet werden, dann erkläre ich, daß befriedige die Genossen nicht mehr. Der Antrag veranlaßt eine tch die Möglichkeit an der weiteren Mitarbeit verloren habe. sehr lange, lebhafte Debatte, wobei der Abg. Singer bemerkt, ( Lebhafter Beifall.) daß es sich vielleicht empfehlen dürfte, ähnlich dem in der vorAbg. Bebel: Das, was Werner und Wildberger der Namen ein solches wöchentlich einmal erscheinendes Blatt heraussozialistischen Zeit erschienenen Sozialdemokrat" unter gleichem Fraktion zum Vorwurf gemacht, haben dieselben, als sie bei den zugeben. Der Antrag wird jedoch schließlich abgelehnt. Bahlen 1890 fandidirten, selbst mehrfach als nothwendig betont. " Das ganze Unglück set blos gewesen, daß Werner und Wild- handelt. Außerdem werden noch andere nebensächliche Anträge verberger bei den Wahlen durchgefallen seien. Das set aber doch nicht Schuld der Partei. Bollmar hat allerdings mehrfach betont, daß das Ziel nicht aus den Augen verloren werden dürfe, allein er stellt das Ziel als ein nebelhaftes, als ein in grauer Ferne liegendes hin und verlangt deshalb: alle unsere Mittel, alle unsere Sträfte auf Verwirklichung der nächstliegenden Ziele zu verwenden. Selten hat jemand seinen Standpunkt so voll ständig geändert, wie Bollmar. Früher war Bollmar radital, letzt ist er Patriot und Optimist. Wenn jemand die Fühlung mit der Masse verliert, so ist solche Sinnesänderung leicht mög lich, und wenn jemand in angenehmen wirthschaftlichen Verh iltnissen lebt, so ist er wohl dem Gedanken zugänglich: Langsam, es eilt nicht." Der Satte hat eben Zeit. Mittwoch. Vormittag. Die Neunertommission erklärt: Die Erklärung der Opposition gab der Kommission Beran laffung, zunächst über die Frage zu entscheiden, ob trotz derselben in eine Untersuchung der von einem Theil der Unterzeichner erhobenen Verdächtigungen, Beschuldigungen und Anklagen gegen die Parteileitung, die Reichstagsfraktion und die Parteitaftit, wie solche in mehreren Reden und in dem bekannten Flugblatte der Becliner Opposition ihren Ausdruck fanden, einzutreten jei. Diese Frage wurde einstimmig bejaht. Einstimmig: Nein! Unter Zugrundelegung der Beschuldigungen beantwortet die Wenn wir aber der Kommission die nachstehenden Fragen wie folgt: bon Bollmar empfohlenen Taktik folgen wollten, dann sind wir Frage 1. Sind Beweise für die Anschuldigungen erbracht, etne Opportunitätspartei im vollsten Sinne des Wortes, dann daß der Parteivorstand und die Fraktion die Partei systematisch hören wir auf, eine revolutionäre Partei zu sein, dann verlassen torrumpirt und zur Versumpfung gebracht habe? wir den Boden des Klassenkampfes. Allerdings, hätte Bollmar bon vornherein so gesprochen wie heute, dann wäre der Antrag Frage 2. Sind Beweise dafür erbracht, daß der Partei Dertel nicht nöthig gewesen. Allein die Reden Voll.nars von vorstand Parteigelder nach Gunit an Schmaroßer und Shveif1. und 6. Juni, die ich im Uebrigen nicht blos gelesen, sondern wedler gegeben habe? studirt habe, und die Rede Vollmars vom vergangenen Sonnabend unterscheiden sich wesentlich von der heute Abend von ihm Vollmar nennt mich einen Optimisten, weil ich lage: unsere Endziele liegen vielleicht nicht mehr fern. Vollmar gehaltenen. Einstimmig: Nein! Frage 3. Sind Beweise dafür erbracht, oaß die Bacteileitung die wichtigsten Partei- Interessen vernachlässigt hat? Einstimmig: Nein!" Liebknecht: Der Entwurf der Neuen Zeit" wurde zur Grundlage der Verhandlungen der 21er- Kommission gemacht, die schließlich zur vollsten Einhelligkeit gelangte. Bon folgenden Grundsägen ging die Kommission im Allgemeinen aus. Die Sprache des Programms muß klar und verständlich, anfechtbar sein. seine Fassung turz und korrekt, sein Inhalt nicht wissenschaftlich Ein Programm darf weder ein Manifest noch ein Kommentar sein. Die Agitation hat den Kommentar zu liefern. Aber doch muß im Programm so viel gesagt werden, daß das, was es ausspricht, auch verständlich ist. Fremdwörter wurden zu vermeiden gesucht, wo es ohne Schaden für wissenschaftliche Präziston anging. Worte wie Kapitalismus, Sozialismus lassen sich nicht ins Deutsche übersezen. Arbeitsmittel ist ein weit weniger umfassender Begriff als Produktionsmittel. Auch das Wort Monopol mußte im Programm belassen werden. In vier Sizungen suchte die Kommission thre Aufgabe zu lösen. Auch in ihren Verhandlungen war von einem prinzipiellen die Grundlage, aber der Entwurf, den Ihnen die Kommission Gegensatze nichts zu finden. Der Entwurf der„ Neuen Zeit" bot vorlegt, wäre wohl ziemlich dasselbe geworden, was er geworden ist, wenn der Entwurf des Vorstandes den Berathungen zu Grunde gelegt worden wäre. Wir haben den Entwurf schließlich einstimmig angenommen. Das beweist, in welchem Grade Gleichheit des Dentens und der Auffassung in der Partei herrscht, wie vollständig unmöglich es ist, daß die Spaltungen, auf welche die Gegner hoffen, eintreten. Einige Bemerkungen über den allgemeinen Theil schicke ich der Besprechung der einzelnen Programmpunkte voraus. Daß der Lassalle'sche Vorschlag gefallen ist, war selbstverständlich nach der Art und Weise, wie der Wille der Partei schon in Halle hierüber zum Ausdruck tam Ebeso steht es mit dem ehernen Lohngesetz. Wohl wurde Sier und da der Versuch gemacht, das, was unter„ ehernem Lohngesetz" verstanden wurde, in schärferer Formulirung in das Programm hineinzubringen. Aber der Inhalt des„ ehernen Lohngesetzes", die Lehre von der Pcoletarisirung der Massen, der Enteignung der Arbeiter durch die Besitzer der Arbeitsmittel, ist ja im ganzen Programm ausgedrückt, und zieht sich wie ein rother Faden durch Basselbe. Auch das Wort von der„ einen reaktionären Masse" ist fallen gelassen. Es hat als Stichwort im Verlauf des politischen Rampjes ja gute Dienste geleistet, aber der wissenschaftlichen Be trachtung hält es nicht Stand. Erstens giebt es Interessengegensäge innerhalb der herrschenden Klasse; andererseits ist das Wort„ reaktionär" tautschukartig. Deshalb gehört der Ausdruck| nicht in ein wissenschaftliches Programm. Auch der gleiche Arbeitsertrag" ist aufgegeben; er ist mit dem gesellschaftlichen Charakter der Arbeit unvereinbar, Redner verweist auf die Mary'sche Kritik dieses Ausdrucks. Von der kapitalistischen, nicht von der privatkapitalistischen Produktion spricht der Entwurf. Auch der Klassenstatt betreibt die Ausbeutung ebenso wie der Private. Wetter ist der inkorrekte Ausdruck: Großkapitalismus abgelehnt worden, der von einigen Seiten vorgeschlagen war. Stapitalismus ist eben Kapitalismus. Daß er immer intensiver in der Ausbeutung wird, liegt im Wesen der kapitalistischen Produktionsweise. Das Wort„ Staat" fehlt in allen Entwürfen. Die bürgerliche Gesellschaft benutzt jede Form des Staates, die sie hat, zur Ausbeutung. Die Frage ist nun die, wie die Form, welche die Gesellschaft nach Fall des Klassenstaates sich giebt, genannt werden soll. Ob sie sich Staat nennen wird, oder nicht, halte ich für einen Wortstreit. An und für sich bedeutet das Wort„ Staat" ja nur eine geordnete Gesellschaft, ein geordnetes Gemeinwesen. Aber der Ausdruck„ Staat" mußte doch im Programm bei Seite gelaffen werden, weil die Formulirung des Begriffes streitig ist und weil wir es zweitens gegenwärtig mit dem Staat der bürgerlichen Gesellschaft zu thun haben. Redner geht nun dazu über, den Gedankengang des ersten Theiles des Programm- Entwurfs Flar zu legen. Der Gedanke, der uns leitete, ist der: festzustellen, in welchen Ursachen die gesellschaftlichen Zustände wurzeln. Feststellen wollten wir den Verlauf des wirthschaftlichen Prozesses, die Nothwendigkeit des Klaffenkampfes und die Thatsache, daß, so lange die bisherige Gesellschaft besteht, auch das System der Ausbeutung und Unterdrückung bestehen bleiben muß. Diese Entwicklung mußte im Programm dargestellt werden. Die Bewegung vollzieht[ fich auf dem Boden des Klaffen Es mußte dargestellt werden, wie die Mittelschichten immer mehr kampfes. Man hat mein Wort vom Hineinwachsen der bürgerlichen verschwinden. Die ganze bürgerliche Geschichte ist die Geschichte Gesellschaft in die sozialistische vielfach angegriffen. Anders, als der Expropriation in Permanenz!( Beifall.) Fromme Wünsche ändern nichts an diesem Prozeß. Alle indem wir wachsen, kommen wir nicht in den Sozialismus Kritiker an der Gesellschaft, welche thre Grundlagen beibehalten hinein. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß wir nichts thun und nur die sogenannten Auswüchse beseitigen wollen, find sollten, daß die Menschen ein Spielzeug des Schicksals seien. Utopisten. Alle diese Auswüchse sind nichts als die logischen Wir müssen die Entwicklung machen. Folgen der ganzen Gesellschaftsgrundlage. Durch die Betonung dieses Gesichtspunktes kennzeichnet sich die Sozialdemokratie als revolutionäre Partei. Aue anderen Parteien stehen auf dem Boden des Privateigenthums an den Produktionsmitteln. Der Klassenkampf ist der Boden. Aber wir schaffen keine neue Klaffe. Im Augenblick, wo wir fiegen, ist nur noch die Menschheit, sind nur noch die Gleichberechtigten vorhanden. Mit dem Eigenthum an Produktionsmitteln hört die Ausbeutung und der Klassengegensatz auf. Die Internationalität haben wir scharf betont und deutlicher formulirt, als es früher der Fall war. Die Internationalität ist uns nicht nur eine schöne Phrase, wir sind auch entſchloſſen, die Konsequenzen zu ziehen. Deshalb kennen wir kein Paktiren, kein Kompromisseln. Zwischen uns und den anderen Parteien ist eine breite Kluft, die nur von drüben her übersprungen werden kann und über Unsere Aufgabe kann es nicht sein, den Arbeitern das sprungen wird, denn wie viele unserer Gegner schleudert auch die ökonomische Entwicklung ins Proletariat. Gaukelbild eines Zukunftsstaates auszumalen und ihren Blick Nur die Aufhebung der ganzen heutigen Produktionsweise dadurch zu hypnotifiren, wir müssen die Arbeiter aufklären über vermag allem Elend ein Ende zu bereiten. Wer das nicht die Natur der heutigen Gesellschaft, ihnen zeigen, was nöthig deutlich betont, geräth auf den Weg der Kompromisse, der Kon- ist, um das Ziel zu erreichen, und wie die bürgerliche Gesellschaft zeffionen an andere Parteien, geräth in den Glauben an die selbst die Mittel zu ihrer Vernichtung schafft. Heilkraft kleinbürgerlicher Sälbchen. Er verläßt den revolutio- Redner geht dann über zu den Forderungen an den heutigen nären Boden der Partei und die schönsten Phrasen helfen ihm Staat. Wir wollen nicht nur unser Zieil im Auge haben, nicht an der Frage vorbei: Gehörst Du noch zu uns oder gehörst sondern alle Mittel, die zu ihm führen, benutzen, wir kämpfen Du nicht mehr zu uns? tagaus, tagein, um unsere Anschauungen in allen Kreisen zu Der Klassenstaat kann sein Wesen nicht aufgeben, und deshalb verbreiten; wir legen die Hände nicht in den Schooß und bleibt der Traum eines sozialen König- oder Kaiserthums ein warten nicht thatenlos ab. Vielmehr stellen wir Forderungen Traum. Die Gesellschaft läßt sich eben nicht in frühere Formen auf, mögen fie in Erfüllung gehen im heutigen Staate oder nicht. Redner verbreitet sich ausführlich über die einzelnen zurückdrängen. Punkte. Die heutigen Gesellschaftszustände, an denen sie schließlich Die Ursache der Trennung der Gesellschaft in zwei feindliche selbst zu Grunde gehen muß. Indem die kapitalistische ProTheile liegt in der Trennung der Arbeiter von den Produktions- duktion ihre Machtmittel ins Riesenhafte steigert, schafft sie ihre mitteln, die in den Besitz Einzelner übergegangen find. Diese eigenen Todtengräber. Wir erkennen, daß der ökonomische BeScheidung vollzieht sich nicht plötzlich; fie ist historischer Vorgang. wegungsprozeß zur sozialistischen Gesellschaft führt. Weil die Mit der Konzentration des Kapitals und der Steigerung der sozialistische Gesellschaft eine Nothwendigkeit ist, fordern wir die Produktivkräfte wächst auch die Intensität der Ausbeutung und Arbeiter auf, sich unter dem Banner des Sozialismus zu schaapolitischen Unterdrückung. ren!( Lebhafter Beifall.) Berliner Arbeiterbibliothek. Sammlung sozialpolitischer Flugschriften. Herausgegeben von Max Schippel. II. Serie. Heft 1: Ist der Sozialismus mit der menschlichen Natur vereinbar? Don Paul Kampffmeyer. 28 Seiten. Preis 10 Pfg. 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