Berliner Volks- Tribüne " = Sozial- Politisches Wochenblatt. Die Berliner Dolks Tribüne" erscheint jeden Sonnabend früh. bonnementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando( frei in's Haus). Einzelne Nummer 15 Of. Durch jede Post- Anstalt Deutschlands zu beziehen.( Preis viertelj. 1 mr. 50 Pf.) No. 48. Politische Notizen. Gedicht. Novelle.- Die Demokratie in der Schweiz und die Arbeiterbewegung. Sozialismus und RevoSozialismus und RevoDeutscher lution. Reichstag. Mackay's ,, Anarchismus“. Politische Notizen. Redaktion und Expedition: SO.( 26), Elifabeth- Ufer 55. Ausgabe für Spediteure: ,, Bolksblatt", Beuthstr. 3. Inserate werden die 4 spaltige Petitzeile oder deren Raum mit 20 Pf. berechnet. Vereins- Anzeigen: 15 Pf.- Arbeitsmarkt: 10 pf. Inseraten- Annahme in der Expedition: Elisabeth- Ufer 55 Die ,, Berl. Volks- Cribüne" ist unter Nr. 893 der Zeitungs- Preisliste eingetragen Sonnabend, den 28. November 1891. Daten: V. Jahrgang. Solche Proben„ harmloser Leutseligkeit des berichten die Zeitungen mit großem Eifer: Wie ist doch die Zeitung interessant Für unser liebes Vaterland!" Zum Buchdruckerstreik giebt ein Aufruf folgende Die größte Arbeit wartet nicht des Staates, sondern der hängen, mit dem sein Adjutant nun natürlich vergeblich" Aus Frankreich.- Ungelegte Gesellschaft. Am allerehesten sollen sich die Streise, welche in ihren hantirte. Familientraditionen einen festen Halt gewahrt haben, den verEier. Der Kampf um die Börse. führerischen Lockungen der Zeit entziehen. Sie sollen bedenken, daß Kaisers" nichts mehr anwidert, als Familienstolz und Jobberfinn ver bunden zu sehen. Manche unserer Adelsfamilien haben diese unnatürliche Ehe in ihrem Verbande persönlich verkörpert." Welche Schmach, die Herren, welche am lautesten gegen die entfittlichende Wirkung des Börsenspiels zu Felde ziehen, schließlich selbst unter denen zu finden, die dort den Tanz um das „ Der Kampf um den Neunstundentag ist auf der ganzen goldene Kalb aufführen. Hier ist manches faul, am schlimmsten Linie entbrannt. Der geeinten Gehilfenschaft steht die durch das aber ist die Indolenz des Theiles, der vielleicht am ehesten be- gesammte Unternehmerthum gestützte Prinzipalität gegenüber, rufen ist, unserer Gesellschaft gesundes Leben einzuimpfen. Von wodurch der Sieg für uns selbstverständlich erschwert wird. Das russische Weizenausfuhrverbot ist nunmehr er nur schwer zum Verständnisse seiner Beit gelangt ist, wir Arbeitszeit bewilligt erhalten, 12 000 Kollegen haben jedoch jeher hat sich der Adel den Vorwurf gefallen lassen müssen, daß Wohl haben etwa 5000 unserer Mitglieder die Verkürzung der auch erlassen, und der Ring der Maßregeln gegen haben ein Beispiel am Adel Frankreichs. Um so schwerer hat er weiter zu ringen. Unsere Gegner schaffen unter Borspiegelung Deutschland geschlossen. stets sein laisser passer büßen- müssen. Wird er in unseren kolossaler Löhne aus aller Herren Länder Arbeitskräfte nach Welchen Einfluß das Verbot auf den deutschen Tagen seine Stellung verstehen? Oder wird er die Zeichen einer Deutschland, die jedoch in technischer Beziehung den AnforderunKonsum von russischem Weizen ausüben dürfte, vermag es einen ernsten Entschluß, ein Brechen mit Sitte und Gewohn- tragen, den Stampf in die Länge zu ziehen. Dieser Riesenkampf furchtbar ernsten Zeit müffig und naiv anstaunen? Hier gift gen auch nicht annähernd genügen, immerhin aber dazu beiman aus nachstehenden Zahlen zu erfahren. Deutschlands heit, die unbewußt durch die Strömung der Zeit aus ihrer verschlingt natürlich auch ungeheure Summen( wöchentlich über Einfuhr von Weizen in den freien Verkehr umfaßte in graden Richtung verdrängt worden sind. Die Sucht, mehr zu 200 000 tart), aber der zweifellose Sieg unserer Idee ist wohl 1886 sein, als man ist, den Schwerpunkt des Lebens in den äußeren diese Opfer werth und dann steht die gesammte Arbeiterschaft 273 279 Schein zu verlegen, hat weite Streise auch unserer ersten Ge- hinter uns, bereit, uns mit allen Mitteln zu unterstüßen. Den 39 899 sellschaft ergriffen. Man mag das mit dem großen wirtschaft- Unternehmern kommt der Ausstand bedeutend theurer zu Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre wurden Berhältnisse sind es nicht, wenn eine Reihe von Familien lichen Aufschwung der letzten zwanzig Jahre erklären gesunde stehen. Das Unternehmerthum rechnet bei diesem umfangreichen jährlich eingeführt 475 906 Tonnen. An der Einfuhr waren Rußland und Desterreich- Ungarn in folgender Weise betheiligt. Rußland führte bei uns ein: Tonnen Werth 1000 M. 1890 1889 1888 1887 672 344 516 887 339 767 547 255 75 389 48 926 77 710 1890 1889 1888 375 997 301 246 153 996 42 777 22 176 1887 255 892 36 337 1886 141 818 20 706 Tonnen Werth 1000 M. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre 245 789 Tonnen pro Jahr. Desterreich- llngarn führte in den gleichen Jahren in Deutschland ein: Tonnen Werth 1000 M. 1890 111 172 1889 1888 1887 134 442 120 581 104 430 20 435 17 364 14 829 mäßiger Begüterung monatelang die Hauptstadt und ihre kost- Streit auf das baldige Schwinden unserer Mittel und hofft bei spieligen Gesellschaften besucht bis das Vermögen verbraucht ungenügender Unterstützung auf den Abfall einzelner Sträfte. ist. Jeder, der Einblick in diese Verhältnisse besitzt, wird mit Da kann es aber noch lange warten. Beispielen nicht in Verlegenheit kommen. Auch wird er manchen Die allgemeine Situation ist befriedigend, der Geist der jungen Majoratsherren kennen, der in Berlin das verbringt, was Kollegen ein guter. Auch die geschäftliche Lage berechtigt zu den seine Väter gespart haben, und manchen, der es ihm nachthut, besten Hoffnungen; schon seit Wochen sind die Arbeiten zurückohne die Mittel zu besitzen. Wer anders hat Vorteil davon, als gehalten worden bezw. konnten sie nicht in Angriff genommen der Jobber?" werden, die mit der Tagung des Parlaments verbundenen Arbeiten kommen hinzu, außerdem erfordert das herannahende Weihnachtsfest vermehrte Kräfte Sache der Gehilfenschaft als aufichtsvoll erscheinen lassen. alles Momente, welche die In Sachsen wurde bekanntlich das Sozialistengesetz am rücksichtslosesten durchgeführt, und nach seinem Fall ist denn auch hier das Bestreben am eifrighten, einen Ersay" zu finden. Wie das gemacht wird, führt die Sächs. Arbeiterztg." aus in einem Artikel„ Ein neues Sozialistengesetz in Sachsen": Nugen thuts natürlich nichts, und amüsirt bloß die liberalen Blötter, welche ihre Bußpredigten raffinirter 1886 einrichten. Sehr gut charaftrisirt die ganze Bande das Bairische Vaterland": 43 898 6 409 Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre 102 904 Tonnen jährlich. Der durchschnittliche Antheil Ruß lands an der Versorgung Deutschlands mit Weizen stellt sich demnach auf fast 52 pCt., der Desterreich)-Ungarns wird " Daß die letzten Wochen mit ihren Enthüllungen über den Schwindel, den Lurus, die Genußsucht und die gewissenlose Gewinnsucht in den besitzenden Klassen Wasser auf die Mühle der Sozialdemokraten sind, ist auch dem blödesten Auge klar. Es ir denn auch wacker in den Blättern aller Richtungen gepredigt; die" Post" enthält heute sogar hintereinander zwei Ar- Der verflossene Nostiz- Wallwitz hatte als Andenken auf nur etwa 22 pŒt. Die Zufuhr amerikanischen titel, in denen unter Hinweis auf die Sozialdemokratie nament Weizens erreichte in dem erwähnten Zeitraum einen sehr lich die oberen Behntausend ermahnt werden, in sittlicher Selbst- an sich die bekannte Verfügung hinterlassen, daß Abfleinen Umfang, sie umfaßte im Jahre 1890 nur zucht mit gutem Beispiele voranzugehen. Daß die Ermahnungen haltungen von Tellersammlungen polizeilich genehmigt 51 988 Tonnen, in 1889 2411, in 1888 2181, in 1887 irgendetwas helfen werden, ist nicht anzunehmen. Wie lange sein müßten, und daß die Kolportage von Büchern und 51 988 Tonnen, in 1889 2411, in 1888 2181, in 1887 wird nun schon aus Angst vor den Mächten des Umsturzes Schriften in Versammlungen verboten sei. Es wurde und 1886 54 067 und 16 680 Tonnen. praktisches Christenthum gepredigt? Wollen wir ehrlich sein und " ist die Heuchelei, mit der man die Schuld von dem Einen auf " Der Reichsetat für nächstes Jahr schließt mit uns keinen optimistischen Träumereien hingeben, so müssen wir eine gerichtliche Entscheidung provozirt, über welche wir über 1222 Millionen Einnahmen und Ausgaben für lagen, daß es nichts genügt hat, und auch wohl nichts nügen dem Blatt folgendes entnehmen.: wird, bis der große Kladderadatsch hereinbricht, für den Diejenigen" Diese Entscheidung liegt uns nunmehr vor und sie tst Reichszwecke ab. Von den Ausgaben sind 991 Millionen am meisten arbeiten, über die er die größten Trümmer häufen es, die uns zu dem Ausspruch veranlaßt: In Sachsen giebt.es dauernde, 72 Millionen einmalige im ordentlichen und wird. Das Widerwärtigste an den Sittenpredigern der Presse nach wie vor einen ausnahmegesetzlichen Zustand! 159 Millionen im außerordentlichen Etat. Davon er den Andern zu werfen sucht. Die sogen. Börsen- und Juden- über das Stolportageverbot, so war betreffs des Verbots der Sehen wir heute ab von der Betrachtung des Urtheils fordert das Reichsheer 427 514 161 Mt., die Marine presse vermerkt es mit Vorliebe, daß der Adel und die Beamten- Geldsammlungen über zweierlei zu entscheiden: 1. Ist die Ver46 Millionen; dazu kommen aber noch 102 Millionen welt so eifrig und blind dem Gewinne nachjagen. Die konser- ordnung eine rechtsgiltige? 2. It ihre Anwendung auf den fürs Herr und 32 Millionen für die Marine an außer- vative Presse entrüstet sich darob und schimpft auf die Juden, vorliegenden Fall als statthaft anzusehen? Das Oberlandes ordentlichen Ausgaben, mehr um 78, resp. 32 Millionen die Adel und Beamte um ihr Geld betrügen. Die Meisten gericht hat die Rechtsgiltigkeit der Verordnung festgestellt. Zwar gegen das Vorjahr!- Unter den Einnahmen figuriren Unklugheit des Publikums" zu eifern, als ob dieses immer aber es bedürfe einer besonderen Begründung überhaupt benutzen den Krach, um gegen die Spielsucht, die Habgier und sei die Begründung derselben mit der Armenordnung unhaltbar, die Zölle und Verbrauchssteuern mit 603 833 960 Mt., daran Schuld sei, daß es von den Schwindlern betrogen wurde; nicht, denn die Befugniß zum Erlaß solcherlei Verordmehr 25 Mill., die Matrifilarbeiträge von den einzelnen die Anderen fallen über die Juden und die Banquiers her, als nungen liege innerhalb des Kompetenzbereiches der Staaten mit 321 511 838 wt., die außerordentlichen ob diese das Publikum" hätten betrügen können, wenn dieses Verwaltungsbehörden. vorsichtiger gewesen wäre." Stimmt! Das Publikum leidet Wenn das Oberlandesgericht keine Bedenken hat, den ver Deckungsmittel"( Reichspump) mit 158 958 822 Mart, eben am inneren Juden, am Judengeist, den es in sich auf waltungsrechtlichen Standpunkt in angegebener Weise zu be mehr 67 127 994 Mt. Von dem neuen Reichspump von genommen hat. stimmen, so erlauben wir uns diese Bedenken im höchsten Grade 152 Millionen sollen über 146 Millionen für die Armee, In den Zeitungen finden sich noch Gerüchte, daß zu hegen. Auf die Art, wie das Oberlandesgericht verfährt, die Marine und die Reichseisenbahnen verwendet werden. der Kommerzienrath Wolff der Banquier einer fashionablen kann es nicht ausbleiben, daß die Scheidungslinie zwischen ver500 000 Mt. verlangt das auswärtige Amt für geheime Spielhöhle gewesen sein soll. In solchen Sachen pflegt ja fügungen schließlich gänzlich verwischt wird. Wenn alle solche fassungsmäßig zu Stande gekommenen Gesezen und PolizeiverAusgaben"; der Reptilienfonds reicht also nicht einmal! die Wahrheit nie ans Licht zu kommen, aber daß auch Handlungen von Staatsbürgern, die nicht besonders durch Gesetz 9 Millionen werden als Reichszuschuß zur Alters- und nur solche Gerüchte umgehen können, ist bezeichnend genug, als zulässig erklärt sind, durch Polizeiverfügungen verboten Invalidenrente verlangt, mehr 3 Millionen. Das für unsere Verhältnisse ist das soviel, wie der Baccarat- werden dürfen, so würde hiermit die Polizei eine ganz übermäßige und für das Gesammtwohl äußerst schädliche Machtfülle Reich wird theurer mit jedem Tag; wer weiß, wie das Skandal für englische. zugetheilt werden. Das Verfügungsrecht der Polizei kann nicht noch enden mag.- Die Reichsanleihen, deren erste 1876 Von der außerordentlichen Leutseligkeit des so weit gehen, daß Landesgesetze dadurch illusorisch gemacht aufgenommen wurde, betrugen 1886 bereits 440 Mill.; Kaisers haben die Zeitungen erst unlängst eine Probe werden. Durch das Verbot der Geldſammlungen wird aber sie würden falls die jeßigen Forderungen sämmtlich be- berichtet. Der Kaiser war schon frühzeitig zum Alarmiren sondern auch der§ 27 der sächsischen Verfassung: Die Freiheit nicht nur das Versammlungsrecht in hohem Maße eingeschränkt, willigt werden, Ende des nächsten Etatsjahres 1689 Mill. ausgeritten. Er trat in die Wachtstube und schickte die der Personen und die Bebahrung mit dem Eigenthum find betragen, nahezu die Hälfte der längst verwendeten" ganze Wachtmannschaft in das nahegelegene Militärkasino. feiner Beschränkung unterworfen, als welche Gesetz und Recht französischen Milliarden. Dann trat er ins Offizierzimmer und ließ den jungen vorschreiben," verletzt. Durch das Kolportageverbot wird die gefeßlich garantirte Gewerbefreiheit dermaßen beeinträchtigt, daß Die großen Krachs thun ihre Wirkung; die Lieutenant alarmiren und war dann höchlichst ergößt sie von einer Anzahl von Personen überhaupt nicht mehr nutzbürgerlichen Zeitungen sind voll von Bußpredigten, und über den verblüfften Lieutenant ohne Wache, berichteten bar gemacht werden kann. Die Polizei ist dazu da, daß sie den die modernen Klagelieder Jeremiä wollen nicht aufhören. Die Zeitungen. Oder sie erzählen, daß der Kaiser auf bestehenden Gesetzen Geltung verschafft, und nur um bestehende Am klassischsten ist bei solchen Gelegenheiten immer die der Sternwarte bei Potsdam die Mondfinsterniß sich Geseze gehörig durchzuführen, hat sie vom Gesetzgeber das Recht „ Kreuzzeitung", welche die Verpflichtung zu diesen Jere- ansah und sich dabei den königlichen Spaß machte, die Gesetze auf dem Umwege solcher Berfügungen ihres Inhalts erhalten, selbstständig Verfügungen zu erlassen, nicht aber um miaden ernsthaft nimmt: seine Müße vor das Glas eines großen Fernrohres zu und Werthes für das öffentliche Leben zu berauben. Möge doch " " stimmen, so konnte der Erklärung nur der angedeute Sinn das Oberlandesgericht einmal sagen, wie weit denn eigentlich welche ein Savine auf dem bulgarischen Thron ihr ver- fürderhin in Fällen der Gefährdung berechtigter Interessen das polizeiliche Verordnungsrecht geht. Aus verkehrspolizeilichen schafft hätte, und steckte ihn ohne Erbarmen ein. Ites Streits nicht mehr auf den Schutz, die Unterstützung Gründen" könnte ja schließlich die Polizei das Verabreichen von der staatlichen Gewalten lies durch die Flinte, die schießt und Der dicke Milan hat endgültig seinen Herrscherrechten den Säbel, der haut zählen. Da sich die staatlichen Gewalten Getränken durch die Kellner verbieten oder sie könnte etwa anordnen, daß an jedem Tische blos vier Personen fitzen dürfen entsagt. Er soll die Absicht haben. nach Südamerika zu bis jetzt bei Konflikten zwischen Arbeiter- und Unternehmeru. f. w. Auf diese und ähnliche Weise wäre es ein leichtes, gehen. Ob ihn die tugendhaften Damen dort anziehen, Interessen lediglich als Gensdarmen und Büttel der letzteren daß am Ende alle Rechte und etwaigen Freiheitsreste des Volkes oder der Gedanke, bei einer Revolution einmal dort erwiesen, da es ferner wohl keinem reaktionären Gruben- oder lahm gelegt werden. Wenn also auch das Oberlandesgericht Fabrikbesitzer auch nur im Traume einfiel, für Lafargue zu geurtheilt hat, daß nach Lage unserer bestehenden Gesetzgebung wieder ein Thrönchen oder wenigstens einen Präsidentender Polizei eine derartige Machtfülle zukomme, so scheint uns sessel zu finden, weiß man noch nicht. innewohnen. Ueberflüssig zu sagen, daß diese Winke verstanden dies Urtheil doch im Widerspruch mit dem Geist des Gesetzes Solche und ähnliche Geschichten erzählt man sich. und beherzigt worden sind. Ob die Ausbeutersippe auf die und vor Allem mit dem im Volfe lebendigen Rechtsbewußtsein Ein großartiger Börsenschwindel ist in Dester- Prinzipien des Gottesgnadenthums, des plebiszitären Impezu stehen. rialismus, der bürgerlichen blauen Republik eingeschworen war Wichtiger aber noch als das bisher Ausgeführte erscheint reich verübt. Der Kaiser von Oesterreich ließ einen oder eine Zeit lang hinter dem schwarzen Paradepferd des eine Betrachtung über die Ausführungen des Urtheils des Ober- polnischen Delegirten in irgend einer Angelegenheit noch Abenteurers Boulanger hergetrottelt hatte, ob sie das beschnittene landesgerichtes, so weit diese sich auf den vorliegenden Einzelfall, spät Abends zu sich kommen; das Haus Rothschild oder unbeschnittene Kapital repräsentirte, legte sie sich mit der in welchem ſein Urtheil angerufen wurde, beziehen. Es ist wohl sprengte daraufhin durch das„ Wiener Tageblatt" die ganzen ihr zu Gebote ſtehenden Macht für Depaſſe in's Zeug. unnöthig, auszuführen, daß es ein Sozialdemokrat war, dem Androhung von Entlassung aus Lohn und Brot, Maßregelungen die Veranstaltung der Geldsammlung verweigert wurde und der Nachricht aus, der Kaiser habe sich sehr alarmirend über von Arbeitern, die als thätige Elemente der gewerkschaftlichen deshalb den Gerichtsweg beschritt. Das Oberlandesgericht äußert die kriegerische Lage ausgesprochen, und in Folge dessen und politischen Bewegung der Gegend bekannt waren, Verhierüber Folgendes: fand ein furchtbarer Kursfall an der Wiener Börse statt. sprechungen von Beförderung, Steigerung des Verdienstes 2c., Die Polizeibehorde ist auch jetzt noch berechtigt, aus eigener Herr Rothschild kaufte gemüthlich ein und gewann bei ſyſtematiſche Bearbeitung der Arbeiterfrauen, damit dieſe ihre Entschließung Geldsammlungen zu sozialdemokratischen Männer zu Gunsten des Regierungskandidaten beeinflussen Zweden zu verhindern, zu dem Ende aber das Erforderniß dieser Gelegenheit 20 Millionen. Nachher wurde ganz sollten, nichts blieb unversucht, um den Sieg des Sozialisten polizeilicher Genehmigung zur Veranstaltung öffentlicher Geld- ruhig erklärt, daß die ganze Geschichte erlogen gewesen zu vereiteln. Und diesen Thatsachen gegenüber lügen die sammlungen aufzustellen und unter Umständen, welche sei. Natürlich große Entrüstung in den Reihen der opportunistischen Blätter frech darauf los, Lafargue habe seine darauf hinweisen, daß die Sammlung nur zur För- jenigen, die nichts abgefriegt haben. Die Sache soll Wahl einer boulangistisch- reaktionären Stoalition zu danken, und derung sozialdemokratischer Zwecke dienen solle, die die deutsche bürgerliche Presse beeilt sich, diesen Kohl aufzuGenehmigung zur Vornahme der Sammlung zu ver- sogar untersucht" werden. wärmen. fagen." Wie sich Großfürsten amüsiren. Aus Paris Aber die Satten und ihre Schildknappen und Troßbuben Staum trauten wir unseren Augen, als wir diese Worte zu wird der„ N. F. Pr." telegraphirt: Die Groß- hatten die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Sie übersahen, Geficht bekamen. Was sagt da der höchste Gerichtshof in fürsten Alexis und Wladimir unternahmen jüngst daß das Gemetzel von Fourmies im Norddepartement, ia faft Sachsen? Er sagt rundweg, daß die Polizei die Genehmigung eine Forschungstour in die Diebesherbergen am Klassenbewußtsein, so doch den Klaſſeninstinkt der arbeitenden in ganz Frankreich, wenn auch noch nicht klares, zielbewußtes zu Geldsammlungen versagen darf, wenn dieselben zu sozialdemokratischen Zwecken dienen sollen. Man lese nur recht! Das linken Seine Ufer. Um Mitternacht verließen die Groß Maffe kräftig emporgerüttelt hat. Und dieser Klaſſeninstinkt, der Oberlandesgericht sagt, das Sozialistengesetz ist zwar gefallen, fürsten das Hotel Kontinental" in Begleitung von fich weder durch schlaue und schmutzige Manöver täuschen, noch aber ähnliche Ausnahmsbehandlung, wie jenes Gesetz gegen die Sozialdemokratie vorschrieb, sei auch jetzt noch statthaft! Ja, da einigen französischen Kavalieren und von zwei Polizei- durch Gewalt unterdrücken ließ, ha sich in und durch die Wahl ſteht es klipp und klar geschrieben, daß das Verbot der Zeller- leuten. Alle Theilnehmer an dieser Expedition waren kampf bot in der Beziehung eine Fülle interessanter, charakte Lafargue's mit unwiderstehlicher Macht geäußert. Der Wahlsammlungen nur gegen die Sozialdemokratie geschaffen worden entsprechend verkleidet. Die Gesellschaft begab sich zuerst ristischer Einzelheiten. Aus den Reihen der Proletarier flossen ist, daß gegen diese Partei Ausnahmsverordnungen erlaffen in das Lofal ,, Père Lunette", woselbst das ärgste die Gaben für den Wahlfonds reichlicher als je bei einer Wahl, werden dürfen, daß diese Partei also nach wie vor eine Sonder- Gaunervolk haust. Bei ,, Père Lunette" findet man die Begeisterung, mit der sich Leute zu Hilfsleistungen heranstellung einnimmt und nicht gleichberechtigt ist mit den anderen immer die Elite der Einbrecher- Gesellschaft. Die taum je bet ähnlicher Gelegenheit beobachtet. Die Frauen der drängten, mit der sie von Person zu Person agitirten, ward Damit ist in Sachsen von Neuem ein Ausnahme- Gesangsvorträge besorgt ein verkommenes Genie. Von Gegend waren unermüdliche Agitatorinnen zu Gunsten Lafargue's. gesetz geschaffen. dort wurden noch einige solche Lokale besucht. Bei Die Frauen von Fourmies und Wignhies z. B. richteten einen Morgengrauen fehrten ie Prinzen in ihr Hotel zurück. Die Frauen von Lille, in denen sie diese mit beredten Worten mit zahlreichen namentlichen Unterschriften bedeckten Aufruf an Von weiteren Berührungen zwischen den Großfürsten aufforderten, für Lafargue zu agitiren, der seine Hingebung für und den Gaunern wird nichts telegraphirt. die Sache der Arbeiter im Gefängniß büße. Desgleichen wendeten sich die Verwandten und Freunde der Opfer der Mezele: an die Wählerschaft und beschworen sie im Namen der Todten, durch die Wahl Lafargue's einen Aft der Gerechtigkeit zu begehen, gegen die Greuel von Fourmies zu protestiren. Bur Kartoffeltheuerung. Das„ Ostpreußische VolksUnd die Wahl Lafargu.'s bedeutet in der That einen blatt" meldet aus Margrabowa, daß auf einem großen Gut in der nächsten Umgebung Kartoffelfelder, soweit das Auge reicht, C. Z. Der glänzende Wahlfieg, den Genoffe Paul Lafargue ungemein fräftigen Protest gegen das Gemezzel von Fourmies, unabgeerntet daliegen, und die Startoffeln der Vernichtung an- Sonntag, den 8. November, in Lille mit 1295 Stimmen( 6470 Behörden, gegen die„ schneidige" Politik des fauststarken, ge= gegen die schandbare Haltung der lokalen und departementalen heimgefaller sind, weil der Besitzer den zugezogenen Arbeitern, gegen 5175 für den Regierungskandidaten Depasse) davon geriebenen und gewissenlosen Constans, die in letzter Linie nicht welche nur im Stande waren, trotz der angestrengtesten Thätig- tragen, ist politisch wie rücksichtlich der sozialistischen Arbeiter nur für die Greuel verantwortlich ist, sondern sich als Politik feit 40 Pf. im Tage zu verdienen, die verlangte Zulage von bewegung Frankreichs ein hochwichtiges Ereigniß. Um eine der Satten überhaupt in allen und jeden Verhältnissen schonungs10 Pf. nicht gewähren wollte. richtige Werthschätzung dessen zu haben, wie glänzend thatsächEinen interessanten Beitrag zur wirthschaftlichen lich der Sieg des sozialistischen Kandidaten, genügt es nicht, die und rücksichtslos zu Gunsten der Interessen des Geldsacks bethätigt. Zahl der abgegebenen Stimmen zu wissen, muß man vielmehr Lage liefert die Konfursstatistik, die der„ Reichsanzeiger" annähernd eine Vorstellung des Hochdrucks haben, mit welchem Radikalismus, der sich in den letzten Monaten mit Rücksicht auf Daß dieser Protest nicht im Namen des bürgerlichen veröffentlicht. Es heißt da: Parteien! Nun, es bedarf derartiger ausdrücklicher Konstati rungen von Seiten der Behörde selbst ja nicht; daß wir mit oder ohne Ausnahmegesez unter einem Ausnahmezustand leben, wissen wir ja doch schon so. Eine faum glaubliche Notiz finden wir in der " Freisinn. Ztg.": cröffnet." " Aus Frankreich. Die Wahl Lafargue's. " „ Die Zahl der Konkurseröffnungen war im Oktober dieses Da war kein Mittel zu kleinlich, zu schlecht, zu unwahr, feine nur steifleinenen Falstaff'schen Opposition emporgerafft hat, vielJahres wieder ungemein hoch. Es wurden im deutschen Reich Ausgabe zu groß, als daß die offiziellen und offiziösen Wahl- mehr im Namen des Sozialismus erfolgt ist, verleiht diesem nicht weniger als 577 Konkurse eröffnet gegen 476 im macher davor zurückgeschreckt wären. Das um die Krippe des Protest ein doppeltes Gewicht und ist ein Anzeichen dafür, daß Ottober 1890, 418 im Oktober 1889, 406 im D- Reptilienfonds geschaarte Preßkosakenthum der Hauptstadt und ber bürgerliche Radikalismus schnell abwirthschaftet, tober 1888 und 366 im Oktoberdurchschnitt der Jahre Provinz verrichtete seinen lieblichen Gepflogenheiten gemäß die sich mehr und mehr als unfähig erweist, der politische 1880 bis 1889. Seit Beginn des laufenden Jahres bis schmutzigste Arbeit. Mit Ausnahme der radikalen Zeitungen, Träger der Weiterentwickelung Frankreichs zu sein, Ende Oktober find im Ganzen 5854 Konkurse eröffnet gegen welche eine anständige, der Wahl Lafargue's sympathische Stellung daß die sozialistische Arbeiterbewegung die Aufgabe, 4820, 4290, 4243, 4039, 3939, 3872, 3593, 3831, 4079, 4143 und bewahrten, fiel das reaktionäre Zeitungsgeschwister, von den die seinen Händen entsinkt, weiterführt. 4545 im gleichen Zeitraum der Vorjahre bis 1880 zurück. Man großen Organen des Opportunismus, wie„ Temps" und ersieht aus diesen Zahlen, daß das laufende Jahr das bei" Republique francaise", den Mundstücken des Klerikalismus, wie Lafargue's wohnt also eine weit höhere Bedeutung als einem Auch lediglich unter dem Wei em ungünstigste war seit Einführung der Reichskonkurs- Univers", an bis zu dem obskursten Winkelwisch hinab über den gewöhnlichen Wahlfiege inne. politischen Gesichtswinkel betrachtet, ist ste bedeutsam genug. ordnung. Im Bergleich zum vorigen Jahre, das schon alle sozialistischen Kandidaten her. Unter den Verleumdungen und Sie ist ein Ereigniß, das sehr leicht den Anstoß zu dem Sturz früheren Jahre übertraf, find bisher über 1000 Stonkurse mehr Beschimpfungen, welche gegen ihn geschleudert wurden, sind Sie ist ein Ereigniß, das sehr leicht den Anstoß zu dem Sturz des jetzigen Stabinets falls dasselbe seinen Constans nicht zumal zwei charakteristisch. Durch aus dem Zusammenhang gefallen läßt- geben kann. Momentan hat das Ministerium rissene und grob gefälschte Zitate aus Lafargue's AgitationsEin Gesezentwurf betreffend eine Abänderung schriften suchte man den Spieß herumzudrehen, den unermüd- allerdings durch seine passive Haltung dem Beschluß der Kammer des Art. 31 der Reichsverfassung( Immunität er Ab- lichen, opferfreudigen Borkämpfer des Proletariats in einen auf fofortige Freilassung Lafargue's gegenüber diese Gefahr vermieden. Allein aufgeschoben ist nicht aufgeschoben. geordneten) ist dem Reichstag zugegangen. Die Im sozialpolitischen Boffenreißer zu verwandeln, der die Arbeiter Die radikalen Rip van Winkles sind gerade durch die munität während der Vertagungen soll beschränkt werden. und ihre Bestrebungen mit Spott und Hohn überschüttet, gemein Wahlkampagne von Lille und ihren Ausgang aus dem tiefen beleidigt habe, und dem der Bruder Arbeiter" dies nun dadurch Das Vorgehen der Gerichte gegen sozialdemokratische heimzahlen solle, daß er sich an die Brust des Bruderherzes Schlaf, in welchen sie der Schidam der Regierungsfähigkeit Abgeordnete während der Vertagung, namentlich im Fall Opportunismus werfe. Weiter wurde unter anderem eine chau- versenkt hatte, unsanft emporgerüttelt worden. Schmidt, ist also von deu verbündeten Regierungen selbst vinistische Hatz in der Regel gegen den vaterlandslosen Bertreter Es dämmert ihnen eine Ahnung auf, daß sie, falls sie nicht dadurch als ungeseßlich gekennzeichner. Denn wenn es des f internationalen Sozialismus zu inszeniren gesucht. Ab- bei den im nächsten Jahre bevorstehenden Kammerwahlen eine gesehen davon, daß dieser in Wort und Schrift für den Ge- vernichtende Schlappe davontragen wollen, Fühlung mit den gefeßlich wäre, wäre der Entwurf nicht nöthig. danken der völkerbefreienden Internationalität des Proletariats Volksmassen suchen müssen, und daß sie nur durch Anerkennen Die Sache bedeutet eine Einschränkung der Rechte eingetreten, daß er Hand in Hand mit den deutschen Sozial- und Eintreten für die von den Sozialisten geforderten sozialen des Reichstags. Troßdem sind aber die übrigen Parteien, demokraten marschirte, hatte er sich gar des Verbrechens schuldig Reformen diese Fühlung herstellen tönnen. Die Rede, welche nach den Preßstimmen zu urtheilen, ganz damit ein- gemacht, der Schwiegersohn eines Deutschen" und gar noch Clemenceau, der Führer der Radikalen, anläßlich der Metzelei welchen Deutschen, des Deutschen Karl Mary" zu sein. Ganz von Fourmies gehalten, und noch mehr die Worte, die er verstanden. Weshalb auch nicht? Es werden ja doch besonders sollte auch der in den leitenden Streisen sonst so ziem gelegentlich der Interpellation Roche, Lafargue's Freilassung nur Sozialdemokraten davon getroffen! lich nüchtern aufgefaßte französisch- russische Verbrüderungsrummel während der Wahlkampagne betreffend, an die Rammer richtete, Der Wahlsteg gegen Lafargue ausgebeutet werden. Dieser habe die französisch- sind von symptomatischer Bedeutung dafür. Wie man Monarch werden kann, lehrt, zur russische Allianz als Ungeheuerlichkeit bekämpft, mehrmals den Lafargue's wird an und für sich und ganz besonders durch seine Stärkung des monarchischen Gefühls im Volk, die Ge- Herrgott, den Bar in Person beschimpft 2c. Doch der Cham- Folgen für die Arbeiterbewegung wesentlich dazu beitragen, die schichte des russischen Schwindlers Savine, von dem die pagnerrausch von Kronstadt erwies sich als verflogen oder Radikalen nach links zu drängen, in Gegensatz zu den Oppor Voss. 8tg." nach dem Standard" eine Biographie wenigstens als ungeeignet, die Köpfe der wählenden Klaffe zu tunisten zu stellen, einen Gegensatz, demzufolge der Sturz des bringt. Nach verschiedenen früheren Schwindeleien begab benebeln. Die chauvinistische Hatz hatte nur die Folge, daß am Ministeriums nur eine Frage der Zeit und irgend eines äußeren Abend des Wahltages*) ein Trupp verdauungsseliger Studenten Anlasses ist. Aber diese Linksdrängung und Linksschwenkung sich Herr Savine im Auftrage einer etwas zweifelhaften mit dem Ruf„ Nieder mit dem Preußen!" gegen den sich der äußersten Linten tann sich nicht bewerkstelligen, ohne eine Finanzfirma nach Bulgarien, wo er, vermuthlich um stürmisch äußernden Siegesjubel der Arbeiterschaft von Lille zu Berbröckelung der Partei in einen rechten und linken Flügel etwaigen Ehrenbezeugungen zu entgehen, das„ Inkognito" manifestiren suchte, aber kleinlaut und ohne auf Gegenliebe des nach sich zu ziehen, von denen der erstere regierungslüstern mit den Opportunisten liebäugelt, der letztere dagegen sich vielfach eines Grafen v. Toulouse- Lotrique aus dem Hause Publikums zu stoßen, abziehen mußte. Die opportunistische Presse bemühte sich auch trampfhaft, an die Aktion der Sozialisten anschließen muß. In dem Maße, Bourbon reiste. Dies geschah in dem Jahre 1887, wo Lafargue's Stellung zu der in Frankreich graffirenden Schutz als die sozialistische Arbeiterpartei erſtarkt, müssen die Trümmer Die Bulgaren überall einen neuen Fürsten suchten zum zollpolitik, der Politik der nur dem Großgrundbesitz, der Gr ß der äußersten Liiken, die noch an den Prinzipien des bürgerErsatz für den abhanden gekommenen alten. Da warf industrie profitirenden Vertheuerung der Lebensbedürfnisse als lichen Radikalismus festhalten, zu einem bloßen Schwanz der man auch ein Auge auf den französischen Grafen, und hätte sie rücksichtlich der breiten Wählermasse gar nicht ihre Zu Trumpf auszuspielen. Zu einem ungeschickteren Manöver französischen Sozialdemokratie werden. Für die sozialistische Arbeiterbewegung Frankreichs ist der Regent, Stambulow, bot ihm den vakanten Thron flucht nehmen können. Lafargue als Antischutzzöllner verfchreien, Lafargue's Eintritt in das Parlament von weittragendster, veran. Herr Savine wußte das Vergnügen, von Gottes das hieß ihn gerade den an die Urne tretenden Arbeitern heißungsvollster Bedeutung. Mit ihm zieht zum ersten Male Gnaden Fürst von Bulgarien zu werden, natürlich zu empfehlen. Der Popanz des„ den Ruin der nationalen Industrie ein Mann in das Palais Bourbon ein, welcher jener Aufgabe, schäßen, denn auf einem Thron, mochte er denken, hoch wollenden Freihändlers Lafargue" sollte auch weniger die als Bertreter des wissenschaftlichen Sozialismus im Parlament Wählermasse, als die großen Schlotjunker und Kohlenbarone und über den Rahmen desselben hinaus agitatorisch auf die staplert es sich besser. Er besprach also die Sache mit schrecken, diese veranlassen, einen wahren Terror über ihre Ar- Maffe zu wirken, boll und ganz gewachsen ist. Stambulow und nahm die Kandidatur an. In Rustschuf beiterschaft zu verhängen, sie zu Gunsten des schutzöllnerischen Gewiß, die sozialistischen Deputirten, welche bereits der war große Freude, der Staatsrath feierte den Aft durch Ordnungskandidaten zur Wahl zu fommandiren. Noch deut- Rammer angehörten oder noch angehören, sind von der ehrlichen ein Bankett, und der zukünftige Landesvater ging nach licher wird den betreffenden Herren der nämliche Wink mit dem Absicht geleitet worden, der Sache des Proletariats zu nützen. Zaunpfahl in Gestalt der Drohung regierungsfreundlicher Allein sie sind sammt und sonders gute Menschen, doch schlechte Konstantinopel, um sich dem Sultan vorzustellen und Blätter ertheilt, wenn Lafargue gewählt werde, so brauche man Musikanten. Sie durchdringen und beherrschen die Theorien des die definitive Wahl abzuwarten. Leider wurde er zu modernen Sozialismus nicht, ihre Auffassung desselben ist unktlar, früh entlarvt, sein früherer Barbier agnoszirte ihn, und*) Bemerit muß hier werden, daß die Furcht und das verworren, widerspruchsvoll, neigt entweder zu kleinbürgerlicher bei einer Haussuchung fand man eine Legitimation, die schlechte Gewissen der Regierung am Wahltage in Lille die Possibilisterei, zu bramarbafirendem, sich in romantischen FaltenTruppen ganze 24 Stunden lang konfignirt ließen. Desgleichen wurf spreizendem Deklamations- Revolutionarismus oder zum auf den Namen Savine lautete. Die russische Regierung waren in der Nähe des St. Pelagie zu Paris, wo Lafargue abenteuerlichen Verschwörer- und Putschthum. Den individuellen war furzsichtig genug, die Vortheile nicht einzusehen, inhaftirt war, die bekannten„ Sicherheitsmaßregeln" getroffen. und individualistischen Neigungen und Liebhabereien der einzelnen Mit einer sozialistischen Deputirten hält teine prinzipiell korrekte Auffassung| dienen, mögen sie nun als Agrarier das Land in wenige gemacht, daß hier eine große Halbheit herausdie Stange, sie kontrollirt und disziplinirt aber auch keine fest- Hände konzentriren, als Großindustrielle die Klein- kommen wird. Wenn Jemand das schwere Rüstzeug gegliederte, prinzipienklare, zielbewußte Partei, die eine Aufgabe fapitalisten ruiniren und uns durch die Kartellorganisation anlegt zum Kampfe gegen einen so dickfelligen Gegner zu stellen, eine Marschroute vorzuschreiben vermöchte. Der sozialistischen Arbeiterbewegung Frankreichs entsprechend vertreten zeigen, wie wir's machen müssen“, oder als Börsenhaie wie die Börse, dann hätte er auch dafür sorgen müssen, die sozialistischen Gewählten in der Kammer verschiedene Sekten das kleine Geldkapital aufsaugen sie dienen alle der daß die Waffen scharf geschliffen seien. und Sektchen, sind sie wohl auch ohne jeden Zusammenhang mit Entwicklung, sie befördern alle den Zerfall der Gegenwart Naivetät, wie sie dieser Partei charakteristisch anhaftet, sozialistischen Arbeiterorganisationen. Ihre parlamentarische Arbeit war in der Folge durchaus keine einheitliche, zielbewußte, und das Heraufziehen der Zukunft. Blos, daß sie in hat die nationalliberale Klique von den farblosen vielmehr eine äußerst zerfahrene, zersplitterte, die oft nicht für ihrer geschichtlichen Kategorie befangen sind und das nicht konservativen Vorschlägen können wir überhaupt nicht die großen Reformforderungen des gesammten Proletariats, einsehen. reden Anträge gestellt, die von einer grenzenlosen sondern für kleinliche Kirchthurmsinteressen einer bestimmten Wir Sozialisten dagegen arbeiten an dieser Aufgabe Unkenntniß der Materie zeugen, wohl in der Annahme, Wählerschaft eintrat. Aber auch in den Fällen, wo die sozialistischen Abgeordneten der Stammer in Gestalt von Anträgen die planmäßig und mit vollem Bewußtsein. daß man Zeit habe, nachträglich zu lernen, wenn der dem sogenannten Minimumprogramm der sozialistischen Arbeiter- Mit dieser einfachen Betrachtung erledigt sich die Antrag zur Verhandlung gelangt set. partei entlehnten Forderungen soziale Reformen abverlangten Zukunftsstaatsrederei. Wir wissen von der Zukunft so und sie sind im Einbringen von Anträgen sehr fleißig ge- viel, als wir von ihr wissen können, und wer mehr von als sie die Forderung stellten, das reine Differenzgeschäft Was mögen sich die Narren wohl gedacht haben, wesen oder wo es im Parlamente zum Kampf um Gesetzesbeſtimmungen zu Gunsten der Arbeiterklasse kam, standen sie ihr erzählt, bringt eben lediglich seine eigenen Phantasie als nichtig zu erklären und ihm das Klagerecht zu feineswegs auf der Höhe ihrer Aufgabe. Sie vermochten es gebilde vor; möglich, daß sie zutreffen, wahrscheinlich entziehen. Wissen denn die Gelehrten der nationalliberalen nicht, für die sozialistischen Programmpunkte mit dem Rüstzeug aber, daß sie nicht zutreffen. zu kämpfen, das die moderne Wissenschaft in den Dienst der Partei nicht, daß es reine Differenzgeschäfte nicht giebt Was können wir nun von der Zukunft wissen? Sache des Proletariats stellt, ihre Richtigkeit, Nothwendigkeit, und daß jedem solchen Geschäft die Kriterien eines geUnvermeidlichkeit unwiderleglich nachzuweisen. Ihre gewiß gut Die zunehmende Konzentration des Kapitals macht feßlich reellen Geschäfts anhaften? Die Differenzberechgemeinten und auch rednerisch sehr schön klingenden Deklama- die Besigenden immer numerisch schwächer, die Besitzlosen nung ist keine Spezialität, die bestimmten Geschäften antionen imponirten nicht den Gegner, erfüllten die Freunde nicht numerisch stärker. Gleichzeitig steigert sich das Elend haftet, sondern lediglich ein die Abrechnung erleichternder mit siegesgewisser Hoffnung, trugen keine Aufklärung und Ueber der Einen und der Reichthum der Andern zu einem un- Modus. zeugung in die indifferente Masse. In den Debatten über die so wichtige Frage der Arbeiterschutzgesetzgebung 3. B. konnten sie erträglichen Grade. Zwar scheint die kapitalistische Pro- Würde man z. B. dem Bankier vor Abschluß eines die Sache des Proletariats weder mit der Kompetenz noch mit duktionsweise gegenwärtig die Tendenz bekommen zu haben, Beitgeschäfts sagen, daß die gekauften Papiere nicht abdem Feuer des christlich- sozialen Grafen de Mun vertheidigen! durch die Kartellirung die Anarchie zu beseitigen, welche genommen, die verkauften nicht geliefert werden sollen, In der Person von Lafargue nun sendet die klarste und sie bisher beherrschte; desto sicherer wird sie aber, wenn sondern nur die Kursdifferenz am Stichtage zu begleichen zielbewußteste Fraktion der franzöfifchen Sozialisten einen ihrer der Prozeß beendet werden sollte, dem vollständigen sei, so würde der Bankier den Hausdiener rufen und vorzüglichsten Bertreter und Borkämpfer ins Parlament. Mit tiefen und umfassenden wissenschaftlichen Kenntnissen, einer durch- Marasmus verfallen, denn die ausgepowerten Massen den Kunden einfach an die Luft seßen lassen. Freilich, aus klaren prinzipiellen Auffassung des Sozialismus ausgerüstet, bieten keinen Markt mehr dar. Hält sie sich doch gegen in den meisten Fällen werden sowohl Bankier wie Klient ein scharf und schnell denkender, präzis formulirender Geist wird wärtig nur noch, daß die Waaren nach Südamerika, stillschweigend den Gedanken haben, daß sie nur DifferenzenLafargue im Namen des Sozialismus, im Namen der sozialisti- Asien u. s. w. verschleudert werden, von wo sie mit handel abschließen. Aber aussprechen dürfen sie diesen schen Arbeiterpartei, in achtunggebietender, Aufmerksamkeit erzwingender Weise für die Forderungen des Proletariats eintreten. Papierchen bezahlt werden, an deren Einlösung nicht zu Gedanken nicht. Ihnen ist es ja im Grunde auch gleich, Er wird von der Parlamentstribüne herab die Theorien des denken ist also direkte Vernichtung. Das Elend hat in den Massen naturgemäß Be Differenz erhalten. ob ihnen die Waare geliefert wird, oder ob sie nur die modernen Sozialismus in ihrer ganzen logischen Schärfe, in ihren vollen wissenschaftlichen Unanfechtbarkeit in die breite Masse strebungen erweckt, es zu beseitigen, die Massen sind Kurssteigerung zum Ultimo, wer verkauft, auf Rückgang Wer kauft, spekulirt immer auf schleudern und diese emporrütteln. Gerade in Frankreich, wo der Erfolg sehr viel gilt, wo ein Wort um so cher gehört und revolutionär geworden. Und die einzige Möglichkeit dieser der Kurſe. beherzigt wird, je größer die Oeffentlichkeit, in der es gesagt, Beseitigung des Elends ist die Abschaffung des Privat Millionär, keine Waaren hin. Hieraus ergiebt sich, daß Zum Vergnügen legt sich feiner, auch der wird sich die Tribüne der Kammer als ein ganz vorzügliches eigenthums an den Produktionsmitteln und die Ueber kein Gesetz zwischen reellen und unreellen Zeitgeschäften Mittel erweisen, die tiefen Volksschichten agitatorisch zu packen nahme der Produktion durch die Gesellschaft. und fortzureißen, dem Sozialismus zuzuführen. unterscheiden fann. Es ist also mindestens überflüssig Weiter steht zu erwarten, daß sich die im Parlament bereits Produktion und Konsumtion wird gesellschaftlich von der nationalliberalen Partei, den Gesetzgeber gegen vorhandenen sozialistischen Abgeordneten, von denen nur zu oft organisirt sein wie das im Einzelnen gemacht wird, unreelle Zeitgeschäfte anrufen zu wollen. jeder an seinem eigenen Strang zog, um Lafargue als einen sind müssige Fragen; wir können nicht in jeden Zukunftsnatürlichen Mittelpunkt zu einer festen Gruppe schaaren werden, Will man das unreelle und im höchsten Grade ver die einheitlich marschirt, einheitlich kämpft und schlägt. Die ziel- tochtopf gucken, wie der kluge Eugen. Auch das furcht werfliche Spielgeschäft treffen, dann giebt es andere wirkbewußte, prinzipientreue Taktik, welche Lafargue kraft seiner bare Problem, das Eugen so sehr quält, wie es mit dem samere Wege. Vor Allem, wie wir gelegentlich früherer Ueberzeugung befolgen muß, wird seine sozialistischen Kollegen Stiefelpuzen gemacht wird, braucht uns jetzt noch nicht Artikel gegen den Börsenschwindel schon sagten, die Erzu einer solchen Konzentration zwingen. Und diese einheitliche zu beunruhigen. Es ist zwar schmerzlich, daß wir solche höhung der Börsensteuer um einen vielfachen parlamentarische Taktik wird ihre Rückwirkung auf die sozialistische Arbeiterbewegung Frankreichs nicht verfehlen, sie wird wesentlich geistreiche Untersuchungen unterlassen müssen, aber die Betrag dessen, was man jezt dafür zu entdazu beitragen, die Zersplitterung derselben in Schulen und Welt ist ja nun einmal ein Jammerthal; über folche richten hat. Wenn der Spieler Aussicht hat, an einen Schulchen, Fraktionen und Fraktionchen ein Ende zu machen, Kümmernisse muß man erhaben sein, und statt der Dornen einzigen Tage an einem Schlusse 15 000 Mart Disfontozu einer Ronzentration derselben auf dem Boden der Prinzipien lieber die Rosen betrachten, wie z. B. die ungetheilte, Sommandit Antheilen 4 bis 5 pCt. Kursgewinn einzuund der Taktik zu führen, wie sie bis jetzt allein von den in der Freis. 3tg." ohne falsche Bescheidenheit sauber streichen, so wird er sich durch den dafür zu zahlenden Kollektivisten konsequent vertreten werden. Es steht ferner zu hoffen, daß der Wahlsieg Lafargue's in registrirte Hochachtung aller bürgerlichen Parteien für die Stempel von 4 Mark gewiß nicht von dem Geschäft ab= Lille, der- wenn er auch burch besondere Umstände erleichtert Sozialdemokratischen Zukunftsbilder", die nur leider halten lassen. Warum nimmt man nicht von solchen wurde doch nicht zum wenigsten der energischen und begeisterten Thätigkeit der sozialistischen Organisationen der Gegend, der tüchtigsteu, flarsten und strammsten ganz Frankreichs zu danken nicht von Wildenbruch dramatisirt werden. " Zeitgeschäften 50 Mark Stempel? Dann würden die Es thut uns leid, aber das ist wirklich die ganze katilinarischen Existenzen schon dem Tagesspiel in Börsenist, den Muth, das Selbstvertrauen, die Energie, die Begeisterung Zukunftsmusik, die wir machen können. papieren fernbleiben. Doch ein Detail fönnen wir noch mittheilen: untereinander geben" und" nehmen", sie machen doch Und die Eintagsspekulanten, die der französischen Genossen ganz bedeutend heben, daß er aber auch auf die Masse wachrüttelnd, aneifernd einwirken wird. Wo Wenn die Sozialdemokraten erst das Heft in Händen den weitaus größten Theil aller Börsendifferenzgeschäfte Tauben sind, fliegen Tauben zu. Die Genossen beabsichtigen, haben, werden sie den klugen Eugen hernehmen die aus. bei der in Roanne bevorstehenden Wahl die Kandidatur Jules Rache des Volfes ist furchtbar, zittre Unglückseliger! Und falls dies einfache Mittel nicht genügt, das Guesde's aufzustellen. Hoffen wir, daß sich die obigen AusSchwindelgeschäft einzudämmen, warum greift man nicht führungen bezüglich der Genossen und der Wählermasse bewahr- und werden ihn auf die Schulbank setzen, damit er erst zu dem Radikalmittel, das Differenzgeschäft in Börsenheiten werden. Obgleich die Aussichten in Roanne weit ungünstiger die Anfangsgründe lernt und sich nicht mehr so blamirt, papieren glatt zu verbieten? Doch nur, weil Herr Miquel als seinerzeit in Lille liegen, so ist doch bei dem französischen wenn er z. B. gelegentlich der Ricardo'schen Werththeorie, den Stempel nicht entbehren mag. Es ist für die VolksCharakter, der augenblicklichen Lage und Stimmung, dem großen wie sie vor einiger Zeit Engels in seiner Einleitung zu wirthschaft eine öde Sache, ob täglich 100 Millionen und tiefen Eindruck, den Lafargue's Sieg gemacht hat, die Möglichkeit eines Triumphes nicht ganz von vorn herein aus- Lohnarbeit und Kapital" von Mary auseinandersezte, Börsenpapierchen im Terminhandel umgesetzt werden oder sagt:„ ein haltloseres Geschwät ist uns noch nie vorge ob 500 Millionen. Die sozialistische Arbeiterbewegung Frankreichs fommen". Und dann, wenn er das ABC der Dekonomi: Bedürfniß vor, Papiere von Bergwerken, Bankanstalten. Wo in aller Welt liegt denn das ist unseres Erachtens mit dem Wahlergebniß vom begriffen hat, wird man ihm auch das ABC der Geschichte Eisenbahnen auf Zeit zu handeln? Genügt es nicht, 8. November zu ciner wichtigen Etappe gelangt, von der aus sie sich doppelt energisch und doppelt erfolg- eintrichtern, damit endlich seine Schmerzen gestillt werden wenn die Möglichkeit geboten wird, diese schönen Papiere, reich weiter entwickeln und vorwärts marschiren wird. über die ungelegten Eier des Zukunftsstaates. wie so viele andere auch nur per kassa, zu einem von geschloffen. Ungelegte Eier. Der Kampf um die Börse. den vereideten Maklern figirten Kurse zu handeln? Muß denn täglich im Zeithandel das Vielfache des Aktienfapitals einer Eisenbahn oder Bank 2c. gehandelt werden? Von denjenigen unserer Gegner, welche nicht die E. St. Endlich haben sich die Majoritätsparteien Man gehe uns doch mit dem beliebten Einwand vom nöthigen ökonomischen und geschichtlichen Kenntnisse beim Reichstage dazu aufgerafft, die Gefeßgebung gegen Leibe, daß das Zeitgeschäft das einzige Sicherheitsventil sitzen, um die Sozialdemokratie verstehen zu können, wird den Börsenunfug anzurufen. Die konservativen Parteien gegen große Verluste bei plöglichem Eintritt elementarer als einzige geistige Waffe die Zukunftstaatsfrage ge- und das Zentrum wollen dem Mißbrauche des Zeit- Ereignisse sei. Wenn erst das Zeitgeschäft in Börsenschwungen, und der kluge Rich: er hat sogar sozialgeschäfts durch zivil- und strafrechtliche Bestimmungen ent- papieren untersagt ist, dann wird der ganze Umsag demokratische Zukunftsbilder" ausgemalt, wie sie sich dem gegentreten, während das Wesen des nationalliberalen reeller Käufer und Verkäufer sich auf dem Kassamarkt geistigen Heros des Freisinns darstellen. Unser Genosse Vorschlags dahin geht, die reinen Differenzgeschäfte als fonzentriren und dieser eine Ausdehnung annehmen, daß Köhler hat gleichfalls einen sozialdemokratischen Zukunfts- nicht einklagbar zu erklären. Die Gemüther hüben und auch im Kassageschäft( d. i. dem effektiven Börsengeschäft) staat" geschildert ein Vergnügen, das ihm natürlich drüben sind durch diese Anträge aufs Nachhaltigste erregt die größten Summen spielend unterzubringen sein werden. Niemand wehren kann. Von Seiten der Partei hat worden, und die Kontrowerse über diesen Gegenstand Das gerade wollen die Herren nicht. Das wollen auch natürlich Niemand besondere Notiz von dieser Privat- dürfte so leicht nicht von der Tagesordnung ver- die agrarischen Antragsteller nicht, die sehr gerne ihr liebhaberei genommen, außer, daß der„ Vorwärts", wie schwinden. Jeu'chen an der Börse machen. Gerade hier aber natürlich, jeden Zusammenhang der Partei mit ihr offiziell Wir versprachen uns von dem praktischen Erfolg der ist die Achillesferse des Börsen- Schwindel= abgelehnt hat. Das giebt dann dem flugen Richter Ver- Vorschläge zur Bekämpfung der Börsenmißstände nicht viel, geschäfts. Hier kann man es tödtlich treffen. Allein, anlassung zu der Behauptung, daß das welterschütternde da die Börse im ganzen Reiche zuviel Freunde hat und die was sollten wohl die armen Börsenjobber machen, was Wert von uns todtgeschwiegen" würde. Manchesterparteien lange Jahre hindurch mit Eifer und Ge- die Rothschild's, die Hirsch's und andere„ Kapitals" Die Leute vom Zukunftsstaat vergessen regelmäßig schick die Ansicht verbreitet haben, daß die Börse die vollendetste konzentrirer", wenn man ihnen die Objekte entzöge, unsere Absichten. Wir sind durchaus nicht so ehrgeizig, Form des modernen Welthandels- Systems sei, dessen mittelst welcher sie den Leuten das Geld aus der Tasche ein alleinseligmachendes System aufzustellen, nach welchem Vortheile die Mißstände bei Weitem überragen. Vor holen! • die Zukunft eingerichtet werden soll, und wo alles fein Allem wird die Richter'sche Partei nicht ermangeln, die Es ist bekannt, wie die Finanzmächte ihre monosäuberlich geordnet ist, vom Regieren bis zum Stiefel Börse weiß zu waschen und den berechtigten Vorschlägen polistische Macht des Geldes ausnußen, indem sie verputzen; sondern wir studiren die Vergangenheit und der börsenfeindlichen Parteien gegenüber auf die bedenk- möge ihrer Millionen gewaltsame und unnatürliche Gegenwart, erforschen die in ihnen treibenden Momente, lichen Folgen der Eingriffe des Staats in das Wirth- Konjunkturen schaffen, die nach dieser Definition nichts welche die Zukunft beeinflussen, und suchen aus dieser schaftsleben hinzuweisen, unter den unumgänglichen anderes sind als erfüllte Wünsche der an der Kenntniß heraus der Zukunft Hebammendienste zu leisten. pathetischen Deflamationen von der durch die geistige und Börse jeweilig vorherrschenden Strömungen. Unser Ehrgeiz ist nicht: außerhalb und über aller Ent sittliche Kraft des Volfes bedingten Selbsthilfe. Die ökonomische Entwickelung der letzten beiden Jahre wicklung zu stehen und selbstherrlich eine neue Welt zu Der Schwerpunkt in dem ganzen Kampfe liegt in bestätigt diese Annahme auf's Unzweideutigste. Die schaffen, sondern in ihr zu stehen, aber statt mit ge- der Haltung der Regierung, die bislang hierüber nur Börsenspekulation ist also eigentlich gar keine schlossenen Augen herumzustolpern, von ihr gestuppst und orakelhafte und nichtssagende Redewendungen von sich solche mehr, da die Wahrscheinlichkeit, welche gestoßen zu werden und so ihren Gang zu verlangsamen gegeben hat. bei jeder Spekulation mitzuwirken berufen ist, sie zu erkennen und ihr die Wege zu ebnen. Für uns gilt es nach den formulirten hier durch einfache Gewalt ersetzt wird. Mit Auch die andern Parteien müssen der Entwicklung Kundgebungen der Kartellparteien für aus anderen Worten heißt das: Die Börsenmagnaten spielen mit offenen Karten, daher können sie Fällen, in denen Privatkapitalisten mit Börsenhändlern der faulen Staatspapiere überseeischer Länder, gegen das nie verlieren, sondern Verlierer sind stets die Beitgeschäfte entriren und erseze dasselbe durch das Agiotagewesen mit dividendentragenden Industriepapieren, outsiders, das Kleinkapital. Damit dieses sich in bürgerliche Recht, das vollständig ausreicht( während man der Hauptquelle der jüngst zu Tage getretenen Exzesse gehöriger Weise an dem Tanz um's goldene Kalb be- bei den Handel der Börsenleute unter einander das unserer Banquiers, gegen den Gründungsschwindel theilige, schafft die haute banque fortwährende und un Handelsrecht bestehen lassen könnte). Dadurch allein überhaupt. Alles das kann das bisherige Handelsgeseß nicht beseitigen, da es einer längst veralteten Entwickelung des Verkehrslebens auf den Leib geschrieben ist. begründete Preisschwankungen. Die Motion der Kurse tönnte man das dem Großfapital tributäre Menschen- Deshalb sind wir der Ansicht, daß die kartellirten erst lockt die Differenzspieler herbei. Daher die Un- material der Börse fernhalten. Nicht aber mit der Antragsteller„ bei dem Kampfe gegen die Börse zahl von„ Gerüchten und Stimmungen", die Fälschung blödsinnigen Unklagbarkeit des Differenzgeschäfts, deren lediglich einen einseitigen Interessenstandpunkt der Tagesereignisse 2c. Einführung die Basis des gesammten Handels unter eingenommen haben, um die öffentliche Meinung graben, neben den Ausschreitungen der Börse auch deren von ihrem eigenen Wucher mit den Lebensberechtigte Funktionen treffen und kein anderen Erfolg mitteln abzulenken, daß sie es garnicht ernit haben würde, als einen Theil des Geschäftsverkehrs von meinen mit dem Geseßentwurf gegen die Börse. Das Handelsgesetz z. B. schreibt dem Bankier vor, Deutschland nach anderen Ländern zu vertreiben. Ernste Männer fönnen sich doch unmöglich so linkisch daß er dem Kunden gegenüber als„ Selbsifontrahent" Nicht minder verfehlt ist der nationalliberale Antrag anstellen und so unwissend wie hier im Kampf gegen die aufzutreten habe. Damit giebt es dem Banquier erst die auf Verschärfung der Strafe für Veruntreuungen der Börſe. Man hat das bestimmte Gefühl, daß der Handhabe zu unreeller Geschäftspraktik. Als Selbst Depositen. Wer stehlen will, der stiehlt auch, wenn ihm ganze Feldzug ein Scheinmannöver ist, in dem fontrahent darf er nämlich dem Klienten für die Waare statt Gefängniß Zuchthaus in Aussicht gestellt ist. Hier die einzelnen Rollen wie in einem Liebhabertheater nach jeden beliebigen Kurs innerhalb der vielfachen Tages- fann nur eine Reform des Depotrechts, insbesondere Vereinbarung vergeben sind. schwankungen anrechnen; als Kommissionär müßte er des depositum irregulare, des exekutorischen Pfandrechts, den Kurs, zu dem wirklich der Abschluß erfolgt ist, in wirksamen Schutz vor Ausbeutung durch gewiffenlose denn man jobbert ja selbst zu gern. Nun, uns fann Der Börse wird man schon kein Härchen krümmen, Rechnung sezen. Banfiers bieten. das nur recht sein. Nur immer viel Börsenschwindel, Will die, Regierung wirklich das unreelle Termin- Gänzlich übers Ziel geschossen ist endlich der Antrag das ist der richtige Weg zur sozialen Revolution. Diegeschäft erfassen, das nur Spielerzwecken dient, dann be- auf Verschärfung der Konkursstrafgeseze, da der Zusam- selbe Rolle wie in der Produktion spielt das Großsteuere sie den Differenzhandel in Werthpapieren un menhang des Konkurses mit dem Börsenschwindel ein nur fapital auch in der Zirkulation, nur weit schamloser und nachsichtlich, verbiete sie die Jobberei mit den neben- loser ist. sächlichsten Spekulationseffekten, suspendire sie die An- Dagegen vermissen wir ganz und gar das Verlangen zynischer: die Vernichtung des kleinen Kapitals. wendung des Handelsrechts mit seinen Folgen, in solchen nach legislatorischen Res riktionen gegen die Einführung Erklärung! Die Schultheiss- Brauerei- Aktien- Gesellschaft hat durch Zirkular den Herren Gastwirthen die Mittheilung zugehen lassen, daß sie den Bierpreis für das TivoliLagerbier vom 23. November cr. ab auf 18 Mark pro Tonne ermässigt. Im Gegensatz hierzu erklären die unterzeichneten Brauereien, daß sie zu diesem Preis ein Bier in derselben guten Qualität, wie es bisher unter der Bezeichnung Lagerbier" hergestellt wurde, nicht zu liefern vermögen. Eine Ermäßigung des Preises auf 18 Mark pro Tonne für Lagerbier" untergräbt die Lebensfähigkeit aller kleineren und mittleren Brauereien und würde dahin führen, durch deren Sturz die große Zahl der Arbeiter in diesen Brauereien brotlos zu machen. Das Publikum mag überzeugt sein, daß die Gesammtheit der Berliner Brauereien mit der Normirung ihres Verkaufspreises bereits an die äußerste Grenze gegangen ist. Jede weitere Herabsetzung muß den guten Ruf, den sich das Berliner Bier in den letzten Jahren erworben hat, gefährden und die Qualität auf das Empfindlichste schädigen. Berlin, den 25. November 1891. Aktien- Brauerei Friedrichshain. Aktien- Gesellschaft Schlossbrauerei Schöneberg. Bergschlossbrauerei Aktien- Gesellschaft. Aktien- Brauerei- Gesellschaft Moabit. Berliner Bären- Brauerei F. W. Reichenkron. Berliner Bock- Brauerei AktienGesellschaft. Berliner Unions- Brauerei, Böhmisches Brauhaus Commandit- Gesellschaft auf Aktien. Julius Bötzow. Brauerei Borussia. Brauerei Gambrinus Aktien- Gesellschaft. Brauerei Königstadt Aktien- Gesellschaft. Brauerei Pfefferberg vorm. Schneider u. Hillig Aktien- Gesellschaft. Oswald Berliner. Bürgerliches Brauhaus Otto Müller. Carl Gregory. C. Habel's Brauerei. F. Happoldt's Brauerei. Kaiser- Brauerei Dummèr u. Kahl. Norddeutsche Brauerei Aktien- Gesellschaft. Radeberger Exportbier- Brauerei Pichelsdorf. Spandauerberg- Brauerei vorm. C. Bechmann. Vereins- Brauerei Rixdorf. Victoria- Brauerei AktienGesellschaft. Brauerei A. Werm. Achtung! end! Adolph Kehr. Genossen empfehle mein Hutgeschäft. Arbeite nur mit Fabrikanten, welche sich der Maurer Berfins u. Amgegend! sontrolmarken deutscher Hutmacher angenommen haben. Köpenickerstraße 126. Der aus dem 4% jährigen großen Berliner Maurerprozeß siegreich hervorgegangene Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend feiert am Sonnabend, den 28. November er., von Abeads 8 Uhr ab, im„ Elysium", Landsberger Allee 40-41, ein Großes Sieges- Feſt unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Berliner Arbeiterbibliothek. Sammlung sozialpolitischer Flugschriften. Herausgegeben von Max Schippel. Sveben erschien Heft 3 der III. Serie: Lorbeerkranz"( Mitglied des Arbeiter Die deutsche Zucker- Industrie und ihre SubSängerbundes). Festrede, gehalten vom Regierungs- Baumeister G. Keßler. Billets für Herrn 50 Pf., Damen 20 Bf., Kinder unter 14 Jahren sind frei, find in den mit Plakaten belegten Lokalen, bet den Borstandsmitgliedern, sowie in der Expedition ventionirten. Ein Beitrag zur Land- Agitation. Don Max Schippel. 32 Seiten. Preis 15 Pfg. Des Bauhandwerker", Urbanstraße 124, zu Serie komplet( 12 Hefte) " haben. 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Warum wirst du so ernst? % Was fragst du mich? Gieß den 5dristall mir Voll des blinkenden, goldenen Weins l K. Aber du nimmst ihn ia nicht! F. Was quälst du mich! Wecke der Lame Leisesten Ton und singe dein Lied. K. Ach, ich sang, und du hörtest mich nicht. F. Tu hättest gesungen? Eile jetzt, dort Rosen zu streu n. K. Rosen sollt' ich streuen, daß du sie nicht sähest? Was gehen dich etzo Lieder, was Rosen dich an! ör', es wiehert unten dein Roß, aus der Burg dich zu tragen, u der Schaar, die Schlachten uns spielt, u der Jünglinge Reih'n, mit blankem Gewehr, das dem Blitz gleicht. Wenn sie, mit rascher Eile, sich drehen. Warum wirst du noch ernster, da ich die Krieger dir nenne? Trüber, als erst, sinkst tiefer in Gram? Warum blickst du so wild? Was siehst du? Siehst du Erscheinung? Nahet dir eine Todtengestalt?. F. Keine Todtengestalt, der abgeschiedenen Geister Keiner, aber dennoch ein Geist, Ha, der schreckliche Geist der Freiheit, durch den sich die Völker Jetzt erfrechen zu sehen, was sie sind! Welcher Zauber beschwört, und bannt ihn hinab in des stummen Kerkers Nacht, aus welchem er kam? Weh' mir! Wer ist,' der sich an den hundertarmigen Rieien. Hunderiäugigen Riesen sich wagt? Wa» sollen wir also thuu! Koni'Gras Leo'sToistoi, Teutlcb von August Scholz. llSchluß). Man wird', vielleicht glauben, daß ich die beiden Thatsachen— das Zusammentreffen mit der fünfzehn- jährigen Prostituirten und die Geschichte der Wäscherin — künstlich kombinirt habe, allein die beiden Thatsachen haben sich wirklich in einer und derselben Nacht, im März des Jahres 1884 ereignet. Nachdem ich die Erzählung meines Freundes zugehört hatte, begab, ich mich zunächst nach der Polizeiwache, um dann in Rscha- nows Haus Näheres über das Schicksal der Wäscherin zu erfahren. Es war, wie tags vorher, ein prächtiger, sonniger Wintertag, die glitzernde Oerfläche der Schneedecke zerschmolz in den warmen Strahlen, vom Flusse her vernat m man das Rauschen der Wellen, die Spatzen hüpften in ihrem fuchsrothen Winterkleide auf den Straßen umher, und auch die Menschen wären gern lustig gewesen, wenn sie nur nicht so viele, viele Sorgen gehabt hätten. Man hörte das Geläute der Kirchenglocken, von dem sich wie von einem Hintergrunde die Gewehrschüsse auf den benachbarten Scheibensländen abhoben. Ich kam in das Polizeigebäude. Ein paar bewaffnete Polizisten führten mich zu ihrem Vorgesetzten, der gleich- falls mit Säbel und Pistole bewaffnet war. Er war gerade damit beschäftigt, bezüglich eines zerlumpten, ganz erfrorenen alten Mannes, der vor ihm stand und vor Schwäche die an ihn gestellten Fragen nicht zu beant- Worten vermochte, irgend welche Anordnungen zu treffen. Als er mit demselben fertig war, wandte er sich mir zu. Ich fragte nach dem Mädchen, das man gestern arretirt chatte. Er hörte mir anfangs mit Aufmerksamkeit zu, dann aber lächelte er darüber, daß ich nicht wußte, weshalb man diese Art Mädchen zur Mache bringt, und vor allem darüber, daß ich über ihre Jugend erstaunt war. „Aber ich bitte Sie— es gtebt hier welche von 12. von 13, von 14 Jahren und so weiter," versetzte er munter.� Als ich'nach„der von gestern" fragte, erklärt er mir, daß sie jedenfalls noch dem„Komitee" gebracht worden sei. Auf meine Frage, wo sie die Nacht zugebracht habe, gab er eine unbestimmte Antwort); Er erinnerte sich übrigens derjenigen nicht, die ich meinte— es werden ihrer so viele eingebracht.; Als ich im Rschanow'schen Hause eintraf und nach Nummer 32 ging, fand ich bereits den Küster vor, der über der Leiche der Wäscherin ein Gebet las. Man hatte sie in ihre alte Koje gelegt, und die Bewohner des Quartiers, diese Hungerleider, hatten Geld gesammelt, um einen Sarg und ein Leichenhcmd zu kaufen und den Küster kommen zu lassen. Die Weiber hatten sie angekleidet und auf ihr Bett gelegt. Neben dem Küster stand auf der einen Seite ein Weib in einem wattirten Umhang, mit einer Wachskerze in der Hand, und auf der andern Seite, gleichfalls mit einer Wachskerze, ein Mann— oder richtiger ein Herr— in einem sauberen Paletot mit Pelzkragen, in glänzenden Galoschen und gestärktem Oberhemde. Es war der Bruder der Verstorbenen, den man aufgefunden und an ihr Todtenbett geholt hatte. Merkiner Ui Sonnabend, den 28. November 1891. Ich ging an der Trdten vorüber in die Kammer der Wirthin und fragte nach den Einzelheiten des Falles. Die Wirthin erschrak anfangs übr meine Fragen— sie fürchtete offenbar, daß man ihr irgend eine Schuld zuschreiben würde— dann aber kam sie ins Sprechen und erzählte mir alles. Beim Verlassen des Quartiers warf ich noch einen Blick au> die Todte. Alle Todten sind gut, diese aber mochte einen ganz besonders guten und rührenden Eindruck; das reine, bleiche Gesicht mit den geschlossenen, unter den Lidern groß heraustretenden Äugen, den eingefallenen Wangen und dem weichen blonden Haar über der hohen Stirn— es war ein müdes, gutes Gesicht, nicht mit dem Ausdruck der Trauer, sondern mit dem des Erstaunens. Und in der That, wenn die Lebenden mit Blindheit geschlagen sind, so müssen die Todten erstaunen. An dem Tage, da ich diese beiden Geschichten nieder- schrieb, fand in Moskau ein großer Ball statt. Ich verließ um neun Uhr Abends da? Haus. Ich wohne in einer Gegend, in welcher es zahlreiche Fabriken giebt. Kurz bevor ich ausging, hatte ich die langgezogenen Pfiffe dieser Fabriken vernommen, die noch einer Woche rastloser Arbeit das Volk für einen freien Tag hinaus- ließen. Ich überholte viele der Fabrikarbeiter und ward wiederum von vielen überholt, die nach den Theeschenken und Bronntweinläden strömten. Viele waren bereits betrunken; viele hatten Weiber bei sich. Ich lebe miten in diesem Fabriktreiben. Jeden Morgen um fünf Uhr früh ertönt der erste Pfiff, dann der zweite, dritte, zehnte und so weiter. Jeder einzelne dieser Pfiffe hatt seine besondere Bedeutung; jetzt beginnt die Arbeit der Frauen, jetzt die der Kinder, jetzt die der Greise. Um acht Uhr beginnt das Pfeifen von neuem — eine halbstündige Pause tritt ein; um zwölf Uhr pfeift es zu der einstündigen Mittagspause, und um acht Uhr zum Feierabend. Ein sonderbarerer Zufall will es, daß die drei Fabriken in meiner nächsten Nachbarsckaft nur solcke Artikel fabriziren, welche bei Bällen gebraucht werden: in der einen werden Strümpfe, in der andern Seiden- waaren, in der dritten Parfüms und Pomaden erzeugt. Man kann diese Pfiffe hören, und ihnen eine rein zeitliche Bedeutung beilegen, indem man sich zum Beispiel sagt:„Jetzt pfeift's— nun ist es Zeit, spazieren zu gehen." Man kann jedoch auch mit diesen Pfiffen die Vorstellung dessen verbinden, was sie in Wirklichkeit bedeuten, nämlich: der Pfiff um fünf Uhr bedeutet, daß sich jetzt Tausende von Menschen, Männer und Weiber, die in bunter Reihe durcheinander in einem feuchten Keller geschlafen haben, im Dunklen von ihrem Lager erheben, um in die von dröhnenden Maschinen erfüllten Fabrikräume zu eilen und dort an eine Arbeit zu gehen, von der sie weder Zweck noch Ende abschen können, uud bei dieser Arbeit in Hitze, Dunst und Schmutz mit kleinen Unterbrechungen bis zu zwölf Stunden und länger aus- zuhalten. Und dann gehen sie schlafen, um am Morgen wiederum aufzustehen und so immer und immer dieselbe, für sie selbst ganz zwecklose Arbeit zu verrichten, zu der sie einzig und allein durch die Roth gezwungen werden. Und so geht es eine Woche um die andere, immer nur mit Unterbrechung durch die Feierage— und ein solcher Feiertag ist es, zu dem sie heut entlassen worden sind. Sie kommen auf die Straßen hinaus, und überall sehen sie Theehäuser und kaiserliche Branntweinschenken und Frauenzimmer. Und nun schlendern sie Hand in Hand von einer Schenke zur andern, betrunken, am Arme eines Frauenzimmers von der Art, wie jenes, das noch der Wache geführt wurde, und sie miethen Droschken, und sie zechen und schimpfen und wanken hin und her und reden ein Zeug zusammen, das sie selöst nicht verstehen. Ich hatte dieses Treiben der Fabrikarbeiter früber äußerst widerwärtig gefunden und sie wegen desselben fast gescholten; seit ich jedoch Tag für Tag die Pfiffe höre und ihre Bedeutung kenne, wundere ich mich nur darüber, daß diese Männer nicht alle ohne Ausnahme zu jenen Gaunerbanden, jenen„ goldenen Rotten" gehören, deren Moskau so viele hat, und daß diese Weiber nicht alle auf dem gleichen Standpunkte stehen wie jenes Frauenzimmer, das ich vor meinem Hause angesprochen. Zwei Stunden lang beobachtete ich so dieses Treiben der Fabrikarbeiter auf den Straßen und Gassen, bis es gegen elf Uhr Nachts allmählig stiller ward. Hier und da sah man einen Betrunkenen oder einen Lärmmacher, der von einem Polizisten zur Wache geführt wurde. Und nun erschienen auf einmal von allen Seiten Equipagen, die alle nach derselben Richtung fuhren. Auf dem Bock saßen Kutscher in warmen Pelzen und geckenhaft gekleidete Lakaien. Die feisten, fetten Traber, die gegen den Frost mit geschmackvollen Schabracken geschützt sind, jagen mit einer Schnelligkeit von zwanzig Werst in der Stunde dahin. Im Innern der Wagen sitzen, in weite Radmäntel gehüllt, die Domen, aufs höchste besorgt darum, daß ihre Blumen und Frisuren nicht zerdrückt werden. Alles, vom Pferde- geschirr angefangen, die Wagen, die Gummiräder, das Livreetuch für den Kutscher, die Strümpfe und Schuhe, die Blumen, Handschuhe, Wohlgerüche, der Sammet, die Seide— alles das ist von jenen Leuten angefertigt, die -Tribüne. V. Jahrgang jetzt teils betrunken auf ihr hartes Lager niedergesunken sind, theils mit den Prostituirten in die Herbergshäuser gegangen sind, theils wegen Ruhestörung auf die Polizei- wachen gebracht wurden. Und mit all jenem, von diesen Leuten gefertigten Schmucke angethan, fahren nun diese vornehmen Herrschaften zum Balle, und es kommt ihnen nicht im geringsten in den Sinn, daß zwischen diesem Ball und jenen betrunkenen Arbeitern, die da über den Weg schanken und von den Kutschern angefahren werden. irgend ein Zusammenhang bestehen könnte. Diese Herrschaften fahren mit dem ruhigsten Gewissen und in der Ueberzeugung. daß sie nicht nur nichts Böses, sondern sogar etwas sehr Gutes und Schönes vorhaben, zum Balle, um sich zu amüsieren. Und nun amüsieren sie sich von 11 Uhr Abends bis 6 Uhr Morgens, in dunkler Nacht, zu derselben Zeit, da sich Tausende mit leerem Magen in den Nachtherbergen wälzen und einige, gleich jener unglücklichen Wäscherin, sterben. Das Amüsement dieser Leute besteht darin, daß Frauen und Mädchen, indem sie ihre Brüste entblößen und ihr Rückentheil durch einen künstlichen Aussatz verunzieren, sich in einen derart unanständigen Zustand versetzen, daß ein unverdorbenes weibliches Wesen sich um keinen Preis der Welt einem Manne in solchem Zustande zeigen würde; in diesem Zustande, mit bloßgelegten nackten Brüsten, bis zu den Schultern hinauf entblößten Armen, falschen Aussetzen auf dem Rückentheil und prall über die Hüften gezogenen Kleidern erscheinen Frauen und Mädchen, deren erste Tugend doch von jeher die Scham- baftigkeit war, bei hellster Beleuchtung unter fremden Männern, die gleichfalls in unanständig knappen Kleidern stecken, und sie lassen sich von diesen Männern umfassen und beim Klange einer betäubenden Musik im Kreise berumschwenken. Alte Weiber, nicht selten in gleicher Weise entblößt, wie die jungen, sitzen da und schauen zu indem sie dabei allerhand Süßigkeiten verzehren; dasselbe thun auch die alten Männer. Kein Wunder, daß diese Tinge zur Nachtzeit betrieben werden, wenn alles Volk schläft, damit niemand es sehe. Doch nein, das geschieht nicht deshalb, weil man sich verstecken will — im Gegentheil, diese Leute glauben, daß sie durchaus nichts zu verbergen haben, daß das, was sie thun, etwas sehr Lobenswerthes ist, daß sie durch ihr Amüsement, bei welchem die qualvolle Arbeit von Tausenden von Menschen vergeudet wird, nicht nur niemanden schädigen, sondern daß sie vielmehr durch dasselbe den armen Leuten zu Brot verhelfen. Es mag sein, daß es auf den Bällen recht lustig zugeht. Wie aber ist das möglich? Wenn wir mitten unter uns einen Menschen unserer Kreise sehen, der nichts gegessen hat und friert, so geniren wir uns, lustig zu sein, und stellen unsere Lustigkeit so lange ein, bis jener gegessen und sich erwärmt hat; ganz zu schweigen davon, daß man sich kaum einen Menschen vorzustellen vermag, der sich an einer Lustbarkeit betheiligt, von welcher er weiß, daß sie andern Leiden verursacht. Wir finden doch auch das Benehmen jener bösen Knaben abscheulich, die sich damit belustigen, den Schwanz eines Hundes in einen zerspaltencn Stock zu klemmen und den Hund mit dem Stocke laufen zu lassen. Sind wir denn nun hier, bei unseren Amüsements, so vollständig mit Blindheit geschlagen, daß wir den zerspaltenen Stock nicht sehen, in den wir die Schwänze aller jener Menschen eingeklemmt haben, die um unseres Amüsements willen harte Leiden erdulden? Wir leben so, als ob gar kein Zusammenhang bestände zwischen jener sterbenden Wäscherin und jener fünfzehnjährigen Prostituirten einerseits und unserem Leben andererseits— und doch muß dieser Zusammenhang uns grell in die Augen stechen. Wir können wohl entgegnen, daß wir nicht persönlich den Schwanz in den Stock geklemmt haben, doch haben wir nicht das mindeste Recht, zu bestreiten, das unsere Amüsements nicht möglich wären, wenn der Schwanz nicht eingeklemmt wäre. Wir sehen nicht, welcher Zusammenhang zwischen der Wäscherin und unser Luxus- leben besteht, aber nicht deshalb sehen wir es nicht, weil etwa ein solcher Zusammenhang nicht besteht, sondern einzig deshalb, weil wir einen Schirm vor uns aufgestellt haben, um eben n-chts zu sehen. Wenn dieser Schirm nicht existirte, würden wir sehr wohl sehen, was nicht zu übersehen ist. Ist doch jede der Damen, die in einem Kleid« für 150 Rubel zu jenem Balle gefahren ist, nicht auf einem Balle oder in einem Garderobenmagazin geboren worden; sie hat vielmehr auf dem Dorfe gelebt und Bauern gesehen, sie kennt ihre Amme und ihre Kammerjungfer. deren Väter und Brüder arm sind, die es als das Ziel ihres langen, arbeitsreichen Lebens betrachten. 150 Rubel zum Ankauf eines eigenen Häuschen zu ersparen. Sie kannte diese Dinge— wie konnte sie also so lustig sein, da sie wußte, daß sie auf ihrem halbentblößten Leibe jenes Häuschen trug, von welchem der Bruder ihrer treuen Kammerjungfer sein Leben lang schwärmt? Angenommen jedoch, daß sie zu einer derartigen Kombination nicht im Stande— dann muß sie immerhin wissen, das Sammet und Seide, Blumen, Spitzen und Kleider nicht von selbst wachsen, sondern von Menschen angefertigt werden, und auch das muß sie wissen, was ihnen einen andern gepackt und niedergeworfen hat und sie auch erfolgreich. Wie tief sie übrigens mit den gefür Menschen das sind, unter was für Bedingungen die übrigen sich auf den am Boden Liegenden stürzen, schilderten Bedingungen verwachsen, beweist am besten und warum sie jene Gegenstände anfertigen. Sie muß um ihn zu zerreißen. Die Sache ist einmal begonnen der Umstand, daß sie s meistens für inopportun halten, wissen, daß die Nähterin, welche sie noch obendrein und verpfuscht weshalb sollte nicht auch ich mein dem alles überwuchernden Patriotismus entgegen zu gescholten hat, ihr das Kleid durchaus nicht aus persön- Vergnügen daran haben? Ist irgend jemandem damit treten.) Einwendungen werden mit Argumenten erwidert, die licher Liebe zu ihr gemacht hat, sondern durch Noth geholfen, daß ich ein schmußiges Hemd trage und gedrungen, um ihr Leben zu fristen, und den gleichen mir meine Zigarretten selbst anfertige? So fragen die ihres Gleichen suchen:„ Politische Bildung"; man braucht Schluß kann sie auch bezüglich der Spizen, der Blumen Leute in dem Bemühen, sich zu rechtfertigen. Wenn dem Volfe nur Gelegenheit zu geben, Dummheiten zu und des Sammets ziehen. wir eben von der Wahrheit nicht so himmelweit entfernt begehen und es wird das„ Richtige" schon finden,„ im Diese älteren Leute haben immer eine Ausrede bei trinken kann. der Hand:" Ich zwinge ja niemanden die Sachen faufe ich, und die Leute, die Kammermädchen und Kutscher, miethe ich. Kaufen und miethen ist doch nichts Böses! Wie gesagt, ich zwinge niemanden was kann also Tadelnswerthes daran sein?" " Abec vielleicht ist das Hirn dieser Damen so umnebelt, wären, dann würden wir uns schämen, eine solche Frage Volke sprudelt ein unerschöflicher Born der Künste" daß sie auch dieser Einsicht nicht fähig sind. Nun, dann überhaupt zu beantworten. Aber wir stecken einmal so u. s. w., ein seichtes Gewäsch. Die Schweiz kennt noch das aus andern Ländern müssen sie doch wenigstens wissen, das fünf oder sechs tief in Lüge und Irrthum, daß eine solche Frage uns alte, ehrbare, vielleicht kranke Leute, Lakaien, Kammer- sogar natürlich scheint, und so müssen wir denn auch, verschwundene Gemeindebürgerrecht. Dem Gemeindejungfern u. s. w., ihretwegen nicht geschlafen haben und so peinlich es uns sein mag, eine Antwort auf dieselbe bürger steht aber das„ engste" Vaterland viel näher, als das weitere mit dessen revolutionären Kulturbestrebungen, um sie beschäftigt gewesen sind. Sie haben ihre müden, geben. düstern Gesichter gesehen und ste wissen auch, daß während Welcher Unterschied darin liegen wird, daß ich die auf einer höheren Stufe der ökonomischen Entwicklung dieser ganzen Nacht, in welcher das Thermometer 28 Grad mein Hemd eine Woche lang und nicht bloß einen Tog erwuchsen. Manchmal werden diese Bestrebungen von Kälte zeigt, ihr alter Kutscher draußen auf dem Bock tragen werde, und daß ich meine Zigarretten selbst drehen ihm adoptirt, und er gelangt dann von einem reaktionären sigt. Standpunkt zu einem die ursprüngliche Demokratie veroder überhaupt nicht rauchen werde? Aber ich weiß, daß diese Damen auch das nicht Der Unterschied wird der sein, daß irgend eine nichtenden Schluß.*) Ein Ausnahmefall, dessen spezielle sehen. Und wenn sie, diese junge Frauen und Mädchen, Wäscherin und irgend eine Zigarrettenarbeiterin ihre Beleuchtung hier abseits liegt. Die Demokratie( wir unter dem hypnotisirenden Einfluß des Balles alle diese Kräfte weniger anstrengen wird, und daß ich das, was fassen in diesem Namen die Summe aller Bestrebungen Dinge nicht sehen, dann kann man sie schließlich nicht ich für das Waschen des Hemdes oder das Anfertigen um Erweiterung der Volksrechte zusan men, von welcher verurtheilen. Denn diese armen Geschöpfe thun nur der Zigarretten gegeben hätte, eben jener Wäscherin oder Seite sie auch stammen mögen) besteht auf Grundlage das, was die älteren Leute für gut halten wie aber überhaupt irgend einer Wäscherin oder einem Arbeiter von kleinen Gemeinwesen, die über den Interessen eines können diese älteren Leute ihre Grausamkeit gegen die geben kann, der nun, statt seine Kräfte über Gel ühr ein paar Kilometer weiten Landes die ganze übrige Welt Menschen rechtfertigen? anzustrengen, eine Ruhepause halten und ein Glas Thee vergessen. Sie ist die Form des Widerstandes, den Naturalwirthschaft und Klein betrieb aller Art so sie zerseßenden Einflüssen des Kapitalismus entAber da höre ich bereits einen Einwurf unangenehm ist es den Reichen, ihre Lage zu begreifen. gegensezen. Vor dem Richterstuhle der zurückgebliebenen Man wirft mir ein: Geseßt, ich gehe in schmußiger Produktionsweisen haben alle Parteien recht, sofern sie Wäsche einher, höre auf zu rauchen und gebe das Geld nur die Ruhe des Gemeindebauernthums nicht stören. den Armen, so wird man den Armen dieses Geld doch ja, im Grunde haben Alle ihr Gutes, Ultramontane, In diesen Tagen besuchte ich einen Bekannten. Als wieder abnehmen, und mein Tropfen ins Meer hat nicht Konservative c. und auch die sogenannten Durchauseinigermaßen- Sozialdemokraten. Diese neue Probe ich das eine seiner Zimmer durchschritt, war ich sehr den geringsten Nugen gestiftet." Auf diesen Einwurf zu antworten, ist noch weit politischer Romantik räumt allen Parteien die Existenzerstaunt, bei ihm, dem Junggesellen, zwei Frauen an einem Die rechtigung ein, in göttlicher Toleranz zollt sie Anerkennung Tische sizend zu finden. Eine magere, gelbe, vorzeitig peinlicher. Dieser Einwurf ist so gewöhnlich. und giebt die Berechtigung der Forderungen der vergealterte Frau von vielleicht dreißig Jahren führte mit Antwort auf denselben ist sehr einfach. Wenn ich eine Reise zu den Wilden unternommen schiedensten Parteien zu; stets mit gleicher Konsequenz ihren Händen irgend eine Manipulation aus, und zwar mit so nervöser Hast und so erstaunlicher Schnelligkeit, habe, und diese bewirthen mich mit Koteletts, die mir der Demokratie folgend, zeigt sie endlich einem großen daß man glauben fonnte, sie sei von Krämpfen befallen. sehr schmackhaft scheinen, und ich erfahre am nächsten Theil der Arbeiter die gepflasterten breiten Pfade des daß diese Opportunismus. Ein Theil der Arbeiterführer folgt der Ihr gegenüber faß ein junges Mädchen, welches mit Tage oder ich sehe es vielleicht selbst derselben nervösen Schnelligkeit arbeitete. Beide waren schmackhaften Koteletts von dem Körper eines Kriegs- etwas ansteigenden goldenen Mittelstraße. Es ist der wie vom Veitstanz befallen. Ich trat an sie heran, um gefangenen herstammen, der eigens zum Zweck der Her- Vortheil der Bildung; sie schafft Amt und Würde. Wer Vieles bringt, wird Manchem etwas bringen, zu sehen, was sie da trieben, und sie blickten mich an, stellung dieser schmackhaften Koteletts getödtet wurde Und Jeder geht zufrieden aus dem Haus. ohne ihre Arbeit zu unterbrechen. Vor ihnen lagen und wenn im nun, nach alledem, das Verzehren von dann werde ich Häufchen von Taback und Papierhülsen sie machten Menschenfleisch für unſittlich halte Bigarretten. Die ältere Frau zerrieb den Taback zwischen und darf ich diese Koteletts niemals mehr essen, so ihren Handflächen, füllte ihn in die kleine Maschine, schmackhaft dieselben auch gewesen sein mochten, so stieß ihn in die Hülsen und warf diese dem Mädchen allgemein verbreitet auch die Gewohnheit des Menschenzu. Das Mädchen rollte die Hülsen zusammen und fressens unter meinen Mitmenschen sein mag, und so Wer etwas von den Ereignissen von 48 fennt, fann legte sie bei Seite. Alles das geschah mit solcher Schnellig- geringer Nußen aus dem Umstande, daß ich die Koteletts keit und solcher Anspannung, daß es sich jemanden, der verschmähe, dem zum Verspeisen bestimmten Kriegs- leicht verstehen, wie diese Revolution, deren natürlicher es nicht gesehen hat, nicht beschreiben läßt. Ich drückte gefangenen auch erwachsen mag. Vielleicht werde ich auch Hang, deren Tendenzen sozialistisch waren, die sich auf einmal Menschenfleisch essen, wenn der Hunger mich Sozialismus berief, sich seiner rühmte: wie sie für das ihnen mein Erstaunen über diese Schnelligkeit aus. Sozialismus und Revolution. Von Mac- Arle. II. „ Seit vierzehn Jahren habe ich nichts anderes gethan dazu zwingen wird; ich werde jedoch keine Gastmähler Proletariat garnichts leistete. Er wird den Grund darin wie soll es mir dann schwer fallen?" versetzte die geben, bei denen Menschenfleisch gespeist wird, noch werde finden, daß in dem Augenblick, wo die Revolution ausältere der Beiden. Freilich, der Geruch ist unangenehm, aufsuchen und mit meiner Theilnahme an denselben prahlen. die schon so viele andere Revolutionen herbeigeführt ältere der Beiden. Freilich, der Geruch ist unangenehm, ich an solchen Gastmählern theilnehmen, oder sie gar brach, von dem unwiderstehlichen Trieb der Umstände, und es schmerzt in der Brust." Sie brauchte das nicht erst auszusprechen -ein haben, hervorgebracht, es in Paris feine wahren Sozialisten gab, denen die Ueberzeugung Energie genug verliehen Blick auf das junge Mädchen genügte. Letzteres betrieb die Sache erst seit zwei Jahrer, aber jeder, der es bei Die Demokratie in der Schweiz und die hätte, um sich fühn hineinzumischen in die Ereignisse und dieser Beschäftigung sehen würde, müßte sagen, daß dieser fräftige Organismus infolge solcher Arbeit bereits zu zerfallen begann. Arbeiterbewegung. Von Adam Maurizio. II. sie zu beherrschen. Die Blanquisten waren im Gefängniß oder vertrieben, infolge vorausgegangener Empörungen. In jenem Augenblick waren in Paris theoretische Utopisten vorherrschend, die ihre Zeit damit vergeudeten, zu thun, Mein Bekannter, ein gutmüthiger, liberal gesinnter Mensch, hat diese beiden Frauen zum Anfertigen von Den demokratischen Beweisführungen liegt die durch was heutzutage auch viele begehen; ihre friedlichen, antiBigarretten gemiethet und zahlt ihnen 2 Rub. 50 Kop. aus unbewiesene Annahme vom Vorhandensein eines revolutionären Empfindungen zu betheuern, ihren Wunsch, für das Tausend. Er besitzt Geld und giebt es für Volfes als einem einheitlichen Körper zu Grunde. Das immer auf bürgerlich- geseßlichen Wegen zu wandeln. Als geleistete Arbeit hin- was liegt denn darin Schlimmes? Einverständniß desselben mit den sozialen Einrichtungen das Volt, das sozialistische und nichtsozialistische, den Mein Bekannter steht um zwölf Uhr Mittags auf. Den mache den Fortschritt erst möglich. Unabhängig von der ewigen Ursachen folgend, seinen außerordentlichen Sieg Abend, von sechs bis zwei Uhr, bringt er beim Karten- ökonomischen Stellung, in der sich der Bürger befindet, über die Ordnung der bestehenden Verhältnisse davon gespiel oder am Klavier zu; alle Arbeiten werden von losgelöst von den Schranken, die seiner politischen Thätig- trägen hatte, stellten sie sich nicht an die Spize der Anderen für ihn verrichtet. Das Rauchen hatte er sich feit die heutigen Klaffenunterschiede stellen, sei es möglich, Menge, sondern ihr gegenüber, sie verloren die Führung erst ganz fürzlich angewöhnt es war eine neue ihm einen immer größeren Einfluß auf die Gestaltung und thaten nichts, um die Massen den bürgerlichen InAbwechslung in seinem genußreichen Leben. des Staates zu verleihen. Die Befugnisse der Staats triguen zu entziehen, weil sie nicht den Muth hatten. Später wollte Blanquis die Versäumniß gut machen. Da ist diese Frau und dieses Mädchen, die mit gewalt beschränken, die politische Macht ganz in die tnapper Noth ihren Lebensunterhalt verdienen, indem sie Hände des Volkes legen, auf dem Wege des Vorschlags- Er wollte durch einen zweiten Aufstand die Macht gesich in Maschinen verwandeln und durch das Einathmen rechts( Voltsinitiative) neue Geseze schaffend, jeden Ueber- winnen, deren man sich zum ersten Male zu bemächtigen des Tabackdunstes ihre Lebenskraft zerstören. Und da griff irgend einer Interessentenklique verhindern; noch nicht verstanden hatte. Es war natürlich zu spät. Man kann nicht willist dieser vornehme Herr, welcher Geld besitzt, das er mehr, das Volk, jeden Einbruch in seine Rechte vorausnicht selbst verdient hatt, und es vorzieht, beim Whistspiel sehend, solle geseßliche Bestimmungen treffen, die ihn un- fürlich Augenblicke herbeiführen, wo der Sieg gewisserzu ſizen, statt sich selbst Zigarretten zu drehen. Und schädlich machen. Sollte das Leben der Gesellschaft maßen durch die Verhältnisse bestimmt wird. Die Bewegung war unwiderruflich verloren, dank dieser vornehme Herr giebt jenen beiden Frauen Geld einem Wellenmeer vergleichbar sein, welchem das einfache unter der Bedingnug, daß sie auch weiterhin so unglücklich Mittel der Uebereinstimmung des Gesetzgebers mit dem der Abneigung der Sozialisten, Ereignisse auszunußen, leben, wie sie bisher gelebt haben, d. h. daß sie für Inhalt des Gesetzes wieder Ruhe gebietet? Eine Inter- mit deren Hilfe sie hätten siegen können. ihn Zigarretten drehen. ferenzerscheinung: die sich entgegen, obgleich in gleicher Ich halte es aber für gänzlich unvernünftig, den Ich bin ein Freund der Sauberkeit und gebe der Richtung wirkenden Kräfte führen das Gleichgewicht revolutionären Geist als Ursache der Niederlage des Wäscherin Geld unter der Bedingung, daß sie das Hemd herbei, wobei wir die Frage ganz außer Acht lassen, ob Proletariats zu bezeichnen. Und solcher Beispiele fönnte wasche, welches ich täglich zweimal wechsle. Dieses Hemd denn ein solches jemals bestand. Der ganze Plan ent*) Bei dieser Gelegenheit ist auf folgendes aufmerksam zu hat die lezte Arbeitskraft der Wäscherin aufgebraucht, und spricht dem Wunsche der Kleinbürger, in ihrer Unbeweg machen. 1. Volksrechte, eine Weiterentwickelung der Inſtitutionen, sie ist gestorben. Was liegt darin Arges? Jene Leute, lichkeit sich nicht stören zu lassen.( Und man findet wie sie in uralter Form der Landgemeinde( Ausübung der Volks welche faufen und miethen, werden auch ohne mich unter ihnen keinen ernstlichen Anhänger des Zentralismus, souveränetät in freien Versammlungen mittelst offenen HandAndere zwingen, Sammet und Konfekt zu fabriziren, was ganz natürlich dem Umstande zuzuschreiben ist, daß mehrs) und des Gemeindereferendums( Graubünden u. Wallis) und ihnen diese Dinge abfaufen; sie werden auch ohne die heutige politische Gliederung des Landes in Kantone stete Begleiter des Urkommunismus, auch seinen Ueberresten anhaften; wo diese verschwanden, als ihre Hinterlassenschaft zurückmich Leute zum Drehen der Zigarretten und zum Waschen den Kleinbetrieben einen mächtigen Schutz gewährt. blieben, und modifiziert auf eidgenössischen Boden übertragen des Hemdes miethen. Weshalb sollte ich mir also diese Eigentlich ist sie die einzige eidgenössische, die schweizerische wurden. Als eidgenössisches Recht( in der ganzen Schweiz gelDinge den Sammet und den Konfekt, das reine Hemd sozial- demokratische Partei, sie zählt aber nur 1500 Mit- tend) müssen sie dann mit den primitiven Rechtsverhältnissen in und die Zigarretten versagen, wenn der Gebrauch glieder und zweifelt, ob es möglich wird, sie in nächster Sollision gerathen; denn diese kennen in vielen Stantonen fein einheitliches Erbrecht, es gilt für jeden Bezirk ein anderes Statuar derselben einmal eingeführt ist? Zukunft zu vergrößern. Vielmehr ist der Schweiz. Soz recht, kein Wechsel- und Handelsrecht( jetzt ist dem Mangel zum Ich habe diesen Schluß schon oftmals, ja fast immer, Dem." der Ansicht, daß es mit der heute bestehenden Theil durch eidgenöffiche Gesetzgebung abgeholfen), fein Striminalwenn von der Sache die Rede war, gehört. Es ist Sozialreformpartei, die, aus besagten heterogenen Ele- recht, wenigstens kein gedrucktes, keine fodifizirte Strafprozeßdas derselbe Schluß, den eine wahnsinnige Volksmenge menten gebildet, eigentlich diesen Namen nicht verdient, ordnung u. f. w. 2. Von modernen Verhältnissen untrennbare, auf ihnen aufgebaute Sozialreform, die den zurückgeblicbenen macht, wenn sie irgend etwas zerstört, Es ist derselbe sein Bewenden haben wird. Die Sozialdemokraten Landestheilen Lasten auflegt, für sie also voraussetzungslos gilt. Schluß, dessen sich die Hunde bedienen, wenn einer von rechnen mit den vorhandenen Volksrechten, und benutzen Den Widersgruch suchten wir zu lösen. D. V. 11 man viele anführen. Wir dürfen in dem Haß gegen diesen Geist nicht so weit gehen, um uns in einem fritischen, entscheidenden Moment von der Menge zu trennen. Doch wenn ich sage, daß wir uns nicht von der Menge trennen dürfen, weiß ich trotzdem sehr gut, daß wir eine Thorheit begingen, wenn wir sie zu einer Empörung aufreizten, deren Erfolg wir nicht fennen. Das dürfen wir auch nicht. anarchistischen Idee zu sein"; er fühlte den unabweisbaren| fingirte Werthe in Zirkulation zu sehen, die sich nicht Beruf zu dieser geistigen Führerschaft in sich, in diesen realisiren lassen; und als unausbleibliche Folge davon Tagen der wachsenden Reaktion, welche in dem Siege erscheint dann der Krach, der Krach, der große, große des Staatssozialismus ihren Höhepunkt erreichen wird." Krach. als zu " Beiläufig( S. 365) erklärt er den Sozialismus Nun ist freilich noch ein himmelweiter Unterschied, die letzte Universal- Dummheit der Menschheit". ob ein Proudhon vor 50 Jahren die kapitalistische EntZunächst wollen wir Mackay's politischen Standpunkt wickelung, die Konzentration des Großkapitals durch ein ermitteln suchen. Gegenseitigkeits- Kreditsystem a tfhalten und beziehentlich Müssen wir ihr auch zur Seite stehen in Augen- Das Bekenntniß, daß er die Gewaltanwendung für unterdrücken wollte, oder ob heute, in der Blüthezeit des blicken, wo sie durch ihre natürliche Lage gezwungen, zwecklos und schädlich hält, hat er bereits in der Vor- Kapitals, Jemand, der sich zur geistigen Führung des außerhalb der gewöhnlichen Bahn sich begiebt, so heißt rede abgelegt. Proletariats berufen glaubt, seine Prätensionen darauf das noch nicht, daß wir zu grausamen Gewalt- Im Verlaufe der Unterredungen zwischen der Haupt- gründet- daß die letzten 50 Jahre fapitalistischer Entthaten kommen müssen, wohin sie ein blinder person des Buches, Carrard Auban( einem„ individualisti- faltung nicht für ihn existiren. 3orn treiben. Im Gegentheil kann unter solchen schen Anarchisten") und dem Arbeiter Trupp( Vertreter Denn Mackay bekennt sich unumwunden zur alt= Umständen unsere Verbindung mit ihr einen vornehmlich der kommunistisch- anarchistischen Richtung Most's und kleinbürgerlichen Theorie: die Lösung der sozialen Frage moralischen intellektuellen Hintergrund haben, und kann der" Propaganda der That") wird dieser Gedanke des bestehe darin, daß Jedermann Kapitalist werde; Jederganz besonders dazu dienen, unnüze Grausamkeiten zu Weiteren ausgeführt. mann Kapitalist oder Händler 2c. und zwar mittelst verhindern. Der Propaganda der That", den Attentats- Lieb- des zinslosen Gegenseitigkeits- Kredites. Wir verstehen also unter der revolutionären Stellung, habern, wirft er vor, daß sie nur den Feinden in die Auban sagt nachdem er vom kommunistischen welche die Partei in der revolutionären Situation ein- Hände arbeiten und den Namen„ Anarchist" zum Abscheu zum„ individualistischen Anarchismus" bekehrt war nehmen muß, die der Ausbreitung der neuen Ideen so wie den von Mördern und Räubern gemacht werden.( Seite 147): günstig ist: daß die Partei sich nicht von den Ereignissen Mosts Kriegswissenschaft erklärt er für ein gewissenloses lossagen soll. Sie soll ihre ganze Kraft einsetzen, soll Buch und im Uebrigen sagt er von ihm und seinen Mit soziale Neuerungen einrichten, welche allein der Gesell arbeitern( S. 261): schaft der Zukunft die schrecklichen Empörungen ersparen, mit denen sie heutzutage bedroht ist. " „ Die Manchestermänner befürworten die Konkurrenz der Mittellosen unter sich, während sie das Kapital mit Hülfe staatlicher Gewalt der Konkurrenz entziehen, es Daß es jämmerliche Feiglinge sind, und daß das monopo.istren. Wir dagegen wollen es popularisiren, Blatt, welches vor einiger Zeit schrieb, man möge doch es Jedem ermöglichen, Kapitalist zu werden, Durch die Ereignisse unter den betreffenden Um- endlich einmal dem Manne, der von New- York aus un indem wir es durch die Freiheit des Kredits Jedem zuständen geleitet, wird man erkennen, was man thun muß. ablässig nach dem Kopf eines europäischen Fürsten schrie, gänglich zu machen suchen und es zwingen, wie jedes Die nüchterne Wahrheit der Lehren der Partei kann so- ein Billet nach Europa kaufen, um ihm so die Gelegen- andere Produkt, an der Konkurrenz theilzunehmen." gar von den herrschenden Klassen wohlthätig empfunden heit zu geben, sich ihn dort selbst zu holen, gar nicht im Weiter erklärt Auban( Seite 148) echt„ individuawerden, wenn sie es nämlich versteht, ihr Vorrecht ganz Uncecht war." oder theilweise freiwillig aufzugeben. In solchen Augen- Wenn nun der fommunistische Anarchismus ein VerIch erwarte und verlange feine Zuertheilung von blicken, wo sie den schrecklichen Konsequenzen ihres brechen und der Sozialismus eine Dummheit ist unsere Rechten seitens der Gesammtheit und ich fühle mich ihr Organismus gegenüberstehen, treibt sie ein alles Faule legten Ziele weder durch Gewalt, noch auf dem Wege gegenüber zu Nichts verpflichtet." zerstörender Wind, dessen Entstehungsort die Ereignisse der staatlichen Gesetzgebung, der Evolution erreicht werden können was dann? bilden. liegt, Ausdruck zu verleihen. Nun kommt die große Offenbarung Mackay's über die politischen Methoden des„ individualistischen Anarchismus: listisch": In altem Slang ausgedrückt, klingt das weit verständlicher:„ Jeder für sich und Gott für uns Alle." In Amerika sehen wir ja recht deutlich, wohin jene individualistische Freiheit", jene unbeschränkte Selbstsucht des Individuums, jene Gleichgiltigkeit und Rücksichtsführt. Darum muß die Partei, welche sich über die Ursachen des Uebels klar ist, von dem das Volk heimgesucht wird, und die nöthigen Heilmittel kennt, damit in dem kritischen Augenblicke hervortreten, um allem, was in seinem Interesse„ Die moderne Kriegskunst erkennt nun- losigkeit der Gesammtheit gegenüber, das Gemeinwesen mehr den Werth der Defensive an."( S. 313.) Das ist unser ganzer Zweck. Die Revolution " Was Ihr thun sollt, weiß ich nicht. Das Es mag unter Umständen heroisch klingen zu sagen: die wahre Revolution, nicht der Straßenfampf betrifft müßt Ihr selber wissen. Aber ich behaupte, Ich erwarte und verlange keine Zuertheilung von Rechten den gesellschaftlichen Organismus. Revolution habe ich in diesem Artikel vor Augen gehabt. Gewalt ist das einzige Mittel, dieselbe zu macherei ist; ohne Zuertheilung von Rechten seitens der Diesen Begriff der der passive Widerstand gegen die aggressive seitens der Gesammtheit" aber bei näherer Untersuchung wird Jedermann finden, daß das eitel MaulSie ist es allein, die im Stande ist, den gewaltsamen brechen."( S. 314.) Bewegungen ein Ende zu machen, sie aus einer zivilisirten Gesellschaft zu verbannen, wie man einer Krankheit ein Ende macht, deren Wurzel man zerstört. Der Kopf muß das Thun des Volkes, oft gegen dessen Willen, auf den Weg der Ruhe, der kalten Vernunft zu führen suchen. " " Bisher in der Geschichte des Jahrhunderts nur in Gesammtheit" fann Niemand zu einem Bissen Brot, zu vereinzelten Fällen hier und da nur zeitweilig zur Er- einem Rock, oder zur Buchstabirkunst gelangen. Alles, zwingung gewisser politischer Forderungen benutt was wir sind und haben, verdanken wir der aufgespeicherten Die Partei ist der Kopf des Volkes und muß es müßte einst der prinzipiell angewandte passive Widerstand Arbeit der„ Gesammtheit", von deren Resultaten wir die auch unter allen Umständen bleiben. Und der Kopf hat gegen die Regierung Und der Kopf hat gegen die Regierung vor Allem in der Steuer- Nuznießung in Anspruch genommen haben. oft blinde Leidenschaften zu zügeln. verweigerung zur vorgehaltenen Waffe werden, Unser Individualist" versteigt sich dahin, der Gean welcher der Staat langsam verbluten würde." sammtheit die Anerkennung des von ihr Empfangenen ( S. 354). zu verweigern, sowie jedwede„ Verpflichtung" ihr gegen" Steuerverweigerung" hat nur einen Sinn, wenn über abzulehnen. der Rebell gewillt und im Stande ist, den passiven In Menschen solcher Art steckt ein abscheulich- widerWiderstand der Steuerverweigerung zu einem dauernden licher, hassenswerther Hochmuthsteufel; sie verleugnen zu machen, das heißt, eventuell vom passiven Widerstand ganz und gar ihr Menschenthum, die Liebe, welche die zum aktiven überzugehen. Das fann aber nur durch schwersten Verpflichtungen in sich birgt. Gewalt wie seitens der irischen Bächter Mackay's Ideal eines„ individualistischen Anarchisten", doch die Gewalt verabscheut unser Verfasser. Mithin ist der nur seine und nichts als seine" Freiheit kennt seine Steuerverweigerung" eine Farce. erscheint uns als ein Scheusal, bei dessen Anblick es einem zwar nicht gruselt"( wie dem„ der Räuber und Mörder", als welche er die„ kommunistischen Anarchisten" ausmalt), aber in dessen Nähe man erfrieren kann." verlieren. Und dieser Kopf darf in keiner Lage thätig zu sein aufhören. Die Menge muß ihn niemals aus dem Auge Er muß ihr das Zeichen geben zu einem Vorwärts schreiten ohne Leidenschaft, ohne Zorn, aber auch ohne Unentschlossenheit. Mackay's Anarchisten". Wir haben das neue Buch von Mackay leider nicht erhalten und können deshalb keine eigene Besprechung geben. Wir finden jedoch im" St. Louis Tageblatt" eine sehr hübsche Kritik des eigenthümlichen Buches, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. " In seinem vor einigen Monaten erschienenen Buche Die Anarchisten"„ Kulturgemälde aus dem Ende des 19. Jahrhunderts" überraschte, enttäuschte und ver blüffte der„ Sturm"-Dichter seine Freunde, Genossen und Bekannten mit einem Versuche, sie vom kommunistischen Anarchismus zum individualiſtiſchen( des Herrn Benja min R. Tucker von Boston) zu bekehren, sowie mit einer Huldigung Proudhons und dessen kleinbürgerlicher Theorien. " geschehen, Der Staat beruhigt sich nicht bei der Steuerverweigerungs- Erklärung des Rebellen; sondern er schickt ihm den Sheriff und bewaffnete Mannschaft ins Haus, um ihn auszuplündern. Dabei„ verblutet" zunächst der Steuerverweigerer. ,, Sturm"! Im Glase Wasser! Was der„ Sturm"-Dichter in nationalökonomischer Beziehung leistet, ist noch gewaltiger, als sein politisches Steuerverweigerung- Manifest, seine Lehre vom passiven Widerstande. Uns scheint, daß man den guten Mackay in Amerika sehr überschäßt; bei uns hat sein Buch lange nicht das Aufsehen erweckt, wie drüben. M. hat ursprünglich ganz hübsche Naturlyrik gemacht, ja nicht gerade originell, aber doch ganz niedlich. Später hat ihn der Haber gestochen, und das ist ihm zu wenig gewesen; seit der Zeit hat er schwulstige lyrische Rhetorik produzirt, die Wie schon angedeutet, ist Mackay Proudhonist. fein Mensch lesen kann, ohne vor Lang weile zu sterben. Als Auban( die Hauptfigur des Gemäldes) noch Das Produkt einer hochmüthigen Mittelmäßigkeit ist nicht individualistischer, sondern kommunistischer Anarchist offenbar auch das legte Buch. Jeder Mensch kann war- sah er in dem größten und fühnsten Manne Tüchtiges leisten, aber erste Bedingung dafür ist, daß seiner Zeit( Proudhon) nichts als den Verräther an der er die Grenzen seiner Begabung fennt. Solche HochSache des Volkes, weil er die Schlachten des Juli nicht muthsnarren, die sich über sich selbst erheben, nimmt mitgemacht hatte.( Vielleicht Druckfehler für Junischlacht.) Niemand auf die Dauer ernst. Ein paar Kapitel befinden sich in dem Buche, welche das Thema des Verfassers absolut nicht berühren, Blind wie er war, vermochte er ebensowenig das Projekt Dieser geistige Hochmuth liegt im Grunde genommen Schilderungen aus dem Leben des Eastend- Proletariats( Proudhon's) zu begreifen- vielleicht das bedeutendste dem ganzen Geschrei von„ Individualität“ und„ Indivon London; ganz nett geschrieben und angenehm zu und weittragendste, das jemals einem menschlichen Gehirn vidualismus“ zu Grunde, denn ins Deutsche übersezt lesen- aber ohne inneren Zusammenhang mit den entsprossen welches Proudhon ein halbes Jahr als heißen die Redensarten:„ Ich bin gescheit, aber ihr Andern „ Anarchisten". Banque d'echange erörterte."( S. 114.) seid alle dumm." Das ist der Grundgedanke bei Leuten In der Einleitung spricht der Verfasser die Zu- Gemeint ist das Proudhon'sche Zettelbank- System, wie Stirner und Niezsche, und das ist auch der Grundversicht aus, in diesem Buche„ die völlige Unvereinbarkeit oder der Gegenseitigkeits- Kredit mittels Zirkulations- Bons, gedanke bei den Kleinen, wie Mackay. Der Unterschied anarchistischer und kommunistischer Weltanschauung, die durch welchen das Eigenthum reformirt und verall zwischen ihnen ist, daß die ersten nur theilweise komisch Zwecklosigkeit und Schädlichkeit gewaltsamer Tattit, sowie gemeinert werden sollte. wirken, die legten aber ganz. Man sollte also wirklich die Unmöglichkeit, irgend eine Lösung der sozialen Frage In gewissem Sinne entsprachen bekanntlich dieser nicht das schöne Pathos so verschwenden, wie es das durch den Staat bewiesen zu haben". Idee die populären Bastiat- Schulze'schen Kredit- und St. Louis Tageblatt" in seiner Mackaybesprechung thut, Vorschußvereine für die kleinbürgerlichen Elemente; ferner gegen Narren kämpft man nicht mit Schwertern, sondern auch die Wechselreiter- Praktiken, die heute noch allent- mit Pritschen. halben in Flor sind. Er bekennt sich als Proudhon's Mann und prophezeit, daß sowohl dessen" titanische Arbeit", wie Mar Stirner's unsterbliches Werk"(„ Der Einzige und sein Eigenthum" welches beiläufig die„ individualistische" Mackay scheint der Alltagswelt und namentlich dem Freiheit der Geschwisterehe vertheidigt) durch ihn wieder Geschäftsleben gänzlich fern zu stehen, so daß er keine zu Ehren kommen werden; in dieser Zuversicht unterstützt deutliche Vorstellung von den Wirkungen eines sich aller ihn Benj. B. Tucker mit der unbesieglichen Waffe seiner staatlichen Kontrolle entziehenden, die Gesammtheit um " Liberty" in der neuen Welt";" oft habe ich" jagt spannenden Kreditsystems hat. er in den einsamen Stunden meiner Kämpfe einen Blick auf das funkelnde Licht gerichtet, welches von dort aus die Nächte zu erhellen beginnt." n Da Proudhon dem Staate jede andere Funktion, Deutscher Reichstag. Der Disputirklub beginnt seine Sigungen wieder nach langer Unterbrechung, während der das politische Leben still ge standen hat. Wenn wir keinen Reichstag hätten! 120. Sihung. als administrative, abspricht und ihm nicht gestattet, in die Bestrafung des Sklavenhandels. Erste Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die Regulirung jenes Kredits auf Gegenseitigkeit syste Man rückt diese.: unmoralischen Händlern mit( schwarzen) Sklaven jetzt gehörig zu Leibe, und bekämpft sie nicht nur vermittelst einer Lotterie, des Mordbrennens und des preußischen Fusels, sondern sogar durch ein Gesez. Leider hat bei den Ber handlungen Niemand darauf hingewiesen, daß die Mordbrenneret und der Fusel doch die sichersten Mittel sind. Wenn Peters Stolz auf den Namen der erste Sänger der Anar- matifirend einzugreifen, so würde schließlich die gesammte, chie", mit dem ihn freundliche Stimmen begrüßten, als am„ Gegenseitigkeits- Kredit" betheiligte Handels- Welt eine er vor 3 Jahren die„ Sturm"-Gedichte der Deffentlichkeit einzige, große Wechselreiter- Gesellschaft werden. Denn übergab, hofft Mackay,„ auch der erste Verfechter der nichts ist so verlockend, wie„ Gegenseitigkeits- Kredit" und Genossen erst alle Einwohner Afrikas todtgeschossen oder] Woermann sie durch Schnaps vergiftet hat und zum Ueberfluß sämmtliche Dörfer verbrannt sind, so hört der Sklavenhandel von selbst auf. Abg. Arenberg( Zentrum) bittet um Auskunft, ob es wahr ist, daß der Sklavenhandel von den deutschen Behörden gefördert wird? Direktor Kaiser meint, das ist nicht so schlimm. Abg. Rintelen ist von dieser Erklärung befriedigt. Genügsamer Mann! Antrag Molkenbuhr wird abgelehnt. Eine Petition des Kreisgerichtsraths Hilfe betr. die Ausdehnung des Krankenkassen- und des Unfallversicherungs- sonst ruinirt würden. gesetzes auf die Insassen der Gefangenen- Anstalten. Abg. v. d. Schulenburg( fons.): Die Ehre der ehelichen Wöchnerinnen würde beleidigt werden, wenn man den unehelichen Krankenunterstütung gewährte. Abg. Eberty( dfr.) ist gegen den Antrag, weil schon in der vorlage, nach welcher nur meheliche" Wöchnerinnen Anspruch auf Kommission festgestellt sei, daß dadurch die Dienstboten nicht Krankengeld haben sollen, während die Kommission das Wort ,, eheliche" gestrichen hat. Redner vertheidigt seinen Antrag mit besser gestellt würden.(!) dem Hinweis auf die gute Sitte, ein öffentlich- rechtliche VersZu§ 3( Ausschluß der Personen des Soldatenstandes und tragsverhältniß dürfe nicht gegen die Sittlichkeit verstoßen. Die der im Staats- oder Kommunaldienst Beschäftigten, die im Er- uneheliche Wöchnerin habe ja an und für sich Anspruch auf frankungsfalle Anspruch auf Fortbezug des Gehaltes oder Unter- Alimentation seitens des Verführers. stützung auf mindestens 13 Wochen haben) beantragt Abg. Auer die Verlängerung der vorausgesetzten Unterstützungsdauer auf ein Jahr. Abg. Biehl( Bentr.): Geht nicht, weil die Ortskrankenkassen Staatssekretär v. Bötticher sagt daffelbe. Abg. Bebel( Soziald.) weist darauf hin, wie hier die äußerste( Also auf deutsch: Wenn die Leute etwa frank werden, Rechte wieder einen Standpunkt einnehme, der sich mit den so daß sie länger als 13 Wochen liegen, dann können wir ihnen Forderungen des Christenthums so wenig in Einklang bringen mit unseren Stassen nicht helfen schöne Stassen, schöne Soziallaffe. Dabei kämen die Herren Bredow und Genossen in Kon- reform!) flikt mit den Interessen der freien Arbeiter nicht nur, sondern An einen Antrag Dr. Höffel( Els.), daß die ärztliche Beauch der Unternehmer, welche freie Arbeiter beschäftigen. Denn handlung nur durch einen approbirten Arzt geschehen dürfe, wenn Strafgefangene nicht versicherungspflichtig seien, so sei das knüpft sich eine allgemeine Unterhaltung über die Naturheileine Prämie für die Unternehmer, die Gefangene beschäftigen. methode. Herausheben wollen wir nur eine naive Aeußerung Und je mehr man den freien Arbeitern Konkurrenz schaffe durch von Beschäftigung Strafgefangener, desto mehr erschwere man den freien Arbeitern die Möglichkeit, Arbeit zu finden, desto mehr nehme auch die Kriminalität zu, namentlich der Rückfälligen. Petition betr. Revision des Wuchergesetzes. Hier tummeln sich die Antisemiten und führen ein Tournier mit den Philosemiten auf. Abg. Virchow( dfr.): Ein Naturarzt hat doch nicht wie ein staatlich approbirter Arzt wissenschaftliche und gemeinnüßige Interessen, sondern es kommt ihm nur darauf an, zu rentiren, und darum ist seine Konkurrenz nicht immer eine würdige. Die Entdeckung, daß die staatliche Approbation den Leuten wissenschaftliche und gemeinnüßige Interessen verleiht, ist jedenfalls sehr gut. 123. Siknng. Abg. Bebel( Soz.) fieht keinen Grund, die Kommissionsfaffung nicht anzunehmen, weil die Bestimmung über die unehelichen Wöchnerinnen weder in der Gemeindekranken- Versicherung noch bei einem Theil der Hilfskafffsen vorhanden sei. In vielen Hilfskassen bestehen sie, und ihre möglichst weite Ausdehnung sei durchaus wünschenswerth. Dem Abg. von der Schulenburg erwiedert der Redner, daß in den Kreisen, in welchen die Sozialdemokratie am verbreitetsten sei, die Zahl der unehelichen Geburten am geringsten, dagegen umgekehrt gerade in den Landkreisen des Ostens am höchsten sei. Das stehe fest, daß die Sittlichkeit des Volkes heute weit höher sei als zu der Zeit, wo die Vorfahren der Herren auf der Rechten und im Bentrum noch das jus primae noctis hatten( Heiterkeit). Wir feien in dieser Beziehung vorwärts geschritten und nicht rückwärts. Wie komme man dazu, wenn man eine uneheliche Ge burt als ein moralisches Vergehen betrachte, die fakultative Unterstüßung zuzulassen? Das sei doch ein Widerspruch. Eine eben solche Ungerechtigkeit sei es auch, alle Schuld hierbei auf die armen weiblichen Wesen abzuwälzen. Man müsse doch auch bedenken, daß nicht bloß eine Mutter, sondern auch ein Vater 2. Lesung der Krankenversicherungsnovelle. schiedene Anträge, darunter Antrag Auer, alle gegen Lohn oder Abg. Bebel( Soz.): Bezüglich der Zuziehung nur appro- unehelicher Kinder vorhanden sei, der nur in den seltensten Gehalt beschäftigten Personen für versicherungspflichtig zu er- birter Aerzte steht Redner auf entgegengesetztem Standpunkte Fällen unter der arbeitenden Bevölkerung zu suchen sei. Die klären, einschließlich der Hausindustriellen und derjenigen Familien- wie die Antragsteller. Das Intereffe der Aerzte müsse zurück- uneheliche Arbeiterin leiste an Beiträgen eben so viel wie die angehörigen eines Gewerbetreibenden, deren Beschäftigung in stehen hinter dem Interesse der ärmeren Bevölkerung. Die Be- eheliche, und es sei deshalb kein Grund zur Entziehung einer dem Gewerbebetriebe nicht auf Grund eines Arbeitsvertrages ftrebungen der Aerzte seien seit den letzten 10 Jahren reine Unterstützung im Krankheitsfalle vorhanden. stattfindet. Auch soll die Versicherungspflichtigkeit nur bei Be- Innungsbestrebungen geworden. Man dürfe aber nicht ver- sei aber jede Niederkunft; das ergebe sich schon daraus, daß der triebsbeamten, Handlungsgehilfen, Apothekergehilfen, Anwalts-, geffen, daß in der letzten Zeit eine Umwandlung der medizinischen Arzt den Wöchnerinnen anbefehle, zehn Tage im Bett zu bleiben. Notar-, Gerichtsvollzieher- Gehilfen, ferner bei den von Kranken- Wissenschaft stattgefunden hat, gerade auf Anregungen aus Die Unterſtügung liege im Intereffe der Erhaltung der Wöchfaffen, Berufsgenossenschaften, Versicherungsanstalten, sowie in nerin wie des Lebens des Kindes. Oder wolle man die Sterb Kommunalbetrieben und im Kommunaldienst beschäftigten Perlichkeitsziffer der unehelichen Kinder noch erhöhen? sonen an die Boraussetzung gebunden sein, daß ihr Lohn oder bare Redensart" vom jus primae noctis gefallen sei, welche die Abg. v. d. Schulenburg bedauert, daß die unqualifizir Gehalt 62% Mark pro Arbeitstag nicht übersteigt. Abg. Goldschmidt( dfr.): Mit der Versicherungspflicht Sozialdemokratie draußen zu einer wüsten Agitation benuge. 125. Sikung. schwächt man bei den Handlungsgehilfen das Gefühl der eigenen Verantwortlichkeit.( Sehr gut! Sankt Manchester muß ja derartige moralische Fragen verstehen, als Heiliger). 121. Sibung. Eine Krankheit Interpellation Hize betr. Hebung des Handwerks. Abg. Hike( 8entr.): Alle Bestrebungen, dem Handwerk wieder zur Blüthe zu helfen, find bis jetzt gescheitert. Welche Maßregeln will die Regierung nunmehr ergreifen? Es handelt fich um Regelung des Lehrlings- und Gesellenwesens und um Organisation des Handwerks. Laienkreisen. Er selbst würde sich nie an einen Kurpfuscher wenden, aber die Anschauungen darüber seien verschieden, und nicht nur aus den Ungebildeten, sondern gerade aus den wohl habenderen Kreisen rekrutirten sich die Anhänger der Naturheilverfahren, z. B. der Kneipp'schen Kur. Der Begriff approbirter Arzt" sei ein viel zu enger. In Berlin gäbe es eine Anzahl weiblicher Aerzte, die auch keine approbirten Aerzte seien, aber eine ausgezeichnete Praxis hätten und jedenfalls auch eine ausgezeichnete Vorbildung im Auslande genossen hätten. Diese würden nach dem Antrage Birchow nicht Stafſsenärzte werden können und ebenso viele Andere, die zwar nicht approbirte Aerzte, aber doch in der Heilkunde große Erfolge hätten, ferner aus ländische approbirte Aerzte, die aber in Deutschland nicht Staatssekretär v. Böttider bespricht einige HandwerkerDie Voraussetzung des Antrages Virchow wünsche: Regelung der Verhältnisse der Konsumvereine, Ge würde die Pflicht für den Arzt sein, überall, wohin er gerufen fängnißarbeit, Submissionswesen, Abzahlungsgeschäfte, Haufirwerde, auch zu kommen; ja, die eigentliche Voraussetzung wäre handel und ähnliche kleine Schmerzen. Die Hauptwünsche: den sogar die Verstaatlichung der Aerzte. Für die Seelenärzte gebe Bejäbigungsnachweis und die obligatorischen Innungen erklärt der Staat jährlich Millionen aus, für die Aerzte des Körpers er für unausführbar. Dafür sollen Handwerkerkammern einkeinen Pfennig, obgleich diese nach seiner persönlichen Ansicht gerichtet werden. Mit anderen Worten:„ Ja, gute Leute, wir nüßlicher seien als die Seelenärzte.( Heiterkeit.) Redner ver- fönnen euch kein Brot geben, vielleicht könnt ihr aber diesen weist weiterhin darauf, daß auf dem platten Lande zumeist Stein gebrauchen?" Die Rede schließt: approbirte Aerzte garnicht zu haben seien. Uebrigens aber ge-„ Die Niedergeschlagenheit im Handwerk über das Verhalten höre die Regelung dieser Frage garnicht in das Krankenkassen- der Regierung ist nicht berechtigt. Ich bitte, fich gegenwärtig zu gesetz, sondern in die Gewerbeordnung. Abg. Bruhns( Soz.) vertheidigt den sozialdemokratischen Antrag, da kein Grund vorhanden sei, einen Theil von Arbeiter kategorien von der Wohlthat des Versicherungszwanges auszuschließen. Freilich ist die jetzige Organisation des Zwangskaffenwesens nicht eine solche, die populär werden könnte, man hätte vielmehr an die Organisation der freien Kassen anschließen, man approbirt feien. hätte das bureaukratische Element vermeiden sollen. Das Gefinde falle nicht unter den Zwang, obgleich die Gesindeordnung den Dienstboten im Krankheitsfalle ziemlich schutzlos laffe; denn die Herrschaft habe nur für Krankenverpflegung bis zum Tage des gesetzlichen Dienstaustritts zu sorgen und dabei nur bei solchen Erkrankungsfällen, welche im Dienste oder durch den Dienst herbeigeführt worden sind. Der Dienstbote stehe in dieser Beziehung also im Nachtheil gegenüber dem gewerblichen Arbeiter. Aehnlich verhalte es sich mit den Seeleuten. Auch die Hausgewerbetreibenden hätten ein Recht auf Schutz im Erkrankungsfalle, denn Hunderttausende unter denselben wären ebenso unselbständig und noch unselbständiger als die übrigen gewerblichen Arbeiter und befänden sich in einer nicht besseren Lage. Abg. Eberty( dfr.) meint, wir sollten einstweilen gar keine weiteren Gesetze mehr machen, denn die Sache hat doch ihre Schattenseiten. wer leistet noch wird." halten, daß ganz außerordentliche Schwierigkeiten in der Lösung Zwei Anträge Auer liegen vor, die Krankenunterstützung dieser Frage liegen. Ich berufe mich lediglich darauf, wie in bereits vom Tage der Erkrankung ab zu gewähren und die diesem hohen Hause die Gegensätze aufeinandergeplakt find, und Dauer dieser Unterstützung von 13 Wochen auf 1 Jahr zu ver- daß die Regelung der Interessen des Handwerkerstandes keine längern. Abg. Buhl( natlib.): Was die Aerzte anfange, so glaube olirte Aufgabe ist, sondern dabei alle möglichen anderen Intereffen, namentlich die der Großindustrie berücksichtigt werden er, daß es bei den Aerzten gerade ethische Gründe seien, welche müssen. Die Aufgabe einer weisen Staatsregierung ist es, diese Abg. Schrader( freis.) hat eine große Entdeckung gemacht: fie veranlaßten, Behandlung nur durch Approbirte zu wünschen. Intereffen dahin auszugleichen, daß ein jeder Erwerbsstand im er weist darauf hin, wie die Parteien zur Rechten und zur( Der Konkurrenzneid als ethischen Grund Lande seine Rechnung dabei findet.( Beifall links.) Ich hoffe, Linken im Prinzip dasselbe wollten. Nur mit dem Unterschiede, mehr?) daß wir zu einer solchen Organisation des Handwerks kommen § 6a.( ortsstatuarische Ausnahme von der Unterstützungs- und daß dann das Handwerk auch weiter eine Stüße für Thron daß die anderen Parteien nach und nach machen wollten, was die Sozialdemokraten mit einem Sprunge machen wollten, wo- gewährung) enthält eine Bestimmung, daß einer Person, die im und Vaterland sein wird, daß es sich fern halten wird von der gegen die freisinnige Partei der wahre Jakob sei. Wie Gold- Laufe eines Jahres für 13 Wochen Krankenunterstützung erhalten schmidt die eigene Verantwortlichkeit", so will er die eigene hat, im Laufe des nächsten Jahres bei einer durch dieselbe Ur- Befürchtung, daß der Handwerkerstand sich sozialdemokratischen Anschauungen zuwenden werde.( Lachen bei den Sozialdemo Straft" der Handlungsgehilfen erhalten. Gott, was für Catone! sache entstandenen Krankheit auch nur für die Gesammtdauer fraten.) Ich hoffe, daß dann der goldene Boden, den das Abg. Singer( Soz.) plaidirt nochmals für weitgehendsten von 13 Wochen Unterſtüßung zu gewähren ist, daß aber diese Handwerk früher gehabt hat, ihm auch ferner erhalten bleiben Versicherungszwang, im Gegensatz zu den Freifinnigen. Im Unterstützung schon von dem Tage des Eintritts der ErwerbsEinklang mit diesen würden er und seine Freunde allerdings unfähigkeit ab und für Sonn- und Festtage zu erfolgen hat. Es nütt eben alles nichts, das Handwerk geht zu Grunde, Allem zustimmen, was zur Wahrung der Intereffen der freien Die Kommission schlägt dazu Zusätze vor, nach welchen Kassen diene. Charakteristisch sei die Aeußerung Eberty's, die gegen entsprechende Beiträge auch den Familienangehörigen der und eine Bourgeoisie, wie die deutsche, wird sich hüten, den Freifinnigen wollten Schul- und Militärzwang, aber feinen Berficherten die Einbeziehung in die Kaffen- Behandlung zuge- Leuten außer Worten etwas anderes zu geben. Abg. Eberty( dfr.): Wie die Herren vom BundesrathsBwang in wirthschaftlichen Dingen. Wo das Bourgecis- Interesse standen werden kann, sowie für die gesammte ärztliche Behand- tische habe auch ich als Vertreter der Reichshauptstadt die Verin Frage komme, da erkenne der freifinnige Manchester- Standpunkt lung die Bestellung besonderer Kaffenärzte, Apotheken, KrankenHilfe- flärt wurde, ohne obligatorische Innungen und ohne Beden Zwang an. Einen Vorgeschmack davon hätten seine Freunde häuser erfolgen fann mit Ausschluß der Honorirung aller Hilfe handlungen der Handwerkerkonferenz angehört, bei welchen er erhalten, als thr Antrag auf obligatorische Fortbildungsschulen leistungen seitens anderer Personen und Institute ais von der fähigungsnachweis sei das Handwert überhaupt verloren, und in Berlin von der freisinnigen Majorität in der Kommunal- Kaffe bestellten. bertretung abgelehnt worden sei. Den Zwang für Handlungs- Ein Antrag Auer will in§ 6 a den Ausschluß der Unter- die Handwerker müßten sich überlegen, ob es nicht besser sei, zur des Handwerkerstandes gewiß sehr bemerkenswerth. Der goldene Handlungsgehilfen seien nur 30-40 000 in Hilfskaffen versichert. Schlägereien, durch Trunkfälligkeit oder geschlechtliche Aus- Boden des Handwerks besteht eben noch so wie früher.( Schade, gehilfen befürwortend, erwähnt Redner, von insgesammt 600 000 stützung bei Krankheiten, welche durch schuldhafte Beteiligung bei Opposition überzutreten. Diese Erklärung ist für die Vertreter Bei solcher Indolenz derselben müsse man sie zwangsweise gegen schweifungen entstanden sind, streichen. die Folgen von Krankheit schüßen Der einzig akzeptable Antrag Abg. Bebel( S.D.) hält es für den Zweck des Gesetzes, daß ihn diese verblendeten Handwerker gar nicht sehen wollen!) Abg. Grillenberger( Soz.): Es fällt uns nicht ein, das sei der sozialdemokratische, der den Versicherungszwang so weit die Kranken so rasch als möglich zu heilen und sie während ihrer kleine Handwerk vernichten zu wollen. Das kleine Handwerk als möglich greife. In vielen Fällen wäre die Kasse nicht in der Lage, die Ge- muß ganz von selbst zu Grunde gehen, weil es gegen das große Kapital nicht aufkommen kann. Mit solchen Palliativ währung der Unterstützung von dem Ausfall der Untersuchung mittelchen, wie sie in den Innungsbestrebungen enthalten find, 122. Sihung. über die Ursache einer Krankheit abhängig zu machen, da diese werden Sie den Untergang des kleinen Handwerks nicht Die zweite Berathung der Krankenversicherungs- oft erst erfolge, wenn die Krankheit schon geheilt fei. Oft laffe aufhalten. Je mehr Sie verfehlte Mittel anwenden, Novelle wird fortgesetzt bei§ 2. Derselbe zählt auf, welche es sich auch gar nicht erweisen, ob Jemand durch eigenes VerSie das Lager desto mehr werden das Handwerk in Personen durch Ortsstatut dem Versicherungszwange unter- schulden z. B. in eine Schlägerei verwickelt gewesen sei. Im der Sozialdemokratie treiben. Die kleinen Handwerker worfen werden können. Ein Antrag Bruhns- Wolkenbuhr( Soz.) Falle ein Arbeiter in das deliriums tremens verfalle, dürfe man will hier hinzufügen: Dienstboten, einschließlich des in Land- doch seine arme Familie nicht darben lassen. Für besonders bemüſſen ja einsehen, daß ihnen nicht anders geholfen werden oder Forstwirthschaft beschäftigten Gefindes. denklich hält Redner die Verweigerung der Unterstützung bei fann, als durch eine Verstaatlichung der Produktion. Wo Sie Abg. Graf Holstein( tons.): In der ersten Lesung der geschlechtlichen Krankheiten, da dann die Krankheit möglichst ver- fr das Handwerk Vortheile haben wollen, berufen Sie sich auf die kaiserliche Botschaft. Als es sich aber im vorigen Jabre um Kommission set ein tonservativer Antrag, die Dienstboten den Heimlicht und dann erst recht gefährlich werden würde. den Arbeiterschutz handelte, a leistete die Bourgeoisie einen Bestimmungen dieses Gesetzes zu unterwerfen, angenommen Abg. Dr. Hirsch( dfr.): Höher als das individuelle bartnäckigen, geradezu majestätsbeleidigenden Widerstand gegen worden. Erst bei der zweiten Lesung sei die betreffende Be- Interesse der Personen steht das ethische der Klasse.( Cato die kaiserlichen Erlasse. Wir haben nichts gegen die Gründung stimmung gestrichen worden, weil die Vertreter der verbündeten Nr. 3.) von vernünftigen Handwerkerkammern; aber wir sordern dann Regierungen sich so entschieden dagegen erklärt hätten. Aussicht, 124. Sihung.( Fortsetzung.) auch die Bildung von Arbeiterkammern. § 1 wird in der Kommissionsfaffu ng angenommen. daß der Antrag Bruhns von der Regierung akzeptirt werde, Zu§ 20 beantragt bestehe deshalb nicht. Jie seit 1877 bestehende, weltbekannte Abg. Spahn( 8tr.) die Wiederherstellung der RegierungsUhrenfabrik von MAX BUSSE 157. Invaliden- Strasse 157, neben der Markthalle, verkauft jetzt sämmtliche Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Spezialität: Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. Meerschaum-, Bernstein- und Elfenbein- Waaren. Spezialität: Portraits bewährter sozialistischer Führer( Lassalle, Mare u. A.), in Cigarrenspiken, Pfeifenköpfen, Shlipsnadeln, Manchettenknöpfen, Stöcken und en detail. Brochen, Büsten. en gros. B. Günzel, Brunnenstraße 157, am Rosenthaler Thor. Allen Freunden und Genossen zur NachKranzbinderei u. Blumenhandig. richt, baß ich von J. 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