VMs Berliner u ritiiiiif. Sozial-Politisches Wochenblatt. P-lttifch- Notizen.- Zum Fandeokongreß der s-zia listische« Ardeilerpartei Frankreich».— Deutschland al» Industriestaat.— Uerschiedene«. «edicht.— U-veUe.— Schweizerische Ardeiterhan» lzaltungsbndget«.— Eine sozialpolitische Entdeckung« Dampskriiste der M-lt.— Derdrechen und Notiz.— Deutscher Reichstag. Varteigenossen! Mit der ziveitnächsten Nummer beginnt bie „Berliner U o l k s- T r i b ü n e" ihren sechsten Jahrgang. Sie wird bleiöcn, was sie seit ihrer Begründung gewesen:.Die Sturmfahne der revolutionären Sozialdemokratie." Die neue Redaktion wird bestrebt sein, das Blatt inhaltlich und der Form nach wieder in der Weise zu leiten, wie es sein Begründer gethan. Die Zahl der Rubriken wird vermehrt, ein besonderes Augenmerk auf die gewerkschaft- liche Bewegung und die Bestrebungen der ausländischen Go nossen gewandt werden. Die Sprache der Artikel wird schar und bei aller Knappheit deutlich und gemeinverständlich sein. Wir bitten die befähigten Genossen, uns durch rege Mit- arbeit thatkräftig zu unterstützen. Die Postabonnenten unseres Blattes erinnern wir daran vor Monatsschluß ihr Abonnement zu ernener», da dasselbe von der Post sonst als erloschen betrachtet wird. P ostzeitungskatalog Nr. 893. Preis pro Quartal 1,50 Mark bei Sclbstabholung von der Post, durch den Briefträger ins Haus 1,05 Mark Die Hr-nzb-ndab-nn-nten bitten wir, wenn möglich, vom 1. Januar 1892 direkt von der Postanstalt zu beziehen, da die Expedition sich bedeutend vereinfacht. Wo Kreuzband weiter gewünscht wird, bitten wir um umgehende Nachricht. Der Abonnementsprets beträgt für Deutschland und Oesterrcich-Ungarn 1,80 Mark, für das übrige Ausland 8,15 Mark. Komplrte Jahrgänge von 1890 und 1891 können durch bie Krpebitio«»achbczogen werden. Votttische Notizen. — Den Anfang eines Bruches mit der Bismarck'schen Wirthschaftspolitik scheinen die neue» Handelsverträge . zu bilden. Nach denselben wird der Zoll auf Weizen und Roggen ans Oesterreich-7 das wird nicht viel be- deuten, da Oesterreich im günstigsten Fall etwa 20 pCt. unseres Bedarfs liefern könnte— und aus den Ver- einigten Staaten von 5 Mark pro Doppelzentner auf 3,50 Mark erniedrigt. Da Rußland auf die nächsten Jahre nicht in Betracht kommt, so ist seine Aufführung nicht nöthig. Die Herabminderung des Zolles für ameri- konisches Getreide ist freilich nicht dem hungernden Volke zu Liebe geschehen, sondern eine Kompensation für die Zulassung des deutschen Zuckers in Amerika, also ein Liebensdienst an die Rübenbarone. Immerhin kommt das auch dem Volke zu gute. Freilich ist der Zoll von 3.50 Mark dadurch auf 12 Jahre festgelegt— jedoch, wer weiß, was dazwischen kommt. Zwölf Jahre ist bei den gegenwärtigen unsicheren Verhältnissen eine Zeit, deren Ereignisse sich nicht übersehen lassen. — Einen Antrag auf Gewährung von Diäten für den Reichstag haben die Freisinnigen eingebracht. Viel- leicht ist die Sache nicht so ganz aussichtslos. Die Diätenlosigkeit wurde von den bürgerlichen Parteien in Hinsicht auf die Sozialdemokratie aufrecht erhalten; da sie aber jetzt einsehen, daß das Mittel doch nichts nutzt, so ist es möglich, daß sie sich eines anderen besinnen. Einen Kämpfer für die Diäten dürften wir am Fürsten Bismarck gewinnen; als Kanzler war er zwar stets gegen sie; aber wenn er selbst etwas davon abbekommt, so wird er womöglich sogar dafür in die Schranken treten. — Am 16. Oktober d. I. hatte das Reichsgericht aus Anlaß mehrerer Spezialfälle abermals die Entscher dung getroffen, daß Drohung mit Streik als Erpressung anzusehen und zu bestrafen fei. Im ersten vorliegenden Falle hatten zwei Arbeiter in einer Fabrik den täglichen Lohn beansprucht, obgleich an beiden Tagen wegen der Wahlen zum Reichstag gar kein Betrieb stattgefunden hatte. Beide Arbeiter hatten sich bei ihrer Einstellung der Bedingung gefügt, daß sie von den Vorarbeitern jeden Tag entlassen werden könnten Unwillig über jene beiden unsreiwilligen Feiertage, ver langten beide Arbeiter den Lohn unter der Drohung, daß falls ihrem Wunsche nicht Folge geleistet werde, sämmt liche Arbeiter der Fabrik streiken würden. Die Arbeit- geber zahlten, um einen Streik in ihrer Fabrik zu ver meiden, die geforderten Beträge. Beide Arbeiter wurden jedoch vom zuständigen Landgericht wegen Erpressung zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Im zweiten Fall? waren vier Arbeiter entlassen worden, weil sie sich den Anordnungen ihrer Vorgesetzten nicht gefügt hatten. Da sich die übrigen Arbeiter mit diesen vier solidarisch fühlten, beschlossen sie, die Arbeit ruhen zu lassen, bis jene vier Kollegen wieder angenommen sein würden. Der eine der entlassenen Arbeiter stellte nun, unterstützt von seinen Genossen— als Sprecher einer Lohnkommission—, an die Arbeitgeber die Forde- rung, daß nicht nur jene vier Arbeiter wieder aufgenommen werden sollten, sondern daß die betreffenden Arbeiter auch nicht am folgenden Sonnabend wieder entlassen werden dürften. Auch in diesem Falle gaben die Arbeitgeber nach, mit Rücksicht auf die im Weigerungsfalle ihnen bevorstehenden Verluste. Das zustehende Gericht sah das Vorgehen der Angeklagten als Erpressung an. weil die Arbeitgeber nicht verpflichtet waren, entlassene Arbeiter wieder aufzunehmen, und Letzteren durch die Wiederein- stellung ein Vortheil erwachsen war. und verurtheilte die vier Arbeiter zu je drei Monaten Gefängniß. Sämmtliche Verurtheilten legten Revision ein und liefe gelangte vor dem Reichsgericht zur Verhandlung, in welcher der Vertheidiger der Verurtheilten darauf hin- wies, daß falls das Vorgehen derselben strafbar sein olle, von der Koalitionsfreiheit nicht viel übrig bleiben werde. Demgegenüber führte der Reichsanwalt aus. daß die Koalitionsfreiheit zu Recht bestehe. Wenn aber einem einzelnen Arbeiter ein Zwang gegen die Arbeitgeber nicht zustehe, so könne auch einer Gemeinschaft von mehreren Arbeiiern(Lohnkommission) ein solcher Zwang nicht zu- tehen. Die Angeklagten hätten nicht etwa, wie dies bei Streiks sonst üblich sei, Unterhandlungen mit den Arbeit- gebern angeknüpft, sondern sie hätten ohne Weiteres eine Tyrannei gegen dieselben ausgeübt.(!!) Ja. sie wär.n ogar so weit gegangen, daß sie Posten aufstellten, um diejenigen Arbeiter, die sich den Anordnungen der Arbeit- geber fügen wollten, abzuhalten, die Arbeit aufzunehmen. Von einem derartigen Vorgehen könne man nicht sagen,' laß es durch das Gewerbegesetz gutgeheißen werden solle. Fordern könnten die Arbeiter Alles, aber es frage sich nur, wie sie es fordern. Wenn Jemand etwas Un- berechtigtes fordere, so handelt er damit noch nicht rechts- widrig; sein Vorgehen werde aber rechtswidrig, wenn er einer Forderung Nachdruck gebe durch eine Art und Weise, die nur für berechtigte Forderungen Jemand zu- stehe, nämlich durch Zwang. Berechtigt sei aber die Forderung der Angeklagten doch nicht gewesen. Bei Beurtheiluug der Sache machte das Reichsgericht die Ansicht des Reichsanwaltes zu der siiniqen und verwarf die Revision.— Die Unternehmerpresse ist hocherfreut über diese reichs- gerichtliche Entscheidung; sie beeilt sich, dieselbe ihren Lesern mitzulheilen. Die„Baugewerks-Zeitung" thut das mit der Bemerkung, die Entscheidung sei„überaus wichtig für Arbeitgeber jedes Gewerbzweiges." Allerdings, das ist sie; die Unternehmer werden, auf dieselbe pochend, nun noch mehr die Hilfe der Polizei und der Gerichte gegen„streik- lustige" Arbeiter in Anspruch nehmen. Eifrige Staatsanwälte werden noch mehr als seither sich bemühen, den Begriff„Erpressung" gegen- über Arbeitern, welche für ihre und ihres Standes berechtigte Interessen einstehen, zur praktischen Geltung zu bringen. Es sei daran erinnert, daß jetzt etwa zwei Jahre verflossen sind, seitdem deutsche Staatsanwälte und Ge- richte auf die kühne Idee verfallen sind, die Androhung des Streiks sei„Erpressung". Seitdem sind mehrere Verurtheilungen von Arbeitern aus gleichem Anlaß geschehen. Der neue„Erpressungs"- Begriff hat sich sehr schnell in die Justiz eingebürgert. Volle zwanzig Jahre wußte die Justiz nichts von ihm. Der§ 253 des Strafgesetzbuches bestimmt: „Wer, um sich oder einem Dritten einen rechts- widrigen Vermögensvortheil zu verschaffen, einen Anderen durch Gewalt oder Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nöthigt, ist wegen Erpressung mit Ge- fängniß nicht unter einem Monat zu bestrafen." Das Gesetz stellt hier die Erpressung neben den Raub. Ausdrücklich heißt es in den Motiven, welche dem Entwürfe des gegenwärtigen Strafgesetzbuches von der Regierung beigegeben waren:„Die Erpressung setzt ebenso wie der Raub einen Vermögensvortheil voraus, auf welchen der Thäter kein Recht hat, und unterscheidet sich dadurch auch insbesondere von der Selbsthilfe". Der Charakter der Erpressung als Eigenthumsver- brechen also wird bestimmt durch einen rechtswidrigen Vermögensvortheil. Was aber ist ein rechtswidriger Ver- mögensvortheil? Nach der übereinstimmenden Definition der Rechtsgelehrten(siehe u. A. Schwärze's„Kommentar zum Strafgesetzbuch für das deutsche Reich", S. 728, flg.) ist öas ein solcher Vermögensvortheil, den der Andere zivilrechtlich nicht einklagen kann, oder der nicht Gegen- 'tand eines rechtsverbindlichen Vertrages sein kann. In ler(solchermaßen zu konstruirenden) Rechtswidrigkeit liegt, so erklärt Schwarze,„auch der Unterschied gegen die Selbsthilfe." Daß es sich bei dem Bestreben der Arbeiterkoalition, lie Löhne für ihre Mitglieder zu erhöhen, um die Be- 'chaffung rechtswidriger Vermögensvortheile handelt, iberhaupt denselben bestimmte Vortheile zu sichern, kann licht angenommen werden, ohne unsere ganze Rechts- ordnung geradezu auf den Kopf zu stellen. Dieselbe räumt den Arbeitern ausdrücklich das Recht ein, die Unternehmer durch Androhung und Verhängung von Arbeitseinstellung zur Bewilligung der geforderten Lohn- und Arbeitsbedingungen zu zwingen. Der Um- tand, daß damit dem Unternehmer eine Vermögens- chädigung angedroht oder bewirkt wird, kommt bei Aus- Übung dieses Rechtes der Arbeiter gar nicht in Betracht, umsoweniger, als auf der anderen Seite der gesetzlich anerkannte Vermögensvortheil der Arbeiter steht. Es handelt sich um einen wirthschaftlichen Jnteressenkampf zwischen Arbeiter und Unternehmer mit dem Rechte der freien Entschließung und Initiative auf beiden Seiten. Vermögensvvrtheile, die der Arbeiter durch Androhung oder Verhängung von Streiks erreicht, sind nicht minder rechtlich, wie diejenigen, die der Unternehmer sich zu ver- schaffen weiß, indem er den Arbeiter durch die Androhung der Entlassung zwingt, z» niedrigerem Lohne zu arbeiten, überhaupt sich schlechtere Arbeitsbedingungen und damit eine Vermögensschädigung gefallen zu lassen. Aber—! —„Was man nicht definiren kann. Sieht man als groben Unfug an" lautet ein schönes Wort. So sieht man denn anch als „groben Unfug" an, wenn ein Blatt einen Auszug aus einer Broschüre bringt, wo der Zar für wahnsinnig er- klärt wird,— weil dadurch Beunruhigungen hervorgerufen werden. Einen derartigen Auszug haben mehrere Blätter vor Kurzem gebracht, auch wir. Es war eigentlich reine Gutmüthigkeit von uns, denn wir dachten, die geistige Verfassung des russischen Kaisers könnte ihm später ein- müthigkeit. 11 mal als„ mildernder Umstand" angerechnet werden, wenn| geht u. A. hervor, daß die Arbeiterinnen durchschnittlich| den letzten Jahren in guten Fluß gekommen, sich mehr und mehr zu einem streng sozialistischen Programm bekennt, an der sein getreues Volk einmal ein Wörtchen mit ihm sprechen nicht mehr als 10 sh. per Woche verdient haben. aus diesem abgeleiteten Tattit festhält und in der Folge die wird. Wahnsinnige Majestäten sind bekanntlich nicht so Eine seltsame Unterredung des russischen Kaisers, Aktion der politischen Organisationen ganz wesentlich stützt und selten, in der neuesten Geschichte z. B. Friedrich Wil- die natürlich erlogen ist, mit einem französischen Senator fräftigt. Die Maimanifestationen der beiden letzten Jahre haben ver dies sinnenfällig bewiesen. In Frankreich hielt es bekanntlich helm IV. von Preußen und Ludwig II. von Bayern. wird in der Londoner„ St. James Gazette" ver dies sinnenfällig bewiesen. bis vor nicht allzu langem besonders schwer, daß die gewerkschaftNun, wir haben uns also„ groben Unfug" zu Schulden öffentlicht: liche Bewegung festen Fuß fassen und sich kräftig entwickeln konnte. tommen lassen, das haben wir von unserer GutIn Rußland", sagte der Kaiser, besteht noch der Despotis- Eine bis in die jüngste Zeit hineinreichende und auch heute noch nicht mus. Er bildet die Quintessenz meiner Regierung. genügend remedirte elende Gesetzgebung das Koalitionsrecht beEr ist aber in Harmonie mit dem Geiste der Nation. treffend, das von der Bourgeoisie seit 100 Jahren mit Gewalt Volksernährung in Deutschland. Folgende( Wird er bald merken!) Ich habe Verständniß für eine Republik, und List verfolgte Streben, das französische Proletariat zu finden wir in den Blättern: welche eine klare und aufrichtige Regierung ist oder sein kann. Desagregiren, das Solidaritätsgefühl, den Organisationsgeist „ Wie der„ Niederschlesische Anzeiger" aus Grünberg be- Ich habe Verständniß für eine absolute Monarchie. Für eine durch individualistische Spielerei und Phantasterei zu verdrängen, richtet, hat die Regierung die dortige Anfrage, ob es sich nicht Repräsentativmonarchie aber habe ich kein Verständniß. Dies ist war der gewerkschaftlichen wie der politischen Organisation der empfehle, den übermäßigen Genuß von nicht untersuchtem Hunde- ein Regierungssystem von Täuschung, Lüge und Korruption. französischen Arbeiterklasse hinderlich. französischen Arbeiterklaffe hinderlich. Die von Barbaret, dem fleisch, dessen Genuß große Gefahren für die menschliche Gesund- Eher möchte ich auf chinesische Staatseinrichtungen verfallen, als Schulze- Delitzsch Frankreichs gemachten Versuche, die Syndikate heit herbeizuführen geeignet sei, dadurch einzuschränken, daß eine ein solches Syſtem annehmen."" Sire," bemerkte der französische aus Kampfesorganisationen in Harmoniekränzchen zu verwandeln, entsprechende Polizeiverordnung erlassen werde, abgelehnt. Die Senator, ich habe eine Repräsentativverfassung stets als ein späterhin die von Brousse und Konsorten in die Reihen des Regierung hat eine solche Maßregel nicht als nöthig erachtet.- Uebereinkommen in gewissen Stadien der Gesellschaft angesehen. Broletariats getragene prinzipielle und taktische Verwirrung Die Hundeschlächterei in Grünberg hat einen großen Umfang Sie löst teine Schwierigkeiten, sondern vertagt sie nur. Sie ist schädigten die nach der Kommune emporsprossende gewerkschaftliche genommen eine Folge der für die minderbegüterten Bewohner ein zwischen der Demokratie und Monarchie geschloffener Waffen Bewegung empfindlich. Es verging eine geraume Zeit, ehe ste unerschwinglich hohen Fleischpreise. stillstand unter den Auspizten zweier Tyrannen, Furcht und nach inneren Stämpfen, Zersplitterung, Erschlaffung ihre richtige Konservativ- pfäffische Gesinnungstüchtigkeit. Da Interesse. Der Stolz der Geschwätigkeit und die Eitelkeit der Basis und richtige Orientirung gefunden. Angesichts dieser Bolksthümlichkeit verlängern sie. Die Aristokratie der Sprache Verhältnisse muß der oben erwähnte Umstand mit besonderer sich von Herrn Stöcker nunmehr endgiltig die Gnaden wird an Stelle der Wahrheit gesetzt. Eine Repräsentativsonne der königlichen Gunst abgewendet hat, verlassen verfassung ist die Regierung der Advokaten."-" Sie reden die Freude begrüßt werden. Als charakteristisch muß darauf hingewiesen werden, daß gewiesen werden, daß wie auch der Kongreß zu Lyon durch diesen antiken Charakter die noch antikeren Charaktere Wahrheit," erwiderte der Kaiser.„ Mein Großvater, Zar Niko- bie Präsenzliste der anwesenden Delegirten beweist das Nämlaus, war ein repräsentativer Souverän in Polen, und die Welt liche, was von den politischen Organisationen gilt, auch von seiner Parteigenossen. weiß, was es ihn gekostet hat, sich den Anforderungen den Gewerkschaften gesagt werden muß: Die sozialpolitische Er schreibt selbst darüber im„ Volk": jenes schändlichen Regierungssystems anzupassen, Arbeiterpartei refrutirt die meisten, festgefügtesten und geklärtesten Die Kandidatur Stöcker's entsprach von vornherein den Stimmen zu kaufen, Gewissen zu verderben, Einen zu Wünschen einer großen Majorität der Synode. Die Gruppe der verführen, um den Anderen zu täuschen.( Schöne Ge- Organisationen, die sich zu ihr bekennen, aus der Provinz, den positiven Union, deren Mitbegründer und zweiter Vorsitzender ständnisse!) Ich verachte solche Mittel, danke aber Gott, daß das provinzialen Industriezentren und nicht aus Paris. Zwar hat ste Dank der Maimanifestation bereits die moralische Führung er war, beschloß, als die stärkste der Synode, gegen nur fünfzehn elende System abgeschafft worden ist. Ich werde niemals auch der Hauptstädtischen Gruppirungen erhalten, allein die Stimmen, seine Wahl in Vorschlag zu bringen, und ihr Vor- ein tonstitutioneller Herrscher werden. Ich kann nicht Stamm- und Kerntruppen ihrer ständigen Radres werden durch schlag fand die nahezu ungetheilte Zustimmung der Gruppe der einwilligen, mittelst Trug und Intriguen zu regieren." die Organisationen der Provinz gebildet. Ronfessionellen. Wer an den Ernst und die Geltung dieser BeDas Ende der Kolonie Kaweah. Einem länWas den Verlauf, die Debatten, die Beschlußfassungen des schlüsse glaubte, konnte hiernach an der Wahl Stöckers nicht zweifeln. Dennoch blieb er mit mehr als zwanzig Stimmen in geren, so betitelten Artikel in der„ Kalifornischen Arbeiter Rongreffes betrifft, so ließen sie flar zu Tage treten, daß sich die der Minderheit. Die Gruppe der Konfessionellen zwar trat mit Beitung" entnehmen wir, daß die gedachte Kolonie Stollettivisten wie keine andere sozialistische Schule und Fraktion Ausnahme weniger Mitgleider für ihn ein, die Gruppe der pofi- bankerott ist und sich aufgelöst hat. Es waren nur Frankreichs von der Herrschaft der revolutionär klingenden, überschwenglichen, gefühlsseligen Phrase emanzipirt haben, daß fie tiven Union aber entschied mit fünfundvierzig Stimmen zu seinen verhältnißmäßig wenig Güter vorhanden, und diese haben dafür aber um so fefter auf dem Boden einer revolutionären, Ungunsten. Die Mehrheit dieser Gruppe gab den aus ihrer eigenen Mitte, durch ihren eigenen Beschluß ernannten Kandidaten einige Mitglieder, welche behaupten, mit ihrem Gelde wissenschaftlich unanfechtbaren Auffassung der Geschichte und Berpreis, mehr als dreißig von jenen fünfundvierzig oder mit ihrem Kredit diese Sachen ganz oder theilweise hältnisse stehen und ihr entsprechend in den Stampf eintreten. waren an der Aufstellung Stöcker's betheiligt ge- angeschafft zu haben. an sich genommen." B. G. Haskell Obgleich die Entwickelung und Klärung der französischen Arbeiterpartei schon seit Jahren vor sich geht, von jedem ihrer Kongresse wesen. In der Stunde der Anfechtung, fielen sie ab." nahm die Presse und das Druckmaterial; ein Mr. Barnard bezeugt wurde, so martirt doch der letzte Landeskongreß " " Woher kam die Anfechtung? Einige Bedienstete nahm die" Donkey Engine" und außerdem die 20 Rinder, in der Hinsicht einen besonders großen Fortschritt. Noch der des Hofes", wie das Blatt sich ausdrückt( es soll u. A. die mit K." E.( dem Koloniestempel) gebrannt sind. Andere vorjährige Kongreß zu Lille ermangelte nicht eines gewiffen der Hausminister von Wedell gewesen sein), gingen um beanspruchen das bischen vorhandene Nugholz für ge- Rhetorit überwucherte nicht die Verhandlungen, machte sich aber theatralisch dekorativen Beigeschmacks, die sozialrevolutionäre her und raunten den frommen Männer ins Ohr, die leistete Darlehen und so bleiben den 350 Mitgliedern immerhin ziemlich bemerkbar. Der Parteitag von Lyon leistete Wahl Stöcker's würde„ oben" sehr übel genommen der Kolonie im ganzen Lande nur 249 Acker zum Theil weit weniger Deklamation, dafür aber viel ernste und tüchtige werden 2c., und da wurden die Wackeren schwach. 3u kultivirten Landes, auf welchem aber eine Mortgage von Arbeit. dieser schmerzlichen Erfahrung sollte aber für Herrn 4000 Dollars ruht. 11 Die prinzipielle Basis des Lebens und Webens der Arbeiterpartei ist seit Jahren in einem mit geringen Einschränkungen Stöcker noch eine zweite kommen. Der ihm einst so nah Die Kolonie ging zu Grunde theils an der Feind- so 3. B. bezüglich der Forderung des Minimallohnes- geradezu befreundete„ Reichsbote" brachte eine Erklärung, es seien seligkeit der Bourgeoiste, der Holzräuber, welche den Be- mustergültigen Programm gelegt worden. Es hat Zeit bedurft, rein sachliche Motive für die Abstimmung gegen Stöcker sigtitel der Waldländereien der Kolonie erfolgreich an- ehe dieses Programm geistiges Eigenthum der Partei als ganzes maßgebend gewesen. genommen geworden, sozusagen in deren Fleisch und Blut übergegangen war. Daher folgten Jahr auf Jahr Kongresse, in Die Erklärung ist eine Antwort auf die Darstellung fochten, theils an unverständiger Wirthschaft. So ist es bis jetzt nun so ziemlich allen kommunisti- benen wieder und wieder die nämlichen Programmpunkte diskutirt, Stöckers in der ihm ebenfalls noch treuen D. ev. Kirchen- schen Arbeiterkolonien gegangen. die nämlichen Reden gehalten, die nämlichen Beschlüsse gefaßt wurden. zeitung": Schon der vorjährige Parteitag zu Lille deutete eine Schöne Zustände in der italienischen Kolonie Wendung an, den Anfang dazu, die sich aus dem Programm es sei nicht richtig, wenn dort byzantinische Träumerei" als das für diese Wahl im letzten Grunde ausschlaggebende in Afrika sind in dem skandalösen Mordprozeß gegen mit Nothwendigkeit ergebenden Konsequenzen für die Aftion und Moment hingestellt wird, vielmehr seien fachliche Erwägungen den Mordbrenner Lieutnant Livraghi und die Komplizen Taktik der sozialpolitischen Arbeiterpartei zu ziehen. Der Kongreß maßgebend gewesen, welche es den Betheiligten nicht rathsam dieses edlen Helden enthüllt worden, aus dem man wieder von Lyon hat ein beträchtlich Stück weitergeführt, was ſein Vorerscheinen ließen, Männer mit erponirter politischer einmal sieht, ein wie prächtiger„ Kulturträger" die mo- gänger begonnen: Den inneren Ausbau, die Feſtigung der Partei, die Vorzeichnung des Feldzuges und Schlachtplanes für die Stellung in diese kirchliche Körperschaft zu wählen, da man Anstatt zum soundsowährend der ganzen Generalsynode die Tendenz habe walten derne Gesellschaft ist. Um unbequeme Persönlichkeiten zu nächste Zeit, die Orientirung der Taktik. laffen, gegenüber den zersetzenden politischen Parteikämpfen unserer beseitigen und dann ihr Bermögen in die Tasche zu vielsten Male das dies irae der sozialen Revolution zu fingen, Zeit auf kirchlichem Gebiete die versöhnende Liebe zur stecken, bediente sich die italienische Schreckensregierung von deren Unvermeidlichkeit und Nothwendigkeit die Kollektivisten Förderung der kirchlichen Arbeit zur Geltung zu bringen." dieses dies irae zu singen, welches nachgerade, und mag cs Die Generalsynode selbst schildert Stöcker im„ Volk in Massauah eines sehr einfachen Mittels, des Mordes, so gut, ja mehr als jeder Dynamiterich überzeugt sind, anstatt und italienische Generale erklären bei den Prozeßverhand gleich von einem ganzen Orchester fulminanter Phrasen begleitet folgendermaßen: auf der Anklagebank wäre ihr sein, seinen Schrecken für die Bourgeoisie verloren hat( diese Der Verlauf der Verhandlungen zeitigte manche erfreuliche lungen als Zeugen Ergebnisse, und wenn der letzte Tag mit einem Mißklang schloß, Platz! diese Mordthaten wären im Interesse der denkt: Hunde, welche viel bellen, beißen nicht); anstatt die müßige der Seeschlange französischer so darf man nicht vergessen, daß fast alle Erscheinungen, die Sicherheit der Kolonie nothwendig gewesen! Im Par- Sozialisten- und Arbeiterkongresse zu debattiren, hat sich die unsere Epoche des Uebergangs hervorbringt, in irgend einer lament fand sich nur eine einzige Stimme, Bartei über Mittel und Wege schlüssig gemacht, welche darauf Weise, sei es auch nur an einem einzigen Punkte, den herrschenden Zug der Zeit an sich tragen, das heißt das Gepräge der welche der Entrüstung über diese Vorgänge Aus- abzwecken, das Proletariat als revolutionäre gesellschaftliche Charakterschwäche, der Letsetreterei und feigen druck verlieh; die Mehrheit lehnte es ab, in die Macht, es fähig zu erhalten, in den objektiven ökonomischen Prozeß subjektiv einzugreifen und in Gestalt der sozialen ReGesinnungslosigkeit." Berathung der Interpellation dieses Abgeord- volution den Schlußpunkt hinter eine Periode der jozialen EntUnd diese Leute wollen etwas gegen uns ausrichten? neten einzutreten. Livraggi ist selbstverständlich wickelung zu stellen. Dies die Bedeutung der Tagesordnung ,, Muth zeigt auch der Mameluck, Gehorsam ist des freigesprochen worden. Christen Schmuck" denfen sie, und mit diesem Schlachtruf geht es dann an die Besiegung der Sozialdemokratie. " Bum Landeskongreß der sozialistischen Arbeiterpartei Frankreichs. und Beschlußfaffung des Kongresses von Lyon, der somit einen ganz entschiedenen und entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung Frankreichs darstellte, Der letzte Kongreß unserer französischen Bruderpartet be- Welche Fortschritte die österreichische Arbeiterweist noch eins: daß die von den übrigen sozialistischen Fraktionen Frankreichs wegen ihrem streng wissenschaftlichen Programm, bewegung in den letzten Jahren gemacht hat, zeigen C. Z. Bom 26 bis 29. November tagte in Lyon der ihrer prinzipiell forretten Haltung als bloße doftrinäre, orthofolgende Angaben: Am 1. Januar 1888 bestanden in Jahreskongreß der französischen Arbeiterpartei( Kouettiviſten). dore marxistische Sekte, die in Frankreich nie Fuß ſaſſen würde, Desterreich: 103 Arbeitervereine mit 15 500 Mitgliedern; wenngleich die Zahl der anwesenden Delegirten eine kleinere verfegerten Stollektivisten, nichts weniger als eine philosophische 7 politische Arbeiterzeitungen mit 15 400 Abonnenten; war als diejenige, welche der vorjährige Parteitag zu Lille ver- Sette sind, deren Operationsfeld in Wolkenfuckucksheim liegt, 4 Fachblätter mit 6100 Abonnenten. Am 1. Mai 1891 einte, 33( 1891) gegen 59( 1890), so weist dafür die Zahl der daß sie sich vielmehr zu einer gesunden, träftigen politischen betrugen diese Ziffern: 209 Arbeitervereine mit 47 000 bertretenen Organisationen einen bedeutenden und höchst er Partei entwideln, welche im Interesse der Zukunft auf dem Mitgliedern; 15 politische Arbeiterzeitungen mit 55 750 freulichen Zuwachs auf. Der Kongreß von Lille war von 212 Boden der Gegenwart operirend den B.dürfnissen der Masse des gewerkschaftlichen und politischen Gruppen beschickt, der Parteitag Proletariats, den taktischen Nothwendigkeiten des Augenblicks Abonnenten; 19 Fachblätter mit 44 400 Abonnenten; von Lyon dagegen von 284, die sich auf 63 verschiedene Rechnung tragen muß. Allerdings find wir überzeugt, daß der Kongreß von Lyon 7 verschiedene Arbeiterblätter mit 27 700 Abonnenten. Städte vertheilen. Der flassenbewußte Theil des Proletariats An Stelle von 11 Blättern mit 21 500 Abonnenten sind der bedeutendsten Industrie- und Handelszentren des Landes, settens anderer sozialistischen Fraktionen Frankreichs zum Theil Die Einen werden ihm nicht verso von Lille, Roubair, Troyes, Amiens, Calais, Armentières, herbe Kritik erfahren wird. also 41 Beitungen mit 127 850 Abonnenten getreten. Reims, Roanne, Paris, Marseille, Bordeaux, Toulouse, Mont- zethen, daß er mit der tönenden Phrase, den romantischen Nimbus Das ist ein Fortschritt der Arbeiterbewegung, wie ihn in pellier, Alais, Cette, Montluçon, Lyon ec nahm durch Dele- gebrochen hat, in denen sie selbst gleichsam versteinert find. so kurzer Zeit fein Land der Erde gemacht hat. girte an dem Rongreß Antheil. Außerdem hatten aber auch Andere dagegen werden sich daran stoßen, daß in der Aktion, so Syndikate landwirthschaftlicher Arbeiter, kleinbauerlicher Grund- besonders bezüglich der Betheiligung an den MunizipalratheAm 26. v. Mts. fand in London unter dem eigenthümer und Halbpächter Bertreter entfendet, bezw. ihre wahlen und dem dieser zu Grunde liegenden Programm der Vorsize der Lady Sandhurst die zweite Jahresversamm Uebereinstimmung mit der sozialistischen Arbeiterpartet und Fetischismus von der Wunder wirkenden Straft der gemeinwirth lung der Women's Trades Union Assoziation, welche ihrem Kongreß erklärt. Diese Thatsache verdient unseres schaftlichen Betriebe 2c. keinen Platz gefunden hat. Die Kollekti die folgenden unklaren Zwecke verfolgt, statt: 1. Die Erachtens besondere Erwähnung, weil sie zeigt, daß die Hoff- visten sind glücklich zwischen der Scylla der sozialrevolutionären Auf Grund revolutionärer Lage der Arbeiterinnen in den Fabriken und Werkstätten, ung der französischen Bourgeoisie, daß der„ antikollektivistische Utopiſterei und der Charybidis der flachen, opportunistischen Bauernschädel" das beste Bollwerk gegen den Sozialismus sei, Possibilisterei hindurchgeschifft. sowie deren Lohn soviel als möglich zu verbessern; 2. die auf Sand gebaut ist. Die Fabel von dem durch die große Re- Prinzipien und eines revolutionären Ziels wollen sie die Beschützung der weiblichen Arbeiter im Allgemeinen; volution in den Besitz des Kleinbauernthums übergegangenen praktische Aktion entfalten, die zur Nothwendigkeit geworden, 3. Unterſtüßung solcher, die ob der Anschließung an Grund und Boden wird eben durch die Thatsachen der Ferryist und die fich mit dem Prinzip deckt, dem Ziel nützt. Die Bu Challemel- Lacour mußte dies neulich im Senat zugegeben tunft, die Entwickelung der sozialpolitischen Verhältnisse Frankdiesen Verein vom Arbeitgeber entlassen werden sollten, Lügen gestraft. Die vielbefungenen französischen Kleinbauern reichs wird ihnen Recht geben. Daß die Partei sich über Stellung und deshalb auch eventuell sie vor Gericht zu schüßen; find zum großen Theil verkappte Landproletarier, und dort, wo und Programm der Munizipalrathswahlen schlüssig gemacht, 4. so viel als möglich weibliche Arbeiter zu bestimmen, sie dies noch nicht sind, werden sie durch die Konkurrenz von bedeutet nicht etwa einen Verzicht anf die Betheiligung an den Mitglieder dieses Vereins zu werden. Ferner hat dieser Großgrundbesitz und Ausland, der die Reblaus und Mißwachs Legislativwahlen. Die Aufstellung der Kandidatur Lafargue in Verein im Hauptarbeiterdistrikte Londons für den Vernachhilft, relativ rasch proletaristrt u:: d suchen ihr Heil im Lille, der dort geführte energische Wahlkampf haben bewiesen, Sozialismus. wie himmelweit die Partei von einer derartigen nur der fehr mit den Parteien ein Lokal. Der Verein muntert Daß die fachgenossenschaftlichen Syndikate in verhältniß- Bourgeoisie nüßenden Abstentionstaktit entfernt ist. Die Haltung jedoch grundsäglich zu feinen Streiks unter den weiblichen mäßig stattlicher Anzahl auf dem Kongreß vertreten war, ist ein der Partei bezüglich der Gemeinderathswahlen vorzuzeichnen war Arbeitern auf und kommt ihnen in solchen Fällen auch gutes Anzeichen dafür, daß die Arbeiterpartei die Bedeutung der durch verschiedene Umstände geboten. Dieselben stehen vor den gewerkschaftlichen Bewegung als eines unerläßlichen Faktors des Legislativwahlen, sie fallen für ganz Frankreich, Paris ausnicht mit Mitteln zu Hilfe. proletarischen Emanzipationstampfes voll würdigt; ferner aber genommen, mit der Maimanifestation zusammen, die Betheiligung auch dafür, daß die Gewerkschaftsbewegung Frankreichs, die in an ihnen seitens der Bevölkerung ist eine regere als bet den Aus den bei obiger Versammlung gehaltenen Reden Kammerwahlen, die Führung des Wahlkampfes erfordert geringere materielle Opfer un bietet mehr Aussicht auf Erfolg, last not least haben die übrigen sozialistischen Fraktionen, zumal die Possibilisten anläßlich ihrer immer besonders stark dem Gott Opportunität, kleinlichen Stirchthumsinteressen auf Kosten des sozialistischen Programms geopfert. Der Beschluß, Agitation dafür zu entfalten, daß den Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu den Gewerbeschiedsgerichten verliehen wird, verdient auch besondere Beachtung. im Reich Berlin Hansestädte Landwirthschaft 482,9 Industrie u. Handel 517,1 9,7 990,3 78,7 921,3 773,5 646,7 613,3 Segr. Sachsen 826,5 Rheinland 353,3 Westfalen. 386,7 Einen amüsanten Beitrag zur Geschichte der Jurisprudenz fin de siècle finden wir in der Solidarität": Eine sozialdemokratische Zeitung hatte gesagt:„ Die Massenarmuth wird hervorgebracht durch die Vorrechte, welche der Reichthum mit sich bringt." Ein Staatsanwalt setzte sich hin und schlug sein Gesetzbuch auf. Er fand da im Strafgesetzbuch§ 131, welcher lautet: Wer Nur in den östlichen Provinzen und Süd- Bayern erdichtete oder entstellte Thatsachen, wissend, daß sie erdichtet oder Reth eines allerdings mehr äußerlichen, aber immerhin überwiegt stark die ländliche Beschäftigung. Das Deutsche Staatseinrichtungen oder Anordnungen der Obrigkeit verächtlich entstellt sind, öffentlich behauptet oder verbreitet, um dadurch charakteristischen Umstandes sei erwähnt, bezüglich dessen der Lyoner Reich wird hinsichtlich seines industriellen Gepräges nur zu machen, wird mit Geldstrafe bis zu 600 Mark oder mit Geseigneten sich in der Regel durch ihre große Länge fie folgende vergleichende Aufstellung( nach Rümelin, Be landläufigen Wahrheit unter Strafe stellen zu können. Es ist Kongreß einen Fortschritt aufweit. Die französischen Parteitage von England und Wales übertroffen. Wir geben die fängniß bis zu zwei Jahren bestraft. Das schien ihm genügend, um die Verbreitung einer so Die Gruppirung der Bevölkerung das gar nicht schwer, man braucht nur zu schließen: u. f. m. unvortheilhaft aus. Der letzte Parteitag hat sein eigent nach dem Beruf war zu Beginn der 1880er Jahre liches Arbeitsprogramm in 2 Tagen erledigt. Für Leitung und folgende: Führung der Verhandlungen, Bermeiden eines unnützen Aufwands au Worten und Reden hat die Partei manches gelernt. Die internationalen Kongresse sind hierauf nicht ohne Einfluß geblieben. dauerten 8 Tage und noch mehr im Verhältniß zu der ge= leisteten nicht sehr großen Arbeit, durch schlechte Geschäftsführung völkerungslehre). Daß auf den Kongressen die Internationalität der Kollektivisten in einer energischen Erklärung ihren Ausdruck fand, bedürfte teiner besonderen Erwähnung, wenn nicht der in der letzten Beit von einem Theil der französischen Politiker und Jobber inszenirte franko- russische Rummel die Haltung unserer Genossen jenseits der Vogesen besonders bedeutsam und korrekt erscheinen ließe. Die diesbezügliche Erklärung lautet: Der am 26. November 1891 zu Lyon versammelte neunte Landeskongreß der Arbeiterpartei begrüßt, ehe er in die Tagesordnung eintritt, die gegen die Grubengesellschaften im Streit befindlichen 34 000 Grubenarbeiter von Pas de Calats; Beglückwünscht die Bergarbeiter Englands, die ihren frans zöfifchen Brüdern Hilfsgelder im Betrage von fünfhunderttausend Frants bis zu einer Million und eine Woche Abeitsstilstand pro Monat zur Verfügung gestellt haben; England- Wales Deutsches Reich Frankreich Desterreich Ungarn Italien Schweiz Land- u. Forstwirthschaft Industrie Handel u. Verkehr in Tausenden 1362 5296 • 1668 8236 6396 1570 6455 4443 1912 6161 2287 435 4520 817 185 8659 3150 830 548 500 7713 3977 91 2029 • Verein. Staaten Wir bemerkten schon, daß seit dem Jahre 1882 höchst wahrscheinlich eine weitere Verschiebung der berufsmäßig arbeitenden Bevölkerung nach der Seite der Industrie zu eingetreten sei. 1. der Reichthum ist eine Folge des Privateigenthums; 2. das Privateigenthum ist Grundlage der heutigen Gesell schaftsordnung, also auch des heutigen Staates, folglich 3. ist das Privateigenthum eine Staatseinrichtung, folglich 4. ist auch der Reichthum eine Staatseinrichtung; 5. wenn man von dem Reichthum sagt, seine Vorrechte verschulden die Massenarmuth, so behauptet man eine That sache, die den Reichthum v.rächtlich zu machen geeignet ist; 6. wird der Reichthum verächtlich gemacht, so wird auch der Privatbesitz verächtlich gemacht; 7. wird der Privatbesig verächtlich gemacht, so wird eine Staatseinrichtung verächtlich gemacht. Soweit wäre man leicht gekommen. Wozu ist die Philosophie vorhanden, wenn sie nicht folgerichtige Schlußketten nach jeder beliebigen Richtung hin zu bilden gestatten sollte. Nun ist noch zu beweisen, daß die behauptete Thatsache falsch, daß sie erdichtet oder entstellt ist. in Preußen gestaltete sich seit 1879 bis 1887 folgender- einte sehr kurze und schlagende Form. Man sagt: ſelbſtver Die Zunahme der Dampffefsel und Dampfmaschinen Aktlamirt den von der sozialistischen Partei und den Gewerk maßen. Es waren vorhanden: schaften Europas und Amerikas auf dem internationalen Kongreß zu Brüssel erneuerten Bruderpakt; Weiht die angeblich republikanische Regierung, die, nachdem Ate die Arbeiter in Fourmies niederschießen ließ, sich vorbereitet, fie durch Zölle auf Getreide, Brod, Fleisch, Kaffee und Zucker auszuhungern, dem Abscheu der französischen Arbeiterschaft, brechen. Nichts ist leichter wie das. Es giebt für solche Beweise ständlich", selbstredend" oder ähnlich. Also etwa so: selbstredend" ist die Behauptung, daß das Privateigenthum schuld an der Massenarmuth sei, falsch, denn schon ein bekannter Mann sagte, die Armuth stammt von der Powriteh. Da der Verfasser des unter Anklage zu stellenden Schriftsatzes ohne Zweifel diesen berühmten und wahren Ausspruch kannte, so handelte er bei Aufstellung seiner falschen Behauptung selbstverständlich" Es hätte indeß dieser Angaben kaum bedurft, um wider besseres Wissen und damit find alle Anforderungen des Feststehende Feststehende Bewegliche Dampftessel Dampfmaschinen Maschinen 5636 10 891 ? 1879 1887 32 411 29 895 1890 44 207 48 538 41 736 46 554 Da nun die Staatsanwaltschaft nicht nur die hohe Aufgabe Und denunzirt den in Kronstadt über den Leichen des Schloffenen Bund als eine Prellerei, eine Gefahr und ein Ber- hervortreten zu lassen. Ein Blick auf die Stellung, hat, dafür zu sorgen, daß kein Unschuldiger angeklagt wird, polnischen Märtyrerthums und des russischen Nihilismus ge- den Charakter Deutschland als eines Industriestaates$ 131 erfüllt, es kann bestraft werden. Als eine Prelleret, weil das Zarenthum in der Freundschaft welche Deutschland auf dem Weltmarkte einnimmt, wird sondern nebenbei auch dafür zu sorgen, daß die Schuldigen zur Frankreichs nichts als den französischen Markt sieht, der seinen jene Behauptung allein zur Genüge rechtfertigen. Deutsch- Strafe gezogen werden, so mußte die Staatsanwaltschaft, nachwiederholt gemachten Anleihen eröffnet ist, also das Mittel, seine lands Handel entwickelt sich seit dem Jahre 1880 fol- dem sie sich durch einen recht beschwerlichen Weg des philoRaffen zu füllen; Als eine Gefahr, weil entfernt davon, eine Friedens- gendermaßen. Es betrug: garantie zu bieten, eine solche Allianz, indem sie unsere Aktionsfreiheit aufhebt, unser Land in die Gefahr bringt, in einen Krieg hineingezogen zu werden, wo es nichts zu suchen hat und den das Zarenreich allein in Europa alles Interesse hat zu entfesseln; Einfuhr Ausfuhr Total • sophischen Denkens durchgearbeitet hatte und zur Erkenntniß der Schuld gekommen war, unfehlbar Anklage erheben. Sie that es, und fand auch ein Landgericht, das in demselben Sinne oder etwa ähnlich schließen konnte und den Uebelthäter zu einem Monat Gefängniß verknarte. Dieser so verurtheilte Sünder gegen die öffentliche Ordnung rief das Reichsgericht an. 1890 1889 1888 1867 1880 Millionen Mark 4272,9 4087,0 3429,4 3186,3 2844,2 3409,5 3256,4 3356,4 3193,0 2976,7 7682,4 7343,4 6785,8 6379,4 5820,9 Als ein Verbrechen, weil selbst eine Bourgeoisrepublick fich Im Zeitraum von 10 Jahren hat sich der gesammte nicht mit dem moskowitischen Despotismus verbünden kann Spezialhandel Deutschlands um rund 1 Milliarde 800 Boltes wie der schlimmsten aller Reaktionen zu machen, die Millionen Mark gehoben, und zwar die Einfuhr um freilich in passender Zeit auch das Privateigenthum für eine rund 51 pCt., die Ausfuhr nm rund 15 pt. über die westlichen Kultur verhängt ist, die mit der sozialistischen Gesellschaft schwanger geht." umfaßte folgende Punkte: Die Tagesordnung, in welche der Kongreß dann eintrat, 1. Rechenschafts- und Situationsbericht des Nationalraths ( Barteileitung). 2. Einzelberichte der Delegirten. 3. Eventuelle Veränderungen der Partetorganisation. 4. Die Beschlüsse des internationalen Kongresses zu Brüssel 5. Der 1. Mai 1892 und die bevorstehenden Munizipalrathsund ihre Durchführung. wahlen. Während wir 1880 noch eine aktive HandelsHem! sagte das Reichsgericht, was eigentlich eine„ Staatseinrichtung" ist, das steht freilich nicht fest; denn welcher Begrif des deutschen Strafrechtes steht überhaupt fest, danach kann man Staatseinrichtung erklären. Die Sache hat aber einen kleinen Haken, über den man heut noch nicht fortspringen kann. bilanz hatten, haben wir jetzt eine passive. Die Regierung neben dem heutigen§ 131 noch einen anderen für Als nämlich das Strafgesetzbuch berathen wurde, hatte die Bourgeois trösten sich mit dem allerdings richtigen Ge- Regierung neben dem heutigen§ 131 noch einen anderen für danken, daß das den„ Reichthum des Landes" nicht Ehe, Familie und Eigenthum unter Strafe stellte. nothwendig erachtet, der ausdrücklich alle öffentlichen Angriffe auf schädige, solange die Zahlungsbilanz aktiv sei. Und Der Reichstag hatte diese Bestimmung gestrichen. Wenu eine Menge fremde Werthpapiere in Deutschland, auf annahm, so kann das Reichsgericht es diesmal auch nicht es ist allerdings keine Frage, daß sie es ist. Es stecken man aber damals ausdrücklich Ehe, Familie und Eigenthum nicht als unter den Begriff Staatseinrichtung" untergeordnet welche das Ausland Zinsen zahlen muß, und diese Be- qut thun. träge übersteigen das Defizit, welches beim Handel 6. Wahl des Nationalrathes und Bestimmung des Ortes, entsteht. wo der Parte: tug für 1892 stattfinden soll. Anders sieht die Sache vom Standpunkte des ArDer Parteitag beschloß in Uebereinstimmung mit dem Brüffeler stongreß, für das Zustandekommen eines Arbeits- beiters aus. Für ihn ist es egal, ob die deutschen sekretariats für Frankreich einzutreten. Aufgabe desselben solle Kapitalisten ihr Kapital in amerikanische Eisenbahnen sein, sich einerseits mit der Arbeitsstatistik zu befassen und stecken und es auswärtigen Staaten leihen; wenn es nicht andrerseits bei Ausbruch von Streiks oder sonstiger die Arbeiter im Lande produktiv angelegt wird, so vermindert sich die zu benachrichtigen, damit dieselben ihre Kameraden mit Geld Arbeitsgelegenheit, damit das Bedürfniß nach Arbeitern, es oder durch Rathschläge 2c. in einer der gemeinsamen Sache för entsteht Uebervölkerung", und was nicht auswandern derlichen Weise unte: stützen können. kann, geht in Noth und Elend zu Grunde. Die Konbetreffenden Konflikte, die Proletarier verschiedener Länder hiervon Der Kongreß beauftragte ferner die zur Arbeiterpartei gehörigen Deputirten, zuſammen mit dem Nationalrathe dret in sequenz der angebahnten Entwickelung wird die sein, der Kammer einzubringende Gefeßentwürfe auszuarbeiten. Der welche einst das alte Rom gestürzt hat! Die ganze erste desselben hat für die Frauen das aktive und passive Wahl Welt uns tributpflichtig, und dabei ein Elend des Voltes, recht zu den Gewerbegerichten zu fordern. Gegenstand des welches das Land verödet. zweiten Gesetzentwurfs ist die Forderung, daß die Gewerbegerichte bei allen Lohnstreitigkeiten, wie hoch auch der in Frage tommende Betrag sei, ein entgiltiges, rechtskräftiges Urtheil sprechen. Der britte Gesetzentwurf verlangt für die Gewerkschaften das Recht, Lohntarife festzusetzen, welche für alle Arbeiter ein und desselben Gewerbes eine bestimmte Giltigkeit haben. Die Voff. 8tg." hat da einen vorzüglichen Trost: " In diesem stärkeren Anwachsen der Einfuhr liegt, beiläufig erwähnt, nichts Ungewöhnliches, es fehrt hier eine Erscheinung wieder, wie solche bei allen Ländern auf hochentwickelter Wirthschaftsstufe hervortritt." Sehr gut! Nichts Ungewöhnliches" allerdings, aber vielleicht doch etwas" Nicht Angenehmes?" Verschiedenes. " Es gab also folgende Begriffserklärung für„ Staatsetn richtung": ,, Unter Staatseinrichtungen sind also solche( was? Einrichtungen?) zu verstehen, welche als Bestandtheile der Verfassung und der Verwaltung, durch welche der betreffende Staat sich einrichtet", angesehen werden müssen. Was dagegen unabhängig vom Dasein des speziellen Staates als Bestandtheil allgemein menschlicher Kulturzustände sich darstellt, kann nicht unter den Begriff der " Staatseinrichtung" gestellt werden. Hieraus ergiebt sich, daß die allgemeinen Rechtsinstitute der Ehe, der Familie und des Eigenthums nicht unter den Begriff Staatsetnrichtungen gebracht werden können. Dadurch, daß der Staat dieselben anerkennt und schützt, werden sie selbst noch nicht zu Einrichtungen des Staates." Gerade sehr schön ist diese Begriffserklärung nicht. Ste lautet kurz so:„ Staatseinrichtungen sind solche Einrichtungen, durch welche der Staat sich einrichtet." Es erinnert diese Erwie man nicht erklären soll, gegeben wurde, nämlich: Was th klärung an eine andere, die in unserer Schulzeit als Muster, eine Wachparade? Antwort: Eine Wachparade ist eine Wach parade! Na kurz und gut, es wurde entschieden, der Reichthum tst einrichtung ist. Damit wurde das Urtheil aufgehoben, die Sache feine Staatseinrichtung, weil das Privateigenthum teine Staats aber in die Instanz zurückgewiesen. Damit kann noch immer die Möglichkeit gegeben sein, daß nun der Grobe- Unfugparagraph herhalten muß. Der ist dehn barer und paẞt fast immer, wo nichts anderes passend ist. Der ganze Prozeß kennzeichnet aber die Rechtsprechung und Rechtssicherheit in Deutschland. Das Reichsgericht erkennt ausdrücklich an, der§ 131 schützt etwas, von dem man nicht sicher weiß, was es eigentlich ist. Der Kongreß besch.oß energische, auf Grund eines einheitlichen Programms geschehende Betheiligung an den bevortehenden Munizipalrathswahlen. Das Programm soll alle Forderungen enthalten, welche im Machtbereich der Kommunalbehörden liegen. Nur Kandidaten, welche voll und ganz auf dem Boden dieses Programms stehen, das wir später folgen laffen, da es charakteristisch für die Unterschiede zwischen PossiDer englische Statistiker Dr. Ogle hielt im interbilisten und Kollektivisten ist, werden seitens der Partei aufgetellt und unterstützt. Bezüglich der Maimanifestation machte nationalen statistischen Institut zu Wien am 1. Oktober einen ach der Parteitag dahin schlüssig, daß gewerkschaftliche und poli- Bortrag über Zivilstand, Familienverhältnisse, Wohnung tische Organisationen mit aller Energie dafür eintreten müssen, und Miethe der Arbeiterklaffen in London, nach An- Das genügt, wie wir denken. die Maimanifestation und die Munizipalrathswahlen an ein gierung erhoben, aber nicht weiter kontrollirt wurden. Die Bergrößte Stadt der zivilisirten Welt, vergrößert sich in überraschendaß diese so imposant und allgemein als möglich ausfällt. Da gaben, die 1887 durch Bablkarten auf Kosten der englischen Reund dem nämlichen Tage stattfinden, so hat der Kongreß be- sammtzahl der Antworten betrug, wie wir einem Bericht schlossen, dahin zu wirken, daß die Arbeiter überall in corpore Böhmert'schen Sozial- Korrespondenz" entnehmen, 29 432, dabei der Weise; nicht nur die Bevölkerung, sondern auch der Reichzu den Wahllokalen ziehen und dadurch zu Gunsten des Acht waren 27 Prozent der Arbeiter arbeitslos. Die Untersuchung thum nimmt stetig zu, wie aus folgender interessanten Tabelle betraf daher nur 21 443 in Arbeit befindliche Arbeiter, welche erhellt, welche wir dem„ Economiste Français" entnehmen: tundentages manifestiren. Brutto- Miethwerthe Steuerpflichtige Werthe Der Kongreß beschloß außerdem noch, die Partei habe eine mit ihren Familien eine Bevölkerung von 97 784 Personen mächtige Agitation gegen die Zölle auf Lebensmittel im ganzen umfaßten. Lande zu führen und zu beantragen, daß die Munizipalitäten Proviantkaffen bilden, mittels deren Fonds die Lebensmittel direkt von den Produzenten zu kaufen und zum Selbstkostenpreis an die Detailhändler abzugeben sind. Deutschland als Industriestaat. Nach der Berufsaufnahme für das Deutsche Reich bom 5. Juni 1882 steht der überwiegend industrielle Charakter desselben unzweifelhaft fest, vieles spricht dafür, daß die Entwickelung in den letzten 10 Jahren nach dieser Richtung hin sich noch verstärkt hat. Von 1000 Per sonen, deren Berufe den drei Gruppen: Landwirthschaft, Industrie und Handel angehören, famen auf: " Die Zahl der 25-45jährigen Arbeiter betrug unter 1000 Arbeitern 623. Dr. Ogle bemerkte in Bezug auf das Familienverhältniß der betreffenden Arbeiter, daß jede Familie durch schnittlich 4,57 Personen zählte, während für die Gesammtbevölkerung dieses Verhältniß die Zahl von 4 nur um einen geringen Bruchtheil überschreitet. Mehr als die Hälfte der Familien hatten 3 oder mehr Zimmer zur Verfügung. Es ergiebt sich, daß durchschnittlich 1,56 Personen auf ein Zimmer fallen. Die Miethe, welche für die Wohnung gezahlt wurde, betrug für 318 unter 1000 Arbeitern 4-6 Schilling wöchentlich. Das Verhältniß der Miethe zum Einkommen beträgt nach Ogle durchschnittlich 23,05 pt. und finkt bei steigendem Eintommen. Der Pariser Professor Cheysson bemerkie, daß die Ber Arbeitsverdienstes für die Wohnungsausgaben anrechnen. Die walter der Muster- Arbeiterhäuser in England 17 pct. des Unterschiede von den Ziffern Dr. Ogle's find wohl aus der Art threr Erhebung zu erklären. - Werth der Realitäten in London. London, dte einschließlich der Liegenschaften ausschließlich des Staatselgenthums Pfund Sterling 20 672 765 21 049 507 1874. 1875. 25 148 033 25 574 366 1877. 28 464 833 23 444 876 1879 29 682 269 24 447 444 1881 33 384 851 27 541446 1883 34 470 725 28 438 385 1885 35 689 244 29 410 489 1887 37 361 895 30 720 646 1889 38 028 506 31 244 495 33 881 766 39 835 700 1891. Mit dem Reichthum nimmt auch das Elend zu, und es wäre sehr hübsch, wenn man diese Zahlenreihe daneben stellen fönnte. Leider existirt darüber keine Statistik- schade, wird der zufriedene Bourgeois denken, denn ein solcher Kontrast müßte doch den Genuß darüber erhöhen, wie wir es so herrlich weit gebracht haben" oder nicht? Wie unberechtigt der so weit verbreitete deutsche Dünkel ist, daß wir im Verhältniß die meisten und besten Schulen der Welt haben, zeigt folgende Statistik: Deutschland hatte vor zwei Jahren bei 46 Millionen Bewohnern 60 000 Schulen mit sechs Millionen Schülern, es kommen folglich 700 Einwohner auf eine Schule; Frankreich mit 37 Millionen Einwohnern hat 71 000 Schulen mit 5 Millionen Schülern; 500 Einwohner entfielen auf eine Schule. Spanien mit 17 Millionen Einwohnern hat 29 000 Schulen mit 2 Millionen Schülern, 600 Einwohner kommen auf eine Schule. England mit 34 Millionen Einwohnern hatte 58 000 Schulen mit 3 Millionen Schülern, auf 600 Einwohner kam eine Schule. Auch von Italien wird Deutschland, was die Schulenzahl anbetrifft, übertroffen, denn dort kommt auf je 600 Einwohner eine Schule. Man steht also, daß unser Dünkel unberechtigt ist, und daß wir darin schon von Frankreich, England, Italien und sogar von dem .halbbarbarischen" Spanien überholt find. In Frankreich hat fich das neue Volksschulgesetz, das die Schule von der Kirche trennt, bestens bewährt. Deutschland steht in der Entwickelung der Schulen noch auf demselben Standpunkt wie vor dreißig Jahren. Das typische Bild der sozialen Gliederung in einer deutschen Kleinstadt giebt eine Korrespondenz eines Bruderorgans aus Mühlau in Sachsen. 1889 wurden eingeschätzt bis zu: 200 M. 192 Einwohner, 300 M. 327 Einwohner, 400" 600 800 " 383 42 " 500" 700 100 32 " " " # " 900 17 " " " 1100 12 " " 1300 " 1500 " 2000 " " " " 8 8 3000 3 27 " " 6000 4 " " " 1000. 1200 1400 1700 2500 4000 " " 22 10 7 5 11 " 656 " " bis zu 60 000 M. 1 Einwohner. Diese Zahlen find in verschiedener Beziehung lehrreich. Er klärte doch im fächsischen Landtage der Abgeordnete Ackermann, daß, um eine Familie menschenwürdig ernähren zu können, der Mann mindestens 900 Mart Einkommen haben müßte. Nun ersehen wir aber, daß in unserem Orte von 1201 Steuerzahlern allein 1115 vorhanden sind, welche kein menschenwürdiges Dasein führen. Und das soll kein Nothstand sein? Da spricht man noch von den begehrlichen nimmersatten Arbeitern, welche fich nur aufhetzen" ließen. Nein, da irren fich die Anhänger der heutigen Gesellschaftsordnung. Die eigene Noth, die eigene Erkenntniß erweckt in uns den Gedanken, daß es so nicht weiter gehen kann. Und wie sehr diese Erkenntniß in andere Streise bringt, beweisen wiederum die sächsischen Landtagswahlen. Wer wählen will, muß bekanntlich 600 Mark Einkommen genießen. Run gut. In unserem Orte befinden sich aber von 1201 Steuerzahlern allein 1044 Personen, welche 600 Mark nicht einnehmen, also ihres Wahlrechts verlustig gehen. Von den übrigen 157 Einwohnern wählten allein 96 sozialistisch." Bur Lage der Kellner. Wie idyllisch die Lage der Kellner während der Nichtsaisonzeit sein mag, davon giebt uns ein Blick in das„ Offerten Blatt"( Beilage zum Organ der Gaſthofbesizer) ein Bild. Der Braunschweiger Volksfreund" findet in der Nummer vom 24. Oktober als gesucht: Oberkellner. Zimmer, Saal- und Restaurationskellner 0 0 Kellnerlehrlinge*). Buchhalter Küchenchefs und Köche Portiers, Diener 2c.. Weibliches Personal. Dagegen bieten sich an in dieser einzigen Nummer: Oberfellner( sämmtlich sprachenkundig, zwei sprechen da= von vier Sprachen) Zimmer, Saal- und Restaurationskellner( davon 18 sprachenkundig) Buchhalter( davon zwei sprachenkundig) Küchenchefs und Köche Portiers, Diener 2c.( davon drei sprachenkundig). Weibliches Personal( davon zwei sprachenkundig) Kommentar überflüssig! 40008 7 31 64 8 62 9 21 Die Löhne im Pariser Baugewerbe. Bekanntlich hat die französische Regierung eine Enquete eingeleitet, die durch Vermittlung der Berufssyndikate eine Darstellung der Lage der arbeitenden Klassen bezüglich der Lohnverhältnisse in den letzten fünfzig Jahren geben soll. Auf die diesbezügliche Anfrage hat nun der Zentralverein der Ara itekten in Frankreich einen ausführlichen Bericht über die Lage der in Parts im Baugewerbe beschäftigten Arbeiter, deren Zahl ungeführ 150 000 beträgt, er stattet. Nach dem im Fachjournal" L'Architecture" beröffentlichten Berichte sind die Löhne im Baugewerbe in Paris seit 60 Jahren ununterbrochen gestiegen. In diesem Zeitraume haben sich die Tagelöhne ungefähr verdoppelt; sie betrugen im Jahre 1830 2,75-5 Frs., heute 6-8 Frs. Bei manchen Bauten erreicht der Tagelohn sogar 9-10 Frs. Ungelernte Arbeiter waren damals mit 1,75-2,50 Frs. bezahlt, während Handlanger heute 4,50-5,50 Frs. pro Tag erhalten. Doch würde aus diesen Daten allein noch nicht folgen, daß sich die Lage der ArDer Zentralverein beiter in diesem Gewerbe verbessert hat. der französischen Architekten hat aber auch eine Enquete über die Preise der wichtigsten Lebensmittel und Bedarfsartikel eingeleitet und gelangte zu dem Ergebniß, daß sich die Kosten von Nahrungsmitteln, Getränken und Brennmaterial wie jene für Wohnungsmiethe und Bekleidung ungefähr um 40 pCt. erhöht haben. Die Schwierigkeit derartiger Feststellungen läßt allerdings bloß eine approximative Ziffer zu, die im Ganzen und Großen jedoch annähernd richtig sein dürfte. Man kann daher sagen, daß die Steigerung der Löhne eine ungleich höhere als iene in den Preisen der wichtigsten Bedarfsartikel ist, nachdem erstere einem Prozentsatz vor 100, letztere einem solchen von bloß 40 pCt. entspricht. 32 Seiten. Literarisches. . Roßbüldt, Der Darwinismus in neuer Auffassung. 25 Pf.| Dr. Langkavel, Der Mensch und seine Rassen. Heft 13-16. Bro Heft 20 Bf. Dr. H. Wefendonck, Der modern- religiöse Wahnsinn. Leipzig. Pr. 2 Mt. 132 S. Belfort Bax, Outlooks from the new standpoint. London, Swan Sonnenschein& Cie., Paternoster- Square. Price 2 sh. 6 d. 203 pages. Tenth annual report of the international arbitration and peace association. London, Outer Temple Strand 40/41. Demophilos, Un petit mot avant le troisième acte. Bruxelles. R. Mügge, Das Brandmal der Seele, oder Schiller u. Goethe. Bromberg. Preis 71 Mr. *) Bei einem aus Frankfurt gerichteten Gesuch befindet sich die trockene Bemerkung: feine Vergütung, hat jedoch den durch ihn entstandenen Bruch zu bezahlen. Fachverein der Tischler. Almanach de la question sociale. Sommaire: Le Triomphe du travail( gravure), par H. Sheu, de Londres. AvantCalendriers: Cent ans de règne propos. Annuaire pour l'année 1892. grégorien, républicain et socialiste. bourgeois, P. Argyriades. Tartuffe triomphant, Ch. Raymond. Un Programm, Ed. Vaillant. Le Chômage, Emile Zola. Le Ver luisant et le Crapaud. Une Grève de millionnaires, B. Malon. Le Drapeau rouge, A. Delvau. Fanatisme religieux, A. Scholl. Petite histoire de la Gracchus Baboeuf, féodalité capitaliste, Victor Considérant. V. Advielle. Ai- je mon compte? Léon Bienvenu. Coopération et Socialisme, Louis Bertrand. Jury bourgeois, Adrien Veber. Pensées, maximes, mots de combat. Le Cri révoLes Travailleurs de la terre, I. Allemane. lutionnaire de 1792, Marc Amanieux. La Journée de huit Massacre de heures, P. Argyriadès. Aveu bourgeois. Fourmies, Souètre. Anecdotes. Le Militarisme, docteur Corre. Le Socialisme il y a cent ans, Hovelacque. Fin d'une Ne me fais plus d'enfants, I.-B. Clément. Société, docteur Jaclard. Capital et salaires, Engels Pensées La Pauvreté c'est l'esclavage, Lachambaudie. comico- philosophiques. Statistiques diverses: Statistique des grèves en France, Statistique des grèves aux Etats- Unis, Budgets de recettes et de dépenses, l'Exploitation capitaliste, Homicide social, les Victimes du grisou. Un peu de - Corsi e ricorsi, religion: la Descente de croix, E. Pottier. MouveVæ victis, Léon Cladel. docteur Letourneau. ment socialiste international: Congrès de Bruxelles, le Socialisme en Belgique, Henrion; Mouvement socialiste dans le Midi, Paule Minck; Lettre de Pierre Lavroff. Rapports: Allemagne, Angleterre, Hollande, Norvège, Roumanie. Les Vie de César de Paepe. Mémoires inédits, Nadar. Dans le monde des poupées, Lois naturelles, Hector Denis. Richepin. Un Mot sur la Coopération, Anseele. Le Quatrième État, E. Pottier. Ministère et Mélinite, Hamon. Le Nationalisme, Le Progrès de l'Idée, E. Odin. Liste générale des Boyer, député. Bibliographie. journaux socialistes internationaux. Preis 1,50 Frks. Bu beziehen durch die Expedition der„ Question sociale", 5 Boulevard Saint- Michel, Paris. Phil. Reklam's Universalbibliothet: Alfred Friedmann, Der letzte Schuß. Die Erzählung des Henkers von Bologna. Ein Kind seiner Zeit. Drei Novellen. 40 Pf. F. G. Triesdy, Die Nire. Lustspiel in drei Aufzügen. 20 Pf. Allgem. Deutsches Handelsgesehbuch, nebst ReichsHaftpflichtgesetz und verschiedenen Ergänzungsgesetzen. Tertausgabe mit furzen Anmerkungen und Sachregister. Herausgegeben von Karl Pannier. 40 Pf.. Steputat, Deutsches Reimlerikon. 40 Pf. A. Dumas, Sohn, Ein Freund der Frauen. 20 Pf. Hochzeit, Scherz u. Ernst. Zum Vortrag und zur Aufführung in Familienkreisen. Herausgegeben von E. F. Wittmann.- Jacobsen, Sechs Nobellen. 20 Pf. A. Hoffmann, Die zehn Gebote der besitzenden Klasse. Zeitz, Buchdruckerei Gutenberg. Preis 30 Pf. 64 S. Eine sehr hübsche Agitationsbroschüre. O. Köhler, Der sozialdemokratische Staat. 6 Hefte. Nürnberg, Woerlein& Co. Briefkasten der Expedition. 5. A. Pfotta. Abonnementsbetrag bis Januar 3,75 Frts. Weikers, L. Nordfrankreich. Betrag reicht bis ultimo März. Paarmann. Abonnementsbetrag pro Quartal 2,15 M. Besten Gruß Die Expedition. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandten Berufsgenossen. Freitag, den 25. Dezember 1891, in den Räumen der Bockbrauerei", Freitag, den 25. Dezember, in Norbert's Festfälen, Beuthstraße 18-21: Tempelhofer Berg: Weihnachts- Vergnügen bestehend in Konzert und Gesangsvorträgen des Gesangvereins ,, Freundestreue", sowie humoristischen Vorträgen. Eröffnung 5 Uhr. Geschenk- Verloosung für Kinder. Don 12 Uhr ab: Tanz. Billets zum Preise von 30 Pfg.( ausschließlich Tanz) sind auf allen Zahlstellen des Bereins zu haben. Adelbert Zimmermann, Ruhla empfiehlt zum Weihnachtsfeste ächte MeerSchaum- Cigarrenspihen mit Stereostop der 35 foz.- demokr. Reichstags- Abgeordneten à Dizd 4,50 M. p. Nachnahme. Porto 20 Pf. Packung frei. Play 厦 Der Vorstand. Jede Uhr zu repariren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 k. 50 Pfg., außer Bruch, Kleine Reparaturen billiger. Neue Feder einsetzen 1 Mt. Empfehle filb. Zylinderühren von 6, 7 u. 8 Mt., filb. Remontoir- Uhren Empfehle Freunden und Genossen mein reich von 13, 14 u. 15 Mt., gold. 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