Nr. 78. Sonnabend, 5. IM 1884. I. Jahrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner SollSblatt" «rfcheial täglich Morgen« außer nach Sonn- und Festtage«. LbonnemeutSpreiS für Berlin frei in'S Haus vierteljährlich 3 Mark, monatlich 1 Mark, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mark.(Eingetragen im VEL Nachtrage der PostzeitungSpreiSliste unter Nr. 719a.) JnfertionSgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 P). Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag« in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung deS Preises, angenommen. HteöaKtion unö KXpeöition Wertin SW., Iimmsrstraßs 44. I«r Situnlion in Gber-EgWten. Der Fall von Berber und die grausame Behandlung der eroberten Stadt sind amtlich gemeldet und damit ist die Thatsache bestätigt, daß die große Insurrektion in Sudan ihren Siegeslauf noch nicht beendet hat. Vor dem Blahdi, dieser mit einem Nimbus von Aberglaube und Sage um- hüllten Persönlichkeit, geht ein furchtbarer Schrecken einher, der auf die einzelnen egyptischen Besatzungen mächtiger wirkt, als die Geschütze deS Rebellenhäuptlings. Man kann sich denken, daß sich diese abgeschnittenen Besatzungen vereinsam- ter Plätze in einer ebenso verzweifelten Lage als Stimmung befinden. Sicherlich empfinden sie auch keinen Schatten von Begeisterung für die elende Regierung in Kairo, deren Existenz sie vertheidigen und sie würden wohl viel lieber mit dem Nationalhelden Arabi Pascha, wenn er wieder auf dem Plan erschiene, gemeinsame Sache machen, als gegen den Propheten des Sudan fechten. Allein sie haben von dem grausamen Feinde, der gegen sie in unzählbaren Masten heranrückt, keine Schonung zu erwarten. Der Mahdi wird immer grausam sein, weil er weiß, daß eS einem orientali- sehen Despoten am leichiesten ist, seine Herrschaft auf einen blutigen Namen zu gründen. Unter diesen Umständen und nachdem Berber gefallen, wird es den Engländern kaum noch möglich sein, den auf allen Seiten von den Wogen dieses kolostalen Aufstandes umbrandeten Platz Chartum mit dem vielbesprochenen Gene- ral Gorvon zu retten. Hätte man in London und in Kairo nach den Eingebungen der Menschlichkeit und nicht nach denen deS Ehrgeizes und des schmutzigen Egoismus handeln wollen, so hätte man leicht einen Entschluß fasten können, der dem fürchterlichen Gemetzel am oberen Nil ein rasches Ende bereitet haben würde. Man hätte sich eben einfach sagen müsten, daß der Sudan für Egypten verloren ist und zwar unwiederbringlich verloren. Selbst wenn das Unglaubliche gelingen werde, wenn eine englische Expedition in die Lage käme, Ehartum zu entsetzen— würde da« die Wiedergewinnung de« insurgirten Gebietes im Sudan bedeuten? Keineswegs; eS könnte sich durch die Einwirkung des Klima's die Sache sogar so gestalten, daß den so weit vorgedrungenen Eng- ländern der Rückzug nach den befestigten Plätzen am rothen Meer nicht weniger schwierig würde als dem General Gordon. Unter diesen Umständen wäre eS eben so vernünftig wie menschlich gewesen, wenn man in London und Kairo sich entschlosten hatte, den Sudan völlig zu räumen und sich selbst zu überlasten. Es wäre doch offenbar ein Leichtes gewesen, mit dem Führer der Insurrektion einen Vertrag abzuschließen, nach welchem die Besatzungen der befestigten Plätzen hätten ungenirt nach Unter-Egypten oder dem rothen Meer abziehen können. Allein gegen eine solche vernünftige Beendigung jenes scheußlichen Krieges erheben sich tausend und abertausend Stimmen: Die Ehre und das Interesse Englands und Egyptens können es niemals dulden, daß solch ein schmählicher Rückzug angetteten wird!— Ja was ist Ehre und was ist Jntcreste? Ist eS Ehre, wenn die weiten Wüstenfelder deS Sudan mit Hügeln von menschlichen Ge- deinen bedeckt werden, die in der Wüstensonne bleichen? Und was kümmert sich der Sudan, der seine religiöse und politische Unabhängigkeit erkämpfen will, um die Interessen Englands und Egyptens? llLirklich humane Staatsmänner würden solchen wahn- haften Vorstellungen sicherlich keine solchen fürchterlichen Hekatomben� von Aienschen zum Opfer bringen. Aber die englischen Staatsmänner denken eben nicht alle wie der alte John Bnght, der aus der englischen Regierung in dem Mo- mente austrat, als die schweren Marinegeschütze ihre Geschoste auf das alte Alexandrien schleuderten und so den gewaltigen Brand entzündeten, besten Ende nicht abzusehen ist. Ja, wann hätte englischeStaatSkunst, trotz allen Brüstens mit gleißnerischen Phrasen, jemals auf Humanitätsgründe ein Gewicht gelegt? Und so werden Wind und Brand im Sudan weiter wüthen. Aeber die Wahlprüfungen im Reichstage haben wir uns schon einigemal geäußert. Unsere Leser wissen, «aß unter den ungeprüften und beanstandeten Mandaten ver- schiedene find, deren Ungllitigkeit zweifellos zu Tage treten würde, wenn die nöthige Prüfung stattfände. Bedenkt man nun, daß ein großer Theil der zu Anfang der Legislaturperiode beanstandeten Wahlen erst innerhalb des letzten Jahres zur Erledigung gelangt find, also nachdem sie zwei Jahre lang in der Schwebe gewesen; bedenkt man ferner, daß durch die Summen von Abgeordneten, deren Mandate für ungiltig er- klärt worden find, oder für ungiltig erklärt werden müßten, wenn noch jUr �xdigung wäre, wichtige, tief einschnei- dende Beslimniungen R e i ch s g e s e tz geworden find— so begreift man die Tragweite und Enormitüt dieser That- fachen und die Nothwendigkeit einer baldigen und gründlichen Remedur.— Der Hauptübelstand aber bei den gegenwärtigen Wahl- rüfungen, um den es fich handelt, und der, als solcher, von allen Parteien des Reichstages anerkannt worden ist, wird da- durch ermöglicht und erzeugt, daß im Reichstage und außerhalb des Reichstages kein fester Termin für die Beendigung und Erledigung der Wahlprüfungen fest- gesetzt ist. Da fitzt die Wurzel bes Ucbels. Für die Einreichung der Wahlproteste ist ein bestimmter Termin festgesetzt(10 Tage nach Zusammentritt des Reichs- tags); allein das ist auch Alles. Es giebt gegenwärtig, am Schlüsse der gesammten Legislaturperiode und zwar nach Schluß und voraussichtlich letzten Session derselben noch mehrere, durch Wahl- Proteste angefochtene Wahlen, über welche die Wahlprüfungs- kommission des Reichstags sich nock nicht schlüssig gemacht hat � z. B. die W a h l d e s 4. B e r l i n e r Wahlkreises, bei welcher der Kandidat der Sozialdemokraten, trotz außer- gewöhnlicher Wahlbethciligung, nur mit wenigen Stimmen gegen den Kandidaten der Fortschrittspartei unterlegen ist, und notorisch verschiedene Unregelmäßigkeiten vorgekommen sind. Wie erklärt fich nun eine solche Verschleppung? Die Wahlprüfungskommisfion— das haben wir schon früher Hervorgehoben— steht tadelsfrei da; sie arbeitet sehr fleißig und sehr gewissenhaft, wie von allen Parteien einhellig anerkannt wird. Aber— sie wird nicht fertig. Warum? Weil sie mit zu viel Arbeit belastet ist. Die Kräfte der Kommission reichen für die ihr gestellte Aufgabe nicht aus. Hieraus ergiebt fich die Forderung, daß ein Modus gc- fanden werden muß, welcher eine raschere, und genügend rasche Erledigung der Wahlprüfungen im Reichstag möglich macht. Zu diesem Zweck würde es sich empfehlen, daß statt einer, mehrere Wahlprüfungskommisstonen ernannt werden, oder — was mehrfach vorgeschlagen worden ist— daß der ganze Reichstag fich als Wahlprüfungskommisfion konstiituitt, welche in verschiedene Abtheilungen zu zerfallen hätte. Und ferner erscheint es nnerläßlich, daß ein Termin festgesetzt wird, innerhalb die Wahlprüfungen, so weit der Reichstag ins Spiel kommt, erledigt sein müsten. Das ist ein Theil der zu lösenden Frage. Der zweite Theil betrifft die Verschleppung außer- halb des Reichstags. Der Reichstag kann natürlich die in den Wahlprotesten behaupteten Thatsachen nicht von vornherein als erwiesen ansehen; dieselben müsten amtlich untersucht wer- den, und können erst, nachdem die amtliche Untersuchung die Richtigkeit der behaupteten Thatsachen ergeben hat, als ge- nügendcn Grund zur Kassirung(Ungültigerklärung) der Wahl betrachtet werden. Nun erheischt aber diese amtliche Untersuchung selbstver- ständlich Zeit, und, da keine gesetzliche Frist be- fleht, so ziehen fich die amtlichen Untersuchungen meist sehr in die Länge. Zum Beispiel das Mandat des Abgeordneten Leuschncr(vom 19. sächstschen Reichstagswahlkreis), welches am 13. Februar des vorigen Jahres— 1883— beanstandet wurde, konnte erst am 24. Juni dieses Jahres— 1884— definitiv für ungültig erklärt werden, weil die amtlichen Unter- suchungcn weit über ein Jahr in Anspruch genommen hatten. Und das ist nur ein Fall für Viele. Diesem flagranten Ucbelstand kann nur dadurch wirkungs- voll gesteuert werden, daß auch eine bestimmte F r i st festgesetzt wird, innerhalb deren die amtlichen Erhebungen zu beendigen und dem Reichstag mitzutheilen find. Sollic eine dahin zielende gesetzliche Bestimmung deshalb nicht zu Stande kommen können, weil die Reichsregierung oder die Bundesregierungen Hindernisse bereiten, so würde der Zweck schon erreicht werden, wenn der Reichstag in seine Ge- schäftsordnuna einen Paragraphen aufnähme, nach wel- chem jede gesetzmäßig beanstandete Wahl nach Ablauf einer bestimmten Zeit zu rassiren ist, auch wenn die Ergebniffe der amtlichen Untersuchungen bis dahin nicht eingelaufen find. Die Behörden werden fich mit den amllichen Erhebungen dann sicher beeilen. Jedenfalls liegt es in der Hand des Reichs- tage«, die Mängel des jetzigen Wahlprüfungsvcrfahrens ra- dikal zu beseitigen, wenn er nur will. poMilche tlebersichl. — Die„Deutsch- Freisinnigen" find außer fich vor Freude, die fortschrittliche Mannesseele brauchte Stärkung und fand sie und zwar bei dem Empfange, den die badischen Volksvertreter nach dem kürzlich erfolgten Schlüsse der Session beim Großherzog gefunden haben. Die„frei- finnigen" Organe schreiben über die„in zwangloser Unter- Haltung" stattgehabten Gespräche:„Der Großherzog hat da- nach die Existenz der Freisinnigen im Reichstage(er persönlich sprach von der Fortschrittspartei) gebilligt, da es gut sei,„wenn sich ein breiter und starker Rücken gegen das Rückwärtsschieben stemme; aber in großen nationalen Fragen sollte die Partei etwas honetter sein". Seinen Sohn, den Prinzen Ludwig, soll der Fürst den Volksvertretern mit den Worten vorgestellt haben:„Ich und mein Haus, wir wollen dem Volke dienen." Als das Gespräch auf die Nationallibe- ralcn kam, bemerkte der Großherzog:„Man kann sehr liberal sein und den Kulturkampf doch nicht wollen." Im Uebrigen nahm er mehrmals Gelegenheit, seine Befriedigung über die ruhige, leidenschaftslose Weise zu äußern, in welcher die De- batten des Landtages geführt wurden, sowie über das schöne Verhältniß, welches zwischen den Vertretern der Regierung und denen des Volkes sich kundgab.,, Wie weit die Findigkeit der Sozialdemokraten geht, wenn es gilt, ihren Parteizwccken zu dienen, davon erhielt(so klagt ein Dresdener Korrespondent des„Leipz. Tgbl.') die hiesige Polizei am 2. Juli einen Beweis. Dieselbe beschlag- nahmte in verschiedenen Restaurationen Nummern des in Zürich erscheinenden„S o z i a l d e m o k r a t", welche von unbekannter Hand dort ausgelegt worden waren— mit dem aufgeklebten Titel des„Dresdenee Tageblat t". In den betreffen- den Nummern befand fich ein Artikel, welcher die Maßreae. der Verlängerung des kleinen Belagerungszustandes über Leipzig dekämpfte. Die Bedingungen des Kompromisses zwischen dem Könige Oskar und der norwegischen Linken, welche bei der Ernennung des Ministeriums Swerdrup vom Könige an- genommen wurden, find die von Broch vorgeschlagenen und jetzt bestimnter gefaßten: 1. daß der im Jahre 1880 von Livius Smitt gemachte Vorschlag über Zulastung der Staatsräthe zu des Storthings Berathungen jetzt von diesem zum Beschluß erhoben und dadurch die Staatsrathssache erledigt werde, die Staatsräthe aber nicht vor Annahme dieses Vorschlags durch das Storthing und nachher durch den König im Storthing i erscheinen dürfen; 2. daß für die Volksbewaffnungsvereine ge-' wisse Bürgschaften vom Storthing nachträglich beschlossen wer- den, worauf dann die für sie gemachte Bewilligung vom Könige bestätigt wird und 3. daß dem Beschluß über Theilnahme zweier Storthingsmitglieder an der Verwaltung der Eisenbahnen vom Könige Folge gegeben werde. Weiter hat fich dann Swer- drup beim König ausgemacht, daß das Lehnsmannsgesetz(über die Wahlen der Lehnsmänner aus den betreffenden Kreisen selbst) und der nach einem Swerdrup'schcn Vorschlage in der vorigen Stotthingsperiode angenommene Beschluß über die Erweiterung des Stimmrechts für die Storthingswahlen die königliche Bestätigung erhalten.— Das Storthrng hat den Abgeordneten Sivert Nielsen zum Vicepräfidenten gewählt. Für die zu Staatsräthen ernannten Mitglieder traten Stellvertretc' ein. Die Staatsräthe dürften schon heute zum ersten Male i>. Stotthing erscheinen, um die Verhandlung über die Abstim mungsftage beizuwohnen. Der Schluß bezw. die Auflösung des Swnhings wird zum nächsten Dienstvg, den 8. Juli, erwartet. Die schweizerische Bundesversammlnng hat einen für die gewerbliche und indu st rielle Bildung hoch- wichtigen Beschluß gefaßt. Hiernach werden zur Förderung der gewerblichen und industriellen Berufsbildung an die diesem Zwecke dienenden Anstalten Beiträge aus der Bundeslaste ge- leistet, und zwar wird schon für das laufende Jahr ein Nach- tragskredit von 100000 Franken dem Bundesrath zur Ver- fügung gestellt. Im Uebrigen soll künftighin der jährliche Kredit von 150 000 Franken ausgeworfen werden, der bei ein- tretendem Bedürfniß und bei günstiger finanzieller Lage des Bundes noch erhöht werden kann. Als Anstalten für diese Bildung werden betrachtet die Handwcrkerschulen, die gewcrb- lichen Fortbildungs- und Zeichnungsschulen, auch wenn fie in Verbindung mit der Volksschule stehen, ferner die höherer industriellen und technischen Anstalten, die Kunst- und Fach- schulen, die Muster-, Modell- und Lehrmittel- Sammlungen, endlich die Gewerbe- und Industrie- Museen. Im Interesse der gewerblichen Berufstüchtigleit der arbeitenden Klassen ist dieser Bundesbeschluß gewiß mit Freuden zu begrüßen, d eingeschlagene Weg ist ohne Zweifel der richtige, und d Schweiz wird aus diesem Wege viel weiter kommen und die Konkurrenzfähigkeit ihrer industriellen Bevölkerung in viel höherem Grade fördern als es bei uns in Folge der angeb- lichen Fürsorge der Reaktionäre für die Ausbildung der Lehr- linge und der industriellen Arbeiter möglich ist. Der von der Krone gegen Mr. Bradlaugh angt" strengte Prozest wegen seiner Theilnahme an den Abstim- mungcn des Unterhauses gelangte endlich, wie bereits gemeldet, nunmehr zur Entscheiduug. Die Hauptfrage drehte fich darum. ob der Eid, den sich Mr. Bradlaugh vor dem Sprecher selb abnahm, für ihn als bindend betrachtet werden konnte, und o er dabei die parlamentarischen Gebräuche wahttc. Die 6" schworenen entschieden in beid-n Fällen, trotz des im Ganze für Mr. Bradlaugh günstigen Resum-s des Lord Oberrichter im verneinenden Sinne und damit war der Prozeß zu Gunster der Krone entschieden. Auf Ersuchen Mr. Bradlaugh's wurd die Rcchtswirksamkeit des Urtheils vorläufig suspenditt,� u dem Beklagten Gelegenheit zu geben, nach den großen Gerichts- ferien um die Wiederaufnahme des Prozesses einzukoniinen. Die Krone kann jetzt von Mr. Bradlaugh für jede der Ab- stimmungen, an denen er theilnahm, 500 Lstr.(10000 MO Geldstrafe verlangen., Eine Jeromistische Volksversammlung erklärte fcicillch den Pnnzen Viktor als unwürdigen Sohn seiner Thronrech Kr'iegsminister Campe««« erklärte imRekrutirung° a u s s ch u ß angesichts der bevorstehenden zweiten Lesung" Rekrutirungsgcsctzcs: er M außer Stande, genau anzugeben, wie stark sich der Hecreseffektivbestand der in erster Lesung bc- schlossenen ausnahmslosen Dienstpflicht für Alle verinehren werde; er glaube um 110,000 Mann. Um diese unter der Fahne erhallen zu können, werde er einen großen Theil de Kontingents nach zweijährigem Dienst durch Ausloosung e lassen müssen. Bei den Wahlen in Portugal zur Deputirtcukammer wurden 168 Deputirte gewählt. Die Opposition hat 30 SÜ, gewonnen, wovon 28 an Fortschrittsleute und 2 an Republi- kaner gefallen find. Von den für Lissabon gewählten sedj» Deputirten sind vier Anhänger des Ministeriums und zw" Republikaner. Depeschen aus Madeira melden, daß d Wahlen auf der Insel mit dem Siege der Regierung über d> Republikaner endeten. Während der Abstimmg kam es zu ernsten Ruhestörungen, wobei sechs Personen gctödtet wurden- Aber die Regierung hat gesiegt. Die Lollstreckung des Todesurtheils an den beide spanischen Offizieren, die am 28. v.M. in Verona wegen Rrankheit h heilnahme an republikanischen Aufstandsversuchen erschossen wurden, hat einen unbeschreiblichen Eindruck gemacht. Die angesehenjten Männer hatten ihren ganzen Einfluß aufgeboten, um die Hinrichtung zu verhindern; die Frauen der Offiziere mit ihren Kindern waren nach Madrid geeilt und hatten ihre Knie vor dem König gebeugt, um für das Leben ihrer Männer zu flehen, aber sie fanden taube Ohren. Glaubt Alphons XII. mit so grausamen Maßregeln seine Herrschaft, für die er zu fürchten scheint, aufrecht erhalten zu können? An dem Tage An dem Tage der Hinrichtung waren in Gerona alle Läden geschlossen. Militär war überall tonzentrirt, um jeden Aufstandsversuch im Keime zu ersticken. In Gerona blieb Alles, wenigstens nach den Regierungsberichten, ruhig, in Barcelona aber erhob sich das Volk und griff das Militär an. Nähere Nachrichten fehlen noch. In Madrid erschienen die republifa nischen Blätter mit schwarzem Rande; die Polizei tonfiszirte die meisten. In Granada soll eine geheime Gesellschaft überrascht sein. Die Papiere derselben wurden mit Beschlag belegt. General Gurko, der gewaltige General- Gouverneur von Polen ist plötzlich in Ungnade gefallen. Unerwartet hat er aus Petersburg den Befehl bekommen, sein Amt und sein Kommando seinem Stellvertreter, General der Infanterie Krüdener, zu übergeben und Urlaub zu nehmen; er wird in den nächsten Tagen ins Ausland gehen. Ob Gurko fich diese Maßregel durch die zahllosen Bedrückungen der Polen zuge zogen hat, ist bei dem Charakter der russischen Regierung sehr zweifelhaft. Jedenfalls herrscht in Warschau, wo sich die Nachricht mit Bligesschnelle verbreitet hatte, große Freude. Von dem Nachfolger erwartet man zwar auch nicht viel, aber er hat doch noch nicht Gelegenheit gehabt, sich so in polnischen Kreisen verhaft zu machen, wie sein Vorgänger, wenn auch in Polen ein Bersonenwechsel noch lange fein Systemwechsel ist. Die Aufständischen im Sudan sind wieder einen Schritt weiter gekommen. 12,000 Araber haben die Stadt Debbah mit Sturm genommen und 3009 Personen von der Garnison und der Bevölkerung niedergemeßelt. Der Mudir von Dongola ist in der Richtung nach Debbab abgereist, doch ist der Zweck seiner Reise unbekannt. Nach einem Kairoer Telegramm der Daily News" sollen drei Männer aus Chartum entkommen fein, welche berichten, die sudanische Hauptstadt sei am 17. Mai von Südwesten her durch bedeutende Rebellenmassen angegriffen worden. Kriegsaussichten mit China. Es scheint, daß am Befinger Hofe die Kriegspartei wieder einmal Oberwasser hat, wenigstens flingt das Telegramm, welches das auswärtige Amt( Tsungli- Yamen) an die französische Regierung gerichtet, durchaus nicht versöhnlich. Nach denselben spricht sich der Tsungli- Damen über das Auftreten der regulären Truppen bei Langson nicht mißbilligend aus, sondern erklärt vielmehr, daß auf seinen Befehl die chinesische Armee Langson im Befit behalten habe. Er behauptet, entgegen den Bestimmungen des Art, 2 des Vertrages von Tientsin, welcher die sofortige Burückziehung der chinesischen Garnisonen festsetzt, daß die Räumung der Grenzpläge von der definitiven Unterzeichnung des Vertrages und der Regelung der Grenzen abhängig sei. Endlich weigert er sich, die zwischen Li- Hung- Chang und Fournier getroffenen Vereinbarungen, nach welchen die Räumung von Langson, Chatte, Caobang und Laokai innerhalb der Zeit vom 6. bis 26. Juni stattfinden soll, anzuerkennen. Der Gesandte Batenotre hat Befehl erhalten, sich sofort nach Pefing zu begeben. Lokales. m. Berlin ist Weltstadt ohne Zweifel, troßdem hat der ganze große, gewaltige Häuserkompler in seinen verschiedenen Theilen eine ganz verschiedene Physiognomie. Das Weberund Potsdamer- Viertel beispielsweise sollte man kaum für Theile ein und derselben Stadt halten, und trop aller nivellirenden Einrichtungen der Neuzeit erscheint Berlin immer noch als aus verschiedenen fleineren Städten zusammengesetzt. Und in der That unterscheiden sich die Bewohner der einzelnen Stadt theile auch ganz bedeutend von einander, sowohl in ihrem Auftreten, ihrer Art sich zu geben, sich auszudrücken u. s. w. Wenn Wiedergefunden.) Erzählung von W. H. ( Fortsetzung.) Der Pfarrer war ein jovialer Herr, der fich gleich mit allen Anwesenden bekannt zu machen wußte. Er begrüßte zunächst besonders herzlich den jungen Lehrer. Das berührte um so wohlthuender, als gemeiniglich das Verhältniß zwischen Pfarrern und Schullehrern, des bekannten Hochmuths der ersteren wegen, ein gespanntes ist. Der Pfarrer aber hatte Emil, der im hohen Norden von Schleswig geboren, aber als zehnjähriger Knabe in das Heimatdorf seiner Mutter mit derselben zurückgekehrt war, schon seit jener Beit gefannt. Die Mutter, welche sehr schön gewesen war, hatte in ihrer Jugend die Bekanntschaft eines jungen, fremden Kaufmanns gemacht, der ihr ewige Treue gelobt. Nachdem die Folgen des Verhältnisses zu Tage getreten waren, hörte fie, daß der Fremdling schon verheirathet sei, und entfloh zu Berwandten nach dem Norden, wo sie einen Knaben gebar. зи das schon bei Männern für einen gelibten Beobachter hervor fritt, so ist es bei Frauen, die sich viel leichter äußeren Einbrücken hingeben und ihr natürliches Wesen erkennen laffen, noch viel leichter herauszufühlen. Diese Bemerkungen drängen fich Jedem auf, der einmal Berliner Wochenmärkte in verschiedenen Stadttheilen besucht hat. Sollte man wohl glauben, daß ein Markt in irgend einer Vorstadt ein ganz anderes Gepräge trägt, als ein solcher in der inneren Stadt? Die beiden Märkte brauchen garnicht einmal sehr weit auseinander liegen, nehmen wir einmal den Dönhoffs- Platz und den Dranien- Plaz an. Auf ersterem Markte herrscht auf Seiten der Verkäufer eine gewisse gezwungene Höflichkeit, selbst bei den Leuten, bei welchen man im gewöhnlichen Leben einen derartigen Artikel vorauszuseßen garnicht gewohnt ist. Den Berliner Fischverkäuferinnen traut gewiß kein Mensch Fischblut zu, ste entwickeln sicher in unbeobachteten Momenten eine Bungenfertigkeit, um die sie mancher Staatsanwalt beneiden könnte. Und doch wie zart sind sie hier! Ja man mag uns glauben oder nicht aber wir haben es mit eigenen Ohren gehört, fie bedienen sich hier sogar des Defteren der hochdeutschen Sprache. Sehen Sie nur, liebes Frauchen, diese schönen Brathechte hier", ertönt es von den Lippen einer solchen Dame mit einschmeichelndem Tone, der zu ihr paßt, wie ein Glacéhandschuh auf eine Matrosenfaust, denn die Dame hat einen Umfang, der dem ihrer Fischtonnen nicht viel nachgiebt! Dabei streichelt fie einen zappelnden Fisch wie eine nervöse alte Jungfer ihr Schooßhündchen. Auf dem Dranien- Platz dagegen? Scheene Aalekens, junge Frau, tiefen Se' mal, der reene Bucker!" Und wenn dann die Arbeiterfrau den Preis zu hoch findet und weitergeht, so sagt die Fischfee ziemlich deutlich ,, olle Trine," während auf dem Dönhoffsplay, höchstens ein Gemurmel ertönt, welches allerdings höchstens ein Nichteingeweihter für einen Segenswunsch halten kann. Freilich das Publikum ist auch ein sehr verschiedenartiges, denn auf dem Dönhoffsplay erscheint die ,, gnädige Frau" mit dem sauberen Dienstmädchen, die den großen Trageforb führt, als Adjutaten hinter sich, während auf dem Oranienplay die Arbeiterfrau mit ihrem schmalen Portemonnaie allein erscheint, und höchstens neben ihrem Körbchen als einzige Be gleitung gleitung ihr ihr Jüngstes auf dem Arm trägt, das fie nicht unbeaufsichtigt allein zu Hause lassen kann. Außerdem herrscht natürlich auf den Märkten in der inneren Stadt die Delikatesse, der Engrosverkäufer vor, der Schlächter, der sein Fleisch auf dem Gendarmenmarkt verkauft, macht einen ganz anderen Eindruck als der vom Oranienplay. Blumen sieht man drinnen in Hülle und Fülle, während draußen die Bauern frau höchstens einen Strauß von Feldblumen aus den Gefilden von Köpenid mitbringt. Wenn drinnen schon längst Blumenfohl und Spargel herrschen, dominirt draußen noch lange die saure Gurke und die ,, Bolle." und Feiertagen soll, wie uns von unterrichteter und zuver lässiger Seite mitgetheilt wird, doch nicht so ganz erfolglos ge blieben sein. Eine größere Anzahl von Firmen, besonders der Konfettionsbranche, hat nun so verfichert man uns Schau Elen Eind grau bem Sach Wur in Rede stehenden berechtigten Ruhebedürfniß ihres Personals Rechnung getragen und sich entschlossen, nicht blos vorübergehend. sondern dauernd ihre Etablissements an solchen Tagen geschloffen zu halten. -a. Ein Petroleum- Verbesserer. In der Umgegend von Berlin wird seit Kurzem von einem Manne, der sich Korrmann nennt und vorgiebt, Vertreter eines Hauses Fuchs u. Söhne zu sein, in Ileinen Schachteln sog. Gasstein zum Kauf ange boten, und zwar die Schachtel zu 1 Mart, welcher die vorzüg liche Eigenschaft habe, daß eine geringe Quantität die davon in das Bassin einer Petroleumlaupe geschüttet wird, eine enorme Ersparniß an Petroleum zur Folge habe. Eine von einem Käufer vorgenommene Untersuchung des sog. Gassteines hat ergeben, daß diese Masse nichts weiter als gefärbtes Kochsalz ist, und daß es überhaupt auf den Verbrauch des Petroleums feinen Einfluß äußert. Der Schwindler, welcher nach seinen eigenen Angaben sowohl in Berlin als auch in der Umgegend ein gutes Geschäft mit dem Gasstein" gemacht haben will, ist bisher noch nicht ermittelt. Er ist etwa 1,71 Mtr. groß, trägt einen dunklen Anzug, dunkelgrauen Sommer- Ueberzieher, braunen steifen Filzhut, Facon- Nickelfette mit Berloquet und Schuhe mit Bändern; er hat einen schwarzen Schnurrbart. a. Die Verbrechen gegen die Sittlichkeit nehmen bei uns wirklich epidemieartig zu. Es ist das eine sehr traurige Thatsache und fast möchte man wünschen, daß die Strafbe stimmungen für diese widernatürlichen Ausschreitungen recht sehr verschärft würden. Geradezu empörend sind aber derartige Gemeinheiten, wenn sie von Personen ausgeübt werden, die in gewiffer Hinsicht ein öffentliches Vertrauen genießen. Dem. Badeanstaltsbefizer B. in der Gneisenaustraße wäre gewiß die Konzession zur Führung einer öffentlichen Badeanstalt nicht ertheilt worden, wenn man gewußt hätte, welch' sauberer Patron dieser Herr ist. Derselbe ist gestern wegen wiederholter Vornahme un züchtiger handlungen mit Mädchen unter 14 Jahren, die seine Badeanstalt besuchten und von ihm in einen separaten Nebenraum gelockt wurden, zur Haft gebracht worden. a. Unterschlagung. Der bei einem Glaswaarenhändler in der Alten Jakobstraße seit längerer Zeit angestellte Reisende H. hatte auf seinen Geschäftsreisen unter Anderem auch von den Kunden seines Prinzigals die Schuldbeträge einzuziehen. In der Zeit nun von März bis Juni cr. hat. von den eingezogenen Beträgen nach und nach nahe an 1000 M. fich angeeignet und durch verschiedene Kunstgriffe dies vor dem Prinzipal zu verheimlichen gewußt. Gegen Ende v. Mts. wurden jedoch vom Prinzipal die Unterschlagungen entdeckt, und der sich während der letzten Tage versteckt gehalten hatte, ist heute ermittelt und zur Haft gebracht worden. g. Mit dem Bau des naturhistorischen Museums ist, seit einigen Togen wieder rüstig begonnen worden, nachdem im Herbst vorigen Jahres nach Legung des sehr umfangreichen Fundaments die Arbeiten eingestellt worden sind. Das natur historische Museum erhält seinen Platz auf dem Grundstüd Invalidenstraße 43, neben der landwirthschaftlichen Hochschule. br. Ein Liebhaber billiger Goldsachen scheint der junge Mann zu sein, der am 2. d. Mts., Nachmittags den N.'schen Goldwaarenladen in der Friedrichstraße betrat und sich einen Kasten mit goldenen Ringen vorlegen ließ, wovon er zwei Ringe faufen wollte. Als er sich aus dem ihm vorgelegten Raften einen ihm passenden Ring ausgesucht hatte, und die Geschäftsinhaberin einen zweiten Kasten aus dem Schaufenster herausnahm, um eine weitere Auswahl zu ermöglichen, stahl der Unbekannte aus dem ersten Kasten einen goldenen Siegelring mit schwarzem Stein und verbarg ihn. Die Frau N. mertte sofort den Verlust und fie verlangte die Herausgabe des Ringes, der sich jedoch den Dieb wiedersette, indem er den Diebstahl bestritt und die Herbeiholung eines Schußmannes verlangte. Auch diesem gegenüber leugnete der Dieb, ein stellungsloser Diener V., den Diebstahl, bis bei seiner Körpervifitation der gestohlene Ring in seinem Munde unter der Bunge gefunden wurde. -h. Die Agitation der hiesigen Handlungsgehilfen für Freigebung des Sonntags resp. Geschäftsschluß an Sonntropfen von der Stirn, und auffallend oft blickte er nach der Gartenthür, hinter welcher seit furzer Zeit der junge Schullehrer verschwunden war. Der Pastor hatte Berufsgeschäfte und empfahl sich mit einem herzlichen Händedrucke von dem Senator und mit einem artigen Gruße von der Frau Hausburger und dem Doktor. Bald darauf famen auch die jungen Leute aus dem Gar ten zurück, die lebhafte Amanda in fröhlichem Gespräch mit dem jungen Schullehrer, während Angelita mit leichtem Gruße dem Wohnhause zueilte, da die Mutter sie längst schon er wartete und lebhaft mit der Hand winkte. Da die Sonne schon tief, herniedergesunken war, beschloß die fremde Gesellschaft in dem Wirthshaus zum Uglei See zu übernachten. Man trennte sich von dem neugewonnenen Freunde auf ein fröhliches Wiedersehen: Madame Hausburger höflich, der Doktor gleichgilig, der Senator mit großer Herzlichkeit und Angelika mit beiden Händen, die sie Emil hinhielt und ihn einlud, die Gastfreundschaft ihrer Eltern, wenn er einmal nach Hamburg fomme, was sie sehr wünsche, in Anspruch zu nehmen. Emil Reichelt entfernte sich; er wandte fich aber bald schon, fuchtsvollen Blick nach dem geliebten Edfenster, aus welchem ein goldiger Lockenkopf herauslugte und nach der Richtung hinschaute, in der Emil verschwunden war. Durch ihrer Hände Arbeit ernährte sich das Mädchen; alle Geldgeschenke, die ihr der Verführer, der ihren Aufenthaltsort ausgefundschaftet hatte, ohne seinen Namen zu nennen, zugedeckt von Sträuchern und Hecken, um und warf einen sehnfandte, wies fie zurüd. So war bald jede Verbindung abgebrochen. Als aber das arme Weib durch Krankheit zur Arbeitslosigkeit verurtheilt worden war und ihre armen Ber wandten auch nichts mehr für fie thun konnten, wurde sie mit ihrem zehnjährigen Knaben in ihr Heimatdorf am Uglei- See transportirt, damit die dortige Gemeinde fich ihrer annehme. Kaum war sie in ihrer Heimat angelangt, so trat der Gebanke an ihre Schmach und die Erinnerung an den Geliebten viel schärfer an die Aermste heran, und in einer Anwandlung von Wahnsinn stürzte sie sich in die Fluthen des Sees; ihr Leichnam wurde trop eifrigen Suchens nicht aufgefunden. Der ganze Vorfall war mit Andeutungen auf die Vergangenheit in einem Lokalblatt erzählt worden, aus welchem bie pitante Geschichte auch in die großstädtischen Blätter überging. Die Erziehung des Knaben wurde von der Gemeinde, die von unbekannter Seite jährlich eine für die dortigen Verhältnisse nicht unbedeutende Summe zugestellt erhielt, in die Hand genommen und von dem Paftor geleitet. Nachdem die üblichen Eramina gemacht waren und der alte Lehrer gestorben war, erhielt die Gemeinde an der armen Waise, Emil Reichelt, einen Schullehrer, dessen Lob in aller Munde war, wenn man von dem Herrn Gastwirth und der Frau Gastwirthin zum Wirthshaus am Uglei- See absah. Der Dottor war mit seiner zukünftigen Schwiegermama in dem bekannten Gespräch vertieft; Emil aber hatte sich ein Herz genommen und war den jungen Damen nachgeeilt, sodaß die beiden älteren Herren auf ihre gegenseitige Unterhaltung angewiesen waren. Zuerst wurde nur über gleichgültige Dinge geredet, doch bald schon fonnte man einen gewissen Eifer in ber Unterhaltung merken, obwohl kein lautes Wort hörbar war, da beide Paare im Flüsterton sprachen. Besonders eifrig zeigte fich der Herr Senator, an dem bald schon eine große Aufregung fichtbar wurde; fortwährend wischte er mit dem seidenen Taschentuch die großen Schweiß*) Nachdruck verboten. Von unserer hamburger Reisegellschaft fönnen wir nur berichten, daß sie nach den Strapazen des Tages gut schlief, des Morgens nach Eutin zurückfuhr und bald mit der Eisenbahn Hamburg erreichte. Das Senatorentöchterchen aber er zählte auf der Heimreise ihrem Vater, daß der Dorfschullehrer ein ganz charmanter Mensch sei, der ihr ungemein gefalle und von dem fie des Nachts im Wirthshaus am Uglei- See gar ge träumt habe. Es war zu Anfang Dezember in den Hauptstraßen Hamburgs was großes Gedränge, die Domzeit" hatte ihren Anfang genommen. Besonders auf dem großen Neumarkt entwickelte sich ein lebendiges Bild. Das Wetter war sehr günstig; die ewigen lebendiges Bild. Das Wetter war sehr günstig; die ewigen Rebel" hatten Hamburg für eine Tage verlassen und die bleiche Dezemberſonne lächeltg freundlich über den hohen Häusergiebeln Dezemberfonne lächeltg freundlich über den hohen Häusergiebeln der alten, schönen Hansestadt. Und freundlich lächelten auch die vielen rosigen Menschengeftchter, denen die Kälte ordentlich wohlzuthun schien und die geschäftig auftauchten und wieder verschwanden. Das Geschäft, welches gemacht wurde, war allerdings ein sehr einfaches; man fing nämlich schon an, für die Weihnachtsfeiertage einzulaufen, oder wollte den Kindern zuhaus dadurch eine kleine Freude machen, daß man etwas Obst oder Braunschweiger Lebkuchen vom Dom" mitbrachte. Bahlreiche Buden mit allerlei Sehenswürdigkeiten standen in langen Reihen auf dem Markte; die Ausrufer gaben sich die größte Mühe, mit ihren heiseren Stimmen und grotesken Glieder verrenkungen das Publikum anzulocken. Die Hamburger selbst, verrenkungen das Bublifum anzuloden. Die Hamburger selbst, denen ein solches Treiben nicht neu ist, fümmerten sich weniger um alle die herrlichen Anpreisungen, während so mancher Besucher aus der Nachbarschaft der großen Handelsstadt zögernd stehen blieb, ob er der Menagerie oder der Riesin, dem General" Kolibri oder dem Schlangenmenschen zuerst einen Besuch abstatten sollte. ( Fortsetzung folgt.) R. Hier sind noch Wohnungen zu vermiethen! So stand groß gedrudt auf einem Bettel, der an einem Hause der Naunyn Str. hing. Eine Frau, welche sich auf der Suche nach einer Wohnung befand, erlaubte sich daher, bei dem Wirth vorzusprechen, um die Wohnungen in Augenschein zu nehmen. Doch der Haus- Bascha erflärte: Sie haben ja nicht einmal einen Hut auf, an solche Leute vermiethe ich nicht!" Bums, flog die Thür zu und die Suchende stand auf dem Korridor allein. Wer also eine Wohnung sucht, thut gut, vorher erst das Moden- Journal zu studiren, damit er sich einen modernen Hut beschaffen fann. " 1 Neue Zeitung. Von den Reichstagsabgeordneten Rechtsanwalt Lenzmann und Dr. Phillips, die früher der Fortschrittspartei angehörig, sich der deutsch freisinnigen Partei nicht anschlossen, ist eine Wochenschrift Demokratische Blätter" hier in Berlin erschienen. Gerichts- Zeitung. Prozeß Gronad. Die Verhandlungen des zweiten Tages, welche der Vorsigende, Landgerichtsrath Brausewetter, furz nach 9 Uhr eröffnete, übten auf das große Publikum dieselbe Anziehungskraft aus, wie der erste Tag; Tribünen und Bu Die Pitcairner. ( Fortsetzung und Schluß.) So sei es ihnen von ihrem Pastor Adams" gelehrt worden, sagten ste. Diesen Namen hatte Alerander Smith angenommen. Als die beiden Fregattenfapitäne mit ihren Gästen nach der Insel fuhren, wurden sie von der ganzen Gemeinde, Adams und seiner blinden Frau an der Spize, empfangen. Adams stand, den Hut in der Hand, die dünnen grauen Locken streichend, wie er es nach Matrosenart gewohnt war, wenn er vor einem viertel Jahrhundert mit seinen Offizieren redete. Als ihm versichert wurde, daß ihm kein Leid geschehen sollte, erzählte er die Geschichte der Meuterer seit dem Verschwinden der Bounty". Zwei Monate freuzten fie, um Bitcairn zu suchen, und als ste es endlich fanden, wurde die Bounty" abgetakelt und jeder transportable Gegenstand, selbst die Planken der Schanzkleidung und Wände, an's Land gebracht. Der Rumpf wurde in Brand gesteckt und sank in 25 Faden Waffer. Das fultivirbare Land wurde dann gleichmäßig unter die Meuterer vertheilt, die Tahitianer wurden nicht viel besser als Sklaven betrachtet. Christian, der fich der Befürchtung nicht erwehren fonnte, er würde selbst in dieser Einsamkeit verfolgt werden, suchte sich eine Höhle auf dem Berggipfel, in der er stets einen Provisionsvorrath hielt und viel verweilte, um weit über die See blicken zu können, damit er die gefürchtete Erscheinung eines Segels rechtzeitig zum Verstecken entdecke. Waren die Infulaner erstaunt über ihre Besucher, so waren es diese nicht weriger über den Anblick der kleinen Gemeinde. Die Hänge der Insel, welche ungefähr 12 englische Meilen im Umfang haben, waren fast bis an's Bereich der See mit Cocos nuspalmen, Bananen, Brodfruchtbäumen und anderen tropischen Bäumen bekleidet, in den Thälchen aber waren Pflanzungen angelegt von Vams, Bataten und Tarowurzeln. Das Dorf, aus fünf Häusern bestehend, jede Familienfippe bewohnte ein Haus stand auf einer fleinen Ebene, boch über dem Dzean, und war von breitblättrigen Bananen beschattet. Die Häuser waren zweistödig, aus Holz gebaut; jedes hatte als Nebengebäude einen Schweineloben, einen Hühnerstall, eine Badstube und eine Hütte, in welcher Tappa, der Ersatz für Tuch, aus dem Splint gewiffer Bäume fabrizirt wurde. Die Bevölkerung bestand aus 46 Köpfen. Die Männer waren schön gebaut, fünf Fuß und zehn Boll im Durchschnitt groß, auch die Frauen waren hoch gewachsen und gut geformt. Alle hatten blendend weiße Zähne und üppiges schwarzes Haar, das Die Gefichtszüge mit Blumenguirlanden durchflochten war. trugen ein entschieden europäisches Gepräge, die Farbe dagegen war ein Erbe der tahitianischen Mütter. In der Kleidung unterschieden sich die Geschlechter fast gar nicht, fie bestand in der Regel aus einem Kittel, der von der Taille bis zu den Knieen reichte. und einem weiten Mantel, der über die Schultern geworfen, während der Arbeit aber bei Seite gelegt wurde. Die alten Frauen waren vorzugsweise mit der Anfertigung von Tappa beschäftigt, die jungen arbeiteten mit ihren Vätern und Brüdern im Felde. Beide Geschlechter waren stark und außerordentlich gewandt im Klettern und Schwimmen. Was aber auf die beiden Kapitäne einen besonders wohl thuenden Eindruck machte, war das artige, sanftmüthige Betragen der Insulaner. Glei ernst BIO in di nend feien Lache Gror daß Blod gefur Der geger Daß muß. in w gewa in B dersel Der e Schre feit d habe habe mung ein e macht verra Recht wiede Die G stehen S verstä als b Table ihrer den unang Tomm scheint Spürer Gehei effiren nische geht find waren währe waren zweifa K Wort die B örtert, und 1 gehend walt Angel würde feine er es so mö laffen, Anklag in Ver das E fagung Leben bat un genz nannt. ebenfal zurüde Beechy weilte Alles, gefagt befand blinden Gefähr 1829, 1 all die Ein w Weise Et Gehalt Callao Besazu dung rungen Bemert zu besc felbst m ernstes Batrian Arzt. die To Pitcair ftimmte meinde. M welche dem A Verbind ronin genoffer wog i milie se im Ste welche zurückzu folgte a deren C führte e nach Er wo die Auf ein er von anregte, famen er sein wo er e finden h er nach i 11 12 ce n D e, er ch h or ſt en er Cei 3, ra be rt er tit en se, en nt en id m Is er ng nd nd Die et. er ich 13= en Is en be. im ) G= en en rf, te m Die ne Die C: T le as ige ent ng in en ul egt In nit ter nd bl en schauerraum find dicht gefüllt, namentlich ist auch das weibliche Element wieder zahlreich vertreten. Einen etwas unheimlichen Eindruck macht die in der Mitte des Saales aufgestellte, mit grauem Leinen verhüllte anatomische Figur, an welcher die Sachverständigen den Geschworenen die Art der einzelnen Wunden demonstriren sollen. Gronad betritt mit derselben Gleichgiltigkeit wie gestern die Anklagebant, nur steht er etwas ernster und düsterer aus. Auf Befragen des Vorsitzenden versichert die Zeugin Anna Block nochmals, daß der Angeklagte bei seinem Eindringen in die Block'sche Wohnung unter feinen Umständen durch höhnendes Lachen gereizt gewesen sein könne, denn die Schwestern seien viel zu bestürzt und erschreckt gewesen, als daß sie an Lachen hätten denken können. Die Ermordung der Emma Gronac sei in der Küche erfolgt, was sich auch daraus ergebe, daß in der Küche viele Blutflecke waren, während in der Block'schen Wohnstube nur ein blutiges Handtuch vor gefunden wurde, welches darauf schließen läßt, daß sich Der Mörder dort die blutigen Hände abgetrocknet hat. Landgerichtsrath Hollmann, der die Voruntersuchung gegen Gronack geführt, bestätigt aus der Lokalbesichtigung, daß die Ermordung der Frau in der Küche stattgefunden haben muß. Was den Zustand der Pietsch'schen Wohnung betrifft, in welche bekanntlich der alte Schröter und die Auguste Block gewankt waren, so könne er nur sagen, daß die Küche geradezu in Blut schwamm und daß, wohin man auch den Fuß seyte, derselbe auf Blut trat. Der Angeklagte selbst habe auch bei der ersten Vernehmung behauptet, da er seine Frau nur habe Schrecken" wollen und als ihm die nadite unwahrscheinlichfeit dieser Behauptung immer mehr gewiesen wurde, da habe er schließlich gesagt: ,, Schreiben, daß ich meine Frau habe morden wollen!" Der Angeklagte sei bei allen Verneh mungen vollkommen ruhig und gelafen gewesen und habe nur ein einziges Mal geweint. Auf ihn habe es den Eindruck gemacht, als wenn sich der Angeklagte immer mehr in die Idee verrannte, daß er sich in der Ausübung eines ihm zustehenden Rechtes befunden habe. Zum Schluß der Beweisaufnahme wiederholt auch Frau Pietsch noch einmal, daß fie gesehen, wie die Emma Gronad in der Küche tauerte, während der vor ihr stehende Angeklagte auf fie einschlug. Nunmehr beginnen die Gutachten der medizinischen Sachverständigen. Es geht wie ein Schauer durch das Publikum, als bei dieser Gelegenheit die Hülle von dem anatomischen Tableau fällt und fich die lebensgroße Demonstrationsfigur in ihrer schauerlichen Nacktheit präsentirt. Der Vorfigende giebt den Zeugen, denen die nun folgenden Auseinandersetzungen unangenehm sein sollten, anheim, den Saal zu verlassen, doch Tommt Niemand dieser Aufforderung nach. Gronad selbst scheint bei diefer Situation feinerlei Gemüthserregung zu verspüren, im Gegentheil scheinen ihn die Demonstrationen der Geheimen Räthe Liman und Wolff auf's Höchste zu intereffiren, denn er fieht mit größter Unbefangenheit den medizi nischen Darstellungen zu. Das Gutachten der Sachverständigen geht dahin, daß sämmtliche Gemordete an Verblutung gestorben find und daß die Messerstiche wohlgezielte und absolut tödtliche waren. Die meisten Wunden hat die Emma Gronad empfangen, während die Wunden der Anna Block nur oberflächliche waren. Die den Geschworenen vorgelegten Fragen lauten auf zweifachen Mord, versuchten Mord und Todtschlag. Kurz nach 10 Uhr ergreift Staatsanwalt Heinemann das Wort zum Plaidoyer, in welchem er an der Hand der durch die Beweisaufnahme festgestellten Thatsachen die Frage erörtert, ob der Angeklagte die entsetzliche Blutthat mit Borsat und Ueberlegung ausgeführt habe. Nach längeren, sehr eingehenden und flaren Erörterungen kommt der Herr Staatsanwalt zum Schluß, daß wenn irgend Jemand, so habe dieser Angeklagte mit Vorfaß und Ueberlegung gehandelt; derselbe würde noch einen Rest von Menschlichkeit befunden, wenn er feine That nun im vollen Umfange eingestehen würde. Thue er es nicht, sondern versuche jeßt, die Ueberlegung zu bestreiten, so mögen sich die Geschworenen dadurch nicht beeinflussen laffen, sondern ihren Wahrspruch auf Schuldig im Sinne der Anklage abgeben. Der Angeklagte hatte die fast 11% stündige Rede des StaatsFür die nächsten zehn Jahre gerieth dieses Völkchen wieder in Vergessenheit. Erst 1823 wurde sein eintöniges Dasein durch das Erscheinen eines Schiffes unterbrochen, unter dessen Be fagung fich ein Mann, Namens Buffet befand, der von dem Leben der Insulaner so entzückt war, daß er die Erlaubniß erbat und erhielt, bei ihnen bleiben zu dürfen. Da er Intelligenz und Bildung besaß, wurde er zum Schullehrer ernannt. Fast zur selben Beit wurde von einem Walfischjäger, ebenfalls auf fein Ansuchen, ein Matrose Namens Evans zurückgelaffen. Bwei Jahre später legte die Resolute", Kapitän Beechy, auf ihrer Entdeckungsfahrt bei Bitcairn an und verweilte drei Wochen. In seinem Bericht bestätigte der Kapitän Alles, was jene beiden Fregattenkapitäne über die Insulaner gefagt hatten. Da sich ein Kaplan am Bord der Resolute" befand, ergriff Adams diese Gelegenheit, um sich mit seiner blinden, hinfälligen Frau, die ihm 35 Jahre lang eine treue Gefährtin gewesen war, legitim trauen zu laffen. Adams starb 1829, umgebeu und laut beweint von seiner Gemeinde, der er, all die Jahre lang ein sorgender, gütiger Vater gewesen war. Ein würdiger Nachfolger war ihm in höchst merkwürdiger Weise zugeführt worden. Ein Jahr zuvor erschien eine kleine Launsch von 18 Tonnen Gehalt bei der Insel, die von dem 3500 Meilen entfernten Callao gekommen war. Von den beiden Männern, welche die Besayung bildeten, starb der eine wenige Tage nach der Landung in Folge der ausgestandenen Strapazen und Entbehrungen, der andere stellte sich als George Juan Nobbs mit dem Bemerken vor, er fei gekommen, um seine Tage auf Pitcairn zu beschließen. Er besaß eine sehr gute Bildung, hatte sich selbst medizinische Kenntniffe angeeignet, und da er durch sein ernstes gefittetes Benehmen einen guten Eindruck auf den alten Patriarchen machte, ernannte ihn dieser zum Schullehrer und Arzt. Bald darauf heirathete er die Enkelin Christian's, welche die Tochter des einzigen Rindes war, das die Bounty" nach Bitcairn brachte. Als Adams auf dem Todtenbette lag, be stimmte er Nobbs zum Pastor und Patriarchen der Gemeinde. Mehr als 35 Jahre wußte Niemand, wer Nobbs war und welche Vergangenheit hinter ihm lag. Erst 1852 lüftete er dem Admiral Moresby den Schleier des Geheimniffes. Der Verbindung eines englischen Marquis mit einer irischen Bas ronin war er entsprossen und hatte eine vorzügliche Schule genoffen. Seine Mutter, an der er zärtlich hing, bewog ihn, niemals eine Gunstbezeugung von der Fas milie feines Vaters anzunehmen, und als fie, 32 Jahre alt, im Sterben lag, mußte er ihr versprechen, selbst die Summe, welche furz vorher zu seinem Unterhalte angelegt worden war, zurückzuweisen. Er trat dann in die englische Marine ein, folgte aber 1816 einem Rufe der südamerikanischen Patrioten, deren Sache er zur See vertheidigen half. Sechs Jahre lang führte er ein an Abenteuern überreiches Leben, kehrte dann nach England zurück, führte später ein Schiff nach Sierra Leone, wo die ganze Befagung bis auf 4 Mann am Fieber starb. Auf einer zweiten Fahrt nach der afrikanischen Westküste wurde er von einer schweren Krankheit erfaßt, die in ihm den Gedanken anregte, das Getriebe der Welt zu verlassen und auf dem einfamen Pitcairn zu leben. Nach England zurückgekehrt, sammelte er sein fleines Vermögen und schiffte sich nach Calcutta ein, wo er eine Reisegelegenheit nach der Insel seiner Sehnsucht zu finden hoffte. Nach zweijährigem, vergeblichem Warten segelte er nach Callao, wo er einen Mann Namens Bunter fennen anwalts düster und tropig vor sich hin brütend angehört, nur bisweilen zeigte, wie das B. T." berichtet, eine faum bemerk bare Bewegung des Kopfes und ein Zucken des Mnndes, daß er mit den Ausführungen des öffentlichen Anklägers nicht zufrieden ist. Er athmete tief auf, als nunmehr der Rechtsanwalt Wronker das Wort ergriff, um ebenfalls in einem längeren Plaidoyer die Ausführungen des Staatsanwalts zu widerlegen und nachzuweisen, daß sein Klient nicht mit Ueber legung, sondern im Affekt gehandelt habe; er schließt seine mit großer Wärme gehaltene, klar gegliederte und wohl durchdachte Vertheidigungsrede mit dem Antrage, den Wahrspruch auf Schuldig des Todtschlags abzugeben. Nach einer längeren Replik des Staatsanwalts und der Duplit des Vertheidigers, an welche sich eine kurze Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden anschloß, zogen sich die Geschwornen gegen 1 Uhr zur Berathung zurück. Nach 30 Minuten war die Berathung bereits beendet. Das vom Obmann verlesene Verdikt lautet ganz im Sinne der Anklage auf Schuldig des zweifachen Mordes, des versuchten Mordes und des Todtschlages. Der Staatantwalt beantragt wegen des versuchten Mordes und wegen Todtschlages 10 Jahre Buchthaus, außerdem wegen des zweifachen Mordes die Todesstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Angeklagte hört das Verdikt der Geschworenen und die Anträge des Staatsanwalts mit derselben düsteren Gleichgiltigkeit an, die ihn bis zum Schlusse nicht verlassen, und erklärt auf die Frage des Präsidenten, daß er Nichts weiter anzuführen habe. Das Urtheil des Gerichtshofes lautet auf zehn Jahre Zuchthaus, Urtheil des Gerichtshofes lautet auf zehn Jahre Zuchthaus, Todesstrafe für jeden Fall des Mordes und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Um 1% Uhr war die Verhandlung beendet. g. Erst Rohheiten ausüben und dann verduften, das ist die Signatur der meisten unserer Excedenten. Mit nächtlichen Ueberfällen, Niederschlagen harmloser Passanten, ist eine gewisse Sorte von Leuten sehr bald bei der Hand, wenn sie aber hierfür zur Rechenschaft gezogen werden sollen, dann möchten fie am Liebsten nicht zu sprechen sein. So bil dete gestern der am 19. Februar d. J. erfolgte Ueberfall des Fabrikanten F. und seines Werkführers B. in der Brüderstraße vor dem hiesigen tgl. Schöffengericht den Gegenstand einer Anklage der kgl. Staatsanwaltschaft. Angeklagt ist der„ Arbeiter Kühlhorn, der Posamentier Rahn und der Droschkenfutscher Rahn. Da die beiden lettgenannten Angeklagten im Termin nicht erschienen waren, aber auch der augenblickliche Aufenthalt derselben nicht zu ermitteln war, beschloß der Gerichtshof einen neuen Termin anzuberaumen, die beiden gedachten Personen durch die tgl. Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgen zu lassen. Bur Arbeiterbewegung. fst. Die Vereinigung der Drechsler und Steinnußknopfarbeiter zu einer zentralisirten Hilfs- Kranken- und Sterbefaffe, welche, wie auch wir mitgetheilt hatten, angestrebt wurde, ist bedauerlicher Weise an fleinlichen Bedenken aus start antiquirtem, zünftlerischem Raftengeist gescheitert. Die Steinnußkopfarbeiter, die bekanntlich nur eine jüngere, aus dem Drechslerhandwerk hervorgegangene und zum selbstständigen Fabrif- Großbetrieb entwickelte Spezialbranche des Drechslergewerks bilden, fonnten sich nicht entschließen, die von den Drechslern vorgeschlagene und ebenso hartnäckig als conditio sine qua non behandelte Aenderung der Kaffenfirma zu adoptiren und dieselbe anstatt( wie sie wollten) Bentral- 2c. Kaffe der Drechsler und verwandten Berufsgenossen" heißen zu lassen, fie( wie es die Drechsler wünschten) Bentral 2c. Kaffe der Drechsler, Steinnußknopfmacher" ze. zu nennen. So beschlossen denn vor ein paar Tagen die Drechsler sowohl, als auch die Steinnußtnopfarbeiter in zwei gesonderten Versammlungen, ihr Heil in zwei eigenen zentralisirten Hilfskaffen zu suchen. In der Versammlung der Drechsler und verwandten Berufsgenossen( am 30. v. Mts. im Königstadt- Kasino") wurde das von der Kommissiou ausgearbeitete Statut der( Drechsler-) Central- Hilfskaffe zuerst nach einer Verlesung desselben in einer Generaldiskussion berathen und dann über einzelne beanstandete Punkte in eine Spezialdebatte eingetreten, wobei die Kommislernte, der eine Launsch wegen Mangels an Mitteln nicht fertig bauen konnte. Nobbs schoß das Fehlende vor unter der Bedingung, daß ihn Bunker nach Pitcairn bringen sollte. Nach sechswöchiger, gefahr- und entbehrungsreicher Reise langten sie daselbst an. Das Jahr 1830 brachte eine nie erlebte Dürre und tief besorgt erwogen die Pitcairner die Frage, ob die kleine Insel fernerhin zur Erzeugung ihrer Lebensbedürfnisse ausreichen würde; nach langen Erörterungen entschlossen sie sich, nach Tahiti auszuwandern, wo ihnen die Königin Pomare eine Strecke frucharen Landes angeboten hatte. Die Ausschweifungen der Tahitianer waren aber den sittenreinen Pitcairnern so anstößig, daß sie nach einem halbjährigen Aufenthalt unter ihnen vorzogen, nach ihrer einsamen Insel zurückzukehren. Kaum hatten sie sich wieder in ihrer alten Hetmath eingerichtet, als ein sechzigjähriger Mann landete, der sich Joshua Hill nannte und vorgab, von der britischen Regierung zum Gouverneur der Insel ernannt worden zu sein. Da die friedlichen Pitcairner seit Jahren keinen sehnlichsteren Wunsch kannten, als von England anneftirt zu werden, um unter seinen mächtigen Schuße zu stehen, so fügten fie fich willig dem Ankömmling obgleich derselbe eine Schreckensherrschaft installirte und sechs Jahre lang aufrecht erhielt. Ihm war vor Allem darum zu thun, die drei Engländer aus der Kolonie zu entfernen, und als er mit unzähligen Chikanen, die sämmtlich den Stempel der Niederträchtigkeit und Roheit trugen, nicht zum Ziel fam, ließ er Evans und Buffet, angeblich wegen Hochverraths, mit der neunschwänzigen Kape so unmenschlich mißhandeln, daß fie längere Zeit as Krantenlager geworfen wurden. weiteren Verfolgungen dieser Art zu entgehen, verließen die drei Engländer mit ihren Familien die Insel. Ein psychologisches Räthsel muß es gewiß genannt werden, daß ein alter Mann, der feine materielle Macht mitarachte und auch keine heranziehen fonnte, 100 Menschen auf einer der entlegensten Inseln der Erde 6 Jahre tyrannifiren konnte. Erst nach sechsjähriger Leidenszeit dämmerte den Pitcairnern die Erkenntniß, daß Hill ein Betrüger sei, und baten fie die britische Regierung, fie von diesem Alp zu befreien. Daraufhin erschien ein Schiff, nahm den widerstrebenden Unhold an Bord und brachte ihn nach Balparaiso. Wer er war, von wannen er fam, wo er blieb, das ist bis heute unaufgeklärt geblieben. Jedenfalls war er einer der merkwürdigsten Abenteurer, die auf dem Klassischen Abenteurergebiet der Südsee ihr Unwesen trieben. Um Nobbs ging 1852 nach England, um die Priesterweihe zu empfangen, die ihm bis dahin noch fehlte. Nach diesem Akte wurde er der Königin vorgestellt, und die Gesellschaft zur Verbreitung des Evangelinms ficherte ihm als„ Caplan von Bitcairn" ein Jahrgehalt v. 2. 50 zu. Bei seiner Nückkehr fand er seine Gemeinde in einer traurigen Lage. Das Fieber graffirte, und langandauernde Dürre hatte eine totale Mißernte hervorgerufen. Einige ungünstige Jahreszeiten folgten, und es wurde augenscheinlich, daß die Insel ihre auf 172 Stöpfe angewachsene Bevölkerung nicht mehr sämmtlich ernähren fönne. Eine so Eine so treue Anhänglichkeit herrschte unter diesem Völkchen, daß es beschloß, sich nicht zu trennen, sondern insgesammt auszuwan dern. Um diese Beit hob die britische Regierung die Strafkolonie der Norfolkinsel auf und bot den Pitcairnern das betreffende Gebäude an, mit der Zusage, fie kostenfrei überzuführen. So geschah es auch, aber die Pitcairner fanden keine Freude an ihrer neuen Heimath. Norfolt liegt so weit vom Aequator entfernt, daß die Kokospalme und der Brodfrucht fion in der Lage war, fast alle geäußerten Bedenken zu widerlegen und zu beseitigen, während bei der Abstimmung über die von mehreren Rednern gewünschte Verlängerung der allgemein üblichen Stundungszeit für die Kassenbeiträge der darauf bezügliche Antrag von der Majorität abgelehnt und die von der Kommission vorgeschlagene statutarische Bestimmung beibehalten wurde. Von der Wahl eines provisorischen Vorstandes wurde vorläufig bis zur Beendigung der Vorarbeiten Abstand genommen und das Mandat der Kommission verlängert. Dann er folgte die Annahme des Statuts en bloc mit allen gegen 3 Stimmen. Die neuen zahlreichen Einzeichnungen in die Mitgliederlisten gestatten der jungen Kasse ein überaus günsti ges Prognostikon zu stellen. Der Filial- Vorstand des Fachvereins der Schuhmacher ersucht uns um Veröffentlichung folgenden Aufrufs: ,, Kollegen! Schuhmacher Berlins! Der Zeitpunkt ist nicht mehr fern wo ein großer Theil der Arbeiter die Segnungen" des Reichsfrankenkassen- Gesezes genießen soll. Auch Ihr Schuhmacher Berlins werdet vom 1. Dezember dieses Jahres einer Krankenkasse angehören müssen. Die Ortskaffen sind nun ficher nicht das Jdeal eines denkenden Arbeiters, denn bei einer so umfangreichen Bevormundung, wie sie diese Kaffen ausüben, wird die Selbstständigkeit des Arbeiters doch mindestens sehr in Frage gestellt. Kollegen, beweist nun, daß Ihr Eure Krankenkassen- Verhältnisse selbst zu regeln versteht, daß Ihr das Geld, welches Ihr für den Fall einer Erkrankung sauer zusammen gespart habt, auch in Eurem Interesse und nach Eurem eignen Gutdünken verwenden wollt. Die Zentral- Kranken- und Sterbefaffe der Schuhmacher und verwandten Berufsgenossen Deutschlands ist diejenige, in der Euch volles Selbstbestimmungsrecht gewährt wird und in der Ihr gegen verhältnißmäßig geringe Beiträge für alle Fälle gesichert seid. Kollegen! Schuhmacher! laßt diesen Mahnruf nicht unbeachtet und bleibt nicht in der bisherigen Gleichgültigkeit verharrend, sondern schließt Euch in Massen diefer Kaffe an, nur diese ist vermöge ihrer Ausbreitung über ganz Deutschland im Stande den weitgehendsten Wünschen und Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Die Aufnahme findet jeden Montag von 8-9 Uhr Abends im Restaurant Seidel, Neue Grün- und Seidelstraßen Ecke statt. Beiträge werden in dieser Zeit entgegengenommen." Filial- Vorstand. Der h. Die neuesten zwei partiellen Tischler- WerkstättenStrifes im Laufe einer einzigen Woche Der schon am Montag nach ganz kurzer Dauer fiegreich beendete in der Markgraf'schen Tischlerei am Grünen Weg und der erst am Donnerstag ausgebrochene und, soviel wir wissen, noch andauernde Strife der Müller'schen Möbelfabrik in der Krautsstraße, in der wegen angekündigter prozentualer Lohnherabfegung und einstündiger Verlängerung der täglichen Arbeitszeit sämmtliche 20 Mann die Arbeit niedergelegt- dürften den hiesigen Tischlern eine eindringliche ernste Mahnung sein, bis auf Weiteres treu an der seitherigen Lohnbewegungs Organisation festzuhalten, und beharrlich ihrer moralischen Beitragsverpflichtung gegenüber dem Generalunterstüßungsfonds auch ferner bestens nachzukommen, wofern sie nicht der mit schweren Opfern erfämpften Errungenschaften ihrer Lohnbewegung zum großen Theil wieder verlustig werden wollen. Hieran fnüpfen wir gleich auch die Mittheilung, daß in der am Donnerstag Abend abgehaltenen Sigung der Lohnkommission der Tischler beschloffen wurde, den strifenden Kollegen in Hannover neuerdings eine Unterstüßung von 300 M. zu übermitteln. Eine Versammlung der Kellner fand am 2. d., Nachmittag in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28 statt, um noch einmal in Berathung der Statuten der zu begründenden ,, Kran ten- Unterstügungskaffe deutscher Gastwirths Gehülfen( E..)" zu treten. Wie bekannt, waren die Statuten seiner Zeit unter Mitwirkung des von einigen Abgeordneten ins Leben gerufenen Auskunftsbureaus für Krankenkassen- Angelegenheiten u. 1. w. aufgestellt und von einer allgemeinen Kellnerversammlung im Buggenhagen'schen Saal angenommen worden. In dem Entwurf befand sich auch ein Basins, daß die Mitglieder von Kellner- Vereinen in corpore, ohne Rücksicht des Alters und ohne voraufgegangene ärztliche Untersuchung der Kaffe beitreten fönnen. Diesen Paffus hat das königliche Polizei- Präsidium monirt, weil in einem anderen Paragraphen das zulässigste baum nicht mehr gedeihen; die Witterung ist zeitweise so rauh, daß Defen und Kamine nicht entbehrt werden können, und der Ort der Anstedelung war öde und vegetationsarm. Alles das waren Nachtheile, welche die Pitcairner schwer empfanden, dazu tam noch, daß einige Maisernten theils durch Dürren, theils durch Insektenfraß fehlschlugen. Genug, das Heimweh nach dem sonnigen Pitcairn regte sich und löfte die g bzs dahin festgeschlossenen Reihen der Insulauer auf. 8wereten Familien Young, 17 Köpfe start, traten zuerst die Rückkehr antlich doch erst 1870 fand ihr Beispiel Nachahmung. Im Jahre vorher war die Sterblichkeit unter den Norfolkern groß, eine Mißernte war vorausgegangen, und der Walfischfang, dem sich die jungen Männer anfänglich mit Erfolg gewidmet hatten, war unergiebig gewesen. Andere Produkte aber fonnten nicht verwerthet werden, da das nahe Australien selbst einen bedeu tenden Ueberschuß hervorbrachte, und so kämpften die Kolonisten stets mit bitterer Armuth. Sie hatten auch von außen einen fleinen Zuwachs erhalten, der nicht aus den besten Elementen bestand, und so waren Gründe genug vorhanden, welche die Rückkehr nach dem alten lieben Heim wünschens werth machten. Die britische Regierung war menschenfreundlich genug, die Unzufriedenen Anfangs der siebziger Jahre nach Pitcairn zurückbringen zu lassen, wo nunmehr wieder 175 Personen in ihrer patriarchalischen Einfachheit wohnen. Seit ihrer Rückkehr neigen sie sich mehr zu der nordamerikas nischen Union als zu England, was leicht erklärlich ist. Nur Walfischjäger haben Etwas in der Nähe von Pitcairn zu suchen, und für diese ist San Frincisco der Ausrüstungs- und Löschungs hafen. Mithin fönnen die Pitcairner nur auf dem Wege über San Francisco mit der Kulturmenschheit in Verbindung treten, höchst seltene Ausnahmen abgerechnet. Als Mitte der ftebziger Jahre in Folge einer Dürre eine Hungersnoth ausbrach, beförderten die Walfischjäger einen Hilferuf nach San Francisco. von wo auch bereitwilligst Hilfe gesandt wurde. Was ist natürlicher, als das die Pitcairner anch fernerhin ihre Blicke nach San Francisco richten? Sie find arm, Alles, was ste erwerben fönnen, sind einige Artikel, wie sie die Walfischjäger an Bord haben, und für welche sie Früchte und Vams hingeben, und da fie das Leben der Wilden nicht führen wollen, sind sie gezwungen, die Unterſtüüung edler Menschenfreunde anzurufen. Am werkthätigsten hat sich ihrer der erwähnte Frauenverein angenommen, der nicht allein Kleider und Werkzeuge, sondern auch Bücher und Lehrmaterial sendet ,, so oft fich Gelegenheit bietet. Als er vor sechs Jahren ein Harmonium für die Kirche schenkte, fand die Freude und Dankbarkeit der InsuIaner schier feine Grenze. Fünf Jahre mögen es nun her sein, als eine junge Pitcairnerin den C. schluß faßte, Nord- Amerika zu besuchen und das Interesse seiner Bewohner für die Nachtommen der Bounty"-Meuterer wachzurufen. Bei dieser Gelegenheit sah der Verfasser dieser Stizze, die wir dem Hamburgischen Correspondenten" entnehmen, Herr Heinrich Semmler, das Mädchen: es war ein wohlerzogenes hübsches Mädchen, das nur durch seine rabenschwarzen Haare und Augen an seine Abstammung von mütterlicher Seite erinnerte. Es fonnte flettern wie eine Biege, und schwimmen wie ein Fisch, aber auch einen englischen Brief schreiben, der den Neid einer Schülerin aus der ersten Klasse einer höheren Töchterschule zu erregen geeignet war. Nun ich in Kürze erzählt, was ich von den Pitcairnern weiß, wird man mir wohl zustimmen, wenn ich sie ein interessantes Völkchen nenne. befo Beitrittsalter auf 45 Jahre normirt war. Auch sonst waren noch verschiedene Monita gemacht. Die heutige Versammlung, Die vorzugsweise von solchen Kellnern besucht war, welche fich bereits zum Beitritt verpflichtet haben, hat nun nach lebhafter Debatte beschloffen, jenen Paffus zu streichen, dafür aber das zulässige Beitrittsalter auf 50 Jahre zu normiren. Der Vorttende, Herr Herzberg, wies zum Schluß noch darauf hin, daß burch die Bezeichnung Deutsche Gastwirths- Gehülfen" den Kellnern keine neue Bezeichnung gegeben werden solle, sie dient nur dazu, um auch anderen, bei Gastwirthen Dienenden den Eintritt zu ermöglichen. h. Die öffentliche Bezirksversammlung des Fachvereins der Tischler, welche am Mittwoch Abend Grüner Weg 29 bei Keller, stattfand, hatte bei besonders reghafter Be theiligung einen ebenso interessanten als erfreulichen Verlauf. Nach einem längeren, beifällig aufgenommenen Referate des Herrn Roedel über die Gründung einer Arbeitslosen- Unterftügungskaffe durch den Verein, welche der Referent gleich wie den Anschluß des Vereins an den deutschen Tischler- Vereins Bentralverband befürwortete, nahmen die Versammelten nahezu einstimmig eine Resolution an, durch welche sie sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklärten und ver pflichteten, für den Fachverein zu wirken und demselben beizutreten, damit derselbe in den Stand gesezt werde, eine Arbeitslofen- Unterstügungskasse zu gründen und sich dem Zentralverbande der deutschen Tischler- Vereine anzuschließen. In Süd- Staffordshire und Ost- Worcestershire( Grafschaften im südwestlichen Theile von England) striken seit den legten Tagen des Juni circa 16,000 Roblengrubenarbeiter. Die Schiedskommission im Lohnstreite der Arbeiter mit den Grubenbefizern hatte zu Gunsten der legteren eine Lohnreduktion von 4 d.( 35 Pf.) per Tag festgesezt, womit die Arbeiter nicht einverstanden sind. Die Frankfurter Filialen des Unterstützungsvereins deutscher Schuhmacher ist polizeilich geschloffen worden. Gründe für diese Maßregel wurden dem Bevollmächtigten Karl Silbermann nicht angegeben. Vereinsnachrichten. Aufgaben und Bestrebungen der Fachvereine wird das Thema lauten, über welches heute( Sonnabend) Abend Herr Tischlermeister Mitan im Verein der Sattler und Fachgenoffen in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantentraße 77-79, fprechen wird. Da von jest ab regelmäßige Vorträge. wissenschaftlichen und gemeinnüßigen Inhalts, stattfinden, ist ein recht zahlreiches Erscheinen der Kollegen erwünscht. Gäste find natürlich stets willkommen. = Eine Versammlung der Central Kranken- und Sterbekassen- Mitglieder der deutschen Wagenbauer( E. H.) findet am 6. Juli, Abends 6 Uhr, im Saale des Herrn See feldt, Grenadierstr. Nr. 33, statt. T.- D.: 1. Kassenbericht des 2. Quartals. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. Ein recht zahlreiches Erscheinen ist dringend nothwendig. Neue Mitglieder werden am Eingang des Lokals aufgenommen. Vermischtes. Wenn die Sise am Größesten" bann steigt auch die Zeit der Wetten. So machte sich vor einiger Zeit in Paris ein gewisser Victor Martin den Spaß, eine Wette von 5090 Francs einzugehen, daß er die Tour von Paris bis Rom und Er trat seine zurück in fünfzig Tagen zurücklegen werde. Reise am 11. Mai an und langte in Rom am 3. Juni an. Von hier ging er am 8. Juni wieder zurück und erreichte seinen Ausgangspunkt Paris bereits am 29. Juni, also 24 Stunden vor der festgestellten Beit; er hat somit seine Wette glänzend gewonnen. Der Herr sollte bei der jetzigen Hige glänzend gewonnen. nur einmal einen Berliner Briefträger fünfzig Tage vertreten, Dann würde sich der Stolz bald legen. Ueber eine Meuterei im Zuchthause zu Dartmoor ( England) wird berichtet: Vor etlichen Tagen arbeiteten etwa 25 Büchtlinge in einiger Entfernung von dem Gefängnisse, als einer der Sträflinge plößlich einige große Steine sammelte und sie auf den wachthabenden Gefangenwärter warf, der am Kopfe getroffen besinnungslos zu Boden stürzte. Das geladene Gewehr, welches er trug, entfiel seinen Händen und die Sträflinge stürzten sich auf den Darniedergestreckten. Ein Sträfling Namens Stevens, der erst fürzlich in dem Bagno angekommen war, ein Mann von riesenhafter Gestalt, sah die Gefahr, in welcher der Wärter schwebte; er eilte den übrigen Sträflingen voran und bemächtigte sich des Gewehrs und der Patrontasche. Neben dem besinnungslosen Wärter stehend, feuerte Stevens auf seine heranstürmenden Kameraden und machte fünf oder sechs derselben durch Schüsse in die Beine kampfunfähig. Als die Patronen erschöpft waren, schlug er eine gleiche Anzahl mit dem Kolben des Gewehrs nieder. Unterdessen eilten von allen Punkten Gefängnißbeamte herbei, mit deren Hilfe es gelang, die übrigen Meuterer zu überwältigen. Die verwundeten Büchtlinge wurden in Karren nach dem Hospital des Gefängniffes gebracht und die übrigen gefesselt nach ihren Bellen zurückgeführt. Ende voriger Woche wurden sämmtliche Gefangenen innerhalb der Gefängnißmauern versammelt. Der Gouverneur ließ Stevens vortreten und benachrichtigte ihn, daß der Minister des Innern in Anerkennung seines muthvollen Benehmens seine Begnadigung, und Belohnung angeordnet hätte. Stevens war wegen eines schweren Verbrechens zu lebenslänglichem Gefängniß verurtheilt worden und hatte erst zwölf Monate seiner Strafhaft verbüßt. Ein Bliß aus heiterem Himmel ist gewiß eine sehr seltene Erscheinung, so selten, daß man im gewöhnlichen Sprachgebrauch etwas vollständig Unerwartetes mit dieser Rebensart bezeichnet. In Görlig hatte man am 1. Juli Gelegen heit, diese seltene Naturerscheinung zu beobachten. Es wird barüber berichtet: Bei fast hellem Himmel und Sonnenschein schlug hierselbst ein Blisstrahl in eine alte Linde am Rande des Kinderplates im Park und zerriß den gewaltigen Stamm fast von oben bis unten. Es ist fast als ein Wunder zu betrachten, daß keines der Kinder, die unter dem Baume im Grase fröhlich spielten, ernstlich verlegt wurde. Sie kamen, wie auch die Wärterinnen der Kinder, mit dem Schrecken davon. Kraszewsky hat im Gefängniß zu Magdeburg seine ausgebreitete Mitarbeiterschaft an mehreren Blättern wieder aufgenommen. Er schreibt in deutscher Sprache, um seine Artikel rascher durch die Gefängnißcensur zu bringen; die Redaktionen lichen dieselben unter dem Titel:„ Ausländische Briefe Magdeburg". Der Bezirksverein des Westens Berlins hält am Montag, den 7. Juli, Abends 8%, Uhr, in Menzel's Salon( PotsDamerstraße 74) eine öffentliche Versammlung ab, in welcher der begonnene Zyklus der Vorträge über ,, Rechtswissenschaft"| der polnischen Blätter übersetzen die Arbeiten und veröffent( 3. Deutsches Strafrecht) fortgesetzt werden wird. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Eine große Mitgliederversammlung des Vereins zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabrit- Arbeiter in Berlin findet am Sonntag, den 6. Juli, im Saale des Herrn Wohlhaupt, Manteuffelstr., Vormittags 10 Uhr, statt. L.- D.: Vorstandswahl, Verschiedenes. Mitglieder arhalten ihre Legitimationstarten. Im Intereffe der Sache erscheint ein zahlreicher Besuch geboten. Der Fachverein der Tischler hält am Sonnabend, den 5. Juli, Abends 8%, Uhr, in Jordans Salon, Neue Grünstraße 28, eine ordentliche Generalversammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Diskussion event. Beschlußfassung über Errichinng einer Unterstüßungskaffe für arbeitslose Mitglieder. 2. Ein Rechtsschußantrag. 3. Wahl des Vergnügungs- Komitees. Nur Mitglieder haben Zutritt, jedoch werden neue Mitglieder aufgenommen. Die Billets zum Sommerfest des Bereins in Keller's Hofjäger in der Hafenheide, am 11. August stattfindend, werden in der Versammlung ausgegeben. h. Der Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend hält am Sonntag, den 6. d. M., vormitt. 10 Uhr, in Der Dranienstr. 51 eine General Versammlung ab mit der wohlth Tagesordnung: 1) Anschluß des Vereins an den Zentralverband der deutschen Tischler- Vereine. Referent: Hr. G. Roedel. 2) Kaffenbericht der Revisoren. 3) Wahl eines Vorsigenden. Am Mittwoch, den 9. d. M., abends, findet bei Grünwald, Neue Jakobstr. 12, eine Delegirtenversammlung der Bauanschläger statt. h. Zu einem Ausflug des Schuhmacher- Fachvereins versammeln fich die Theilnehmer an demselben Sonntag, den 6. b. M., früh Morgens am Schlesischen Bahnhof, Hauptein gang. Abfahrt präzise 7 Uhr. Nachzügler werden nachmittags 2 Uhr im Müggel- Schlößchen zum Staffeekochen und um 4 Uhr nachm. am Stadtbahnhof Friedrichshagen erwartet. Theater. Sonnabend, den 5. Juli. Die Königl. Theater find der Ferien wegen geschlossen. Deutsches Theater: Geschlossen. Renes Friedrich- Wilhelmst. Theater: Boccaccio. Wallner Theater: Hotel Blancmignon. Oftend- Theater: Der Bettelstudent von Berlin. Belle- Alliance- Theater: Die Goldprobe. Walhalla Operetten Theater: Nanon. Buisenstädtisches Theater: 65. Opern- Vorstellung. Gaftspiel der Frau Barnay- Kreuzer. Don Juan. Große Oper in in 3 Atten von Mozart. Donna Elvira: Frl. Nillson a. Debut. Berline: Frl. Schwarz a. Debut. Central- Theater: Los und Ledig. Ein Arbeiter, verheirathet, 32 Jahre alt, der 14 Jahre in einer hiesigen Fas brit beschäftigt gewesen ist, bittet wegen Aufgabe der Fabrik fogleich Stellung als Arbeiter. Kollegen, die geneigt sind, mir etwas nachzuweisen, bitte Adreffe unter S. 15 in der Expedition [ 374 dieser Zeitung abzugeben. Große Mitgliederversammlung des Vereins zur Wahrung der materiellen Interessen der Fabritarbeiter in Berlin im Saale des Herrn Wohlhaupt, Manteuffelstr., Sonutag, 6. Juli cr., Vormittag 10 Uhr. T.- D.: Borstandswahl. Verschiedenes. Gäste haben Butritt. Mitglieber erhalten ihre Legitimationstarten. Um zahlreichen Befuch bittet im Intereffe der Sache 377] Der provisorische Vorstand. Die Nr. 6 der humoristischen Blätter Der wahre Jacob ,, ist erschienen und in der Expedition des Berliner Volksblatt" zu haben. 366] aus Ob die Erfindungen anf dem Gebiet der Waffentechnik wohl jemals endigen werde? Ein spanischer Artillerie- Offizier hat die Welt wieder einmal mit einer Kanone beglückt, die an Kraftwirkung alle bisher hergestellten Mordwerkzeuge übertreffen soll. Das Ungeheuer schießt 9 Kilometer weit und durchschlug auf 100 Meter Entfernung zwei Eisenplatten von je 14 cm. Dice, die hart hintereinander angebracht waren. Bei dem gewaltigen Anprall des aus einem Stahllegel bestehenden Geschoffes gegen die Eisenplatten wurde die erste derselben mitten durchbrochen, die zweite aber durchbohrt, und zwar so vollständig, daß dies wohl auch bei einer dritten dahinter befindlichen noch der Fall gewesen wäre. Das Geschoß selbst wurde hart mitgenommen. Nun wird es gewiß nicht lange dauern, so bat irgend ein findiger Kopf ein neues Geschüß ausgeflugelt, und dann müssen wieder stärkere Panzerhergestellt werden und so geht es weiter bis in die aschgraue Bechhütte. Der Herzfehler. Im Pferdeeeisenbahnwagen fizen zwei junge Damen, von denen die eine auffallend blaß und elend aussieht. Ihnen gegenüber hat ein Herr Plaz genommen, der mit Theilnahme zu der Leidenden hinüberblidt. Die Blaffe steigt an der nächsten Haltestelle aus. Verzeihung", sagte der Thre Herr zu der zurückgebliebenen Dame, ich bin Arzt Freundin leidet allem Anschein nach an einem Herzfehler." „ Leider."" Wie schade wahrscheinlich ein Aneurysma?" ,, Ach nein ein Rechtskandidat." Der Group oder die Halsbräune. Einer der schlimm sten Feinde unserer Kinder ist der Group, auch häutige Bränne, Halsbräune genannt. Sie ist eine der gefährlichsten Strant heiten. Diesem Würgengel des Todes wirksamen Widerstand zu leisten, bedarf es hauptsächlich der Achtsamkeit der Eltern, welche ihre Lieblinge, sobald sie mit einem rauben, meist bellen den Husten behaftet sind und Angegriffenheit der Athmungsorgane fundgeben, sofort zu Hause in einem mäßig warmen Grosse öffentliche Versammlung der Schmiede Berlins und Umgegend. Montag, den 7. Juli d. J., Abends 8%, Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Tagesordnung: 1) Berathung der Statuten zum Fach- Verein. 2) Bericht des Vorstandes von Hamburg, betreffend den Beitritt zur Bentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer." 3) Verschiedenes. 359] Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Um zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Im Auftrage der Kommission: H. Hoffmann, Blumenthalstr. 5. Fachverein der Gürtler und Berufsgenossen. Versammlung Montag, den 7. Juli, Abends 8% Uhr, im oberen Saale von Sanssouci( Rottbuserstr.) Tages- Ordnung: 1) Werth der Arbeit und der Berufsorganisation. Ref.: P. Schulz. 2) Die Wichtigkeit der Arbeiterenquete. 3) Verschiedenes( Preffe, Delegirte.) 1376] 4) Fragekasten. Der Vorstand. Bimmer behalten müssen, bis ein Arzt fonstatirt hat, cb Krankheit nur ein einfacher Halstatarrh ist, oder die Vorbe der Bräune fich zeigen, was allerdings sehr schwierig i öfters der Group ohne alle Symptome jeines gefahrlichen laufs fich zeigt. Das gefährlichste und lästigste Symptom die Athemnoth. Die kleinen, armen, unschuldigan Pate suchen auf alle mögliche Art sich Erleichterung zu schaffen wenden und drehen sich und richten sich auf, während röthe ihre von Angst und Schmerz entstellten Gefichtchen zieht, bis sie der Husten in einem bellenden Tone sto unterbricht. Das Fieber, welches gleich von Anfang a bei den vorgenannten Symptomen zeigt, badet sie in erschöpfenden Schweiß. Wenn die Krantheit in ihrem t Verlauf nicht baldigst Spuren eintretender Besserung zei ist alle Hoffnung auf Rettung der kleinen Patienten verge indem sich allmälig die hochrothe Gefichtsfarbe in eine umwandelt, und die Ertremitäten anfangen fühl zu we worauf der Tod durch Erstickung eintritt. Im günstigen tritt eine Befferung schon nach 1-2 Tagen ein, indem schwere Husten in einen leichten, mit schleimigrm Auswur bunden, übergeht. Die internationale Ausstellung in Antwerpen reich beschickt werden. Für die Kongo- Abtheilung läß Rönig von Belgien ein eigenes Gebäude errichten. Die zösische Regierung hat 15,000 qm feft übernommen und gleichzeitig verpflichtet, die gesammte französische Abth selbst einzurichten, zu dekoriren und zu überwachen. Kohlenbergwerke an der Ruhr haben 300 qm für die A lung brer Produkte jemiethet, auch 30,000 Fr. für Ge unfosten und Einpideung unfosten und Einpideung, ihre Abtheilung soll elektris leuchtet werden gewiesen. Die armen Leute! Die Oscherslebener Polizeiverwo hat folgende Bekanntmachung erlassen:„ In Folge d letter Beit wiederholt stattgehabten nächtlichen Erzeffe hiemit bestimmt, daß in allen öffentlichen Lokalen um 10 Abends die Polizeistunde stattfindet und nach dieser 3 denselben Gäste nicht mehr verweilen dürfen." Der Windthorst ist gegen den Frühschoppen, die Oschersl Polizei gegen den Abendschoppen wann sollen denn die bejammernswerthen Einwohner eigentlich kneipen? ( Scherzräthsel). Bewunderungswerthe Selbsterkenntniß. Ein h Blatt, welches sich über den Beruf der Presse unt tommmt zu folgender Selbsterkenntniß: ,, Derjenige ist, wie wir schon sagten, ein großer Thor, welcher seine Beitung mit den Sanken lieft, er habe ein wirklich unabl giges Blatt vor sich. Weil dieser Jrrthu sehr verbreitet ist, weil sie niemals darüber nach aus welchem Grunde eine Sache grade so und anders geschrieben und gedruckt ist, weil sie ü hauptdent faul sind, deshalb ma che Beitungen mit ihren Lesern, was fie n Deshalb wagen fie es, ihnen zu oft das Dümm Unverschämteste zu bieten." Unsere nicht denkfaulen Leser mögen nun rathen, Beitung, ihren denkfaulen Lesern" dieses offenherzig ständniß macht. Neueste Nachrichten. Toulon, 3. Juli, Abends. Seit heute früh 8 1 am Abend um 7 Uhr sind hier 5 Personen an der G gestorben. Marseille, 4. Juli. Von gestern Mittag bis heut 8 Uhr ist hier fein Cholera Todesfall vorgefo Paris, 4. Juli. Patenotre ist beauftragt, in Be mit äußerster Energie aufzutreten. Wenn binne Tagen nicht sämmtliche Bedingungen des Ultimatums nommen find, ist Admiral Courbet beauftragt, be Küstenstädte( feine Vertragshäfen) zu bombar und die Insel Hainan zu beseßen. Ferry hofft noch, werde von dem Aeußersten zurückschreden und bat desha jenigen Abgeordneten, die ihn interpelliren wollten, bis zu war ten, wo vielleicht Alles beigelegt sein werde. Briefkaften der Redaction. E. L., Alte Jakobstraße. Dem Wachsen der Flüſſe stets besondere Naturereignisse zu Grunde, wie anhalten deutende Regengüffe, Schmelzen von größeren Schne im Gebirge u. f. w. P. 3 r., Lindenstr. Es sterben bei Weiter alle Cholereakrante. 1831 wurde Deutschland zum ersten dann 1866 während des Krieges, und später noch( na Magdeburg) im Jahre 1873 von der Cholera heimgesucht den neuesten Nachrichten verbreitet sich die Cholera lichen Frankreich. Ella B. Das wissen Sie nicht? Aber Fräulein! D legt genau in 365 Tagen 5 Stunden 48 Minuten und funden einen einmaligen Weg um die Sonne zurück un wie man gewöhnlich zu sagen pfiegt, in 365 Tagen. Jahren ist diese Differenz auf ungefähr 24 Stunden wachsen, und diese bilden dann den Schalttag. Heute Sonnabend, 5. Juli( Keller's jäger, Hafenhaide). Großes Sommerfest verbund Sommernachts- Ball, veranstaltet vom Verein aur der Interessen der Klavier- Arbeiter zur Unterſtügung Mitglieder. Billets find in den mit Plakaten belegten lungen zu haben und bei folgenden Herren: Arndt, K Straße 36; Geschinsky, Prinzenstraße 39; Zubeil demarstraße 76; Riediger, Zoffenerstraße 3; Gitschinerstr. 70 Stramm, Staligerstr. 18; Du Koppenstr. 79; Sodke, Nitterstr. 123. Cigarren- Fabrit Unfallversicherungsgesetz. erid frei Nun Wi S fleißig bann wohle Denn Bezug gerade mag große Arbeit nehme Stellen entspre dies entsteh zeitver eintret derung dauert 9 genann unmen wurde Ueber und ölonon அ Buerst nunme für ih den T jener 2 bas h fächlid vermir rung Beiten haft A in de da und gere Regel Arbeit diese in die auf b treten mögli lieren eingee liche Staat schrei würde giebt, der in und 1 von E. A. Tieh, Invalidenstr. 124 vis- à- vis Stettine hof, empfiehlt sein Fabrikat renommirter Cigarren, w und Schnupftabate en gros et en détail, Arbei Notiz In den nächsten Tagen erscheint im unterge Verlag und ist durch die Expedition des Berliner Bol zu beziehen: jene 11 1 zu la Das neue Folg ift bi Herri und schaft neuer find. innig Wir gung Die Hymne des Volk Prot fetge Grüner Weg Nr. 109. Gedicht von Carl Herrmann, Schriftseger. Preis 5 100 Stück 3 Mart H. Arnold, Koch befor milie gute Eni lich Cigarren- Import Gustav Wendt Berlin S., Oranienstrasse 66, Berlin S. zwischen Moritzplatz und Kommandantenstrasse. 378] Halt! Y Heute: Großes Ausschieben ( Gesetz betr. die Unfallversicherung der Arbei Nach den in 3. Lesung vom Reichstag gefaßten Bes Preis 25 Pf. Wörlein& Col Nürnberg. Arbeiter- Familien, welche unter äußerst günst dingungen eine Nähmaschine faufen wollen, mög Adreffen an die Expedition des Volksblattes" einsend In meinem Verlage erschien: Eine gute Singer- Nähmaschine steht billig zum Verkauf Kl. Marcusstr. 22, Hof 2 Tr. links. Verantwortlicher Redacteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. "