Nr. 244. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Vierteljährlich) 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illuftrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mr. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3. Mart pro Monat. Eingetragen 1 in der Post Zeitungs Preisliste = für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Jernsprecher: Rmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie hat schon Freitag seine Sigungen geschlossen. Rascher als fonft wurde die Tagesordnung erledigt, obgleich durch den Beschluß des Parteitages die von dem geschäftsführenden Ausschusse vorgeschlagenen Berathungspunkte noch um einen wesentlichen Punkt vermehrt wurden. Der Parteitag hat gut und rasch gearbeitet. Mehr noch wie auf den vorangegangenen Parteitagen war auf dem letzten das Hauptgewicht auf die Kritit der Verhältnisse in der Partei, der Leistungen der Partei- Drgane gelegt worden. es Sonnabend, den 17. Oktober 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: zu wollen, seine Tagesordnung definitiv festzusetzen, scheint| feit für die Partei in ihrer Gesammtheit und für es uns doch nicht empfehlenswerth, allzu spät mit Vor- jeden einzelnen Anhänger derselben. schlägen auf Abänderung der Tagesordnung zu kommen. Jeder Delegirte, jeder Parteigenosse wird sein bestes Nach Feststellung der provisorischen Tagesordnung durch thun, daß die Partei auf dem Hamburger Parteitage noch die berufenen Organe der Partei kommen solche An- achtunggebietender, noch kräftiger dasteht, wie auf dem jetzt regungen zu spät. Es wird sich für die Parteipresse wohl verflossenen Kongresse. empfehlen, künftighin möglichst zeitig die Frage der Auf- Ünermüdlich vorwärts kämpfend, tein Ungemach scheuend, gaben der bevorstehenden Parteitage zu erörtern. Wenn dies fest vertrauend auf den endlichen Sieg unserer großen Sache, ruhiger und sachlicher als diesmal geschieht, so wird man gelangen wir alle an unser herrliches Ziel! nicht nur äußere, sondern auch innere Erfolge aufweisen Hoch die Sozialdemokratie! fönnen. heißt, das 4prozentige. 31 Prozent! Trotzdem wollen wir durchaus nicht bedauern, daß der Parteitag die Frage des Arbeiterschutzes mit erörtert hat; wurde doch dadurch das in nichts begründete Gerede ver31/2 pet. an Binsen sollen von nun an nur noch für die einzelter Kritiker innerhalb der Partei und auch der beliebte deutsche Reichsanleihe und die preußischen, bayerischen, württemHatte auch der Parteitag im wesentlichen mehr als Versuch der Geguer, auf die Partei mit der Verdächtigung, daß bergischen Staatsanleihen gezahlt werden. In Bayern ist die einer feiner Vorgänger einen geschäftlichen Charakter, so ein Gegensatz zwischen politischer Arbeiterbewegung und Konversion bereits in den letzten Tagen durchgeführt. Das von hat dies doch seine Bedeutung in feiner Weise vermindert. Gewerkschaftsbewegung bestehe, zerseßend zu wirken, aufs tee Maßregel betroffene Kapital betrug bort 1/8 Milliarden, Die Aufgaben unserer Partei sind so große, die Gelegen gründlichste widerlegt. Vor allem freuen wir uns, daß Bebel und die Konversion ist fast überall angenommen worden, heiten, für sie zu wirken, so vielfache, die Gebiete, auf die Gelegenheit gegeben wurde, einen nicht immer loyal aus das im Besitz der betreffenden Staatsbenen der Thätigkeitstrieb unserer Partei zum Ausdrucke gelegten Ausspruch über die Gewerkschaftsbewegung richtig zu anleihepapiere befindliche Publikum wird in Zukunft an tommt, so ausgedehnte, daß die Kritik der Parteithätigkeit stellen. Aber auch die übrigen Redner, denen eine Gegner- stelle der bisher gezahlten 4 pet. mit 8% pet. zufrieden sein und wird darauf verzichten, sich das dem Staat dargeliehene in der verflossenen Zeit, die Vorschläge für ihre fünftigen schaft gegen die Gewerkschaftsbewegung hier und da ange- Kapital zurückzahlen zu lassen, um den Versuch zu machen, anderLeistungen vollauf Gelegenheit bieten, die Tüchtigkeit und dichtet wird, haben durch ihre Reden hoffentlich unmöglich weit einen höheren Prozentsatz herauszuschlagen oder mehr damit Vielseitigkeit unserer Delegirten zu zeigen. gemacht, daß fünftighin noch die Legende von einer verdienen. Aus Württemberg berichten heute die Zeitungen, Eine geschäftliche Behandlung der Angelegenheiten einer Rivalität der politischen Führer" gegen die Gewerkschafts- daß die dortigen 315 Millionen 4 prozentiger Staatsschuld Aktiengesellschaft oder der nationalliberalen Partei muß bewegung gläubige Hörer findet. in 3/2 prozentige fonvertirt werden sollen. Und Preußen natürlich die tödtlichste Langeweile erzeugen, ganz anders Die Frage der Organisation der Partei konnte nach und das Deutsche Reich werden, wie offigiös mitgetheilt ist es aber bei unserer Partei. Lage der Dinge nicht zu einer definitiven Erledigung, so wird, ebenfalls mit dieser Maßregel vorgehen und schon in der Ohne jebe Ueberhebung können wir es es fagen, weit in Preußen- Deutschland in solchen Fragen von definitiver nächsten Parlamentssession dem Reichstag und Landtag entgiebt Teine Partei Partei im Reiche, welche Tebatte aufweisen könnte, wie die, die der Gothaer Wir hoffen, daß die mannigfachen Anregungen beg Re: Mark Schulden, davon etwa 450 Millionen 4prozentige; Preußen Barteitag über die„ Neue Welt" geführt hat. Einmal ferenten auf fruchtbaren Boden gefallen sein werden und hat etwa 6354 Millionen Schulden, darunter 8593 Milionen hat ein Rongreß einer bürgerlichen Partei die Frage der daß durch dieselben der Zusammenhalt der Parteigenossen Wir wollen bei dieser Gelegenheit nicht die Frage nach Unterhaltungsliteratur behandelt es war vor mehreren und ihr Pflichtgefühl gestärkt wird. der Berechtigung von Staatsanleihen anschneiden, auch nicht Jahren auf einem Parteitag der deutschen Volkspartei Beachtenswerth war, was über die Maifeier gesprochen, auf das Wesen des Binses" eingehen. Nur soviel, daß nach aber wie tläglich steht jene Debatte neben dem Geistes sehr lehrreich, was über den internationalen Kongreß gesagt der neueren Finanzwissenschaft die augenblicklichen und alljährlich kampfe, der in Siebleben aus Anlaß der Kritik der wurde. wiederkehrenden Bedürfnisse des Staates aus den laufenden Ein Neuen Welt" sich entwickelt hat. Es war eine große, Daß die Frage des Proportional- Wahlsystems nicht nahmen, die hauptsächlich aus Steuern bestehen, bestritten werden prinzipielle, von den tragene Debatte. Es war ein Beweis dafür, daß unsere besonders betrüben. Wer sich über diese Frage belehren sich in irgend höchsten Gesichtspunkten ge- behandelt wurde, wird kaum irgend einen Parteigenoffen sollen; während nach diefer Lehre für einmalige größere Ausgaben, namentlich für staatswirthschaftliche Kapitalanlagen", bie einer Weise für die Dauer rentiren Bartei mit Beackerung des Feldes der Politik und der will, findet genug Literatur, und sowohl vom Standpunkte sollen( hier kommen zum Beispiel Eisenbahnbauten und der Wirthschaft ihre Aufgabe nicht erfüllt sieht, daß sie allein der aktuellen Politik, wie vom prinzipiellen Standpunkt gleichen in Frage), die Mittel durch öffentliche Anleihen be unter allen Parteien vor keiner Frage des Lebens Halt der Partei giebt es zahlreiche Fragen, deren Erörterung schafft werden können, die Laft der Verzinsung und der Rück macht, zu allen Stellung nimmt, weil sie nicht eng be- weit dringender ist. grenzte Aufgaben hat, sondern eine aufstrebende Klasse Auf voller Höhe zeigte sich der Parteitag bei der vertritt, der Träger einer neuen Weltanschauung ist. Sicherlich ist die Frage der Stellung unserer Partei zu den Strömungen in unserer Literatur durch den Parteitag nicht zur Entscheidung gebracht worden. Dies fonnte mud follte auch nicht seine Aufgabe sein. Aber ein neues Feld des Denkens, des Ueberlegens, der Kritik ist durch diese De batte für die Arbeiterklasse eröffnet, ihr Gesichtskreis dadurch erweitert worden. Und dies allein ist ein Gewinn, der nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Erörterung der Frage der Frauenagitation. Das Referat bewies, wie unrecht unsere Gegner haben, wenn sie uns, im schlechten Sinne des Wortes, eine materialistische Partei nennen. Wir verweisen auf das in der heutigen Nummer ausführlich wiedergegebene Referat und auf die Diskussion über diesen Punkt der Tagesordnung. " zahlung also den zukünftigen Bürgern des Staates aufgewälzt wird. Wenn man nun bedenkt, daß das Deutsche Reich nach dem Etat für 1896/97 allein für Militär- und Marinezwede influfive ber Militär- und Jnvalidenpension, etwa 712 Millionen Mark jähr fich ausgiebt, so kann man die Bemerkung nicht unterdrücken, daß, wenn an derartigen Dingen etwas mehr gespart würde, die Ausgaben für kulturelle Arbeiten nicht auf die Zukunft abgewälzt zu werden brauchten, oder daß für Kulturwerke mehr aufgewendet werden könnte, als es heute geschieht. von Wir hoffen, daß für die Männer und Frauen in der Doch dies nur nebenbei. Die Schulden find einmal da, Partei die Behandlung der Frauenagitation auf dem letzten werden sich auch bei Fortdauer des heutigen Regierungssystems Parteitage von größtem Nuzen sein wird und daß die noch weiter vermehren, und die Geldgeber verlangen natürlich Auch die Kritik und die Anregungen über die Leistungen Arbeiterinnenbewegung, die aus wohlbegreiflichen Gründen von Staat ihre ausbebungenen Zinsen. Diese Zinsen betragen num zu einem sehr großen Theil der öffentlichen Schulden, wie und die Haltung der Parteipresse waren von großer Bedeutung hinter der übrigen sozialdemokratischen Bewegung weit oben dargelegt, heute noch 4 pбt., troßdem der Zinsfuß seit einer und, wie wir überzeugt sind, von bleibendem Nußen für zurückgeblieben ist, dadurch in allen Theilen des Reiches ganzen Reihe von Jahren im beständigen Rückgang ist und für die Partci. Auch bei dieser Debatte zeigte es sich, wie fruchtbare Anregungen erhalten haben wird. sichere Anlagen wenig mehr als 3 pt. beträgt. Da ist es ers gründlich und wie vortheilhaft wir uns von unseren Ueber einen Punkt, über den sonst peinlich zu sprechen flärlich, daß aus den Reihen der misera plebs contribuens, des Gegnern unterscheiden. In scharfer und rückhaltloser Weise ist, können wir uns auch diesmal mit Befriedigung äußern, steuerzahlenden Pöbels, der Ruf nach Konversion" dieser wurde Kritik geübt, die fachlichen Ausstellungen überwogen aber über die Thätigkeit der Beschwerdekommission. Sie hat in 4 prozentigen Anleiben erschallt, das heißt verlangt, fie folle den Staatsdie unvermeidlichen persönlichen Refriminationen; so manches taktvollster und den Frieden der Partei fördernder Weise der Finanzverwaltung Partei- gläubigern Bittere wurde gesagt und mußte hingenommen werden. die einzige bedeutungsvolle Beschwerde, die an den Partei- gläubigern nicht mehr an Zinsen bezahlen, als es nach der Lage des Geldmarktes geboten ist. Der Finanzminister Aber am Schlusse waren alle überzeugt, daß jeder das, tag gekommen ist, die der Braunschweiger Pistorius und steht diesen Forderungen mit einem naffen und einem heiteren was er, wenn auch oft mit innerem Widerstreben, vorgebracht Kießling, entschieden. Auge gegenüber. Thränen der Rührung perlen ihm von der hat, zum besten der Partei, gesagt hat, so daß man Daß Hamburg, dieser Drt voller erhebender Traditionen, Wange, wenn er daran denkt, daß er bei der Ronversion die besten trotz alledem und alledem als Freunde und in treuer Kampf- für die Partei zum Size des nächsten Parteitages bestimmt und sichersten Stüßen von Altar und Thron, die Rentiers, in ihrer genossenschaft sich trennte. wurde, freut uns und wir beglückwünschen aufs herzlichste Nahrung kränken muß. Und die Zeitungen des mittleren und fleinen Bürgerthums, wie der muckerisch- evangelische Reichsbote", die Wir sind zu sehr betheiligt in der Frage der Partei- unsere Hamburger Genossen hierzu. presse, als daß wir es angemessen hielten, zu ihr Stellung Die Berliner Genossen, die sonst so oft unbefriedigt muckerisch- katholische" Germania", die judenfreffende„ Staatszu nehmen, vor allem jezt, wo eben der Parteitag geschloffen unsere Parteitage verlassen haben, werden diesmal mit bürger- Zeitung" 2c. weinen mit. Da werden alle Register aufgezogen, von dem sparsamen Hausvater, der die Früchte ist, und nicht alle persönlich betheiligten anwesend find. großer Genugthuung auf die Erfolge ihres Delegirten feiner Arbeit in 4 prozentigen preußischen Konsols Aber das können wir wohl im Einverständnisse mit allen sehen können. So ziemlich alle Anregungen, die von Berlin gelegt hat, von den beklagenswerthen Wittwen und Waisen, Genossen aussprechen, daß, so peinlich in manchem Augen- gekommen sind, haben den Beifall und die Zustimmung des bie solche Papiere besißen und nun in ihrem Gin gekürzt werden sollen, bis zum Vertragsbruch" blicke diese Debatte war, fie teinerlei üble Folgen für die Parteitages gefunden. Dies ist erfreulich im Juteresse der fommen gekürzt werden sollen, Partei und ihr Zentralorgan haben wird. Gesammtpartei und der Berliner Parteigenossen, deren des Deutschen Reiches und preußischen Staates und bis zur Ebenso wie die Debatte über die Thätigkeit des geschäfts- Leistungsfähigkeit, Aufopferungsfreudigkeit und Tüchtigkeit Erschütterung des Vertrauens in die Reellität dieser Staaten, mit allen diesen Dingen sucht man die Staatsverwaltung führenden Ausschusses war auch die über die parlamentarische jeder gerne anerkennt. Thätigkeit eine fruchtbare und selbst hohe Anforderungen Das Einverständniß der Partei mit ihrer Leitung kam graulich zu machen, um dem Theil ihrer Abonnenten, der es zu etwas gebracht hat in der Welt und Staatspapiere besigt, die befriedigende. Das läßt sich nicht zum wenigsten auf die in der einstimmigen Ertheilung der Decharge an den 4 pet." zu erhalten. gute Vorbereitung, auf die Vorlage sachkundig aus geschäftsführenden Ausschuß, in der einhelligen Wiedergearbeiteter, ausführlicher Berichte zurückführen, die eine wahl desselben, in der Bestätigung der Kontrolleure und fachgemäße und die Partei fördernde Erledigung erleichterten. in der vollkommenen Zustimmung zur Haltung Wenn die Debatte über den Arbeiterschutz nicht ganz Reichstagsfraktion zum Ausdrucke. auf dieser Höhe war und das Intereffe der Delegirten nicht So geht die Partei innerlich gekräftigt aus dem so sehr fesselte, so rührt dies im wesentlichen davon her, Parteitage hervor. daß weder der im letzten Augenblicke mit seiner Auf Die neuen Anregungen, die auf demselben gefallen, gabe betraute Referent noch die sonstigen Redner bestimmt werden ihre Früchte tragen. wußten, ob die Tagesordnung erweitert werden würde oder Nicht Selbstzufriedenheit wird seine Signatur sein, nicht. Ohne dem Parteitage das Recht im mindesten beschneiden sondern der Ansporn zu weiterer, unermüdlicher Thätig der " all Taß dies natürlich nicht im wirklichen Interesse des Mittelstandes" liegt, ist klar. Denn der Bauer, der Handwerker, der Raufmann hat ein Interesse an billigem Kredit, und eine unnatürlich hohe Verzinsung der Staatsanleihen vertheuert auch den gesammten sonstigen Kredit. Das weiß der Herr Finanzminister und vor allen Dingen weiß er, daß fere so einflußreichen Agrarier ebenfalls eine Konvertirung der Staatsanleihen wünschen. Diese Herren Großgrundbesitzer sind nämlich zum nämlich zum großen Theil im Besiz recht stattlicher Schulden, die sie zu ihrem größten Leid= wesen verzinsen müssen. Wenn nun, so schließen sie sehr richtig. der Staat seine hoch verzinslichen Anleihen in niedrig- verzinsliche Aergerniß erregent. Diese Art der Rechtauslegung 1 v. Sydow- Dobberpfuhl, Amtsrath Elsner- Bellin, v. Preftin, Bes umwandelt, fo wird damit der gesammte Stredit billiger; sie wird taum im Volle verstanden werden, jedenfalls wird amter der Kleinbahngesellschaft in Berlin, Puppe, Bantier und können ihre höherverzinslichen Hypotheken kündigen und aus ihr sich keine höhere Rechtsachtung herausbilden; wohl Bierbrauer in Küstrin. Als alleiniger Direktor war der Vordann dieselben Summen zu niedrigerem Binsfuß bekommen. Da- aber wird die Rechtstheorie des Herrn Schönstedt befizer der Obermühle, Herr Klix, thätig. Die Generalvertretung her auch auf ihrer Seite das sehr vernehmliche Verlangen nach Konverfion der Staatsanleihen, und zwar nicht auf 3/2, von dem zweierlei Recht im Bolle mehr und mehr als die der Mühle in Potsdam, die Firma Albert Behrendt u. Ko., ift Dieser Bankrott hat bekanntlich auch die Berliner Genossens fondern auf 3 pet., damit namentlich auch die landwirthschaft: Seele der Rechtsprechung angesehen werden. Wenn die in voriger Woche zahlungsunfähig geworden. lichen Pfandbriefinstitute die Konversion auf 8 pet, durchführen Gerechtigkeit das Fundament des Staates ist, so ist dieses schafts- Bäckerei zur Erklärung des Konturfes gezwungen. können. Die Erwägung dieses Für und Wider hat sich denn Fundament im Deutschen Reiche ein sehr schwankendes. Ob nun beim Finanzminister und der Regierung zu der Absicht ein so schwankendes Fundament eine zuverlässige Stüße abverdichtet, die vierprozentigen Reichs- und Staatsanleihen in giebt, die Frage mögen fich die reichstreuen Anbeter der 312 prozentige zu fonvertiren, von einer Konvertirung auf Autorität beantworten. 3 pet. aber vorläufig abzusehen. Daß bei diesen Erwägungen auch die Wünsche und Intereffen der arbeitenden Bevölkerung mit berück sichtigt worden sind, ist bei der sonst üblichen Regierungspraxis wohl nicht anzunehmen, auch hätte die Konversion in diesem Fall schon seit Jahren durchgeführt sein müssen. Die Arbeiter sind diejenigen, die von den bewußten Staats papieren auch nicht einen Pfennig ihr eigen nennen, von der höheren Verzinsung also auch nichts profitiren tönnen. Dagegen sind sie diejenigen, die durch die direkten und indirekten Steuern zum großen Theil die Binsen für die Rentiers und die sonstigen Berfonen aufbringen müssen, die sich im glücklichen Besitz Gotha, 15. Oftober.( Gothaer Boltsblatt".) Bei der geftrigen Wahl eines Abgeordeneten für den X. Bezirk( Gräfenroda- Krawinkel) wurde der frühere Abgeordnete Herr Adolf Winter mit 22 gegen 20 Stimmen, welche auf Rebatteur Joos fielen, wiedergewählt. Dieser Sieg ist nicht besonders rühmenswerth für unsere Gegner. Nicht im offenen, ehrlichen Kampf iſt er erfochten, sondern durch die rücksichtslose Anwendung der wirthschaftlichen Machtmittel, die unseren Gegnern so. reichlich zu Gebote stehen und gerade Sie werden sich erinnern, daß von der Zentral- auf kleinen Orten am wirksamsten sind. Vier von den leitung aus stets das größte Gewicht darauf gelegt worden ist, Arbeitern gewählte Wahlmänner sind um= daß die Provinzial- und Landesabtheilungen bezw. Haupt: gefallen. gruppen es vermeiben müßten, irgendwie ein selbständiges Vereinsleben zu entfalten. Der Bund der Landwirthe und das Vereinsgefeh. Ein alter Jurist schreibt uns: Der zweite Absatz des streng vertraulichen Birtulars des Bundes der Landwirthe beginnt mit folgendem Sage: Das ist ganz genau die sogenannte„ Rasfiber"-Schreib Man ersieht hieraus, wie die indirekte Wahl zur Rorruption und zur Verfälschung des Volkswillens führt. Koburg, 15. Ottober.( Boff. 3tg.") Im zweiten Wahlkreis von Staatsschuldscheinen befinden. Da können sie wohl mit recht weise der abgefeimtesten Verbrecher. Wenn der alte Zucht wurden für die Wahlmänner Liste des seitherigen freisinnigen stehen und stets von der Hand in den Mund leben, nicht zu beschuldigt ist, am 15. September abends 10 Uhr in der die sozialistische Berl. Tgbl.") Polizeirath Travers noch höherem Tribut an die großen und kleinen Kapitalisten gezwungen werden, als es nach Lage des Geldmarktes unumgänglich ist. Aus diesem Grunde verlangen wir die Konversion auf 3 pt., weil der Zinsfuß für sichere Anlagen heute bis auf ein Bruchtheil auf 3 pet. gefunken iſt aub bei Durchführung der langten Ronversion sicher auf 3 pet. oder noch darunter sinken würde. Potsdamerstraße eingebrochen zu sein, dann schreibt auch er an seine Spießgefellen, um sich einen Entlastungs- oder Alibibeweis zu sichern: ein Geburtstags tft gel itach Mitternacht in der Neuen König Du erinnert Dich doch, daß wir am 15. September gefeiert haben, bei dem wir ununterbrochen 7 Uhr fstraße gefneipt haben. Kein Staatsanwalt und kein Richter fällt jemals auf einen so plumpen Versuch hinein. Sollte jegt aber den Brotwucherern dieser streng vertrauliche Kaffiber" wirklich nüßen? Lifte 32 Stimmen abgegeben. in Mainz, der von ihm unterstellten Schuhleuten behauptet hatte, Mainz, 15. Oktober. daß auf ihre Aussagen tein zu großes Gewicht zu legen fei, erläßt währt. Er stellt zunächſt feſt, baß ſein Schreiben, in welchem neuerdings, wie uns geschrieben wird, eine öffentliche Erklärung, in welcher er den Beamten gewissermaßen Genugthuung geer die angebliche Mißhandlung von Bolizeiwache beleuchtete, ein amtlicher Bericht sei, der ohne sein Buthun in die Hände eines Rechtsanwalts gerathen sei. In diesem Bericht heißt es: Ob die Mißhandlung auf der Polizeiwache geschehen sei, fann nur durch das noch fehlende Beugniß der Frau Schröder befundet werden, da wir in solchen Fällen auf das Zeugniß der auf der Wache anwesenden Schuhleute allein fein großes Gewicht legen können." genommen, daß Polizeirath Travers weiter äußert, er habe in Das ist deutlich genug! Immerhin sei davon Vermerk die Glaubwürdigkeit der Schußmannsaussagen im all. gemeinen feinen Zweifel fezen wollen. Das hat wohl auch niemand angenonimen. Bei Durchführung der Konversion auf 3 pet. würde der Staat und mithin die Steuerzahler ca. 60 Millionen jährlich an Zinsen sparen; bei Konvertirung auf 8 pet. werden nur ca. 20 Millionen gespart. Diese 20 Millionen Mart sollen, wie die offiziösen Beitungen berichten, zu gunsten der Hinter bliebenen von Beamten und Offizieren, anderntheils zur AufDie alte Kulturforderung: TEE Abschaffung der befferung der Beamtengehälter verwandt werden. Der Kaiser Todesstrafe! bringt die Münchener Poft" in zeitgemäße soll gewünscht haben, daß bei der Konversion mit aller bent Erinnerung anläßlich des eben beendeten Prozesses gegen den baren Milde und Schonung verfahren werde, und damit Maurer Berchthold, der wegen dreifachen Raubmordes zum foll gemeint sein, wie allgemein geglaubt wird, daß Tode verurtheilt ist. Wir haben hier, fagt unser Bruderorgan, den Beamten- und Offizierswitiwen, die im Besitz 4 prozentiger Die feltene und unheimliche Thatsache vor uns, preußischer oder deutscher Schuldverschreibungen sind und durch daß ein Todesurtheil lediglich auf Judizien die Konversion Schaden haben würden, dieser Schaden ersetzt hin, ohne jede Thatbeweise gefällt wurde. werde. Wir meinen freilich, daß die Beamten und Offiziers Die ungeheure Kluft, die zwischen den Anschauungen unserer wittwen, die teine solche Papiere befizen und auf die Pension Partei und denen der herrschenden Gesellschaft auch auf diesem Die Mannheimer Stadtverordneten. allein angewiefen find, jedenfalls noch schlechter daran sind als Gebiete tlafft, wird besonders deutlich erkennbar in der That Wahlen haben zu einer völligen Niederlage der Nationaldiejenigen, die sich im Besis von staatlichen Schuldverschreibungen sache, daß, während wir die Aufhebung der Todesstrafe fordern, liberalen geführt. In der dritten Abtheilung fiegten unsere befinden. man jetzt die Kritik der Todesstrafe bereits als Verächtlichmachung Genossen, in der zweiten Abtheilung die freisinnig- demokratische Ob im übrigen die Grhöhung der Wittwen- und Waisen einer Staatseinrichtung, ja unter Umständen sogar als Majestäts- Liste, so daß die Majorität der Stadtverordneten- Bersammlung, pensionen und der Beamtengehälter die allerdringendste Kultur- beleidigung geahndet wissen will. Bekanntlich hat Genosse wie auch die Wahl in der ersten Klasse ausfällt, den Nationalaufgabe bildet, oder ob es nicht vorläufig noch dringendere Grimpe in Elberfeld einen Prozeß aus dieser Ursache durch liberalen entrissen ist. fozialpolitische Aufgaben giebt wir erinnern beispielsweise an zuführen. small die Wittwen und Waifen der Arbeiter, die noch ganz unver. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. fangaDefterreich. Chronik der Majeftätsbeleidigungs Prozeffe. Wien, 16. Oktober. Abgeordnetenhaus. Bei Be sorgt sind, an die dringend nothwendige Erhöhung der Renten bei der Invalidenversicherung, für welche Zwecke bei diesen Bins- Der erft 19 jährige Bäckergeselle Otto Schiele stand gestern rathung des Dringlichkeitsantrages Saud betreffend ersparnissen vielleicht etwas flüssig gemacht werden könnte was unter der Anklage der Majestätsbeleidigung vor der siebenten bie Einberufung des Landtages zur Befchlußvon diesen Aufgaben das allerwichtigste ist, mag dahingestellt bleiben. Strafkammer des Landgerichts I. In der Verhandlung, welche faffung über die Wahlreform erklärte MinisterWenn man sich aber für die Erhöhung der Beamtengehälter ent- unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfand, traten zwei Bäcker- präsident Graf Ba beni: wie die Regierung über die Frage scheidet, dann wolle man wenigstens da anfangen, wo es am lehrlinge gegen den Angeklagten als Zeugen auf. Aus der des direkten Wahlrechts dente, habe sie bereits in den Berhandnöthigsten ist, bei den Briefträgern, den Eisenbahnarbeitern, den Urtheilsverkündigung ging hervor, daß der Angeklagte vor lungen über die Wahlreform fundgegeben. Die Regierung Bureaudiätaren und den sonstigen Unterbeamten. Der Wahre längerer Zeit eine beleidigende Neußerung mit bezug auf den sei derzeit noch nicht in der Lage, ein feststehendes Jakob" brachte dieser Tage ein recht guten Wiß, worin es hieß, Raiser gethan hatte. Das Urtheil lautete auf drei Monate programm für die zeitliche Folge der Ber daß ein Unterbeamten Gehalt von jährlich 700 Mart zwar sehr Gefängniß. handlungen der legislativen Rörperschaften ungenügend sei, daß das Gehalt eines Regierungspräsidenten aber aufzustellen, dies hänge vielmehr von dem weiteren Verbreißig Mal so groß ist und infolge deffen auch dreißig laufe der parlamentarischen Thätigkeit ab; e gebe für den mal so ungenügend sei. Hier müsse also bei der Auf- Der Entwurf der Militär- Strafgericht 3 Reichsrath dringliche Aufgaben, die feinen Aufschub duldeten, befferung der Beamtengehälter angefangen werden. Wenn die Ordnung für das Deutsche Reich nebst umfangreicher Beer bitte die Dringlichkeit abzulehnen.( Beifall.) Sache so gemeint ist, und nach den offiziösen Mittheilungen über gründung ist nach der Nordd. Allg. 3tg." dem Bundesrath zur Hierauf wird die Bringlichkeit mit 108 gegen 98 Stimmen die Erhöhung der Beamtengehälter sollen in der That vor allen Beschlußnahme vorgelegt worden. Dingen die Gehälter der höheren Verwaltungsbeamten erhöht werden, dann wird man uns auch, was die Verwendung der aus der Konversion gewonnenen Binsersparniffe betrifft, in der Opposition finden. Politische Mebericht. Deutsches Reich. use to " abgelehnt. 5 Stimmen ist ein Pyrrhussieg. Die Erklärung des Minister. Der Sieg Ba deni's ist ein kläglicher. Eine Majorität von lichen Beeinflussungen so lange als möglich erhalten will, präsidenten beweist, daß er die indirekte Wahl mit ihren amt. -Der Ex- Direktor des Kolonialamtes Dr. Kayser werden. Da er aus seiner juristischen Karriere bald nach der soll demnächst zum Senatspräsidenten beim Reichsgericht ernannt Ernennung zum Landrichter ausgeschieden ist, so werden die alten Richter am Reichsgerichte über ihren neuen Kollegen bezw. VorSchweiz." se gesetzten nicht allzusehr erfreut sein, so daß durch diese Ernennung Zürich, 14. Oftober.( Eig. Ber.) Trogbem bereits in eff bie offenkundige Verstimmung der Mitglieder des Reichsgerichtes Tagen die Nationalraths Wahlen stattfinden, steht die Berlin, 16. Oktober. über die Ernennung neuer Mitglieder nur verstärkt werden Wahlbewegung noch so ziemlich im Anfangsstadium und zwar Grober Unfug. Maßgebend für die Gesetzesauslegung dürfte. die der bürgerlichen Parteien sowohl wie die der sozialdemo sollte in erster Linie die Frage sein, welche Handlungen-Aufklärung über Schröder Poggelow. Nach fratischen Partei. Ju der Schweiz pflegt man awar in der der Gesetzgeber mit dem betreffenden Gefeße hat treffen einer Meldung der Leipz. Neuest. Nachr." findet am Sonnabend Regel die Ausstellung von Kandidaten erst kurz vor den Wahlen wollen. Fest steht es nun, daß, als man im Strafgesetz- Nachmittag die erste Aufsichtsraths Sigung der Ostafrikanischen zu besprechen, indeß ist die diesmalige Berspätung auf der ganzen buche unter Uebertretungen auch die Bestrafung desjenigen Plantagengesellschaft statt, in welcher über die in die Deffentlich- Linie zurückzuführen auf die erst mit dem 4. Oktober beendete dreiaufnahm, der ruheftörenden Lärm verursachte oder groben bungen verhandelt werden soll. Die Resultate dieser Sigung längerer Zeit ihre Wahlvorbereitungen getroffen, so 3. 8. ber bis. feit gelangten, den Dr. Schröder Boggelow betreffenden Mel- fache Referendumsbewegung. Kluge Leute haben allerdings schon vor Unfug verübte, man unter letzterem nur etwaige Dummejungen werden veröffentlicht werden, damit jeder sich selbst ein Urtheil herige Nationalrath Feller, Brauereibefizer in Thun, der den Armen streiche, wie etwa das Auslöschen von Straßenlaternen oder über die Affäre Schröder- Poggelow bilden kann. 500 Fr. spendete und der Knabenschule einen bronzenen Tell das Abnehmen und die Versezung von Firmenschildern Generalmajor 3. D. v. Gliszczynski, feit widmete. Nun wird er wohl wiedergewählt werden und zugleich oder ähnliche Handlungen verstand; so ist der Grobe 1882 Vertreter des Wahlkreises Kreuzburg- Rosenberg im Ab- ersieht man aus dem Vorgange, zu was die Armen gut find Unfugs- Paragraph" Jahre hindurch auch aufgefaßt und geordnetenhause, Mitglied der Zentrumsfraktion, ist gestorben. An Lebhaftigkeit wird diese Wahlbewegung ihre Vorgängevon den Richtern aller Instanzen beurtheilt worden und rinnen nicht übertreffen, da nach den bisherigen Nachrichten erst der Rechtsprechung der letzten Jahre ist es gelungen, Ronstantin Rößler, der langjährige Leiter des nicht viele Nationalräthe eine Wiederwahl ablehnen und außer alle möglichen Handlungen unter den Begriff des groben offiziösen Breßbureaus, ift im Alter von 75 Jahren geftorben. den wenigen sozialdemokratifchen, teine anderweitigen Rampf Er war in verschiedenen Phasen der bismärckischen Politit fandidaturen aufgestellt werden. Unsere Genoffen haben Unfugs zu bringen. Handlungen, welche unter feinen und auch unter Caprivi als Leiter der offiziösen Presse bis jetzt in Basel, Biel, Lausanne, Langenthal( Stanton anderen Paragraphen zu bringen sind und die man thätig, so daß er bei den anständigen Politikern und Bern), Bern, Luzern, Solothurn und Bürich( See) doch gerne strafen möchte, hat man einfach für Journalisten fein angesehenes Andenken hinterlassen hat. Kandidaten aufgestellt und zwar Wullschleger, Reimann, " groben Unfug" erklärt. In den letzten Tagen Nach seinem Austritte aus dem Reichsdienste arbeitete er Fauques, Wirz, Albiffer, Fürbola und Lang. In gehen wieder einige Rechtssprüche über den groben für die Bost" politische und für die Preußischen Jahrbücher" der Stadt Bern halten die Grütlianer und die sozialdemokratische Unfug" durch die Presse, welche allgemeines Kopf- literarhistorische Artikel. Zur Zeit der Umfiurzvorlage empfahl Vereinigung Vorwärts" an der Randidatur 8graggen fest, schütteln erregen. Jn Strattowo in Poſen war er öfter den Staatsstreich, was von so manchen nicht gerne ge- die Arbeiterunion dagegen an ihrer Fünferliste mit Scherz, ben Honoratioren bes Ortes, die eine Festlichkeit feiern sehen wurde; den Staatsstreich empfehlen, heißt die Bevölkerung Siebenmann, Waffilieff, Aebi und Dr. Sourbed. wollten, von einer anderen Gesellschaft in einem anderen or den Plänen derer warnen, die mit Staatsstreichgelüften um- Letzterer, bisher in weiten Kreifen für einen Sozialdemokraten gehen. gehalten, hat fich offen als Freifinniger bekannt und ist nun von Lokal die Musikkapelle weggemiethet worden. Die beiden Personen, welche die Musik gemiethet hatten, wurden wegen-3ur Revision des Handels Gesetzbuche 3. dieser Partei quaft als Bertreter der Eisenbahner auf ihre Lifte Handels- Gefeßbuche groben Unfugs angeklagt und von dem Schöffengericht in Sine Petition an Reichstag und Bundesrath hat der genommen worden. Seine Wahl ist somit wohl gesichert groben Unfugs angeklagt und von dem Schöffengericht in Silfsverein für weibliche Angestellte befchloffen. tüchtiges Mitglied. Sollten sich die beiden sozialdemokratischen itschen auch wirklich zu je 30 M. Geldstrafe verurtheilt. und erhält in ihm auch der Nationalrath ein neues Das Gesuch betrifft die rechtliche Stellung der Dieses Urtheil wurde in zweiter Instanz vom Landgericht Handlungsgehilfinnen; es sollen darin, mit der Bitte Fraktionen nicht über die Kandidaten noch einigen können, so ift Gnesen bestätigt. um Aufnahme in die Novelle des Handels- Gesetzbuches, folgende ihre zweifache Niederlage sicher. Günftig gestaltet hat sich für Eine andere noch verwunderlichere Entscheidung traf Hauptforderungen aufgestellt werden: 1. Berbot des Abzuges von unsere Partei die Wahlfituation in Basel durch die Ablehnung ein Breslauer Gericht. Ein Breslauer Blatt veröffentlichte Krantengelb bei der Gehaltszahlung; 2. Abschaffung der Kon- einer Wiederwahl seitens des allgemein geachteten tonfervativen Briefe vom Lande. Einer dieser Briefe, der die schlechte turrenstlaufel; 8. Schriftlicher Lehrvertrag auf die Dauer von Regierungsrathes Dr. Speiser, wodurch nun ein Platz leer von Lage der ländlichen Bevölkerung behandelt und die Häufig mindestens einem Jahre; 4. Beschränkung der Bahl der Lehr- wird und nicht gegen einen Bisherigen" gekämpft werden feit der Diebstähle theilweise auf die Noth der Landarbeiter linge; 5. Gewährung einer angemessenen Zeit zum Suchen einer muß, welche Kämpfe in der Schweiz faft immer ebenso schwierig wie aussichtslos, weil die Wähler in Personenfragen konservativ zurückführt, erregt das Mißfallen der Staatsanwaltschaft. Er neuen Stellung nach erfolgter Kündigung; 6. Verstärkter sind. Die Freifinnigen in Basel werden nun wahrscheinlich die Sittlichkeitsschuß für weibliche Angestellte. erhebt Anklage wegen groben Unfugs und der Redakteur erhält Gin agrarischer Krach. Die Bärwalder Ober- durch seine Wahl gesichert wäre. Kandidatur Wullschleger auf ihre Lifte nehmen, woMit dem Genossen Wull100 M. Geldstrafe, nachdem die Staatsanwaltschaft 6 Wochenmühle, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, ist, wie die Wefer- fchleger erhielte bie schweizerische fozialdemokratische Partei Haft beantragt hatte. Wir wissen ja, baß nichts die Beitung" mittheilt, in Konkurs gerathen. Die Errichtung der endlich einen tüchtigen und würdigen Bertreter im Nationalrath, mit Agrarier mehr verdrießt, als wenn man hohe Getreidepreise Gesellschaft, welche die Mühle betrieb, war von agrarischer Seite während der pseudo sozialdemokratische Polizeidirektor Bogel als volksschädlich hinstellt; aber ist das ein Grund für den ausgegangen und zwar zu dem Zwecke, agrarischen Intereffen zu fanger in Zürich sich um die Sozialdemokratie wenig Richter, den Verdruß der Agrarier zu theilen, zumal es dienen und diese Intereffen gegen die Berliner Börse und gegen au fümmern pflegte. Im Kanton Baselland stellt der wohl taum ein nationalökonomisches Werk giebt, und vor die großen Berliner Mühlen zu vertreten. Bei den Angriffen Bauern und Arbeiterbund wiederum den bisherigen allem kein Werk über Moralstatistik, in dem nicht der gegen die Getreidebörse haben die Bertreter der Gesellschaft das Bertreter Meyer auf, der als Landwirth namentlich die kleinZusammenhang zwischen Nothstand und Verbrechen, große Wort geführt. Die Bärwalder Obermühle ist in weiteren bäuerlichen Jutereffen repräsentirt und wohl auch für die Arbeiters vor allem auch dem höheren und geringeren Preis Kreisen auch dadurch bekannt geworden, daß fie eine Mischung intereffen eintritt. der Lebensmittel, und der Zunahme und Abnahme der Dieb von Roggentleie und getrockneter Kartoffelstülpe unter dem Namen In Zürich und Winterthur besprechen die Sozialzu zahlreichen demokraten erst nächsten Sonntag die Kandidatenfrage. In mehreren stähle, gelehrt und nachgewiesen wird. Nach der in Breslau Reklamationen und Prozessen Veranlassung gab. Dem Aufsichts- Wahlkreisen, so im Kanton Aargau, fogar im Ranton Nidwalden getroffenen richterlichen Entscheidung kann man als rathe gehörten verschiedene agrarische Häuptlinge an. Er bestand fucht man ultramontane Nationalräthe zu verbrängen burch linksgroben Unfug jede Mittheilung einer wissenschaftlichen aus folgenden Herren: Graf Find von Findenstein tebende Demokraten refp. in Nidwalden, durch einen Liberalen, Lehre treffen, deren Resultate in einzelnen Kreisen auf Trossin( Vorsitzenden), Rittergutsbesizer Kretschmer- Sellin, Oberst Blättler, welcher der Führer der Bauern gegen die Ultras montan«n im Kampf« um die Reduktion des HypothekenzinSfußes '»ar. Zu der bisherigen Wahlbeivegung scheint sich ei» Zug nach links geltend zu macheu.— Frankreich. PariS. 15. Oktober.(Eig. Ber.) Die Folgen des a ren besuch es stehen noch immer im Vordergründe des nleresses. Den Schwerpunkt bildet natürlich die verzwickte Frage, ob ein formeller Allianzvertrag da ist oder nicht. Der Streit zwischen den ministerielle» Optimisten, die die Frage bejahen, und den oppositionellen Pessimisten, die sie verneinen, wird glücklicherweise nicht mehr lange fortdauern. Die sozialistische Interpellation dürft« dem Verstecken- spiel der Regierung ein Ende sehen, trotzdem in ministeriellen Blättern mit Nachdruck betont wird, daß zur Entschleierung des AllianzgeheimnisseS erst die Einwilligung der— russischen Diplo- inatie erforderlich wäre. Nebst dieser Interpellation wird die Kammer in den ersten Tagen der Herbstsession die Kredite für den Zaren- empfang nachträglich zu bewilligen haben. Auch dieser Gegen- stand wird dem Ministerium, nach den Aeußerungen der radikalen und sozialistischen Presse zu urtheilen, heftige Angriffe einbringen. Selbst Sarrien, der Führer der gemäßigten Radikalen, sprach seine Bedenke» über den kasuistischen Kniff aus, den die Regie- rnng angewendet hatte, nni sich die Kredite thatsächlich eigen- mächtig zu bewillige». Die Opposition erblickt darin mit recht eine gefährliche Tendenz, die Macht der Exekutivgewalt auf Koste» des Parlaments auszudehnen,—«ine Tendenz, die sich gelegent- lich des Zarenbesliches namentlich auch in der systematischen Zurücksetzung des Parlaments bei allen Feierlichkeiten geltend gemacht hatte. Herr B a r t h o u hat es z. B. sogar fertig ge- bracht, die Besuche des Zaren bei den Vorsitzenden der beiden Kammern im offiziellen Bericht über die Zarenfeier unerwähnt zu lasse». Der republikanische Minister hat sich also zarischer als der Zar erwiese». Man begreift unter diesen Umständen, daß die Regierung aus blasser Furcht die Einberufung des Parlament? so lange als möglich hinausschieben möchte. Doch dieser tapfere Wunsch stößt sogar in ministeriellen Kreisen auf Widerstand, denn eine Rc- gierung, die jihre Furcht vor dem Parlament verräth, ist ja schon halb zu gründe gerichtet. So wird die Regierung, wie es bestimmt verlautet, ihrer ursprünglichen Absicht entgegen, daß Parlament für den 27. Oktober einberufen. Das ist übrigens spät genug. Bei der Fülle der Interpellationen und dem Stande der Arbeiten der Budgetkommission ist die rechtzeitige Erledigung deS Budgets sehr zweifelhaft. Inzwischen nutzt B a r t h o u seine Macht im Interesse des Ordnungsklüngels auS. Er hat wiedernn» einige radikale Präfetten des Amtes enthoben oder nach»»bedeuten- den Departements versetzt und unfähige, aber reaktionär gesinnte Beamten mit den fetten Pöstchen versehen. Namentlich sei hervor- gehoben die Maßregelung der Präfekten der drei Departements, wo in den letzten Monaten drei radikale Senatoren gewählt wurden. Barthou will damit zeigen, daß er für die kommende» Ergänzungswahlen zum Senat der Ordnungspartei vortreffliche Dienst« zu leisten bereit ist. Wenn er nur bis Januar 1SV7 noch im Ministersessel bleibt... Auch im Pariser Gemeinderath wird der Zaren- besuch einen Nachklang haben. Ein opportunistisches Gemeinderaths- Mitglied will die beiden sozialistischen Vize- Präsidenten, L a u d r i n und B r ou ss e, zur Demission zwingen, weil sie sich am Zarenempfang nicht betheiligten. Namentlich ist er mit der gesammten Ordnungspartei auf Laudrin böse, der den bekannten blanquistische» Prolest gegen den Zaren- empfang unterzeichnet hatte. Laudrin äußerte sich demgegenüber. daß er den Protest in allen Punkten aufrecht erhalte und ge- gebenenfalls es darauf ankommen lasse, den Gemeinderath zu zwingen, sein« Demission zu votiren.— Bei dieser Gelegenheit sei mitgetheilt, daß kein sozialistisches Mitglied des Gemeinde- rathes den Zarenempsang mitgemacht hat. .~ Der Fenter Tynan ist nun faktisch in Freiheit gesetzt worden.—< Paris, 16. Oktober. Dem„Matin" zufolge werden die Sozialisten in der Kammer eine Interpellation ein- bruigen bezüglich einer Anzahl von Präventiv-Ber- Haftungen, die anläßlich des Besuche» des Kaisers von Rußland erfolgten. Der Abg. JauröS wurde von der Partei beaustragt, bei Ge- legenheit der Debatte über den für die Zarenfeste bewilligten Kredit Erklärungen vom Minister Hanotaux über die Be- slehungen zu Rußland zu provoziren. Die Radikalen werden bei der Eröffnung der Session eine Erklärung über die allgemein- Politik des KabinetS verlangen. uamt festgestellt werd«. ob dasselbe noch die Kammermehrheil Paris, 16. Oktober. Bei der Eröffnung der ersten Sitzung der ständigen Kommission de? höheren Raths für die Kolonien sprach der Minister Lebon über die Fragen der öffentlichen Arbeiten und sagte, e» scheine, daß der Kolonial- !l 4 fiX N r a n k r e t ch», abgesehen von einigen Grenz- berichtiaungen, jetzt nah rzu genau abgegrenzt se,. Es sei nunmehr die erst» Pflicht Frankreichs, die semer Herrschaft, unterworfenen Länder mit den erforderlichen Einrichtungen auszurüsten und daselbst die unntngänglich nothwendigen öffentlichen Arbeiten vorzunehmen. Die Kommisston werde zu prüfen haben, ob es nicht vortheilhaft ober gar dringend nothwendig sei, eine bedeutende Kolonial-Anleih» aufzunehmen, um die Arbeiten mit Nachdruck beginnen und schnellsten? die ökonomisch« Zhätigkeit in den überseeischen Besitzungen organisiren zu können. Paris, 16. Oktober. Der Direktor der„Lauterne" Cornudct hatte kürzlich den Minister des Innern Barthou öffentlich beschuldigt. daß derselbe während seiner Amtsführung als Arbeitsminister in Eisenbahnobligatronen spekulirt habe. Auf diese Beschuldigung hatte der Minister an Coruudet sofort seine Zeugen gesandt. Zur Prüfung und Gut- scheidung des Borsalle» wurde alsbald ein Ehrengericht ge- bildet. Dasselbe hat nun heule einstimmig erklärt, daß die gegen den Minister in Umlauf gesetzten Gerüchte jeglicher Grundlage entbehren, daß vielmehr die Ehrenhaftigkeit Barthou's völlig unversehrt aus der Prüfung der dem Ehrengerichte zur Begutachtung unterbreiteten Thatsachen hervorgehe.— Italien. Rom, 16. Oktober. Meldungen auS Sizilien besagen, daß die Verhaftungen daselbst fortdauern; zahlreiche Sozialisten, die für AufHetzer der ausständigen Arbeiter i» de» Schweselgruben gehalten werden, wurden verhaftet. Der Deputirte Eolajanni. der von Parteigenossen zum Einschreite» aufgefordert worden war, sandte ein Telegramm des Inhalts, daß er sich außer stände fühle, sich ferner bei den Machthaber» zu verwenden. Italien habe die Regierung, die es verdiene. Nach den offiziellen Versicherungen sollen die Ver- Haftungen nur durch Gründe der öffentlichen Sicherheit(?!!) veranlaßt worden sein.— Spanien. Madrid» 16. Oktober. Das Kanonenboot„Destmtor' ist in Melilla eingetroffen. Die hier eingegangenen Depeschen aus Manila haben eine lebhafte Erregung hervorgerufen;«S wird die Entsendung weiterer Verstärkungen erwogen.— Norwegen. Christtania, 16. Oktober.(.Kreuz-Zeitung-.) Die Kon. vertirnng der Staatsschuld und eine neu« EtaatS auleihe in Norwegen. Wie„Verdens Gang- erfährt, soll die norwegische ö'/, Prozent?- Staatsanleihe von iss6 und derjenige Theil der älteren unkündbaren Staats- schuld, welche mit 3Vs pCt. verzinst wird, infolge Storthings- Beschluß konvertirt werden durch Ausnahme einer neuen Staatsanleihe zum Betrage von 30 500 000 Kronen. Da die Auleihe von 1886 erst am 1. November gekündigt werden kann, hat die Konvertiruug noch nicht stattgefunden, aber das Finanz-Departement hat über die Ausnahme der neuen Anleihe mit demselben Konsortium verhandelt, welches im Sommer die 3 Prozents-Anleihe übernahm. Die Verhandlungen gelangen wahrscheinlich in den nächsten Tagen zum Abschluß und wen» die Sache nicht mit dem«rwähuteu Konsortium geordnet wird, so soll«ine allgemeine Konkurrenz ausgeschrieben werden.— Rußland. — Nachklänge zum Petersburger Streik. Vom Petersburger Streik werden unS noch eimge interessante Details mitgetheilt, welche wir zu unseren früheren Berichten über denselben noch nachtragen wollen. Der Petersburger Stadthauptmann KleigelS erließ nach Beginn des Streiks eine Verfügung, durch welche verboten wurde, während der Dauer des Streikes NahrungSprodukte auf Kredit zu verkaufen; die Kleinhändler erhoben jedoch einen ernsthaften Protest gegen dieses Verbot, sie drohten, den ihnen durch das- selbe erwachsenden Schaden auf dem Zivilprozeßwege gegen die Behörden einzuklagen, und KleigelS beeilte sich, seine Bersügung rückgängig zu»lachen. Die Offiziere des ArmeetheileS, welcher in der Gegend, in welcher der Streik stattfand, zusammengezogen war, erklärten dem Bataillonschef und dieser dem Stadlhauptmann Kleigels, daß der Aufenthalt des Militärs in jener Gegend auf die Soldaten demoralisirend wirke, sie fänden unter den Arbeitern Landsleute, ließen sich mit ihnen in Unterhaltungen ein, die Arbeiter regalirten sie mit Zigaretten w.; angesichts dieses freundschaftlichen Verkehres der Soldaten mit den Arbeitern sei eS nothwendig, da? Militär aus dem Streikgebiete zurückzuziehen. Dank dem Streik hat sich unter den Arbeitern ein bedeutendes Interesse für die verbotene Literatur entwickelt. Bei den verhafteten Arbeitern sind viele sozialdemokratische Bros chüren gefunden worden; die Nachfrage nach sozialdemokratischer Lektüre ist stark{testieren, namentlich ist ein erhöhtes Interesse der Arbeiter für dl« sozial- demokratische Bewegung im Auslande zu koustatireu. Das Uutersuchungsgesäugniß in Petersburg ist überfüllt. daher werden diejenigen Verhafteten, welche in Petersburg keine Verwandten haben, welche für sie bei de» Behörden ein Wort einlegen, in die Peter-Pauls-Festnng übergeführt. Ein Theil der Arbeiter befindet sich auch in der Peter-PaulS-Festung. Die Haltung der verhasteten Arbeiter den Behörden gegenüber ist eine ausgezeichnete.— Amerika. Rio de Janeiro, 15. Oktober. Die Deputirten- kämm er richtete an den Präfidenten MoraeS daS Ersuchen, den Korrespondenten der„Times- auszuweisen. Nette Republikaner müssen die brasilianischen Deputirten sein.— Afrika. — Di e Sterblichkeit im Kongo st aate ist einem Fachblatte zufolge so groß, daß keine Lebensverstcherungsgesellschaft ihre Thätigleit auf dieses Land ausdehnen will.— Am IS. Oktober war«S ein Jahr, daß der deutsche Kaiser ans Hubertusstock an den Statthalter von Elsaß-Lothringe» folgendes Telegramm sandte: „Erfahre soeben auS Zeitungen die Kunde des abscheulichen Mordes an dem Fabrikanten Schwartz in Mülhausen. Ich bitte daher Ew. Durchlaucht in meinen» und der Kaiserin Namen, unser innigstes Beileid der unglücklichen Wittive auszusprechen. Wieder ein Opfer mehr der von den Sozialisten angefachten Revolutionsbewegung. Wenn unser Volk sich doch er mannt e.- E8 stellte sich heraus, daß dieser Vorwurf gegen unsere Partei unbegründet war. Der Polizeirath Zahn aus Straß- bürg ermittelte, daß in der Ermordung des Fabrikanten Schivartz die That eines hirnverbrannten Einzelnen zu er- blicken»var. DaS hinderte aber die kaiserliche Statthalteret in Elsaß- Lothringen nicht, den dainals in Elsaß-Lothringen verbreiteten sozial- demokratischen Offenburger„Volts freund" sür den Bereich der Reichslande zu verbieten. Und»vas hatte der „Volksfremrd- gethau, um dieses Schicksal zu verdienen? Er trug selbstverständlich auch nicht die geringst« Schuld an dein Morde in Mülhausen, sondern er hatte im Gegentheil kurz vor dem Verbrechen in ei,»em Artikel dem Fabrikanten Sch'vartz nachgerühmt, daß er auf den Wunsch sei„er Arbeiter nach besserer Bezahlung sofort ein gegangen war und bessere ArbeitSverhält. nisf« geschaffen hatte. Weiter ist heute aller Welt bekannt, daß der Mörder deS Fabrikanten Eckivarz. der Textilarbeiter Andrea? Meyer auS HindSheim im Kreise Erstein, mit der Sozialdemokratie a b« solu t nichts zu thun gehabt hat. Demungeachtet»st der„Offenburger Volks- freund" auch heute noch in Elsaß-Lothringen verboten. Fühlt die Statthalter«! von Elsaß-Lothringen nicht selbst, daß eS sich gehört, eine unter irrthümltchen Voraussetzungen getroffene Maßregel endlich wieder rückgängig zu machen? Auf dem Parteitag für Lippe, der am Sonntag in Salzuflen abgehalten wurde, waren 3 Orte durch 11 Dele- girte vertreten. 2 Orte,»vo auch Parteimitgliedschaften bestehen, Detmold und Blomberg, hatten keine Vertreter gesandt. Die Herforder Genoffen waren durch ihren KreiSvertraueuSiuaun Klingenhagen und das Agttationskomite« für das östliche Westfalen durch Genossen S l o m k e vertreten. Zur Frage der Betheiligung an der bevorstehenden Landtagswahl gab Genosse Anderer auS Lenigo eine eingehend« Erläuterung. Das Lippe-Ländcheu hat sieben Wahlkreise, und in jedem Kreise sind drei Abgeordnete zu»vählen. Das Wahlrecht ist geheim und direkt, jedoch wird in drei Klassen geivählt, in der Weise. daß jede Klaffe für sich einen Abgeordnete» wählt. Es ist Aussicht, daß die Genossen in der 3. Klasse aus eigener Kraft Kandidaten durchbringen können, und wurde de>»n auch beschlossen, in 6 Wahlkreisen, l. Lemgo, Sahuflen, Blomberg, L. Stadt Lage, 3. Aint Brake. 4. Stadt und Amt Horn, ö. Amt Schötmar und Oerlinghausen, und 6. Detmold eigene Kandidaten aufzustellen. Sm 7. Wahlkreis, Schwalenberg, haben die Genossen noch keinen nschluß und wurde deshalb von der Aufstellung eines Kandi- baten in diesem Kreise Abstand genommen. Di« Ernennung der Kandidaten blieb den betheiligten Kreisen überlassen. Zur Auf- bringung der Gelder für die Wahlkosten sollen Sammellisten herausgegeben werden. DaS Amt des Kreisvertrauensmannes wurde dem Genossen Anderer anZ Lemgo übertragen. Hinsichtlich der Agitation und Organisation bleibt noch viel zu thun; es wurde deshalb den Genossen zur Pflicht gemacht, den Kreis. Vertrauensmann kräftig zu unterstützen. Bei der GemeiuderathS-Wahl i« Wilkau bei Zwickau in Sachsen unterlagen unsere Kandidateu mit 258—265 Stimmen den Kandidaten der vereinigten Gegner« die 263—276 Stimmen erhielten. Polizeiliches. Gerichtliches ,e. — Genosse Katzen stein, Redakteur au der„Leipziger BolkSzeitung". hat am Donnerstag daS Gefängntß verlaflen. wo er wegen Majestätsbeleidigung drei Monate zubringen mußt«. ■— Segen den Genossen Büß in Düsseldorf war von der Staatsanivaltschaft ein Prozeß angestrengt, weil er die Schalterbeamten des dortigen Postamts beleidigt haben sollte. Büß halte in einer Parleiversamnilung kritistrt, daß die Boten» frauen der„Niederrhein. Bolkstribüne" so lange auf die Ausgabe der Zeitung warten müßten und dies erhalb öfter ein Trinkgeld springen ließe». Deshalb»var Anklage erhoben und zum 15. 0»- tober sollte der Termin stattfinden. Doch im letzten Augenbnck muß»vohl die Sache der ElaatSanwaltschast nicht mehr so ge» jährlich erschienen sein, de»» am 12. Oktober erhielt Büß die Nachricht, daß das Verfahren eingestellt sei.,. — Durch eine Lokalnotiz, überschrieben:„Wie Proletarier zur Welt kommen", und durch«i»„Eingesandt" soll die Magdeburger„Volks st imme" groben Unfug begangen haben. Gegen die Etrasmandate, die auf zusammen 40 M. Geldstrafe lauten, ist gerichtliche Entscheidung beantragt. — Im Prozeß gegen Genossen Leven in Gera, dem Redakteur der„Reuß. Tribüne", der wegen Beleidigung einer Leichenfrau und eines Friehofswärters in Gotha zu neun Monaten Gefängniß verurlheilt»st, steht am 29. Oktober vor dem Reichsgericht Termin an. Wir wollen hoffen, daß dieses Gericht zu einem anderen Urtheil kommt, als dt« Borderinstanz, die ans eine so überaus hohe Strafe erkannte. - Genosse E t ü ck l e n in Hof theilt der dortigen„Ober. srSiikischen Volttzeitung" mit, daß ihm während seiner Ge- faugenschaft ist der Strafanstalt zu Amberg jede mit der Haus- ordnuug nicht in Widerspruch stehende Vergünstigung bereit- willigst gewährt worden ist. Auch sei er nicht mit dem dort gebräuchlichen Du, sondern mit Sie angeredet worden.— Namentlich daß letztere? noch besonder« betont werden»nuß. läßt die Reformbedürftigkeit des in Deutschland üblichen Straf- Vollzugs in besonders grellem Lichte erscheinen. AnS den Kreisen der auSstiindigen städtischen Gasarbeiter Berlins werden uns Mittheilunaen gemacht, die fast den betrübenden Schluß zulassen, daß die vor dem Eini- gungsamte zwischen dem Magistrat und den Vertretern der Ausständigen gelroffeneu Abmachungen zum Schaden der letzteren umgangen werden. Infolge der Einführung der 15 stündige« Sonn- tagsschicht bekommen die Gasarbeiter»veniger Lohn als früher bei der 13 stündigen, worüber sie begreiflicherweise»»ißmnthig sind. Als nun in der Gasanstalt an der Gitschinerstraße der Chef derselben den Arbeitern der Tagschicht nahegelegt hatte, ein Schriftstück an de» Magistrat zu richten des Inhalts, daß sie die 13stüudige Sonntagsschicht wiederhaben wollten,»veil sie durch die Ibstündige geschädigt würden, da sagten sie weder nein noch ja, und als der Chef»veiter bemerkt hatte, wem» sie das Schriftstück nicht selbst aufsetzen könnten, so könnte eS ja der Gasmeister Kampe thun, da brachte dieser dann ein solches Schriftstück herbei und die Arbeiter unterzeichneten es Mann für Mann. Die darauf eintreffende Nachtschicht folgt« diesem Beispiel. Ereitag Vormittag war nun die Vertretung der Gasarbeiter erlins beim Magistratsmitglied Herrn Stadtrath Namslan,>vo sie erfuhr, daß auS m e h r e r e n Gasanstalten Schreiben eingelaufen feien,»vorin die Arbeiter die Wiedereinführung der 18stündig«n Schicht verlangen. Die Vertreter der Gasarbeiter Berlins forderten demgegenüber strenge Aufrechterhaltung der vorn» Einigungsamt getroffenenAbrnachungen, wobei sie Beschwerde darüber führten, daß in der Gasanstalt in Schmargendorf zivei Arbeiter eingestellt»vorden sind nicht aus den Reihen der Streikende»,»vie es nach den Abmachungen zn geschehen hat. sondern es sind andere Arbeiter angenommen worden. Herr Stadt- rath Namslan versprach, die Sache zu untersuchen und stcherte auch im übrigen die genaue Ausführung der Abmachungen zu. Wir wollen ivünschen, daß den Gasarbeitern Berlins kein Grund zu berechtigter Klage über Verletzung der Abmachungen mehr gegeben wird. Die Lohnkommission per KoufektionSschneider Frank- furt a. M. hatten Anfang September einen Antrag an das Gewerbegericht gerichtet, worin dasselbe um Vermitteillng zwischen den Konfektionären und deren Arbeitern ersucht wird. Mit dieser Eingabe beschäftigte sich Dienstag Abend der ständige Ausschuß des Gewerbegerichts, zu welchem auch die Beisitzer, die zugleich Schneider sind, zugezogen waren. Die Lohnkommifston hatte der Eingabe zwar einen Lohntarif beigelegt, jedoch kein Material beigebracht, ans grnnd dessen das Gewerbegericht eine Vermitlelung anbahnen könnte. Der Ausschuß»vählt« deshalb eine Kommisston von vier �Mitgliedern(zwei Arbeiter und zwei Unternehmer), welche Material sammeln soll, um solches später dem Ausschuß zur Begutachtung vorzulegen. In dem Emaillirwerk vo» Carl Thiel«. Söhne in Lübeck, woselbst wegen Entlassung eiueS Arbeiters ein Streik ausbrach, sind jetzt vier h undert Arbeiter ausständig. Dieselben fordern, daß der Entlassene wieder eingestellt»verde und daß die Fabrik auS dem Arbeitsnachweis« Institut der Metallsabrikanten austrete. Die Zimmerer Sachsens halten Sonntag, den 6. November in Dresden im Lokal Schössergasse 23, I. ein« außerordentliche Landeskonferenz ab. Die HolzdrechSler Leipzigs haben den Beschluß gefaßt, an ihren Forderungen festzuhalten. Sie verlangen 57 stündige Arbeitszeit, 36 Pf. Stunde»- Miudestlohn, Bezahlung der ersten beiden Ueberstnnden mit SS'/, pCt. und der weiteren Ueberstunden und der FeiertagSarbeit mit 50 pEt. Zuschlag, Sicherung de? Durchschnittslohnes bei Akkord- arbeiten, Lohnauszahlnng am Freitag mit 10 pEt. Zuschlag auf die bestehenden Atlordpretse. Dies« Forderungen haben bis jetzt 100 Mann bewilligt erhallen und 60 Mann sind ausständig geworden. 60 Kollegen stehen der Bewegung passiv gegenüber. Zuzug, vor allem von Berlin, ist, da sich die Unter- nehmer von Berlin auS Rausreißer verschreiben laflen, feru« zuhalten. Der Ausstand der Bergleute in La Grand-Eombe (Frankreich)»vurde heute infolge«wer Ewigungk-Zusammenkuuft in der Uuterpräfeklur zu Alais beendet. lieber den Tischlerstrcik in Brüssel berichtet«ine bürger- liche Quelle: Der Streik, der fast drei Monate lang von der Arbeiterpartei unterhalten worden ist, hat init dem Siege der „Arbeitgeber" geendet. Die„Arbeitgeber" haben den verlangten Mindestlohn von 50CtS. sür die Stunde nicht bewilligt und an ihren vorweg zugestandenen Lohnerhöhungen festgehalten. Da es schließlich den Meistern gelang. Arbeitskräfte aus den Pro« vinzen heranzuziehen, so haben die Brüsseler Holzarbeiter nach- geben müssen. Der Bergarbeiter- Ausstand lm Henuega« ist noch im Zunehmen. Am Freitag feierten 4000 Mann. Die Arbeiter verlangen eine Lohnerhöhung. Auch in den Glasfabriken desselben Distrikts»st ein Streik in Aussicht. In sieben der größten Fabriken haben die Arbeiter gekündigt, wofern der Lohn nicht um 10—20 pEt. erhöht wird. Di« Fabrikanten beschlossen, nicht nachzugeben. Uoksles«- Auf daS heute Sonnabend im Feeu-Palast stattfindende Volksfest niachen wir unsere Leser und Leserinnen nochmals aufmerksam. ES»st das erste von den sozialdemokratischen Frauen und Mädchen arrangirte Fest, und soll neben seinem unter- haltenden Zweck auch da,» dienen. Mittel zur Agitation flüssig zu machen, welcher durch den bürgerlichen Frauenkongreß und die dadurch erfolgt« Aufrüttelung weiterer bis jetzt indifferenter Kreis« der Boden aus» best« bereitet wurde. Sin sehr reich- haltiges Programm wird allen Ansprüchen genüge leisten. Der Fenster ihres im zweiten Stock gelegenen Bimmers auf den Hoff das Urtheil legte die Staatsanwaltschaft Revision ein, Besuch des Festes sei daher hiermit angelegentlichst empfohlen. hinab und starb bald darauf. Vor dem Hause Schlesische- die vom Reichsanwalt für begründet erachtet und vertreten Behufs Feststellung aller steuerpflichtigen Orts durch einen Geschäftswagen, dessen Führer, der 21jährige Kutscher beiter aller stenerpflichtigen Orts- straße 16 wurde morgens der den Verkehr regelnde Schuhmann wurde. Da es sich hier um die Rechte und Pflichten der Arzur Zahlung von Beiträgen handelt, kann einwohner für das Steuerjahr 1897/98 findet die übliche Auf- Baul Gericke, an den anderen Fuhrwerken vorbeizukommen von einer Kompensation seitens des Arbeitgebers bezüglich der nahme des Personenstandes diesmal am 4. November statt. fuchte und es unterließ, den Beamten anzurufen, über- für andere Arbeiter gezahlten Beiträge feine Rede sein. Gleichzeitig wird eine Feststellung sämmtlicher Gewerbebetriebe fahren und an den Beinen verlegt. Vormittags Das Gericht irrt daher rechtlich, indem es dem Angeklagten ausvorgenommen werden. Jeder Gewerbetreibende hat auf dem zu wurde im Landwehr Kanal, in der Nähe der Kott- drücklich die Befugniß der Kompensation zusprach; wolle man diesem Zweck ihm zugehenden Formular zu erklären, welches buser Brücke, die Leiche der seit dem 7. d. Mts. ver- dies gelten lassen, so würde die Orts Krankenkaffe gar nicht im oder welche Gewerbe er treibt oder zu treiben beginnt, welche mißten 21jährigen unverehelichten Emilie Arnold angeschwemmt ftande sein, eine ordnungsgemäße Buchführung anzuwenden. Das Betriebsstätten er unterhält, welche Gattungen und wie viele und nach dem Schauhause gebracht. Unzweifelhaft liegt Selbst- Reichsgericht erachtet die Revision der Staatsanwaltschaft für Hilfspersonen, Gehilfen und Arbeiter und welche Gattung und mord vor. An der Ecke der Alexander- und Schicklerstraße begründet und hob daraufhin das Urtheil auf, indem es wie viele Maschinen einschließlich Motoren, Bugthieren und wurde nachmittags ein Droschkenpferd durch einen Bostwagen zugleich die Sache zur nochmaligen Berhandlung in die VorTransportmitteln im Gewerbebetriebe verwendet werden. überfahren und so schwer verletzt, daß es nach der Abdeckerei ge- instanz zurückverwies. 1 Der Kampf des Polizeipräsidiums gegen das für die bracht werden mußte. In der Schankwirthschaft von Kersten, Die Stadtgemeinde Dresden wurde vom Gewerbe. Armen und Elenden werthwolle Recht, das Asyl des Asyl- Münchebergerstr. 22, wurde die Kellnerin Erna Köpke von dem gericht verurtheilt, dem Heizer Meyer, dem vom vereins für Obdachlose ohne Furcht vor polizeilicher Bildhauer Georg Niemand, dem wegen Trunkenheit kein Bier Betriebsamt ohne sein Einverständniß der Lohn pro Schicht von Kontrolle in Anspruch nehmen zu dürfen, soll jetzt mit neuer gegeben wurde, mißhandelt und durch einen Messerstich an der Stirn 3,84 M. auf 3,30 M. gekürzt worden war, den Restbetrag nach. Gegen Abend gerieth vor zuzahlen. Forsche aufgenommen werden. Aus dem Rathhause wird verletzt. Der Thäter wurde verhaftet. dem Hause Chausseestr. 19 der 65 Jahre alte Stellmacher August berichtet: Gegen den Reichs Militärfiskus, vertreten durch die " Das königl. Polizeipräsidium beabsichtigt den Erlaß einer Jahnke unter die Räder eines Fleischerwagens und erlitt Ber Polizei- Verordnung, daß auch bei Asylen von Privatpersonen legungen am Kopfe, an der Hand und am Unterschenkel. Er Intendantur des V. Armeekorps in Bosen, klagte der Fortsoder Vereinen Aufnahmelisten geführt werden sollen, und daß wurde in der Unfallstation in der Eichendorfstraße verbunden.-wächter Melzer auf Gewährung einer Unfallrente, nachdem die bei etwaigen polizeilichen Revisionen die Entlassung erst nach Abends vergiftete sich in seiner Wohnung in der Hussitenstraße genannte Intendantur seinen Anspruch abgelehnt hatte. Melzer Durchsicht der betreffenden Listen erfolgen dürfe. Der der von seiner Frau getrennt lebende 46jährige Schlächter August war dadurch zu Schaden gekommen, daß sich sein Dienstgewehr Magistrat hat Bedenken getragen, seine Bustimmung zum Sch. und starb bald darauf. Ehelicher Unfriede scheint die Ber- vorzeitig, wahrscheinlich infolge einer Erschütterung entlud; Erlaß einer derartigen Verordnung zu ertheilen." anlaffung gewesen zu sein. In einer Gastwirthschaft in der es draugen ihm einige Schrotkörner in die Hand und Vor einiger Zeit erklärte der Asylverein: Würden wir von Chauffeestraße wurde die unverehelichte Pauline H. erhängt auf- ein Korn ins Auge. Er hatte angeblich fremde Hunde, die sich dem Sage unserer Hausordnung, wonach von feinem Asyliften gefunden. Beim Abspringen von einem über den Werderfchen in der Fortifitation herumtrieben, erschießen wollen. Die die Angabe des Namens und der sonstigen persönlichen Verhält Markt fahrenden Pferdebahnwagen fiel der 55 Jahre alte Ver- Intendantur hatte nun angenommen, es gehöre dies nicht zu nisse gefordert werden darf, abgehen, so würde der Charakter sicherungs- Agent Richard Heijer aus Friedenau hin und zog sich seinen Obliegenheiten. Das Schiedsgericht veranstaltete eine umfangreiche Beweiserhebung. Mehrere Fortswächter bestätigten, unſerer Anstalt pon Grund aus geändert werden. Aus einem eine so schwere Verlegung am Kopfe zu, daß er nach der Charitee baß sich in der Nähe der Festung immer bissige Hunde aufhielten, würde unser Asyl sich in eine Dependenz on Geiſte der zum Schuge gegen die äußerste Noth gewährten Zufluchtsort gebracht werden mußte. der Polizei verwandeln und das Gepräge einer nur Humanität erfüllten Einrichtung verlieren. Das Prinzip der Anonymität betrachtet der Vorstand für ein unverbrüchliches, mit dem der Berliner Asylverein für Obdach lose steht und fällt. Gewerbe- Ausstellung 1896. H die das Erdreich zerkragten und sonstigen Schaden anrichteten. Ihrer Meinung nach sei es unter Umständen gefährlich, den Kampf mit ihnen aufzunehmen. Einer der vernommenen Bostenoffiziere gab zu, dem Kläger einmal gesagt zu haben, er möge doch die Die Liste der filbernen und bronzeuen Staatsmedaillen, Röter todtschießen. Ein anderer Beuge findet es unbegreiflich, welche vom Ministerium für die Ausstellung verliehen sind, wird wie Melzer sein Mausergewehr habe mit Schrot laden können, in den nächsten Tagen im Reichs- Anzeiger" veröffentlicht werden. und die Kommandantur des Forts erklärte es für pflichtwidrig, In der Germania" lesen wir: Man schreibt uns:" In Die Drucklegung der von der Ausstellung selbst verliehenen daß der Kläger sein Dienstgewehr zur Erschießung von Hunden Lehrerkreisen hat man die Beobachtung gemacht, daß die Vorliebe 1800 Ehrenzeugnisse ist vollendet, auch diese Liste wird im Reichs verwenden wollte. Sie beruft sich auf die Dienstvorschrift, die Dem Fortswächter liegt ob die Bes der Schuljugend für die Schun diiteratur in ständigem Anzeiger" schleunigst veröffentlicht werden.nomed folgendes vorschreibt: Wachsthum begriffen ist; nicht selten tommt es vor, daß ganze Der Magistrat bat beschlossen, den Verbleib des Riesenwachung des anvertrauten Wertes mit allem was darin ist. Backete von Schauerromanen und Indianergeschichten mit in die Fernrohrs im Treptower Bart vorbehaltlich jederzeitigen Bum Schuge feiner Person erhält der Wächter ein Gewehr Schule geschleppt werden. Durch diese, die Phantasie und die Widerrufs zu gestatten. Das Unerbieten der Gesellschaft zur und fünf Batronen. Von der Waffe darf er nur zur Vertheidigung gesammte Nerventhätigkeit eifrig lefender Kinder krankhaft Errichtung von Bolf3bädern, das auf der Ausstellung be- gegen thätliche Angriffe Gebrauch machen." Das Schiedsgericht billigte aufregende Lektüre wird nur zu oft die sehr mühevolle Arbeit findliche Brausebad nebst sämmtlichen Einrichtungen dem Magistrat Ausdruck gab, daß sich Melzer auf jeden Fall der Bewachung jedoch dem Kläger die Rente zu, indem es der Ueberzeugung der Schule an Charakter und Gemüth untergraben. Die 3 des ihm anvertrauten Zwischenwerts habe widmen wollen, als Eltern follten es sich angelegen sein laffen, besonders in den überlaffen, um es in eigenem Fortbetrieb zu nehmen, hat das Ausdruck gab, daß sich Melzer auf jeden Fall der Bewachung Magistratskollegium abgelehnt. Wintermonaten, wo der Trieb zum Lesen bei der Schuler verunglückte, und daß diese Absicht ihn zum Laden des entscheidend für die Frage, ob ihm die geforderte Rente auftehe. Gewehres bestimmt habe. Das Vorliegen dieser Absicht sei aber Wenn er ungeschickt verfuhr und dienstwidrig handelt, komme dies hier nicht in betracht. Das Reichs- Versicherungss amt, bei dem der Militärfiskus Returs einlegte, entschied in Wächters. jugend am meisten sich äußert, die Lektüre der Kinder genau zu der Zeit vom 1. Mai bis zum 15. Ottober insgesammt ca. zwei Auf dem Poftamt Gewerbe- Ausstellung gelangten in überwachen, um der Verrohung der Jugend vorzubeugen." Wir können uns dieser Mahnung nur anschließen, und haben Millionen einfache Briefe refp. Postkarten zur Beförderung. In der gleichfalls gewiffermaßen ergänzend schon am vorigen Sonntag felben Zeit wurden an den Schaltern des Poftamtes ca. 500 000 Fünfauf den verderblichen Einfluß hingewiesen, den Sudelwerke vom Pfennig- Marken verkauft. Die öffentliche Fernsprechstelle auf Schlage der frommen undert Höllengeschichten" diesem Amte wurde 13 000 Mal in Anspruch genommen( ausge- Uebereinstimmung mit dem Schiedsgericht au gunsten des auf das Gemüth der Jugend ausüben müssen. Ueber die Beschlossen ist hierbei die öffentliche Fernsprechstelle des Telephondeutung dieser Art Literatur hat die Germania" sich noch nicht amtes). Schließlich waren noch 18 000 Telegramme in den geäußert. Auch hat das fromme Blatt uns bedauerlicherweise 5 Monaten zu bewältigen. ohne Antwort gelassen, als wir es gelegentlich seiner Denunziation gegen das harmlose Baate'sche Märchenbuch fragten, welche verfittlichende Wirkung es sich davon verspreche, wenn Kinder den Abschnitt über Sodomiterei in dem kleinen Katechismus lesen, den fie in den hiesigen katholischen Gemeindeschulen bereits in den ersten Jahren in die Hand bekommen. " Höhere Webeschule. In dem Etat ist für die Tages: abtheilung eine Schülerzahl von 22 vorgesehen, dieselbe ist aber jetzt schon auf 32 angewachsen. Das Magistratskollegium hat daher beschloffen, da es nicht angängig ist, daß insbesondere für die praktischen lebungen mehr als 20 Schüler von einem Lehrer unterrichtet werden, die Anstellung eines Assistenten für die jetzigen Lehrer bei der Stadtverordneten- Versammlung zu beantragen. Die Königin Auguftaftraße, von der Regentenstraße bis zur Grenze der Grundstücke 39/40, sowie die Bendlerstraße, von der Königin Augustastraße bis zur Grenze der Grundstücke 31/32, werden wegen Ümpflasterung bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Vermischtes. Auf dem Terrain der Gewerbe- Ausstellung herrschte am gestrigen Vormittag ein überaus reges Leben und Treiben. des Rothesand- Leuchtthurms wurde gestern in Betrieb gefeßt. Aus Bremerhaven wird berichtet: Das elektrische Feuer Bereits am frühen Morgen fuhren zahlreiche Wagen vor, welche Die Prüfung, welche die Sachverständigen in der letzten Nacht auf Deffnung der Thore warteten, um Ausstellungsobjekte abzu holen, und um 8 Uhr war der Andrang speziell am Bortal VI pornahmen, ergab, wie es heißt, eine weitere Sichtbarkeit als so gewaltig, daß eine Verkehrsstockung entstand, welche erst durch das bisherige Petroleumfeuer. Die Zuführung des Stromes ge das energische Eingreifen der Bendarmerie nach einstündiger schieht durch Hochseetabel von Wangeroog. Seit Sonntag herrscht in Klagenfurt ein anhaltendes Thätigkeit beseitigt werden konnte. An der Haupttasse, auf der Regenwetter, wodurch ein rapides Steigen aller Flüsse verursacht Betriebs- und Plazinspektion hatten sich hunderte von Personen Regenwetter, wodurch ein rapides Steigen aller Flüffe verursacht eingefunden, um legte Bahlung für Playmiethe zu leisten resp. ist. Die Draubrücke bei Hollenburg ist gesperrt. Ein Theaterdirektor als Sensor. In Gießen erschien Ausfuhrscheine zu erlangen. In den Ausstellungshallen war ein folgender Anschlagszettel: Gießener Stadttheater. Heute Dienstag, großes Arbeiterheer thätig, die Ausstellungsobjekte zu verpackten, ben 18. Oftober 1896: Statt Gräfin Frigi"" Der Dornenweg". welche dann mittels Möbel, Roll, Geschäftswagen, Droschten Ursache der Repertoire- Aenderung: Un genügendes Lernen und Equipagen, ja in einem Fall fogar Leichenwagen aus der be3 Fräulein( folgt der volle Name). Ausstellung hinausbefördert wurden. Die Ausräumungsarbeiten des Fräulein( folgt der volle Name). müssen bis zum 20. d. M. beendet sein. Kunst und Willenschaft. willigte. Aus Karlsruhe wird zu der Säbelaffäre bes Lieutenants v. Brüsewiß, der den Mechaniker Stebmann infolge Für den Eintritt auf den Bauplah der Gewerbe- eines Wirthshausstreites erstochen hat, gemeldet, daß der Dffisier Die Sektion der Ausstellung berechtigen bis auf weiteres die sämmtlichen Aus- in Untersuchungshaft genommen worden ist. stellerkarten sowie Photographiekarten der Angestellten. Dauer- Leiche Siebmann's ergab, daß der Stoß durch die rechte Seite in farten aller Art, Ehrenkarten, ferner die alten Arbeiterkarten die Leber eingedrungen ist, die obere und hintere Magenwand, Die Fernsprech Vermittelungsaustalt ,, Moabit" wird sind seit dem heutigen Tage ungiltig. Es gelangt dafür eine das Zwerchfell, beide Nieren, das untere Ende der Zunge und die bei der nächsten Neuauflage des Theilnehmer- Verzeichnisses die neue Art Passirtarten zur Ausgabe linke Brustwand durchbohrt hat. Bezeichnung Vermittelungsanstalt II( Thurmstraße)" erhalten. Eine Feuersbrunst in Paris zerstörte die Gummis und Die bisherige Bezeichnung„ Moabit" beim Anruf wird indeß Kautschukwaarenfabrik von François. von den dienstlichen Stellen auch für die Folge angenommen Aus Bordeaug wird wolfenbruchartiger Regen mit Hagel. werden. Die beiden nach dem Ausstellungsplatz in Treptow geleiteten findet bekanntlich in seiner geistigen Umnachtung die Pflege seiner und empfindliche Kálte eingetreten. Auch in Paris herrscht Friedrich Nietzsche, der gestern sein 52. Lebensjahr erreichte, chlag gemeldet, der in den Weinbergen viel Schaden anrichtete. In St. Etienne, im Loire- Departement, ift Schnee gefallen Dmnibuslinien Alexanderplatz- Kairo und Schöneberg- greifen Mutter, der Pastorswittwe Nietzsche in Naumburg. Man seit einigen Tagen faltes, unfreundliches Wetter, wie man es im Treptow haben vorgestern Nacht ihren Betrieb eingestellt. Die Große berichtet über seinen Bustand:" Halbe Tage lang fitt er in seinem Oftober hier nicht gewöhnt ist. Hierunter leiden hauptsächlich Berliner Pferdebahn- Gesellschaft gedenkt noch bis zum 21. d. M. Lehnstuhl im Zimmer oder auf der mit wildem Wein dicht bewachsenen die zu den Barenfesten aus Afrika herübergekommenen Soldaten, den Verkehr nach der Ausstellung aufrecht zu erhalten. Veranda, den Blick unbeweglich nach einem Punkte gerichtet, unbekümmert um alles, was um ihn her vorgeht. Im vorigen Jahre die sich auch deshalb in ihre Heimath zurückfehnen, weil man ihnen für ihren Pariser Aufenthalt teine Solderhöhung be noch machte er oft Spazierfahrten mit seiner Mutter, jeßt ihnen für ihren Pariser Aufenthalt teine Solderhöhung be sind auch diese unmöglich geworden und die vier Wände seines Ueber die Folgen des Sturmes wird aus Oftende Zimmers sind seine Welt. Im großen und ganzen dauert dieser Bustand nun schon Jahre lang an, nur unterbrochen durch Augen- bedeutende Havarie. Für die Familien der Berunglückten werden Augen- berichtet: Es fehlen im Ganzen 64 Fischerbarken; 17 erlitten blicke, die man auch noch nicht einmal lichte" Augenblicke nennen Zum Attentat gegen den Polizei- Obersten Krause wird bedarf. Fast immer war es die Musif," selbst in der primitivsten öffentliche Sammlungen veranstaltet. Sturm au der italienischen Küste. Aus Trieft meldet man: richtet, daß der Vertheidiger der Frau Tapezier Westphal und Form, die ihn aus seinem dumpfen Brüten riß. Charakteristisch des Schuhmachers Weber jetzt den Antrag auf Haftentlaffung in dieser Beziehung ist ein Vorfall, der sich vor etwa vier Jahren Hier herrschte gestern ein furchtbarer Sirokko, das Meer ist über gestellt hat. Der Beschluß der Strafkammer steht noch aus. abspielte. Gines Abends im Dämmerschein war Nietzsche aus die Ufer getreten und abends waren alle dem Hafen nahe gelegenen Stadttheile überschwemmt. In Venedig hat das Unwetter Wegen der übrigen in Saft befindlichen Personen sind Anträge seiner Wohnung verschwunden, niemand wußte, wohin. Nach die ganze Stadt unter Wasser gesetzt. Die in den Lagunen be auf Entlassung nicht gestellt worden. längerem Suchen fand man ihn zwei Häuser von seiner Wohnung Verschüttet wurden Freitag früh, wie ein hiesiges Blatt entfernt auf der Straße stehen, wo er andächtig einem Arbeiter- findlichen Fahrzeuge schweben in größter Gefahr. Auf dem meldet, zwei Arbeiter auf dem Plaze zwischen der Neuen Friedrich- Quartett lauschte, das einem Geburtstag feiernden Kollegen ein Markusplay wird der Verkehr durch Kähne vermittelt. Der straße und dem Polizeipräsidium. Dort werden momentan die Ständchen brachte. Willenlos ließ er sich dann von seiner be- Lloydampfer kann den Hafen nicht erreichen. Das Anwachsen des Tiber dauerte infolge von Regengüssen Untergrundarbeiten für das neue Landgerichtsgebäude ausgeführt. sorgten Mutter nach Hause führen. Aeußerlich kräftig und fast Donnerstag fort; stromab außerhalb der Porta San Paolo trat Da der alte Königsgraben, welcher über diesen Platz führt, nicht blühend sieht Nietzsche auch heute noch aus, und doch empfindet Donnerstag fort; stromab außerhalb der Porta San Paolo trat abgesteift worden ist, so stürzte ein Theil der Uferböschung ein, der schwer geprüfte Mann zu Zeiten auch förperliche Schmerzen, der Fluß über die Ufer; die innere Stadt blieb unversehrt. Abends während zwei Arbeiter an derselben beschäftigt waren. Der un die ihn laut aufschreien machen; unzarte Naturen sagen:„ Das wurde das Wetter besser. verheirathete Arbeiter Riede büßte hierbei sein Leben ein, wäh- Wetter ändert sich, der Professor schreit." rend sein Kollege mit einigen leichten Verlegungen davontam. Gestorben ist nach langer Krankheit der Inspektor der städtischen Desinfektionsanstalt, Karl Waldow. Waldow arbeitete, der Bolts Zeitung" zufolge, ursprünglich als Tischlergeselle, war dann Hirsch Duncker'scher Wanderredner und erhielt vor einer Reihe von Jahren die städtische Anstellung. Er starb 60 Jahre alt. war. " S Soziale Rechtspflege. Erdbeben. Rom, 16. Oktober. Heute früh 7/4 Uhr wurde hier ein nur wenige Sekunden dauerndes Erdbeben verspürt. Auch in Porto Maurizio, in Savona und auf hoher See wurde das Erdbeben bemerkt. Athen, 15. Oktober. Gestern um Mitternacht wurde in Gargaliani und auf einer weiten Strece der Westküste des Peloponnes ein starkes Erdbeben verspürt. Schaden ist nicht angerichtet worden. Depeschen und lehte Nachrichten. Nach öffentlicher Bekanntmachung des Polizeipräsidenten ist die versuchsweise Einführung des Fahrpreis Anzeigers von Friedrich Kaniger zu Hamburg, Große Quer- Wegen Vergehens gegen das Kranken- VersicherungsAllee 4, in den öffentlichen Droschtenfuhrbetrieb von Berlin ge- gefeh wurde der Maurermeister Friedrich Wilhelm Walldorf nehmigt worden. am 18. Mai 1896 vom Landgericht Köln freigesprochen. Dem Nach Unterschlagung von 4000 M. ift der 17 jährige Angeklagten wurde zur Last gelegt, im Jahre 1895 es unterlassen Lehrling Eugen Jakobi verschwunden, der in dem Papierwaaren- 3 haben, drei Arbeitern Lohnabzüge zu machen und einem dritten Wien, 16. Oktober.( B. H.) Der Betrieb der Südbahn auf Engros Geschäft von Paul Pniower, Waldemarstr. 27, thätig war Lohnabzüge gemacht, dieselben aber der Orts- Krankenkasse vorenthalten zu haben. Der Betrag, den der Angeklagte der Strecke Silbian- Innichen mußte unterbrochen werden, weil Der Ausreißer, der mit dem Inkasso bei der Berliner insgesammt der Drts Krankenkasse schuldig geworden, das Pusterthal von großen Ueberschwemmungen heimgesucht Kundschaft betraut war, hat auf grund gefälschter Quittungen wurde von der Anklage auf 50 m. berechnet. Anderer worden ist. etwa 2000 m. eingezogen und einem zweiten Lehrling, der mit seits erbrachte aber Walldorf in der Hauptverhandlung Wien, 16. Oftober.( W. T. B.) Heute sind 600 Arbeiter der Absendung eines Geldbriefes von 2000 m. beauftragt war, den Beweis dafür, daß ihm in etwa 60 Fällen seitens der Orts- der ersten österreichischen Jutespinnerei in Simmering in den diesen abgenommen, um ihn angeblich selbst zur Post zu bringen. Strankenkasse zu viel Beiträge abgenommen worden seien. Er Ausftand getreten. Die der Vergiftung ihres Ehemanns angeklagte Frau hatte nämlich wiederholt Leute, die am Samstag bei ihm zu Triest, 16. Oktober.( B. H.) Das Unwetter hält noch an. Scheitner aus Rixdorf ist im Untersuchungs- Gefängniß in Moabit arbeiten aufhörten und am Montag bereits wieder anderswo Zahlreiche Gebäude find infolge der Unterspülung der Grundeintraten, erst am Montag abgemeldet. Seitens der Orts- mauern dem Einsturze nahe. Im Stadtbezirke Scorcola ist nach längerer Krankheit verstorben." Krankenkasse wurde nun irrthümlich angenommen, der Angeklagte ein Haus bereits eingestürzt; die Bewohner desselben retteten sich habe die Leute auch noch den Montag über beschäftigt, und in noch rechtzeitig durch die Flucht. In der Umgegend von Konsequenz davon wurden die darauf entfallenden Beträge auch Gradiska und einem Theile von Friaul herrschen große Uebernoch von ihm eingezogen. In der Hauptverhandlung rechnete der schwemmungen. Die Flüsse Isonza und Forre sind aus ihren Angeklagte seine späteren Verpflichtungen gegen die Ortsfranken- Ufern getreten. Das Hochwasser der Versa hat viele Gemeinden taffe gegenüber dem früher von ihm entrichteten Zuviel auf, überschwemmt. Wenn der Regen noch länger anhält, wird der die dort untergebrachte 66jährige Wittwe Albertine B. aus dem was ihm von dem Gerichtshofe auch zugebilligt wurde. Gegen| Schaden unberechenbar sein. Der nach Unterschlagung von 70 000 m. flüchtige Buch halter der Berliner Diskontogesellschaft Albert Nehre ist am Donnerstag in Neu- Strelit verhaftet worden. Aus dem Polizeibericht vom 16. Oktober. Im Elifabeth- Krankenhaufe, Eberswalderstr. 17/18, stürzte sich morgens Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Berlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 244. stand Parteitag Sonnabend, den 17. Oktober 1896. 13. Jahrg. der sozialdemokratischen Partei sehung. Nicht die Individualität, sondern das Geld entscheidet Ausbeutung, so haben die Kapitalisten die Möglichkeit Deutschlands. Fünfter Verhandlungstag. Gotha, Freitag, den 16. Dktober. Vormittagssigung. 94 Uhr. Den Vorsitz führt Singer. Eine Reihe Begrüßungsschreiben und Telegramme sind ein gelaufen. Ein Telegramm meldet den Sieg der Partei bei der Landtagswahl in Offenbach a. M.( Beifall.) Es wird in die Tagesordnung eingetreten. Zur Verhandlung gelangt Punkt 9 Frauenagitation. Gleichzeitig zur Debatte gestellt werden die Anträge 40, 60, 61 und 110, die sämmtlich genügende Unterstüßung finden. 40. Parteigenoffen des Kreises Mayen, Ahrweiler und Kochem, Daun Bell: Es soll eine durchaus gemein verständlich und volksthümlich gehaltene Frauenzeitung gegründet und von unseren Tagesblättern gegen eine Erhöhung des Abonnementspreises von 5. Pf. pro Monat als Sonntagsbeilage gebracht werden. 61. Parteigenoffen des 6. Berliner Wahlkreises: Da in den meisten Staaten Deutschlands die Vereinsgefeße es nicht gestatten, daß Frauen resp. Genossinnen sich aktiv an der politischen Bewegung betheiligen, so empfiehlt der Parteitag den Genofsinnen, sich mehr als bisher an der gewerkschaftlichen Agitation zu bethätigen und den bestehenden Organisationen als Mitglieder beizutreten. 110. Der Parteitag empfiehlt den Genossen: In allen Orten, wo es zu ermöglichen, in öffentlichen Versammlungen die Wahl von weiblichen Vertrauenspersonen vorzunehmen. Die Aufgabe dieser Vertrauenspersonen ist: Aufklärung unter den proletarischen Frauen in politischer und gewerkschaftlicher Hinsicht, Erziehung zum und Stärkung des Klassenbewußtseins zu schaffen und eine diesen Aufgaben entsprechende planmäßige Agitation zu betreiben. um wie ist die Familie der oberen Zehntausend beschaffen, in der sie eine billige Arbeitskraft war und vor allen Dingen eine nur in den seltensten Fällen die Frau dem Manne rechtlich unterworfen ist. Schon bei ihrer willige Arbeitskraft, die Stachel der kapitalistischen Gründung entbehrt eine solche Familie der fittlichen Voraus wagte zu löcken wider den der über ihre Schließung. Da heißt es: Was das Kapital zusammen- vervielfältigt, die industrielle Frauenarbeit in tönnen. Die Frau des fügt, das soll eine sentimentale Moral nicht scheiden.( Bravo.) höchsten Stufe anwenden zu So gelten in der Heirathsmoral zwei Prostitutionen für eine Proletariers hat infolge dessen ihre wirthschaftliche SelbständigTugend. Dem entspricht auch die Art und Weise des Familien- feit errungen, aber wahrhaftig! sie hat sie theuer erkauft und lebens. Da, wo die Frau nicht mehr zur Pflichtleistung ge- hat praktisch für den Augenblick nichts dabei gewonnen. Wenn denken zwungen ist, wälzt sie ihre Pflichten als Gattin, Mutter und im Zeitalter der Familie der Mann das Recht hatte Hausfrau auf bezahltes Miethspersonal ab. Wenn die Frauen Sie an das turbayerische Recht gelegentlich mäßig die Frau fener Kreise den Wunsch hegen, ihrem Leben einen ernsten In mit der Peitsche zu züchtigen, so züchtigt fie der Kapitalismus halt zu geben, so müssen sie zunächst die Forderung der selbst jetzt mit Storpionen. Damals wurde die Herrschaft des Mannes ständigen freien Verfügung über ihr Eigenthum erheben. Diese über die Frau gemildert durch die persönlichen Beziehungen, zwischen Forderung steht deshalb im Mittelpunkt der Forderungen, welche Arbeiter und Unternehmer aber giebt es jetzt nur ein Waarens die Frauenbewegung der oberen Zehntausend erhebt. Die Frauen verhältniß. Die Frau des Proletariats hat ihre wissenschaftliche der oberen Behntausend kämpfen für die Verwirklichung dieser Selbständigkeit erlangt, aber weder als Mensch, noch als Frau, Forderung gegen die Männerwelt ihrer Klasse genau den näm noch als Gattin hat sie die Möglichkeit, ihre Individualität voll lichen Rampf, den die Bourgeoisie gegen alle bevorrechtigten ausleben zu können. Für ihre Aufgabe als Gattin, als Mutter Stände gekämpft hat, einen Kampf um die Beseitigung aller bleiben ihr nur die Brosamen, die die kapitalistische Produktion sozialen Unterschiede, welche auf dem Vermögensbesig begründet ihr von ihrem Tische fallen läßt. Deshalb tann der Befreiungskampf der proletarischen Frau find. Daß es sich bei der Verwirklichung dieser Forderung nicht um die Rechte der Person handelt, beweist das Eintreten des nicht ein Kampf sein wie der der bürgerlichen Frau gegen den Herin v. Stumm im Reichstage dafür. Wann wäre Herr Mann ihrer Klaffe; umgekehrt, es ist der Kampf mit dem Mann 60. Barteigenoffen des Kreises Delisch- Bitter. Stumm je eingetreten für die Rechte einer Person? Dieser ihrer Klasse gegen die Kapitalistentlaffe. Sie braucht nicht darum feld: Der Parteitag möge Mittel und Wege finden, um Frauen Nann bedeutet in Deutschland mehr als eine Persönlichkeit, er zu fämpfen, gegen die Männer ihrer Klasse die Schranken organisationen ins Leben zu rufen. ist das Fleisch und Blut gewordene Kapital( Sehr richtig!) und niederzureißen, die ihr bezüglich der freien Konkurrenz gezogen wenn er im billigen Mummenschanz eines Freundes der Frauen- sind. Das Ausbeutungsbedürfniß des Kapitals und die Ent rechte aufgetreten ist, so geschah es, weil er gezwungen war, vor wickelung der modernen Produktionsweise nahm ihr diesen Kampf der Bundeslade des Kapitals zu tanzen. Derselbe Herr v. Stumm vollkommen ab. ist ja jederzeit bereit, seinen Arbeitern den Brotkorb höher zu hängen, Umgekehrt, es gilt, neue Schranken zu errichten gegen die sobald sie nicht nach seiner Pfeife tanzen, und er würde es mit Ausbeutung der proletarischen Frau, die Schranken, die ihr Das Endziel wohlgefälligem Schmunzeln begrüßen, wenn der Staat als Arbeit ihre Rechte als Gattin, als Mutter wiedergeben. geber die Professoren und Doktoren, die es wagen, in Sozialpolitit ihres Rampfes ist nicht die freie Ronkurrenz mit dem Manne, zu machen, den Brotkorb etwas höher hängt. Herr v. Stumm sondern die Herbeiführung der politischen Herrschaft des Proerstrebt nicht anderes, als eine Art Fideikommiffe für das beweg letariats. Hand in Hand mit dem Manne ihrer Klasse kämpft liche Vermögen und mit weiblicher Erbfolge, denn es giebt auch die proletarische Frau gegen die kapitalistische Gesellschaft. Väter, die Vermögen erworben haben, aber in der Wahl ihrer Allerdings stimmt sie auch den Forderungen der bürgerlichen Kinder nicht vorsichtig gewesen sind und nur Töchter als Erben Frauenbewegung zu. Aber sie betrachtet die Erfüllung dieser haben. Das Kapital heiligt auch die niedere Weiblichkeit und Forderung nur als Mittel zum Zweck, damit sie gleich ausgestattet befähigt sie, über ihr Vermögen verfügen zu können. Es ist das an Waffen mit dem Proletarier in den Kampf ziehen kann. die letzte Stufe der Emanzipation des Privateigenthums. Die bürgerliche Gesellschaft steht den Forderungen der bürger Berichterstatterin Frau 3ettin Stuttgart: Durch die Wie zeigt sich nun die Frauenfrage in den kleinbürgerlichen lichen Frauenbewegung nicht grundsäßlich ablehnend gegenüber, Forschungen von Bachofen, Morgan und anderen scheint es er- und mittelbürgerlichen Kreisen und innerhalb der bürgerlichen das beweisen die Reformen, die auf dem Gebiet des Privat- wie wiesen, daß die soziale Unterdrückung der Frau mit der Ent- Intelligenz? Hier ist es nicht der Besik, welcher die Familie des öffentlichen Rechtes in verschiedenen Staaten schon zu gunsten stehung des Privateigenthums zusammenfällt. Der Gegensaz auflöst, hier sind es wesentlich die Begleiterscheinungen der der Frau eingeführt sind. Wenn es in Deutschland so besonders innerhalb der Familie zwischen dem Mann als Besitzer und der fapitalistischen Produktion. In dem Maße, wie diese ihren langsam mit diefen Reformen geht, so liegt die Ursache einmal Frau als Nichtbefizerin wurde die Grundlage für die wirthschaft Triumphmarsch vollzieht, wird das mittlere und das fleine in dem wirthschaftlichen Ronkurrenzkampf in den liberalen Berufen, liche Abhängigkeit und die soziale Rechtlosigkeit des weiblichen Bürgerthum mehr und mehr zu grunde gerichtet. Innerhalb der den die Männer fürchten, zumal es sicher ist, daß die KopfGeschlechts. In dieser sozialen Rechtlosigkeit liegt nach Engels bürgerlichen Intelligenz führt wieder ein anderer Umstand zur arbeiter immer mehr ins Lager der Sozialdemokratie abrücken, schwächlichen eine der ersten und ältesten Formen der Klaffenherrschaft, er Verschlechterung der Lebensbedingungen: Das Kapital bedarf der und zweitens in der sehr langsamen und fagt: In der Familie ist der Mann der Bourgeois, die Frau intelligenten und wissenschaftlich geschulten Arbeitskräfte, es hat Entwickelung der bürgerlichen Demokratie in Deutschs bagegen repräsentirt das Proletariat." Trotzdem fonnte von deshalb eine Ueberproduktion an Proletariern der Kopf land die unter dem Banne der Klassenfurcht vor dem einer Frauenfrage im modernen Sinne des Wortes nicht die Rede arbeit begünstigt und dazu beigetragen, daß die frühere angesehene Proletariat ihrer historischen Aufgabe nicht gerecht wird. fein, erst die tapitalistische Produktionsweise hat gesellschaftliche und einträgliche gesellschaftliche Stellung der Angehörigen libe- Sie fürchtet, daß die Durchführung solcher Reformen Umwälzungen gezeitigt, welche die moderne Frauenfrage ent- raler Berufe mehr und mehr schwindet. In demfelben Maße nur der Sozialdemokratie Vortheil bringt. Je weniger eine stehen ließ, sie schlug die alte Familienwirthschaft in Trümmer, nimmt aber die Zahl der Eheschließungen immer mehr ab, denn bürgerliche Demokratie sich hypnotifiren läßt von dieser Furcht, die in der vorkapitalistischen Zeit der großen Masse der Frauen- während auf der einen Seite die materiellen Grundlagen ver- desto bereiter ist sie zu Reformen. Das sehen wir an England. welt Lebensunterhalt und Lebensinhalt gewährt hatte. Wir schlechtert sind, steigen auf der anderen Seite die Ansprüche des England ist das einzige Land, das noch eine wirklich kraftvolle dürfen freilich auf die alte hauswirthschaftliche Thätig- einzelnen an das Leben, und da überlegt es sich der Mann jener Bourgeoisie befißt, während die deutsche Bourgeoisie in schlotternder teit der Frauen nicht jene Begriffe übertragen, die Kreise selbstverständlich zweimal und dreimal, ehe er sich sur Ehe Furcht vor dem Proletariate darauf verzichtet, auf politischem wir mit der Thätigkeit der Frau in unferer Beit entschließt. Die Altersgrenze für die Gründung einer eigenen und sozialem Gebiete zu reformiren. Dazu tritt für Deutschland verbinden, den Begriff des Nichtigen und Kleinlichen. Familie wird immer höher hinaufgeschraubt, und der Mann wird noch die weit verbreitete spießbürgerliche Auffassung; der So lange die alte Familie noch bestand, fand die Frau in der um so weniger zur Ehefchließung gedrängt, als in unserer Zeit Philifterzopf des Vorurtheils hängt bem deutschen Bürger felben einen Lebensinhalt durch produktive Thätigkeit und daher genug gesellschaftliche Einrichtungen dem Hagestolz ein behagliches thum schwer im Nacken. Gewiß ist die Furcht tam ihr ihre foziale Rechtlosigkeit nicht zum Bewußtsein, wenn Leben, auch ohne legitime Frau, ermöglichen. Die fapitalistische der bürgerlichen Demokratie sehr turssichtig. Wird den auch der Entwickelung ihrer Individualität enge Schranken ge Ausbeutung der proletarischen Arbeitskraft sorgt schon durch Hunger- Frauen die politische Gleichberechtigung gewährt, so zogen waren. Die Zeit der Renaissance ist die Sturm und löhne dafür, daß ein großes Angebot von Luftdirnen der Nachfrage wird an den thatsächlichen Machtverhältnissen nichts geändert. Drangperiode des Erwachens der modernen Judividualität, die nach denselben seitens der Männerwelt entspricht. So nimmt Die proletarische Frau geht ins Lager des Proletariats, die sich nach den verschiedensten Richtungen voll und ganz ausleben die Zahl der unverheiratheten Frauen in mittelbürgerlichen Kreisen bürgerliche ins Lager des Bürgerthums. Wir dürfen uns nicht treten uns Individualitäten entgegen, riesen- immer mehr zu. Die Frauen und Töchter jener Kreise werden täuschen lassen durch sozialistische Anläufe der bürgerlichen groß im Guten und Bösen, die die Satzungen von Religion und in die Gesellschaft hinausgestoßen, um sich eine Existenz zu gründen, Frauenbewegung, die nur so lange auftreten, als sich die bürgerMoral mit Füßen traten und Simmel und Hölle in gleicher die ihnen nicht nur Brot verschafft, sondern auch ihren Geist zu lichen Frauen als Unterdrückte fühlen. Weise verachteten; wir finden Frauen als Mittelpunkt des gesell- befriedigen vermag. In diesen Kreisen ist die Frau dem Manne Je weniger nun die bürgerliche Demokratie ihre Aufgabe schaftlichen, bes künstlerischen, des politischen Lebens. Und troß nicht gleichberechtigt als Besitzerin von Privatvermögen, wie in begreift, desto mehr ist es Sache der Sozialdemokratie, für die dem nicht die Spur einer Frauenbewegung. Das ist um so den höheren Kreisen, auch nicht gleichberechtigt als Proletarierin, politische Gleichberechtigung der Frau einzutreten. Wir wollen charakteristischer, als zu jener Zeit die alte Familienwirthschaft wie in den Proletarierkreisen, die Frau jener Kreise muß viel uns nicht besser machen, als wir sind. Nicht um die schönen zu zerbrödeln anfing unter dem Einfluß der Arbeitstheilung. mehr ihre wirthschaftliche Gleichstellung mit dem Mann erst er: Augen eines Prinzips stellen wir diese Forderung auf, Tausende und Tausende von Frauen fanden ihren Lebens- tämpfen, und sie kann das nur durch zwei Forderungen, durch sondern im Klasseninteresse des Proletariats. Je mehr die Frauens unterhalt und Inhalt nicht mehr in der Familie. Aber diese die Forderung auf gleiche Berufsbildung und durch die Forde arbeit ihren verhängnißvollen Einfluß auf die Lebenshaltung der Frauenfrage, foweit davon die Rede sein tonnte, wurde damals rung auf gleiche Berufsthätigkeit für beide Geschlechter. Dies be- Männer ausübt, desto brennender wird die Nothwendigkeit, fie Soviel wie möglich gelöst durch Klöster, Stifte und Ordens deutet wirthschaftlich nichts anderes als die Verwirklichung der Ge- in den wirthschaftlichen Kampf einzubeziehen. gesellschaften. Die Maschinen, die moderne Produktionsweise grub werbefreiheit und die freie Konkurrenz zwischen Mann und Fran politische Kampf eingreift in die Existenz jedes einzelnen, defto dann aber nach und nach der eigenen Produktion im Haushalt den Die Verwirklichung dieser Forderung entfesselt einen Intereffen- dringender wird die Nothwendigkeit, daß auch die Frau theilBoden ab, und nicht für Tausende, sondern für Millionen von gegensatz zwischen den Frauen und Männern des Mittelbürger- nimmt am politischen Kampfe. Das Sozialistengesetz bat taus Frauen entstand nun die Frage: wo nehmen wir den Lebens- thums und der Intelligenz. Die Konkurrenz der Frauen in den senden von Frauen erst flar gemacht, was die Worte Klassenunterhalt her, wo finden wir einen ernsten Lebensinhalt, eine liberalen Berufen ist die treibende Kraft für den Widerstand der recht, Klassenstaat und Klassenherrschaft bedeuten, hat tausende Bethätigung auch nach der gemüthlichen Seite. Millionen Männer gegen die Forderungen der bürgerlichen Frauenrecht von Frauen erst das Bedürfniß gelehrt, sich über die Macht aufwerden jegt darauf verwiesen, Lebensunterhalt und Lebensinhalt lerinnen. Es ist die reine Konkurrenzfurcht; alle sonstigen Gründe, zuklären, die so brutal in das Familienleben eingriff. draußen in der Gesellschaft zu finden. Da wird ihnen bewußt, daß die gegen die geistige Frauenarbeit geltend gemacht werden, das Sozialistengesetz hat eine Arbeit geleistet, die hunderte von die soziale Rechtlosigkeit sich der Wahrung ihrer Interessen ent- fleinere Gehirn der Frau, ihr angeblicher natürlicher Beruf als Agitatorinnen nicht zu leisten im ftande gewesen wären und wir gegenstellt, und von dem Augenblicke an ist die moderne Frauen- Mutter sind nur Vorwände. Dieser Konkurrenzkampf drängt die sind dem Vater des Sozialistengefeßes, sowie allen Staatsorganen, frage da. In welcher Weise die moderne Produktionsweise arbeitet, die Frau dieser Schichten dazu, politische Rechte zu verlangen, damit die an seiner Durchführung betheiligt waren, vom Minister bis Frauenfrage weiter zu verschärfen, dafür einige Zahlen. 1882 zählte fie im politischen Kampfe alle Schranken niederreißen kann, die zum Schußmann herab, aufrichtig dankbar für ihre unfreiwillige man in Deutschland auf 28 Millionen Frauen 51/2 Millionen, ihrer wirthschaftlichen Bethätigung noch entgegenstehen. agitatorische Thätigkeit. Und da wirft man uns Sozialdemo die erwerbsthätig waren; d. h. fast ein Viertel der weiblichen Ich habe hiermit nur das ursprüngliche rein wirthschaftliche traten Undankbarkeit vor.( Heiterkeit.) 2evölkerung fonnte ihren Lebensunterhalt nicht mehr in der Moment gezeichnet. Wir würden der bürgerlichen Frauenbewegung. Noch ein anderes Ereigniß ist in betracht zu ziehen. Ich Familie finden. Nach der Volkszählung von 1895 hat in der Unrecht thun, wenn wir sie nur auf rein wirthschaftliche Motive meine das Erscheinen von August Bebel's Buch Die Frau und Landwirthschaft im weiteften Sinne die Zahl der erwerbsthätigen zurückführen wollten. Nein sie hat auch eine tiefernfte geistige der Sozialismus". Es darf nicht nach seinen Borzügen oder Frauen feit 1882 um mehr als 8 pet. zugenommen, in der und sittliche Seite. Die bürgerliche Frau verlangt nicht nur ihr Mängeln bewerthet werden, es muß beurtheilt werden Landwirthschaft im engeren Sinne gleichfalls um 8 pCt., eigenes Brot sondern sie will sich auch geistig ausleben und ihre nach der Zeit, in der es erschien. Und da war es während gleichzeitig die Zahl der erwerbsthätigen Männer Individualität entfalten. Grade in diesen Schichten finden wir mehr als ein Buch, es war ein Ereigniß, eine That. um 2 bezw. 4 pet. abgenommen hat. Auf dem Gebiet der jene tragischen, psychologisch interessanten Norageftalten, wo die( Sehr richtig.) Zum ersten Male wurde darin den Genossen Industrie und des Bergbaus haben die erwerbsthätigen Frau es müde ist, als Puppe im Puppenheim zu leben, wo sie flar gelegt, in welchem Zusammenhange die Frauenfrage mit Frauen um 85 pet. zugenommen, die Männer nur um theilnehmen will an der Weiterentwidelung der modernen Kultur; der geschichtlichen Entwickelung steht, zum ersten Male ertönte 8 pet.; im Handel die Zahl der Frauen fogar um und sowohl nach der wirthschaflichen als nach der geistig fitt- aus diesem Buche der Ruf: Wir können die Zukunft nur mehr als 94 pct., die der Männer nur um 38 pet. Diese lichen Seite hin sind die Bestrebungen der bürgerlichen Frauen- erobern, wenn wir die Frauen als Mitkämpferinnen gewinnen. trockenen Zahlen sprechen weit beredter von der Dringlichkeit der rechtlerinnen vollständig berechtigt. Für die proletarische Frau Wenn ich das anerkenne, so spreche ich nicht als Frau sondern Lösung der Frauenfrage, als wie es überschwängliche Deklamationen ist es das Ausbeutungsbedürfniß des Kapitals, unaufhörlich als Parteigenoffin. thun könnten. Rundschau zu halten nach den billigsten Arbeitskräften, das die Welch praktische Schlußfolgerungen haben wir nun für Aber die Frauenfrage ist nur innerhalb jener Klaffen der Frauenfrage geschaffen hat. Dieses Ausbeutungsbedürfniß hat unsere Agitation unter den Frauen zu ziehen? Es kann nicht Gesellschaft vorhanden, welche selbst Produkte der kapitalistischen eine reattionäre, aber auch eine revolutionäre Seite: indem es die Aufgabe des Parteitages sein, ins einzelne gehende praktische Produktionsweise sind. Wir finden deshalb keine Frauenfrage in die Gesellschaft umwandelt aus einer Gesellschaft von Arbeitsbienen Vorschläge zu machen, sondern nur die allgemeine Richtungslinie den Kreisen der Bauernschaft mit ihrer, wenn auch schon start und Arbeitsdrohnen in eine Gesellschaft von lauter Arbeitern. Dadurch für die proletarische Frauenbewegung zu ziehen. eingeschränkten und durchlöcherten Naturalwirthschaft. Wohl ist auch die Frau des Proletariats einbezogen in den Mechanismus Und da muß der leitende Gedanke sein: Wir haben nicht aber finden wir eine Frauenfrage innerhalb derjenigen Klaffen des wirthschaftlichen Lebens unserer Zeit, ist sie in die Werkstatt, spezielle Frauenagitation, sondern sozialistische Agitation unter den der Gesellschaft, die die eigensten Kinder der modernen Pro- an die Maschine getrieben worden. Sie ist herabgestiegen in das Frauen zu treiben. Nicht die kleinlichen Augenblicksinteressen der duktionsweise sind. Es giebt eine Frauenfrage für die Frauen wirthschaftliche Leben, um dem Manne einige Hilfe im Erwerb Frauenwelt dürfen wir in den Vordergrund stellen, unsere Aufdes Proletariats, des Mittelbürgerthums und der Intelligenz zu bringen, und die tapitalistische Produktionsweise verwandelte gabe muß sein, die moderne Proletarierin in den Klaffentampf und der oberen Zehntausend; je nach der Klassenlage dieser fie in eine Schmutzkonkurrentin; sie wollte Wohlstand in die einzureihen.( Sehr wahr.) Wir haben für die Agitation unter Schichten nimmt sie eine andere Gestalt an. Wie ist die Frauen Familie bringen, und als Folge zog eine größere Noth in die den Frauen keine Sonderaufgaben. Soweit für die Frauen frage bei den Frauen der oberen Zehntausend gestaltet? Die proletarische Familie ein; die Proletarierfrau wurde selbstthätig innerhalb der heutigen Gesellschaft Reformen durchzusehen sind, Frau der oberen Behntausend kann vermöge ihres Besizes erwerbend, weil sie ihren Kindern das Leben sonniger und freund werden sie in dem Minimumprogramm unserer Partei bereits ge ihre Individualität frei entfalten, sie kann leben, wie es ihren licher gestalten wollte, und sie wurde ihren Kindern zum großen Theil fordert. Neigungen entspricht. Als Ehefrau aber ist sie noch immer vom entriffen. Sie wurde dem Mann als Arbeitskraft vollständig Die Frauenagitation muß anknüpfen an alle jene Fragen, Manne abhängig. Die Geschlechtsvormundschaft früherer Beiten gleich: Die Maschine machte die Muskelkraft überflüffig, und die von dringender Wichtigkeit für die allgemeine Bewegung hat sich als Ueberbleibsel hinübergerettet ins Familienrecht, wo überall konnte die Frauenarbeit sich mit den gleichen Ergebniffen des Proletariats find. Ist es doch die Hauptaufgabe, noch immer der Sag gilt: Und er soll dein Herr sein. Und für die Produktion bethätigen wie die Männerarbeit. Und dain der Frau das Klaffenbewußtsein wach zurütteln und sie in den tann. " Das " Klaffenkampf einzubeziehen. Die gewerkschaftliche Organisation ausgenommen die kräftige Broschüre der Frau Popp, feine mit den Männern Schulter an Schulter zu kämpfen haben, so der Arbeiterinnen ist äußerst erschwert. In den Jahren 92 bis einzige, die den Anforderungen genügt. Auch unsere Tagespresse wird es um unsere Sache beffer stehen. Wenn die Frau erst 95 betrug die Bahl der in Zentralverbänden organisirten muß mehr als bisher thun. Einige Tageszeitungen haben ja ihre Klaffenlage begriffen hat, wird sie den Keim des Sozialis. Arbeiterinnen gegen 7000. Rechnen wir noch die in Lokalvereinen den Versuch gemacht, durch die Ausgabe einer besonderen Frauen- mus schon in die Herzen der Kinder legen und fo für uns organisirten Arbeiterinnen hinzu und vergleichen wir dann hier post die Frauen aufzuklären; die Magdeburger Volksstimme" agitiren. Graßhold Berlin: Ich empfehle Ihnen dringend die mit die Thatsache, daß allein 700 000 Arbeiterinnen in der Groß- ist mit gutem Beispiel vorangegangen, und Genosse Goldstein in industrie thätig sind, so gewinnen wir ein Bild von der großen Zwickau ist mit Geschick und Erfolg in diefen Bahnen weiter Annahme des Berliner Antrages, der den Frauen den Anschluß Arbeit, die wir hier noch zu leisten haben. Erschwert wird uns gegangen. Aber bisher hat die Tagespresse sich angelegen sein an gewertschaftliche Organisationen empfiehlt. Der Antrag, der als diese Arbeit dadurch, daß viele Frauen in der Hausindustrie thätig laffen, vor allem die proletarische Frau als Abonnentin zu die Wahl von Vertrauenspersonen will, fann nach den Erfahund deshalb schwer heranzuziehen find. Dann haben wir auch gewinnen, man hat ihrer Unaufgeklärtheit, ihrem schlechten, un- rungen im Prozeß Auer gefährlich werden, die Vertrauensleute tönnten als Verein erklärt werden, und deshalb muß man vornoch mit der weitverbreiteten Anschauung der jungen Mädchen gebildeten Geschmack geschmeichelt, statt sie aufzuklären. zu kämpfen, daß die industrielle Thätigkeit für sie vorüber- Ich wiederhole, das sind nur Anregungen, die ich Ihrer sichtig sein. Frau Eichhorn Dresden: Die Frauenbewegung konnte Bielen Frauen Begutachtung unterbreite. Die Frauenagitation ist schwer, ist gehend ist und mit der Ehe aufhört. erwächst die doppelte Pflicht, sie müssen in der Fabrik mühsam, erfordert große Hingabe und große Opfer, aber diese bisher noch nicht mehr erreichen, weil wir es mit zwei Gegnern und in der Familie thätig sein. Um so nothwendiger ist Opfer werden belohnt werden und müssen gebracht werden. zu thun haben, mit den Männern und mit dem Kapital. für die Arbeiterinnen die Festsetzung eines gesetzlichen Arbeits- Denn wie das Proletariat seine Befreiung nur erlangen kann, Ein Anschluß an die bürgerliche Frauenbewegung hat keinen denn diese Frauen würden uns doch nur tages. Während in England alle darin übereinstimmen, daß die wenn es zusammenkämpft ohne Unterschied der Nationalität, 3wed, Beseitigung der Hausindustrie, die Festsetzung eines gefeßlichen ohne Unterschied des Berufes, so kann es feine Befreiung auch ins Schlepptau nehmen, solange wir ihrem Gedantengang Arbeitstages und die Herbeiführung höherer Löhne von der nur erlangen, wenn es zusammensteht ohne Unterschied des Ge- folgen, dann aber sofort umschwenken. Die Gründung einer größten Bedeutung sind, um die Arbeiterin gewerkschaftlich zu schlechts. Die Einbeziehung der großen Masse der proletarischen eigenen Frauenzeitung hat keinen Zweck, die„ Gleichheit" ist vollorganisiren, fommt in Deutschland noch die Handhabung unserer Frauen in den Befreiungskampf des Proletariats ist eine der kommen ausreichend; ich bitte Sie, diesen Antrag abzulehnen, Vereins und Versammlungsgefeße dazu. Die volle Koalitions- Borbedingungen für den Sieg der sozialistischen Idee, für den obgleich das für uns in Sachsen nicht nöthig ist, da wir ja dort freiheit, die von rechts her die Reichsgesetzgebung den Arbeite Ausbau der sozialistischen Gesellschaft. politischen Versammlungen beiwohnen können. Ganz unaunehm rinnen gewährleistet, wird von links her durch landes Erst die sozialistische Gesellschaft löst den Konflikt, der bar ist der Antrag, auf die Tagesordnung des nächsten Parteigefeßliche Bestimmungen einzelner Bundesstaaten illusorisch heutigen Tags gezeitigt wird durch die Berufsthätigkeit der tages ein Referat über Arbeiterinnen- Organisationen zn segen, gemacht. Darauf, wie in Sachsen das Vereinsrecht, Frau. Wenn die Familie als wirthschaftliche Einheit ver- denn eine einheitliche Organisation ist doch nicht möglich. Mit soweit man dort überhaupt von einem Recht sprechen schwindet und an ihre Stelle die Familie als sittliche der Resolution Zetkin bin ich einverstanden, nur bitte ich unter tritt, wird als fann, gehandhabt wird, will ich nicht hinweisen, aber in den Einheit die Frau gleichberechtigte, Punkt 7 auch eine träftige Agitation gegen die Gesinde Flugblätter, wie sie die Referentin zwei größten Bundesstaaten, in Bayern und Preußen, werden gleich schaffende und gleich strebende, mit dem Manne Ordnung einzuschalten. die Vereinsgesehen so gehandhabt, daß den Frauen die Theil vorwärtsschreitende Gefährtin ihre Individualität als Mensch vorschlägt, halte ich für wünschenswerth, aber wir können die nahme an gewerkschaftlichen Organisationen mehr und mehr zur zusammen ausleben, gleichzeitig aber auch ihre Aufgabe als Gattin Parteikasse nicht mit den Kosten belasten. Auch die einzelnen Unmöglichkeit wird. In Preußen hat in neuefter Zeit besonders und Mutter im höchsten Maße erfüllen fönnen. In der Gefell. Städte sollten zur Deckung der Unkosten beitragen. Es würde der Regierungsbezirk des ewigen liberalen Ministerkandidaten schaft des Neuhellenismus wird es ihr auch möglich sein, ihre sich ferner empfehlen, wenn die Parteiblätter von Zeit zu Zeit Herrn von Bennigsen in der Auslegung des Vereins- und Individualität zu einem harmonischen Kunstganzen zu gestalten, Leitartifel bringen, die sich mit der Frauenfrage befchäftigen. Singer macht darauf aufmerksam, daß der Antrag, anf Versammlungsrechts das menschenmögliche geleistet. In Bayern ihr Leben zu einem Kunstwerke zu gestalten; und diese Gesellsind die Frauen von allen öffentlichen Versammlungen aus- schaft wird sich auf dem ganzen Erdball gestalten, sie wird sich die Tagesordnung des nächsten Parteitages ein Referat über geschlossen. Erklärte doch Herr von Feiligsch in der Kammer nicht aufbauen auf der Sklaverei von Menschen; sie hat zur Arbeiterinnen Organisationen zu setzen, nicht mit zur Debatte ganz offen, daß bei der Handhabung des Vereinsgefeßes Borausseßung die Sllaverei von Stahl und Eisen, die Leistungen steht. nicht nur der Wortlaut in betracht kommt, sondern der von der menschlichen Erkenntniß gebändigten Naturkraft auch die Absicht des Gesetzgebers, und Herr von Feilißsch Und die Sozialdemokraten schreiten vorwärts; aber erst wenn befindet sich in der glücklichen Lage, genau zu wissen, welche Ab die Masse der Frauen zu Ihnen hält, können Sie sagen: Mit ficht die Gesetzgeber gehabt haben, die lange gestorben sind, ehe uns das Volt, mit uns der Sieg!( Stürmischer Beifall und sich Bayern das Glück träumen ließ, eines Tages Herrn Händeklatschen.) v. Feilißsch seinen Polizeiminifter nennen zu dürfen. Das Singer: Es ist ein Antrag eingegangen: Der Partei wundert mich nicht, denn wem Gott ein Amt giebt, dem giebt tag wolle beschließen, die Rede der Frau Zetkin wird gedruckt er auch Verstand, und in unserem Zeitalter des Spiritismus hat und als Broschüre unentgeltlich verbreitet." Dieser Antrag ist eben Herr v. Feilißsch seinen Amisverstand erhalten und auf zugleich eine Rechtfertigung für mich, daß ich der Referentin dem Wege der vierten Dimension die Absicht der längst ver- über die Redezeit hinaus Raum gewährt habe.( Beifall.) storbenen Cesetgeber erkannt.( Heiterkeit.) Dieser Stand der Dinge aber macht es den proletarischen Frauen nicht möglich, sich zusammen mit den Männern ชิน organisiren. Bis jett hatten fie einen Kampf gegen Polizeimacht und gegen Juristenweisheit zu führen und formell haben sie in diesem Kampf den kürzeren gezogen. Aber in Wirklichkeit sind sie Sieger geblieben; denn alle jene Maßregeln, die angewendet sind, um die Organisation der proletarischen Frau zu zertrümmern, haben nur darauf hingewirkt, ihr Klaffenbewußtsein immer mehr zu erwecken. Wenn wir danach streben, eine fräftige Frauenorganisation zu bekommen auf wirth schaftlichem und politischem Gebiete, dann müssen wir zu erst für die Möglichkeit der Bewegungsfreiheit forgen, indem wir anfämpfen gegen die Haus In dustrie, für kürzere Arbeitszeit eintreten und vor allen Dingen gegen das uns wenden, was die herrschenden Klassen das Vereinsrecht zu nennen belieben. 9 Fräulein Baader: Genoffin Löwenherz meint, es fehlt uns an Agitatorinnen, daher brauchen wir die bürgerlichen Frauen. Da meine ich, laffen wir lieber die Versammlungen ausfallen. Und ich meine, auch Genoffin Löwenherz thut am beften, ihre Agitation vorläufig auch noch auszusehen( Sehr richtig!), bis sie zu anderen Anschauungen tommt. Denn jetzt ist sie nach ihren Aeußerungen offenbar noch viel zu sehr mit den bürgerlichen Kreisen verwachsen. Gewiß ist es nicht leicht, geschulte Agitatorinnen zu erziehen; aber die Bekanntschaft und Bertrautheit mit den Berhältnissen der profetarischen Frl. Löwenherz: Wie der Sozialismus fich von der Frauen ersetzt das einigermaßen.( Sehr richtig!) Gewiß fehlt Utopie zur Wissenschaft entwickelt hat, so ist die deutsche Arbeiter- es an geschulten Agitatorinnen, aber an Agitatoren fehlt es bewegung von der Wissenschaft zur Zhat übergegangen. Wir ebenso gut auch den Männern.( Sehr richtig!) Ich finde nicht dürfen uns heute nicht mehr, wie es Genosse Wurm gestern wie Genoffin Löwenherz, daß Genoffin Zettin sich in Phantasien gethan hat, auf den Boden der Theorie stellen, wir müssen den ergangen, sondern daß sie sich durchaus auf den Boden der Boden der That betreten. Es giebt auch innerhalb der Frauens Thatsachen gestellt hat.( Sehr richtig!) E3 wäre der Genosjin frage, um die bisher die Partei wie die Katze um den heißen Löwenherz sehr dienlich, wenn sie von Frau Zeitin lernen Brei herum gegangen ist, genug zu thun. Mit den Ausführungen würde. der Referentin bin ich nicht ganz einverstanden; es ist nicht Was die Anträge anlangt, so spreche auch ich mich gegen richtig, daß es früher feine Frauenbewegung gegeben hat; das die Gründung einer Frauenzeitung aus. Für die proletarischen beweisen die Werte von Plato und Aristophanes, denn ein Dichter Frauen ist das gesprochene Wort die Hauptsache. Wirken wir fann sich den Stoff nicht aus der Luft greifen, es müffen thatsächliche durch weibliche Vertrauenspersonen, gründen wir auch, wo es Unterlagen vorhanden sein. Auch im Mittelalter gab es eine möglich ist, Frauenvereine, und agitiren wir durch Flugblätter Frauenbewegung, ebenso am Ausgange des vorigen Jahrhunderts, und Broschüren, wie sie Frau Zettin vorgeschlagen hat. Das wie aus dem Buch von Hippel über die bürgerliche Stellung wird uns vorwärts bringen in der Frauenbewegung und wird der Frau hervorgeht. Die Referentin hat auf Herrn v. Stumm die Frauen auch mehr in die gewerkschaftliche Bewegung hinein. hingewiesen, aber es giebt auch innerhalb unserer Partei Per- führen. Sollte sich das Eine oder das Andere nicht bewähren, In welchen Formen die Frauenagitation sich zu bewegen hat, sonen, für die der Besiß und nicht die Person der Frau maß- nun, wir haben ja im nächsten Jahre wieder einen Parteitag. fönnen wir auf diesem Parteitag nicht festlegen; wir haben erst gebend ist. Genosse Schoenlank wird es mir verzeihen, wenn ich( Bravo!) zu lernen, wie wir unter den Frauen agitiren müssen. In der ihn hier ein bischen anzapfe, er fann am besten einen Puff ver- Frau Meder Leipzig: Frl. Löwenherz ist nicht aus dem Resolution, die Ihnen vorgelegt ist, wird vorgeschlagen, Vertragen.( Heiterfeit). Die Leipziger Voltszeitung" schrieb im Proletariat herausgewachsen, sonst hätte sie derartige, ein trauenspersonen unter den Frauen zu wählen, die die Aufgabe vorigen Jahre, daß in einer Zeit, wo der Besiz gilt und wo die Zusammengehen mit den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen haben, die gewerkschaftliche und wirthschaftliche Organisation Person an sich nichts bedeutet, es auch der Frau möglich ist, empfehlende Aeußerungen nicht thun fönnen. Wir müssen mit unter den Frauen anzuregen, einheitlich und planmäßig zu gestalten. ihre Gleichberechtigung zu beweisen. Das ist nichts weiter als den Proletariern Hand in Hand kämpfen, nicht aber mit denen, Der Vorschlag ist nicht neu; er ist im Prinzip auf dem ein Aufwärmen des alten Märchens von der Inferiorität der mit denen wir nichts gemein haben. Sorgen wir dafür, daß Parteitag in Frankfurt angenommen und in einzelnen Frau.( Schoenlant: Wo hat denn das gestanden? Heiter die Männer zusammen mit den Frauen in Arbeiter- Bildungs Gegenden bereits mit bestem Erfolg durchgeführt worden; feit). Natürlich, Genoffe Schoenlant ist ein ganz unschuldiges vereinen Belehrung finden, um dann als Agitatoren ins Land er weiß es wird sich zeigen, daß derselbe, auf größerer Stufe durch Würmchen( Große Heiterkeit), von garnichts, hinauszugehen. Die Frauen brauchen sich durchaus nicht zu geführt, geeignet ist, die proletarische Frau in größerem Umfange obgleich ich ihm einen ziemlich langen Artikel dagegen geschrieben geniren.( Beifall.) zur proletarischen Bewegung heranzuziehen. habe. Schoenlaut soll uns hier Rede stehen für Dutzende in der Frau Bogel Netschkau: Wie verschiedene Borredner, so Aber nicht nur mündlich soll die Agitation betrieben werden. Partei, die es nicht besser machen. Ich bin im Gegensatz zu der muß auch ich mich gegen den Antrag auf Herausgabe einer Eine große Zahl von Indifferenten fommt nicht in unsere Ver- Referentin der Ansicht, daß wir in vielen Punkten mit den bürger Frauenzeitung erklären, wir können die Proletarier, die jeden fammlungen, zahllose Gattinnen und Mütter können gar nicht lichen Frauenrechtlerinnen zusammengehen können, da wir unter Pfennig zusammenhalten müssen, nicht zwingen, noch eine Extrain unsere Bersammlungen kommen es darf auch unmöglich die den proletarischen Frauen feinen Ueberfluß an Intelligenz haben. zeitung zu unterhalten. Wir haben in Sachsen schon den Aufgabe der sozialistischen Frauenagitation sein, die proletarische Ich weiß sehr wohl, daß ich als Regerin vor Ihnen stehe. Sie Verfuch gemacht, unferem Blatte wöchentlich eine Frauengeitung Frau ihren Pflichten als Mutter und Gattin zu entfremden; fagen, warum kommen die bürgerlichen Frauen nicht zu uns? beizugeben. im Gegentheil, sie muß darauf wirken, daß sie diese Ja, da denken Sie nicht an Ihr eigenes Motto, daß die Ver- Frau Kähler Hamburg: Viele Genossen behandeln die Aufgabe beffer erfüllt als bisher; und das im Interesse der hältnisse die Menschen bestimmen. Es kann eben nicht jeder Frauenfrage so scherzhaft, daß man sich wirklich fragen muß: Befreiung des Proletariats. Je besser die Verhältnisse in der wie er will. Wir fönnen mit den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen Sind das Parteigenoffen, die für gleiches Recht eintreten? In Familie, die Wirksamkeit in ihrem Heim, um so kampffähiger zusammengehen in der Forderung des Stimmrechts, in der vielen Orten laffen die Männer die Frauen überhaupt nicht wird sie. Je mehr sie die Erzieherin und Bildnerin ihrer Kinder Forderung nach weiblichen Fabrifinspektoren, und auch das aufkommen, fie flären die Frauen nicht einmal auf, fie fagen fein tann, um so mehr tann sie sie aufklären, kann sie dafür sorgen, Berbot der Stinderarbeit tönnten wir durch bürgerliche Frauen- einfach:" Das tümmert Euch nichts, davon versteht Ihr nichts." daß sie mit der gleichen Begeisterung und Opferfreudigkeit wie wir in rechtler propagiren. Und damit sind unsere Genossen fertig.( Widerspruch.) Es Reih und Glied weiter kämpfen für die Befreiung des Pro- Dertel( Nürnberg): In bezug auf die Handhabung des ist dringend nöthig, in energischerer Weise als bisher letariats; wenn der Proletarier fagt: mein Weib!" daß Vereinsgesetzes herrscht in Bayern vollständige Anarchie; das die Frauenagitation zu betreiben. Eine Extra- Frauenzeitung er dann in Gedanken hinzuseßt: die Genoffin meiner Ideale, bayerische Ministerium ist ein Musterbild reaktionärer Strö- ist dazu nicht nöthig, wir haben ja die Gleichheit", die diesen Butunftstampfe!" So manche Mutter, so manche Gattin, die dern auch vom gewerkschaftlichen Leben aus und überläßt es den Bildung von Frauenvereinen ist nur da möglich, wo die männ Mann und Kinder mit Klassenbewußtsein erfüllt, leiftet genau unteren Organen, das Vereinsgesetz auszulegen, wie fie wollen. lichen Genossen dem Verein ihre Hilfe zusichern. Im übrigen so viel, wie die Genoffinnen, die wir in unseren Versammlungen In Nürnberg z. B. durften die Frauen nicht einer Sigung bei- müssen die Frauen zu den Gewerkschaftsbewegungen herangezogen fehen.( Lebhafte Zustimmung.) wohnen, in der über den Konfektionsarbeiter- Streit ge- werden. Ich hätte gewünscht, daß Frl. Löwenherz ihre Rede " die Gefährtin meiner Kämpfe, die Bildnerin meiner Kinder zum mungen, es schließt die Frauen nicht nur vom politischen, son- Zweck vollauf erf wir haben ja die Gleichheit", die diesen und Wenn daher der Berg nicht zu Muhamed kommt, muß sprochen wurde, während dies in Fürth gestattet war. Unser nicht gehalten hätte, es flang etwas Egoismus hindurch, und Muhamed zum Berg gehen: Wir müssen den Frauen den Ministerium des Innern wird faum zu Aenderungen geneigt das ist in unserer Partei nicht angebracht, für uns tommt es Sozialismus durch eine planmäßige schriftliche Agitation bringen. fein; die Partei ist sogar als ein über ganz Deutschland ver- auf das Prinzip und nicht auf die Person an.( Beifall.) Und dazu schlage ich Ihnen vor die Vertheilung von Flug: breiteter Verein durch oberstrichterliches Erkenntniß erklärt Wir können doch nicht alle eine Klara Bettin sein, blättern; nicht von traditionellen Flugblättern, die auf einer worden, so daß jede Versammlung als Vereinssigung betrachtet es muß auch untergeordnete Wesen geben.( Heiterfeit.) Quartseite das ganze sozialistische Programm zusammenstopfen, wird. Die beiden ersten Frauen- und Mädchen- Bildungsvereine Die bürgerlichen Frauen, die für ihre Klasse fämpfen, die ganze Wissenschaft unseres Jahrhunderts geben, nein, find bei uns gefchloffen worden, obwohl derselbe Richter es nicht tämpfen nicht für das Proletariat. Wir gehören zum fleine Flugblätter, die eine einzige praktische Frage unter verschmähte, bei einer Bismardfeier vor Männern und Frauen Proletariat, wir wollen dazu gehören und mit unseren Männern einem einzigen Gesichtswinkel erörtern, vom Standpunkt des eine hochpolitische Rede zu halten. Der einzige Ort, wo die Schulter an Schulter fämpfen. Deshalb haben wir die Resolution Klaffentampfes aus, das ist die Hauptsache. Und die Frauen politische Reden hören können, ist der bayerische Landtag. betreffend die Wahl weiblicher Vertrauenspersonen eingebracht. Wir Frage der technischen Herstellung der Flugblätter darf uns auch Wir sind auf die Agitation durch Broschüren angewiesen und haben diese Einrichtung in Schleswig- Holstein bereits getroffen nicht gleichgiltig sein; nicht das traditionelle schlechteste Papier hoffen, daß wir damit die Bewegung fördern. und sie hat sich bewährt.( Lebhafter Beifall.) und schlechtesten Drud. Das füllt die proletarische Frau, die Schreck Bielefeld: Die Frauenagitation muß nach zwei Auer: In der Regel zähle ich ja nicht bei der Frauenfrage nicht den Respekt vor dem gedrukten Wort hat, wie der Prole Richtungen betrieben werden, einmal müssen wir die gewerblich zu den Rednern( Heiterkeit), und auch heute hätte ich mich nicht tarier einfach zufammen und wirft es weg, sondern, wie es thätigen Frauen den Gewerkschaften zuführen und zweitens in die Diskussion gemischt, wenn ich nicht zu dem Antrag 110 die amerikanischen und englischen Temperenzler thun, kleine müssen wir unsere Agitation auf die Familie ausdehnen. Gerade eine Deklaration abzugeben hätte. Eine solche Deklaration ift Büchelchen. vcn 4 bis 6 Seiten Inhalt, deren Ausstattung nett die jetzigen wirthschaftlichen Verhältnisse sind dazu geeignet, nothwendig, damit nicht später Mißverständnisse entstehen. Gerade st. Denn soweit ist auch die Proletarierin Frau, daß sie sagt: bisher hatten wir keine Zeit dazu, weil wir die Männer den in bezug auf die Frauenagitation ist möglichste Klarheit erwünscht, ach, das Dingelchen ist so nett, das muß ich aufheben! Gewerkschaften zuführen mußten. Den Antrag auf Gründung und bei aller Hochachtung vor unseren Genoffinnen weiß ich doch, ( Heiterkeit Burufe) ich bin ja auch eine einer Frauenzeitung halte ich für unannehmbar, weil den daß Mißverständnisse bei ihnen nicht ausgeschlossen sind. Der Frau!( Heiterfeit.) Und wir müssen die Säße, auf die es Parteiblättern dadurch eine große Laft auferlegt wird. Antrag 110 entspricht ganz und gar meiner Auffassung. Ich antommt, mit großen, fetten Buchstaben drucken; dann wird sie Wir sollten statt dessen lieber die Frauen den Gewerkschaften habe immer den Standpunkt vertreten, daß bei aller Gemeinsams nicht vom Lesen abgeschreckt, ihre geistige Aufmerksamkeit wird zuführen und sie in diesen Kämpfe auch gleichzeitig politisch feit der Interessen es doch nothwendig ist, den eigenartigen sozusagen an einem Nagel aufgehängt. bilden. Dann wird die Frau im Klaffenkampf mehr als bisher Charakter, der Frauenbewegung nicht zu übersehen. Die sosialDen Plan, eine besondere Frauenzeitung zu gründen, kann ihre Schuldigkeit thun können. demokratische Frauenbewegung ist ja nichts Abgesondertes von ich nicht befürworten, weil ich persönliche Erfahrungen gemacht Frau Greiffenberg: Es ist richtig, daß die bürgerlichen der allgemeinen Bewegung, aber allgemeinen Bewegung, aber sie hat doch ihre habe nicht etwa als Redattrice der Gleichheit" die' ist Frauen auch Forderungen stellen, die wir ebenfalls erheben, aber natürlichen, selbständigen Gesichtspunkte Gesichtspunkte und hat Ein nicht für die Maffen der Frauen bestimmt, sondern für die Vor- wir Proletarierinnen gehen weiter, wir verlangen die politische richtungen und Maßnahmen nöthig, die am besten geschrittenen aber als Vertheilerin von Literatur unter Gleichberechtigung und deshalb können wir nicht mit den bürger- von den Trägerinnen der Frauenagitation ergriffen werden. den Arbeiterinnen. Angeregt durch das Vorgehen der lichen Frauen zusammengehen. Wir Proletarierinnen haben so Eines aber muß zu diesem Antrage flar ausgesprochen Frau Gnaud Rühne habe ich wochenlang Zeitungen unter viel zu thun, um die Frauen aufzuklären, wir müssen in diesem werden und ich thue es im Auftrage der Antragsteller. Wenn den Arbeiterinnen einer bestimmten Fabrit vertheilt und habe Rampfe von den Männern unterstützt werden. Man sollte die Arbeite in dem Antrage gesagt wird: Der Parteitag empfiehlt den Ge mich überzeugt, daß sie sich aus dem Inhalt nicht das aneignen, rinnen vor allem, wie es der Antrag 61 will, den gewerkschaftlichen noffen... die Wahl von weiblichen Vertrauenspersonen vorwas auftlärend, sondern einzig und allein, was unterhaltend Organisationen zuführen. Auch der Antrag 110, betreffend die zunehmenso will ich hier fouftatiren, daß es sich bei diesen und amüsant ist. Deshalb würden sich die großen Opfer, die Wahl einer Vertrauensperson für die Frauen, ist von großer Bertrauenspersonen nicht um Vertrauenspersonen im Sinne des eine billige Beitung erfordert, nicht lohnen. Wichtigkeit, hingegen halte ich die Gründung einer Frauengeitung§ 3 unferes Organisationsstatutes handelt.( Alfeitige Zustimmung.) Aber wir müssen auch eine Reihe von Broschüren schaffen, wegen der zu hohen Kosten nicht für nöthig. Unsere Partei- Weibliche Vertrauenspersonen tömmen nicht als gleichberechtigter die der Frau den Sozialismus näher bringen in ihrer Eigen blätter sind ebenso gut für die Frauen wie für die Männer be- Faktor in Verbindung mit unserem Bertrauensmannskörper schaft als Proletarierin, als Gattin, als Mutter. Wir haben, stimmt, und wenn diese die Frauen darüber aufklären, daß fie treten. Wir müssen mit der Gefahr rechnen, daß unser Ber tunmigmnmii- Körper als ein Verein erklärt wird und damit scheidet für Preußen die Möglichkeit weiblicher Vertrauens- Personen aus. Die im Antrag„weibliche Vertrauenspersonen" genannten Genossinnen haben also ausschließlich die Aufgabe. „Aufklärung unter den proletarischen Frauen in politischer und gewerkschaftlicher Hinsicht. Erziehung zum und Stärkung des Klassenbewußtseins zu schassen und eine diesen Aufgaben ent- sprechende planmäßige Agitation zu betreiben,- und ich wünsche ihnen allen Erfolg dazu.(Beifall.) Möller- Schkeuditz: Die Genossin Zetkin hat eine schöne. auf möglichsten Triumph berechnete Rede gehalten, ober die Hauptsache hat sie kaum berührt.(Oho!) Die Hauptsache ist, daß wir unter den Frauen die gewerkschastliche Organisation und Agitation betreiben. Frau Heinrich- Saga»: Ich bin mit den Ausführungen der Frau Zetkin vollkommen einverstanden. Aber sie hätte bc- tonen sollen,� daß die Flugblätter und Broschüren gemeinverstäud- lich, volksthümlich und daher selbst aus dem Volke heraus ge- schrieben werden müssen, so daß jede Proletarierin das ver« stehen kann. Bis jetzt ist das nicht der Fall. Ich habe zehn Abonnentinnen auf die„Gleichheit" gewonnen. Als ich aber einige Rummer» ihnen gebracht hatte, sagten sie mir:„Ach. gehen Sie mir mit Ihrer„Gleichheit"; ich verstehe nichts davon!" (Heiterkeit.) Es muß also eine Frau aus dem Volke jetzt die Flugblätter schreiben, die nicht nur die Verhältnisse kennt, sondern auch den richtigen Ton zu treffen weiß.(Beifall.) Es ist ein Antrag auf Schluß der Debatte eingegangen. L e s ch e- Altona spricht gegen den Schluß der Debatte. Es seien in derselben eine Reihe von schiefen Anschauungen seitens der Genossinnen zum Allsdruck gebracht(Sehr wahr!), die wir uns als Genoffen nicht gefallen lassen können.(Beifall.) Ter Schluß der Debatte wird abgelehnt. L e u t e r t- Apolda: Ich bin gegen den Druck der Rede der Frau Zetkin, weil er für das Verständniß der Proletarierinnen nicht geeignet ist? er ist zu wissenschafllich. Die bürgerlichen Anschauungen der Genossin Löwenherz sind leicht verzeihliche. Das Älgrarprogranim wurde abgelehnt, weil man Proletarier mit Bauer verwechselte; ebenso wenig darf mau bürgerliche Frauen mit Proletarierinnen verwechseln. Gewehr- Elberfeld: Der Antrag betreffend Gründung einer Frauenzeitung ist in der gegenwärtigen Form allerdings unannehmbar, aber er ist doch nicht ganz von der Hand zu weisen. Die Genossin Zetkin will durch Broschüren und Flug- Hälter agitiren; damit ist die Berechtigung einer populär ge« haltenen Frauenzeitung anerkannt. Ueberweifen Sie den Antrag der Parteileitung. Bedauerlich ist es, daß der Genossin Löivenherz unlautere Motive untergeschoben wurden. Aus mich hat die Diskussion den Eindruck gemacht, als ob auch auf anderer Seite nicht gerade die sachlichsten Momente vorherrschten, als ob eine gewisse Rivalität zum Ausdruck kommt, vor der man sich hüten sollte, wenn es gilt, die Genossen für die Franenagitation zu begeistern. Ein erneuter Antrag auf Schluß der Debatte wird wieder abgelehnt. Echoenlank: Die Genossin Löwenherz hätte zum mindesten die Nummer der„Leipziger Volkszeitung" anführen müffen, die den Artikel enthalte» soll. Der Satz, den sie zitirt hat, ist so blödsinuig, daß ihn mir niemand zutrauen wird, ich bin schon seit 10 Jahren für den Schutz der Arbeiterinnen eingetreten; ich rnunere nur an meine Untersuchungen über die Spiegel« belcgerinnen.(Sehr wahr!) Von der Genossin Löwenherz habe ich nie«inen Artikel bekomme»? dafür aber bab« ich hier einen Artikel von ihr in der„Gleich- heit", der sich gegen den Arbeiterschutz wendet. Die Genossin Löwenherz hat sich ja auch mit einer für die Frauen sehr wichtigen Frage, mit der Frage der Prostitution beschäftigt. Aber ihre Schilderungen beweisen, daß sie nicht auf dem sozia- liftischen Standpunkt, sondern auf einem empfindsam bürgerlichen Standpunkt steht, der durch ein Aufgebot von Gefühlsduselei mit den ökonomischen Verhältnissen fertig zu werden glaubt. (Sehr richtig.) Bei ihrer Vcrquickung von bourgeoiskapitalistischen Ausfassungen mit unverdauten proletarischen Ideen hätte sie sich vor einer persönlichen Polemik hüten sollen. Frl. Löwen herz: Verschiedene Redner sind, wie es in der Partei leider vielfach geschieht, nicht auf die Sache ein- gegangen, sondern haben mich persönlich angegriffen und mir unterschoben, daß ich überhaupt nicht Sozialdemokratin bin. Ich muß da» entschieden zurückweisen. Wenn Genosse Schoen- lank den von mir zitirten Artikel nicht selbst verfaßt hat, so ist er doch dafür verantwortlich. Ich bitte ihn, mir Raum in seiner Zeitung zu gewähre», dann werde ich den Beweis für meine Behauptungen erbringen. Ebenso wie er hat mich auch die „Gleichheit" einfach todtgeschwiegen. Der Genosse Schoenlank sprach von einem Artikel von mir, der sich gegen den Arbeilerschutz richtet; nein, er richtete sich gegen den Aibeiterinnenschutz, und wie recht ich damit halte, das beweist, daß in den letzten drei Jahren garnicht mehr die Rede davon war, und daß diesklerikalelPartei, die offen erklärt, daß es ihr nicht auf Arbeiterinnenschutz, sonderu auf Entfernung der Frauen aus den Fabriken ankommt, sich jetzt dieser Forderung bemächtigt hat. Rednerm polemisirt weiter gegen die„Gleichheit", die einen Artikel von ihr in einer Frage, die zur öffentliche» Diskussion stand, ab- gedruckt, aber so gethan habe, als habe mau ihn nur aus Gnade und Barmherzigkeit aufgenommen, Tis„Gleichheit" habe sie ferner als Frauenrechtlerin hingestellt und ihr Unlenntniß in sozialpoliti- scheu Dingen vorgeworfen. Zum Schluß tritt Rednerin für den Autrag ans Gründung einer Frauenzeitung ein. Ein Aulrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Darauf tritt die Mittagspause ein. (Privatdepeschen des„Vorwärts".) Das Schlußwort erhält Frau Zetkin: Neue Anregungen sind in der Debatte nicht zu tage gefördert worden. Wen» Frau Heinrich behauptet, daß meine Ausführungen nicht populär genug die Nothwendigkeil der gewerkschastlichen Organisation den Arbeiterinnen er- örtert hätten, so weise ich darauf hin, daß wir uns nicht in einer Volksversammlung befinden, sondern auf einem sozialdemokratischen Parteitage. Wenn mir ferner vorgeworfen wird, ich wäre zu theoretisch gewesen, so hat za die Debatte bewiesen, wie nothweudig es ist, eine prinzipielle Klärung über unsere Stellung gegenüber der bürgerlichen Frauenrechllerei fest- zulege». Auf die persönlichen Differenzen gehe ich nicht ein. Es ist unter der Würde des Parteitages und auch unter meiner Würde, die Frage zuzuspitzen auf eine persönliche Polemik zwischen Frau Zetkin und Fräulein X, A, Z. mag Sie sich nun Müller oder Schulze nennen. Daß die„Gleichheit" den von Frl. Löwenherz erwähnten Artikel mit Bemerkungen ver- sehen hat, war nicht nur ihr Recht, sondern ihre ver- dämmte Pflicht und Schuldigkeit. Es war ein Artikel vorausgegangen, in welchem vom Standpunkt der Hygiene und der wirihschaftliche» Interessen aus die Nothweudlgkeit des Arbeilerschutzes bewiesen war. und ich konnte doch den Lesern der„Gleichheit" nicht zumuthen, die nämlichen That- fachen mit Rücksicht auf eine einzelne Persönlichkeit noch einmal durchzukauen.(Sehr ricbrig«) Ausführungen werden noch nicht dadurch sozialistisch, daß die versafferin sich als Sozialistin ausgiebt. Sie werden nur dadurch sozialistisch, daß sie Sich in Uebereinsiimmuug mit unserer sozialistischen Auf- aff»ng von der Geschichte befinden.(Sehr wahr!) Die An- führungen des Frl. Löwenherz befinden sich in, Widerspruch mit de» Gesetzen der Nationalökonomie und mit den Erfahrungen der Praxi?. Genossin Löwenherz meint, wir hätten allen Anlaß. mit den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen Hand in Hand zu gehen. weil Sie auch manche Forderungen vertreten, die auch wir ver- treten. Ich bin anderer Ansicht. Diese Auffassung entspricht der Ueberzeugung, daß es eine„Frauenbewegung" an und für sich und als solche giebt. Wir sind der Ausfassung, daß e««in« Frauenbewegung nur giebt im Anschluß an die geschichtliche Entwickelung und daß es deshalb eine bürgerliche und eine proletarische Frauenbewegung giebt, die nicht mehr Gemeinsames haben als wie die Sozialdemokratie mit der bürgerliche» Gesellschaft. Wir weisen die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen nicht etwa deshalb zurück, weil w i r das Bischen nicht wollen, sondern weil S i e das Mehr nicht wollen, was gerade den wesentlichen Inhalt unserer Forderungen ausmacht, nicht blos mit Rücksicht auf unsere Zukunstsforderunge», sondern auch mit Rücksicht aus die recht minimalen Forderungen, die wir jetzt auf dem Boden der bürgerlichen Ge- sellschaft vertreten. Der Fortbildungsunterricht zum Bei- spiel ist illusorisch, wenn die Proletarierkinder gleichzeitig für ihren Lebensunterhalt erwerbsfähig sein müffen: Wir fordern nicht nur das Brot des Geistes, sondern auch das Brot des Körpers. Und es wäre thöricht, wenn wir, hinter denen die kom- palte soziale Macht der Sozialdemokratie steht, uns den bürger- lichen Frauen, hinter denen keine soziale Macht steht, anschließen wollten. Und noch eins trennt uns: die Taktik. Verlangt man, daß die klassenbewußten Arbeiterinnen mit Petitionen an den Thron des Kaisers und an die Regierungen gehen? Wir sollen die bürgerlichen Frauenrechtlerinneu für uns agitiren lassen, weil wir keine geschulten Agitatorinnen haben, sagt Genossin Löwenherz. Auf jedem Parteilag wird geklagt über den Mangel an Agitatoren. Wende» wir uns etwa deshalb an Eugen Richter und Genossen?(Heiterkeit.) Es kommt nicht darauf an, was man verlangt, sondern zu welchem Zweck man es verlangt. Wenn die bürgerlichen Frauen Forderungen er- heben, thun sie es nicht, um das Proletariat wehrfähiger zu machen für den Befreiungskampf, sondern sie thun es, getrieben von dem bösen Gewissen der Bourgeoisie, um mit ihren Forderungen dem Proletariat den Mund zu stopfe». Wir aber wollen, daß in der Stunde, wo am Ende der kapitalistischen Entwickelung die bürgerlich« Gesellschaft in sich selbst»usammenbricht, der Proletarier nicht dasteht, wie der Sklave, der die Kette bricht, sondern als eine körperlich, geistig und sittlich vollkommene Persönlichkeit. Und von diesem Standpunkt aus ist zwischen proletarischer und bürgerlicher Gesell- schaft keine Gemeinschaft möglich. Mit guten Absichten, mit schönen Gefühle» hat man noch keine neue Gesellschaft gezimmert; sie erweisen sich als brüchiger Schiefer, welcher zer- splittert, wenn die wirthschafllichen Thatsachen, die Geldsack- Interessen an sie herantreten. Nur die klare Erkenntniß ist der Granit, auf welche» das Proletariat rechnen kann, um die Kirche der Zukunft daraus zu bauen.(Stürmischer Beifall und Hände- klatschen.) Es wird zur Abstimmung geschritten. Der Ailtrag, das Zetkin'sche Referat drucken und als besondere Beilage verbreiten zu lassen— die unentgeltliche Vertheilung ist gestrichen— wird angenommen. Die Resolution: Die modern« Frauenfrage ist das Ergebniß der durch die kapitalistische Produktionsweise gezeitigten wirthschaftlichen Umwälzungen. Sie tritt deshalb in den verschiedenen Klassen auf, die der modernen Gesellschaft eigenthümlich sind, nimmt aber in jeder derselben«ine andere Form an. In der Klasse der oberen Zehntausend ist die Frau als Besitzerin eigenen Vermögens ökonomisch vom Manne unabhängig, aber als Ehefrau ist sie rechtlich ihm noch vielfach unterworfen und kann in der Regel nicht frei über ihren Besitz verfügen. Der Besitz führt in dieser Klasse zur Geldehe und zu ihrem Gegen- stück dem Ehebruch; er fördert die Auflösung des Familien- lebens und enthebt die Frau ihren Pflichten als Gattin und Mutter. Im Vordergrund der Forderungen, welche die Frauen dieser Klaffe stellen, fleht die rechtliche Sicherung des Vermögens- besitzes und das freie Versügungsrecht darüber für das weib- liche Geschlecht. Der Emanzipalionskampf dieser Frauenklasse ist ein Kampf für die Beseitigung aller sozialen Unter- schiede, die nicht auf dem Vermögensbesitz beruhen. Die Verwirklichung ihrer Forderungen bedeutet die letzte Stuf« der Emanzipation des Privatbesitzes. In der kleinen und mittleren Bourgeoisie, sowie in der bürgerlichen„Intelligenz" wird die Familie durch wesentliche Begleiterscheinungen der kapitalistischen Produktion zersetzt. Es wächst die Zahl der ehelosen Frauen, die dadurch auf eigenen Ver- dienst angewiesen werden? es wächst die Zahl der Familien, denen derErwerb desMannesnicht genügt. Die weiblichen Angehörigen dieser Schichten werden zur Erwerbsarbeit aus dem Gebiete der liberalen Berufe gedrängt. Im Vordergrund ihrer Forderungen steht deshalb das Recht auf gleiche Berufsthätigkeit und Berufsbildung für beide Geschlechter, für völlig freie Kon- kurrenz auf allen Gebieten. Der Kampf der Frauen für diese Forderungen ist ein wirthschaftlicher Jntereffeukamps zwischen Männern und Frauen jener Schichten. Und da zeder wirihschaftliche Jntereffenkampf ein politischer wird, drängt er die Frauen auch zur Forderung der politischen Gleichstellung der Geschlechter. Erst durch die Verwirklichung dieser Forderungen erringt die Klein- und Mittel-Bürgerin die volle Gleichstellung mit dem Manne. Im Proletariat ist es daS Ausbeutungsbedürsniß des Kapitals, das die Frau zur Eriverbsarbeit zwingt und die Familie zerstört. Durch ihre Erwerbsarbeit wird die pro- letarische Frau dem Manne ihrer Klasse wirthschastlich gleich- gestellt. Aber diese Gleichstellung bedeutet, daß sie, wie der Proletarier, nur härter als er, vom Kapitalisten ausgebeutet wird. Der Emanzipationskampf der Proletarierinnen ist des- halb nicht ein Kampf gegen die Männer der eigenen Klasse, fondern ein Kampf im Verein mit den Männern ihrer Klasse gegen die Kapitalistenklasse. Das nächste Ziel dieses Kampfes ist die Errichtung von Schranken gegen die kapitalistische Aus- beutung. Sein Endziel ist die politische Herrschaft des Proletariats zum Zwecke der Beseitigung der Klassenherrschaft und der Herbeiführung der sozialistischen Gesellschaft. Als Kämpferin m diesem Klassenkampf bedarf die Pro- letarierin ebenso der rechtlichen und politischen Gleichstellung mit dem Manne, als die Klein- und Mittel-Bürgerin und die Frau der bürgerlichen Intelligenz. Als selbständige Arbeiterin bedarf sie ebenso der freien Verfügung über ihr Einkommen (Lohn) und ihre Person als die Frau der großen Bourgeoisie. Aber trotz aller Berührungspunkte in rechtlichen und politischen Reformforderungen hat die Proletarierin in den entscheidenden ökonomische» Interessen nichts Gemeinsames mit den Frauen der anderen Klassen. Die Emanzipation der proletarischen Frau kann deshalb nicht das Werk sein der Frauen aller Klaffen, sondern ist allein das Werk deS gesammteu Proletariats ohne Unterschied des Geschlechts. Die Agitation unter den proletarischen Frauen muß daher in erster Linie sozialistisch« Agitation sein. Ihre Haupt- aufgäbe ist, die proletarischen Frauen zum Klassenbewußt- sein zu wecken und für den Klassenkampf zu ge- winnen. Die Arbeiterin muß aus einer Schmutzkonkurrentin des Mannes zu dessen Kampfgenossi», aus einer hemmenden zu einer treibenden und thätigen Kraft im Klassenkampf werden. Die proletarische Frauenagitation muß sich also streng im Rahmen der allgemeinen Arbeiterbewegung halten und muß an alle Fragen aukuüpsen, die für die Arbeiterklaffe jeweilig von besonderer Wichtigkeit sind. Soweit bestimmte dringende Aufgaben nicht vorliegen, ist in der Agitation für Reformen ein- zutreten, die im Interesse der Proletarierin als Arbeiterin und Frau liegen. Insbesondere ist zu agitiren: 1. für Ausdehnung des gesetzlichen Arbeiterinnenschutzes, namentlich für Einführung deS gesetzlichen Achtstundentages zunächst wenigstens für die weib- lichen Arbeiter. 2. für Anstellung weiblicher Fabrikinspektoren. 8. für aktives und passives Wahlrecht der Arbeiterinnen und weiblichen Angestellte» zu den Gewerbe-Schiedsgerichten. 4. für gleiche» Lohn für gleiche Leistung ohne Unterschied des Ge- schlechts. 6. für volle politische Gleichberechtigung der Frauen mit den Männern, speziell für uneingeschränkt,» Verein»-,«er- sammlnng»- und Koalitionsrecht. 8. für gleiche Bildung und freie Berufsthätigkeit der beiden Geschlechter. 7. für die privat- rechtliche Gleichstellung der Geschlechter. Hand in Hand mit der mündlichen muß die schriftliche Agitation unter den proletarischen Frauen betrieben werden. Als vorzüglichstes Mittel, Anregung und Aufklärung unter die Massen der noch indifferenten Proletarierinnen zu tragen, empfiehlt sich die periodische Verbreitung von Flugblättern, die bestimmte, praktische Fragen behandeln. Zur weiteren Belehrung und Schulung sind besonders Broschüren geeignet, die der Proletarierin den Sozialismus näher bringen und zwar als Arbeiterin, als Frau und vor allem auch als Mutter. Die sozialdemokratische Presse muß systematisch für die wirth- schastliche und politische Ausklärung der proletarischen Frauen wirken. wird mit einem Amendement der Frau Meder:„Die Beseitigung der Gesinde-Ordnungen mit unter die Forderungen zu stellen" angenommen. Die Anträge 40 und K0 werden abgelehnt. Die Anträge 61 und 110 werden angenommen. Damit ist Punkt S der Tagesordnung erledigt. Es folgt Punkt 9 der Tagesordnung: Das Proportional« Wahlsystem. Ein Antrag, diesen Punkt von der Tagesordnung ab« zusetzen, wird von Schöpflin begründet, von Bär« Crefeld mit dem Hinweis darauf bekämpft, daß gerade über diesen Punkt unseres Programms große Unklarheit unter den Genossen im Lande herrscht. Eine längere Geschästsordnungs-Debatte entwickelt sich über diese Angelegenheit. Bunte und Voigt- Berlin treten für die Besprechung der Proportionalwahl em. F ö r st e r- Hain- bürg: Eine eingehende Erörterung dieses Punktes ist doch nicht möglich. Es sei denn, daß alle übrigen Anträge wieder ev masso der Parteileitung überwiesen werden. Es ist aber besser, sie end- lich einmal gründlich zu berathen. Wenn unsere Genossen nur in der Frage der Proportionalwahl unklar sind, so läßt sich das noch erlragen. Die Proportionalwahl ist doch schließlich nur eine akademische Frage.(Beifall.) Der Antrag auf Absetzung des Punktes von der Tage?« ordnung wird mit großer Majorität angenommen. Es folgt Punkt 10: Anträge zum Partei« Programm. Zur Debatte gestellt werden die Anträge: IS, Parteigenossen des l. Hamburger Kreises: Das Proportionalwahlrecht ist im Programm zu belassen und möglichst näher zu bestimmen. IS. Die Parteigenossen Müller, Hansen und Schröder in Flensburg: Dem Punkt 6, Absatz 2 des Programms ist eine präzisere Fassung zu gebe», die jedes Miß« verständniß ausschließt. 17. Genosse Hahn in Offenbach: Die sozialdemo- kratische Partei Deutschlands verlangt in Zukunft für die Reichs- tags-Wahlen das Proportional-Wahlsystem und zwar in folgen- der Weise. Eintheilung Deutschlands in einen Wahlkreis. Be- seitigung der Personenwahl. Abgabe der Stimmzettel, versehen mit der politischen Anschauung. Abstimmung an einem gesetz- lichen Ruhetag. In bezug aus die Vertreter, Selbstbestimmungs« recht der einzelnen Parteien. Entschädigung für die von der Partei bestimmten Vertreter. Antrag 16 findet nicht die genügende Unterstützung. Der Antrag IS wird zurückgezogen. Der Antrag 17 wird durch den Beschluß, die Proportional« wähl nicht zu besprechen, für erledigt erklärt. Es folgt Punkt II: Sonstige Anträge. Singer: Der Parteitag ist damit einverstaude«, daß wir diese Anträge in drei Kategorien theilen. Die erste betrifft de» Ort, wo der nächste Parteitag tagen soll, die zweite seine Tagesordnung, die dritte umfaßt ver- schiedenartige Anträge. Ueber den Ort des nächste« Parteitages wird schriftlich abgestimmt werden. Mit der Frage des Ortes des nächsten Parteitages beschäftigen sich die Anträge: 18. Parteigenossen des l.und S. HamburgerKretseS: Den nächste» Parteitag in Hamburg stattfinden zu lassen. IS. Parteigenossen in Darmstadt: Den nächsten Partei« tag in Darmstadt stattfinden zu lassen. SS. Parteigenossen in H al b e r st adt: Den nächsten Parteitag in Halberstadt stattfinden zu lassen. S1. Parteigenossen in Verden: Den nächsten Parteitag in Hannover stattfinden zu lasseu. SS. Parteigenossen in Bochum: Den nächsten Parteitag in Bochum stattfinden zu lassen. SS. Parteigenossen in Karlsruhe: Dm nächste» Partei« tag in Karlsruhe siatlfinden zu lassen. Und Antag 106, der als Ort deS Parteitages Mainz vor« schlägt. Von diesen Anträgen finden n»r die Anträge 18, 21 mid 106 die genügende Unterstützung, während der Antrag 23, der für den nächsten Parteitag Karlsruhe vorschlägt, zurückgezogen ist. Es handelt sich also darum, ob der Parteitag in Hamburg, Hannover oder Mainz abgehalten werden soll. Molkenbuhr tritt für Hamburg ein. Es sei schon oft der Wunsch laut geworden,«inen Parteitag in Hamburg abzuhalten, aber stets habe man«ingewandt. daß Hamburg zu weit von dem Mittelpunkt Deutschlands entfernt sei. Di« Strecke von Hamburg bis_»» nächsten Grenze betragen aber nur 152 Kilometer, während z.B. Mainz 212 Kilo- meter von der russischen Grenze entfernt sei. Die Hamburger hätten mit Rücksicht auf die Thätigkeit der dortigen Genossen einen Anspruch darauf, einmal den Parteitag bei sich zu sehen. Nachdem wiederholt nah« an der Grenze Parteitage stattgefunden. sei es eine Zurücksetzung, wollte man jetzt nicht nach Hamburg gehen, das za von überall her leicht zu erreichen sei. In Hain« bürg seien die Delegirten auch sicher, daß sie nicht erst eine Landreise zum Parteilokal zu machen hätten.(Heilerkeit.) David spricht den Wunsch aus. den Parteitag in Mainz abzuhalten. Hauptsächlich mit Rücksicht daraus, daß dadurch in agitatorischer Beziehuug etwas erreicht wird. Wie hl e vertritt den Antrag, den Parteitag in Hannover stattfinden zu lassen. Bömelburg tritt für Hamburg«in. Alle Vorzüge Hamburgs könne er nicht schildern, sonst würde ja Hamburg sofort einstimmig gewählt werden.(Heiterkeit.) Hülle- Erfurt lveist darauf hin, daß die von Molkenbuhr auf- gestellte Berechnung der Entfernung Hamburgs falsch sei, dazwischen liege die Ostsee, die bis zum nächsten Jahre noch nicht besiedelt sein würde.(Heiterkeit.) Auch die WohnungSverhältniffe Hamburgs seien schlechte. Er empfehle Mainz. Im vorigen Jahr» hätten sich ja die Hamburger selbst dagegen gesträubt, daß in Hamburg der Parteilag abgehallen werde. Man habe dann damals auf die schlechten Saalverhältnisse aufmerksam gemacht. Hierauf wird die Debatte geschlossen. Während der Abstimmung, die eine schriftliche ist, wird in die Berathung der Anträge zur Tagesordnung des nächsten Parteitages eingetreten. Singer: Ich hätte gegen die Berathung dieser Anträge ja an sich nichts einzuwenden, aber gegenüber den vielfachen Schwierigkeiten, die sich bei der Beschaffung von Referenten für die Feststellung der Tagesordnung herausstellen und bei der Wichtigkeit der Punkte schlage ich Ihnen vor, Ei« überweisen sämmtliche Anträge dem geschäftSsührenden Ausschuß. Diesem Antrage entsprechend wird beschloffen. Es folgen verschiedene Anträge. Den Antrag 80. betreffend die Errichtung eines Bureau» zur Ertheilung von Rath in RechtSangelegenheiten im Saarrevier auf Parteikosten, begründet E m m e l mit dem Hinweis auf die hinlänglich bekannten Verhälinisse im Gebiet deS Königs Stumm. Di« Rechtsanwälte und Richter ständen dort unter dem geistigen Einfluß des Fabrikdirektors, mit dem sie im Rafino verkehrten.| schwer. Unsere Aufgabe war, möglichst zu vermitteln. Wir J Auch diefer Rongreß hat in der markantesten Weise zum Nicht einmal die Bergarbeiter fänden Schuh und deshalb habe schon hoffen, daß es noch gelingt, den Frieden wieder herzustellen. Ausdruck gebracht, daß jene Fafeleien der bürgerlichen Preffe von der katholische Volksverein und die chriftlich- soziale Partei ein Rechts- Wir sind daher zu folgendem Beschluß gekommen: einer Gegnerschaft zwischen Sozialdemokratie zur Gewerkschaftsbureau errichtet. Das Bureau der christlich- sozialen Partei sei freilich von Stumm bereits weggeweht. Ein solches Bureau würde der Partei zum Vortheil gereichen. Die Neuner Kommission erklärt gegenüber der Beschwerde bewegung nichts als ein Hirngespinnst, blos ein Phantom find. von Pistorius wegen seines Ausschlusses aus der Partei: Die( Bravo!) Die Sozialdemokratie weiß, daß die Gewerkschaftsgegen Pistorius angeführten Thatsachen sind an sich kein völlig bewegung von der allergrößten Bedeutung ist. In den Gewerk Pfannkuch: Ich meine, daß der Parteitag sich mit der genügender Grund, denselben aus der Partei auszuschließen. schaften werden die Arbeiter zum Klaffenbewußtsein erzogen, und artigen Fragen überhaupt nicht beschäftigen solle.( Sehr richtig!) Dagegen herrsche unter den Braunschweiger Genossen schon seit die Gewerkschaften liefern die Rekruten, sie liefern die Soldaten Was dem Saargebiet recht ist, ist anderen Kreisen, namentlich längerer Zeit eine erklärliche Erbitterung gegen Pistorius, welche für die politische Partei. Ost- und Westpreußen, billig. Um all diese Wünsche zu be- dieser durch unaufhörliche Reibereien und Intriguen hervor. Und wenn wir nach Lage der Verhältnisse, gezwungen durch friedigen, würden aber unsere Mittel nicht ausreichen.( Sehr gerufen hatte. Das Bestreben, die Partei vor weiteren Schädi- die geseglichen Bestimmungen, auch getrennt marschiren, das richtig!) Ein Rechtsbureau, das nicht in allen Fragen des Rechts gungen seitens Pistorius zu bewahren, hat zu dessen Aus- eine steht fest, in der Stunde des Kampfes werden die Gewerk und des öffentlichen Lebens sichere und prompte Antwort zu erschließung geführt. schaften und die Partei stets vereint schlagen.( Lebhafter Beifall.) theilen verwag, wird eher schaden als nügen. = Der Antrag wird abgelehnt." Antrag 62( Barmen) lautet: Das Verhalten der Leipziger Genossen in der Wahlrechtsfrage nach dem Parteitäge der sächsischen Genossen muß als ein Verstoß gegen die Disziplin der Partei und deshalb als tadelns werth bezeichnet werden. Antrag 63 von Parteigenossen des 16. sächsischen Wahltreises lautet: Der Parteitag wolle die Leipziger Genossen wegen ihres Verhaltens in bezug auf die Wahlrechtsfrage und die Mandatsniederlegung nach der Landesversammlung das Mißfallen der Partei aussprechen. Berichtigung. Meine Neußerung über die Versamm lungs- Berichterstatter des Vorwärts" ist in dem Bericht unferes Blattes falsch wiedergegeben. Daß unsere Verichterstattung eine mangelhafte sei, war von einem früheren Redner gesagt worden. Ich erklärte in bezug auf diese frühere Aeußerung: Die Thatfache habe darin ihren Grund, daß wir die geschulten bürgerlichen Berichterstatter für die sozialistischen Blätter nicht gebrauchen können und uns aus den Reihen der noch ungeschulten Arbeiter die Berichterstatter herausnehmen und heranziehen müssen. Gotha- Siebleben, den 15. Ottober 1896. W. Liebknecht. Den Fall Kießling anlangend, erklärt die Kommission: So meine ich, dürfen wir befriedigt von unseren Arbeiten in Regien: Ueber die Zweckmäßigkeit und die Nothwendigkeit„ Die gegen Kießling angeführten Thatsachen reichen gleichfalls nicht die Heimath zurückkehren. Wir thun das in der Absicht, allüberall eines solchen Rechtsschutz und Auskunftsbureaus dürfte wohl aus, die gegen ihn getroffenen Maßregeln zu begründen, auch die Fahne der Sozialdemokratie hochzuhalten, fie da, wo es noch taum ein Zweifel bestehen. Ich bin gegen den Antrag, weil hat in gar feiner Weise erwiesen werden können, daß Kießling nicht der Fall ist, zu entrollen. Feft in diesem Entschluß bringen gerade im Saarrevier bei einem wöchentlichen Beitrag von während des Braunschweiger Bierboykotts sich unlauterer Hand- wir, wie wir es immer thun, als Beschluß unserer Arbeiten und 1 Pf. die Arbeiter ein solches Institut selbst erhalten können. Die lungen schuldig gemacht hat. Der Beschluß gegen als Versprechen für den weiteren Rampf unserer Partei der Partei als solche kann dafür nicht eintreten. Kießling entſprang vielmehr der Entrüstung über seine deutschen Sozialdemokratie ein Hoch aus. Die deutsche Sozialden Parteifrieden immer wieder störende Thätigkeit, zu demokratie sie lebe hoch! hoch! hoch! welcher er ganz besonders die ihm übertragenen Ehrenämter aus- Mit Begeisterung stimmt der Parteitag dreimal in den genügt hat. Da nun die Braunschweiger Beschlüsse mit über- Ruf ein. wältigenden Majoritäten gefaßt worden sind, so befürchtet die Die Anwesenden erheben sich und fingen stehend den ersten Kommission von der sofortigen Aufhebung derselben, daß ein Vers der Arbeitermarseillaise. neuer großer Zwiespalt unter den Braunschweiger Arbeitern ent- Um 53/4 Uhr erklärt Singer den Parteitag für stehen würde. Die Kommission hält es für besser, vorläufig abgeschlossen. zuwarten, bis eine größere Klärung der Parteiverhältnisse eingetreten ist und giebt den Betreffenden anheim, sich von neuem an den Parteitag zu wenden." Wir haben damit freilich keine der beiden ftreitenden Parteien befriedigt, aber wir haben den Aus Zur Begründung der Anträge spricht: geschlossenen die Möglichkeit gewährt, daß ihnen, wenn sie wieder Metnert Chemnitz: Es wurde uns nahe gelegt, diese mitarbeiten wollen, die Thür offen steht. Ich bitte Sie, dem Anträge zurückzuziehen und der nächsten sächsischen Landes Beschluß beizutreten und richte zugleich an die Braunschweiger versammlung die Entscheidung zu unterbreiten. Wir konnten Genoffen die Bitte, die Streitigkeiten, an denen doch nur unsere diesem Verlangen jedoch nicht nachkommen, denn wir sind Be- Gegner Freude haben, aus der Welt zu schaffen.( Beifall.) auftragte unserer Genossen und haben deren Aufträge auszuführen. Jaeck h- Braunschweig: Gegen den vom Berichterstatter Der Redner giebt eine Darlegung des Streites. Die Landes- gegen mich erhobenen Vorwurf muß ich mich entschieden ver versammlung der sächsischen Genoffen in Dresden hat sich mit wahren. Ich war es gerade, der die Angelegenheit zuerst im überwiegender Majorität dahin entschieden, daß die Mandate Junern der Partei erledigt wiffen wollte. Aber es lag ein Be beizubehalten sind und daß sich die Genossen an den künftigen schluß des Arbeitervereins vor, die Sachen sofort, womöglich in Wahlen zu betheiligen haben. Nun haben die Leipziger der nächsten Woche vor eine Generalversammlung zu bringen. Genossen ihre Landtags Abgeordneten Pinkau und Gold- Ich habe vorgeschlagen, eine Rommission zur Prüfung der Be stein trotz des Beschlusses der Landesversammlung auf schwerden gegen Kießling zu wählen und das Material betr. die hat am Freitag sein 50 jähriges Dienstjubiläum gefeiert. gefordert, ihre Mandate niederzulegen. Pintau ist dieser Berdächtigungen und Verleumdungen des Pistorius den ParteiPartei- hat Aufforderung nachgekommen, Goldstein nicht, weil sein Mandat genossen in meinem Blatte unterbreitet. Ich hielt dies in nächster Zeit abläuft. Die Leipziger Genossen haben ferner für ebenso nüglich, als wenn die Angelegenheit nachher gegen unseren Parteigenossen, den Schantwirth Theodor Wegen Bedrohung mit einem Verbrechen wurde Freitag beschloffen, sich an den Landtagswahlen nicht mehr zu betheiligen, den Parteitag beschäftigen würde. Würde ich heute mener, vor dem Berliner Schöffengericht verhandelt. Diese Vorgänge dürfen nicht mit Stillschweigen übergangen in einer ähnlichen Situation sein, so kann ich aller- Metzner hat von dem Barbier Müller einen Keller abgemiethet, werden. Wir gerathen auf eine schiefe Ebene, wenn wir das dings versichern, einen ähnlichen Artikel würde ich nicht ver- in dem er seinen Biervorrath hält. Am 7. Juli d. J. verlangte demokratische Prinzip durchbrechen. Mit der Einigkeit und Ge- öffentlichen.( Beifall.) Wenn man aber so ganz frisch in einen der Klempnermeister Wagner als Hauswirth von dem Wegner schlossenheit unserer Partei ist es sonst vorbei.( Zustimmung.) solchen Herentessel wie Braunschweig kommt, so wirkt das auf den Schlüssel des Kellers, um nachzusehen, ob die Wasserleitung Gerisch: Ich bitte beide Anträge abzulehnen, da wir die die Nerven. in Ordnung sei. Megner verweigerte den Schlüssel, nahm aber den Erledigung dieser Angelegenheit den sächsischen Parteigenossen Der Antrag der Kommission wird ohne Debatte an- Boten des Wagner mit in den Keller und zeigte ihm, daß die Wasserfelbft überlassen können. leitung in Ordnung sei. Etwa eine halbe Stunde später hörte Da die Mandatsprüfungs- Kommission noch nicht mit der Mehner, daß der Wagner seinen Keller habe aufbrechen lassen Zusammenstellung des Resultats fertig ist, vertagt der Vorsitzende und dabei sei, den Wasserhahn abzuschrauben. Er eilte in den die Sigung auf furze Zeit. Nach der Pause erfolgt die Ber- Keller, fand die Thür geöffnet und den Wagner mit seinent kündigung des Wahlresultats. Lehrling darin beschäftigt, den Wasserhahn abzuschrauben. Schoenlant: Ich kann mich dem nur anschließen und empfehle ihnen das auch.( Heiterkeit.) genommen. Gerichts- Beitung. Der Präsident des Rammergerichts zu Berlin, Drenkmann, Geyer: Auch ich meine, wir brauchen den Parteitag nicht zu behelligen; wir sind in Sachsen selbst Manns genug und werden selbst bei uns die Disziplin aufrechterhalten.( Bravo!) Wir haben bis zu den nächsten Wahlen noch eine Landesburg mit 114 Stimmen gewählt. Mainz erhielt 50 und San- Mehner forderte den Wagner wiederholt auf, sofort den Keller versammlung und wir sind davon überzeugt, daß die Leipziger Genossen sich den Beschlüssen derselben fügen werden. Mit Nückficht auf diese Motivirung bitte ich Sie, über die Anträge zur Tagesordnung überzugehen.( Beifall.) Die Anträge 62 und 63 werden durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Antrag 83 der Parteigenoffen des 11., 12. und 13. hannoverschen Wahlkreises: Die Partei leitung wird beauftragt, alle drei Monate von den Vertrauenspersonen der einzelnen Orte Bericht darüber einzufordern, welche Schritte in bezug auf Agitation unter den ländlichen Arbeitern resp. gegen die Gefinde- Ordnung gethan worden sind" wird nicht begründet. и Beim 3 Goslar bittet um Annahme des Antrages im Interesse der Förderung der Agitation unter den Landleuten. Gerisch hält den Antrag für überflüssig, da bereits der Antrag 107 vorliegt, wonach die Vertrauensleute jährlich einmal Bericht an den Parteivorstand zu senden haben. Die Diskussion über Antrag 107 wird hiermit verbunden. Gewehr Elberfeld begründet diesen Antrag mit dem Hinweis darauf, daß die Parteileitung Klage geführt habe, daß die Berichte zu mangelhaft eingesandt seien. Ohne Debatte wird Antrag 83 abgelehnt, Antrag 107 wird mit großer Mehrheit angenommen. Damit sind fämmtliche Anträge erledigt. Als Siz des geschäftsführenden Ausschusses wird einstimmig Hamburg bestimmt. Megner machte hierauf gegen Wagner Anzeige wegen Hause friedensbruchs, Sachbeschädigung und Bedrohung. Der Staats anwalt lehnte es aber ab, gegen Wagner vorzugehen, erhob aber gegen Meyner Auflage wegen Bedrohung des Wagner mit dem Verbrechen des Todtschlags. Zum Ort für den nächsten Parteitag ist Ham zu verlassen. Wagner stieß aber meiner zurück und nover 17 Stimmen. brauchte Schimpfworte gegen ihn, auch faßte er in die Bu Mitgliedern des Geschäftsführenden Tasche und sagte, er habe einen Revolver und ließe sich gars Ausschusses werden gewählt Förster, Molkenbuhr, nichts befehlen. Metzner griff darauf nach einer gefüllten Weiß. Pfannkuch, Gerisch und Könen, die 194, 194, bierkruke und drohte den Wagner damit zu schlagen. 193, 191 und 190 Stimmen von 194 abgegebenen erhielten. Zu Kontrolleuren sind gewählt: Meister( mit 159 von 188 giltigen Stimmen), Frau Bettin( 118), Raden( 109), Klees( 94), Dubber( 91), Mehner( 84) und Dertel( 76). Damit ist die Tagesordnung erledigt. Vorsitzender Singer: Parteigenossinnen und ParteiNachdem in der gestrigen Verhandlung vor dem Schöffengericht Genossen! Wir stehen am Schluß unserer diesjährigen Arbeiten. der Sachverhalt, wie ohen angegeben, durch die Zeugenaussagen Wir werden nicht von hier scheiden wollen, ohne den Gothaer festgestellt war, beantragte der Staatsanwalt selbst Freisprechung. Genossen unseren besten Dank auszusprechen, die, soweit es ihnen Sein Vertheidiger Rechtsanwalt Herzfeld schloß sich dem bei den mißlichen Verhältnissen möglich war, alles aufgeboten an, beantragte aber auch, dem Angeklagten die Kosten der Berhaben, um uns den Parteitag so angenehm als möglich theidigung zu ersetzen. Das Gericht erkannte auf Freis zu machen.( Bravo!) Sollte unseren Gothaer Genossen eine sprechung, lehnte aber den Antrag auf Erfaß der Veroder die andere Aeußerung zu Ohren gekommen fein über manche theidigungskosten ab. Unbequemlichkeiten, so wissen sie, daß sich solche Aeußerungen nicht gegen sie richten. Noch kann sich die größte politische Partei Deutschlands gegenüber der Bourgeoisie die Lokale, in denen fie tagen will, nicht selbst wählen, und so mußten wir dem Vorschlage der Gothaer Genossen folgen. Aber wir haben es nicht zu bereuen gehabt, denn die Gothaer haben alles aufgeboten, um uns diese Mißlichkeit vergessen zu lassen.( Bravo!) Wegen versuchter Nöthigung und Vergehend gegen § 153 der Gewerbe- Ordnung hatte sich Freitag der Arbeiter Pazdzierzynsti vor der 3. Straffammer des Landgerichts I Berlin zu verantworten. Pazdzierzynski war früher Postbote bei der Privatpost gewesen und hatte sich dem am 5. Juni d. J. ausgebrochenen Streit angeschlossen. Der Streit bezweckte bekanntUnserer Tagesordnung gemäß bezogen sich unsere Arbeiten lich die Erreichung fürzerer Arbeitszeit. Am 6. Juni stand der hauptsächlich auf die inneren Angelegenheiten der Partei, wenn Angeklagte mit seinem damaligen Kollegen Giese an der Ecke der Nach dreiviertelstündiger Pause wird Bericht der Be die gegnerische Presse geäußert hat, geäußert hat, daß auf daß auf diesem Bafewalfer- und Gerichtstraße, als der Privatpostbote Robert schwerdetommission entgegengenommen. Kongreß teine großen Fragen zur Entscheidung kommen Krause, der nach Ausbruch des Streits von der Privatpost neu Blos berichtet über die Prüfung der Beschwerdeschrift der würden, so können wir ihr nicht ganz unrecht geben. angestellt war, auf seinem Bestellwege vorbeitam. Obwohl sich Frau Gubela in Berlin. Es handelt sich um eine Angelegen Aber das wollen wir doch hervorheben, daß unser Weg zum Kon- die Parteien nicht kannten, reichte Krause den beiden die Hand heit, die sich seeschlangenartig seit 1889/90 hinzieht. Alle greß gleichzeitig ein Siegeszug für die Partei gewesen ist.( Bravo.) zum Gruß. Der Angeklagte stieß sie jedoch mit den Worten zurück: Instanzen haben sich mit dieser hochwichtigen Angelegenheit Wir haben die Nachrichten von den Siegen unserer Genoffen in Ehe ich Dir die Hand gebe, lieber schlage ich Dir in die Fr.... ( Heiterkeit) schon beschäftigen müssen. Die Beschwerdekommission Gotha und Hessen erhalten und so wie diese Siege ein freudiger dabei soll er den Krause mit der Hand beinahe getroffen beantragt, daß der Parteitag über diese historische Sache Willkommensgruß für den Kongreß gewesen sind, so ist die haben. Nach der Behauptung des Zeugen soll der Angeklagte ( Heiterkeit) zur Tagesordnung übergeht.( Beifall.) Thätigkeit unseres Parteitages selbst dazu angethan, die Partei dann noch geäußert haben: Du Streifbrecher, Du Lump, Dir Die Beschwerdeschrift der Frau Gubela wird Frau Gubela wird durch in ihrem unaufhaltsamen Vormarsche zu kräftigen und zu stärken. muß man die Knochen im Leibe zerbrechen. Wenn Du Nachmittag Tagesordnung erledigt. ( Bravo.) noch einmal die Tour gehst, dann schlagen wir Dich frumm und Ehrhardt berichtet über die beiden anderen Beschwerden, Dhne Ueberhebung können wir sagen, daß uns der Verlauf lahm." Der Zeuge Kraufe will dann in große Ang ft gerathen die die Fälle Pistorius und Kießling in Braunschweig des Kongresses vollkommen befriedigt. Auch da, wo es sich um sein, deshalb habe er schließlich, um zu beschwichtigen, gefagt; betreffen. Die Berwürfnisse in Braunschweig schädigen nicht nur erregte Auseinandersehungen gehandelt hat, trat immer der" Am besten wär's, wenn ich auch aufhörte." Der Angeklagte die dortige Organisation, sondern auch das Partei- Organ. Ein ruhige, würdige und fachliche Ton zu tage, der sich von persön- lachte höhnisch und fah ihn( den Beugen) drobend und wild" Schiedsgericht im Mai d3. Js. hat bereits Pistorius aus der lichen Verlegungen fernhält.( Sehr richtig!) Das, was an. Krause erzählte den angeblichen Vorfall sofort im Bureau Partei ausgeschlossen und Kießling für unfähig erklärt, ferner unsern Gegnern angeblich zum Gaudium gereicht, die mit so lauter Stimme, daß ihn der Vorsteher hören mußte, und ein Partei- Amt zu bekleiden. Beide waren jahrelang Freunde Offenheit und Deutlichkeit, mit ber wir uns aus wollte die Nachmittag- Tour nicht machen, erklärte aber dann wieder, und haben ihre Pflicht und Schuldigkeit gethan. Aber andere zusprechen pflegen, das ist gerade die Stärke unferer Partei, es wäre nicht halb so schlimm gewesen, wie er es darstellte. Richtungen immer vereint nach Kräften angerempelt. Im Früh- das glänzendste Beugniß für unsere Geschlossenheit und Einig- Der Angeklagte betheuerte ganz entschieden seine Unschuld; jahr geriethen Sie in Streit, Pistorius theilte dem Redakteur feit.( Bravo.) Dinge, die dem einen oder anderen unangenehm auch sein Kollege Giese bekundete, daß Angeklagter die inkrimiJaekh mit, daß Kießling sich in dem unseligen Bierboykott von flingen, find nicht imftande, auch nur ein Atom von der Partei nirten Worte nicht gebraucht habe; er hätte es hören müssen, dem Brauereibefizer Kellermann in Hannover durch die Summe abzusprengen.( Bravo.) wenn sie gefallen wären, weil er direkt neben dem Angeklagten von 300 Mart hat bestechen lassen. Jaeth beging dann die Tatt Drei Fragen waren es, mit denen wir uns hauptsächlich zu stand; nur die Worte beim Handreichen ließ diefer fallen. Er losigkeit, die Sache an die Deffentlichkeit zu bringen. Unfer beschäftigen hatten. Die Frauenfrage, bei der die Sozial- selbst giebt zu, daß er im Scherz Streitbrecher" gesagt habe. eigenes Parteiorgan wühlte diesen Schmutz auf, während die demokratie durch die Diskussion und die Annahme der Resolution Man könne ihn doch nicht auf das Zeugniß eines Menschen ver gegnerische Preffe viel milder darüber urtheilte, so daß man den sich entschlossen hat, auch diesen dreifach, vom Kapital, vom urtheilen, der unter seinem Eide nicht bei der Wahrheit bleibe. Anschein gewann, als ob sich das Parteiorgan mit Behagen in Gesetz und vom Mann gefnechteten Bürgerinnen die Befreiung Krause habe nämlich behauptet, er stehe noch in Diensten der diefem Schmutz bade. Das Schiedsgericht, das dann eingesetzt aus ihrem Joch zu verschaffen. Auch hier hat sich gezeigt, daß Privatpost; thatsächlich sei er jedoch von dieser Gesellschaft entwurde, hat sich in etwa vier Sigungen mit der Frage beschäftigt. nur die Sozialdemokratie im ftande ist, alle auf die Frauen- lassen worden; er habe nämlich den bekannten Diamanten- Dieb Es konnte nicht festgestellt werden, daß sich Kießling durch bewegung bezüglichen Fragen ihrer endgiltigen Lösung entgegen- stahl beim Glasermeister Adler ausgeführt und sei deshalb zu 300 M. habe bestechen lassen, wohl aber wurde erwiesen, daß zuführen. Nur mit und durch den Sozialismus wird es ge- einem Monat Gefängniß verurtheilt worden. Auf das Zeugniß Pistorius von dem Brauereibesizer Kellermann in Hannover lingen, auch die Frau zu befreien, ebenso wie wir im Kampfe eines solchen Mannes tönne er nicht verurtheilt werden, das 500 M. erhalten hat. Hiervon gab er 300 M. au Kießling als stets für die Befreiung des ganzen Proletariats eintreten.( Leb- Vertrauen babe er zu seinen Richtern. Das Urtheil lautete auf Entschädigung für Arbeitsleistungen, da Kießling das hannover'sche hafter Beifall.) einen Monat Gefängniß, der Staatsanwalt hatte sogar 6 Wochen Gefängniß beantragt. " Bier eingeführt und verschleißt hatte. Sonderbarerweise hat Die zweite Debatte, die über die Neue Welt", hat Pistorius von den 500 M. 200 M. für sich behalten, die er dann die Arbeiterschaft auf der Höhe der geistigen Entwickelung geAus Lieguit wird berichtet: Der frühere Pfarrer Thierverrechnet hat. Es war eine sehr unnoble Handlungsweise von zeigt.( Lebhafter Beifall.)" Mitten im tiefsten Glend, ausgebeutet Pistorius, daß er zwei Jahre lang über diese vorkommnisse schwieg vom Rapital, entrechtet von der bürgerlichen Gesellschaft, strebt gardt aus Siegersdorf im Kreise Bunzlau wurde von der hiesigen und erst dann damit herausrückte, als er sich mit Kießling die deutsche Arbeiterschaft nach geistiger Nahrung und will den Strafkammer zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt wegen eines Sittlichkeitsvergehens, das er im März dieses verfeindet hatte. Gegen Kießling muß ferner der Vorwurf er- höchsten Idealen des Menschenlebens, der Kunst, entgegeneilen. Jahres in seiner Kirche verübt hat. Das Dienstmädchen hoben werden, daß er, ohne einen Schiedsspruch abzuwarten, fich Welche Partei kann sich außer der unserigen noch eine solche des Kantors in Siegersdorf war am 25. März mit der Reinigung mittels der Faust Recht verschaffte, er, der träftigere gegen den Diskussion leiften? Welcher Partei ist die Kunst noch ein Leit der Kirche beschäftigt gewesen. Der Paftor war hinzugekommen schwächeren Mann. Wir sprechen unser Bedauern um so mehr stern für die Bahn, die sie in Zukunft zu wandeln hat?( Lebhafter und hatte dann in der Safristei einen unfittlichen Angriff auf über diesen Fall aus, als Pistorius sowohl wie Kießling alte Beifall.) und erprobte Parteigenossen waren. das Mädchen gemacht. Die Folge war seine alsbaldige Amts. Von beiden hat be= Und die dritte Frage, die uns beschäftigt hat, die Frage entsegung und die demnächstige Verurtheilung. Der in den sonders Kießling seine Pflicht während des Sozialisten- der gewerkschaftlichen Organisation, die Frage der Agitation, dreißiger Jahren stehende Mann war damals Wittwer und im gesetzes in vollem Umfange gethan. Um so bedauerlicher auch fie gehört zu den großen Fragen, die hier wiederum aufs ist es, daß sie hierbei ihre persönlichen Interessen über neue die Entschlossenheit der Sozialdemokratie gezeigt haben, nicht Begriff gewesen, sich wieder zu verheirathen. das Parteiinteresse stellten! Es war für uns unter diefen abzuweichen von dem Wege, den sie nach dieser Richtung hin in Umständen die Entscheidung über das Vorgehen Kießling's sehr so erfreulicher Weise beschritten hat. Verantwortlicher Redakteur: Auguſt Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 244. aber " " Lokales. " " " " Sonnabend, den 17. Oktober 1896. 13. Jahrg. Diese Frage, die den eigentlichen Kern der Schulfrage bildet, Mutter und ihre beiden vier resp. sechs Jahre alten Kinder unter fann nur gelöst werden von der Arbeiterklasse, nur durch Um- verdächtigen Erscheinungen. Der hinzugerufene Arzt, Herr gestaltung der Gesellschaft in sozialistischem Sinne. Dr. Sternberg, fonstatirte Bergiftung, welche vermuthlich durch Maezke heißt. der bei ihr Mann Achtung, 2. Wahlkreis! Am Sonntag, den 18. Oktober, abends 61/2 Uhr, findet bei 3ubeil, Lindenstr. 106, eine Die authentische Feststellung des richtigen Familien- den Genuß von Gänseklein hervorgerufen worden ist. Diese öffentliche Versammlung statt, auf welche die Parteigenofsinnen namens macht einem Arbeiter große Schwierigkeiten, der bis zu Annahme, daß das Fleisch der Gans vollständig mit Gift durchund Genossen hiermit hingewiesen werden. Näheres befagt die feiner Militärzeit ebenso wie feine Geschwister-ben Namen fett fei, hat eine recht bedauerliche Bestätigung gefunden. Annouce in der Sonntagsnummer. Megter, genannt Schrader führte. Von da an wurde ihm Die Aufwärterin der Frau Sch., sowie ein Die Vertrauensperson. der Gebrauch des Namens Schrader untersagt und er nunmehr in Schneiderwerkstatt beschäftigter junger Megter geschrieben. Ein behufs seiner standesamtlichen Ver- hatten trotz des Verbotes sowohl sowohl seitens des Arztes Begabte, aber arme Gemeindeschüler können in Berlin, ehelichung vom Pfarramt seines Geburtsortes ausgestellter Tauf- als auch der Frau Sch. vorgestern von der fraglichen Gans wenn sie schon mit 12 Jahren die 1. Klaſſe durchgemacht haben, schein nennt ihn Maekker, welche Schreibart mun natürlich in gegeffen und zwar die Aufwärterin von dem Rücken und der zu weiterer Ausbildung freien Unterricht auf einer höheren die Register des Standesamts überging. Sein erster Sohn wurde junge Mann von der Brust. Beide erkrankten wenige Stunden Lehranstalt der Stadt erhalten. In den Realschulen können sie wieder als Metzker, der zweite dagegen mit dem Namen Machter später außerordentlich schwer, ebenfalls unter Bergiftungsgleich in Quarta unter ungefähr ebenso alten und ebenso unter eingetragen. Um Gewißheit über die richtige Schreibart seines erscheinungen. Alle sechs Personen befinden sich zur Zeit außer richteten Schülern anfangen, auf Gymnasien und Realgymnasien Namens zu erhalten, wandte sich der Mann wiederum an das Lebensgefahr und die zuerst erkrankten vier Mitglieder der wo der fremdsprachliche Unterricht schon in der Pfarramt seiner Heimath und erhielt darauf den Bescheid, daß Familie Sch. dürften bald wieder hergestellt sein. Die Reste der untersten Klasse beginnt, müssen sie erst nochmal nach Sexta aus dem Taufschein seines Vaters hervorgehe, er heiße fraglichen Gans, die weder im Geschmack noch im Geruch auch 3u meist neunjährigen Knaben, über die sie in den Maetzke. Der Wirrwar schien immer größer zu werden. nur im geringsten auffällig war, werden zur Untersuchung dem anderen Fächern längst hinaus find. Ueber diese Ein- Daher wandte sich der Mann behufe Richtigstellung seines Reichs- Gesundheitsamt überwiesen werden. richtung, die oft eine rasche Verbummelung und baldigen Namens an das Kultusministerium, welches die Angelegenheit Wiederaustritt der nicht genügend angeregten ehemaligen Volts: der Regierung zu Magdeburg übergab. Diese ertheilte dem durch einen sonderbaren Borgang in dem Hause Zionstirchstr. 50 Das Einschreiten der Polizei wurde Freitag Morgen schüler bewirkt, wird in der bürgerlichen Presse wieder einmal Gesuchsteller den Bescheid, daß sich bezüglich seines Familien- veranlaßt. Dort hatte der Barbier Gustav Werner, der vor distutirt. In der Voff. 3tg." wird gefordert, entweder für namens nichts sicheres feststellen lasse. Anscheinend heiße er gestern aus der Gegend von Zossen nach Berlin zugereift ist, bei ältere Schüler ein besonderes Gymnasium mit fürzerem Rurfus Metzke. Er müsse aber, da er auf den Namen Maeßter feinem zukünftigen Schwager, dem Schuhmachermeister H. über. zu schaffen und diesem die Freischüler aus Volksschulen zu über: getauft sei, auch ferner diesen Namen führen, falls er nicht beim nachtet. Werner leidet zuweilen an der merkwürdigen Einweisen, oder durch private Borbereitung im Latein einen Eintritt Polizei- Präsidium von Berlin um Namensänderung vorstellig bildung, daß man ihm gewisse Stoffe, die er selbst nicht genauer mindestens gleich in Quarta zu ermöglichen. Die Volks- werde. Der Mann that das lettere, vom Polizei- Präsidium tennt, ins Wasser mische, um ihn zu grunde zu richten. Da nun Beitung" befürchtet von dem besonderen Gymnasium eine wurde ihm jedoch gerathen, sich an das Konsistorium der Provinz gestern Morgen Werner einen Eimer mit Wasser nahm, um Berewigung der Absonderung der Gemeindeschüler den höheren" Schülern und eine Steigerung der sozialen Gegen der als Metzker in den Registern des Standesamts wieder wegzunehmen, so entstand ein großer Lärm und Zusammen. von Brandenburg um Aenderung des Namens seines ersten Sohnes damit zur Polizei zu gehen, und H. versuchte, ihm den Eimer fäße, will es aber afzeptiren, falls es, ebenso wie aller anderen steht zu wenden. Vom Konstiftorium erhielt er dagegen den lauf im Hause, bis ein Schuhmann kam und Werner, den HausSchulen, mit der Gemeindeschule als gemeinfamer Grundlage Bescheid, daß seinem Antrage nicht stattgegeben werden könne, bewohner mittlerweile in Gewahrsam genommen hatten, mit organisch verbunden und der Besuch der Gemeindeschule als all denn es sei nicht erwiesen, daß sein richtiger Familienname fammt dem Eimer mit zur Revierwache nahm. Dort mit seinem gemeine Voltsschule wenn wir recht verstanden haben Maezker sei, um so weniger, da feine fämmtlichen Geschwister Verlangen abgewiesen, ging der Barbier nach der Charitee, um obligatorisch wird. Die in der„ Voff. 8tg." gemachten Vor- den Namen Megfer führen. Die Konfusion ist also noch nicht hier das Wasser auf die geheimnißvolle Mischung untersuchen zu schläge beweisen der Bolts- 3tg." beide, daß die System entwirrt, und der Mann mit dem zweifelhaften Namen hat die lassen. Da er auch hier nichts ausrichtete, brach er mit dem losigkeit unseres Schulwesens so wie jetzt nicht fortbestehen Wahl, gestützt auf behördliche Dokumente, sich nach Belieben Eimer zum Polizeipräsidium auf, das sich seiner wohl wird an fann". Uns beweifen die Vorschläge der Voff. 3tg." wie Megfer, genannt Schrader, Meyker, Maekker, Mehke oder Maeßte genommen haben, nachdem er die Wohnung seines Schwagers hat der Volks- 8tg." aufs neue, daß die Schulfrage von der bürgerlichen Gesellschaft niemals gelöst werden kann und viel zu nennen, während sein erster Sohn Mezke, der zweite aber verlassen müssen und so obdachslos geworden ist. leicht nicht einmal richtig erkannt wird. Die schlimmste, SystemZu dem Ueberfall auf den praktischen Arzt Dr. med. Eckert losigkeit" unseres Schulwesens und volkswirthschaftlich zu- Berliner Droschkenkutscher am Zoologischen Garten. gleich eine Verschwendung ohne gleichen besteht doch wohl In einem hiesigen Blatte lesen wir: Einem Boykott des Bahn- wird noch gemeldet: Herr Dr. E. war, als er die Sanitätswache darin, daß heute begabte Kinder armer Eltern mit wenigen Aus- hofes Zoologischer Garten seitens der Berliner Droschkentutscher weise sowohl über seine Versonalien als auch über die Ursache nahmen in den Volksschulen verkümmern müssen, während un- wird jetzt ernstlich das Wort geredet. Veranlassung zu diesem begabte Kinder reicher Eltern, ebenfalls mit wenigen Ausnahmen, eigenartigen Vorgehen ist die nicht gerade freundliche Be- der Verlegungen jegliche Auskunft, so daß anzunehmen, daß Herrn mit Hilfe von Hauslehrern u. f. w. durch die höheren Schulen handlung, welcher die den Bahnhof anfahrenden Berliner Dr. E. die Mefferhelden nicht ganz unbekannt seien. Die Verdurchgedrückt werden können. Allerdings fieht auch der Verfasser der Droschtenkutscher von jeber seitens Charlottenburger Polizei legungen, welche derfelbe erlitten, find furchtbar und werden ihn für die Dauer seines Lebens entstellen. Eine Schnittwunde erbeamten ausgesetzt sind. Ist es doch erst kürzlich vorgekommen, Notiz in der„ Boff. 3tg." ein, daß arme Leute ihre Söhne nicht bis zum bag teh Bahnhof haltende Berliner Droschten Stall und streckt sich von der Schläfe aus über den Hals und die Schulter fortgejagt wurden und die Rutscher thre theil deshalb die Freistellen nicht in vollem Umfange beansprucht Blechmarken zurück erhielten. Die dort herrschenden seltsamen Schlagader freigelegt und wäre die Wunde um ein paar tiefer werden. Aber obwohl es ihm aus vielen Gründen erwünscht" wäre,„ daß wirklichen Talenten aus ärmeren Familien der Zu Berhältnisse finden jetzt ihre Aufklärung in einem Antwort, tödtlich gewesen. Durch eine Schnittverlegung am linten Handgang zu den höheren Lehranstalten nicht nur eröffnet, sondern schreiben der Polizeidirektion zu Charlottenburg auf eine an sie gelent sind die sämmtlichen Sehnen und Arterian desselben bis auch erleichtert wird", wagt er sich doch nicht hinaus über das ergangene Beschwerde bezüglich des vorerwähnten Falles. In zur Pulsader durchschnitten, so daß die Hand nur lose am Fleisch besondere Gymnasium, das das Grundübel natürlich nicht be- dem Schreiben wird nämlich dargelegt, daß der betreffende herunterhing. Die übrigen Verlegungen am Hinterkopf erwiesen feitigen tönnte. Die" Bolts- Beitung" geht auf den Kernpunkt, Bolizeibeamte berechtigt war, die Berliner Droschten vom Halte fich als weniger bedenklich. Herr Dr. E., der allerdings durch die wirthschaftliche Lage der Eltern, überhaupt nicht ein, so daß plage Bahnhof Zoologischer Garten fortzuweisen, da nach der enormen Blutverlust start geschwächt war, befindet sich wie nicht zu ersehen ist, wie es erreicht werden soll, daß nicht Salteplaklifte nur 2 bis 25 Charlottenburger Droschken dort wir hören zur Beit nicht mehr in direkter Lebensgefahr. blos jeder die gemeinsame Elementarschule besuchen muß, halten dürfen! Und dann heißt es wörtlich weiter:„ Wenn troß- Von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden ist sondern auch jeder, sofern er befähigt ist, die höheren Stufen des dem die Berliner Droschten nicht immer fortgewiesen werden, die Leiche des 47jährigen Schlächters August Schröder aus der Schulfystems befuchen tann. Gegenüber dieser letzteren Frage weil häufig die Charlottenburger Droschten nicht in genügender Suffitenstraße 2. Schröder wurde gestern Nachmittag in feiner erscheint die Streiterei darüber, ob das Bourgeoistind die Bolts Bahl vorhanden sind, so berechtigt das noch feinen Berliner Wohnung von Krämpfen befallen und starb abends gegen 8 Uhr schule oder eine besondere Vorschule besuchen soll, ob das mit Droschkenkutscher zu der Forderung, auf dem Halteplage belaffen unter Vergiftungserscheinungen. einer Freistelle beglückte Proletarierfind erst nach Sexta oder 3 werden." Die Berliner Droschtenkutscher find nun aber nicht Der Gefangene, welcher sich vorgestern Vormittag im gleich nach Quarta oder auf eine besondere Schule kommen soll, willens, sich als Nothhelfer gebrauchen zu laffen und sich weiter. Moabiter Untersuchungsgefängniß dadurch das Leben nahm, daß fehr nebensächlich. Die Zahl dieser Auserwählten ist hin der Gefahr auszusetzen, nach dem jeweiligen Ermessen eines garnicht einmal so groß, daß der Berliner Stadt- Charlottenburger Polizeibeamten fortgejagt zu werden; sie ver er sich aus der vierten Etage über die Barriere der Rotunde verwaltung die Schaffung einer besonderen Schule lohnend langen vielmehr gleiches Recht für alle, und darum wird jetzt schwang und hinabstürzte, war ein 64jähriger Mann von außer erscheinen könnte. Angaben über die Uebernahme von Gemeinde- energisch einem Boykott das Wort geredet, um das Publikum halb, der tags zuvor wegen eines Sittlichkeitsverbrechens, be= schülern als Freischüler sind uns bis 1893/94 bekannt. Von zu Beschwerden zu veranlassen und auf diese Weise die Polizei gangen an seiner eigenen Tochter, zu einem Jahre Zuchthaus Der Mann ist direkt mit dem Kopfe Ottober 1876 bis März 1894 wurden nur 474 übernommen, Direktion von Charlottenburg zur bedingungslosen Anerkennung verurtheilt worden war. auf den harten Asphaltboden geschlagen, so daß der Schädel in speziell 1889/90: 14, 90/91: 16, 91/92: 13, 92/93: 18, 93/94: 7. der Berliner Droschkenkutscher zu bewegen. mehreren Stücken auseinanderplatte und das Gehirn auf den Fliesen Nach Abzug der Wiederausgeschiedenen nebenbei bemerkt: von Das Standbild der heiligen Gertraud auf der Gertraudten lag. Derartige Selbstmorde sind schon wiederholt vorgekommen. 243 bis März 1890 Ausgeschiedenen gingen nur 46 mit Militär- brücke wird eine kleine Veränderung erfahren. Der Granitsockel Erst in der vorigen Woche stürzte sich ein 18jähriger Knabe aus zeugniß, 24 ans oberen Klassen, 34 mit Abiturientenzeugniß ab!- wird um einige Zentimeter verringert, wodurch das Standbild der dritten Etage über die Barriere der Rotunde, doch kam er blieben im März 1890: 177, 1891: 140, 1892: 133, 1893: 130, 1894: dem Beschauer näher gerückt wird. Außerdem soll die Verankerung unverletzt davon, nur flagte er ein wenig über eine leichte Ber103. Der Auserwählten find also immer weniger geworden. Die mehr befestigt werden. Zu dem Zwecke ist gestern ein Gerüst auf stauchung des rechten Fußes. Die Gefängnißverwaltung wird Frage, wie dem Talent der Weg zu höherer Ausbildung zu der Brücke errichtet. sich nun wohl oder übel einmal entschließen müssen, die niedrige fichern ift, fann mit solchen und ähnlichen, der bürgerlichen GeBarriere der Rotunde durch ein höheres Gitter gefahrloser zu sellschaft in ihren Kram passenden Mittelchen nicht gelöst werden. machen, oder in den höheren Etagen Fallneze anzubringen, denn Rienzi. 97] Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. Vergiftung durch Gänsefleisch? Vor einigen Tagen erkrankte die in der Markusstraße wohnende Wittwe Sch.. deren so viele unserer Schwestern. Als die wenigen, die noch von der Seuche verschont worden waren, sich zerstreuten, verließ sie das Kloster, ich weiß aber nicht, wohin sie sich begeben haben mag, sie hatte Freunde in Florenz, ihre Namen sind mir jedoch unbekannt." Ich vernehme aus Deinen Worten, daß Du eben erst nach Florenz gekommen bist. Hier verläßt der Sohn seinen Vater und die Mutter ihr Kind. Wenn das Leben, am hoffnungslosesten ist, dann klammern sich diese Würmer Ehe dieser furchtbare Vers zu Ende war, verließ eines Tages an dasselbe, als sei es das ewige Heil der UnAdrian, der wohl fühlte, daß unter solchen Orgien ihm sterblichkeit. Nur für mich hat der Tod keine Schrecknisse ,, Gott segne Dich, heilige Schwester, Gott segne Dich! teine Wahrscheinlichkeit für erfolgreiche Nachforschungen mehr. Lange von der Welt getrennt, seh' ich alle meine Seit wie lange verließ sie das Kloster?" blühe, das entheiligte Gemach und floh, taum Schwestern sterben, die heiligen Häuser entweiht, die Altäre Seit vier Tagen hausen die Räuber und Bösewichter Athem schöpfend, so groß war das Entsetzen, das ihn erfaßt Gottes umgestürzt, und es liegt mir wenig daran, ob ich in dem Hause der heiligen Maria," erwiderte die Nonne hatte, bis er wieder in dem Hofe unter dem heißen, un- die letzte bin, welche die Best verschont." seufzend. gesunden, drückenden Sonnenlichte stand, das für die Szene, Die Nonne hielt einige Augenblicke inne, und als sie" Vier Tage? Und weiter kannst Du mir keinen Aufwelche es beleuchtete, eine geeignete Atmosphäre schien. das gesunde und kräftige Aussehen Adrian's bemerkte, schluß geben?" Gleichwohl beschloß er, den Ort nicht zu verlassen, ohne feufzte sie tief und sagte: Fremdling, warum fliehst Du" Nein, doch bleibe, junger Mann," und die Nonne noch weitere Nachforschungen angestellt zu haben, und nicht? Du könntest ebenso gut in die gefüllten Grab- trat näher zu ihm und flüsterte ihm in das Dhr:" Frage während er nachdenkend und unschlüssig außerhalb des gewölbe und in die faulende Verderbniß des Todes treten, die Becchini."*) Hofes stand, erblickte er ganz nahe eine kleine Kapelle, durch, als in der Stadt ein lebendiges Wesen, das Du suchst, Adrian trat erschrocken zurück, bekreuzte sich und ver Seren hohe Fenster schwach und durch das Tageslicht ge- auffinden." ließ schnell das Kloster, ohne zu antworten. Er bestieg dämpft, der Schein von Kerzen schimmerte. Er wandte" Heilige Schwester," erwiderte der Römer, ich bitte sein Pferd und ritt in das Innere der Stadt zurück. sich gegen die Thür, trat ein und sah neben dem Aller: Dich, beantworte mir noch eine Frage. Du bist, wie mich Wirthshäuser und Herbergen gab es nicht mehr, aber die heiligsten eine einzige Nonne knieend beten. Auf dünkt, von der Schwesterschaft dieses entweihten Klosters, Paläste der Gestorbenen standen den Lebenden offen. Er einem langen Tisch, an dessen Enden die Wachskerzen fage mir, weißt Du vielleicht, ob Frene di Gabrini), die trat in einen derselben, ein fürstliches und prächtiges Gestanden, deren Schein ihn herbeigezogen hatte, erblickte er in Schwester des ehemaligen Tribunen Roms, welche sich bei bäude. In den Ställen fand er noch Futter in den mehreren offenen Särgen die kaum erkennbaren Züge der der Aebtissin hier aufhielt, noch unter den Lebenden ist?" Krippen, aber die Pferde, deren Besitz zu jenen Zeiten in Leichen, die sie enthielten. Adrian, durch die Heiligkeit und Bist Du ihr Bruder?" fragte die Nonne. den italienischen Städten ein Beweis sowohl von Rang, als tiefe Trauer des Orts ergriffen, und gerührt durch den" Ich bin ihr Verlobter," erwiderte Adrian traurig. von Reichthum war, waren mit ihren Herren verschwunden. Anblick jener einsamen und sich selbst aufopfernden Wächterin" O, Fleisch, Fleisch, wie bist Du mächtig selbst unter den Der edle Ritter übernahm das Amt eines Stallknechts, der Todten, kniete nieder und richtete inbrünstige Gebete Triumphen und in dem Spital der Verderbniß!" sagte die zäumte das Pferd ab, band es an die Krippe, und als zum Himmel. Als er sich, etwas erleichtert von den Ge- Nonne." Gitler Mann, denke nicht an solche irdische Ver- das ermüdete Thier, der Schreckniffe, die es umgeben, sich fühlen, die sein Herz bedrängten, wieder erhob, richtete bindungen, schließe Deinen Frieden mit dem Himmel, denn unbewußt, begierig über das Futter herfiel, wendete sich auch die Nonne auf und erschrat, als sie ihn bemerkte. Deine Tage sind sicherlich gezählt!" Adrian fich ab und murmelte:" Treues Thier, Unglücklicher Mann," sagte sie, mit einer schwachen Weib!" rief Adrian ungeduldig, zürne nicht über möge die Best Dich verschonen, und Du Deinen Herrn und feierlichen Stimme, welche wie die eines Geistes er eine Verbindung, deren Heiligkeit Du nicht würdigen mit einem leichten Herzen von hier forttragen." Eine flang, wie tommst Du hieher? Siehst Du nicht die Leichen, fannst. Ich frage Dich nochmals bei Deiner eigenen geräumige Halle, mit Waffen und Bannern behangen, eine die ein Opfer der Beft geworden sind? Du athmest Luft, Hoffnung auf Gnade und Barmherzigkeit, lebt Frene noch?" die den Tod in fich trägt! Fort von hier, und suche in dieser Verwüstung Dir einen Ort, an den der schreckliche Gast noch nicht gelangt ist!" Die Gefahr erschreckt mich nicht," erwiderte Adrian, denn ich suche ein Wesen, dessen Leben mir theurer ist als mein eigenes." " " Die Nonne erschrat über die Heftigkeit des jungen Mannes, und nach einem Augenblick, der den Liebenden eine qualvolle Ewigkeit zu sein schien, erwiderte sie: Das Mädchen, von dem Du sprichst, starb nicht, wie *) Der Familienname Rienzi's war Gabrini. " die Leichen auf Todtenbahren, durch Bürger von gleichem Range Dem gewöhnlichen Gebrauch in Florenz gemäß wurden mit den Verstorbenen begleitet, nach ihren Ruhestätten gebracht. aber während der Pest konnten nur Menschen von dem niedrigsten Pöbel durch ungeheure Belohnungen vermocht werden, die Todtes au beftatten. Diese nannte man Becchini. sonst kann es eines schönen Tages geschehen, daß ein mißliebiger Aufseher ganz unfreiwillig über die Barriere fliegt und mit zerSchmetterten Gliedern unten liegen bleibt. Ans nuglücklicher Liebe hat sich Donnerstag Abend kurz nach 10 Uhr die 28jährige Schneiderin Marie Rothenburg in ihrer Wohnung Keibelstraße 11 erschossen. Sie war von ihrem Bräutigam verlassen worden. Die Kugel war in das Herz eingedrungen und hatte alsbald den Tod herbeigeführt. daher der Ruf:„ Der hohe Protettor dieses großen Werkes das erwartete große Schlußgeschäft vollkommen ausblieb. Das Se. t. 5. Prinz Friedrich Leopold lebe hoch hoch- hohe Entree von 2 M. ließ nur verhältnißmäßig wenige Besucher hoch!!!" erscheinen, wenngleich die Dauerfarten fast sämtlich vertreten Auf den rauhen Boden nüchterner Wirklichkeit führte Herr waren. Das Publikum zog sich größtentheils bereits um 7 Uhi Goldberger die Aussteller mit der folgenden verzuckerten zurück, sodaß der Park zur frühen Abendstunde fast wie ausgestorben Pille zurück: erschien. Nur in einzelnen Restaurants fanden noch Abschiedsfeiern Der weite Rahmen, das eigentliche Gelände erzwangen statt, welche sich die Angestellten in der Ausstellung einander gaben. wachsende Aufwendungen. Daß der Garantiefonds in immerhin Die meisten Etablissements schlossen in der Zeit von 8-9 Uhr. mäßigen Grenzen nicht unbeansprucht bleibt, kann den Erfolg Besondere Misstimmung verursachte es, daß bei dem hohen Aus den Nachbarorten.nunferes Werkes nicht beeinträchtigen." Entree die Sonder- Ausstellungen extra Eintrittsgeld erhoben. Der gegenwärtige Handelsminister Brefeld, sowie der So fam es, daß die Kolonial- Ausstellung und Alt- Berlin im An die Parteigenoffen von Tempelhof, Meriendorf frühere, Herr v. Berlepsch, hielten Reden, die ein öffentliches Laufe des Tages wohl von je kaum 1000 Personen besucht und Umgegend! Wie schon früher, so bringen wir auch jetzt Interesse nicht haben. wurden. Pferdebahn und Stadtbahn fuhren nach 9 Uhr fast wieder den Parteigenossen die für unsere Ortschaften in betracht femmende politische Organisation in Erinnerung. ftets leer und gegen 11 Uhr mochte wohl der letzte Besucher die Es genügt Nachbenannten Gewerbetreibenden ist in Anerkennung Ausstellung verlassen haben. Von den Bächtern wurden noch = wicht, daß man bei der Wahl seine Stimme abgiebt; Pflicht Medaille mit der Umschrift Für gewerbliche Leistungen" in am Abend alle Vorbereitungen getroffen, daß am folgenden eines jeden tlassenbewußten Proletariers ist es, der Organisation anzugehören und für sie zu wirken. Die Gelegenheit dazu bietet Gold verliehen worden: 1. den Teppichfabrikanten Emil Becker Morgen bereits mit der Ausfuhr der Ausstellungsgegenstände beder Arbeiter Bildungsverein für Mariendorf und Umgegend. und Hoffbauer, 2. den Gobelinfabrikanten Wilhelm Ziesch u. Co., gonnen werden konnte. Da es Aufgabe des Vereins ist, seine Mitglieder in politischer 3. dem Kaufmann und Fabrikanten J. A. Heeſe, 4. der Firma Die Ausstellung und ihr Protektor. Die National und wissenschaftlicher Beziehung zu belehren, so sollte es Pflicht Rudolf Herzog. 5. der Schuhwaarenfabrik von Oppermann u. Co., Zeitung" schreibt schmerzerfüllt über die Schlußfeier der eines jeden Genoffen sein, sich dem Verein anzuschließen. Die 6. dem Granitwerke von Kessel u. Röhl, 7. den Steinſegmeistern Gewerbe- Ausstellung:„ Bom Hofe war niemand anwesend. Versammlungen finden jeden Sonntag nach dem 15. bei P. Wimmel u. Co., 8. dem Möbelfabrikanten C. Pohl, Der Protettor der Ausstellung, Prinz Friedrich Leopold, Teutschbein in Marienfelde, die Lese- Abende jeden Dienstag Bubl u. Wagner in Riydorf, 10. der Aktiengesellschaft für haupt ferngeblieben war, ließ sich auch diesmal durch sämmtlich in Berlin, 9. der Deutschen Glasmofait- Anstalt welcher während der ganzen Dauer ihr über nach dem 1. und 15. bei Gerth in Tempelhof, Dorfstr. 10, statt. Am 18. Oktober, nachmittags 3½ Uhr, ist General Fabrikation von Bronzewaaren und Zinkguß vormals J. C. Spinn einen Adjutanten vertreten." Es wäre zuviel verlangt, wenn versammlung. Beitrittserklärungen nehmen zu jeder Zeit ent- u. Sohn in Berlin, 11. der Aktiengesellschaft vormals H. Gladen man vom Bürgerthum erwarten wollte, daß es aus dieſer gegen: für Tempelhof: die Genossen A. Thiel, Friedrich beck u. Sohn, Bildgießerei in Friedrichshagen bei Berlin, 12. der Thatsache die entsprechenden Lehren zieht. Wilhelmstr. 17, und A. Müller, Berlinerstr. 41; für Marien- Stahlwaarenfabrik J. A. Henckels in Solingen, 13. der Firma Auch die Volks- Badeanstalt der Gewerbe- Ausstellung soll dorf: die Genossen Alph. Senger, Ackerfir. 12, und werkstatt in Berlin, 14. den Goldschmieden D. Bollgold u. Sohn hat die Direktion derfelben jetzt, nachdem der Magistrat den Schulz u. Soldefleiß, Kunstschmiede und Eisenkonstruktions- den Besuchern des Treptower Parts erhalten bleiben; wenigstens G. Schneider, Bergstr. 19. Der Vorstand. in Berlin, 15. der Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation in : Berlin, 16. der Fabrik chemischer Produkte Kunheim u. Go. in Abbruch aller Ausstellungsbauten beschlossen hat, ein auf die Gewerbe- Ausstellung 1896. Berlin, 17. den Seifen- und Parfümerie- Fabrikanten Treu u. Erhaltung der Anstalt abzielendes Gesuch eingereicht. Die Ausstellung so schreibt die„ National Zeitung", ist Nuglisch in Berlin, 18. den Chokoladenfabrikanten Theodor Die Unfallstation auf der Ausstellung ist mit dem heutigen nicht ohne einen guten Witz zu Ende gegangen. Und der bei Hildebrand u. Sohn in Berlin, 19. den Tabak- und Bigarren- Tage aufgehoben worden. Die Sanitätswache, die noch diesem Anlaß einen außergewöhnlichen Humor entwickelt Fabrikanten Loeser u. Wolff in Elbing, 20. dem Flügel- und bis zum Abriß der Bauten bestehen bleibt, hat ihre Dienstzeit hat, ift niemand geringeres als der Herr Amts- Pianofortefabrikanten G. Bechstein in Berlin, 21. der Maschinen- auf die Tagesstunden von 8 bis 52 Uhr verlegt. vorsteher von Treptow. Man hätte ihm das in der That bauanstalt Aktiengesellschaft H. F. Eckert in Friedrichsberg bei nicht zugetraut. Also am Donnerstag, während der Arbeits- Berlin, 22, der Maschinenfabrik C. 2. P. Fleck Söhne in Berlin, Schluß der Ausstellung in der Maschinenhalle. Eine in der Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich noch kurz vor ausschuß sich zum letzten schweren Gange rüstete, zu der Schluß- 23. der Maschinenbauanstalt, Eisengießerei und Resselschmiede Petroleumbrennerfabrik von Otto Müller beschäftigte Arbeiterin feier, nach welcher unmittelbar die Hallen geschlossen werden von T. Hoppe in Berlin, 24. der Maschinenfabrik und Eiſen gerieth mit dem Zeigefinger der linken Hand unter die Stanze sollten, und während draußen sich hunderte von Arbeitern gießerei von G. Hummel in Berlin, 25. der Maschinen- und und erlitt dadurch eine vollständige Bertrümmerung fammelten, mit Art und Hammer des Rufes harrend, der an 26. dem Maschinenfabrikanten G. Echlicensen in Berlin, 27. der das Mädchen per Droichte nach dem Krankenhaus Bethanien Waffenfabrik Aktiengesellschaft Ludwig Löwe u. Ko. in Berlin, bes Finger3. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde fie ergehen würde, um das Zerstörungswerk zu beginnen, traf Maschinenfabrik und Kesselschmiede von R. Wolf in Magde überführt. Außer diesem Fall wurden noch zehn weitere ein amtliches Schreiben ein, schwerwiegenden Inhalts. Wer burg- Buckau und 28. der Optischen Anstalt von E. P. Gör Personen am letzten Ausstellungstage von der Sanitätswache erräth wohl, was darin stand. Es wurde im Laufe der Ausstellung manches Räthsel aufgegeben, daß schwer zu lösen hebben und behandelt. in Schöneberg bei Berlin. Die von der Kaiserin verwar, beispielsweise die Gewichtsangabe des großen Chokoladen- liehenen goldenen und silbernen Portraitmedaillen entfielen blockes von André Maurion und es haben sich einige Hunderttausend auf: Gruppe III, goldene Medaille: Regierungsbaumeister damit beschäftigt. Schwer wie die Aufgabe war, werden wohl 2. Stapf; filberne Medaille: Deutsche Linoleumfabrik in doch einige fie annähernd gelöst haben. Immerhin war dies Köpenick G. H. Schuppmann Keyling u. Thomas Gegen den Bankier Gustav Moser aus Berlin, BellevueRäthsel ein Kinderspiel gegen die Frage: Was mag der Amts- A. u. D. Mack. Gruppe XI, goldene Medaille: H. Pfau, Hofstraße 9, ist nunmehr doch Anklage wegen fahrlässiger Tödtung vorsteher von Treptow dem Arbeitsausschuß am Donnerstag noch lieferant; filberne Wiedaille: Getter u. Döring C. Geppers erhoben worden. Herr M. hat am 8. Februar in der Bernauer mitgetheilt haben?" Man darf darauf wetten, niemand erräth G. Lenz.-P. Hartwig. Gruppe XIII, goldene Medaille: Stadtforst, deren Jagd er gepachtet hatte, den Förster Rourad es. Und deshalb sei es gefagt: es traf die offizielle Bauerlaubniß Rietschel u. Henneberg; silberne Medaille: G. Dittmann für eine große Anzahl der Gebäude ein, darunter so umfang: Gruppe XVIII, goldene Medaille: Verein für häusliche Gesund- und die Ladung traf den 50 Schritt entfernt stehenden Förster Konrad Börner u. Herzberg Elfter David Grove vom Forsthaus Waldkater" erschossen. Durch einen unglücklichen Zufall ging Moser's Gewehr beim Laden bezw. Zuschlagen los reicher Bauten, wie das Wohlfahrts- und Schulgebäude u. a. heitspflege; silberne Medaille: Zentralverein für Arbeitsnachweis fo unglücklich in die Brust, daß nach einigen Minuten der Tod des Wir verwahren uns ausdrücklich dagegen, daß wir scherzen. Die offizielle Bauerlaubniß ist thatsächlich eben erst Kuratorium der Unfall- Station- Berliner Baugenossenschaft angeschoffenen eintrat. Der unglückliche Schüße wollte sich aus Verein für Volksbäder eingelaufen. Wenn man aber fragt, warum das wohl so sein Zentral- Bauverein F. u. 2. F. u. 2. Verzweiflung selbst erschießen, wurde aber durch seine Jagdmag, so tönnen wir nur mit Hamlet antworten:„ Es giebt mehr Lautenschläger. freunde davon abgehalten, doch stellte er sich sofort dem Gericht. Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit fich Die erste Straftammer am Landgericht II hat es im Monat träumen läßt." Bielleicht weiß es Herr Hoffmann in Treptow August abgelehnt, die von der Staatsanwaltschaft beantragte selbst nicht. Erhebung der Auflage zu beschließen, die Staatsanwaltschaft hat aber hiergegen Beschwerde eingelegt und das Kammergericht hat nunmehr die Erhebung der Anklage angeordnet. " Kommerzienrath Kühnemann, der auch bei Eröffnung der Ausstellung eine Rede gehalten hat, welche die alte Gr fahrung bestätigt, daß Leute, die nach unten hin die Faust nicht forsch genug zeigen können, nach oben hin den Rücken frumm halten, Kommerzienrath Kühnemann also sprach auch bei der Schlußfeier einige Worte, die nach der„ National- Zeitung" wie folgt austlangen: in der = Richard Goede. Vororte. Gerichts- Beitung. 5819 7900 Angaben über den Besuch der Ausstellung und ihrer einzelnen Veranstaltungen veröffentlicht ein hiesiges Lokalblatt: Die Hauptausstellung selbst wurde demnach besucht von etwa 3 500 000 zahlenden Personen. Da die Ausstellung während 168 Tagen geöffnet war, ergiebt das einen Durchschnittsbesuch Berlin 1 790 000 Besucher aufzuweisen. Die elektrische Rundbahn Berlin sind jetzt 540, bei dem Landgericht II 119 Rechtsanwälte von etwa 20 800 Personen täglich. Kairo hatte 2 000 000, AltDie Zahl der Rechtsanwälte. Bei dem Landgericht I in von Gebrüder Naglo ist von 2 500 000 Personen benutzt worden, beschäftigt. Rechnet man die 72 bei dem Kammergericht zu ihrer Beförderung wurden rund 40 000 Züge zu einem, fungirenden Rechtsanwälte hinzu, so ergiebt sich die achtbare zwei und mitunter auch drei Wagen abgelassen. Die Stufen: Bahl von 731 Vertretern dieser Berufskategorie für Berlin und So ist das vorherrschende Gefühl bei uns heute bahn hat bei 141 Betriebstagen zu zehn Stunden 960 000 Karten Stunde des Schlusses dieses großen Werkes das des Dankes verausgabt. Die Marine Schauspiele veranstalteten vor 1 600 000 Besuchern etwa 850 Vorstellungen; das Kaiserschiff Der Spaziergang der Junungsbrüder. Aus Dresden und der Befriedigung; es drängt uns zunächst dem ersteren wies 800 000 Gäste auf. Der Pavillon des Vereins für Feuer- berichtet man uns: Ju aller Erinnerung stehen gewiß noch die Ausdruck zu geben. Dank empfinden wir und sprechen ihn freudig aus vor allem jenem Sproß unseres erhabenen Herrscher- bestattung ist von 1000 000 Personen aufgesucht worden. In Sozialistenverurtheilungen wegen des Spazierengehens am 1. Mai hauses, der mit dem erlauchten Namen der Hohenzollern unferer aller Art behandelt. Erwähnt sei noch, daß die Zahl der in den Sozialdemokraten gegenüber verboten seien, während andere der Sanitätswache der Ausstellung sind 2943 Erkrankungsfälle 1894. Wir verwiesen damals darauf, daß die Umzüge" nur den Ausstellung den Stempel töniglicher Huld aufdrückte. Aschinger'schen Stehbierhallen verkauften Würstchen sich auf eine ruhig umherziehen können. Reumüthig büßen wir, denn heute Vater des Volkes, Schirmherren des Friedens, Förderer halbe Million beläuft; A. Hefter hat in der Ausstellung etwa sind einmal gute Teutsche", teine Rothen", verurtheilt worden. der heimischen Gewerbe waren Brandenburger Kurfürsten, 100 000 Pfund Fleisch zu Wurst verarbeitet, was einem Wiaterial An einem schönen Sonntag hat die wohlgenährte Innung der RadePreußens Rönige durch Jahrhunderte stets. Und wenn wiederum einer diefes edlen Stammes von 180 Rindern, 800 Schweinen oder 1200 Kälbern entspricht. berger Fleischermeister eine Partie in den idyllischen Üttewalder nabe Beziehung mit dem Bürgerfleiß des Landes Als Beikost sind 7000 Brote und 70 Bentner Mostrich verbraucht Grund unternommen. Eine Musikkapelle erheiterte die Gemüther und befriedigte ihr Kunstgenußbedürfniß. Doch das Unglück trat, so empfinden wir solches mit aufrichtigem, innigem tommt wie der Bliz, in diesem Falle in der Gestalt des Forst Dant als verstärktes Zeichen gesegneten, glücklichen Zusammen- Der letzte Abend in der Gewerbe Ausstellung rief bei gehilfen Hensel. Dieser stellte zunächst fest, daß der Veranstalter wirkens. Zum Ausdruck dessen, was wir stolz empfinden, erschalle Ausstellern und Bächtern allgemeine Mißstimmung hervor, da des Zuges ein gewisser Herr Morig Hugo Tauchniß, seines Zeichens ein Fleischermeister aus Radeberg, war. Dieser hatte dem Beamten im Teutsche, wir sind keine Rothen". Eifer begegnet: Wir find gute Darob die anderen in so worden. = " breite marmorne Treppe, deren Wände mit Gemälden in schwere Tritte in den benachbarten Bimmern hörte, den glänzendften Farben und harten Umrissen jener Beit sie näherten sich und Adrian sah zwei große Männer im Chore: Jawohl, wir sind keine Rothen". Indeß bedeckt waren, führten in große Säle und in Zimmer, in von abschreckendem Aeußern eintreten. Sie waren in lange der gestrenge Beamte ließ sich jedenfalls, von dem Grundsay dem sammt'ne und in Gold gestickte Kleider umher lagen, schwarze Gewänder gehüllt, ihre Arme waren entblößt, und Gleiches Recht für alle" ausgehend, nicht abhalten, feines Amites die aber einsam und öde wie das Grab waren, und der sie trugen unförmliche schwarze Masken, die bis zur auch hier zu walten. Da ruft ein Metzger ihm zu:„ Sie mit Frembling war Herr aller dieser Bracht! Er warf sich auf Brust hinabfielen und nur in drei kleinen runden Ihrem abgelebten Gesicht und Ihrem elenden verbleichten Rittel ein Ruhebett, denn er hatte mehrere Tage unausgesetzt zu Deffnungen dem Licht und der Luft Zugang gewährten. Der werden das Kraut auch nicht fett machen!" Der Beamte Pferde zugebracht und war körperlich und geistig müde Colonna 30g sein Schwert halb aus der Scheibe, denn die wollte den Namen dieses Beleidigers feststellen und fragte zu und erschöpft, aber er konnte keine Ruhe finden. Ungeduld, Erscheinung dieser wilden Gäste schien ihm seine Sicherheit Namensnennung und beging dadurch nach Ansicht der Besorgniß, Hoffnung und Furcht nagten an seinem Herzen zu gefährden. und regten ihn fieberhaft auf, und nach einem kurzen und" D" sagte der eine, der Palast hat heute einen neuen erfolglofen Versuch, seine eigenen Gedanken zu beruhigen, Bewohner bekommen. Fürchte uns nicht, Fremdling, jetzt stand er auf und ging durch die Zimmer in einer Hoffnung, ist Plaz und Reichthum genug für alle Menschen in die nur der Zufall erfüllen konnte. Florenz! Aber sie! da steht ja noch ein silberner Becher, Er sah wohl, daß er seinen Zufluchtsort in einer fürst wie kommt das?" lichen Wohnung gewählt hatte, und der ihn umgebende Mit diesen Worten ergriff der Mann den Becher, aus Glanz überstrahlte bei weitem die barbarische und rohe dem Adrian eben getrunken hatte, und steckte ihn in den Pracht der weniger zivilisirten und nicht so reichen Römer. Busen. Er wendete sich darauf wieder gegen den Ritter, Hier lag die Laute, die vielleicht noch vor kurzem berührt dessen Hand noch an dem Griff des Schwertes haftete und worden war, das vergoldete und mit illuminirten Bildern sagte mit einem Lachen, das durch die Maste gedämpft gezierte Manuskript, dort waren Sessel und Stühle zu- und entstellt wurde: O Signor, wir sind keine Kehl sammengerückt, als habe eben erst eine Gesellschaft sie verLassen. Und dieselbe vernichtende Krankheit," dachte Adrian, läßt vielleicht auch bald den unwillkommenen Gast eben so verschwinden, als den früheren Besitzer." Endlich trat er in einen Salon, in dem ein Tisch noch mit Weinflaschen, gläsernen Bechern, mit verblühten Blumen und halb verfaulten Früchten und Speisen bedeckt war. Auf der einen Seite führte eine Flügelthür eine breite Treppe hinab in einen fleinen Garten, in dem ein Springabschneider, der Unsichtbare erspart uns die Mühe! Wir find ehrliche Leute, öffentliche Beamte, und kommen blos, um zu sehen, ob heute Nacht die Karre hier anhalten soll." " Ihr seid alfo-" Becchini." Adrian schauderte. Der Becchino fuhr fort: Und werdet Ihr Euch in diesem Hause aufhalten, so lange Ihr in Florenz bleibt, Signor?" " Ja, wenn der rechtmäßige Herr es nicht in Anspruch nimmt." brunnen seinen lebendigen Strahl noch emporschleuderte," Ha! Ha! der rechtmäßige Herr? Der Palast ist jetzt bas einzige lebendig Erscheinende außer dem Frembling. Auf unser aller Eigenthum. Seit der letzten Woche haben hier den Stufen lag ein rothsammetner Mantel und neben ihm drei verschiedene vornehme Herrschaften gehaust, und ich der Handschuh einer Dame. Diese Reliquien schienen dem habe sie alle weggeholt- alle. Es ist ein sehr angenehmes Herzen des Liebenden die letzte Huldigung und das letzte Haus und für uns eine gute Kundschaft! Seid Ihr Lebewohl eines Liebenden anzudeuten. Er seufzte laut, allein?" und da er fühlte, daß er aller seiner Kraft bedürfen würde, fo kehrte er in das Bankettzimmer zurück und füllte einen Beigt uns, wo Ihr schlaft, damit wir wissen, wo wir der Becher aus einer halb geleerten, mit 8pperwein ge- Euch holen sollen. Ihr werdet uns, wie ich sehe, in ben füllten Flasche. Der Trunk erfrischte und belebte ihn. ersten drei Tagen wohl noch nicht nöthig haben." " Jeßt," sagte er, wieder zu einem andern Geschäft! Ich will meine Nachforschungen fortsetzen," als er plötzlich ( Fortsetzung folgt.) „ Bis jetzt, ja!" # diesem Zwecke den Tauchniß. W " Dieser verweigerte die Anklage- Behörde eine Begünstigung. Da die Angeklagten auch auf dem Rückwege durch die Amtshauptmanns schaft Dresden Neustadt den Dresden Neustadt den verbotenen Umzug" fortgesetzt hatten, so stand die Straffache vor dem hiesigen Schöffengericht an. Amtsrichter Dr. Ginsberg verhandelte am 14. Oftober gegen Tauchnik wegen Bergehens gegen§ 13 des Vereinsgesehe Fleischermeister Schobe wegen Beleidigung. Wir wollen bemerken, und wegen Begünstigung und gegen den unterdessen ermittelten daß auch hier Herr Ginsberg dieselbe Ausnahme machte, die er sonst mit Herren besseren Standes" in der Regel zu machen pflegt, nämlich daß die„ Herren" Angeklagten, denen Vergehen zur Laft gelegt wurden, sich auf Stühle vor den Richtertisch sezen durften, während gewöhnliche" Angeklagte auf die Anklagebaut müssen. Doch dies nur nebenbei. Die Angeklagten berufen sich wiederholt vor Gericht darauf, daß sie wohlgesinnte, bezahlen", und vor allen Dingen feine Rothen" seien. gute Staatsbürger, die ein ganzen Haufen Steuern Gegen den Forstgehilfen Hensel, der als Zeuge fungirte, wurden die Wohlgesinnten" oft in einer Weise ausfällig, daß sie der Borsitzende warnen mußte. Sie sagten, sie hätten ihn für einen albernen Bauernburschen gehalten. Borf.:" Nun, er hatte sich doch legitimirt." Angefl.: So' nen Wisch kann jeder zeigen." Bors.: Nun ja, da hat er Ihnen doch den Wisch gezeigt." Jest fangen die Herren vom Zopf wacker an darüber zu schimpfen, daß man in Sachsen nicht einmal ſpaziren wegen Vergehens gegen§ 13 des Vereinsgesetzes zu 10 M. gehen könnte.- Tauchniß wird nach einstündiger Berathung Geldstrafe event. 2 Tagen Gefängniß und wegen Begünstigung zu 25 M. Geldstrafe event. 3 Tagen Gefängniß und Schober wegen Beamtenbeleidigung zu 150 M. Geldstrafe event. 15 Tagen Gefängniß verurtheilt. Aus der Begründung, die sich im wesentlichen auf die gegen uns getroffenen Entscheidungen des Oberlandesgerichts flüßt, hören wir heraus, daß das Urtheil nicht einstimmig gefaßt worden." Schwerlich werden die bürger lichen Kreise aus diesem Fall die Nothwendigkeit erkennen, daß die Vereinsgefeße, nach denen man schockweise. Sozialdemokraten und gar felten auch einmal einige Gutgesinnte verurtheilt, einer freiheitlichen Umgestaltung mehr wie dringend bedürfen. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater Sonnabend, den 17. Oktober. Opernhaus. Das Heimchen am Herd. Schauspielhaus. Ein Königsidyll. Deutsches Theater. Julius Cäsar. Berliner Theater. Die offizielle Frau. Leffing- Theater. Anna's Traum. Theater des Westens. Die Räuber. Neues Theater. Bocksprünge. Borher: Opus I. Rendenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie, Madame! Schiller- Theater. Münchhausen. Der Zerrissene. Zentral- Theater. Eine wilde Sache. Thalia- Theater. Gebildete Menschen. Belle- Alliance- Theater. Mamsell Vielliebchen. Volks Theater. Ein vorsichtiger Mann. Hierauf: Variété frember Künstler. Zum Schluß: Pladderadaug. Theater Unter den Linden. Der tleine Herzog. Hierauf: Die Bajadere. Oftend Theater. Michel. Der deutsche Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Tilli. Alexanderplat- Theater. Ohne fittlichen Halt. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor stellung. Schiller- Theater. 88( Wallner- Theater.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Münchhausen. Der Berriene. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ein Schritt vom Wege. Abends 8 Uhr: Viel Lärm um nichts. Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direttion: Richard Schultz. Sonnabend, den 17. Oktober: don Emil Thomas a. G. Zum 28. Male: Urania. Offend- Theater. Damenhüte Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Grosse Frankfurterstr. 132. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater she. Sternwarte Invalidenstr. 57–62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 f. 9 Jm Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und großen Lichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanschläge. Passage- Panopticum. Nur noch kurze Zeit. 42 wilde Direktion: Carl Weik. Der deutsche Michel. und Kinderhüte, garnirt und ungarnirt, sowie Der deutsche Michel. Sämmtliche Pukartikel empfiehlt in größter Auswahl Der deutsche Michel. zu billigsten Preisen Anfang 7 Uhr. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Dorf und Stadt. 00000DOO Feen- Palast Burgstrasse 22. Direttion: Winkler& Fröbel. Sonnabend, den 17. Oktober wegen Privatfestlichkeit geschlossen! Sonntag, den 18. Oktober: Große Extra- Vorstellung. Riesen- Programm. Neue Spezialitäten. Weiber Anfang 6 Uhr. aus Dahomey. Castan's Panopticum Neu! Die wunderbaren indischen Neu! Neu! Pygmäen Neu! Neu! Ur- Australier ( Kannibalen). Volks- Theater Reichenbergerstr. 34. Jeden Abend 8 Uhr. Ein vorsichtiger Mann! Posse mit Gesang in 3 Bildern. Um 9, Uhr: Gr. Variété. Brothers Godart, Gebr. Kulpér, Eine wilde Sache. Louise Bouwmeester, die kleine holGroße burleste Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 6 Bildern Don W. Manustädt und J. Freund. Mufit von J. Einödshofer. Anfang 28 Uhr. 40 Morgen: Eine wilde Sache. Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chauffeeftr. 25/26. Dir. Max Samst. Tilli. Anfang 8 Uhr. Sonntag: Tilli. ländische Pistolenvirtuofin, und Hella Collier, Chansonette comique, Allererste Kunstkräfte. Sämmtlich neu für Berlin. ☐ Um 10 Uhr: Pladderadautz, Berliner Rückblicke in Wort und Bild. Entree 50 Pf. bis 3 M. Sonntag Anfang abends 7 Uhr. Entree 30 Pfennig. Vogler's Casino fr. Weltrestaurant, Dresdenerstr. 97 Im vorderen Saal: Tyroler Concert Entree vollständig frei! Im ersten Theatersaal die unübertreffl. Hamburger Sänger. Im zweiten Theatersaal: Variété u. Spezialitäten- Theater. Auftreten v. Kunstkräften I. Rauges. Aufführung v. Poffen u. Singspielen. Anf. Wochentags 7 Uhr. Sonnt. 6 Uhr. Billards. 4 nene Regelbahnen. Sorgf. gepfl. Biere, anert. gute Küche. Alcazar. Variété und SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 52| 53. City- Passage Das Riesen- Oktoberprogramm enthaltend 14 Sensationsnummern. Li- Hung- Chang! Das Neueste vom Neuen! Margarethe Nasarowska. Josephine von der Heilsarmee. Miss Ara. The two Gomez. Lotte Sieger. 3 Bollini. 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Trauerspiel in 5 Atten von William Auftr. von Spezialitäten. 392 Shakespeare. Alexanderplatz- Theater. Pikante Novität! Ohne sittlichen Halt. Sittenbild aus dem Berliner Leben in 4 Aufzügen von Wilh. Friedhold. Anfang 8 Uhr. ( Bons haben Giltigkeit.) Morgen: Ohne sittlichen Halt. Sonntag Nachmittag 4 Uhr: Auf allgemeines Verlangen: Schneewittchen und die sieben Zwerge. Zaubermärchen in 8 Biltern von Georg Zimmermann. Thalia- Theater ( vormals: Adolph Ernst- Theater) Dresdenerstr. 72/78. Direktion: W. Hasemann, fönigl. preuß. Rommissionsrath. Gebildete Menschen. Wiener Volksstück in 8 Akten von Viktor Léon. Morgen: Dieselbe Vorstellung. KAIRO die interessante SpezialAusstellung am Treptower Park bleibt geöffnet!! Fortan täglich: Schaustellungen der Beduinen 1/25 und 7 Uhr. CONCERT. Entrée 50 Pf.date. Hälfte. Eingang nur von der Köpnicker Landstrasse. künkler 1. Ranges. Neu! Neu! Neu! Die Weber Die Weber Original- Burleske mit Gesang u. Tanz von W. Gericke. Musik von Stenzel. 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Karton- Arbeiterinnen finden qute u. dauernde Beschäftigung. Kirstein& Co., Neue Königstraße 39. Lüchtige Kürschnergesellen im Hause verlangt Louis Bauchwitz, Neue Königstr. 85. Mamsells auf Jackets verl. Müller, Bahnhof Thiergarten, Englischeftr. 29. Lehrmädchen, 20 14-16 Jahre alt, aus achtbarer Familie, erlernen die Blumenfabrikation gründlichst bei Lewin& Neufeld, Ritterstr. 45. Kartonarbeiterinnen verl. Angreß, Jede Uhr alte Jakobstr. 8. repariren u. reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 M.50 Pf. außer Bruch, fleine Reparaturen ( Lebende Photographieen. Auch in Naturfarb.) Intereffantefte Bilder historischen Charakters u. des Gebilliger. Großes Lager neuer und fellschaftsleb. in vollkommenster Naturwahrheit. gebrauchter Taschenuhren, Regula Wiedergabe musikalischer und deflamatorischer Bortoren und Wecker, alle Arten Ketten, träge. sowie Brillen und Pincenez. Carl Lux, Uhrmacher, 35, Chaussee- Strasse 35. Phonographische Für alle Besucher zugleich deutlich hörbar ohne Schläuche. Eintrittspreis für alle Vorführungen 50 Pf. Militärs und Kinder 25 Pf. Vorstellungen ununterbrochen von 10 Uhr vormittags bis 11 Uhr abends. 21. Unter den Linden No. 21. Vereine erhalten Preisermässigung nach Vereinbarung. 962b Parteigenosse, 24 Jahre alt, welcher bereits bei Parteizeitung als Redakteur thätig war, sucht Stelle in Redaktion oder auch Expedition einer Parteizeitung. [ 68L Nähere Auskunft ertheilt Wilh. Pfannkuch, Hamburg- Eimsbüttel u. E. Krumm in Giessen. Ein gut erhaltener Winter- Ueberzieher ( Größe 1,74) Sonntag von 10-12 zu Wir suchen tüchtige Gasgürtler. vert. bei Gharon, Noftiaftr. 59, III. T. Schmidt& Jädioke, Chauffeeftr. 109. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 19. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Henke, Naunynstraße 27: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1896. 2. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Die Erforschung des Nordpols. Diskussion. 3. Antrag des Vorstandes und der Delegirten- Versammlung, betreffend Aenderung des Sammelivesens. 4. Verschiedenes. 141/3 Arbeiter- BildungsSchule. Der für das Winterhalbjahr geplante 00000000000 Buchhandlung Vorwärts Berlin SW., Beuth- Straße 2. 4/6 Soeben ist erschienen: Fortschrittskursus in Rede- Uebung wird morgen, Sonntag, den Mitgliedsbuch legitimirt. Im Interesse der wichtigen Tages. 18. Oktober, vorm. 10 Uhr, ordijung bittet um zahlreichen Besuch im Lokale der Achtung! Der Vorstand. Achtung! Metallarbeiter. Sonnabend, den 17., Sonntag, den 18. und Montag, den 19. Oktober 1896: 3 große öffentlichte Metallarbeiter- Versammlungen. Referent in allen Versammlungen ist der frühere langjährige Vertrauensmann der Metallarbeiter Deutschlands, Martin Segitz. Landtags- Abgeordneter Berlin- Zentrum, Süden und Often am Sonnabend, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27e. Tagesordnung: 1. Vortrag über„ Die Organisation der Unternehmer und was lehrt uns dieselbe?" 2. Diskussion. Berlin Nord 2010 113/9 am Sonntag, den 18. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Tagesordnung: 1. Vortrag über„ Die Entwickelung der deutschen Metallindustrie und die Lage der Metallarbeiterschaft." 2. Diskussion. Berlin- Moabit nnd Charlottenburg am Montag, 19. Oktober, abends 82 Uhr, in der Kronenbrauerei( gr. Saal), Alt- Moabit 48-49. Tagesordnung: 1. Vortrag über Unternehmer- und Arbeiterverbände". " 2. Diskussion. Pflicht aller in der Metallindustrie Berlins beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ist es, in diesen Versammlungen zahlreich zu erscheinen. Die Agitationskommission des deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Leder- und Galanterie- Arbeiter ( Portefeuiller). Dienstag, 20. Oftober, abends 8 Uhr, bei Henke, Naunynstraße 27: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 2. Vortrag 1. Bericht und Abrechnung der Lohnkommission. des Herrn Adolf Hoffmann über: Die zehn Gebote und die besigende Klasse. 3. Verschiedenes. 9526 Nordschule, Brunnenstr. 25, eröffnet. Die Leitung hat wieder Herr Heinrich Schulz übernommen. 1. Vortrag des Mitgliedes Herrn Oswald Lochmann( Drechsler) über: Die Entstehung der modernen Gesellschaftsklassen. Diskussion. Zur Theilnahme am Unterricht sind alle früheren Theilnehmer am Unterrichtsfach ,, RedeUebung" berechtigt, als Gäste sind ausserdem die übrigen Mitglieder der Schule sehr willkommen. Der Vorstand, Frauenfrage und Sozialdemokratie. Reden anläßlich des Internationalen Frauenkongresses zu Berlin. Von Lily Braun- Gizycki. Preis 20 Pf. Porto 3 Pf. Bei Partienbezug für Agitationszwecke hoher Rabatt. Diese Schrift widerlegt in knapper, klarer und schöner Darstellung die in der bürgerlichen Frauenwelt gegen die Sozialdemokratie und gegen die Arbeiterinnenbewegung herrschenden Vorurtheile und eignet sich somit ganz besonders zur Agitation für die sozialistische Frauenbewegung. 233/4 Kranken- Unterstütungs- Belle- Alliance- Theater. u. Begräbniß- Verein der Bauund Fabrikarbeiter Berlins. Sonntag, den 18. Oktober, vormittags 10/2 Uhr, Langestr. 65: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Bereinsangelegenheiten und Ber: schiedenes. 30/1 Morgen Sonntag, den 18. Oktober, nachmitt. 3 Uhr: Volksvorkellung unter Regie von Julius Türk. Zum ersten Male: Die Komödie der Liebe. Schauspiel in 8 Alten von Henrik Ibsen. Deutsch von Philipp Schweitzer. 3 Die Mitglieder werden dringend Schwanhild: Hedwig Margot; Frl. Stare: Elly Arndt; Falt: Heinrich Frey ersucht, zahlreich zu erscheinen. als Gaft( Stadttheater in Halle); Goldstadt: Wilhelm Ruff; Lind: Rich. Der Vorstand. Jürgas( Lessing- Theater); Stüber: Rich. Jaffé. Unter freundl. Mitwirkung eines Gesangsquartetts. Wahlverein im 4. Berliner Reichstags- Wahlkreise ( Süd- Osten). Todes Anzeige. = Am 15. d. M. verstarb nach kurzem Krantenlager ein treues Mitglied unferes Vereins, der Arbeiter Karl Hoppe an der Proletarierkrankheit. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 18. Oktober, nachm. 3 Uhr, vom " Krankenhaus„ Am Urban", nach dem Emmaus- Kirchhof statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. 242/2 Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- u. Schankwirthe Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Carl Ullrich ( Beelithof) aus dem Leben geschieden ist. Um zahlreiches Erscheinen bittet der wichtigen Tagesordnung halber Die Beerdigung findet am Montag, Die Lohnkommission. den 19. Oktober, 23/4 Uhr nachmittags, BF Gin jeder Kollege hat die Pflicht, die Sperre über folgende von der Halle des Emmaus- Kirchhofs Wertstuben zu beachten: Heymann, Dresdenerstr. 82/88, Loth& Weinland, in Briz aus statt. 69/2 Dresdenerstr. 88/89, Krafemann, Adalbertstr. 55, Bornemann, Schmidtstr. 15. Der Vorstand. Verband der in Buchbindereien, der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. Arbeiter und Arbeiterinnen. Männer- Gesangverein Eintrittskarten à 60 Pf. sind in den bekannten Zahlstellen zu haben. 228/8 Bildungsverein„ Mehr Licht" ( früher Ethische Gesellschaft). Heute, Sonnabend, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, findet im Schweizergarten( am Königsthor) unser diesjähriges Stiftungs- Fest unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Senefelder" statt, bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert, Feftrede, gehalten von Herrn Dr. Joël; Theatervorstellung und Ball. Zur Aufführung gelangt: Entehrt! oder: Auf die Prämise kommt's an! ( Regie: Herr Paul Stempel.) Entree für Damen 30 P., für Herrn 50 Pf. infl. Tanz. Billets find bei den Mitgliedern zu haben. 55/5 Verband der Möbelpolirer. Heute Abend in Keller's Festfälen, Koppenstr. 29: XI. Stiftungsfest. Das Konzert wird von Zivil- Berufsmusikern ausgeführt. Auftreten der Gesellschaft Strzelewicz. Zur Aufführung gelangt: Ein Zimmer zu ver miethen oder: Für immer kurirt. Prolog, gesprochen von Fräulein Held. Festrede, gehalten vom Kollegen G. Reuter. Zum Schluß: Das lebende Bild„ Der Sieg der Freiheit", ausgeführt von Mitgliedern des Ver bandes unter gütiger Mitwirkung des Karthaus'schen Gesangvereins. Während Lorbeerkranz, der Borstellung im Speisesaal, nach der Vorstellung in beiden Sälen Tanz. Am Montag, 19. Oktober, abends 8% Uhr, bei Feuerstein, starb Alte Jakobstr. 75: Ordentliche General- Versammlung. gegr. 1879. Todes- Anzeige. unser Ehrenmitglied und langDonnerstag, den 15. Oktober, jähriger Vorsitzender, der Gastwirth Carl Ullrich Tagesordnung: 1. Errichtung eines ständigen Bureaus. 2. Geschäfts- in Beelitzhof. und Kaffenbericht. 3. Verschiedenes. 23/8 Mitgliedsbuch legitimirt. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Mitglieder nothwendig. Gleichzeitig wird um die Abrech nung der noch ausstehenden Sanssouci- Billets ersucht. Der Vorstand. Verein d. Malchiniften, Heizer n. Berufsg. Berlins und Umgegend. 958b Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, Anfang 8 Uhr. Billets, Damen 30 Pf., Herren 50 Pf., find in den Zahlstellen und bei Kirsten, Koppenstr. 28, zit haben. 145/8 Mitglieder( siehe§ 8 des Statuts) haben gegen Vorzeigung des Mits gliedsbuches freien Eintritt. Montag, abends 8 Uhr, Andreasstraße 26: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Das antike und moderne Proletariat. Referent: Rollege Händel. den 19. Oftober, nachmittags 23/4 Uhr, 2. Diskussion. 3. Die Lohuverhältnisse bei dem Poliermeister Gehrhard von der Leichenhalle des Emmaus- des Tischlermeisters Kluge, Fruchtstr. 32. 4. Verschiedenes. Kirchhofs in Britz aus statt. Danksagung. 9636 Allen Freunden und Bekannten sage ich meinen besten Dank für die so rege Theilnahme bei der Beerdigung meines Ww. Kalanta. Sonntag, den 18. Oktober, nachmittags 5 Uhr, Oraniente. 51: Mannes. Versammlung. E Tages Ordnung: 188/2 1. Bortrag über die erste Hilfe bei Unglücksfällen mit besonderer Berücksichtigung unseres Berufs. Referent: Dr. med. Friedeberg. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Der Vorstand. Sie wundern sich wohl über die schöne weiße Wäsche Ihrer Nachbarin? Machen Sie auch einen Versuch mit dem echten Dr. Thompson's Seifenpulver und Sie werden dasselbe von Ihrer Wäsche sagen können! Sie ersparen dabei viel Mühe, Beit und Geld und werden die Stoffe mehr schonen als bei jeder anderen Waschmethode. Nur echt mit der Schüßmarke ,, Schwan". Zu haben in den meisten Seifen-, Droguen- und Kolonialwaaren- Handlungen. Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren 1 Mart. 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Bessere Hüte, enorm billig, verkauft aus der Fabrik 3243b im Romptoir Barnimstr. 45. Kaftanien- Allee 101. Sonnabend, den 17. Oftober 1896: Fünftes Stiftungsfest verbunden mit Konzert, Festrede, Prolog, Gesang und Humoristischen Vorträgen in der Brauerei Friedrichshain, Am Königsthor. Während der Pausen: Auftreten des Berliner Original Voltshumoristen H. Lewandowsky sowie der Geschwister Grossely. Die Gesangspiècen werden vom Gesangv. ,, Sanges- Echo"( Mitgl. d. Arb.- Sängerb.) ausgeführt. Die Konzert- und Ballmusit wird von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker" unter Leitung des Herrn Raabe ausgeführt. Von 11 Uhr ab: Großer Ball. Eröffnung 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anfang 9 Uhr. Fest- Zeitung mit Programm am Eingang gratis. E Billets sind im Bureau, Kommandantenftr. 25 I, in den Zahlstellen und bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. 75/6 Bu zahlreichem Besuch ladet ein Achtung!| Der Vorstand. Ladner's Künstl. Zähne v. 8 M. an, Theils Johannisthal, Burhaus, Achtung! wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahus Kaiser Wilhelmstraße 6. ziehen, Bahnreinigen, Nervtödten bei Empf. meinen gr. schatt. Garten, Saal, Bestellung umsonst. Guckel, Laufizerplay 2, Elfafferstr. 12 Bereinsz., Kegelbahn, Billard, Sommer wohnung u. Ausspannung.[ 58442 Stegligerstr. 71, I. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 3. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 244. Gewerkschaftliches. Sonnabend, den 17. Oktober 1896. Achtung, Buchbinder! Der Streit in Berlin ist am Donnerstag, den 8. d. M., in der öffentlichen Versammlung bei Keller für beendet erklärt worden. Wir ersuchen nunmehr sämmtliche Kollegen, die noch im Besitz von Sammellisten sind, schleunigst mit uns abzurechnen, damit wir baldigst die Abrechnung geben können. Die Lohnkommission. J. A.: Alb. Bergmann, Annenstr. 16. " sich dem deutschen Buchdruckerverband anschließt und daß die Leitung der Berg. Arbeiterstimme dafür sorgt, daß von Anfang des nächsten Monats ab nur organisirte Buchdrucker dort beschäftigt werden." 13. Jahrg. Salz als Staatseinnahme bezieht der Kanton Aargau Die Rheinfalinen find nämlich konzessionsmäßig verpflichtet, dem Kanton den ganzen Salzbedarf gratis zu liefern. Im Jahre 1895 betrug dieses Quantum 3 055 600 Kilogramm, die zu Ju Düffeldorf stellten 8 Tischler der Firma Valentin 10 Cents( 8 Pf.) per Kilogramm an die Konsumenten verkauft, enschen wegen Lohndifferenzen die Arbeit ein. der Staatskaffe eine Einnahme von 306 322 Fr. brachten; außerdem mußte die Saline dem Staate noch direkt 45 000 Fr. bekanntlich wegen angeblicher Gefeßwidrigkeiten aufgelöst wurde, Ausgaben betrugen 85 417 Fr., fomit Reineinnahme 254 904 Fr. Unter den Berglenten Sachsens, deren Landesverband zahlen, so daß die Gesammteinnahme 351 322 Fr. betrug. Die ist eine Bewegung im Gange, um sich in Masse dem Deutschen Der Staatsvertrag mit den Salinen läuft bis 1. Januar 1907. Bergarbeiter Verband, und zwar als Einzelmitglieder, Bergwerks und Hüttenproduktion Ungarns. anzuschließen. Die Bergleute des Plauen'schen Grundes bei Dresden haben schon einen dahingehenden Beschluß gefaßt, die Jahre 1895 wurden in Ungarn gefördert: in den übrigen sächsischen Revieren werden ihnen voraussichtlich Braunkohle Steinkohle folgen. Frisch- Roheisen. Gießerei- Roheisen. : Gold. Silber • = 10 Im B 1 068 050 · 322 210 21 460 3 178 20432 3 517 900 Tonnen 11 244 400 Gulden 5 640 500 11 802 400 17 " " 1 647 350 " " Kilo 4 869 950 " 1 217 190 9 16,3 pct. in Staats, die übrigen 83,7 pet. in Privatbetrieben Die Zahl der Bergarbeiter betrug 62 231, davon waren Die streikenden Steinsetzer und Rammer in Ham: burg appelliren hiermit noch einmal und dringend an das Solidaritätsgefühl der deutschen Arbeiter, sie in ihrem schweren Rampfe zu unterstützen, da sie sonst gezwungen sind, den Kampf wegen Mangels an Unterstüßung aufzugeben. Es mag noch ein- Die Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Tischler 2c. mal bemerkt sein, daß sämmtliche Streifende, 400 an der Zahl,( E. H.) hält am 28. Dezember und folgende Tage in Koburg organisirt sind und daß die Hamburger Steinfeger- Organisation ihre 14. Generalversammlung ab. das Rückgrad des Steinfegerverbandes ist. Die Adresse für theilt in einem vertraulichen" Zirkular, das im Gehilfenorgan Die Verwaltung der Porzellanfabrik in Triptis i. Th. Sendungen ist: Chr. Wiese, Hamburg, Niedernftr. 50. Sammel- Die Ameise" veröffentlicht wird Die Ameise" veröffentlicht wird, über den Stand des beschäftigt. Unfälle tamen vor: 478 leichte, 149 schwere und Listen werden auf Wunsch durch den Verbandsvorstand zu Streits mit, daß 21 der Ausständigen bedingungslos zur 74 tödtliche. geschickt.( Adresse: A. Knoll, Berlin NW., Waldenserstr. 18.) Arbeit zurückgekehrt seien, 79 Mann aber den Streit fortsetzen. In dem Zirkular werden die Porzellanfabrikanten himmelhoch Der Gemeinderath von Albi in Südfrankreich hat für Die Hamburger Schauerlente( Stückgutarbeiter) beauf- gebeten, die Streifenden nicht zu beschäftigen, was„ leider" troß die Einweihung der Arbeiter Glashütte einen Kredit tragten eine Rommission mit der Ausarbeitung eines Entwurfs ber versandten schwarzen Listen schon geschehen sei. von 3000 Franken bewilligt. betreffend die Lohnverhältnisse, Regelung der Abendbrotpausen und des Durcharbeitens während der Kirchenzeit an Sonntagen. Das Hauptgewicht wird auf die letzten beiden Punkte gelegt. Zu dem Urtheil, das gegen die Altonaer Boykotikommission in Sachen des Mohr'schen Margarineboykotts vom Landgericht gefällt worden ist, bemerkt das Hamburger Echo": Alle drei Angeflagte sind schuldig befunden. Heine wurde zu drei Monaten und Gert und Stabbert zu je vier Wochen Gefängniß verurtheilt. Die Urtheilsbegründung war sehr furz. Es wurde nur gesagt, daß die Angeklagten durch den Hinweis auf die Folgen des Boykotts versucht hätten, den Forderungen der Arbeiter Nachdruck zu verleihen, worin das Vergehen der versuchten Erpreffung zu erblicken sei. Weshalb das Strafmaß für Heine und seine Mitangeklagten so verschieden gewählt wurde, darüber wurde fein Wort geäußert. Sicherlich wird gegen das dem Ausbeuterthum Freude bereitende Urtheil das Rechtsmittel der Revision eingelegt werden. aut besuchten Bersammlung die Nothwendigkeit der stehende Daten ein ungefähres Bild. Japan hatte zu Anfang Die Magistratspraktikanten Wiens erörterten in einer Von der wirthschaftlichen Lage Japans geben nach Besserung ihrer Lage. Der Versammlung wohnten die dieses Jahres 41 Städte, deren Einwohnerzahl über 10 000 Reichsraths- Abgeordneten Bernerstorffer, Pattai und Köpfe start war. An der Spitze standen: Tokio mit 1342 100 Bolzhofer bei. Aspirant Sebold schilderte die Berhält Einwohnern, Dfata mit 490 000, Rioto mit 339 800, Nagoya nisse in der städtischen Buchhaltung, wobei er 1. a. die jämmer- mit 209 200, Yokohama mit 170 500, Robe mit 161 400; die lichen Avancementsverhältnisse ans Licht zog und Abschaffung der anderen Städte haben weniger als 100 000 Einwohner. tageweisen Beschäftigung verlangte. Andere Redner sprachen Das Land hat zur Zeit 54 Eisenbahn- Gesell. über die ebenso traurigen Verhältnisse des Steueramts, der fchaften, deren 2570( englische) Meilen Länge 84 600 000 en Veterinärabtheilung 2c. Mitgetheilt wurde dabei, daß die thier-( ein Yen gleich etwa 4 M.) foftete; 1716 Meilen find im Bau ärztlichen Prattitanten eine 12-14stündige Arbeitszeit haben! begriffen( 32 Gesellschaften betheiligen sich daran) und werden Pernerstorffer führte in einer mit stürmischem Beifall auf 114 000 000 Yen toften. Nicht weniger als 100 neue Gesell genommenen Rede aus: Auch Sie, meine Herren, fann nur das schaften sind bei der Regierung um die Erlaubniß für den Bau Bauberwort Solidarität zum Siege führen, und wenn Sie von weiteren Linien, die zusammen 200 Millionen Yen toften einig sein werden, dann müssen Ihre Wünsche erhört werden, sollen, eingekommen. dann werden Sie siegen! Die Versammlung stimmte schließlich Zu Anfang dieses Monats gab es in Japan folgende Ans einstimmig den von den Einberufern für die einzelnen Berzahl von Handelsgesellschaften und ihr Kapital betrug: waltungszweige gemachten Verbesserungsvorschlägen zu und be Gesellschaften Anzahl ftimmte, daß diese Vorschläge den kompetenten Faktoren mit der Kapital Handel. Bitte unterbreitet werden sollen, sie zur Grundlage einer baldigen Industrie Landwirthschaft. 78 durchgreifenden und besseren Regulirung der Verhältnisse der städtischen Praktikanten zu machen. Der Vorstand des Buchbinderverbandes schreibt auf Connabend, den 5. Dezember d. J. eine außerordentliche Urabstimmung aus, um die Frage zu entscheiden, ob die Laut Statut im Januar nächsten Jahres vorzunehmende ordent liche Urabstimmung ausfallen und an ihrer Stelle ein Verbandstag abgehalten werden soll. Wird die Frage verneint, so findet Arbeitseinstellungen in Sibirien. Die Arbeiter des Die ordentliche Urabstimmung Sonnabend, den 23. Januar nächsten Bergwerts Maloma 1st, die einen Tagelohn von mur Jahres statt, wird sie bejaht, so wird der Verbandstag Sonntag, 30 bis 40 Ropeten bekamen und infolge dieses geringen Lohnes den 24. Januar und folgende Tage abgehalten werden fönnen. in große Schulden gerathen waren, verließen ihre Arbeit und Als Ort der Abhaltung des Verbandstages ist vorläufig Halle a. S. gingen nach Nertschinsk, um dort beim Bau der Eisenbahn, wo audersehen. In der Buchbinderorganisation ist den Mitgliedern die Arbeitsbedingungen relativ besser sind, Arbeit zu bekommen. das Recht gegeben, alle den Verband intereffirenden Angelegen- Von ihren früheren Arbeitgebern" verfolgt, wurden sie in heiten im Wege der Urabstimmung zu regeln; eine solche Ur- Mertschinsk zuerst von der Polizei verhaftet, dann auf Befehl abstimmung muß alle zwei Jahre im Januar vorgenommen des Staatsanwalts wieder auf freien Fuß gesetzt und schließlich werden; außer dieser Zeit dann, wenn ein Fünftel der Mit- auf Befehl des Chefs der Bergpolizei wiederum verhaftet und glieder es verlangt. Ferner fann der Ausschuß jederzeit eine sehen gegenwärtig im Gefängniß einer Gerichtsverhandlung entaußerordentliche Urabstimmung vornehmen, der Vorstand aber gegen. nur dann, wenn der Ausschuß zustimmt. Der Brauch, die Sperre über einen Ort zu verhängen, wird im Bauhandwerker" abfällig beurtheilt. Er sagt:" Solche ewige Sperrereien find thatsächlich ganz wirkungslos. Da fie höchstens von organisirten Kollegen beachtet werden, bewirken sie eine Anfammlung nichtorganisirter Kollegen an dem gesperrten Drte. Man tann höchstens vor Zuzug nach den Orten warnen, weil dort nichts zu holen ist." dinit In Lübeck legten auf dem Thiel'schen Emaillirwert fämmtliche Schloffer und Dreher wegen Entlassung eines Rameraden die Arbeit nieder. Wenn es nicht noch zum Frieden tommt, so werden infolge dieses Ausstands die übrigen Arbeiter des Werkes gezwungen sein, ebenfalls zu feiern. Eine Konferenz der Lederarbeiter Schleswig- Holsteins, die in Elmshorn tagte, beschloß die Einsetzung eines Agitationskomitee's für diese Provinz, das in Elmshorn feinen Siz haben soll. " " Ein Fischereibesiger in Tomst ließ sich 200 Fischer von der Wolga kommen. Diese, sehr unzufrieden mit der schlechten Nahrung und den schlechten Fischereigeräthen, womit sie arbeiten mußten, stellten die Arbeit ein. Die Behörden sahen sich auch hier veranlaßt, gegen die streifenden Arbeiter einzuschreiten. Boziales. Zur Schulbildung der Rekruten in Preußen. Im Er fabjahre 1895/96 sind bei dem Landheer und der Marine im ganzen 151 468 Mannschaften eingestellt worden, unter denen sich 346 oder 0,22 v. H.( gegen 2,48 v. H. im Jahre 1877/78) ohne Schulbildung befanden. Für die einzelnen Provinzen stellt sich das Verhältniß der Analphabeten folgendermaßen: Rheinproving, Hohenzollern und Schleswig- Holstein 0,00, Hessen- Naffan 0,01, Westfalen 0,02, Sachsen 0,04, Pommern, Hannover 0,05, Brandenburg 0,13, Schlesien 0,26, Westpreußen 0,66, Ostpreußen 0,74, Posen 0,93. Das Solinger Gewerkschaftskartell hat mit fieben gegen richtet wird, in Crefeld und Umgegend augenblicklich ohne Ueber 10 000 Weber sind, wie im„ Teglilarbeiter" be drei Stimmen einen Antrag abgelehnt, worin gesagt war, daß die Beschäftigung. Das Elend ist groß. Geschäftsleitung der Bergischen Arbeiter stimme" sich betreffs der Einstellung von nicht dem Verbande angehörenden Der Baseler Kantonsrath hat infolge eines Antrages Segern in feiner Zwangslage befunden habe. Dagegen wurde unserer Genossen die Monatslöhne der ungelernten folgende Resolution angenommen: Das Gewerkschaftskartell Bauamtsarbeiter von 100-120 Fr. auf 110-130 Fr. erwartet, daß das jetzige Personal der Berg. Arbeiterstimme" erhöht. " Kunft und Wissenschaft. Aufführung feines Erstlings plaudert, ging den paprizirten Bocksprüngen" voraus. " • · 731 726 73 793 760 Yen 119 950 376" 1 886 665" 205 318 402 Yen 1524 Zusammen Folgende neue japanische Dampferlinien werden demnächst ins Leben gerufen werden: Kobe und Kilung( via Nagafati); Osaka und Kilung( via Lutschu- Inseln); Formosa und Futschau, Swatau, Amoy und Hongkong; eine Formosas Küstenfahrt- Linie. Versammlungen. " " Eine öffentliche Volksversammlung, die von der Arbeiter: Bildungsschule zum Zwecke der Agitation für das neu beginnende Wintersemester einberufen war, tagte au vergangenen Dienstag bei Gründel in der Brunnenstraße. Der Vorsitzende der Echule, Genosse Heinrich Schulz, referirte über das Thema: bildung?" Volksbildung oder Arbeiter. auf den ersten Blick sehr sonderbar erscheinen, da man geneigt Diese Frage, so führte der Redner aus, tönne fei, Volksbildung und Arbeiterbildung für dasselbe zu halten. Er halte es aber für sehr nothwendig, einmal auf den scharfen Gegensatz hinzuweisen, der in Wirklichkeit zwischen der von bürgerlich liberaler Seite angestrebten sogenannten Volts. bildung und der für das flassenbewußte Proletariat noth wendigen und von der Arbeiter Bildungsschule ers firebten Arbeiter bildung bestehe. An der Hand eines Aufruss und des Statuts der im März 1871 begründeten Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, zu deren Förderern Leute wie: Echulze Delitzsch, Hirsch, Dunder, Miquel u. a., gehört hätten, charakterisirt der Redner die von dieser Seite feilgebotene Art von Boltsbildung. Großspurig habe man vor 25 Jahren gesagt, die Freiheitsfrage sei nach dem Kriege von 1870 und durch das allgemeine Wahlrecht zu einer Soziali sten-, Ausnahme, Umsturz- und Vereinsverkümmerungs. Frage der Bildung der Massen geworden. Das klägliche Fiasto, das diese pompöse Ankündigung gemacht habe, die durch Gefeße gestützte Freiheit" der letzten Jahre seien die besten Beweise für die Impotenz jener Voltsbildungsbestrebungen. Die Ursache hierfür liege in der falschen Bedeutung, die man der Bildung und Erziehung zuschreibe. Es heiße, das Pferd am Echwanze aufzäumen, wenn man durch erhöhte Bildung die Sonntag Nachmittag 3 Uhr zum ersten Male in Szene geht, spielt Herr Heinrich Frey vom Stadt- Theater in Halle den Falt, Fräulein Margot die Swanhild, Frl. Arndt die Staie, Fräulein den Lind, Herr Jaffé den Stüber. Hüftel Frau Halm, Herr Ruff den Goldstadt, Herr Jürgas Ein Dante Denkmal ist dieser Tage in Trient enthüllt worden, in derselben Stadt, in welcher die beiden berühmten Konzile getagt haben, das concilium tridentinum um die Mitte des sechzehnten und das Antifreimaurer Konzil am Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Das Neue Theater führte am Donnerstag einen Schwang " Bocksprünge" von Hirschberger und Kraay mit Im Schiller- Theater wird heute zum ersten Male vielem Erfolg zum ersten Male auf. Die Posse ist franzöſiſch- und Martin Fließ, und„ Der Zeriffene", Bosse in 3 Aften Münchhausen", Lustspiel in 1 Att von Manuel Schnißer deutscher Allianz entsprungen; ihr zynisch kecker Grundton zumal von Johann Nestroy, gegeben. Morgen, Sonntag, fommt nachist französischen Ursprungs, was die Verfasser zu betonen ver gaßen. Vor einer Reihe von Jahren machten in Paris die Ver- mittags 3 Uhr das Wichert'sche Luftspiel Ein Schritt vom Wege", fuche, durch Bluttransfusionen Erkrankungen zu heilen, viel Bündel als Beatrice zur Aufführung. abends 8 Uhr Viel Lärm um Nichts" mit Fräulein Marie Aufsehen. Das aktuelle Thema wurde alsbald von Bojfendichtern zu grotesten Späßen benutt. In den Im Friedrich Wilhelmstädtischen Theater errang am Bocksprüngen" fehrt berselbe Stoff wieder. Ein lamm Donnerstag das Lustspiel Tilli" von Francis Stahl einen überZur Erinnerung an den Dichter Platen gelegentlich der blütiger Pantoffelheld aus Treuenbriegen, der natürlich aus lauten Erfolg. Das Stück soll vor Jahren am föniglichen 100. Wiederkehr feines Geburtstages am 24. Oktober veranstaltet von Herrn Pans a dargestellt wird, kommt nach Berlin, Schauspielhause aufgeführt worden sein, und in dies Institut die Arbeiter Bildungsschule am morgigen Sonntag um seine Tochter an einen Künstler zu verheirathen. In paßt es auch. Es ist die alte findliche Geschichte von dem braven in den Arminhallen einen Vortrag des Genossen Heinrich Berlin wird dem guten Spießbürger das Blut eines jungen Sauslehrer, der bei Kommerzienraths die emporgefchoffenen Schulz über„ Platen's Bedeutung für die Biegenbocs eingeimpft; der Treuenbrießener glaubt nun wirklich Kinder Moral lehren soll, und hierbei nicht vergißt, nach dem deutsche Literatur", sowie Deklamationen Platen'scher daran, daß verjüngtes Blut in seinen Adern fließe, und beginnt reizenden Töchterchen zu angeln. Dies wird ihm um so leichter, Gedichte. Da auch Platen an seinem Theil an der Verwirk feine„ Bocksprünge" zu machen. Läßt man die tolle Voraus als der von der hochgeborenen Mama bestimmte ahnenreiche lichung der Freiheitsgedanken gearbeitet hat, so ist eine solche setzung gelten, so. muß man bekennen, daß der Spaß nicht Bräutigam ein so unmöglich fader Geselle ist, daß selbst vom Erinnerungsfeier durchaus gerechtfertigt, und wir empfehlen unwittfam vorgetragen wird. Am meisten gefiel ein parodistischer Publikum des Schauspielhauses ihn niemand als sein Ebenbild daher den Besuch der Versammlung. Einfall, der übrigens auch dem Französischen entlehnt au erkennen würde. Er fennzeichnet den Mißbrauch, der gegensein scheint. Der Treuenbriegener, der die Künstler- wärtig mit dem Namen„ Bolts- Theater" oder„ Volksbühne" geverhältnisse Berlins nur aus Heinz Towote's lüfternen Schilde- trieben wird, daß man ungestraft in diesen Häusern rungen fennt, bildet sich ein, fein zukünftiger Schwiegersohn müsse ein Ragout ferviren darf, das selbst in den zurück Die Reichstags- Wahlen 1890 und 1893 im Kreise Oft eine Geliebte haben. Jeder Künstler hat ein Verhältniß", und gebliebensten Theatern theuren Ralibers nicht mehr munden will. havelland. Von August Schröer, Spandau. Preis 20 Pf. dies Verhältniß solle gelöst werden. Nun hat aber der junge Die Aufführung war von zwei Seelen bewegt. Ein Theil des Immer wieder beschäftigt unsere Parteitage und KreisMaler Freimann keinerlei Liaison; und eine Sängerin aus dem Bersonals that sich noch an der gespreizten Sprechweise gütlich, fonferenzen die Frage, welcher Weg der Agitation, besonders auf Reichshallen Theater wird vorgeschoben, um dem" Alten" feinen die im National- Theater immer so wunderschön gefunden wurde, dem Lande, den größten Erfolg verspricht. Daß man sie Willen zu thun. Nun spielt man dem Treuenbrießener die Ent- und andere, namentlich jüngere Mitglieder, suchten mit oft individuell gestalten müsse, ist in den letzten Jahren die fagungsszene aus der„ Cameliendame" vor, die er für baare Münze glücklichem Gelingen natürlich zu sprechen. Zur ersten Kategorie gemeinsame Ueberzeugung der agitirenden Genossen geworden. nimmt und die ihn so rührt, daß er schluchzend bekennt: Nein, zählte Fräulein Lina Doppel, und auch der Darsteller des Schul- Immer den einzelnen Fall berücksichtigen, an ihn anknüpfen und meine Tochter soll dem Maler entfagen, nicht Sie( zur Sängerin meisters, Herr Tichy, neigte, wenn auch minder unangenehm, seinen Zusammenhang mit der allgemeinen sozialen Lage der Gegengewendet) theures Fräulein! Der parodistische Scherz wurde von nach dieser Richtung hin. Recht brav spielten die Damen Wein wart aufzeigen! Die Voraussetzung dafür ist die Kenntniß diefer Lage Fräulein Steifenhofer in glänzender Laune dargestellt; holz und Schmidt, sowie die Herren Bauer und Eißfeld. Das des einzelnen Falls. Leider fehlt da noch vieles. Namentlich prächtig tomisch wirkte neben ihr Herr Herr Jarnow in der Publikum überbot sich in unheimlichen Beifallsstürmen. das Land ist den Genossen, die aus Rolle eines wahnsinnig eifersüchtigen Magyaren. hinausziehen, noch durchaus nicht genügend bekannt. Eine Familienblatt- Humoreste„ Opus I." von Paul Linsemann, In dem Schauspiel ,, Komödie der Liebe" von Henrit die von den kleinen Leiden eines dramatischen Autors vor der Jbsen, das in der Uebersetzung von Ph. Schweiger am nächsten " Titerarisches. Hier will das oben zitirte Schriftchen des Genossen Schröer für den osthavelländischen Wahlkreis helfend eintreten. Es be Hierzu wurde von einer foziale Frage lösen wolle. Umgekehrt müsse man verfahren, unter Verschiedenem wurde gegen ein Mitglied der Filiale, Massen zu liefern nöthig wurde. nämlich in dem Sinne, wie die moderne Arbeiterbewegung die welches in einer bedeutenden Anstalt in hervorragender Stellung Seite angeregt, ob es nicht rathsam sei, die Arbeiter lieferten Lösung der sozialen Frage anstrebe. Die wirthschaftlichen Zu- thätig ist, Klage geführt. Die Untersuchung der Angelegenheit auch das Metall und brächten dieses bei Festsetzung des Lohnstände seien das primäre, das vorwärtstreibende Element und wurde dem Vorstand überwiesen. Nachdem noch die Ver- fates in Anrechnung. Diesem Vorschlage wurde mehrererseits hier müsse deshalb der Hebel angesetzt werden. Dem Rade der anstaltung eines Herbst- Vergnügungsabends angeregt und aus dem Grunde widersprochen, daß anfänglich vielleicht der wirthschaftlichen Fortentwickelung seien die Hemmnisse aus dem ein Komitee von 3 Mitgliedern zur Arrangirung desselben ge- nöthige Aufschlag bezahlt würde, dieser jedoch sehr bald, nach Wege zu räumen. Auch das jetzige kapitalistische Wirthschafts- wählt wurde, schloß die wieder sehr gut besuchte Versammlung echt tapitalistischem Prinzip, wieder abgezogen würde, und fich uchte Verf prinzip sei, so gewaltige Fortschritte es auch der Menschheit in ziemlich vorgerückter Stunde. die Arbeiter somit eine neue Last zu gunsten des Unternehmers verschafft habe, an einem derartigen Hinderniß angelangt. In der Generalversammlung des Verbandes der aufgebürdet hätten. Ein Fabrikant würde damit anfangen, und Dieses bestehe in der dem Kapitalismus innewohnenden Tendenz, Möbelpolirer erstattete der Kassirer den Kassenbericht. Nach die andern bald diesem Beispiele folgen, indem fie, genau bei den gegenwärtig dem andern versteckt. eine gähnende Kluft in die menschliche Gesellschaft zu reißen, demselben sind intl. des Kassenbestandes vom vorigen Quartal wie zu rügenden Verhältnissen, die Menschen in zwei feindliche Klaffen, die tagtäglich weniger 2241,25 M. eingenommen und 904,15 M. ausgegeben worden. fich immer einer hinter Viel Berührungspunkte mit einander haben, zu theilen, die eine stets Unter den Ausgaben figuriren 100 m. Unterstützung für die Schuld an den eingerissenen Mißverhältnissen wurde den Kleiner, aber mächtiger werdende Klasse ins Ungemessene zu be- Streifenden in Lauterberg, je 50 M. für die Flen 3- Frauen, die in der Branche beschäftigt sind, zugeschrieben, reichern, die andere, sich durch jeden wirthschaftlichen Fortschritt burger und die Berliner Müßenbranche. Für die und dabei behauptet, daß deren Verhalten ein Beweis dafür sei, vergrößernde Klasse auszupowern. Dem sei nur dadurch ab- Flensburger wurden weitere 16,80 m. vom Ueberschuß der daß die Frauen für eine Bewegung der männlichen Kollegen vollzuhelfen, daß die Ausgebeuteten zur Erkenntniß ihrer Lage und Dampferpartie bewilligt. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. ftändig verloren feien. Zu dem Uebelstand, daß von den Fabriihres drohenden Unterganges kommen und daß fie daher durch Als Vorsitzender wird Kollege Schulz wiedergewählt; Kollege tanten nicht mehr so viel Material geliefert werde, wie zur engen Busammenschluß dem Rade der Entwickelung eine andere Gutschmidt wird zum Schriftführer, Kollege Martin zum Fertigstellung der Arbeit nothwendig, bedauerte Knorr, daß Richtung zu geben versuchen. Den Arbeitern diese Erkenntniß Bevollmächtigten der Filiale Often, Wörle als Mitglied der der Antrag Stadthagen seinerzeit nicht angenommen wurde, der= und Aufklärung, die himmelweit von der bürgerlichen ent- Fachkommission gewählt.- Der Antrag, daß allen nach§ 7 artige Manipulationen als Wucher zu bestrafen. fernt fei, zu geben, sei das Bestreben der proletarischen vollberechtigten Mitgliedern, welche nicht länger als 8 Wochen sammelten stellten sich nach erschöpfender Debatte auf den StandBildungsvereine und insbesondere der Arbeiter- Bildungsschule. mit ihren Beiträgen im Rückstande sind, zu den vom Verein punkt, das Material beizubehalten und im Falle eines Abzuges Diesen Zweck suche lettere zu erreichen burch, planmäßigen Unter- veranstalteten Festlichkeiten und wissenschaftlichen Schaustellungen die Arbeit niederzulegen. " P 21 Die Ver richt in den für diese Aufklärung nöthigen Wissensgebieten der freier Eintritt zu gewähren sei, wird schließlich mit dem Zusatz In einer öffentlichen Versammlung der Stellmacher, Nationalökonomie, Geschichte, Naturwissen angenommen, daß er schon auf das am 17. Oktober stattfindende welche am Sonntag in den Arminhallen stattfand, sprach schaft und Deutsch. Die Rede Uebung" solle die Stiftungsfest Anwendung finden soll. Ein weiterer Antrag des der Genosse G. Wagner über das Bürgerliche Gesetzbuch". Arbeiter ihre beste Waffe im heutigen Kampfe, das zündende Vorstandes, daß die Zahlstellen- Verwaltungen unter Hinzuziehung Hierauf gab der Stollege Tischer den Kaffenbericht der Wort, besser führen lehren. Eine Aufforderung zur Betheiligung eines Mitgliedes der Fachkommission an einem bestimmten Mittwoch Agitationskommission, welcher mit einem Kassenbestand von an den Bestrebungen der Schule beschloß den Vortrag. Durch im Monat tagen sollen, und zwar die Filiale Norden jeden 21,06 m. abschloß; hieran schloß sich eine rege Diskussion, worin lebhaften Beifall bezeugten die Anwesenden ihr Einverständniß ersten Mittwoch im Monat bei Schibilsti, Antlamerstraße 32; der Agitationskommission der Vorwurf gemacht wurde, nicht mit den Darlegungen des Referenten. In der Diskussion ergänzte die Filiale Often jeden zweiten Mittwoch bei Wilte, Andreas- genügend ihre Schuldigkeit gethan zu haben, namentlich wurde Dr. Pinn die Ausführungen in mehrfacher Hinsicht. Eine straße 26; die Filiale Südosten jeden dritten Mittwoch bei von allen Rednern die Handlungsweise des Kollegen Michels große Anzahl der Anwesenden ließ sich nach Schluß der Ver- Mohn, Oranienstraße 197; die Filiale Rixdorf ebenfalls bisheriges Mitglied der Agitationstommission während fammlung als Mitglieder der Schule aufnehmen. jeden dritten Mittwoch bei Babenschneider, Hermannstraße, des Drechslerstreits scharf verurtheilt. Es wurde demum etwaige Wünsche und Beschwerden von seiten der Kollegen entgegen zu nehmen, wird einer Treppengeländer- Fabrit, wo die Stellmacher sich mit den abends von 8 bis 9 Uhr, selben zum Vorwurf gemacht, Arbeit genommen zu haben in zum Beschluß erhoben. Unter Verschiedenem wurde bekannt ge- Drechslern solidarisch erklärt und die Arbeit wegen Nichtmacht, daß am Todtensonntag bei Hoffmann, Alexanderstr. 27c, bewilligung niedergelegt hatten. Der Kollege Miche 13, welcher eine Versammlung mit Damen und zum Schluß geselliges Bei zu seiner Vertheidigung nach wiederholter Aufforderung das sammensein stattfindet. Wort nahm, bestätigte, daß er bei Aufnahme der Arbeit gewußt hatte, daß die Stellmacher nach seiner Ansicht aus Dummheit die Arbeit niedergelegt hatten. In die Agitationstommission wurden gewählt die Kollegen Häring, Köhncke, Brüß und Glödner. = hielt am 14. 5. M. die Generalversammlung für das dritte Der Wahlverein für den dritten Reichstags- Wahlkreis Quartal ab. Zunächst wurde das Andenken des verstorbenen Genossen Julius Lehmann in üblicher Weise geehrt. Darauf er stattete der Vorsitzende Kräcker den Geschäftsbericht, wobei er bemerkte, daß etwa 200 von den Mitgliedern, welche vor der polizeilichen Schließung dem Verein angehörten, demselben noch Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer nicht wieder beigetreten seien. Die Parteigen offen müßten Berlins und der Umgegend hielt am 11. Oftober bei Hoffes sich daher angelegen daher angelegen sein lassen, lebhaft für den mann, Alexanderstr. 27, feine Generalversammlung ab. Der Verein zu agitiren. Nach dem Kaffenbericht betrugen die Kaffenbericht gestaltet sich wie folgt: Gesammt- Einnahme Einnahmen 565,60 M., der Bestand vom 2. Quartal 280,97 m., 803,20 M., Gesammt- Ausgabe 358,27 M., somit verbleibt am Der Textilarbeiter Verband, Filiale 1, hielt am 12. d. M. zufammen 846,57. Ausgegeben wurden für Agitation Schluffe des 3. Quartals ein baarer Staffenbestand von 449,93 M. eine Versammlung ab, in der Genosse Jahn einen recht inter238,00 M., für Annoncen 15,80 M., für Säulenanschlag 12 M., Mitglieder zählt der Verein 1015. Dem Kassirer wurde Decharge effanten Vortrag über:" Chartistenbewegung in England hielt. für einen Kranz 10,25 M., sonstige Ausgaben 8,40 M., sonstige ertheilt. Knöpchen gab den Bericht über die halbjährliche Hierauf gab das Vergnügungskomitee den Bericht vom letzten Ausgaben 8,40 M., zusammen 284,45 M. Die Versammlung er- Thätigkeit des Vorstandes. Jnnerhalb diefer Zeit wurden ab- Stiftungsfest. Danach betrugen die Einnahmen 213,25 M., die theilte dem Kassirer Decharge und überwies dem Vorstande gehalten 6 Vorstands, 3 kombinirte Sigungen, 9 Vereins- Ausgaben 189 m., mithin verbleibt ein Bestand von 24,25. 450 M. zu Agitationszwecken. Hierauf hielt Genosse Wilhelm und eine Wander Versammlung, ferner erließ der Zu Revisoren behufs Prüfung der Abrechnung wurden die ein Referat über„ Das Geld". Diskussion darüber fand nicht Borstand 2 Aufrufe und 1 Flugblatt. Gewählt wurden zum Kollegen Quast und Heese gewählt. Kollege Kohl führt statt. Am 23. Januar wird das Stiftungsfest des Vereins abge- ersten Vorsitzenden Knöpchen, ersten Raffirer Schulz, an, daß der Kollege Spann, der viele Jahre dem Gewerkhalten. Als nächste Broschüre gelangt das Protokoll des dies ersten Schriftführer Pfister, zweiten Vorsitzenden See verein angehört hat, aus diefem ausgeschlossen wurde, wegen jährigen Parteitages zur Vertheilung. felt, zweiten Kassirer Bittner, zweiten Schriftführer seiner Zugehörigkeit zum Verbande. Jezt habe man denselben Der Wahlverein des vierten Berliner Reichstags- Seller, als Revisor Schwefel. Als Ausschußmitglieder auch aus der Krankenkaffe ausgeschloffen und wird nun jeden. Wahlkreises( Osten) hielt am Dienstag Abend bei Haase, Frant- wurden gewählt Röhling. Hoffmann und Löwenfalls deshalb die Rechtschutzkommission in Anspruch nehmen. furterstraße, seine Generalversammlung ab. Aus dem Bericht te in. Zum Hilfstassirer für den Osten Künzel, für Die Versammlung war jedoch damit nicht ohne weiteres eindes Vorstandes ging hervor, daß der Verein bereits au Mit- Wedding Drewin, für Moabit Seichter, für Westen verstanden. Da der Fall nicht genügend aufgeklärt ist, wurde gliedern die Babl 1000 überschritten habe. Der Raffirer be- ranzow, Südosten Plath. Zu Thür- Kontrolleuren Har derselbe dem Borstande überwiesen.) richtet, daß der Einnahme von 339,90 M. eine Ausgabe von nisch und Metzke. Auf Antrag Mehke wurde der Beschluß Die Ledergalanterie- Arbeiter hatten am 12. Oktober bei 269,25. wobei 150 M. für Agitation ausgeworfen wurden vom Oktober 1893 dahingehend, für die Wintermonate Dezember, gegenübersteht, so daß ein Bestand von 70,65 M. zu ver- Januar und Februar die Beiträge mitzubezahlen, erneuert, und Grosse, Annenstraße 16, eine Branchen- Versammlung. Kollege zeichnen ist. Vorstand und Revisoren werden für das kommende dementsprechend weiter verfahren. Unter Vereinsangelegenheiten Brückner gab den Geschäftsbericht, welcher sich auf 8 Monate zeichnen ist. Vorstand und Revisoren werden für das kommende wurde der Antrag der letzten Versammlung, welcher den Aus- erstreckt. Es war nicht möglich, mehr als eine Branchen Halbjahr sämmtlich wiedergewählt. E3 hielt nunmehr scharf be- Versammlung stattfinden zu lassen, da der Verband und der Dr. med. Friedeberg einen beifällig aufgenommenen Vor- schluß der Zehnstunden Maurer verlangt, sprochen und schließlich ein Antrag, welcher besagt: Lokalverein in der Lohnbewegung zusammen arbeiteten. trag über Tuberkulose", am Schlusse energisch die Errichtung Stunden fanden statt 3 öffentliche Versammlungen, 9 Wertstubendelegirtenvon Heilstätten für Lungenkranke von staatswegen fordernd. Alle die Stollegen, welche systematisch zehn arbeiten, aus dem Verein auszuschließen", Sigungen, außerdem noch 2 derselben mit den Vertrauensleuten angenommen. Nachdem Redner einige an ihn gerichtete medizinisch- wissenschaft- Ferner wurde drei Kollegen, welche noch nicht drei Monate dem des Fachvereins, 4 kombinirte und 41 Werkstubenfizungen. Am liche Fragen beantwortet, erfolgte Schluß der Versammlung. Verein angehören, und zwei alten Kollegen Rechtsschutz gewährt. 3. Juli fand bei Adam eine Werkstubensizung statt, dort lehnten Ferner machte der Kollege Knöpchen bekannt, das ihm sein die Kollegen und Kolleginnen es ab, weiter mit dem Wertführer Arbeitgeber in der Kommandantenstr. 16, ein Herr Wendt, bei örib zusammen zu arbeiten, da sich letzterer unlauter gegen der Arbeit das Lachen verboten habe und auch von ihm verlangte, die Arbeiterinnen benommen hat. Die Kollegen wurden bei Herrn Adam vorstellig und wurde Görit als Werkführer die Jacke bei der Arbeit auszuziehen. entlassen. Görit spielte sodann aber doch beim Streit bei der Firma Adam als Heimarbeiter den Streitbrecher. Am Schlusse des Jahres 1894 waren 94 Lederarbeiter im Berbande organisirt. Am Schlusse des Jahres 1895 waren 97 und Durch die Auflösung des Fachvereins wird es möglich sein, die Agitation intensiver zu betreiben. Augenblicklich sind 350 Berufs genoffen organisirt, und wir wollen hoffen, daß sich die Zahl der Organisirten bald verdoppelt. Hierauf legten die Bertrauens leute ihr Amt nieder, um den neu hinzugekommenen Mitgliedern Gelegenheit zu geben, an der Verwaltung theilzunehmen. Als Vertrauensleute wurden gewählt die Kollegen Brückner, schiedenen Seiten wurde die Behauptung aufgestellt, daß das zu eindtke, Schuhmacher und Hennig. Rollege verarbeitende Metall seit einiger Zeit stetig schlechter geliefert Brückner theilte mit, daß bei Kollegen 3ack, Oranienstr. 16, wurde, auch in ungenügender Menge, so daß die von den Ar- eine neue Bahlstelle eingerichtet ist. Die Bibliothek ist Mittwoch beitern zu beschaffende Ergänzungsmaffe( Staub) in größeren und Sonnabend Abend geöffnet. Dienstag, den 19. d. Mis., findet eine öffentliche Bersammlung statt, in der die Lohn tommission Bericht erstatten wird. Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt am 5. Oftober eine gut besuchte Versammlung bei Henke, Naunynftraße 27, ab, in welcher Dr. Bruno Wille einen recht interessanten Vortrag über„ Erziehungsünden" hielt. Der Referent tam zu dem Schluß, daß nur eine reine vernunftgemäße Erziehung das Kind zu dem vorbereiten kann, was es sein soll. Hieran schloß sich eine interessante Diskussion, an welcher sich die Kollegen rege betheiligten. E3 Die Leisten- Barockvergolder waren vom Vertrauensmann Hedmann zum 12. Oktober nach der Schwedterstr. 23 berufen, zur Besprechung der Materialfrage. Hauptsächlich handelte es sich hier um die bei der Firma Adolf Werkmeister beschäftigten Ende Juli 1896 waren 220 Lederarbeiter im Verbande organisirt. Die Filiale der Chemigraphen vom Verein der in Berufsangehörigen; die Arbeiter beider Firmen Werkmeister sowie graphischen Fabriten beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen noch einiger anderer in betracht kommender Firmen waren, wie Deutschlands hielt am 8. d. M. ihre ordentliche Versammlung der Buruf ergab, vertreten. Um definitive Beschlußfassung sollte ab, in welcher der Kassirer Gragen die Anmeldung weiterer es sich in der Versammlung nicht handeln, sondern vielmehr um 7 Kollegen bekannt gab. Dieselben wurden statutengemäß als eine Vorberathung, wie sich die Vergolder dieser Branche zu Mitglieder aufgenommen. Hierauf erhielt Herr Julius eingeriffenen Verschlechterungen und daraus folgendem Türt das Wort zu einem Vortrag, in welchem derselbe Minderverdienst resp. Lohnabzügen zu stellen gedenken. Von verdie verschiedenen Epochen der fozialen und politischen Bewegung schilderte. An der Hand des Buches ber Freiheit wies derselbe den Mannesgeist früherer Generationen nach. Seine Ausführungen wurden mit begeistertem Beifall gelohnt. handelt vorläufig, nur die politischen Verhältnisse des Kreises. Das turze erste Kapitel giebt eine Stizze der Entwicklung der fozialdemokratischen Partei in den größeren Orten Spandau, Potsdam und Velten. Rapitel II behandelt die Hauptwahlen 1890 und 1893. Zunächst werden die Zahlen der zur Wahl Berechtigten und der an der Wahl Betheiligten verglichen. Aus den amtlichen Listen find hierzu übersichtliche Tabellen zu K. Der Verband der Möbelpolirer( Filiale Norden) hielt am Montag, den 12. Oktober, bei Kranz, Badstr. 12, feine regel. mäßige Versammlung ab. In derselben hielt der Kollege Unter Verbands. " " Erwähnt sei noch, daß auch im Kreise Ruppin- Templin die Ergebnisse der Nachwahlen 1896 in einer großen Tabelle zusammengestellt und so den Genossen zugänglich gemacht sind. Braun- Gizycki, Lily. Frauenfrage und Sozial mit der Gerechtigkeit zu vereinbaren Braun- Gizycki, Wehrle einen Vortrag über:„ Ist die Hinrichtung demokratie. Reden anläßlich des Internationalen Frauen- angelegenheiten wurde den Mitgliedern der Beschluß der letzten tongresses zu Berlin. Preis 20 Pf. sammengestellt, so daß diese Verhältnisse für jeden Ort sofort Indem die Verfasserin den Fortschritt begrüßt, welchen die Generalversammlung bekannt gegeben, wonach jedem vollberechtigten ermittelt werden können. Es ergiebt sich dabei, daß die Wahl- bürgerliche Frauenbewegung in der letzten Zeit in Deutschland Mitglied bei vom Verband veranstalteten Vergnügen freier Gintritt gewährt wird. Ferner wurde auf das am 17. Oktober betheiligung auf dem Lande größer war, als in den zu verzeichnen hat, weist sie in meisterhafter Darstellung die Halb- tritt gewährt wird. Ferner wurde auf das am 17. Oktober Städten. Ferner verschieben sich auch in diesem Kreise die Wähler- heit und Unzulänglichkeit dieser Bewegung im Vergleiche mit der stattfindende Stiftungsfest und die am 8. November in der zahlen in der Richtung, daß die Städte immer mehr ausschlag auf dem Boden der Sozialdemokratie stehenden Arbeiterinnen- neuen Urania" stattfindende Vorstellung aufmerksam gemacht. gebend werden. In einem zweiten Abschnitt sind die Verzu welcher Billets des Sonnabends in den Zahlstellen und bei bewegung nach. Sie widerlegt treffend die in den Schiebungen der Stimmenzahlen in allen Parteien erst in bürgerlichen Klaffen gegen die Sozialdemokratie bestehenden den Vorstandsmitgliedern zu haben sind. Gesammtzahlen, dann für jeden Ort spezialisirt, in genauen Vorurtheile, welche in dem falschen Glauben bestehen, Der Fachverein der Bäcker hielt am 13. d. M. bei Tabellen zusammengestellt und erläutert. Stadt und Land werden die Sozialdemokratie wolle die Familie und die Religion zer- Gründel, Brunnenstr. 188, feine regelmäßige Mitgliederversamm hier wie überall gesondert behandelt. Zu beachten ist dabei, daß fören, und sie strebe eine blutige Revolution an; fie schildert lung ab. Genoffe Dr. Joel sprach über: Die Eroberung des Die Sozialdemokratie in beiden fa ft gleich große Fortschritte die Sozialdemokratie als die einzige Partei, welche mit Nach- Nordpols". Er schilderte in zweistündigem Vortrage alle fast gemacht hat. In derselben Art, nur fürzer, find in Kap. III brud bei jeder passenden Gelegenheit für die Intereffen der interessanten Einzelheiten der schon vor Jahrhunderten zu diesem die Tabellen für die Stich wahlen 1890 und 1893 bearbeitet. Frauen eintritt. Zwecke unternommenen Expeditionen, insbesondere die bis zur Ein Anhang giebt über die Organisationen, die zur Verfügung Wir wollen hoffen, daß die Broschüre viel zum befferen neueren Zeit und Nansen's Expedition. Unter Verschiedenem stehenden Lokale und die Verbreitung der Parteizeitungen im Verständniß für die Bestrebungen der Sozialdemokratie beitragen wurde fodann ein Schreiben der organisirten Gastwirths. Kreise Auskunft. gehilfen verlesen und einige Vereinsangelegenheiten geregelt. Es ist tlar, in welcher Weise diese Zusammenstellungen für und uns manche neue Anhängerin zuführen wird. Eine gut besuchte Baudeputirten- Versammlung der die Agitation Nutzen stiften können. Man gewinnt aus ihnen eine genaue Uebersicht über den Stand der politischen Bewegung Puter fand am Mittwoch Abend bei Buste, Grenadierstr. 33, in den verschiedenen Orten. Einzelne gehören z. B. fast ganz statt. Nach dem Bericht der Lohnkommission haben bis jetzt an den Freifinnigen, andere den Konservativen, andere uns. Danach Nach dem, was der Verfaffer in den beiden ersten Theilen 100 Kollegen, welche bisher keine Arbeitsberechtigungs- Rarte tann die Agitation eingerichtet werden. Da sind weiter die Bes feiner Enthüllungen über das Dschazer Seminar( Behandlung hatten und während der Lohnbewegung nicht bei Buzmeistern wohner eines Ortes ganz abhängig von einem Gutsherrn! der Seminaristen" und Lehrmethode") mitgetheilt bat, wird der gearbeitet haben, dieselben erhalten. Die Zahl der ausgestellten Folglich die Wahlbetheiligung: 100 pet.! Nur ein Frevler hat Inhalt des jetzt vorliegenden dritten und legten Theiles faum neuen Karten hat die Zahl von 1000 erreicht. Die Kommission es gewagt, trotz alledem für den Sozialdemokraten zu stimmen. noch Verwunderung erregen. Von den Unregelmäßigkeiten empfiehlt den Baudeputirten, auf den Bauten eine strenge Die anderen" find" alle konservativ. Solche und ähnliche und Ungerechtigkeiten, die in Oschatz bei der Zensurertheilung Stontrolle zu üben und besonders ihr Augenmerk darauf zu Einblicke sind doch sehr lehrreich. Das Schriftchen hat vorgekommen sein sollen, sei hier nur eine erwähnt." Gemacht" richten, daß die in Arbeit tretenden Kollegen auf den alten Daher auch auf der Parteikonferenz für die Provinz wurden, nach R.'s Behauptung, die Zensuren für mehrere Lehr- Arbeitskarten den Schlußstempel der Kommission verzeichnet Brandenbung lebhafte Anerkennung gefunden und kann allen fächer nicht vom Lehrer, sondern von einem Schüler, der das haben, da eine Anzahl von Kollegen mit ihren Beiträgen im Kreisen dringend zur Nachahmung empfohlen werden. Vertrauen seines Lehrers genoß und bei der Zensurenfabrikation Rückstand find. Ferner wacht die Kommiffion die Kollegen auf eine neue Art des Bauschwindels aufmerksam. Die Sache war folgende: Auf einem Bau in der Kirchstraße in Charlottenburg, welcher eine ganze Zeit wegen Zahlungsdifferenzen geruht hatte, läßt der Agent des Geldgebers die Puzzarbeiten durch den Puzer Sch. fertigstellen. Der Puyer hat fämmtliches Rüstzeug zu liefern, die Lohnzaglung erfolgt nach Fertigstellung der Arbeit, welche twas 5000 Mt. ausmacht. -Z. D. Rühle, Sechs Jahre in einem fächsischen Lehrerseminare. 3. Theil: Wie in Oschatz Zensuren gemacht werden. Leipzig, A. Schupp, 1896. 29 S. Gewiß ist damit die Aufgabe noch nicht vollendet. Nunmehr nach Gunst und eigenem Gutdünken verfuhr. Das Bemerkens tommt es vor allem darauf an, in ähnlich genauer Weise die werthefte an diesem dritten Theile ist die zum Schluß abgegebene sozialen Verhältnisse eines jeden Ortes im Kreise zu ermitteln Versicherung, es sei dem Verfasser auch über andere Seminare und für die Agitation zu verarbeiten. Die Vorarbeiten dazu find für eine Menge Material zugegangen." den Kreis Oft- Havelland im Gange. Hoffentlich gelingt es dem Genossen Schröer, schon der nächsten Parteikonferenz der Branden burger eine Arbeit hierüber vorzulegen. dig -t. = Dr. Alfred Bernſtein. Die Schulräume find zur Benutzung der Bibliothek und des reichen ZeitArbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. schriftenmaterials schon von 8 Uhr abends an geöffnet. Neumann, Bajewalterstr. 3. Alle Menderungen im Bereinetalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9 bis 11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Rixdorf, Hermannstraße 197 bet Babenschneider. Grüne Eiche, Esmeralda, Königsbergerstraße 6 bet Lastowsky. Um aber dem Uebernehmer der Arbeit Gelegenheit zu geben, die knüpfte sich an den mit Beifall aufgenommenen Vortrag nicht. verstanden, und die Angelegenheit tam zu feinem Abschluß. Junenputzer, welche nicht warten wollen, am Sonnabend zu be- Dupont theilte unter Verschiedenes" mit, daß auf vielfache Nachdem an die Anwesenden die Mahnung ergangen war, für zahlen( die Façadenputzer haben sich verpflichtet zu warten), hat Anregungen hin in Zukunft weitere Versammlungen, sogenannte beffere Betheiligung an den Gewerkschaftsversammlungen zu der Agent dem Pußer Sch. für 5000 m. Wechsel gegeben, mit Literarische Abende" veranstaltet werden sollen, da nach der agitiren, schloß die Versammlung mit dreifachem Hoch auf die welchen er die Arbeiter und Innenpuzer lohnt. Wie Auflösung der ,, Freien Voltsbühne" gerade die Arbeiter Berlins sich Sozialdemokratie. viel ein folch weiter gegebener Wechsel an Danno angelegen sein lassen sollten, die moderne Kunstrichtung" zu Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend Abend von 8-9% Uhr: Südoft schule, Waldemarstr. 14: Nationalötonomie( Allgemeine Uebersicht der toftet, davon haben die dort arbeitenden Puter sicher feine pflegen. verschiedenen Wirthschaftsstufen. Entwickelung der bürgerlichen theoretischen Ahnung, und erhält der Sch. wirklich Geld für solchen Wechsel, so sind es die ausführenden Buyer, welche die Zinsen von ihrem theilte Fritsche über die Maßregelung des Kollegen Dornökonomie( Die Mary- Engels'schen Lehren. Werth, Mehrwerth, Kapital). Herr In der Baudeputirten- Situng der Maurer am 15. b. M. Nationalötonomie. Die Marr'sche Werth- und Mehrwerth- Lehre). Herr Conrad Schmidt. Nordschule, Brunnenstraße 25: NationalArbeitsverdienst bezahlen müssen. Daß eine solche Machination auf dem Baumarkt nur zu leicht Nachahmer finden wird, ist auf dem Bau der Strauß'schen Aktiengesellschaft in der Bülowficher anzunehmen. Die Kollegen müssen unter allen Umständen Straße mit, daß sie auf die Denunziation eines Maurers Libuga solche Bauten meiden, da sie keine Garantie haben, daß die erfolgt sei. Von den 65 dort arbeitenden Kollegen erklärten sich 45 mit Dorn solidarisch und legten die Arbeit nieder. Dem Wechsel überhaupt eingelöst werden und die Sache ziemlich un- unterhandelnden Lohnkommissionsmitglied wurde vom betr. Polier gewiß iſt. Sämmtliche Redner verurtheilten einlicherartige erklärt, daß ihm seitens der Gesellschaft anheimgegeben fet,„ alle Spekulation auf die Dummheit der Arbeiter und verpflichten sich, Elemente", die auf dem Bau die friedlichen Arbeiter stören", 2yrania, Landsdahin zu wirken, daß solche Bauten gemieden werden. furzer Hand zu entlassen; bezüglich der Arbeitsleistung wurde berger Allee 156 bet Goebel. Sanges Echo, Naunynftr. 86 bei Streit. Glück 1, Der Verband der in der Kürschnerbrauche be: Dorn das beste Beugniß ausgestellt. Gleichzeitig wurde aber Immergrün, Tegel, Spandauerstr. 5 bei C. Rentner. Badsir. 19 bet mig. Hand in Hand II, Frankfurter Allee 49 schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hielt auch erklärt, daß noch mehreren Arbeitern ein gleiches Schicksal bei Fuchs. Liedertrans in Brandenburg a. H., Mengert's Boltsam 12. d. M. seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Die bevorstehe. Die Streifenden verlangten Wiedereinstellung der garten, Bergstr. 6. Vorwärts 7, Rummelsburg, Ecke Göthe- und Abrechnung des 2. Duartals ergab eine Einnahme von 151,5 M., Gemaßregelten. Vom Bauführer wurde dem zugesagt, doch Frisch auf 1, Friedrichsberg, Wartenbergfir. 67 bet Lange.- Treptow Kantstraße bei Greinert. Frisch auf II, Schönwalde in der Mark. dem eine Ausgabe von 308,14 m. gegenüberstand. Da der alte scheiterte eine Einigung an dem Verhalten des Poliers; in Treptow, Baumschulenstraße 32 bet gange. Weiße Rose II, NeuBestand 438,37 M. betrug, so verbleiben 281,28 M. in der Kaffe. Dieser stellte sich sogar der Entlassung des Denunzianten ent- Weißensee, Wörther- und Megerstraßen- Ecke bei Hannemann. Ter Arbeitsnachweis wurde bedauerlicherweise seitens der Arbeitgegen. Nur bis Donnerstag Mittag blieb der Bau gesperrt, tracht 3, Teltow. Behlendorferstr. 6 bet Dery.- Echo 3, Langendamm, Neu- Martgrafenpieste, bet W. Grasnick. Sängerlu st, Luckenwalde, geber wie Arbeitnehmer im ersten Halbjahr nur mäßig in An- da durch Polizeihilfe und sonstige Manipulationen der Bau be- Beeligerstraße 34 bet Otto Schulze.- Der Metallweber, Friedensir. 67. fpruch genommen. Es wurden nach längerer Debatte die setzt wurde. Aehnlich verhalte es sich mit der Maßregelung des- Echo III, Langendamm, Alt- Markgrafenpieste bei Grasnic.- Froh= Kollegen Krösing und Mangel, sowie die Kolleginnen Frau Kollegen Hoffmann auf einem Bau in der Moßstraße. Der finn 1, Rummelsburg, Goethe- und Kantstraßen- Ecke bei Brewes. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Kröfing und Frau Kersten bis 1. Juli nächsten Jahres Denunziant war hier der Maurer Paul Hahn aus Weißensee. ale zuschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find aus dem Verein ausgestoßen, da sie gegen§ 11 des Statuts ge- Hieran schloß sich eine recht rege Debatte, in der die einzelnen au richten an: Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177c. Sonnabend: handelt haben. Die Ausgestoßenen sollen davon schriftlich be- Details dieser beiden Fälle besprochen, aber auch viele Mißstände Vergnügungsverein„ Selgoland", Grüner Weg 20 bei Rudolf. Ba= ,, Allezeit Fidel". Pasenachrichtigt werden. An stelle des 2. Kassirers, welcher sein Amt auf anderen Bauten zur Sprache gebracht wurden; den Bau- varia", Lychenerstraße 23 bei Schmidt. walterstraße 3 bei Neumann. Theaterverein Hand in Hand, Georgen niedergelegt hat, wird Kollege Keller gewählt. deputirten wurde aufgetragen, alle Mißstände sofort der Lohn- tirchfir. 65 b. Späth. Vergnügungsverein Helitonia, Gr. Frankfurterstraße 74 bet Breuer. tommission zu melden. " 1 : Vom aufgelösten Frauen Bildungsverein durch Frau Gallien 9,35 Wt. dankend erhalten. Vertrauensmann der All gemeinen Arbeiter und Arbeiterinnen: D. Schüler, Rykestraße 48. Ein= Arbeiter- Randherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Otto Schul 3, Kottbuferdamm 72. Sonnabend: Unversagt", Rebuferstraße is bet Bogel. Angler I, Bimmerstraße 55 bet Ruppert. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein Fichte( Mitgl. b. Deutschen Arb.- Zurnerb.) turnt: 1. Männer Abtheilung Friebenfir. 37, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. 3. Männer btht. Boechstr. 21, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr.- 2. Lehrlings- Abth. Staligerfir. 55-56, Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. Vereinigung der Turnfreunde turnt Mittwochs und Sonnabends von 8-10% Uhr abends Turnhalle Demminerftr. 56-57- Freie Turner= schaft Nixdorf- Bris, E. Wiersing's Rest., Knesebeckfir. 118.-- Gemischter Chor Gleich beit, abends 9 Uhr, Embenerstraße, Restaurateur Schat bet seinen weiteren Ausführungen ausgearbeitet, die Redner in übersehen worden. Damit wäre für uns die Sache erledigt, wenn verein Bohemta, abends 9 Uhr, Restaurant G. Wigel, Acferftr. 145. • dem 1. und 15. jeben Monats, abends 9 Uhr bet Sommer, Grünftr. 21.Gtattlub Blaue Bluse, bei Wuttte, Graudenzerstraße 2. Stattlub Br überlichtett, abends von 9 Uhr an Sigung Wienerstraße Bergnügungsverein Ipen= Gleditschstraße Nr. 23. Welzel. Dansk Forening Freja, Kommandantenstrasse 72( Neues Klubhaus), Módeaften hver Lòrdag Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser Böhmisch slawischer Bildungsverein Hamlischef, Beuthstraße 21, German American Club Uncle Sam, 9 o'clock, Wallstr. 57. Guests are welcome. A Deutſcher sozialdemokratischer Gefeklub in Paris. Que et. Honore 314, Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Ber fammlung; reiche Bibliothet, Beitungen, französischer Unterricht. London. Der einzige hiesige ſozialdemokratische Berein Londons, ber alte, von Karl Marx und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Kommunistische Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Zottenham Court Rd., W. London. 18 Bildungsverein Mehr Licht". Sonntag, den 18. Oftober, abends uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 270: Bersammlung. Bortrag über: Sind unsere vier Evangelten eine Gefchichtsquelle? Referent: Herr Dr. Völkel- Braunschweig. Freie Distusfion. Darauf: Geselliges BeiDie Lohnbewegung der Zimmerer war am Mittwoch Gegenstand einer sehr stark besuchten Versammlung, in welcher der Vertrauensmann Fischer über„ Unsere Taktik für die 3 funft" referirte. Die Taktik müsse unbedingt eine andere werden. Jedem halbwegs Einsichtsvollen müsse es doch klar sein, daß die errungene Verkürzung der Arbeitszeit eine Nothwendigkeit ist, au der auch in Zukunft festgehalten werden muß. Durch die Berichtigung. In dem Versammlungsbericht der Schuh günstigen Arbeitsverhältnisse seien aber eine große Anzahl der ma cher( Schooßarbeiter) in der Nr. 241 vom Mittwoch, den Bimmerer forglofer geworden, so daß sie nicht genügend auf 14. d. M., muß es anstatt Latfin heißen: Trafner. dem Posten wären. Die gegenwärtige flaue Zeit wurde aber In dem Schreiben der genannten Gewerkschaft, in dem uns bereits von den Unternehmern benüht, um das Errungene wieder dies mitgetheilt wird, wird festgestellt, daß die von uns durch Bühnenverband Normania, jeden legten Sonnabend im Monat rückgängig zu machen, wie ein von der Innung verbreitetes einen Berichterstatter nicht beschickte Versammlung nicht am Buffol, Königsbergerstraße Nr. 28. Privat Theater Gesellschaft Rundschreiben beweist.( Siehe gestrige Nummer des Vorwärts".) 10., sondern am 17. August stattgefunden hat und daß sie im titer, Gigung abends 9 ühr bei Linte, Buttbuferstr. 24. Privat Theater= Die Plazdeputirten Versammlung habe sich auch am Montag Vorwärts" annoncirt war. Von der Richtigkeit dieser Fest Theaterverein Bavaria, Acerfir. 17 bei Manfras. damit beschäftigt, daß in Zukunft die Platsperre aufgehoben ftellung haben wir uns überzeugt und so muß wohl ein anderer Gesellschaft Lont, abends 9 Uhr bet Buleger, Swinemünderftr. 144. Theaterverein Lustige Brüder II, Sigung abends 9 Uhr, bet werden solle, da dieselbe wegen der gegenwärtigen Zahl der Umstand die Nichtbeschickung der betreffenden Versammlung Reichelt, Hafenhaide Nr. 45/47. Theater Gesellschaft Immer TheaterArbeitslosen nicht wirksam geung sei. Die Lohnkommission habe herbeigeführt haben; wahrscheinlich ist das Inserat von uns Lustta, abends 9 Uhr, Gizung bei Ruhl, Chorinerstr. 53. dementsprechende zur Annahme empfiehlt. Privat- Theater- Gesellschaft 2illy, abends 9 Uhr Sigung, Schönh. Allee 135. Die es in dem Schreiben weiter hieße: infolge Bergnügungsflub Oftend, Gigung abends 9 Uhr im Restaurant Rudolf, Arbeitslosen- Unterstüßung müsse ebenfalls aufhören, um die dessen( weil annoncirt war) verlangen wir einen Bericht Krautstraße 6. Gefelliger Arbeiter- Verein Proletaria, Sonnabend nach Mittel für die Lohnbewegung im nächsten Jahre aufzusparen, da erstatter." Gegenüber dieser Auffassung betonen wir in 14 Tagen allein 590 M. für Arbeitslose und 215,50 M. für nochmals ganz ausdrücklich: Die Thatsache, daß eine Rauchlub Dornröschen, abends 9 Uhr, bet Herbner, Burgdorfftr. 14. Bemaßregelte gezahlt wurden, mithin der Streiffonds alsbald Bersammlung im Vorwärts" inferirt ist, tommt für die Be- tlub Revolution, Gigung abends 9 Uhr bet Hauptmann, Wienererschöpft sein würde. Die Plaßsperre müsse nach der Meinung schichung derselben durch unsere Berichterstatter absolut fraße we geb der Lohnkommission nur über die größeren Bauplätze ver- nicht in betracht. Maßgebend hierfür ist vielmehr die Wichtig: bet Wittwe Lehn, Stralsunderſtraße 19.- Statt lub 50. Jeden Sonnabend hängt werden, da sie für die kleineren sich als zwecklos erwiesen feit bezw. unwichtigkeit der zur Verhandlung stehenden Tages- etigen, abenos 10 ubt sigung bet stuppin, Blumenſtr. 49. habe. Besonders aber möge man bei den Abrißarbeiten der ordnung. Wenn sich der Schreiber schließlich noch über die Bergnügungsverein Bruderfette, Sigung abends& Uhr, bei Paris, Schachklub Springer, abends 9 Uhr Gewerbe Ausstellung, die mit den größten Gefahren stiefmütterliche" Behandlung der Schuhmucher gegenüber bet Wernau, Rosenthalerstr. 57. Tambourverein verknüpft sind, auf der Hut auf den Bau- Unternehmer Rain, namentlich in bezug anderen Gewerkschaften" beschwert fühlt, so ist das eine Klage, funden Mittwoch und Sonnabend von 9 bis 10 upr bet Dittmann, Verein ehemaliger Schüler der 7. Real nur 50 Pfennige die ebenso häufig wiederkehrt, als sie unberechtigt ist. Sie wird Berlebergerstr. 9. Stundenlohn zahlt. Im nächsten Frühjahr möge man aber nicht so lange wiederkehren, so lange man nicht unterläßt, als ich ule, präzise 9 Uhr im Restaurant Nepomut, Neue Roßfir. 22: Sizung ( Wissenschaftlicher Bortrag. Literarisches.). Touristentlub ,, Ruf". Jeben nur neue Forderungen stellen, sondern auch dafür sorgen, daß alleinigen Maßstab für den Werth der Berichte ihre Länge in Connabend 9 Uhr Neue Friedrichstr. 92, Reſtauration Gro Vergnügungsfür die Zimmerleute Berlins ein eigener Arbeitsnachweis betracht zu ziehen. Red. d.„ Vorw." Verein Helgoland II, jeden Sonnabend Sigung bei Lehmann, Lübbenerstraße 9. Stattlub Freundschaftsbund, abends 8½ Ugr bet Ganswig, errichtet werde.( Beifall.) Die von dem Referenten vorTheater- und Vergnügungsverein Troilus, geschlagene Resolution wurde in ihren einzelnen Punkten von Die öffentliche Versammlung aller im Handelsgewerbe Reichenbergerstraße 147.Bergnügungsverein Fiducia, abends 9 Uhr, Blumenstr. 32 bet Reiche. Theaterverein der Louisens mehreren Rednern in der sehr ausgedehnten Diskussion, an der angestellten Personen, von der in dem gestrigen Bericht über die abends 9 ühr bei Geft, Brunnenſir. 155. Versammlung des 5. Wahlkreises die Rede ist, findet nicht, wie tabt, Annenftr. 9 bet Broß. Turnverein Deutsche Eiche, Johannisfich abwechselnd Webers, Obst, Rückert, Dühring, dort angegeben, am 19. d. M., sondern am 26. 6. M. in Cohn's that, in Echaller's Ballſalon. Uebungsstunde abends 9-10( Männerabth. Lehmann, Rube, Knüpfer, Schaffer u. a. betheiTheaterverein Thalta, Küstrtner Platz 10 Chriftian. Theaterverein Festsälen, Beuthstr. 20/21, statt. Reichstags Abgeordneter Tata Toto, abends 8% uhr, Koppenfir. 29 bei Keller( Tunnel). Verein ligten, in zumeist zustimmender Weise befürwortet. Einige Redner Dr. Bruno Echoenlant wird über die Sozialdemokratie und die Gefertigteit, jeben Sonnabend nach dem 1. Schulzendorferstraße 27 bei wollten aber die Arbeitslosen- Unterstützung weiter bestehen lassen, Handelsangestellten" referiren. während die übrigen der Meinung waren, daß man auch seiner referiren.sal Ueberzeugung einige Opfer bringen müssen Kummer be= Der Arbeiter Bildungsverein zu Schöneberg hielt am richtigt eine diesbezügliche Aeußerung Fischer's betreffs der 5. Oktober eine Generalversammlung ab. In derselben gab der Platzsperre bei Mießner dahin, daß diese Sperre insofern ganz Vorsitzende den Bericht über die Thätigkeit des Vereins und er- Restaurant" Sur neuen Boft", heute Abend 9 Uhr Mitgliederversammlung. gerechtfertigt war, weil der Unternehmer zwar anfangs alle suchte die Mitglieder, in dem nächsten Jahre ebenso wie im verForderungen bewilligte, aber anstatt der 55 Pf. Stundenlohn gangenen Jahre im Intereffe des Vereins thätig zu sein, die und der neunstündigen Arbeitszeit nur 522 Pf. zahlte und die Abrechnung ergab eine Einnahme von 199,92 M. und eine Aus Arbeitszeit verlängerte. Als sich die Arbeiter dagegen ver- gabe von 74,90 m., mithin einen Bestand von 125,02 M. Dem wahrten, wurden fie einfach gemaßregelt, während andere sich Kassirer wurde Entlastung ertheilt. Alsdann fand die Wahl des freiwillig anboten, billiger zu arbeiten. Hierauf gelangt die gesammten Vorstandes statt. Gewählt wurden: Genosse Köster Resolution in folgender Weise einstimmig zur Annahme: In als erster Vorsitzender, Genosse Hoppe als zweiter Vorsitzender, Eripägung: Da mit dem 15. Oftober die klimatischen Verhält Genosse Julius Mechau als Schriftführer, Genosse Günther als nisse es verbieten, daß auf den einzelnen Bauplägen entgegen erster Kassirer, Genosse Klitsch als zweiter Kassirer; als Revisoren unferen diesjährigen Beschlüssen noch 10 Stunden gearbeitet wurden gewählt die Genossen: Liesegang, Quapp und Bild. werden kann, beschließt die heutige öffentliche Versammlung: Außerdem tam ein Antrag zur Annahme, dem Vorstand 100 M. 1. Sämmtliche Platzsperren sind aufzuheben; dagegen verpflichten zu überweisen. fich sämmtliche Zimmerer Berlins, nur für einen Stundenlohn von Charlottenburg. Eine recht gut besuchte Bolksversammlung 55 Pf. zu arbeiten; sämmtliche Bauten, wo dieser Minimallohn fand am 13. Oktober auf Bismarckshöhe statt. Genosse Wagner nicht gezahlt wird, sind zu sperren. 2. Die Unterstützung dieser nahm mit seinem, mit reichem Thatsachen- und Zahlenmaterial Kameraden geschieht in der bisherigen Weise: Verheirathete ausgestatteten, höchst interessanten Vortrage über Schul- und Unterstützung mit dem 17. Oktober d. J. fort. 3. Die Arbeits- in Anspruch. Die vielfachen drastischen Beispiele, welche Redner 2 M., Unverheirathete 1,50 m. pro Tag; jedoch fällt diese Wolfsbildung die ungetheiltefte Aufmerksamkeit der Versammelten farten bleiben in Kraft und ist jeder in Berlin und Umgegend zur Kennzeichnung des gewaltigen Unterschiedes zwischen Volts arbeitende Zimmerer verpflichtet, jeden Arbeitswechsel der Kom schule und höherer Schulen vorführte, riefen wiederholt Erstaunen, mission zu melden. 4. Um jedem weiteren Vorgehen der Unter- Mißbilligung und Empörung, letzteres hauptsächlich von seiten der nehmer gegenüber gerüftet zu sein, verpflichtet sich jeder arbeitende zahlreich anwesenden Frauen hervor, und machte sich oft in recht Kamerad, wöchentlich mindestens 20 Pf. als Unterstüßung für urwüchsigen, aber durchaus zutreffenden Zwischenrufen geltend. die Gemaßregelten, für den Agitations- und Unterstützungsfonds Langanhaltender Beifall folgte dem ausführlichen Vortrage. zu zahlen, sowie sämmtliche Borkommnisse auf den Bauten der Lehrer oder Gegner meldeten sich trotz mehrfacher Aufforderung Lohnkommission zu melden." Nach kurzer Diskussion wird be- und Zusicherung vollster Redefreiheit nicht zum Wort. Görde schloffen, die Wahl der Lohnkommission auf ein Jahr vorzunehmen. fand dieses aus naheliegenden Gründen begreiflich. In A13 Vertrauensmann wird Fischer wiedergewählt; seinen weiteren Ausführungen berührte er kurz das Ver als Rassirer Hoff, Hant and Piehl als Mitglieder der halten einer großen Volksmasse anläglich der Zarenreise. Lohnkommission. Bu Revisoren werden Hugo Lehmann Im Anschluß hieran nahm er Gelegenheit, gegen etwa gehegte und Scheffer ernannt. Fischer theilt noch mit, daß alle Pläne energisch zu protestiren, bei der demnächst zu erfolgenden diejenigen, die bis zum 1. August nicht abgerechnet haben, nach Grundsteinlegung einer neuen Kirche auf dem Ar- Platz in dem 15. Oktober öffentlich bekannt gemacht werden sollen. Die Charlottenburg, der eigentlich für andere Zwecke be von einem Kameraden verlorenen 17 Marten à 10 Pf. find gestimmt war, die Schultinder als Staffage zu benußen; ebenfalls funden und können beim Vertrauensmann Fischer im Bureau legte er es den Frauen recht nahe, dieser ZereGrenadierstr. 33 bei Buste in Empfang genommen monie fernzubleiben und nicht dazu Dekorationsstücke zu werden. Mit einem zündenden Mahnwort zur Einigkeit und bilden. Von den Lehrern, an denen in größter Mehr- Stationen. Beilegung der Zwiftigkeiten zwischen lokalen und zentralen zahl das Wehen des neuen Geistes durchaus nicht spurlos Zimmerern wurde die Bersammlung nach Mitternacht geschlossen. vorübergezogen, erwarte er, daß fie dem Verlangen der Eltern ,, Henrik Ibsen und die Komödie der Liebe" lautete das nach Kräften Rechnung trügen. Nach kräftigem Schlußwort des Thema, über welches Genosse Jul. Türk in einer öffentlichen Referenten, in dem er zur unermüdlichen Agitation und Beitritt zu Ewinemünde Versammlung am Donnerstag referirte. Veranlassung zu dieser den Organisationen, politischen und gewerkschaftlichen, verpflichtete, Hamburg Versammlung hatten, wie der Referent erwähnte, die Debatten erfolgte die Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Thätigkeiten Berlin auf dem Parteitag gegeben über die naturalistische Kunft der Bertrauensleute vor der zu erfolgenden Neuwahl; hierzu Wiesbaden. richtung", bei der sich 2 Strömungen geltend gemacht haben, wurden Baumann, Leder und Wernicke ernannt. Bum München die aber wohl beide über das eigentliche Biel hinausgeschossen Schluß wurde es gerügt, daß die beiden Parteigenoffen in Wien. haben, während Bebel nach der Ansicht des Redners den der städtischen Verwaltung Charlottenburgs nicht energisch Haparanda. richtigen Standpunkt vertrat. Uebrigens sei diese Richtung feines- für Berbesserung der Lage der Gasanstalts Arbeiter Petersburg wegs neu, wie man aus den Klassikern wie aus den dramati- resp. Verkürzung deren Arbeitszeit eingetreten feien bei der Cort schen Dichtungen Shakespeare's, besonders aus Romeo und Gelegenheit, wo in der Verwaltung mitgetheilt wurde, daß Aberdeen. Julia" entnehmen fann. An ausgeprägtesten sei diese moderne 1/2 Million Ueberschuß vorhanden und, wie aus dem Bericht Paris. Kunstrichtung von Henrik Ibsen, dem eigentlichen Bater hervorgehe, man nicht einmal zu wissen scheine, was mit dieser derselben, deffen Dichtungen wir auf der Bühne zur Summe anzufangen fei. Von anderer Seite wurde fonstatirt, daß Wetter- Prognose für Sonnabend, den 17. Oktober 1896. Erscheinung gebracht haben. Die übrigen modernen Dichter die Charlottenburger Gasanstaltsarbeiter alle 14 Tage Etwas fühler mit veränderlicher Bewölkung, leichten Regendieser Schule sind leider nach geraumer Zeit wieder in das 24 Stunden hintereinander arbeiten müssen. hintereinander arbeiten müssen. Auf Rückfällen und mäßigen südwestlichen Winden. Lager der Bourgeoisie übergegangen, weil sie vor den Folgen sprache um Abstellung dieser Einrichtung sei ihnen ihrer eigenen Werkte zurückscheuten. Was Jbfen schon in seinem erklärt worden, daß die achtstündige Schicht wohl einsammensein. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29, gliederversammlung. Heute Abend 8% Uhr, Manteuffelstr. 46: MitHamburg) Filiale Berlin 3. Filiale Berlin 5. Heute Abend 8 Uhr bei Diete, Lothringerstr. 68: Mitgliederversammlung. Bentral- Kranken- und Segräbnißhaffe für Frauen und Mädchen mittags 6 Uhr, bet Wiedemann, Blumenftr. 38: Mitgliederversammlung. Deutschlands. Verwaltung Berlin IV. Sonntag, den 18. d. M., nach7-8 Uhr abera Die Zahlstelle befindet sich bet klages, Frankfurterstr. 20, Sonnabends von Berlin, Bezirt 3. Sonntag, den 18. Ottober, vormittags 10 Uhr, bet NeuBentral- Kranken- und Sterbekasse der Deutschen Wagenbauer, mann, Pafewalterftr 3: Mitgliederversammlung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 18. Oftbr ,, vorm. 8 Uhr, Rosen ebendaselbit: Vortrag des Herrn Dr. Böltel- Braunschweig: Die deutsche thalerstr. 88: Bersammlung," Freireligiöse Borlesung". Umt 10% Uhr vorm. Aufklärung des vorigen Jahrhunderts." Montag, den 18. Oftober, abends pünktlich 8 Uhr, Rosenthalerstr. 38: Beschließende Versammlung. in Schmiedel's Festfälen, Alte Jatobfir. 32: Herbstvergügen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Heute, abends 8 Uhr, Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, Friseure, Perrückenmacher Berlins. Montag, den 19. d. M., abends 10% Uhr, bei Buste, Grenadierstr. 33: Generalversammlung.ADTY Tischler- Verein. Heute Abend 9 Uhr, Melchiorfir. 15: Generalversamm Tung. Mitgliedsbuch legitimirt. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Wahlkreis StralJüdenfir. 36: Gigung. Gäste wigtommen. und- Franzburg- Rügen. Sonntag, den 18. Oftober, vorm. 10 Uhr bef& inte, Witterungsübersicht vom 16. Oktober 1896. Barometerftand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windstärke Wetter Temperatur ( 50.4° R.)! 763 GD . 4 760 OSO 5 halb bedeckt wolfig 13 14 762 4 wolkig 14 759 2 bedeckt 7 764 2 wolfig 4 764 2 heiter 10 761 2 halb bedeckt 5. 777 1 Dunst 0 770 N 4 halb bedeckt 9 773 NNW 2 heiter 7 754 ° SM 4 Regen 7 Berliner Wetterbureau. Katilina" aussprach: die Revolution der Menschlichkeit- sei der geführt werden könne, aber den Arbeitern folle dafür Briefkasten der Expedition. ganze Grundcharakter seiner späteren Dichtungen, wie Mora" der Lohn um den Betrag für 3 Stunden gekürzt werden. und Komödie der Liebe", in denen er die knechtische und recht-( Damit soll der Lohn für die dritte Schicht herausgeschlagen liche Stellung der Frau zur Darstellung bringt. Eine Diskussion werden.) Mit der Zohnreduktion waren die Arbeiter nicht ein- erhalten. H. Schulz, Memelerstr. Wir haben das Inserat zu spät Große Berliner Schneider- Akademie, System Kuhn, seit 1880 im Rothen Schloß, befindet sich vom 1. September an in den mit allem Comfort der Neuzeit ausgestatteten Brachträumen des Hohenzollernhauses Berlin W., Leipzigerstr. 117 118. Gründliche Ausbildung in der Herren-, Damen- und Wäscheschneiderei. Neue Kurse am 1. und 15. jeden Monats. Lehrbücher zum Selbstunterricht. Unentgeltlicher Stellennachweis. Prospekte gratis. 62L* Die Direktion. Achtung! 0. J. Engelke, Neue Jakobstr. 26, echten alten Nordhäuser Liter M. 1,-, 1/2 2. M. 0,50, extra alte Waare 1,40, 0,70. Kleinverkauf von 10 Pf. an. " " R. Lewinberg " 54 Wrangel- Straße 54, SO. empfiehlt Reste und einzelne Roben zu unglaublich billigen Preisen, darunter Roben in neuesten Mustern, enthaltend 6-7 Meter doppelt breiten Stoff, durchschnittlich jede Robe 1,50 und 1,80 M. 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