möglicher t trifft fier. 85. Beide Ge daß sein gt mir am bie zwölf r erinnerte eer längst Sonntag, 13. Juli 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. vom vor Das weib n vor ihm Tölpel, ber Sisher noch feinem Be usend an gegenwärti auch nicht „ Nein," der Ener und wollte vor seinen amme auf, r die Brust ang auf die ch selbst zu f die Seite. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Boltsblatt" achte er jo heint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin ſeine Hände et in's Haus viettelijährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne mmmern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VHI. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) und dichter r, vorwärts oldaten vor - zwei, drei begann e a im Radi Leben." Wiede Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. stanone Die Monarchisten in Frankreich. marschiren Die dritte französische Republik tritt bald de vorbei ihr fünfzehntes Lebensjahr, und da in Frankreich die önnten ihn nichen früher reif werden, als in den nordischen Gegenden, , aber fein werden bald auch von der gegenwärtigen Staatsform in m Gaume inkreich die Kinderschuhe ausgezogen werden. quälen. G Wenn wir uns auch für eine auf fapitalistischer GrundGefühl von muß mit aufgebaute Staatsform nicht erwärmen können, da in und imma bie Arbeiterklasse besonders scharf verfolgt und zurüc unaufhörlich tängt wird, so halten wir doch die Republik in FrankCobleben für die beste Staatsform, die geeignet ist, das schöne alle feineb am leichtesten noch durch alle politischen Fährlichkeiten Todleben burch zu leiten. e ß am b oben auf ibn felb Deshalb muß es auch jeden Politiker empören, daß othe Funken abe jetzt, wo Frankreich scheinbar von China, aber m ihm volich von der Cholera bedroht ist, die Monarchisten Funken, biber ihr Haupt erheben, und aus den Gefahren, von ote eine Anen das Vaterland bedroht ist, Kapital für ihre und Beint ezial- Interessen schlagen wollen. hts mehr au Gefährlich ist vorläufig die Situation für die Republik einem Bom nicht. China hat schon zum Rückzuge geblasen und es schon bei dem Vertrage von Tientsin bleiben, der nur hottenhof" in burch bessere Garantien, die Frankreich verlangt und Sßer Haft ein bfleisch und erhält, befestigt werden wird. zwei großer itätsmänn Allerdings bleibt die Cholera! Aber je mehr dieselbe dern der nadteste persönlichste Eigen nus ist. Um legterem zu fröhnen, scheuen sie sich nicht, die Ergebnisse der Statistit auf das Tendenziöseste zu entstellen, um aus dem Refultate der letzten Gemeinderathswahlen den Beweis zu entnehmen, daß die französische Republik ihrem Untergange zuneige, während der monarchische Sina im Volte sich wieder mächtiger zu regen beginne. ,, Die große Masse der französischen Wähler huldigt einem ausgesprochenen Ruhe be= dürfniß und verhält sich deshalb von vornherein ablehnend gegen alle Bestrebungen, deren Realisirung den Umsturz des Bestehenden zur Vorausfegung hat." ,, Das Volk aber hat gerade genug mit feinen wirthschaftlichen Existenzfragen zu thun, als daß es Lust verspüren sollte, sich außerdem noch solche einer abenteuerlichen Restaurations politik aufzubürden. An diesem Stande der Dinge vermögen alle statistischen Klügeleien der monarchistischen Streber nichts zu ändern, mit denen bekanntlich unser deutscher Reichskanzler am wenigsten etwas zu thun haben will." Das ist deutlich genug. Wie gesagt, es ist erfreulich, daß die deutsche Reichsim Stand greift, desto mehr werden die Menschen aus Furcht regierung auf diesem Standpunkte steht und daß sie sich ten geben fich einer großen Täuschung hin, wenn sie die iche für ihre Pläne benutzen wollen. Beben zu efellschaf in Der Volksgeist denselben wird jedenfalls wie ein„ talter Wasserstrahl" bei den französischen die tragen, daß staltet, welche die Vertheidigung von Paris gegen die Alliirten darstellt; in der Rue de Rivoli errichtet man eine Kolossalgruppe, die Arbeit symbolisirend, in der Rue Vivienne eine Statue Camille Desmoulins'. Jm Palais Royal, den Hallen, am Börsenplay werden Bälle organisirt. Bwei große Truppenrevuen finden gleichfalls statt. Mittlerweile wurde gestern ein Todesfall von cholera nostras in Paris amtlich fonstatirt. Jn Toulon starben 19, in Marseille 74 Cholerakrante; unter ihnen sind zwei Aerzte, zwei barmherzige Schwestern, ein Geistlicher und mehrere weltliche Kranfenpfleger. Aus dem südlichen Frankreich hat der Intransigeant" ein Schreiben erhalten, aus dem er folgende Stelle mittheilt, um die Stimmung der dortigen Bevölkerung zu bezeugen: Man hat Jules Ferry aufgefordert, fich nach Toulon unter bie Cholerakranten zu begeben. Ich kann versichern, daß, wenn er zu kommen wagte, er nicht Beit haben würde, die Cholera zu schnappen; denn er würde auf der Stelle von der Bevölferung zerriffen werden." Der Gedankengang ist folgender: Ferry hat den Krieg in Tontin angezettelt; er hat also auch den Anlaß gegeben, daß die Cholera eingeschleppt wurde. Um gegen die Todesstrafe, dieses Ueberbleibsel mittelalterlicher Barbarei", zu protestiren, haben die italienischen Republikaner und Sozialisten in Neapel einen Kongreß abgehalten, an welchem 300 Personen theilnahmen. Veranlassung waren die drei Erschießungen von Soldaten wegen Insubordi nation, welche im Zeitraum weniger Tage stattfanden, um die Disziplin der Truppen zu stärken. In dem Lande Beca carias und Filangeris( der beiden berühmten Vorkämpfer gegen die Todesstrafe) soll die Todesstrafe auch für Soldaten aufhören," war die Forderung jener Versammlung in Neapel. Aehnliche Kongresse werden in Ravenna und Forli abgehalten werden. polnische Traum und dereinst schen ihre Bestrebungen vom Auslande, besonders noch nicht erloschen ist, beweist der abenteuerliche Vorschlag ganz abgebracht ge Rechenschaft von den Rebellen fordern. Aber sie sind auch noch immer gespalten hen von den Bonapartisten folgen die Bourbonen nur ertvärtig der Fahne des Grafen von Paris, den man aus feiner Ruhe aufzuftören versucht. ing ber Dut von Deutschland, wenn auch nicht direkt unterstützt, so doch mit warmer Sympathie entgegengenommen würden. Das französische Kaiserthum war der Krieg, die französische Monarchie würde der Krieg sein, die französische Republik ges des S Es werden die jüngsten Wahlresultate bei den Gemeindeür epidemisswahlen gefälscht und die Stimmen, welche auf die Mon- ist der Friede. luffes folgen ten gefallen sind, in den Circularen an die ,, VerBürgerschaftensleute" verdoppelt; man greift in allen monarchistischen Die Niebanen, im Univers" zuerst, wie auf Kommando die Reit bebufs it an und kokettirt mit dem Papste; überall ertönt der Einschleppupfruf, dort offener, dort versteckter atte feine Bu Volte bislang nicht gehört. Die Republik française" Million Mart doch wird er falen Angriffe mit Spott und Hohn zu antworten: Politische Ueberficht. Gewerbekammern. Zur Vertretung der gewerblichen Interessen besonders des Kleingewerbes ist schon häufig der Vorschlag gemucht worden, Gewerbekammern zu errichten. Nunmehr wird offiziös gemeldet, daß im preußischen Ministerium nämlich noch in der Lage, auf die monarchistisch- die Einleitungen zur Regelung dieser Frage getroffen worden ra gestorben der Thronkandidat muß in Zukunft der Revolution ent in Toulon utigen Tagen seien und daß der Staatsrath alsbald mit derselben befaßt werden wird. und erforderlich den gedrücktesten aller Stände eine ordnungsgemäße Vertretung berartige Forderung schon mehrfach gestellt worden ist. Ob fie aber Berücksichtigung finden wird, das dürfte trop der soge nannten Arbeiterfreundlichkeit in den höheren Regionen doch es Arbetter lammern zu errichten, ſo daß aus für or Bonaparte hat es begriffen. Er umarmt die Kirche geschaffen wird. Unsere Leser wissen, daß in diesem Blatte eine erato de beschimpft seinen Vater. Das ist wenigstens in der Sabres vo nung." Aus folchen Aeußerungen hört man wenigstens, daß Monarchisten und ihre gegenwärtigen Herifalen Beſtre ſehr die Frage sein. Jen von den Republikanern nicht ernst genommen werden. Daß in Deutschland die klerikalen für die Maschine ösischen Monarchisten Stellung nehmen, ist wohl selbst- Hohenstein die Befugniß zur öffentlichen Verbreitung von ale Stimont t nicht aufs Jennigsen ändlich. In allen schwarzen Organen" wird weiblich Fortschrit die Republik geschimpft und die weiße Fahne herbeidas einigende Band zwischen den Klerikalen in tschland und den französischen Monarchisten istog. Aber auch die National- Liberalen in Deutschommerfprof Rom. Auf Grund des Sozialistengesetes hat die K. Kreishauptmannschaft Zwickau dem Weber Emil Müller in Drudschriften, sowie zum Handel mit Druckfchriften im Umherziehen entzogen. Angesichts der bevorstehenden Ernte- Arbeiten ist Anlaß genommen worden, auf die Verwendung schulpflichtiger Kinder an den landwirthschaftlichen oder Gewerbetrieben auf die betreffenden Vorschriften hinzuweisen, denen zufolge Arbeiten nicht gegen Miethe zu jenen oder Lohn genommen werden dürfen. Jeder Kundige weiß, wie leicht jene Vorschriften umgangen werden. hnen übrig wenigstens in ihrer Presse, haben die französischen diese Kinder n einer zaalen und Monarchisten in ihr wandelbares Herz ge= a häßlichen. Ein längerer Artikel geht nämlich durch die na allein wie liberale Presse, in welchem der Graf von Paris, der ort Berlin enstrasse feit einiger Zeit den Klerikalen in die Arme geworfen freichs hingestellt wird. Sonderbare Schwärmer, diese onalliberalen! Daß alle Parteien lints von den Nationallibe in Deutschland die monarchistischen Bestrebungen in Bifreich scharf verurtheilen, ist wohl selbstverständlich, aber erfreulich ist es, daß auch die deutsche Reichs= ttgart erid Bimmerf rati Teges it 25 Pf. Stettiner Ba ren, wie Der vom Schwurgericht in München verurtheilte und Haft genommene Redakteur Dr. Sigel ist gegen Erlag einer fort in Station von 20,000 M. vorläung auf freien Fuß gefest worden. Sogar die„ Südd. Preſſe" meint in recht bezeichnender Weise, es habe dies nach der verhältnißmäßig hohen Strafe", welche das Gericht über Dr. Sigl verhängte, einen guten Eindruck gemachi." Letterer würde aber nicht lange vorhalten, wenn sich die weitere Nachricht der Südd. Pr." bestätigte, daß Dr. Sigl seine Strafe nicht im Nürnberger Bellengefängniß, wo es die Insassen verhältnißmäßig erträglich haben, sondern in der Strafanstalt Laufen, woselbst Rost erheblich weniger vorzüglich" ist, als in Nürnberg, werde abbüßen müffen. Bestätigt sich dies, so dürfte man 11 ierung denselben ohne jegliche Sympathie gegen Massenunterbringung und Maffenbeschäftigung Regel und die Nicht nur, daß Fürst Bismard im Reichstage die guten ehungen, welche die Reichsregierung mit der gegenwär- auf die Gründe dieser ganz ungewöhnlichen Maßnahme neu sondern es läuft auch ein offiziöser Artikel in republikanischen Regierung Frankreichs scharf betont gierig sein. ig auf die gegenwärtigen monarchistischen Bestrebungen Frankreich durch die deutsche konservative Presse, der an Wir wollen aus dem Artikel unsern Lesern nur einige lifche Stellen vorführen: ,, Das Treiben der französischen Monarchisten kann alle, die sich zur Fahne des wahren Königthums be tennen, nur mit dem tiefsten Bedauern er füllen und zugleich auch das Räthsel lösen, weshalb die Sache der Monarchie in Frankreich bis jetzt noch als eine hoffnungslose betrachtet werden muß. Ueberall tritt es zu Tage, daß die Triebfeder ihrer Agitation nicht das Heil ihres Vaterlandes, sonDas neue norwegische Ministerium hat zunächst das Stimmrechtsgesetz durchgebracht, welches durch Festsetzung der geringsten Größe, die der Grundbefis haben muß, um zum Stimmen zu berechtigen, dem Stimmenhandel bei Wahlen ein Ende machensoll und dem später ein Gesetz zur Erweiterung des noch sehr erflufiven Wahlrechtes folgen soll. Die übrigen Forderungen der Liberalen sind: Einführung der Geschwornengerichte und Neuorganisation des Heeres nach dem Prinzip der allgemeinen Wehrpflicht. Der Gemeinderath von Paris hat mit großer Majorität den Antrag der Regierung abgelehnt, die Feier des Nationalfestes der Choleragefahr wegen, am 14. Juli auszusetzen. In Folge dieses Beschlusses werden die Festvorberei tungen, die feit einigen Tagen unterbrochen waren, jest eifright vollendet. Die äußeren Boulevards bedecken sich mit Jahrmarktsbuden. In Montmartre wird eine Kavallade veran tungen, die feit einigen Boulevards bebeden fich mit Sahrwelcher sich im„ Dziennik Poznanski" findet. Das Blatt bringt einen Plan zur Umwandlung Desterreichs, wonach das Reich in sechs Gruppen getheilt werden, wobei mit Galizien die Bukowina, der polnische Theil von Schlesien und eventuell das ruthenische Karpathenland Ungarns vereinigt werden soll. Diesen Sommer ist die Bauthätigkeit in Petersburg eine ungemein geringe; ganze Haufen von Bauarbeitern Iungern arbeitslos um her. Der Polizeichef Greffer hat begonnen, Ausweisungen in großem Stil vorzunehmen, die nicht blos diese beschäftigungslosen Arbeiter trifft, sondern die Residenz von der Plage eines unabläßlich fich vermehrenden Bufluffes von Gesindel aller Art befreien soll. Die Polizei ist sehr eifrig dahinter her; mit welchem dauernden Erfolg, muß fich erst zeigen." So steht's gedruckt in der liberalen ,, Nationalzeitung". Kein Wort der Entrüstung, kein Versuch der Beschönigung. So weit ist es also schon mit dem deutschen Liberalismus gekommen, daß er der brutalen Gewalt des rubelgeschmierten russischen Polizeidespotismus zustimmt. Wenn übrigens die Petersburger Polizei die Hauptstadt von der Plage eines unablässig fich vermehrenden Gefindels befreien will, so mag fie ihre Ausweisungsordres an ganz andere Leute richten, als an die beschäftigungslosen, oder wie die ,, N. 3tg." so human sich ausdrückt, herumlungernden Arbeiter. Dies zeige folgende Notiz: Der Stadtverordnete, Wirkl. Staatsrath Lichatscheff, welcher gleichzeitig als Vorsigenden des Plenums der Petersburger Friedensrichter fungirt und während der Diftatur des Grafen Loris Melikoff Mitglied des von diesem in's Leben gerufenen allerhöchsten Rathes" war, benutte seinen Einfluß, um bei den unlängst stattgehabten Friedensrichter- Wahlen die Wiedererwählung eines ihm unbeliebten Dieser Lettere wollte sich Friedensrichters zu verhindern. rächen und fand sehr bald eine vorzügliche Gelegenheit dazu. In einer bald darauf abgehaltenen Sigung von Mitgliedern der Petersburger Kreditgesellschaften verlangte er nämlich das Wort, um die Aufmerksamkeit der Versammlung auf den Umstand zu leiten, daß die Interessen der Gesellschaft durch das statutenwidrige Vorgehen des Herrn Lichatscheff, der gerade dieser Versammlung präsidirte, arg geschädigt worden sei. Unter athemloser Spannung der Anwesenden theilte er mit, Herr Lichatscheff habe sich von der Kreditgesellschaft ein großes Darlehn auf sein an der Kasan'schen Brücke gelegenes Haus verschafft, ein Darlehn, welches in gar keinem Verhältnisse zu dem wirklichen Werthe des betreffenden Hauses stehe. Dies habe er dadurch fertig gebracht, daß er der ueberwachungsKommission" der Gesellschaft, deren Mitglied er selbst ist, ein Verzeichniß der Mietheinnahmen seines Hauses vorgelegt habe, babei jedoch sorgfältig verschwieg, daß die bedeutende Höhe des Miethzinses nur dadurch erzielt worden sei, daß er das betreffende Gebäude in ein öffentliches Haus" umgewandelt hatte. Die Existenz eines solchen ist aber eine überaus prefäre, indem eine einfache Polizeiverordnung dasselbe sofort aufheben kann, weshalb auch die Kreditgesellschaft auf ein solches Haus niemals ein Darlehn giebt, welches, wie sonst, nach den Miethseinnahmen berechnet worden ist. Die Ent rüstung gegen Herrn Lichatscheff ist eine überaus große, und man ist der Meinung, daß er sich genöthigt sehen wird, sich in das Privatleben zurückzuziehen. Dieser Vorfall hat aber auch zu eingehenden Untersuchungen Veranlassung gegeben, und dabei wurde die Entdeckung gemacht, daß Herr Lichatscheff bei Weitem nicht der einzige der Stadtväter und Mitglieder der Kreditgesellschaft sei, der seine Stellung in ähnlicher Weise ausgenügt habe, um sich unerlaubte Vortheile zu verschaffen. 11 Ein armenisches Blatt bringt die Nachricht aus Wan, daß mehrere Bataillone persischer Truppen und einige persisch- kurdsche Stämme die türkische Grenze überschritten haben und in die Proving Gsowar im Gouvernement Chikkjara ein gedrungen sind. Die türkischen Behörden wurden verjagt und die dem Scheikh Obeidullah gehörigen Orte und Eigenthum von den Persern unter dem Vorwande von Repreffalien für die Einfälle des gedachten Scheikhs in persisches Gebiet in Besitz genommen. Die türkische Regierung bemüht sich, von dez christlichen Bevölkerung des Distriktes Kontributionen zur Organisirung einer Streitmacht gegen die persischen Eindringlinge zu erheben. Die Christen fliehen in großer Anzahl, um den Forderungen der Türken zu entgehen. Endlich hat der Mudir von Dongola die Maske abgeworfen. Er soll sich nach einer Depesche des Dberst Taylor aus Affum als Emir proflamirt haben, zu welchem der Mahdi ihn ernannte. Derselbe habe die Absicht, auf Wadi- Halfa vorzurücken. Wann wird er vor Kairo stehen? Mehrere Häfen von Madagaskar hat der französische Admiral Miot in Blockadezustand versest. Angesichts der neuen Schwierigkeiten in China scheint es, daß es bis auf Weiteres Aufgabe der Flotte sein wird, die Schwierigkeiten nicht, daß in nächster Zeit größere Aktionen gegen die Hovas und Gefahren auf der großen Insel zu bekämpfen. Man glaubt ausgeführt werden. Ein Korrespondent des Temps" glaubt nicht, daß die Blokade von zwei oder drei Punkten der OstTüfte das geringste Resultat haben würde. Er ist davon über zeugt, daß die Verbindung mit der Hauptstadt Tamanariva durch die zahlreichen kleinen Häfen hergestellt würden, die nicht blos firt werden und deren Zahl mehr als zehn beträgt. Das beste Aktionsmittel bestehe darin, auf dem Lande festen Fuß zu faffen, die fleinen Häfen sämmtlich mit Garnisonen zu versehen und diese Punkte mit Tamatave durch einen submarinen Kabel zu verbinden und in Tamatave eine Reserve zu halten, um einem etwa bedrängten Punkte zur Hilfe kommen zu können. Der Konflikt zwischen Frankreich und China würde dann einen ernsthaften Hintergrund bekommen und weitgehende Folgen haben, wenn die Meldung des Standard" auf Wahrheit beruht, daß Li- Hung Tschang 40,000 wohlequipirte und gründlich disziplinirte Truppen zu seiner Verfügung habe, während die Garnison in Peking nur aus irregulären Regimentern zusammengesezt ist. Li- Hung ist einer der Vormünder des unmündigen Kaisers, und es heißt, er habe einen Plan in petto, fich der Hauptstadt im Namen des Kaisers zu be mächtigen. Die Mandschudynastie, welche den Chinesen nicht nur den förperlichen Zopf brachte, sondern auch den Stillstand ihrer damals hoch entwickelten Kultur verschuldete, hätte schon längst verdient gestürzt zu werden, und dazu ist Hoffnung vorhanden, wenn der zukünftige, Cäsar" des Reiches der Mitte von den Franzosen unterstüßt werden würde. Soeben wird bie Nachricht des Standard" bestätigt: Nach einem Telegramm aus San Francisco ist in der Stadt Shao- Shing- Fu ein Aufstand ausgebrochen; die Stadt befindet sich im Besitz der Aufständischen. weisung) dem Regierungs- Präsidenten und die Entscheidung über die Genehmigung von Abänderungen des Kaffenstatuts, falls das Marine- Departement die Genehmigung zu ertheilen Bedenken trägt, dem Bezirksausschuß zusteht. 2) 3u Nr. 4, Absay 2: Die Aufsicht über die ausschließlich für Betriebe der Marineverwaltung des Reichs errichteten Krankenkassen führt a. bei Betriebs- Krankenkassen der Ober- Werftdirektor, b. bei Bau- Krankenkassen bezüglich der von den Werften und Hafenbau- Kommissionen auszuführenden Bauten der Ober- Werftdirektor, im Uebrigen diejenige Behörde, welche der den Bau ausführenden Verwaltung unmittelbar vorgesezt ist. Nach dem Sprechregister über die leßte Session des Reichstages hat von den Bevollmächtigten zum Bundesrathe Fürst Bismard 8 Mal, Minister v. Bötticher 13 Mal, der Kriegsminister v. Bronsart 9 Mal, der Staatssekretär des Reichspostamtes Dr. Stephan 3 Mal, der Staatssekretär des Reichsschazamtes v. Burchard und der Chef der Admiralität Generallieutenant v. Caprivi 3 Mal das Wort genommen. Der Präsident hat 6 Ordnungsrufe ertheilt. Bon ben Abgeordneten hat am häufigsten gesprochen der Abg. Windthorst, gegen 60 tal. Es folgen dann: Richter( Hagen), Reichensperger( Crefeld), Rickert, Sonnemann, Frhr. v. Minnigerode Frhr. Malzahn- Gülz, Dr. Hirsch, Dr. Frhr. v. Hertling, Günther( Sachsen), Dr. Buhl, Dr. Dohrn, Dr. Baumbach, Bamberger. Die Thätigkeit der StadtvereordnetenVersammlung. III. Allgemeine Erörterungen. Markthallenvorlage. -cr. Ist Anficht, daß 1 macht werden. Wir werden ja bald im weiteren Be Auseinandersetzung sehen wie wahr jene Behauptung i Von den ersten wichtigerent Vorlagen welche de war es eine m verordnetenversammlung gemacht wurden nimmt un Eine schwielig Markthallenvorlage den ersten Play in. Die Ab Schande gerei Magistrats beſteht darin, die offenen Märkte auf seiner Nebenn schiedenen Plägen zu beseitigen und dieselben in redlich durch d richtende Hallen unterzubringen. richtende Hallen unterzubringen. Gegen diese Idee Bestreben sollt für sich würde vielleicht unter andern Verhältnissen, die Welt ist he unserer Kommune herrschen, wenig einzuwenden sein im Dienste ein bei der augenblicklichen Lage der Dinge war es dod Beichen einer t geboten objektiv und vorsichtig an die Prüfung dies bens übereinſti heranzutreten. Die Vertheidiger des Markthallenſyſtem nicht Jeder an vor allem darauf hin, daß in andern Großstädten sich Gewährung vo Anlagen schon lange befänden. Dieses mag an und Nebenmenschen im Allgemeinen als richtig angenommen werden könne spießbürgerliche ausschlaggebendes Argument bildet es doch aber fommen zu las Fall. Der Finanzzustand der Kommune und das der früher in 1 weniger drückende beſtehender Steuern darf man dod Verhältnisse ge zu müssen, und Die geistig bedeutendsten Mitglieder der Fraktion der Linken" find unstreitig die Reichstagsabgeordneten Löwe und Virchow und dennoch ist ihr Einfluß wohl kaum so weit reichend, wie derjenige des Stadtverordneten Stryk. Es tönnte dies im ersten Augenblick wunderlich erscheinen, allein bei näherer Betrachtung löst sich dieser scheinbare Widerspruch von selbst. Herr Stryt, so mächtig und einflußreich in der Stadtverordnetenversammlung, ist außerhalb dieser Versammlung nur wenig, ja fast gar nicht bekannt. Seine mittelmäßige Veranlagung gestattet ihm nicht im politischen oder bürger lichen Leben eine irgendwie nennenswerthe Rolle zu spielen und in richtiger Würdigung dieser thatsächlichen, nun einmal nicht nach Belieben zu ändernden Verhältnisse hat er auch von einer solchen Thätigkeit vollständig abgesehen und seine ganze Aufmerksamkeit auf tommunale Angelegenheiten konzentritt. Er bildet so gewissermaßen das Verbindungsstück zwischen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung, den ministeriellen Einpeitscher" würde man im parlamentarischen Leben sagen. Durch seine fortwährende Berührung mit dem Magistrat ist er natür Kenntniß zu erhalten, ein Etwas, das ihn wieder bei vielen Stadtverordneten unentbehrlich macht, wofür er sich hernach in billiger Weise unbedingte Folgsamkeit eintauschen kann. Wer der Präsidentschaftskandidat der demokratischen Nationaltonvention, die in Chicago tagt, sein wird, ist ziemlich in der glücklichen Lage stets von allem und jedem sofort lich sicher. Die meisten Aussichten hat Cleveland, auf den bei einer Abstimmung 392 Stimmen fielen, während Bayard 170 und die übrigen Kandidaten eine geringere Anzahl von Stimmen erhielten; die Konvention vertagte sich sodann. Das Programm der Konvention verpflichtet die demokra tiſche Bartei zur Revision der Tarife im Geifte der Gerechtigfeit gegenüber allen Interessen und befürwortet eine amerikanisch- fontinentale Politik auf Grundlage der engeren politischen und fommerziellen Beziehungen mit den 15 Schwesterrepubliken von Nord-, Süd- und Central- Amerika unter Vermeidung aller Allianzen, welche zu Verwidelungen führen könnten. Das Programm erklärt schließlich, Pflicht der Regierung sei, die Rechte und das Eigenthum der amerikanischen Staatsangehörigen im Auslande zu schüßen. Parlamentarisches. In Ergänzung der zur Ausführung des Reichsgesetzes vom 15. Juni 1883, betreffend eine Krankenversicherung der Arbeiter erlassenen Anweisungen vom 26. November 1883 bestimmen die Minister des Innern und für Handel und Gewerbe: 1) 3u Nr. 2, Absatz 6: Bei den ausschließlich für Betriebe der Marineverwaltung des Reichs errichteten Betriebs-( Fabrik-) und Baufrankenkassen werden die Funktionen der höheren Verwaltungsbehörde von dem MarineDepartement der kaiserlichen Admiralität mit der Maßgabe wahrgenommen, daß die Festsetzung des ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher Tagearbeiter(§ 8 des Gesezes, Nr. 6 der AnBerliner Sonntagsplauderei. a un urtheilung solcher Anlagen nicht außer Acht laffen un dringendere und wichtigere Aufgaben unser harren, da baren Schlapp der es mit dem Wohl und Wehe der arbeitenden Ber nur deshalb sch Ernst nimmt, dieselben solchen Projekten zur Liebe weil derselbe stimmte Zeit vertagen. Sollte es denn auch gar nich in welcher worden sein, daß das ganze Bestreben unserer Zei Mehrzahl hinausläuft Handel und Wandel ebenfalls zu org beanspruchen t Immer mehr und mehr greift der stabile Handel um Lebensstellung? fluttuirende, das Marktgeschäft verdrängend. Es iſt wächter, der je ganz natürlich und erklärlich. Das stabile, das Lab Anerkennung g heute auf morg auch nicht mel ändern kann darauf angewiesen gute, bheute mit schön Waare zu führen um sich seine Kunden zu erh die Leiden ber so das Geschäft zu fichern. Das stabil darauf ankomm ist, da es seinen Stand von schäft hat vor dem Marktgeschäft auch noch den tigen Fled bat daß es annähernd die Größe und den Umfang seine wenig Verständ gebietes sowohl als auch den Geschmack seiner Abnehr Welt vorhande Dadurch wird dem Verderben oder Ausschuß" we authentischer S Waare vorgebeugt und der Abnehmer hat eine Gara mittelst Insera nur gute Waare zu erhalten. Eine vernünftige Urkunden, Rech verordneten vor allen Dingen deswegen die stabilen Unter den Bem Wirthschaftspolitik hätte nach Auffassung der Arbeite Er erhielt auf i beschüßen und unterſtüßen sollen dadurch, daß man den Doktortitel rechte der Besteuerung beseitigte, nach welcher Laden höhere Beamte demselben Prozentsaz Miethssteuer herangezogen wer Schriftsteller u Wohnräume. Nur gemach, auf dem Gebiet der St bildeten natürli sehen wir uns demnächst wieder und wenn irgend mes ja bekanntli werden die Arbeiter Stadtverordneten es durchzusetze Briefen war t daß Arbeits- und Ladenräume von der Miethssteuer Da sollen wahr befreit oder doch zu einem viel geringeren Prozentsas licher Noth, vo werden. zu Tage get Bände Es ist aber noch ein Grund vorhanden, der un Einfachheit un lagte, diesem Markthallen- Projekt entgegenzutreten leibige Anlagen foften in die Millionen, die Verzinsung erfo hält die S her ganz bedeutende Summen. Rechnet man dazu Jedermann hinl die äußerst kostspielige Unterhaltung einer Markthall bei uns jett faj Mißliche und nicht besonders Würdige eines solchen Zustandes so wird man sich unwillkürlich fragen müssen: WoGewährsmann i macht sich mehr und mehr auf allen Seiten fühlbar und bei der letzten Stadtrathswahl waren es durchaus keine vereinzelten Stimmen, die durch die Wahl des Herrn Stadtverordneten Stryk zum Stadtrath diesem Zustande ein Ende bereiten wollten. Dies ist die einzige Möglichkeit ihn falt zu stellen" bemerkte einer der schon älteren Gemeindeboten. Ein Mittel, allerdings ebenso einfach wie radikal. aufbringen. Das heißt, die Standgelder in den Metischen Verhältni werden so hoch angesezt, daß eben die Einnahmen grenzt. Jeder 1 wendigen Ausgaben decken. Daß die Höhe der Ster die Schlußfol in gar keinem Vergleich zu der Höhe der jezigen Berl. 3tg." bei stehen werden, ist darum auch von Niemandem Faktums aufdrär Neben dieser sehr zahlreichen Fraktion der Linken bestehen worden. Standgelder aber find indirekte Abgaben, fich einen jener noch zwei kleinere. Die Vereinigung von 1881" und die und müssen ihrer Beschaffenheit nach auf die Schulbefreit; aber ich Freie Vereinigung". Die erstere von den beiden unterscheidet Konsumenten abgewälzt werden. Die nothwendig glänzende Tage R. C. Brr schnell einen Magenbittern" aber den bittersten der Bittern, wo man hat", so ruft gewiß ein großer Theil aller derjenigen Leute aus, die es heute erfahren, daß in Südfrankreich nun wirklich und offiziell die asiatische Cholera ausgebrochen sein soll. Und da man bekanntlich nach dem Genuß eines Magenbittern gleich ein ganz anderer Mensch wird, so darf der andere Mensch natürlich auch nicht zu kurz kommen, er muß selbstredend auch einen haben. Aber aller guten Dinge find drei, man, genehmigt" der Sicherheit halber noch einen britten, nur um seinen Magen an die zukünftigen Strapazen und Gefahren zu gewöhnen. Wird sie kommen oder wird fie uns verschonen? Wird sie viel Menschen dahinraffen oder wird fte erbarmungsvoll bei uns vorübergeben? So fragt jegt manches ängstliche Gemüth, und die größten Sensationsblätter forgen denn auch eifrig dafür, daß dem tapferen Spießbürger, der da Grund hat für sein Leben und für seinen Geldsack besorgt zu sein, fortwährend recht hübsch gruselig zu Muthe bleibt, daß er von einer Gänsehaut nur in die andere zu schlüpfen braucht. Und die meisten Zeitungsschreiber, beispielsweise in der Jeruſalemerstraße, freuen sich des fetten Biffens in dieser enten reichen, ereignißarmen Zeit, ihre sogenannten Spezialforrespon denten wezen die Federn und schreiben, daß es eine Lust ist, und die besorgten Hausväter stürmen die Droguenhandlungen und kaufen gleich en gros Carbol und Chlor, HoffmannsTropfen und Fliederthee, und sie sehen mit großer Scheu in das Ausgußbecken der Wafferleitung und mit gerechtem Mißtrauen nippen fie an einem Glase der edlen Flüssigkeit aus den städtischen Wasserwerken. fich von der Fraktion der Linken" nur darin, daß statt des rungsmittel der arbeitenden Bevölkerung aber, wie tonatsgehalt vo " 1 Dr. Stryf Dr. Kürten Vorsitzender ist. Im Wesen dieser Fraktion Kürten" und dieser Fraktion Stryk" ist ein Unterschied nicht vorhanden. Die sogenannte Freie Vereinigung" dagegen unterscheidet sich wesentlich und vortheilhaft von den beiden anderen Fraktionen. Keiner, welcher dieser Fraktion angehört, ist verpflichtet, nach bestimmtem Kommando zu votiren, sondern es ist lediglich seiner Erkenntniß und seinem guten Willen überlassen, der durch die Debatten im Plenum gewonnenen Ueberzeugung durch Abstimmung daselbst Ausdruck verleihen. Unter diesen Umständen ist es gewiß sehr leicht begreiflich, daß gute und richtige Anfichten fast immer unbeachtet bleiben und wenn noch so viel triftige Gründe während der Verhandlung dafür geltend geชน zu sagen, ob die Cholera ganz Europa überziehen oder auf ihren Ausbruchsherd beschränkt bleiben wird. Man hat Beispiele genug, daß solche Epidemien ebenso plötzlich wie sie fommen, verschwinden sehen und diese Chance bleibt der geängsteten Menschheit auch heute, sofern nur überall die die Epidemie befördernden Ursachen mit Sorgfalt und Energie bekämpft und unterdrückt werden. Daß das bei uns in ausreichendem Maße geschehen wird, pie würde es fic werden die Arbeiter Stadtverordneten niemals te piesen Brief" of müse und Fleisch vertheuern helfen, dazu konte bieten. Was soll das heißen, wenn man uns erwtechnung ein". wirthschaftliche Wohlstand erfordert den Bau von Matte benzehnjährige Der wirthschaftliche Wohlstand wird von ganz andenüffen, eine dera toren bedingt. Der wirthschaftliche Wohlstand einer Gauch dem junge v hängt von den wirthschaftlichen Verhältnissen ab, die aber deßwegen herrschen. Die große Maffe der Bevölkerung fonu laffen, weil i fähiger machen, heißt, den wirthschaftlichen Wohlfiantann, einen elen Die nothwendigsten Lebensbedürfnisse aber vertheuerin Zeichen von niemals mit dem Wohlbefinden einer Gemeinde in ich den Kaufma zu bringen sein. Emil, lieb agte in großer gungsort todtgefahren zu werden oder nicht, denn Lon, der brave eben nicht dieses beruhigende Bewußtsein hätte, so wonne, großer längst dafür gesorgt haben, daß die Bahnhöfe braut Ihr Baterganz anderen Sicherheitsmaßregeln versehen worden, jezt der Fall war. Der reuig ausburger: einmal Sonntags mit irgend einer Bahn einen Auilf mir, mein Es ist wohl feiner unter unseren Lesern, der wer gelitten u macht hätte. Ist die Rückfahrt nach Berlin nicht Emil, zuerst Eine Tocht das wollen wir wenigstens annehmen, wir wollen hoffen, daß Ganz entschieden, wenn man nur immer die beftim anzen Busamme das Polizeipräsidium den Sanitätsmaßregeln gegenüber eine ficht hätte, daß man auch zurückbefördert würde. Un Baterherz. ebenso wohlwollende Haltung beobachten wird, wie sie bei der wie angenehm auf einem offenen Perron zu steh Konzession für die Tingeltangel vorherrschte. Himmel über sich, der vielleicht die Güte hat, uns jede Sohn gewonnen blick mit einem kühlen Bade zu erfrischen! Ist es ni ber auch ein Ta wie man Bech und Schwefel hinabwünscht auf das sündige hin ein recht erhebendes Gefühl, daß die Eisenbahnverlick ruhte das Ach, was man heute lamentirt und die Augen verdreht, 105ohne. Angelita wa in Folge des Mangels jeglicher Schußvorrichtungen lich ist, die Ausflügler bei jedem ankommenden Bug geltlich zuschauer eines die Nerven immerhin etwas ie im Garten Aber es wird ja besser werden, denn den Mißitenator, als Em den Eisenbahnunfalles sein zu lassen? Run, Kind ich weiß alles Berlin, welches Gefallen hat an jenem entfittlichenden Weibergesang. Jit es aber auch nicht ein Zeichen unbeschreiblicher moralischer Verkommenheit, wenn eine biertrinkende Geſellſchaft von Männern jeden Alters mit innigem Wohlbehagen auf die hezaubernden Töne des D, Du mein Waldemar" lauscht? Diese Tingeltangel verderben das Volk, denn so streng fann Diese Tingeltangel verderben das Volk, denn so streng fann die Polizei garnicht darüber wachen, der scrupulöseste Censor kann es niemals fertig bringen, daß ein Tingeltangel- Lied dieselben pikanten" Stellen enthält wie beispielsweise ein unschul- holfen werden. Man wird vielleicht mehr Beamte damit endliche diges Ehebruchsdrama, welches natürlich allabendlich von all' denjenigen Leuten, mit Frau und halberwachsenen Töchtern besucht wird, die heute vor fittlicher Entrüstung vergehen möchten, wenn fie an einen Tingeltangel denten. Ja, ja- ein altes lateinisches Sprichwort sagt ,,, mundus vult decipi" die Welt will getäuscht werden hat man in café chantants noch niemals ältere Herren bemerkt mit ehrwürdigem Antlig und wie man sich erzählt, hauptsächlich auf dem Mangel amtenpersonal beruhen, foll jest nach den Voric der Spige meisten Berliner Zeitungen in der wirksamsten Welückseligkeit ver Der Pfarre , wo werden wir denn, wofür haben wir demmt." Militär, weshalb erhält denn der Staat, das h das Eisenbahnregiment? Das sind alles geschulte Grme des Sena beamte, die den Eisenbahn- und den anderen Dienst ammer, wo ebe verstehen, und diese Herren sollen die fehlenden Schrochen hatte. setzen. Ach wie reizend wird das in Zukunft auf be Herr Haust höfen werden! Wenn man ermüdet von der Laem erstaunten würdevollen Manieren, die mit unverhohlener Freude die mehr zurückkommt, so werden graubärtige Sergeanten beresohn Emil um das Publikum torporalschaftsweise ordnen, Männlauberin am Ug in ihrem unersättlichen Sensationsbedürfniß für passend gehal spannter Aufmerksamkeit die mehr oder weniger geistreichen Fräulein hübsch säuberlich von einander getrennt, underr Habermann Was find das wohl für Leute? Die Gräber find Plauder- ladungen zum Einsteigen sein. Wer sich etwa ,, vordelte der Alte: Und weshalb diese ungemüthliche Stimmung überall? Nun, einfach deshalb, meil es wieder einmal gewiffe Beitungen ten haben, allarmirende Nachrichten in die Welt zu segen, Nach richten, für welche unseres Erachtens noch der gewöhnliche grobe Unfugsparagraph" noch nicht einmal ausreichend wäre. Freilich, wenn ein angezechter Student einmal Nachts in seinem jugendlichen Uebermuth vielleicht das Geschäftsschild einer Hebeamme einem Messerschmied vor das Haus hängt, o, wie wird ba gezetert, wie schlägt man da in fittlicher Entrüstung die Hände über den Kopf zufammen und jammert über die Ent artung der verrohten Welt. und man kommt dann mit Reform vorschlägen, damit solch' ein Greuel nie wieder stattfinden kann. oder minder hübschen Sängerinnen betrachten, die mit ge Lieder verfolgten? Wer aber, so darf man wohl mit Recht fragen, giebt Diesen Leuten ein Recht dazu, daß fortwährend nach angeblichen und zum größten Theil erfundenen Aussprüchen der ärztlichen Autoritäten, wie Roch, Rochard c. austrompetet wird, alle vorbeugenden Maßregeln gegen die Epidemie nüßen nichts; einmal auf einem Punkte Europas werde fie unaufhaltsam ihren Marsch durch den Welttheil machen. Das soll nach den Wiedergaben eines zudringlichen Reporters, der sich sogar in Die betreffende Sigung der medicinischen Akademie eingeschmuggelt haben will, Dr. Rochard geäußert haben, und da es auch Dr. Koch schon dem Times- und Gaulois- Korrespondenten gesagt hat, woran man jedenfalls auch noch zweifeln darf, so muß es wahr sein. In Wirklichkeit sind alle diese Rapporte purer Schwindel; weder Aerzte noch Laien vermögen müßten uns sehr täuschen, wenn wir diese Herren am Tage nicht ganz wo anders bemerkt hätten, in einem Wirkungskreise, der mit einem Tingeltangel nur in der allerlosesten Beziehung steht, und wir glauben uns auch jetzt nicht zu täuschen, wenn wir annehmen, daß es gerade diese Herren sind, welche am lautesten gegen diese Singspiele sich ereifern. Mundus vult decipi! Tinteltangel und Cholera um" Bataillon marsch" Di erhält natürlich die landesüblichen militärischen D strafen. Ja, fie triefen förmlich von Wohlwollen für diese menschenfreundlichen Blätter, sollte es ihnen no eingefallen sein, daß es viele Hunderte von brodlosen giebt, die sich sehr gut zum Eisenbahnbeamten eignen und daß es eigentlich doch wohl ersprießlicher wäre berücksichtigen, dafür zu sorgen, daß diese Geld Denken jene Leute wirklich nicht daran, daß ohne regiment unmöglich sein wird? Dann eilte echt lieb gehabt, berwinden. Nu ann." Die alte Fra en in der Ede ch ezu unsere Toch It mar. jubelte das find die beiden Facto- und verdienende Civilisten schließlich auch das Gil sich mit An ren, die heute hauptsächlich die öffentliche Meinung Berlins beherrschen. Für Beide hat der Berliner gleiches Interesse, die Tingeltangel sind sogar der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" wichtig genug, um fich des Längeren darüber auszulassen, und der Cholera sett der Berliner seine altgewohnte Todesverachtung entgegen. Todesverachtung? Natürlich, der Berliner fürchtet den Tod nicht, denn würde er sich sonst wohl Sonntag für Sonntag Wiedergefunden. Erzählung von W. H. ( Fortsetzung und Schluß.) Emil, der schon früh morgens dem Senator Erlöst war d lei- See. Im len Mannes fü er besucht sie m taben die Heim einen wegen, die Rei Seit aber die ten von einem den drohendendsten Lebensgefahren mit einer wahrhaft sparta abstattete, sprach demselben sein innigstes Bedauerschlingt. nischen Gleichgültigkeit ausseßen? Niemand weiß es besser, wie wenig der Berliner nach dem Leben fragt, als die Eisenbahnden großen unerfeßbaren Verlust. Da trat der Pfarrer verständnißvoller Blick, den Herr Hausburger vollkommen wurscht" ist, draußen an irgend einem Vergnü- Au verwaltung, fie ist fest davon überzeugt, daß es dem Berliner warf, genügte, um dem Pfarrer zu sagen, daß der ent enblick gekommen sei. eren Be uptung i welche de Die Ab en in n an und man doch affen un rren, da Lokales. eine menschenfreundliche Herr etwa, daß einem Doktor oder einem noch viel an der Beobachtung seiner Titulatur gelegen ist? Offizier, der sich um eine Stellung mit 25 Thalern bewirbt, Ein solcher Mann hat Hunger, er will gleichviel durch welche Arbeit die dringendsten Bedürfnisse seines Lebens sowohl für einen Doktor wie für einen Baron oder verabschiebefriedigen, und das Bestreben, durch ehrliche, rechtschaffene Arbeit in Besitz der erforderlichen Mittel hierzu zu gelangen, ist sowohl für einen Doktor wie für einen Baron oder verabschiedeten Offizier hochehrenvoll und verdient nach jeder Richtung hin unterstügt zu werden. Es fann fattisch nichts Erbärm licheres auf der Welt geben, als diese Sorte von Freifinnigkeit", die trop aller Fanfaronaden mit dem Hut in der Hand und mit gekrümmten Rücken vor demjenigen stehen bleibt, der irgend einen Titel führt oder früher vielleicht mal eine soge nannte hervorragende Stellung in der Gesellschaft" bekleidet hat. Wir haben bisher unter Freifinnigteit" etwas ganz anderes verstanden! Was soll angesichts solcher Thatfachen das Phrasengeklingel helfen, mit dem die ,, Berl. Ztg." ihren Artikel schließt: Und jene armen, heruntergekommenen Männer? Wie oft mögen fie fich noch in der nämlichen Weise Erfolge, bis site, von der Verzweiflung gepackt, ihrem bejamum eine Beschäftigung bewerben mit demselben negativen Bolizeibericht lakonisch:„ Heute vergiftete fich ein Mann in mernswerthen Dasein ein Ende bereiten. Dann meldet der seiner Dachwohnung" oder„ heute wurde ein Mann im ThierJa, wenn alle garten an einem Baum erhängt gefunden." größere Leute so denken, wie dieser Kaufmann aus der freisinnigen" Partei, dann wird der Polizei- Bericht wohl noch lange Zeit richten haben. und noch viel mehr solcher Katastrophen aus dem Leben zu be-cr. Ist denn Arbeit wirklich eine Schande? Bisher war es eine weit verbreitete, wenn vielleicht auch wirklich irrige Ansicht, daß es nur die Arbeit sei, welche den Mann adle. mt unit Eine schwielige Fauft hat hoffentlich noch Niemanden zur te auf seiner Nebenmenschen, der sich durch eine ehrenhafte Thätigkeit Schande gereicht, und nur Derjenige verdient die Achtung redlich durch die Welt zu schlagen bestrebt ist. Und in diesem edee Bestreben sollte ein Jeder nach Kräften unterſtügt werden, miffen, die Welt ist heute einmal noch so beschaffen, daß viele Leute Den ſein im Dienste eines Einzelnen stehen, und es kann kaum als das es doch Beichen einer tüchtigen, mit den wahren Verhältnissen des Leng dieje bens übereinstimmenden Gesinnung betrachtet werden, wenn enſyſtem nicht Jeder an seinem Theile, Jeder, der in der Lage ist, durch ten sich Gewährung von Arbeit, Noth und Elend zu lindern, feinem Nebenmenschen beispringt, und sich nicht durch kleinliche, recht en fönn spießbürgerliche Bedenken abhalten läßt, Leute im Unglück veraber tommen zu lassen. Es ist freilich ein Unglüd, wenn Jemand, das der früher in befferer Lebenslage war, durch die Macht der Verhältnisse gezwungen wird, sich einen anderen Erwerb suchen zu müssen, und zeigt es nicht von einer wirklich ganz undefinirbaren Schlappheit der Gesinnung, wenn ein Arbeitgeber sich den Be nur deshalb scheut, einem solchen Unglücklichen Arbeit zu geben, Liebe weil derselbe sich früher in einer Stellung bewegt hat, gar nicht in welcher rer Zeil Mehrzahl er nach dem Dafürhalten der größten unserer Philister zu org beanspruchen konnte? Was heißt überhaupt eine bevorzugte Achtung del um Lebensstellung? Muß nicht überall auch der lezte NachtEs iſt wächter, der seine Pflichten treu und redlich erfüllt, dieselbe Das Lab Anerkennung genießen, als der erste Minister, da er schließlich fmorg auch nicht mehr thun kann, wie seine Pflicht? Man wirft b heute mit schönen Redensarten herum, mit Phrasen glaubt man zu erbbie Leiden der Menschheit abstellen zu können, wenn es aber ſtabi Darauf ankommt, zu zeigen, daß man das Herz auf dem rich hden tigen Fleck hat, dann sieht man erst, wie wenig Takt, wie ng seine wenig Verständnis für die sozialen Leiden des Volkes in der Abnehr Welt vorhanden ist. So läßt sich gestern die B. 3." von Suß" we authentischer Seite schreiben: Ein hiesiger Kaufmann ſuchte Gara mittelst Inserats einen Schreiber zum Kopiren von Briefen, ftige Urkunden, Rechnungen, sowie zum Besorgen kleinerer Gänge. Arbeit Er erhielt auf seine Annonce nicht weniger als 173 Buſchriften. Stabilen Unter den Bewerbern befanden sich vier, welche ihrem Namen man den Doktortitel voraussetzten, ferner 5 ehemalige Offiziere, 3 Laden gen we Schriftsteller und ein verarmter Baron. Die Mehrzahl der St bildeten natürlich stellenlose Kanfleute jeglichen Alters, deren gend mes ja bekanntlich hier so unendlich viele giebt. In einigen rchzuses Briefen war die Lebensgeschichte des Bewerbers enthalten. thssteuer Da sollen wahrhaft herzzerreißende Schilderungen von menschzentsaz licher Noth, von bitterm Elend und Entbehrungen aller Art u Tage getreten sein, Schilderungen te, die in ihrer - der un Einfachheit und Knappheit rührender wirkten, als dickizutreten leibige Bände ung erfo hält die Schilderung nichts Neues, es dürfte wohl berühmter Romanciers. Soweit ent = dazu Sebermann hinlänglich bekannt sein, daß die Arbeitslosigkeit tarkthall bei uns jett fast ihren Höhepunkt erreicht hat. Nun fährt der n: Gewährsmann der Berl. 3tg." aber in einer Weise fort, die rzinsung jedenfalls neu ist, und die uns den Beweis liefert, daß selbst tarkthallin den Kreisen hiesiger Kaufleute" eine Unkenntniß der prat " 1 " 1 ahmen grenzt. Jeder Unbefangene wird davon überzeugt sein, wenn der Ster die Schlußfolgerungen liest, die sich dem Berichterstatter der igen Berl. 3tg." bei Betrachtung dieses an sich ja sehr traurigen gaben, andem ie Schubefreit; aber ich fi ich einen jener Unglücklichen aus seiner bedauernswerthen Lage wendig glänzende Tage gesehen, das für die Stelle ausgeschriebene wie Monatsgehalt von 20-25 Thalern anzubieten. Und dann Bu fobie würde es sich anhören: Herr Baron, fopiren Sie einmal mals Diesen Brief" oder„ Herr Doktor, kassiren Sie einmal diese ns erwid Rechnung ein". So engagirte ich denn lieber einen jungen Don Matte benzehnjährigen Burschen, dem man, ohne sich schämen zu anz andemüssen, eine derartige Arbeit antragen fann." Nun, wir gönnen einer auch dem jungen siebenzehnjährigen Burschen" diese Stellung, ab, die aber deßwegen vielleicht einen Mann verhungern oder verkommen ) partiellen Festtag zu haben, die Trinkhallen prangten nämlich -cr. Immer nobel! Berlin schien vorgestern einen im frischen Grün und die kohlensauren Jungfrauen, die uns feurigen Trank erquickt haben, jahen noch einmal so vergnügt Alle wohl einmal mit einem frischen, wenn auch nicht gerade aus wie gewöhnlich,- blickten fie doch auf ein fünfundzwanzigjähriges Bestehen der Berliner Trinkhallen zurück, und manches jener wenig beneidenswerthen Mädchen, die von des Morgens früh bis in die späten Abendstunden ununterbrochen beschäftigt find, die für Jeden ein freundliches Wort, ein gewinnendes Lächeln haben müssen, sah sich wohl schon im Geist in dem neuen Kleid, welches fte sich ganz bestimmt für die Remunera tion zulegen wollte, die sie doch an diesem Tage mit aller BeTrinkhallen- Gesellschaft" erwarten dürfte. Doch statt der gestimmtheit und auch mit Recht von der Direktion der ,, Berliner hofften Freude, statt irgend einer Vergünstigung wurde den angestellten Damen nur bittere Enttäuschung zu Theil, nichts hatte man ihnen gewährt, selbst die geringe Aufmerksamkeit von Seiten der Direktion, ein Glas mit" an dem Ehrentage für 5 Pf. zu verkaufen, so daß der vom Publikum zu zahlende Mehrbetrag der Verkäuferin verbleiben sollte, wurde ihnen verweigert, wahrhaftig nobler kann sich ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern gegenüber garnicht verhalten. Sollten die Herren vom Direktorium den festlichen Tag ebenso ,, wässerig" begangen haben? Wir glauben es nicht, denn unseres Wissens nach, ist die Musnügung der„ Berliner Trinkhallen" ein recht rentables Unternehmen, und es wird wohl auch nach fünfundzwanzigjährigem Bestehen soviel abgeworfen haben, daß sich die Herren Direktoren nicht mit einem Glase, mit" oder ohne" haben fernerhin die Damen in den Trinkhallen schwerlich mit demselben Eifer und derselben hingebung ihrem immerhin aufreibenden Beruf hingeben werden. Das kommt aber davon, wenn man allzusehr dem Grundsaß huldigt: Immer nobel!" herabspringen seitens vieler Damen von den Pferdebahn B. Alter schütt vor Thorheit nicht! Das vorschnelle wagen. Die noch in Bewegung find, muß immer noch gerügt werden. Am rothen Schloß sprang gestern Vormittag eine ca. 60 Jahre alte Dame von einem Tramwan- Wagen herab, ohne die Warnungsrufe des Kondukteurs, den Wagen erst halten zu laffen, zu beachten. Hierbei fiel dieselbe derartig auf den Hinterkopf, daß fie auf einige Beit das Bewußtsein verlor. Nur einem ganz besonderen Glücksumstand hat die alte Dame mit der jugendlichen Schnelligkeit es zu danken, daß sie sich nicht ernstlich verlegte. B. N. Die Ueberhandnahme der Ansiedelung prohat endlich die Polizeibehörde veranlaßt, energisch gegen das ng fonzu lassen, weil dieser Kaufmann es nicht über sich gewinnen stituirter Mädchen mit ihren Buhältern im Osten der Stadt vertheuen Beichen von der weltmännischen Bildung, die doch nament ich den Kaufmannsstand auszeichnen soll? Oder glaubt dieser schamlose Treiben einzuschreiten. In der Kleinen Markusstraße, inde in neuerdings ein Hauptheerd der Prostitution, find jetzt Sachts zwei Schußleute postirt, um eventl. dem Wächter, dem Ueberfälle angedroht sind, affistiren. Eine Razzia Gefindel vorgenommen wenn auch traurigem Erfolge. N. Ein entsetzlicher Unglücksfall trug sich gestern Abend Lon, in großer Einfacher und Freund, famendin diettorialen dieſes Behrbet wurde vom 24. Polizei- Stevler potamia auf denn Lon, der brave Pfarrer; es ist für Sie ein Augenblic großer und zwar mit sehr glücklichem te, fo Sonne, großer Wehmuth gekommen. Hier, der Herr Senator ife braut Ihr Bater orden, a Der reuig in deine Arme finkt, Emil," ergänzte Herr ausburger: ,, Du hast mir viel zu verzeihen, ich habe aber auch in der 9. Stunde auf der Chauſſee zwiſchen Brig und Budow Gericht zitiren und dann of genug einsehen, daß es sowohl für Kläger, als auch Beklagte besser ist, die Gerichtsstätte zu meiden. Oft genug macht die Zungenfertigkeit aus der Mücke einen Elephanten, der schließlich an Gerichtsstätte auf sein Nichts reduzirt wird, oft aber auch seine Geburtshelfer zermalmt. Vor dem Schöffengericht erscheint als Kläger der Händler Lewy, als Verklagter Händler Genthe. Genthe soll den Kläger Lewy am 13. April auf öffentlicher Straße Lauseiunge geschimpft und dabei einen Stoß versezt haben. Der Angeklagte giebt diese Thatsache zu, behauptet aber, daß er dazu Durch das Verhalten des Klägers und seines Schwagers gereizt worden sei. Die Beugenaussagen ergeben, daß Lewy und resp. sein Schwager dem Angeklagten zugerufen: Das ist der Kerl, der sich von Seidel 50 Thaler borgen wollte" und ,, das Geschäft gehört nicht ihm, sondern seiner Frau". Der Präs fident forderte mehrmals, jedoch vergeblich, die Parteien auf, fich zu vertragen. Der Gerichtshof zog fich zur Berathung zurück und verkündete nach der Berathung folgendes Urtheil: Der Angeklagte Genthe ist schuldig den Kläger Lewy öffentlich wörtlich und thätlich beleidigt zu haben und deshalb zu 20 Mark oder 4 Tage Haft verurtheilt.- Der Kläger Lewy ist schuldig, den Angeklagten Genthe öffentlich wört I ich beleidigt zu haben und deshalb zu 10 Mark oder 2 Tage Haft verurtheilt. Die Gerichtskosten tragen beide Parteien zur Hälfte, außerdem hat der Kläger das Recht, auf Kosten des Angeklagten den Tenor des Erkenntnisses im Intelligenz blatt zu veröffentlichen und der Angeklagte hat das Recht, auf Kosten des Klägers den Tenor des Erkenntnisses ebenfalls im Intelligenzblatt zu veröffentlichen. Kratau, 10. Juli. Gegen Malakiewicz, der im April dieses Jahres eine Petarde gegen das hiesige Polizeidirektionsgebäude geschleudert hat, und seine vier Komplizen wurde die Anklage wegen versuchten Meuchelmordes erhoben. Die Hauptverhandlung wird im September stattfinden. Bur Arbeiterbewegung. h. Jm Verein der Sattler und Berufsgenosser: hielt in der jüngsten Mitgliederversammlung vor ein paar Tagen Herr Tischlermeister Mit an einen sehr beifällig aufgenom menen Vortrag über die Aufgaben der Fachvereine", worin der genannte Referent diesen Vereinen unter anderem die Veranstaltung statistischer Erhebungen in den betreffenden Ge werben behufs Feststellung des geeigneten Marimalarbeitstages empfahl und die Vermuthung aussprach, daß diese Erhebungen zur Beit und unter den gegenwärtig obwaltenden Verhältniffen in den meisten Fällen ein Marimalmaß von 6 Arbeitsstunden als durchaus angemessen erscheinen lassen dürften, wenn nicht fast beständig eine große Anzahl unbeschäftigter und daher hungernder Arbeiter auf dem Straßenpflaster liegen solle. In der animirten Diskussion wurde auch die immer mehr fich v vollkommende Drganisation der Arbeitgeber( Meister) der ganz Deutschland zu umfassen bestimmte Innungs- Verband, berührt und die Gesellschaft ermahnt, ihrerseits eine ähnliche Verbandsorganisation anzustreben. Dagegen könne teine Behörde und tein Staatsanwalt legale Einwände erheben, denn vor dem Gefeße müßten Meister und Geselle gleich sein und was dem einen Recht, das müsse dem andern billig sein. Die alsdann vollzogenen Wahlen der zum Gesellen- Ausschuß Vorgeschlagenen fielen auf die Herren Giese, Krause, Ließ, Löwe und Steindorf. Durch die Berichtigung der Kommission der Berliner Tischler, welche wir auf Wunsch der Herren in Nr. 84 ver öffentlichten, sind die Tischler der Werkstatt von Groschkus Berichtigung: nicht zufrieden gestellt und ersuchen um Aufnahme folgender er er er Durch das öffentliche Einladen an den Säu len und dadurch gewissermaßen an den Pranger stellen, hat sich bei den Kollegen im Frankfurter Viertel die Ansicht ver breitet, als hätten wir bei der diesjährigen Strife- Bewegung nicht voll und ganz unsere Schuldigkeit gethan. Wir erkläre hiermit: daß wir immer und immer in jeder Bewegung unseren der Verpflichtungen voll und ganz nachgekommen find, was aus der unseren Karten, die pro Mann einen Beitrag von 5 bis 7 M. aufweisen, ersichtlich wird. Hätte jeder der 14 000 Berliner Tischler so gehandelt, dann wäre die Kommission im Befit eines Fonds von 100 000 m. gewesen und nicht der winzigen Summe von 27 000 M., von welcher noch gegen 9000 M. außerhalb und an andere Branchen aufgebracht worden find. Wir haben die Solidarität durch die That bewiesen und nicht durch einen großen Mund und darum erklären wir dies öffentlich an den Pranger stellen seitens der Kommission, uns gegenüber als eine Ungerechtigkeit, zumal doch bis in jüngster Beit 4 Herren be foldet murden und Herr Künzel speziell in unserer Nachbarschaft wohnt. Sollte da Niemand Beit gehabt haben uns zu von in Sireformagten, metre me the bite Coque gente, ert und den tamen queroting nach ningen, en oon milf sto che, melche 1 nicht " Emil, zuerst sprachlos vor Erstaunen, hatte doch schnell den beſtimm anzen Busammenhang erfaßt und stürzte fich jubelnd an das pasfiren. Der Chauffee- Aufseher Lips, in der Knesebeckstraße tde. Un Baterherz. 3u fteb t es nich Radbruch. Ein entgegenkommender mit Bauholz beladener Wagen, dem Mühlenmeister Ragte gehörig, wollte ebenfalls wohnhaft, ein pensionirter Gendarm, versuchte dem ankommenum Aufklärung nachzusuchen. Daß man Kollegen, Durch eine solche Nörgelei wird die große Sache der Berliner Tischler wahrlich nicht gefördert, das mögen sich doch die Herren von der Kommission, speziell Herr Künzel, von welchem die ganze Geschichte herrührt, zu Herzen nehmen. Die Kollegen Der Werkstatt von Groschkus, Landsbergerstraße 32. Wir Eine Tochter verloren, einen Sohn, einen heißgeliebten den Gefährte dadurch Platz zu machen, daß er die Deichsel uns jebohn gewonnen ein Tag der Trauer, ein Tag der Sühne, dieſer Gelegenheit, tam 2, burro eft Schleudern der Deichfel Begenerlärung ungelist, Htantei umas, particien eit biefer ungen 105ohne. anderen Wagens zur Seite zu versuchte. nbahnoid ruhte das Auge des Sprechers auf seinem stattlichen en Zug Angelita war unbemerkt eingetreten; der Pfarrer hatte ihr, starb auf der Stelle. 2., ein sehr geachteter Mann, hinterläßt etwas ie im Garten beschäftigt war, vom Fenster aus gewinkt. Run, Kinder, ich weiß alles," sagte der hochbeglückte Migenator, als Emil feine Braut schüchtern an die Hand nahm, Mangel ich weiß alles und sofort wollen wir, unjern braven Pfarrer Vorich der Spige mein armes todtes Töchterchen möge meine zu Fall, gerieth unter die Räder des Wagens, dem er den Weg öffnen wollte, wurde über die Brust gefahren und ver eine zahlreiche Familie. Gerichts- Zeitung. R. Wegen Sachbeschädigung war der Maler Köpke anen aludjeligkeit verzeihen auf unfern Gastgeber Sturm laufen, geklagt. Derselbe war mit einem Kollegen auf einem Hängecamte amit endlich einmal Ruhe und Friede in alle Gemüther gerüst an einem Hause in der Oranienstr. beschäftigt, als einem demmt." wir Das be hulte auf be Gutsbefizer, der vorüberging, einige Tropfen Farbe auf den Rod fielen. Der Gutsbefizer holte einen Schußmann, um den fie wollten wohl herunter aber fonnten nicht". Vor dem Schöffengericht berief sich der Angeklagte darauf, daß er sowohl wie sein Kollege gepinselt hätten, er wisse somit nicht, wer der Uebelthäter gewesen sei; übrigens sei ihm der Vorfall unbe Grme des Senators, so erschien die Gesellschaft im Wirths- event. Thäter festzustellen. Doch dieses war nicht möglich denn Dienstammer, wo eben herr Habermann sein legtes Wort" ge Den Schrochen hatte. Herr Hausburger machte eine höfliche Verbeugung vor der Lem erstaunten Bächter. en beron Emil um die Hand" ihres Töchterchens, der herrlichen greiflich, da unten ein Schußdach vorhanden gewesen, welches " Ich möchte für meinen einzigen Männlauberin am Uglei- See, anhalten." Noch erstaunter schüttelte polizeilich für gut befunden sei. Das Schöffengericht sprach nnt, un abermann sein Haupt. Doch als der Pfarrer durch ein böfli opfniden vorbaelte Die a hen Di en für nen nod cht lieb " den Angeklagten frei, da es nicht erwiesen, daß der Angeklagte der Thäter sei. e der Alte: Also doch ein Reicher!" zu erkennen gab, daß der Antrag richtig sei, murDann eilte er haftig auf Emil zu: Ich habe Dich immer gehabt, doch fonnte ich das alte Vorurtheil nicht berwinden. Nun es gebrochen, bin auch ich ein glücklicher Straßen gefahren ohne daß lofen ann eignen r wäre, Geld obne das ern u en in der Ede und weinte Freudenthränen. So haben wir Die alte Frau Habermann aber stand mit ihrem Töchterunsere Tochter wiedergefunden und einen Sohn noch jubelte die Frau ein über das andere Mal, während mil fich mit Angelita entfernt hatte und in den Garten ge It mar. Erlöst war die Fee, die goldhaarige, schwarzäugige, am lei- See. Im schönen Hamburg an der Seite eines braven, len Mannes führt sie ein glückliches Leben, und jeden Sombesucht sie mit ihrem Emil und den beiden prächtigen taben die Heimath. Herr Hausburger aber ist nicht mehr zu egen, die Reise zum Uglei- See mitzumachen. for einen Dauern Bfarrer t auf Der enti fchlingt. R. Wegen Uebertretung der Fahrordnung hatte sich der Kutscher Kühe zu verantworten. Derselbe war mit einem mit Gasröhren und Eisenstangen beladenen Wagen durch die wie dies Polizei- Vorschrift ist -die Eisenstangen und Gasröhren mit Stroh umwickelt waren. Der Präsident erklärte den Schöffen, daß diese Vorschrift erlaffen sei, um das Klappern der Stangen zu verhüten. Der Angeklagte erklärte, daß hunderte und tausende Wagen mit Eisenstangen beladen umherfahren und keiner hätte Stroh um die Stangen gewickelt. Präsident: Wenn 100 etwas Un rechtes thun, so hat der 101. doch kein Recht deshalb straffrei zu bleiben, weil die 100 nicht denunzirt sind." Angeklagter: Ich als armer Arbeiter werde nun verantwortlich gemacht, Sache meines Herrn wäre es doch gewesen, mich darauf auf merksam zu machen und mir Stroh zum Umwickeln zu geben. Doch mein Herr erklärt mir, daß es ihm nichts angebe und so muß ich bezahlen." Präfident: Wollen Sie ihren Einspruch Seit aber die Fee erlöst ist, hört man nur noch sehr zurücknehmen". Angeklagter: Ja, aber solche Stelle werde ich ten von einem Opfer, welches der stille, wunderbare See lieber aufgeben." R. Seid friedlich tönnte man oft den Parteien zurufen, die kleinlicher Klatschereien halber sich gegenseitig vor Herren beider Parteien im Interesse der Sache nicht einen Streit durch die Zeitungsspalten gehen zu lassen, der Haß und Unfrieden in die Arbeiterkreise trägt. Freude an berartigen Vorkommnissen haben nur die offenen und versteckten Feinde des Volkes, wenn sie auch die Marke Freund" an der Stirn tragen. Möge durch Entgegenkommen von beiden Seiten privatim diesem unerquidlichen Banke ein Ende be reitet werden. h. Zur Errichtung einer( freien eingeschriebenen Silfs-) Central- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Droschkentutscher und verwandten Berufsgenossen soll demnächst nach erfolgter und dem Vernehmen nach unmittelbar bevorstehender Genehmigung und Zurückgabe des der Behörde vor 6 Wochen eingereichten Kaffen- Siatuts ein Delegirten tag der Droschtentutscher und verwandten Berufsgenossen Deutschlands hierher einberufen werden. Falls wieder Erwarten irgend welche Weiterungen aus formalen Gründen eintreten sollten, würde die Einberufung auf spätere Zeit vertagt werden. h. Die Gründung eines Verbandes der deutschen Steinmeßen ist auf dem soeben in alle abgehaltenen Kongreß deutscher Steinmeßen beschlossen worden. Die betreffende Resolution geht dabei von der Erwägung aus, daß nur durch eine organisirte Vereinigung, d. h. durch Er richtung eines Verbandes aller deutschen Steinmeßen die Eristenzfrage und die Abstellung aller Uebelstände in diesem Gewerk geregelt werden kann. h. Der Kongreß der deutschen Schneider( Arbeitnehmer), welcher am 20. d. Mts. in Gera stattfindet, wird vom hie fig en Fachverein der Schneider, wie in deffen jüngster Versammlung unlängst beschlossen wurde, durch zwei Delegirte, die Herren Pfeifer und Sefchonned, beschidt werden, denen je 50 Mart Reisekostentschädigung bewilligt wurden. Der hiesige Verein hat zum Kongreß eine große Anzahl von Anträgen gestellt. h. An den Verhandlungen des Deutschen Korb macher- Kongresses, der, wie wir unter Mittheilung seines Programms in Nr. 76 unseres Blattes bereits erwähnt, dieser Tage hier stattgefunden hat, betheiligten sich unter Leitung des Korbmachers Karl, Borsigenden des hiesigen KorbmacherVereins, außer den Berliner Delegirten 11 auswärtige Delegirte aus Brandenburg, Dresden, Hamburg. Magdeburg, Schönebed( bet Magdeburg), 3 men dau( bei Leipzig) und Bei B. Außerdem wohnte den Verhandlungen auch ein Auditorium von ca. 200 Berliner Korbmadern bei. Den ersten Verhandlungstag nahmen beifällig aufgenommene Referate des Korbmachers Franke und Gürtlermeisters M. Kreuz über das Arbeiter KrankenversicherungsGefeß in Anspruch, während der Nachmittag dieses Tages einer gemeinschaftlichen Landparthie nach Johannisthal gewiomet war. Am zweiten Verhandlungstag wurden mehr ftündige Berathungen über den Statutenentwurf der zu gründenden Zentral- Kranten und Sterbekasse der Korbmacher Deutschlands( E. H.-K.) gepflogen, der Entwurf angenommen und die Gründung der Kaffe beschlossen, die den Hauptzweck des Kongresses gebildet hatte. Am Abend desselben Leges wurde noch eine gut besuchte allgemeine öffentliche Koromacher Versammlung abgehalten, welche das auf ihrer Tagesordnung stehende Thema: Zweck und Ziele der FachDereine sehr lebhaft und eingehend diskutirte. D " Weiße Raben. Die Maurer- und Zimmermeister von Blauen im Voigtlande sowie eine Anzahl Bauherren haben vor einiger Zeit eine Zusammenkunft gehabt, in der sie befchloffen, freiwillig ihren Arbeitern eine Lohn erhöhung zu Theil werden zu lassen! Die Mauer und Drechsler in Budapest beabsichtigen auftrifen. Die Maurer haben bei einigen Meistern bereits eine Reduktion der Arbeitszeit erzielt, sie wollen aber noch eine Lohnerhöhung durchsetzen; die Forderungen wurden den Meistern schriftlich zugestellt. Der Strike hat eine große Bedeutung, Der zumal jezt die Bauarbeiten im besten Gange find. Drechslerstrike hat geringere Bedeutung. siraße 57- nicht 87, bei König, Enge- Ufer 6a und Lehmann, Adalbertstr. 75. Billets werden nur noch heut Sonntag ausgegeben. Die Abfahrt erfolgt vom Mariam plaß bei der Thomaskirche, früh morgens 6%, Uhr. Verein der Modelltischler. Montag, 14. d. M., Ab 8 Uhr, Ackerstr. 144. Vortrag des Herrn Ingenieur P. Ba Vierteljahrsbericht. Gäste willkommen. " Der Unterstügungsverein der Buchbinder versam fich am Montag, den 14. d., Alte Jakobstr. 37. Die Lo wegung der Albumarbeiter wird denselben beschäftigen. Der Arbeiter Bezirks- Verein Glüdauf" hielt Dienstag den 8. d. M. trop der großen Hige eine dod ziemlich gut besuchte öffentliche Versammlung ab. Auf Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Dr. 3aded die Abstammung des Menschen. Der Vortragende behan das Thema in sehr eingehender und populärer Weise. anwesenden Zuhörer folgten dem Sprecher mit großer Auf samkeit bis zum Schlusse seines sehr lichtvollen Vortrages bewiesen durch ihren lebhaften Beifall ihr vollkommenstes verständniß mit den Ausführungen desselben, worauf der fitende Herr Werner nach Beantwortung einiger die interessante Versammlung schloß. näher zu beleuchten. Wie schon erwähnt, hatte ich mich ob| der immer verfahrener werdenden Zustände auf wirthschaftlichem Gebiete auf die Seite der Arbeiterpartei in ganz bescheiden er, nicht hervorragender Weise gestellt, war jedoch vom Gewerkverein nicht durch berühmten Revers trot meinerseitiger mehrfacher absprechender Kritiken irgendwie be helligt worden und lustig hatte man im Gegentheil, wahrscheinlich als recht erwünscht, für die franke Invalidenkasse ruhig eingesackt bezw. abgeholt. Da geschah in einer großen Mitgliederversammlung des Fachvereins der Weber und ver wandten Berufe, dem ich seit Gründung als Kassirer weil ich ehemaliger Fabrikarbeiter bin, angehöre, und das Unglaubliche, welches die eigentliche Ursache meines 3, Rauswurfs" abgeben mußte. In jener Versammlung, den 17. Mai d. J., an welchem Tage es lund wurde, daß die hiesigen Färbereiarbeiter am 19. planlos und unorganisirt die Arbeit einstellen wollten und die Warnung des Fachvereins von den hundert Erschienenen beregter Branche unbeachtet gelaffen worden, erlaubte ich mir nun frei und offen zu sagen: Leute, schließt Euch dem Fachverein an, bildet Euch erst und lernt, wie man auf gesetzlichem Boden als Mann, nicht als Waschweib, für sein Intereffe vorzugehen hat, denn der Fachverein legt nicht, wie der Hirsch- Dunder'sche Gewerkverein, sein Statut in den Kommodekasten, sondern wandelt ohne Furcht nach unten und oben, aber immer mit Vernunft und Gesetz und verausgabt nicht sein Geld für hohe Gehälter und Agitationskosten, denn es scheint faft, als wäre es wahr, was bewußte und unbewußte Gegner der Hirsch- Duncker'schen Harmoniebusellassen sagen: daß der Gewerkvereins- Wochen- Groschen nur für die 3000 Märtchen Gehalt für Dr. Mar Hirsch und dessen Diäten für Agitation mit pro Tag 10 Mart an gelegt würde und das schöne Geld in eleganter Kutsche verfahren respektive zum Knallen von Champagnerflaschen vermuthlich verwendet werde!"- Ungeheuerer Beifall undTableau! Doch einige anwesende Ehrenhirschler" hatten nichts Eiligeres zu thun, als dies den maßgebenden Har monisten hinzutragen und darob Versammlung hinter vermonisten hinzutragen und darob schlossenen Thüren für und wider und raus mit schlossenen Thüren ihm! Anstatt mich vor ihr Forum zu zitiren und Auge gegen Auge"," Bahn um Bahn" mit mir zu verhandeln, verfuhr man auf diese edle Weise und schämt sich nicht, mindestens zehn Jahre lang mein Geld eingesact zu haben; oder werden Diese edlen Mannesseelen dies wieder herausrüden? Wenn nun der Herr Anwalt" Musterung hielte über seine angeblich Getreuen in seinem Gewerkverein, so müßte er mit seinen wackeren Mitduselern mindestens von seinen 30,000 Mitgliedern 20,000 herausschaffen, welche dasselbe wie ich und seit dem betannten Jahre reine Kaffenmenschen" geworden sind. Dies zur Steuer der Wahrheit! Gera( Privat Mittheilung). Ein Pröbchen von bem Muthe der Hirsch Dunder'schen Gewertvereinler erzählt Herr Wilhelm hören wie folgt: Bin ich da seit dem 26. Mai 1872, als ich noch im Banne der ehemaligen Fortschrittspartei befindlich gewesen, Mitglied der vielgenannten Invalidenkaffe geworden und zwar bis noch vor im wunderschönen Aanz Kurzem, als ich da plöglich brieflich im wunderschönen Stil Die Mittheilung erhielt: wegen 10 Wochenbeitragständen gestrichen worden zu sein! Ha! Wie schaurig das Hang! Ich wußte mir augenblicklich nicht zu reimen, wie man denn plößlich so streng geworden, ohne die geringste vorherige Andeutung, da man doch volle 12 Jahre mein schönes Selo eingefact hatte und zwar auf folgende Weise: da ich chon bei Eintritt in die Gewerkvereins- und Invalidenkasse als Berwalter eines Ladengeschäftes, seit 1874 eigener Ladenbefiser, nicht in Folge dessen Zeit hatte resp. Beit habe, die unpaffend fallenden Kaffatage persönlich zu besuchen, so hatten die jeweiligen Raffirer aus Gefälligkeit und Bekanntschaft in und ½ Jahresraten abgeholt und immer dabei mir zugeredet, da ich öfters erklärte, abzugehen, weil ich mir aus verschiedenen Gründen andere politisch- wirthschaftliche Anfichten angeeignet, doch Mitglied zu bleiben u. s. w. Und so ging die Geschichte 12 Jahre lang und auf einmal wegen 10 Bochen Rückstand, ohne alles Weitere raus!! Nun erst fielen mir die eigentlichen Gründe oder Ungründe ein, welche geeignet erscheinen, den Mannesmuth der Gewerkvereinler" Theater. Sonntag, den 12. Juli. Die Königl. Theater find der Ferien wegen geschlossen. Deutsches Theater: Geschlossen. Nenes Friedrich- Wilhelmst. Theater: Boccaccio. allner Theater: Hotel Blancmignon. Chetto- Theater: Der Hüttenmeister. Belle- Alliance- Theater: Die Goldprobe. Balhalla Operetten- Theater: Nanon. Sofenfabitsches Theater: 72. Opern- Borstellung. Gastspiel des Frl. Emmy Dähne. Martha, oder der Markt zu Richmond. Romantische Oper in 4 Atten von Flotow. Vor und nach der Vorstellung großes Garten- Konzert. Morgen: Der Wildschüß. Central Theater: Los und Ledig. 1 tüchtigen Bügler auf Damenmäntel, der auch steppt, verl. N. Rosenthal, Mariannenufer 7 bei der Röpeniferstr. 10 tüchtige Mamsells auf Dolmans verlangt R. Rosenthal, Mariannenufer 7 bei der Köpnikerstr. Unterstützungsverein der Buchbinder etc. [ 405 Montag, den 14 d. M., Abends 9 Uhr, Alte Jakobfiraße 37, Vereinsversammlung. Tagesordnung: 1. Neue Ereignisse in der Albumarbeiterbewegung; 2. Anträge 2c.; 3. Bereinsangelegenheiten; Fragelasten. Die diesjährige Landparthie des Vereins findet am Sonntag, den 10. Aug. mittels Dampfer nach Friedrichshagen, Müggelschlößchen statt. Billets à 1,25 Mt. find in der Versammlung zu haben. General Versammlung des 1407 Arb.-Bz.-V. Lausther Platz. Mittwoch, den 16. Juli, Abends 8% Uhr, Manteuffelstraße Nr. 9. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Vortrag d. Herrn Stadtv. Herold über öffentliche Krankenpflege. Disfuffion. 3. Wahl eines zweiten Raffirers und zweiten Beifiver. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Zahl reiches Erscheinen ist erwünscht. Der Vorstand. Große öffentliche Vereinsnachrichten. Im Bericht über die Versammlung des ArbeiterBezirksvereins vom 15. und 20. Stommunal- Wahlbez. muß es zum Schluß heißen: Bu der am 20. Juli stattfinden den Landparthie sind Billets zu haben bei Schulz, WaldemarBriefkaften der Redaktion. R. L. 45. In dem von dem Wirth gestellten Verl ist eine Kündigung zu finden; da aber dieses Verlangen 28. Juni erfolgte, während die Kündigung 3 Monate 3 Tage vor Ablauf des Quartals, demnach spätestens am 27. zu geschehen hatte, so liegt eine rechtzeitige Auffündigung Miethsverhältnisses nicht vor. Einen Beitrag zur Gebäude haben Sie nicht zu leisten. A. H. Zeigen Sie die Sache vor dem Vormundj gericht an und die Angelegenheit ist erledigt. R. R. 1. Die von Ihnen genannten beiden Verfichen gesellschaften find zu empfehlenswerth. 2. Wie groß der F inhalt des Bentral- Viehhofes ist Alles fönnen wir wissen. Nr. Aus A Fabrit Schrift für 18 auf je A zu beg hörig b Berich beffere Bericht folgend fomohl anhafte Bericht weil fi veröffen Seiten neueste weist, Materi wäre Bericht einen 1882 und sec Charlot Magde wiederh Und so der Blit fleinsten dadurch nen Ber Der Uel Theil ftehen n bit Au gänzlich finden, baltigite alle Inf Beamten wichtiges viele, vi Wirthi oblfab 45 bie ganz Material Zwei Zänkerinnen. Hoffentlich ist Ihr Bant ernst gemeint, junge Damen dürfen wohl verschiedener nung sein, aber nicht zanfen". Asien ist 4%, mal, Ameri 4 mal so groß als Europa. Sie scheinen fich übrigen Vieles zu intereffiren, es giebt auf der Erde immer doppelt soviel Heiden als Christen. Nun aber nicht zanfen! Königsberg. 1. Die erste Frage ist zu allgem halten, und läßt sich nur beantworten, wenn Sie daß verhältniß genau angeben; 2. Befinden sich in der Wo Wanzen und wird dadurch die Benugung der Wohnung größten Theil unmöglich, so fann das Miethsverhäl fort gelöst werden; 3. Bei einem Darlehn bis zum von 150 Mt. ist die Kündigungsfrist 4 Wochen, über 15 3 Monate. 4. Fällt nicht unter das Sozialistengeset. M. 3. Teglerstr. Termin steht noch nicht an; untersuchung ist noch nicht geschlossen. Zentral- Kranken- und Sterbe- Kasse der Tab Arbeiter Deutschlands( E. H.), Sitz Hambur Zum Beitritt berechtigt ist jeder Arbeiter ohne Unterschied des Geschlechts, welcher in der Tabaksbranche, direkter Beziehung zu derselben stehenden Geschäftszweigen arbeitet, wenn er das 15. Lebensjahr zurückgelegt und das noch nicht überschritten hat. Im ersten Jahre des Bestehens dieser Kaffe geschieht die Aufnahme( unter Beibringung lichen Gesundheits- Attestes) ohne Unterschied des Alters. Eintrittsgeld nebst Quittungsbuch M. 1,20. Auf diejenigen Kaffen, welche schon beigetreten, und solche, welche beizutreten wünschen, findet vorstehende B feine Anwendung, jedoch haben lettere sich hinsichtlich ihres Anschlusses an den unterzeichneten Vorstand zu wenden. Der wöchentliche Beitrag beträgt in der I. Kl. 55 Pf., II. RI. 35 Pf., III. RI. 30 Pf., IV. RI. 20 Pf. Die ftüßung täglich resp. M. 3,50, M. 2,40, M. 2,00, M. 1,33. Die Unterstützungen werden bei einer und derselben heit 2 Jahre lang gewährt, und zwar im ersten Jahre voll, und im zweiten Jahre zur Hälfte. Das S resp. M. 120, M. 100, M. 90, M. 65. Reine Probezeit. Aufnahme täglich in Hamburg bei P. Haunert, Dammthorwall 67, part.; P. Otto, Spedsgang 59/60, W. Gorges, Araientamp 17. 2. Et.; Libeau, Eichholz Hof 99, über 8, 2. Et. Hamburg, im Juli 1884. Der Zentral- Vorstand Hamburg: 3. A.: Alois Doutine, Geschäftsführer, Sturzestraße 29, 1. Gt. Ottenien Für Hutmacher. In Fürstenwalde a. d. Spree, 12,000 E. a. d. Bahn nach Frankfurt a.D., wo bis jetzt nur ein Hutmacher existirt, empfehle in best. Gegend a. Markt, Laden, Wohn. u. Wertst. f. 150 Thlr. 4041 A. Knauff, Mühlenstr. 23. Cigarren- Import Herm. Trinckaus, SW. Fürbringerstr. 1, Ede Solmsstr. Sw. Abonnements- u. Inseraten- Annahme für d. Volksblatt. Die Thränen der Engel! Sie, die armen Engel weinen, Nicht aus Crêpe, das kann nicht Weil fie gehen so entblößt, Und es will doch ihnen schein en, Daß die Zeit sei aufgelöst, Adamitisch zu prom'niren; Droben selbst, im Himmelreich, Auch fie woll'n fich equipiren, Na, so weint doch nur nicht gleich, Und Euch legen Proben vor, General Versammlung ner Reifender wird kommen Wie es Jeder thuen mög', fämmtlicher Klavier Arbeiter und Berufsgenossen. Montag, den 14. d. Mts., Abends 8%, Uhr,( Sanssouci) Rottbuserstr. 4a. Tagesordnung: Welche Stellung nehmen die Gewerkschafts- Vereine zu den jegt in Aussicht stehenden Innungen. Ref. Stadtv. Herold 2. Rechenschafts- Bericht Der Strifs- Kommission von Rösener. 406 Die General Versammlung des Fachvereins der Metallschrauben- Facondreher und Berufsgenossen. findet am Sonntag, den 13. Juli cr., Vormittags 10% Uhr, in Wohlhaupts Salon, Manteuffelstr. Nr. 9 statt. Der wichti gen Tagesordnung wegen bittet der Vorstand um recht zahlreiches Erscheinen. 409 Fachverein der Schneider. Montag, den 14. d. M., Abends 8'2 Uhr, Kommandan tenftr. 20. General- Versammlung. Tages- Ordnung: Vier teljährliche Rechnungslegung. Wahl des ersten Schriftführer und zweiten Raffirer. Die rothen Bettel und die demoralifi rende Werkstatt Ordnung von S. G. Grüß, Gertraudtenstr. 17 bis 18. Mitgliedstarte legitimirt. Das unentgeltliche 408 Der Vorstand. Arbeits- Nachweis Bureau für Klavier- Arbeiter befindet sich Staliserstr. 18 bei Stramm. [ 105 frommen, Nicht aus Gaze oder Flor, Nein, es sind aus guten Stoffen Hose, Weste und Jaquet Besser, wie Ihr's werdet hoffen Einzeln g'rade, wie komplet; und die Engel machen fein sich, Aus der gold'nen 95" In Berlin, am ,, Grünen Weg": Ueber 10 000 Frühjahrs- und Sommer Paletots( Mode 1884) in guten reinwollenen Stoffen zu bedeutend herabgefesten Preisen 11, 13, 15, 18, 21, 24, 27 Mt. Prima. 12 000 engl. Jaquet- u. Rock Anzüge, ganzer Anzug nur 13, 15, 18, 20, 24, 30, 36 Mt. Brima. Ball- und Gesellschafts- Anzüge 30, 33, 36, 39, 42, 45 I. f. 7000 posen und Westen 6, 8, 10, 12, 14, 15 M. Br. Einsegnungs- Anzüge zu 14, 18, 20, 24, 26 M. ff. Knaben Anzüge zu auffallend billigen Preisen. Waschanzüge, Alpacca- Jaquets, Comtoir u. HausJoppen sehr billig. Winter Baletots, Reise Mäntel und Schlafröcke werden zur Hälfte des Tarpreises ausverkauft, nur allein in der = V ,, Gold'nen 95% 1 95, Grüner Weg 95, am Andreasplay. Ignaz Weiland. Auch an Sonn- und Festtagen bis 7 Uhr abends geöffnet. Restaurant u. Garten G. Pieper, Mauerstraße 86, empfiehlt Mittagstisch à la carte zu fl. Preisen, abends nach Auswahl halbe u. ganze Preise. Weiß- u. Bairisch Bier. Vereinszimmer für 80 Personen noch einige Abende frei. Sonntags tönnen Familien Kaffee tochen. Die Nr. 6 der humoristischen Blätter Der wahre Jacob" Abg. v. Kammg., Tibet, Tricot, Tuch u. Wolle tauft ist erschienen und in der Expedition des Berliner Volfsblatt" und holt ab. Onebeno, Wienerftr. Nr. 40. [ 291 zu haben. Deutsche ETALLARBETTER ZEITUNG Illuftrirtes Fachblatt für die Metallarbeit aller Brandien. eine Me oder jen zimmer einen err Krantent weise ein lichten B Den feine 78 89 erfüllen, Dich da. Dir vor. Laß Ich Leb' Ein während melte: Und Organ für die Interessen der Allg. Kranken- u. Sterbe- best schein der Metallarbeiter. Erscheint monatlich 3 Mal zum Preise von vierteljah 70( direct unter Kreuzband einzeln 80). 34) ziehen durch unsere sämmtlichen Filialen, sowie alle anstalten und durch die Expedition in Nürnberg, straße Nr. 12. In Berlin nimmt Abonnements entgegen Weigh M. Kirsch, Zeitungsspediteur, Brigerftr Aufbau u wiß un Weni vom tollste farden. Die Auch Er t Cigarren- Impor Gustav Wendt Berlin S., Oranienstrasse 66, Ber zwischen Moritzplatz und Kommandantenst Die vorhandene Liquidationsma Gr. Frankfurter Strasse 115 bestehend aus: Kleiderstoffen, Cachemi Damen- Mänteln, Leinen und Baumw Waaren, Gardinen und Teppichen, Ehren, vo lofen und Ob fe Der Für und sein Frage inter folgenden Fürcht will er mit unferer Erz Damen- Herren- und Kinder- Was tommt täglich von 8-12 W., 1-2 N. zum billi Der Verwalte Taxpreise zum Ausverkauf. 49] Cigarren- Fabrit aus der Ha ernst fu Wenn Borfall zur fich ereignet iberspringen Beit verseze Wir fir nd taiferlic von E. A. 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Die dornenvolle Geschichte der Einführung des deutschen Fabritinspektorats ist bereits im vorigen Jahrgange dieser Beitschrift( heft II) bei Gelegenheit eines Auszuges der Berichte für 1881 besprochen worden; wir verweisen deshalb heute nur auf jene Darstellung. Auch alle die störenden Unvollkommenheiten, die dem so freudig zu begrüßenden Institut leider anhaften, find an jener Stelle gehörig betont worden. Wir führen aus den uns vorliegenden neuesten Berichten kurz nur das an, was jene Hinweise bestätigt. Bur befferen Würdigung des amtlichen Materials aus den neuesten Berichten der Fabrikinspektoren für 1882, deffen wir uns im folgenden bedienen, führen wir einleitend die Mängel an, die ſowohl dem deutschen Fabrikinspektorate, als seinen Berichten anhaften. Dazu gehört vor allem der Umstand, daß wir die Berichte für 1882 noch jetzt die„ neuesten" nennen müffen*), weil sie wirklich so spät erst, und immer noch nur im Auszuge veröffentlicht werden, obgleich die von Jahr zu Jahr wachsende Seitenzahl des jedes Mal herausgegebenen Bandes( der neueſte für 1882 umfaßt 832 Seiten) unwillkürlich darauf hinweist, wie ungeheuer reichhaltig und wichtig das ursprüngliche Material sein muß. Mit der unbeschnittenen Veröffentlichung wäre ja zugleich die Beitfrage gelöst. Die uns vorliegenden Berichte bestätigen ferner, daß der einzelne Inspektor einen viel zu großen Bezirk zugetheilt erhalten hat. Auch 1882 tonnte z. B. der Aufsichtsbeamte für Berlin Charlottenburg von 3455 Anlagen 316, schreibe dreihundert und sechzehn, der für Bommern von 3463 nur 396, der für Magdeburg von 1986 Betrieben nur 185, davon nur 15 zu wiederholten Malen und nur 6 zu nächtlicher Zeit, revidiren"! Zeit ,,, revidiren"! Und so viele andere. Statt dag der Inspektor allüberall wie der Blitz erscheinen fann, vermag er so fährlich immer nur den fleinsten Theil seines Bezirkes zu besuchen. Uebrigens gewinnt dadurch alles, was wir unten aus den so zu Stande gekomme nen Berichten bringen werden, um so höhere Bedeutung bei Der Ueberlegung, daß es immer nur den verschwindenden Theil von allebem bildet, was eigentlich in den Berichten stehen müßte! sein?? Aber auch positive Schnißer, die auf eine erschreckende Unkenntniß der Sozialwissenschaft schließen lassen, kommen vor. Oder wie soll man es anders bezeichnen, wenn z. B. der Auffichtsbeamte für Mecklenburg- Schwerin offenbar tendenziös berichtet, daß ein eigentliches Arbeiterelend dort unbekannt sein dürfte", und laum vier Zeilen darunter schreiben muß: Das Busammenwohnen der Familien in gemeinsamen Räumen berührte mich sehr unangenehm, da es mich fittliche Schäden befürchten ließ." Ist das kein eigentliches Arbeiterelend"? Aehnlich der Inspektor für Hessen, der es fertig bringt, zu be richten: Mit 1 bis 1%, Mark Tagesverdienst, ausnahmsweise(!) auch etwas mehr, schlagen sich die Leute bei bescheidenen Lebensauch etwas mehr, schlagen sich die Leute bei bescheidenen Lebensansprüchen(!) und der Verwerthung der Kräfte ihrer sämmt lichen Familienangehörigen(!!), sei es in der Landwirthschaft, oder mit irgend einem sonstigen fleinen Nebenverdienste, mit Stricken, durch Korbflechten, Laglöhnerarbeiten oder dergleichen, wenn auch zuweilen recht färglich(!), doch redlich(!) durch, ohne daß man sagen könnte, daß fie Noth litten." Die„ Noth" beginnt für diesen Inspektor wahrscheinlich erst beim Hungertyphus! Die verbündeten Regierungen haben 750 Mart jährlichen Verdienst eines einzelnen Arbeiters als faum zur Befriebezeichnet. In der That aber find dazu mindestens 1000 M. digung der nothwendigsten Lebensbedürfnisse für hinreichend nöthig. Eine beffische Arbeiterfamilie verdient nun nach obigen Angaben bei Verwerthung der Kräfte ihrer sämmt. lichen Familienangehörigen"( teine Noth, wenn schon alle Kinder das Leben mitfristen helfen müssen??) höchftens 700 Mark jährlich, ohne daß man sagen könnte, daß ste Noth litte!" Wenn das nicht wirthschaftlich blöde Augen find, die so sehen und urtheilen! Den Vogel schießt aber der Beamte für die Pfalz ab, der offenbar, wohl zu beachten, in seinem offiziellen Berichte die Ansicht eines Zwirnfabrikanten wiedergiebt, welcher meint, daß in Belgien sein Zweig der Textilindustrie durch die Gefeßgebung hinsichtlich der jugendlichen Arbeiter u. f. w. nicht so beeinträchtigt( so!) werde, als in Deutschland." Die deutsche Gesetzgebung, welche überdies der Ausnugung jugendlicher Arbeiter nur schwache Grenzen sest, eine Beeinträchtigung der Industrie! So etwas der Nachwelt aufzubewahren, mußte einem deutschen- Fabrikinspektor vorbehalten bleiben! Auch über die mangelhafte Unterstügung, die sie bei den finden, die doch der Aufsichtsthätigkeit die wirksamste und nachgänzlich ungeschulten und schlecht instruirten Drtspolizeibehörden haltigste Unterstüßung gewähren könnten, beklagen fich fast alle Inspektoren von Neuem bitter. Wie sehr es die AufsichtsBeamten endlich selber an genügender Qualifikation für ihr wichtiges Amt fehlen lassen, auch dafür bringen sie selbst wieder eine Menge unfreiwilliger Belege. Einmal negativ, wenn viele, viele von ihnen z. B. unter der bedeutsamen Rubrik: Wirthschaftliche und sittliche Zustände der Arbeiterbevölkerung. bie ganze moderne soziale Frage rubrizirt ist, aus dem überreichen Schäßung 3 bis Material hervorgehoben, nichts wissen, als eitel Rühmen über diese oder jene wohlfeile Wohlfahrtseinrichtung, z. B. ein Rauchzimmer für die Arbeiter, das die höchste Bewunderung des einen erregt, oder einige magere Ergebnisse einer Spar- oder Krankenkasse. Oder sollte die„ Busammenstellung" im ReichsDer Mangel an räumlicher und stofflicher Durchdringung des reichen Materials fordert gebieterische Abhilfe. Ein Weg dazu scheint in dem Bericht für Düsseldorf, dem besten vielTeicht, angedeutet: dort wird mehrerer Assistenten des Auffichtsbeamten Erwähnung gethan. Man gebe jedem Fabrikinspektor zwei Assistenten aus der großen Schaar theoretisch gut vorgebildeter Sozialwissenschaftler, die jetzt von unseren bedeutendsten Universitäten kommen und vergeblich nach paffenden Stellen suchen. Damit wäre auch eine gegenseitige Durchs bringung der Theorie und der Praxis angebahnt, die beiden von ungeheuren Nugen sein würden. In das Institut der Fabrikinspektoren täme etwas neues Blut zum Vortheil der Berichte. Der dringend nothwendigen Ausdehnung der Aufsicht auf die Hausindustrie, die nach offizieller 400 000 Kinder beschäftigt, stände Wege. Der Vorschlag, Arbeitsämter zu errichten und sie mit dem Inspektorate zu verbinden, fönnte dann ebenfalls in nähere Erwägung gezogen werden. Alle Parteien mache neuerdings nin Sozialreform"; aber es scheint lediglich der verschrieenen Sozialdemokratie vorbehalten zu sein, alle die oben berührten, so offen liegenden Mängel des Fabrikinspektorates durch parlamentarische Anträge noch einmal aufzudecken und zur Anbahnung einer wahren Sozialreform auf ihre Beteiligung hinzuwirken. scheint lediglich der verſchrieenen Sozialdemokratie vorbehalten weise einen Auszug aus den amtlicherseits noch nicht veröffent lichten Berichten der Fabrikinspektoren für 1883. den seiner Zeit darauf zurückkommen. Soeben bringt die„ Norddeutsche Allg. 3tg." theelöffel Fabrikinspektorates durch parlamentarische Anträge noch einmal 89 ttenien 78 EATUNG arbeits Dich da. Feuilleton. Drei Gesellen. Wir wer D. Red. Eine ernste Erzählung von Ernst Pasqué. ( Fortseßung.) nicht Sollten Deine Hoffnungen fich indessen erfüllen, dann denke an mich! Friedel ist immer für In einer Equipage fahre ich bei Laß es gut sein. Dir vor. Leb' wohl! lallte Remy noch. Die Berichte selbst dienten bislang der sozialen Forschung. In einem eleganten Zimmer des riesenhaften Grand Hotel" auf dem Boulevard des Capucines fist Signor ,,- ini", der berühmte erste Tenor der kaiserlichen italienischen Oper und frühstückt. Ein Garçon des Hotels bedient ihn, denn keinen eigenen Diener hält sich der mit 100,000 Francs für die Saison be und mag zahlt werdende große Künstler. Er weiß warum Recht haben. Die Koffer find gepackt und Alles ist zur Abreise bereit, die mit dem Nachtzug grand vitesse erfolgen soll. Die Vorstellungen in Paris find zu Ende und nach London zur dortigen italienischen Saison soll es gehen; fein Tag darf verloren werden. Einstweilen läßt der Italiener, ein Mann von etwa dreißig und einigen Jahren, sich die köstliche Küche des Hotels gut schmecken. Nach der Karte speist er und einen Ich will es Dir wünschen.- Leb' wohl! Ein letter Händedrud, dann fant er auf sein Lager, feinen ausgesuchten Wein trinkt er dazu. melte: während Friedel fich entfernte und still vor sich hinmur iterbe- best scheint mir nun einmal eine ficherere Grundlage für den Und ich kann es doch nicht glauben! Eine geregelte Ar Aufbau unseres Lebensglückes, als seine wohl schöne, doch ge erteljähr 1. Zu alle 9. Weig IT iperft or Berl tenstra maff 115 hemi um en, M Wase n billi walte Stetting rren, wif farden. und leider! auch trügerische Kunst.Wenige Augenblicke später ist es stille in den soeben noch vom tollsten Jubel und lustigsten Lärm durchhalten Man Die Freunde schlafen. Auch Remy schläft und träumt. Er träumt wohl von fünftigen Erfolgen, erfungenen Ehren, von Ruhm und Gold, von einem späteren freien sorgen lofen und herrlichen Leben. Cb sein Traum fich erfüllen wird? Der Vorhang fällt unsere Erzählung ist zu Ende. Für Diejenigen aber, welche fich für den jungen Künstler Seinem Körper läßt der berühmte Mann nichts abgehen, wenn er auch höchst vorsichtig in der Auswahl seiner Genüffe ist. Auch speist er stets allein und nur dann in Gesellschaft wenn er eingeladen. Im Uebrigen ist er ein liebenswürdiger Mann, sogar seinem Direktor gegenüber das heißt, wenn er sich bei Stimme fühlt. Ist dies aber nicht der Fall, er nur im allergeringsten unwohl, dann ist er so unbarmherzig als möglich und fingt nun und nimmer, und sollte auch das Unternehmen, die ganze Welt darüber zu Grunde gehen. Er hat Recht und wird es mit fünfzig Jahren zu etwas zum Wenigsten zu einem Millionär gebracht haben. Das Frühstück naht seinem Ende, da überreicht der Kellner ihm eine Karte. Signorini wirft einen Blick auf das glatte Blättchen. um im nächsten Augenblicke fast wie Erfreut fährt er auf und sein endliches Schicksal, für die Beantwortung obiger ein Taschenmesser wieder zusammen zu flappen, und mit recht Frage intereffiren, will ich den Schleier der Zukunft in den folgenden Kapiteln lüften. will er mit einem heiteren Bilde von diesem dritten Helden Fürchtet der Leser sich aber vor der Lösung des Räthsels, unserer Erzählung scheiden, so bittet der Verfasser, das Buch aus der Hand zu legen, denn was er noch zu berichten hat, ist ernst- furchtbar ernst! Epilog. Zwanzig Jahre später. Neuntes Kapitel. In Paris Abend. verdrießlichem Gesicht, vorsichtig, mit beinahe mißtrauischem Tone fragt er: Wie sieht er aus wie ist er gekleidet? Recht anständig, Signor, wenn auch nicht nach dem allerneuesten Journal. So antwortete der moderne Ganymed, einen stolzen Blick auf den Schnitt seines untadelhaften Fracks werfend. Woher mag er denn nur wissen, daß ich noch in Paris bin, daß ich hier wohne? Wahrscheinlich aus dem Fremdenbnche, welches im Bureau des Hotels aufliegt. Er lam gestern Abend an; ich glaube er bewohnt Nummer 694, fünf Treppen hoch. Ah, er wohnt im Hotel? Da kann ich ihn schon ohne Gefahr sehen. Lassen sie den Herrn ein. Signorini erhob fich, puste fich Mund und Finger Spigen mit der Serviette, die er dann, als Beichen, daß das Frühstück vollständig vorüber sei, über die Teller warf, und bereitete sich vor, den Angemeldeten zu empfangen. Wenn wir im Laufe unserer Erzählung oftmals zu einem Borfall zurückkehren mußten, welcher etwa zwanzig Jahre früher iberspringen und sich aus den Vierzigerjahren in unsere jezige den Fremden ein. Wir sind abermals in Paris, doch in dem heutigen, neuen nd faiserlichen Baris. Der Kellner hatte sich augenblicklich entfernt und ließ nun Es war ein Mann, der aussah, als ob er cher mehr denn weniger als fünfzig Jahre zählte, doch gewiß bedeutend jünger war. dem Nachweis, daß die Gesammtheit unserer Arbeiter tr Wachsens des Volfsreichthums immer nur den no digsten Lebensunterhalt fich zu erwerben vern daß die Nahrungs, Nahrungs, Kleidungs- und Wohnunge hältnisse derselben die traurige Wirkung dieses feglichen Verhältnisses treu wiederspiegeln. Eine fichtliche Zusammenfassung des bezüglichen grauent Materials auch aus den Berichten von 1882 finden un Lefer in Nr. 5 v. J. 1884 der Deutschen Wochenschri ( Wien und Berlin). Aber die amtlichen Mittheilungen 1882 dokumentiren diesmal schon den weiteren und leg Schritt einer sich selbst überlassenen wirthschaftlichen Entw lung eines Gemeinwesens vor dessen gänzlicher Bersetzung u Auflösung so deutlich, daß wir uns hier lediglich auf die F stellung dieser lezten Entwicklungsphase zu beschränken braud der völligen Sprengung und Berreibung der deutschen V familie, dieser Zelle des Staates, und folglich der schon gonnenen Unterminirung der Existenz dieses Staates f hervorgerufen eben durch den erbärmlichen Verdienst de beitervaters, der, ohne daß sich seine Familie in Arbeit den Kampf um's Dasein draußen auflöst, eben mit Verdienst allein seinen heiligsten Pflichten der Ernäh und Erziehung der Seinigen nicht mehr genügen kann. Der Beamte für den Neckar-, Jagst- und Donaut schreibt: In manchen mit zahlreichen Kindern gefegneten milien dicht bevölkerter Gegenden liegen die Verhältnisse daß die Fran- so bedauernswerth dies im allgemeinen scheint(!) einen wesentlichen Theil des Erwerbs der gan Familie sichern muß, wodurch wenigstens eine bessere Ernähru der Kinder möglich ist. In vielen Fällen läßt sich lohner Hausarbeit nicht schaffen, während die Fabrik Gelegenheit Arbeitsverdienst bietet.- Bon mancher Seite wire behaupt daß die Mädchen durch die Fabrikarbeit gedankenlos und g nußsüchtig werden, was sie zu einer Verwendung in der Haut haltung unbrauchbar mache; bei alleinstehenden weiblichen Arbeiterinnen mag dies in vielen Fällen zutreffen"; bei solchen die in ihrer Familie leben, aber nicht, meint der Inspektor. Welchen Einfluß soll aber noch eine Familie üben können, deren Mitglieder sich womöglich nur Abends nach dreizehnstündiger Arbeit so abgemattet und von der Ueber arbeit verroht wiedersehen, daß ein gedeihliches und erziehliche Busammenleben ganz illusorisch geworden ist? Der Beamte für Zwickau sagt hierüber: Die Frage de fittlichen und gesundheitsschädlichen Einwirkung der Fabri arbeit bildet den Gegenstand fortgesetter Aufmerksamkeit. Eir Befferung in den sittlichen Zuständen ist in einzelnen Fälle zwar nicht unbemerkt geblieben, im ganzen aber tritt die Genuß und Pussucht überall hervor und auch bei den Arbeiterinnen gilt der Grundsaß, daß ie schöner der Verdienst ist, um so größer auch die Ausgabe und der Verbrauch sein könne. Meistens fehlt ihnen das Verständniß für ein maßvolles Haushal ten; bei einer etwaigen Verheirathung können sie weder dem Manne noch der Familie das bieten, was sie sollen, und geben deshalb nur Veranlassung zur Unzufriedenheit". Damit ist doch direkt festgestellt: dadurch, daß die Mädchen der Arbeiter allgemein und im frühesten Alter schon in die Fabrik müssen, ist von vornherein ihre Tauglichkeit zu ordentlichen Familienmüttern, also auch die Forteristenz jeder ordentlichen Arbeiterfamilie, in Frage gestellt. Die Arbeiterfrauen wissen dies und wehren sich noch dagegegen, wie der Inspektor für Oldenburg berichtet: Wer in der Fabrik nicht, wie man sagt, verunglückt, sucht in der Regel schon bei Zeiten einen anderen Erwerb als Magd oder Dienstmädchen, Beweis genug, daß weder Stellung noch Lebensweise die besseren Arbeiterinnen in der Fabrik auf die Dauer befriedigen können. Sie fehren dahin verheirathet selten wieder Er mußte unwohl sein, denn seine Züge erschienen matt, fein Gesicht entbehrte der frischen Farbe und merklich eingefallen waren seine Wangen, Das lange lockige Haar, welches den Kopf, das blaffe Antlig umrahmte, war start mit Grau gemischt und die Haltung des Mannes gebückt. Sein Aeußeres war, wie der Garçon gesagt, anständig, wenn auch nicht allzu modern. Es war Remy. Come sta Ah, Remiani, amico mio! rief der Italiener mit scheinbar freudigem Tone, auf den Eintretenden zuschreitend, ihm beide Hände entgegenstreckend und dann die des Andern drückend und schüttelnd. woher des Weges? Haben uns lange nicht gesehen ich glaube zulegt vor acht Jahren inLima? Ah, schöne Zeit, herrliches Land und noch herrlichere Frauen! Remiani, der Bariton per excellenza, wußte davon zu erzählen! Da lebten wir herrlich und in immerwährenden Freuden, und nichts war foftbar genug, was uns besonders Dir, caro amico, und Deinen Freunden nicht wurde. Dieser lärmende Redeschwall wurde von Remy mit einem matten Lächeln beantwortet. Er wollte reden, doch ein leichter Husten, der ziemlich lange anhielt, hinderte ihn daran. Bist Du frank- heiser? fragte der Italiener erstaunt und fast erschrocken. Es ist nicht der Rede werth, entgegnete Remy. Ein Husten, den ich mir auf der legten Ueberfahrt von Rio nach Europa, in mein Engagement nach Madrid, zugezogen. Es wird wohl bald vergehen. schon viel zu Al corpo di me! Dann hält er lange lange an, denn irre ich mich nicht, so warst Du in voriger Wintersaison in Madrid engagirt. Und immer erstaunter und schärfer schaute der Italiener den Kollegen an. Je mehr er ihn betrachtete, je länger er über den Husten von beinahe einem Jahre nachdachte, je kälter, zurückhaltender wurde er, und jetzt erinnerte er sich sogar, von einem Fiasco gelesen zu haben, das der einst so gefeierte Bariton Enrico Stemiani in vergangener Saison in Madrid erlebt haben sollte. Wenn ich mich recht entsinne, amico das ,, caro" war ihm schon im Halse stecken geblieben so hattest Du Unglück in Madrid? Ich fann es nicht leugnen, ertgegnete Remy und zur Erde schauend. Das Drgan wollte nicht mehr, wie ich wollte. Ich war eben zu gut gewesen. Du weißt, daß ich meine Im presarien nicht in Verlegenheit lassen tonnte, daß ich oftmals leider zu oft gesungen, wenn ich mich hätte schonen sollen. Dazu meine volle Hingebung an das Wert, welches ich mit darzustellen hatte, mochte es nun Verdi'sche Mufit oder andere sein. Ein Unwohlsein nie achtend- wenn es das Intereffe des Ganzen erforderte sang ich stets mit gleicher Luft und Leidenschaft, mit dem Herzen, und das das rächte sich. Doch Du warst flüger und- tälter. Du ließest die Impresarien fluchen und dachtest nur an Dich. Du hattest wohl Recht, doch ich, ich konnte dies nun einmal nicht, und so ist denn ge kommen, was nicht ausbleiben konnte, das ich aber nicht als so nahe bevorstehend geglaubt. Ja, Du warst stets zu wie soll ich sagen?- zu viel Sieht es, so hat es geschehen müssen, weil im ebenverdienst gezwungen hat." Jedenfalls Arbeiterfrauen, einmal aus Noth der Fat, dann für ihre Familie verloren. Das weiß der beamte für Chemnitz wenn er schreibt: ,, Bei der Dringder Arbeiten, welche sich in vielen Fabrifgeschäften o machte, ist der in den Vorjahren weniger bemerkte and hervorgetreten, daß den Arbeiterinnen häufig nicht dürftigste Beit zur Erfüllung häuslicher Pflichten gevird. Die Beispiele find keineswegs nur Ausnahmen, beiterinnen täglich von 6 Uhr früh an bis 9 Uhr Abends Arbeit gefesselt bleiben und überdies noch angehalten 1. des Sonntags bis zur Mittagsstunde ihre gewöhnliche and " 1 " 1 leisten. Einzelne derfelben, insbesondere Frauen, obliegt, neben Verrichtung einer Fabrikarbeit noch örige zu versorgen, führten bittere Klagen hierüber; denselben doch weoer Zeit eine Mahlzeit zu bereiten, noch reigene Kleidung und diejenige ihrer Kinder genügend was der Und interessant ist, zu halten." Beamte über die geringe Einwirkungsmöglichkeit der toren bemerkt: Wegen derartiger übermäßiger und untiger Anspannung der Arbeitskräfte vorstellig zu werden, für den Inspektionsbeamten meistens ein vergebliches Be nnen. Faft immer wird ihm die Antwort, daß die einge ingenen Aufträge jene erhöhte Leistung erheischten und, amentlich in Anlagen der Textilindustrie... der Fabrikant ' bstredend das Eisen schmieden müsse, wenn es warm ist!" jendaselbst weiter unten: Beklagenswerth war es, in einer ig und Nacht in Betrieb gehaltenen Fabrit eine größere ahl Arbeiterinnen in den nämlichen Räumen, in denen fie en erst von einer zwölfstündigen Arbeit abgelöst Den waren, müßig den Wiederbeginn ihrer Arbeitst abwartend, anzutreffen, weil sich dieselben nicht Tießen fonnten, einen zwar nicht allzuweiten, etwas beschwerlichen Weg nach ihrem Heim zulegen, oder ihre freie Zeit in Räumen zuzubringen, in n fie zu Ausgaben veranlaßt gewesen wären, überdies auch Gang nach oder von der Fabrik täglich einmal in die chtzeit gefallen wäre. Auch in diesem Falle hatten die an Besizer dieser Fabrik gerichteten Vorstellungen nur den olg, daß derselbe wegen Abstellung der Nachtarbeit und der ähnten Uebelstände auf für ihn bessere Seiten vertröstete, doch hatte derselbe erst ein Jahr zuvor eine zweite, ziemlich ifangreiche Fabrit erbaut(!!)." 3 langung des nothwendigsten Lebensunterhaltes nicht hin. ,, Diese Frauen suchen nun nach ihrer Entbindung, um die Verminderung ihrer Einnahmen thunlichst zu beschränken, vielleicht auch aus Furcht, bei längerem Wegbleiben aus der Fabrit ihre Stellen in dieser zu verlieren, sobald wie möglich wieder ihre Arbeit anzutreten."( S. 435.) Wäre es nicht immer dasselbe traurige Lied, so müßten wir auch hierher seßen, wie der Beamte für die Oberpfalz die gleichen tiefen Schäden in seinem Bezirk beklagt. Den äußersten Bunft aber, bis zu dem solche Verhältnisse sich entwickeln fönnen, eine völlige Umkehrung aller Familienbegriffe konstatirt der Bericht für Zwickau: Sm wesentlichen werden unver heirathete Mädchen zur Fabritarbeit herangezogen, jedoch kommt es bei der Tuchwaarenfabrikation, Weberei und Spinnerei auch vor, daß verheirathete Frauen beschäftigt werden, und nament lich solche, welche Kinder nicht zu versorgen haben oder durch den Mann in der Haushaltung vertreten werden."( S. 405.) Da haben wir im gewerbfleißigsten, bevölfertsten Herzen von Deutschland durch die schrankenlose, vernunftwidrige Konkurrenz bei der gegenwärtigen rechtlichen Organisation unserer Gesellschaft die vernunftwidrigste, verkehrte Welt: die Frau in der Fabrik, der Mann als Haushalter daheim! Der Beamte für Baden, nachdem er ebenfalls die Noth 3 die Ursache der Frauen- und Kinderarbeit bezeichnet, beerft furz: Frauenzimmer, die über Mittag nicht nachhause ehen können, genießen zu allen Mahlzeiten meistens chlechten Kaffee mit Brod oder Kartoffeln. Auch in vielen Arbeiterfamilien besteht die Ernährung vorzugsweise hierin."( Seite 435). Er verfolgt auch das traurige der Frauenarbeit am einfichtsvollsten bis in seine einzelnen Folgen: Die Arbeitszeit der Arbeiterinnen ist fast immer gleich derjenigen der Männer, abgesehen von der den Veratheten gewährten größeren Mittagspause. Diese fängt ftens eine Stunde vor der Einstellung der Arbeit zur ttagszeit an und ist durchaus ungenügend zur Besorgung r häuslichen Arbeiten und Bereitung einer entsprechenden tahlzeit. Es fehlt sowohl an Sorgfalt in der Zubereitung ir Speisen, wie auch an zweckmäßiger und sparsamer Versendung der zur Verfügung stehenden Mittel. Die Folgen avon find bez. der Ernährung der Arbeiter und des Familienlebens derselben naheliegende. Leider kann aber der Verdienst durch die Fabrikarbeit der Verheiratheten in den meisten Fällen nicht entbehrt werden." Der Zwang der Noth führt weiter zu ganz widernatürlichem Thun, das der Existenz einer gesunden Arbeiterfamilie den legten Stoß geben würde, wenn es deffen noch bedürfte! Mit Schaudern lieft man folgende Stelle aus dem Berichte für Leipzig: Wiffentliche Uebertretungen des § 135 Abs. 3 der Gewerbeordnung, betr. Nichtbeschäftigung von Wöchnerinnen während der nächsten drei Wochen nach ihr Niederkunft, find mir seitens der Fabrikbefizer nicht bekannt geworden." Natürlich! Aber: Die von mir vorgenommenen Nachfragen haben mich indeß überzeugt, daß Buwiderhandlun gen gegen diese Bestimmung noch mehrfach durch Schuld der Frauen vorkommen und dadurch möglich werden, daß diese dem Arbeitgeber über die Zeit der Niederkunft falsche Angaben machen, um so bald wie möglich wieder zur Arbeit zu kom men." In vielen Fällen reiche eben der Verdienst zur ErLokales. Observation durch Geheimpolizisten. In letterer Zeit ist es mehrfach vorgekommen, daß bei Vergnügungen, die von größeren Privatgesellschaften veranstaltet wurden, sich Geheimpolizisten einfanden und unter Vorzeigung ihrer Erkennungsmarfe Eintritt in die von der Privatgesellschaft gemietheten Lokalitäten verlangten; namentlich, so erzählt die Berl. 3tg.", geschah dies auch vor Kurzem bei Gelegenheit eines Vergnü gens, welches der hiesige Verein der Klaviermacher in einem Lokale der Hafenheide arrangirt und wobei er das Lokal für den betreffenden Tag gemiethet hatte. Da nun aber die Ge müthlichkeit auch in der harmlosesten Gesellschaft nicht gefördert wird durch das Bewußtsein, daß unter den Anwesenden Geheimpolizisten sich befinden, in deren Augen und Ohren mög licher Weise auch die gleichgültigsten Dinge eine gefährliche Bedeutung erhalten können, namentlich im Bannbezirke des fleinen Belagerungszustandes, so ist in den betheiligten Kreisen der Wunsch laut geworden, die Frage, ob solchen Polizisten der Eintritt in Privatgesellschaften gestattet werden muß, zum Austrag zu bringen. Es soll deshalb bei nächster, sich darbietender derartiger Gelegenheit dem Geheimpolizisten als solchem, und wenn er feinen speziellen amtlichen Auftrag nachweist, der Eintritt in das gemiethete Lokal untersagt werden; erzwingt er den Eintritt dennoch, so soll derjenige, welcher das Lokal gemiethet, an ihn unter Hinweis auf sein Hausrecht die Aufforderung zum Verlassen des Lokals stellen. Durch dies Verfahren würde dann dem ordentlichen Richter Gelegenheit gegeben sein, die Frage zu entscheiden, ob Privatgesellschaften sich die Observation durch Geheimpolizisten gefallen laffen müssen. artiste. Kalt muß man sein, das Singen nur als Geschäft, jeden Ton wie baares Geld betrachten und damit wuchern, bann läuft man nicht Gefahr frank zu werden und fommt zu etwas. O amico, ich habe den rechten Weg gefunden, wenig zu geben und doch viel Geld einzunehmen, mich zu schonen und doch Furore zu machen. Das ist die wahre Kunst unserer Kunst! Ich will fie Dir im Vertrauen verrathen. Merke auf, wie ich es mache: Nur gewisse Nummern der Oper hebe ich hervor, und in diesen eigentlich nur gewisse Stellen; aber den Hauptdruck lege ich auf einzelne Noten. Da gebe ich, was ich habe, und das Publikum ist ganz entzückt. Alles Andere laffe ich ohne Gnade fallen, ich beachte es nicht, und so habe ich mir meine Kleine Reputation gemacht. Aber der Komponist das Werk? Bah, was gehen die mich an? Sie müssen froh sein, daß ini sich herabläßt, fte zu singen, denn er allein kann aus ihnen etwas machen, fie mit seinen schönen Tönen illuftriren. Und für diese wenigen schönen Töne, die Du giebst, steckst Du das viele schöne Geld ein? Natürlich! Mit diesen Grundsäßen, diesem Töneschacher bist Du bis nach Paris gekommen! Und ich fäme noch weiter, wenn es etwas höheres gäbe als Paris und London! entgegnete-ini stolz, im Gefühl seiner Berühmtheit das verlegende Wort überhörend. Toulon vejuw 4320 Nr einer durch eine verheerende Seuche schwer heimgesuchten Stadt zu finden, wird anfänglich wenig beobachten, was seiner Voraus segung entspricht. Wohl find die Häuser der Wohlhabenden verödet -ihrer 15-20,000 haben die Flucht ergriffen- aber das geschäftige Leben der Stadt entwickelt sich im Hafen und in den Straßen in einer Weise, welche den Fremden eine Störung des Verfehrs nicht erkennen läßt. Nur das oft ertönende Sterbeglöck lein erinnert ihn daran, daß er sich in der Stadt befindet, die wieder einmal die Einbruchspforte der Cholera geworden ist. Aber das Bild ändert sich, sobald die Nacht beginnt. Dann erwachen die Geister der Furcht. Große Feuer brennen auf Straßen und freien Plägen. Jung und Alt trägt Nahrung zu den Scheiterhaufen herbei; durch Feuer glaubt man die Luft reinigen zu können. Raketen und Feuerwerk aller Art werden abgebrannt, durch Lärmen und Singen bis spät in die Nacht sucht das Volk seine Angst zu betäuben. Toulon könnte eine sehr gesunde Stadt sein, denn viele Bedingungen find dafür erfüllt. Es ist zum Theil auf Felegrund gebaut, zum Theil auf Pfahlroste, es hat kein Grundwaffer daher auch keine Brunnen. Das Trinkwasser, in zwei Leitungen aus den Bergen zugeführt, ist als vorzüglich anerkannt. Aber leider fehlt Kanalisation und Abfuhr voll tommen. Die Straßen der Stadt durchziehen Rinnsteine, welche Waffer mehr oder weniger reichlich führen, oft auch dem Aus trocknen nahe find. In diese Rinnsteine wird aller Unrath der Stadt entleert und es ist leicht begreiflich, daß an vielen. Orten die Geruchsnerven aufs Aeußerste beleidigt werden. Aber die Einwohner find weniger empfindlich und man kann beobachten, wie dieses Spülwaffer von den Anwohnern zum scheint Waschen von Verbrauchsgegenständen benugt wird. Die Rinn- rei in's steine ergießen ihr Waffer in die Darfe, einen fast geschloffenen lummer Theil des Hafens, und die widerwärtige Beschaffenheit dieses Meerwaffers, das nicht erneuert wird durch Ebbe und Fluth, ist nur zu begreiflich. Wenn einmal eine Uebertragung von Choleragift in das Wasser der Rinnsteine stattfand, dann erklärt sich auf Grund der erwähnten Thatsachen die Verbreitung der Seuche leicht. Die Zahl der an Cholera Erkrankten und Gestorbenen ist bislang zwar feine er schreckend große, aber sie ist im Bunehmen begriffen. Die Gestern wurden 23 Todesfälle gemeldet. Im Marine Wir hospital starb ein Arzt und eine Pflegerin, eine außerdem in einem anderen Stranfenhaus. Die Zahl der in den Hospiage im tälern mit Cholera- Infizirten ist recht bedeutend- bis gesterns auf u sechs Todte im Marinespital. Hier sah ich gestern außer vielener Erd leichteren Fällen und Rekonvaleszenten zwei sehr charakteristischsthig sei, schwerste Fälle, die in wenigen Stunden zum Tode führtenbenden Die Maßregeln, welche in den Krankenzimmern zum Schuß vor Uns Ansteckung getroffen waren, müssen als sehr primitive bezeichnet verfa werden; es waren die üblichen Räucherungen mit Chlor- und Entwicklung von Karboldampf. Geheimrath Koch wurden fort nach seiner Ankunft hier im Marinehospital Arbeitsräume 3ialer zur Verfügung gestellt. Der Nachweis des Cholerabacillundelte, b fonnte im ersten und in allen folgenden Todesfällen geliefern Bustä und damit war zweifellos die Epidemie als aftatische Cholererfaffer erkannt. Durch eigene Untersuchung konnte ich mich übelferung i zeugen, daß dieser Bacillus vollständig identisch ist mit dem Egypten und Indien in Choleraleichen aufgefundenen. Di gewonnenen Reinkulturen waren mit den in jenen Länder dargestellten in vollkommener Uebereinstimmung. Die hier an Kochschen Entdeckung überzeugt. Die Untersuchungen in Zoußen The lon werden für Geheimrath Roch his morgen abgeschlossen sein andere Er wird sich dann zunächst nach Marseille begeben. Hören Iteru e ther von e elcher in eichtomme Die Die Central- Kranken- und Sterbekasse der Tabakarbeiter Deutschlands. E. H., mit dem Sit in Hamburg, gewährt unter den günstigsten Aufnahmebedingungen und ent sprechendem Beitrag recht ansehnliche Unterstützungssäge, sowohl in Krankheits-, als auch in Sterbefällen. Die Kaffe ist jedem in der Tabaksbranche Beschäftigten zu empfehlen und verweisen wir wegen des Weiteren auf ein diesbezügliches Inserat in unserer heutigen Nummer. Seit seinem erit furzen Bestehenwesenden französischen Forscher wurden von der Richtigkeit de hat das Institut in Punkto Aufnahme neuer Mitglieder, wie uns von fompetenter Seite mitgetheilt wird, schon recht bedeutende Fortschritte gemacht, und fast täglich laufen Anfragen über Aufnahme 2c. besonders von Fabrikkrankenkassen ein. Die Erwartung, daß die Kaffe bald einen großen Aufschwung nehmen wird, dürfte somit nur zu berechtigt sein. Wer hätte das gedacht, als ich Dich vor etwa fünfzehn Jahren in Neapel von dem Trottoir meines Hotel, auf dem Du fauerteft, auflas, Dir Unterricht gab und Dir auch sonst noch forthalf, daß Du ein so luger Mensch werden würdest! Ich hatte Dir zwar ganz andere Grundsäße beigebracht, aber es scheint, als ob die Deinigen in unserer Carrière beffer zum Ziele führen, denn Du bist nun einmal der berühmte-ini, der gefeierte Sänger zweier Weltstädte, und wirst es mit Deiner Methode- noch lange Jahre bleiben können, während ich auf meinem Wege ein armer ge brochener Mann geworden bin.- Doch laffen wir das. Es freut mich immerhin für Dich, daß Du es so weit gebracht hast, so hoch gestiegen bist, und Dir, meinem alten Schüler, Dies zu sagen, suchte ich Dich auf. Der Jtaliener hatte bei Erwähnung seiner Herkunft eine Grimaffe gemacht. Er wendete den Kopf, und nur die legte, mit recht herzlichem Ton vorgebrachte Aeußerung in etwas be achtend, entgegnete er ausweichend: Vermischtes. Bom Kriegsschauplatz der Cholera. Aus Toulon, 8. Juli, erhält die Frff. 3tg." von Herrn Dr. Libbert, dem Frankfurter Arzt, der den Geheimrath Dr. Koch auf deffen Reise nach den von der Cholera heimgesuchten Gegenden Frankreichs begleitet, folgendes Schreiben: Ihrem mir telegraphisch ausgesprochenen Wunsche, daß ich Ihnen über die hier herrschende Cholera berichten möge, will ich gern ent sprechen! Meine sehr in Anspruch genommene Zeit zwingt mich indeß, mich kurz zu fassen. Der Fremde, welcher heute mich indeß, mich kurz zu fassen. Der Fremde, welcher heute Habe viel gearbeitet, viel viel schönes Geld ausgeben müffen an Redaktionen und Agenten und andere Blutsauger, um es so weit zu bringen, mir einen Namen zu machen. Doch Du povero Enrico also wirklich die Stimme verloren und jest wohl ohne Engagement? Ich suche leines. Ha, verstehe! erklang es schon wieder etwas freundlicher. Hast Dir demnach wohl zur rechten Zeit ein Kapital für die bösen Tage gespart? Remy zögerte mit der Antwort. Er war verlegen, und es foſtete ihm einen Kampf, zu reden. Doch überwand er sich und sagte: Nein. Nicht?! schrie der Italiener förmlich auf und fuhr einen Schritt zurück, dann tauchte plößlich das Gespenst einer Unterstüßung" vor ihm auf. " 1 Er machte fich Vorwürfe, den Mann, dem er doch so Vieles, wohl seine Carriére überhaupt verdankte, vorgelaffen zu haben. Endlich sagte er mit verlegenem, doch merklich geringschäßendem Tone: Das ist schlimm und da bist Du wohl- ohne Mittel? Ich bedauere unendlich, daß meine Sachen, meine Effekten wie meine Kaffette, schon auf dem Wege nach London find. Um diese unverschämte Lüge in etwas glaublicher zu machen, hatte Signorini wie unabfichtlich die Thür seines Schlafzimmers geschlossen, in dem man nicht allein die verschiedenen gepackten Koffer, sondern auch die gewiß recht voll gespickte Kassette des Italieners erblicken fonnte. Gerettet. Ein Korrespondent der„ Daily News" berichtacharias über folgenden merkwürdigen Fall, deffen Zeuge er in Mae er in fa seille gewesen. Derselbe saß am 4. d. M. unter den Arkade eines Kaffeehauses, da kamen vier Sanitätssoldaten, welche einer Bahre einen Cholera- Patienten ins Spital trugen. Folge der großen Hize waren die Männer sehr durstig worden und traten in das Kaffeehaus, um fich eine fleine frischung geben zu laffen. Dieses Vorgehen erbitterte Kranken aufs Höchste; er sprang auf, warf die Decken ab rannte davon. Die entsegten Träger verfolgten ihn, allein konnten den wüthend Davonlaufenden nicht einholen. Arzt, den man dem Manne am selben Abend in die Wohnu fandte, gab die überraschende Erklärung ab, daß der ausgieb Schweiß, in welchen das Rennen den Patienten versezte, selben wieder hergestellt habe. 11 Vern des förpe timm bildu Men hand Men mat be bach Noti ber Self an einer des fort fein. viel brau vieln stellt Was war aus Remy, dem lebensfrohen, kräftigen hoffnungsreichen jungen Manne, dem talentvollen und fti begabten Künstler geworden? felb Mit wenigen Worten sei es gesagt, obgleich er seinem Gespräche mit dem Italiener die Hauptursache f ießigen Zustandes angedeutet. Rasch hatte Remy fich als Sänger einen Ruf, eine Irühmten Namen gemacht und auf den meisten italiener Bühnen, besonders aber denen Amerikas geglänzt. Remy erhob sich. Auf seinem bleichen Gesichte spiegelte fich eine grenzenlose Verachtung ab. Er hatte wohl Erfahrungen genug gemacht, inwieweit man auf italienische" Freundschaft frauen und bauen konnte, doch sicher gehofft, bei seinem Schüler, den er zum Sänger gemacht, ein klein wenig Dankbarkeit zu finden, von ihm, wenn auch keine enthusiastische, doch zum wenigsten auch keine verlegende Aufnahme und Behandlung zu erfahren. Du irrst! sagte er. Wenn ich auch weder Kapitalien, noch Renten befize, so habe ich doch, was ich bedarf. Du kannst vollkommen beruhigt sein und die Thür dort offen lassen. Ich bin nicht gekommen, um das Honorar für meinen Unterricht zu fordern, noch die Baarauslagen, welche ich für Dich gemacht und die Du bis heute vergessen, mir zurückzuzahlen. Ich wollte meinen alten Schüler, Freund und Kollegen nur noch einmal sehen. Das ist geschehen wenn ich bei ihm auch nicht gefunden, was ich zu finden berechtigt gewesen. Leb' wohl! Und er wendete sich zum Gehen. So bleib' doch, amico. Es war ja nicht bös gemeint! Trinke ein Glas Wein frühstücke mit mir. Oder da Ohne gerade ausschweifend und verschwenderisch geme zu sein, hatte er, von seiner Kunst in einer Erregung gehal doch nur dem Augenblick gelebt, genossen, was Schönes ihm auf seinem Wege dargeboten, gegeben wenn er hatte, man nur sein empfängliches und weiches Herz zu treffen zu rühren gewußt. Er war eben Künstler mit Leib und und fein engherziger Schacherer, weder mit dem willi Golde, noch mit dem der Töne gewesen, wie sein Freu Schüler und Kollege, Signor- ini. So hatte er denn Sparen und Rentensammeln von einem Tage zum andern schieben müssen, bis es endlich zu spät dazu geworden. verlor die Stimme wodurch wissen wir von ihm selbst die Muse des Gesanges, der Bühne wendete ihm nicht a den Rücken, sondern begann auch, ihm ihre Gaben zu entzie die ihr armer, ihr so treu ergebener Jünger jetzt erst recht n wendig hatte, um zu leben. Der fitui mate Dafi wid fich Spiel liche Leut erhe fold aller jo bief Aug Mit Arbeit die Dazu tamen die Kränkungen, welche einen Stimmo gewöhnlich begleiten: Zurückseßungen von Seite der Dire Der Kollegen, Mißhandlungen von Seiten des Publikums Breffe. Das Unglüd war da, ehe der arme Sänger ständig eir faffen konnte. Der herbste Schlag traf ihn in Madrid, die Gewißheit wurde, daß seine Stimme so weit geschw daß es für ihn eine Unmöglichkeit geworden, erste Part daß er zal zu zweiten fich beq bringt, ja an der Seite eines ungeschlachten Don Juan, in welcher gabundage er ganz besonders geglänzt, den Masetto fingen mußte Das Web, welches der arme Sänger da empfan geläugnet Das da nimm die Billette für die große, die komische Oper, welche taum zu ertragen, doch mit ihm auch das Bitterste über ohne mate man mir für die heutigen Vorstellungen zugeschickt. So rief der große Sänger, recht klein vor dem armen Manne dastehend, welcher nichts mehr hören zu wollen schien und der Thür zuschritt. Es gelang dem Jtaliener indessen noch, ihm eines der offerirten Villette in die Hand zu drücken, was Remy maschinenmäßig geschehen ließ. Dann verließ er ohne weiteren Gruß das Bummer, Signor- ini hochaufathmend und in einer wohl mehr als frohen Stimmung zurücklaffend. War der praktische Italiener doch den gefährlichen Besuch, dem Mann, den er nicht allein Dant, sondern in der That auch Geld schuldig war, mit einem Freibillet- wie er lachend meinte losgeworden. Auch diese Prüfung war für Remy vorüber. Auf dem Korridor mußte er Halt machen, denn der ,, leichte Husten" stellte sich wieder ein und nöthigte ihn, eine geraume Weile stehen zu bleiben. Dann betrachtrte er das Billet, welches er noch immer in der leise zitternden Hand hielt. Es war ein Fauteuil d'Orchestre für die Komische Oper. Gedankenlos steckte er es in die Brusttasche und schritt weiter. alles Andere war ihm gleichgiltig. Es dünkte den Ungl wie eine Verheißung, wie eine Erlösung, als sein böser zunahm und eine innere Stimme ihm sagt, daß fel feine Tage gezählt seien, daß die Kunst, der er sich glühendem Herzen ergeben, dafür als Dant- den Re frühen Todes in ihm hinterlaffen. Nun hielt es ihn nicht mehr im fremden Land Sehnen nach der Heimath überkam ihn, mächtig und stehlich. Alles, was er hatte, was er besaß, machte er und realisirte also eine Summe, hinreichend, um ihn ei im Nothfalle auch der Jahre zwei, in bescheidenen Verhäl zu erhalten er glaubte des Geldes nicht so lange dürfen. dafür find Auch er die gr ihm die bellagt u tionäre V baß er ni rung als und Taug Kräfte. I holfen we Boltsschich Dies halten, da gel an lo! helfen. Buerst wollte er nach Paris, dann an den Rhein von der heimischen Erde die letzte Ruhestätte für fein so bitter enttäuschtes Herz mit all seinen todten off und seinem Weh verlangen. Seinen ersten Gang, sein erstes Erlebnis in Paris ( Fortsetzung folgt.) wir fennen gelernt. Verantwortlicher Redacteur N. Gronheim in Berlin. Drud und Berlag von Mar Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Er he fchlag, die er holt be durch V