verbefre m das Majo ng ein w Dauer# Zünft Göthe's Versan en folge on Berli emeinfa t dem Swefens 3 Innu O eine ntralbure Der Bäd Den 15. tatt. T Die Berl zu der ng Germ ollegen einem ichtigen nttliches nſtädtiſ Mitt Ferthorft neuer 3) Vot Disku = und pünktl ngesord ngen f dnung: n- Geſet Nr. 87. Mittwoch, 16. Juli 1884. I. Jabrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Boltsblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Nummern 5 Bf. Bostabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nachtrage der Postzeitungspreislifte unter Nr. 719a.) Jusertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. Der Niedergang der Gewerkvereine. So ants Max Hirsch sucht einen Wahlkreis!" wortete man uns, als wir vor einiger Zeit den armen Von Max Hirsch kann man natürlich nicht verlangen, daß er dies Alles begreift; und so wird er denn mit seiner Gefolgschaft abtreten müssen. mit Die Verfassungsrevision in Frankreich. im Reichstage umherrennen sahen und nach der Ursache dieser Verzweiflung frugen. Wir fahen, wie der Anwalt" Deuf der Gewerkvereine einem seiner politischen Freunde nach dem lebertrit andern etwas begreiflich zu machen suchte, was ihn aber eines ge B- Fond ler zu nicht gelang, und wie er kopfschüttelnd und hoffnungslos wieder abzog. Die Verfassung der dritten französischen Republik besteht zwar erst seit dem Jahre 1875, also noch kein volles Jahr baren Boden zu tragen, in Folge einer mechanischen Verlegung der linken Niere arbeits- und erwerbsunfähig geworden. Nach dem Beugniß eines Mitarbeiters, sowie nach ärztlichem Gutachten, ist der ursächliche Zusammenhang der Verlegung mit jener Arbeit nicht wohl zu bezweifeln. Gleichwohl find die Versuche Traeger's, im Rechtswege eine Schadloshaltung zu erlangen, nur von geringem Erfolge gewesen. Seine Klage gegen die inzwischen in Liquidation gerathene Firma Müller u. Lind ist abgewiesen in Ermangelung der Klarstellung einer Verschuldung der letteren durch Verabsäumung der erforderlichen Vorkehrungen zur Verhütung solcher Unfälle. Die demnächst gegen die Unfallversicherungsgesellschaft in Leipzig angestrengte Klage hat Traeger vor der zweitinstanzlichen Entscheidung, in Folge eines Bergleichs mit der Verklagten, durch zehnt, ist aber doch von allen republikanischen Verfaſſungen, die Frankreich bis jetzt gehabt, diejenige, die am längsten bestanden hat, resp. noch besteht. Die Verfassung von 1793 trat bekanntlich nie in Kraft; die von 1795 bestand bis 1799, bis zum Staatsstreich Napoleons und die scheinbar republikanische nische Verfassung von 1848 dauerte bis zum Staatsstreich pom 2. Dezember 1851 und die darauf folgende Verfassung trug daß blos der Name umgewandelt zu werden brauchte, als BoWenn am längsten bestanden hat, verwenden und beMax Hirsch wird von seinem alten Unglück verfolgt; ſein Wahltreis hat ihn jatt. In feinem Wahlkreise istotnoteftreich Stapoleon und befcheinbar we republitas dieser Politiker bis jetzt zweimal aufgestellt worden; in Blauen wie im ersten Berliner Wahlkreis fah man von seiner Wiederaufstellung ab, und nun läßt auch noch Reuß jüngerer zwar auch den Namen der Republik, war aber so beschaffen, the gene dus, ferne fächsische Erzgebirge geeilt, um sich im fchopauer the gebore feſtzuſeßen; allein wie es scheint, will es ihm auch orderun ung ge est, nid nicht gelingen. Komm Stolzer Charakter würde schweigend zurücktreten, statt als Man will also Max Hirsch nirgends mehr haben. Ein politischer Bettelmann umherzujammern. da müßte es eben nicht Max Hirsch sein! seid Aber An Mar 2. und naparte fich vom Senat zum Kaifer Napoleon III, wählen ließ. geben die Benferung von 1575 mesmegi bervor, daß fie so auch die beste der bis jetzt in Kraft getretenen republikanischen Verfassungen ist. Sie trägt im Gegentheil ganz den Stempel jener Epoche, in der sie geschaffen. Es war die Zeit, in welcher die fonservativen und reaktionären Ministerien Mac Mahon's Frankreich regierten. Den Republikanern war es bis dahin noch nicht gelungen, die Anerkennung der republiOrgani ber die Zeichen der Zeit einigermaßen versteht. Daß es so tommen würde, konnte jeder vorhersehen, eles ben Hirsch rächt sich nun die Erziehung, die er seinen Gemert feßen. Die reaktionären Parteien, vor Allen die Orleanisten, ftets be einig, en mit 6 treten n Beff vereinen gegeben hat. Sie sollten keine politische Macht tanischen Staatsform durch die gefeßgebende Gewalt durchzu faben ein, daß die Anerkennung der Republik, die der Form nach thatsächlich bestand, für Frankreich nur eine Frage der welchen ihm von letterer eine Abfindung von 1200 Mt. zugebilligt wurde, zurückgenommen, indem ihn, nach seiner Angabe, dringende Noth zum Abschluß des Vergleichs gezwungen hat. Borher entstandene Schulden haben die größere Hälfte Dieser Abfindung alsbald aufgezehrt; den Reſt hat Traeger infindet sich der jegt 63jährige Mann, da ihm außer einer von der Stadt Stuttgart gewährten Armenunterstützung von 180 Mart jährlich sonstige Subsistenzmittel fehlen, in großer Bedürftigkeit. Seine ohnehin gebrechliche Ehefrau ist nur noch zu den leichtesten Haushaltungsgeschäften tauglich. Ueber einen der eifrigsten bayrischen Glaubensstreiter, den Fürsten Löwenstein, bringt das ,, Bamberger Journ.folgende interessante Mittheilung:„ Fürst Löwenstein ist Schulpatron. In welcher Weise er von dem ihm zustehenden Rechte Gebrauch macht, möge folgende Thatfache illustriren: Es wird den Bewerbern um eine eledigte fein und find es auch nicht. Sonst würde ihr Führer keinen = Man Bettelgang durch eine Reihe von Wahlkreisen anzutreten Durchsetzung der Anerkennung der Republik mit dem inter- thres Gesuches rechnen tönnen, wenn sie aus dem bayrischen gedanken, die Republit möglichst konservativ auszuge durch die Umtriebe des alten Thiers, der bekanntlich auch den Die Gewerkvereine sollten das Ebenbild der großen talten, in welchem Bestreben sie vortrefflich unterſtügt wurden englischen Gemertschaften werden. Dazu hätten andere Berbeitsna hältnisse und andere Führer gehört. May Hirsch, so voll geiftvollen" Ausspruch that: Die Republik wird konservativ rt vor u. öffentli Beitra 8, zur indung er auch die Backen zu nehmen pflegte, konnte doch nichts Anderes zu Stande bringen, als eine Rarrikatur jener großen sein oder fie wird überhaupt nicht sein!" Die Republikaner waren den Orleanisten noch obendrein sehr dankbar, indem sie einen Antrag ablehnten, der darauf gerichtet war, die Familie englischen Arbeiterbewegung. Die deutsche Bourgeoisie fah Orleans von der Wahl zur Präsidentschaft auszuschließen. Es May Hirsch nur so lange gerne, als sie von ihm hoffte, daß fehlte den Republikanern damals offenbar sehr an tiefer blickenes ihm gelingen werde, mit seinen Gewerkvereinen die große den Staatsmännern. land; bozialistische Arbeiterbewegung Deutschlands zu schwächen Der von itzuwirken und zu zersplittern. Als man sich in dieser Hoffnung geTrog alledem ging die Anerkennung der Republik nur mit einer Stimme Mehrheit durch( 30. Jan. 75); es wurden die Anträge des ultramontanen Profeffors Wallon angenommen, Verfassung die gegenwärtig bestehende Form verliehen. Diese Verfassung hat also ihre Entstehung hauptsächlich klerikal- Pf. gi tauscht sah, wurden die Gewerkvereine der Bourgeoisie lästig welche nach der Schlußbestimmung vom 25. Februar 1875 der n nicht und man legte ihnen von da ab allerlei Hindernisse in den Daß in i jederzeit Bu neb bat. et Weg. Bergeblich brach Mar Hirsch seinen Gewerkvereinen orleanistisch- reaktionären Einflüssen zu verdanken. Sie war ein Geiste Schranken zu ziehen. Herr Wallon hatte besonderen 3 bis möglichst harmlos erscheinen zu lassen. Die Gewerkvereine such, dem in Frankreich allseitig erwachenden demokratischen durften teine Politik treiben; um sie aber auch im wirthSen Bilhaftlichen Rampfe zu lähmen, wurde ihnen die famose Werth auf die Institution des Senates gelegt, der auch ganz Rommiff Cheorie von der Harmonie zwischen Arbeit und Rapi- nach seinen Vorschlägen fonftituirt wurde. Gerade aber die 50 M. 6 beiterorganisation überflüssig machen würde. 3. Lehrervereine austreten. Dem zweiten Lehrer eines Dorfes ließ der Fürst durch den dortigen Pfarrer einen Revers vorlegen, mit der Forderung, denselben zu unterschreiben, wenn er bei einer eintretenden Erledigung der ersten Schulstelle auf Bräsentation rechnen wolle. Derselbe enthält folgende drei Punkte: 1) Der 2. Lehrer verpflichtet sich, jährlich zweimal in der eige nen Pfarrkirche zu beichten und zu fommuniziren; 2) er muß fich bereit erklären, von jetzt ab eine von dem Pfarrer zu bestimmende ultramontane Beitung zu abonniren und zu lesen; 3) er hat von dem Tage der Unterzeichnung des Reverses an den Kirchendienst mit zu besorgen, selbst abzustauben und die Kirchengefäße zu reis nigen, hierdurch der Gemeinde ein gutes Beispiel zu geben." So geschehen im Jahre des Heils 1884! Die härteste der vorstehend aufgeführten Verpflichtungen ist wohl ohne Zweifel das Lesen einer ultramontanen Beitung, worüber der beböre bei St. Codwiltben bem farter auszuwerfen aber wird. Uebrigens vermissen wir bei Obigem zu unserer Verwunderung die Bestimmung, daß Se. Durchlaucht sich vorbe halten, dem Herrn Lehrer für den Fall hartnäckigen Wohlverhaltens eine von Sr. Durchlaucht Stallmägden znm ehelichen erstatte tal" aufgepfropft, eine Theorie, die, wenn richtig, jede Ar- Reibungen zwischen Senat und Deputirtenkammer haben Gemahl auszuwählen und heimzugeben. werden Berlin eftern gt 32. ift, Drt beut e, in und men w Das wäre vielleicht ganz schön, die Theorie ist aber nicht richtig. eit Frankreich schon mehrmals in heftige Krisen gestürzt, die hätten gefährlich werden können, und man ist genöthigt gewesen, für Die Konflikte zwischen den beiden gefeßgebenden Gewalten Beit bie finanziellen Schlappen der Gewerkvereine: die Affaire angewendet gewesen wären. Die Volksbewaffnungs- Vereine in Norwegen werden nach Beschluß des Storthings 20,000 Kr., der ältere BentralVerein 10,000 Kr., dazu noch außerordentliche Beiträge in der Minorität, im Ganzen 30,000 Sr. für beide Vereine zu defizit in der Invalidenkasse. Daß die ehemalige Zuneigung die republikanische Partet in Frankreich definitiv die Oberhand unabhängig von der jeweiligen Regierung zu machen. mit dem Arbeiter Pampel und die Kunde von dem Riesen fassungsrevision ganz von selbst auftauchen, nachdem ministeriums zu legen, wurde abgelehnt, um diese Vereine ist begreiflich. Ohnehin hatten ja auch die GewerkvereinsDie stießen aber bei den" bonetten" Republikanern, die ungefähr mitglieder fich manchmal genöthigt gesehen, auf ihren Klassen- dasselbe find, was unsere Freifinnigen", auf harten Wider richter Liddell und seine Frau in der Nähe von Luzgau ge intereffen zu bestehen und die Harmonie" zu durchbrechen. stand. Die Revision nach radikalem Zuschnitt verlangte beunglückliche Persönlichkeit des Dr. Mar Hirsch war und neue Lebenskraft einzuhauchen. Die Hirsch- Dunderfchen Ge- zugesehen hätte, wie vielfach behauptet worden ist, so hätte werkvereine sind verloren; ihr gänzlicher Untergang ist nur noch eine Frage der Zeit. greiflicher Weise in erster Linie die Abschaffung des Senats. Wenn das Land den Revistonsbestrebungen so gleichgültig Herrr Ferry, der gegenwärtig immer noch der leitende Staatsmann ist, sicherlich feinen Drang in fich gefühlt, sich mit der Ministerpräsident Thätigkeit. Am legten Donnerstag wurde auf den Friedens feuert. Lettere wurde im Gefichte verwundet. Bwei junge, der That verdächtige Männer find verhaftet und vor die Assisen verwiesen worden. Mr. Bradlaugh stellte sich neuer dings seinen Wählern in Northhampton vor. Er fand eine enthusiastische Aufnahme und erklärte, daß er seinen Prozeß bis vor die Lords bringen und hoffentlich stegen werde. derselben feierlichen und glänzenden Weise vor sich, wie in den bestimmt, ein Spielzeug der großen Unternehmer zu sein, indem er selbst eine Reviston der Verfassung vorschlug, vorhergehenden Jahren; den am Vormittag stattgehabten Man wird fie nicht vermissen; sie waren ursprünglich Revisionsfrage zu beschäftigen. So aber wollte der Herr Die Feier des französischen Nationalfestes ging in zu entziehen gedachte. Da dies nicht gelang, fo haben für wird. Den Radikalen wird Herr Ferry zu wenig Es haftet ihm der Fluch der Halbheit mit allen seinen Fol gen an. bie Unternehmer die Gewerkvereine längst feinen 8wed bieten, den Konservativen aber, die noch vom Geiste" ntschli mehr und May Hirsch wird bei ihnen unmöglich. Er selbst desseligen" Thiers und Dufaure erfüllt find, geht er zu weif. hatte das längst einsehen müssen. Allein der Harmonies die be doktor und seine Satelliten haben so oft anderen Leuten vorgeredet, die Gewertvereine feien eine gewaltige Macht, daß fie es schließlich selbst geglaubt haben. Aus dieser einen großen Selbsttäuschung entsprangen die anderen. er von der politischen Schaubühne verschwindet, mit AusNiemand wird den Dr. Mar Hirsch betrauern, wenn nahme vielleicht derjenigen, die ihren Wig und ihren Humor faffung garnicht. an diefer sonderbaren Figur zu üben gewohnt waren. Die D8 8 1 Arbeiter verdanken ihm Nichts, denn sie werden alle mit geftaltung der französischen Verfassung in einer dem herrschenlum # 8 Iftatt riter in Pflich mlung 1. Woll wahre ter Boll firten Gewerken alle und jede Theilnahme an politischen Man möge endlich verstehen: Die deutsche Arbeiter= bewegung ist eine durchaus originale, aus sich selbst herausgewachsene. Sie steht auf eigenen Füßen und braucht sich nicht mit fremden Federn zu schmücken. Sowenig fie ein Abllatsch des Nihilismus in Rußland werden kann, ebensowenig wird sie sich zu einer Karrikatur der englischen Ge wertvereine verzerren lassen. Das beweist die Erfahrung. Daß ein demokratisches Frankreich auf die Dauer nicht mit einer von Ultramontanen und Orleanisten geschaffenen Vers faffung auskommen fann, liegt auf der hand. Aber eben deswegen muß auch das Revisionswert ein Ganzes sein und muß die Punkte treffen, an denen bisher der öffentliche Fortschritt gescheitert ist. Sonst ist es besser, man revidirt die VerIm Uebrigen laffen alle Anzeichen schließen, daß die Um den Geiste mehr entsprechenden Art und Weise nur eine Frage der Zeit ist. Politische Uebersicht. Vom Schlachtfeld der Arbeit. Der Monteur Chriftoph Traeger zu Heslach in Würtemberg, der im August 1881 von der Firma Müller u. Lind in Stuttgart bei den Festungsbauten zu Etraßburg i. E. beschäftigt war, ist alsbald nach der Ausführung des ihm ertheilten Auftrages, zusammen mit 3 anderen Arbeitern, einen ca. 7 Bentner wiegenden eisernen Thorflügel auf etwa 130 Schritt Entfernung über schwer gangBlaze vor dem Stadthause wohnte eine zahlreiche Volksmenge bei. Vor dem Hotel Continental wurde die Feier gegen Mittag durch einen Zwischenfall gestört. Mehrere Schüler eines Gym naftums gewahrten eine deutsche Fahne und forderten durch Rufen und Schreien zum Burückziehen derfelben auf. Gaffenjungen, welche hinzutamen, zerriffen die Fahne und schlugen mehrere Fensterscheiben an der Eingangsthüre zum Hotel in der Rue Castiglione ein. Die Polizei zerstreute die Ruheftörer. Die französischen Arbeiter halten sich von diesem thörichten Nafionalbaß fern. Sie waren es, die es allein wagten, als der Krieg mit Deutschland drohte, gegen ihn zu protestiren. Die Ablehnung des Amnestieantrages durch die fran zösische Kammer und besonders die Erklärungen des Ministers Des Innern gegen die Anarchisten und die Internationale haben die letteren in große Aufregung versezt. Eine von 2000 Personen besuchte, von Rochefort präfidirte Versamm lung der Revolutionäre erklärte die Minister Ferry und Walbed Rouffeau für vogelfrei und beschloß verschiedene revolutio näre Manifestationen. Die in der Versammlung angenommene Resolution lautet: Gegenüber der Abstimmung der Kammer appellirt das Bolt an die öffentliche Meinung gegen die Bedienten des verhaßten Ferry, welche die Amnestie zurüdwiesen. Es macht dieselben verantwortlich für die Verbrechen und die Verräthereien gegen die Republik, die verübt werden. Es wird feine Stimme nicht ruhen lassen, so lange noch Republikaner in Ketten und die Urheber der Verschwörungen und des Elends ungestraft find. Den wahren Republikanern Freiheit, Ge rechtigkeit; den Subjekten, welche die Gefängnisse vollstopfen und ihren Helfershelfern allgemeiner Abscheu." Bukunft wird Beruntreuung von Summen, selbst unter 300 bl., mit Gefängnißhaft und Verlust der besonderen persönlichen und Standesrechte bestraft, wobei auch Leute sog. privilegirten Standes" ihre Haft im Gefängniß selbst abzubüßen haben werden. Ist die Summe aber eine größere, oder erscheint der Fall sonst wie als ein qualifizirter, so kann die Strafe bis zur Verbannung nach Sibirien zur Ansiedelung, unter Verlust aller Rechte gehen, was bisher nicht der Fall war. Viel nußen wird auch das nicht. In Bukarest ist es zu argen Unruhen gegen die Regierung gekommen. Der Telegraph berichtet darüber: Die vereinigte Opposition hatte auf gestern eine öffentliche Versammlung einberufen und zur Revolte auffordernde Proflamationen vertheilt. Es wurden mehrere Reden gehalten, in welchen die Regierung auf das Heftigste angegriffen wurde. Vernesco stieß Insulten und heftige Drohungen gegen den König aus. In Folge des energischen Protestes seitens eines großen Theiles der Anwesenden entstand eine Rauferei, welche fich bis auf die Straße und vor den konservativen Klub fortſegte. Mehrere Anhänger der Oppofition, welche vom Revolver Gebrauch machten, ohne jedoch Jemanden zu verwunden. wurden von der Menge übel zugerichtet. Die Po Koch und Pasteur. Prof. Pasteur veröffentlicht im Figaro" einen Artikel, der heftig gegen die Maßregeln polemistrt, welche Prof. Koch zur Bekämpfung der Cholera vorges schlagen hat. Er sagt in dem Artikel: Alle vorbeugenden Maßregeln gegen die Cholera, welche Dr. Koch den Zeitungsnachrichten zufolge in Marseille und Toulon angegeben hat, find solche, welche seit sehr langer Zeit, seitdem nachgewiesen, daß die Cholera sich hauptsächlich durch den Auswurf der Cholerafranken überträgt, allgemein angenommen sind. In den Instruktionen des Dr. Koch ist ein ganz neuer Buntt. Er verurtheilt das Sprengen, das Fließenlassen des Waffers in den Rinnsteinen und versichert, daß alle Feuchtigkeitsursachen der Epidemie Vorschub leisten: Wir können in der That diese Ansicht nicht theilen. Wenn in dem Staube der Straße, in schmußiger aber trockener Wäsche der Microbus bis zu einem Bunfte getrocknet ist, wo er die ganze Lebenskraft verloren hat, so fann man ihn noch so viel besprengen, er wird nicht wieder lebendig werden. Wenn dagegen sein Trockenzustand derartig ist, daß die Feuchtigkeit seine Rückkehr zum Leben begünstigt, so kann es nur nüßlich sein, ihn anzufeuchten, denn dann wird er jedenfalls weniger durch den Wind und die Bewegung im Staube mit fortgetragen. Im Zustande relativer Trockenheit, die ihn noch nicht getödtet hat, kann die geringste Bewegung ihn unseren Schleimhäuten zuführen, wo er die nöthige Feuchtigkeit fürs Leben findet. Die Logik dieses Rais sonnements scheint uns unanfechtbar und beweist, wie wenig begründet die Meinung Dr. Koch's ist. Mündlich hat Herr Pasteur dieser seiner Note dem Berichterstatter des Figaro" gegenüber noch folgende Bemerkungen hinzugefügt:„ Die durch den Auswurf beschmußten Gegenstände sollen mittelst trockenen Leinens, welches nachher verbrannt werden soll, ge reinigt werden, sagt der Koch'sche Bericht. Das scheint mir unpraktisch. Man reinigt schon sehr ungenügend ein Gefäß oder ein Möbel mit einem trockenen Tuche, aber es ist nicht möglich, auf diese Weise ein Tuch oder eine Serviette zu reinigen. Wie dem auch sein mag, das vorher trockene Tuch wird feucht, so daß die Gefahr nur den Plaß gewechselt hat. Verbrennt es! fügt man hinzu. Auch hier bin ich anderer Anficht. Man weiß, daß wenn man Leinwand verbrennt, fich noch nicht verkohlte fleine Theile ablösen, die im Stande find, im Zimmer herumzufliegen. Ich ziehe um vieles vor, daß die Leinwand in lochendes Waffer getaucht werde. Das Resultat ist dasselbe. Endlich empfiehlt Herr Koch, während sechs Tage die Räume unbedingt schließen zu lassen, wo Cholerafranke gewohnt haben. Warum sechs Tage? Worauf stüßt sich die Meinung, daß die Gefahr nicht noch am ftebenten Tage existirt? Auch diese Theorie fällt in das Gebiet der HypoDer Figaro" fügt diesen Auseinandersetzungen noch einige höhnische Bemerkungen hinzu, aus denen wir zur Charakterisirung nur herausheben, daß Dr. Koch augenscheinlich bemüht sei, sich ,, aus dem Unterfutter von Pasteur's Ueberzieher eine Wefte zu schneiden". thesen." lizei schritt ein, um dieselben vor den Mißhandlungen durch die Menge zu schüßen, welche in den konservativen Klub einzubringen versuchte. Die Ordnung wurde alsdann bald wiederhergestellt."( Wenn das nur alles wahr ist! D. R.) Die Verrätherei des Mudirs von Dongola bestätigt fich vollständig. Ein Abgesandter des Mahdi hat die Stadt besucht. Sämmtliche Ehristen wurden gezwungen, den mohamedanischen Glauben anzunehmen. Der Mudir von Dongola hatte eine Unterredung mit dem Scheit Huda, der die Rebellen in Debba befehligt und ist vom Mahdi als Emir aner tannt worden. Dongola ist seit dem 20. Juni in der Gewalt der Rebellen. Der Mudir kontrolirt den Telegraphen und täuscht die Regierung in Kairo. Parlamentarisches. geeinigt. Jm XI. Wahlkreis, Dschaz, kandidirt von den man wirklich fervativen Rittergutsbefizer Günther, von den Sozial die Nothwe Stadtv. Kögel in Wurzen, die Deutsch- Freifinnigen fuchen Schlechtigtei den dunkelst einen Kandidaten. Jm XII. Wahllreis, Stadt Leipzig, fa dirt für die Nationalliberalen Bürgermeister Tröndlin nicht zu erif Leipzig, für die Sozialisten Bebel, die Deutsch- Freisin zuerst das find noch in Verhandlungen. Im XIII. Wahlkreis, Le pflaster bede Er wies dur Land, kandidirt für die Nationalliberalen Bügermeister Ah in Bwendau, für die Sozialisten Herr Viered in München Asphaltirung Deutsch- Freifinnigen suchen noch einen Kandidaten, in Au mehrten, er steht Herr Dr. Fräntel in Chemnis. Im XIV. Wahl leute fich g daß man de Borna, kandidirt für die Konservativen der bisherige Abg. Diesen Ein Frege, für die Sozialisten Tischler Müller in Meerane, Deutsch- Freifinnigen suchen noch einen Kandidaten. Im gegen zu set Der Nede Wahlkreis, Mittweida, steht nur die sozialistische Kandid des bisherigen Abg. v. Vollmar fest, Konservative und Der zweitens die Freifinnige suchen noch Kandidaten. Im XVI, Wahlt Chemniz, kandidirt für die Nationalliberalen, unter mies ein a Betitionen von den Konservativen, Landgerichts- Direktor Schreber Arbeit". Gi Chemnis, für die Sozialisten Geiser in Stuttgart, bie Asphalt Deutsch- Freifinnigen suchen noch einen Kandidaten. Im I Wahlkreis, Glauchau, steht nur die sozialistische Kandidatur Auer in Schwerin fest. Die Konservativen und Nati legen. Es b jenigen Str Gerichte, K Blaster zu fchränkt ble verordneten Zu den Reichstagskandidaturen im Königr. Sachsen schreibt das ,, Sächs. Wochenbl.": Troßdem wir den Neuwahlen immer näher rücken, ist von einer Wahlbewegung noch nichts zu spüren. So ruhig wie dieses Mal ist es bei Reichstagswahlen in Sachsen noch nicht zugegangen. Zunächst find die Parteien mit Kandidaturen beschäftigt, aber auch da ist man in vielen Wahlkreisen noch nicht fertig und einig. Wir gehen sämmtliche sächsische Kreise durch und find in vielen Fällen nur auf Gerüchte angewiesenso daß manche Kandidaturen sich noch ändern können. Jm I. Wahlkreis, Zittau, kandidiren von deutsch- freifinniger Seite Buddeberg in Zittau, von sozialistischer Pflaum in Dresden, im II., Löbau und III., Baußen, ist noch nichts festgestellt, die Sozialisten stellen im II. Keller aus Görlig, im III. Kaden aus Dresden auf. Im IV. Wahlkreis, Dresden- Neustadt hat Herr v. Schwarze jede Kandidatur abge lehnt, die Konservativen stellen den Baumeister Hartwig in Dresden auf. Die Deutsch Freifinnigen suchen noch einen Kandidaten. Im V. Wahlkreis, Dresden- Altstadt, stellen die Konservativen den Finanzminister von Könneris, die Deutsch Freifinnigen den Stadtrath Bönisch, die SoAuch die Nationalliberalen wollen = Unter den Marseiller Arbeitern herrscht große Aufregung. Eine Deputation von Hafenarbeitern erschien gestern beim Maire, Beschäftigung verlangend, was durch Wiederauf nahme der Rüftenarbeiten geschehen könnte. Die Cigarren- Arzialisten Bebel auf. beiter fühlen sich durch die verkürzte Arbeitszeit in den CigarrenFabriken geschädigt, da dort Stückzahlung eingeführt ist. Die für Sonnabend Nachts von den Sozialistenführern Fabre und Gras einberufene, von etwa 150 Personen besuchte Versammlung nahm einen so stürmischen Verlauf, daß der Präsident die Sigung schließen und aus dem Saale flüchten mußte. Einer der Redner, Namens Faurens, rief aus: Wen hungert, der nehme Brot, wo er's findet!" Gemeinderath Gras sagte: ,, Sobald die Cholera, welche bereits in Paris aufgetreten ist, auch Lyon ergreift, ist die große Revolution gemacht. Wir dürfen ohne sichere Unterstügung von Paris und Lyon nichts unternehmen." Schließlich wurde eine Elfer- Kommission behufs Veranstaltung eines Meetings gewählt. Nihilistenverhaftungen find in Warschau vorgenommen worden. Das Schicksal traf den Friedensrichter Bardowski und mehrere Studenten. Hausdurchsuchungen haben eine Anzahl kompromittirender Schriftstücke zu Tage gefördert. Die Verhafteten find sämmtlich Ruffen. Um den Dicbereien der russischen Beamten wirksamer Einhalt thun zu können, sind jegt die Strafbestimmun gen für Aneignung und Verschleuderung fremder, öffentlicher oder privater Gelder beträchtlich verschärft worden. In Feuilleton. Durchgerungen. Von N. v. K. ( Fortsetzung.) Bermuthlich hatte ich das mit meinem alten Ungestüm gethan, denn hinter mir ertönte ein unheilvolles Krachen, eine großmächtige Schachtel, die hinter mir gesteckt haben mochte, that fich auf und eine wahre Sündfluth von Kuchen rollte über den Sig. Bestürzt raffte ich zusammen was ich fonnte. Papa lachte und Mama sagte: Fein bedächtig, Fräulein Sauſewind! Wußtest Du denn nicht, daß Tante Marie Dir die Schachtel dahin gesteckt hatte?" Durch diesen kleinen Zwischenfall kam ich über das erste schmerzliche Trennungsweh hinweg und habe der guten Tante darum immer eine besondere Zuneigung bewahrt. für Asphalt würden, h Recht, der Wie lange Schon aller lufrati porragenster liberalen verhandeln über einen gemeinsamen Kandidaten, Deutsch- Freifinnigen haben in diesem Kreis keinen nen werthen Anhang. Jm XIX. Wahlkreis, Stollberg, fand von den Konservativen der bisherige Abg. Ebert, von Sozialisten Liebknecht, die Deutsch- Freifinnigen dürften hier keinen Kandidaten aufstellen. Im xx. Wahl haben ja Bichopau, fandidirt für die Deutsch- Freifinnigen Herr Dr. Hirsch in Berlin, für die Sozialisten Geyer in Großenhain Nationalliberalen suchen noch einen Kandidaten, ebenso Konservativen. Im XXI. Wahlkreis, Annaberg, kandidirt nationalliberaler Seite der bisherige Abg. Holzmann, beiterpartei sozialistischer Seifert in Zwickau, die Deutsch Freifinnigen written und noch nicht, ob sie einen Kandidaten aufstellen sollen. theilung w XXII. Wahlkreis kandidirt für die Nationalliberalen, man fich stügt von den Konservativen, der bisherige Abg. Niethha dadurch, d in Kriebſtein, für die Sozialisten Kayser in Dresden nimmt. Deutsch- Freifinnigen haben einen Advokaten aus jener Geschaft in in Aussicht genommen. Im XXIII. Wahlkreis, Plauen, berartige didirt von den Konservativen der bisherige Abg. Staatsan Hartmann, von den Sozialisten Rödiger in Gera, die De tus diese Freifinnigen suchen noch einen Kandidaten. fich den Lurus einer Kandidatur gestatten und fandidirt Herr Dr. med. Hübler in Dresden. Jm VI. Wahlkreis, DresdenLand, hat der Freiherr von Burgt für die Konservativen Herrn Ackermann aufgestellt, für die Sozialisten kandidirt Produktenhändler Horn in Löbtau, für die Deutsch- Freifinnigen Dr. med. Schuhmann in Dresden. Jm VII. Wahlkreis, Meißen, kandidirt für die Konservativen Herr v. Garlowig, für die Soziali sten Herr Geyer in Großenhain, der deutsch- freisinnige Kandidat Dehmichen ist dieser Tage gestorben und suchen diese einen neuen Kandidaten, der bisherige fortschrittliche Abgeordnete Kämpfer ist der Deutsch- Freifinnigen zu demokratisch geworden und wird darum nicht wieder aufgestellt. Im VIII. Wahlkreis kandidirt für die Deutsch- Freifinnigen der bisherige Abgeordnete Enfold, für die Sozialisten Gastwirth Peters in Dresden, die Konservativen suchen noch einen Kandidaten. Jm IX, Wahlfreis fandidirt für die Deutsch- Freifinnigen Profeffor Kellerbauer im Chemnis, für die Sozialisten der bisherige Abgeordnete Kayser in Dresden, die Nationalliberalen haben die Abficht, den Stadtrath Müller in Freiberg aufzustellen. Die Kon servativen wissen noch nicht, ob sie wieder Hrn. v. Dehlschlägel aufftellen oder den nat.- liberalen Kandidaten unterstüßen sollen. Jmx. Wahlkreis, Döbeln hat noch keine Partei sich über einen Kandidaten Der Eintritt in die Pension war für mich ein Wendepunkt meines Lebens und der Anfang einer Beit voll barter Kämpfe gegen allerlei Untugenden, die sich bei mir erst im Verkehr mit Altersgenoffinnen herausstellten. Ich muß gestehen, daß ich mit wahrem Grauen an die ersten Monate meines Aufenthalts in der Stadt und innerhalb der beengenden Mauern des Töchterpensionats zurückdente. Es gab da auch so viel, in das ich mich erst hineingewöhnen mußte: die vielen Gefährtinnen, die strenge Tageseintheilung, die zahlreichen Stunden, die fremden Lehrer. Da waren denn die Briefe aus der Heimath von den Eltern, Tante Marie und Schwester Ella, die eben vor meinem Fortgang nach Schloß Pantow zurückgekehrt war und nun als Erwachsene in die Gesellschaft eingeführt wurde, mein einziger Trost. Nein, nicht mein einziger! Mit mir zugleich war ein anderes Mädchen in die Anstalt gekommen, an das ich mich bald anschloß, das mich von vornherein durch sanftes stilles Wesen angezogen hatte. Das arme Ding hatte furcht bares Heimweh, und das war es vielleicht, was mich, die scheu und zurückhaltend gegen Alle war, gegen Mathilde von Kremptow zutraulich machte. ,, Sieh da, Ottilie, die Stumme tann sprechen," sagte eins mal neckend ein großes blondes Mädchen, als wir während der Frühstückspause im Garten waren und sie uns eifrig plaus dernd auf und abgehen sah. in der Pension verleben müsse. Dieser Blisstrahl aus heiterem Himmel, der allef meine Luftschlösser zerstörte, verursachte mir bitteren Kummer, und Mathilde hatte Mühe genug, mich einigermaßen zu trösten. Kaum eine Woche später brachte sie mir, vor Vergnügen tanzend und fingend, eine Einladung ihrer Eltern, die Ferien auf ihrem Gute zu verleben. Der Gedanke, mit Mathilde zusammen zu sein, sette mich über das Bedenken hinweg, zu Fremden zu gehen, was ich sonst durchaus nicht liebte, und mit Ungeduld sahen wir dem Schluß der Schule entgegen. Und Mathitde scheint mir Bygmalion zu sein, deffen Bitte der Bildsäule Leben einhauchte", erwiderte lachend ihre Begleiterin und dann hörten wir nicht mehr. Wir ließen uns auch gar nicht stören, denn wir sprachen von der Heimath und darüber wurde alles Andere vergessen. Mit der Zeit wurden Mathilde und ich unzertrennliche Freundinnen; bei den Ge fährtinnen hießen wir nur noch die Schwestern" und selbst Fräulein Hornemann, die Vorsteherin, kannte uns unter diesem Namen. Die Thätigkeit der Stadtverordneten Versammlung. IV. Markthallenvorlage, Asphaltirung und elektrische Beleuchtung. d pergeben i infofern, al Beleuchtun Gin beiter. Wie oft lich- Sozial Befte für Reform." ter geben vorhanden Erwartung hegen. ba gezwungen Berlins zu weil es lu ist, sonder Arbeiter 3 wohnen. haben tau einen oft zurüdzuleg unfähig ir ausrufen mertt Ja, feht Aber nicht nur diese wichtigen prinzipiellen Bed waren es, welche die Arbeiter- Stadtverordneten veranla gegen diese Vorlage zu sein, nein noch in viel höh Maße veranlaßten die Ausführungen dieses Projektes eine Stellungnahme gegen daffelbe. Der Markthallenbau in Dorotheenstraße beschäftigte zuerst die Stadtverordnetenverjas lung. Die Erwerbung dieses Terrains geschah unter so thümlichen, seiner Zeit in der Bürgerschaft viel und ab besprochenen Umständen, das es für denjenigen, der nicht durch jahrelange Thätigkeit als Stadtverordneter für Vorkommnisse ein vollständig abgehärtetes Gemüth besist, faßbar ist, wie man zur Erwerbung dieses Grundstüds sch fonnte. Wir wollen auf jene unschmackhaften Details weiter eingehen, nur das Eine sei hervorgehoben, daß Grundstück früher zu einem bedeutend billigeren Preis zu gewesen wäre. Damals( war es durchaus) nicht zu dem 3 passend, erst durch die Vertheurung um mehrere 100 000 schien unserem Magistrat dieses Grundstück werthvoll g geworden zu sein. Daß man im Laufe der Debatte es ang vermied von Seiten der Vertheidiger der Magistratsvorlag die Find diese Sache näher einzugehen und der Opposition es eben unmöglich machte, durch die bequeme Art des Schlußant ist nach mehr als nur nach einer Seite hin bedenklich. In derselben, wie oben etwas eingehender geschild Art und Weise vollzieht fich fast jede Debatte. Opposition ist es nicht allzu schwer gemacht, bei weichender Meinung die Richtigkeit ihrer Anfi nachzuweisen, denn bei einer so mangelhaften Motivirung Vorlagen, das Einzige wodurch sich dieselben auszeichnen, nicht in die Hand; die Anderen lachten, ich wurde dunkel aber die lieben fleinen Blumen habe ich doch behalten. Als wir nach unserer Rückkehr in die Pension in Zimmer der Vorsteherin eilten, fanden wir neben ihr auf Sopha fizend ein junges Mädchen von 17 oder 18 Ja ein wahrhaft berückend schönes Geschöpf mit einem zie Kopf, llaffisch geschnittenen Gefichtszügen, den schönsten, lufti Dunklen Augen von der Welt und einer Fülle präd Locken. Mathilde und ich blieben einen Moment zögern der Thüre stehen. Endlich war der Reisetag da, der Koffer gepackt und unter dem Schuße der gutmüthigen dicen Franzöfin, deren Ziel auf unferer Route lag, fuhren wir bis zu der Bahnstation, in deren Nähe das Gut lag, das Mathildens Eltern gehörte. Die kurze Eisenbahnfahrt war schnell zurückgelegt; ehe wir es gedacht, hatten wir unseren Bestimmungsort erreicht, das Coupé verlassen und das legte:„ Au revoir mesdemoiselles!" der Franzöfin erwidert. Mit dem Jubelrufe: Papa, mein lieber, lieber Bapa!" war Mathilde einem großen ,, stattlichen Herrn in die Arme gepflogen. Dann kam sie zu mir zurück, die ich schüchtern stehen geblieben war, und schob mich schnell in den Vordergrund. Und das ist Ottilie, Papa, meine liebe, einzige Freundin, die mußt Du nun auch lieb haben!" Herr von Kremptow reichte mir freundlich die Hand und sagte ein paar Worte herzlichen Wichkommens. Ich erinnere mich, daß ich sehr verlegen war und eine ungeschickte, linkische Backfisch- Verbeugung machte, als Mathilden's Bapa mir seinen Sohn Max und seinen Neffen Karl, ebenfalls Feriengäste, vorstellte, wobei er hinzufügte: Halten Sie die jungen Herren nur hübsch im Baume!" Zum Glück nahmen die beiden, vielleicht fünfzehn jährigen Herren" ihre Hüte so respektvoll vor mir ab, daß ich mein Gleichgewicht allmählich wiederfand und mir selber beinahe wie eine erwachsene junge Dame vorfam. Mittlerweile war der Sommer herbeigekommen, die Ferien standen vor der Thüre und mit Jubel dachte ich an die erste Heimreise, als Papa mir eines Tages mittheilte, daß Ella an einer ansteckenden Krankheit darniederläge und ich die Ferien Die Wochen, welche wir auf Grünwalde, so hieß Herrn von Kremptom's Gut, verlebten, waren reizend und unvergeßlich. In Lust und Fröhlichkeit und nur viel zu schnell verWir machten Kahnfahrten ging die glückselige Ferienzeit. auf einem nahen See, wir begleiteten Herrn von Kremptom auf seinen Spaziergängen, wir statteten Besuche in der NachEinri niedrigen Fürsorge Ihr Herre betrachten. Bodenbil Morgens nur an Hin und Weih Kommt nur herein, meine lieben Kinder," rief Fra Hornemann uns zu und streckte uns beide hände entg Seid herzlich willkommen wieder daheim. Von Euch hoffe ich, daß ihr die treuen Freundinnen der lieben werden sollt, die fich noch fremd und einsam unter fühlt!" viel Diese junge Dame in dem eleganten Anzuge, der in den Salon als in unsere Pension zu gehören schien, unsere Freundin werden können?! Ganz erstaunt blidten auf unsere neue Gefährtin, die sich denn auch hoch erhaben uns zu dünken schien; mit einem leisen Nasenrümpfen ni uns ganz von oben herab zu und fümmerte sich dann weiter um uns. Es wurde auch im Laufe der Zeit nicht beffer, ste schloß fich weder an uns, noch an eine ihrer genoffinnen an, und doch hätte ihr das nicht schwer fallen bei der Bewunderung, die jede ihrer Schönheit zollte. Di Indolenz, die sie allen Annäherungsversuchen entgegen die ihr auch die Lehrer in den Stunden zum Vorwurf ma trug fte bei allen und jeden Gelegenheiten zur Schat auf den täglichen Spaziergängen, die wir in fleinen tö ich mich a verleben. Jeder, de Seinen wegte. fichtern d fo vollton in fcheuer Bimmer ftreichelte mich wie Durch den frieden, b Als meiner I fland Pa cben ver bl und win vorüber Borte m geben hö von Fint werden!" Wenn de Ich überrasch Aber tro mich vor welliges Augenbr Heiner ein mag unter Aufficht einer Lehrerin unternahmen, war fie and dann belebten fich ihre Büge, ihre schönen Augen fröhlich auf und ihre schlaffen Bewegungen wurden rasch jugendfrisch. Man sah, das Weltfind lebte erst auf, wen den Mauern des Nonnenklosters", wie Natalie die Benfi gefpri tiber nennen pflegte, entronnen war. Dann wurde sie mißig sogar, und machte die drolligsten Bemerkungen Leute, die uns begegneten und auch nur das geringite Läche oder Auffällige an fich hatten. Dazu lenkte fie dur barschaft ab oder trieben allerlei Kurzweil in dem großen, sorg- Schönheit und ihre wirklich graziöse und vornehme Erschein Aller Blicke auf sich, eine Huldigung, die sie jedoch gan zu ignoriren schien. Zod bis Mathilde und ich hatten uns indessen immer mehr vo seltsamen Mädchen zurückgezogen. Natalie war die eines polnischen Grafen, ihre Mutter war früh gestorben von eigentlicher Erziehung war nie die Rede gewefen Großmutter der jungen Komtesse darauf bestanden hatte einer guten deutschen Pension untergebracht zu sehen. Natalie in Fräulein Hornemann's Anstalt gekommen, sollte nicht lange in unserer Mitte bleiben. Eines fältig gepflegten Garten, und stets waren die Knaben unsere lustigen Gesellschafter oder unsere galanten Kavaliere, je nachdem die Gelegenheit gebot. Während aber der luftige und übermüthige Karl fich meistens zu der mehr ernsten Mathilde hielt, hatte Mar fich zu meinem Ritter aufgeworfen. Er war ein hübscher Bursch mit offenen und freundlichen Zügen, ungemein fest und entschieden in seinem Wesen, wodurch er mir von vornherein imponirte. Ich fühlte mich bald ganz verlassen und verloren, wenn er einmal in unserem Kreise fehlte, und doch zanfte ich mich oft ganz erbittert mit ihm, wenn er da war. So waren vier glückliche Wochen vergangen und nun hieß Tages reiste fie in Begleitung ihrer Großmutter nad es Abschied nehmen. Ach, ich glaube, die Trennung wurde uns Allen schwer!- ,, Adieu, fleine Tochter," sagte Herr von Kremptom mir beim Abschied ,,, kommen Sie bald wieder." So aber bak durfte! Süden ab und ich verdanke es nur einem Zufall, ihren Lebensweg nach Jahren noch einmal freuzen Füße. J meiner ein fchnu iprang fr Ella, die bübider auch an Un diefe fie imm Abend i werden Du ganz erit 30g fie m fchaftlich febe fie weißen Haar un Arm blühte de Sie war für uns wie ein schönes glänzendes Meteor Und Mar drückte mir haftig einen kleinen Strauß Vergißmein- wesen, das nach kurzem Leuchten dem Blick entschwindet. Der Rede und von den man wirklich leichtes Spiel mit denselben. So war z. B. um Sozial die Nothwendigkeit des Asphaltpflasters nachzuweisen, die in fuchen Schlechtigkeit und Unbrauchbarkeit des Eisenplattenpflasters in Leipzig, f den dunkelsten Farben gemalt, Steinpflaster scheint mithin gar Tröndlin nicht zu existiren. Der Vertreter der Arbeiterpartei, der hier Freifinn zuerst das Wort nahm, wies darauf hin, wie das Asphalt freis, Lei pflaster bedeutend theurer und der Gesundheit nachtheiliger sei. neister Ah Er wies durch Zahlen nach, wie gerade die ganz unmotivirte München Asphaltirung von Nebenstraßen die Ausgaben beträchtlich ver1, in Au mehrten, er erinnerte daran, wie sowohl Fuhrherren wie Fuhr V. Wahl leute sich gegen das Asphaltpflaster ausgesprochen hätte und rige Abg. daß man demgemäß die weitere Asphaltirung inhibiren solle. Meerane, Diesen Einwendungen wußte man natürlich nichts weiter ent fen. Im gegen zu setzen, als erstens eine gute Portion Unruhe während e Kandid ein in der legten Zeit sehr beliebtes Mittel und De zweitens die große Anzahl der Petitionen, welche sich angeblich I. Wahlt für Asphaltirung aussprachen. Im weiteren Verlauf der Debatte 1, unter wies ein anderer Vertreter der Arbeiterpartei nach, wie diese Schreber Betitionen belanglos wären, fie feien ja eben nur bestellte Arbeit". Einigen Hausbefizern zu Liebe, deren Grundstücke durch tuttgart, bie Asphaltirung Der Straßen allerdings bedeutend gewinnen andidatur würden, hat die Stadt ebensowenig die Pflicht wie das nd Natio Recht, den Bürgern so furchtbare Geldopfer aufzuerndidaten, legen. Es bestehe teine Meinungsverschiedenheit darin, daß dienen nen Berichte, Krankenhäuser u. f. w. befänden mit geräuſchloſem jenigen Straßen, in denen sich öffentliche Anstalten, wie Schulen, erg, fand ert, von Blaster zu versehen seien, nur soll es eben auf diese Straßen bes dürften schränkt bleiben. Aber wie gesagt, Gründe haben in der StadtWahhaben laſſen. verordnetenversammlung fehr wenig Gewicht, und vorläufig Herr Dr. Wie lange wohl noch? haben ja die Herrn noch die Macht, alles beim Alten zu lassen. roßenhain 1, ebenso Schon während der Wahlbewegung war die Uebernahme aller lufrativen Unternehmungen durch die Stadt eine der hervorragensten und wohl auch berechtigsten Forderungen der ArIgmann, beiterpartei. Die Richtigkeit jener Forderung ist heute unbe stritten und der nicht etwa in der ersten oder zweiten Abtheilung wählende Bürger hat kein Verständniß dafür, daß man fich die Einnahmen der Pferdeeisenbahn entgehen läßt, n. Im fandidirt innigen sollen. eralen, Niethha dadurch, daß die Stadt dieselbe nicht in eigene Verwaltung Peter Ge Plauen, Staatsan schaft in der unzweideutigsten Weise bekundet hatte, daß man bergeben solle, hätte man doch erwarten können, daß Magistra , die D tus diese Thatsache nicht vollständig ignorirt, und er thut das insofern, als er wiederum städtische Anlagen, wie die elektrische Beleuchtung, an Aktiengesellschaften vergeben will. : dneten ing. len Bed I veranla viel höh ftes eine enbau in netenverfa inter so Lokales. OT milie des Arbeiters täglich mehrere Perfonen, z. B. Vater und Sohn oder Bruder und Schwester die Bahn benußen, so muß jeder einzelne ein Billet lösen; eine Preisermäßigung findet in solchen Fällen nicht statt. Nun wollen wir einmal die Kehrseite der Medaille bes trachten! Ein Jahresbillet kostet für dieselbe Strecke 56 Mart: trachten! Ein Jahresbillet fostet für dieselbe Strecke 56 Mart: das macht pro Woche 1 Mart 8 Pfennige.- Ein halb jährliches Billet kostet 30 Mart; das macht pro Woche 1 Mart 16 Pfennige. Doch weiter! Wenn Familienglieder zusammen auf ein Jahr abonniren, so zahlen zwei Personen 84 Mart; das macht für eine Person pro Woche 81 Pfennige. Auf ein halbes Jahr können zwei Familienglieder für 45 Mart abonniren; das macht pro Woche für eine Person 87 Pfennige. Doch zur Erleichterung find für Fas milien auch Ratenzahlungen zulässig, wenn sie ein Jahresabonnemement eingehen wollen. Sie zahlen beim Beginn des Abonnements wenn zwei Personen 27 Mart, nach drei Monaten 18 Mark und den Rest am Anfang der zweiten Jahreshälfte. Wer also auf ein Jahr abonniren kann, der zahlt pro Woche 1 Mart 8 Pf., eventuell sogar nur 81 Bfen hige. Wer auf ein halbes Jahr abonniren kann, der zahlt pro Woche 1 Mark 16 Pfennige, eventuell nur 87 Pfennige. Doch das Verhältniß wird noch traffer, wenn man in Betracht zieht, daß der Arbeiter für 1 Mart und 20 Pf. nur ein mal hin und zurüd fahren tann an einem Tage und das auch nur zur bestimmten Beit und nur an Wochentagen während der Jahres- resp. Halbjahrs- Abonnent so oft er nur will, an jedem Tage, zu jeder Beit, also auch Sonntags, hin- und zurückfahren kann!- So! So!--- Wo bleibt da die beson dere Fürsorge für die Arbeiter? Dere Fürsorge für die Arbeiter? Muß man sich in Anbetracht folcher Verhältnisse nicht mit Recht wundern, daß solche That fachen tauben Ohren predigen? Wem fallen da nicht die Bibelworte des Propheten Hesekiel ein: Mein Sohn, nimm die Baumwolle aus deinen Ohren, damit du beffer hören kannst, was ich dir sage?!" merksamkeit geboten, denn ein amerikanischer Agent treibt, nach a. Hier heißt es Aufpassen und hier ist die größte Aufeiner dem hiesigen Polizeipräsidium zugegangenen Benachrichti Mädchen zur Auswanderung nach Amerika zu gung, hierselbst seit Kurzem sein Unwesen, indem er junge verlocken sucht. Er stellt den Mädchen, die darauf eingehen, Schiffsfreifarten zu. Dem Anschein nach veranlaßt der Agent die Mädchen zur Auswanderung zu unfittlichen Sweden. Bisher ist dieser Agent leider noch nicht ermittelt. Solche Subjekte, die noch schlimmer find, als die Sklavenhändler, verdienen die allerftrengste Bestrafung. B. Die ,, Buddelei" ist in Berlin bekanntlich schon chronisch geworden, ja wir würden uns vielleicht wundern, wenn urplöglich einmal in allen Straßen Ruh" wäre. Am brillantesten hat sich das Probiren mit den verschiedensten Ein Beitrag zur Fürsorge des Staates für die Arbeiter. Wir erhalten aus Arbeiterfreiſen folgende Buschrift: Pflastersorten entschieden auf dem Opernplag bewährt, denn Wie oft hören wir von Seiten der Konservativen oder Christ- dort ist jetzt das Umpflastern so ziemlich in Bermanenz erklärt. hegen. Beste für die Arbeiter, es ist ihr wirklich ernst mit der SozialReform." Schön, Ihr Herren! Aber wohlgemerkt, die Arbeiter geben nichts auf Worte, fie rechnen mit Thatsachen und die vorhandenen Thatsachen find nicht gerade dazu angethan, große Erwartungen in Bezug auf die sogenannte Sozial- Reform zu und ab gezwungen, die abgelegensten Straßen, ja, auch die Vororte Berlins zum Aufenthalt zu wählen. Und nicht etwa deshalb, weil es luftiger, vielleicht sogar schöner außerhalb der Stadt ist, sondern nur deßhalb, weil die Wohnungsverhältnisse den Der nicht ter für th besitzt, Stücks sch Details n, daß Breis zu 100 000 atsvorlag es eben Schlußant tlich. ba Arbeiter Von Jahr zu Jahr sind die Arbeiter mehr und mehr Am Opernplatz mußte bekanntlich die Holzpflasterung wegen des Schwamms aufgerissen werden und es wird nunmehr mit Asphalt belegt. Da die Betonschüttung unter der Bementlage nicht mehr haltbar ist für Asphalt, so muß dieselbe fortgenom men und eine neue Schicht gelegt werden. Hierdurch werden die Arbeiten sehr erschwert. Aber geräuschloses Pflaster müssen wir haben! Das neu projektirte Asyl für Obdachlose, für welches nunmehr definitiv als Bauplatz das Terrain zwischen der Brenzlauer Allee und der Danzigerstraße, daß der Stadtgemeinde gehört, in Aussicht genommen ist, erfreut sich keineswegs der Sympathien der dortigen Adjazenten; dieselben wollen sich vielmehr petitionirend an die städtischen Behörden wenden, um einen anderen Bauplatz für dieses Institut festzustellen. In der wohnen. Matt und müde von des Tages Last und Size, 3wingen, weit ab von seinem Arbeitsplatze zu haben tausende von Arbeitern nach Ende der Arbeitszeit noch betreffenden Betition, die gegenwärtig unter den dort benachu dem z zurückzulegen, wo sie dann in später Stunde, abgeschunden und barten Eigenthümern zirkulirt, wird ausgeführt, daß ein auf unfähig irgend eine geistige Erholung vorzunehmen, anlangen. dem in Aussicht genommenen Terrain errichtetes Alfyl auf lange thvoll ga, feht Ihr- so werden jedenfalls oben genannte Herren Beit hinaus eine Plage für alle Umwohner werden würde. Er tte es angausrufen das hat man an maßgebender Stelle wohl befahrungsgemäß verkehren in dem Asyl Leute, die jede GelegenMertt und zum Wohle der Arbeiter ist auf allen Staatsbahnen heit zu Diebstählen und ähnlichen Vergehen benußen; für die die Einrichtung getroffen, daß Arbeiterbillets zu einem sehr vereinzelten Gehöfte des dortigen Stadttheiles sei ein solches heit zu Diebstählen und ähnlichen Vergehen benußen; für die niedrigen Preis ausgegeben werden; ist das nicht wirkliche Bublifum aber ganz gefährlich, da der erforderliche polizeiliche Fürsorge des Staates für die Arbeiter? Ihr Herren! Wir wollen uns einmal die Sache etwas genauer Nur gemach, Schuß, um solchen Ausschreitungen vorzubeugen, voraussichtlich betrachten. Auf der Potsdamer Bahn foftet ein Arbeiter nicht in dem nöthigen Umfange werde gewährt werden fönnen. Bodenbillet bis Steglit 1 Mart 20 Pf. Das Billet hat Außerdem erschwere die allzuweite Entfernung des Asyls vom Zentrum der Stadt die Benutzung durch wirklich bedürftige Morgens bis 9 Uhr und Nachmittags von 4 Uhr ab, doch und noch nicht ganz heruntergekommene Personen im hohen Hin- und Rückfahrt täglich Gültigkeit. Müffen aus der Fa Wochentagen, nicht am Sonntag und nur zu einer Maße.( Das in Aussicht genommene Terrain liegt unweit geschild Debatte. acht, bei er Anfid otivirung Szeichnen, de dunkel alten. fton in ihr auf 18 Ja nem Bierli ften, lufti lle präd t zöger rief Fra de entg Euch g eben Na n unter , der vid schien, t blidten erhaben pfen ni dann Seit nicht ihrer fallen for ollte. Di ntgegen wurf ma Schat einen T Efie and ugen bl Den rasch auf, wen Die Benfi te ngen Befp tiber ite Läche Tie burd e Erschein Doch ga mehr von die To bis Jeftorben Defen batte hen. So en, abe ines f er nad Sufall, bas n durfte! Meter windet. nur an Weihnacht tam heran und mit Jubel und Entzücken machte Seinen tische Drgan schreibt hierüber: Eine kürzlich von hiesigen Beitungen gebrachte Nachricht über eine Hundeschlächterei in Rigdorf hat polizeiliche Nachforschungen zur Folge gehabt, wodurch die Richtigkeit der Thatsache festgestellt worden ist. Der vorhandene Vorrath von Hundefleisch ist indessen von guter Beschaffenheit befunden worden, so daß gegen den Handel mit solchem Fleisch nichts hat geschehen können(!), da es nicht untersagt werden kann, Hunde- oder Pferdefleisch zu essen.(?) Dafür, daß auch Fleisch von räudigen oder mit anderen Krantheiten behafteten Hunden verkauft worden sei, ist kein Anhalt gefunden, im Uebrigen aber die Schlächterei unter polizeiliche Kontrolle gestellt worden, so daß in Bukunft nur Fleisch von gesunden Hunden verkauft werden kann. Also nur den frommen Wunsch guten Appetit!" hat dieses Blatt der Berliner Junkerpartei für die betrübende Thatsache, daß der ,, Bruder Arbeiter", mit dem ja auch unter Umständen so widerwärtig fokettirt wird, mit efelhaften Nahrungsmitteln vorlieb nehmen muß. Wenn die Wahlen kommen, fann es ihm ja zu dem Hundefleisch Freibier" anbieten, hoffentlich halten das verschiedene gräfliche und her- Bogliche Kaffen noch aus. g. Infolge der jetzigen täglichen Hiße tritt nicht selten der Fall ein, daß Wagenführer auf dem Bod während der Fahrt einschlafen und die Pferde sich so gleichsam ohne Führer befinden. Welchen Gefahren hierdurch Kinder und selbst erwachsene Personen ausgesezt werden, bewies gestern Nachmittag ein Vorgang, der leicht hätte ernste Folgen annehmen können. Der Kutscher eines mit Ziegelsteinen beladenen Wagens, der die Prenzlauerstraße entlang fuhr, war infolge der drückenden Hiße auf seinem Bock eingeschlafen, während die Pferde den Wagen ruhig weiterzogen. Bei der Hirtenstraße bekam der Wagen plößlich durch einen im Wege liegenden Stein einen Rud, die Pferde sprangen zur Seite und waren bereits im Begriff, über die Rinnsteinbohlen auf das Trottoir zu gehen, woselbst mehrere Frauen mit ihren Kindern sich befanden, als ein Soldat noch rechtzeitig den Pferden in die Bügel fiel und das Fuhrwerk auf die Straße lentte. Der Kutscher entschuldigte sich damit, daß er bereits seit der frühesten Morgenstunde auf den Beinen und wider Willen infolge der schwülen Atmosphäre eingeschlafen sei. g. Die Händler und Händlerinnen mit Blumen auf den Straßen verdienen insofern das Mitleid der beffer fituVortheil einbringt. Die Blumen, welche sie allmorgentlich irten Klaffen, als ihr Geschäft gegenwärtig mehr Schaden als frisch von den Gärtnern entnehmen müssen, trodnen trop regelmäßigen Besprengens mit Wasser in wenigen Stunden zusammen und finden dann keine Abnehmer mehr, deren Zahl gegenwärtig überhaupt sehr gering ift. Viele dieser armen Händlerinnen find geradezu der Verzweiflung nahe. g. Ein Haifischessen ist gewiß das Neueste, was Berlin zu gewärtigen hat. Der als ehemaliger Obermundkoch des Fürsten von Hyderabad in Indien" bekannte Mr. Mulert Nana Sahib wird nämlich in allernächster Zeit in der Schloßbrauerei zu Schöneberg ein solches Effen arrangiren. Er hat mit der Brighton- Fisch- Kompanie einen Vertrag abgeschloffen, laut welchem fich die Kompagnie verpflichtet, dem Mr. M. je nach Bedarf lebende Haifische, nicht unter 600 Pfd., bis Antwerpen zu liefern. Ein zum Transport des ersten Haifisches nach Berlin angefertigter Behälter ist bereits über Antwerpen nach Brighton abgegangen. Derselbe ist 24 Fuß lang und 5 Fuß breit und hoch. Um das Warmwerden des Seewaffers zu verhindern, ist der Behälter doppelwandig, damit in dem hohlen Raume Eis gepackt werden fann. Nachdem der hier angelangte Haifisch ausgestellt worden, soll er in der gedachten Brauerei geschlachtet und am Spieße gerostet werden, wie dies bekanntlich im Jahre 1882 mit den Maststieren in der Neuen Welt" der Fall war. Mr. Mulert beabsichtigt, nach Fertigstellung des Haifischbratens Probeportionen zu 40 Bf. an das Publikum zu verabfolgen. " a. Indianergeschichten verfehlen auf ein jugendliches Gemüth doch selten ihre Wirkung. Der stolze Indianerhäuptling, der sich in Wirklichkeit ziemlich häufig als ein Herr repräsentirt, dem Feuerwaffer über Alles geht, der Trapper, denselben jagen läßt, loden immer noch phantaftereiche Knaben der den Büffel und den grauen Bären jagt, resp. fich von über das große Waffer. So erregte gestern Vormittag, gegen 8 Uhr, ein junger Bursche in dem Wartesaale der dritten Klaffe der Hamburger Eisenbahn dadurch die Aufmerksamkeit des Publikums, daß er zwei werthvolle Gewehre, ein doppelläufiges älterer Konstruktion und eine Martini Scheibenbüchse bei fich führte. Da der Bursche kaum dem des Bahnhofs Weißenseee am Nordringe der Verbindungs- Knabenalter entwachſen zu sein schien, so erregte deffen Aufbahn). Die Gerichtsferien haben begonnen. Sie bedeuten indeß durchaus nicht das Schließen der Thüren der Gerichtshallen. eine schleunige Erledigung erheischen, find fte vielmehr ohne treten Verdacht, und er wurde von einem anwesenden Polizeibeamten zur Wache fistirt, da er einen Waffen- Erlaubnißschein nicht bei fich führte. Der Festgenommene gab an, der sechzehnich mich auf die Heimreise, um die Ferien im Elternhause zu verleben. Ich schweige von der Freude des Wiedersehens. Auf diejenigen Rechtssachen, welche ihrer ganzen Natur nach jährige Forstpraktikant Fischer aus Mähren zu sein. Am Bimmer zurückkehrte, nachempfinden, was mich be und Gänge, ich begrüßte die Leute auf dem Hofe und wegte. hehe, tann mit ne pinden, ben lieben Ge- Crledigung bei den hiesigen Landgerichten besondere Ferienfichtern der Eltern und an Ella, die so groß und schlank und so vollkommen ,, erwachsen" war, daß ich armer Backfisch fast in scheuer Bewunderung zu ihr aufblidte. Ich lief durch alle streichelte die Hunde, mich freuend, daß die treuen Geschöpfe schäftskreis erhalten. In allen anderen, nicht zu den Ferienmich wiedererkannten. Ich ging durch die Gewächshäuser und durch den Bart und hinab zum Seeufer, ich gab mich nicht zu frieden, bis ich Alles gesehen hatte. fammern gebildet worden sind, u. A. auch das gesammte Eres tutions- und Konkursverfahren, ferner alle Straffachen, sowie Wechsel- und Arrestsachen gehören, so bleibt, namentlich hier in Berlin, auch während der Ferien ein ganz bedeutender Gefachen gehörenden Rechtsstreitigkeiten werden während der Ferien weder Termine abgehalten, noch Entscheidungen er lassen; im Uebrigen ruht aber auch hier der Prozeßbetrieb feineswegs und es werden sonstige richterliche Verfügungen, 3. B. die Anberaumung von Terminen nach den Ferien und 12. d. M. Abends war er aus seinem elterlichen Haufe, nachdem er aus dem Geldschranke seines Vaters 400 Gulden an fich genommen und sich mit dem doppelläufigen Gewehre ſeines Vaters versehen hatte, entflohen, mit der Absicht, nach Amerila auszuwandern. In Berlin, wohin er gestern gelangt war, faufte er die Martini- Scheibenbüchse für 80 Mark und war heute Vormittag im Begriff, nach Hamburg zu fahren und von da nach Amerika überzuseßen. Von der unterschlagenen Summe find noch 250 Gulden bei ihm vorgefunden worden. Fischer ist nach dem Untersuchungsgefängniß zu Moabit ab geliefert und sein Vater von der Verhaftung des Durchgängers benachrichtigt worden. meiner langen Wanderung zurückkehrend, das Haus betrat, Als ich am Nachmittage dieses ersten Tages daheim, von ftand Papa in der Vorhalle mit einem alten Herrn, der sich die sich hieran anschließenden Ladungen und Zustellungen durch eben verabschiedete. Meine jüngste Tochter!" sagte Papa und winkte mich heran, die ich mit einem scheuen Pensionsknir lichen" Personen, die an dem Beginn der Gerichtsferien ein vorüber wollte. Der alte Herr sprach ein paar freundliche hervorragendes Interesse haben, ist hier in Berlin natürlich gebäudes in der Zimmerstraße und blickte sorglich hinaus in geben hörte ich ihn noch zu Bapa sagen: Sch gratulire, Herr der betreffenden Gerichte zur Zeit 9 Kammergerichtssenats entfuhr ihren Lippen. In der Vorderwohnung des ersten von Finke, Ihre Tochter verspricht ja eine wahre Schönheit zu werden!" Scheine nicht gering, denn hier funktioniren außer den Präsidenten Präsidenten, 50 Kammergerichtsräthe, 23 Landgerichtsdirektoren, 66 Landgerichtsräthe, 19 Landrichter, 77 Amtsgerichtsräthe, 31 Amtsrichter, 56 Handelsrichter, 23 Staatsanwalte, ein ganzes Heer von Affefforen und Referendarien, 239 Rechtsanwalte, 9 Amtsanwalte, ca. 350 Bureaubeamte und Kanglisten und dann die lange Reihe der Gerichtsvollzieher, Dolmetscher, Sachver Gerichte abhängig ist. Daß fie Alle eine Zeit der Sammlung und Erfrischung nöthig haben, lehrt ein Blick auf das Ar beitspensum, welches in Berlin die Gerichte Jahr aus, Jahr ein zu bewältigen haben. Beim Amtsgericht schweben jest mich vor dem Spiegel einer Musterung unterzog. Schwarzes ständigen und Taratoren, deren Thätigkeit von derjenigen der ein 50 000 kontradiktorische, ferner ca. 60 000 Vormundschaftsfachen, 20 000 Grundbuchfachen, 16 000 Afte der freiwilligen Gerichtsbarkeit, dazu treten 56 000 Hauptverhandlungen in Straffachen und 10 000 einzelne richterliche Handlungen, während die Landgerichte jährlich etwa 8300 Sachen des bürgerSchönheit! Der Gedanke war war mir so überraschend, daß ich in meinem Zimmer angelangt, laut lachte. Wenn das Mathilde gehört hätte, Aber trotz alledem war doch das Nächste, was ich that, daß ich es war zu fomisch! welliges Haar, ein blaffes längliches Geficht, start gebogene Augenbrauen, große dunkle Augen, eine schmale Nase, ein Heiner Mund und ein paar Grübchen in den Baden; dazu Füße. Ich fand mich durchaus nicht schön, seufzte zum Schluß jährlich 100 000 mündliche Verhandlungen, darunter etwa magerer, eciger Körper und lange, schmale Hände und meiner Betrachtung tief auf, dachte dann bei mir selbst: Welch' ein schnurriger Rauz! womit ich der alten Herrn meinte und fprang fröhlich tanzend davon. Meine Heiterkeit verließ mich auch an den folgenden Tagen nicht, und ebenso erging es Ella, die, wie mir schien, an jedem Morgen vergnügter und fie immer mit großen Augen ansehen mußte, und An diesem Tage war sie von so ausgelaffener Laune, daß ich Abend schmückte sie sich, als ob sie gar nicht schön genug Du schmückst Dich ja wie- wie eine Braut", sagte ich ganz erstaunt zu ihr. Sie wurde plöglich dunkelroth, dann 30g fie mich zu sich beran, umarmte und füßte mich leidenschaftlich und lehrte wieder zu ihrer Toilette zurüd. Ich fehe fie noch vor mir, wie ich sie an jenem Abend sah, in dem weißen duftigen Stoff mit den dunkelglühenden Rosen im Haar und auf dem Kleide. Arme Ella! wie bald weltten die Rosen, wie bald vers ( Fortsetzung folgt.) hübscher aussah, je näher der heilige Abend heranrückte. lichen Streites, ca. 8000 Handelssachen, eine Fülle von Be werden tönne. blühte dein Glück! schwerden in Zivilsachen und endlich ca. 5300 Hauptverhandlungen in Straffachen erledigen müffen. N. Zur Freude der Berliner Straßenjugend lassen sich seit einigen Tagen in den Straßen Berlins Anhänger des Ertrems der sogenannten Profeffor Jägerschen Normal- Befleidung sehen. Das Kostüm besteht in einem graugelben Trikot beim Kleid, ähnlich wie es Gymnastiker tragen, welches sein Ende in Tuchschuhen findet. Ein gleichfarbiger Rock von Trikotstoff mit sehr faltigem Schoß und grünem Kragen und ein grüner Gürtel vervollständigen den Anzug. Daß derselbe nicht leicht Mode werden wird, dafür dürften die Berliner Straßenjungen sorgen, welche die Träger dieses Kostüms laut jubelnd umschwärmen und mit Wigen verfolgen. Guten Appetit! wünscht das D. T. den Betheiligten zum Genuffe von Hundefleisch. Das konservativ- antisemiDer gestörte Nachtposten. Nacht war's, grause finstere Nacht, nur hin und wieder leuchteten fahle Blige und krachend rollte der Donner. In der Nacht zum Montag war es. Eine Frau stand am Fenster in der zweiten Etage des SeitenDas Ungewitter. Plößlich schrat fte zusammen und ein Schrei Stockes batte sie das Aufleuchten eines Lichtes entdeckt und dieses Licht war, wie das B. T." erzählt, auch weiter sichtbar. Diese Wohnung gehörte aber der verwittweten Eigenthümerin des Hauses, und diese war, wie Jedermann im Hause bekannt, mit ihren Kindern vor einigen Tagen nach der Sommers wohnung gezogen und die Wohnung verlaffen. Wer fonnte also dort mit Licht hantiren? Natürlich nur Einbrecher! Das stand bei der Frau und deren Ehemann unfehlbar fest und Angst ergriff ste ob der Nähe der entseglichen Verbrecher. Unter ihnen aber wohnt im Parterre der Haushälter einer Weinhandlung und Vizewirth des Hauses. Diesen alarmirten fie dadurch, daß fie eine Petroleumlampe in den Hof hinabwarfen. Entsept fuhr der Vizewirth aus seiner Klause und hörte die grause Mär von der Anwesenheit der Einbrecher im ersten Stock. Leise wird das ganze Haus alarmirt, von der nächsten Wache werden zwei Schußleute geholt nnd dann rückt Die tapfere Schaar nach dem ersten Stod hinauf. Der Vizewirth, eine Hünengestalt, hat sich mit einem furchtbaren Knüppel bewaffnet und deckt den Rückzug..... Alles still da oben, wo die Einbrecher ihr scheußlich Wert verüben..... die Thür vorschriftsmäßig verschlossen. Man flopft. Man flingelt! Eine barsche Stimme frägt, wer da sei? Im Namen des Gesezes!" heischt man Deffnung von dem Manne mit der barschen Stimme. Die Riegel flirren.... Kampfgerüstet steht Die Schaar im Korridor... Die Thür fliegt auf und in ihr erscheint der Schwager der verreisten Hauswirthin, den diese gebeten, in ihrer Abwesenheit in der Wohnung zu schlafen, Damit diese sicher sei. Eine halbe Stunde später lag das Haus in der Zimmerstraße wieder in tiefem Frieden, nur aus einzel nen Betten hörte man unterdrücktes Lachen über den ,, Schwager als Einbrecher", Lustspiel nach dem Leben in einem Aft. Gerichts- Zeitung. Euch Kollegen daher alle auf, in beregter Fabrik nicht um Arbeit anzufragen, und ersuchen Euch zugleich, alle Arbeiterinnen gleicherweise zu ähnlichem Verhalten aufzufordern. Alle Ausfünfte durch den Vorfizenden. Berlin, den 13. Juli 1884. Die Lohntommiffion. Im Auftrage: Der Vorfigende: Friedrich Michelfen, Dresdenerstr. 26, IV, bei Brandt. Ein betrübender Unglücksfall, durch welchen ein sechsjähriger Knabe das Leben einbüßte, lag einer Anflage wegen fahrlässiger Tödtung zu Grunde, die fich gegen den Kutscher Karl Gustav Engelmann richtete, und gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I zur Verhandlung gelangte. Am Nachmittage des 30. März d. J. paffirte der Angeklagte mit einem schwer beladenen Möbelwagen, von der Jannowigbrüde fommend, die Brückenstraße. Der sechsjährige Sohn des Schuhmachers Bra un spielte auf dem Trottoir vor seiner elterlichen Wohnung mit Murmeln, von denen eine dabei über den Straßendamm rollte. Der Knabe lief seinem Spielzeug nach, ohne dabei auf seine Umgebung Dbacht zu geben, eben war er mit genauer Noth der Gefahr entronnen, unter einen vorüberfahrenden Pferdebahnwagen zu gerathen, als er sich auch unmittelbar vor den Pferden des Angeklagten befand. Das Sattelpferd stieß ihn zu Boden, trat aber instinktmäßig über ihn hinweg, im nächsten Augenblicke ging aber auch das rechte Rad des schweren Wagens über den Körperchenarbeit auf die Deckel- und Fertigmacherei abzustellen, stieß des unglücklichen Knaben und zermalmte ihm den Oberschenkel. Der Verlegte wurde nach der Charité geschafft, gab aber noch an demselben Lage seinen Geist auf. Die Anklage behauptet nun, daß der Führer des Wagens das Unglüd hätte verhüten fönnen, wenn er unausgefeßt seinen Pferden sowie der nächsten Umgebung seine ungetheilteste Aufmerksamkeit zugewendet hätte. Konnte dem Angeklagten nun durch die Beweisaufnahme ein direktes Verschulden des Unglücksfalles auch nicht nachgewiesen werden, so erachtete der Gerichtshof doch dadurch eine Fahrlässigkeit für vorliegend, daß der Angeklagte im Mo mente des Unglücs mit einem neben ihm fizenden Kollegen fich unterhalten hatte und verurtheilte ihn deshalb zu drei Monaten Gefängniß. Vermischtes. Einem Elephanten das Lesen beizubringen ist falls eine schwierige Aufgabe. Dieselbe ist troßdem in scher Weise gelöst worden. Rajah heißt das fünfzehn alte wissensdurftige Thier, dem man ein zwei Fuß lange acht Boll breites schwarzes Brett vor die Nase, richtige den Rüffel, hielt, auf welches die Buchstaben niedergesc werden sollten. Man hatte sich vorher des Umstand innert, daß die Elephanten die Befehle ihrer Wärter Sinne nach richtig behalten und demgemäß auch das Be ausführen. Der Elephantenstudent genoß dadurch den sich nicht erst mit dem ABC quälen zu brauchen, fo durfte gleich ganze Worte lesen lernen, und zwar solche, die ihm geläufigen Befehle bedeuteten. Man schrieb mit bis fieben Zoll großen lateinischen Buchstaben auf die Marsch". Dann fuhr man mehrfach mit dem Finge Zügen der Schrift nach, dabei stets das Wort ,, Marsch" holend; nach einigen Versuchen hatte Rajah begriffen. Worte folgten, fura, Rajah erhielt mit der Zeit fein Kommando mehr, sondern nur noch ein geschriebenes, es wurde stets ohne Bögern befolgt. Rajah wendete Blick von der Hand, welche das Wort niederschrieb; der lezte Buchstabe zu Ende geführt war, wurde sein ausgeführt. h. Zur Lohnbewegung der Albumarbeiter fand am Montag Abend eine sehr gut besuchte öffentliche Versammlung des Unterstüßungsvereins der Buchbinder und Berufsgenossen im Louisenstädtischen Konzerthaus ( Alte Jakobstr.) statt, in welcher Herr Michelsen als Vorsitzender der Lohnkommission über den Stand der Bewegung in der Albumbranche Bericht erstattete und die Versammlung darüber diskutirte. Als wesentlich heben wir daraus Folgendes hervor. Nachdem es der Lohnkommission bisher in mehreren hiesigen Geschäften der Branche so u. a. auch bei der ca. 40-50 Arbeitskräfte beschäftigenden Firma Kreffe( Waldemarstraße) gelungen, auf dem Wege gütlichen Ausgleichs die parafitische Kolonnenarbeit und die ungebührliche Ausdehnung der Mäddieselbe unerwartete Weise bei der Firma A. Löwenberg ( Ritterstraße) auf Widerstand, da der Fabrikant, wegen der ihm daraus erwachsenden Mehrkosten die besagten Mißstände ihm daraus erwachsenden Mehrkosten die besagten Mißstände nicht beseitigen will. Die Kommission fab fich daher gezwungen, die Verhängung des Strites zu erklären, der am 14. b. M. in dieser Fabrit ausgebrochen ist. Die Gehilfenfchaft ist deshalb aufgefordert worden, daselbst nicht um Arbeit anzufragen und alle Arbeiterinnen zu ähnlichem Verhalten zu veranlassen, mit dem Bemerken, daß alle durch das Vorgehen der Lohnkommission arbeitslos arbeitslos werdenden oder die Arbeit niederlegenden weiblichen Arbeitsvon der Gehilfenschaft fräfte ausreichend unterſtüßt werden, bis dieselben wieder Beschäftigung gefunden und daß fich die betreffende Agitation gegen die Mädchenarbeit speziell nur auf die Deckel- und Fertigmacherei der besagten Branche er streckt. Aus allen Darlegungen in der Versammlung ging hervor, daß die Bewegung in dieser Branche, welche voraus fichtlich noch einige Wochen in Anspruch nehmen dürfte, von einem über Erwarten günstigen Erfolge begleitet war und kaum noch ernste Kämpfe erheischen dürfte. Am Donnerstag Abend findet wieder eine öffentliche Versammlung in demselben Lokal statt, da mit der Regelung der Arbeitsverhältnisse in einigen andern Fabriken ohne Aufichub vorgegangen werden muß. Als Att inhumaner Behandlung eines Arbeiters wurde mit Recht die durch Berlesung eines Briefes mitgetheilte Thatsache gerügt, daß in einer bekannten hiesigen großen Albumrabrit ein dort bereits seit 4 Jahren thätiger Arbeiter entlassen wurde, weil er frant geworden war und 4 Wochen in einem hiesigen Spital hatte zubringen müssen. Ein Nachspiel zum Prozeß Stetter. Dieser sensationelle Prozeß mit dem standalösen Hintergrunde, welcher im November v. J. zur Verhandlung gelangte und bekanntlich mit der Ver urtheilung des ehemaligen Rettors Heller aus Charlottenburg zu einer Buchthausstrafe von sechs Jahren endete die gleich falls wegen wiederholten Meineides und Verbrechens gegen das Leben mitangeklagte Hebamme Mecke erhielt 8 Jahre Buchthaus erhielt noch ein Nachspiel durch die Verhandlung, welche vor einigen Tagen gegen die unverehelichte Henriette Neumann vor dem Schwurgericht des Landgerichts I. stattfand. Auch hier war wiffentlicher Meineid das abzuurtheilende Delift. Die Angeklagte hatte die vielerwähnte unglückliche Dienstmago des Rektors Stetter, die Marie Behmisch, welche derzeit zu 18 Monaten Gefängniß verurtheilt, aber nach wenigen Monaten vom Kaiſer begnadigt wurde, auf den Wunsch Stetter's bei fich aufgenommen, um wiederum ein solches Verbrechen in Szene zu setzen, wie es wiederholt durch die Hebamme Mede ausgeführt worden. Im Prozesse Stetter hatte die Neumann als Belastungszeugin zu fungiren und sollte namentlich befunden, daß Stetter die Behmisch in der Wohnung der Beugin besucht hatte. Diesen Umstand stellte die Neumann entgegen den pofitiven Aussagen einer Anzahl anderer Beugen, sowie der gegenseitigen Behauptung der Behmisch selbst eidlich in Abrede und daraus resultirte gegen sie die Anklage wegen wiffentlichen Meineides. Da in der Verhandlung der Angeflagten, welche fich auf's Leugnen legte, die Schuld zur Evi denz nachgewiesen wurde, so verurtheilte fie der Gerichtshof nachdem die Geschworenen ihr Verdift auf Schuldig abgegeben, zu einer 3uchthausstrafe von 2%, Jahren, wovon vier Monate durch die Untersuchungshaft abgerechnet wurden. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Zum Bericht über die Zünftler- Bewegung in der ( geftrigen) Nr. 86 berichtigen wir einen in Beile 17 von oben übersehenen Druckfehler( Auslaffung eines Wortes) dahin, daß es heißen muß: die da ihr Prophet verkündete, der voll Siegeszuversicht den Strom seiner Beredsamkeit ergoß über die Organisation" u. f. w. " Die Schiffbauer in Yarrow( England) strikten am 10. d. gegen eine weitere Herabseßung ihrer Löhne. In den Schiffsbauhöfen in Sunderland haben die Keffelfabrikarbeiter aus ähnlicher Ursache einen Strife begonnen und die Arbeiter am Tyne drohen ebenfalls mit einer Arbeitseinstellung, wenn die angekündigte Lohnherabsetzung ausgeführt wird. Der Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Drechsler und Berufsgenossen hielt am Montag Abend bei Teichert, Neue Grünftr. 32 seine regelmäßige Sigung ab. Auf den Hund zu kommen wird bald seine om Bedeutung verloren haben, wenn die Fineffen der Kultu noch verfeinern werden. Die Modestadt Paris ist diesmal der Weltstadt New- York überflügelt worden, denn lettere befigt bereits eine Modiftin für Hunde. Die fashio Hunde- Schneiderin hat in einer der eleganten Straßen oberen Stadt ein höchst elegantes Etablissement, für da Tausende von Dollars Miethe bezahlen muß. Vor fahren die Hundebefigerinnen, meist alte Schachteln, aber fehr reich, vor; ein Latai in goldftrogender Livrée öffne Thür und ein Empfangsalon ladet die Hunde und ihre figerinnen zum behaglichen Ausruhen ein, bis die Reihe a eriteren tommt. Dann wird diesen das Maß zu ihrem Röd Jäckchen, Deckchen, Häubchen und Paletötchen genommen die aus tostbaren Stoffen hergestellte Toilette wird den J zeiten entsprechend geändert. Die Preise für diese H anzüge variiren zwischen 5 und 50 Dollars. Es wird nicht allzulange diuern und wir werden bald, bei fontagiösen Charakter jeder Narrethei, ein Modejournal Hunde haben. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete die Frage der Gründung einer Reise- Unterstügungstaffe für wandernde Kollegen und sprach sich die Versammlung nach eingehenden Debatten für Gründung einer solchen Kaffe aus, dem Vorstande überlassend, das Weitere zu veranlaffen. Hieran schloß sich als weiterer wichtiger Punkt: Neuregelung des Arbeitsnachweises. Es wurde beschlossen, das Arbeits- Nachweise Bureau nach dem Restaurant Fischerstr. 24 zu verlegen und dem dortigen Wirthe die Geschäftsführung auf 3 Monate provisorisch zu übertragen. provisorisch zu übertragen. Am 20. Juli veranstaltet der Berein eine Herrenparthie nach dem Grunewald, Schlachtensee, Fischerhütte c. Sammelpunkt: 6 Uhr Morgens, Potsdamer Bahnhof. Am 28. Juli findet in Keller's Hofjäger das diesjährige große Sommerfest der Drechsler statt. h. Zur Lohnbewegung der Bauanschläger ist bei der Strifetommiffion bis Dienstag Mittag die Meldung eingegangen, daß bis jetzt bei ca. 12 Meistern, welche den festgesezten Lohntarif nicht bewilligen wollten, die Arbeit sofort eingestellt wurde. Bur richtigen Beurtheilung dieser Sachlage sei, wie uns erläuternd hinzugefügt wurde, festzuhalten, daß die beschloffene eventuelle Arbeitsniederlegung gemäß einem schon vor längerer Zeit gefaßten Generalversammlungs- Beschluffe nur auf neu zu beginnende Akkordarbeit Bezug haben follte, während noch nicht vollendete Affordarbeiten erst zu beendigen find, bevor die Niederlegung der Arbeit zu er folgen hat. Uebrigens soll auch anzunehmen sein, daß einem großen Theile der Bauanschläger am Montag( 14. d. M.) früh, der am 13. d. Mt. gefaßte Beschluß der jüngsten GeneralVersammlung noch nicht bekannt geworden war und somit voraussichtlich in den meisten Fällen die Entscheidung noch aussteht. Am Donnerstag Abend findet die erste Kontrol Versammlung zur Fefiftellung der bis dahin erzielten Resultate in Orschels Salon in der Sebastianstraße statt. Die gestellten, beziehungsweise zu stellen Den Forderungen an die Meister betreffen bekanntlich 1) die zehnstündige Arbeitszeit und Abschaffung der Sonntagsarbeit, 2) den aufgestellten Preis- Kourant( Lohntarif) der vereinigten Bauanschläger Berlins c. und 3) die bekannten in 10 Punkten Bunften stipulirten Vereinbarungen, betreffend verschiedene Arbeitsbedingungen. Lettere müssen unbedingt aufrecht erhalten werden. Arbeitseinstellung. Die in Berlin für die Engros Konfektionsgeschäfte in Stettin arbeitenden Schneider haben Die Arbeit eingestellt, weil es für die von den betreffenden Geschäften gezahlten Preise unmöglich ist, ein menschenwürdiges Dasein zu führen und die Mehrzahl der Arbeitgeber den von den Schneidern ausgearbeiteten Lohntarif nicht anerkennt. Anfragen auf den Strike bezüglich find zu richten an E. Bauermeister, Rosengarten 6, 1. 11 Nr. Aus 983 über de fach e Glashü türlich i überschr Deffen lichen( jammen tlaffen, Rothsch oder Le Geschlec obgleich billig a Gefchlet Räume Schweri legterem benachb fagt fei Benuti Illustra freie Kc dehnun frauen Sc Die unt ein fitt awingt vernicht Beamte freier S Schreibt: fta Ein Unteroffizier vom Wachtposten erschoffen. Posen, 13. Juli, berichtet die" Post": In der Nacht 12. b. M. zu heute unternahmen es zwei Unteroffiziere hiefigen Garnison, den Wachtposten am Eichwaldthor, fie beim Bassiren des legteren nach ihren Urlaubstarten fragte, thätlich anzugreifen. Dennoch gelang es dem B fein Seitengewehr aufzupflanzen, in Folge dessen beide offiziere fich durch schleunige Flucht der Verhaftung zu ziehen suchten. Der Boften rief ihnen dreimal nach, zu lub aber gleichzeitig sein Gewehr und schoß, als sein erfolglos blieb, nach den Flüchtlingen. Leider ging die trop der Dunkelheit durch den Kopf des einen Unterof und hatte den sofortigen Tod deffelben zur Folge. Die g liche Untersuchung ist eingeleitet und dabei auch der an Unteroffizier ermittelt worden. Der Wachtposten wird al durchaus rubiger, besonnener und ordentlicher Mann, d britten Dienstjahr steht, geschildert. Das Gesez vom 20. 1837 über den Waffengebrauch des Militärs bestimmt im daß bei Fluchtversuchen das Militär berechtigt ist, von Waffe Gebrauch zu machen." Eine Radikaltur gegen Wanzen, die auch richtig Tod sämmtlicher in den Betten befindlichen Wanzen zur hatte, gebrauchte der in der Marktstraße 25 zu Hannover nende Gastwirth G. Derselbe hatte, um sich von den unle lichen Störern der Nachtruhe zu befreien, ein eisernes Ge mit brennendem Schwefel zwischen die beiden in der S Tammer stehenden Betten gestellt und sich, um dem athem benden Geruch zu entgehen, aus dem Hause entfernt. feiner Rüdfunft fand er auch nicht eine einzige Wanze vor, doch auch teine Betten, da dieselben beide, im We von ca. 200 M., total verbrannt waren. Das Feuer hatte fich jedoch nur auf diese beiden Ruhestätten beschränkt war dann erloschen. hr. Eine Versammlung der Berliner Filiale der in Altona Domizilirten Central Kranten und Sterbetasse der Maurer und Steinhauer Deutschlands, etwa 150 Theilnehmer zählend, fand am Montag, Lothringerstr. 37 unter dem Vorfiße des Herrn Dietrich zu dem Zwecke statt, diejenigen Anträge auf Statutenänderungen, für welche die Delegirten der Berliner Filiale in der am 8. September in Altona abzuhaltenden Generalversammlung eintreten sollen, endgiltig festzustellen. Die mit der Vorberathung treten sollen, endgiltig festzustellen. Die mit der Vorberathung beauftragte Kommission legte der Versammlung etwa 20 Anträge zur Beschlußfaffung vor. träge zur Beschlußfaffung vor. Die wichtigeren der angenom menen Anträge find: den Centralort, der bis jest immer Altona gewesen, in jeder ordentlichen Generalversammlung auf zwei Jahre zu wählen; das Lebensalter, bis zu welchem der Eintritt in die Kaffe gestattet sein soll, von 45 auf 50 Jahre zu erhöhen; die Bestimmung des Statuts, welcher zufolge der Uebertritt in eine höhere Rlaffe des Krankengeldes nach vollendetem 45. Lebensjahr unstatthaft ist, zu streichen; die Maximalzeit, für welche ununterbrochen Krankengeld gezahlt wird, anstatt auf 40 auf 50 Wochen festzuseßen. Der Antrag der Kommission, daß die Wiederwahl der Vorstandsmit glieder nicht mehr fofort, sondern erst nach Verlauf von zwei Jahren zugelaffen werden soll, rief eine sehr entschiedene Oppofition hervor und wurde schließlich von der Versammlung mit großer Majorität abgelehnt. Der Unterstügungsverein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen zu Berlin veröffentlicht folgenden Aufruf: An die Buchbinder und Album- Arbeiter Berlins! Kollegen! In Folge einer Intervention der Lohnkommission obigen Vereines in der Albumfabrik von A. Löwenberg, Ritterstraße 25, fab fich, durch eine nicht zu verantwortende Stellungnahme des Fabrikanten ver anlaßt, die unterzeichnete Lohnkommission gezwungen, die Vers ängung des Strites zu erklären. Wir fordern 6 Theater. Mittwoch, den 16. Juli. Die Königl. Theater find der Ferien wegen geschloffen. Deutsches Theater: Geschlossen. Renes Friedrich Wilhelmft. Theater: Boccaccio. Ballner Theater: Hotel Blancmignon. 4 Oftend- Theater: Das Stiefkind des Proletariers. lle Alliance- Theater: Die Goldprobe. Salla Operetten Theater: Nanon. S Der Duellunfug. Wieder eine recht niedliche und 11 " bu der Ent ja viell und ihr des Ge und Re eine 2 effen Kinder diefelber athmen figender bäufig während gratstri Schade diefelber vielfach Hilfsar ihre El fchäftig meisten lichen fönigl. bauliche Duellgeschichte, berichtet man dem Bad. Bea tommt jegt ans Tageslicht durch zwei Korrespondenten de Brag erscheinenden Studentenzeitung Deutsche Hochf Hiernach ist es Thatsache, daß allein am Tage des Stiftun festes unserer Universität zwischen den beiden Verbindung Vosegina" und„ Turnverein" 29 Duellforderungen gegen gestellt wurden. Es müffen demnach zwischen diesen nungsvollen Musensöhnen 29 verschiedene Hauereien au fochten werden, um die nach ,, akademischen" Begriffen löcherte Ehre wieder zusammenzufliden. Dazu kommt, zwischen denselben Voseginen und Mitgliedern der Bur fchaft Allemania" auch noch schwere Säbelmenfuren Pistolenduelle hängen", während diese beiden Korps fich g seitig in Verruf erklärt zu haben scheinen. Wenn Knaben", denn anders kann man solche unerfahrenen ju Leute kaum nennen, doch nur bedenken möchten, welch' schw Geld fie ihren Eltern gekostet haben, und wie daffelbe Der Fachverein der Tischler hält am Mittwoch, den 16. d. Mts., Abends 8%, Uhr, in Kellers Restaurant, Grüner Weg 29, eine Versammlung ab. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Leffer, cand. chem.: Aus der Chemie. Verschiedenes Fragetasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Lafertabtisches Theater: 74. Overn- Borstellung: Lucia von Rammermoor", Oper in drei Atten von Donizetti. Arbeitsmarkt. Sund and ppl singi 13inen Schneidergesellen auf Woche verl. Großbeerenstr. 16. Berungen zum Beitungstragen verlangt die Beitungsspedition Bernauerstraße 31.[ 415 poer Die General- Versammlung des Louisenstädt. Bez.- Ver. Vorwärts findet heute, Mittwoch, den 16. Juli, Abends präzife 8%, Uhr, Wafferthorstr. 68,( Konradt's Salon) statt. Tas ges Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht des Vorstandes, Kaffenbericht. 3. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Friz Gördi. 4. Diskussion. 5. Wahl eines ersten Vor fißenden, ersten Schriftführers und eines Revisoren. 6. Ber schiedenes und Fragelasten. Die wichtige und reichhaltige Tagesordnung erfordert ein recht zahlreiches und pünktliches Ers fcheinen. Eine Bersammlung des Fachvereins der Tischler findet Mittwoch, den 16. d. in Keller's Restaurant, Grüner Weg 29, Abends 8%, Uhr statt. T.- D.: Vortrag des Herrn Dr. Leffer: Aus der Chemie. Verschiedenes. Fragelasten. Gäste will kommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Große öffentliche Versammlung 417] der Albumarbeiter am Donnerstag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Tagesordnung: Die Stritebewegung der Albumarbeiter und die Stellung der Fabritanten zu derselben. Mehrere hervorragende Albumfabrikanten haben ihr Erscheinen bestimmt zugesagt. Das Erscheinen jedes Albumarbeiters ist Bedingung. Die Lohntommiffion. ba kann, dann würden fie fich wohl hüten, in dieser leichtfert nur unter den allergrößten Entbehrungen aufgebracht wer Weise ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel zu sehen Neueste Nachrichten. Paris, 15. Juli. Seit gestern Abend find in Mari Marseille, 14. Juli. Seit heute früh sind hier 29 35 und in Toulon 13 Choleratodesfälle vorgekommen. sonen an der Cholera gestorben. Briefkaften der Redaktion. Nicolai, Bergstraße. Ihre Mittheilungen werden i einmal bei paffender Gelegenheit benugt werden. Zwei Wettende 100. 1866 Major, jest General Kavallerie. General- Versammlung der Böttchergeselle Berlins. Mittwoch, den 16. Juli. Abends 8 Uhr, in Seife Salon, Lichtenbergerstraße 21. Tagesordnung: 1) Vierteljährliche Abrechnung; 2) Besprechung wegen [ 4 arbeitung der Statuten zur zukünftigen Örtstaf 3) Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorftand Bezirksverein des werkth. Volke Die Nr. 6 der humoristischen Blätter„ Der wahre Jacob" im 29. 30. u. 31. Kommunalwahlbe ift erschienen und in der Expedition des Berliner Volksblatt" zu haben. Mittwoch, 16. Juli, Abends 9 Uhr, bei Saren Grenadierstraße 39. Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Laske. 2) Verschiedenes. Abg. v. Kammg., Tibet, Tricot, Tuch u. Wolle kauft und holt ab. Quedeno, Wienerstr. Nr. 40. [ 291 Verantwortlicher Redacteur N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beila burch f 80 Er und be Miethe Gott m Dor me R B Salon ། A unwoh rer ger liche In B das fl gen J Thron milde hatte e einen 11 D aller falten S F = Q golden fich an erfte 2 wurde ihm fr Bilder um fic er ihre er Go 11 ein Spo Rörper lich u 11 A G es ihn regun er ein ift in ehn ange htige gefd tande ärter Bef en V che Die for mit inge ein enes, ete 2; ein e of ultu Smal tere Thi aßen da or ber öffne ibre he a Röd men ird bei rnal ent. acht ziere 10 arten Bo De zu uft n wie St croff e ge الله د da 20. im DON htig! ur Det unle Ge them nt. Bem We batte und Bea ber bichu tiftung dung genfe en b au 7 bu nt, Burfa ent 58 n fun Ichwe ba wer tfertig Ben Parfe 29% al ellen ife' staff and fee be aren eila Nr. 87. Beilage zum Berliner Volksblatt. Mittwoch, den 16. Juli 1884. Aus den Berichten der deutschen Fabrik-| Arbeitern gegenüber gewöhnlich beruft, Nachtheile bereitet. Sie Inspektoren für das Jahr 1832. Von Freiwald Thüringer. ( Neue Zeit.) II. Was für Familienmütter sollen aus den Frauen werden, über deren entfittlichende Beschäftigung die Berichte hundert fach erzählen? In Oberbayern müssen Mädchen in Glashütten und Biegeleien bei 50 bis 60 Grad Reaumur na türlich so entblößt arbeiten, daß die schickliche Grenze leicht überschritten wird", und zwar mit Männern zusammen! In Seffen wird bittere Klage geführt über die sichtbaren schäd= lichen Einflüffe des Zusammenarbeitens und täglichen Bu fammenverkehrens der verschiedenen Geschlechter und Alterstlaffen, namentlich in Tabats- und Bigarrenfabriken." Derselbe Rothschrei ertönt aus Chemnig, wo aber natürlich die Befizer oder Leiter dieser Fabriten den auf Trennung der Arbeiter nach Geschlecht hinzielenden Vorstellungen wenig zugänglich" waren, obgleich dieselbe nach Ueberzeugung des Inspektors leicht und billig auszuführen wäre. Durch das gemeinsame Arbeiten beider Geschlechter auf heißen Buderböden in Posen, in glühenden Räumen der Glashütten und Dampfziegeleien in MecklenburgSchwerin entstehen schwere Schäden für die Sittlichkeit." In legterem Bezirk suchte der Fabrikbefizer sein Verfahren mit der Entschuldigung zu rechtfertigen, daß baffelbe in Fabriken benachbarter Provinzen von dem Aufsichtsbeamten nicht unterfagt sei, und daß daher die Konkurrenz ihn zu einer gleichen Benugung billiger Arbeitskraft nöthige."(!) Eine bezeichnende Illustration für das Verständniß unserer Fabrikanten für die freie Konkurrenz, vor allem aber für die erschreckende Ausbehnung eines fittlichen Uebels, das die künftigen Arbeiter frauen schon als Mädchen demoralisirt, geistig und körperlich! die Arbeitern gegenüber gewöhnlich beruft, Nachtheile bereitet. Sie| fuchen deshalb auch die Anwesenheit ihrer jugendlichen Hilfs arbeiter, sowie das Alter derselben zu verheimlichen und ihre vielleicht dazu geneigten Arbeitgeber in dem Versuche der Gesegesumgehung zu unterstüßen. 1. Jahrgang. der genügend oder ungenügend bemessenen Pause der Aufent halt zwischen den laufenden Maschinen gestattet und ihre Konfrole so nachlässig gehandhabt, daß fie thatsächlich unterdessen voll beschäftigt waren." So wüthet das Regime der freien Erwerbsthätigkeit" gegen die Gesundheit des jüngsten Arbeiterstammes, der später die ,, Stüße des Nationalwohlstandes" werden soll! Aber mehr noch! Der Inspektor für Oberbayern fand Kinder unter 12 Jahren in einer Zündholzhoblerei, in einer Schachtelfabrik, in einer Spulenfabrik und in zwei Bündholzfabriken. In allen Fällen war man um Ausreden nicht vers legen." Man denke fich die unentwickelten Körper der Kleinen den Wirkungen des Phosphors ausgesezt!*) ,, Als ungeeignete Beschäftigung," fährt derselbe Beamte fort ,,, möchte ich nur die des Biegelabtragens in Biegeleien bezeichnen. Diese Arbeit steht offenbar in feinem Verhältniß mit den schwachen Kräften der fast allenthalben hierzu verwendeten kleinen Knaben und strengt dieselben oft derart an, daß sie erhigt und keuchend taum im Stande scheinen, im gleichen Tempo länger fortzuarbeiten. Dr. Eulenberg hält die Gesundheit dieser Knaben für entschieden gefährdet, und es deshalb für unstatthaft, Anaben unter 14 Jahren zu dieser Arbeit zuzulaffen." Nachdem eine Ministerialentschließung die gewerbegeseglichen Bestim mungen über jugendliche Arbeiter auf diese Ziegeleien ausgedehnt hat, will nun der Beamte ,, den Vollzug mit besonderem Intereffe überwachen, nachdem ihm durch die italienischen Akkordarbeiter der Ziegeleien mitgetheilt worden ist, daß die Knaben nicht selten schon nach der ersten Kampagne der Schwindsucht verfallen. Die Zahl der Opfer entzieht sich leider unserer Kenntniß, weil die kränkelnden Knaben( ausschließlich Italiener, aus der Provinz Udine) allmählich und unbemerkt vom Schauplaze ver schwinden, um in ihrer Heimath nach fürzerem oder längerem Siechthum zugrunde zu gehen." Was aber dieses einzelnen ehrlichen Beamten Thätigkeit solchen grauenhaften darüber Buständen gegenüber vermag, geben seine eigenen Worte Aufschluß: Meine bisherigen Er fahrungen über den Vollzug der zu Gunsten der jugendlichen Arbeiter bestehenden Schußgeseze lassen sich kurz dahin zusam menfaffen, daß diese nur in einer verhältnißmäßig kleinen Anzahl von Fabriten, unter welchen allerdings viele der bedeu tendsten find, eine stete freiwillige Beachtung und Befolgung, auch ohne amtliche Kontrole, finden würden, und daß in dieser Hinsicht ein etwa nur alle 2 Jahre stattfindender Besuch mehr als genügend erscheine. Die Zahl dieser Fabriken dürfte 50 faum überschreiten. In den übrigen 400 Fabriken, zu welchen leider noch ziemlich viele größere gezählt werden müssen, besteht entschieden die Nothwendigkeit dem mehr oder minder guten Willen der Arbeitgeber wie der Arbeiter durch entsprechend häufigere Besuche und Inspektionen nachzuhelfen. Es mag ein jährlich einmaliger Besuch in etwa 100 dieser Anlagen ges nügen, ein zweimaliger dürfte nothwendig sein in der doppelten Anzahl, und ein noch häufigerer in den übrigen." Und diese so äußerst nöthigen Besuche müssen jetzt eben wegen der Unmöglichkeit, bei der Größe des Bezirks herumzu tommen, unterbleiben! Da wird es denn möglich, daß im Bezirk Aachen und Trier zwei jugendliche Arbeiter auf dem Ofen erstiden konnten, weil sie vermuthlich halbtodt und abgeradert auf demselben eingeschlafen waren. Die auri sacra Wie fürchterlich muß der Druck des Elends sein, wenn er Eltern zwingt, gegen ihre Kinder so zu handeln! Und wie darf gegenüber solchem sonst kaum zu verstehenden Streben der er wachsenen Arbeiter, die jugendlichen zu verheimlichen, die offiwachsenen Arbeiter, die jugendlichen zu verheimlichen, die offizielle Busammenstellung behaupten, daß die in einem einzigen zielle Zusammenstellung behaupten, daß die in einem einzigen Jahre ungeheuer gewachsene Zahl der jugendlichen Arbeiter, 123 543 i.. 1882 gegen 91 734 i.. 1881, auf einer genaueren Ermittlung der Bahl, und nicht auf einer entsprechenden Bunahme" beruhe? Fehlt es doch z. B. im Neckartreis ,, nicht an Angeboten solcher jugendlicher Arbeitskräfte, ja selbst nicht an dringendsten Gesuchen der Eltern in manchen dicht bevölkerten ärmeren Bezirken um Beschäftigung für ihre Kinder," und werden doch in Bwickau die jeßigen beschränkenden Bestimmungen schränkenden Bestimmungen dadurch umgangen, daß Arbeiten der Fabrit, insoweit möglich, im Hause verrichtet und Kinder, nachdem sie von der Fabrit zurückgekehrt sind, noch bei der Hausindustrie bis spät in die Nacht beschäftigt werden" ein Umstand, der zusammen mit der ,, Ueberbürdung der Kinder bei der Hausindustrie" dort die Klagen der Aerzte und Lehrer hervorgerufen hat und von neuem dringend dafür spricht, daß die Thätigkeit der Aufsichtsbeamten endlich auch auf die Hausdie Thätigkeit der Aufsichtsbeamten endlich auch auf die Haus industrie ausgedehnt werde. Selbst die Kinder wissen übrigens, daß fie, gleichgiltig wie alt und wider das Gesez, ihren Eltern mithelfen müssen im Kampfe gegen den immer drohenden Hunger: der Beamte für Schwarzburg- Rudolstadt hat ,, in einzelnen Fällen eine gewisse Aengstlichkeit bei Beantwortung dahin zielender Fragen bemerkt, da die Kinder nach ge machten Erfahrungen befürchten, wenn sie die Wahrheit sagen, entlassen zu werden!" Ja, sogar zu Fälschungen Ja, fogar zu Fälschungen treibt das Elend den Arbeiter. Vom Inspektor für Magde burg ist bemerkt worden, daß Bücher älterer Geschwister, welche nicht mehr zur Fabrikarbeit gingen oder fich ein neues Buch durch angeblichen Verlust des alten verschafft, durch Radirungen von Namen und Geburtstagen derart ver ändert waren, daß jüngere Geschwister von noch nicht 14 Jahren auf Grund derselben zur Fabrikarbeit zugelassen wurden. Einige Fälle find zur gerichtlichen Bestrafung gelangt." Aber das Gesez selber befördert ja solches Thun: es verbietet, bez. regelt die Kinderarbeit nur in der Fabrik und hat nicht sehen wollen, daß der Moloch Hausindustrie noch viel entseglichere Opfer in den Reihen der Kleinen fordert. Denn wie anders, als wirk liche Opfer der Noth und des Elends kann man die Kinder nennen, die, wie der Beamte für Hessen nur nebenbei bemerkt, in der dortigen Hausindustrie Filetarbeiten schon vom fünften Jahre an, und das Benähen von Spigen mit Schmelzperlen schon, che sie nur die Schule besuchen, mitmachen müssen! Arme fleine Händchen und Augen!! Indeß will auch die Fabrit ihre Opfer, namentlich in den größten und dicht bevölkertsten Industriezentren. Der Düsseldorfer Inspektor, der aufmerkſamſte und gewissenhafteste vielleicht, schreibt: In einer Wollspinnerei wurden die jungen Leute 13%, Stun den, in zwei Ringofenziegeleien 14 Stunden( Kinder 11 bis 12 Stunden), in einer Buntpapierfabrik 12%, Stunden, in Baumwollspinnereien bis zu 12 Stunden, in Webereien, einer Binngießerei, in Schlossereien, mechanischen Werkstätten und Maschinenfabriken bis zu 12 Stunden, in Färbereien, in Tapetenfabriken, in Windereien und Spulereien bis zu 11 Stunden, und in einer Wollspinnerei ein Kind 13% Stunden beschäftigt. Buweilen fehlten die Vor- und Nachmittagspausen gänzlich oder fie waren auf ein geringes Maß( meistens 15 bis 20 Minuten) eingeschränkt, oder es wurde den jugendlichen Arbeitern während Sollte aber in den Kindern, die solche Mütter geboren, die unter folchen Familienverhältnissen aufwachsen, doch noch ein fittlich und körperlich guter Kern geblieben sein: die Noth zwingt die Eltern dazu, beizutragen, daß auch dieser Rest noch vernichtet werde. Ein ergreifendes Bild hierzu liefert der Beamte für die Pfalz, nur daß er nicht einfieht, daß nicht freier Wille, sondern die Noth Eltern so handeln läßt. Er schreibt: Leider aber stehen die Arbeiter selbst zu gleichgitlig, ja vielleicht sogar ablehnend den doch hauptsächlich zu ihrem und ihrer Familie Nuß und Frommen gegebenen Vorschriften des Gesetzes gegenüber. Sie glauben in der Beschränkung und Regelung der Arbeitszeit ihrer Kinder unter 16 Jahren eine Beeinträchtigung ihrer eigenen materiellen Intereffen zu sehen. daß Sie berücksichtigen nicht, Sinder durch frühes Eintreten in Fabriken, 100 dieselben vielfach durch schlechte Dünste, durch beständiges Einathmen von Staub aller Art, durch Arbeiten in meistens figender, vielfach gebückter Stellung und dergleichen mehr, häufig den Keim zu späteren Krankheiten in sich aufnehmen, während ihres Wachsthums törperliche Mißbildungen( Rüd gratstrümmungen 2c.) erhalten oder sonstigen förperlichen Schaden erleiden. Eine spezielle Beeinträchtigung sehen dieselben schon darin, daß ihre eigenen Kinder, die mit ihnen vielfach zusammen verwendet werden und deren fie oft als Hilfsarbeiter fich bedienen, nicht so lange arbeiten dürfen, als ihre Eltern, besonders, wenn die legteren im Alfordlohn be schäftigt find. Dies erregt bei den Betroffenen Unzufriedenheit, meistens nicht gegen den Arbeitgeber, sondern gegen die geset fönigl. Fabriken Inspektor als denjenigen, der durch sein Einschreiten, auf das sich auch der Arbeitgeber den ihnen 80 V . Drei Gesellen. Eine ernste Erzählung von Ernst Basqué. ( Fortseßung.) Er lachte und sagte, es gäbe dort oben nicht viel zu sehen, und bequem fönne man sich auch überall umschauen, denn die 4 Treppe hinab und auf die Gaffe, um in der Nacht und in dem Menschengewühl um ihn her seinem gefolterten, blutenden Herzen Luft zu machen. Endlich wich seine heftige Erregung, eine stille, doch tiefe Wehmuth zurücklaffend. Und doch war der Becher noch nicht geleert, auch die Hefe, den Bodensaz mußte der Arme fosten. Miether seien bei ihren Gäulen oder kutschirten im Augenblid heitern, und einen Augenblick fragte er sich, ob er nicht eines Er fühlte das Bedürfniß, fich zu zerstreuen, sich zu ers der kleineren Theater, früher Lieblingsaufenthalte von ihm behr seid wohl der Nachfolger der Madame Godichon? Godichon? Habe den Namen nie gehört; das muß lange suchen sollte. vor meiner Zeit gewesen sein, als die in meiner Loge saß. Remn schwieg und stieg die steile Treppe hinan. Salon". Bald stand er in der Hauptstube, in dem„ schiefen Welch ein Wiedersehen nach zwanzig Jahren! Aermlich, unheimlich dünkt ihm der Raum, düsterer und unwohnlicher denn früher; Remy meinte, es sei ein ganz ande rer geworden. Doch wie täuschte er sich! Es war dieselbe ärmliche Stube wie früher, nur Remy war ein Anderer geworden. In Balästen hatte er feit jener Zeit gelebt, und damals das fleine Mansardezimmer mit den Augen des zwanzigjähri gen Jünglings angesehen, in dessen Herz die Hoffnung ihren Thron aufgeschlagen, die Alles verschönerte und verklärte, die milde Bauberin, die jedes Ungemach, jede Entbehrung ihn froh hatte ertragen lassen, es verstanden, eine elende Dachlammer in einen Balast zu verwandeln! Und jetzt?! aller Hoffnung, mit gelähmten Seelenschwingen der nackten Die nadte Wirklichkeit starrte ihn an, wie er selbst, bar falten Wirklichkeit verfallen war. Borbei vorbei! Er hatte Mühe sich in den öden Räumen in die schönen goldenen Tage seiner Jugend zurückzufinden. Gewalt that er fich an, um den unheimlichen Eindruck zu überwinden, den der erste Anblick des Ortes auf ihn ausgeübt. Langsam aber ihm früher so hold, ihn längst verlassen hatte, führte mitleidig Er sah die Freunde, den treuen Hold, am letzten Abend um fich versammelt et ihre Reden, ihr luftiges Lachen ihr Singen! Wie war es noch? Was hatte hold ihm gewünscht, wenn Er sei so glücklich immerdar, Dort hatten fie gefeffen. Nun hörte er Gold, ein eigen Haus fich erfungen? Als er in der Mansarde war!" Und jest, nach zwanzig Jahren? Weder Gold, noch ein Haus, nichts nannte er sein eigen als einen todtftlechen Rörper, ein verlorenes Leben. Arm und elend war er unglück lich und lebensfatt. Und damals!! Borbei vorbei! Auf dem Boulevard war er angelangt. Er trat in eines der eleganten Cafés, ließ sich eine Tasse Kaffee und den Entr'att geben. Auf dem weichen sammetnen Divan saß er, umgeben vom größten, raffinirtesten Lurus- doch er erinnerte sich schon längst nicht mehr, daß eine demi- tasse in einem eleganten Etablissement zu seinen Lieblingsgenüssen gehört hatte. Er studirte die Theater- Anzeigen. Nur wenige Namen fand er, die ihm von früher bekannt waren, deren Träger er gerne gesehen hatte. Er forschte nach anderen Berühmtheiten von ehemals. Man fannte sie nicht fie waren verschollen. Da fiel sein Auge auf die Anzeige der Komischen Oper. Man gab Boieldieu's Weiße Dame". Dorthin will ich, mich an der schönen, sinnigen Mufit erfreuen! rief er sich zu und erinnerte sich zugleich, daß er ein Billet für ein Fauteuil dieses Theaters in der Tasche hatte. Er brach auf. In furzer Zeit war er im Vorhause der Komischen Oper angelangt und schritt nun die Stufen hinan, welche nach dem Korridor und dem Eingange zu den Stalles d'Orchestre führten. Die Vorstellung hatte bereits begonnen und stille war es in den Gängen. Nur in der Gegend auf die er zuschritt, hörte er Stimmen. Es war ein Herr, welcher zu einer der Logenschließerinnen sprach. Es schien ein Beamter des Theaters zu sein, denn seine Redeweise war befehlend, streng und hart. Remy war näher gekommen und konnte seine legten Worte hören. Bis morgen, sprach der Mann, muß das Kleidungsstück wieder da sein; aus Mitleid mit Ihnen will ich so lange warten. Die Marke ist vorhanden und fein anderes Garderobe ftüd, eine Verwechslung hat also nicht stattgefunden, und da der Fall fich bereits zum dritten Mal ereignet, so kann ich ihn nur als Diebstahl bezeichnen. Bis morgen ist der Gegen ftand wieder zur Stelle, sonst mache ich meine Anzeige bei der Polizei. Danach richten Sie fich, Madame- Morel. Mit einer leichten Verbeugung ging der Beamte jegt an Remy vorüber, welcher bei dem Namen, den er gehört, wie angewurzelt stehen geblieben war. Es hielt ihn nicht länger an dem Drte, den Athem wollte inhaltsschweren Worte fie durchaus nicht berührt, auf den 11 *) Nach Schluß des Auffages erhalten wir Kenntniß von einer Vorlage der Reichsregierung, die jugendliche Arbeiter von der Zündholzfabrikation fast ausschließt. So lange die Sozialreform" nicht darauf erstreckt wird, das Einkommen der Arbeiter zu heben, bedeutet ein solches Verbot natürlich nur größere Beschäftigungslosigkeit und folglich noch größeres Elend für einen Theil der Arbeiter.(?) Schönheit zeigte, so erkannte er fie doch sofort wieder. Agapita! rief er unwillkürlich. Die Frau stieß einen Schrei der Ueberraschung aus. Einen Augenblick starrte sie dem Fremden in das Geficht, dann rief fie ihrerseits: Remy!" und eilte auf den wie gebannt da stehenden Remy zu, ihn bei der Hand nehmend und mit einer wahren Fluth von Worten überschüttend. Du bist also wieder nach Paris gekommen, Cheri, und ge wiß mit Säden voll Gold! Das ist herrlich! Und nun fannst Du darauf rechnen, daß ich Dich nicht mehr verlassen werde. Du staunst wohl, mich hier als Duvreuse wiederzufin den? Aber was will man machen, wenn man Unglück hat? Auch ist es ja Dein Wert! Du wolltest mich ja an die Ko mische Oper bringen haha! Es waren doch schöne Beiten, und tausendmal habe ich bereut, nicht mit Dir gegangen zu sein nach sein nach wie hieß doch das Neft?- gleichviel! Ich habe zwar noch viele viele schöne Bekanntschaften gemacht, herrlich und in Freuden gelebt, doch es ging vorüber. Ich hatte eben Unglück, nichts als Unglück! Doch Du wirst Alles wieder gut machen, haft hoffentlich viel Geld mitgebracht, und schon morgen will ich Deinetwegen meine miserable Stelle hier aufgeben, wo man mich drückt und verleumdet, wie Du soeben gehört haft. Ach ja, Cheri, nichts als Verleumdungen und Unglüd, unverschuldetes Unglück! Remy hatte fich endlich ermannt. Ein Schauder, Entsegen erfaßte ihn vor dem Weibe, dessen erste Schritte auf der Bahn er getheilt, die es bis hierher geführt, zur Diebin gemacht Ein Goldſtüd nahm er und drückte es ihr in die Hand: dann wendete er seine Schritte, um sich so rasch als möglich wieder zu entfernen. Doch damit war Madame Morel nicht gedient. Das Gold! stück verschwand schnell in der Tasche ihres Kleides, und an seinen Arm flammerte fie fich, ihn zurückzuhalten suchend, und dabei immer unverschämter zu ihm redend: So entwischest Du mir nicht! Mit elenden zwanzig France mich loswerden willst, sonst faffe ich Dich auf der Gaffe, in ist mir nicht gedient! Du mußt mir mehr geben, wenn Du Deinem Hause und schreie es aus, daß Du mich hierhergebracht daß Du allein ja, nur Du! Schuld an meinem Elend bist Remy vermochte sich kaum noch aufrechtzuhalten, und ein Glüd für ihn war es, daß er mit seiner Quälerin im Angesichte der Be amten der Kontrole angekommen war. Hier wurde ihm Erlösung Ein scharfes Wort eines der Herren und Madame Agapita lief von ihrem Opfer ab, noch ingrimmig ihm zuflüsternd, daß fie ihn schon zu finden wissen werde, und Remy eilte aus den Hause, erst draußen versuchend, sich zu fassen, von dem furcht baren, entseglichen Auftritt sich zu erholen. Fort von hier, von Paris! sagte er fich endlich. In de Heimath allein wird mir Ruhe werden, nach der ich mich sc unendlich sehne! Und langsam, mit neuem Weh im Herzen, dessen ihm ar Die Logenschließerin tam nun geschäftig und als ob die diesem Tage so überreich geworden, kehrte der Arme in feir Hotel zurück. es ihm nehmen. Dem Portier, dem seine tiefe fichtliche Er fremden Herrn zu. er ein Geldstück in die Hand, bann eilte er aus der Stube, die regung anfangs Staunen, dann Langeweile verursachte, legte Remy schaute fte an, und obgleich ihr Aeußeres herabge Tommen war, ihr Gesicht nicht eine Spur mehr der früheren fames( der verwünschte Hunger nach Gold) der Unternehmer erlaubt den jugendlichen Arbeitern nicht einmal, die Fortbil dungsschule zu besuchen, wie der Beamte für Poſen berichtet: Junge Leute finden meistens als Abträger in Biegeleien und in den Buckerfabriken als Saftwärter Verwendung; ihre Bahl beträgt 750. Als Lehrlinge arbeiten fie nur in den Eisengießereien und Cigarren Fabriken und bilden in den legteren manchmal die Hälfte des Arbeiterpersonals. Noch zahlreicher find sie in Schlofferund Tischlerwerkstätten des Handswerks beschäftigt, in welchen ein Meister mit 10 und 12 Lehrlingen und nur 1 oder 2 Gefellen arbeitet und dieselben oft bis 9, auch 10 Uhr Abends beschäftigt, so daß zur Ausbildung in der Fortbildungsschule Teine Beit übrig bleibt. In ihrer Gleichgiltigkeit und Abneis gung gegen die Fortbildungsschule verweigerten einige Meister thren lernbegierigen Lehrlingen sogar das nöthige Schreibmaterial, so daß fich die Schule seit dem 1. Oktober gezwungen fteht, sämmtlichen Schülern nunmehr Papier, Hefte, Bleistift, Federn c. gratis zu liefern." Solchen Thatsachen gegenüber klingt es recht erbaulich, wenn man die Arbeiter mit ihren Klagen darüber, daß fie nicht auslämen, auf ihre Roheit und Unbildung ver weist!! Freilich, ein Fabrikbefizer in Sachsen wußte das besser; als er darüber ertappt worden war, daß er 9 Mädchen von 14-16 Jahren 11 Stunden beschäftigt hatte, ,, leugnete er nicht, von den einschlägigen Gefeßesparagraphen Kenntniß zu haben, er halte aber diese Bestimmungen nicht im, sondern gegen das Intereffe der Arbeiter gegeben und werde fie deshalb nicht befolgen." Genau so ist Die Wirkung einer Ueberraschung durch den Inspektor in Baden ,,, meistens nur vorübergehend, und es fiegt alsdann doch die Rücksicht auf den in der Verwendung der jugendlichen Arbeitskraft liegenden petuniären Vortheil." Nein! Hier behält der Beamte für Brandenburg Recht, wenn er berichtet:" Um die fittliche Erziehung( der jugendlichen Arbeiter) kümmern sich die Lehrherrn wenig mehr. Wie be bauerlich gerade letteres sei und daß es nicht minder nachtheilige Folgen auf die gewerbliche Ausbildung der Lehrlinge habe, daüber sprach sich ein Glashüttenbefizer folgendermaßen zu mir aus: ,, Die jetzige immer mehr überhand nehmende Verwilderung der jüngeren Arbeiter ist eine ganz natürliche Folge jenes Mangels an fittlicher Erziehung in den Fabriken. Die Glasnacherei gehört glücklicherweise noch zu den bevorzugten Kunstjewerben, in denen eine gewisse Lehrdisziplin sich aufrecht erhalten läßt(?); aber wo achtet man denn in anderen Gewer ben auf die Lehrdisziplin?" Und wo soll für die Familiendisziplin ein Pläßchen bleiben, wenn alle Angehörigen pon der Noth in die entsittlichende Mitte der Fabrik für 11 bis 14 Stunden des Tages getrieben werden? sezen wir hinzu. Jedem von uns, der noch offene Augen und Ohren für solche Rustände hat, wird überall dasselbe aufstoßen wie dem Beamten ür Braunschweig Lüneburg, wenn man Gelegenheit indet, die Leute nach Feierabend auf dem Heimwege zu beob ichten. Gerade von den jüngeren Arbeiterinnen hört man oft Reden, die zur Annahme ganz besonderer Entfittlichung bes echtigen." Faffen wir alle Einzelheiten, aus deren liebevollem, freilich venig beliebten Studium sich erst ein wahres Bild gewinnen äßt, mit den treffenden Worten des Inspektors für Baden zuammen: Das Familienleben der Arbeiter wird durch vers chiedene Verhältnisse ungünstig beeinflußt. Allgemein wird darüber jeklagt, daß die bei der Fabrikarbeit aufgewachsenen Arbeiter rauen schlechte Haushälterinnen seien. Daher rühre vielfach ie ganz unzweckmäßige Ernährung, die selbst bei den bestehenen niedrigen Löhnen eine bessere sein könne, und die mangelafte Zubereitung der Speisen. Kommt dann noch eine schlechte Bohnung hinzu, in welcher auch ein bescheidenes Maß von Ordnung und Behagen nicht gedeihen kann, dann ist Vernlassung genug zu Unzufriedenheit und Zerwürfnissen it allen ihren tiefgreifenden Folgen vorhanden. Ars eitet auch die verheirathete Frau noch in der Fabrik, bas häufig eine nicht zu umgehende Nothwendigkeit ist, dann erden diese Mißstände gesteigert. Aber auch wo alle diese Zerhältnisse günstiger liegen, wo die Frau befähigt ist, das infommen möglichst nugbringend für die Familie zu verwenen, und wo die Wohnung eine einigermaßen geordnete und hagliche Eristenz außerhalb der Arbeitszeit ermöglicht, kommt jeder Arbeiterfamilie, so lange noch keines der Kinder ar itsfähig, eine sehr schlimme Beit. Wenn dann der Verdienst 6 Mannes fein höherer als der gewöhnliche ist, oder überBehntes Kapitel. In der Heimath.- Nacht. Herrlicher, rebenumrankter Rhein, du Stolz meiner Hei ath, ich grüße Dich! | Wie deine Wellen zwischen den grünen Bergen geheimgvoll rauschen und murmeln, als ob fie deinem armen Sohne die Märchen deines Wunderlandes, die Sagen jener epheus hrankten Mauertrümmer, welche fich in deinen Fluthen spieIn, erzählen wollten! Doch scheinen sie mir auch zuzuunen, wie schön es dort unten ist in dem Reiche der Niren id der Liederfee, der berückenden Loreley; wie ich dort unten ihren Armen wohl jezt schon Ruhe finden könnte, die zu chen ich in die Heimath gekommen. Haha, fie hat mich on längst gefangen, die schöne trügerische Fee, mit ihrem clockenden Singen! Shr bin ich nachgefolgt fast durch ganze Welt, und sie hat mich nicht aus ihren Armen gefen so lange ich fie mit meinem Herzblut nähren konnte mich wohl hierhergezogen, damit ich ihr nun Alles mein ben und meine Seligkeit zu eigen gebe!- hinweg, genbild! Du hast mich um mein Lebensglück gebracht. baffe dich und folge deinen Lodungen nicht mehr. Da ich meine Kraft, meine Jugend hatte, mit Wenigem idlich sein konnte, da warfst du deine Gaben, Glück und lo, mit vollen Händen mir in den Schooß. Ich achtete ihrer im und theilte mit Aermeren denn ich. Nun aber, nachdem mir für meine Liebe, meine Begeisterung für dich den jensfaden gekürzt, wendest du mir den Rücken und entziehst : auch die ärmlichste Gabe.- Fluch dir! Ich möchte en lange Jahre, um gleich dem treuen Edart ein Warner sein vor deinen Versuchungen, deinem allzu geführlichen iz, um fort und fort gegen dich und deine trügerischen Ver zungen zu predigen, dir den Flitterschleier und falschen hnentand abzureißen, auf daß die sorglose Jugend dich in ner wahren Gestalt zu schauen vermöge, du falsche Muse Gefanges, der Bühne! Ich bin nicht der Erste, den du lockt, ihm Ruhm und Gold verheißen, um ihm Armuth und nd zu geben. Nach Hunderten und Tausenden zählen deine fer! Fluch dir! Also sprach ein Mann, der, den Stab in der Hand, ein tes Reisetäschchen an der Seite, an dem Ufer des Rheins fam dahinwandelte. Es war Remy. end. In Bingen hatte er die Bahn verlassen, und zu Fuß Ite er heimwärts ziehen, zum leptenmal die Schönheiten des ischen Stromes auskosten. An beiden Ufern brausten die nbahnzüge an ihm vorüber, auf den Fluthen schoffen Dampfboote dahin, fich folgend, an einander vorüberDoch Remy zog langsam die alte Straße entlang. Nur ige Stunden des Tages wanderte er, dann machte er Raft, fich satt zu schauen und am andern Morgen weiter zu en, feinem Ziele zu. Doch auch dieser Genuß, wurde ihm ittert, wenn er an seine ihm so trügerisch erscheinende Kunst ahnt wurde. haupt die sonstigen Verhältnisse günstiger liegen, glauben die haupt die sonstigen Verhältnisse günstiger liegen, glauben die meisten Familien fich am zweckmäßigsten dadurch über diese Beit hinwegzuhelfen, wenn die Frau ebenfalls in der Fabrik arbeitet und die Kinder wenigstens in dem Alter, in welchem fie eine ständige Beaufsichtigung nöthig haben, in Kost gegeben werden. Sobald sie dann zur Arbeit herangezogen werden fönnen, bleiben die Frauen aus der Fabrik weg." Wir kommen zum Schluß. Keine der zahlreichen deutschen Revuen, Zeit- und Wochenschriften für das öffentliche Leben" hält die fürchterlichen Thatsachen, die wir eben aus den schon seit einiger Beit erschienenen Berichten der Fabrifinspektoren herausgeschält haben, für wichtig genug um ihre Leser im öffentlichen Intereffe" damit zu beschäftigen. Dagegen hat eine Schaar von fast 100 liberalen" Reichstagsabgeordneten der Welt verkündet, daß fie fich vereinigt haben zu einer deutschen freifinnigen" Partei, in deren wirthschaftlichem Programm der Schuß der freien Erwerbsthätigkeit" steht derselben, der die geschilderten, unheildrohenden Zu stände entwachsen find! Und die Regierung? Mit Krankentaffen und Unfallversicherung will fie einen Splitter im sozialen Körper ausziehen, und fieht den Ballen nicht: die Bersprengung und Bertreibung der Familie des großen Volkes, der breiten Unterlage, auf der sie allein ruht und mit deren Schwinden sie selbst zusammenstürzen muß! Solcher Lage der Dinge gegenüber, über die keine Satire zu schreiben wirklich schwer ist, muß von den wenigen Stellen, von denen er ausgeht, desto lauter der Ruf erschallen: deutsches Volt, schaare dich um das Banner einer nur dann wahren sozialen Reform, wenn sie mit einer allgemeinen großen Aufbesserung des Looses deiner Arbeiter deinem eigenen, sonst drohenden Untergange wehren will! Vermischtes. Ein Fürst als Vagabund, Dieb und Betrüger. Der russische Fürst Eristow wurde vor Jahren wegen Vagabondage von seiner Heimathsgemeinde im Kaukasus zur Verbannung nach Sibirien verurtheilt. Er entzog sich aber dieser Strafe durch die Flucht in's Ausland. Nachdem sich der edle Fürst durch die Flucht in's Ausland. Nachdem sich der edle Fürst einige Zeit in Deutschland und Desterreich herumgetrieben und daselbst viele Schulden kontrahirt und Betrügereien verübt hatte, wandte er sich nach Frankreich, wo er gleichfalls von Betrügereien lebte. Das Versailler Gericht verurtheilte den Fürsten wegen Verbrechens des Betruges zu drei Monaten Kerter. Fürst Cristow entzog sich aber dieser Strafe, indem er fich wieder nach Deutschland flüchtete. Hier beschwindelte er mehrere Juweliere um hohe Summen und flüchtete sich, nachdem er im Berliner Gefängnisse zwei Jahre zugebracht, zurück nach Frankreich. Hier nahm er seinem Bedienten und seinem Portier hohe Kautionssummen ab und verschwand mit den felben, angeblich aus Furcht vor der Cholera, nach Italien. Das Pariser Strafgericht verurtheilte ihn wegen Defraudirung von fremden Geldern zu fünf Jahren Buchthaus und zur Bahlung von 3000 Francs. Für die Arbeiterkolonie Ridlingen find bis 25. Juni 147,825 M. 56 Bf. eingegangen, in dieser Summe find die von der Provinzialhauptkasse eingegangenen 14 000 m. und außerdem an Mitgliederbeiträgen erhalten aus Schleswig 227 M., aus dem Kreise Süderdithmarschen 265 M. 30 Pf., aus dem Kreise Pinneberg 493 M. 10 Pf., aus Lübeck vom Verein zur Beseitigung der Hausbettlei 300 M., von dem Komitee in Hamburg 5000 M. Nach dem neuesten Bericht ist die NachHamburg 5000 M. Nach dem neuesten Bericht ist die Nach frage um Aufnahme auch noch jest während der heuernte recht frage um Aufnahme auch noch jest während der Heuernte recht bedeutend; von 349 Entlassenen erhielten durch Vermittelung bedeutend; von 349 Entlassenen erhielten durch Vermittelung der Kolonie 183 Stellung und mußten wegen Ueberfüllung der Anstalt nicht weniger als 1032 Nach suchende abgewiesen werden; zunächst wurden bei der Aufnahme berücksichtigt die Angehörigen unserer Provinz, sowie diejenigen Hamburg's und Lübeck's. Man steht, wie primitiv es noch mit den Arbeiterkolonien in Deutschland aussieht. Ueber einen Herenprozeß, welcher vor dem Schöffengericht zu Löbau im Königreich Sachsen verhandelt wurde, wird von dort Folgendes berichtet: Dem Kleingärtner Johann August Kriegel in dem wendischen Dorfe Särka wollten die Rühe nicht mehr den rechten Nugen geben; er äußerte sich deshalb dem zu Rathe gezogenen thierärztlichen Gehilfen Brabant gegenüber, daß seinen Rühen von einer Here etwas angethan" sein müsse, und als er in Begleitung des thierärztlichen GeIn der Gegend des Siebengebirges war es, da machte er eines Tages Halt an einem reizenden Punkte. Vor sich hatte er den herrlichen Strom, die sich übereinander thürmenden Berge, an deren Fuß fich hübsche Dörfer und Flecken, reiche und be scheidene Villas und Landhäuser schmiegten. Auch ihm zur Seite erhob fich auf mäßiger Höhe eine prachtvolle und große Villa, von herrlichen Anlagen und Gärten umgeben, von Weinbergen überragt, wie er durch das weit offene Gitterthor hatte bemerken können, an dem er vorübergekommen. Die Umfaffungsmauer des Landsizes trug an ihrem einen Ende einen geschmackvollen Pavillon; unter diesem, am Fuße der Mauer, war eine bequeme Steinbant angebracht für den Wanderer, welcher den Anblick der schönen, farbenprächtigen Landschaft länger und in Ruhe genießen wollte. Hier hatte Remy fich niedergelassen. In der Ferne brauste ein Dampfschiff heran. An einer Landungsstelle, an der Remy vor etwa einer halben Stunde vorübergegangen, legte es an. Er hatte dort mehrere leere Equipagen bemerkt, welche auf Passagiere des Bootes harrten und nun rasch die Straße daherkamen, dichte Staubwolken aufwirbelnd. Auf ihn zu kamen die Wagen; er konnte ihre Infaffen sehen. Es waren Herren und Damen, alt und jung, wie auch Kinder in verschiedenem Alter. Es mußten reiche Leute sein, das kündete ihr Aeußeres sowohl, als auch die Eleganz der Wagen und Geschirre. Immer näher tamen fie und bogen nun in das Gitterthor der Villa ein, bei der Remy weilte. Es ist wohl der Befizer des schönen Gutes mit seiner Familie oder mit Gästen, dachte Remy. Es müssen glückliche Leute sein! Und von der Gegend wendete er den Blick ab und zur Erde; in tiefes, wehmüthiges Sinnen verfiel er. Da hörte er über sich reden. Es waren die heimgekehrten Herrschaften, welche, Alt und Jung in den Pavillon getreten und hier wohl einen Imbis nehmen wollten, wie das Klappern der Teller und Gläser deutlich verkündete. Luftig jubelten die Kinder über die schöne Aussicht, ruhiger sprachen die Stimmen der älteren Leute. Ein überaus banges Gefühl überkam Remy. Er wollte sich erheben und weiter wandern. Da schlug ein Name an sein Ohr, so bekannt, mit Macht Erinnerungen in ihm wedkend, daß er wieder auf seinen Sig zurückfiel und gebannt, athemlos den Stimmen, den Reden über seinem Haupte horchte. Immer mächtiger hob sich seine Brust; er glaubte die Stimmen erkannt zu haben. Bor seinen Augen schwirrte es und mit den Händen mußte er fte bedecken. Dann warf er fich von der Aufregung überwältigt und fast weinend den Namen Friedel!" rufend, mit dem Obertörper auf die Steinbank nieder. In diesem Augenblick beugte fich ein Kind, ein junges blühendes Mädchen, über die Brüstung des Pavillons und schaute auf die Straße. Das Kind erblickte den auf die Steinbant hingesunkenen Mann und erschrocken, voll Mitleid, theilte es feine Bemerkungen den Eltern mit. Bwei Herren sahen nun hinab auf den scheinbar Bewußt lofen. Sie verließen sofort die Gesellschaft, um rasche Hilfe zu bringen. hilfen auf dem Wege nach dem Wirthshause einer gewissen Boffack begegnete, stand es für ihn fest, daß diese die Here sei. An den darauf folgenden Tagen hatte nun Kriegel nichts Wichtigeres zu thun, als die arme Boffack im ganzen Dorfe als Here zu verschreien. Dem unschuldigen Frauenzimmer wurde in Folge dessen seitens der abergläubischen Bevölkerung so arg zugeseßt, daß es sich schließlich keinen anderen Rath wußte, als die Hilfe des Gerichtes in Anspruch zu nehmen. Letzteres verurtheilte Kriegel wegen Beleidigung zu 30 Mark Geldstrafe. Ein österreichisches Provinzialblatt brachte kürzlich fol gendes Inserat: Eine Wittwe, die noch im Befiße der vollständigen Garderobe ihres feligen Gatten ist, wäre geneigt, wenn sich ein passender Herr fände, wieder in den Ehestand zu treten." In diesem zarten Anerbieten ist ausdrücklich von einem ,, passenden Herrn" die Rede. Damit ist wohl ein Herr gemeint, dem die Garderobe des Seligen paßt. Ein Augenarzt, welcher durch die schwindelhaften Anzeigen einer Salbe nicht in gutem Ruf bei seinen Berufsgenoffen stand, rühmte fich der erreichten Erfolge. Ein Kollege sagte darauf: Ich weiß, Ihre Salbe ist so, daß man die Augen mit nichts besser bestreicht." Wölfe im Sommer. Daß in strengen Wintern aus Rußland die Wölfe über unsere östlichen Grenzen herüber tommen, ist wohl allgemein bekannt, ebenso wie das zeitweise Erscheinen dieser Raubthiere in Lothringen, wo fie aus den Ardennen kommen; aber daß der Wolf in deutschem Gebiet auch noch ständig, d. h. auch während des Sommers feinen Aufenthalt hat, dürfte noch Mancher nicht wissen. Dies ist aber im Regierungsbezirk Trier der Fall. So hat in vers gangener Woche der Mühlenbefizer Eckert aus Knorrschied eine starte Wölfin erlegt, wofür der Staat 36 Mart Schußprämie bezahlte. Ferner wurde bei Losheim, einem Orte desselben Regierungsbezirks, ein Mäher am frühen Morgen von einem Wolfe attackirt, den Ersterer sich nur durch lautes Schreien vom Leibe halten konnte. Erst als noch einige Mäher hinzufamen und vereint mit ihren Sensen auf den dreisten Wegelagerer losgingen, gab Meister Jſegrimm Fersengeld. Ein Baier besteigt fürzlich in sehr wadeligem Bustande den Dampfer auf dem Starnberger See. Da er durch seine schwankenden Bewegungen allerlei zerbrechliche Gegenstände und auch paffagiere anrempelte, rief ihm der erzürnte Kapitän zu: Wollen Sie mal ruhig sein und sich niederseßen, sonst werf ich Sie in den See." Darauf der Baier: Bald'st mir das nochmal sagst, säuf i die ganze Lach'n aus, nacha tannst mit Deinem Schlitten auf'm Sand hamfahren." ... Heiraths- Kammer", Institut für Ehevermittelung in Deutschland, nennt sich das allerneuste auf den Geldbeutel der Dummen spekulirende Unternehmen. In dem Zirkular, welches anscheinend an eine große Anzahl gut fituirter Herren und Damen versandt worden ist und welches als Motto den Bibelvers trägt:„ Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei", heißt es u. A.: Das unter dem Titel Heirathskammer" am 1. Juli 1884 begründete Institut bezweckt die Vermittelung von Bekanntschaften zwischen Personen verschiedenen Geschlechts behufs Verehelichung; es erstreckt seinen Wirkungskreis über ganz Deutschland und will eine innigere Vermischung der ver schiedenen deutschen Stämme herbeiführen, ohne Rücksicht auf Stand, Vermögen und Alter und Glauben. Für die Be nuzung der Heirathskammer haben in Berlin Wohnende 6 M., Auswärtige 9 Mt. zu zahlen. Führt die Bekanntschaft zur Ehe, so zahlen beide Theile folgende Belohnung an die Heirathskammer: 1 pCt. des Jahres- Einkommen( bei 6000 Mt. also 60 Mt. jährlich), 1 pCt. des vorhandenen Vermögens( bei 60,000 Mt. also 600 Mt.), 1 pCt. der Zinsen des Vermögens 2400 Mt. Zinsen( also 24 Mt. jährlich), ferner 1 pCt. vom Vermögen, welches ihnen später etwa durch Erbschaft zufallen follte( 100,000 Mt. brächten noch 1000 Mt. ertra), worüber ein Verpflichtungsschein zu unterzeichnen ist." Führt die Befanntschaft nicht zur Ehe, so wird huldvollst gestattet, gegen nochmalige Entrichtung von 6 bezw. 9 Mt. ferner Mitglied der Heirathskammer zu bleiben. Sehr originell ist folgender Baffus: Um diese Eventualität zu vermeiden, prüfe man ernstlich a. ob der andere Theil wirklich diejenigen Eigenschaften hat, welche Einem den dauernden Besitz desselben wünschens werth machen; ergiebt es sich, daß dies nicht der Fall ist, so kann der Gegenstand ohne Kosten gewechselt werden." In wenigen Augenblicken standen fie an Remy's Seite. Es waren Männer von etwa vierzig Jahren. Der Eine zeigte ein schönes männliches Gesicht, von einem starken, doch wohlgepflegten Vollbart umrahmt, während das volle, etwas feifte Antlig des Andern glatt rafirt war und so die Gutmü thigkeit und Bufriedenheit, die feinem, mit einer recht behäbigen Corpulenz ausgestatteten Inhaber innewohnen mochte, recht deutlich zur Schau trug. Beide glaubten einen Ohnmächtigen vor sich zu haben und wollten ihm beistehen. Doch nun hob Remy langsam den Kopf; er schien den Herren unbekannt zu sein, obgleich der Dicke immer erregter in das bleiche eingefallene Geficht schaute. Nun wendete Remy diesem den Blick zu. Er sah ihn so froh und doch auch wieder so tief traurig an seine Augen wurden naßdann firedte er zitternd die Hände nach ihm aus, und mit schwacher Stimme, faft 30 gernd rief er: Friedel! Der Dicke hatte ihn schon erkannt. wiedergefundenen Freund an seine Bruft, sein Geficht mit Rüffen Remy! schrie er im gleichen Augenblick und zog den armen und Freudenthränen, die seine ehrlichen Augen reichlich weinten, bedeckend und beneßend. Lange dauerte die Umarmung, denn Beider Herzen waren zu voll, und besonders Remy mußte sich durch Thränen Luft machen, bevor er zu reden vermochte. Nun aber drängte fich der andere Herr hinzu, indem der Sänger fofort Gerhard wiedererkannte. Doch auch die übrigen Glieder der Familie waren hinzu getreten, als sie die Umarmung Friedels und des Fremden gefehen. Wie freuten fie fich, als sie durch die Jubelrufe Friedels erfuhren, daß dieser seinen Jugendfreund Remy so unerwartet wiedergefunden! Wie herzlich wurde er von Allen willkommen geheißen! weißen Haaren, und seine Gattin Elisabeth, Madame Annette Da war der alte Herr Elsen, nun ein Mann mit langen Grein, eine fleine runde Dame, fast so rund wie ihr Herr Gemahl, doch noch immer hübsch und besonders heiter wie in thren früheren Jahren. Auch Madame Helene Elfen fehlte nicht, die eine schöne, stattliche, wenn auch etwas ernste Frau geworden war; fte führte an der Hand zwei junge Mädchen, ihre Töchter. Die anderen Kinder der beiden Familien lamen drängte sich jubelnd um den Wiedergefundenen, den Freund ebenfalls herbeigesprungen, Groß und Klein, und Alles des Vaters, der Familie, ihn in herzlicher Weise begrüßend. Remy vermochte fich kaum zu fassen, doch fühlte er, wie ein neues Glück in sein armes todtfaltes Herz einzog und es neu belebte, und so viel es seine Kräfte nur erlaubten, zeigte er dies und gab seiner Freude darüber Ausdrud. Sein e genes Schicksal schien er in diesem Augenblide vergeffen haben doch die Freunde lasen es zu ihrem Schrecken, ihrer Trauer auf seinem bleichen eingefallenen Antlig, und Blide sich sagten, daß die schonendste, vorsichtigste Behandlung des wechselten sich mit einander, welche von ihrer Besorgnis sprachen, Leidenden heiligste Pflicht sei. ( Schluß folgt.) Verantwortlicher Redacteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2.