Arranging Nr. 89. , die, we mer gymna lenburg's re an de ufrechte hne irgend Freitag, 18. Juli 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. bei nur, den Bewe den Bewe entspreche = mit abge en eignet damit die Rangiren Selbstver rbeiterinne elch' wobl leibsorgan dem oben erte hervor scheint di Borgane n erten von schinennä De Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Boltsblatt zur Schscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin reneelin's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Bf. Einzelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nachtrage der Postzeitungspreislifte unter Nr. 719a.) efester 2 en allen nte Art efe wohl Den mit bei den fönnen. Rheumat bereits t ge der El nicht wie aubt. Jusertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 thr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., 8immerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Zimmerstraße 44. Eine ernste Mahnung. Entwicklung und Förderung der öffentlichen und individuellen Gesundheitspflege thätig zu sein? Wir glaubens faum, denn wir leben in einem leicht Bur Schulfrage. Durch die Zeitungen geht folgende Notiz: Der preußische Unterrichtsminister hat in dankenswerthester Weise durch die Deputation für das Medizinalwesen ein Gutwillst un Wenn die Cholera vor der Thür steht, dann hört Der Spet Spaß auf und es wird so Manches ernst aufgenommen, sinnigen Zeitalter. cheuliches orüber man sonst mit geringschäßigem Lächeln hinwegzuzog. Sen pflegt. Man sieht dann plöglich auch allseitig ein, elegraphite mit der öffentlichen Gesundheitspfleg nn doch eine ernstere Sache ist, als man gemeinhin ist es ebe Wir haben in Deutschland eine Anzahl von wohl aus Eureinenden und uneigennütigen Männern, die in Wort und irt, weil drift, wo nnd wie sie nur immer fönnen, bestrebt sind, ches aber e Wichtigkeit der öffentlichen Gesundheitspflege zu betonen. infamid wird bis in's Detail uns nachgewiesen, inwiefern unsere bensweise, unsere Beschäftigungsart, unsere kleinen Liebantbereien unserer Gesundheit schädlich sind, und wir em hlt: Wangen Anweisung, wie wir, je nach unseren Mitteln, uns Brifben Fischen über desüblich Pfauen mung achten über die Ueberbürdung der Schüler in höheren Lehranstalten" erstatten lassen, aus dem hervorgeht, daß jene immer lauter und häufiger gewordenen Klagen zwar hier und da übertrieben, doch keineswegs unbegründet erscheinen. Das Uebel ist aber nicht blos in den mittleren und oberen Klaffen der höheren Schulen zu suchen, sondern nicht minder in dem zu frühzeitigen Schulbesuch. Das Kollegium tritt entschieden dafür ein, daß die Aufnahme in eine Elementarschule nicht vor vollendetem 7. und in die Gymnasial- Serta erst nach vollens En Jong undheitsmäßig einrichten können. Es werden eine Menge detem 10. Jahre erfolgen soll. Dies wird eingehend motivirt hatten Schäden beleuchtet, an die der Alltagsmensch kaum durch phisiologische Einzelheiten, die wir hier nicht weiter verbeſſeren Pflege seines Rörpers ermahnt, sondern auch gerade in dieſer Entwicklungsperiode treffenden schwächenden Gesundheitsbehörden, die Gesetzgebung, die Staatsgewalt Einwirkungen von nachhaltigster Bedeutung find. Das kann rden angespornt, gesundheitliche Maßregeln von allges gar nicht oft genug eingeschärft werden. Jeßt, nachdem von der einem Interesse zu treffen. fünstler in ittelbaren föftliche 5 ju Stlaven ihres Körpers machen, indem sie es mit der fo Tompetenter Stelle der verfrühte Schulbesuch so entschieden verurtheilt worden ist, wird hoffentlich dem Mißbrauch mehr und mehr Einhalt gethan, auch wohl der Beginn der SchulDiese Notiz und namentlich die darin enthaltene Schluß Nun ist es ja richtig, daß man in diesen Dingen, wie tampften erall, auch zu weit gehen kann. Es giebt Menschen, die pflicht um mindestens ein Jahr hinausgeschoben werden." Don weld undheitspflege gar zu peinlich nehmen. Aber thatsächlich folgerung bedürfen einer Richtigstellung. Daß die Aufnahme oyage in 814 wir mit der allgemeinen Gesundheitspflege zurück; geftreiften Stand ist ein im Ganzen niedriger. Es ist unser UnSiffen, undaß uns immer erst die Pestilenz daran mahnen und welche nicht überall gleichmäßige find. Jedenfalls falsch D rfügen, lu ugeben. fleine er wurde Murmeln Sad Te Dagegen ist nicht zu verkennen, daß die Gesundheits- pflicht überhaupt um ein Jahr hinauszuschieben sei. Unseres ege im Allgemeinen bedeutende Fortschritte gemacht hat. und die Bevölkerung ist heute viel dichter denn früher und noch vermag bdie Pest nicht mehr solche Verheerungen zurichten, wie in vergangenen Jahrhunderten. Es ist fein Kindergärten allgemein und obligatorisch gemacht und der Vollseispiel bekannt, daß eine Seuche in Europa ähnlich ges thet hat, wie der schwarze Tod im fünfzehnten Jahre Sad we frisches in eine Elementarschule nicht vor vollendetem 7. Jahre stattfinden soll, mag hier unbestritten bleiben; es hängt das ab von den Anforderungen, welche die Elementarschule stellt, ist aber die Schlußfolgerung, daß der Beginn der Schuls Erachtens ist umgekehrt ein früherer Beginn der Schulpflicht zu erstreben. Wie unseren Lesern bekannt, treten wir dafür ein, daß die schule als organischer Theil einverleibt werden. Zu dieser Forderung find wir aus pädagogischen und aus sozialen Grün den gelangt: aus pädagogischen, insofern die geregelte Erbem jetzt als Beginn der Schulpflicht festgesetten Alter, nach dem Zeugniß der kompetentesten Autoritäten von höchstem Nußen und von höchster Wichtigkeit ist. n gewandert. Unsere Vorfahren, wenn sie vielleicht auch förpers ziehung und der methodische Unterricht der Kinder schon vor em Sad mehr abgehärtet waren, als wir, lebten in engen, Rinute campfigen und felten trockenen Wohnungen, die auch meistens Die klein engen, dumpfigen und feuchten Straßen sich befanden. mmchen ent en bes nach ngobume n öffentliche Gesundheitspflege dachte man nur sehr wenig der Eltern heutzutage durch ihre sozialen Verhältnisse außer nb Reinlichteit war eine feltene Tugend. Man bente nur umaran, wie eine mittelalterliche Straße geschildert wird, in nter dem Laub Und aus sozialen Gründen, weil die ungeheure Mehrzahl Stand gesetzt sind, ihren Kindern eine solche geregelte Erziehung und einen solchen methodischen Unterricht zu ertheilen, oder 1. Das ele alle Abfälle aus den Häusern hinabgeworfen wurden, die privatim ertheilen zu laffen. ort langfam verfaulten und im günstigsten Falle bei regem bügel bertebr festgetreten wurden. Bilder aus der Zeit der großen obiger Notiz befürworteten Hinausschiebung der Schulpflicht. viederho poche die Straßen in Paris bei Regenwetter nicht zu überFranzöfifchen Revolution belehren uns, daß noch in jener reif Rangoba rische, reiten waren, namentlich die Frauen ließen sich von Last Kinder einfach auf ein Jahr der Verwahrlosung oder wenigstens, Wir rägern über die Straßenübergänge tragen. Taschen egr Dieses Moment fällt schwer ins Gewicht gegenüber der in Sollte diese Hinausschiebung wirklich erfolgen, was wir nicht für möglich halten, so würde die ungeheure Mehrzahl der um uns forreft auszudrücken, dem Mangel geregelter Erziehung und methodischen Unterrichts verfallen. Und das wäre eine Kindern ruht. nachzua zurüd war gegen heute. Neuere Erfahrungen haben war gelehrt, daß in den Volksarzneimitteln von früher viel Dazu kommt, daß in der Vergangenheit die Heilkunde schwere Schädigung unserer Nation, deren Bukunft auf den en. Berständniß steckte, im Allgemeinen aber war man weit Wohl find uns die Gefahren bewußt, denen die Gesund heit der Kinder heutzutage in unseren Schulen ausgesetzt ist, inter der heutigen Heilwissenschaft zurück und die Heilkunde allein wir wissen auch, daß diesen Gefahren durch Beschaffung feit geafer, alte Weiber n. ra Gesto glauben durchsetzt. nd bis Cholera Glaceehandschuhen anpaden, kommt dort die brutale Fauſt und man züchtigt uns mit eisernen Ruthen." Die„ ,, Glaceehandschuhe" des Herrn Dr. Sigl dürften zweifellos zu den Kuriositäten zählen. Der schwedische Reichstag stellte pro 1885 die Summe von 15 000 Kronen zur Verfügung der Regierung, um zur Unterstüßung solcher Anstalten oder Vereine zu dienen, welche Vorlesungskurse für die Arbeiterklasse anordnen. Die Regierung hat jetzt diesen Beschluß santtionirt, jedoch unter folgenden Bedingungen: daß feine einzelne Unterstüßung die Höhe von 3000 Kronen pro Jahr überschreiten darf; daß die be treffende Kommune oder Private einen ebenso hohen Zuschuß geben müssen, wie der Staat; daß die Anstalt tüchtige und für Den fraglichen Unterricht geeignete Lehrkräfte, sowie ein hins reichendes Unterrichtsmaterial befigt: daß die Vorlesungen regelmäßig mit bestimmter Stundenzahl pro Woche während 5-8 Monaten stattfinden und daß alle politischen und religiösen Diskussionen während der Vorlesungen verboten werden. Die schwedischen Arbeiter werden sich für Vereine mit derartigen Bestimmungen kaum erwärmen. Das norwegische Storthing hat furz vor Schluß seiner Zeit Wahlgeses angenommen, das jezt von der Regierung sanktionirt worden ist. Der Inhalt desselben ist folgender: Wahlberechtigt ist jeder norwegische Bürger, welcher das 25. Lebensjahr erreicht, entweder 5 Jahre im Lande ansässig gewesen und a. in demselben Beamter ist oder war; b. in den Landdistrikten länger als 5 Jahre einen in die Matrikel eingetragenen Befit zu eigen gehabt oder solchen während der gleichen Zeit bewirthfchaftet hat und ferner bewirthschaften will; c. in Finnmarken 5 Jahre fich aufgehalten und ferner aufzuhalten gedenkt; d. Bürger einer Stadt( Kaufstadt) ist oder in einer solchen bezw. an einer Ladestelle Grundbesitz in Händen hat, dessen Werth mindestens 600 Kronen beträgt; e. für das leztverfloffene Jahr Staats- und Gemeindesteuern für eine Einnahme von mindestens 500 Kronen auf dem Lande und von mindestens 800 Kronen in den Städten und an den Ladestellen entrichtet hat, im Augenblicke der Wahl seit mindestens einem Jahre festen Wohnfih hat und nicht zum Gefinde des Hausstandes eines Anderen gehört. legten Gefon, toie eine geft mitgeteilt, ein neues aitabl Björnstjerne Björnson ist durchaus nicht damit einverstanden, daß Sverdrup auf der Basis der formellen Aufgebung des bekannten 9. Juni- Beschlusses Ministerpräsident geworden ist. Er erklärt dies deutlich in einem an den Linkenverein zu Lauvrit gerichteten Schreiben, worin es u. A. heißt: Wir bedürfen feines Kompromisses. Hätte man, wie es sich, Da es sich um eine politische Schwenkung handelte, geziemte, zuerst die Linkenvereine des Landes gefragt, ob dieselben ,, umwenden", d. h. den Beschluß vom 9. Juni, sowie das Reichsgerichtsurtheil faktisch aufgeben wollten, so würde man von Lindesnäs bis zum Nordkap ein einstimmiges, Nein" zur Antwort erhalten haben. Man ist jedoch hintenum gegangen und hat Leuten, zu denen man Vertrauen hat, geglaubt, wenn diese sagten, die Sache wäre so in Ordnung denn man denkt, daß in der Politik eine andere Moral herrscht, als im ge wöhnlichen Leben. Und namentlich, wenn man Sverdrup und die übrigen jungen Leute die Regierung führen sieht, glaubt man vielleicht, daß dies vollständig in der Ordnung ist. Das ist es aber nicht und wird es niemals werden können. Das radikale holländische Blatt Vaderland" spricht fich sehr wenig anerkennend über die Thätigkeit des niederlän dischen Parlaments aus. Zwar haben die Abgeordneten, sagt es, achtzehnhundert Folioseiten etwa zehn Bände in ge wöhnlichem Format à 400 Seiten vollgeschwäßt, aber Nichts von dem, was als dringendstes Bedürfniß unseres Voltes an zieller Bustand ist noch schlechter als vor einem Jahre, unser politischer Bustand ist noch eben so verwirrt. Nachdem das Vaderland" dann die kleinen Verbesserungen und Umgestalfungen, die einzelne Gefeße erfuhren, aufgezählt hat, werden heils in den Händen ganz untundiger Leute, wie Bader, größerer und beffer ventilirter Räumlichkeiten, durch sorgfältige gesehen werden muß, ist zu Stande gekommen: unser finan f. w., theils auch stark mit Aber- Pflege und körperlichen Ausbildung und Erziehung der Kinder, durch Errichtung von Spielplägen 2c., und durch Beseitigung der Hausarbeiten erfolgreich vorgebeugt werden kann. In Bezug auf letteren Punft noch ein Wort. Der VerVillein wir franten doch noch sehr an der Hinterlassenschaft ein schweizerischer Lehrer hat vor Kurzem in seiner Mehrheit die 9,, Liberalen" durchgenommen, die vereinigt mit der Rech aml 6 8% b lichen Bi die Hausarbeiten für unentbehrlich erklärt, und dies ist von den Advokaten der Schüler- Hausarbeiten ausgebeutet worden. Man hat bloß übersehen, daß die Schweizer Lehrer ihrem Lehrkräften. wahre Heerden der Pestilenz ausbilden können. Man denke Beschlusse den Nachsatz hinzufügten: Bei den jetzt vorhandenen wohnungen und Hofquartiere in Berlin und Aehnliches. Da liegt der Hase im Pfeffer. Mit den jetzt vorhandenen er Klavier muß man anerkennen, daß die Baugesetzgebung Fort- Lehrkräften lassen sich die nothwendigen Schulreformen allerchritte gemacht hat, wie man denn auch von Seiten berdings nicht durchführen. Wir brauchen mehr Lehrer und ein trs, Her 2. Vie tellern bermaßen zu erschweren, daß er schließlich unmöglich wird. Ein solcher 3wang ist ganz angebracht, so lange die partig. Das ist wahr. Ist das aber ein Unglüd? Wir dächten, ein großes Schulbudget wäre beffer als ein großes MilitärSigenfchaften ihrer Wohnungen so wenig fümmert, wie gegen messen wird, statt nach der Größe der Militärbudgets, und wo Dabfucht der Hauseigenthümer sich um die gesundheitlichen budget. Wir hoffen, daß die Beit nicht mehr fern ist, wo LLA ich abzuli ber Stuttg blatt", Bi ofr agr. an der Bethätigung einer energischen Gesundheitspflege hinert, ein großes Förderungsmittel für Seuchen und Epide Schließlich ist die Armuth, welche den Menschen man die Kultur der Völler nach der Größe des Schulbudgets die Kasernen verdunkelt sein werden durch Schulpaläfte. Politische Uebersicht. Fast alle Mittheilungen über Aeußerungen Kochs, Deutsche Blätter brachten, find wie die Berl. Pol. Nachr." aus nien. Aber da fommen wir auf unser altes Thema, auf in Bezug auf die Cholera, welche englische, französische und Anent ruhen laffen resp. uns nur mit dem Theil derfelben zuverlässiger Quelle erfahren, entweder unrichtig oder entstellt beschäftigen, der die Gesundheitspflege betrifft. Wie viele Städte haben wir, wo es an guter Luft Glauben beizumeffen oder fie gar als maßgebend bei ausbre engefe camm. à Heft 0 Bf. ind ind 250a gutem Wasser gänzlich fehlt! Und doch sind die gutes Waffer vorhanden sind! wiedergegeben, so daß es durchaus nicht rathsam ist, denselben chender Cholera anzusehen und sich event. darnach richten zu wollen. I Herr Dr. Sigl, welcher fürzlich wegen Beleidigung des urtheilt wurde, schreibt in seinem Vaterland" über den An alle diese Dinge denkt jetzt so ziemlich Jedermann, bayerischen Kriegsministers zu neun Monaten Gefängniß ver alltäglich über die Opfer der Cholera in den franzöfifchen Liberalismus“:„ Er lauert nur auf eine Gelegenheit, um Dafenftädten des Mittelmeeres berichtet wird. Wird man sich wieder zur Herrschaft zu gelangen und dann den Katholiken mblich entschließen, auch wenn feine Cholera droht, für die die frühere Niederlage mit Binsen zurückzuzahlen. Wo wir mit ten die Klaffensteuer zu Falle brachten, und wird dem testimonium paupertatis( Beugniß der geistigen Armuth) das consilium abeundi( Rath sich zu entfernen) zugesellt. Nicht allein gegen das holländische Parlament können derartige Vorwürfe gerichtet werden. Aus dem nördlichen Istrien liegen Nachrichten vor, aus denen hervorgeht, daß sich die dortige slovenische Bevölke rung immer mehr gegen die groß- froatischen Ums triebe seitens vieler Geistlichen auflehnt. Die slovenische Bevölkerung, welche von einer Vereinigung mit Kroatien nichts wiffen will, protestirt gegen den Gebrauch der ihr unverständ lichen neukroatischen Sprache, in welcher die Geistlichen ihre Predigten halten, indem sie den Kirchen fernbleibt oder die Geistlichen verjagt. In Santa Croce wurde ein Kaplan aus Caftua, weil er troatisch predigte, von den aufgeregten Dorfa bewohnern bedroht. Die Gensdarmerie tonfiszirte in den Dörfern des nördlichen Istrien 32 Fahnen in kroatischen Farben, worüber fich die Bevölkerung sehr erfreut zeigte. Eine Maffenversammlung von Arbeitern fand auf Clerkenwell- green in London statt, welche den Bwed hatte, gegen die Verwerfung der Wahlreformbill durch das Oberhaus zu protestiren. Der Marquis von Salisbury wurde als Haupttifter dieses Vorgehens der Pairstammer bezeichnet, und unter lautem Beifall der vielleicht 20,000 Köpfe starken Versammlung ward ein Bildniß des Marquis den Flammen übergeben. Um wegen die Verwerfung der Amnestie durch die Mehrheit des französischen Abgeordnetenhauses zu protestiren, bielten in Paris in der Salle Favié( Belleville) etwa 2000 Bürger und Bürgerinnen ein Meeting ab, welches von Henry Rochefort geleitet wurde. Die Grundstimmung der Versamm lung erhellt aus nachstehenden Auslaffungen Henri Rochefort's: ,, Als wir die Amnestie beantragten, waren wir nicht so naiv, Die Die Wahl des demnächstigen Präsidenten der Vereinigten Staaten hat, wie die N. Fr. Br." hervorhebt, noch einen besonderen Bug an fich, der ein ziemlich erhebliches Intereffe auch für Europa bietet. Dieses Intereffe liegt in der Persönlichkeit Blaine's, der, ehrgeizig von Natur und ein ab gesagter Feind Englands, die Union aus der majestätischen unintereffirtheit, welche ihr Merkmal ist, herauszureißen und in einen offenen Gegensaß zu Europa zu bringen trachtet. Er will von dem ganzen amerikanischen Kontinent allen europäischen Einfluß verdrängen, und die Union schwebt ihm unter dem Bilde einer Riesenspinne vor, die allmälig von den Feuerländern bis zu den Eskimos ihr unentrinnbares Gewebe ausdehnt, während er andererseits doch wieder auch in Europa den Vereinigten Staaten einen Einfluß zu ge winnen denkt. zu glauben, fie würde uns von einer Kammer gewährt, welche die Best uns geschickt hat, und die uns dafür die Best giebt. In der That haben diese Deputirten der Cholera fich heut ge weigert, die Republikaner in Freiheit zu setzen, die seit zwei Jahren in den Zuchthäusern der Republik schmachten. Majorität tann uns nicht die angebliche Plünderei eines Bäckerladens verzeihen, fte, welche Frankreich und die Paläste des Kaisers von China auszuplündern träumt. Die anständigen Leute sind unbequeme Zeugen für die Schwindler, die unser unglückliches Land dem Ruin und der Invasion entgegenführen. Darum steckt man sie ein, bis sich einmal die Gelegenheit findet, fie zu erwürgen. Was uns betrifft, die wir nicht den Wunsch haben, an öffentlichen Festen Antheil zu nehmen, indeß die Besten aus unserer Mitte in den Kerkern röcheln, so find wir entschloffen, an den Fenstern unserer Redaktion die Fahnen und Lampen durch ein ungeheures Schild mit dem einzigen Worte: Amnestie" zu erseßen. Dies ist die einzige Illumination, mit der wir das ekelhafte Votum der Gifts mischer des Balais Bourbon berichten wollen." Dem beleidigten deutschen Nationalgefühl, das in den Spalten der meisten Beitungen in furchtbare Entrüstung gerathen war, weil einige Pariser Gaffenjungen beim National fest eine deutsche Fahne zerrissen( worüber die Darstellungen noch von einander abweichen) hatten, ist ein hohes Opfer geworden: Der Polizei- Kommissar Galien, welchem der Vorwurf gemacht wird, bei dem Tumulte vor dem Hotel Kontinental nicht die nöthige Energie gezeigt zu haben, wurde sofort abgesezt. Diese That der französischen Regierung erfüllt die deutschen Blätter mit Genugthuung. Hoffentlich wird ihr Ge schrei nun ein Ende nehmen, nachdem ein kleiner Subalternbeamter brodlos geworden und dadurch der bedrohte Völkerfrieden wiederhergestellt ist. Einen egyptischen Aufstand prophezeit Mr. Claude Vincent in der Pall Mall Gazette": Bur Choleragefahr. Nach 16. b. M. franzöfifche Algier und tantäne Leibeskräften mit dem schwersten Schmiedehammer auf glühende Eisen los. Der durch das anhaltende Schmieden starten Schweiß gerathene Schmiedemeister befand sich anderen Morgen außer Gefahr, obgleich er sich kaum aufrecht erhalten fonnte, als er zum Ambos eilte. Charlottenburg geht ferner dem ,, Berliner Tagebl." folgenden; die Schreiben zu: Jest läßt sich nun auch der bekannte Prof. Dr. Jäger in Selbstverständlich Stuttgart über die Cholera vernehmen. empfiehlt er fein Wollregime, von dem er glaubt, daß es cholerafeft mache. Herr Jäger schreibt der Lothringer Btg.: In Anbetracht der Cholera glaube ich es am Blaze, ein höchst einfaches, aber ficher wirkendes Mittel hinzuwe es muß aber bei Beginn der Krankheit in Anwendung komm andernfalls ist die Wirkung verspätet. ,, Daß bei der Cholera ein einziger lebender Parasit den eigentlichen Miffethäter bildet, steht schon in meinem 1865 erschienenen Buche Die Wunder der unsichtbaren Welt", denn schon damals hatte Profeffor Klob in Prag mit dem Mikroskop massenhafte Bweigorganismen im Darm der Cholerakranken gefunden." Das Mittel besteht aus drei Tassen heißen Waffers. N dem die erste Taffe getrunken, soll Patient fünfzehn Min warten und dann die zweite Tasse nehmen und nach weite fünfzehn Minuten die dritte Taffe. Dazu ein heißes Fuß jedoch schon bei der ersten Taffe. Die Diät darf während der Krankheit nur in Waffer Tochter Gries sein, leicht gesalzen. Sollte nach der letzten heizen Waffers der Durst start auftreten, dann fann Ba frisches, aber ungestandenes Waffer in kleinen Portionen n Ruhige Lage und frische Luft im Zimmer ist dabei nöth aber durchaus fein Durchzug. Als Parafit gelten für den Cholerabacillus die allgemeinen Geseze jedes Parasitismus, welche Dr. Jäger näher erörtert. Was den Cholerabacillus anzieht und ihm die Bewirkung einer Ansteckung ermöglicht, ist genau derselbe Ausdünstungsgeruch, der auch die Stubenfliege anzieht, und das ist, furz gesagt, eine übelriechende Ausdünstung, speziell des Menschen. Hieraus folgert er: trinken. P gigen Quả Dieses unschuldige Mittel übt eine schnelle Wirkung, dem die Magen- und Darmwände erwärmt, abgespült und reinigt werden; der Brechreiz läßt sofort nach, ebenso schmerzhaften Busammenziehungen und Darmentleerungen. Ich habe das Mittel viele Jahre in Amerika stets mit folg angewandt, bitte aus diesen Gründen, dieses Eingese zum Wohl der Unglücklichen aufzunehmen, damit die daffelbe versuchen können." 1) Daß derjenige, den die Stubenfliegen inkommodiren, vor der Cholera nicht sicher ist und daß man an solchen Drten, wo sich die Stubenfliege wohl fühlt, der Gefahr, die Cholerabispofition zu bekommen, ausgesetzt ist. 2) Derjenige, welchen die Stubenfliege meidet, ist choleraaber wieder zugleich fest, verliert jedoch diese Festigkeit gegen Fliege und Cholera sobald er Angst bekommt. 3) Meine tausendfachen Erfahrungen gehen dahin, daß Leute, die nach meinem Wollregime leben, in ganz ungewöhnlichem Maße von den Stubenfliegen gemieden werden und weit weniger der Gefahr ausgesetzt sind, in Angst zu verfallen. " 1 g. Da Leidende M unheimliche für die Pr Schweinefl Abänderun Abfaz im fuchung fr musfeln, a den Zwisch und ganz ausnahmlo ( Art. II) m Fleischbesch zeugniffes zu einer v Brüfung n eibehörde Uebrigen b ragraphen Diefe Boliz befondere S Soweinefl B. N. Amts: und in den Rä Friedrichstr Beit von d anlaffung Diesen Häu ungefund haben. Di in der Affe fehr werthy An Stelle Abtheilung Durch diese quemlichkeit Der Prozeß g. Der Sittlichkei Warnungst die in Be hiermit bri Sonntag tam in eines der ansehnlichsten Hotels von ein Pariser Student, der sich auf der Durchreise nach Ddeffa findet. Der Unglückliche roch zum Erbarmen nach Karbol. sein Gepäck erst! Die bitterste Sorge war, wie den ju Mann weit entfernt genug von bewohnten Quartieren un zubringen. Wer ihm das angethan? Bis Wien war er Frieden gefahren. Auf dem Westbahnhofe erst verficherte fich seiner. Man besprengte ihn mit Karbol, ertränkte fe Koffer in dem duftenden Naß, dann nahm man ihm erst feine Wäsche ab und gab ihm dafür einen rothen Bettel, deffen er Montags Morgens die Wäsche wieder erhalten fo Dann erst durfte er nach Wien in's hotel. Der Karbolma wird untergebracht und gestern holt er auf dem Westbahn seine Wäsche. Kaum ist er ins hotel zurückgekehrt, so erid der Hausdetektiv. Sö ham da an Studenten aus Paris Ja, was ist mit dem?" Ah, aber desinfizirt muß er den?" Der ist noch desinfizirt?" Nust alles nig! Richtig, Nachmittag kam schon der Sanitätsdiener. Der dent war ausgegangen, um die Stadt zu desinfiziren und fon fich deshalb für die neue Torquirung der Cholera- Mitr nicht mehr hergeben. Dann komme ich morgen früh ,, Morgen früh fährt er aber schon wieder fort!"- Das er gar net! Morgen wird er desinfizirt!" Dienstag gens 8 Uhr erschien der Sanitätsdiener, mit einem Fläsc 3prozentiger Karbollösung bewaffnet, im Wohnzimmer Provenienz" und benegte mit Eifer und Ernst sämmt Wäsche des erstaunten Pariser Reisenden, welcher schon, wir heute Morgens erzählt haben, am Westbahnhofe am So abend dieselbe Wäsche zur Karboliftrung hatte zurücklaffen mi Da mit dieser so übel parfümirten Wäsche der hart gepl Studiofus nicht weiter zu reisen Luft hatte, entschloß fich selbe, hier zu bleiben und seine zweimal in 24 Stunden bolifirte Wäsche durch eine Wäscherin wieder in Stand zu laffen. Ob ihm auch in Odessa dasselbe bevorsteht wi Wien, das ist jetzt seine einzige Sorge. Der Herr Stub fieht so fahl aus wie seine Wäsche. Der Duft des Karboli ihn ganz schwindelig gemacht. Die unsinnigen Vorsichtsmaßregeln, welche Italien Bormittag Spezielle Erfahrungen über die Wirkungen des Wollregimes bei Cholera befize ich noch feine, aber aus dem Verhalten der Stubenfliege gegen die Wollenen" ziehe ich unbedingt und mit voller Bestimmtheit den Schluß, daß das Wollregime cholerafest macht. Die Lage in Egypten," sagt er ,,, ist weit ernsthafter, als irgend Jemand in England anzunehmen scheint. Für den Augenblick herrscht noch Ruhe vor dem Sturm. Der Monat Ras mandan begann am 25. Juni, und vier Wochen lang nach diesem Datum wird der Mahdi keinen Vormarsch unternehmen. Aber in weniger als drei Wochen darauf wird der Sturm losbrechen und wir werden hart zn kämpfen haben, um uns im Lande zu behaupten. Die Gleichgiltigkeit, die in London herrscht, fezt mich in Erstaunen. Selbst wenn wir beabsichtigten, im nächsten Jahre aus Egypten davonzugehen, so ist doch die Gefahr zu nahe gerückt, als daß wir sie noch vermeiden könnten. In erster Reihe werden wir gehaßt, weil wir Christen sind, zweitens, weil wir Ausländer sind und drittens, weil wir, obschon zwei Jahre bereits im Lande, Niemandem Gutes gethan haben, nicht einmal uns selbst. Jedermann haßt uns, von Nubar Pascha angefangen. Die Schmähungen gegen die Engländer, welche im Bosphore", Nubar's Leibblatt, veröffentlicht werden, find einfach ungeheuerlich in ihrer Wildheit, und gerade die schlimmsten werden in's Arabische übersetzt und zirkuliren überall. Es giebt keine Moschee in Kairo oder Alexandria, in der die Gläubigen nicht ermahnt würden, sich zur Rache an den Ungläubigen vorzubereiten. In Egypten hat sich so viel Explosionsstoff angesammelt, daß es nur des Funkens bedarf, um die Katastrophe herbeizuführen. Für sich allein würde diese Gährung des Mißvergnügens bedeutungslos sein, aber außerhalb der Grenze zieht drohend die Donnerwolfe der Rebellion des Mahdi heran. Das ist die große Gefahr, die zu bekämpfen wir uns sofort vorbereiten sollten, zu deren Abwendung aber, soviel ich es übersehen kann, wir nichts thun. Berschmettert ihr nicht den Mahdi, so wird der Mahdi euch zerschmettern", wie Gordon sagt, das ist die ganze Wahrheit in einer Nußschale." Db ein bereits von der Cholera Befallener durch die Wolle geheilt werden kann, darüber habe ich ebenfalls keine personfichen Erfahrungen, aber bereits im April 1882 schrieb ich in Nr. 6 meines Monatsblattes folgende Notiz: " Ein Abonnent theilt mir mit, daß man bei der legimaligen Anwesenheit der Cholera in Frankreich in der Wollfabrik von Dilet fréres in Roubair die an Cholera erkrankten Arbeiter sämmtlich dadurch errettet habe, daß man sie ganz in rohe ungewaschene Schafwolle einpackte." Thatsache ist, daß die Stubenfliege nicht bloß den Wollenen meldet, sondern auch ungefärbte Wolle und Kleider aus solcher nicht beleckt und es ist kein Grund einzusehen, warum der Geruch, der den Unluftparafiten abhält, demselben nicht auch, wenn er bereits da ist, das Handwerk zu legen im Stande sein sollte. Aber das bemerkte ich ausdrücklich: Erfolge wird man in beiden Richtungen, in Beschützung und Heilung, nur mit ganz ungefärbter Wolle erreichen. Das Chinesische Auswärtige Amt hat die vom franzöfischen Gesandten in Tientsin geforderte Zurückziehung der chinesischen Truppen von den Grenzen von Tonking, sowie die geforderte Bahlung einer Entschädigung abgelehnt. So melden die ,, Times". Sollte fich die Nachricht bestätigen, so fann man auf die Schritte gespannt sein, welche die franzöfifche Regierung thun wird. Ein Krieg mit China ist dann nicht ausgeschloffen. Welcher Kriegseifer in den chinesischen Gemüthern herrscht, geht daraus hervor, daß selbst in San Francisco die Chinesen Gelder sammeln, um die chinesische Regierung in den Stand zu seßen, den erwarteten Krieg gegen Frankreich zu führen. 300,000 Dollars find bereits nach China gesandt worden und ein gleicher Betrag geht mit dem nächsten Dampfer dahin ab. Feuilleton. Durchgerungen. Von N. v. K. ( Fortsetzung.) Bum Schluß bemerke ich, daß ich gerne bereit bin, zu einschlägigen Versuchen Kleidungs- und Bettstücke aus ungefärbter Wolle fompetenten Persönlichkeiten behufs Versuchen gratis zur Verfügung zu stellen." So Dr. Jäger. Es ist selbstverständlich, daß es jegt in den Zeitungen von Anti- Cholera- Rezepten förmlich wimmelt. Neben dem wollenen Cholera- Anzug des Dr. Jäger wird hauptsächlich und immer wieder Cholera- Anzug des Dr. Jäger wird hauptsächlich und immer wieder das Schwißen empfohlen. Bei einer früheren Cholera- Epidemie in Halle a. d. S. ließ ein des Nachts von der Cholera befallener Schmiedemeister von seinen Gesellen schleunigst den Blasebalg in Bewegung segen und hämmerte mit seinen Gehilfen aus Die Gedanken jagten durch meinen Kopf, ich konnte keinen faffen und behalten. 11 ST die fich an zu brängen verschaffen geben zu m Hunderte Serben. A Bahnhöfen wandten in empfohlen, foftigung g N. Ed fett bahnhof Bi fahrten, bie LuftballonRegiments fleineren Gondel und Laffen, als licher Richt Schiff länger Abwehr ergriffen hat, scheinen gerade darauf berechnet zu die Cholera zu verbreiten. In den Lazarethen von Venti glia liegen an 2000 Menschen in Quarantäne. Bwar find Cholerafälle dort vorgekommen, allein das Busammenpfer so vieler Menschen unter Verhältnissen, die mit deren bis gen Lebensgewohnheiten so wenig übereinstimmen, leistet Empfänglichkeit für Ansteckung gewiß Vorschub. Auch die Spanier sind ganz stolz auf ihre Abspen geeilte Arbe Mein Stolz bäumte sich empört in mir auf und der Gedanke an meine Schwester wollte mich fast wahnsinnig machen. Dann fiel mir ein, daß Kurt mich gefüßt hatte, und ich zog das Taschentuch hervor und rieb wie sinnlos Lippen, Stirn und Wangen. gen. Wie es heißt, wird Portugal dem Beispiele niens folgen und die Ankünfte aus Frankreich für verdä Während deffen ging Kurt haftig auf und nieder. Nun blieb er stehen, seine Stimme bebte. Vergieb' mir, Ottilie! Ich verschmachtete nach Dir. Die Leidenschaft riß mich hin. An der Seite jener Sezt erst weiß ich, was] Liebe" ist. fanften Dulderin mit dem hingebenden Gemüthe habe ich dies Ich vertheidige befeligende Gefühl niemals empfunden! mich nicht, ich gestehe meine Schuld und doch bitte ich: verzeih', Ottilie!" Ella tam noch immer nicht. Ich vermuthete, daß sie ausgegangen sei, um einen Besuch zu machen, von dem am Mittag die Rede gewesen war, und müde von all den unruhigen Gedanken, matt und abgespannt wie ich mich fühlte, überließ ich mich mit Behagen dem traumhaften Bustande, in den meine Ermattung, die Stille ringsumher und das magische Halbdunfel mich allmählich versetzten. Bleischwer lag es mir in den Gliedern und auf den Augen, und bald umfing mich ein wohl thätiger, aber unruhiger Schlummer. Allerlei Traumbilder fliegen bunt und wirr vor meiner Seele empor, und schattenhafte Gestalten aus jener phantastischen Welt der Träume wogten und wirbelten vorüber. Längst vergessene heitere oder iragische Szenen aus meiner Kindheit tauchten auf, verwickelten sich mit Ereignissen späterer Beit, um dann plöglich wieder gänzlich erdichteten Episoden und Persönlichkeiten den Vordergrund einzuräumen. Endlich aber löften fich alle diese chaoti fchen Verwirrungen und machten einem Bilde Play, das sich mit plastischer Deutlichkeit dem inneren Auge darstellte. Vor mir lag in majestätischer Ruhe das weite Meer. Von dem Dunklen Nachthimmel strahlte das Licht des Mondes hernieder und spiegelte sich in langen Strafen auf den kaum gefräuselten Wellen. Ich war in einen Kahn gestiegen und versuchte mit Spuren filbernen eine jener schnellen Ruderschlägen zu erreichen, aber kaum war mir dies gelungen, als die einen Bauberschlag veränganze Scene fich wie durch berte. Der Sturm brauste, der Himmel bedeckte sich mit erklären. Berlin gefd Mariannen Deffnen der Hülle nach eine Stund Etabliffemen Regiment 3 Kammerjungfer, mit verstörtem Blicke auf der Sch erschien. Ach, Fräulein Ottilie, die gnädige Frau find sterb frank. Und der Herr Rittmeister sind ausgegangen, und weiß nicht, wo ich ihn suchen lassen soll. Was soll ich th Ach, Fräulein, kommen Sie geschwind!" Die B einer Betiti tellig gewo damms beat Die Gertrau Diefer Straß Bei- Präfidiu Der Petition Ronzeffton Uebergang zu Beschwer Mir war zu Muthe, als ob ich umstürzen sollte! Gü Gott, was für Unglüd follte noch mehr über uns kommen st zum Arzt geschickt, Betty?" " Ja wohl, Fräulein Ottilie, der Johann ist gleich Sie lief die Treppe hinunter und ich folgte ihr. Nun bu nun fonnte ich nicht fort, nun mußte ich bleiben. Ich die Hände gegen die Schläfen und suchte ruhig zu werden ich Ella's Schlafzimmer betrat. Als ich an ihr Bett lag fie im heftigsten Fieber. Wie das so plötzlich über fie tommen fönnen, Gott weiß es! Einmal zuckte mich die traurige Vermuthung, fie könne die zwischen Kurt und mir belauscht haben, aber Nichts besti mich in diesem Glauben. Der Arzt tam und schüttelte Er war dicht vor mich hingetreten, ich konnte ihm nicht ausweichen. Da stand er, bittend, reumüthig, der schöne Mann mit dem feurigen Herzen. Ein jäher Schreck durchzuckte mich. Ich konnte keine Worte finden, um ihn zu verdammen, ein und Gefühl des Mitleids für ihn bemächtige mich seiner, ift Mitleid nicht in vielen Fällen gleichbedeutend mit Liebe. wächst nicht Liebe oft daraus hervor? Aber ich bezwang meine Gefühle, ich beherrschte sogar den Klang meiner Stimme, als ich ihm erwiderte: Unsinniger, Du weißt nicht, was Du redest!" N. Der wiederholt baufällig er beabsichtigt Uebergang Ein a. Saufe Mob bedenklich den Kopf, meinte aber, die Krante erhalte hat seinen können. Er verließ das Haus in dem Moment, als Ru wieder betrat, und theilte ihm die Hiobspost mit. Was in Kurt's Herzen vorgegangen sein mag, das weiß ich aber von Stund an war er ein anderer Mensch geworden wich kaum von Ella's Seite und erschöpfte sich gegen den zartesten Beweisen der Liebe und Aufmerksamkeit Lieben" Nennst Du mich unfinnig," unterbrach er mich ,,, weil ich den Muth habe, einzugestehen, daß ich mich geirrt, daß meine Heirath ein Fehlgriff war? Glaubst Du, daß die verflossenen Jahre glückliche gewesen find? Ich habe meine Pflicht gethan, wie ein ehrlicher Soldat, mehr konnte ich nicht! lann ich nur Dich, Ottilie, ob Du es hören willst oder nicht. Gott helfe uns!" fit pflegte ber ungehörigen Ichers N., Stellung fic aus ihren Derartig in plöglich im fingen und beschädigten die von Mi Stunden, wo das Befinden der Kranken beffer war, sp fte lange und ernst mit einander, und wenn ich nach fol Unterredungen wieder in das Zimmer trat, Glückes auf Ella's Geficht zu ruhen Mit Kurt sprach ich in dieser Zeit sehr wenig; einmal er mit einem ernsten, traurigen Blick ſeine Bitte Er hatte im höchsten Affekt geredet, jetzt hielt er an und Bergebung wiederholte, reichte ich ihm stumm die, ging mit starken Schritten im Zimmer auf und ab. Ich meinte, Im Uebrigen gehörte unsere ganze Aufmerksamkeit im Nebenzimmer das Rauschen eines Kleides und ein schmerz- denden. Ihre Kräfte schwanden zusehends, wir konnt uns nicht mehr verhehlen, daß das Schwerste nahe sei liches Stöhnen gehört zu haben, aber es war wohl nur eine Täuschung meiner überreizten Nerven gewesen. dunklen, jagenden Wolfen, die Wellen häuften sich zu Bergen und mein fleines Fahrzeug tanzte, ein Spielball des wilden Meeres bald hoch hinauf auf den Kamm einer Woge, bald tief hinab in ein gähnendes Wellenthal. Ich hatte die Ruder fortgeworfen und klammerte mich in Todesangst an die Seiten des Bootes. Da ertönte ein entseßlicher Krach, mein Fahrzeug zerbarst und ich stürzte in die Tiefe. Hülfesuchend streckte ich die Arme empor und siehe, der Arm eines Mannes umschlang mich und hielt mich fest, daß ich nicht hinabfinten konnte in die graufige Fluth. Ich fühlte den Athem des unbekannten Retters über meine Wange streifen, und nun füßte er mich, ein, zwei, drei Mal auf Mund, Auge und Stirn. Aber der Hauch seines Mundes brannte wie Feuer, und seine Arme um schlangen mich wie eiserne Bande. So zu sterben!" flüsterte er. Ich aber wollte mich losreißen von dem fremden Manne und fühlte mich gehalten. Da wich der Traum und grell stand die Wirklichkeit vor meinen Augen, trop der Dämmerung, die das Zimmer einhüllte. Ein entsegliche Wirklichkeit! hatten die Eltern telegraphisch benachrichtigt und erwa Mit einer mächtigen stündlich ihr Eintreffen, während Ella's Lebenslicht lan Wenn Ella uns so fände! Willensanstrengung bezwang ich meine Erregung und eilte aus dem Gemach. Gleich darauf hörte ich Kurt das Haus verlassen. Vor mir kniete Kurt, seine Lippen hatten mich gefüßt, sein Arm mich umschlungen, sein Mund die Worte des Traums geflüstert! Ich fuhr in die Höhe und schrie faffungslos laut auf. Ich rang die Hände und stöhnte, als ob es mit mir zu Ende ginge. zu erlöschen begann. Sie war während des ganzen von ruhiger, fast freudiger Heiterfeit gewesen, gegen fiel fie in leichten Schlummer, aus dem fie furz nach nacht erwachte. Sturt und ich standen an ihrem Lager Eltern!" flüsterte sie matt. Sie kommen", Bebenten zu felben feiner falls angeg und mehrere zur W men waren, und waltschaft va Nich Spigbubinne Den Diebsta Gauneri feitens des C SUR erwieder und füßte ihre marmorblasse Stirn. ,, Grüße fie, ich fann Als ich mein Simmer erreicht hatte, brach ich zusammen. Was sollte nun werden, was sollte ich thun? Abreisen, sofort abreisen! Aber wie sollte ich diese plögliche Abreise Ella gegenUnd über motiviren, ohne ihren Verdacht zu erwecken? andrerseits, wie sollte ich Ella nach diesem Vorgange mit gutem Gewiffen unter die Augen treten? Ja, mit gutem Gewissen, das war das ärgste, daß ich das nicht mehr konnte, denn in meinem Herzen sprach für Kurt eine Stimme, die sich nicht unterdrücken lassen wollte, so sehr ich auch dagegen Nur in rascher, unbedingter Trennung tämpfen mochte. war vielleicht noch Heil zu suchen. Ich erhob mich von der Chaiselongue, auf die ich mich geworfen hatte, zündete ein paar Kerzen an und begann mit fieberhafter Haft einige Kleinigkeiten in den Koffer zu packen, I als eifrig an meine Thür geklopft wurde und Betty, Ella's Ruit fic marten, ich muß nun heim", sagte fie. Lebt wob Lieben, habt Dank für Alles, Gott segne Euch!" fich an ihrer Seite nieder und hielt fie, von Schmerz tert, umschlungen. Ottilie wird Dich trösten," lächelte theilung gem alte Frau, a ein und nah dafelbft Wo und mit ihr 1 Bortemont 1 Zalmibrod ein schwarzes geblumter N 6 Ellen weiß legte meine Hand in die Kurts und sank erschöpft in die zurück; ein seltsam verklärter Ausdruck, wie der einer halb Abgeschiedenen, trat in ihre Augen. Dann plögli es über ihre Lippen wie ein Schrei:„ Herr Jesus, nim Baar Blü auf!" Ihr Kopf fiel schwer zurück, wie ein Buden li durch ihren Körper, die Augen schlossen sich, das stand still. ( Schluß folgt.) 1 rothfarrirte beintleid. D Zeint, graun auf ieden fich um te. Nach einem Telegramm aus Konstantinopel vom 16. d. M. find daselbst laut amtlicher Bekanntmachung die französischen Provenienzen aus dem Mittelmeer, sowie aus Algier und Tunis anstatt einer 5tägigen einer 10tägigen Quatantäne die Reisezeit nicht inbegriffen unterworfen wor folgenden; die Provenienzen aus Egypten unterliegen einer nur 5tä gigen Quarantäne. zuwei lage, tomm 3. N Minu weite Fugh Baffer sten T Pati nen n ei nöth fung Lokales. schwarzer Schürze und blaufarrirtem Kopftuch bekleidet. Ihr Aufenthalt war bisher nicht zu ermitteln; auch der Umstand, daß sie wiederholt Briefe an ihren angeblichen Sohn, den Sattler Gustav Arlt in Lissau resp. Posen abgesandt hat, fonnte nicht zu der Festnahme der raffinirten Gaunerin führen. Gerichts- Zeitung. R. Zwei Knaben, des Diebstahls und der Unterschlagung angeklagt, wurden gestern dem Schöffengericht vorgeführt. Der 17 Jahre alte Knabe Borchert und der über 12 Jahre alte Knabe Schießner sollten im Verein mit dem unter 12 Jahre alten Knaben Kärger und dem in Untersuchungshaft befind lichen Knaben Rokohl verschiedene Diebstähle und Unterschlagungen ausgeführt haben. Die gestohlenen resp. unterschlagenen Sachen waren: 1 Blechkanne, Meffer und Gabel, weißer Käse, anderer Käse( vom Wagen gestohlen), einige Flaschen Bier, eine Bigarre und mehrere Lederriemen. Der 17- jährige Borchert ist ein für sein Alter schwächlicher Knabe, man steht es dem Jungen an, daß er gutes Essen und Trinken entbehrt hat, während man andererseits leider die g. Das Morgenroth einer neuen Zeit bricht an, die leidende Menschheit wird jezt ganz ficher und unfehlbar von einem unheimlichen Leiden befreit werden, denn die Polizeiverordnung für die Provinz Brandenburg, betreffend die Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen vom 20. Mai 1880 hat eine Abänderung bezw. Ergänzung dahin erfahren, daß der erste Abjaz im§ 3( Artikel 1) fortan wie folgt lautet: Bur Unterschlagenen Sachen waren: 1 Blechfanne, Meffer und Gabel, §3 I) suchung frisch geschlachtener Schweine sind aus" den Augenmuskeln, aus den Muskeln am Kehlkopfe und am Halse, aus den Zwischenrippen und Kaumuskeln, aus der Zungenwurzel und ganz besonders aus dem sog. Bwerchfellpfeiler stets und ausnahmlos Probeftüde zu entnehmen." Sodann ist noch§ 6 ( Art. II) wie folgt abgeändert bezw. ergänzt worden: Jeder Fleischbeschauer, dessen Bestellung auf Grund eines Prüfungszeugniffes erfolgt, hat sich auf Verlangen der Drtspolizeibehörde zu einer von dieser bestimmten Zeit einer wiederholten Prüfung nach Maßgabe des§ 3 durch den ihm von der Polieibehörde bezeichneten Medizinalbeamten zu unterwerfen. Im Uebrigen bleiben die bisherigen Vorschriften des gedachten Paie Metagraphen unverändert. Auf die Stadt Berlin findet diese Polizeiverordnung keine Ausdehnung; dieselbe hat eine besondere Polizeiverordnung betreffend die Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen. t und benso gen & mit Eingef Don Odeffa bol. m jum en un par er herte tte fe erst ttel, t Iten fo rbolma eftbahn erich Baris ß er nir!" Der und fon Wahrnehmung machen muß, daß er auf dem beschrittenen Wege schon Fortschritte gemacht hat, denn er ist in diesem Jahre schon einmal im Gefängniß gewesen und auch jetzt aus Der Untersuchungshaft vorgeführt. Der Knabe Schießner, noch bedeutend kleiner und jünger, tritt in Begleitung eines Beamten der Erziehungsanstalt für verwahrlofte Kinder- wo er sich jetzt befindet in den Gerichtssaal. Borchert räumt ein, verschiedene ihm zur Last gelegte Verbrechen, zum Theil in Gemeinschaft mit den anderen Knaben, ausgeführt zu haben; die Nahrungsmittel hätten sie genommen, um ihren Hunger zu stillen. Den Riemendiebstahl habe er nicht ausgeführt, ihm sei zugestanden, daß Du die Lederriemen gestohlen haft?!" Borchert: Ich bin so sehr geschlagen worden!"- Präs.: Präs.: ,, Du hast doch vor dem Untersuchungsrichter auch eingestanden und das Protokoll unterschrieben?" Borchert: Ich habe das gar nicht richtig verstanden, was mir vorgelesen ist!" Präs.: Schießner, fage Du mir die Wahrheit, wer hat die Riemen gestohlen?" Schießner:„ Ich weiß nicht, vielleicht hat Kärger fie gestohlen!" Präs.( zum Gerichtsdiener): Rufen Sie den Knaben Kärger herein!" Der Knabe Särger, ein kleiner Knirps, noch viel fleiner wie Borchert und Schießner, tritt in den Saal. Präs. Wie alt bist Du?" Kärger:„ Ich werde im Oftober 12 Jahre!" Präs.: Sage die Wahrheit, wer hat damals die Lederriemen genommen?" Kärger: Ich habe site geholt!" Präs. So- Du hast es gethan! War denn Borchert mit dabei?" Kärger: Nein, er hat um die Ecke in der anderen Straße gesessen." Präs. Konnte er Don da mit aus zusehen?" Kärger:„ Nein." Präs.: B. N. Die Affervaten- Abtheilung beim hiesigen königl. Amts- und Landgericht Berlin I., bie fich seit längerer Zeit in den Räumen des ehemaligen alten Kadettenhauses, Neue Friedrichstr. 13, befindet, dürfte, wie wir hören, in nächster Beit von dort nach der Jüdenstraße verlegt werden. Die Ver anlaffung soll, wie man uns mittheilt, die sein, daß sich in diesen Häumen, die zum Bewohnen von Menschen sich als ungesund erwiesen, neuerdings starke Bilsbildungen gezeigt haben. Die Pilze treten in einer solchen Menge auf, daß die in der Affervaten- Abtheilung befindlichen, zum größten Theile sehr werthvollen Testamentsurkunden als gefährdet erscheinen. An Stelle der Affervaten- Abtheilung dürfte dann die KreditAbtheilung nach der Neuen Friedrichstraße verlegt werden. Durch diese Veränderung würden gleichzeitig auch die Unbe quemlichkeiten, die durch eine Trennung der Affervaten von der Prozeßabtheilung herbeigeführt worden, beseitigt werden. 8. Der deutsche Verein zur Hebung der öffentlichen Sittlichkeit hat seit Kurzem auch in den Eisenbahnwaggons Warnungstafeln folgenden Inhalts anbringen lassen: Mädchen, die in Berlin Stellung oder Arbeit suchen wollen, werden die fich an den Bahnhöfen und in den Straßen an fte heran hiermit dringend gewarnt, unbekannten Personen zu folgen, zu drängen suchen, unter dem Vorgeben, ihnen Stellungen verschaffen zu können, oder ihnen einstweilig billig Obdach geben zu wollen, um dann ihre Unerfahrenheit auszubeuten. derben. Alle hier ankommenden Mädchen, die nicht an den Bahnhöfen von durchaus zuverlässigen Bekannten oder Ver empfohlen, daß vom Verein geleitete Mädchenhaus( Stadtbahnhof Börse) aufzusuchen, wo ihnen Rath, Obdach und Be- suchungshaft.) föftigung gegeben wird. Mitro früb Das tag W Flajd mmer fämmtl Schon, am So en mü Et geple PB fich inden tand f eht wit r Stub Rarbol alien met zu Venti r findl nenpferd cen bishe Leiftet N. Echappirter Luftballon. Die Luftballon- Versuchs" Wo hast Du die Riemen gelaffen?" Rärger:„ Einen habe ich Borchert gegeben, den anderen habe ich einem Solbaten in der Aleranderstraße geschenkt."- Borchert: Das ist nicht richtig, ich habe keinen Riemen bekommen, jedenfalls ist es Rokohl gewesen, der den Riemen bekommen hat." Präs.: Wer ist Rokoht? Borchert:" Der ist hier in Untersuchung und in Belle 91." Präs:„ Ei, Du scheinst ja hier gut Be zu wiſſen?!"" Borchert:„ sch gehe zusammen mit ihm in Freistunde." Staatsanwalt: Ich beantrage für Borchert Entwendung don Nahrungsmitteln 2 Wochen Haft, welche ich durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt er achte,( Der Knabe ist schon seit dem 16. Juni in Untersuchungshaft.) Wegen der anderen Sachen drei Monate Gefängniß." Gegen Schießner wegen Entwendung von Nahrungsmitteln 4 Tage Haft und für das Uebrige 14 Tage Ge den Schöffen: Meine Herren Schöffen, ich bin der Ansicht, daß es für solche Jungen gut ist, wenn sie eine längere Beit im Gefängniß figen müssen, eine turze Strafe vergessen fie leicht!"-- Der Luftballon- Etablissement auf dem Exerzierplaz des Eisenbahn- den, weil derselbe noch nicht 12 Jahre alt ist.) Präsident zu Regiments in Schöneberg vorgenommen werden, erlitten heute Bormittag eine plögliche Unterbrechung. Man hatte einen der fleineren Versuchsballons gefüllt und als Kaptivballon mit Gondel und Signalfahnen an einem Erdkabel in die Höhe ge laffen, als plöglich das Tau riß und der Ballon in nordöst- Gerichtshof erkennt dem Antrage des Staatsanwalts entSchiff längere Zeit in der Gegend des Mariannenplages über Ticher Richtung über Berlin davonflog. Nachdem das Luft- sprechend. Der Knabe Borchert tritt seine Strafe an; der Berlin geschwebt, sentte sich dasselbe plöglich und fiel in der Abspen geeilte Arbeiter hielten den Ballon fest und bewirkten durch Mariannenstraße vor dem Hause 22 zur Erde. Mehrere herbeiDeffnen der Ventilflappe ein Entweichen des Gases, worauf die Hülle nach dem 54. Polizei- Bureau geschafft wurde. Etwa eine Stunde später erschienen Mannschaften des BallonEtablissements, die den Ballon wieder nach dem EisenbahnSch tegiment zurückschafften. Gertraudtenstraße waren mittelst piele verdad : b fterb n, und I'ich the e! Gi ommen! leich Ich Run bu werden Bett öglich nmal b führt.( Wir haben diese Verhandlung so ausführlich gebracht, weil wir annehmen, daß fie unseren Lesern viel, sehr viel zu denken giebt. D. R.) R. Wegen Bettelns und Widerstands gegen die Staatsgewalt wurde dem Schöffengericht aus der Untersuchungshaft vorgeführt der Arbeiter Bont. Derselbe war bereits wegen Arbeitsscheu, Bettelns, Vagabondirens u. f. w. mehrfach vorbestraft. Der wie ein Pennbruder vom reinsten Waffer aussehende Angeklagte giebt zu, gebettelt zu haben; auch habe er sich dem ihn verhaftenden Schußmann thätlich einfache Reklame, die dazu bestimmt sind, die Arbeiter über den noch schwebenden Strike hinweg zu täuschen. Der Vor figende der Lohnkommission: Friedr. Michelsen, Dres denerstr. 24 IV. Die Kommission der Bauanschläger Berlins und Umgegend veröffentlicht einen Aufruf, in welchem alle Kollegen zur energischen Wahrnehmung ihrer Rechte bei dem nunmehr ausgebrochenen Strife aufgefordert werden. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Interessen aller Arbeiter solidarisch find, und daß die Arbeiter ganz Deutschlands hinter den Stri tenden stehen. Es ist Pflicht eines jeden Bauanschlägers", so heißt es in dem Aufruf, die Intereffen hoch zu halten und mit allen gefeßlichen und dem Arbeiter zu Gebote stehenden Mitteln für dieselben mit aller Kraft einzutreten. h. In hiesigen Tischlergesellenkreisen wird, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, seitens der Lohnkommission, anläßlich gewisser, in jüngster Beit wieder mehr in den Vordergrund getretener und auch in der Tagespresse vielfach besprochener Bestrebungen und Agitationen, welche sowohl die Interessen der Meisterschaft als auch die der Gesellenschaft auf's Tiefste berühren, eine großartige Massenkundgebung der Tischler vorbereitet, über die am nächsten Sonnabend große Säulenanschläge das Nähere mittheilen werden. h. Zur Malergehilfen- Versammlung unter dem Vorfigende des Herrn Spuhr am vorigen Sonntag ist nachzutragen, daß in der dem Liefländer'schen Vortrage folgenden Diskussion bejonders die Herren Reglau und Th. Schulz die rascheste Durchführung des zentralisirten Gehilfen- Arbeitsnach weises und Gründung eines gesammtdeutschen Bentral- Verban des der Malergehilfen Deutschlands empfahlen und daß dann ( nach Annahme der schon mit getheilten Resolution) Herr Opis, der zweite Vorfigende der Kommission, über die bisherige Tha tigkeit der Ende April gewählten Gehilfen- Kommission Bericht erstattete und hierbei seinem Bedauern über die Läffigkeit einzelner Kommissionsmitglieder Ausdruck gab, welche in den Kommissionssipungen oft durch Abwesenheit geglänzt hätten. Wie Herr Opis nach dem Vortrage auf besondere Anregung berichtete, find für den Unteestüßungsfond bis zum 1. Juli 81 Mt. 15 Pf. eingegangen und davon Ausgaben im Betrage 34,70 M. bestritten worden, so daß der damalige Kaffenbestand 46,45 M. betrug. Schließlich wurde noch die bis jetzt aus 5 Mitgliedern bestehende Kommission auf die Bahl von 7 verstärkt und wurden die betreffenden Neu- und Ergänzungswahlen vollzogen. h. Zwei öffentliche Tischlerversammlungen von be auf Veran sonderem Interesse sollten am Dienstag Abend laffung durch die hiesigen Kassenbevollmächtigten der( Hamburger) Central- Kranken- und Sterbekaffe der deutschen Tischler und Berufsgenossen" in der Urania"( Wrangelstraße) und im ,, Salon zum Deutschen Kaiser"( Lothringerstraße) stattfinden, um, die Wirkungen des neuen Jnnugsgefeßes auf das Hilfsfassengeset" einer Besprechung zu unterziehen. In der erstgenannten Versammlung sollte Stadto. Tischler Tugauer, in der legtgenannten Tischler Meißner über dieses Thema referiren. Die Versammlung in der Lothringerstraße war aber so schwach besucht, daß die Theilnehmer unmittelbar nach der Eröffnung beschlossen, das Meeting zu ver tagen. Dagegen erfreute sich Versammlung in der Wrangelstraße einer sehr regen Betheiligung. An Stelle des ant Erscheinen verhinderten Herrn Tuyauer war übrigens als Refe rent Herr Tischler Noeste getreten, der mit der Institution der Innungsmeister, sowie mit den Bestrebungen dieser Herren scharf ins Gericht ging, und vielen Beifall fand. An der Distuffton betheiligten fich hauptsächlich die Herren Klose und Rödel ganz im Sinne des Referenten. Schließlich nahm die Versammlung eine Resolution an, in welcher fte mit allen gefeglichen Mitteln für den Austritt aus den Gewerks- Krankentassen behufs Eintritt in die Hamburger Central- Kranken- und Sterbelasse wirken zu wollen verspricht. h. Zum Bauanschlägerstrife berichten wir auf Grund der uns von der Kommission zugegangenen Mittheilungen, daß fich bis Mittwoch Mittag die Bahl der Arbeitseinstellungen auf 25 belief, während sie sich im Laufe des Mittwoch und Donnerstag um weitere 50 vermehrten. Der Mehrzahl der Arbeiter werden, wie es scheint, die Forderungen bewilligt. Laut Kommissionsbeschluß erhalten die Verheiratheten unter den Strifenden wöchentlich 12, die Unverheiratheten 10 M. Unterstügung. Der Aufruf an alle Bauanschläger Berlins ist erschienen und ein weiterer Aufruf an alle Arbeiter Deutschlands um materielle und moralische Unterstüßung der Bauarbeiter wird erlassen werden. Der Kommission sind bereits von den verschiedensten hiesigen Gewerkschaften Unterstüßungsangebote zugegangen, so daß fie rücksichtlich etwaigen Geldmangels jeder Sorge überhoben ist. hr. In der Generalversammlung der Metallarbeiter, Stellig geworden, der gelegentlich des Abbruchs des Mühlen- durch leichtes Stoßen widerseßt, doch sei er angetrunken ge die, etwa 400 Theilnehmer zählend, am Mittwoch, Kottbusers Damms beabsichtigten Durchlegung einer Pferdeeisenbahn durch wesen und bitte deshalb um milde Strafe. Der Gerichtshofstraße 4 a, unter dem Vorsiße des Herrn Netband stattfand, Die Gertraudtenstraße zu versagen, weil der Wagenverkehr in verurtheilte den Angeklagten wegen Bettelns zu einer Woche referirte derselbe über:„ Die Strikes und die Er Dieser Straße bereits ohnehin ein enormer sei. Das Kgl. Poli- Haft, welche jedoch durch die Untersuchungshaft als verbüßt zu Bei- Präsidium hat hierauf den Petenten erwidert, daß es die in erachten sei, und wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt R. Wegen Beleidigung und groben Unfugs mußte fich der Student Cremer vor dem Schöffengericht verantworten. Der Möbelhändler Domte fuhr mit einem Wagen über die Der Betition angeführten Bedenken bei Entscheidung über die zu 1 Monat Gefängniß. Ronzession der betreffenden Linie in Erwägung ziehen werde. N. Der Galgen in Rirdorf, wie der Voltsmund den Uebergang über die Ringbahn in Rigdorf nennt, der schon wiederholt wegen verkehrsstörender Maueranlagen Veranlassung Weidendammer Brücke der Friedrichstraße zu; auf der Brücke zu Beschwerden gegeben, ist jetzt von der Eisenbahnbehörde für baufällig erklärt und deshalb gesperrt worden. Wie wir hören, beabsichtigt die Eisenbahnbehörde einen neuen praktischeren Uebergang in Eisenkonstruktion herstellen zu lassen. Die S ts befti üttelte erhalte ls Kull Was eiß ich worden tegen amteit fit nach fo ar, fpr pflegte ruben einmal Bitte die feit ber fonnte he fei Derma icht lan inzen egen nach Lager rwieder ch tann wohl Runt belte fic standen mehrere junge Leute, unter ihnen der Angeklagte, welche troß mehrmaliger Aufforderung des Fuhrmannes nicht aus dem Wege gehen wollten. Schließlich schlug der Angeflagte mit einem Stock auf das Pferd los, worauf der Fuhrmann mit der Peitsche nach dem Angeklagten hieb, ohne ihn rungenschaften der Metallarbeiter in diesem Jahre." In Betreff des zuletzt über die Boeligersche Fabrik verhängten Strifes theilte Referent mit, daß der Herr B. der Kommiffton erklärt habe, die an ihn gestellten Forderungen bewilligen und auch alle Arbeiter, welche die Arbeit niedergelegt haben, wieder einstellen zu wollen. Ferner theilte er mit, daß die Kommission durch die von Arbeitern der Löwenthal'schen Fabrik in der Gitschinerstraße eingerichtete Schauerstatistit" der Löhne sich veranlaßt gesehen habe, mit Herrn L. zu verhandeln. Herr L. habe sich bereit erklärt, dieselben Löhne zu zahlen, die von Herrn Völiger gezahlt werden. Er schloß mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß die Metallarbeiter a. Ein großer Auflauf wurde gestern Abend vor dem Sause Mohrenstraße 8 durch einen Exzeß herbeigeführt. Der jedoch zu treffen. Der Angeklagte lief nunmehr dem Wagen Berlins die Organisation, welcher sie schon bedeutende Erfolge Eigenthümer dieses Hauses ist mit seiner Familie verreist und nach und schlug mit dem Stod nach dem auf dem Wagen verdanken, noch fester und größer machen und den bisherigen bat seinen Bruder als Vertreter zurückgelaffen. In Folge des ungehörigen Benehmens des Portiers 8. und des Kutfers R., welche bei dem gedachten Hauseigenthümer in Stellung fich befanden, wurde diesen gestern die Entlassung aus ihren Stellungen angekündigt. Hierdurch wurden beide Betheiligten zur Wache fiftirte. Auf dem Wege dahin sowohl, derartig in Aufregung verfeßt, daß fie Abends gegen 10 Uhr plöglich im Haus- und Treppenflur Standal zu machen an fingen und eine Anzahl Flurfensterscheiben zerbrachen und falls figenden Schwiegervater des Herrn Domte, dabei fortwährend: ,, Schußmann, Schußmann!" rufend. Während dieser Scene, welche einen großen Auflauf veranlaßte, war das Gefährt bis zum Zentral- Hotel gekommen, wo dann ein Schußmann die als auch auf der Wache selbst war der Angeklagte nicht zu be ruhigen, sondern schimpfte auf Fuhrmann und Polizei in der schärfsten Weise. Im Termin entschuldigte sich der Angeklagte die von Minute zu Minute immer toller sich gebehrdenden Er- ihm gesagt: Sie sind ja furchtbar besoffen." Uebrigens habe Bebenten zur Wache fistiren wollte, vermochte dem Treiben der felben feinen Einhalt zu thun, und er wurde von ihnen gleichund angegriffen. Erst nachdem noch mehrere andere Beamte men waren, vermochte man die Erzedenten zu überwältigen er wohl beleidigt, doch allzu scharfe Ausdrücke nicht gebraucht. Da jedoch die Beugen das Gegentheil bestätigten, so kam der Gerichtshof zu der Ansicht, daß den Angeklagten eine empfindErrungenschaften neue und größere hinzufügen werden. Die an das Referat sich anschließende Diskussion, an welcher sich die Herren Ullrich, Untermann, Jul. Müller, Witte Thilece u. A. betheiligten, bezog fich vorzugsweise auf die Thatsache, daß in der Lampenfabrik des Herrn Ed. Sommerfeld, welcher der erste war, gegen den im Dezember v. J. die Lohnbewegung mit Erfolg eintrat, der Lohn in der gegenwärtigen guten Ge schäftszeit um 5 pt. schon wieder herabgesetzt worden ist. Hr. Negband theilte mit, daß die Kommission in einem Schreiben an Herrn E. Sommerfeld gegen diesen Lohnabzug protestirt habe. Darauf seien drei Arbeiter der Fabrit zu ihm( Nezband) den Lohnabzug Widerspruch erhoben habe. Demnach habe die und mehrere Bivilpersonen dem Schußmann zur Hülfe gekom liche Strafe treffen müffe; mildernd für ihn allerdings wäre Kommission von einem Vorgehen gegen Herrn E. S. Abstand zur Wache zu bringen. Heute sind beide der Staatsan Spigbubinnen machen jezt ihre Sommerreisen. So wird über der Umstand, daß er in der That start betrunken gewesen sei und deshalb wolle der Gerichtshof auf Geldstrafe erkennen und zwar Für den groben Unfug 10 Mart oder 2 Tage Haft; erkannte der Gerichtshof den Beleidigten das Recht zu, das nehmen müssen. Herr Witte erklärte, daß er und 21 andere Kollegen der Fabrit mit den 6 älteren Kollegen, welche mit dem Werfführer harmoniren und darum fich den Abzug gefallen & Nicht nur nervöse Damen sondern recht raffinirte für die Beleidigung 60 Mart oder 12 Tage Haft. Außerdem laffen, nicht einverstanden seien. Es wurde dann von dem theilung gemacht. Am 24. Mai cr. traf eine ca. 54 Jahre Arbeiterbewegung, Vereine und ben Diebstahl einer auf Reisen gegangenen Berliner Urtheil auf Kosten des Angeklagten zu publiziren. Gaunerin der hiesigen Polizeibehörde unterm 5. d. Mts. feitens des Ersten Staatsanwalts in Rottbus nachträglich Mitalte Frau, angeblich aus Berlin kommend, in Lübbenau ein und nahm bei der verehelichten Einwohnerin Gurrmann dafelbst Wohnung. Kurze Zeit darauf war fie verschwunden und mit ihr eine ganze Reihe von Gegenständen, und zwar 1 Bortemonnaie mit 4 Mt. Inhalt, 1 Paar goldene Ohrringe, Zalmibroche mit blauem Stein, 1 neues braunes Lüstre- und merz in bie : einer plöglid B, nimm acken , bas 1 Versammlungen. Der Vorsitzende der Lohnkommission der Albumar beiter Berlins übermittelt uns folgenden Aufruf: An die Albumarbeiter Berlins! Um allen über den Strike in der Albumfabrit von Löwenberg, Ritterstr. 25 schwebenden, ein schwarzes Staschmirkleid, 7 Ellen schwarzer Kaschmir,% Ellen für uns ungünstig lautenden Berichten die Spige abzubrechen, geblumter Neffel, 5 Männer, 7 Frauen und 6 Kinderhemden, theile ich hierdurch mit, daß der den 16. zu arbeiten angefan 6 Ellen weiße Leinemand, 3 blaugedruckte Leinewandschürzen, Baar Plüschschuhe, 1 Paar Beugschuhe, 4 Paar Strümpfe, Zeint, gene Dedelfertigmacher heute, den 17., auf Grund der Intervention der Lohnkommission die Arbeit nicht mehr aufgenom men hat. Bemerkt sei noch, daß die von Herrn Löwenberg beintleid. Die Diebin ist von mittlerer Statur, hat bräunlichen scheinbar bewilligten 25 pCt. der Lohnkommission nicht ange Borfizenden eine große Anzahl schriftlich eingegangener Mittheilungen und Anfragen erledigt. Die Frage, ob Herr Klein noch Mitglied der Kommission sei, veranlaßte Herrn Klein und Herrn Schmoll, ausführlich die Vorkommnisse in der lezten Kommissions- Sigung darzulegen, durch welche sie und Herr Günzel fich bewogen gefunden, aus der Kommion auszuschei den. Der Antrag, die Kommission zu beauftragen, daß fie, falls Herr E. Sommerfeld den Lohnabzug nicht zurüdnehme, ben Strife proklamire, wurde fast einstimmig angenommen. Im Bezirksverein des 29., 30. und 31. Kommunal wahlbezirks, Grenadierstr. 39, bei Harendt, hielt am Mittwoch Herr Laste einen Vortrag über Vagabundenthum und Arbeiterthum in Deutschland". Der Vortragende führte u. A. aus, daß nach der Kölnischen 8tg." im Jahre 1882 über 900 000 Vagabunden in Deutschland vorhanden gewesen seien; überhaupt werde jeder auf der Landstraße befindliche arbeits lofe Arbeiter als Vagabund angesehen, und demzufolge um das Uebel zu beseitigen, zu allen möglichen Experimenten ge ertra zu zahlen. Empfangt dafür hiermit unseren brüderlichen Dant. An direkter Unterstügung wurde bis jetzt ausgezahlt Mart 7360.10, davon sind von auswärts eingegangen Mark 4016.48. Reiseunterstüßung wurden Mark 255.05 gezahlt für 226 Durchgereiste. Strömt herbei in geschlossenen Reihen, Ihr Kollegen und Genoffen, um auf dem Schlachtfelde der Arbeit unsere gemeinsamen Interessen bis zum letzten Athemzuge zu vertheidigen. Unser Schlachtruf sei: Recht und Wahrheit, Arbeit und Brot. Auf zum Siege! Hauptkassirer ist Herr Georg Spangenberg, Langestraße 54, Hannover. Der Arbeitsnachweis befindet sich ebendaselbst, und zwar auf der Tischlerherberge, Langestraße 54. Wir bitten noch ferner, 3uzug streng stens fern zu halten. griffen, ohne daß dem Ursprunge dieses Uebels nachgeforscht werde. So helfe man sich einfach damit, diese Unglücklichen in's Arbeitshaus zu schicken, das seiner Meinung nach die Vors schule zum Buchthause sei. Einzelne Fachvereine der Arbeiter wüßten dagegen dem Uebel beffer zu steuern, indem sie für den Fall der Arbeitslosigkeit Reiseunterſtügung u. s. w. gewähren, so namentlich in erster Linie der Unterstüßungsverein Deutscher Buchdrucker", der jährlich kolossale Summen von Arbeitslosen Unterstüßung ausgebe. Er führt ferner aus, daß mit der ersten in Betrieb gesezten Maschine die Arbeitslosigkeit bes gonnen und dadurch die Steinkohle sich in die Diamanten der Großindustrie verwandelt habe. Marimalarbeitstag, Abschaffung der Frauen- und Kinderarbeit, wie Abschaffung der Buchthausarbeit seien die einzigen Mittel, hier Abhilfe zu schaffen. In England werde z. B. durchschnittlich wöchent lich 51-54 Stunden gearbeitet und doch beherrsche dasselbe ben Weltmarkt. Schließlich verliest er mehrere Paragraphen der Hausordnung der Arbeiterkolonie Seyda( bekanntlich auch ein Mittel, um die Vagabundenplage aus der Welt zu schaffen), erwähnt u. A. des Reverses, den die fich zur Aufnahme dort felbft Meldenden unterschreiben müssen, wonach fie außer Kost und Logis bei 14 stündiger schwerer Arbeit Nichts beanspruchen und die ihnen zu gewährenden 25 Pf. Lohn pro Tag als Ges schent ansehen. Er schloß: Mögen jene gründenden Industrieritter endlich von derartigen Experimenten Abstand nehmen, ihre Arbeiter lieber beffer bezahlen und die Arbeitszeit verkürzen, damit die Arbeiter nicht nach derartigen Instituten burch Arbeitslosigkeit hingedrängt werden." Als der Redner bieran noch die fritische Bemerkung schloß, die ungefähr dahin ging, daß derartige Einrichtungen nicht den Frieden unter den Bevölkerungsklaffen förderten, erhob sich der überwachende Bolizeilieutenant und löste nach 1stündigem Tagen die ziem lich gut besuchte Versammlung auf. Er verfiel dabei zunächst in den Fehler. den§ 5 des Vereinsgesetes als Grund anzus geben und nannte erst nach längerem Befinnen den§ 9 des Sozialistengesezes. Durch die plößliche Auflösung war es leiber nicht möglich, die Mitglieder auf die Wichtigkeit der in 14 Tagen stattfindenden General- Versammlung( Tagesordnung: Neuwahl des Vorstandes) aufmerksam zu machen, und sei dies hiermit denselben bekannt gegeben. " 1 Ehrengeschent von 200 Dollars ausgesezt eine Praris, die in England und den Vereinigten Staaten gebräuchlich ist, uns sparsamen Deutschen aber etwas fremdartig erscheint. Das Ge halt des Sekretärs wurde von 150 auf 250, und das des Schatzmeisters von 50 auf 250 Dollars erhöht. Präfident wurde Hagerty von Brooklyn. Die allgemeine französische hutmachergesellschaft( Société générale des ouvriers chapeliers de la France) ladet zu dem vierten jährlichen Gewerkschaftskongreß ein( fie ist den 25. Januar 1880 gegründet). Die Gesellschaft zählt 60 Filialvereine und ist, trotz der außerordentlich ungünstigen Geschäftslage, in fort währendem Wachsen begriffen. Innerhalb des legten Jahres hatten die französischen Hutmacher nicht weniger als 4 Grêves ( Arbeitseinstellungen) zu bestehen: in Bezières, Chazelles, Lisle sur Sorgues und Montelimar. Alle diese Strikes wur den durch Lohnreduktionen seitens der Meister herbeigeführt, und in allen bewährte die Gesellschaft sich vortrefflich. Für Montelimar allein gab sie 18000 Frants an Unterstützung aus. Bei der Arbeiter Enqête, welche die französische Kammer angeordnet hat, spielte die Hutmachergesellschaft durch ihre intelligente Vertretung der Arbeiterinteressen eine hervorra gende Rolle. Ueber die Arbeitsverhältnisse in der Textil- Industrie wird aus Gera berichtet: Der blühende Zustand unferer Wollenwaaren- Industrie ist im fortwährenden Steigen begriffen. Die hier gefertigten Waaren haben sich seit circa 20 Jahren den Weltmarkt vollstandig erobert und andere Webstoffe verdrängt. Die Handwebestühle wurden allmählich von dem mechanischen, durch Dampfkraft getriebenen Webstuhl außer Betrieb gesezt. In Folge dieser Blüthe" find alle selbstständigen Meister und Gesellen zu Lohnarbeitern degradirt worden. Die Konzentration der Kräfte, die immer mehr fich vollziehende Entwickelung zur Großproduktion und die damit verbundene Vervollkommnung der Maschinen, die zunehmende Leistungsfähigkeit der Arbeiter u. s. w. führte eine immer größere Nachfrage nach den wollenen Webstoffen herbei, welche fast ausschließlich den Orten Gera und Greiz zu Gute tommt. Der hiesige Exporthandel ist daher ein ganz bedeutender, wie die jährlichen Kundgebungen der hiesigen Handelskammer beweisen. Die fabrizirten Waaren bestehen in Mäntel- und Kleiderstoffen. Auch in Hinsicht des Musterwesens, auf Schaft- und Jaquardmaschinen und Dreher ist ganz Hervorragendes ge leistet worden. h. Im Fachverein der Metallschrauben- Façondreher wurde in der jüngsten Versammlung der vierteljährliche Kaffen bericht( pro März, April, Mai) erstattet. Hiernach betrugen die gehabten Einnahmen 721,50 M., was unter Hin zurechnung des alten Kaffenbestandes von 1617,05 M. einen Gesammtbestand von 2383,55 M. ausmachte. Hiervon die Gesammtausgaben im Betrage von 1798,45 M.( a. für gewerkfchaftliche Angelegenheit 202,45 M., b. besondere Ausgaben für Strifes 1596 M.), ergiebt einen Kaffenbestand von 540,10 m. Der bedürftigen Familie eines zur Beit arbeitsunfähigen Mitgliedes wurde auf die Dauer von 9 Monaten eine wöchent liche Unterstügung von 5 M. und ein Monatszuschuß zur Miethe in Höhe von 7,50 M. gewährt. h. Im Fachverein der Schneider wurde in der gut befuchten Versammlung am 14. d. M. der Beschluß gefaßt, zum bevorstehenden Schneiders( Arbeitnehmer) Rongreß, der am 20. d. M. in Gotha( nicht, wie irrthümlich gemeldet worden, in Gera) stattfindet, nur einen Delegirten und zwar Herrn Pfeiffer, zu entsenden, nicht zwei, wie früher beschloffen war. Die u. A. auf der Tagesordnung stehende Wertstellen angelegenheit in Betreff der als demoralifirend bezeichneten Werkstattordnung der Firma Simon Gräz wurde nach turzer Debatte der Kommission überwiesen. Aus dieser Darlegung wird man folgern wollen, daß der Wohlstand der hiesigen Bevölkerung auch ein der industriellen Lage entsprechend guter sein müsse und daß die Arbeiter einen Verdienst haben, der zur anständigen Ernährung einer Familie ausreichend ist. Aber das ist weit fehlgeschossen. Wir stehen uns hier fein Jota beffer, wie anderswo im lieben Vaterlande. Morgens und Mittags zur Fabrit, um nicht wegen zu spät Tommen bestraft zu werden. Als Lohn für ihren Pflichteifer, der die oben geschilderte blühende Lage wesentlich mit herbeis geführt, tragen die Arbeiter vierzehntäglich 24 bis 34 M. Lohn heim, ein Lohn, der oft geringer in Folge schlechten Materials oder mehrfacher Strafabzüge für Fehler u. 1. w., fich aber sehr selten höher stellt. Das Angebot von Arbeitskräften übersteigt eben auch bei uns trop flottesten Geschäftsganges stets weil bei dem geringsten die Nachfrage, besonders, Eine große öffentliche Versammlung der Sattler, in Sachen der Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Sattler und Berufsgenossen Deutschlands, findet Sonnabend, den 19. Juli, Abends 8% Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobstraße 37, statt. Bei der außerordentlichen Wichtigkeit der Tagesordnung, Wahl des Delegirten zu dem am 2. und 3. August stattfindenden Delegirtentag u. f. w., wird ein zahl reiches Erscheinen erwartet. Billets zu dem am 26. d. Mis zum Besten der obigen Kasse stattfindenden Sommervergnügen sind in der Versammlung für 30 Pf. zu haben. Abendtaffe findet nicht statt. Im Fachverein der Nähmaschinenarbeiter und Berufs genossen findet am Sonnabend, den 19. d. Mts., Abends 8%, Uhr, in Nieft's Vereinshaus, Kommandantenstr. 71-72 eine Versammlung statt. Tagesordnung: 1) Migstände im Gewerbe, deren Ursachen und Abhilfe; 2) Verschiedenes, Frage kasten, Aufnahme neuer Mitglieder. Billets- Ausgabe zu dem am 2. August stattfindenden Sommerfeste. Wegen Regelung des Mitglieder- Verzeichnisses bittet der Vorstand um zahlreiches Erscheinen. er= Nr. S Berling Dos Pa Abficht werben Platate Reifen nehmen folchen fte fefte es jegt Tommer einlaufe lischen Milles Luft feh nament Englan $ 38 Bericht Fahrt , 2 an Her und er Die B Hullfreiem Fahrt Abfahr J Der Bezirksverein des werth. Voltes der Schönhaw ser Vorstadt veranstaltet zum Sonntag, den 20. Juli, eine Herren- Fußparthie. Abmarsch 5 Uhr 15 Minuten, vom Lofale des Herrn Meister, Schönhauser Allee 161. Nächste Mitglieder versammlung Dienstag Abend, den 22. Juli, ebenfalls in Mei ſters Lokal. 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Eingesandt. 7. Feb Σας το Schiff in mir am um un Die S fonnte öffnen, zeug Alles fabren mochter N fernten Kinder fam, be Stunde geben, Der gar frant m Mit der Bitte um Veröffentlichung geht uns folgende Zuſchrift zu: Am 9. Juli war in der Volkszeitung folgende Annonce zu lesen: Tüchtige Rohrleger werden in Schöneberg verlangt bei einem täglichen Verdienst von 5-6,50 M." A ich am folgenden Tage mit einem Kollegen hinausging und arbeiten anfing, da sollte ich mich auch von der Richtigke einen Lohn von 5-6,50 M., wenn es auch mit ihnen eine be iener Annonce überzeugen. Wirklich zwei Rohrleger erhielten arbeiter aber erhielten bei Stückarbeit pro Tag, d. h. 10 Stun sondere Bewandniß hatte. Alle übrigen Rohrleger und Erd den einen Lohn von 1,20-3 M. So haben unter Anderem drei tüchtige Arbeiter auf Accord Accord 1,20 M. verdient. Ich muß hier noch bemerken, daß besagt Arbeit von der Stadt- Verwaltung dem Unternehm Mannes und Co. in der Friedrichstr. unter Aufficht eind städtischen Beamten zur Ausführung übertragen wurde Die Auszahlung fand merkwürdiger Weise unter Aufsicht eine Beamten nnd zwar eines Gensdarmen statt, der Punkt 6 erschien, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. schöner Beweis für das gute Gewiffen des Unternehmers. dem ungeheuren Lohn nahm natürlich die Arbeitsstelle bald bas Aussehen eines Taubenschlages an, am 9. legten 4, am 10. am 11. 3, am 12. soviel ich übersehen konnte 20 Mann Arbeit nieder. Aber man muß nicht glauben, daß der unglaub lich hohe Lohn geeignet war, die Leute bei der Arbeit zu ha ten, es trat vielmehr noch die äußerst pünktliche Auszahlung deffelben hinzu. So beschwerten sich einige Arbeiter beim Schadt, bie meister und dem Ingenieur Barth vor Allem deßwegen, weil ma fich nicht entblödete, selbst denen den Lohn für 2 Tage vo Steigen der Bestellungen sofort länger und anstrengender gearbeitet werden muß. Feiernden Kollegen wird es oft sehr schwer gemacht, in kurzer Zeit wieder Arbeit zu finden während die arbeitenden 12 volle Stunden des Tages, ohne ihnen Frühstück und Vesperpause zu gönnen, an der Maschine stehen und ihr farges Mahl mit dem dicken Wollstaub zugleich verzehren müssen. Die Gesundheitsverhältnisse sind in Folge deffen sehr trauriger Art. Am meisten find die Arbeiter mit Lungenkrankheiten, scharfem Husten, Engbrüftigkeit u. f. f. behaftet, ein Zustand, der sich sehr drastisch in dem schlechten Stand der erst ein Jahr bestehenden, auf Grund des neuen Krankenversicherungsgeseßes von den Fabrikanten errichteten Krankenkasse ausdrückt. Dieselbe hat 2000 Mitglieder und diese müssen sehr hohe Beiträge leisten, aber dies verhindert nicht das Defizit. Die Lungenkrankheit tritt gleich einer Epidemie sehr viele Arbeiter und Arbeiterinnen auf und sehr viele In einem sehr urscheinen wie wandelnde Leichen. scheinen wie sächlichem Busammenhange steht der geringe Gesundheitsgrab auch mit den Fabrikeinrichtungen im Besonderen. Da wirkt zunächst der im Verhältniß zu der Bahl der darin be schäftigten Personen viel zu fleine, mit durch dicken Staub verdorbener Luft angefüllte Raum zerstörend auf den Körper ein. Für die Garderobe find meist so fleine Räume angewiesen, ein. Für die Garderobe find meist so fleine Räume angewiesen, daß die Kleider dicht beis und aufeinanderhängen; gewiß sind das bequeme Verfahrungsweisen, um Krankheitsstoffe auf den Menschen und von Einem auf den Anderen zu übertragen. Bom Reichsgesundheitsamt hört man hierorts wenig, ist wohl auch für Arbeiter nicht gerade besonders geschaffen und der unfichtbare Fabritinspektor scheint sich um solche Sachen nicht fümmern zu sollen. So erscheint die Medaille im Avers und Nevers. Die von der alten Bäder- Jnnung zu gestern Nachs mittag in dem Vereinshause in der Wilhelmstraße einberufene Wahlversammlung batte die ganze Gesellschaft alarmirt und hatten Viele fich Einlaß zu verschaffen gewußt, die nicht bei Innungsmeistern in Arbeit stehen. Als Obermeister Kunze die Frage an die Versammlung richtete, ob alle Anwesenden bei Innungsmeistern arbeiten, wurde dieselbe mit ,, nein" beant wortet. Der Meistervorstand war ziemlich vollständig vertre ten, von den Gesellen bemerkte man die Altgesellen Gustav und Bolte in der Versammlung, troßdem an den alten Raffen Borst nd keine Einladung ergangen war. Und doch sollte die Wahl auf Wunsch der Meister vorgenommen werden, wogegen Die Gesellen energisch protestirten, da die Meisterschaft teine Klärung in die Situation bringen konnte oder wollte, ob der der zu wählende Ausschuß zugleich Vorstand der neuen InnungsTaffe sein solle. Deshalb beantragten die Gesellen Jordan und Hoppe, die Wahl nicht stattfinden zu lassen. Daraufhin entbrannte ein äußerst gereizter Meinungsaustausch, welcher in eine derartige Unruhe ausartete, daß sich Obermeister Kunte genöthigt fah, die Versammlung, ohne eine Wahl stattfinden zu Lassen, schleunigst zu schließen. Die Gründung eines Verbandes der deutschen Steinmehen ist auf dem soeben in Halle abgehaltenen Kongreß deutscher Steinmeger beschlossen worde. Die betreffende ResoTution geht dabei von der Erwägung aus, daß nur durch eine organifirte Vereinigung, d. h. durch Errichtung eines Ver bandes aller deutschen Steinmeßen die Existenzfrage und die Abstellung aller Uebelstände in diesem Gewerke geregelt werden fann. " Verpfle D unfer b Auch e wechfelt Bei mern n bie piel blieb Be * noch bi Der eng gebliebe Breis Sprechen 81 villon welche habe Annet Barife Leben fei ba enthalten, die ihr Arbeitsverhältniß ausdrücklich für aufgelö Nürnberg. Das Unfallversicherungsgesetz war der Gegen- erklärten. Man muthete ihnen weiter nichts zu, als daß ihr Geld am nächsten Sonnabend holen sollten, auch wenn stand der Erörterung in der gestern Abend im Gasthaus zum Schwan" in Wöhr stattgehabten öffentlichen Versammlung. dadurch mindestens 4 Stunden versäumen würden, um leicht 3-4 Ml. zu erheben. Troß aller Vorstellungen Obwohl die schwüle Temperatur nicht gerade günstig zum Be der Ingenieur bei seiner Weigerung und motivirte diefelb fuche einer Versammlung wirkte, war dieselbe doch sehr zahldamit, daß es bei ihnen so usus sei. Aber noch etwa reich besucht und folgten die Anwesenden den flaren Ausführungen des Referenten, Herrn Grillenberger, mit dem gespanntesten Intereffe. Redner erklärte, daß es fich fest, nach brillanten Lohnverhältnissen tritt noch eine vorzüglichere Anderes, Schöneres scheint da draußen Usus zu sein, zu b dem das Gesetz vorhanden sei, nachdem man mit einer That handlung der Arbeiter.( Nach dem uns zugehenden Beri sache zu rechnen habe, nicht darum handeln könne, daffelbe nur I will es uns scheinen, als ob der Herr Ingenieur nur fehr ob zu fritifiren, sondern den sachlichen Inhalt desselben klar zu flächliche Studien mit dem von einem gewissen Alberti faßten Buch vorgenommen zu haben scheint. D. R.) Herr Ba legen. Nach Darlegung einer furzen Entstehungsgeschichte des Bestimmungen durch, deren Licht- nnd Schattenseiten in allge arbeiten fonnten, daß für dies Warten nichts bezahlt werde mein verständlicher Form hervorhebend. Das ganze Gesetz sei hörte von einigen Leuten, daß fie an einem Tage 4 Stunden war weniger ein Gefet betr. die Unfallversicherung der Arbeiter als vielmehr ein solches Gesez für die Unternehmer. erläßt folgenden Aufruf: Kollegen! ,, Dem Muthigen gehört Gefeßes ging er die hauptsächlich für den Arbeiter wichtigen erklärte fernerhin einigen Affordarbeitern, welche nicht we Die Kommission der Tischler in Hannover- Linden die Welt", dieses Motto haben wir auf unsere Fahne gefchrieben, worauf wir geschworen. Wir haben Euch schon vers fchiedene Male die Versicherung gegeben, auszuharren bis auf den letten Mann, und werden dies hoch halten, fo lange noch ein Tropfen Arbeiterblut in unsern Adern rinnt, und schlimmsten Falles, wie dies unsere tapferen Denhauſer Kollegen gethan, mit Weib und Kind auswandern, um in uns bestimmter Ferne ein neues Heim zu gründen. Die Situation hat sich in den legten vierzehn Tagen in keiner Weise verändert und auch die Zahl der Strikenden ist dieselbe geblieben; für Diejenigen, die in Arbeit gekommen und abgereift, find wieder Hutmacherkongresse. Die Konvention( Generalvers ſammlung der nationalen utmachergewertschaft ( Hat Finishers Association) von Nordamerika hat Mitte Mai in Bethel( Connecticut) getagt. Wegen einer Differenz mit der englischen Hutmachergesellschaft beschloß die Majorität, den nach Amerila fommenden englischen Hutmachern so lange feine Mitgliederkarten zu geben, bis diese Differenzen beigelegt find. Der Antrag auf Errichtung einer allgemeinen( nationalen) Be" vorwärts arbeiten könnt, aber dann nach der Budite g ( was beiläufig bei dem Lohne nicht so leicht vorkommt), da bekommt Ihr ja auch nichts bezahlt, also tönnt Ihr auch Imal so ein Bischen warten. Wer aber etwas von mir w der verklage mich." Neueste Nachrichten. Marseille, 16. Juli. Die Zahl der von heute Bo benen stellt sich auf 22. mit Unterschrift und in 92 ist noch nicht bewilligt. Die noch gräbißtaffe fand keine Majorität. Ebenso wurde ein Antrag, tag 10 Uhr bis heute Abend 7 Uhr an der Cholera Gef Strifenden find fast alle verheirathet. Dank Eurer bisherigen Hilfe war es uns möglich, in den beiden legten Bahlungen nicht nur alle Unterstüßungsbedürftige zu befriedigen, sondern auch noch in Anbetracht der fälligen Miethe nachträglich 3 M. Theater. Freitag, den 18. Juli. Deutsches Theater: Geschlossen. Senes Friedrich Wilhelmft. Theater: Boccaccio. allner Theater: Hotel Blancmignon. Otend- Theater: Das Stieftind des Proletariers. Belle Alliance- Theater: Die Wilden. alhalla Operetten Theater: Nanon. Butfenstädtisches Theater: 78. Opern Vorstellung: Gaft spiel der Frau Barnay- Kreuzer. Gastspiel des Fräul. Emmy Dähne. Undine. Romantische Bauber Oper in 4 Atten von Alb. Lorging. W " Meinen Verwandten, Freunden, sowie den Mitgliedern des Arbeiter- Bezirks- Vereins im Osten rufe ich zum Abschied ein herzliches Lebewohl zu. Ich werde in der Fremde auch bleiben, wie bisher und fernerhin eintreten für Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschenliebe. Herzlichen Gruß [ 427 die Präsidentenwürde zu einem bezahlten Amte zu machen, ab gelehnt, dagegen dem zurücktretenden Präsidenten Dowd dall, der eine Wiederwahl ablehnte, für die vier Jahre, während deren er sein Amt zu allseitiger Zufriedenheit verwaltet, ein Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 19. Juli, Abends 8%, Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28: Generalversammlung. T.- D.: 1) Kaffenbericht. 2) Wahl des 2. Schriftführers, eines Kontroleurs und der Arbeitsvermittler. 3) Verschiedenes. 426] Der Vorstand. Maschinen Näherinnen auf feine Oberhemden finden dauernde Beschäftigung Lindenstraße 100, III.[ 424 Jm Verlage von J. H. W. Dies in Stuttgart erschien und ist in der Expedition des„ Berliner Voltsblatt", Bimmerstr. 44 zu haben: Die Sozialdemokratie vor dem Deutschen Reichstage. Erste Lesung des Sozialistengesetes nach dem amtlichen Stenogramm. Heft 1. Sizung am 20. März à Heft 25 Pf. Wahrer Jakob Nr. 6.- 10 Pf. II. " Paris, 17. Juli. Von gestern Abend bis heute f 10 Uhr starben in Marseille 21 Personen und in Toulon Personen an der Cholera. Die Buchdruckerei von zu ver wiffen fort! Den C Baris bort achtzeh Babija au gu Haus zu feie gefcheh St dem fich üb ohne 9 Deine fertiger Dem, m ich tan voll E thätige bei un fproche Du m abnen, felbit Strafe anrechn wir gla berjeni nigen Schidi in biefe daß feit üb wenn mußt, Schreibe heute n war, f MAX BADING Beuthstrasse 2 empfiehlt sich zur Anfertigung sämmtlicher Druck arbeiten, in geschmackvoller Ausführung zu soliden Preisen. W. Grothe. Verantwortlicher Redacteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Bell en. rk 3, die , uns Ge ☎ des fident eine généierten anuar e und fort Sabres Brêves zelles, wurs führt, Für Ligung mmer ihre vorra er, in r und Juli, Alte tigkeit 2. und zahl Sis nügen notaffe erufs Ibends 1-72 de im Frage u dem gelung reiches nhaw i, eine Lotale glieder n Mei ten. olgende olgende Sneberg Nr. 89. Beilage zum Berliner Volksblatt. Nach Amerika für 90 Mark!*) Freitag, den 18. Juli 1884. Dollar zu wechseln, wobei wir natürlich einige Mark einbüßen mußten. Endlich kam der Bug, fort gings bis Liverpool? D So lauten Plakate, welche in fast allen öffentlichen Lokalen nein! Unterwegs mußten wir Scachmittags wieder 2-3 Stunden Berlins aushängen. Das ist ja erstaunlich billig!- denft warten und konnten uns erfrischen; natürlich für unser gutes das Publikum und nicht wenige von denen, welche die Geld, denn bis zum Abend mit hungrigem Magen und hungrigen Absicht haben auszuwandern, wenden fich an die auf den Kindern aushalten, ging doch nicht gut an und erst am späten Plataten angegebenen Adressen der für englische Gesellschaften Abend trafen wir in Liverpool ein. Hier mußten wir zunächst werbenden Agenten. Diejenigen, welche einmal diese billige" unsere größeren Effekten auf dem Bahnhof zusammentragen Reise mitgemacht haben, werden sich für's zweite Mal in Acht helfen, dann erst konnten wir dem Geschäftsführer des Livernehmen. Leider gelangen selten die Unzuträglichkeiten einer pooler Agenten" zum Logis folgen. Mit diesem an der Spige folchen Reise an die Deffentlichkeit, weil die Passagiere, sobald ging's jezt in Geschwindigkeit durch die Straßen Liverpool's, fte festen Boden unter den Füßen haben, denken:„ Wir haben wobei diejenigen, welche Handgepäck und Kinder mit sich es jezt überstanden, Andere mögen auch sehen, wie sie durchführten, immer eine halbe Straßenlänge zurückblieben, ohne lommen." Aber auch dann, wenn in New- York Beschwerden das sich jemand um fie gefümmert hätte.( Wie wir nacheinlaufen, wird dadurch in der Regel nichts erreicht; die eng- träglich erfuhren, segte der Geschäftsführer diese Lauferei des lischen Gesellschaften wissen sich stets weiß zu brennen und halb in Szene, um uns Gepäckträger aufzunöthigen; diese Alles bleibt beim Alten. Da gerade jezt die Auswanderungs- hätten sich von uns Fremden tüchtig bezahlen lassen und den luft ſehr rege ist, halten wir es für unsere Pflicht, Deutsche Verdienst" mit dem Geschäftsführer" getheilt. In ähnlicher namentlich Familien- vor der angeblich billigen" Reise über Weise sind schon Viele gerupft" worden.) Schweißtriefend England zu warnen. und ermattet langten wir endlich im Logirhause an, wo nun Abendbrot aufgetragen wurde. Nachdem wir gegeffen, wünsch ten wir zu schlafen; der Geschäftsführer" führte uns in die Schlafräume; Räume mit 6, 12 und mehr hölzernen Pritschen, auf jeder ein Strohsack und wollene Dede. Die Thüren hatten feine Schlösser und standen Tag und Nacht offen. Ich fam nun mit meiner Familie mit Leuten zusammen, denen man auf den ersten Blick ansah, daß fie Ungeziefer hatten. Als ich hiergegen Einwendungen machte, erklärte der Ges schäftsführer: Sie können ein anderes Logis bekommen, aber das loftet Etwas." Da wir nun unmöglich in dieser uns sauberen Gesellschaft bleiben konnten, mußte ich wohl oder übel hierauf eingehen. Wir erhielten fegt einen Raum angewiesen, in dem sich vier Pritschen befanden, der somit gerade für uns vier Personen ausreichte. Wir veröffentlichen zu diesem Zwecke den uns zugegangenen Bericht eines Mannes, der mit seiner Familie die beschwerliche Fahrt über den Ocean selbst durchgemacht hat. Aufmerksam gemacht durch die Platate, wandte ich mich an Herrn Meffing auf dem Potsdamer Bahnhof; ich wünschte und erhielt Reisebillets nach Amerika für 90 Mart à Person. Die Billets lauteten: Von Hamburg nach New- York über freiem Logis bis New- York. daß Fahrt ab Hamburg 14, höchstens 16 Tage dauern könne. Die 7. Februar nach dem Schiffe, doch mußten wir den ganzen Ich begab mich mit meiner Familie am Freitag, den Tag warten; erst am Sonnabend früh setzte sich das Dampfschiff in Bewegung und nach einer stürmischen Fahrt landeten wir am Montag früh in England. Die Bollbeamten famen um unser Gepäck zu revidiren. Wir hatten teine Ahnung, daß die Sachen der Auswanderer in England geöffnet werden und Tonnten deshalb dem Verlangen, unsere Kisten und Kasten zu jeug fehlte. Schließlich wurden unsere Kisten laufgebrochen, Alles durchgewühlt und nachdem man uns noch gehörig ange fahren hatte, ließ man unsere geöffneten Kisten stehen; wir mochten sehen, wie wir dieselben wieder zunagelten. Run fonnten wir zu Fuß nach dem eine halbe Meile entd Erd fernten Bahnhof laufen, unser schweres Handgepäck und unsere AB und htigke rhielten eine be O Stun unter 1,20 nehme Der fam, ber uns nach Liverpool bringen sollte. Da dies einige Da dies einige Stunden dauerte, so beschlossen Viele in die nahe Stadt zu befag geben, um einige Lebensmittel zu laufen. Wir hatten während frant ganzen Fahrt von Hamburg nichts gegessen, weil wir seewaren; jest stellte sich der Hunger ein; von der freien Berpflegung war nichts zu sehen. ht eine wurde cht eine 6 1 luch e ers. Bei bald bas n 10.4 ann bi unglaub zu bal zablu Schad veil mat e vor aufgel daß wenn Am piel en blieb diefelb 5 etwal Bu be bere Be Berid febr obe erti err Ba t wei rde n war 3br f Shr Dife g t), ba auch d mir w Vo Geft ute fr Coulon Bell Doch jest stellte sich ein neues Leiden heraus, wir hatten unser deutsches Geld in Hamburg bereits in Dollars umge wechselt; für Dollars, event. Cents tonnten wir bei den Krämern nichts erlangen, uns blieb nichts weiter übrig, als einige hoch Der * In lezter Beit sind die Ueberfahrtspreise auf allen Linien be billiger geworden, aber das Berhältniß der Fahrpreise englischen Linien zu den deutschen im Wesentlichen dasselbe geblieben. Man kann wohl als sicher annehmen, daß, da der ift, die Verpflegungs- und Fahrzeits- Verhältnisse sich dem entsprechend verschlechtert haben. 81 Drei Gesellen. Eine ernste Erzählung von Ernst Pasqué. ( Schluß.) villon geführt, um Theil an einem kleinen Festmahl zu nehmen, Im Triumphe wurde der geliebte Freund nach dem Pa welches foeben fervirt worden war. Du befindest Dich nämlich bei mir, sagte Friedel. Ich habe Baris und die Tischlerei aufgegeben und bin mit meiner Annette, die eine so gute Rheinländerin geworden, als sie eine Leben in Rube mit meinen Kindern und nun dem Himmel fei dafür Dant! zu verbringen -auch mit Dir, mein lieber alter Freund, denn das mußt Du ein für alle Mal wiffen: von hier, aus meinen Armen kommst Du nimmermehr Wir legten uns jetzt schlafen; doch nicht lange, so machten wir die Wahrnehmung, daß es in diesen ,, etwas kostenden" Räumen nicht ganz geheuer set. Ein unheimliches Jucken ließ nichts Gutes ahnen und am Morgen bestätigte sich unsere Vermuthung, wir hatten Ungeziefer bekommen, frog aller Vorsicht. Ich stellte dem Geschäftsführer" die Sachlage vor, doch dieser entgegnete entrüftet:" So etwas tommt hier gar nicht vor, das ist gewiß mit aus Deutschland gekommen." Da die Nationalität diefer ,, Thierchen" schwer zu erkennen ist, so half uns kein Protestiren, wir mußten zufrieden sein, daß wir nicht mit den genannten schmußigen Personen zusammen schlafen brauchten, wir hätten jedenfalls doch eine Portion mehr bekommen. Uebrigens trösteten wir uns damit, daß wir binnen wenigen Stunden auf's Schiff fämen. Doch unsere Hoffnung sollte zu Waffer werden; nachdem es bereits Nachmittag geworden, erhielten wir den Bescheid: heute wird aus der Fahrt nichts, aber morgen geht die Reise los." Die meisten Passagiere beschloffen jegt die Stadt und den Hafen zu besehen, da aber fast Alle Gepäck bei fich führten, die Logisräume aber nicht zu verschlieBen waren, so mußte das Gepäck bei dem Geschäftsführer" in Verwahrung gegeben werden, wofür dieser natürlich wieder ein ,, lleines" Trintgeld beanspruchte. 11 " Am nächsten Morgen wurde wieder zum Aufbruch gerüstet, doch es wurde wieder Mittag und schließlich erhielten wir wieder den Bescheid: Heute wird es nichts mehr, aber morgen ganz gewiß." Wieber fonnten wir in der Stadt umherlaufen, was freilich immer Geldausgaben verursachte, da die bargereichten Speisen nicht einmal den anspruchlofeften Anforberungen genügten. Jest tam der britte Morgen, wieder wurde eingepact, aber auch dieser Tag verging und noch immer wußte der Agent nichts Bestimmtes. Die Paffagiere fingen der. Und nun laß es gut sein, wir wollen von Anderem reden, Dir unsere schönsten Besitzthümer, unsere Kinder, zeigen, die ein guter Stern, oder der Bufall, der Gott Gerhard's, alle um uns versammelt hat. Der Reihe nach wollen wir site Dir vorführen und froh unser Wiedersehen in der Heimath feiern! Es war ein heiteres Fest und heiter beging es der arme Sänger mit den Freunden. Er fühlte, daß er noch froh sein konnte, daß ihm noch ein wenn vielleicht auch nur kurzer, doch freundlicher Lebensabend, ein stilles, bescheidenes Glück erblühen würde. Am Abend saßen die beiden Freunde an einem anderen und schönen Bläschen unter einer mächtigen Linde beisammen, schauten auf die herrliche Gegend und öffneten einander ihre Herzen. fort! Beute besucht uns Vetter Elsen mit seiner Frau, fahren, Schönes und Trauriges, und Friedel erzählte von sei den Eltern und feiner ganzen Familie. Sie kommen von Baris, wo fie wohnen, und haben meine beiden Aeltesten achtzehn und neunzehn Jahren Remy sagte dem Freunde Alles, was er erlebt und er nen einfachen Erlebnissen, wie er fort und fort gearbeitet und eines schönen Tages zu seiner eigenen Ueberraschung gesehen, bort er zeigte auf ein paar blühende Jünglinge von etwa daß er ein reicher Mann geworden. Da habe er sein Geschäft aus einem Institut im verlauft und fich in der Heimath, hier am Rhein, ein Haus 1. Jahrgang. schon an ungemüthlich zu werden und schließlich hätte es wohl noch Krawall abgegeben, wenn nicht Tags darauf die Geschichte ein Ende erreicht hätte. " Es war gegen 9 Uhr, als der Geschäftsführer" zum Aufbruch trieb; zugleich hatten wir die entstandenen Differenzen, für Sachenaufbewahrung, freies Logis" u. f. w. auszugleichen. Mir loftete das Logiren auf der Pritsche 3 Dollar- gegen 13 M., dazu für Sachenaufbewahrung, zweimal etwas Kaffee und Semmel für meine Kinder noch 1%, Dollar Doch gegen 6 Martdies waren keineswegs alle Ausgaben, allein auf Liverpool fonnten wir 30 Mart rechnen, Ausgaben, die durchaus nothwendig waren, wollten wir eine einigermaßen menschliche Lebensweise führen. Gegen 10 Uhr fuhr ein großer, zweirädriger Karren vor, neben diesem wanderten wir zunächst nach dem Bahnhof, wo unsere größeren Gepäckstücke noch lagerten. Das Gepäck sämmtlicher Passagiere wurde nun auf den Karren geladen, pyramidenartig aufgethürmt und ganz oben, in halsbrechender Stellung, mußten die Frauen und Kinder Blat nehmen. So fette fich der Karren in Bewegung, den Weg mitten durch die Stadt nehmend, wir Passagiere hinterdran und hinter uns, johlend und pfeifend, der Janhagel Liverpools. Bum Ueberfluß fing es noch an zu regnen und so mußten wir bei vollem Regen eine gute Meile marschiren, ehe wir das Schiff erreichten. Auf dem Schiffe herrschte babylonische Verwirrung; Kisten und Kasten, Trümmer und Tauwert, alles Mögliche lag bunt durcheinander auf dem Deck. Auf das Schiff durften weder wir noch unsere Sachen hinauf; dabei regnete es unaufhörlich; fein Schuppen oder Schußdach war vorhanden, wir mußten sammt unseren Kindern unter freiem Himmel im Regen stehen bleiben. Doch damit noch nicht genug, dem Fuhrmann wurde die Beit lang und patsch! patsch! da lagen unsere Habfeligteiten in der Regenpfüße. Der Kutscher schwang sich auf den Bock und das Gefährt trollte von dannen. Jest riß mir der Geduldsfaden, ich frat auf einen der mitgekommenen UnterAgenten zu mit den Worten: Nennen Sie diese Wirthschaft Passagierbeförderung?" Bei uns in Deutschland befördert man in dieser Weise die Schweine!" Doch der biedere Sohn Albions würdigte mich keiner Antwort; er konzentrirte fich rückwärts und verschwand. Endlich, nachdem wir stundenlang im Regen gestanden, konnten wir das Schiff betreten. Beim Buſammensuchen unserer Sachen bemerkten wir erst, daß uns Verschiedenes in dem Wirrwarr gestohlen worden, doch dies war noch nicht das Schlimmste, schlimmer war, daß alles naß geworden, auch unsere Schlafmatraßen, auf denen wir bis New- York schlafen mußten. Im Zwischended angekommen, bemerkte ich, daß unser Geschäftsführer" dem Stewart etwas in's Ohr zischelte und sich dann entfernte. Gleich darauf erhielten wir unsere Pläge angewiesen; hierbei verfuhr der Stewart ganz sonderbar, er steckte immer die gut gekleideten und reinlich aussehenden Passagiere mit einigen schmußigen zusammen; auch uns erging es fo. Der Bufammenhang war bald errathen; der Mann hatte von dem Geschäftsführer gelernt". Und richtig! Nachdem wir einige Schillinge, abgeladen", hatten wir das Vergnügen, mit reinlichen Baffagieren zusammen zu kommen. Andere ahmten dies nach und schließlich fügte sich's, daß sämmtliche reinlich aussehenden Passagiere zusammen logirten. Endlich verließ das Schiff Marathon" mit Namen den Hafen und nach einigen Stunden schaukelten wir auf hoher See. Doch auch hier war die ganze Einrichtung miserabel, nicht einmal waschen konnten wir uns, weil wir dies nur auf dem Ded verrichten konnten, das stets von Sturzwellen überfluthet war. Zudem war auch das Trinkwasser schlecht; ein großer, eiserner Behälter auf dem Deck enthielt es, doch mußte der Behälter und versprach regelmäßig wiederzukommen, um nach ihm zu sehen. Tiefe Trauer erfüllte die Herzen der Freunde, und beson ders der ehrliche Friedel mußte sich zusammennehmen, um das Web, welches er um den Freund empfand, diesem nicht zu verrathen. Mit Hilfe Gerhard's und der Seinigen ge lang es.Der Tag der Abreise der Familie Elsen nahte heran; fie tehrte nach Paris zurüd und Gerhard gelobte fich im Stillen, dort Hold aufzusuchen, von dem Remy mit einer wahren Sehnsucht gesprochen und ihn an den Rhein, zu dem Kranken zu senden. Er hatte die Adresse des langen Mufilers, der ihm vollständig aus den Augen gelommen war, von Remy erhalten, und hoffte zuversichtlich, diesen in wenigen Tagen mit der Anfunft des Freundes angenehm überraschen zu können. Nach der Abreise Gerhard's und der Seinigen, der Söhne Grein's, wurde es stiller in dem großen Hause und auch Remn's Krankheit schien stärker hervorzutreten. Badischen, wohin ich fie gethan, mitgebracht. Alle find wir gebaut, in dem er so glücklich lebe, wie damals in der Remy eine unendliche Freude empfand. zu guter Stunde versammelt, um Deine Einkehr in mein Mansarde. Haus das ohne Widerrede nun auch das Deinige ist zu feiern. Und das soll jetzt auch und so recht von Herzen dem Freunde aufs Neue die Hand. Kräftig hatte Friedel gesprochen und kräftig drückte er fich über dies Wiedersehen freue. Sein Auge leuchtete und theilte Allen mit, wie sehr er Doch noch mehr erzählte er dem horchenden Freunde: wie die Mutter Helenens gestorben und in Paris auf dem Friedhofe schlafe; wie sein eigenes liebes Mütterchen ihn auch bald ach, gar zu bald! verlaffen und nicht Theil habe nehmen fönnen an feinem jezigen schönen Glüde. Threm legten, ihm zögernd ausgesprochenen Wunsche, in der Heimath bei den Shrigen zu schlafen, sei er getreulich nachgelommen und habe in der heimischen Erde zur legten Ruhe gebettet. ohne Rüdhalt der Freude geöffnet hatte. Wie Du vor Jahren Deine Mansarde, Deinen fargen Verdienst mit mir, dem Leichtfertigen, getheilt, so soll ich jetzt auch wieder Theil nehmen an dem, was Dein Fleiß erworben! Ich verdiene es nicht, denn ich fann Dir nichts dagegen bieten als ein müdes Leben Doll Enttäuschungen, in das jest erst wieder ein wohl thätiger Sonnenstrahl gedrungen. Daß ich nicht, wie ich Dir - Du guter Friedel! rief Remy, deffen Herz fich wieder ihre sterblichen Ueberreste von Paris nach E. geführt und dort wirst Du wohl schon errathen haben, aber nimmer fannst Du abnen, wie es im Grunde um mich steht. Daß ich dies Dir felbst bekenne, magst Du mir als einen Theil meiner Strafe für meinen früheren Leichtfinn, meine Leichtgläubigkeit anrechnen. Kein Wort weiter! sagte Friedel rasch. Du, wie ich, wir glaubten Beide auf dem richtigen Weg zu fein, wenn Derjenige, den Du wandeltest, auch verschieden von dem mei nigen war. Heute, nach zwanzig Jahren, führt uns das Schicksal wieder zusammen, und das einzige Web, welches ich in diesem Augenblick empfinde, ist, daß ich leider sehen muß -daß Du Dich getäuscht. Aber nichtsdestoweniger bin ich feft überzeugt, daß Du redlich gestrebt und gekämpft haft, und wenn Du dennoch unterlegen, Deinen Jrrthum eingestehen mußt, die Schuld Deines Mißerfolges nicht Dir allein zuzu Schreiben ist. Ich aber bin auf meiner Bahn geblieben, denke heute noch wie vor Jahren, und wie ich damals Dein Freund war, fo bin ich es heute noch nein! noch mehr: Dein Brus Es war ein Glüd, daß die Kinder famen und durch ihre jubelnde Luft die wehmüthige Stimmung verscheuchten, welche fich der beiden Freunde nach solchen Gesprächen zu bemächtigen brohte. Froh endete der Tag für die beiden Familien, wie für Remy. Ein Zimmer mit schönstem Ausblick wurde ihm als Schlaf zimmer angewiesen und eine ganze Reihe der prächtigsten Räume zu seiner weiteren Verfügung gestellt. Ruhig schlief der Sänger ein unter dem Dache des Freundes, und nach langer, langer Beit umspielten wieder freundliche Träume sein Lager. Am folgenden Tage langte in der Equipage Greins einer der ersten Aerzte der nahen Universitätsstadt Bonn in der Villa an. Nicht als Gerufener trat er in den Kreis, sondern als Freund und Bekannter der Familie, wußte aber doch bald fich Remy zu nähern und seinen Bustand zu untersuchen. Bevor er fich von der Villa entfernte, nahm er Grein und Gerhard Elsen beiseite und theilte ihnen achfelzuckend mit, daß wenig Hoffnung für den Kranten vorhanden sei. Sein Singen wird die Ursache seines frühen Endes sein; noch Jahre fann er bei sorgsamer Pflege fich erhalten, boch auch bald von hinnen scheiden. Legteres wäre für ihn am besten. Er ordnete an, wie der Kranke behandelt werden müsse, Madame Annette versuchte mit rührender Sorgfalt ihn zu erheitern und sang ihm ihre alten französischen Lieber, wodurch Dft versuchte er mit einzustimmen, doch es ging nicht mehr. Das einst so schöne Organ war verstummt, und nur heisere, ängstlich flingende und ängstlich machende Laute kamen zum Vorschein. Borbei vorbei! Auch Hold tam nicht, auf dessen Ankunft Remy im Stillen doch feft gehofft. Statt seiner tam ein Brief von Gerhard, der meldete, daß der Mufiler etwa zur selben Beit, da Remy in Paris gewesen, aus seiner Wohnung in Belle ville spurlos verschwunden sei, sein Hab und Gut, seine Musttalien und Instrumente, Alles zurüdlaffend, und er, Gerhard, bis jest teine Spur von ihm habe auffinden können. Diese Nachricht stimmte den armen Sänger recht trübe. Doch bald wurde ihm eine unerwartete große Freude. Eines Tages fegte die Eisenbahn an der, der Villa Grein zunächst gelegenen Station einen überaus langen und ebenso mageren Reifenden mit langem Haar und etwas strapezirtem Aeußeren ab, welcher nach wenigen Erkundigungen sofort mit langen Schritten auf die Villa lossteuerte. Dort angekommen, fragte er nach Herrn Grein und in einem Athem nach dem Sänger Remy. Doch teine Antwort wartete er ab, denn er hatte im Garten unter einem hohen Baume einen Mann gesehen, der zusammengebückt dort saß. Sein scharfes Auge nein, das Auge der Freundschaft hatte Remy erkannt, und auf der Stelle ftürmte der Lange zu ihm, fich nicht im mindesten um das Staunen des Bedienten fümmernd. hold! Remy! erklang es von beiden Seiten und in den Armen lagen fich die Männer und herzten sich und wein ten, als ob es Vater und Sohn gewesen, die sich nach langen Jrrfahrten wiedergefunden. Das war ein Glüd, ein Troft für Remy, denn Hold hatt ein Herz so gut, an Liebe so reich, und in so rührender Weis gab er fein Empfinden für den Freund diesem fund, daß eine wahre, befeligende Beruhigung über den Kranken kam. Als hold von der Frau des Restaurateurs der Nue Tait schlecht gereinigt sein, denn das Wasser war ganz braun und wurde zulegt so dick, daß es förmlich ekelhaft aussah und schmeckte. Auch die wenigen Viktualien, die zu kaufen waren, waren entschieden zu theuer. Eine Kleine Flasche Bier foftete 6 Benny- gegen 60 Pfennige-, ein Hering foftete 5 Penny - gegen 50 Pfennige u. s. m. Wenn wir des Abends etwas Genießbares liegen ließen, so fielen Nachts die Ratten darüber her, deren Dreistigkeit auf dem Schiffe soweit ging, daß sie Nachts über die Schlafenden liefen. Kaum hatte das Schiff einige Tagereisen gemacht, so wurde ein Baffagier wahnfinnig und mußte zur Sicherheit gebunden werden. Man band ihn auf seinem Lager fest und ließ ihn so mitten unter den Paffagieren liegen, obwohl derselbe eine volle Woche hindurch Tag und Nacht förmlich brüllte, so daß wir Nachts nicht schlafen konnten, und auf dem Schiffe ein leines Lazareth war, in dem sich Niemand befand. Dieselbe vermochte aber nichts auszurichten und holte weitere Hilfe herbei. Da alle Bemühungen, Ruhe und Ordnung zu stiften, erfolglos blieben, ließ der fommandirende Bizefeldwebel angesichts der Ruhestörer scharf laden. Troßdem angegriffen, ließ er feuern. Vier von den Civilisten wurden schwer verwundet, der Vizefeldwebel selbs von feinen eigenen Leuten erschossen, wa aller Wahrscheinlichkeit nach seine Erklärung ausschließlich in dem allgemeinen Wirrwar des nächtlichen Kampfes findet. Valuta. Auch ist eine Portion politischer Verstimmung mit im Spiele. Wie Privatnachrichten aus informirter Quelle besagen, reisen die Ruffen dafür sehr viel im eigenen Lande. Nachdem dort die Verkehrsmittel durch den Bau von Eisenbahnen sich gebeffert haben, geht der Ruffe auch einmal gern in die eigene Hauptstadt, nach Petersburg. Die Engländer, welche in den legten Jahren einen gewiffen Bug nach Deutschland zeigten, scheinen fich in Berlin nicht ganz wohl befunden zu haben, fte ziehen Dresden vor. In der sächsischen Hauptstadt hat sich bereits eine ganze englische Kolonie angesiedelt. Die Schweden und Norweger find gleichmäßig schwach. Dagegen sollen es die Pariser Geschäftsleute durchaus nicht ungern sehen, daß die Deutschen in diesem Jahre zahlreicher als sonst nach der französischen Hauptstadt kommen und dort reiche Einkäufe machen. Auffällig sind in diesem Jahre die großen Reisekarawanen der Amerikaner, welche in ganzen Heerden unter Führung eines Reisemarschalls auftreten. Unsere Kaufleute Unter den Linden find jedoch gerade von diesen legteren Gästen durchaus nicht entzückt. Die Art und Weise, wie dieselben nämlich Geschäfte besuchen, mag ja in Amerika üblich sein, bei uns aber ist sie zum Mindesten ungewöhnlich. Mit dem Hut auf dem Kopfe, ohne ein Wort des Grußes tritt Bruder Jonathan in den Laden, besteht alle Auslagen, befühlt alle ihm zugänglichen Gegenstände und verläßt das Lotal, ohne etwas zu laufen, ohne ein Wort des Dantes und der Entschuldigung, und selbstverständlich ohne Gruß den Laden. Siebzehn solcher Gäste hatte ein bekanntes großes Geschäft Unter den Linden an einem Tage zu überstehen. Der Achtzehnte aber übertraf ste Alle. Er öffnete selbst die Auslage- Raften, faßte mit seinen feuchten Fingern die feinen Bronzewaaren, zog Schmudgegenstände aus den Etuis und legte fie dann nicht wieder hinein. Zum Schluß fand er einen Parfümstreuer in Elephantenform, der leider mit Kölnischem Wasser gefüllt war. Mit diesem parfümirte er sich von oben bis unten, nickte befriedigt und verließ ohne Gruß den Laden. Der Berliner Kaufmann aber stand da, starr und stumm, denn so etwas war ihm wirklich noch nicht vorgetommen. Am 28. Februar, Mittags, saben wir Land und am Abend deffelben Tages lag das Schiff im Hafen von New- York. Da es schon spät war, so durften wir das Schiff nicht mehr verlaffen, sondern mußten bis zum folgenden Morgen an Bord bleiben. Es war sehr kalt, der Hafen voll Eis und das Deck ganz glatt gefroren. Wir hüllten uns so gut wie möglich in es unsere Decken und legten uns schlafen. Da auf einmal mochte ungefähr 11 Uhr sein wurden die Luken, welche das Zwischendeck schloffen, ausgehoben, und nachdem alles sperrweit geöffnet, fingen eine Menge Leute an, die Ladung des Schiffes, Sie zum Theil unter dem Zwischendeck lag, an's Deck und von da weiter in die Schuppen zu befördern. Hierdurch lagen sämmtliche Zwischendecks- Passagiere so gut wie im Freien; die Kälte zwang Alle aufzustehen und dann in ihren Decken gehüllt die ganze Nacht auf dem Deck oder im Zwischendeck hin und her zu laufen. Am schlimmsten waren die Kinder dran, die, obwohl soviel wie möglich von den Eltern geschütt, vor Kälte zitterten und weinten. So ging es unter Heulen und Bähneklappern bis zum lichten Morgen. Ausge froren und hungrig von der nächtlichen Promenade, lechzten wir nach etwas warmem Kaffee, doch der Steward meinte, Frühstück brauchten wir nicht mehr und so betraten wir denn den Boden Amerikas hungrig und frostig, aber froh, daß wir der endlosen Qual entronnen. Das war eine billige" Fahrt; 22 Tage waren wir auf der Reise gewesen, hatten alle möglichen Unzuträglichkeiten ausgestanden, waren nach Möglichkeit überall gerupft und geschunden und hatten als Extra- Bugabe noch eine Bortion Ungeziefer erhalten; genug um die ganzen englischen Dampfschifffahrts- Gesellschaften zum Teufel zu wünschen. Hiermit kann ich schließen; der Leser wird durch vorstehende Thatsachen wohl zur Ueberzeugung gelangt sein, daß es für deutsche Auswanderer nicht rathsam ist, über England zu reisen. Ich bin der Ansicht, daß selbst der ärmste, deutsche Zwischendecks Passagier noch viel zu gut ist, um sich als Spetulations- Objekt habgieriger Engländer, begleitet von dem Hohngeschrei des Janbagels, durch die Straßen englischer Städte zerren zu laffen." Lokales. Von bärtigen Frauen plaudert der Feuilletonist des N. W. T." u. A.: In der mittelalterlich christlichen Zeit be gegnen wir einigen hochangesehenen Weiberbärten. Denn nicht weniger als drei Heilige, zwei Jungfrauen und eine junge Wittwe haben sich dieser seltsamen Beigabe zu rühmen, nämlich die heilige Galla, die heilige Paula und die berühmteste und in ihrem Kultus am allerweitesten verbreitete von den Dreien welche mit ihrem Hauptnamen als heilige Wilgefortis bezeichnet zu werden pflegt. Aber diese Entstellung war nicht bei allen Dreien von derselben Art, sondern wir müssen drei Nuanci rungen unterscheiden. Diese Mißbildung kam bei der heiligen Galla auf phyfiologischem Wege ohne göttliches Wunder zu Stande. Bei der heiligen Paula handelte es sich um die ein fache Verhäßlichung, welche fie vollkommen untenntlich machen soll, während in der Entstellung der heiligen Wilgefortis aud eine göttliche Belohnnng enthalten ist, indem Gott fie mit der jenigen Gestaltung und Gefichtsbildung begnadigte, welche die Bierde des Antliges bildet. Dieselbe Auffassung des Weiber bartes als eine Entstellung spiegelt die Geschichte von der Gräfin Dreischleppina, welche uns Cervautes in Don Quixote erzählt. Shakespeare benugte den Bart wieder als Attribut seiner drei Heren im" Macbeth", damit wir in dem Auftreten des Bartes eine Bekräftigung des Wunderbaren und Räthsel haften und gleichzeitig des Dämonisch- Häßlichen in der Erschei nung dieser drei Weiber erkennen. Und wenn Heine in seinem Romancero fingt: Geh' in's Kloster, liebes Kind, oder laffe Dich raftren", so giebt er eigentlich den Gefühlen Ausdrud, welche wir wohl Alle bei dem Anblicke dieser bärtigen Schön heiten empfinden. Freilich, einen Zufluchtsort haben sie noch, und dort schweigen sogar auch alle Gefühle des Bedauerns Dieser ein Zufluchtsort ist eine Schaubude. Sprechen wir nicht davon." Gestern waren wir, so schreibt man der Nat. 8tg.", bei einem im öffentlichen Leben von Berlin oft genannten Manne zu Gast. Meine Herren, sagte der Wirth, als wir uns zu Tische festen, sprechen Sie, bitte ich, von allen Sachen, nur von Einer Sprechen Sie nicht, fie verdirbt die Stimmung. Gewiß, sagten die Gäste. Höherer Blödsinn. Daß die Antiquitätenhändler, be sonders die Pariser, vor nichts zurückschrecken, schreibt die Voff. 3tg.", darf als bekannt vorausgesezt werden. Für alle Ereignisse der Weltgeschichte bringen fie greifbare Beläge in Alles Hin- und Herreden hilft ja doch nichts, fuhr der Gestalt von Waffen, Geräthen, Stoffen und Seltenheiten jeder Wirth fort, die Sache bleibt, wie sie ist. Natürlich, sagten die Gäste. Sehr gerne, sagten die Gäste. Diesen Derbst haben wir fie doch in Berlin, dagegen ist nichts zu machen. frei Run englife funder Babl fich v ferner Mil welche Krifis wir, der worde 9 heiten woll Dor de erdentlichen Beschaffenheit und Gattung. Den Vogel dürft jedoch ein Händler in der Rue des Petites- Ecuries abgeschoffen Ueberlaffen wir sie den Zeitungen, die leben ja davon, haben. Er hat jest eine Art Rahmen ausgestellt, in welchem fich, hinter Glas und auf Pergament geheftet, ein Stück ver sagte der Wirth. Dorrter Haut befindet, das vom Balge eines Vierfüßlers her stammen fann. Das Pergament enthält Beugnisse mittelalter licher verschollener Gelehrter für die Echtheit der Haut, über deren Ursprung uns die daneben hängende Inschrift also be lehrt: Haut der Schlange, welche die erste Frau verführte Sie wurde von Adam am Tage nach ihrem Verrath getödtet Adam bediente fich eines Pfahles, deffen Spuren man nod fsteht. Diese Haut gehörte zur Erbschaft Adams und wurde von seiner Familie in Asien aufbewahrt." Die Familie Adams" ist für fich allein ein Geniestreich. Hatten wir dod Alle geglaubt, zu derselben zu gehören. * Der diesjährige Steuererlaß. Es bestehen mehrfach Zweifel darüber, ob in diesem Jahre wiederum ein Erlaß der Steuern stattfindet und in welchen Monaten. Es ist dem gegenüber auf die bezüglichen, einen dauernden Erlaß aussprechenden Bestimmungen des Gesetzes vom 26. Mai 1883 zu verweisen. Danach wird die Klaffensteuer von den zur 1. und 2. Stufe Veranlagten als Staatssteuer nicht mehr entrichtet. Ferner bleiben unerhoben: die Klassensteuer der Stufen 3 bis 12 für die Monate Juli, August und September, sowie die Einkommensteuer: a. der zum Sage der 12. Klaffensteuerstufe veranlagten Einkommensteuerpflichtigen für die Monate Juli, Auguft und September, b. der ersten Stufe für die Monate Juli und August und c. der zweiten Stufe für den Monat Juli. Sehr traurig, sagten die Gäste. Ich, meine Herren, schloß der Wirth mit Bedeutung, werde, wie Sie wissen, eines der ersten Opfer sein und Sie alle, wie fte da find, mehr oder minder. Der Fremdenverkehr in Berlin hat in dieser Saison, wie hiesige Blätter melden, gegen das Vorjahr eine eigene Gestaltung angenommen. Die Russen, welche früher wenigstens noch sporadisch auftraten, find ganz ausgeblieben; das bellagen unsere Geschäftsleute schwer, denn in Berlin und Paris waren und blieben doch immer die Russen die besten Käufer. die Furcht vor der Cholera in Frankreich hält die östlichen Nachbarn zurück, sondern der niedrige Stand der russischen Nicht Bestürzt schauten die Gäste auf den Wirth. Ja, sagte der Wirth, da halten Sie sich nur an Bismard. An Bismard? frugen die Gäste, was hat denn der damit zu thun? bout die Ankunft Remy's, dessen Zustand erfahren und das Borträt erhalten, wartete er einige Tage mit Sehnsucht auf des Freundes Kommen, und als dieses nicht erfolgen wollte, feine Aufklärungen ihm wurden über den Verbleib Remy's, da hielt es ihn nicht länger in seinem stillen Logis in Belleville. Wie er ging und stand, zog er fort nach der Heimath, denn nur dorthin fonnte Remy fich gewendet haben. Ja, was meinen Sie denn eigentlich? fragte der Wirth. Natürlich die Cholera, sagten die Gäste. Ach, die Cholera, sagte der Wirth, verrückte, übertriebene Geschichte, Sport für die Aerzte des Reichsgesundheitsamtes und die sauere Gurkenzeit ich meinte die Reichstagswahlen. Ach so! sagten die Gäste. Lange Beit dauerte die Reise und an Mühseligkeiten war fie reich, denn Hold mußte zu Fuß reisen, doch das achtete er nicht. " Gerichts- Zeitung. zu rett Napol gelinge Die 11 genug Englan einer feine 5 be mi den R etwas D fern in ben; p bas en eine St aller bin find, n deutsche 33 welcher ber Te ber Ar später Blabit des Ein interessantes chirurgisches Erperiment. Akademie der Wissenschaften zu Paris gab in einer ihrer jüng ſten Sigungen Herrn Tillaux, dem wohlbekannten Parifet Operateur, Gelegenheit, das von ihm erfolgreich durchgeführte Experiment des Wiederzusammenfügens solcher Nerven zu monstriren, die längere Zeit durch einen Schnitt oder einen anderen Gewaltaft getrennt gewesen waren. Eine solche Ope ration galt nämlich bisher für unmöglich, es sei denn, daß f unmittelbar oder doch sehr bald nach stattgehabter Trennung bewirkt worden wäre. Von welcher Bedeutung aber das Ge lingen des Tillaur'schen Versuches ist, erhellt aus dem Um stande, daß man bisher glaubte, dasjenige Glied, welches da durch den Schnitt vom Gehirn abgetrennte Stück des Ner wichtig enthält, würde je nach der Bedeutung dieses Letteren, entwede gänzlich oder theilweise gefühllos und bewegungsunfähig wen ben. Herr Tillaur hat durch zwei Experimente die Unhaltbar feit der bisher gehegten Anschauung erwiesen. In dem erste dieser beiden Fälle hatte eine Frau in ihr Handgelenk einem Glasscherben hineingeschnitten und dadurch den bede tendsten Nerv des betreffenden Armes beschädigt. Seit vie Monaten war die Hand völlig steif geworden, und die Fra hatte jegliches Gefühl in derselben verloren. Herr Tilla brachte jedoch nach vielen mühseligen Versuchen die beide Nervenenden aneinander und nähte sie wieder zusammen, daß die Hand ihre volle Bewegungskraft wiedergewann. dem zweiten Falle, bei welchem es sich um einen kräftigen Mann im besten Lebensalter handelte, war der Armnen seit 14 Jahren beschädigt, aber auch hier gelang die Heilung vollständig. Daß die Akademie dieser Demonstration m großem Interesse folgte, braucht wohl kaum noch hervorgehoben Die beste Suppe und der beste Kaffee. Die gewöhn lichen Suppen haben fast gar feinen Nährwerth. Die bei Suppe gewinnt man, menn man ein Pfund Rindfleisch fle hackt, diese Stückchen in ein Glas schüttet, mit faltem Wafferung u übergießt und dann in diesem eine Stunde stehen läßt, dan das Glas mit seinem Inhalt in ein Gefäß mit heißem Wall daß ab sept, bis der Fleischbrei tocht, und dann denselben in eine Sieb ausdrückt. Wie diese Methode des Suppetochen dürfte auch nachstehende Kaffee- Koch- Methode nur wenig fannt sein. Man soll für den Morgenkaffee das nöthig Quantum schon am Abend vorher mahlen, dieses Gemable in ein Gefäß schütten und so mit faltem Waffer übergieße daß ein Brei entsteht, und auf diesen dann früh das hei Waffer gießen. Auf diese Art wird nämlich der Kaffee besten gelöst und das Kaffee- Aroma, welches, wenn der Kaffe zu werden. gegen einen( futiren. face: 1 Bu Tefer hatte, Sigung London. Eine sehr einleuchtende praktische Erklärung der grundsäglichen Verschiedenheit zwischen den Anschauungen, die in England einerseits und in Deutschland andererseits in hohen Gesellschaftskreisen, insbesondere in der Offizierwelt, bezüglich sogenannter Ehrenfragen" herrschen, gewährt eine Gerichtsverhandlung, die sich dieser Tage in London vor einem besonderen Gerichtshofe unter dem Vorfize des Nichters Baron Bollock abspielte. Kapitän Preston, von Ihrer Majestät Dragonern, wohnhaft auf Schloß Alben bei Abingdon, hatte gegen den Major Henry de Wind von Kingston Hause bei Abingdon auf 200 Pfd. Sterl.( 4000 Mt.) Schadenersatz wegen Beleidi gung in Wort und Schrift geklagt. Major de Wind und deffen Frau erhoben Gegenklage wegen Beleidigung und ver langten 500 Pfd. Sterl. Schadenersatz. Der Sachverhalt stellte sich vor Gericht folgendermaßen heraus. Kapitän Preston wollte mit seiner Frau von London nach Abingdon fahren und löste aus dem Bahnhofe zwei Billets erster Klasse. Während der Rittmeister nun eine Beitung zur Reiselektüre kaufte, ließ fich die Frau einen Plaz im Buge anweisen. Der Schaffner zeigte ihr einen Wagen und sagte:„ Das ist der direkte Wagen nach Abingdon." In diesem Wagen aber saß Frau Major de Wind, welche, als Frau Rittmeister Preston die Thür öffnete, dieser zurief: Schließen Sie wieder zu und steigen Sie anderswo ein; ich will allein bleiben." In diesem Augenblick fam Kapitän Preston hinzu, hörte von seiner Frau, was geschehen war, und wollte sich eben einen andern Plaz suchen, als der Bug fich in Bewegung sette und er dadurch genöthigt war, mit seiner Frau in den von Frau Major de Wind befepten Wagen einzusteigen. Frau de Wind hatte unterdessen ihre Gepäckstücke Gepäckstücke fie führte 17 kleine Koffer und Schachteln bei fich auf alle Sige vertheilt und herrschte die Eintretenden an: So, jest tönnen Sie stehen bleiben! Es ist überhaupt schrecklich störend, wenn man mit seinen Untergebenen fahren muß." Der Kapitain blieb eine Weile stehen und versuchte es, die Frau ſeines Vorgesezten zu besänftigen; schließlich aber legte er zwei ihrer Stoffer auf die Erde und setzte sich mit seiner Frau auf die dadurch frei gewordenen Size. Frau auf die dadurch frei gewordenen Size. In Abingdon angekommen, trennten sich die beiden Parteien. Am Abend tam Major de Wind in Begleitung von Lieutenant Ruffel in das Haus des Kapitäns Preston, beschimpfte diesen gröblich halten, weil das heiße auf faltes Waffer kommt und so Sieb und stieß ihn mit dem Fuße vor den Bauch. Kapitän Preston hige für den Kaffee vermieden wird. zerbrach hierauf dem Major de Wind einen Finger, prügelte den Lieutenant Ruffel durch und warf beide Herren eigenhändig hinaus. Das Gericht verhandelte einen ganzen Tag über den seltsamen Fall und verurtheilte schließlich Herrn und Frau In C. angekommen, forschte er in der ganzen Stadt umber und nicht fand er, was er so sehnlichst suchte. Schon wollte er verzweifelnd wieder heimziehen, da erhielt er Nachricht über Grein und daß dieser in der Nähe von Bonn wohne. Dort wird er sein! sagte ihm eine innere Stimme, und feine letzten Pfennige opferte er der Eisenbahn und fuhr bis an die bezeichnete Station, um endlich endlich den Freund endlich den Freund zu finden, von ihm zu hören was dessen Aussehen ihm schon gesagt- daß er wohl bald Abschied für immer von ihm nehmen müffe. Wie ein Kind pflegte er den Kranken, und keine Hand, fein Blick vermochte so lindernd zu wirken, wie von Hold. Dieser geleitete ihn zu seinem Lieblingspläßchen und brachte ihn wieder heim und zur Ruhe. Eine Sorgfalt zeigte er für den Freund seiner Jugend, die Grein zu Thränen rührte. Der Winter kam und die Leiden Remy's wurden größer, bedenklicher. Nur nicht im falten Winter laß mich scheiden von Deiner schönen Erde, o Herr! Deine goldene Frühlingssonne möchte ich noch einmal sehen und das frische Grün, den Gesang der Vöglein noch einmal hören, dann mag es nach Deinem Willen geschehen! So betete er oft mit leiser Stimme. Dann füßte Hold ihm fast die Thränen von den Augen weg und rief ihm Worte des Trostes zu, an die der Arme selbst nicht glaubte. Das Gebet des Kranken sollte Erhörung finden; der Winter eine Beit des Leidens ging vorüber und die Erde wurde wieder grün. An einem schönen Frühlingstage bat der Kranke den treuen Freund, ihn nach seinem Lieblingspläßchen zu bringen, und auf seinen Armen trug Hold ihn hinaus und in seinen Armen hielt er ihn. Lange blickte der Krante wie trunken in die herrliche Landschaft, nun noch einmal zu dem Freunde auf- es war ein Blick so gut, voll des innigsten Dantes- dann schloß sich das Auge. " von fedendem Wasser berührt wird, sofort sich verringert be in weld daß G fagt ba Das S Mehrh baß ba über Dieses annehm Bablbe Wahlge Gegen die Hundswuth. Der franzöfifchen Deputirte das Be fammer ist ein Gesezentwurf vorgelegt, welcher Pasteur seinen Versuchen mit der Hundswuth die Staatsdomäne Vill neuve l'Etang und 80,000 Francs zur Verfügung stellt. Ma sehen. Wir kennen ein Mittel, welches feine 80 r. Loft erft de Wind in die Kosten und zur Zahlung von 200 Pfund darf den Experimenten mit dem größten Intereffe entgegen Schadenersaß an Kapitän Preston und dessen Frau. Vermischtes. Barmen, 15. Juli.( Haussuchung.) Dieser Tage fanden bei einem hiesigen Buchbinder- und einem Färbergesellen Haussuchungen nachverbotenen sozialistischen Schriften statt. Dieſelben hatten fein Resultat. Nur eine Photographie(!) wurde be schlagnahmt. Vom Rhein, 15. Juli.( Wirkung des Bliges.) In den Zeitungen liegen uns zahlreiche Berichte über die schweren aber vielleicht ebenso probat ist, als das von Pasteur e entdeckende: Man schneidet dem verdächtigen Hund einfach de Schwanz ab, aber gleich hinter dem Kopf. bi Zum Kapitel der Millionenerbschaften. In eine Erber Beilage zuv London Gazette" vom 27. v. M. werden Namen von 6000 Personen veröffentlicht, die oder deren auf Gelder Anspruch haben, welche in Händen des London Kanzleigerichtshofes find. Der Gesammtbetrag diefer Gelbe beläuft sich nach dem„ Daily Telegraph" auf rund 77 Millio Gewitter vor, welche am Sonntag das Rheinland heimsuchten. Jahrzehnten im Kanzleigerichtshof gelegen, ohne je beanspru nen Pfund Sterling; einzelne Beträge haben schon seit viel In einem Berichte der Barmer Btg." aus Soest lesen wir: Einem in Saffendorf weilenden Badegaste, Herrn H., schlug Dividenden, streitigen oder gar nicht abgeholten Beträge der elektrische Strahl ins Portemonnaie, wodurch zwei Doppel nicht erhobenen Erbschaften u. s. w. Unter dem Verzeichni Unter der Linde wurde der Sänger bestattet- so wollten Kronen total zusammengeschmolzen wurden. Na na, die befinden sich nur sehr wenig deutsche Namen, was allein f Er hatte ausgelitten. es Hold und Friedel- und die Vöglein in den grünen Bweigen fangen ihm ein Auferstehungslied. hold duldete es nicht mehr in der Villa. Obgleich Grein ihn bat, fortan bei ihm zu bleiben, so kehrte er doch nach Baris zurüd und in seine kleine Wohnung in Belleville, die er wieder fand, wie er fie verlassen in der er wohl heute noch lebt. Ente! Straßburg, 15. Juli.( Krieg im Frieden.) In dem unweit der Stadt gelegenen Dorfe Edbolsheim geriethen am Sonntag Abend Soldaten und Bauernburschen in einen Streit, der in Thatlichkeiten ausartete und so lärmend wurde, daß von dem in der Nähe gelegenen Fort bei Wolfsheim eine Streifwache an den Herd dieser Unruhen entsandt wurde. Eri ver 50 Clertenro babe heurem zu. Auf hier berechtigt sein sollen, meistens nur in der Phantafie einig eraltirter Röpfe, oder solcher, welche aus diesen imaginarann Erbschaften ein sehr gutes Geschäft machen, ihre Eriſtenz in Wirklichkeit aber nicht vorhanden find. Verantwortlicher Redacteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Donit