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Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Nummern 5 f. Bofiabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Rach trage der Bostzeitungspreislifte unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Stabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 the Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annonces Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. Für den Monat August eröffnen wir ein neues Abonnement auf das Berliner Volksblatt Frei ins Haus fostet dasselbe 1 Mark, Bestellungen werben von sämmtlichen Zeitungsspediteuren, sowie in der Spedition, Zimmerstraße 44, angenommen. Für Außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements für die Monate August und September gegen Zahlung Don 2 Mark entgegen. Den neuen Abonnenten wird der bisher erschienene Theil des fesselnden und interessanten Romans Das Kind des Proletariers" aus der Feder von U. Rosen soweit der Vorrath reicht gegen Vorzeigung der Abonnements quittung in der Expedition Zimmerstraße 44 gratis verabfolgt. Der Sieg der Humanität. " 1 was dann? Dann fümmert sich kein Mensch um den freien" Arbeiter und er mag sehen, wie er durchkömmt. Was soll er thun, wenn sich ihm, wie es so vielen Tausenden geht, absolut keine Beschäftigung bietet? Soll er ,, Vagabund" werden, um sich auf dem Schub von Ort zu Drt bringen zu lassen? Was bedeutet es, wenn man hört, daß sich in Deutschland 200 000 Vagabunden" befinden, von denen neun Zehntel den besten Willen haben, zu arbeiten, aber keine Beschäftigung bekommen fönnen? Sollen diefe Unglücklichen sich damit trösten, daß sie gegenüber den früheren Stlaven formell frei" find? Sie werden die Stiaven darum beneiden, daß ihnen die Existenz garantirt war und daß fie niemals so sehr dem Hunger, der werden konnten, wie der„ freie" Arbeiter und Proletarier Berkommenheit, der ,, Vagabondage" in die Arme getrieben von heute. Also, ihr Herren mit dem warmen Herzen, wir wollen Euch nicht in dem Vergnügen stören, auch selbst Lobeshymnen zu fingen und auf eure Verdienste um die Befreiung der afrikanischen Negersflaven hinzuweisen. Aber wir fönnen nicht ruhig zuhören, daß man vom„ Sieg der Humanität" spreche, so lange wir im eigenen Vaterlande 200 000 Arbeitslose bettelnd auf der Landstraße wandeln sehen. Erst muß daheim die Humanität siegen und unsere eigenen Volksgenossen müssen vor dem Elend geschüßt sein, ehe wir uns mit Euch über die Befreiung der Afrikaner freuen tönnen. Die monarchischen Parteien im heutigen Frankreich. Die Presse, welche die Interessen der herrschenden Klassen vertritt, hat wieder einen großen Tag" zu feiern gehabt, Am 1. August find es fünfzig Jahre gewesen, seitdem in England die Sllaverei für das ganze Gebiet Großbritan niens abgefchafft worden ist. Selbstverständlich fehlt es nicht an den herkömmlichen Phrasen vom Triumph der Humanität. Wir stimmen in die allgemeinen Lobpreisungen nicht ein. Die Abschaffung des menschenentwürdigenden Instituts Der Stlaverei bezeichnet auch für uns einen Fortschritt und war einen großen. Allein dieser Fortschritt ist zu spät getommen, als daß man sich damit rühmen sollte. Man sollte Jugend ist der Legitimismus taum noch etwas Anderes, als röthen darüber, daß europäische Regierungen, die doch zivilifirte Staatswesen verwalten, das Institut der Sklaverei bis in das vierte Jahrzehnt dieses Jahrhunderts hinein haben bestehen lassen und daß in dem Lande der Freiheit", in den Bereinigten Staaten von Nordamerika, die Sklaverei erst in ,, Der Legitimismus ist Nichts mehr, als ein geschäftliches Spiel mit wefenlosen Vorstellungen... Man tommt zusam men, man beräth dieses und jenes, um immer wieder zu dem Schluß zu kommen, daß es am besten sei, Nichts zu thun, wobei aber doch mitunter viel gestritten wird über die Form, um die Art und Weise, wie Nichts geschehen soll... Für die ein Vorwand, für den schnödesten Müßiggang, ein Vorwand, fich von jeder ernsthaften Thätigkeit fern zu halten und fich ganz dem Jockey- Klub und galanten Abenteuern in fittlicher Nichtigkeit hinzugeben." Die vorstehend wiedergegebenen Säße gelten heute noch den sechsziger Jahren abgeschafft werden konnte, und zwar Jahre 1859. Vgl. Th. v. Bernhardi, Vermischte Schriften II., pag. 225 ff. Berlin 1879). Ihre Richtigkeit wird, so meint der Neger und die Farbigen in den Vereinigten Staaten die konservative Hamb. Korresp.", dem wir diesen Artikel entnehmen, durch jedes neu ausgegebene Beitungsblatt der monicht völlig erreichen können. nerchischen Bartei Frankreichs bestätigt, einerlei, ob dasselbe im Sinne des auf die wahren" Grundsäße verpflichteten Prinzen Victor Napoleon, der Orleans oder der neuen Partei heute noch Die Presse der herrschenden Klassen hat bei dieser Gelegenheit die Aufgabe, das warme Herz dieser Klassen der Jakobiten von Angers redigirt wird. In die letteren gegenüber den armen Afrikanern, die man als lebendiges beiden Fraktionen zerfällt nämlich, was vom Legitimismus Eigenthum betrachtete und mit denen man wie mit einer Sache schalten und walten konnte, zu verherrlichen. Aber, fragen wir, wie kommt es denn, daß man das warme Herz nur gegenüber den Afrikanern erschließt Lande? und nicht gegenüber den Volksgenossen im eigenen tigen" Royalisten halten zu den Orleans, erkennen den Grafen Haben wir nicht Tausende, ja Hundertausende von Mitmenschen im Lande, deren Situation fast eben so schlimm, maligen Sllaven? übrig geblieben und( nach dem Tode des jungen Louis Napoleon) zu demselben übergegangen ist, von gewissen Unter- Frattionen natürlich abgesehen. Die die Mehrheit bildenden nüch ternen und vernünftigeren, aber eben darum überaus vorfich von Paris als Oberhaupt der Familie" an, find aber darüber zweifelhaft, ob derselbe als Enkel Ludwig Philipp's König der Franzosen", oder als Erbe Chambord's König von Frankreich" sein und heißen soll. Neben diesen beiden orleanistischen Richzum nächsten Präsidenten der Republik machen und durch seine Der leibeigene Sllave repräsentirte für seinen Herrn Bermittelung das Königthum wieder herstellen will. Die zweite legitimistische Hauptfraktion besteht aus streng des vaterlandslosen, in der denkbar übelsten Gesellschaft leben den spanischen Karlisten Sprößlings Jayme als aussichtslos bei Seite zu schieben. Sie denken daran, den mit seinem Bater verfeindeten, auf Thron und Altar" schwörenden Viktor Napoleon zugleich als Erben Chambord's und Napoleon's III. zu proflamiren und dadurch die zwischen den Kaiserlichen und den Königlichen gähnende Kluft zu überbrücken. Daß die Herren günstigsten Falls zwischen zwei Stühlen niederfigen werden, versteht sich von selbst, und ist ihnen von sämmtlichen Parteien von jeher vorgehalten worden. Diese Sachlage erklärt fattsam, warum die Republikaner trop der nichts weniger als günstigen Lage ihrer Republit auf die monarchischen Gegner mit unverhohlener spöttischer Mißachtung herabsehen. Die an und für sich nichtigen und wenig zahlreichen Fraktionen der Jakobiten und Viktoristen umfassen und fönnen unschwer dazu benugt werden, die Pläne der die eigentlich fanatischen Elemente der monarchischen Partei von ohnehin matten und thatenscheuen Orleans zu durchkreuzen. Wie Napoleon III. in der Lage war, die Legitimisten und Orleanisten seine republikanischen Gegner gegen ausspielen zu können, so bieten die beiden ultramonarchischen Kliquen heute das geeignete Ma terial zur Spaltung und Niederhaltung der um den Grafen von Paris geschaarten Elemente. Bum Ueberfluß ist auch noch der rothe Prinz da, der beffere Rechte aufzu weisen hat, als sein Herr Sohn, und zu dem die ,, demokratischen" Bonapartisten halten! So lange dieser Zustand fortdauert, hat die Republik Ernstliches nicht zu fürchten. Auf die Fortdauer der Getheiltheit der Monarchisten aber darf gerechnet werden, weil dieselbe den Gewohnheiten der geschäftigen Müssiggänger entspricht, die ihrer Grundsäge wegen" jeder ernsthaften und patriotischen Arbeit seit Menschenalter aus dem Wege gehen. Nur eine machtvolle Persönlichkeit könnte hierin Wandel schaffen. Das aber ist der Graf von Paris nicht, und noch weniger sind es die anderen Prätendenten. Politische Uebersicht. Die Ausweisungen der Russen aus der deutschen. Reichshauptstadt werden nun doch vielfach mit ,, nihilistischen Bestrebungen und revolutionären Bewegungen" zusam mengebracht. Auch die Reise des General von Schweinig, des deutschen Botschafters in St. Petersburg, nach Varzin wird damit in Verbindung gesezt. Dem fei, wie ihm wolle. Eine eigenthümliche Erscheinung hat sich bei den Ausweisungen in der Presse gezeigt. Nur wenige Blätter haben die genügende Objektivität bewahrt. Die konservative Presse, die sonst doch für Rußland schwärmt, schimpfte über russische und polnische Juden, die sich am deutschen Nationalbusen vollgesogen hätten und bejubelte deshalb die Ausweisungen, ganz abgesehen davon, daß sie noch immer ihrer alten Divise getreu Polen, Juden und Demokraten" in einen Topf wirft. Die" liberale Breffe, voran die ,, Magdeburger Zeitung" fiel in einem elegischen Jammer, den man noch immer nicht recht zu deuten vermag! Man hört Ausbrüde, wie„ Berstörung aller Fami lienbande", Vernichtung der Eristenz"," Verlust der neuen Heimath", und ein rührendes Klagelied ertönt bis zum heutigen Tage. Nicht als ob wir nicht auch die vertriebenen Russen bedauerten, nicht als ob wir nicht auch das konservative Gefasel für lächerlich fänden und die Nihilistengefahr für Deutschland verspotteten- aber uns ist das Hemd näher, wie der Rock. Wir haben unser Bedauern immer ausgesprochen, wenn deutsche Arbeiter aus ihrer Heimath verwiesen, wenn deutsche Familienbande gelockert, wenn deutsche Existenzen vernichtet wurden. Dabei schwieg aber der in manchen Fällen aber noch schlimmer ist als die der ehe- tungen giebt es eine dritte, welche den Herzog von Aumale Liberalismus, denn er hat mitverschuldet, daß solches geschieht. einen bestimmten Werth, an dessen Erhaltung dem Herrn gelegen sein mußte. Dicser Umstand sicherte dem Sklaven fatholischen und streng föniglichen Männern, welche den Dr bie Existenz. So lange sein Herr zu leben hatte, hatte er es auch. Erbrecht derselben für zweifelhaft, bez. für verwirkt erklären. Der Herr hatte ein bestimmtes Interesse daran, den Sflaven Das find die sog. Jakobiten. Der Held dieser Gruppe, an gefund und träftig zu erhalten, um das Kapital, das er im deren Spiße der ehemalige Sekretär Chambord's, Graf d'Andigné, Silaven werbend angelegt hatte, zinetragend zu machen. Freilich war der Herr auch unumschränkter Besitzer und Ge- Angers stehen, ist der 14jährige Prinz Jayme( Jakob), ein bieter der Sllaven, aber es hing ganz von seiner Gemüths- Sohn des spanischen Prätendenten Don Carlos II, der den art ab, welchen Gebrauch er von diesem schmählichen Vorrecht machen wollte. Es gab Sklavenhalter, die ihre Stlabas Blid der Abbé de Kervanent und der Bischof Freppel vou Den sehr roh, und andere, die sie sehr mild behandelten. Großneffe Chambord's zu sein, dessen Schwester den berüchtigten warme Herz" so geflissentlich zur Schau tragen den auf den modernen Proletarier wenden, dieser doppelten Vorzug hat, als Urenkel des ersten Don Carlos von der männlichen Linie der spanischen Bourbonen abzustammen und durch seine Mutter Margarethe von Parma ein leiblicher erzogene Knabe zugleich Ansprüche auf Spanien zu haben behauptet, und daß seine Vorfahren vor 170 Jahren in aller auf eigene Hand politisiren und den verhaßten Abkömmlingen ift, wie man mit einem gewissen Stolz betont, frei". Ja, Form für alle Beiten auf ihr französisches Erbrecht verzichtet er ist frei". Niemand kann ihm etwas befehlen und seine haben, ficht die Phantasten von Angers nicht an. Ihnen ge taatsbürgerlichen Rechte und Pflichten find genau abgegrenzt. nügt es, unter einem halbwegs plausibel klingenden Vorwande Allein diese Freiheit" ist nur ein trügerischer Traum; e Egalité's und des Bürgerkönigs den Gehorsam versagen zu bauert nur so lange, als der Proletarier feine Arbeitskraft tönnen. Sie rechnen darauf, einen Theil des alten Adels und nicht an den Unternehmer vermiethen muß. Er wäre nicht des Klerus auf ihre Seite ziehen zu können, indem sie geltend Proletarier, wenn er, um zu leben, nicht jeden Tag feine machen, daß die Orleans, wenn fie zur Macht gelangen sollten, Arbeitskraft vermiethen müßte. Und von dem Punkt an, da er bies thut, ist er eben nicht mehr frei, dann ist er abGängig und zwar so abhängig, daß er sich Arbeitszeit und Lohnhöhe, soweit dieselben nicht von den allgemeinen Ronjuntturen bestimmt werden, diktiren lassen muß. Aber wo bleibt die Garantie der Eristenz, die für den Proletariers für den Unternehmer überflüssig wird und andoch nur ihre liberalen Freunde berücksichtigen und die echten Royalisten bei Seite laffen würden; im Uebrigen laffen fie fich daran genügen, eine Rolle in den Zeitungen zu spielen und ihre Tage mit derselben Scheinthätigkeit auszufüllen, die den Lebensberuf der übrigen monarchischen Fraktios nen bildet. berwärts keine Nachfrage nach Arbeitskräften vorhanden ist Nichts wiffen wollen, indessen flug genug find, die Kandidatur Die dritte Gruppe der Monarchisten sezt sich endlich aus fonservativen, dem rothen Prinzen feindlichen Bonapartisten und aus solchen Legitimisten zusammen, die von den Orleans Aus alledem ersieht man aber, daß der Liberalismus nur eine große Heuchelei ist. Ein trefflicher Ausspruch. Bei Gelegenheit des Leibnißtages an der Berliner Universität am 3. Juli, hielt der be fannte Professor Dubois- Reymond über den berühmten französischen Encyklopädisten Diderot, dessen hundertjähriger Todestag auf den 30. Juli d. J. gefallen ist, eine längere Rede, in der folgender Ausspruch vorkommt: Das Nationalgefühl an sich nicht berechtigter, als der Adelsstolz, den die vom Nationalgefühl Entbrannten meist verabscheuen hat in Frankreich vielfach die Gestalt des Nationalhasses angenommen." Wäre dies nur in Frankreich so! Auch in unserem Vaterlande ist der Nationalhaß nichts Seltenes und leider noch bei verschiedenen anderen Nationen. Nationalgefühl- Nationalstolz Nationalstolz so schön die Worte flingen mögen, so find fie doch leider meist die Erzeuger des Kriege gebährenden Nationalhaffes. Und deshalb spricht ihnen Dubois- Reymond wohl die Berechtigung ab. Der Magistrat von Liegnik hat, wie wir schon mittheilten, im Innern der Häuser, meist an den Thüren, Platate folgenden Inhaltes ankleben lassen: Um Euch und Eure Kinder gesund und am Leben zu erhalten: Lüftet täglich die Bimmer durch langes Offenhalten der Fenster!- Kocht nicht in den Wohnräumen! Gebt Euren Kindern unter einem Jahre wenn nicht Mutter, so doch gutekuhund feine abgerahmte Milch! Haltet überall auf Reinlichkeit!-ütet Euch vor allen Pfuschturen!" Ein braver Magistrat das, der Magistrat von Liegnig! Er wäre aber noch viel braver, wenn er es fertig brächte, daß die Arbeiter sämmtlich ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und eine Küche getrennt haben könnten, daß sie nicht in ihren Wohnräumen tochen müßten. Ein braver Magistrat das, aber er wäre noch viel braver, wenn er den Kindern der Armen gute kuhmilch verschaffen würde, da die Arbeiter und Armen ihrer bekannten Lebensstellung halber nicht in der pekuniären Lage sich befinden, sich gute Kuhmilch für ihre Kinder anzuschaffen. Und die Pfuschkuren? Nun! Je weniger Kranke, je weniger Kuren überhaupt. Mögen die Arbeiter befferen Verdienst erhalten, so werden sie gerne die guten Rathschläge des braven Magistrats von Liegnis befolgen. Aber so geht es genau dem Magistrat zu Liegniß wie dem Kommiffar in Heines Gedicht Jammerthal", der bei den durch Frost und Hunger gestorbenen armen Leuten als Mittel gegen folche Vorkommnisse wollene Decken und gesunde Nahrung empfahl. werden sich nunmehr gemeinsam auf den Weg nach Versailles machen, um sich dort zu einer Nationalversammlung zu ver einigen und gemeinsam über die Revision zu beschließen. Bei der ganzen Sache wird nicht viel herauskommen, denn die Res vision, die bereits in dem ersten Regierungsentwurf sehr eingeschränkt war, hat durch die Beschlüffe des Senats jede größere Bedeutung verloren. Einer der wichtigsten Punkte, die genaue Begrenzung der Budgetrechte der beiden Kammern, ist aus der Vorlage entfernt worden; den Paragraph über das Wahlgesetz des Senates vielleicht ausgenommen, beschränkt sich die Revi fion also nur noch auf ganz unwesentliche Dinge. Das schadet jedoch nichts. Die Hauptsache bleibt immer, daß irgend eine Revision, und wäre sie noch so unbedeutend, überhaupt zu Stande fommt, damit dann die Abgeordneten ihren Wählern sagen können: Wir haben euch eine Revision versprochen, hier habt ihr fte!" Das Ministerium Ferry aber hat triumphirt und ist auf Jahre hinaus gefestigt. Eugen Richter wird in seinem gegenwärtigen Wahlkreise Hagen große Noth haben, wieder in den Reichstag zu gelangen. Ganz abgesehen davon, daß sich dort eine liberalfonservative starke Geldsacksvereinigung gebildet hat und daß ferner Klerikale und Sozialdemokraten ihre eigenen Kandidaten aufstellen, hat der Krach der dortigen Volksbank, welche nach Schulze- Delis'schen Prinzipien gegründet und geleitet wurde, im eigenen deutsch freisinnigen Lager heftig eingeschlagen. Die Leiter der Volksbank find sämmtlich, ächte Richter'sche" und so ist selbstverständlich die politische Partei in Mitleidenschaft gerathen. Aber dies geschieht völlig mit Recht! Wie oft hat man prahlerisch auf den Segen der Volksbank, als auf einen fortschrittlichen Segen hingewiesen seitens der Richter'schen"! Und wenn man jezt den Krach einen fortSchrittlichen nennt, so ist das sehr natürlich. Da zahlreiche Leute viel Geld verlieren und diese Leute meist Deutsch Freifinnige waren, so verliert Herr Richter wenigstens eine früher fehr tüchtige Wahlgarde, die nicht ersetzt werden kann durch die wenigen ,, freifinnigen" Schreier, die dort das große Wort führen. Auf alle Fälle kann sich der brave Eugen in Hagen auf einen Durchfall gefaßt machen. M runter ne Ha jammtm mehrere ze vo " Sachen anzuschaffen", nicht den gehörigen Widerstand entgegen zusetzen vermochte. Die„ Kaufverträge" der Abzahlungsgeschäfte überne find übrigens gegen die berüchtigten Berliner Miethsverträge die reinen Unschuldsengel. Vor uns liegt ein solcher aus einem Uhren- Abzahlungsgeschäft in der Köpnickerstraße. Für nur fünfzig Pfennige pro Woche fann sich nach diesem Schrifts stück Jeder in den Befig eines Regulators im Werthe von 30 Mart(?) feßen. Selbstverständlich erhält der Käufer" den Regulator erst, wenn er abzahlungsweise, Ha zu die A pro Woche Angabe tte, g nge D fordert verlo dem ufforde hm da digen, laffen dem 50 Pf., die Hälfte des Preises, 15 Mt., bezahlt hat. Wie sehr dann der so gekaufte" Regulator in den Besitz des dame, Käufers" übergeht, das erhellt am deutlichsten aus dem über aus humanen§ 4 dieses wohlverklausulirten Paktes. Wit geben denselben hier zu Nus und Frommen aller jetzigen und zukünftigen Abzahlungsläufer wieder: Die Nichtbezahlung der in§ 2 vereinbarten wöchentlichen Ratenzahlungen hebt diesen Vertrag vollständig auf, die bis dahin gezahlten Rate fallen ohne jede sonstige Vergütigung an Käufer dem Verkäufe zu, und sollte der Regulator bereits geliefert sein, so räumt da Käufer dem Verkäufer das Recht ein, den Regulator zu jeder Tageszeit aus der Wohnung des Käufers durch seine Leute abholen laffen zu können, ohne in diesem Verfahren des Ver fäufers eine Verlegung seines Hausrechtes, oder irgend eine andere strabare Handlung darin zu erkennen. Außerdem mum de Käufer, falls der Regulator schon geliefert ist, die etwa rüditän dige Miethe bis zu dem Tage der Zurücknahme des Regwanzige lators sofort bezahlen." Wenn das nicht gut für die Wanzen blonde ist Da thut man denn doch wahrhaftig beffer, wenn man fich vorher das Geld zusammenspaart, und dann in ein reelles Geschäft geht, und vielleicht für die Hälfte des Preises fich einen Regulator zulegt, der dann wenigstens wirkliches, unbestreitbares Eigenthum des Käufers ist. Der Kampf gegen das Oberhaus wird in England von den Radikalen mit großer Heftigkeit weiter geführt. So fündigte ein radikales Mitglied im Unterhause an, er werde demnächst den Antrag stellen, daß das Oberhaus durch die Vernächst den Antrag stellen, daß das Oberhaus durch die Verwerfung der Wahlreformvorlage behufs Erzwingung einer Barlamentsauflösung seine Autorität mißbraucht, die Vorrechte der Krone angetaftet, die Unabhängigkeit des Hauses der Gemeinen angegriffen und die grundlegenden Rechte und Privilegien des Unterhauses, zu bestimmen, in welcher Ordnung es Uebelstände abstellen wolle, verlegt habe. Man ist gespannt, wie ich die Regierung zu einem solchen Antrag stellen wird. Lokales. Verm Bim Thu bet fic war b Sempe genma g. D obnende eitet 30 Kinde ben, n por Knab gen De len, o ihr na indig hnung ief ab g. Nach den vielfachen Klagen zu urtheilen, mit welches neuerdings die hiesigen Gerichte befaßt werden, scheint unt den Geschäftsreisenden allgemein die Annahme ve breitet zu sein; daß sie unter allen Umständen während de Beit, in welcher fie fich nicht auf Reisen befinden, jede ander weitige angemessene, von ihrer Firma ihnen aufgetragene B schäftigung ablehnen dürfen. Es verlohnt sich daher, auf ein Gutachten der Weltesten der hiesigen Kauf mannschaft hinzuweisen, welches fürzlich eine Bivilfamme des hiesige Kgl. Landgerichts I eingeholt und auch die Grund lage für ihre Entscheidung gebildet hat. Das Gutachten gedet dahin, daß nach allgemeinem Handelsgebrauch ein als and welcher er fich nicht auf Reisen befindet, auf Verlangen be Prinzipals jeden anderen angemessenen Dienst zu verrichten, B. Comptoirarbeiten zu leisten habe und von dieser Verpflic tuug nur dann als befreit gelten fann, wenn es dem Brin pal bekannt gewesen, daß der Reisende auswärts seinen Wo fis habe und wenn der Geschäftsherr ausdrücklich in die behaltung dieses Wohnfiges gebilligt hat. cr. Auf Abzahlung, wie verlockend flingt das nicht, ein wahres Bauberwort für den armen Teufel, der möglicher Weise feinen Pfennig in der Tasche hat, der nur auf das angewiesen ist, was er verdient, und dessen Verdienst mit genauer Noth ausreicht, um ein Leben von der Hand in den Mund" zu führen. Die Abzahlungsgeschäfte find ein wahrer Segen für die leidende Menschheit, fie versorgen uns mit Allem, was wir nöthig haben, vom glänzenden Cylinder herab bis auf die elegan ten Lackstiefel. Alles Uebrige, was zur Leibesnahrung und NothBettwäsche, Küchengeschirr und Goldsachen alles ist hier durft gehört, ist in ihnen aufgespeichert, vomStiefelinecht hinauf bis zum hochnoblen Schreibsekretär, Kinderwindeln und fertige zu haben, Alles auf Abzahlung mit der Devise theuer und schlecht." lungsreisender gedungener Handlungsgehülfe in der Zeit, Wenn sich Jemand etwas aneignet, was ihm Menschen nennt. In diesem Verfahren liegt aber immer nicht gehört, so weiß ein Jeder, wie man einen solchen noch wenigstens etwas Logik, der Betreffende nimmt nur da, wo etwas ist. Er verfällt mit Recht für diese Logik aber auch den Paragraphen des Strafgesetzbuches. Etwas Anderes jedoch ist es, und nach unserer Ansicht etwas viel Verwerflicheres wenn Jemand fich da etwas Ueberall Arbeiterkolonieen, nur das Königreich Sachfen hat feine, weil es dort an verkäuflichen Bodenflächen, die fich für Melioration eignen, gänzlich fehlt. Aber Sachsen will doch auch mitmachen, es will auch Arbeiterkolonieen haben. Wo aber hernehmen und nicht stehlen? Da kommt die schlaue ,, Sozial- Korresp." plößlich auf einen genialen Gedanken. Wie wäre es, wenn man die armen Arbeiterkolonisten zur Ausführung von Meliorationsarbeiten auf Privatgütern verwendete! Und richtig: Es haben sich sofort Rittergutsbefiger genug mit Anträgen eingefunden, um diesen Plan zu verwirk lichen. Es wird dabei in folgender Art vorgegangen: Der Bedie Dauer der Arbeiten die erforderlichen Räume zur Verfügung; figer des Gutes stellt für die Kasernirung der Kolonisten für der Landesverein für innere Mission stellt die erforderlichen Beamten an, welche die für die Arbeit sich Anmeldenden anzunehmen, bei der Arbeit und in der arbeitsfreien Zeit zu überwachen, hinsichtlich ibrer Leistung zu kontroliren, für ihre Kleidung, Verköstigung, Auslöhnung und schließliche anderweite Unterbringung fu sorgen haben. Der Befißer des Gutes überwacht lediglich die sachlich richtige Ausführung der den Kolonisten übertragenen Meliorationsarbeiten und vergütet dieselben nach Maßgabe der wirtlichen Gesammtleistung zu einem zu vereinbarenden niedrigeren Sage, als den ortsüblichen Lohnsägen entspricht. Da haben wir den Kohl! Der arme arbeitslose Handwerksbursche, der gern arbeiten möchte, aber Beschäftigung nicht findet, soll billiger arbeiten, um den Herren Rittergutsbefizern den Säckel zu füllen, um eine Anzahl Beamte" des Vereins für innere Misston" zu ernähren, und um seinen verheiratheten Arbeitsbrüdern Konkurrenz zu machen und sie zu zwingen, gleich falls auf die Landstraße zu gehen und zu ,, vagabundiren," Das ist die Quintessenz des Verfahrens, und dafür danken wir bestens. Der Bau des Nord- Ostsee- Kanals soll nun endlich in Angriff genommen werden. Die Marine- und Kriegsbehörden haben sich über wesentliche Differenzpunkte geeinigt, und der Kaiser hat seine Bustimmung gegeben. Lang genug hat es gedauert, bis eine bedeutungsvolle, an und für sich gar nicht fchwierige Kulturarbeit angefangen wird. Wenn nur der Bau selbst rascher vor sich geht, wie die Verhandlungen über den selben, sonst werden die Franzosen noch eher mit ihrem Kanal fertig, der das atlantische mit dem mittelländischen Meer verbinden soll. aneignet, wo noch nichts ist, wenn er das vorweg nimmt, was ein Anderer erst verdienen soll. Und man mag die Sache drehen und wenden, wie man will, die Abzahlungsgeschäfte verfolgen ein derartiges Prinzip, ihre Spekulation ist in anderer Weise garnicht zu charakterisiren. Das unsinnige AnRuin für viele Leute, nur die Wenigsten können der Lockung bieten von Kredit ist in wirthschaftlicher Beziehung geradezu der wiederstehen, fich ohne augenblicklichen Kostenaufwand in den Besiz irgend eines Gegenstandes, von dem fte oftmals nur glauben, daß er wirklich nothwendig ist, In Belgien arbeitet das klerikale Ministerium ruhig weiter; die Schulreform in dem unseren Lesern bekannten Sinne stößt auf keinen ernstlichen Widerstand, da die Liberalen durch die wuchtigen Niederlagen wie gelähmt find. Niemand dent daran, unter den gegebenen Verhältnissen in der Kammer ernsthafte Abänderungen auch nur zu beantragen. Die Verfassungsreform in Frankreich wird nun doch zu Stande kommen, nachdem die Kammer die Abänderungs vorschläge des Senates gutgeheißen hat. Kammer und Senat Nachbruc verboten.] 13] Feuilleton. Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. ( Fortsetzung) = in Näher g. 1 dem 61& ch legen einem ten. um ejer Let ber Meffer eitigt m bie pol after wo Cand voll Burden un em Geme forderlich Gine g und Ein Götheverehrer. In der M. Buchhandlun in der Poststraße tam am 31. v. Mts., Nachmittags ein Unbe render tannter, etwa 22 Jahre alter Mann und ließ fich mehre Bücher zum Kauf vorlegen. Nachdem der Buchhändler be Ladentisch mit Büchern fast voll belegt hatte, entfernte fich Unbekannte ohne etwas zu laufen, mit dem Vorgeben, da was er fuche nicht gefunden zu haben. Nach seiner Entfernung vermißte M. eine Göthe Gallerie in Octav im Werthe 18 Mark. Der Fremde hatte dieses Werk sich angeeignet un sofort einem Buchhändler in der Kurstraße wieder für 4 50 Pf. verkauft. Der Dieb gab sich bei diesem als der in de Werderstraße 5 wohnende Kaufmann Beiler aus, doch wur in diesem Hause ein Kaufmann B. nicht ermittelt. Der Di ist 5' 5" groß, hat braune Haare und einen fleinen braund Schnurrbart, ovales Geficht, schlanke Statur und war einem gelblich- bläulichen Anzug bekleidet. a. Ein frecher Diebstahl, bei welchem ein Schloff mit seinem Handwerkzeug unbewußt mitgewirkt hat, i gestern in der Griebenowstr. 3 verübt worden. In diefem bis 30 Hause bewohnt in der 4. Etage eine junge Dame eine Wohn stube. Diese Dame, Frl. M., welche ihre Beschäftigung auße dem Hause hat, war am 31. v. Mts. Nachmittags von ihr Wohnung abwesend, und als fie Abends nach 7 Uhr dorthi zurückkam, fand sie die Stube von fast sämmtlichen leicht tran portablen Sachen ausgeräumt, trosdem an dem Thürschloß verfchloffen gewesenen Stube nicht zu bemerken war, daß zu setzen, einer jener ominösen Leibkontrakte ist sehr schnell unterschrieben, und dann kommt der hinkende Bote nach. Wie ein Alp drücken dann die scheinbar so leicht zu erfüllenden Bedingungen auf den Reingefallenen", mit unabwendlicher Pünktlichkeit stellt sich dann der Agent ein, der den fälligen Betrag einzieht, und diese Raten werden auch dann noch erhoben, wenn der betreffende Gegenstand vielleicht längst verbraucht ist. Es muß Jedermann einleuchten, daß man in einem Abzahlungs- Geschäft niemals billig, in den allerseltensten Fällen gut faufen kann. Der Geschäftsmann, der mit seinem Kapital arbeitet, muß an seinem Gelde verdienen, und er muß das umsomehr, je länger es dauert, bevor er sein ausgelegtes Geld zurückerhält. Es ist ja schon lange kein Geheimniß mehr, daß alle diese Geschäfte mit einem Nußen von mindestens hundert Prozent arbeiten, fie müssen das thun, wenn sie überhaupt ihre Eristenz sichern wollen. Es ist sehr flar, wer diesen Profit bezahlt, es ist eben der Dumme, der seine Waaren auf Abzahlung entnimmt, der dem Reiz, sich momentan mühelos Bülletin's über das Befinden der übrigen Findlinge wurden ausgegeben und ganz England intereffirte sich dafür. Das saubere Adoptiv- Elternpaar, dem in furzer Zeit zehn Kinder gestorben waren, tamen wegen Mordes in Untersuchung. Die Nachrichten über diese schmachvolle Tragödie brangen auch bis in die Abgeschiedenheit der Lady Barth. Mit frankhafter Beharrlichkeit las sie jede Beile, die sich auf jene haarsträubenden Vorgänge bezog, obwohl alle Wunden thres Herzens dabei auf's Neue bluteten, wie in dunkler Ahnung, daß ihrem verlorenen Liebling ähnliches Ungemach getroffen haben könnte. Lady Bide versprach, es am nächsten Tage zu thun. Sie berichtete, daß das Kind sehr schön und anziehend sei, fich erhole, jest sehr gut versorgt sei und vorläufig noch dort bleiben müsse, wo es sei. Auch einige der anderen Kinder befänden fich auf dem Wege der Befferung. Diese grauenvolle Geschichte zieht mich in eigenthümlicher Weise an und treibt mich beinahe zum Wahnsinn," sagte Lady Barth zu ihrer Freundin, der Lady Bide. Ich studire jedes Wort und stoße damit Dolche in meine Seele. Unaufhörlich denke ich an die unschuldigen armen Kleinen, die in jener Mördergrube zu Tode gemartert wurden, während diesem großen, weiten Schloß ein Kind fehlt! Ach, und dann fommt es mir zuweilen in den Sinn, daß mein Söhnchen vielleicht nicht todt, daß er solchen Graufamkeiten ausgesezt ist. D, mein Kind! mein Kind!" Mit dem Ungestüm der Kranken drang Lady Barth dar auf, daß ihre Freundin wiederholte Besuche bei dem Kinde mache. Aber Niemand würde ein Kind rauben, um es an einem solchen Ort unterzubringen," wendete Lady Bide ein. Seit Lady Bide von der fortdauernden Befferung des Schul Derebelichte und die be gebracht n Kleiderspind und der Kommode die besseren Kleider, Wache mand mit Gewalt eingedrungen war. Es fehlten aus d stücke, Schuhe und sämmtliche Gold- und Schmudjacen ben be wurde ein und der Knabe erhielt seinen eigenen Namen wieder, nur noch der seiner Adoptivmutter beigefügt wurde. Die Anwesenheit des Knaben wirfte stets wunderbar ruhigend und tröstend auf Lady Barth und deshalb das Kind ihr täglich ins Zimmer geschickt. Bohnung Theil der Borben. P. Ei idmartt Came aus icher, an Satron fich Straße ge on dem beigehol Biber brad Was t wir sgebe Bridlag? Aberr unabr Tagen zu 1 Und Da Sie spielte mit dem Kinde wie mit einer Buppe. Find Tages zog sie ihm seine Schuhe und Strümpfe aus, um an dem Anblick seiner bloßen Füßchen zu erfreuen. ch, Lady Bide!" rief fte aus, das Kind hat Rupert eines hatte, aber dieses ist so eigenthümlich, ein bla Knaben berichten konnte, begann das Interesse Fanny Barth's Muttermal, gerade an derselben Stelle, wo mein Flein an dem Schicksal desselben fich zu vermindern. Jegt wird der Kleine Jhnen sehr bald geschickt werden, wenn Sie bei Ihrer Abficht beharren, ihn an Kindesstatt anzunehmen," sagte Lady Bide. Ich weiß nicht, ob ich ihn wirklich adoptiren soll," erwiderte die veränderliche Krante, es scheint mir, als ob ich damit mein verlorenes Kind fränkte, als ob ich einem Fremden den Blaß einräumen wollte, der ihm allein gebührt. Und dann, mein Leben ist gebrochen, und ich werde bald sterben und der Knabe würde auf's Neue verwaist sein. D, ich denke, Lady Bide, ein Anderer sollte sich dieses Kindes annehmen." Und das schöne Kind, das Sie beschreiben, ein Knabe in dem Alter des meinigen, mit dunklen Augen, auch mein Rupert hatte dunkle Augen. D Lady Bide, ich denke unaufhörlich an den kleinen Findling, wie an meinen eignen verlorenen Sohn, ich verwechsele ihn oft mit ihm, bis er mir an's Herz zu greifen und mich um Hilfe anzurufen scheint, und Nachts liege ich wach und weine, weil ich ihn weinen zu hören glaube." Sie haben sich in Ihrem leidenden Zustande zu viel zugemuthet, diese schauerliche Geschichte zu lesen." Aber Lady Bide hatte den unglücklichen Kleinen längst in ihr Herz geschlossen. Seine Schönheit, seine Geduld während der Krankheit, sein dankbares, liebenswürdiges Wesen, hatten ihre Phantaste gefangen genommen und ihr Gemüth erobert, und als Lady Barth den Gedanken aufgab, ihn zu fich zu nehmen, beschloß Lady Bide, ihm selbst seine Mutter zu werden. Ich fann mich von dem Gegenstande nicht losreißen, theure Freundin. Ich hatte schon die Absicht, meine Wärterin oder meine Gesellschafterin zu dem Kinde zu schicken und mir von ihm erzählen zu laffen, ich habe sogar daran gedacht, es zu adoptiren und es durch verschwenderische Liebe und Sorgfalt für seine Vergangenheit zu entschädigen. Ich würde vielleicht glücklicher fein, wenn ich mich für ein Kind intereffiren, wenn ich ihm meine Sorgfalt zuwenden könnte. Das kleine Wesen würde für mich möglicherweise eine Quelle der Kraft sein, und wenn ich sterbe, kann ich ihm mein fleines Vermögen hinterlassen." Ja, es würde Ihnen zweifellos Trost gewähren, ich habe mir selbst schon oft vorgenommen, dasselbe zu thun." Lady Barth," sagte fie eine Woche später ,,, da Sie, und in Ihrem leidenden Zustande ganz mit Recht, es ablehnten, das Kind, von dem wir sprachen, bei sich aufzunehmen, habe ich es adoptirt. Seit zwei Tagen ist es in meinem Hause, und so Theuere Lady Bide, möchten Sie nicht einmal nach dem' Kinde sehen und sich überzeugen, ob es ihm jetzt beffer geht, und ob die Dinge in Willichkeit so schlimm find, als erzählt wird?" schwarzes Berz!" geht d fate er. theber jur Anjpruch bab yra Und balo Das Geheimniß Sir Rupert Barths war nahe daran b deckt zu werden, es zitterte in der Luft, es drängte fich auf Dic Lippen der geprüften Frau, doch fie sprach nicht weit fie forschte nicht weiter und Mutter und Kind erkannten ander nicht. Auch zu Myra brachte Lady Bide ihr Adoptivkind. terner als feiner Mutter gegenüber. Antig Rupert zeigte sich seiner Schwester gegenüber weit f angelegt. Der Schmerz um ihn und die beständige Seit dem Verlust Jaspers hatte Myra die tieffte Z die sie gegen fich selbst erhob, an Fanny's Unglüd sein, umdüsterten ihre Seele und erfüllten fie mit einem und einem nagenden Kummer, der den Lady Barth's weit übertraf. Grat S Huge Bei Lady Barth war Rupert heiter und liebevoll Myra's Zimmer saß er schweigend da, sein lebhaftes, Gefichtchen voll feierlicher Fragen. bild Lafien De geiche Figungers tonnen g mei unt ady u, meine Fanny's Kind wäre jezt gerade in dem Alter Kleinen," sagte Myra, Sir Rupert auf den Schooß nehmen " D Lady Bide, wie glühend wünsche ich, daß dieses Kind wäre. Es ist nicht allein das Mitleid, das ich für Fan per fodt ist und ich in dieser Welt Niemand mehr haben werk der mir so recht nahe steht, denke ich, in meinem Brüder hätte ich ein Interesse an der Gegenwart, eine Hoffnung die Zukunft haben tönnen. Wie gut wäre es gewesen, bald es in Kleidung, Gesundheit und Manieren so weit ist, fühle, und das mir diesen Wunsch eingiebt, aber jest, da werde ich es Ihnen vorstellen." Nach etwa vierzehn Tagen konnte man Lady Bide den Bart, der zwischen ihrer und der Barth'schen Befißung lag, durchschreiten sehen, vor ihr eine Wärterin mit einem Rinderwagen, in dem Sir Rupert in einem reichgestickten Anzuge wirklichen Barth in seinem Erbe aufwachsen zu feben! ruhte und faum eine Viertelstunde später saß der Knabe auf dem Schooß seiner eignen Mutter. Lady Barth's von vielem Weinen getrübte blaue Augen, blickten mit inniger Theilnahme in die dunklen ihres findlichen Gastes, aber hinter dem Lächeln in Sir Ruperts Augen lag etwas wie ein Thau von Thränen, ein fast schwermüthiger Ausdruck, den die Erfahrungen bei der Kinderpächterin ihnen verliehen hatte. Die abgemagerten weißen Hände Fanny's liebkosten die dicken rosigen Finger des Kleinen, eine tiefe Zärtlichkeit stieg in ihrer Seele auf und sie seufzte. ,, D, ich wollte, ich hätte ihn genommen! Doch ist es besser so, wie es ist, Sie werden leben, bis er erwachsen ist. Aber möchten Sie ihn zum Andenken an mein verlorenes Kind Rupert Barth nennen?" Lady Bide willigte gern in den Vorschlag ihrer Freundin eben nur dulde, weil ich fie dulden muß. niem Wiffen Sie Sie werden fich über ihre mangelnde Zärtlichkeit zu beklagen wagen," lachte Lady Bide. der Familie gestern Abend wieder ein Töchterchen geb wurde, und daß es Ihren Namen erhalten und Sie seiner Bathin gebeten werden sollen? Dort fährt übrigens Wrigley vor." Dottor miten men Leil ne Beb ten ber Aber erlang mbiefe 2 ore, ichon Briglen vo idaftigen unferen geichnun gerlicher Leider iberte Das Dormurf erben. 2 unmo Reter Der Wie James Wrigley es darstellte, waren die neue To der Name, die Kirchenverwandtschaft von ihm und feiner& ganz besonders als dankbare Anerkennung für Myra vorben " Theure Cousine, wir wissen, daß Du Dich verein fühlst, daß Du nie einen eigenen Haushalt haben wirft werden dieses Kind als das Deinige betrachten und es in guten und freigebigen Händen. Wann immer worden. Damit Du Weil ber Alles Unb mes Rin Erigley. m crträze ein«» ir nur Schrift» Lf edcli >alb Dum ni dea�M m nnidß «J »>->> fl' en iO btt«' mlet eine goldene Damenuhr mit der Nr. 102447, eine me Zylinderuhr, eine goldene Broche, drei goldene Ringe, Haarkette mit goldenem Schieber und Schloß:c. im Ge- ntwerth von über 300 M. Die Bestohlene rief sofort eie Hausbewohner hinzu, und von diesen hörte sie, daß vorher ein in der Nachbarschaft wohnender Schlosser . Hause gesehen worden sei. Fräulein M. eilte so- Jrt zu dem Schloffer, und dieser bestätigte nicht nur die «gäbe der Hausbewohner, sondern er gab auch an, daß ? die Wohnstube der Bestohlenen im Auftrage einer jungen re, die sich als die Eigenthümerin der Stube ausgegeben >, geöffnet habe. Gegen 5 Uhr Nachm. war nämlich eine e Dame in seine Werlstätte gekommen und hatte ihn auf- chert, ihre Stube imLause Griebenowstr. 3, deren Schlüssel rloren hätte, zu ötmen und gleich einen neuen Schlüssel m Stubenschloß anzufertigen. Der Schloffer leistete dieser örderung Folge, öffnete die Thür der M-'schen Stube und das Schloß ab, um danach den neuen Schlüssel anzu- jen, die junge Dame in dem geöffneten Zimmer allein zu- äffend. Als der Schloffer eine Stunde später das Schloß dem neuen Schlüssel zurückbrachte, fand er die Diebin in Zimmer nicht mehr vor, und er befestigte das Schloß an Thür, verschloß mit dem neuen Schlüssel das Zimmer und n den Schlüssel wieder mit. Nach seiner Beschreibung be- t fich die noch nicht ermittelte Diebin im Anfange der er Jahre, ste ist schlank, von mittlerer Größe, hat dun- e Haare, bräunliche Augen und frische Gesichtsfarbe, r bekleidet mit einem schwarzen Hut lmtt ziemlich großer >e und rothem Sammtbesatz) und dunklem anschließenden mantel. :■ Die Ueberraschung, welche dem in der Zimmerstraße enden Damenschneider Schi, am Donnerstag früh dadurch et wurde, daß eine seiner früheren Arbeiterinnen einen Wochen alten Knaben vor seine Thür legen ließ, dürste indesausseyung von den Behörden schwerlich betrachtet t, da es fich herausgestellt, daß die unglückliche Mutter . vor dem Hause gemattet und ein Recht auf Abnahme Knaben Seitens Schl. gehabt hat. Schon vor etwa zehn versuchte die arme Näherin den Knaben dem Schl. zuzu- ohne aber ihren Zweck zu erreichen. Damals gelang nach mehreren vergeblichen Versuchen eine alte Frau lndig zu machen, welche gegen Vergütung von 1 M. ein 1— das Kind enthaltend— mit einem Brief nach der ung des Schl trug. Die Ehefrau nahm ihr aber den ab und nachdem ne ihn gelesen, mußte sich die alte Frau wieder mit dem Kinde entfernen. Auch damals mattete äherin den Ausgang der Sache unten vor dem Hause ab. e- Auf eine entsetzliche Weise verunglückte gestern ein dem Schlächtermeister V. in der Genchtsstraße beschäftigter l ä ch t e r g e s e l l e. Derselbe war am Hackklotz mit einem en mit Fleischhacken beschäftigt, zu welchem Zweck ste em schweren, sechsschneidigen Wiegemesser mani- en. Während der eine Geselle das Bieffer in fort- der Bewegung hielt, gab der andere auf das Fleisch um die eventuell dann befindlichen Knochen zu entfernen. r letztere Geselle rief nun plötzlich seinem Kollegen zu, Aieffer anzuhalten, da ein Knochen im Fleisch läge, der [t werden müßte. Als nun der angerufene Geselle das Höhe geschwungene Messer vom Niederfallen zurückwollte, entglitt ihm dasselbe und schnitt ihm die rechte vollständig durch, deratt, daß die Sehnen freigelegt r und eine heftige Blutung erfolgte. Der Geselle wurde Bewerksarzte zugeführt, welcher dem Schwerverletzten die Serliche Hilfe zu Theil werden ließ. tjw ganze Tiebesbande, Schuhmacher S., Arbeiter Sch. Schuhmacher Schl., sowie die unverehelichte Sch. und urr- Michte M., die drei elfteren wegen schweren Diebstahls «ie beiden Frauen wegen Hehlerei, find heut zur Hast worden. Dieselben hatten aus der verschloffenen rfüna rinn Dame in der Skalitzerstraße, in der Zeit vom ... �-0. Goldsachen und Wäschestücke gestohlen. Der größere der gestohlenen Sachen ist noch bei den Tieben gefunden f>.(fin Taschendieb eskamotitte beute Vormittag auf dem �arkt in der Neuenburgerstraße das Portemonnaie einer aus der Kleidertasche; er wurde hierbei jedoch von dem an dessen Zober die Dame stand, beobachtet Als der an fich entlarvt sah, ergriff er die Flucht, wurde jedoch dem genannten Fischer vor der Badeanstalt derselben ! gestellt und nach Herausgabe des Gestohlenen einem stholten Schutzmann übergeben, der ihn nach Nummer ——————— � wird es zu Dir überfiedeln. Bis dahin soll es, sobald %chen darf, täglich zu Dir gebracht werden." LjW könnte gütiger und wohlwollender sein, als solch ein ra«? »f A«-" während Dr. Wrigley sprach, empfand Myra nur Unabweisbaren Wunsch, aus der Nähe dieses Mannes W können, gegen den ihr Herz fich aufbäumte." -und da ist noch eine andere Angelegenheit zu erwähnen. 'da Sir Gilbert, Dein Vater, keinen Sohn hinterlassen [cht der Titel auf mich über; die Gütettallerdings nicht," er.„Das verlorene Kind wird ganz gewiß niemals um Vorschein kommen, um den Titel für fick in zu nehmen. Ich stehe im Begriff darum nachzu- daß er mir übertragen werde." , Ära verneigte fich nur. �.»d dann, Coufine, wenn ich den Tttel erhalte, was geschehen muß. will ich mich in's Parlament wählen \ Der Sitz, über den die Herrin der Batth'schen Be- Tch gewissermaßen zu bestimmen hat, ist erledigt." $»ei alleinstehende Frauen, wie Lady Batth und ich, Unmöglich irgend welchen politischen Einfluß haben." chy Batth hat freilich keinen politischen Einfluß, rief ,»Aor ungeduldig,„sie gehört nicht zu der.ramilie, aber Coufine. Wenn Du mit mir bei einigen der gor- � Wähler Besuckie machst, wenn Du mir Deinen »seihst, meine Farben trägst, mir Deinen Wagen und i �Uenten in Livree zur Verfügung stellst und mir die , er Wahl tragen hilfst, werde ich ficher den>i?>v er- s James", wendete Myra ein,„wenn Du auch den f.°n aufgegeben."—_ EMWW» � nrn niw, wovon Du leben willst", er- WHWMZ ...Familie theilen?" ?' W K' wenn'mein Bruder fick jemals wiederfindet. (Fortsetzung folgt.) den Dame, sowie bei den Zuschauern dahin, mehr Acht auf den Behälter des nervus remm zu geben. — g. An einem sehr glücklichen Zufall mußten die zahl- reichen entsetzten Passagiere unwillkürlich glauben, welche vor- gestern Vormsttag gegen 10 Uhr auf dem Alexanderplatz Zeu- gen folgenden Vorganges waren. Der in dem Depot der Keibelstraße stationitte Feuerlöschzug war soeben von keinem gelöschten Brande zurückgelehrt und bog, von der Landsberger- straße kommend, über den Alexanderplatz fahrend, in die Neue Königstraße ein. Als der Wasserwagen, der letzte im Zuge, die Ecke vasfitt hatte, lief eine Dame mit einem etwa 3 Jahre alten Kinde auf dem Arme über den Straßendamm, um das jenseitige Trottoir zu erreichen. Gerade in der Mitte des Straßendammes wurde fie jedoch von einem hinter dem Wafferwagen kommenden Omnibus erfaßt, mit dem Kinde zu Boden geworfen und überfahren, seltsamer Weise aber, ohne daß weder die Dame— eine in der Alexanderstraße wohnende Frau Dr. St.— noch das Kind eine Versetzung erhalten hatte. Den Schrei, den die Ueberfahrene und die Augenzeugen im Moment des Ereignisses ausstießen, war eine ganze Strecke weit gehört worden. Unsere Feuerwehrmänner zeigten fich auch hier wieder als' stets hülfsbereite Personen. Den Vorgang sehen und vom Wagen hevabspringen, um ihre Hülfe anzubie- ten, geschah augenblicklich. Glücklicherweise konnte die zum Tode erschrockene Dame ihren kurzen Weg bis nach ihrer Woh- nung per Fuß zurücklegen. Tie steinernen Einfassnngswände der Schleuse am Rothen Schloß werden gegenwättig einer umfassenden Reno- virung unterzogen, aus welchem Grunde gestern die Durchfahrt durch diese Schleuse eingestellt worden ist. Dieselbe bleibt bis zum Ii. d. Mts. für die Schifffahtt geschlossen. Diese Arbeiten bestehen darin, daß von einem Prahm aus die fehlerhasten Steine aus den Wänden ausgemeißelt und dann durch neue Steine ersetzt werden._ Genckts-Htttuug. R, Wegen Beleidigung eines Schutzmannes wird der „Buchbinder" Toppel aus der Untersuchungshaft vorgefühtt.— Präsident:„Wo haben Sie zuletzt gewohnt? Toppel:„Ich habe nicht gewohnt." Präs.:„Sie müssen dock irgendwo gewohnt haben?!" Toppel:„Ja. mal hier und da, so bei„Bekannten". Präst.:„Sie find schon 25-mal vorbestraft, stimmt das? Tovpel:„Das mag wohl richtig sein."— Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, zu einem Schutzmann auf dem Georgen- kirchplatz gesagt zu haben:„Du bist wohl'n Happen dämlich." Der Angeklagte will indeß diese Worte einem seiner Kollegen zugerufen haben. Zwei Zeuginnen, Frau Puch und Frau Wetten, behaupten jedoch, daß die Wotte dem Schutzmanne gegolten hätten' nur sind die Zeuginnen uneins darüber, ob der Toppel gesagt hat:„Du bist dämlich, Sie find dämlich oder Er ist damlich."— Der Staatsanwalt hält dasür, daß es gleichgültig sei, ob Toppel Du, Sie oder Er gesagt habe und beantragt eine Woche Gesiingniß. Der Gerichtshof hielt jedock die Strafe als durch die Untersuchungshaft für verbüßt und sprach dem Schutzmann die PublikationSbefugniß zu. R. Wegen TiebstahlS wird aus der Untersuchungs- Haft dem Schöffengericht vorgefühtt die unverehelichte Wilke. Die Angeklagte, ein junges, hübsches Mädchen von 17 Jahren, soll einer Frau ein Paar Frauenstiefel weggenommen haben. Prästdent:„Wie kamen Sie denn dazu, der Frau die Stiefel wegzunehmen?" Angeklagte schweigt. Präsident:„So er- zählen'Sie uns doch wie es kam!" Angeklagte zögernd:„Ich wollte mir Arbeit suchen und da meine Stiefel schon sehr schlecht waren, so habe ich die Stiefel der Frau angezogen." Präsident:„Wie find Sie mit der Frau bekannt geworden?" Angeklagte:„Ich kannte die Frau schon längere Zeit und da ich keine Arbeit hatte, so bot fie mir an, solange ich nichts zu thun hätte,'bei ihr zu essen und dafür ihre Wohnung zu reinigen. Die Stiefel hat die Frau am nächsten Zage wieder bekommen." Der Staatsanwalt beantragt 1 Woche Gefängniß, der Gerichtshof erkannte auf 1 Woche Gefängniß, welche jedoch durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt zu er- achten sei. R. Das Pferdestehlen ist ein etwas schwieriges Ge schüft, leichter ist es, ein Pferd zu unterschlagen, und sehr leicht, wenn fich die Gelegenheit so günstig zeigt, wie dies bei dem Kutscher T h i e l m a n n der Fall war. Die Wittwe K. betrieb ein Fuhrgeschäft, war aber so sehr»on Gläubigern bedrängt, daß, als fie eines Tages ein Pferd kaufen wollte, den Angeklagten bat, dies auf seinen Namen zu thun. So geschah es, Frau K. gab das Geld und der Angeklagte kaufte in ihrer Gegenwatt das Pferd von einem Droschkenkutscher. Thielmann blieb nun bei der Frau K. als Kutscher und die Frau K. ließ auch noch an ihrem Wagen den Namen Thielmann schreiben. Doch eines schönen Tages ließ Thielmann den Wagm auf dem Lehrter Bahnhof stehen, gab das Sielengeschirr einem Bahn- wärter zur Aufbewahrung, führte den gewesenen Droschkengaul zu einem Pferdeschlächter und verkaufte ihn für 20 M. Beide Theile, Gaul und Kutscher waren befriedigt: der Gaul, daß er nun von seinen Leiden erlöst und in Gestalt von Jauerschen und Knoblauchswürsten seine Auferstehung feiern konnte und Thielmann, daß er vorläufig 20 M. in der Tasche trug. Doch das Schicksal schreitet schnell. Am nächsten Tage fand Frau K. den unwürdigen Kutscher bei einem Bekannten in der Reichenbergerstraße, fordette von ihm Pferd und Wagen und erhielt eine Höhnende Antwott. Schnell holte FrauK. einen Schutzmann, doch schneller noch war der Angeklagte entwischt und vorläufig nicht aufzufinden. Endlich, nach mehreren Wochen wurde der Ungetreue entdeckt und wandette nach Moabit in Untersuchungs- Haft, aus welcher er jetzt dem Schöffengericht vorgefühtt wurde. Frau K., die als Zeugin erschienen war, hatte inzwischen noch wahrgenommen, daß der Angeklagte auch noch eine ihr ge- hörende filberne Uhrketle mitgenommen hatte, und somit war das Konto des Betrügers noch mehr belastet. Die Verhandlung ergab die volle Richtigkeit der Anklage; Tdielmann machte zwar geltend, daß er fich als wirklicher Eigenthümer des Fuhrwerks betrachtet habe, mußte aber zugeben, daß er sehr wohl wußte, daß er nur zum Schein das Pferd gekauft hatte. Der Staatsanwalt beantragt für Uhrkette und Pferd zusammen 1 Monat Gefängniß; der Gerichtshof veruttheilte den Ange- klagten zu 3 Wochen Gefängniß, wovon jedoch 2 Wochen durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten find. Den Antrag des Thielmann auf vorläufige Entlassung lehnte der Gerichtshof ab, weil Thielmann vor seiner Verhaftung nirgends angemeldet war. Arbeiterbewegung. Wereiue uuä Wersummluugeu. Aufruf an alle Schlossergesellen Berlins! Wetthe Collegen! Am Montag den 21. Juli fand eine öffentliche Versammlung der Schlossergesellen im Königstädtischen-Easino statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vottrag des Herrn Friy Görcki über die jetzige Lage der Schlossergesellen Berlins und Vorschläge zur Abhülfe derfelben. 2. Diskusston. 3. Wahl einer Lohnkommisfion. Die Versammlung war von 400 Personen besucht und nahm einen sehr guten Verlaus; nach dem Vortrag fand eine lebhafte Diskusfion statt, nach welcher eine dem Vorttag entsprechende Resolution angenommen wurde, ttn eteWttKIPB MZMkMW interessen, keinen Personencultus, sondern habt einzig das große Ziel im Auge, welches lautet: Einer für Alle und Alle für Einen! Dann wird auch das Schloffergewerbe nicht allein hinter allen andern zurückbleiben. d. Die Frei�Organisation junger Kaufleute, welche wie wir vor einiger Zeit mitgethellt haben, für die Dauer der Sommermonate ihre öffentlichen Versammlungen ausgesetzt hat, beabsichtigt, wie fie uns anzeigt, ihre öyentliche Thätigkett demnächst wieder aufzunehmen und dieselbe nunmehr auch auf eine möglichst rationelle, wirksame Stellenvermitt- l u n g auszudehnen. Das Statut für die auf dem jüngsten hiesigen Kongreß der kaufmännischen Vereine zu gründen de» schlossene nationale kaufmännische(Central-) Krankenkasse(E. H.-K.) wurde vor wenigen Tagen mit den durch das Gesetz vom 1. Juni 1884(Novelle zum Hilfskassengesetz) bedingten Abänderungen versehen, der Auffichtsbehörde wieder eingereicht. Das Bureau der Freien Organisation k., welches täglich von 2—3 Uhr Nachmittags und 7—8 Uhr Abends geöffntt ist, be- findet fich nunmehr Große Frankfutterstraße 62 Ii, wohin man Wohnungsveränderungs- Anzeigen und Beitragszahlungen zu adresfiren beliebe. Zum Schluß sei auch noch auf die von der Freien Organisation%. mit einem hiesigen Rechtsanwalt getroffene Vereinbarung hingewiesen, welche allen Mitgliedern den ausgedehntesten unentgeldlichen Rechtsschutz fichett. Nähere Auskunft hierüber wird gleichfalls vom Bureau ertheilt. Auch ist für die im September wieder beginnenden Versammlungen der Freien Organisation ein im Centrum der Stadt gelegenes Lokal in Aussicht genommen, das allen diesbezüglichen Ansor- derungen entsprechen dürste. Ter Bericht der Delegirten-Versammlung der Tischler am 29. Juli enthält in Bezug auf die Ausführungen des Herrn Böhm eine kleine Ungenauigkeit, die wir auf Wunsch dieses Herrn sehr gern berichtigen. Herr Böhm schreibt uns: Ich muß bemerken, daß es durchaus nicht in meiner Abficht gelegen hat, den versammelten Tischlern zu rächen, eine andere Vereinigung zu gründen. Ich habe vielmehr ausdrück- lich betont, vorläufig die Kommisston neuzuwählen und beizu- behalten und habe die Delegirten aufgefordert, in ihren Werk- stätten nach Kräften für Beitritt zum Fachverein zu mitten, in- dem ich die Anficht aussprach, daß die Berliner Tischler, wenn fie nur zur Hälfte, etwa 5000, vereinigt find, auch ohne Ver- band ihre materielle Lage dauernd verbessern können. i. Der Central-Verein Berliner Fuhr- Unternehmer hielt am Freitag Abend im Restaurant Weick, Alexander« straße 31, eine Generalversammlung ab. Herr Langner machte zunächst Mittheilungen über die stattgehabte Landpatthie, welche einen Ueberfchuß von 14 Matt 80 Pfg. erzielte. Die Hälfte dieser Summe fließt Hrn. Langner für gestelltes Fuhr» werk zu. Die schon lange schwebende Lokalfrage fand nunmehr ihre endgiltige Lösung, indem das Restaurant Weick zum per- manenten Vereinslokale erwählt wurde. Die Versammlungen finden von jetzt ab regelmäßig monatlich zweimal und zwar immer Freitags nach dem 1. und 15. eines jeden Monats statt. Der Erkenntniß wegen wurde beschlossen, ein Vereinsabzeichen für die Mitglieder zu beschaffen und sind Entwürfe hierfür beim Vorstande einzureichen. Um der Ausbeutung von Unternehmern zu entgehen, wurde ferner beschloffen, daß der Verein fich in reeller Weise an öffentlichen Submissionen betheiligen foll. Ein Theil des Ettrages fließt der Vereinskaffe zu. An die Erledigung dieser geschäftlichen Mittheilung schloß sich eine Besprechung von Fach-Angelegenheiten. Aus Crimmitschau wird berichtet: In unserem Otte steht es nicht gut aus; etwa 2000 Fabrikarbeiter der Vigogne- Spinnerei und Färberei find im Streik resp. Arbeitsausschluß begriffen, und zwar, weil man eine 11- resp. 12stündige Ar- bertszeit und eine kleine Lohnaufbesserun» fordern wollte. Nach« dem sich ein Komitee an die Herren Etabtrsi�T-m�besitzer ge- wendet, um mit denselben sich hierüber zu bespreche!'., wiesen die Herren dasselbe zurück und legten dann ihren Arbeitern einen Vertrag vor, den diese unterschreiben sollten. Hierauf konnten indessen die Arbeiter nicht eingehen, indem der Vettrag nur zu Gunsten der Arbeitgeber lautete und nicht beide Theile entsprechend berücksichtigte._ Nunmehr wurden von den Herren besondere Maßregeln getroffen, und wer fich weigette, fich den- selben zu fügen, wurde entlassen, resp. verließen auch Manche die Arbeit selbst. Da unter den Streikenden, resp. Ausge- schlossenen viele Familienväter fich befinden, welche zahlreiche Familien und auch nur 3—13 M. pr. Woche verdimt haben, daher der Unterstützung dringend bedürftig find, so sehen die- selben einer zahlreichen Unterstützung seitens der Arbeiterschaft entgegen. K. In der Fachschule des Fachvereins der Schneider hat erst kürzlich wieder ein neuer dreimonatticher Kursus für den Zuschneide-Unterricht begonnen, zu dem fich noch Theilnehmer melden können, welche für das anerkanntermaßen außerordentlich billige Honorar das Recht erwerben, fich an dem nächstfolgenden Unnterrichtskursus im Zuschneiden gratis betheiligen zu dürfen. Die mit den vorausgegangenen beiden ersten Kursen erzielten Unterrichtsresultate waren, wie jedem Interessenten aus Wunsch nachgewiesen werden kann, nach dem kompetenten Uttheile von unvartheiischen Sachverständigen außerordentlich befriedigende. Meldungen zu dem Kursus, um deren Beschleunigung gebeten wird, beliebe man im Lokal der Fachschule, Mauerstraße 86, bei Pieper, anzubringen. Die Lohnkommisston der Berliner Schneider ver- anstaltet am Mittwoch, den 6. August er., Abends 8'/, Uhr, im Deutschen Vereinshaus, Wilhelm st r. 118, eine große öffentliche Schneider-Versammlung, in welcher die Lohnverhältniffe und die Behandlungsweife der Arbeiter der Herren-Garderoben-Geschästs Firma: Westennaier, Potsdamer- straße 26a, sowie des Export- und Engros-Geschäfts von Hugo Wernaer und des Berliner Konkurrenz- Vereins, im Volksmunde genannt„Die goldene HZu n d e r t z e h n", zur Erörterung gelangen sollen. Bei so hochwichtigen Fragen ist es Pflicht aller Schneider, speziell derjenigen, welche für obige Geschäfte arbeiten, recht zahlreich am Platze zu erscheinen und alle Kollegen darauf aufmerksam zu machen. Die Lohnkommisfion des Unterstützungsvereins der Buchbinder re. beruft zum Montag, den 4. August, nach Feuersteins Salon, Alte Jakobstraße 75, eine öffentliche Ver- sammtung sämmtlicher in Buchbindereim, Buchdruckereien, Kattonfabriken;c. beschäftigten Buchbinder ein, um über die Lohnverhältnisse zu berathen. Da gerade speziell in der Buch- binderei betreffs der Arbeirslöhne recht traurige Verhältnisse herrschen, welche es. vielen Gehilfen unmöglich machen, bei diesen Hungerlöhnen, welche oft kaum die Höhe von 12 biS höchstens 15 Mark erreichen, ein menschenwürdiges Dasein zu führen, so ist es Pflicht eines jeden Buchbinders, in dieser Versammlung zu erscheinen, sich aufzuraffen aus seiner Lethargie, um mitzuwirken an der Verbesserung seiner elenden Lage. Der Arbeiter-Bezirzs-Verein der Rosenthaler Vor- stadt hält Montag, den 4. August d. I., Abends 8 Uhr, im Germania-Theater, Wembergswrg 10.11. eine große Versammlung ad. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers ,, Verein ehemaliger Trahndorff'scher Schüler".| Sigung: Dienstag, den 5. August cr. Abends 9 Uhr, im Restaurant Wilhelms- Garten, Kochstraße 7. Gäste willfommen. 11 Der Bezirks- Verein des werkthätigen Volkes der Schönhauser Vorstadt veranstaltet am Sonntag den 3. Auguft von Nachmittags 3 Uhr ab ein gemüthliches Beisammensein der Mitglieder mit Familie in Meister's Garten, Schönhauser Allee 161. Näheres im Inserat. Der Unterstüßungsverein der Buchbinder 1c. veran ftaltet Sonntag den 10. August eine Dampferparthie nach Friedrichshagen. Billets à 1,25 Mk. find zu haben bei P. Hoffmann, Schüßenstr. 20. Der Fachverein der Schuhmacher hält am Montag, den 4. d. M., Abends 8%, Uhr, bei Teichert, Neue GrünStraße 32, feine ordentliche Versammlung ab, mit der Tagesordnung: 1. Besprechung über eine zu gründende Bibliothek. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Fragekasten. Gäste willkommen. In dem Bericht über die Versammlung der Maurer, die am vergangenen Sonntag in Sanssouci abgehalten wurde, haben sich durch ein Versehen unseres Berichterstatters einige Unrichtigkeiten eingeschlichen. Es ist uns von competenter Seite die officielle Abrechnung zugesagt worden, die wir jedenfalls Mitte nächster Woche veröffentlichen werden. Einseter- Verein. Montag, den 4. d. M., Abends 8 Uhr, Versammlung, Holzmarktstraße 8. 1. Besprechung über die Berichterstatter, und über die Bekanntmachungen in der Preffe. 2. Der Strike der Bauanschläger. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird gebeten. Neue Mitglieder werden auf genommen. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Tischler und Berufsgenossen hält am Montag den 4. d. Mts., Abends 8 Uhr, Adalbertstr, 21, eine Versammlung ab. L. D.: Wahl eines zweiten Vorfizenden und Verschiedenes. Degen, trozdem daß von ihnen viel Mißbrauch damit ge trieben wurde, noch ein ganzes Jahrhundert erlaubt, worauf auch fie dieses gefährliche Spielwert ablegen mußten. Saarbrücken, 26. Juli. Findige Köpfe wissen sich die Errungenschaften der Neuzeit rasch zu Nußen zu machen. Das bewies gestern ein per Velociped reisender Handwerksbursche, ein Schloffer seines Zeichens. Derselbe durchfährt mit seinem selbst solid und elegant gearbeiteten Vehikel das liebe deutsche Vaterland und stellte fich auch in einer hiesigen Herberge ein. Er schaute sich nach Arbeit um, und als er solche nicht fand oder sie ihm nicht zusagte, so bicykelte er mit Fuß- und Schenfelfraft wieder flott von hier weg. Da werden sich die Herren Gendarmen und Schußmänner auch bald nach Bicykles um4. Klasse 170. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 2. August 1884. Nur die Gewinne über 210 mart sind den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) thum müssen, wenn fie solchen berittenen resp. fahrenden Gesellen nachkommen wollen. Zur Findigkeit der Post. Die Fälle, in denen da Deutsche Reichskanzler von Seiten der Post nicht aufgefunden werden kann, mehren sich. Zu dem neulich erwähnten Falle aus Frankfurt tommt jest, wie wir in der Germ." lesen, der folgende neu hinzu: Eine Beschwerdeschrift von Maschinen bauern aus Bischheim im Elsaß, die an Sr. Durchlaucht den Reichsfangler Fürsten v. Bismard in Berlin" gerichtet war fam uneröffnet mit der Bemerkung zurück: Adresat in Berlin nicht aufzufinden." Merkwürdig ist, daß, wie ja die Veröffent lichung der Antworten beweisen, alle Zustimmungsadressen ihren Weg nach Varzin mit großer Sicherheit finden. [ 1500 526 625 68 74 85 701[ 3000] 13 14 74 95 824 74 945[ 550] 4804 141 73 331 33 437 60 519 34 1550 81 664 74 95 717[ 300] 873 4906 102 18 62 69 74 77[ 300] 339[ 1500] 52 65 70 400 3[ 300] 37[ 300] 601 9 13[ 300] 38 796 815 934 75[ 300] 82 747[ 3000] 803 38 961 90 1056 205 53 82 97 299 452 532 54 64 66 80 38 78 102 201 43[ 300] 331 40 86 96[ 1500] 493 511[ 550] 611 67 78 [ 300] 97 638 726[ 300] 43 97 890 2004( 550] 82 265 83 380 463[ 300] 97 605 34 834 57[ 300] 936 3087[ 550] 156 70 237[ 300] 66 327 42 64 1550] 77 82 439 15501 73 91 97 545 731 66[ 1500] 849 73[ 300] 90 921 47 76 4097 206 9 45 301 42 52 98 450 1500] 78 523 75 640 755 834 39 40 84 93 5033 47 80 97 156 67 246 370 434 47 533 44 75[ 3000] 734 817[ 1500] 29 71 93 900 31 6061[ 550] 71 134 206 86 90 302 21 24 36[ 300] 443 50 54[ 300] 63 89[ 1500] 543 67[ 300] 76 79 87[ 1500] 97 616 706[ 1500] 81 94 856 73 914 43 77 86 7004 76 120 36 270 356 401 83[ 3000] 520 72 91 679 96 834 58 65 930[ 300] 78 8000 5 42 59 67 116 50 67 286 337 467 73 86[ 300 578 603( 550) 755 827 36 47 9028[ 300] 192 93 215 43 53 54 62 72 346 68 413 94 554 61[ 3000] 72 98 605 8 15 31 702 23 48 50 65 78 848 83 943 48[ 3000] 92 99 10003 108 36 381 95 97 451 53[ 3000] 523 26 63 72 79 629 67 87 88 790 854 98 937 78 11019 116 29 87[ 550] 208 57[ 300] 483 88 509 65 68 647 718[ 1500] 63[ 300] 69 91[ 3000] 12018 47 184 93 241( 550) 18 27 61 70 95 462[ 550] 510 643 59 74 714 21 810 82 908 81 77 303 62 402 62 94 599 603 29 94 740 824 59 13154 78 234 35 315 14012 [ 3000] 40 60 117 53( 1500) 262[ 1500] 305[ 300] 27 90 405 525 36 40 88 661 708 56 827 52 80 922 89[ 3000] 15042 79 95 133[ 1500] 205 24 44 61 322 440 57 545 83 96 627 31 42 53 71 733( 550] 81 83 814 15 973 16083 114 26 67 259 69 90( 550) 97 359 74 404 19 30 55[ 1500] 518 60 605 12 17 21 717 27 36 68 73 802 49 57 94 933 83 17079[ 300] 88[ 300] 110[ 550] 253 58 62 304 25 34 405 17 506 25 28 34[ 300] 70 93 606 738 44 883 951 18028 62 87 104 64 75[ 1500] 232 52 68 87( 3000] 319[ 300] 84 86 97 410 29 543( 550] 659 69 88 710 68 70 800 14 33 71 900 83 19016 103 6 64 205 11 47 356 61 85 93 407 9 17 43 50 99 540 43 72 603[ 300] 57 720 95 825 63 92 998[ 300] 20013( 550] 125 87 231 33[ 1500] 92 375 76 465( 550) 66 76( 300) 504 20 38 46( 1500] 605 94[ 300] 795 832 985 21040 191 226 87 398 511 607 38[ 300] 40 706 55 88 93 892 914 28 22106 34 36 91 239 53 ( 3000) 84 23012 22 44( 300) 138 299 444 94 97 577 735( 550] 63 79 915 353 76 97 478 517 40 72 83[ 1500] 682 721 820[ 300] 66 904[ 6000] 22 43 52 88 24004 49 178 202 8 66 348 52 78 89[ 550] 463[ 300] 89 548 74 648 727 811 41 43 48 85 913 56 69 407 73 81 89 508 690 703 22 25[ 3000] 63 90[ 550] 801 31 57[ 300] 91 25015 74 78 94 97 105 47 68 75 213 47 55 64 320[ 300] 31[ 1500] 956 74 77 81 26045 61[ 300] 69 118 42 45 83 295 353 69 86 92 625 40 803 19 999 27007 160 207 84 302 28 416 59 789 822 28085 100 1 12 207[ 300] 28 352 448 55[ 300] 65 90 507 32 62 74 603 794 855 955 76 29049 54 74 93 143 239[ 1500] 47 84 303 47 81 91 93( 550) 475 515( 300) 81 83 771 885 99 952 59[ 1500] 83 Der Fachverein der Schmiede hält Montag den 4. August, seine 1. konstituirende Versammlung in Seefeld's Lotal, Grenadierstr. 33-34, Abds. 8%, Uhr, ab, wozu alle Kollegen welche dem Verein beitreten wollen, eingeladen werden. T.- D.: Vorstandswahl, innere Angelegenheiten des Vereins und Verschiedenes. Statuten können am Eingang in Empfang genommen werden. Der Bezirks- Verein der arbeitenden Bevölkerung des Südwestens Berlins hält Montag den 4. August, Abends 8 Uhr in den Gratweil'schen Bierhallen seine ordentliche Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: Vortrag des Herrn Paul Schulz über: Die Volkswirthschaft in ihrer fittlichen Bedeutung." Wahl eines Vorstandsmitgliedes. Verschiedenes. Fragekasten. Die Sigung beginnt präzise 8 Uhr und wird um zahlreiches Erscheinen ersucht. Vermischtes. Nr 50026 31 102 9 25[ 550] 206 18[ 3000] 22 50[ 550] 79[ 3000] 346 411 [ 300] 28 518 44 625 35 46 47 740 59[ 1500] 92 96 816 38 98 51096[ 300 42 901 21 26 55 84 89 52022 39 97 159 305 16 471 79 562 82 83 6 99 109 56 89 271 305 83 403 20 52 550 618 82 88 734 39 60 802( 300 30 59 71 76 93 724[ 300] 823 86 903 74 53047 64 107 224[ 1500] 370 476 85 578 98 649 51 63 725 29 814 28[ 300] 43 60( 300) 961 9 54043 73 93 246 97[ 550] 301[ 300] 22 456 96 579 613 30[ 300] 34 92 70[ 300] 80 55001 36[ 300] 65 78 134[ 550] 56 62 86[ 300] 278 303 588 616 4 721[ 6000] 825 54 900[ 550] 6 13 26 41 74[ 1500] 56071 115 32 89[ 300 223 25 307 12 79 506 9 27 52 610[ 550] 39 97 751[ 3000] 67[ 300] 835 [ 300] 59 41 66 92 961[ 300] 57009 68 103 38 41 65 67 70 94 203( 300 321 32 83 90 493 520 21 44 694 772 833[ 300] 62 903 5 43 60 5810 242[ 1500] 49 70 90 343 90 479 546 48 603 35 84 727 56 85 90( 3000 836 59014 25 39 167 79 227[ 300] 37 86 331[ 300] 417[ 550] 26 92 5% [ 3000] 39 601 16 824 902 60030 31 41 78 98[ 300] 145 52 248 77 309[ 550] 37 50 62 71 96 461 67 520[ 300] 97 612 44 748 80[ 1500] 832( 550] 934 47 53 76, 61009 96 141 80 206 10 38 45[ 300] 359 1550] 75 412[ 300] 17 40 74 522 45 [ 300] 74 89 635 44 72 716 29 40 50 71 800( 3000) 17 71[ 3000] 926 27 70( 300] 86 62070 77 133 51 208 44 65 321[ 1500] 51 71 81 411 13 5 75 522 51 53 71 670 702[ 6000] 31 56 84 815 21 38 54 997 63037 64 74 158 78[ 1500] 225 331[ 1500] 66 86 561 88 608 64 73[ 1500) 707 12 16 22 95 813 28 40 43 924 67[ 300] 69[ 550) 64018 33 107 9[ 1500] 88( 300 205 90 319 96[ 300] 415 586 96 97 619[ 300] 63[ 3000] 776 80 91 832 97 69 65001 13 53( 550] 112 37[ 300] 53 80 270 85 322 38 420 44 531 793 824 904 26 47 82 66008( 1500) 65( 550) 71[ 1500] 95 112[ 300] 273 397 425 44 69 636 68[ 300] 85 723 71 820 35 912( 550) 27 37 6709 123[ 5501 28( 550] 34 69 93 221 22 32 85 349 50 51 75 401 15( 1500) 81 94 642 69 743 66 890[ 550] 68002 14 21 88 100 7 37 282 309 5 77 611 43 93 787 802 912 18 79 89[ 300] 69001 20 22 38 51 142 1 203 9 71 98 451[ 300] 573 99 647 701 33 35[ 300] 83 820 47( 300) 917 70001[ 1500] 26 49 187 229 65 84 329 31 85 474 551 615 7136 [ 1500] 834 40[ 300] 63 977 82( 300) 71015[ 300] 35 112 35 265 84% 53 54 117 31 34 204 84 308 68 99 430 62 98 585 618 26[ 300] 42( 1500 [ 1500] 320 27 81 412 27 51 56( 300) 81 525 72 81 701 54 826 69 720 738 43 54 67 806 11 67( 3000) 94 73155[ 300] 63 74 240[ 300] 80 98 30 432[ 300] 37 76 521 716 57[ 3000] 872 902 43 74002 51 60 70 113 88[ 300] 97 289 358 89 416 59 67 91 554 618[ 300] 41 746[ 300] 911 75061 136 46[ 3000] 74 208 55 328 48 462[ 300] 508[ 550] 85 600 [ 1500] 85 721 68[ 30001 88 818[ 300] 67 950 76167 404 523 55 6 654 79 86 763 74 863 64 85 962 77014 130 233 60 416 39 73 80 636 61 724 878 94 924 47 78027 192 215[ 1500] 51 69 79[ 300] 80[ 3 88[ 30001 355 44 539 670 724( 300) 45 59( 1500) 812 20 907 79005 104 98 294 527 74 637 717 76 878 999 80192 267 78 393[ 300] 442 45 84 546 53 95 668 713 20 88 810 [ 300] 24 51 155 211 18 49 342 82 421[ 300] 46 97 584 618 60 83 808 56 919[ 1500] 47( 3000) S2015 327 411 37 78 92 536 41 609 13 53 711( 1500) 74 816 93 930 83008( 550) 25 63 101 224 98 315 31 54 69( 3000) 70( 15000) 73 209 78 87 465 81( 3000) 94 97 504 82 60 506[ 3000) 682 721 36 826 48 76 928 48 84013 33 48 76 93 108 11 [ 300] 29 764 79[ 300] 805 33 55 79 915 55[ 1500] 30006 15 61 135 66 83 315 74 408 55 584 611[ 550] 45 92 705 6 74 79 800 12 15 21 66 80 994 31007 44 59 159 206( 550) 12 42[ 300] 43 59 69 356 405[ 300] 44 86 517 65 625 86 829 905 38 44 64 32033 46 153 244 444 47 59 72 525 35( 550) 49 609 36 37 43 51 751 65 81 841 67 870 1037839 3400541 64 15501 72 83 85 158 1550) 212 1550) 98 957 33002 36[ 550] 87 322 402 66 83 547 62 73 90 631( 550] 355 373 431 776 865 913 17 56 64 35023[ 300] 26 103 25 27 304[ 1500] 47 510 15[ 300] 48 59 646 64 834 86 999 36050 79 107 8 93 213 414 31 507 951 37034 57 175 98 310 38090 101 627 130001 50 255 62( 300) 67 419 31 639 736 90 884 55[ 550] 302 25 410 14 84 508 34[ 300] 57 655 712 19 21 33 800 49 905[ 3000] 29 1550] 30 65[ 1500] 76 87 39005 116[ 1500] 46 84 261 66 303 11 34 82[ 3000] 444[ 550] 563 685 88 829 32 904 10 11 42 77 Bism jeine theilm frage bemeg alljeit Der A 1882 war, itellur Stellt idhicht Die F Denen und d fabig itante Der be night e tretung hier fo fages tenten mehr wachen neue tonnen tennen Denn abiehba felbit Straft Doch f Verhäl ungehe Anzahl weithin Lande Das Ga 92 765 73 851 80 945 86061 165 75 221 92 427 504( 3000) 43( 550 85026 62 131 53 56 79 93 98[ 300] 236 84 390 413 503 33 40 62 415 511 23 46 635 722 51 89 862 88080 1550] 137 66 82 236 92 305 615 59 738 81 873( 550) 973[ 300] 87017 44 66 153 27 37 59 358 454 91 501 19 50 659 712 16 75 80 809 909 20 75 3000] 90 8905 [ 3000] 98 186 202 27 97 369( 550) 409 33 35( 550] 85 95[ 300] 563 711 29 81 632( 3000) 781 866[ 300] 75 89 95 41028 89 115 71 233[ 300] 39 40023 43 55 73 87 89 157 67 288[ 300] 370 1550] 88[ 1500] 98 524 42 45[ 300] 46 69 70 814 41 ( 3000] 349 91 93 457 511 41 64 66 68( 550] 659 727( 300) 99 820 73 805501 64[ 1500] 581 607 66 86 98 814 922 24 66 78 91026 103 8 90011 58[ 300] 110( 300] 22 26[ 1500] 212 25[ 300] 308 408 28 800 954 93 42173 91 93 260 13001 37 312 536 612 701 41 41840 15 42 87 83 92000 16 41 145 86 95 210( 3000), 338 433 41 49 515 300) 97 64 1500] 211 20 70 401 26 44 99 511 64 661 76 736[ 650] 47 50 72 865 50001 644047 62 113 68 115001 73 35 292 96 304 84 96 415 68 60 83 39 667 329 13001 06 939 33 13001 97 300) 93063 114 45 48 92 9 65 503 6 1300] 18( 550) 619 87[ 3000] 94 707 9 81 31 900 70 46070 129 49 79 350 1550] 420 22 69 529 39 65 621 63 731 98 906 33 85 45035 51 195 307 8 557 78[ 300] 629 704 49[ 300] 67[ 550] 821[ 550] 261 84[ 300] 308[ 550] 409 28 64 514 25[ 650] 623 63 725 28 63 845 55 350[ 6000] 522 95 656 726 819 26 42 902 4 61 94014 55[ 300] 141% 32[ 300] 833 41 45 938 47026 75 89 133 54 58 75 87 313 18 86 468 Gerade zweihundert Jahre sind in diesem Jahre verflossen, daß in Leipzig und Umgegend, wie überhaupt in ganz Sachsen, den Handwerksgesellen die in früheren Zeiten als hohe Auszeichnung geltende Wehrhaftigkeit, welche im Tragen des Degens bestand, entzogen worden ist. Hieran war eine am 21. Mai 1684 in Gohlis in der Schänke stattgefundene Schlägerei zwischen Handwerksburschen und Soldaten schuld, bei welcher einige schwer verwundet und ein Feldwebel niedergemacht wurde. Selbstverständlich rief dieses Verbot in den Handwerkerkreisen große Aufregung hervor und es bedurfte energiſcher. Strenge feitens des Raths, um dasselbe durchzuführen. Den Zuwiderhandelnden wurde nicht nur, wo sie fich betreffen ließen, von den Stadtknechten der Degen abgenommen und tonfiszirt, sondern sie bekamen auch Gefängnißftrafe. Studenten, Handlungsbefliffenen und Künstlern blieb der Theater. Sontag, den 3. u. Montag, den 4. August. Die Königl. Theater find der Ferien wegen geschloffen. Deutsches Theater: Geschloffen. Reues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Der luftige Krieg. B Ballner Theater: Hotel Blancmignon. Dttend- Theater: Der Sonnwendhof. Balhalla Operetten- Theater: Nanon. Buifenftädtisches Theater: 94. Overn- Vorstellung. Tell Große Oper in 4 Atten, Musik von Rossini. Bellealliance- Theater: Buchholzen's! Restaurant u. Garten G. Pieper, Mauerstraße 86, empfiehlt Mittagstisch à la carte zu fl. Preisen, abends nach Auswahl halbe u. ganze Portionen. Weiß- u. Bairisch Bier. Vereinszimmer für 80 Personen noch einige Abende frei. Sonntags tönnen Familien Kaffee tochen. ich Arb.- Bez.- Verein f. d. Often Berlins. Dienstag den 5. August, Abends 8% Uhr, im Lokale ,, Königsbank", Gr. Frankfurterstr. 117: Mitglieder Versammlung. " Tagesordnung: 1) Vortrag des Herrn Dr. Heymann über: Reform der Schule". 2) Diskussion. 3) Wahl eines 1. Vorfizenden. 4) Wahl von 4 Kontroleuren. 5) Fragefaften. - Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, sowie ihre Karten als Legitimation mitzubringen. 514] Der Vorstand. 3691 Der grobe Schulze. Low Nee, wie konnte ick det denken, Wird er fuchtig und so wild Det een Wort ihn so würd' Man denkt reen, cen fränfen, brüllt. Schulze is ja wie verrüdt, Blöglich aber hielt er inne Wenn er in det Glas gefickt, Sagte, wenn id mir befinn Een Großmogul erster Sorte, Seh ich ein, mein Rod Läßt Een'n gar nicht fomm'n zu Worte, Schimpft drufflos, als ging's für Geld, So'n radau'ger Kneipenheld. Oeffentl. Buchbinder- Versamml. Weil id fage, jeine Kluften, Montag den 4. Auguft, Abds. 8% Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: Ist der Zeitpunkt gekommen, daß die Buchbinder eine Lohnaufbesserung fordern fönnen? Referent: Kollege Joft. 511] Die Lobntommission. 479. Allen Freunden und Belennten sur Binseige, baß in Unterstützungsv. d. Buchbinder und Bildereinrahmung errichtet habe. Um Aufträge, dieselben können per Post ge R. Dennier, Glasermeister. schehen, bittet 513] 1 Schneidergesell auf Woche wird verlangt Großbeerenstr. 16. 1 Tresor- Stepperin gesucht Bufowerstr. 7. 2. of I. Meldungen Montag. Das unentgeltliche [ 105 Arbeits- Nachweis- Bureau für Klavier- Arbeiter befindet sich Staligerstr. 18 bei Stramm. [ 416] Cigarren- Import F. W. Jaedicke NW., Invalidenstrasse 92 NW. empfiehlt gute Waare bei reeller Bedienung. Versammlung schlecht, Recht. Nach dem Grünen Und ihr Brüder habt ga 11 hin loofen, Will ick, mir' nen Anzug 1986 und B ermerbe ger für So Staates laufen? fich bem also die genomm im Süft Land en au Bürger Das ift Beit eigenen mit der Anschau Der zivil werden grünen che ma baren 2 Allerdin durch M jebes D Dotum nicht ba ger eine böfer geftrebt Ausfüh fengroß allerort toofe Sind jetzt nah' dran zu ver- In der gold'nen 95 Liegen, i det is ja einzig duften, leber 10 000 Frühjahrs- und Sommer- Baletots Ma 1884) in guten reinwollenen Stoffen zu bedeutend berabge 1200 nur 13, 15, 18 Preisen 11, 13, 15, 18, 21, 24, 27 Mt. Prima. engl. Jaquet- u. Rock Anzüge, ganzer Anzug 20, 24, 30, 36 Mt. Prima. Ball- und Gesellschafts- Ang 30, 33, 36, 39, 42, 45 f. f. 7000 Sofen und Wefte 8, 10, 12, 14, 15 M. Pr.- Einſegnungs- Anzüge zu 14, 1 20, 24, 26 Mt. f. Knaben Anzüge zu auffallend billige [ 512 Breisen. Waschanzüge, Alpacca- Jaquets, Comtoir u au Joppen sehr billig. Winter Paletots, Reife- Mäntel unt Sonntag, den 10. August, Dampferparthie nach Friedrichshagen. Billette a 1,25 Mt. zu haben bei P. Hoffmann, Schüßenstr. 20. Bezirks- Verein des werkthätigen Volkes der Schönhauser Vorstadt. Sonntag, den 3. August, von Nachmittag 3 Uhr ab Gemüthliches Beisammensein der Mitglieder mit Familie in Meister's Garten, Schönhauser Allee 161. Großer Kaffeeklatsch, furchtbares Schafskopfspielen und riefiges Kegelschieben. Rege Betheiligung er wünscht. [ 509 Der Fach- Verein der Marmor- und Granit- Arbeiter hält am Montag Abend 8%% Uhr seine Mitglieder- Versammlung in Deigmüller's Salon, Alte Jacobstr. 48a ab und bittet alle V Schlafröcke werden zur Hälfte des Tarpreises ausverkauft, allein in der 95, Gold'nen 95" Grüner Weg 95, am Andreasplat Ignaz Weiland. Auch an Sonn- und Festtagen bis 7 Uhr abends geöff Roh- Tabak! Preiswerthe Sumatra- und Java- Deden, wie billi Kollegen um recht zahlreiches Erscheinen. Neue Mitglieder umblatt- und Einlage- Tabake empfehlen in jedem Quant werden aufgenommen. [ 510] Der Vorstand. Bergemann u. Donisch, Berlin C., Aleranderstr. 8. Die Nr. 7 der humoristischen Blätter ,, Der wahre Sa ist erschienen und in der Expedition des Berliner Boltsb der arb. Bevölkerung 507] des SW. Berlins. des Laufizer- Platz- Bezirks- Vereins Bezirks-Vereins Mittwoch, den 6. d. M., Abends 8%, Uhr, = Manteuffelstr. Nr. 9. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über Kolonisations Bestrebungen. Referent Stadtv. F. Gördi. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 488] Der Vorstand. Arb.-Bz.-V. Laufizer Plaz. Große Landparthie per Bahn nach Grünau Sonntag, den 10. August, präzise 7%, Uhr früh, Görliker Bahn. Billets zum Preise von 75 Bf. find zu haben bei den Herren Göle, Wrangelstr. 125, Foge, Köpenickerftraße 191, May, Wienerstraße 28. Freunde und Gönner tönnen durch Mitglieder theilnehmen. 501] Der Vorstand. Bersammlung Montag, den 4. August, Abends 8 Uhr( pünktlich), in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstraße 77/ 79.- Tages- Ordnung: Vortrag des Herrn Paul Schulz: Die Vollswirthschaft in ihrer fittlichen Bedeutung". Wahl eines Vorstandsmitgliedes.Verschiedenes. Fragelaften.- Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen.[ 506] Der Vorstand. Cigarren- Fabrit von E. A. Tich, Invalidenstr. 124 vis- à- vis Stettiner Bahnhof, empfiehlt fein Fabrikat renommirter Eigarren, wie Rau und Schnupftabate en gros et en détail. [ 328 508] Cine gute Schlafstelle mit Garten aussicht bald zu vermiethen bei Kolline, Belle- Alliance- Play 8, of 4 Tr. Allen meinen Freunden und Bekannten empfehle ich be Verein der Kürschner und Berufsgenossen. pünktlicher Besorgung das Berliner Volksblatt". Montag, 4. Auguft Abends 8 Uhr im Saale des Herrn Seefeld, Grenadierstr. 33/34. Generalversammlung. Wahl des Arbeitsnachweis für das 3. Quartal. Um zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. Max Kirsch, Zeitungsspediteur. Brizerstr. 47. [ 462] zu haben. Die vorhandene Liquidationsmasse, Gr. Frankfurter Strasse 115. bestehend aus: Kleiderstoffen, Cachemirs Damen- Mänteln, Leinen und Baumwoll Waaren, Gardinen und Teppichen, foric Damen- Herren- und Kinder- Wäsche tommt täglich von 8-12 W., 1-2 N. zum Taxpreise zum Ausverkauf. 49] Verantwortlicher Redacteur R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. billigfte Der Verwalter. des ben R. merden, Bollton wird d ihüttel und ein Inechtif bewegt Worte Den 23 fonnten Der W mit un worfen baben imon a unter tragen, gezeichn Johann uns ge riftlic Böden 26 allen einen v Dölferu und jed Bewoh beerde Digite mit un Di Der nac lehrt, Allem und un auf fei Septen feit" Hierzu eine Bell ellen da nden Falle Der inen den wat Berlin fent reffen 4804 4906 01 634 46 411 6[ 300 [ 300 83 623 0018 61 34 921 616 4 9 300 0838 3[ 300 58105 [ 3000 925% 96 461 009 48 45 4 527 56 113 56 037 64 12 16 58( 300 97 69 531 6 BOO S 6709 500 60 309 501 142 41 917 713 61 5 84 9 7201 2[ 1500 98 36 113 11 600 5 69 80 號 0130 005 810 83 74 09 130 5 31 41 8 11 16 82 60 540 620 358 63 ( 550) 2358 95 9057 97 8711 3 08 28 61 03 899 865 91 5187 02 94% 1419 545 550 Nr. 103. Beilage zum Berliner Volksblatt. Bur Kolonisationsfrage. ,, Gott schüße mich vor meinen Freunden," mag Fürst Bismard wohl manchmal denken, wenn er liest und hört, was eine Anhänger über Kolonialpolitik schreiben und reden, und theilweise, ja größtentheils ihm unterschieben. Da wird z. B. unter dem harmlosen Titel: Zur Kongorage" durch die ganze im Fahrwaffer der neuesten Kolonial bewegung segelnden Bresse nachstehender Artikel verbreitet: Das 13. Heft der Deutschen Kolonialzeitung" darf, ein alljeitiges hohes Interene in Anspruch nehmen, indem hierin der Afrifaforscher Dr. Bechuel- Loesche, welcher selbst im Jahre 1882 während Stanleys Abwesenheit Chef der Kongo- Expedition ar, eine freimüthige, alle Gesichtspunkte umfassende Dartellung über das Kongogebiet giebt. In unparteiischer Weise tellt er die Verhältnisse dar, wie sie sind, indem er die Geschichte dieses ganzen Gebietes, die Entwicklung des Handels, die Forschungen, das belgische Unternehmen in seinen verschiebenen Phasen und die berechtigten deutschen Ansprüche klar und deutlich veranschaulicht. Er weist darin die völlige Unfähigkeit des Beſtandes eines Utopien" zu nennenden Freitaates im Innern Afrikas nach, wie er von den Liquidatoren Der belgischen Unternehmungen geplant wird, vielleicht auch nicht ernstlich, sondern nur, um einen Modus für die Abtretung des ganzen Gebietes an Frankreich zu finden. Die hier folgenden Schlußfäße des Dr. Pechuel- Loesche'schen Aufzeigen die Stellung und den Scharfblick unseres fompetenten Landsmannes in der heute alle europäischen Mächte mehr oder weniger ernstlich berührenden Kongofrage: fages " Wollten die Mächte, deren Handelsinteressen ein Ueberwachen der Vorgänge im Kongogebiete erfordern, auch die neue Basis und den guten Willen anstandslos anerkennen, so lönnen sie doch nimmermehr einen unabhängigen Staat anertennen, welcher noch gar nicht eristirt und nicht eristiren wird. Denn daß dieser Freistaat in der Wildniß und mit Wilden in abiehbarer Zeit nicht gegründet werden fann, und wenn sich felbst ein ganzes großes Kulturvolt mit seiner ungetheilten Kraft und Macht einzig dieser Riesenaufgabe widmete, tann Verhältnisse nicht aus eigener Anschauung kennen. In einem ungeheuren Gebiete hat das belgische Kongo- Unternehmen eine Anzahl von Besitzungen nebst Souveränitätsrechten erworben, Lande und in ihrer Gesammtheit verschwindend klein gegen das Ganze. Nur an der Küste bemüht man fich, allen Grund und Boden mit allen Rechten schleunigst und ausnahmslos zu erwerben! Gerade das Gebiet, welches für Händler und Pflan zer für lange Zeit das einzig werthvolle ist. Sonntag, den 3. August 1884. wirklichen, wird ein überaus ernstes sein. Die unabwendbaren Unruhen müssen den Handel in so hohem Maße schädigen, daß das Einschreiten der betheiligten Nationen fich sehr bald als eine Nothwendigkeit herausstellen wird. Die lang anhaltende schädliche Nachwirkung bliebe dann immer noch. Darum werden die im Küstengebiete lebenden Kaufleute, welche in Wahr heit den Handel selbstständig entwickelt haben, bald genug lau fer noch als gegen die portugiesischen Bollbeamten gegen dieses Freistaaten- Experiment protestiren. Sie sind zu vertraut mit den wirklichen Verhältnissen, als daß fie an die Möglichkeit eines Freistaates glauben tönnen. Sie stehen aber den Vorgängen zu nahe, als daß sie nicht durch den Gedanken beunruhigt werden sollten, ehe einem Handelsmonopol als einem Freistaate gegenüber zu stehen. Das Kongo- Unternehmen hat sich zwar verpflichtet, keine Bölle zu erheben, es hat dagegen bereits, wenn nicht alle, so doch die meisten der zugänglichen Küstenländereien in seinen Best gebracht. Werden die Beftztitel als gültig anerkannt, so hat das Unternehmen das Recht, jedem Dritten die Anfte delung auf seinem Grund und Boden zu verwehren und gegenwärtig daselbst noch Handeltreibende aus irgend welchen Gründen hinwegzuweisen. Beansprucht es also die jest einzig werthvollen Küstengelände, die es angekauft, ausschließlich für fich, läßt es daselbst ausschließlich Begünstigte Faktoreien er richten, so können Dritte nicht mehr Handel treiben, selbstverständlich fallen auch die Zölle fort und das Monopol ist thatsächlich geschaffen. Dieser bedenklichen Möglichkeit gegenüber erscheint die allgemein gehaltene Versicherung vollkommener Handelsfreiheit Denjenigen zu unbestimmt, welche den Inhalt des internationalen Programms mit den jüngst abgegebenen Erklärungen vergleichen. Es ist wichtig, in genauer Weise darüber unterrichtet zu werden, ob überhaupt und unter welchen Bedingungen das Kongo- Unternehmen jedwedem Kaufmann und Pflanzer, welcher Nationalität er auch sei, die ihm zur Niederlassung nöthigen Strecken von dem erworbenen Grundbesitz im Rüstenlande abtreten will. Eine recht gute Uebersichtskarte der Westküste Afrikas mit dem Kongogebiet resp. dem unteren Kongo und der LoangoKüste, füste, südlich bis Libango gehend, ist eine werthvolle Beigabe des von uns zitirten neuesten Heftes der Deutschen Kolonial Beitung". Dasselbe erhält auch durch einen vorzüglichen Beitrag Karl Blinds in London über„ England und die Südafrikanische Republik" ein weiteres hohes Intereffe. Karl Blind schildert hierin in ausführlicher Weise die lange andauernden, endlich erfolgreichen Bemühungen des Ausschusses für die Unabhängigkeit des Transvaal", zu dessen eifrigsten Mitgliedern er selbst gehört hat. Ueberraschend find die grellen Schlaglichter, welche er auf Gladstones Wandlungen wirft. Bum quena- Frage zu berühren und in fräftigen Worten ruft er: Soll irgend etwas geschehen, so ist nicht zu unterhandeln, Staates sein, die eben ihre Unabhängigkeit verloren, indem sie Sollen die Afrikaner Bürger des neuen unabhängigen Schluffe unterläßt Karl Blind es nicht, auch die Angra Pefich bewegen ließen, ihre Heimath mit allen Rechten zu ver= laufen? Und wie sollen Diejenigen, welche nicht verkauften, sondern zu handeln. also die ungeheuere Majorität, in den fünftigen Freistaat auf Der im gand entwickelt haben, geſchehen, wenn sie nicht geneigt find. Beit auf ihrem Grund und Boden fizenden Afrikaner, mit Das ist mit Gewißheit vorauszufünden: Die ſeit undentlicher eigenen Fürsten, eigenen Rechten, ureigner Volksthümlichkeit, mit der durch ihre niedere Gefittungsstufe bedingten Enge der zivilisatorischen Bestrebungen nicht begreifen lernen. Sie werden auch die beste Verfassung nicht begreifen können. Eher grünen herrliche Wälder auf den öden Berghalden am Kongo, che man die dort lebenden Eingeborenen zu irgendwie brauch baren Bürgern eines großen freien Staatswesens machen fann. durch Machtentfaltung, sowie verlockende Waaren dahin bringen, jebes vorgelegte, ihnen dem Sinne nach immer dunkel bleibende Dolument mit drei Kreuzen zu versehen aber man fann fie nicht dazu bringen, in absehbarer Zeit ihre Pflichten als Bür o wild 7 Lön inne, Definn Rod abt ga 28 en, g toofen sig: geje 1200 15, 18 Anj Beften 14,18 1. Bau billiger Intel unt auft, mu play coff pie billi Quantu sch, te Saca Boltsbied affe, 5. mirs woll foric sche Tigftea Alter. e Bell Der hohen obrigkeitlichen Bewilligung durch eine Fremdmacht bedarf Deutschland bei derlei Dingen eben so wenig wie Ansicht, daß Deutschland bei einem oberlehnsherrlichen Neptun selbst innerlich darüber. Der fichere Erfolg, einer einfachen Nichtbeachtung der von Lord Derby entwickelten Meinung sei hiermit, was unsere Ansicht betrifft, feierlich verbürgt. Was auch unser Volk noch zu thun haben mag, um feine volie Einheit und seine freie Regierung herzustellen, hobe Zeit ist es wahrlich, das Deutschland mit seiner erinnerungsreichen Hansa Ver gangenheit in die ihm gebührende Stellung zur See und jenseits der Meere tritt." Allerdings fann man sie und ihre zahllosen Häuptlinge gleicht, das vorn wie ein schönes Weib aussah und hinten Dies der Artikel, welcher dem berühmten Thier des Horaz einen häßlichen Fischschwanz hatte. Der Anfang fieht ganz gut aus und ist ziemlich vernünftig, der Schluß aber desto unver nünftiger. Die im Grunde unschädlichen Auseinandersetzungen des Herrn Dr. Pechuel- Loesche, aus denen sich Alles machen ger eines freien Staates zu erfüllen. Nicht so sehr guter oder läßt, fönnen wir hier füglich übergehen. Nur das Eine sehen böfer Wille kommt in Frage, als die Unmöglichkeit, das Angestrebte zu begreifen. Der Versuch wird es lehren: bei der Ausführung des Experimentes werden die Schwierigleiten ries fengroß heranwachsen, unheilvolle Verwirrungen entstehen, und allerorten wird es zu schlimmen Kämpfen kommen. Das Ende unterliegt es nicht dem geringsten Zweifel, daß die sämmtlichen des denkwürdigen Beginnens, am Kongo ein Utopien zu ver Berliner Sonntagsplauderei. R. C. Nun muß fich Alles ändern, Alles wird besser werden, die versumpfte Menschheit wird in den Zustand idealer Bollkommenheit erhoben werden, schon in der allernächsten Beit wird das gesammte Menschengeschlecht verwundert die Köpfe wir nicht ein, warum denn im Kongogebiet ein Freistaat so durchaus unmöglich sein soll? Der afrikanische Boden ist für Freistaaten doch sehr geeignet, wie die Praxis zeigt; und nach dem Urtheil der mit den Verhältnissen vertrautesten Engländer Kolonieen Südafrikas in nicht allzuferner Zeit, ebenso wie die Herr Stöcker liebt die Seereisen, er lä sich gern von den grauen Fluthen der Nordsee schaukeln, er hat ja auch im vorigen Jahre, wie man fich erinnern wird, eine Erkursion nach London gemacht. Herrliche Tage mußten es gewesen sein, die der geistliche Herr damals in der riesigen Themsestadt ver brachte, die Ovationen, die ihm von unseren Landsleuten im fhütteln, man wird sich einem allgemeinen Erstaunen hingeben nebligen, öfters etwas benebelten England gebracht wurden, Inechtisch in den Banden der Unfittlichkeit, der Verkommenheit und einander fragen, wie fommt es nur, daß wir uns so lange Worte des christlich- sozialen Apostels, des Herrn Stöcker, auf bewegt haben, weßhalb mußten wir erst durch die erhabenen den Weg der Tugend und der Erkenntniß geführt werden, fonnten wir nicht allein so schlau sein, und uns sagen, daß mit unabänderlicher Konsequenz zum geistigen Ruin, zur VerTorfenheit führt? baben die Segnungen jener Anti- Unfittlichkeits- Bewegung Wir Berliner find bereits theilweise so erleuchtet, wir Ion an uns gespürt, und, hoffentlich wird der Same, der unter uns verstreut worden ist, aufgehen und herrliche Früchte tragen, wir Berliner find jest bereits in Folge der mit aus gezeichneter Fachkenntniß nicht am grünen, sondern am Johannistisch gehaltenen Vorträge soweit gebiehen, daß wir getroft als die Schafe betrachten fönnen, die von dem griftlich- sozialen Weltweisen bei paffender Gelegenheit von den Böden gesondert werden sollen. allen Seiten versichert, daß wir Weltstadt sind, immerhin nur Aber wir Insassen Berlins machen, troßdem man uns von einen verhältnismäßig fleinen Theil der allgemeinen Weltbe Dölferung aus, und in Folge dessen hat man den heroischen und jedenfalls epochemachenden Gedanken gefaßt, auch noch die Bewohner anderer hervorragender Städte der Berliner Schaf mit uns zu verschmelzen. waren so stürmisch und so feurig, daß Herr Stöcker fich taum vor einem Triumphzuge retten fonnte. Diesmal wird er sich ähnlichen Rundgebungen in Ropenhagen widmen. Natürlich, wer einmal von dem berauschenden Becher des Ruhmes getrunken hat, der kann nicht davon laffen, der finnbethörende Trank wird ihm zum Bedürfniß, er greift nach ihm wie der Chinese nach der Opiumpfeife. Gegen die Unfittlichkeit! Fürwahr ein Gedanke, für den es fich verlohnte zu sterben! Keine Balltofale mehr, keine Bedienung von zarter Hand, tein Kneipenleben, nur fromme Jünglingsvereine, Bet das ist die schwestern und christlich- soziale Konventikel Quintessenz der Stöcker'schen Sittlichkeits- und Unfittlichkeits Theorie. -Ja, ja, Ihr biederen Kopenhagener, Jhr habt Euch gewiß nichts davon träumen lassen, daß Der unbedingt dem geistigen und fittlichen Verlorensein entgegengeht, der sich sein Glas Bier lieber von einer Kellnerin serviren läßt, als von einem totelettenbehafteten Oberfellner in tadellosem schwarzen Frack, mit den Alüren eines Geheimraths. Wir wissen sehr genau, und mit uns weiß das Herr Stöder noch genauer, was Ihr bisher gedacht habt. Zweifellos gehört die Kellnerei", so habt Ihr in Eurer Verblendung gedacht, unter jene Beschäftigungen, die ganz entschieden weit effektvoller vom Weibe geübt werden, wie vom Mann. Schon das Aeußere eines Kellners hat abbeerde anzureihen, ja diese vielleicht, wenn es irgendwie angeht, folut nichts Anziehendes für uns und wir haben einander Die Kopenhagener find nach uns Berlinern als das fündigite Bolt geprüft und erkannt worden, fie bedürfen nach und der nachhaltigsten Belehrung. Glücklicherweise find wir bes lehrt, wir wenden uns mit dem erforderlichen Abscheu von Allem ab, was irgendwie einen Anflug von Unfittlichkeit hat, leit übernommen hat. nichts zu sagen. Theilnahmslos lehnt er in einer Ede, fede Gelegenheit benüßend, um sich in Gemeinschaft mit Gott Morpheus aus unserer Gesellschaft hinwegzustehlen. Ob uns das Essen schmeckt, der Trunk gemundet oder nicht, ist ihm Wurscht"; ob unsere Geliebte zu einem versprochenen Rendezes interesfirt ihn vous gekommen und wie sie es eingehalten und unsere heißesten Segenswünsche begleiten Herrn Stöder nicht, er läßt sich nicht um die Taille faffen, nicht in die Wange auf seinem schweren Gang nach Kopenhagen, wo er am 5. September ein Referat über den Kampf gegen die Unfittlich- Liebenswürdigkeit, die eben das Weib auszeichnet und zur fneifen, furz es fehlt ihm jede Spur von jener theilnehmenden Kellnerin viel geeigneter macht." 1. Jahrgang. | australischen Kolonieen, sich zu einem Bundes- Freistaat ver einigen werden eine Entwicklung, die von allen aufge flärten Elementen in England gewünscht wird. Die Kinderkrankheit der Kolonialschwärmerei, an der wir Deutschen jetzt laboriren, ist von den Engländern längst überwunden; sie haben in ihrem, von unseren Seechauvinisten ihnen so lebhaft beneideten ,, ungeheueren Kolonialreich" ein Haar, ja viele Haare gefunden, und wären froh, wenn sie es über Nacht mit guter Manier und ohne allzugroße Amputationsschmerzen los würden. Das nebenbei. Aber nun der häßliche Fischschwanz, in den der bis dahin wenigstens nicht anstößige Artikel endet! Man lese nur den gesperrten Schlußsaz! " Ein fetterer Blödsinn ist von dem patriotischsten" und fettesten der deutschen Bierpolitiker niemals vom Stapel gelaffen worden. Und wer ist denn diese Autorität, die man uns da präsentirt? Ein ,, Republikaner" von 1848 und 1849, der, weil er als„ Staatsmann" in partibus seiner Zeit sich folossal lächerlich gemacht, seitdem in der glücklichen Einbildung lebt, ein Staatsmann" zu sein, und in England, wo er ein freiwilliges und gemüthliches Flüchtlingsleben" führt, auch ein paar alte Jungfern beider Geschlechter gefunden hat, die es ihm auf's Wort glauben. Weder wissenschaftlich, noch publizistisch, noch politsch hat dieser Barnum seiner selbst jede Herrn Blind betreffende Zeitungsnotiz ist in 99 von 100 Fällen von Herrn Blind geschrieben je etwas geleistet, aber durch seinen freiwillig gouvernementalen" Chauvinismus hat er die Gönnerschaft der Preß- Reptile möglicherweise gewonnen, die ihn, den ehemaligen auch noch iesigen- ,, Republikaner" gern als LodGrünlinge benußen. vogel für demokratisch angehauchte Denn Es ist hohe Beit, daß Deutschland mit seiner erinnerungsreichen Hansa- Vergangenheit" u. f. m. " 1 Hat dieser Staatsmann" denn keine Ahnung davon, daß unsere Hansa- Vergangenheit" eben Vergangenheit ist, fintemalen die Verhältnisse seitdem ganz andere geworden find? Weiß dieser Staatsmann" denn nicht, daß der Verfall der Hansa kein zufälliger war, sondern die nothwendige Folge der Verlegung der Welthandelsstraße nach der Entdeckung von Amerika? Weiß dieser Staatsmann" nicht, daß nach der Entdeckung von Amerika erst das große spanische und dann das große englische Kolonialreich begründet wurden, von denen das erste bereits verfallen, das zweite im Verfall begriffen ist, und die für andere große Kolonialreiche feinen Raum und teine Existenzbedingungen übrig gelaffen haben? Unser Staatsmann" denkt sich offenbar, wir brauchen blos die Hand auszustrecken, und das halbe englische Kolonialreich bliebe uns an den Fingern hängen, denn das Land, worüber der ,, Neptun mit dem Dreizack"( England) ,, oberlehnsherrlich" ist, das gehört zu seinem Kolonialreich, und unser " Staatsmann" will ja grade, daß wir solches Land nehmen. drehen den schönsten Krieg mit England. Wir sollten es nur probiren, und hätten im Handum Es giebt freilich Leute, denen ein Krieg etwas Angenehmes ist, und die speziell mit dem immerhin freien England, das ein Dorn ist in ihren junterlichen Augen, gern anbinden möchten. Eine derartige Politik würde uns aber schlecht bekommen acht Tage nach dieser Bethätigung des Seechauvinismus schwämme tein deutsches Schiff mehr auf dem Meer, unser Handel wäre vernichtet, und unsere Seechauvinisten würden darüber nachdenken, wie man per Luftballon eine Armee nach England schaffte. Doch genug und zuviel von diesem Blödsinn. Lokales. be. Aus den Hundstagen. Seltsame Blüthen treibt jezt die Hundstagshiße in der Phantafie findiger Beitungsreporter. Die traditionelle Erscheinungen unter dem Zeichen der Seeschlange und fauren Gurke, welche Menschenalter hindurch alljährlich um diese Zeit die Zeitungsspalten belebten, scheinen nun doch endlich abgewirthschaftet zu haben und man finnt auf neue Sensationsmeldungen. Der Mann mit der verschluckten Gabel, die viperhäutigen Menschen, milchenden Ziegenböcke und sonstigen Wunder der Seeschlangenzeit, wer hat ste dies Jahr schon gesehen? Nur der älteste Mann und die älteste Frau der Welt in einem unkontrolirbarem Winkel SüdSo habt Jhr bisher gedacht, ja Thr seid sogar noch weiter gegangen, Ihr habt diese unfittlichen Theorien sogar noch mit Scheingründen zu vertheidigen gesucht. Bis in das graueste Alterthum seid Ihr zurückgegangen, um Beschönigungen für Euer lasterhaftes Treiben zu finden. Aber Herr Stöcker wird Euch das schon austreiben, meint Ihr etwa einen so gelehrten Herren mit Euren Ausführungen aus der griechischen Heidenzeit düpiren zu können? Was wird es Euch helfen, wenn Ihr anführt, daß schon die alten Götter Griechenlands den Werth und die Bedeutung jener theilnehmenden Liebenswürdigkeit des Weibes erkannt hätten und daß in dem Engagement der Hebe der Vorstand der griechischen Götter- Genossenschaft, Herr Zeus, das vollste Verständniß der Sache bekundet hätte, dem die weiteren Ausflüge zur Latona, Semele, Leda u. s. w. von seiner Gattin oft verleidet wurden, während diese ihm den Besuch der Stamm kneipe zum Olymp" füglich doch nicht verbieten konnte? Herr Stöcker wird Euch schon eines Befferen belehren! Er wird mit den Donnerworten seiner christlich- sozialen Ueberzeugung auf Eure sündigen Köpfe herabwettern,- dänisch oder deutsch, das ist gleichgültig, Herr Stöcker ist immer deut lich, wenn er sich nicht verspricht, er wird Euch zeigen, was eine Harke ist! Herr Stöder wird Euch mit seiner glühenden Bungenfertigkeit beweisen, daß Hebe nicht allein die Kellnereigeschäfte besorgte. Werdet Ihr den traurigen Muth zu dem nichtigen Einwand finden, daß Herrn Stöcker's Beweis nicht stichhaltig sei, weil erstens die Vermuthung naheliege, daß Ganymed nur die schweren Verrichtungen, wie beispiels weise das„ Anstecken" zu besorgen hatte, und weil zweitens, wenn Herr Stöcker dieser Vermuthung feinen Glauben bei= messen will, gerade in der Anstellung eines weiblichen Kellners neben dem olympischen Friz" der Beweis zu finden ist, daß die Götter die männliche Bedienung nicht für ausreichend hielten, während es feststeht, daß die Kellnerin allein wohl im Stande ist, ihre Aufgabe in vollkommen befriedigender Weise zu lösen. Thr Thoren werdet in Eurem Unverstande vielleicht sogar noch weiter gehen wollen, ohne zu bedenken, daß Ihr dem Häuptling der Berliner Antisemiten schweren Kummer bereitet. Ja, Ihr watet noch im Pfuhl der Verblendung, denn ihr könnt heute noch nicht einmal ein angenehmes Gefühl unterdrücken, wenn fich eine hübsche, sittsame Kellnerin so recht herzig nach Eurem Befinden erfundigt! Wie lächerlich fäme es Euch vor, wenn ein Kellner mit einem krausen ,, Bonny" und einer koketten # obwohl man bereits seit einiger Zeit gemunkelt, daß es mit ihm nicht ganz so stehe, wie es sein solle. Gestern morgen nun wollte einer der Hauptgläubiger desselben, ihn an seine Verpflichtungen erinnern, aber er fand in dem Lokale weder den Schuldner vor, noch irgend welche Utensilien, nur ein paar leere Bierflaschen erinnerten noch an die ehemalige Bestimmung des Lokals. des Gerichtshofes lautete auf Freisprechung von der Anklage der Meuterei, weil diese nicht genug erwiesen scheine, wegen der Körperverlegung auf je zwei Jahre Gefängniß und zwar mit der Maßgabe, daß die Angeklagten zunächst nach Strauß berg zurückgeführt werden, um dort den Rest ihrer Korrektions haft zu verbüßen; erst dann sollen sie in Untersuchungs- bez Strafhaft genommen werden.( Müssen denn die Sträfling im Buchthaus weniger arbeiten als in dem Straußberger Kor rektionsbause?? D. R.) N. Jn Betreff des bedauerlichen dreifachen Vergiftungsfalles auf dem Grundstück Koloniestr. 94, dem befanntlich der 10jährige Sohn einer dort wohnenden unverehelichten Frau Schiller zum Opfer gefallen, haben die eingeleiteten amtlichen Ermittelungen Nachfolgendes ergeben: Der auf dem genannten Grundstück wohnende Lumpensammler Nickel hat am Tage vorher in der Bonbonfabrit von Maria Benno von Donath, Friedrichstr. an der Stadtbahn, Papierabfälle ge fauft, unter welchen die Kinder die verhängnißvolle Düte ge funden hatten. Vorläufig ist es noch nicht aufgeklärt, wie diese Düte mit Mauſegift zwischen die Papierabfälle gerathen und dürfte in dieser Angelegenheit die Untersuchung eingeleitet werden. Die beiden andern noch in der Charité befindlichen Kinder befinden sich in einem nahezu hoffnungslosen Zustande. ameritas mit noch unkontrolirbarerem Namen scheinen ihre| Visitenkarte bei einigen Zeitungsredaktionen abgegeben zu haben. Unstreitig wird man den diesmaligen Hundstagserfindungen eine gewisse Genialität und Originalität nicht absprechen fönnen. Die Kindermärchen Geschichten früherer Jahre haben Münchhauftaden höheren Stils Plaß machen müssen. Namentlich wird das Gebiet der Politik von den Hundstags- Entenzüchtern der Journalistik start kultivirt. Admiral Stosch als Umsturzminister, Dr. Perrot als Schnittwaarenhändler, Dynamitattentate u. f. w., u. f. w. Das hört sich denn doch ganz anders an, als die sonst üblichen natur- und völkerwissenschaft lichen Wunder der Hundstage. Merkwürdig ist hierbei die Erscheinung, daß einzelne gewiffe Blätter die merk würdigsten Hundstagsgeschichten mit rührender Vertrauens feligkeit aufnehmen, während fie thatsachlichen bemerkenswerthen Ereignissen den größten Steptizismus entgegensezen, namentlich, wenn diese Ereignisse ihren Wünschen und Neigungen nicht gerade in den Kram passen. Im Uebrigen ist die journalistische Stoffnoth heuer gar so schlimm nicht, daß die Beitungen nöthig hätten, ihre Spalten mit politischen und unpolitischen Seeschlangengeschichten zu füllen. Die kommende Wahlbewegung, die zwar nur langsam erst in Fluß fommt, aber doch ihre sichtbaren Schatten bereits in das Leben dieser Tage voraus wirft, bietet genug Anhaltepunkte für die journalistische Thätigkeit, so daß sie nicht erst auf allerhand Räubergeschichten zu finnen braucht. be. Die Vorarbeiten zum Bau der Kaiser Wilhelmstraße haben nun auch am fleinen Jüdenhof nit der Abtragung des hügeligen Terrains begonnen. Et gestern früh regen fich zahlreiche geschäftige Hände auf dem Plaze vorerst mit dem Aufbau von Holzbuden, Fahrbahnen 2c. anfangend. Von dem Ueberfluß an Arbeitskräften, der heutzutage auf allen Gebieten des werkthätigen Lebens herrscht, legt der fo loffale Andrang von sich anbietenden Arbeitern im Bureau der Baugesellschaft Kaiser Wilhelmstraße, das sich Neue Friedrichstraße 29 befindet, einen sprechenden Beweis ab. Ohne daß die Gesellschaft Gesuche von Arbeitern erlassen, kommen fort während Personen aller Stände um Beschäftigung bei derselben ein. Gerichts- Zeitung. Eine Anklage wegen Meuterei und schwerer Körperverlegung führte gestern drei Detinirte aus dem Straußberger Korrektionshause, und zwar den Barbier Karl W. Aßmacher, den Buchbinder G. W. Hobuß und den Möbelpolierer Herm. A. G. Miersch vor die Ferienstrafkammer am Landgericht II. Die drei Angeklagten, schon vielfach wegen Bettelns und Landstreichens mit Korrektionshaft und wegen anderer Vergehen mit Gefängniß vorbestraft, stellen wahre Typen fittlicher und geiftiger Verkommenheit dar, nur Aßmann, der auch als Wortführer der anderen Beiden auftritt, zeigt einige Spuren von Bildung. Auf die Frage des Präsidenten, ob sie sich auf die Anklage auslaffen wollen, erwidert Aßmann: Nein, wir ver langen eine Voruntersuchung."- Präsident:" Sie haben die sen Antrag schon früher gestellt, derfelbe ist aber abgelehnt worden, weil die Sache hinlänglich aufgeklärt schien."-Angeklagte:„ Wir müssen aber darauf bestehen, da wir sehr viele und schwere Beschwerden gegen die Verwaltung zubringen haben, die wir nur auf diesem Wege anbringen tönnen, da auf dem gewöhnlichen Beschwerdewege die Beschwerden schon an der ersten Instanz hängen bleiben. Zum Mindesten verlangen wir Vertagung der Sache bis nach unserer kurz bevorstehenden Entlassung, denn wenn wir hier in Gegenwart der Straußberger Beamten unsere Beschwerden vorbringen, dann werden wir gefesselt und in Löcher geworfen, in denen kein Thier eristiren fann! Präfident: ,, Bon einer Vertagung fann feine Rede sein. Wenn Sie sich über die Anklage nicht auslassen wollen, werden wir die Zeugen vernehmen!" Die Zeugenvernehmung ergiebt folgenden Thatbestand: Am 13. Mai d. J. wollte ein Detinirter aus der vor Vermischtes. Nr. die 99 deint frei in's Rummet Di De eine unwa Rift erfund Nicht weis aut melde fich treiten To Tonnen Terer Beh Grbe und m bie Beleg Diefe Grlag geg Menich hören wir näher zu1. Zur Charakteristik des Innungswesens der ,, guten alten Beit" ist eine kleine Auslese aus den Sagungen der Schuh macher und Lohgerber Gesellenschaft zu Lübben vom Jah 1683 von Intereffe. Da heißt es in§ 4: Sollen die Schu fnechte alle 4 Wochen von Montag Mittag 12 Uhr auf de Herberge zusammenkommen und 1 Groschen auflegen, wer selbe versäumt, der giebt es gedoppelt" c.§ 5: So oft Schuhknechte auflegen und der( Herbergs-) Vater zu solcher 3 offenen Bierschant hat, sollen sie bei ihm zu trinken verbunde sein, wer nicht, soll einen Groschen zur Beche erlegen."§6: ein Schuhknecht des Sonntags ausgehet, soll er führnehmli vorher auf die Herberge gehen."§ 8: ,, So einer den andern v einen Schelm schelten und mit Injurien ihn antasten sollte, d § 10: So ficha be soll in einen Gulden Straffe verfallen." gebe, daß ein Schuhknecht bei einem unzunftmäßigen Meister ode vor sich selbst auf dem Lande arbeiten würde, der soll den Meisten 2 Thaler und den Schuhknechten 1 Thaler Strafe geben."$ 11 Sollen die Schuhknechte jährlich auf Johannis und Weihnachte ihre freie Wanderzeit halten, daneben auch ein Viertel Bie auf der Herberge zu trinken befugt, die Altgesellen aber sollen von der halben Beche frei sein. Sollte einer oder der Andere vor diesen Quartalen wandern, so soll der Meister ihm ein Thaler einbehalten."§ 12: ,, Wann die Schuhfnechte ihre ge wiffe Beche halten und zu solcher Zeit einer unnüglich Bie vergeußt, so nun solches nicht mit der Hand zu bedecken, be foll 2 Groschen Strafe geben."§ 13. So einer ohne Vorbe wußt der Altgesellen Bier über den Rennſtein tragen würd soll in die Lade 6 Groschen geben."§ 15. Auf Fafinad sollen fie die Herberge ändern und das Schild fortbringen un soll beim Bechen feiner fehlen bei 1 Gulden Strafe$ 2 Wenn einer bei dem Auflegen stehend trinken oder der San nachlaufen würde, der soll I Groschen Strafe erlegen."§25 Sollte einer bei öffentlicher Lade ein Messer oder Degen entblößen sich unterstehen, soll 6 Groschen Strafe gebe Die Altgesellen sollen auch bei den Quartalen ob abzufordern verbunden sein und solche in ihre Bechen von den Schuhknechten ihre Degen und Me wahrung nehmen, bei 6 Groschen Strafe."§. 28. We einer bei öffentlicher Lade sein Auflegegeld ableget u in den Creiß greifet, soll zur Strafe noch einmal so viel legen."§ 30. Wenn ein Altgesell einem Schuhfnecht i $ Namen der Brüderschaft etwas befiehlet und derselbe fich deffen Namens Moder, daran verhindert. Am nächsten Morgen, geAnstalt entfliehen, wurde aber von einem anderen Detinirten, weigert, so soll er 3 Groschen Strafe geben."§ 32. Benn rade zu der Zeit, als der allgemeine Spaziergang beginnen sollte, sah ein Aufseher, daß die drei Angeklagten über den Moder herfielen und mit zwei Fuß langen und zollstarken Eisenstangen fürchterlich auf ihn einhieben. Che der Beamte hinzu kommen fonnte, war der Ueberfallene zu Boden geschlagen und die drei Attentäter hatten sich mit ihren Waffen in der Hand auf dem großen Hofe aufgestellt, von wo sie sich nicht wegführen ließen, vielmehr verlangten, daß der Direktor zu ihnen auf den Hof kommen solle, wie von den Beamten angenommen wurde, zu dem Zweck, mit Hilfe der auf dem Hofe spazieren gehenden Gefangenen über Direktor und Aufseher herzufallen. Der Direktor tam, aber mit ihm eine Militärpatrouille von der Anstaltswache. Jezt legten die Angeklagten ihre Waffen fort, Aßmann jedoch auch erst, nachdem ihm ein Soldat mit den Worten: Hund, ich steche Dich todt!" das Bajonnet auf die Brust gesetzt hatte. Vor der Abführung zog Aßmann noch ein Stück Brot aus der Tasche, zerfrümelte es und warf es dem Direktor vor die Füße, angeblich, weil es ungenießbar sei. Herr Direktor Salchert schloß seine Aussage mit den Worten: Ich benuße die Gelegenheit, meine Anficht dahin auszusprechen, daß für solche Leute die Prügelstrafe wohl am Blaze wäre.(!) Bei mir follen fie arbeiten, das paßt ihnen aber nicht, darum wollen ste lieber ins Zuchthaus. Vielleicht fann ihnen der Gerichtshof diesen Wunsch erfüllen!" zu ihrer Vertheidigung aufgefordert, ergriff Agmann wieder für die Anderen das Wort: Wir wollen uns nicht vertheidigen. Was wir zu sagen haben, tönnen wir erst fagen, wenn wir aus Straußberg entlassen find. Nur das eine will ich anführen: Die Behandlung ist dort so, daß die Leute geradezu zum Verbrechen getrieben werden. Alle Uebergriffe Der Beamten werden todtgeschwiegen. Im vorigen Jahre hat ein Beamter einen Detinirten auf dem Felde mit seinem Säbel den Arm entzwei geschlagen, die Sache wurde unterdrückt; vor drei Wochen hat man beim Abbruch einer Treppe, nur einen Fuß mit Erde bedeckt, ein Stelett gefunden, ohne daß man untersucht hat, wie dasselbe dahin gekommen ist." Das Ürtheil be Ein drastisches Mittel wendete cand, theol. B. in der Neuen Friedrichstraße an, um sich seine pianowüthige Zimmer- Nachbarin, die ihn allmorgendlich in seinen Studien störte, vom Halse zu schaffen. Als ihm eines Morgens das Tastengewühl des weiblichen Pianomanen gar zu arg wurde, sprang er auf, zog sich ingrimmig an und ging auf die Straße. Wo er die Töne einer Drehorgel erklingen hörte, da lenkte er feine Schritte hin und bald nachber sah man hinter ihm dann einen zwei- drei vier- fünf biedere Leierkastenmänner mit ihren Instrumenten auf dem Rücken die Stiegen zur Wohnung des Herrn Kandidaten emporklimmen. Dben angelangt wurden die fünf Drehorgelspieler der Reihe nach dicht an die Wand zum Zimmer der Nachbarin postirt und sobald von dorther fich nur ein Tastenanschlag vernehmen ließ, ließen alle fünf Leierkästen zu gleicher Zeit ihre schauerlichen Weisen er tönen. Es war ein wahres Höllenkonzert, aber es half. Andern Tages zog Fräulein X. aus und der Herr Kandidat konnte wieder ungestört seinen Studien obliegen. Was that es, daß er hinterher ein Strafmandat wegen groben Unfugs über fünf Mark bekam, das schien ihm im Verhältniß zu der eroberten Erleichterung ein sehr geringer Preis zu sein. N. In Betreff des mittelalterlichen Skulpturenfundes auf dem ehemaligen Grundstück des früheren Faust'schen Win tergartens zulegt Salon Variété an der Königsbrüde, von dem bereits in den Zeitungen berichtet worden, wird uns von Seiten der Direktion des Märkischen Provinzial- Museums das Nachfolgende mitgetheilt: Die noch zum Theil gut erhaltenen Figuren sind in der That von Sandstein, allem Anschein nach aber aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Der frühere Standpunkt derselben ist augenblicklich nicht mehr festzustellen, es ist möglich, daß fte, bevor die Kolonnaden errichtet waren, Mauer wert in dortiger Gegend gekrönt haben. Die vorliegenden Anfichten und Karten geben darüber leider keine Aufklärung. Die Annahme, daß die Figuren bei der Anlage der Festungswerke unter dem großen Kurfürst verwendet worden, ist wohl faum zu motiviren. Der Besizer des Salon Variété, Herr Kaufmann, der augenblicklich den erwähnten Neubau dort aufführen läßt, hat die Figuren dem Märkischen Museum geschenkt, und find dieselben bereits heute nach demselben abgeführt worden. N. Selbstmordversuch. In selbstmörderischer Absicht stürzte sich gestern Nachmittag ein ca. 30 jähriger, ärmlich ge= fleideter Mann von der Moltke- Brücke in die Spree. Zufällig dort anwesende Schiffer hatten das Gebahren des Mannes mit angesehen und gelang es ihnen so den Lebensüberdrüffigen noch lebend an's Ufer zu schaffen und nach der Königl. Charité zu überführen. Hier gab derselbe an, der augenblicklich obdachlose 30 jährige Arbeiter August Sill zu sein und zu dem Selbstmorde durch Nahrungssorgen getrieben zu sein. be. Aufsehen erregt in den betheiligten Kreisen die Art und Weise, wie ein Restaurateur in der Rosenthaler Vorstadt fich seinen zahlreichen Verbindlichkeiten entzog. Vorgestern bis in die Nacht hinein war das Geschäft noch in schwunghaftem Gange und fein Mensch ahnte, wie es mit dem Wirth stehe, weißen Schürze daffelbe thäte! Ihr spürt fast nichts, wenn Ihr Eure Beche bezahlt; Emmy alle Kellnerinnen heißen min destens Emmy Emmy also lächelt Euch das Geld förmlich zum Portemonnaie hinaus. Ja, Ihr Kopenhagener denkt gewiß, bei Bedienung von zarter Hand hat man zugleich Wein und Weib und man braucht sich nur etwas dazu zu fingen, um aufzuhören, ein Narr zu sein oder aber, wie das Manchem manchmal paffirt, erst recht einer zu werden. " 1 die Brüderschaft zechet, so sollen die Altgesellen die erſten und & Be Derf bie Aufm ber Selb begriffen bejonbers Untlarbeit gemäß fo Eduld a Das legten sein."§ 33. Hat ein Lehrjunge seine Lehrjahre aus gestanden, so soll er der Brüderschaft einen filbernen Schild oder ein zinnern Kännchen zu entrichten verbunden sein"( daber die filbernen Schaustüde an den Gewerks- Willkommen- Bofale und die zinnernen Gewerkshumpen). Der Schlußparagraph bestimmt, daß diese Artikel an jedem Quartalstage vom gesellen der Brüderschaft deutlich vorgelesen werden sollen. Jedenfalls standen sich Meister und Altgesellen bei diesen stimmungen nicht schlecht, die lebhaft an die Gebräuche in wiffen studentischen Kreisen erinnern. Ein guter Gedante tommt nie zu spät. Er trat mut entbrannt und mit wuchtigem Schritt in die Office des vokaten ein, der biedere Farmer Jerry Brown: Mit meine Lizzie kann ich nicht mehr zusammen leben. Sie müſſen von mir scheiden. mitnehmen." mitnehmen." Ste Sie kann meinetwegen auch die Kinder ,, Ja, aber welchen Grund geben Sie den " 1 Sebe Ba für die Scheidungsflage an?" fragte der Anwalt. Sie, meine Lizzie ist sonst ein ganz braves Weibsbild, aber ist unausstehlich furchtsam. Jeden abend, wenn wir zu et will terung be zum Selb gelijche wiffenso en an bem e gehen, verlangt sie, daß ich unter's Bett gucken soll, um na zusehen, daß auch kein Mann darunter liegt. Und dies ewig Nachgucken will ich nicht mehr thun. Wir haben deshalb scho viel Streit gehabt und da sie trotzdem mich jeden Abend qual daß ich unter's Bett sehe, so kann sie zum Rutut gehen, will mich scheiden lassen." Das ist fein Grund zur S dung." ,, Das ist kein Grund?" das Geringste an dem Pfund Fleisch fehlt, das sie sich ausbedungen. Nun der 5. September wird die Kopenhagener wohl auf den richtigen Weg zurückführen, Herr Stöder wird es nicht unterlassen, sein Licht leuchten zu laffen, und bald werden wir befehrten Berliner in dem Saale von Tivoli oder der Tonhalle vernehmen, welch folossale Erfolge der Reformator des neunzehnten Jahrhunderts in unserem nördlichen Nachbarreiche er rungen hat, um wie viel Mitglieder seine getreue Schafheerde wieder vermehrt worden ist. Schwindeleien in großen Städten. Aus„ Chamber's Journal." " 1 Sche tgegenzu Dan keiten fü Belbit Der Befta Well, den Dann mach' ich es so. Ich nehm sofort die Säge und fat alle vier Beine des Bettes ab, dann fann ja Niemand darunt liegen und der Streit hört von selbst auf. Wie einem doch guten Gedanken oft erst so spät kommen! Bamberg. Ein wahrhaftes Preßparadies muk Bamb sein. Dort befinden sich die Redakteure resp. Verleger fäm licher Lokalblätter in Anklagezustand. Die Scheinauktionen find eine andere Form des Betruges. Ein an der Thür stehender Lockvogel ladet die Vorübergehenden ein, hereinzutreten, da der Verkauf eben anfange". Tritt er ein, so findet er eine Anzahl Mitverschworener, von dem Geistlichen in schäbigem, schwarzem Anzug bis zur Frau vom Lanbe mit ihrem Korb am Arm, die lebhaft zu bieten scheinen. Ist er nicht vorsichtig, so bietet er mit und ist sicher, ehe er weggeht, ein altes Sopha. ein paar wadelige Stühle oder ein unechtes Tafelservice zum doppelten Werth erstanden zu haben. tragen, tion herauskommen. Sie verschwanden sofort, als fie fei anfichtig wurden. ehrenben Der nungs mördern. weigert m Geiftlichen unguredyn Ein geschickter Streich tam kürzlich an's Tageslicht, den Beweis liefert, wie genau der Schwindler Diejen fennt, auf die er es abgesehen. Ein Mann, der wie der D eines Gentleman aussah, ging zu verschiedenen Kaufleuten einem feinen Viertel der Hauptstadt und forderte sie auf, einem bestimmten Hause zu kommen, wo Beſtellungen follen bie Wel Urtheil fa ber evang Anfehlban Beigeiber fudhen m verschiedene Waaren gemacht werden sollten. Zugleich lie einen Wink darüber fallen, daß ein kleines Douceur ihn selbst nicht unwillkommen wäre und bei ferneren trägen dem Kaufmann wieder zu gut kommen würde. Als aber die Ladenbefizer in dem bezeichneten Hause meldeten, fanden sie, daß ihre Dienste nicht begehrt wu und daß das verausgabte Geld in die Tasche von Schel Die List, mit der penfionierte Militär- oder Marineoffiziere umgarnt werden, wird folgendermaßen eingeleitet. Der Schwindler sendet ihm einen Brief, der ihn an gemeinschaftliche Dienste vor Jahren in einem Armeekorps oder an Bord eines KriegsSchiffes erinnert. Er wünscht sich jene glüdlichen Tage zurüc und läßt einen Wink darüber fallen, daß seine weltlichen Angelegenheiten fich seit jener Zeit verschlechtert haben. Er hat Bürgschaft für einen Freund geleistet, der den Wechsel nicht eingelöst hat, so daß der Schreiber ihn selbst hat bezahlen müffen. Die legte Rate ist bald fällig und es fehlen ihm baran noch acht oder zehn Pfund. Darf er sich die Freiheit nehmen, um in Anbetracht des früheren vertrauten Verhältnisses die Bitte um eine Anleihe auszusprechen, die ihm über die Zu den mehr oder weniger finnreichen Erfindungen, mit benen in großen Städten, insbesondere in London, unternehmende und gewiffenlose Leute die Arglosen oder Nothleidenden um ihr Geld zu bringen wissen, gehören unter Anderen die schwindelhaften Anleihegesellschaften. Ein großes meffingenes Schild an der Thür benachrichtigt die Hilfesuchenden, daß ihnen ein langer Kredit bewilligt wird, und daß fie menschenfreundlichen und uneigennüßigen Beistand finden werden. Der in Verlegenheit befindliche Handelsmann, oder der junge, mit Schwierigkeiten kämpfende Gelehrte, der seinen Freunden die Noth verbergen möchte, in der er steckt, glaubt, wie er die Aufschrift liest, er sei vor der rechten gefallen war. beurtheile bem G Gelbit gebi Nich fann es, erfahrene Ba lidhteit fo 923 Selbfimo Seiftige 1 Der Der gespielte Betrug hat oft auch seine komische Folgende Geschichte beweist, daß unsere Danteevettern uns auf allen Gebieten, so auch in ihren Schwindeleien den ablaufen. Ein Betrüger in großem, modischen Ueberzieher unvermeidlicher Reisetasche fritt ziemlich spät in der Nacht ein Gasthaus in Chicago. Er sagt, er sei eben erst angelo men und wolle früh am nächsten Morgen nach New weiterreisen. Anderen Tages zieht er noch in der Morg Ba , den gräbn bem eng um unb Begen Me in einer Ichehen. Das Schwierigkeit hinweghelfen würde? Diese Art Schwindler dämmerung heftig die Glode. Der Kellner findet ihn in g befigen meist einige Bildung und haben von schwazhaften ßer Aufregung. Der Gast behauptet, in der Nacht sei fem in sein Zimmer eingedrungen und habe ihm sein einziges Hosen, die 15 Dollars und ein direftes Billet nach New- Y enthielt, gestohlen. Der Wirth wird gerufen, der Gaft ftam der von seinem Geschäft nach Hause geht, spricht auf der Straße dem Wirth übrig, der sein Haus in feinen bösen Ruf wolls auf den Fußboden und stößt unheilige Worte aus. Was bli Theerjacken die Kenntnisse eingeholt, auf denen fie fußen. Ein finnreicher Betrug wurde neulich in London verübt. Ein großer, wohlgekleideter Mann, scheinbar ein Cityfaufmann, mit einem Mann in Arbeitskleidern, der einen Korb und etwas Handwerkzeug trägt. Darauf redet der Citykaufmann einen Schmiede und bittet schriftlich um Angabe der näheren Be- wohlgekleideten Vorübergehenden an und theilt ihm des Hand- ihm die vermißte Geldsumme, kauft ein Billet nach einem B werkers Geschichte von dem Mangel an Beschäftigung und feiner häuslichen Noth mit. Er setzt hinzu, er habe sich von Der Familie That gef Wohl wi meiß, we boller B Heinen Selbstmo nach ihm, schafft ihm ein Paar neue Hofen, ersetzt oder l nannten Drte, bittet um Entschuldigung und lehnt Bezahlu für die Bewirthung ab. Bald hatte der glückliche Erfinder D der Wahrheit des Erzählten überzeugt und sei entschlossen, ihm Plans eine genügende Anzahl Dollars, viele Paar Hofen u Das achtbare Wesen des Bürgers hat oft Erfolg, wo eine den, erklärte zornig, sein Gaft hätte keine Hosen mitgebrad Idem das Geheimnis von einem Geschäftsfreund verrathen w Jahres von der geliehenen Summe abgezogen. Der Borger gewöhnliche Bitte mißlingen würde, und der Angeredete giebt bestrich seine unteren Extremitäten mit Theer und Federn u dingungen. Als Erwiderung geht ihm ein Schreiben zu, das verschiedene Fragen enthält, die er beantworten muß, und in dem gleichzeitig die Forderung eines im voraus zu zahlenden Honorars ausgesprochen wird, das zwischen einer halben und zwei Guineen schwankt. Wird dann eine Anleihe gewährt, so werden hohe Binsen berechnet und die Binsen des ersten eine Kleinigkeit zu geben. Wäre der Herr wohl geneigt, eine Summe beizusteuern, um der unverdienten Noth abzuhelfen? meist etwas. Ein Herr, der in dieser Weise Geld los geworden war, fah später beide Schwindler aus einer Destillawarf ihn in dem Zustand zum Hause hinaus. Berantwortlicher Redacteur St. Gronheim in Berlin. Druck und Berlag von Mar Babing in Berlin SW, Beuthstraße 2. muß sein Haus, feine Möbel, sein Handelsinventar ver pfänden. Dieses belegt die Gesellschaft mit Beschlag, wenn The fich n aber fie Welche ein Auf Entziehun an als Weltli Gefet in worben.