105. Mittwoch, 6. August 1884. I. Jahrg. trlimVMW. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«„Lerli«ir BoßBbW' täglich Marge«» außer«ach So««» und Festtage». Ubouaemeatsprei» für Berli« Haut vierteljährlich 3 Mark, monatlich 1 Mark,«öcheatlich 25 Pf. Einzelne 5 Pf. Postabo»«emeat pro Quartal 3 Mark.(Eingetragen im VHL Nachttage der PostzeitungSpreiSliste unter Nr. 719a.) JnsertionSgebShr bettägt für die 3gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pf. Bei größere» Aufträge» hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi« 4 Uhr Nachmittag« in der Ejpedttion, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von alle« Annoncen* Bureaux, ohne Erhöhung de« Preises, angenommen. WeöccKtion unö KXpeöition NerLin SW., Zimmerstraße 44. Liberales Geschimpfe. Herr Eugen Richter der Arbeiterpartei s am Zeuge flicken will, so ist er immer mit dem Märchen bei der Hand, daß die letztere besonders rlin fortschrittliche Versammlungen„gesprengt" und die fortschrittlichen resp. deut'ch-freisinnigen IJeten ihm dies Märchen nach. dies geschieht immer noch, trotzdem es längst be- daß die Fortschrittler in Berlin, bevor es noch «veiterp artei gab, konservative Versammlungen, so 1 Saale des Hotel Arnim, durch Schreim und Tu- Möglich gemacht haben, ttotzdem es längst bekannt es Fortschrittler waren, welche im Jahre 1863 Arbeiter derartig aushetzten, daß sie im Eldorado Gesicht spieen. »n nun wirklich später die Arbeiter dieses terro- �reiben der Fortschrittler denselben hätten entgelten .10 wäre dies immer nicht so schlimm gewesen, eS ach Revanche ausgeübt worden. bekanntlich ist eS„mit den Versammlungen spren- »als so schlimm gewesen. So war im Konzert- im Jahre 1868 eine Volksversammlung 9en FortschrittSleuten einberufen worden, und als >lk bei der Bureauwahl nicht den famosen Dr. be sondern Herrn C. W. Tülcke zum Vorsitzenden [j da suchten die FortschrittSleute die von ihnen selbst 'e 2®' Versammlung durch Tumult zu stören, Mch die Geduld riß bis dem und es die vorlautesten Fort- ttr zum Tempel hinauswarf. natürlich nennt Herr Eugen Richter in seiner atlichen Unverfrorenheit„Sprengung einer fort- G,"" Versammlung durch die Arbeiterpartei". «iL m« ja selbstverständlich, daß die Arbeiter nicht die *£8 haben können, wie die Fortschrittsherren, so daß S1 ij„en. chr ganzes Thun und Treiben rauher erscheint ÄLj.jflfi) Spöttern der deutsch-freisinnigen Presse mehr p sM giebt, ihren galligen Witz loSzulasie«. Doch das t ch"ur Aeußerlichkeiten, die ihren natürlichen i——— iSfi«°bleS, was Herr Eugen Richter und die deutsch- £ �.Presse seit einer längeren Reihe von Jahren über Verhalten der Arbeiter und besonder«»der !« �.�beiter zusammengelogen haben, daS wird ihnen ähnlicher Weise von den Nationalliberalen zu- wir die« einmal recht gemüthlich an. Durch nationalliberale Presie nämlich geht folgende "Die Gegenkandidatur des Herrn von Schauß Bamberger ist der„freisinnigen" tz.e'fe begreiflichermaßen ein Dorn im Auge, und kein Wunder, daß man die Bedeutung der h/sonalliberalen Versammlung in Alzey, in welcher m* 0- Schauß sprach, in jeder Weise herabzusetzen |J'. In dieser Absicht wird namentlich darüber la- dab OAenner- ni&i Mtm Mnrte»UaelastiN WUI- >e»"ar�afc Gegner nicht zum Worte zugelasien wur- Nne � � wüßten nicht warum eine Partei nicht i> Ng. mußien nicyi warum r>»r W V/ifamtnIung ihrer Gesinnungsgenossen veran- vor»? wll, um ihren Wahlkandidaten zu hören. Im Üttnis den Falle aber war die nationalliberale Partei hz,/iudurchdaSuaqualifizirbareVer- b;,/n tzer Gegner zum Ausschlüsse kben gedrängt worden. Wenn man % lai» sskungen der parlamentarischen len„, ren des„deutschen Freisinns bie»'..wundert man sich nicht mehr darüber, daß � a k fbojischaftlichkeit in den verhetzten e.,n einen Grad erreicht, welcher in einzelnen fyüt,?ei'en Zuletzt die Möglichkeit einer Auseinander- und einer höflichen Rücksichtnahme auf den Ep,....ausschließt. Vor wenigen Wochen waren in 8 t, rlmgen die Nationalliberalen durch die ein- Deutschfreisinnigen in »nd �deis» niedergeschrien wo r d e n, bieftg Ä". stch"icht einer Wiederholung »'riuTft! liejs.' igen Vereins des ReichStagSwahl- AWUM ch•»Mir sind bereit, auch in den engsten Parteioersammlungen demjenigen Manne, der der ausgezeichnetste Redner der Gegenpartei ist, nämlich dem Dr. Bamberger, unsere Rednerbühne zur Ver- fügung zu stellen, wofern er uns dafür haftet, daß einzelne Anhänger seiner Partei unsere Redner nicht niederschreien." Davon erwähnen die fortschrittlichen Blätter natürlich nichts. Sie sollten sich aber über- Haupt hüten, über die Sache viel zu sprechen, denn sie wirft ein zu Helles Licht auf den Charakter der deutsch-freisinnigen Agitation." DaS ist genau derselbe Ton, welcher in den Schimpfschriften des Herrn Eugen Richter gegen die Ar- beiterpartei angeschlagen wird, das sind genau dieselben Worte, welche die fortschrittlichen Organe gegen dieselbe fortwährend geschleudert haben! Nicht als ob wir daS nationalliberalc Gesudel billig- ten, nicht als ob wir an derartige deutsch-freisinnigen Roh- heitern glaubten— nein, wir halten daS Alles für über- trieben, wir denken selbst über unsere heftigsten Gegner„zu anständig", als daß wir jedem ZeitungSgewäsch Glauben schenken, aber Herr Eugen Richter und die Deutsch-Freisinnigen sollten sich an dem Ge- schimpfe und den Verläumdungen der Nationalliberalen eine Lehre nehmen und sich im Bewußtsein ihrer eigenen Schuld reumüthig vor die Bmst schlagen. „Was du nicht willst, da« man dir thu', DaS füg' auch keinem Andern zu!" Der Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Bei der gegenwärtigen lebhaften Bewegung in den Ver- einigten Staaten wegen Ausstellung der Kandidaten zur Präsidentenwahl ist es wohl angezeigt, einige Aufklärungen über die Macht, die Rechte und Pflichten des Präsidenten in aller Kürze zu geben. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat die oberste vollziehende Gewalt. Er muß nach der Bundesverfassung ein Eingeborener sein, das Alter von 35 Jahren erreicht und 14 Jahre seinen Wohnsitz im Lande gehabt haben. Vermögen, Stand, Religion kommen bei seiner Wählbarkeit nicht in Be- tracht. Die Wahl dieses höchsten Vcrwaltungsbeamten der Bundesrepublik liegt nicht in den Händen der Masse des Volkes. Derselbe wird von Wahlkörpern gewählt, die in jedem der Bundesstaaten aus eben so viel Mitgliedern bestehen, als der Staat Senatoren und Repräsentanten zum Kongresse zu senden berechtigt ist. Diese Wahtkörper versammeln sich bei jeder neuen Präsidentenwahl an ein und den, selben Tage in sämmtlichen Staaten der Union und stimmen durch Ballotagc. Die Ge- sammtzahl der Wähler beläust sich daher in der ganzen Union nur auf einige Hunderte, und die absolute Stimmenmehrheit entscheidet. Ist diese nicht vorhanden, dann trifft aus diesen das Repräsentantenhaus am Kongresse die Wahl, dessen Mit- glieder aber nach Staaten stimmen. Die Amtsdauer, die Pe- riodc eines Präsidenten währt 4 Jahre, er kann jedoch noch einmal wiedergewählt werden. Er bekommt aus der Bundes- lasse ein Jahresgchalt von 25 000 Dollar für seine Dienste, das während seiner Amtsführung weder vermehrt noch ver- niindert werden darf. Außerdem hat er eine auf Bundcskosten eingerichtete freie Wohnung in der Bundcsstadt Washington. Andere Emolumente sind ihm nicht erlaubt. Nach der Bundesverfassung muß der Präsident vor innen, Amtsantritt schwören, oder wenn seine Religion ,hm keinen Schwur gestattet, an Eidesstatt geloben, daß er sein Amt in aller Treue versehen und die Verfassung nach besten Kräften erhalten, beschützen und vcrhcidigen wolle.— In konstitutionellen Monarchien leisten die Minister einen ähnlichen Eid, denn da man sich hier wegen der Unverantworüichkeit des Monarchen nicht an denselben halten kann, mußten dessen oberste Diener und Rathgebcr für ihr Thun und Lassen indeß der Präsident sehr große Rechte und Befugnisse, ja sogar königliche Prärogative und Atttibute, so ist seine Macht doch überaus von der eines Monarchen verschieden.— In der Monarchie, wo die Gesetze durch die Sanction des zu- gleich mit der Vollziehung derselben bekleideten Fünfen be- dingt ist, heißt dieser darum Staatsoberhaupt. In Amerika aber, wie in jeder wahrhaften Republik, wo es keine von der Nattonalgemcinde gesonderte Souveränetät giebt, ist die jene unmittelbar rcpräsentircnde Behörde, der Kongreß, diejenige, welche allein und ausschließlich die Gesetze giebt, und die oberste ausführende Macht steht nur als ein Agent der gcsetz- gebenden da. bestimmt, die von der Nationalrepräsentation ge- faßten Beschlüsse zu verwirklichen, ohne bei der Gesetzgebung thätig mitzuwirken und noch viel weniger in derselben durch ihren Willen den Ausschlag zu geben. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Vollziehe� des Gesetzes, konkurrirt keineswegs wirklich bei dessen Abfassung. Zwar hat ihn, die Verfassung ein bedingtes Vetorecht emge- räumt, nämlich ein susvcnfives, wodurch er emen Aufschub für SSSi resses zu üben, denn weder er noch sie haben Zutritt zu deren Sitzungen. Maßregeln anzuempfehlen, die er für zweckmäßig oder nützlich hält, gehört allerdings zu seinen Obliegenheiten; aber er kann dos nur auf schriftlichem Wege, in Form von Botschaften, an den Kongreß gerichtet, thun, und immer hängt es von diesem ab, ob oder inwiefern er deren Inhalt berück- fichtigen will. Der Kongreß versammelt sich zu seinen regelmäßigen Ses- fionen ohne das Zuthun des Präfidenten und er hat weder eine Befugniß, deren Dauer zu bestimmen, noch einen Kongreß oder eines seiner beiden Häuser aufzulösen und neue Wahlen anzuordnen, was Alles in konstitutionellen Monarchien als Vorrechte der höchsten exekutiven Gewalt angesehen zu werden pflegt, wo es nicht selten auch zu den Rechten der Krone ge- hört, beliebige Mitglieder des Oberhauses, der ersten Kammer, zu ernennen. Nichts dergleichen steht'.dem Präfidenten der Vereinigten Staaten zu. Der Präsident der Vereinigten Staaten kann sich der Verbindlichkeit, die bestehenden oder gegebenen Gesetze zu vollsttecken, auf keine Weise entziehen. Er hat keinen Antheil an ihrem Erlaß, und sie gelangen zur Ausfüh- rung, mag er sie billigen oder nicht. Seine eifrige und auf- richtige Thätigkeit dabei ist ohne Zweifel nützlich', aber die Wirkungen der verfassungsmäßig zu Stande gekommenen Ge- setze vermag er weder zu paralysiren noch aufzuhalten. Alle übrigen Vorrechte, welche die Verfassung dem Präsidenten zu- aetheilt hat, find nicht geeignet, ihm, wie dem monarchischen Staatsoberhaupte, ein ucbergewicht in der Leitung der öffent- lichen Angelegenheiten zu verleihen. Er ist, gleich dem Fürsten in einem monarchischen Staate, oberster Militärchef! aber das siebende Heer, über das er in Friedenszeiten zu disponiren hat, und dessen Stärke von dem Ermessen des Kongresses abhängt, ist nicht groß. Der Präsident hat, gleich einem Monarchen, das Begnadigungsrecht, mit Ausnahme der Staatsanklagcn, aber die Anwendung dieses Rechts erstreckt sich lediglich auf Vergehen gegen den Bund. Er hat die Befugniß, im Namen der Ver- einigten Staaten Staatsverträge mit fremden Mächten zu unterhandeln; aber die Abschlicßung derselben hängt von der Beistimmuna des Senats ab. Er ernennt die Bundes- beamten; aber dieses Ernennungsrecht ist eigentlich ein bloßes Vorschlagerecht i denn ihre wirkliche Einsetzung und Anstellung erfolgt mit dem Beirathc des Senats und ist durch dessen Zustimmung bedingt. Allen den grundgesctzlich gcttoffenen Vorfichtsmaßrcgeln, um etwaigen Mißbräuchen der einem Bürger anvertrauten obersten ausübenden Macht vorzubeugen und dieselben zu verhüten, welche sich thells in der vorbe- schriebenen Art und Weise des Präfidenten der Vereinigten Staaten sowie in der Beschränkung seines Amts auf emen bestimmten Zeitraum, theils in der genauen Abgrenzung seiner amtlichen Befugnisse zu erkennen geben, ist noch die Krone aufgesetzt, durch dessen verfassungsmäßige persönliche Verantwortlichkeit für alles sein Thun und Lassen während seiner Amtsführung. politische Ueberficht. Unsere Bureaukratie. Der„Preuß. Lchrcrzeitung" wird folgendes seltsame Aktenstück zur Verfügung gestellt:„Königliche Krciscasse B., den 9. Juli 1884. Ihr verstorbener Ehemann hat als Lehrer an der dortigen Schule in den Jahren 1876, 1877—78 und 1879—80 zusammen den Betrag von 17 Pfennigen an Gehalt überhoben.— Sie selbst haben als Jndustrielehrerin im Jahre 1877—78 4 Pfennig an Gehalt überhoben. Im Auftrage der königlichen Regierung zu Oppeln werden sie aufgefordert, diese Beträge binnen 8 Tagen bei Vermeidung von Zwangsmaßregeln der unterzeich- neten Kasse zu übersenden.— Dagegen hat Ihr Ehemann im Jahre 1875 an Gehalt 3 Pfennig zu wenig erhalten, diesen Betrag können Sic gegen Quittung hier abheben. Königliche Kreiskaffe.(gez.) i. V.: H. An die Jndustrielehrerin Frau S. in O." Und dafür hat Kau S. noch 10 Pfennig Portogebühr bezahlen müssen!! Gegen die Behauptung, dasj die deutsche Centrumspresse haupssächlich von K a p l ä n c n geleitet werde, bemerkt die„Köln. Volksztg.": Lediglich im statistischen Interesse und zur Beseitigung irriger Schlußfolgerungen für die Zukunft be- merken wir, daß die ultramontane Presse von den„Kaplanen" unabhängig ist. Die Herren haben, namentlich in den ersten Zeiten des Kulturkampfes, der katholischen Presse unschätzbare Dienste geleistet, es war das geradezu eine Hcothwendigkeu, so lange diese Presse, bis dahin nur in ein paar Exemplaren ver- treten, erst m der Bildung begriffen war. Jetzt haben die katholischen Redakteure sich längst aus dem Laienstande rckru- lirt; fast alle größeren Blätter haben seit langer Zeit ausschließ- lich oder zum großen Theil Larenredakteurc, und ihre Ehes- redaltionm sind fast durchweg rn Händen von Laien, welche diese Thätigkeit nichts weniger als d r l e t t i r e n d betreiben.- Dilettirend hat die kacholrsche Kirche auch nie ein Geschäft be- tnebC3n Würzburg hat sich am 2. August ebenfalls ein Wahlverein zur Erzrelung vo l ksthümlicher Wahlen gebildet. mm (. Ende gemacht- Kaum war die Kunde von der lex Acker- mannia zu den Achtzehn gedrungen, so erklärten sie der Behörde, fie hätten fich eines Anderen besonnen', da fie durch den Ackermann'schen Antrag mehr Rechte bekämen, wollten fie doch lieber beisammen bleiben sc. Der bloße Gedanke, mehr Privilegien zu erhalten, galvanifirtc den absterbenden Korpus, erweckte in ihm neue Lust und Liebe zum Leben. Und dabei hält die Innung keine Versammlungen ab, befitzt nur eine Wittwcnkaffe, sonst keinerlei gemeinnützige Einrichtungen und, was das Schönste ist, hat— keine Lehrlinge aufzu- weisen!" Der Rücktritt des Direktors des Reichsgesundheitsamtes, Herrn Dr. Struck wird, wie es sonst nur der Mi- nistern geschieht, mit„Gesundheitsrückfichten" motivirt. So wenig man bis jetzt einen Minister kennt, der wirklich aus Altersschwäche seinem Pottefeuille entsagt hat, eben so wenig ist es glaubhaft, daß Dr. Struck fich wirklich aus Rückficht auf seine Gesundheit sollte penfioniren lassen. Er ist ein Mann in den besten fahren, den noch Niemand für krank gehalten hat, und die Penfionirung hat für ihn, da sein Dienstaller ein unverhältnißmäßig kurzes ist, auch nichts Verlockendes. Der wirkliche Grund seines Rücktrittes soll vielmehr, wie glaub- würdig verfichett wird, in der Ernennung des Dr. Schwen- n i n g e r zum außerordentlichen Mitgliede des Reichsgesund- heitsamtes liegen. Er hat fich gegen diese Ernennung des jetzigen Leibarztes des Fürsten Bismarck geäußett, und da sein Widerspruch unbeachtet geblieben ist, so geht er. Die Gesellschaft für Reform und Kodifikation d e s Völkerrechtes, hat ihre Versammlung, welche in H a m- bürg stattfinden sollte, auf das nächste Jahr verschoben, weil lästige Quarantainemaßregeln augenblicklich den Verkehr zwischen den Staaten hemmen. Unglaublich. Laut Erkenntniß des Präger Oberlandes- gerichts ist die Weiterverbrellung der achten Lieferung der zweiten verbesserten Auflage von Karl Marx' weltbekanntem, 1873 zuerst erschienenem Buch:„Das Kapital" für Oesterreich verboten worden. Die Deutschen< Liberalen»in Oesterreich versuchen es jetzt, nachdem fie alle sonstigen Mittel verbraucht haben, mit der Entsagungspolitik. So blieben bei der gestern in Prag abgehaltenen konstituirenden Sitzung der neugewäblten Handelskammer sämmtliche sechszehn deutsche Mit- g l i e d e r fort. Trotzdem will die czechische Majorität einen Deutschen zum Vizepräfidenten wählm. Die Verhaftungen in Verbindung mit der Dubliner Skandalaffaire dauern noch immer fort.„Bis jetzt find de- reits 10 Personen, sämmtlich den„b e s s e r e n" S t ä n- den angehöria, verhaftet worden, während mindestens ebenso- viel fich ihrer Verbaftung durch die Flucht entzogen haben. Der frühere Postsekretär Cornwall, der ehemalige Poluci-Jn- spektor French und der Weinkaufmann Pillar find beretts vor die Asfisen verwiesen worden, und die übrigen Angeklagten werden wohl ihr Schicksal theilcn müssen'— Und da spricht man von Verrohung der„niederen" Volksschichten. Die egyptische Konferenz, welche in L o n d o n tagte, ist gescheitert; fie bat den Zweck, welchen zu erreichen fie beru- ten war, nämlich ein Arrangement hinfichttich der finanziellen Angelegenheiten Egyptens zu treffen, verfehlt, d. h. in anderen Worten, die Herren konnten nicht einig werden, in welcher Weise die Haut des armen Fellahs unter sie vertheilt werden sollte. In der letzten Sitzung wur- den zuerst die neuen englischen Vorschläge abgelehnt. Hierauf brachte Waddington den französischen Gegenvorschlag aufs Tapet, welchen Loro G r a n v i l l e als unannehmbar erklärte, worauf er die Rcsultatlosigkeit der Verhandlungen konstatitte. Einen Vorschlag der übrigen Vettreter. die Konferenz bis 1. Osto- ber zu vertagen, lehnte der englische Vorsitzende schroff ab und erfolgte dann die Vertagung auf unbestimmte Zeit. Herrn Waddington, der noch einmal das Wort ergreifen wollte, schnitt Granville die Rede kurz ab mit der Bemerkung, die Konferenz sei nunmehr ,u Ende. England hat fich durch seine Haltung auf der Konferenz vollständig isolitt und die Spannung gegen- über Frankreich nickt unerheblich verschärft. Wieder ein Manifest. Der„Figaro" veröffentlicht ein Manifest des Prinzen Napoleon, in welchem dieser gegen die Versammlung des Kongresses protestitt und die Berufung einer konstituirenden Versammlung sordett. An dem Kongreß(Senat und Deputirtenkammer) wird der radikale Abgeordnete de la Forge nicht theilnehmcn. Er rechtfertigt seinen Entschluß mit folgendem Schreiben an Madier de Mondjan, Ouästor des Abgeordnetenhauses: i-chdn,-«06.10,.] Feuilleton. Das Lind des Proletariers. 15] Sensationsroman von U. Rosen. (Fottsetzung) „Da seine Mutter todt ist'" erwiedette die Alte zögernd — dann aber brach fie los—„Nein, nein, du armes, liebes Kind, Du bist nicht zu tadeln, aber mit dem Augenblick, wo der Kleine zu uns kam, traf uns ein Fluch. Krankheit, Sorge und Elend verfolgten uns, als ob wir den Herrn durch eine döse That erzürnt hätten, und er uns dafür strafen wollte." „Es ist nicht recht, liebe Frau, in dieser Weise von dem Allgütigen zu sprechen." „Ja. Euer Gnaden, aber Sie kennen die ganze Geschichte nickt. Ich weiß nicht, ob es nicht meine Pflicht wäre. Ihnen Alles, was damit zusammenhängt, zu erzählen." „Lady Bide war frei von jeder Neugier und besaß nicht die mindeste Lust, mit den Familicnereignisscn Sam Porters und der Seinen bekannt gemacht zu werden. „Es ist nicht unsere Sache, liebe Frau, über die Ange- legenheiten Anderer zu sprechen," sagte sie, fich erhebenv.„Ick werde Schritte thun, durch welche dieses Kinv mir gesetzlich übettragen wird, da Sie, seine einzige Verwandte, damit zu- frieden find." „O, ich bin mehr als zuftreden, und auch Sam wird es sein, wenn er jemals wieder hierber zurückkehrt," erwiderte Frau Chitton, der Kinderfrau das Kind üder, eichend. Lady Bide hatte nun die Gewißheit, daß ihr Adaptiv- kind von jenen armen aber anständigen Leuten abstammte, und das daS war weit beruhigender, als wenn ihre Spur fie zu vornehmen und reichen, aber entehiten Eltern geleitet hätte. Sie wußte, daß der Knabe aus den Händen seiner An- gehörigen in die des Dr. Wrigley über gegangen und daß er bald darauf der Kinderpächterin üde>ged>n worden war. Jetzt erinnerte fie fich wieder ihres Zujaminentreffens mit Dr. Wiig ley in der Napierstraße- Sie war überzeugt, daß Wrigley annoncitt hatte, und zwar in der Adfickt, daß eine Engelmacherin fich bei ihm melden solle! denn hätte er dem Kinde nur eine Heimath sickern wollen, so hätte er fich am Besten an fie selber wenden können. Und dann hatte er eine Geldentschadiaung angeboten! Weshalb war Dr. Wrigley so ängstlich bemüht, dieses Kind bei Seite zu schaffen V Wesbalb zahlte er, der sich stets in Geldoerleaenheilen befand, zwanzig Pfund, um den Knaben aus seinem Wege zu räumen Y Lady Bide kam zu dem Sckluß, daß Frau Chitton fie betrog, und Rupert nicht wirklich Sam Porters Sohn wäre. Es handelte fich um ein Kind, das Wrigley weg „Paris, 2. August 1884. Mein lieber Madier de Mondjan! Zu meinem Bedauern werde ich Sie nicht auf den Kongreß begleiten. Lassen Sie mich Ihnen sagen, warum: ich habe in der Kammer auftecht erhalten, nur die Nation könne die verfassunggebende Gewalt ausüben. Diese These ist von der Majorität des Parlaments verworfen worden. Was habe ich da auf dem Kongresse zu thun? Debatten beiwohnen, deren Resultate im Voraus verabredet find; dies glaubeich nicht thun zu sollen. Meines Ermessens ist es beyer, ich halte mich bei Seite und bewahre unversehrt das große Prinzip, welches die französische Revolution verkündigt hat: dem allgemeinen Stimm- recht allein ziemt die verfassunggebende Ge- walt. Änatole de la Forge" Während die Cholera in Südfrankreich zu erlöschen cheint, am 3. August hatte Toulon 1, Marseille 11 Todes- älle an dieser Krankheit— ist fie bereits nach Italien ver- muthlich durch stanzöfische Flüchtlinge verschleppt worden und fordert ihre Opfer in verschiedenen Städten.„Fanfulla" meldet: Jn Montenotte kamen unter den aus Frankreich zugereisten Personen drei Cholerafälle vor, wovon einer mit tödtlichem, die zwei anderen mit günstigem Verlauf.— In Villafranco(Bezirk Asti) find zwei aus Frankreich zuge- reiste Personen an der Cholera gestorben. In Sessame (Bezirk Alessandria) ist ein Todtengräber gestorben(?) und auf der Insel Palmaria ein Cholerafall vorgekommen. In Pancalieri find seit dem ersten Tage bis heule siebenund- Zwanzig Cholerafälle vorgekommen, davon acht mit tödllichem Ausgange. Da die lokalen Sanitätsverhällniffe keine günstigen find, werden überall strenge Maßregeln angeordnet.— Aus Allem geht hervor, daß es fich um isolittc Fälle unter aus Frankreich angekommenen Personen handelt und daß die Krank- eit einen milden Verlauf nahm. In dem bevorstehenden politischen Prozeß in Bo- logna gegen die sozialdemokratischen Teputittcn Saladini und Costa werden die Angeklagten von Crispi und dem pcntarchisti- schen Deputitten Vastarini vertheidigt. Zanardelli hat angeb- lich ein Vertheidigermandat abgelehnt. Aus der Statistik der italienischen Bevölkerung. Bei einer Bevölkerung von 28 459 628 Seelen haben die Italiener das Vergnügen 80 681 Priester, 35 363 Mönche und Nonnen, 11 030 Salristane und 4153 Kleriker zu zählen. Das bettifft nur den katholischen Kultus. Die anderen Konfessionen haben 269 evangelische Pastoren und 89 Rabbiner und israelitische Seelensorger. Die Besitzer in Italien erreichen die Ziner von 4 133 432, was einen Besitzer auf je sieben Menschen giebt. Der Besitz ist besonders in Sardinien parzellirt, wo auf je 4 Menschen ein Besitzer kommt. Nu» soll auch die türkische Marine durch einen Deutschen resormitt werden. In Berlin soll bereits ein Kor- vettenlapitän dafür bezeichnet worden sein— zum nicht geringen Aerger Hobart Pascha's, der bislang das einzige maß- gebende europäische Element in der türkischen Manne zu re- präsentiren schien.— Nachdem ein großer Theil einer franzö- fischen Postsendung beim Räuchern in Kowall angebrannt worden war, wurde die Tesiyfizirung der Postsachen hier sehr lau betrieben. Auf Befehl des Sultans wurde aber alsbald wieder energischer vorgegangen. Der Großwesficr verfügte sich persönlich zum Sanitätsrath und erklätte ihm rund heraus, daß der Sultan über die Att, wie die Desinsektion jetzt betrieben werde, fich sehr abfällig ausgesprochen habe, und durchaus wünsche, daß in Zukunft größere Sorgfalt entwickelt werde. Die Vorbereitungen für einen Herbstfeldzug in den Sudan hat die englische Regierung, wie die„Times" melden, eingestellt und wird die Boote und sonstiges Material, welches für den Bedarfsfall fertiggestellt war, verkaufen. Es scheint also, daß Gladstone nach langem Schwanken diesmal troy der Sturmrufe der englischen Baumwollpolitiler seine enthaltsame Sudan-Politik folgerichtig durchführen will. An eine Be- drohung Aegyptens durch den Mahvi soll nach dem Urthell vieler Sachverständiger nicht zu denken sein. Der Gedanke an einen Sudanfeldzug ist zudem im mglischen Heere sehr wenig de- liebt.— Warum nur? Das Zululand scheint England den Boeren überlassen zu wollen; es hat augenscheinlich die Lust verloren, mit den Boeren oder Zulus anzubinden. Schon aus diesem Grunde kann man nicht die Regierung des Transvaal für das Eindringen der Boeren verantwottlich machen. Gegen die schlechte Behand- lung der Eingeborenen seitens der Boeren nahmen die eng- tischen Minister letztere selbst in Schutz; in der That hat fich die schwarze Bevölkerung des Transvaal seit dreißig Jahren haben wollte. Hatte ihn Jemand um hohen Preis dafür ge- wonncn, dieses ruchlose Geichäst zu übernehmen, und war die Alte seine Mitschuldige? Wenn fich die Dinge so verhielten. dann würde Lady Bide es vorziehen, das Kind nicht zu adop- tiren, obwohl fie eS bereits zärtlich liebte. Sie besprach die Sache angelegentlich und eingehend mit Mma.„Verlassen Sie fich daraus, Wrigley hat den Kleinen zu der Kinderpächterin gebracht, well er wußte, welchem Schicksal er ihn überantwortete." „Ich bezweifele, daß er den Charakter des Weibes kannte und ich bin überzeugt, daß es nicht sein Kind ist," sagte Myra,„aber tiefer tn das Geheimniß vermag ich nicht ein- zudringen."__ Es ist seltsam, daß Myra nicht begriff, welches Interesse James Wrigley daran hatte, den kleinen Rupett zu beseitigen, und daß fie in dem Knaben nicht ihren verschwundenen Bruder vermuthetc. Aber bis zum Tage der Offenbarung verschließt das Schicksal unsere Augen! Myra schützte der Gedanke, daß fie selbst zwischen ihrem Vetter und den großen Batth'schen Befitzungen stand, vor jedem derartigen Verdacht gegen ihren ränkesüchtigen Ver- wandten. Lady Bide adoptitte den kleinen Rupett in aller Form. Sie nahm eines Tages Gelegenheit, es Dr. Wrigley zu sagen und ihm dabei fest ins Auge zu sehen. Dr. Wrigley vcrrieth keinerlei Bewegung. Er hatte diese Mittheilung erwartet und war darauf vorbereitet. „Nehmen Sie meinen Glückwunsch zu dieser schönen That, die Sie gleichzeitig in hohem Grade zu befriedigen scheint, gnädige Frau," sagte er ruhig. Schade, daß der Titel und die Güter der Bides ihm nicht auch zufallen können." „Er wird fich mit meinem Prioatvermögen begnügen müssen," erwiderte Lady Bide. Die scheinbare Unbefangenheit, mit der Wrigley die Nach- richt aufgenommen hatte, machte fie irre. „Sie hatten Recht, glaube ich,"„sagte Lady Bide zu Myra,„Dr. Wrigley ist zwar nicht der Vater des KindeS, aber er ist ihm auch nicht fremd und er trachtete aus irgend einer Ursache den Knaben los zu werden, was er am bequem- sten zu erreichen hoffte, in dem er es der Kinderpächterin übergab." Der kleine Rupett befand fich jetzt in zu mächtigem Sckutz, als daß fern Feind daran denken konnte, ihn wiederum fortzuschaffen. Dr. Wrigley sah alle seine Pläne sowohl in Bezug auf den Titel wie auf ein glänzendes Einkommen in der Schwede gehalten, bis der Tod des Kindes erwiesen war, und überlegte gerade, wie Tony Petigrew ihm aus dieser Noth helfen sollte, als dieser ihm sein Anliegen leicht machte, indem er zu ihm kam, um ihn um seinen Beistand anzuflehen., „Herr Doktor, ich habe eine große Dummheit degangen." „Und worin besteht diese?" „Ich habe mich verheirathet!" „Tann will ich niebts mehr mit Dir ,u thun haben. Ich kann einem Menschen nicht mrt meinen kleinen geheimen Auf. enorm vermehrt, hauptsächlich durch Zuzug, und daß eins durch die Kämpfe der Häuptlinge und die Raubzüge der Zulu'» entvölkette Land zählt jetzt über 800,000 Schwarze geger 40—50,000 Weiße. Auch in Natal hat die schwarze& völkeruna, die wegen der Wirren im Zululand dahin flüchtete. sehr erheblich zugenommen, und wenn die Boeren, die alleir im Stande find, mit einigen widerspenstigen Zuluhäu: fettig zu werden, im Zululand Ordnung schaffen, so wird für alle Patteien ein Portheil sein. ur- o k» l e s. er. Der neueste Strike. Schon wieder ein neuer Stnb' a. wo soll denn das schließlich hinaus, da wird am le?W nde wohl Niemand mehr arbetten können, das Kapital dt# mit aller Macht auf den Arbeiter, überall macht fich das streben der produzirenden Massen geltend, fich ihr gutes 3 selbst zu verschaffen. Und weshalb auch nicht, man darf«j nicht blöde sein, und wenn man in Gutem nicht zum Z«* kommen kann, na, dann läßt man' es eben darauf ank man stritt eben. Denn die Strike zwischen Arbeitgeber Arbettnehmer ist dasselbe, was unter den Nationen die genannte„ultima ratio regum" ist. Dort geben gewöhnlich Kanonenkugeln den Ausschlag, bei unserem neuestenStrile thun' freilich auch Kugeln, aber nicht solche mit Bleimänteln l Tempirzündem, sondern unschuldige aus Buchsbaumhoh Kegelkugeln. Jedermann, der nur ein einziges Mal eine" kugel mit Kraft und Gewandtheit die glatte Bahn hi schleudett hat, und der durch den Ruf„Alle Neune",„SieW um",„Grenadier" oder„Bataillon" erfreut worden i| wird wissen, was es für ein unfinniges Vergnügen ss dem edlen Kegelspiel zu widmen. Aber wie man gewö( sagt,„kein Vergnügen ohne die Damen", so kann man Kegelspiel behaupten,„leine Neune ohne Kegeljungen". � dachten entschieden auch die Vettreter dieser edlen Zunft am v Sonnabend in Steglitz. Eristitt da eine Vereinigung von(, sehr noblen„Staatsbürgern"-c., die bcfedligt von einem noch nobleren Verleger, diese Herren widmen V des Sonnabends dem Kegelspiel und„noblesse ohlige" rji bezahlen den Kegeljungen niemals. Alles auf der Welt nun? ein Ende, selbst vie Geduld eines Kegcljungen, die bekannM» beinahe unerschöpflich sein soll, aber was zu viel, ist zu*3 einem Kegeljungen sollte es eigentlich nie über die Hutt»� gehen können, denn da er keinen Hut befitzt, kann er au» Hutschnur haben. Kurz und gut, als der Steglitzer KsS klub am Sonnabend seinem gewöhnlichen Vermw?' nachgehen wollte, da ging es einfach nicht, wcu � Kegeljungen sagten, mit den fünfzehn Pfennig, vre p vom Witth pro Stunde erhielten, könnten fie nicht aust� men. und da die Steglitzer Herren die noble Passion l>a> die Bezahlung des„Kegeljungcngeldes" stets zu vergessen. sähen fie fich zu ihrem Bedauern in die Lage versetzt, d>n Herren keine„Neunen" und keine„Ratzen" mehr annoncl. zu können. Man soll nicht sagen, was eine Sache ist, auch ein Wurm krümmt fich, wenn er gerieten wird.-'., strilen die Kcgeljungen in Steglitz, und mit der HattnaalS- die denselben ergenthümlich ist, werden fie auch darauf besiehe U.J- ihnen erst Bezahlung zu Theil werde, bevor fie wieder Kegel, setzen. Ja, es muß eine Kolonie ausgesucht nobler Herren i � fijfa'i Steglitz niedergelassen hat. und„nobel mu«. Nrunde gehen" das scheint der Grundsatz dieser-- zu sein. Wenn ein Caviaressen veranstaltet wird, so flno. Herren so liebenswürdig, den Caviar selbst mitzubringen� der Witth darf dann Brot, Butter u. s. w- liefern,#. er— na, wer das kennt, der weiß ja, was er, zu halten hat. Ach, und was fich die diesen noblen, äußerst liebenswürdigen Herren er» f Bei einem solennen Abendessen— wozu natürlich � den Theilnehmern der Wein mitgebracht wurde, wen � Witth natürlich garnicht so vornehme Sorten führte. U�Lchss .Herren zu trinken gewohnt find, soll man einige Rester jj- haben— aqua destillata mit Himbeer gefärbt— der ottii Schweigen..j, N. Au» den Verhandlungen de» Vi. Brandenburg schen Fenerwehrtage», der Ende voriger Woche in FUUj, walde stattfand, entnehmen wir folgende Taten von au®ui. nem Interesse: Der Verband zählt 54 Feuerwehren tn».* aktiven und 1063 außerordentlichen(zahlenden» MllM Dieselben haben zusammen ein Vermögen von 20290 bedienen insgesammt an Saug- und Druckspritzen 100, spritzen 42 und kleine Spritzen 21, in Summa 163 Welt zu trägen betrauen, der eine Frau hat, die ihn erst aushob später Alles auszuplaudern." „O, das ist nicht solch' eine Person, Herr Doktor„ � wollte mir eigentlich nur eine Gehülfin bei meiner Rrl�$ dem Friedhof zulegen. Jede Frau ist doch im Stan�' � Thor zu öffnen, Gras zusammenzurcchen, Befehle eutge». � nehmen und dergleichen, und so dachte ich mir. würde a � mir mein Amt erleichtern. Bei einem Glase Branu� pf lobten wir uns, und bald waren wir Mann und Feau- � f wie bin ich angelonimen! Sie denkt nickt daran für" arbeiten, sondern zankt mich Tag und Nacht aus, und ve Streit ziehe ich den Kürzeren." «In diesem Falle trachte doch fie los zu werden,£L „C, das wäre ein Leichtes, wenn ich ihr regeltU�P kleines Wochengeld geben könnte. Aber ich kann von Lohn nichts entbehren." „Wieviel verlangt fie?" „Vier Schillinge wöchentlich." „Ich will ihr das Geld drei Monate hindurch al, Tony, wenn—" d P „Ach nicht weiter Herr Doktor; ich fürchte � 1 Ihren Wenn'o!" „Er Du Hallunle, glaubst Du, ich werde Dein.. bloßer Guthmülhigkeit penfioniren? Ich fordere n>» von Dir, als daß Du einen Brief schreibst" � „Ader Herr Dottor, ich bin nicht so flcsa)"" Feder." „Einetr Brief an Lady Batth—" „An Lady Barth?".... iif'A „Und in welchem Du ihr sagst." suhrjw�*)'.' fort, daß Du ihr Kind aus Rache gegen vrr.\>j hast, weil er Dich wegen Wilddieberei hat ernlve daß Du die That jetzt bereust und daS Sind gern» den haben würdest, wenn Du Dich nicht vor®, KtUr hättest, es wäre gut behandelt worden, bis es vor den Masern starb." „Doktor," heulte Tony, Was haben Sie mit mir vor? H Lande haben, so sagen Sie«S nur, und uv durch die ganze Welt wandern, aber befehlen mich selbst de» Kindesraubes anzuklagen, und den Malern sterben zu lassen!".. ach � „Unsinn, Tony! Lady Batth grämt 1 ist, Kind, well fie nicht weiß, was aus ihm geivo wird glücklich sein, wenn fie erfährt, daß es ist und" hiiiiiu0 „Aber ich kann ihr nicht sagen, daß es tw• wendete Tony ein.# rfmen �«8 *fipfte 3 ----—- trh WlU. IßT|'ötihA� SS» Wi ,""v der Pastor schon thun, wenn sagst, daß eS ladt rn." „Aber Herr lich hinterher, wenn Himmel befördett—" Du " fiii® r Doctor, die Geschworenengerichte � is lvenn man Kmdcr so ohne Wette XI (Fottsetzung folgt.) cinftnwU? der Zuki'i rze gezee zarzc t flüchtete. die alleie luvtling?« wird diesi !er Slri!-' am lchia >ital dnliü mkomm» leder ui» n die l» ihnlich% teftuüW inieln uet umholj"j eine ftfr 1 scrooliw® «"»"■| rtf rt w-r>° tarnen™ ige" rj öettmnZ bekannv» m tzer M* Vergnüg ch ton batt� rßeff«*.' et.»l annoml e ist.' oird. rt nackig ingen«S "a d°-A Ä dt 14 074 Meter Schlauch. Im versloffenen Jahre wurden d> den zum Verbände gehörenden Wehren bekämest 52 Groß- � 62 Mittclfeuer, 82 Kleinfeuer und 9 Waldbrände. Un- Mälle im Dienste find 12 vorgekommen, sowie 7 Erkran- Assälle in Folge von bei Bränden davon getragener Erkäl- A und Ucberanstrengung. Die neu gegründete Unter- stoigskassc ist bereits in zwei Fällen, in fepicmbcrg und ßkm in Anspruch genommen worden. Die 16 nicht zum Anrde gehörenden Wehren zählen 1299 ativc und 334 Ae Mitglieder. Ihr Vermögen beläuft sich auf 2633 M., phdienen insgesammt an Saug- und Druckspritzen 23, Druck- Am 8 und kleine Spritzen 4 mit 2336 Meter Schlauch und Aipsten 9 Großfeucr, 8 Mittel- und 10 Kleinfcuer. ,.»• Arbeitsbuch-Fälschung. Der Strumpfwaaren- �i'.kant L. in der Linrenstraße ist heute wegen in- Aueller Fälschung der Arbeitsbücher zweier bei ? beschäftigten Geschwister zur Haft gebracht worden. L. J die beiden Geschwister H., welche das 14. Lebensalter ? nicht erreicht hatten, in seiner Fabrik beschäftigt, und um bei der Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren Gewerbeordnung vorgeschriebenen Arbcitsbeschränkungen �polizeilichen Kontrolle zu entziehen, gab er diesen beiden f-w W Mn die�Ärbeitsbücher zweier anderer" in seiner Fabrik be Swinm der beiden Arbeitsbücher beizulegen. Eine vor x Mädchen im Alter über 14 Jahren, und veranlagte en Geschwister H. sich die Namen der berechtigten In- w" vorgestern Vormittags in der itouisenstraßc �«»d als dieselbe gegen 10 Uhr die gumen oer M» Tagen in der Fabrik erfolgte gewerdepolizeiliche Kon- g lühtle zur Entdeckung dieser Fälschung und L. ist zur "Gebracht worden. � Die Morde und Mordversuche aus Eifersucht g**? Mode. Der Arbeiter A. hatte schon seit längerer Gü seiner Ehefrau in Unfrieden gelebt, und vor hatte sich die Frau von ihm getrennt und eine Woh- der Schumannstrahe bezogen Die Bemühungen des ffij?. die Frau zur Rückkehr zu ihm zu bewegen, waren er- g?. vielmehr leitete die Frau die zur Ehescheidung nöthiaen ff« ein. lieber dieses Verhalten erbittert, lauerte der Ehe- JOrrtpftw« Wnrmiiinn& in Yter>!uii.. 7-,— Geschäftsloka! einstellen würde. Aber am J* L.f der Geschäfttinhaber ein mit dem siiamen >% j.f�ä�chneteä Telegramm, worin dieser mittheilte, daß Stoiui., c","aß kommen könnte. Der Geschäftsinhaber wurde ch vertrauensseliger, und als am 1. August die m sein Geschäft kam. um für sich und zwei '»en Einkäufe zu machen, kreditirte er wieder derselben .�Betrage von 78 M. Im Ganzen genommen, � L �ctrügerin auf die Waaren nur 9 M. angezahlt und ÄjJf'ichäftsirchaber um 265 M. betrogen- Durch einen Zlli� Brief erfuhr endlich der Geprellte, daß er einer ge- 'M Schwindlerin in die Hände gefallen war, und die KCi seine Anzeige von der Kriminalpolizei angestellten ,?tli«�Ungen führten zur Ermittelung und Festnahme der .| V*n einer Wohnung der Potsdamerstraße, woselbst WWW S'an� � & e«. eltniey' vo»� , asÄ te � * >0 ilcht« ickt 1 ktor |............ � Schwindlerin u � in einer Wohnung der Potsdamerstraße, woselbst �nteldet aufgehalten hatte. Die Grimm hatte " aus Abzahlung entnommenen Stoffe versetzt und .(2 verpraßt. liefen? Cdfer der Arbeit Auf dem Grundstück Mar k- »>v p,.ttea ße 81 werden gegenwärtig die Gebäude renovirt. ' gegen Mittag war nun der Dachdecker- M&Ä W B p -ch den im Hirn�' Du JS*' lSji«?, sich einen doppelten Beinbruch zuzog. Der Gebr,�"ede per Droschke nach dem katholischen Kranken- ' Ein Knabe verunglückte heute Mittag m.. Kiedrich- und Mauelstraße dadurch, daß ihm .i»ranitste inplatte, welche an das Eckhaus auf die Beine siel und ihm nicht Der arme Bursche wurde von iüiVT"""11*'vl nach der elterlichen Lr�ohnung vor einem Echlächlerwagen gespanntes Pferd Boden und wurde von einem derartigen Decken übergeworfen werden mußten, ...... Anblick über den Zustand des armen ethn� �Üen. Erst nach Verlauf etwa einer halben P�chihrr m�y�ch das Thier nach und nach wieder und konnte das leichtsinnige Abspringen von einem 3«? tviee� iinwagen. bevor er zum Slrustand gebracht, rsl Si,"Qrii fiÜ Unglücksfall eingetreten, der fehr lerckit ernstere l| allen Abgezogen hätte. Eine Dame mit einem wenige V. an st, auf dem Arm wollte heute Vormittag gegen «!)"i � E hailotlen- und Behrenstraßen Ecke von einem begriffenen Pferdreisenbahnwagen abipiin- schlug kam und mit dem Kinde auf das Stein- 3 Ät hr..�°wodl die Dame als das Kind zogen sich V' Man"'«'' aber glücklicherweise nur leichte Veiletzun- ° Z"ben d.e Damen anfangen das vorzeitige Ein»..��eeise»babnwagen etwas ernster zunehmen? »M» WM« storben. Die Persönlichkeit der Selbstmörderin war bisher noch nicht festzustellen, und tragen hoffentlich diese Zeilen zu ihrer Rckognoszirung bei. B. N. Feuerlärm rief heute Mittag gegen 1'/« Uhr Ab- theilungen der Feuerwehr der 3. Kompagnie in der Haupt- wache nach dem Hause Jägerstraße 4. Durch eine aus der Kochmaschine herausschlagende Stichflamme war hier Mobiliar u. s. w. in Brand gerathen, doch war die eigentliche Feuers- gefahr beim Eintreffen der Feuerwehr bererts durch Haus- dewohner beseitigt. x Die Vergiftungsaffaire auf dem Grundstück Kolonie- sttaße 94 hat bereits ein zweites Opfer gefordert. Die zweite Tochter der unverehelichten Schiller, ein 8 jähriges Mädchen, das ebenfalls_oon dem Mausegiste genoffen und nach der Charitä geschafft war, ist dort gestern ttotz der sorgfältigsten Pflege gestorben. Der noch in der Charite befindliche Knabe scheint sich auf dem Wege zur Befferung zu befinden. g. Von einem ähnlichen Unglücksfall, wie er sich auf dem alten Kirchhofe der israelitischen Gemeinde ereignete, ist am Sonntag Abend die etwa 10 Jahre alte Tochter des in der Markgrafenstraße 9 wohnenden Schlossermeisters Sp. be- troffen worden. Auf dem Hofe des gedachten Grundstücks be- findet sich eine zum Ausklopfen von Teppichen:c. angebrachte Stange, welche parallel mit einem eisernen Gitterzaun läuft, der den ersten vom zweiten Hofe trennt. An dieser Stange hatte sich nun das Mädchen mit Turnübungen belustigt, wobei sie mit den Händen plötzlich von der Stange abglitt und mit dem einen Arm derartig auf die Spitze eines eisernen Stabes des Gitters siel, daß die Eisenstange in das Fleisch des Unter- armes bis auf den Knochen drang und etwa eine 4 Zoll lange Wunde verursachte. Das Mädchen, dem die Verletzung große Schmerzen bereitete, wurde nach der Sanitätswache in der Markgrafenstraße gebracht, woselbst ihr die Fleischwunde ver- näht und sodann ein Verband angelegt wurde Gerickts- Kettung. K. Allerlei vom Schöffengericht. Auf Widerstand gegen die Staatsgewalt lautete die Anklage gegen den Arbeiter Alt- haus, der aus der Untersuchungsbast dem Schöffengericht, Ab- theilung 87, vorgeführt wurde. Der Angeklagte soll sich gelegentlich seiner Sistirung dem Schutzmann widersetzt und den- selben mißhandelt haben. Der als Zeuge erschienene Schutz- mann bestätigt den Inhalt der Anklage, der Angeklagte will indeß nicht so grob gewesen sein wie oer Zeuge angiebt! auch will er mitunter geistesgestört sein und auch diese Widersetz- lichkeit in einem solchen Zustande verübt haben. Der Staats- anwalt beantragte wegen der Schwere des Falles 1 Jahr Ge- fängniß, der Gerichtshof erkannte jedoch nur auf 3 Monate Gesängniß. Der Angeklagte wird ganz außer sich bei Verkün- dung des Urthells, er fuchtelt mit den Händen in der Luft, verdreht die Augen und macht den Eindruck, als ob es in der That nicht ganz richtig mit ihm ist. Er verläßt den Saal mit den Worten:„Jetzt mache ich aber Malheur, daß es einen Hund jammert, aufhängen werde ich mich." Ihm folgt auf der Anklagebank der Kellner Arndt we- gen A r r e st a n t e n- B e f r e i u n g. In der Nacht vom 9—10. Juü wurden die Herren Weber und Kopka von meh- reren Strolchen, welche in Gesellschaft von„Damen" die Mittclstraßc entlang kamen, insultirt. Da die Strolche nicht nachließen, so riefen obengenannte Herren den in der Gegend anwesenden Wächter Hoffmann herbei, um die Ruhestörer fistiren zu lassen. Der Wächter forderte zwei der Jnsultanten auf, mit zur Wache zu kommen und bat auch die Herren We- der und Kopka ihm als Zeugen dahin zu folgen. Doch kaum waren Wächter und Arrestanten eine kurze Strecke gegangen, so stürzten sich ungefähr 20 Menschen, voran der Angeklagte, zwischen den Wächter und die Sistirten und schrieen:„Thürmt doch, thürmt doch!"(Flieht dock.) Wirklich gelang es auch den beiden Sistirten zu entwischen. Der Wächter, welcher ge- hört, daß der Angeklagte zuerst„thürmt doch" gerufen hatte, nahm nunmehr dcesen mit zur Wache, von wo er nach Moabit in Untersuchungshaft geschickt wurde. In der gestrigen Ver- Handlung verslichte der Angeklagte die Anklage zu bestretten; die Zeugenaussagen ergaben jevoch den obigen Thatbestand. Ter Staatsanwalt bittet die Richter, keine Milde walten zu lassen, da der Angeklagte unbedingt zu Jenen gehöre, die keinen Respect vor Gesetz und Obrigkctt hätten, sondern wie wilde Thiere durch die Welt zu kommen suchten; deshalb sei eine Gefängnißsttafe von 3 Monaten angemessen. Der Gerichtshof schloß sich den Ansichten des Staatsanwalts an, erkannte jedoch nur auf 2 Monate Gcfängniß, weil sich der Angeklagte schon längere Zeit in Untersuchungshaft befindet. Zwei Schweden, der Tischler Kinneberg und der Maler Anderssohn kommen nun an die Reihe. Sie find deschuldigt des Hausfriedensbruchs und der Sachbeschädigung. Anderssohn wird aus der Hast vorgeführt, während Kinneberg mtt einem Dolmetscher erscheint. Beide sind zwar Landsleute, doch ist Andersson schon lange in Deutschland, während Kinneberg erst seit Kurzem hier, und der der deutschen Sprache nicht mächtig ist. Der Sachverhalt ergab sich aus der Verhandlung wie folgt. In der Restauration des Herrn Buder in der Marianncnstraßc kam eines Abends Kinneberg und verlangte Getränke. Da er sich jedoch in einer höchst ungemüthlichcn Weise im Lokal bewegte, so verweigerte Herr Buder die Getränke und da nach erfolgter Aufforderung der ungemüthliche Gast nickt von selbst grng, wurde er an die frische Luft befördert. Das ärgerte unfern Schweden, er suchte und fand zufälliger Weise seinen Landsmann Andersson. Nun rückten beide gegen das Budersche Lokal, konnten jedoch nichts ausrichten, da Herr Buder dre Thür zuhielt; es gelang jedoch dem Kinneberg, die Thürfüllung einzustoßen. Kinneberg, durch den Dolmetscher befragt, gicbt den Thatbestand im Wesentlichen zu, nur will er auch von Herrn Buder eine ordentliche Ohrfeige erhalten haben. Der Staatsanwalt beantragt gegen Kinneberg 3 Wochen, gegen Anderssohn 1 Woche Gesängniß. Der Gerichtshof verurtheilte Kinneberg zu 20 M. oder 4 Tagen Gesängniß: Andersson— weil schon vorbestraft— zu 1 Woche Gesängniß, welche jedoch durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wird._ Arbetterbeuirguug. Uereiue uuü Persammlunsten. h. Die öffentliche Generalversammlung der Zimmer- leute Berlins und Umgegend, Cafe Loder einberufen und werden die Vertrauensmänner ersucht, der wichtigen Tagesordnung halber recht zahlreich zu erscheinen. Die Arbertsnachwei»- Kommisston der Berliner Schneider veranstaltet zum Besten des Z e n t r a l- A r- beits- Nachweises am Sonntag den 10. August er., Nachmittags 4 Uhr, im Saal und Garten des Vereinshauscs Eophiensttaße Nr. 15 ein Großes Instrumental- Konzert unter Leitung des Musikdirektors.Herrn G. Blume und Mit- Wirkung des Pistonvirtuosen Herrn Wiegand. Die Zwischen- pausen werden durch Gesangsvorträgc des Gesangvereins „Loreley", sowie durch humoristische Deklamationen be- währter Kräfte ausgefüllt. Außerdem ist den Damen die von 3 Uhr an geöffnet. Von 7 Uhr Abends ab kränzchcn statt, wofür Herren, welche 50 Pf. nachzuzahlen haben, auch ist eine große Fackelpolonaise arrangirt daß auf dem Programm in Be- zug auf die„Dauer" steht:„Ende, wenn's aus ist." Des guten Zweckes halber, und da der Abwechselungen so viele geboten sind, können wir den Besuch dieser Festlichkeit allen Schneidern empfehlen, da Billets, vorher entnommen, nur 25 Pf. kosten! an der Kasse werden 30 Pf. erhoben Billets sind im Arbeitsnachwcis-Bureau, Mauer- straße 86, bei Bahr, Annenstr. 11, Pleuse, Charlottenstraße 74, III,, Restaurant Priegniy, Hinter der katholischen Kirche, Restaurant S e e f e l d t. Grenadierstr. 33/34, und in größeren Werkstellen zu haben. Kaffeeküche sindct ein daran theilnehmen, bei Dunkelwerden und bemerken wir Tagesliste der Königl. sächsischen Landeslotterie. Ziehung vom Dienstag, den 5. August. (Ohne Gewähr!) 276(200) 755(200) 441 668 198 14 606 890(300) 751 871 317 141 289 558 1102 999(250) 319 237 846 475 815 373 135 176 971(200) 317(250) 347 16. 2777 280 965 667 599 78 210 120 21(200) 908 409 546 884 216 931 282(200) 464 (200). 3665 679 496(250) 722(200) 193 238 884 78 370 322 184 249 943 921(200) 892 817(250) 498 780 981(250) 170 4180 926 964 521 920 643(200) 35 63 712 324 490(250) 946(200) 612 257 190 13 535 901 5170(200) 574(250) 728(200) 872 215 287 540 891 569 441 778 232 76 596 447 141 6750 663 89(200) 156 555(250) 661 360 472(200) 897 761 586 117 7200 502 631 35 638(200) 386 480(200) 648 602 738 678 116 742 91(300) 312 8229 361 67 250 95 405 457 13 698 942 634(200) 50(250) 87 905 389 117(250) 9361 222 509 834(250) 299 597 997 319 254 622 753 880. 10201 51 223 9 34 44 519 967 940. 11271 119 911 691 637 210 842 853 477 6. 12926 536(3000) 590 665 216 673 79 384 561(250) 484 102 446 183 586 686 486(3000) 640 724 832 367 839 628 390 13478 798(300) 282(250) 679 838 252(250) 80 625(3000) 44 540(250) 960(200) 597(250) 789 796 318. 14529 496 718 715 315 732 561 876 578 5 (200) 602 107(3000) 358 841 934(200). 15790 64(250) 60 619 873 789 309(300) 875 248 869 445 877 815 201 438 (500) 454(200) 571(500). 16963 122 170 655 394 545 539 •679 917 688 818 426 622(500) 165. 17864 464 543 324(300) 193 142(200) 716(1000) 600 836 691 727 353 284 553(300) 479 448 640. 18347 201 671 51 39 907 2(250) 669 318. 19946 663 284 770(300) 183 958(250) 179 320 294 352 413 162 502(200) 573 5 857. 20396 170 213(200) 298 370 335 685 16 780 419 584 338 240 416(200). 21783 570 228(200) 392(1000) 686(200) 334 437 441(250) 452 269 794 543(1000) 290 679 690 601 426 975(200). 22607 830 190 655(300) 42 713 942 873 (900) 155 630(200) 26 183 280 890. 23552, 250) 499(200) 660 713 131 440(200) 814 379 26 289(200) 339(250) 76 784(300) 902 227 487(200) 349. 24814 494 680(300) 10 320 661 427 239 848 858 550 616 438( 300) 337(500) 283 86( 300) 934. 25497 7 198(300) 625 952 817 773 918 676 760 251 605(300) 325(200) 505(200) 782 374 21. 26299 439 41 101 538 678 655 704 13 61 921 292(200). 27809 617(200) 64 97 183 586(200) 718 857 251 516 993 278(200) 800(200) 764(200) 349 742 519. 28635 305 361(250) 447 (200) 201 713 964 911 991 158 755 804 912(300) 116 492 404 43(250). 29863 720 755(250) 378 779(300) 198 48 (200) 840 155 809 497(250) 977 812 596 62(3000) 224 829 962(200) 337. 30638(200) 912 66 194(250) 204 187 6(200) 304 551 719 758 205(500) 781 657 588 320 72 635. 31005 203 757 32 743 673 821 801 939 958. 32117 178(250) 803 647410 854 391(200) 48 311 763 997 114 773 246 124. 33995 903 335 702 546 290 923 312 345 365 735. 34875 884 45 950 218(250) 545 183 50 574 349 1 726 289(200) 297 701 970 112 368. 35813 35(250) 476 562 225 264(300) 485 32 (200) 928 900(200) 368. 36455 145 829 560(250) 291 339 590 890 32 601 733 485 804 765(200). 37752(200) 519(300) 23 406 352 338(500) 622 315 143 489 412 533(250) 230 28 (1000). 38709(250) 589 695 336 550 710 286 670 950 (15000) III 852 773 478 834. 39726 952 554 84 548 503 656 442. 40688 667 87 233 38(250) 779 17(250) 492 354 742 (300) 204 950 638 735, 200). 41570 20(250) 750 584(250) 625 92 537 707 234 573 425 23 522 388 629 958. 42906 859 980 974(200) 417 19 840 512 440(250) 477 562. 43638 68(300) 818 996 746 5 1 751 816 260 592 24 514 642 56 (300) 69 344(500). 44463 730(250) 108 743 910 266 821 686 726 828 405 425(300) 789 444 438 81 135 350. 45223 33 157 487 735 466 12 14 822 640 600 593(250) 897 455 715 192. 46074 635(300)498 115 166 206 257(250)44(250) 879(250) 965 753 600 902. 47866 800 874 955 867 349 551(200) 512 456(250) 497 976( 300) 823 822 325 ,200'. 48953(300) 790 644 350 299 988 895 324 896 671 757 754 355 739 714 734 746 985 20(250) 49 802 394(250) 756. 49616(250) 932 192 137(250) 262 634 227 802 933(200) 80 302 921. 50593 164 46 548 381 21 224(1000) 746 157(300) 357(200) 395 81(200) 810 37 436. 51873 588(250) 655 360 867 64 465 99(200) 480 716 666 411 622. 52806 578 685 655 842 915 989 948 373(200) 966 401 172 669 77 509 488(200). 53 917 772 625 648 385 45 599 757 873 983 (200) 619(250) 101 100 236 137 148 689. 54753 2 947 (250) 75 206 701(500) 624 783 9 122 661(250) 365 120 (200) 271. 55619(200) 88(30000) 497 834 421 773 379(200) 941(250) 772 209 410 273 765 683 395 210 245. 56891(500) 265 496 580 864 433 507 186 116(200) 549. 57954 630(200) 403 610 77 35 914 344 360 113 265 305 397 942 878(200) 989 388 471. 58000 137( 200) 581(300) 842 53 343 438 416 376 t41 906(200). 59411(200) 268 638 942 275 830 724 832(200) 695 862. 60986(1000) 587 79 802 675(1000) 591 153. 61449 (250) 89 518 471 335 409(250) 769 427(1000) 645 607 183( 250). 62678 532 3(300) 777 888(200 t 206(500) 68 70(250) 237(500) 711. 63887(250) 446 333 471 481 299 53 219 750 765(200) 755(250) 587(250) 989(300) 366 202 597 121 549 646(250). 64156( 300) 121 534 905 80 629 899 173 144(200) 548 267 957 77(250) 773 606 22 721 630 135. 65727(200) 365. 300) 179 940(250? 870 20 342 54 64 785 527 699 336 880 903 352(250) 574 181 670 622 528 488 431 362(200) 950(200). 66627(500) 506 412 329 458 984(250) 803 497 578 900 838 447 675 124 27 884 300(200) 711 226 430(200). 67080 922 437 427(3000) 822 508(300) 479 921(250) 723 141 575 186 203 90 879(200) 988 213 512 311 762 994 658 408 130. 68404(250) 888 794 126 521 403 698 15000) 437 453(500! 68 684 132. 69000(200) 323 580 780 232 772 314 132 445 497 754 902 35(200) 766(200) 782 262(250) 395 745 (1000) 759 126 510 396 665 872 552. 70925 264 309 946 993 480(300) 729 840 498 603 471 (300) 187(250) 306 828- 250) 674 829 243(250) 827 675 71732 936 899 468 105 393(200) 968 987 711 801 848(250) 597(500) 757 350. 72445 984 857 152 988 953(250) Ä 141 376 713 215 609 196. 73348 262 84 144(200) 97 835 420 435 7(200) 275 837 698 213(250) 374 578. 741?' (200) 900 65(500) 811 871(200) 498 518(200) 634 802. 75441 776 948 74 151 937 331 47 928 84(300) 70 318 IM 866 944 305 455 867. 76521(300) 522 370 376 412 352 448 120 857 341 664(200) 550 152(500) 403. 77498 321 596(3000) 554 301 455 998(250, 524 65 546 906 362 561 (200 947 168. 78987 365 208(200) 453 660 8 574 33 244 953 857(1000) 521 230 177 825 599 925 195(200) 720 70- (200) 419. 79915 102 443(250) 590 370 476(250) 601 251 44 436 929 874 847(250) 639 296. 80085 579(200) 847 360 708 222(200) 24(200) 314 974 840 590 707 168(1000) 764 990(500) 561 112. 81163 509 276 170(300) 228 745 685 506 131 712 783(300) 445 8# 139 528 724. 82856 553 60 167 84(200) 683 812(250) 0 633 928 775. 83177(200) 125 62 725(200) 218 47 870# (200) 319(200) 596(200) 543 504(200) 969(300) 519 913 480 236 196 422. 84099 724 914 498 89(200) 608 160# 571 87(250) 97 62(200) 15 842 581 274 93 432 222 0 868. 85306 335 591 664(200 1 249(200) 923 360(300) 94- 671(250) 734 390 252( 200) 267(300) 904 921. 86642 63- 914 836 902 104 236(500) 619 901(250). 87808 866(200) 185 416(1000) 468 329 46 404 138(300) 884(300) 80- (200) 847 403 989 730(200). 88022(500) 290 926 461 390 (1000) 495 128 134(200) 7(250) 826 721 243 718 410 0 (1000). 89629 370 49 461 126(250) 50. 90547 78 275 487 440 995 325 978 618 11 884 763 (250) 366. 91474 334 490 967 13 539 563(200) 651 739 656 674. 92397 352 573 219 835 177 297 823 645 635(250' 733 268 907 240(5000) 274. 93954 117 485 595(200) 93:' 893 179(300) 515 433(1000) 479 17 663 228 75 10(230) 963 626 739. 94054(300) 642 436 847 516 849 785(250) 682( 200) 538 505 925 971 192 81 807 123 526. 95714 W 27 325 480(300) 235 736 950 177 913 374 847 349 98 636(300) 69. 96100 65 211 209 536(250) 959 921 676 l» 711 486 742 117 608 906. 97109( 200) 465 805 779 2» 583 391(250) 5 407 341 787. 98143 255 862 165 497(ff 673 267 558(300) 70 402 491 360 900 968 42 408'* 99099 340 141(300) 513 408 838 459(500) 276(250). 4. Klasse 170. König!. Preuß. Lotterie. Ziehung vom». August ,884. Rur die Sewiune über«1« Mark flnd den beireffenden Nummern in Parenthese beigefügt. (Ohne Scwihr.) MWASMMMKKZS'.KWMÄ 46 216 57[1500] 368 70 525 87 6Ö2 65'706 92 84Ö 57' 7�84(3001 913 5064. 71 79 131 59 68 78 226 342 411 99 513 29 96 603 12 18 36 718(3001 838 916 62«023 65 115 19 57 203 99 362 97 465 588 606 27 732 97'49 61 550) 915 16 9R 7016 41 46 1300] 106 241 66 37.3 625-----§■------------— 46(300) 53 628 88 775 913 55 550) 65 8052 ..... 310 78 416 57(3001 89 6,8 718 34 818(3001 85 154 206 12 370 80[300] 487 1550] 533 630----- 424 50 70 88 54(1500] 58 80 96 259 310 78 416 57 946 9011 13 16 26 77 88 93 715 39 52 84(300) 837 914 24 62 10224 322 4 os■_>, 7, 519 53 603 41 93 714 64 70 847 923 39[3001 74"''...........-.......-...... 70 74 86 87' 403 54 663» 358 144 560 66(30001 678.... 160 86 235 69 393 466 646 70(550] 202 Z 373[300] ,2 117 30 11024 15010 61 80 119 99 1:100] 20 29(300] 54 61 894 918 97 1 4058 62 67 1550] 740 836 51 72 954(6000] ----~q onr. 10.to i-r- 38 54 65 73 305 18 28 473 79 92 96 (9 92 905 12 40 60 78 1 9112 222 28 31 82 94(550! 335 1300] 83 436 44$00]' 513 58 76 84 633 38 730 llvoot 33(300] 58 94(3001 911 35 ««£22 36 86(300] 644 62 734 75(SO»] 77 818 39 47 962 13000] 24008 mf&ww s&awi% a iflSISSlfi 182 66 308 447 85 M W 923 86 1300] 91 95 371 429 ™ 41 45015 27 103 10 49 660 61[1500] 71 73 75 . 234 58 306 16 42 420(3001 37 97 868 46022 34(5501 83 182 83 261 ______________________________________ M 305 485 623 7000 33 63[30001.824 68 77 913 4 7047 141 85 201 2 [300] 57 300 17 451 61 75 84 507 58 632 60 744 70 85 806 72 915 5.� 48002 52 62 170 75 254 344(300001 52 464 1300] 677(SOOJ 97 741*5 6[3000] 86[300] 92[300! 902 10[3001 33 96 49013 31 318 l'50]"2 80 434.'46 87 603 23 720 31 52 93(300 816 32 36 43 78 988 � 50050 117 36 42 66 90 200(3001 442 98(300] 590 91 785 807 54«? 51020 41 82[3000] 97 110 231 393 537 659 60 791 800 33[300].58» 913 52020 29(5501 94 102 63 250 70(300] 74 322 415 35 59 nW � 648 701 90 800 19 40 43 905 20 68035 69 193(550] 249 316 91 400. K [300t 45 80 99 563 59 714 800 13000] 11 74 95s 63 54013 23 25>£ (3001 24 31 93 222 23 27 340 59 417(1500) 44 506[3001 645 711 w � 05 6g '«TlS 418 43 72 506 21 61 94 745 803[3000] 26 69 76 955 «0015 68 213 29 31 81[550] 320 98 443 508[550] 628 750 98# 86 92 958 59 62«1029 80 131 212 46 516 606 47 54709 36 43(•• 66 830 86 911 60«,-048 115 57 79 1300] 201 2 54 07 301 18 27 � «o NckÄflSKNAW rn S(öl sra SM [560] 53 882 903 18 58««052 64 67 158 247(30001 52(300] 64 77 312(%'U 70 409 23 503 50 68 88 625 51 65 72 73 11500) 89(30001 736 K ,,, [15001 48(30001 86«»036 83 206 57 74 362 66 11500] 434 57 79 M- 38 53 55 618 97 1300] 760 98 800 7 49[1500] 58 921 47 70-167(60001 74 117[300] 92 261 74(5601 316(550] 484 54» 6%#3 62 64 65 98 15501 730 32 12 56 60 811 27 35 68 80 913 47 1550]'Vi 39 40 47 48 III(300) 37 83 88 204 6 79 308 48 62 26 404 29«4 WWMWHWMWO ;%™*)6W45�% Theater. Mittwoch, den 6. August. «ttsf Konigl. Theater find der Ferien wegen geschloffen. Deutsche» Theater: Geschlossen. sjeraes Friedrich. Wilhelmftädtlsches Theater: Der Bettelstudent. Wallner- Theater: Hotel Blancmignon. jHirend-Theater: Der Sonnwendhof. Wtuhaba- Operetten- Theater: Nanon. ffatleuftiidtische» Theater: 96. Opern-Vorstellung.„Alman- sor." Avbeitsmsrkt. 1 tüchtigen Schlosser auf gute lohnende Arbeit sucht Groh, Pallisadenstraßc 99.________________ 525 Der unentgeldliche Arbeitsnachweis des Fachvereins der Schuhmacher befindet sich Spanvauerstraßc 39 bei Herrn Schulz. Adressen- Ausgabe Abends von 8'/» bis 9'/» Uhr. Adreffcn-Annahme zu jeder Tageszeit. Sonntags von 10—12 Uhr Vormittags.__ 520 Ich suche ein Darlehn v. 150 M. a. 6 Mon. gegen Unt.- �fand sofort.[494] H. Wesenack, Eichkatzenw, Grüner Weg 13. rrgl �KsEmiamramiam djiurnksm MAX BABING Beuthstrasse 2 empfiehlt sich zur Anfertigung sfimmtUciier Druckarbeiten. in geschmackvoller Ausfuhrung zu soliden Preisen. m Verantwortlicher Redacteur 8t. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Badlug in 9�1.., s\v.- Arb.-Bez.-Verein d. A-necnom� Arb.-Bz.-V. Lausitzer Plal' Große Kanöparihie per tZadn nach ,, Tie statistischen Wahltafel»., «Zw-» Hierzu eine Mim W berliner Volksblatt. Nr. 105. Mittwoch, den 6. Augnst 1884 1. Jahrgang. Äus dem Ehinesenviertel in San Francisco. (Aus:„Um die Welt.") Unter den mannigfachen Sehenswürdigkeiten. welche das Ehinesenviertel in San Francisco aufzuweisen hat, verdienen die Restaurationen und sogenannten„Theestuben" besonders hervorgehoben zu werden. Die nach chinesischem Begriff„ele- ganteste" Restauration liegt in der Dupont, gegenüber Com- mcrcial Str., und wird von der chinesischen Krma Low Fcrr Sang u. Co. betrieben; sie besteht, wie fast alle anderen, aus einem Parterrelokal und zwei oberen Stockwerken. Es ist die fünfte Nachmittagsstunde und der„Store" bietet ein reges Leben und Trerben; Mongolen jeden Alters und Standes drängen sich um den Ladentisch. Eine Anzahl soeben frisch aus dem Ofen angelangter Schweine, hübsch braun und knuspe- rig gebraten und sauber mit Fett abgerieben, wird an mäch- tigen eisernen Haken in möglichst einladender Weise befestigt und verfehlt nicht, schnell Käufer heranzuziehen. Weiter unten bemerken wir zwei soeben abgezogene Hirscbc, eine große Menge Hasen, Kaninchen, Geflügel aller Art, Eichhörnchen und— lieber Leser, freundliche Leserin, erschrecken Sie nicht'.— auch einen sauber abgezogenen Kater, den ein ruchloser Asiate ge- stöhlen hatte, um aus seinen sterblichen Ueberrcsten jetzt Filets, ein Ragout oder andere Delikatessen zu bereiten. Der biedere Kater war übrigens das erste Gethier, das willig einen Käufer fand und schnell von einem Chinesen um den Preis von 2,25 Dollars aus dem Store entführt wurde. Feldratten, das sogenannte„gelbe Hundefleisch", geschmorte Mäuse, gebratene Walnsckflossen, ftische und gesalzene Fische, die sogenannte „chinesische Auster", die Korallenmuschel, junge Schlangen und noch manche andere Delikatessen ähnlicher Art bildeten zu den bereits vorher angeführten Nohrungsge�enstänvcn das würdige Pendant. Außer den crw Hirten„Raritäten" erblickten wir eine wahre Unmenge chinesis, ier Gemüse, die berühmte Arrak- Ruce, in Sauce gekochte Kamnchcnschenkel, Bambusrohr, Mais, Bananen, Aepfel, Pflaumen, Psirsiche, Birnen und eine große Auswahl von aus China impottirten Konserven, mit sonder- baren Hieroglyphen versehen, die, wie es schien, theuer bezahlt wurden. Während sich vorne, gleich neben dem Eingang, eine -treppe befindet, die in den Speisesaal führt, wird der untere Raum im Hintergründe durch die Küche begrenzt, die einen gar wunderlichen Anblick gewährt. Plan denke sich an einem 'angen, etwa zwölf Fuß messenden Ofen, der eine Anzahl größerer und kleinerer Oeffnungen für die zu benutzenden Töpfe und Tiegel, Bratpfannen und Schmortöpfe:c. enthält, und etwa ebenso viele, in allertiefstes Negligee gekleidete Köche, welche vor dem Feuer stehen und emsig bemüht find, den Aufträgen der Kunden zu entsprechen. Hier wird eine Tauben- ledcr„gerieben" und mit einem Zusatz von Hundefett, den zarten Hintcrpfötchen einer Feldratte, einem schwer erkenn- baren Gemisch des chinesischen„Bu-Me"(am besten mit Par- nresankäse zu verglerchen) mit Milch und Knoblauch zu einer Art„Pastete„verarbeitet". Dort find rührige Hände beschäf- tig., Schweinsfüße und Hasenohren zu hacken, dieses merk- würdige deux-ä-deux mit einer Ärraksauce zu begießen, um Das Ganze dann als„Ragout fin a la Melikan Man" auf Jen Tisch zu bringen. Doch die Atmosphäre wird bald eine w unbehagliche, daß wir es vorziehen, diesen den kulinarischen Genüssen geweihten Ort zu verlassen, um die Herrlichkeiten Der oberen Stockwerke bewundern zu können. Eine verhältniß wäßig bequeme Treppe führt uns in die erste Etage, crirc Art Speisesaal, der eine Fcnsterfront nach der Straße von etwa Zeißig Fuß zeigt und die Annehmlichkeit gewährt, daß der Gast, sobald die vom Plafond bis zur Erde reichenocn Glas- Mren geöffnet sind, Gelegenheit hat, den geräumigen Balkon Des Hauses(Ah Fah Hew) zu betreten, wo er nach eingenom- Wen er Mahlzeit die nothwcndige Siesta halten kann. Einfache Holztische und dito Stühle find in einer Anzahl von zwischen iwanzig und dreißig bereit, den Fremden im Speisezimmer aufzunehmen. Er setzt sich und ein mit weißen Strümpfen, Der Älterthümler. (Alls„Belgravia.") Ich war nach langer Abwesenheit aus China zurückgekehrt ud saß, eine Pfeife rauchend, mit einem alten Kameraden zu- >wmen, den ich als flotten Junggesellen verlassen und jetzt » soliden Ehemann in guter, äußerer Lage wiederfand. .„Apropos", sagte ich.„was macht denn unser alter Freund 'wich, der Alterthümler?" r v ri �. . Jonas lackte herzlich bei Erwähnung des alten Spitznamens DD antwortete:„Hast Du denn nie die Geschichte gehört? So °vfe Dir eine frische Pfeife und ich will sie Dir erzäh- w- Sie klingt zwar etwas selbstsüchtig, da Tu mich aber ufgefordert hast, sie Dir zu berichten, so darfst Du mrr nrcht Vorwurf machen, als wolle ich mein eigenes Lob verkün- »Ä ä M?««AB: sehr verwundern." ■®le stopften unsere Pfeifen und Tones begamr. %% ää?, s itÄ bekannten Kneipe in Bischofsgate Street zusammen Nv-a% ta« ää A" geschwärmt, so hätte ich an seiner Begeisterung therl- ?bmen können, aber für die Vorzeit Englands konnte ich, der % Uber das römische England herzlich zuwider. Fand er M-vD-a«MsW»% °�ung der allen Erwine Straße. Du weißt doch, w.e die mm dito Beinkleidern und Blouse von derselben Farbe bekleideter „Bezopfter" fragt ihn nach seinem Begehr. Speisekarten giebt es nur in den seltensten Fällen, etwa bei Hochzeiten, Sterbe- schmaus oder anderen Feierlichkeiten-, der gewöhnliche Modus ist, daß der Aufwärter(Bang Ke-Mi) dem Gaste die Herrlich- leiten der Küche mündlich auseinandersetzt und sein Register mit den drolligsten Randglossen versieht. Von den angepriesenen Speisen erwähne ich nur als Rarität: Katzenragout mit rothem Pfeffer, geschmorte Haisischflosscn mit eingemachten Rü- den, Ragout von jungen Ratten mit Ziegenleber, gebratene Haifischflossen, Hammelaugen mit Knoblauch und heißen Arrak mit„Man-Bow-Kew", einem süßlichen, rasch berauschenden Bittern. In allen Regenbogenfarbcn prangt die hellerleuchtete Fassade und gewährt, von der Straße aus gesehen, einen immerhin interessanten und originellen Anblick. Nicht weniger wie das Aeußere des oberen Stockwerkes ist das Innere des- selben interessant und beachtenswerth. Es enthält verschiedene sogenannte Theestuben, von denen die mittlere einen fast im- posant zu nennenden Anblick gewährt. Dem Eingang gegen- über erblickt der Leser eine Art von Anrichtetisch, ähnlich dem englischen-.Llde Board", der indessen hier nur als Zierde dienend, in reicher Weise von Schnitzereien, chinesischen Hiero- glyphen ic. strotzt und allen erdenklichen Rippsachcn, Trinkgefäßen, Pfeifen jc. als Aufenthaltsort dient. In der Mitte des Zimmers steht unter einem hübschen Kronleuchter ein schwerer, aus sogenanntem chinesischen Eisenholze angefertigter Tisch und um denselben, aus dem gleichen Material fabriziert, Stühle, oder richtiger gesagt, Schemel. Hier wird der duftende, aller- dings reichlich stark, aber vortrefflich schmeckende Thee in kleinen, bunt bemalten Porzellantaffen serviert. Der Chinese bedient sich zu demselben gewöhnlich einer dem Ingwer ähnelnden ein- gemachten und dem Weißen widerlich süß erscheinenden Frucht oäufig werden indessen auch Zigarren serviert. Hat der„nchtige" Chinese seinen Thee geschlürft, erwartet seiner an einem an- deren, in einer Ecke der Theestube stehenden Tische der Hoch- genuß der Opiumpfeife. Lokales. Unter den Anwohnern der Gartenstraße zirkulirt gegenwärtig eine Petition um Durchführung der projek- tirten Pferdebahnlinie Müllerstraße— Älexanverplatz durch die Gartenstraße. Die Ausführung dieser Linie, welche siädti- scherseits der„Reuen Berliner Pferdebahn-Gellschaft" s. Z. übertragen worden und für den Norden von großem Interesse ist, entbehrt leider noch immer der polizeilichen Genelimigung auf Grund einer für oben genannten Zweck als nothwendig erachteten Verbreiterung der Münzstraße. B. U. Enteignungsverfahren. Nachdem der seitens des Magistrats Hierselbst ausgestellte Entcignungsplan für das Ent- eignungs-Unternehmen bctteffs der Herstellung einer Verbin- dungsbahn zwischen dem Bahnhofe Älexanverplatz und der in Errichtung begriffenen Großmarkthalle an der Ecke der Neuen Friedrichstraße und der zukünftigen Kaiser Wilhelmstraße hier- selbst vorläufig landespolizeilich festgestellt worden ist, wird in Gemäßheit der 18 und 19 des Enteignungsgeseyes vom 11. Juni 1874 dieser Plan vom Sonnabend, den 2. A u g u st a b bis Sonnabend, den 16. A u g u st er. einschließlich in der Plankammer des Magistrats im hiesigen Rathhause während der Dienststunden zu Jedermanns Einsicht offen liegen. Einwendungen gegen diesen Plan sind bis zum Ablauf der bezeichneten Frist bei der ersten Abtheilung des Polizeipräsidiums in Berlin anzubringen. g. Der Ausbruch der Typhuskrankheit in einem Hause der Großberenstraße in Folge Genusses schlechten Brun- ncnwafferS erregt in jenem Stadttheile nicht geringe Beun- ruhigung. Von den im Ganzen erkrankten fünf Personen be- finden sich zwei auf dem Wege der Besserung, während drei noch das Bett hüten müssen und sich in ärztlicher Behandlung befinden. Zu den letzteren Personen gehört auch einc Kqmkcn- Wärterin, welche zur Pflege der zuerst am Typhus erkrankten vier Personen gerufen und dann selbst vom Typhus befallen bei sich und war damit so schnell bei der Hand, daß ich mich in Acht nehmen mußte, einen Namen zu nennen, der mit Caster oder Street zusammengesetzt war und ihm so Veran- lassung zu geben, sein Stück Papier vor mir auszubreiten. Schließlich wurde mir die Sache unerträglich. Eines Tages fehlte ich beim zweiten Frühstück, kam auch den folgenden nrcht und da ich am dritten Tage nur um so schwerer dafür zu büßen hatte und mich eine wahre Sturmflut von römischen Erklärungen überströmte, so gab ich endlich seine Bekanntschaft ganz und gar aus. Ein ganzes Jahr verstrich, bis ich ihn wiedersah „Jones, alter Kerl!" rief er, indem er mir warm die Hand schüttelte,„ich glaubte schon Du seiest todt oder Du lebtest von Deinen Renten, denn ich hörte, die Firma, in der Du beschäftigt warst, hätte vorzügliche Geschäfte gemacht. Um der allen Erinnerungen willen habe Mitleid mit mir. Ich bin einsamer Strohwittwer, Frau und Tochter find an die See gegangen. Iß morgen bei mir" Die Furcht vor dem römischen England jedoch war in mir stärker als das Gefühl für alte Freundschaft und ich log ihm vor. daß ich am nächsten Tage meinen Urlaub anträte und verreisen wolle. Später allerdings ging ich auf Urlaub, denn ich bedurfte nack ansttengender Arbeit der Erholung. Diese fand ich in Boulogne. Das Baden in Boulogne hat seine Gefahren. Es herischt da in der Nähe des Badeplatzes eine heftige Unter- stlömung. die schon manchem tüchtigen Schwimmer zu schaffen gemacht. Ein eigener Wächter hat die Aufgabe, den Badenden mit einem zinnernen Horn zu warnen, wenn er sich zu weit hinac�w g�� schien Morgen spazierte ich an der Mole, als ick neben mir die süßeste Stimme von der Welt sagen hörte: Nun, Mama, es ist Zeit zum Baden, komm, bitte!" Als ich mich umwendete, erblickte ich einen der schönsten, frischesten eng- tischen Mädckcnköpfe, die ich je gesehen. „Gilt, liebe Enid," sprach Mama, eine starke, entschlossen aussehende Dame,„sei aber vorsichtig, die See ist hoch und das entsetzliche Horn hat den ganzen Morgen geblasen." „Habe leine Furcht, ich schwimme wie eine Ente, weißt Du wohl." Dann trippelte sie hinunter nach dem Sande. Ich beobachtete Miß Enid. wie sie über den Sand hm- weg nack dem Badekarren eilte. Die See ging>n der That SArä«.sr&J? denn der Wind blies landwärts. Ich sckaute aus nach dem Mann, der geivödnlick im Boot umherrudert, er war e»ntge hundert Meter entfernt. Das Horn blies immerzu, einige Buben wurde: sie befindet sich gegenwärtig im Lazarus-Krankenhause. Die Polizeibehörde ließ inzwischen den Brunnen zur Verhütung weiteren Unglücks absperrm. Das Brunnenwasser soll daher so schlecht sein, weil in dem betreffenden Hause während des ganzen Sommers Grundwasser vorzufinden ist. Bei der Re- vifion des Hauses wurde von der Behörde eine Wohnung aussindig gemacht, deren Räume früher als Pferdestall benutzt worden waren. Auf Anordnung der Polizei mußte nun die diese Räume seit dem 1. Juli ct. bewohnende Familie plötzlich verlassen, damit dieselben gänzlich neu hergench- tct werden. g. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich, wie uns mit- gethellt wird, heute Mittag auf dem alten Kirchhofe der israelitischen Gemeinde in der Schönhauser Allee zugetragen. Ein Schlosserlehrling war einem Kanarienvogel, welcher aus einem Bauer entflohen ivar und sich nach dem gedachten Kirch- Hofe geflüchtet hatte, hier nachgeeilt. Um den Vogel zu er- haschen, der sich auf einen von einem eisernen Gitter umgebenen Baum vor einem Hügel gesetzt hatte, war der Lehrling auf den Baum geklettert. Hier muß er einen Fehltritt gemacht oder ausgeglitten sein— kurzum, er stürzte vom Baum und fiel so unglücklich auf die Spitzen des eisernen Gitters, daß mehrere derselben ihm tief in den Leib drangen. Der Unglück- liche wurde von mehreren Personen aus seiner entsetzlichen Lage befreit und nach Requirirung eines Krankenwagens nach dem nahen Krankenhause geschafft. b. N. Ein empörendes Sittlichkeitsattentat, das glück- lich erweise noch vereitelt wurde, ist, wie man uns schreibt, am gestrigen Tage in der sogenannten Königshaide, zwischen Britz und Niederschönwcide gegen ein lüjähriges junges Mädchen aus Britz verübt worden. Das junge Mädchen, Marie N. mit Namen, befand sich gerade auf einer ziemlich einsamen Stelle in der Königshaidc, als plötzlich ein robuster Mensch an sie herantrat und sich nach dem Wege erkundigte. Nachdem der Strolch die Auskunft erhalten, fiel er plötzlich über die nichts ahnende N- her, warf sie zur Erde und versuchte ihr Gewalt anzuthun. In Folge der Hilferufe des jungen Mädchens er- griff der Strolch die Flucht und wurde nun von mehreren her- beieilenden Arbeitern der Späth'schen Baumschule verfolgt, aber in der Haide nicht mehr eingeholt. Nachdem die N. von dem Vorfalle Anzeige erstattet hatte und sich gerade vor dem Amtshause befand, wollte es der Zufall, daß der Attentäter mit anderen Personen vorüberging. Der sofott in Kenntniß gesetzte Gensdarm Hoffmann verfolgte den wieder die Flucht ergreifenden Unbekannten und gelang es demselben schließlich den Flücht- ling nach einer längeren Jagd in einem Kohlfelde festzunehmen. Der Festgenommene wurde als ein„Arbeiter" G- rekcgnoszirt und sofort in Untersuchungshaft genommen. N. Zn dem Vergiftungsfall theilen wir berichtigend mit, daß die fraglichen Papierabfälle nicht von einem hiesigen Ge- schäft verkauft, sondern vom Personal desselben in die Müllgrube des Hauses Friedrichstr. 99 geworfen und erst von dott aus durch dritte Hand in den Besitz jener Lumpensamm- lerin gelangt find, deren Kinder ein Opfer der Naschhaftigkeit wurden. N Ohrringdiebe. Mit einer kaum glaublichen Frechheit ist gestern Vormittag um 97, Uhr, also am hellen lichten Tage ein 12jähriges Mädchen in der Fehrbellinerstraße seiner Ohr- ringe beraubt worden. Das bezeichnete Mädchen, die Tochter einer in der Templinetttraße wohnenden Frau I. befand sich um die angegebene Zeit, um ihre Mutter aufzusuchen, in der ge- nannten Straße, als plößlich ein starker, zerlumpt gekleidetei Mensch an das Kind herantrat und ihm den goldener Ohrring aus dem linken Ohr mit einer solchen Gewal' herausriß, daß das Ohrläppchen mit zerrissen wurde. Trot der Schmerzensrufc des Kindes und einer sofort ii Scene gesetzten Verfolgung gelang es dem Strolch doch zi entkommen. — g. Eine graste Schlägerei, zu deren Beilegung ein Anzahl von Schutzleuten erforderlich gewesen, spielte sich gesten Abend an der Ecke der Müller- und Reinickendorferstraße ab Infolge der nothwendig gewordenen Sistirung mehrerer Stein und Matrosenfrauen sammelten sich am Lande. Enid wurd immer weiter entführt, was sie auch thun mochte, um das Ufe zu gewinnen. Die Mama schrie jetzt ganz laut; Enid verlo offenbar jeden Augenblick an Kraft. Ein Schrei von ihr bracht mich zum Entschluß. Ich riß meinen Rock ab und sprang in Wasser. Ich bin ein guter Schwimmer. Ich erinnere mich, da ich lange mit den Wogen rang, daß ich etwas Schweres e faßte, aber weiter weiß ich nichts, bis ich auf dem Sande las eine Menge Menschen mich umstanden und zwei Leute eifri damit beschäftigt waren, nach den Regeln der Kunst das Waff aus mir zu pumpen. ,11 revienl!" II revientl" waren die ersten Motte, d ich höttc.„Wo ist die junge Dame?" war das erste, wona ich floate. „Dank Ihnen ist sie gerettet," war die Antwort.„W soll ich Ihnen nur meine Erkenntlichkeit für Ihre muthige Th zu erkennen geben?" Die Sprecherin war Enids Mutter. Ich murmelte eini Redensarten über gemeine Menschenpflicht und drängte m durch die Menge nach Hause. Dies führte natürlich dazu, daß ich Enids und ih> Mutter Bekanntschaft machte— sie hieß Mountjoy— de ich mußte mich doch nach Miß Mountjoy erkundigen und w außerdem in sie verliebt. Ich speiste bei ihnen im Gastha und ging mit ihnen spazieren, als wären wir alte Bekann Ich glaube, Frau Mountjoy hatte vorher Erkundigungen ük mich eingezogen, ehe sie diesen Verkehr gestattete, denn gehörte zu jenen stolzen Damen, die nicht einmal die( retlung einer Tochter vom Tode für einen genügenden Gru halten, um eine besondere Dankbarkeit dafür auszusprech und ich erinnere mich ernes leisen Kräuselns ihrer Lipp als ihr mein Name als schlichter Jones genannt wurde, i dachte sehr streng über Leute, die früh zum Mittag aj und sich nicht nach dem neusten Pariser Schnitt kleidet und sprach viel von„heben Herzoginnen" und„reizen! Lords". Indessen wurden wir ganz gut miteinander fettig.. r«s» «ÄÄ SÄf Ä ftßct zur nächsten Polizeiwache wurden die Schutzleute von zahlreichen Kollegen derselben so star! bedrängt, daß Vre«Schutz- leute zur Sicherheit ihres Lebens von der blanken Waffe Ge- brauch machen mußten. Während dieses Vorganges hatte fich eine große Menschenmenge zusammengefunden, welche dem Kampf mit großer Aufregung beiwohnte, da die Schutzleute fich ,n der Minderzahl befanden. Inzwischen war aber von der Polizei- Wache Succurs herbeigeeilt und es gelang denn auch der ver- stärkten Polizeimacht, die Hauptexcedenten festzunehmen und hierdurch die Ruhe wieder herzustellen., -a. Wegen des Einbruchsdiebstahls m dem Laden des Kaufmanns Tuchband in der Königstraße, welcher vor einiger Zeit verübt worden, find, wie wir seinerzett berichtet haben, eine Reihe Personen als Thäter resp. i Hehler zur Haft ge- bracht worden, womnter fich auch der vielfach und schwer de- strafte Kellner Fischer befunden hat. Heut find noch fünf weitere Personen wegen Hehlerei an den aus den Tuchband- schen Laden herrührenden gestohlenen Sachen, dm Manner und a.�e�st�l.°Btt°dn Frau Nschler I. in der Pallisadenstr. find vor einigen Tagen von einem jungen etwa 15 Jahre alten Burschen 2 goldene Uhrschlüssel mit den Zeichenmarken 626 10|2 15 und 674 10/2 10 mit dem Vorgeben abgeben worden, daß die Echlüffel für ihren Mann bestimmt wären. Da aber der Tisch- ler I. nicht weiß, woher die Uhrschlüssel rühren, so hat er die- selben dem Kriminal-Konimiffariat. als vermuthlich gestohlen, übergeben, woselbst sie von dem Cigcnthümcr in Empfang ge- nommen werden können. GencktS'KMUug. k Ein Sluchtversuch, der vor einiger Zeit großes Der Angeklagte„Athlet" Berg verbüßte in Rummelsburg erne zweimonatliche Gefängnißsttafe und mußte weil er inzwischen eine Vorladung zum Termin hatte zu diesem von Rummels- bürg durch einen Transporteur nach Moabit gebracht werden. Bevor Berg Moabit erreichte, wurden ihm durch erne gewisse unverehelichte Göbelpoft 40 Marl angeblich als Trinkgeld ein- aehändigt. Als der Termin vorüber war, gelang es dem Berq fernem Transporteur zu entspringen, er setzte sich m cme Droschke und wollte fich nach dem Lehrter Bahnhof fahren lassen, wurde jedoch entdeckt und schließlich mit Hülfe einiger Schutzleute wieder eingefangen. Mit großer Mühe gelang es, den Berg nach der Revierwache zu bringen; dort angekommen schlug er um fich, stürzte Tisch und Stühle um und geberdete fich wie ein Rasender. Den Schutzleuten, welche ihn anfassen woll- ten. rief er zu:„Sieden solche Knaben schüttle ich aus den Hosen!" Schließlich gelang es mit großer Kraftaufwendung den Angeklagten zu binden, jedoch kamen die Schutzleute, welche dm Angeklagten banden, sehr übel weg; außer diversen Puffen erhielt der Schutzmann Stüwert einen Fußtritt gegen den Magen, der ihm bis heute noch Schmerzen verursacht. Stüwert hat 4 Wochen Urlaub nehmen müssen, weil er durch die Schmerzen verhindert wurde, Dienst zu thun. Doch selbst ae- bunden war der Athlet noch nicht gebändigt, er walzte sich gegen Wand und Thür, tobte und schrie fortwährend, so daß der Transporteur Kreffer fich fürchtete, den Wüthenden wieder nach Rummclsburg zu bringen- Deshalb ließ man ihn so lange toben, bis der ,, grüne Wagen" kam und versuchte nun, ihn in den jWagen zu bugfiren Da er versprach, fich ruhig zu verhalten, lösten die Schutzleute die Fesseln und begleiteten ihn bis zum Wagen. Doch kaum war der Angeklagte am Wagen, so weigerte er sich hineinzugehen er schlug um fich, und es blieb nichts weiter übrig, als ihn wiederuin zu fesseln. Hierbei erhielt der Schutzmann Stüwert wieder einm Fußtritt und auch dem Kriminal-Schuymann Bock versetzte er mehrere Stöße nnd Püffe die recht bedeutender Natur waren. Mit dem„Grünen" wurde Berg nun nach Plötzensee gebracht, um dort den Rest seiner Sttafe zu ver- büßen, von wo er gestern zum Termin her ttansportirt worden war. Die gegen ihn erhobene Anklage lautete auf Widerstand gegen die Staatsanwalt, Beleidigung und vorsätzlicher Körper- Verletzung. Als Sachverständiger bezüglich der Verletzungen der Schutzleute war Dr. Werner vorgeladen, welcher fich dabin- gehend äußerte, daß die Verletzungen des Schutzmanns Bock zwar erheblich, jedoch nicht dergestalt gewesen seien, daß dauernde Nachthcile daraus für den Verletzten fich entwickeln konnten. Bezüglich des Schutzmann Stüwert könnne er nur be- haupten, daß die Fußtritte ein altes Magenleiden des Stüwert bedeutend verschlimmert hätten. Ob bei Stüwert noch später schlimmere Folgen fich einstellen würden, sei jeyt noch nicht abzusehen. Der Angeklagte behauptet, finnlos be- schristcn wurden von ihr nicht sowohl wegm der Neuigkeiten durchgesehen, die fie brachten, sondern um der Listen willen, welche die Namen der mit richtigen Lösungen Beglückten ent- hielten. Eines Abends sagte fie nach Tisch: „SD, ich gäbe alles darum, könnte ick dieses Räthsel lösen. Es ist das letzte im Vierteljahr; ich bin einem Preise schon ganz nahe und möchte gar zu gern die„Mums" und„NU DeSperandums" schlagen, die alte Löser find und mir stets die Preise wegschnappen. Bitte, sehen Sie es fich doch an und sagen Sie mir, ob Sie die Lösung rinden können." Ich sah mir daS Blatt an, als wäre es ein Telegugedicht oder eine Ausgabe des Koran iin Urtext und las; Alter Name einer Stadt. Der was von'ner Krone hat. „So viel," sagte Enid,„folgt aus dem Vorhergehenden, daß der erste Buchstabe ein R, der letzte ein M sein muß. Ader die Mitte kann ich nicht finden." Ich sann nach, wußte aber ebenfalls nicht daraus klug zu ��Plötzlich kam mir ein Gedanke. Smith, der Alterthümler, wird es wissen. Ich will an ihn schreiben. Ich sprach daher � Miß Mountjou, sagten Sie nicht, Sie würden alles darum geben, wenn Sie dieses Räthsel lösen könnten �" „Ja wohl," antwortete fie,„alles, was fich billlgerwelse °�aFnnn." fuhr ich fort. ihre.Hand ergreifend und einen Blick nach Frau Mountjoy. werfend, vre über der„Weltz schlummerte,„was würden Sie sagen, wenn ich Sre bäte, mir - Ihr Herz und Ihre Hand zu geben f Enid erröthete und sprach kein Wort. Ihre Hand lag rn "Ott meinigen, und wenn mir Smtth die richttge Antwort schickte, war ich auch ihres Herzens sicher. Ich eilte in mem Gasthaus und setzte zchncll folgende �"k�Mein lieber Smith, Du wirst meinen ich nähme eine lange unterbrochene Freundschaft aus sehr eigennützigen Grün- den wieder auf. Ick kann es nicht ändern. Wenn ich-ur sage, daß mein künstiges Glück von Deiner Antwort abhängt, so bin ich überzeugt Du wirst mir deine Hilfe nicht versagen. Welche englische Stadt war in alten Zeiten unter einem Namen bclaimt, der mit R. anfängt und mit M. endigt? Soll Aehnlichkeit mit einer Krone haben. Bitte umgehend um 3»,ä.■ Citri. Die Antwort kam rechtzeitig aus seinem Komtoir in der Verantwortlicher Redacteur trunken gewesen zu sein: auch habe man ihn derartig ge- schlagen, daß der Gcfängnißarzt in Plötzensee noch drei große Löcher auf dem Köpf konstatut und geäußert habe: Solche Rohheiten müßten auch angezeigt werden. Gleich beim Be- treten der Wachtstube habe er einen Stoß ins Genick erhalten und beim Einsteigen in den Wagen habe man ihn wieder mißhandelt. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Bonk, hat einen schweren Stand: er muß fich darauf beschränken, für mildernde Umstände zu plaidiren, weil der Angeklagte total betrunken und deshalb nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Der Staats- anwalt beanttagt 6 Monate Gefänaniß, der Gerichtshof er- kannte nach längerer Berathung mit Rückficht auf die vielen Vorsttafen des„Athleten", die zusammen ungefähr 10 Jahre Zuchthaus und Gefängniß ausmachen— auf 9 Monate Ge- Tangniß � Herausforderung resp. Annahme der- selben, sowie wegen unbefugten Waffentragens hatten sich heute die Studenten Franz Karl Schwarz. Aarikolar M u e l l e r aus Greifswald, Max Hanse und Karl August Urban vor der dritten Ferienstrafkammer hiesigen Land- gerichts i. zu verantworten. Die beiden ersten Angeklagten, von denen der Letztere wegen weiter Entfernung vom Er- scheinen im Termin entbunden worden war, waren am 21. Juli er. in einem Restaurationslokal in Differenzen ge- rathen, in deren Verfolg Schwarz den Mueller zum Zweikampf auf Pistolen herausforderte. Da Letzterer die Herausforderung annahm, so ward die Ausfechtung des Duells zum folgenden Tage in der Nähe von Hermsdorf verabredet. Die oeiden letzten Angeklagten fungirten als Sekundanten und brachten am 22. Juli jeder ein Pistol nach der verabredeten Kampf- stelle. Noch che der Zweikampf deginnen konnte, traten einige Gensdarmen dazwischen und verhinderten denselben. Der Gerichtshof veruttheilte die beiden ersten Angeklagten je zu einer Woche Festungshaft, die beiden letzteren wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz zu je 3 Mark event. je 1 Zag Haft. Germisewes. Der Todestag August Geibs ist von seinen Patteige- noffen noch immer unvergessen, trotzdem bereits ein halbes Dezennium darüber hingegangen ist; denn wie alljährlich, so hatten dieselben auch an seinem diesjähngen Todestage, 1. August, sein Grab mit Kränzen reichlich gefchmückt. Unter diesen ragte ein Exemplar wegen seiner besonderen Schönheit hervor; es war ein Kranz nur aus rothcn Rosen mst einer großen Schleife von derselben Farbe, auf deren Enden eine entsprechende Widmung stand. Was aber einen erhebenden Eindruck machte und den unverfälschten Charakter des echten Hamburger Mannes aus dem Volke so recht zu Tage treten ließ, das waren die aus dem Herzen und zu Herzen gehenden schlichten Motte, welche fich auf der Schleife eines Kranzes de- fanden und lauteten;„Wat uns het leert August Geib, Js gohn to Hatten uns, wie vergcet dat nie. Gewidmet von de Getreuen an de Waterkant." Man muß den Hamburger Ar- beiter von der Wasserkante kennen und seine Mundart dazu, um den Eindruck dieser Motte zu empfinden. Diese Leute, welche mit wenig Ausnahmen das Weltmeer fast so gut kennen als ihre Vaterstadt, dem Tode fast täglich ttoyig ins Auge ge- schaut haben und so wenig als möglrch Worte machen- sie meinen es so, wie es gegeben; fie brauchen keine poetischen Worte, welche das Herz höher zu schlagen geeignet sind— ein schlichtes Wort, ein Händedruck und ein Blick aus ihren: Auge genügt, ihre tiefen Gefühle zu bezeugen. Im Großen und Ganzen ist dies ein Charalterzug des Hamburger Volkes über- Haupt, nur ttitt er bei der Bevölkerung an der Wasserkante un- mittelbar hervor und an uns heran. Was also diese Leute sagen, sagen fie nicht nur für sich, sondern für Alle, welche ihnen gleich sind. Sic wissen einen Mann, der ihr Wohl beförderte, zu ehren weit über sein Grab hinaus, lind das ist erhebend. Bei Pullmann. Von einem deutschen Besucher des groß- arttgen Etablissements, welches der weltbekannte Fabrikant der komsottablm Schlafwagen in Chicagos Nähe errichtet hat, wird die harmonische Vollendung des ganzen Etablissements als einzig dastehend gerühmt. Das prächtige Maschinenhaus, wel- ches eine Maschine von 5000 Pferdekräftcn mit einen: Schwung- rade von 800 Ztr enthält, deren Thätigkeit man von rings an den Wänden angebrachten Sitzplätzen aus beobachten kann, gleicht mit seinen hohen Fenstern fast einer Kirche. Seitwärts von ihm ziehen sich in mehreren langen Reihen die Werkstätten hin, luxuriös und großartig in prächtigem Baustil errichtet und sämmtlich unter einander durch Schrenengeleise verbunden. HDr werden die.sleeping cars" in allen ihren einzelnen Thellen— mit alleiniger Ausnahme der stählernen Radreifen, Regnum hieß. Regnum lag an der Stanestraße, die eine Fottsetzung der Ernnnesttaßc, einer der vier großen römischen Landstraßen, war. Sie lief durch Holnaker unv Bignor, Pul- borough und Billingshurst—" Weiter las ich nichts. Der Alterthümler beschrieb den ganzen Lauf der Stanestraße bis London; ich aber lief strah- senden Angesichts zu Frau Mountjops Gemächern. „Heureka!" ttef ich beim Eintreten.„Die Stadt heißt jHegnum, Miß Mountjon, und trägt heut Iden Namen Chi- Das Folgende bedarf der umständlichen Erzählung nicht. Ich verließ das Gasthaus als Enids Verlobter, vorbehaltlich der Genehmigung ihres Vaters. So sehr verlangte es mich, den Spruch dieses Appellhofes zu vernehmen, daß ich mit den Damen nach England reiste und fie nach dem Zuge begleitete, der fie nach einem reizenden Dorfe:n Kent bnngen sollte, wohin ich ihnen die nächste Woche folgte. „Können Sie mir sagen, wo Herr Montjoq wohnt?" fragte:ch den Bahnhofs:nspcttor. iS4 85* Frau Mountiop nur gegebene Adresse: Nasebp. Harriet- syam, Kent. Ja. Herr" rief er.„Herr Smtth wohnt da. Linker Hand, gerade gegenüber der alten Pilgrimftraße." „Aber der Name lautet ja Mountjoy." „Mag sein. Wenn die Dame Ihnen denselben angegeben. nehmen Namen. Letzten Sommer war es Fitz-Simmons. dieses Jahr ist es Ulcountioy. ###:## kannte Stnnme rufen hotte: «Ws wohl? „Smtth, dem Alterthümler?" „Du hast recht Nun Du kannst Dir denken, wie herzlich wir über alles lachten. Er ncchm mich natürlich als künftiacn ich würde meine En:d n:e bekommen haben. die von Krupp aus Essen bezogen werden, angefertigt und zusammengesetzt. Um das riesige Fabriketabliffement hat fich eme ganze Stadt mit gegen 20,000 Einwohnern angefiedelt, deren Familienhäuser alle genau nach einem Muster gebaut, in schönen breiten geraden Straßen stehen, die sämmtlich mit doppelten Baumreihcn besetzt find. An mehreren Straßenkreuzungen find große Markthallen erbaut, die in jeder Beziehung praktisch ein- gerichtet sind und in denen die Einwohner alle ihre Lebens« vedürfniffc in reichen Vorräthen finden. Großattige Park« anlagen mit künstlichem Teich und zahlreichen Springbrunnen umgeben die ganze Kolonie, die von Pullmann 1880 angelegt und mit genialem Geiste in kurzer Zeit vollendet ist. Derselbe praktische Sinn, der fich in der Konstruktion seiner Schlafwagen kundgicbt, ist von Pullmann auch bei der Ernchtung des Ottcs bcwähtt worden, der seinen Namen trägt. Uebrigen» befitzt Pullmann noch eine zweite Fab. ik in Dettoit in Michigan, in der ebenfalls Schlafwagen hergestellt werden. Ein Lustspiel von Lassalle ist entdeckt fso meldet d« „Berl. Börs.-Cour.") oder doch wenigstens ein Lustspielfragment. Der Begründer der modernen deutfchcn Sozialdemokratie h» bekanntlich, gleich seinem späteren Nachfolger im Präsidium des Allgemeinen Deutschen Arbettervereins, I. B. v. Schweitzer, wenn auch nicht mit demselben Erfolge, eine große Vorliebe für die Bühne gehabt. Von seinen dramatischen Arbeiten ist aber nur sein„Franz von';Sickingcn" erhalten. Dieser Tage ist nun ein Lustspielentwurf im Lnginal-Manuskript von L affalle entdeckt worden. Obwohl nur bis in die Mitte des zwettca Aktes geführt, hat das Stück aber doch bereits einen sehr dra- stischcn Schluß. Ein Thcaterfachmann, dem Laffalle sein 9% nuskript zur Beutthettung übergeben hatte, machte niancherla Aenderungsvorschläge, die den ungestümen, nervösen und etwas eigenfinnigen Laffalle irrttitten.„Jetzt wird's mir zu lanx- weilig!" schrieb er darunter und legte das Manuskript weg. Das Lustspiel war freilich nicht beendet, aber er war mit dem Lustspiel zu Ende. Ein nichtswürdiger„Scherz." Das schon so oft gerügte Unwesen der Flaschenposten nimmt kein Ende. Wie die„% Ztg." meldet, wurde vor acht Tagen an der schleswigscbn: Küste eine Flasche aufgefunden, die einen Zettel mit der Auf« schnst:„Viktotta" in größter Noth. Say, Kapt." enthielt. Aus Anfrage bei der Rhederei erfuhr nun die„Weser-Ztg.", daß es nch hier wieder um einen thörichten Scherz handelt, da der Dampfer„Viktotta" fich bis jetzt nie in Gefahr befunden, son- dem alle Fahrten glücklich überstanden hat. Aus Karlsruhe, 1. August, wird geschrieben: Nachdem die bekannte Skandalaffaire, die fich vor noch nicht langer Ze» in Pforzheim abspielte, kaum zur Ruhe gekommen ist, scheint unserer Residenzstadt ein ähnl:cher Nionftte-Skandalprozeß be- vorzustehen. Eine hiesige Hebamme wurde nämlich währen?-' einer Kindstaufe verhaftet und wegen Verbrechens gegen du PS 218 und 219 des R-Str.-G. ins Amtsgefängniß cingelie?ctt Die Beschuldigte hat bereits ttn Geständniß abgelegt, auf Grund dessen die Untersuchung gegen mehr als 30, zur Mehl« zahl vcrherrathcte Frauen eingeleitet ist. Auch die„besseren Stände" sollen hierbei vettreten sein. In Wie:: ist der Dramatiker Heinrich Laube aM Frettag. den 1. August gestorben- Laube wurde 1806"> Svrottau:n Schlesien geboren. Er studitte anfänglich Theo' logie, hing dieses Studrum aber bald an den Nagel und wandle steh der Lrtcratur zu. Und auf diesem Gebiete hat er viel un» Bedeutendes geleistet; so z. B. schrieb er in verhältnißmäß'S lungen Jahren verschiedene Dramen und redigitte als 26jähl>« ger Mann in Lttpzig die„Zeitung für die elegante Welt'- H:cr traten Verfolgungen und Maßregelungen an ihn heran, und als er von einer längeren Rttse in's Ausland nach Berl'.N kam, ward er als„Burschenschafter" verhaftet und in Unter- suchung gezogen. Später ward er zu VI* Jahren Festung ver- urtherlt. am Jahre 1848 war er Mitglied der dcutfchen Na- twnalversammlung und des Frankfurter Parlaments. SodaM« wurde er artisttscher Direktor des Hofburgthcaters in Wien- 17 Jahre später Direktor des Stadttbraters in Leipzig, und nachden: er diese Stelle verlassen, gründete er das kürzlich erst abgebrannte Stadttheatcr in Wien. Sein Tod erregt in Wie? begrttflicher Weise das allgemeinste Mitgefühl. Eine fischfressende Pftanre. Bisher hatten nur d>c sogenannten„insektenfressenden Pflanzen" das Renommee, M fie lebende Thiere niederer Gattung fangen und verdauen- Daß aber einzelne dieser Pflanzen noch weiter gehen und sogar daran machen, die hochstehende Familie der Wirbellfntt' zum Gegenstand ihrer Gourmandise zu wählen, ist eine neu« Entdeckung, die wir Herrn G- E. Timms:n Oxford verda ken. Er beobachtete, daß die Blasenfalle einer weitvcrbrttt�- Wasserpflanze, der Utncuiaria vulgaris auch im Stande ljjj jung ausgebrütete Fische zu fangen und zu tödten. In ttff Gefäß mit fttscbcn jungen Fischen wurden durch ein fttl. Eremplar von Utricuiaria nach etwa 6 Stunden mehr als Dutzend Fische gefangen und getödtet. Die mttsten waren a* Kopf gefaßt und in diesem Falle war der Kopf gewöhnlich" weit als möglich in die Blase hineingedrungen, bis die Schna:"- »Ä Ä; wdurch. Selten iah man ein Exemplar nur an der Sv ■II de- Woche"' Cn'ttn in Meißen Tagen�der vcrgang MWK3SJL«? ve- den! st 1 Euch sein.„ MWWMLW 24*'. öü«% Stimme von oben:„'s � reine Zappelpuppe 8 --....___. \nlncaU!�t- ich kömmandir'e- w muß d:e Sregessaule eine rnrnrn# ». 1»«Wta. J**«i»«teu, �*„ erftesw,