ott ent. Nr. 109. Det dt, ge ett. Der Det ent in tt. ber Der Qu 11: en. fe arch Det be hr, ng Den uht Cen gen affe Tion nen Jom 27. Be ter Efter rite M 885 958 563 1550] 928 604 0 90 792 [ 550 [ 300 77 385 93 65 15 0] 61 18 50 [ 550) 3000 35 70 102 3003 [ 300] 29 41 B 654 24 39 80.97 85 91 41 77 6.129 07.11 10 44 ( 550) 09 52 1500) 41 71 101 83 65.90 451 3000 53 68 11.40 13 28 1095 6.937 8.643 07 13 [ 300] 0185 1818 569 [ 300 304 942 05.43 [ 300 6 717 67 79 8 603 perrn des titt a. ger thie Fille: artet men ind allen. lebers berrn 543 liner cob" aben. Sonntag, 10. August 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Boltsblatt afgeint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Saus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Summern 5 Bf. Bostabonnement pro Duartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nach trage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bf. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 thr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Zimmerstraße 44. Bescheidenheit. Gewiß ein schönes Wort! Bescheidenheit ist immer zu bem Kinde und besonders dem jungen Mädchen, bas nicht vorlaut sich in das Gespräch drängt, das nicht aufdringlich feine Vorzüge in das hellste Licht seht lich Borzüge hat, dann werden sie auch schon so erkannt, durch Aufdringlichkeit aber oder Unbescheidenheit werden diefelben wesentlich getrübt. wenn es wirk Anders liegt die Sache aber schon bei einer Einladung zum Tisch. Wir haben dabei Kinder gesehen, die mit unbescheidener Gier nach den Speisen verlangten oder gar darüber herfielen, andere Kinder aber waren derart beschei ben, daß fie trotz ihres Appetits beim Anbieten schon vor Geradezu wunderbar muß es berühren, wenn man noch furter Handwerkervereins, die nach dem„ berühmten" Handnachträglich erfährt, daß in einer Versammlung des Frankfurter Handwerkervereins, die nach dem„ berühmten" Handwerkertage stattfand, Meister Faßhauer aus Cöln, nachbem er die sozialen Bestrebungen der Arbeiterklasse, von denen er übrigens ungefähr so viel verstand, wie die Kuh vom heit ermahnte:" Werden Sie in Ihren Forderungen so beSeiltanzen", besprochen hatte, die Arbeiter zur Bescheidenscheiden, wie der Handwerkerstand!" werden Sie ebenso elendiglich zu Grunde gehen, wie der Hinzufügen hätte der edle Meister können: Dann Handwerkerstand!" Doch Scherz bei Seite! Der Handwerkerstand geht aus anderen Ursachen zu Grunde, als durch seine Beschei benheit; das wissen unsere Leser längst. Aber der Arbeiterher mit ablehnendem„ Danke" antworteten, gewiß schweren stand, der nach vorwärts strebt, würde sein Ziel nicht so Herzens, aber dem strengen Gebot der ihnen ertheilten Erziehung gehorchend. rasch erreichen, wenn er allzu bescheiden wäre. Wir halten in dieser Hinsicht nun Beides für unrichtig: die übergroße Gier sowohl, als die übergroße Bescheiden dem, der ab und zu etwas abschüttelt. Der allzusehr Be Speisen angeboten werden, dann aber herzhaft und natürlich zugreifen, bis man gesättigt ist. Auch für den gesellschaftlichen Umgang gilt dasselbe. Der Druck der Kapitalmacht ruht schwerer auf dem, der bescheiden sich immer mehr auflasten läßt, als auf der bescheiden sich immer mehr auflasten läßt, als auf laftete aber geht früher zu Grunde, er verkommt leichter, als der minder Belastete. Der Unzufriedene denkt mehr über seine Lage nach, als der Zufriedene, und sucht dieselbe - er geräth dadurch in eine gesunde leibliche dadurch werden seine Das ewige fich vordrängen, das ewige nur von sich sprechen, und geistige Thätigkeit. So werden auch seine Bedürfnisse ist rücksichtlos und unbescheiden und schadet vielfach einem font intelligenten Menschen; aber auch nicht zu empfehlen größer, die er zu befriedigen suchtForderungen immer höher gestellt und vom Standpunite immer ,, unbescheidener". heit, da der Mensch dadurch leicht zum Amboß wird, auf des Gegners der Arbeiterbestrebungen aus betrachtet dem die verschiedenen Hämmer flopfen. Aber letteres gilt noch mehr im wirthschaft lichen sozialen Leben. Sehen wir uns die verschiedenen Klassen der Bevölke auf soziale" Forderungen aber ist die Triebfeder alles geDiefe ,, Unbescheidenheit" in Bezug auf wirthschaftliche, funden Fortschritts. Ueberhaupt müssen in politischen und fozialen Dingen die rung an, so ist in den oberen feine Spur von Bescheidenheit Erreichbare hinaus gestellt werden, damit niemals ein Stillzu erbliden. In dem Ringen um die Gewalt, um die Vortheile, welche Geld und Gut verleihen, tritt die Bescheiden- ftand eintritt. heit zurüc Bescheidenheit aus. überall Anmaßung, überall nur Hohn für die Burückgebliebenen. Der Konkurrenzkampf schließt eben die scheiden aufzutreten. Um so betrübender ist es, daß gerade in den unteren Auch die Arbeiterklasse wird gut thun, nicht allzu be Im persönlichen Umgange ist die Bescheidenheit schön Klaffen noch so viel rührende Bescheidenheit, so viel Bu halb trifft bei ihnen das hübsche Berliner Sprüchwort zu: friedenheit und Bedürfnißlosigkeit zu finden ist und namentlich beim Handwerker und Arbeiterstande. Wohl giebt es einzelne Personen aus diesen Ständen, die frei von solcher Bescheidenheit sind, doch im allgemeinen sind die Forderungen, welche diese beiden Stände an die Gesellschaft stellen, außerordentlich Bescheidenheit ist eine Zier, Doch weiter kommt man ohne Politische Uebersicht. ihr!" ' ftandes gar eine Zurückführung in die elenden, mittelalter- fervativ- tleritale Reaktion und der Herr Minister lichen Zustände, während durchweg die bewußten Arbeiter doch wenigstens noch vorwärts streben. Rachbruck verbeten.] 191 Feuilleton. Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. ( Fortsetzung) Zu wenig Religion in der Volksschule, ruft die tonv. Goßler hat es eilig, eine Verfügung an die Provinzial Schulkollegien zu richten, die den Schaden, den bösen Schaden ausbessern soll. Bisher wurden nach dem Lehrplan der einDr. Brice und Myra begaben sich zu ihrem Wagen. Doctor", sagte Myra ,,, das ist derselbe Bursche, der gestern bei mir war." Sind Sie Ihrer Sache gewiß?" Ich könnte darauf schwören." Dr. Brice dachte daran, den Burschen verhaften zu lassen, da fie aber an feinem Bolizeibureau in der Nähe vorüber Tony Petrigrew wollen Sie sprechen?" fragte die bessere tamen, und er auch sonst nicht mit sich einig war, was am Hälfte dieses Ehrenmannes, ihr Kleid, das unzugeknöpft an ihr herunterschlotterte, mit einer Hand zusammenhaltend und mit der andern ihr zerrauftes Haar aufraffend und mit einer tiefigen Haarnadel befestigend. Dort am Baune finden Sie ihn. Heute ist er zu meiner großen Verwunderung wieder einmal bei der Arbeit. Gestern Abend ist er erst wieder nach Hause gekommen, drei Tage lang hat er sich in der Stadt oder sonstwo umbergetrieben, und es mir überlassen zu graben und er ist der faulste Schlingel in ganz London." Besten zu thun sei, schlug er vor, erst Mellodem aufzusuchen. Tony trat schweigend über die Schwelle seiner Woh nung. Er flüsterte nur drei Worte vor sich hin: Ich werde ausreißen!" Als der von Dr. Mellodew dazu veranlaßte Polizeibeamte in des Todtengräbers Behausung erschien, fand er den Gesuchten nicht mehr. " zu schaufeln. Ich hoffe, Sie brauchen nichts von Tony, ist nicht todt. Die ganze Erzählung von seiner Krankheit und Es war schwer, den Redestrom der Frau einzudämmen, aber Myra gelang es endlich doch, und plötzlich stand sie vor Zony, der ein Kindergrab ausschaufelte. Reffelflider vor Myra erschienen war, erkannte sie den Mann Ohne die Berrüde und die Verkleidung, in der er als Stimme zu zittern begann und ein gewisses Unbehagen nicht berbergen fonnte, als Dr. Brice ihm die Frage nach dem Grabe eines fürzlich beerdigten Kindes eines Kesselflickers itellte. Das Kind eines Refselflickers? eines Strolches Namens Jones? Und es starb an den Masern? Das ist nicht gut zu fagen. Jones ist ein so häufiger Name und Keffelflider find auch nicht selten. Und wenn wir mit Arbeit überhäuft find und viele Kinderkrankheiten am Drt, dann werden auch oft gern zwei bis drei Leichen in ein Grab ge feinem Tode ist nichts als Erfindung. Jemand hält ihn irgendwo verborgen, während er gefliffentlich die Mähr von seinem Hinscheiden verbreitet." Aber aus welchem Grunde?" Wenn wir diese Frage zu beantworten wüßten, dann fönnten wir auch leicht die Spur des Kindes auffinden. Es mag ihn Jemand erziehen, um Einfluß auf ihn zu gewinnen und sein Vermögen zu theilen, wenn er das Alter erreicht hat, um es zu beanspruchen, oder irgend eine Person niederen Standes, die ihn als zu ihrer Familie gehörend ausgiebt, will ihn später mit einem Mitgliede derselben verheirathen, um auf diese Weise Antheil an dem Reichthum des Barthschen Erben zu gewinnen. ,, So wollen wir den gewandtesten Detektive befolden, der seine ganze Zeit der Aufgabe widmet, Rupert aufzusuchen." Der Detektive trat in ihre Dienste. Er durchforschte alle Diebeshöhlen, alle wandernden Schauspielergesellschaften, alle t, wie Myra's Augen scharf und forschend auf ihn gerichtet waren; er wurde verlegen und roth und war nicht im Stande Während Tony seine Worte hastig hervorstieß, gewahrte Bigeunerlager, und während er immer weiter in die Ferne zog, aufgefallen war. 3winfern erkannt, das ihr schon bei dem früheren Begegnen spielte der Knabe, den er so unermüdlich suchte, jeden Tag fröhlich und jauchzend in seines Vaters Hause, in dem Garten und Park, die sein Erbe sein sollten. den Refselflicker aus dem Wäldchen an einem liftigen Augen- sche Schloß und seine Umgebung schwärmte von den Wrig dächtig seiner Wohnung zu. Tony nahm seine Geräthschaften auf und schlenderte be Er spielte auch mit den fleinen Wrigley's. Das Barth ley's. Myra konnte sie nicht vertreiben. Frau Wrigley fam oft mit ihrer ganzen Schaar. Sie strahlte in mütterlichem Stolz, und ihre Hoffnung und Ehrgeiz für ihre Kinder füllten ihren ganzen Gedankenkreis aus. klassigen Volksschule fünf Stunden wöchentlich auf Religionsunterricht verwendet. Viel zu wenig, denkt der Herr Minister, und bestimmt, daß dem Unterricht in der deutschen Sprache eine Stunde wöchentlich genommen werde, die zum Bibellesen dienen soll. Und gerade der Unterricht in der Muttersprache verträgt am wenigsten eine Kürzung; die deutsche Volksschule leistet auf diesem Gebiete noch lange nicht das, was fie leisten sollte; noch fehlt viel, daß die Werke der deuts schen Dichter und Denker Gemeineigenthum des Volkes find. Warum nun der Herr Minister gerade diesen Zweig beschneiden mag? Haben wir etwa zu viel Aufklärung--? Ferner läßt die Verfügung zu, und wo die hochkirchliche Dr thodorie herrscht, wird es bald zur Regel werden, daß Lehrstoff der Volksschule mitaufgenommen oder mit anderen sämmtliche Hauptstücke( 5) des Lutherschen Katechismus in den Worten auswendig gelernt werden, während man sich früher mit den drei ersten begnügte. Bedenkt man, welche Menge von frommen Sprüchen und Bibelversen das Anhängsel zu dem schon an und für fich großen Memorirstoff der sogenann ten Hauptstüde bilden und erinnert man sich aus seiner eigenen Jugend, welche Zeit und Mühe es erforderte, bis dem wider spenstigen Gedächtniß die unverstandenen und veralteten Wortbilder und Satformen eingeprägt waren, so wird diese Vermehrung einer geisttödtenden Beschäftigung nur als eine schwere Schädigung des sonstigen Unterrichts betrachtet werden können. Aber die Herren der Reaktion sollten auch im eigenen Interesse anders handeln; es ist zum mindesten sehr unklug, wenn fie dem Kinde die Lehren der Kirche in einer so unangenehmen Weise entgegenbringen, daß es leicht den Geschmack am Ganzen verliert. Doch Scherz bei Seite, der Erlaß ist ein recht deutliches Zeichen der Zeit! Die Persönlichkeit des Herrn von Schauß, des gegen wärtig zu großer Berühmtheit" gekommenen nationalliberalen Reichstagsabgeordneten, beschreibt ein süddeutsches demokrati sches Blatt folgendermaßen:„ Der Bankdirektor, der einstige Advokat, der fich auf ein Eiland gerettet, von dem aus er selbst seine Standesgenossen mit überlegenem Lächeln ansieht; der Löwe des Salons, dem das glatt gewichste Parquet und die Glacéhandschuhe zum Meridian geworden sind, der ihn die Pole sozialen Elends nicht sehen läßt; der soidisant Bolts vertreter, der sein Reitpferd in den Straßen der Residenz im Pariser Reitkostüm tummelt und sich um dieses vertretene" Bolt rings um ihn her eigentlich blutwenig fümmert mag dem im Geldprogenthum wie in einer Butterfauce schwimmenden sogenannten schweren Bürger Vertrauen einflößen dem Bolte, dem Kleinbürger und Arbeiter gewiß nicht." Auch wir sind dieser Meinung. Zur Nachachtung empfohlen. Das Polizeiamt zu Mainz hat folgende Verfügung an die Schußmannschaft erlassen: Da in legter Beit wiederholt die unangenehme Wahrnehmung gemacht wurde, daß Schußleute gegen hiesige Bürger wegen geringfügiger Uebertretungen Strafanzeigen einreichten, ohne dieselben zuvor auf die Geset widrigkeiten aufmerksam zu machen resp. in taktvoller Weise zur Beseitigung derselben aufzufordern, wird die Schußmannschaft daran erinnert, daß fie zum Schuße der Bürger und zur Dr. Wrigley hatte sich als ein scharfsichtiger Beurtheiler der menschlichen Natur bewährt, als er seiner Frau gesagt, Gewohnheit vermöge Alles, Myra gewöhnte fich mit der Zeit an die Wrigley's. Sie nahm einen Hauslehrer für ,, unseren Aeltesten" und gestattete ihm, den Unterricht in ihrem Bibliothekzimmer zu Clematis- Villa war so überfüllt von Kindern, und die fleinen Schreihälse machten so viel Lärm, daß dort keine Stätte für den Dienst der Musen zu finden war. Sie follte Dich ganz und gar bei fich behalten," sagte Dr. Wrigley zu unseren Aeltesten", die Barth'schen Güter werden einst Dein Eigenthum sein, und Du mußt bei Zeiten daran gewöhnt werden, Dich als fünftigen Baronet zu fühlen." " ,, Sie meint," erwiderte der Knabe in dem Tone Jemandes, der von der Richtigkeit ihrer" Bemerkungen überzeugt ist, ,, daß der Kleine Sir Rupert eines Tages wiederkehren und ihm Alles gehören wird. Ich folle studiren und recht fleißig sein, dann könne ich mir aus eigener Kraft den Weg bis zum Ministerpräsidenten bahnen." Das Kind wird niemals wiederkommen," schrie der Doktor, seinen Erstgeborenen finster anblickend, und Du wirst weit leichter und wahrscheinlicher der Barth'sche Erbe, als Mi nister werden." Ich möchte mir lieber durch eigenes Verdienst meinen Weg bahnen," erwiderte der Knabe, in dem Myra's Lehren Wurzel geschlagen hatten. Haben Sie bemerkt, Fräulein Barth," sagte Frau Wrigley, die sich nicht entschließen konnte, die vornehme, juuge Dame mit einer vertraulicheren Bezeichnung anzureden ,,, wie soldatisch unser Bweiter" ist. Er hat eine ganze militärische Haltung und ist wie für die Armee geschaffen, Wir hoffen auch, daß Sie für ein Offizierpatent Sorge tragen werden." Und dann wurde Myra's Aufmerksamkeit fast täglich auf die gelehrten Neigungen und die fromme Gemüthsart ,, unseres Driften" gelenkt und ihr versichert, daß er ganz für die Kirche geboren sei, und das, wenn es seinem armen Bater gelungen sein werde, ihn durch die Universitätsjahre zu bringen, Fräulein Barth gewiß nicht ermangeln werde, ihm die Fami lienpfründe zu übertragen. Der gute Junge werde auch dem Wunsche feiner Coufine entsprechend heirathen, alle die Jhrigen würden das thun. ( Fortsetzung folgt) Verhütung strafbarer Handlungen und Uebertretungen berufen ist und die Pflicht hat, wo sie solche Uebertretungen wahrnimmt, zunächst die Betreffenden in höflicher Weise aufmersam darauf zu machen und zur Beseitigung derselben anzuweisen! nur dann, wenn der Aufforderung absichtlich oder ohne zwm- gende Gründe nicht entsprochen wird, haben die Schutzleute Anzeige zu erstatten. Stets soll die Schutzmannschaft eingedenk sein, daß sie zum Schutze des Bürgers berufen ist, und daher zunächst ihr Augenmerl auf die Befestigung solcher Mißstände und Gesetzwidrigkeiten richten, welche m der That die Bürger belästigen, und nicht bei der Konstatirung geringfügiger Ueber- tretungen die Ermittelung wichtigerer Strafhandlungen außer Acht lassen."— Bravo! Regierungspräsident von Bernuth in Köln, der be- kanntlich in einer Bismarck'schen Rede scharf mitgenommen sein Entlaffungsgcsuch eingereicht haste, scheidet am 1. November aus dem preußischen Dienste. Fast scheint es, als ob der Gedanke eine internatio- nale Gesnndheits-Konferenz behufs allgemeiner Festsetzung von Maßregeln zur Abwehr von Seuchen einzuberufen, unter den europäischen Mächten immer zahlreichere Anhänger gewinnt. Angeregt wurde dieser Plan zuerst von Italien, begegnete aber Anfangs nur einer sehr kühlen Aufnahme, da man sich allsei- tig der außerordentlichen Schwierigkeiten bewußt war, die der Ausführung desselben entgegenstehen. Haben doch die jüngsten wiffenschaftlichen Erörterungen über die Abwehrmaßregeln ae- genüber der Cholera genügend dargethan, wie weit die An- fchauungen der Männer der Wissenschaft auseinandergehen. Trotzdem dürfte es bei allseitigem guten Willen möglich wer- den, wenigstens allgemein anerkannte Grundsätze für die nöthi- gen Vorsichtsmaßregeln aufzustellen. Zu dem Thema: Ausweisung der Russen, bringt die „Breslauer Zeitung" daß schon in den letzten Tagen der abge- laufenen Rcichstagssesfion die Sozialdemokraten rm Reichstag eine Interpellation über die Ausweisung eines ruf- fischen Unterthancn hätten einbringen wollen, der direkt den russischen Behörden in die Hände ge- liefert worden sei- Da die Sozialdemokraten nicht über' die nöthige Anzahl Mitglieder verfügen, um selbstständig eine Interpellation einbringen zu können, wandten sie sich an die Fraktion der Dcutsch-Freisinnigen um Unterstützung, welche ihnen aber versagt wurde, und zwar aus folgenden Gründen:„Der Reickstag ist zu einer solchen Ein- Mischung nicht kompetent. Er hat die Befugniß, die Rechte und die Interessen der deutschen Reichsbürger wahrzunehmen, was die Ausländer anbetrifft, so darf diesen auf deutschem Boden keine Rechtsverletzung zugefügt werden, aber für einen weitergehenden Schutz ihrer Interessen hat der Reichstag nicht einzutreten. Kein Ausländer hat ein Recht darauf, sich auf deutschem Boden aufzuhalten- Er muß, so lange er in Deutsch- land verweilt, gegen Widerrechtlichkeiten aller Art geschützt werden, allein wenn er ausgewiesen wird, so geschieht ihm nichts, was wider das Recht geht." Der„Frlf. Beobachter" erlaubt sich hierzu die Frage: hat man im August 1870, als die Deutschen aus Frankreich aus- gewiesen wurden, ebenso argumentirt? Wurde nicht diese Ausweisungsmaßregel als barbarisch angegriffen, sind nicht ihre Opfer größtentheils aus den französischen Milliarden entschädigt worden? Was würde man sagen, wenn das französische Ministerium heute es wagte, die Deutschen aus Frankreich auszutreiben? Es wäre der Kriegsfall. Und hier? Das; der Staat als Arbeitgeber seine Interessen den Arbeitern gegenüber unbekümmert um die Proklamation des „praktischen Christenthums" geltend macht, dafür erzähst der „Neue Görlitzer Anz." ein neues Beispiel. Den Hilfsweichen- stellern auf dem Görlitzer Bahnhofe wurde kürzlich amtlich die Frage vorgelegt, ob sie wöchentlich einmal eine Verkürzung der Arbeitszeit um 3 Stunden wünschten.. Ilm nicht am Lohne, der nur 1,80 M. täglich bei zwölfstündiger Dienstzeit beträgt, verkürzt zu werden, erklärten sie, sie zogen es vor, die volle Zeit Dienst zu thun. Bald darauf wurde ihnen mitgetheilt, daß auf höhere Anordnung ihnen eine wöchentliche Erholungs- pause von drei Stunden bewilligt worden sei. Für diese ge- währte Erholung wird aber den Arbeitern alle vier Wochen ein Abzug von 2,16 M. gemacht, d. h. ein Abzug, der über einen Taglohn mcht unerheblich hinausgeht. Der Kongreß für internationale Schiedsgerichte und den Weltfrieden;st um ein gutes Stück Arbeit vorgerückt. Ohne Diskussion wurde die Kolonialfrage durch Annahme einer Reihe von Anträgen erledigt. Darauf sprachen Dr. Engel (Berlin) und Bayer(Kopenhagen) über die Nothwendigleit einer Neutralisirung Skandinaviens. Auch für die Neutrali- sirung der untern Donau vom eisemen Thore an und für diejenige Rumäniens sprach sich der Kongreß aus; dagegen wurde die von Dr. Engel angeregte Frage, ob nicht sammt- liche kleinen Staaten zu nemralisiren und ihnen damit die Pflicht baldmöglichster Entwaffnung aufzuerlegen sei, an die Kommisston zurückgewiesen, ebenso nne zweite Frage, ob, wenn die Neutralisirung Rumäniens nicht erhältlich ist, nicht auf dessen volle Selbstständigkeit hingearbeitet werden sollte. In einer Versammlnng vorgeschrittener Liberalen, Lerlwer Sonntagsplauderei. K. C. Was heut zu Tage nicht alles von unser Einem verlangt wird! Alles Mögliche soll sowohl über wie unter dem Stria? besprochen werden, und wer kann wissen, wer uns dafür nicht Alles auf denselben kriegen wird?-- Da summt fortwährend eine Fliege vor uns herum, sie sieht so schläfrig und müde aus, als ob sie die Nacht nicht gut geschlafen hätte und als ob ihr Nichts mehr auf der Welt Spaß machen kann- Mürrisch„kraucht" sie jetzt aus dem Tisch herum, sie betrachtet mit stumpfen Blick die gewaltige Scheerc, jetzt leckt sie ein wenig Kleister,— was, sollte das dumme Thier verrückt geworden sein, und unter die Journalisten gehen wollen? Der Kleister scheint ihr nicht zu schmecken, sich schüttelt sich ordentlich, viel- leicht ist er sauer geworden. Sie wendet sich mit enttäuschtem Blick davon ab und nähert sich den Zeitungen. Langsam spa- ziert sie auf den Zeilen auf und ab. es schernt fast, als ob sie lesen kann. Jetzt plötzlich springt sie entsetzt in die Höhe, entrüstet schwirrt sie hoch- kopfüber stürzt sie sich mit einem Male in den gähnenden Rachen des Dintenfasses, wel- ches jedoch leider so verstaubt ist, daß sie nur mit Mühe den Weg zu den schwarzen Fluthen finden kann. O, wie sie zap- pelt, das arme Biest, eilen wir ihr zu Hilfe,_ denn es scheint ihr wirklich leid geworden zu sein, das Leben ist doch so schön, man erkennt den' Werth desselben erst, wenn man auf dem f unkt steht, es zu verlieren. Ein wahres Glück, daß sich ein ederhalter vorsindet, wir halten ihr denselben hin, es war die höchste Zeit, mit dem letzten Rest ihrer Kraft klammert sie sich an den Rettungsanker an, und schwarz wie ein Schornsteinfeger entrinnt sie der entsetzlichen Fluth. Sorgsam wird sie in die Sonne gesetzt, damit sie sich wieder trockene, vorläufig wird sie wohl den Bürgerstcig nicht benützen dürfen. Was mag dieses Insekt wohl veranlaßt haben, einen vor- zeitigen Tod zu suchen? War es Liebesgran,? Wohl kaum, die Fliege sah wenigstens garnicht danach aus; Nahrungssorgen vielleicht? Schwerlich, sie hätte ja nur in den ersten besten Konditorladen zu fliegen gebraucht, um ihr ganzes Leben lang schwelgen zu können. Hat sie vielleicht der schrille Ruf„Fliegen- stöcker" irgend eines jugendlichen Herren aus den Rehbergen erschreckt? Das kann nicht sein, es war überhaupt keiner da! Was also kann daS Motiv zu der unseligen That ge- wesen sein? Unser Blick richtet sich auf die Zeitungen, auf welchen die Fliege soeben noch im Vollbewußtsein ibrer Jugendkrast und welche in London in, Westminster Palace Hotel zusammentrat, um eine Liga zur Reform des Oberhauses zu gründen, bezeichnete der Vorfitzende, Mr. Hunter, als die ge- eignetsten Mittel zur Reform der Pariskammer die Einschran- lung des legislativen Vetos derselben, sowie die Einstellung der Creirung neuer Pairs. Dieser Reformplan erschien mehreren der anwesenden Unterhausmitglieder nicht radikal genug. Sir Wilfried Lowson und Sir George Campell erklärten sich zu Gunsten einer totalen Abschaffung des Oberhauses. Schließlich wurde von der Formulirung eines Reformprogramms Abstand genommen und eine Resolution gefaßt, welche die Bildung einer Liga zur Reform des Oberhauses billigt, um die Lords durch Emschiänkung ihres legislativen Vetos daran zu ver- hindern, fernerhin Gesetze zu verschleppen, zu vestümmeln und zu vereiteln. Alsdann wurde ein Äussschuß niedergesetzt, der die Liga in dem Sinne dieser Resolution organifiren soll.— DerSchluß desParlaments ist nunmehr für nächsten Dienstag bestimmt in Aussicht genommen. In der Dubliner Skanoalaffaire hat die eingesetzte Untersuchungs-Kommisfion ihre Vorarbeiten beendet. Wie der vorfitzende Richter, Baron Dowse, erklärte, wird die Anklage wegen„widernatürlicher, unbezeichenbarer Verbrechen, auf welche bis zu Anfang dieses Jahrhunderts der Tod stand und die jetzt mir zehnjähnger bis lebenslänglicher Zwangsarbeit be- straft werden," gegen den früheren Sekretär des Dubliner General- Postamtes, Cornwall, den I n s p e k t o r der G e- he i m p o l i z e i, French, den Stabsarzt Fernandez, den Weinhändler Pillar(einen Quäker) und vier andere An- geklagte erhoben werden-— Es muß ein Werk des Teufels sein, daß bei solchen Affairen immer ein„frommer" Mann(im vorliegenden Fall ein Anhänger der religiös-pietistischen Sekte der Quäcker) dabei sein muß. Und— sollte man es für möglich halten— auch die übrigen Angeklagten find alle Mitglieder der sogenannten„höheren" Gesellschaftskreise. Schrecklich! Der franzöfische Kongreß hat die Generaldebatte der Revifionsvorlage begonnen, wobei es wiederum an leidenschaft- licher Auflegung und Unterbrechungen der Redner nicht fehlte. Die Berathung wurde schließlich vertagt. Sobald wird man keinesfalls zu Ende kommen, obwohl das Enderacbniß: Annahme der Regierungsvorlage, von vornherein feststeht. In Italien sind an der Cholera nach offiziellen, vom 6. d. M. 12 Uhr Nachts bis zum 7. d. M- 12 Uhr Nachts reichenden Berichten, im Kanton Sermezzana, Provinz Mafia Carrara, 2 Personen, in Carignan und Osafio je eine Person, in Pancalieri von den Tags vorher Erkrankten 2 Personen ge- starben. Aus Vignoroli sind 5 Choleraerkrankungen zu verzeichnen, dagegen find von den in das Lazareth von Kairo ein- gebrachten Kranken und in Variguano 2 Personen als geheilt entlassen worden! drei andere Kranke in Variqnano besinden sich auf dem Wege der Besserung. Der Ort Kairo im Bezirk Montenotte und der Kanton Sermezzana find militärisch ab- gesperrt worden. Sittlich und loyal. In Rußland hat der Minister des öffentlichen Unterrichts die Kuratoren der Lehrbezirke durch ein Zirkular aufgefordert, die Parochial- und Kirchen- schulen in Rücksicht auf ihre sittliche und loyale Be- stimmung in wirksamer Weise zu unterstützen. Ein weiteres, von dem Minister erlasienes Zirkular ordnet eine verschärfte häusliche Beaufsichtigung der nicht bei ihren Eltern wohnen- den Schüler an und stellt den bezüglichen Auffichtsbeamten, welche die sittliche Entwickelung der lernenden Jugend er- folgreich gefördert, verschiedene Bevorzugungen im Dienst in Aussicht. Gleichzeitig wird den Beamten bemerklich gemacht, daß sie für die in ihren Klaffen aufgedeckten schädlichen Einwirkungen umstürzlerischer Ideen und für die Theilnahme der Schüler an verbrecherischen Besttebungen verantwortlich gemacht würden. Die technischen Arbeiten zur Grenzregulirung zwischen der Türkei und Montenegro sind so weit nun- mehr beendet, daß die Grenzzeichen aufgestellt werden können, ohne daß dies aber bisher in Angriff genommen wäre. Muschir Mustapha Asstm Pascha setzt seine Bemühungen, die Be- völkerung zur widentandslosen Anerkennung der neuen Grenze zu bewegen, eifrig fort und vcrtheilt ansehnliche Summen unter die einflußrerchsten Persönlichkeiten. Er hat zu seiner Unterstützung vor einigen Tagen den Bali von Kosowo, Abdi Pascha, zu sich nach Berane berufen; ferner steht ein Ver- trauter des Äuschirs, Hajdar Aga aus Kraja, im Begriffe, sich gleichfalls nach Berane zu begeben. Lokales. er. Hin verendetes Droschkenpferd lag vor einigen Tagen in der Kommandantenstr. Ein Veteran der Arbeit, da- hingerafft von der aufopfernden, selbstlosen Thätigkeit, gestürzt und gestorben auf der Straße, wo es Jahre lang seinem Herrn das Brod verdient hatte. Nnn lag er da der hochbeinige Schimmel, die Beine von sich gestreckt, mit den verglasten Augen gen Himmel starrend, die langen Zähne entblößt— sie transit gloria mundi, so schwindet der Ruhm der Welt da- im Zustande penibler Reinlichkeit herumlief, während sie jetzt schmutzig wie Struwwelpeter auf dem Fensterbrett hockt. Wie Schuppen fällt es uns von den Augen, ja jetzt ist es klar, die Fliege beging einen Selbstmordversuch aus Enttüstung über die Verwirrungen des menschlichen Herzens. Denn ganz oben liegt das„Deutsche Tageblatt," und in diesem Organe lesen wir, daß eine junge Berlinerin„aus guter Fa- mute", sonst hätte sie nämlich überhaupt nicht im„Deutschm Tageblatt" gestanden, stark mit der Absicht umgeht, sich mit einem der im Panoptikum ausgestellten Australier standesamt- lich zu verloben und später mit dem Sohn der Wildniß in den Stand der heiligen Ehe überzutreten. Herr Orinimben, so ist der Name des braunen Jünglings, hat das Herz der Ber- linerin, die dem„Dtsch. Tgbl." zufolge, allerdings beinahe aus dem Schneider sein soll, gänzlich umgarnt,(eine weißen Zähne, mit denm er so ziemlich Menschenlnochen„abzuknabbern" wer- steht, seine rollenden Augen, mit denen er so sanft-schmachtend so zärtlich-verlangende Blicke zu schleudern weiß, sie haben es unserer Mitschwester angethan, sie hat sich in den Strudel einer„wilden" Leidenschaft gestürzt, und wieder einmal finden wir eine glänzende Bestätigung des tief durchdachten Aus- spruchs:„Alter schützt vor Thorycit nicht". „Schwachheit, Dein Name ist Weib!" Was ein erzen- irischer Kopf auf der Welt nur Exorbitantes, Niedagewesenes ersinnen kann, das Weib mit den unlösbaren Räthseln in ihrem Herzen übertrifft Alles, es giebt überhaupt nichts so Undenkbares, was das Weiberherz, namentlich der„gebildeten" oder besser der„verbildeten" Stände anzustreben im Stande wäre. Diese Verehrerin des kannibalischen Menschenfressers— wenn das„Deutsche Tageblatt" nicht etwa gefabelt hat, was wir übrigens nicht glauben— repräsentirt so recht die Ge- schmacksverwirrung, die heute immer mehr unter den„gebll- Veten" Damm Platz greift. Dürfen wir etwas zurückgrcrfen? Die meistm unserer Leser werden sich der Zeit erinnern, wo die gefangenen Franzosen in Deutschland weilten. Unsere Landwehrmänncr bluteten vor den Mauern von Belfott, sie hatten Weib und Kinder im Stich gelassen, um den beimischen Herd vor den Greueln des Krieges zu schützen. Alles schwamm bekanntlich damals in einem Meere von nationaler Begeisterung, man überbot sich in Beweisen der Aufopferung für unsere Brüder und Väter, die sich den Kugeln und Bajonetten aussetzten: und was thaten unsere„ge- bildeten" Damen während der Zeit? Man muß es gesehen haben, wie sie sich bemühten, ihre wenigen Brocken Französisch. die sie in ihrm Pensionen gelernt hatten, bei einem wirklichen hin. Paffanten bleiben stehen, Bemerkungen werden laut:„MI arme Luder," meint der Arbetter. zieht er vielleicht unbewi!?: eine Parallele zwischen seinem Schicksal und dem des verende- ten Roffes? Auf dem linken Hinterschenkel sieht ma» noch deutlich die Spuren eines ehemaligen gräfliibe? Wappens, ja damals warm noch ganz andere Zeiten als der frisch gebackme Lieutenant das edle Thier zum Tesches erhielt! Wie freute er sich, als er mit demselbm den Preis auf der Rennbahn gewann, wie wurde es gesneiche» und geliebkost, in warme Decken gehüllt, damit es nur ja kerne» Schaden erlitte! Und dann erst, als es ihn aus dem G?' tümmel der Schlacht rettete, als es, selbst blutend, seinen Besitzer aus dem Bereich der feindlichm Kugeln trug und d>ei5 mit stolzem Selbstbewußtsein mtt dem farbigen Band Brust schmückte, da gab es kein treueres, edleres Thier auf de: Welt und niemals, niemals, so schwur sich der Reiter, sollte r- in fremden Besitz übergehen. Die Zeiten ändern filb, Herr Graf mochte das Thier nicht mehr reiten, es rva»'a noch gut genug für seine Equipage, und das% Thier fügte sich auch dem neuen Dienst- Aber du Folgm des Krieges machten sich auch bei ihm gel/r; es konnte nicht mehr so wie früher, und bald waren W Verdienste vergessen, es ging in andere Hände über, viellelld' brauchte der Herr Graf grade Geld,— der Gaul war zu e»'' Behren,„er hatte es ja auch bei dem neuen Besitzerin?- schlecht", so tröstete er sich. Von Stufe ging es jetzt zu Stui» der reiche Bankier, bei dem es bis jetzt gegangen war, laufte es an einen minder Begüterten,— der Schimmel unwirklich schon ein wenig steif auf der Hinterhand, so sagte e- sich— auch dieser Besitzer schlug das Thier bald los, es mußte jetzt mit einem andern Leidensgenossen einen schwere» Möbelwagen ziehen helfen, bald erlahmten seine Kräfte" ein Droschkenkutscher erstand den einstigen Lebensreu« eines Grafen, der vielleicht bei irgend' einem Banlen mit den Leistungen seines ehemaligen Leibpferdes renomum«, für— dreißig Mark. Und dieser Droschkenkutscher behäng den alten Schimmel, der einst vielleicht vor einer marmott-'r Krippe gestanden hatte, und melancholisch seinen Häcksel � dem blechernen Futtertroge kaute, mit Liebe und, Heute war er ihm gestürzt— der Veteran iin Dienste Menschheit verendete auf dem Straßenpflaster. Das war Lohn für die Tausende, die er auf der Rennbahn gewönne»- der Dank für die Lebensrettung, die Anerkennung für übrige Arbeit-- ja es ist ein undankbares LooS, ein wöhnliches, arbeitendes Droschkenpferd zu sein. g. Charit«- heißt eigentlich Liebe, Mitleid. Wir befliß bekanntlich ein Institut m unserer Stadt, welches einen s#': Namen trägt, und wirklich wenn irgendwo BarmherzÄ'� Liebe und Milde am Platze ist, so ist es in diesem Hai»»"' Fall, wo des Jammers und des Elends wahrhaftig K; herrscht. Leider scheint dem nicht so zu sein, denn schon w>C' hat sich in der Charit« ein Vorfall abgespielt, der die BP waltung in ein ganz eigenartiges Licht setzt und unbedingt«• Intervention der vorgesetzten Behörden nothwendig ma« Auf Grund der eigenen Angaben des Betheiligten, der ie°P zeit bereit ist, seine Angaben eidlich zu erhärten und»»P Zeugcndeweis zu stellen, wird uns Folgendes mitgethe»� Wie erinnerlich, hatte der in einer Schraubenfabrik in-r Müllerstraße beschäftigt gewesene Arbeiter Düring, Adol»°' straße 4 wohnhaft, das Unglück, sich in der Fabrik eine er?» liche Verletzung am Kopf und an den Armen zuzuziehen-, V, Folge der schweren Verletzung am Kopf war D. tiefsinnig 9 worden und hatte sich in diesem Zustande vor einigen jUM' die Pulsadern aufgeschnitten. Nach vorheriger Konfi#» des Prof. Dr. Westphahl und des Gewerksarztes Dr. hatten beide Aerzte die Beobachtung des Geisteszustandes /' D. für nothwendig erachtet und so fertigte Dr. Jacoby®c' D. zur Aufnahme in die Charit« einen Schein aus, 0% dem hatte D. noch einen Brief des Prof. Westphal bei% in welchem ebenfalls die Aufnahme des D. in die Chor!» behufs Beobachtung seines Geisteszustandes für erfordtfl«? erklärt wurde. Am Donnerstag Vormittag 11 Uhr begab nun D- mit dem Schein des Dr. Jakoby nach den; Aufna?'»'. Bureau der Charit«. War nun der Schein nicht vorsch� mäßig oder fehlten noch anderweitige Formalien, kurzum, Pi detreffende Beamte fuhr dm kranken D. in lautem und ball»»?, Tone an, seine Aufnahme könne auf diesen Schein hin»*! erfolgen, er müsse sich einen andern Schein holen. Als den Beamten bat, mit ihm doch etwas ruhiger zu spreche»,- ihn der harte Ton angreife, sprang der Beamte empört faßte den D. an den Kragen und warf ihn?*, Gewalt aus dem Zimmer und die Treppe?'.* unter Bei dem Fall riß dem D. die erst kurze Zeit v-'P. zugenähte Wunde am Puls auf, und nur dem Umstände, PS er unten an der Treppe vom Portier aufgefangen wurde,. ;en es zu verdanken, daß ihm kein größeres Unglück zug., D- begab sich sofott mit freiwilligen Zeugen nach dem Revier-Bureau. woselbst er dm Vorgang zu Protokoll gab.«r derartiges Verfahren soll übrigens bereits mehreren PerW? Zu Theil geworden sein. ES wäre deshalb im Interesse s leidenden Menschheit, welche m der Charite Hilfe suchen rvolw» lebenden Franzosen an den Mann zu bringen— und als Friedmsschluß kam. und die flanzöfischen Offiziere mit i bunten, goldgerändertm Mützen von bannen ziehen m»! da brach manch gebildetes„deutsches" Mädchenberz in»<" loflm Jammer, und es giebt hur heute noch sehr spreck» unv zwar recht deutlich deutsch sprechende Andenken--» Thätwkrtt der Franzoim ,« Deutschland. Diese Geschichten find alt, sie interesfirm vielleicht nicht» ohet es ist doch gut, bei paffender Gelegenheit immer ni emmal darauf hinzuweisen, und, und die faulen Glossen, die einem Blatt, welches den Patriotismus schon seit Jahren-» pacht hat, bei einem so betrübenden Falle gerissen werde» lassen emen sühlenden und denkenden Menschen höchstens zwerscln an dem Adel und der Würde des Weibes.- r, solche ans Wahnwitzige streifenden Ausschreitungen zeitig' „feine Erziehung, die unsere„jungen Damen" heut zu« genießen, und es ist ia auch ganncht zu verwundern, f sie die Schranken des Woblanstandes und der Sittlickke kühnem Satze uberspringen. Man sehe sich doch heut einmal ein kleines Mävche» und man wird erstaunt sein, wenn man bemerkt, wie flsi W gerabe von den„feinsten" Leuten die Schambaft'gw Kwdesherzen getodtel wird. Gleicht denn überhaupt heut« ern Madchen selbst ,n sehr zartem Alter, einem Kinde? Hut, der zu der keinen Gestalt in demselben Verhältmß., wie die tugendhafte Göttin auf der Siegessäule z» j Berlin überhaupt kefl.VerhältnH hat-"bedeckt da�Ganze,?'< gendm Kmderauam blicken aus diesen Scheuklappen so angst" die Welt, als ob fie garnicht wüßten, weswegen sie»» die kleinen Handchen find ,n zeidene Handschuhe gezwang und dann das Bruchstück von einem Kleide, welches den j»l liehen Körper decken soll! Ist es nicht in der Thal. Schmach, daß Damen, die sich vor Prüderie bisweilen' zu lassen wissen, ihre Kinder in dieser W-ise kleiden?. Lappen gestickten Zeuges, der nicht einmal die Hälfte der» schenke! deckt, kann doch unmöglich dazu dienen, den K»»» Züchtigkeit, von dem wir bisher geglaubt haben, daß cl mit dem weiblichen Wc,en aus die Welt kommt, zu pflees" erstarken und wachsen zu lassen? Wirft diese Unsitte n'« viel deutlicheres Sttciflicht auf die Gepflogenheiten 0cj Kreise, als es die pikantesten Enthüllungen thun könne«- kann hieraus Jeder die Konsequenzen ziehen, die er nnu, können nur behaupten, daß wir solche Wesen, die gewissem Sinne schon in ibrer Kindheit prostitu'.rt � De De tan hen Cen ent ten Selt ten Be Be efer ine Der es Der ja ige Die qu ine icht ent fat fe Jets pat er ren tter fett rte, elte nen aus Falt. ber ber en alle ge Ben hen eit, Der ug Der Ber Die τοί. Ders nter Itt: ber ph eb bring end geboten, wenn derartigen Mißständen endlich ein Ende gemacht werden würde. a Der Segen der Abzahlungsgeschäfte offenbart sich von Tag zu Tag mehr und wie sehr das unsinnige Geben von Kredit manchen Menschen zum Verderben gereicht, beweist wieder einmal der folgende Fall. Der Kommis G. hatte in Gemeinschaft mit seiner Schwester von einem hiesigen Möbelhändler auf Abzahlung eine Nußbaumgarnitur, angeblich zur Möblirung eines Bimmers ihrer Wohnung, entnommen und nach Anzahlung von 15 M. geliefert erhalten. Am folgenden Tage verlaufte G. die Garnitur und verwandte den Erlös in feinem Nugen. G. ist demzufolge gestern verhaftet worden. g. Die Zeitungshändler find polizeilich angewiesen worden, von heute ab während des Gottesdienstes in den Kirchen den Beitungsverlauf gänzlich einzustellen und die Andachtsstunden pünktlich inne zu halten. Ein Verstoß gegen diese Anordnung soll auf das Schärffte geahndet werden. Ob man während dieser Zeit zu Hause auch keine Zeitung lesen darf? r. Bei dem gegenwärtig starken Personenverkehr auf den hiesigen Bahnhöfen erweisen sich die Sigpläge auf den Berrons als bei Weitem nicht ausreichend und dieser Mangel macht sich täglich in der unangenehmsten Weise bemerkbar. Damen, denen das Sigen ein Bedürfniß ist, find genöthigt, die Freundlichkeit der in der IV. Klaffe Reisenden in Anspruch zu nehmen, damit diese ihnen von ihren gewöhnlich umfang reichen Gepäckstüden eines zum Niederfigen darauf überlassen bis zum Einsteigen in den Bug. 3wei bis drei furze Bänk chen, die auf dem Perron stehen, sind beständig besest und weniger anspruchsvolle Reisende machen sichs zwischen Koffern und Risten auf dem Fußboden bequem, was aber doch von der Bahnverwaltung feinem Menschen zugemuthet werden kann. An Raum zur Anbringung weiterer Sigpläge fehlt es auch nicht. Die langen Berrons tönnten nöthigenfalls ihrer ganzen Ausdehnung nach mit einer Reihe von Doppelbänken und den nöthigen Durchgängen versehen werden. N. Auf dem Anhalter Güterbahnhof brach gestern Das Eisenbahnbetriebsamt, Eisenbahndirektionsbezirk Erfurt, veröffentlicht folgende amtliche Klarlegung darüber: Deute Morgen um 11 Uhr gerieth auf dem Anhaltischen Güterbahnhof ein der Königlichen Eisenbahndirektion zu Köln( rechtstheinische) gehöriger zweiachfiger Güterwagen in Feuer und ist vollständig ausgebrannt. Außerdem ist noch die Stirnwand eines Sachlichen Staatsbahnwagens und das Dach eines Elsaß Lothringer Wagens, welcher daneben stand, leicht angefengt. Die Entstehungsursache ist nach uns gewordenen zuver läfigen Mittheilungen folgende: In einem hier angekommenen Wagen, in welchem fich 2 Ballen Hopfen und einige Spahn forbe befanden, waren Zündhölzchen in 18 Kisten verpackt. Diese Bündhölzchen wurden, um sie nach der Feuerrampe zu befördern, den verher genannten, der Königlichen EisenbahnDirektion Cöln gehörigen Wagen umgeladen. Sofort nach der solcher Gewalt, daß ein Eindringen in den Wagen Seitens der Deffen wurde der Wagen aus dem Bereiche anderer entzünd ftrafungen geführt, weil in einzelnen Fällen der Aichungsver mert nicht mehr deutlich erkennbar und in anderen Fällen ein solcher gar nicht wahrnehmbar war, so daß es mehrfach zweifelhaft erschien, ob diese Gefäße überhaupt geaicht waren und nur durch die Länge des Gebrauchs der Stempel fich verwischt hatte. Ein Kohlenhändler, bei welchem Gefäße letter Kategorie beschlagnahmt waren, hatte gegen das polizeiliche Strafmandat von 3 M. auf richterliche Entscheidung angetragen. Obwohl das Schöffengericht in dem gestrigen Verhandlungstermin den Ausführungen des Vertheidigers des Angeklagten, Rechtsanwalt Timendorfer, beitrat, daß aus den bes gleitenden Umständen anzunehmen wäre, daß die beschlagnahmten Gefäße geaicht gewesen, bestätigte es dennoch die nahmten Gefäße geaicht gewesen, bestätigte es dennoch die polizeiliche Strafverfügung und sprach der gesetzlichen Vorschrift gemäß die Konfistation der beschlagnahmten Gefäße aus. Das Gericht theifte die Auffassung der Polizei, daß die Tendenz des Aichungsgefezes dahin gehe, die Interessen des tau fenden Publikums zu schüßen und deswegen die Gefäße, um den Käufern eine Kontrole zu ermöglichen, jederzeit einen deutlich eingeprägten Aichungsvermerk tragen müßten. Es genüge nicht, daß die Gefäße einmal mit dem Aichungsvermerk versehen gewesen wären. r. Gegen einen hiesigen Geheimmittel- Händler war vor einiger Zeit eine Anzeige von einem Bäckermeister in Gör lig eingelaufen, dieser hatte auf Inserate des Händlers in dortigen Blättern fich brieflich an diesen gewendet und um ein Mittel gegen sein rheumatisches Leiden gebeten. Bevor er eine Arznei erhielt, entspann sich über die Natur und Entstehung Arznei erhielt, entspann sich über die Natur und Entstehung des Leidens eine lange Korrespondenz und schließlich forderte der Händler ein Rurhonorar" von 20 M., die der Bäckermeister auch einsendete, und darauf zwei Mal eine Flasche Arznei empfing, die nach der Beurtheilung Sachverständiger einen Werth von je einer Mark hatten. Als der Bäckermeister nach dem Verbrauch der Arznei auch nicht die mindeste Linde rung oder Aenderung seines Zustandes spürte, erstattete er gegen den Händler die Strafanzeige bei der hiesigen Staatsanwaltschaft. Von dieser Behörde hat er nach den angestellten Vorermittelungen den Bescheid erhalten, daß sich in diesem Falle eine Anklage mit Aussicht auf Erfolg nicht erheben laffe, da der Händler die 20 M. nicht als Bezahlung für die Arznei, fondern ausdrücklich als Kur- Honorar" gefordert, und in dieser Forderung eine strafbare Handlung nicht zu finden sei. N. Ein neues Verfahren, die Schienengeleise der Eisenbahnen vor Rost zu schüßen, ist jetzt auf der Stadtbahn versuchsweise in Anwendung gekommen. Die Schienen werden von beiden Seiten beinahe bis zu ihrer Höhe mit flein gehauenen Granitsteinen angehäufelt, um die niederschlagenden Wasserdämpfe der Lokomotiven zu absorbiren. Der Erfolg soll, wie uns von Fachmännern mitgetheilt wird, ein so günstiger sein, daß dieses System auch auf anderen Strecken eingeführt werden wird. N. Mit dem Bau der neuen Mädchen- Gemeindeschule auf dem der Stadt gehörigen Grundstück, welches von der Iffland- bis zur Markusstraße reicht, hat man gestern angefangen. Auf der, der Iffland- Straße zugelegenen Seite wird die Gemeinde Schule, auf der nach der Markusstraße zugelichen Gegenstände herausgefahren und daselbst in furzer Zeit legenen eine neue Taubstummen- Schule errichtet werden. durch die sofort benachrichtigte Feuerwehr gelöscht. Da die Entfernung des Wagens nicht so schnell vor sich gehen konnte, entzündete fich auch noch das Dach des Güterschuppens, welches indeß durch die der Eisenbahnverwaltung gehörigen Löschge täthschaften soweit gelöscht wurde, daß die Feuerwehr nur noch geringe Mühe mit der Sache hatte. Ob die Verpackung der Bündhölzchen den reglementarischen Bestimmungen entsprochen bat, muß der weiteren Untersuchung vorbehalten bleiben. Da in dem ausgebrannten Wagen feine weiteren Güter enthalten waren, so ist der Schaden verhältnißmäßig gering. Sn ge gen tion соби bes Dem Her fich rite clich fic me Der bem ticht D. Da auf + r. Wegen entstandener Lohndifferenzen geriethen am Freitag Abend zwei auf einem Holzplage am Rottbuser Ufer beschäftigt gewesene Arbeiter in Streitigkeiten. Beide hatten ein Quantum Holz gegen einen vereinbarten Lohn zerkleinert, und dieser war dem einen Arbeiter voll ausbezahlt reorden, der damit flugs in die nächste Destillation wanderte und seinen Arbeitskollegen, der auf ihn wartete, versette. Dieser er mittelte den Durchgänger und verlangte das ihm zukommende Geld, was Jenem aber so verdroß, daß er ein Meffer zog und damit auf seinen Kollegen einzudringen versuchte. Die Anwesenden intervenirten aber mit einigen fräftigen Rippenstößen Schußmann seine sofortige Verhaftung wegen Unterschlagung in Aussicht stellte, wenn er von dem empfangenen Gelde nicht sofort den seinem Arbeitskollegen gebührenden Theil auszahlte, entschloß er sich auch endlich hierzu. M. Glücklicher Zufall. Vor einigen Wochen verlor eine Dame ein echtes Granatenarmband, konnte dasselbe jedoch troß mehrmaliger Inferation, Anmeldung auf der Polizei und Nach fragen nicht wiedererlangen. Selbst auf eine ausgebotene Be| Gemeinschaft mit noch einem Burschen den War Thieme verschiedentlich aufgefordert haben, seinem Vater Sachen zu ent wenden, so beantragte der Staatsanwalt 10 Tage Gefängniß und der Gerichtshof erkannte nach dem Antrage des Staatsanwaltes. R. Eine Unterschlagung sollte der Drahtbinder Krutschke dadurch verübt haben. daß er die ihm zum Verkauf übergebenen Maufefallen 2c. nicht wieder abgeliefert hatte. Der Angeklagte wird aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Präsident: Wo haben Sie die Waaren gelaffen?" Angell. Befter guter Herr, die Wore is oll doa." Herr, die Wore is oll doa." Präsident:" Der Beuge soll eintreten!" Der Zeuge, dem die Waaren von dem Krutschke unterschlagen sein sollen, tritt ein. Präs.: Sie müssen Ihre Aus sage beschwören"( Gerichtshof und Publikum erheben sich), heben Sie die rechte Hand hoch und sprechen Sie mir nach: „ Ich schwöre" Beuge schweigt, Präsident: Sie sollen schwören." Zeuge schweigt. Präsident: ,, Verstehen Sie denn nicht?" Beuge: Nix, wenig Deutsch." Präsident. So müssen wir die Verhandlung vertagen und einen Dolmetscher vorladen." Die Verhandlung wird vertagt. Wegen wissentlich falscher Anschuldigung des eigenen Vaters stand heute die 13- jährige Schülerin Auguste Fiedler vor den Schranken der zweiten Ferienstrafkammer hiesigen Landgerichts I. Die bei ihrer Großmutter bis zur Verheirathung ihrer Mutter erzogene Angeklagte erhielt von ihrem Stiefvater wegen ihrer Lügenhaftigkeit und Naschsucht häufig etwas ernste Büchtigungen. Um sich nun an dem Leßteren deshalb zu rächen, brachte sie auf dem Polizeibüreau die niederträchtige Anzeige ein, daß derselbe ihre weibliche Ehre angegriffen und wegen ihres Widerstandes gemißhandelt habe. Als die Angeflagte auf dem Polizeibureau über ihre Anzeige vernommen wurde, blieb sie Anfangs bei ihrer Behauptung stehen, räumte aber bald darauf dem fie vernehmenden Polizei Lieutenant ein, daß ihre Angaben erlogen und daß fie dieseben lediglich aus Rache wegen der ihr zu Theil gewordenen Züchtigungen gemacht habe. Da die angestellten Ermittelungen die Richtigkeit der Selbstbezichtigung ergaben, wurde das verwahrlofte Kind nicht allein in Marthas Hof" in Bwangserziehung gegeben, sondern auch wegen obiger schwerer Strafthat in Anklagezustand versezt. Die Verhand lung selbst, welche in den Auslassungen der Angeklagten und ihrer Eltern bestand, gewährte einen wenig erfreulichen Einblid in das verstockte Gemüth dieses noch so jungen Mädchens. Staatsanwalt Dr. Otto beantragte 3 Wochen, der Gerichtshof verurtheilte die Angeklagte aber mit Rücksicht darauf, daß hier nur eine empfindliche Strafe die erhoffte Besserung herbeizuführen geeignet ist, zu drei Monaten Gefängniß. 11 Herrmann Stellmacher, der Mörder des Polizeiagenten Blöch und der Mitschuldige des Anarchisten Kammerer bei Verübung der bekannten grauenvollen Verbrechen in Wien, Straßburg und Stuttgart, wurde am 8. August, Morgens 5 Uhr, in Wien durch den Strang hingerichtet. Wir unterlaffen es, eine ausführliche Schilderung der lezten Stunden des Hingerichteten zu bringen, wie es die meisten Zeitungen mit einer gewissen behaglichen Breite thun, um die Nerven ihrer Leser zu figeln, veröffentlichen dafür aber einen Brief Stellmacher's aus dem Gefängnisse an seine Frau, der beweist, daß auch in der finsteren Seele dieses Verbrechers nicht alle weicheren Gefühle erloschen waren. Der Brief ist nach Zürich gerichtet und lautet: Wien, 24. Juni 1884. Mein geliebtes Weib! Deine mir lieben Zeilen habe ich erhalten. Es freut mich herzlich, daß Du mich besuchen willst. Wenn Du kannst, dann sei so gut und bringe den Charles mit. Hermann ist noch zu klein, auch würdest Du zu viel Be schwerden haben. Ich hatte Dir schon vor vier Wochen zweimal geschrieben. Bei meinem ersten Brief wurde mir gesagt, daß derselbe nicht abgesendet wird, was aus dem zweiten ge worden ist, weiß ich nicht, wenn Du denselben nicht erhalten hast. Geliebtes Weib! Du wirst mir gewiß böse sein, daß ich Dir nach dem Urtheilsspruche nicht geschrieben, denn das, was ich eigentlich schreiben wollte, darf ich ja doch nicht, wenn ich nicht für den Papierforb arbeiten will. Ich würde Dir schon noch ein paar Beilen zum Abschied geschrieben haben; da ich annehme, daß mein Brief Deine lezte Fiberkrankheit verursacht hat, so wollte ich die Wunde nicht noch einmal aufreißen. Du g. Die heimlich erfolgte Flucht des hiesigen Zei- und entwanden dem Angetrunkenen die Waffe. Als ihm ein tungsverfäufers Plath, bisher Wilhelmstraße 49 wohnhaft, theils im Privat, theils im Geschäftsverkehr stand, eine nicht geringe Aufregung hervorgerufen. P. hatte seinen Zeitungs verkauf vor dem Hotel Kaiserhof und machte, da er mit der gebachten Hotelgesellschaft in festem Kontraktsverhältniß ge standen, gute Geschäfte. Bevor P. von Berlin veschwand, nahm er noch überall, wo es ihm nur irgend möglich war, Darlehen auf und so sollen die von ihm in kurzer Zeit fontrahirten Schulden die Summe von 3000 M. erreichen. Einem lohnung von 10 M. meldete sich der Finder nicht, was um so darfst aber nicht glauben, liebe Julie, daß ich in Verzweiflung Malermeister, der in dem von ihm innegehabten Hause wohnt, hat dem B. allein gegen 700 M. geborgt, diverse ZeitungsSpediteure haben nicht unbedeutende Forderungen an P. und außerdem hat B. noch recht nennenswerthe Zechschulden bei einer ganzen Anzahl von Budifern zu begleichen vergessen. Das Verfahren B.'s ist um so verwerflicher, als er eine Frau in zweiter Ebe auf dem Wochenbett hinterläßt, der nun das auf Leibkontraft entnommene Mobiliar abgepfändet worden ift, nachdem dem betreffenden Möbelhändler die Flucht des lorene echte" war und wurde der Bestzerin wieder zugestellt. Herr Vertheidiger wird die Güte haben, Dir zu schreiben, dagemeldet worden. P., der einarmig ist, soll sich nach Chicago gewendet haben. Die neuerdings stattgehabten Revisionen von schmerzlicher für die Verliererin war, als das Armband ein ihr theures Andenken war. Jeßt, vor einigen Tagen, nachdem alle Hoffnung auf Wiedererlangung aufgegeben war, fährt dieselbe Dame mit mehreren anderen Damen im Omnibus; das Gespräch handelt zufällig von verlorenen Gegenständen und eine der Damen erzählt, ihre Nachbarin hätte neulich ein scheinbar imitirtes Armband gefunden. Nach näherer Erfundigung stellte es sich heraus, daß das„ imitirte" das verM. Eine brennende Lokomotive. Gestern( den 9. August) Vormittag gegen 11 Uhr gerieth der Kohlenbehälter einer wohl überheizten Lokomotive auf dem linken Geleife des Anhalter Bahnhofs in Brand und die Maschine setzte sich führerlos in Bewegung; zuerst langsam, dann schneller um schließlich in Windeseile davonzusausen. Durch die aus dem Hohlgefäßen haben mehrfach zu Beschlagnahmen und Beschwerlich für die passenden Mütter des kommenden Geschlechts Schornstein schlagende Flammen gerieth das Dach des der halten tönnen. nit ther da ift ift. izet Fin nent ber Ten, ber ren ten ten nde, bie eht, eber Don Frb Die Ders Ja Die age enn an mas im மன் Fin eht rem in fro Reschoben find Die bürger einmal die Galle überlaufen. Das heißt so ruhig wie Na, nichts für ungut, es fann auch dem ruhigsten Staatsandere Leute sind, können wir doch nicht sein. Wir loben Alles gern, was nur zu loben ist, ohne Unterschied der Person, aber bis zu einer Berhimmelung der Speisekarte von Plößensee fönnen wir uns doch nicht versteigen, Menschen, der uns deswegen zürnt? Kartoffelsupp', Kartoffelfupp', die ganze Woch' Kartoffelfupp" reichen Worte nicht, die einer etwas monotonen Melodie unterBlößensee. Wir figen ja leider auch nicht täglich bei Julig, aber nichts desto weniger fann man doch ein Anhänger eines guten Happen- Bappens" sein, denn der hält bekanntlich Leib und Seele zusammen. Daß man den aber hinter den rothen Mauern von Plößensee finden soll, das war uns bisher neu, Rüche ausbaldomert" zu haben, gebührt der Staatsbürger Beitung." Hoffentlich war der spaltenlange Artikel des Blattes, welches immer und immer noch mit Vernunft für Wohlfahrt, Freiheit und Macht" fämpft, feine Reflame für das KüchenEtablissement da draußen, wir würden wenigstens, trop der Dielgerühmten Mohrrüben, Kohlrabi, Erbsen und Sauerkohl ohne Böckelfleisch, herzlich gern auf eine Bewirthung in jenen giebt es einen wer kennt die geistgelten wohl auch im Hinblick auf Teltowerstraße vis- à- vis liegenden Güterschuppens in Brand. Hier zeigte es sich jedoch wieder einmal, wie vortrefflich unsere Feuerwehr organisirt ist, denn nach kaum 4 Minuten war die selbe mit Dampf- und anderen Sprizen, Wafferwagen 2c. zur Stelle und in furzer Zeit machte ein Theil der Mannschaft dem bösen Element den Garaus, während ein anderer dem enteilten Dampfroß nachfezte. Es war ein geradezu prächtiger Anblick, die brennende, gleichsam ängstlich stöhnende Maschine Dahinsausen zu sehen. Glücklicherweise war das Sicherheitsventil des Tenders offen und deshalb eine Explosion ausgeschlossen. Kurz vor Schöneberg tam der glühende Koloß zum Stehen, da das im Kessel enthaltene Waffer durch die glühende Size verdampft war und wurde mit einer zweiten nachgesandten Maschine bald darauf nach dem Maschinenhause genannten Bahnhofes zurückbefördert. Wie wir hören, soll die Lokomo tive feinen erheblichen Schaden erlitten haben; ob und weshalb noch nichts. und das Verdienst, die fulinarischen Genüsse der dortigen dem betreffenden Heizer eine Schuld trifft, darüber verlautet beiligen Hallen" verzichten. fein, Du bist wie eine Blume, so hold, so schön und rein! Du fannst nicht Strümpfe stopfen Klavier doch spielst Du Du lennit feine Braten und Saucen, das Kochen ist völlig Du hast viele noble Basfionen und ich ein zerrissenes Hemd! Dir ist, als ob ich die Hände müßt legen auf's Bortes Betend, daß Gott Dich erhalte, während ich pleite geh! 5 in ind end eine Fin ber ber mit thn ein Effer S wit ge Dent Ein Dir fremd! monnaie! geplagter Ehemann für Viele. Während der Schüßenfestwoche in Leipzig wurden beim dortigen städtischen Leihhaus nicht weniger als 90 000 M. Den N, Ein Opfer des Kegelsports. Auf eine sehr bedauerliche Art und Weise, die allen Liebhabern des Kegelsspiels zur dringenden Warnung gereichen dürfte, verunglückte vorgestern ein in der Dranienstraße wohnender Heilgehülfe H. Derselbe war gerade im Begriff eine Kegelfugel vom Kugelbehälter zu nehmen, als plöglich eine andere Kugel die schräge Bahn heftig herabgerollt fam und dem H. so unglücklich auf die Hand fiel, daß ihm der Fingernagel und das zweite Glied des Mittelfingers der rechten Hand zerschmettert wurde. H. mußte sich fofort in ärztliche Behandlung begeben. Gerichts- Zeitung. R Wegen Berleitung zum Diebstahl betritt der 16jährige Bursche Mannheim die Anklagebant. Derselbe soll den 9jährigen Sohn des Restaurateurs Thieme zu wiederholten Malen verleitet haben, seinem Vater Geld, Cigarren u. f. w. wegzunehmen. Der Angeklagte giebt zu, einmal eine Mark und öfters Cigarren von dem kleinen Thieme geschenkt erhalten zu haben, will jedoch nicht wissen, daß der Junge solches seinem Vater entwendet habe. Präfident: Was sagte denn der kleine Mar Thieme, woher er die Mart habe?" Ange Angeklagter: Die habe er vom Vater be die Cigarren?" Da indeß der kleine Mar tommen, um tauchen zu lernen." Thieme, wie auch sein Vater deponiren, daß Mannheim für verfette Pfänder verausgabt. Am Montag nach dem Feste flagter:" Vom Vater für Flaschenspülen." Präfident: Und versette ein in die Geldklemme gerathener Schüßenbruder sogar gewonnenen Ehrenbecher, um die erforderlichen Moneten für die Heimreise zu erhalten. bin nein, durchaus nicht, gerade das Gegentheil! Wenn ich wüßte, daß es euch gut ginge, tönnte ich zulegt noch lustig werden. Ich versichere Dich, liebes Weib, ich beneide Dich nicht um das Leben... Doch genug davon. Wenn Du also denkst, mein geliebtes Weib, daß es Dir nicht zu schwer, zu schmerzlich wird, nochmals von mir Abschied zu nehmen, so fomme mit meinem lieben Charles. Ich fann mit Du nicht hier unnöthig aufgehalten wirst. Liebes Weib! Ich habe legte Beit geträumt, daß unser lieber Kleiner Hermann laufen kann; ich sah, wie er an deinen Händen herumstolperte! Ist das war? Nun nochmals, geliebtes Weib, du wirst mir herzlich willkommen sein; doch bitte ich, zu bedenken, daß es jedenfalls sehr schmerzlich sein wird, noch mals von mir Abschied zu nehmen. Erinnere dich, liebe Julie, wie du schon einmal von mir Abschied nahmst, damals beim Rindbett unseres lieben Hermann, als du glaubtest, daß du es nicht überstehen wirst. Troßdem es mir damass das Herz fast zerriß, habe ich dich doch lächelnd beruhigt, und du stehst nun, daß es fich bewahrheiten wird, daß du mich überleben wirst. Ich habe es dir manchmal gesagt, doch du wolltest es nicht glauben. Geliebtes Weib! Ich habe an Madame A., B., C. ge schrieben, da ich weiß, wie diese sind. Sie werden Dir auch ferner Arbeit geben und Kundschaften zusenden. Ich hoffe, daß noch mehrere Damen Dir Arbeit geben werden. Also viel Glückwünsche an Dich, doch bitte ich Dich nochmals, nicht wieder Nächte durchzuarbeiten. Schone Deine Gesundheit und denke, daß Du für unsere lieben Buben recht lange arbeiten follst. Salte stets, schon von Anfang an, darauf, wenn sie die Schule besuchen, daß fie fleißig lernen. Wenn meine Mutter nicht hätte fortwährend müssen auf der Straße liegen, um für uns Brot zu verdienen, würde ich auch mehr gelernt haben, aber so war ich während meiner ganzen Kinder- und Schulzeit stets mir selbst überlassen fonnte thun und lassen, was ich wollte. Kinder müssen ihre freie Beit haben, aber auch strenge gehalten werden. Die übertriebene Liebe zu denselben ist oft, ja ſtets, von größtem Nachtheile für ste. Also Adieu, mein herzgeliebtes Weib! Lebe wohl, lebe glücklich! Sei mir herzlich gegrüßt und gefüßt. Herze und küffe meinen lieben Buben für mich. Sage allen denen, welche sich Deiner annehmen, meinen herzlichsten Dank. Grüße ebenfalls meine Freunde. Adieu! Adieu! Denke an mich, ich habe stets Dein Wohlergehen im Sinne und Herzen gehabt. Mein legter Gedanke wird Dir gehören. Dein Dich liebender Gatte Hermann Stellmacher. Mein Herr Vertheidiger wird Dir das Andere mittheilen. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. t. Eine stark besuchte öffentliche Versammlung der Buchbinder, Album-, Leder-, Mappen- und Cartonnagenarbeiter, in der auch die Meisterschaft sehr zahlreich vertreten war, fand am Freitag Abend in den Gratweil'schen Bierhallen unter Vorsitz des Herrn Michelsen, statt, welcher zugleich über die Tagesordnung: Wie soll die Lohnbewegung aller Branchen ingehandhabt werden und wann soll dieselbe eintreten? referirte. Es gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die heutige Versammlung der Buchbinder und verwandten Berufsgenoffen erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und für Pflicht eines jeden Kollegen und Kleinmeisters, sich dem Unterstüßungsverein anzuschließen, um endlich Front machen zu können gegen die Thätigkeit der Mädchen und Hilfsarbeiter sowohl, als auch eine Aufbefferung der Löhne und die Einführung eines NormalArbeitstages zu ermöglichen, damit unsere so tief gesunkene Gewerkschaft wieder aufblühe, wie in früheren Jahren." Verein zur Wahrung der materiellen Interessen der Drechsler und Berufsgenossen. Versammlung am Montag den 11. August, Abds. 8 Uhr, bei Teichert, Neue Grünftr. 32. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Gewerkschaftliche Fragen und Reformen. 3. Kaffenbericht. 4. Verschiedenes u. Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Die Kollegen werden ersucht, im Interesse unserer Sache zahlreich zu er scheinen." Der Verein der Parquetfußbodenleger Berlins hält am fünftigen Montag Abends 8 Uhr eine Mitglieder Verfammlung ab. D.: Wahl der Revisoren. Besprechung über Abhaltung des Stiftungsfestes. Verschiedenes. Lokal wie gewöhnlich: Wilhelmstraße 105 bei Koths. Die Generalversammlung des Fachvereins der Metallschrauben Facondreher und Berufsgenossen findet am Sonntag, den 10. d. Mts., Vormittags 10%, Uhr, in Wohlhaupt's Salon, Manteuffelstr. Nr. 9, statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Vorstand. Der Verein zur Wahrung der Intereff der Tischler und Berufsgenossen veranstaltet am 16. d. 2.13., Adalbert straße 21 bei Otto ein Kränzchen. Billets find zu haben bei Herrn Latur, Kottbuserstr. 15. Der Verein Berliner Hausdiener feierte am Sonntag, den 3. August, im Schüßenhaus Linienstr. 5 unter Betheiligung von 1500 Personen sein erstes Sommerfest, verbunden mit Konzert, Feuerwert, Gesang und Ball. Der Zudrang zu demfelben war so groß, daß die Kasse bereits um 6 Uhr gefchloffen werden mußte. Der Verein welcher erst 9 Monate besteht und fchon gegen 300 Mitglieder zählt, kann mit diesem Feste sehr zufrieden sein. Eine große Volksversammlung findet am Donnerstag, den 14. August cr. Abends 8% in Gratweils Bier hallen Kommandantenstr. 77-79 statt, wozu die Bürger Berlins ohne Unterschied der Partei, willkommen find. Die Tagesordnung und Referent in der Dienstag- Nummer d. Bl. Der Unterſtügungsverein der Buchbinder 1c. wird in seiner Sigung am nächsten Montag die Gründung eines Drgans besprechen. furterstr. 117, statt. Tagesordnung: 1. Die deutsch- freifinnige| Angeschuldigten kann, insoweit es nach dem Ermessen des Rich Partei. 2. Beruf der Preffe. 3. Diskussion. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist rege Betheiligung erwünscht. Eine große Volts- Versammlung findet am Diestag, Abends 8%, Uhr, im Lokale Urania, Wrangelstraße 9-10, statt. Tagesordnung: Die Einwirkungen unserer wirthschaftlichen Verhältnisse auf die Wohnungsfrage. Briefkasten der Redaction. H. Sch., Reichenbergerstr. 169. Wir sind ganz Ihrer Ansicht und behalten uns vor, in nächster Zeit auf die Sache einmal zurückzukommen. Besten Dank für fr. Zusendung. Gärtner Berlins. Bericht wegen Mangel an Raum in nächster Nummer. Bitte fünftig Manuskript nur auf einer Seite zu beschreiben. Dornbusch. Höchst oberfaul, kein Geld für das Zeug ausgeben. R. B. Verlegung der Wehrpflicht wird nach dem R.-R.G. § 140 mit Geldstrafe von 150 bis 3000 M. oder mit Gefängniß von 1 Monat bis 1 Jahr bestraft. Das Vermögen des 4. Klaffe 170. Königl. Preuß. Lotterie. Nur die Gewinne Ziehung vom 9. August 1884. 0 fiber 210 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 80 174[ 1500] 211[ 3000] 47 84[ 300] 404 7 15 17 34 602 28 60 704 34 [ 300] 66 815[ 3000] 81[ 3000] 911 87 89 97 1013 121[ 550] 22 61 93 99 259 96 308 33 76 471( 3000] 81 613 80 736 69 83 969 2012 79 92 125 59 82 72 3000] 33 206 58 68 308 61 435 39 78 89 525 39 621 97 703 19 52 860 992 3027 84 95 195 235 36 72 1550] 89 337 411 505 79 604 56[ 300] 745 892 946 96 4018 163 80 94 242 74[ 3000] 331 80 464 79 89 557 90 629 46( 550) 750 843 92[ 300) 903 49 5008 129[ 300] 243 309 21 72[ 1500] 462 91[ 1500] 517 26 99 656 306 18001 10 11 16 402 56 537 68 659 80 701 33 36 42 13001 885 935 55 [ 450000] 725 800 79 933 44[ 1500] 88 6030 36 1550] 55 66 75 181 204 92( 300) 7087 105 45 55( 6000) 204 19 46 49 314 51 70 81 422 48[ 1500] 610 27 78 743 44 60 820 21 84 937 8002 46 97 115 39 87 1550] 91[ 300] 201 13 31 45 51 81 318 26 71 422 30 524 69 640[ 300] 781 90 820 944 54 8989183 220 37 76 98 301 45 507 69 651[ 300] 54 63 68 98 852 10064[ 300] 65 92[ 1500] 98 118 22[ 300] 214 21 36[ 300] 94 366 77 544 49 915 11076 120[ 3000] 46 210 33 89 329 68 420[ 300] 507[ 300] 23 636 753 77 809 17 83 906 37 12035 117 215 85 301 40 57 96 449 506 81 82 648 728 913 21 58 13072[ 300] 78 149 213 90 381 403 77 78 85 93 500 57 74 613 80 890 928 31 64 91 96 14002 39 61 116 26 67 243 486 520 82 630 38 82 84 92 735 46 50 86 97 832 41 59 71[ 300] 82 15012 40 74[ 3000] 92 197 307 10 97[ 300] 99 403[ 300] 10[ 300] 23 47 615 700 18 63 825[ 3000] 70 96 927 16049 187 237 63 64 65 342 480 535[ 300] 650 726 41 49 92 858 17122 61 207 52 79 502 37 41 601 59 325 56( 3000) 96 413 569 653 60 750 817[ 300] 24( 300) 45 74 902 6 36 58 755 62 78[ 300] 814 75 18100 18[ 1500] 41 68 96[ 1550] 208[ 300] 92 19020 60 77 122 25 53 71 272 84 99 459 63 94[ 3000] 563 64 70 606 91 903[ 1500] 14 58 75[ 550] 12[ 1500] 42 52 94 802 7 81[ 300] 913 53 ters zur Dedung der den Angeschuldigten möglicher Weise treffenden höchsten Geldstrafe und der Kosten des Verfahrens erforderlich ist, mit Beschlag belegt werden. Ob in dem von Shnen angeregten Falle überhaugt ein rechtsfräftig gewordener Richterspruch stattgefunden hat, wissen wir nicht. 6. B. Lichtenbergerstr. Der Hauswirth ist nur berechtigt bei rechtzeitiger Kündigung innerhalb der ersten 3 Tage dieses Quartals die Räumung zum 1. Oftober zu verlangen. Eine Auflösung des Miethsverhältnisses zum 1. Januar fann er nicht beanspruchen. H. H, roth. Die Armendirektion hat einen Anspruch auf Erstattung der 30 M. und fann denselben im Wege der Klage geltend machen und durch Zwangsvollstreckungsmaßregeln realistren. 6. R. 1. Die Frau ist zu verklagen. 2. Die Forderung ist nicht verjährt. Die weitere Frage läßt sich erst dann beantworten, wenn Sie darlegen, wie Sie in den Besitz der Sachen gelangt find. 3. Zeigen Sie das Sachverhältniß dem Polizei- Präsidium an. 4. Das Miethsverhältniß endet erf mit Ablauf des Monats. 1900 12 13 45017 39[ 300] 65[ 3000] 115 21 205[ 300] 15 374 477 510 25 34[ 300 55 83 648 55 58 806 20 64 77 938[ 1500] 46000 42 135 41 48[ 300] 24 73 92 359 411 617 74 705 29 58[ 300] 94 850 58[ 300] 75 907 47024 2 37 80 95 153 207 83 384 94 410 70[ 300] 77[ 300] 506 14 84 618 733 45 644 49 78 625 89 791 831 77 960 49057( 3000] 248 59 67 325[ 300] 71 800 982 48020 92[ 550] 95 122[ 3000] 231 34 93 448[ 1500] 73[ 300] 72 97 537 43[ 550] 71 95 644 93 788 804 5 28 949 52 68 [ 1500] 847300] 83 51051[ 300] 117 226 42 57 83 376-434 70 753 58 817 50038 72[ 1500] 73 111 40 63 251 316[ 1500] 573[ 300] 679( 800) 764 47 83 97 923 38 52000 14 58 100 29 38 54 72 340 53( 300) 86 478 571 [ 1500] 692 787 893[ 300] 948 62 53038 45 51[ 1500] 124 96 308 75[ 3000 550] 88 54004 22 56 80 95 148 213 44 90 93 345[ 3000] 500 44 675 432 527 615 93 97 723( 3000] 26 43 46[ 550] 805( 550] 12 39 55[ 300] 98 ( 550) 92[ 550] 761 882 98 915[ 300] 29 46 62 [ 300] 80[ 30 000] 722 35 48 54 810 14 83 910 20 34 56018 59 1033 55013[ 1500] 94 195[ 3000] 285[ 3000] 421 96 513 74 79 633 5056 1500] 213 362 73 416 17 69 94 609 18 40 65 82 88 89 783 825 71 57029 40 109 19 225 376 79 486 562 674 725 26[ 3000] 42 803 17 19 31 67 903 58073 83 233 61 323 30 13001 78 87 405 26 77 99 500 45 81 627 75 705 813 16[ 300] 22 30 934 50[ 550] 59004 99 124 45[ 550] 50 55 80 261 328 43 77[ 1500] 96 416 27 54 99 563 72 731 47 847 63 87 94 954 60047[ 300] 88[ 300] 184 268 317 54 1300] 501 44 75 91 639 866 916 61006 41( 550) 100 4 258 73 79 324 37 419 44 49( 3000) 99[ 300] 5048 604[ 5501 97 702 38[ 3000] 65 93 834 70 983[ 1500] 93 62019 22 40 10 28[ 300] 207 16 58 90 341 410 20 543 48 98( 3000) 615 92 741 46 83 818 [ 3000] 87[ 300] 94 957 77 63067[ 300] 118 21 44[ 3000] 272 89 341 420 33 598 681 747 96 890 907 14 58 83[ 1500] 64031 52 69 133 39 52 60 ( 3000] 64 266 69 92 315 40 81[ 300] 465 595 623 26 72 785 812 912 21 72 81 92 65059 62 95 241 1300] 366 532 83 603 49 705 804 34.56 67 915 33 66 486 94 512 611 12 702 17 43[ 1500] 74 805 23 37 902 5 28 52 6709 [ 1500] 37[ 1500] 52 65 96 66131( 15000] 57( 550) 66 80 290 98 99 359 131 245[ 300] 75 800[ 3000] 11 16 30( 300] 74 992 68012 81 199 345 09 84 89 92 481 522[ 3000] 65 621 50 785 955[ 300] 61 65 69101 49 202 11 43 402 18 60 500 59 671 748 78 853 922 86 Die Lohntommiffion der Berliner Schneider hat zu 47 66 831 44 52 84 95[ 1500] 926 46 74 21000 23[ 550] 176 80 203 20067 116[ 550] 43 67 201 19 55 399 456 534 84 90 737 40[ 550] Mittwoch den 13. August, Abends 8 einhalb Uhr abermals[ 300] 74 343 58 423[ 550] 65 520 618 753 96 834 943 74 22030 143 721 67 865 97 900 27[ 300] 52[ 300] 70 71000 12[ 3001 26 318 67 7 70082[ 300] 116[ 300] 304 42( 550) 470 83( 550) 512 670 73 82( 3000 eine große Schneider- Versammlung nach dem Deutschen Ver- 220 86 382 483[ 300] 507( 300) 13[ 300] 33 669 86 727 55 74 93 814 17 406[ 300] 72 88 513 27 43 45 75( 1500) 718 24 61 81 843 7872043 19 einshaus, Wilhelmstr. 118, einberufen, um die in legter Ver- 73 78( 300) 615 34[ 300] 71 710 71 862 66 939[ 300] 24009( 1000) 25( 300) 966 73008 27 45 106 30 73 205 21 32[ 650] 81 320 78 441 513.10 925 55 28029 156 81 272 347 51 403[ 300] 27 46 63 78 88[ 1500] 511 71 324 26 39( 550) 518 57 88[ 300] 89 617 801 36 57 64 77( 1500) sammlung nicht erledigte Tagesordnung, betreffend; die Lohn- 33 80 83 89 91 179 236 74 359 449 92 512 54 61 65 655[ 300] 64 70 710 46 86( 3000] 633 68 78 723 73 866( 550) 69 959[ 300] 74058 99 109 1660 verhältnisse der Firma Hugo Wernaer und der„ Goldnen Hun- 19 65 77 817( 3000] 78 932 48 52 70 Dertzehn" zum Abschluß zu bringen. Außerdem wird die Kom 73 26049 137 47 48 50 201 77 329 31[ 300] 59[ 300] 72 97 470 550 705 25071 166 429 46 57 62 591 97 607 43 71[ 3000] 774 97 856 93 925 57 64 66 75[ 3000] 79 85 857 938 50 61[ 1500] 23 50 82 202 37[ 300] 309 25 59[ 3000] 68 90 523 41 612 16[ 550] 58 715 mission auch das Unwesen der Lombard- Ausverkäufe als auch[ 550] 35 45 49 55 56 99 828[ 300] 60 912 13 14 41 81 27008 13( 550) 808 600 75175 76 241 79 324 40 403 47 612 53[ 300] 98 720 57 60 77[ 550 Der Waarenabzahlungsgeschäfte zur Erörterung stellen und 32 43 46 69 70( 550) 944 28004 45 110 16 15501 48 224 31 67 78 91 311 61 212 31 49 96 328 92( 3000) 434 48 62 77 82 536 56 1300) 64 76946 14( 3000) 23 54 92 142 314 77 88( 550) 419 35 95 567 83 697 729 31 803 37 619( 3000) 55 91 711 21 70 87 90 877 972 78 85 90 77001 145 1300 erwartet bei der Wichtigkeit dieser Lebensfrage, daß die Schnei- 14 88 410 32 33 553 629 37 13001 81 90 13000) 769 80 803 903[ 1500] 9 74 1500) 822 25 45 51 958 78029 34 13001 73 100 30 69 235 37 48 391 der insgesammt zahlreich erscheinen: 15 74( 300) 29025 27 65 196 256 75[ 300] 78 379 406 59 80 532 46 96 416 49 618 31 49 1550] 718 37 854 74 906 45 68 99 79067 162 76 291 Eine große öffentliche Schuhmacher- Versammlung 65 726[ 300] 800 39 938 44 91 findet Montag, den 11. August, in der Urania, Wrangelstraße Nr. 9-10 statt. T.- D.: Reichstrantenfaffengeset. Ref.: Stadtv. Friz Gördi. Freie Diskussion. Verein der Modelltischler. Montag, Abends 8 Uhr, Aderstr. 144, Vortrag des Herrn Ingenieur Baftine: Die Geschichte der Dampfmaschine. Gäste willkommen. Das Sommerbergnügen des Fachvereins der Tischler findet Montag, den 11. Auguſt, in Th. Keller's Hoffäger, Freunde und Gönner Hasenheide, Bergmannstr. 51, statt. werden hierzu freundlichst eingeladen. In der freireligiösen Gemeinde spricht am Sonntag, Vormittag 10 Uhr, Stosenthalerstraße 38, Herr Schäfer, in Er örterung der versönlichen Heilsbedingungen zunächst über die Kraft des Willens. Zutritt steht Jedem frei. Eine Bolls- Versammlung findet am Montag, den 11. b. Mts., Abends 8, Uhr im Lofal Königsbant", Gr. FrantTheater. Sonntag, den 10., Montag den 11. Auguft. Die Königl. Theater find der Ferien wegen geschlossen. Deutsches Theater: Geschloffen. Menes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Der Bettelstudent. Wallner Theater: Hotel Blancmignon. Dend- Theater: Der Sonnwendhof. Walhalla Operetten- Theater: Nanon. Butfenstädtisches Theater: 101. Opern Vorstellung. Un= dine. Ein Arbeiter in der Konfektions-, sowie auch Buchbinderbranche bewandert sucht Stellung. Adressen wolle man in der Erped. b. Berl. Volfsbl. unter Nr. 103 abgeben Das unentgeltliche [ 550 Arbeits- Nachweis- Bureau für Klavier- Arbeiter befindet sich Staligerstr. 18 bei Stramm. [ 105 Heute, Sonntag Nachmittag, findet eine gemüthliche Zusammenkunft aller Schneider mit Familie und Freunden im Saal und Garten, Sophienstr. 15, statt. Billets vorher 25 Pf., an der Kaffe 30 Pf. Großes Konzert, Tanz und Kaffeeküche. 556] [ 416] Die Arbeitsnachweis- Kommission. Cigarren- Import F. W. Jaedicke NW., Invalidenstrasse 92 NW. empfiehlt gute Waare bei reeller Bedienung. Volks- Versammlung. 20 30011[ 300] 31 62 94 313 20 425 27 40 54 729 40 856 77 82 [ 300] 344 413 82 502 16 59 66 655 893 97 3001 31001 64 213 37, 1300] 332 44 15601 691 713 15 20 46 50 866 933 8 701 39 70 82 32014( 550) 55 82 92 225 64 301 66 71 400 30( 3000) 45 50 63 1500) 99( 300) 209 75 335 402 601 25 27 78 704 34 65 81 810 12.70 965 80018 34 96 157[ 550] 254 87 342 87[ 3000] 97 451 62 502 43 49 601 527 63 91 631 54 63 718 42 71 13001 808 27 308 409 30 159 77 1870 3000 203874 34 142 52 212 34 39 98 13001 303 500 624 30 63 102 33 48 64 13001 203 48 31( 800) 38010321 69 74 501 14 21 34 617 86 69 83 702 32 38 53 36 16501 807 30 63 912 56 1550] 80 84093 215 24 30 92 345 406 38 535 623 58 702 62( 300) 64 74 907044025 45 748 896 93883073 13 33 203423568189 322 67 311 13 28 63,63 [ 300] 47 636 753 91 814 75 935 88[ 300] Montag, den 11. August, Abends 8%, Uhr, im Lokale ,, Königsbank", Große Frankfurterstr. 117. Tagesordnung: 1) Die deutsch- freifinnige Bartei. Referent: Herr Mitan. 2) Beruf der Presse. Referent: Herr Kunkel. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. 35017 43 139 88 94 384 402 41 522 60 612 29 57 719 36[ 550] 57 87 917 51 92 829 73[ 300] 77 36014 27 29 82 95 117 43 82[ 1500] 235 61[ 300] [ 300] 119 31 46 92 259 73 374 75 411 83 572 94 628[ 300] 715 57 92 823 336( 550) 87 458 64[ 300] 83 91 523 58 613[ 1500] 64[ 300] 710 28 40 42 627 33 35[ 300] 886 933 85063 125 41[ 300] 209[ 300] 339 75[ 550] 94 450 504 29 39[ 3000 6000) 41 833 56 913 94( 300) 37039 89 163 72 81 94 209 408 79 512 67 74 707 846( 1500) 85 95 99 86024 104 48 345 451 60 83 552 62 611 619 64 80 776 806( 300) 67 998 38000( 300) 57 94 119[ 3000] 77 202 4 318 405( 1500) 16 71 78( 550) 86 526[ 1500] 68 747 85( 300) 80264900 33 304 88 492 539[ 550] 67 95 605 25 28 70 80 709 18 19 40 43[ 1500] 70 94 88061 78 98 106 239 80 339 70 87 412 58 569( 300) 85( 30 44 52 69 72 849 981[ 550] 39162 67 71[ 6000] 92 294 98[ 300] 360 423 621[ 300] 23[ 3000] 57 748 823 918 27[ 300] 28 46[ 300] 62 77 89065 71 626 34 37 67 739 87 845 957[ 300] 52 61 81 1300 766 822( 303) 29 94 98 315701 902 81 92 941023 61 86 1855 65 83 345 59 85 87 506 96 608 45 70 74 170 85 228 367 571[ 300] 80 725 43 93 837 69 92 912[ 300] 14 16 83 90066 163 296 372[ 550] 424 92 534[ 3000] 37 61 678 707 47 79 98 238 307 3000] 17 97 659( 300) 95 622 56 73 704 42013 19 139 217 25 335 37 36 60 94 638( 550) 91( 300) 616( 500) 778$ 16$ 1 960( 15000734 841 43 54 919-616013021 9190-2009 57 02( 3000) 3120 98205 13 17 94007 34 1500] 132( 15001 37 46 206 307 408( 550) 35 40 115001 31 410 35 49[ 300] 58 63 73 99[ 3000] 535 46 53 74 610 42 46 52[ 550] 729[ 1500] 92014[ 550] 66 78 121 66 81 249 75 342[ 300] 86 502 29 613 734 1550] 24 33 55( 550) 95 329 400 68[ 1500] 537[ 300] 93 608 32 81 713 863 648 759 11 553] Der Einberufer. Große Versammlung des Bezirksvereins der arbeitenden Bevölkerung im Westen Berlins. Montag, den 11. d. M., Abends 8%, Uhr, in Menzel's Salon, Potsdamerstr, 74. 1) Vortrag des Regierungs- Baumeisters Herrn Keßler über Das Bauernthum. 2) Wahl des ersten Vorsitzenden. 3) Fragekasten. 4) Verschiedenes. Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist von großer Wichtigkeit. 552] Der Vorstand. Außerordentliche General- Versammlung des Vereins der Fraiser und Berufsgenossen, am Montag, den 11. b. M., Abends 8 Uhr im Lokal des Hrn. Muthte, Köpniderstr. 150-51. Tagesordnung: AufLösung des Vereins resp. Aenderung der Statuten. Das Buch [ 540] Der Vorstand. Legitimirt. Verantwortlicher Redacteur R. Bezirksver. d. werkth. Volkes d. 29., 30. u. 31. Wahlbez. Mittwoch, 13. Aug., Abends 8%, Uhr, Versammlung, Grena dierstr. 39. T.- D.: 1. Vortrag. 2. Besprechung der Landparthie. Der feine Barbier. Jean, der mich lange schon rafirt, N E nad mar Abr zuri To t Jum Am tein nebr fällt Baff Sti nuß fei, geth Dan 8 gr Gep trete Das billet giere Dam Der gege Solle Dich fteige lints mit er, a Den ihm, 93 aff noch dann zu ha und mit d herip war lauter hunde math gende 70 lich et tomm Stimm im V Spar misch nicht Schick Deren tomme Don 1,70 9 ab! Der honorirt mich nobel, Unterstützungsv. d. Buchbinder und nie besonders equipiet Doch muß ich fein erscheinen da Mit seinem Seifentasten tam, Ich war schon in Verlegenheit Montag, den 11. Auguft, Alte Jakobstr. 37. Tagesord- Blöglich' ne Wandlung unter- Mein legter Rock, Wefte, Bein nung: 1. Organfrage. 2. Anträge von Mitgliedern. 6. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen dringend nothwendig. 548 General- Versammlung des Fachverein der Schneider am Montag, den 11. Auguſt cr., im Lokal KommandantenStraße 20. T.- D.: Rechnungslegung und Ersatzwahl. Mitgliedstarte legitimirt. 549 Der Vorstand. Große Volks- Versammlung [ 538 Am Dienstag, den 12. August, Abends 8½ Uhr, in der Urania, Wrangelstraße 9/10. Tagesordnung: Die Einwirkungen der wirthschaftlichen Verhältnisse auf die Wohnungsfrage. Referent: Herr Liefländer. Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Einberufer. Bezirks Verein des werkthätigen Volkes der Schönhauser Vorstadt hält am Dienstag, den 12. d. M., Abends 8%, Uhr, seine regelmäßige Versammlung in Meister's Lokal, Schönhauser Allee 161, ab. Vortrag des Naturarzt und Bahnkünstlers Herrn Sperling, Neanderstraße 28, über Anwendung der Naturheilkunde an lebensgroßen Modellen. Gäste willkommen. 551] Der Vorstand. Noh- Tabak! [ 549 Hochfeine Sumatra- Dede à 540 Bf. Studblatt à 150 Bf., 210 Bf. Domingo à 110 Bf. Carmen à 115 Pf. St. Felix Brafil à 85, 100, 115, 125 und 135 Pf. Alte elsaffer Rebut 58 und 70 Bf. empfehlen in jedem Quantum Bergemann u. Donisch, C. Aleranderstr. 8. Die statistischen Wahltafeln find soeben erschienen und in der Expedition des„ Berliner Boltsblatt", Bimmerftr. 44, zu haben. Die Nr. 7 der humoristischen Blätter, Der wahre Jacob" ist erschienen und in der Exped. d.„ Berl. Volksbl." zu haben. Cigarren- Fabrit von E. A. Tietz, Invalidenstr. 124 vis- à- vis Stettiner Bahnhof, empfiehlt fein Fabrikat renommirter Cigarren, wie Rau und Schnupftabate en gros et en détail, [ 328 nahm. fleid Ich fannt ihn nicht, so fein ge- Sah'n wirklich aus wie Blany puzt, Modernisirt und aufgeftugt. brett, Kattun Was sollte ich da machen mun Darauf Jean! rief ich, Himmel Schwere Am., Grünen Weg" fiel mis Sie geh'n ja jetzt so sehr adrett! ,, Die gold'ne 95 auf. Ja, jagte er recht treu u brav, Busch war ich drin als Eilbarbier Mich engagirte jüngst ein Graf. Ich suchte, fand und laufte mir Ueber 10 000 Frühjahrs- und Sommer- Baletots( Mobe 1884) in guten reinwollenen Stoffen zu bedeutend berabgefesten Breijen 11, 13, 15, 18, 21, 24, 27 Mt. Brima. 30, 33, 36, 39, 42, 45 M. ff. 12 000 getren Swisch 2 Nachd Den be Don De Den Ni Tönnen erhielt inländi Geldtr aus de führt berleib den verlade braune ausfpäl Durch d Tigern find. engl. Jaquet- u. Rod Anzüge, ganzer Anzug nur 13, 15, 18 20, 24, 30, 36 Mt. Prima. Ball- und Gesellschafts Ang 7000 Hosen und Weften& 8, 10, 12, 14, 15 Mt. Pr.- Einsegnungs- Anzüge zu 14, 18 20, 24, 26 Mt. ff. Knaben- Anzüge zu auffallend billigen Preisen. Waschanzüge, Alpacca- Jaquets, Comtoir baus Soppen sehr billig. Winter Baletots, Reise- Mäntel und Schlafröcke werden zur Hälfte des Tarpreises ausverlauft, mu ,, Gold'nen 95" 95, Grüner Weg 95, am Andreasplay allein in der Ignaz Weiland. Auch an Sonn- und Festtagen bis 7 Uhr abends geöffnet. Die vorhandene Liquidationsmaffe, Gr. Frankfurter Strasse 115. bestehend aus: Kleiderstoffen, Cachemirs Damen- Mänteln, Leinen und Baumwoll Waaren, Gardinen und Teppichen. fowie Damen- Herren- und Kinder- Wäsche tommt täglich von 8-12 V., 1-2 N. zum billigften Taxpreise zum Ausverkauf. 49] Der Verwalter. Beilage 1 Schlafft. 3. verm. Wienerstr. 45, H. 1 Tr., b. Drefte( fen Abg. v. Kammg., Tibet, Tricot, Tuch u. Wolle kauft und holt ab F. Quedeno, Wienerstr. Nr. 40. [ 291 Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthftraße 2. Dierzu eine Auge fehr mi als daß unentw ganzen fiebzehn Gegend lichtgri Balmen Steden birte ich fälligen unferem gegen W und malitäte ließ ich fuhr ich chroniqu fügte er eridoffer rabiater nicht d ich, und berührte an berar chen Fal fand. 2 Feftung 13 ch eife ens Con net tigt fes Fine icht auf ge eln ann Der Dem erfi 300 24 754 817 577 000 983 675 7029 959 703 328 916 048 101 818 420 60 358 098 578 202 500 773 114 93 319 550 715 5501 520 300 629 346 291 601 904 055 3 68 036 823 000 611 7 36 924 300 065 537 da beit ein D any tum mir f biet obc tent 18 Nr. 109. bff Beilage zum Berliner Volksblatt. Sonntag, den 10. August 1884. Eine Reise von Hamburg nach New- York| binlegen will, außer einer einen Kletterübung noch eine fleine von J. Homuth. Ein Bekannter von mir, welcher vor einigen Monaten nach Amerika gegangen war, und den ich neulich ganz erstaunt war wieder hier in Deutschland zu finden, da er mir vor seiner Abreise erklärt hatte, er würde nie wieder nach Deutschland zurüd tehren, erzählte folgendes: Wenn Moris Busch sagt: Ein Vergnügen eigner Art ist doch eine Wasserfahrt, so ist das Vergnügen nicht nur eigner, sondern sonderbarer und uweilen zweifelhafter Art auf der Reise von Deutschland nach Amerita im Bwischendeck eines deutschen Dampfers. Ich hatte feine Mittel, um Rajüte fahren zu können, mußte also vorlieb nehmen, mit dem, was mir geboten wurde. Der Dampfer, mit dem ich fahren wollte, ein großer schwerfälliger Raften, lag im Hamburger Hafen und erwartete seine Baffagiere. Es war regnerisches Wetter, troßdem aber die Stimmung der Baffagiere eine ziemlich lebhafte. Manche hatten augenscheinlich der Fabel, daß starker Ge nuß geistiger Getränke ein gutes Mittel gegen die Seekrankheit lei, sehr willig Gehör geltehen und des Guten etwas zu viel gethan. Ich fuhr mit einer Jolle durch den Hafen dem Dampfer zu, neben mir kam eine andere; es standen aber schon 8 große Dichuten am Dampfer, ebenfalls mit Baffagieren und Bepäd beladen. Unten an der Schiffstreppe stand der Ver treter der Schifffahrtsgesellschaft, bei welchem jeder, der auf Das Schiff wollte, seinen Passagierschein gegen das Schiffsbillets eintauschen mußte. Die Jollenführer riefen den Paffa gieren zu, in die Dschuten zu steigen, welche unmittelbar am Dampfer hielten, da ste selbst nicht mehr heran konnten. In der Jolle neben der unsern, schien auch einer zuviel Medizin gegen die Seekrankheit vorher eingenommen zu haben, der Rollenführer ruderte mit Rüdficht auf ihn ganz nahe an die Dichute heran und rief ihm zu, er solle nun rechts hinüberfteigen. In seinem Rausch aber verwechselte er rechts und lints, und ohne seinen frohen Gesang: hinaus in die Ferne, mit lautem Hörnerklang" зи unterbrechen, sprang er, anstatt rechts in die Dschute, links in's Wasser. Ein Reisegefährte, der schon vorher Mühe gehabt hatte den lustigen Burschen einigermaßen in Raison zu halten, gab bm, welcher sogleich nach dem kalten Bade den Kopf über das affer erhob und das erstaunteste Geficht von der Welt machte, noch im Wasser ein paar schallende Ohrfeigen und zog ihn dann unter fräftigen Püffen heraus. Er schien eine gute Natur zu haben, schüttelte fich etwas, war aber sonst ganz wie vorher und nach Beginn der Fahrt sah ich ihn mit denselben Kleidern, mit denen er das unfreiwillige Bad genommen, an Deck um herfpazieren. Um 4 Uhr sollte das Schiff abgehen, um halb sechs Uhr bar endlich Alles fertig. Ein lauter Pfiff der Maschine, ein lauter Jubelruf der Seeleute und als Antwort darauf einige hunder Seufzer aus gequälten Menschenherzen, denen die hei math zur Fremde geworden und hinaus ging es in die wogende See. Tour auf allen Vieren machen muß. Das Licht dringt durch über der ersten Etage angebrachte Luten von dem Umfange eines Tellers, in den Schiffsraum. Nachdem ich die im Passage- Kontraft versprochene Matrage", auf gut Deutsch ,, Strohsad", und das Keillissen, ebenfalls einen Strohfad von den Dimenfionen eines thüringischen Landbrodes, in die richtige Lage gebracht, mein Gepäck und das unvermeidliche Blechgeschirr( Waschnapf, Eßnapf, Wasserflasche, Butterdose 2c.) unter meiner Lagerstätte aufgestapelt hatte; schloß ich mit mei nem linken Nachbar, einem Kupferschmied aus dem Königreich Sachsen, der seine Frau und einen sehr netten fleinen Jungen mit in die neue Welt nahm, Bekanntschaft. Mein rechter Nachbar war ein Bauer aus Pommern, die Pläge neben ihm waren von polnischen Juden besetzt, die feinen Morgen und Abend porübergehen ließen, ohne mit dem Gebetriemen und den anderen gebräuchlichen Ceremonien ihre Gebete zu verrichten, uns gegenüber lagen Böhmen und auf der andern Seite des Schiffes Dänen, es war fast wie beim Sängerfest auf Korinthus Landesenge, nur nicht so feftlich: Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gaftlich hier zusammentamen?" " 1 Nachdem ich mich so allmählich in meiner Umgebung zu rechtgefunden, begab ich mich an Deck, um von dort Aus- und Umschau zu halten. Es war mittlerweile Abend geworden und ich bemerkte, daß uns der Lotse verlassen hatte und wir, aus mir unbekanntem Grunde, auf der Höhe von Kurbafen anter ten. Ich bemerkte nun unter den Passagieren, die fich alle schon etwas näher getreten waren, wie es schien, und sich meist lebhaft unterhielten, auch noch andere, als die genannten Voltsangehörigen. Da waren Slowaten in der, jedem bekannten, so zu sagen, zur Uniform gewordenen Klei dung, dort mit lebhafter Geftitulation sich unterhaltende Italiener, dort wieder einige Desterreicher und Ungarn. Bekannt schaft war bald gemacht, der Hamburger bereits so gemüthlich mit dem Wiener und der Berliner mit dem Stuttgarter, als ob fie aufgewachsen wären; wußte doch jeder, daß er die Be schwerden und Schönheiten der Reise werde mit dem andern theilen müssen. Nachdem man fich endlich müde erzählt und geplaudert, wurde das Deck allmählich leerer und man legte sich zur Ruhe. ich folgte dem allgemeinen Beispiel und versuchte zu und versuchte zu schlafen; bald aber, nachdem ich mich niedergelegt, wurde ich von dem Geschrei der ziemlich zahlreich vorhandenen jüngeren Fahrgäste aufgewedt und da daffelbe mehr zu als abnahm, so froch ich aus meiner meiner Lagerstätte hervor und ging wieder an Deck. Hier traf ich nur noch wenig Menschen anwesend, unter andern einen jungen Kaufmann aus Hamburg, welcher nach New- York reifte, um Erkundigungen über eine verschollene Ladung werthvoller Kaufmannsgüter einzuziehen. Wir unterhielten uns einige Stunden ganz angenehm, bis wir uns trennten, um wieder zur Ruhe zu gehen. Nach wenigen Stunden unruhigen Schlafs wurde ich durch den Ruf: Staffee bolen" geweckt. Bugleich erschien der Verwalter des Schiffes, theilte die Passagierschaft in Bacchaften, deren erwachsene Mitglieder fich in dem Holen des Effens abzuwechseln hatten und in furzer Zeit erschien der Kaffee auf dem Schauplaz, ein Gebräu, an dessen Entstehung eine Cichorienfabrik ficher mehr Schuld hatte, als irgend eine Kaffee plantage. Dazu gab es eine Stange" Weißbrod und eine Scheibe Schwarzbrod und Butter. Lettere war von so er bärmlicher Dualität, daß das erste damit genoffene Stück Brot mir Veranlassung zu einem Anfall Seekrankheit wurde, der erst nach einigen Stunden vorüberging. lich einen Platz gefunden, eine eigenthümliche Situation be Ich hatte, nachdem ich in dem allgemeinen Wirrwarr endtommen. Das Schiff war nur für Zwischendedspaffagiere be stimmt und man hatte sich bemüht, die ledigen jungen Männer Sparded und die verheiratheten Leute und Familien im Hinter zwischended unterzubringen. Doch fonnte diese Eintheilung nicht völlig zur Durchführung gelangen und so hatte ich das Deren Mangel an Reinlichkeit fich anszeichnende Ruffin zu Schicksal, zwischen zwei Familien und unter eine durch beson Höhe von Helgoland, deutlich fonnten wir den Felsen aus tommen. Zwischendeck und Spardeck waren in zwei Etagen Don Lagerstätten getheilt, deren jede 0,75 Meter breit und 1,70 Meter lang ist, und welche durch Bretter von einander getrennt find. Zwischen der ersten und zweiten Etage ist ein 3wischenraum von etwa einem Meter, so daß jeder, der sich Aus dem ostindischen Soldatenleben. Nachdruck verboten.] Bon R. C. ( Fortseßung und Schluß.) den berückend schönen Felsenthälern endlich die verdiente Rube hier glaubten wir bei dem regelmäßigen Garnisondienst in Als ich wieder an Deck fam, waren wir bereits auf der rothem Sandstein sehen, der fich flar in den Strahlen der Sonne aus den grünen Fluthen abhob. Bald war auch er unsern Blicken entschwunden und wir fuhren quer durch die Nordsee auf den Kanal zwischen der Nordspiße von Schottland und den Orkneyinseln zu, durch welchen wir auf den offenen Ocean und zu unserem Bestimmungsort gelangen sollten. durch eine Glasthür von dem Hofe getrennt war und früher als Wachtstube gedient hatte, zwei riefige afrikanische Infanteriften, die auf ihre Gewehre gelehnt, unverwandt mit dem ihrer Raffe eigenthümlichen stieren Blick in das Bimmer schauten. Auch ich gab einer unwillkürlichen Regung der Neugierde nach und versuchte im Vorbeireiten einen Blick durch die blinden Scheiben zu werfen. Da trat ein Mann, nur mit Hemd und Beinkleidern bekleidet, mit 1. Jahrgang. Das Mittagbrod war mittlerweile zu seiner Vollendung gediehen und bestand in Graupensuppe, Salzfleisch und Kar foffeln. An der Beschaffenheit dieser Gegenstände war eigent wenig auszuseßen, weil wir nach den beschränkten Kücheneinrichtungen auf dem Schiff es eigentlich nicht beffer verlangen fonnten. Kartoffeln und Fleisch waren mit Dampf gekocht und daher war einem der Geschmad eben etwas ungewohnt. Nur wäre beim Kochen und Vertheilen des Essens mehr Reinlichkeit zu wünschen gewesen und daß nicht, wie ich es bei der Reise von New- York nach Deutschland gesehen habe, die Matrosenwäsche über den Kesseln, in denen Effen gefocht wird, zum Trocnen aushängt. Des Abends wurde ein ebenso unqualifizirbarer Thee ausge theilt, wie der Kaffee am Morgen gewesen war. Man verbesserte den Geschmack durch ein Stück des am Morgen vertheilten Brodes und das Wort des Kapuziners im Wallenstein: Was sagt der Prediger, contenti estote! Begnügt euch mit eurem Kommißbrote. und den Frühstücksspruch des Rekruten: ich effe hier nur Brot und Salz, das Vaterland, es ist mein Schmalz!" Und so ging es einen Tag wie den andern, nur daß die Graupen zeitweise durch Erbsen, Bohnen zc. ersegt wurden und der Sonntag extra durch ,, Rosinenpudding mit Pflaumensauce" versüßt wurde, deffen Qualität aber, wie der Augenschein lehrte, nur von Slovaken genügend gewürdigt wurde. 13 Doch genug von der Materie. Für die äußeren Beschwerden gab die Reise doch auch Entschädigung in Genüffen, die Auge und Herz etwas boten. Ich brauche nicht die wunderbar schönen Sonnen Auf- und Untergänge beschreiben. Sie find eben, allen Beschreibungen zum Troße, unbeschreiblich. Auch ein Seefturm hat seine Schönheiten, wenn der Sturm das Schiff von der einen Seite auf die andere wirft, so daß es fast ganz und gar umgekehrt wird und kentern würde, wenn nicht die wuchtige Kraft der Maschine das Schiff wieder in die Gleichgewichtslage brächte. Defter faben wir auch eine Art Meerfische, welche wohl eine halbe Stunde lang dem Schiffe zur Seite waren, bald durch die Wellen dahinschießend, bald mit ihren Flugfloffen sich über die Wellen ers hebend, und Wallfische, welche Springbrunnen gleich in meterhohen Bogen das in ihren zum Luftschöpfen bestimmten Drganen befindliche Wasser aussprigten. Nach 18 tägiger Fahrt bekamen wir endlich den amerikanischen Lootsen an Bord. Ein Seegelboot mit 2 fleinen Booten an Bord desselben, eine große Nummer 16 auf dem Segel, erschien, und, nachdem von uns eine Stridleiter her niedergelassen, tam binnen] Kurzem eine stattliche Er scheinung an Bord, ganz und gar mit Bündeln von Beitungen behangen, und übernahm die Leitung des Schiffes zu dem New- Dorter Hafen, in welchem wir 1% Tage darauf an langten und dem Schöpfer für eine glücklich überstandene Seereise danken konnten. Lokales. N. Neuer Besuch der Kannibalen im Anthropologischen Museum: Auch in linguistischer Beziehung gaben die beiden Australier, die am Donnerstag ihren Besuch im Museum wiederholten, unseren Ethnologen sehr interessante Aufklärungen. Aus dem mehrere Bogen starken Protokoll, das die schon ge nannten Herren, die Herren Doktoren Grünwedel und Grube, mit den Wilden anfnahmen und das demnächst in einer größeren wissenschaftlichen Arbeit der gelehrten Welt zugänglich gemacht werden soll, entnehmen wir folgende intereffante Details: Bunächst ist zu bemerken, daß das Bahlensystem der Australier entgegen früheren Behauptungen nur Don 1 bis 4 reicht und daß für höhere Bahlenbegriffe dieselben Worte durch einfaches wiederholtes Aufzählen zum Ausdruck gebracht werden. Originell ist, daß die Namen der einzelnen Körpertheile der Thiere, beispielsweise beim Rängeruh mit Gliedmaßen des menschlichen Körpers idenGeistlichen war Jeder abgewiesen worden. Als ich eintrat, stand er auf, ging mir mit vollendeter Höflichkeit einige Schritte entgegen, indem er mir beide Hände bot. Ich danke Ihnen von Herzen für diese Freundlichkeit", sagte er in französischer Sprache, nehmen Sie Plaz und laffen Sie diese beiden Menschen einen Augenblick hinaustreten, ich will Sie nicht lange aufhalten, fügte er mit verbindlichem Ausdruck hinzu, indem er auf meine lönnen. Ich hatte mich getäuscht. Gleich in den ersten Tagen schnellem Schritt an das Fenster und machte einige haftige beiden Korporale und faßten außerhalb der Glasthür Posto. erhielt ich den Befehl, mich mit einem Unteroffizier und zwölf Handbewegungen nach mir zu. Um Gotteswillen," durch inländischen Reitern bereit zu halten, um einen bedeutenden Geldtransport nach der Festung Willem I. zu bringen, von wo aus derselbe per Bahn an die Hauptfasse zu Samarang abgeführt werden sollte. Die Begleiter sollten dann gleich, um Den Rückgang zu ersparen, der Besayung von Willem I. ein den Weg, die beiden schwerfälligen Büffelfarren, in die der Schat verladen war, in die Mitte nehmend, während vor und hinter uns 2 zuckte mich plöglich der Gedanke, das ist ja mein Transportgenoffe, der widerspenstige junge Belgier." Hoch bäumte fich mein Brauner auf, der meine plößliche Bewegung miß verstanden hatte, ich hatte Mühe ihn wieder zu beruhigen. Wie im Traum widelte ich meine Geschäfte ab, ich ließ das Geld nachwiegen, meine Wannschaften wurden in ihre Quartiere ent laffen, ich hörte kaum die fröhlichen Worte meiner Kameraden, die mir Glück wünschten zu dem vollendeten gefährlichen Buge, braune Reiter, den Karabiner auf dem Schenkel, aufmerksam mich bewegte nur das Eine: wie kam der junge Mann, dem ich Auge und Ohr entgehen ließen. So zogen wir lautlos tagelang ausspähten, und nicht das Geringste Verdächtige ihrem scharfen durch die gewaltigen Wälder von Ngawie, die zur Hälfte von Tigern, zur Hälfte von inländischen Räuberbanden bevölfert find. Ich, als die einzig fühlende Brust unter uns, war zu als daß ich viel auf die wilde, jungfräuliche Schönheit dieser unentweihten Natur, die nur wenige europäische Augen in ihrer ganzen Herrlichkeit bewundert haben, hätte achten fönnen. Nach meine Sympathie nie versagen konnte, zu einem so jähen schredlichen Ende? Was ich erfuhr, war wenig. Er hatte bald, nachdem er einem Bataillon zugetheilt war, fich wegen eines schweren Insubordinationsvergehens eine mehrjährige Festungsftrafe zugezogen, und kaum auf freien Fuß gefeßt, hatte er einen fehr mit der auf mir ruhenden Verantwortlichkeit beschäftigt, seiner Vorgesepten beinahe erwürgt. Bum Tode durch die Kugel verurtheilt, hatte er sich geweigert, ein Gnadengeſuch an den Gouverneur- General von Indien einzureichen, und so sollte morgen die Erefution vor fich gehen. Mon capitaine, j'aspire pour la mort, das fiel mir unwillkürlich ein, mit entseglicher " Für die paar Minuten fönnen wir wohl den Rangunterschied fallen laffen," begann er, gestatten Sie mit, daß ich Sie bes diene." Troß meiner ablehnenden Bewegung schenkte er mir ein Glas Wein ein, seine Hand zitterte nicht im Geringften, als er sein Glas erhob, um mit mir anzustoßen. Ich blickte ihm fest ins Auge, war dieser Salonton nur eine Maste, hinter welcher fich die Verzweiflung verbarg, oder war dieser Mann wirklich so abgeſtumpft, daß ihn sein entfeßliches Schicksal nicht rührte? Mir fing an unheimlich zu werden, ich war hierher gekommen mit der Absicht, einem Unglücklichen einige Worte des Trostes und der Ermuthigung zu sagen, und dieser Unglückliche that, als ob er mich zu einer Spielparthie eingeladen hätte. Ich war in Verle genheit, was ich ibm fagen sollte, schließlich begann er Vielleicht ist es nicht ganz ohne Intereffe für Sie, zu erfahren, wie ich eigentlich in diese Lage, gekommen bin; es ist in drei Worten abgemacht." Sehen Sie," ſagte er, indem er fich in seinen Stuhl zurücklehnte, und träumerisch in das Licht blickte, als wollte er seine Erinnerungen sammeln, sehen wieder: Gegenden. Ein Stein fiel mir vom Herzen, als ich die saftigen Klarheit ftand es bei mir fest, dieser Mann hatte den Tod ge- Mein Vater war ein angesehener Advokat zu X., er nannte lichtgrünen Reisfelder wieder erblickte, mit den blaugrünen sucht. Fast Alle von uns hatten dem Tod mehr oder weniger Steden liebt Balmenwäldchen, worin der Javane seine Wohnungen zu ver birte ich Trab", einer der Kavalleristen veranlaßte die schwer " die Gefahr war überstanden. Munter fommanoft ins Auge gesehen, es ist etwas Anderes, den Tod im Gefecht zu finden, wo alle Leidenschaften des menschlichen Herzens in die wildeste Aufregung versezt find, wo man berauscht wird Trompetenton begeistert, und die wehenden Fahnen zum fälligen Büffel durch einige Hiebe mit der flachen Klinge fich durch den Anblid von Blut und Feuer, wo schmetternder gegen Mittag das mächtige Fort Willem I. mit seinen Bastionen muthigen Ansturm mahnen, hier stirbt man in Erfüllung seiner und Wällen. Nachdem wir die üblichen militärischen For Pflicht und ehrendes Andenken bleibt dem Gefallenen. Aber malitäten, um überhaupt Einlaß zu erhalten, erfüllt hatten, ließ ich halten und einen Augenblic abfigen. Natürlich ers fuhr ich hier von dem wachhabenden Offizier die ganze chronique scandaleuse der Garnison, und ganz beiläufig sprechen. fügte er zum Schluß hinzu: Morgen wird hier ein Soldat erschoffen, wenn ich mich nicht irre, ein Belgier, ein ganz durch systematisches Begehen von Verbrechen einen ruhmlosen Verbrechertod fuchen, dazu müßte ein hartes schreckliches Schickfal die Veranlassung geben. Doch ich mußte ihn sehen, ihn Es dunkelte bereits, als ich vor die bewußte Glasthür trat. Man hatte in dem Zimmer Licht angezündet, ich konnte ihn von den Namen einer bedeutenden belgischen Stadt. Er starb früh, und hinterließ mich und ein bedeutendes Vermögen meiner Mutter, deren einzige Freude und Stolz ich war. Nach Beendigung meiner Studien wollte ich die Karriere meines Vaters ergreifen. Ich war glücklich, denn ich liebte und glaubte mich geliebt von von einem Mädchen, das schön war, wie die junge Morgenröthe, und, wie ich dachte, rein und tugendhaft, wie ein Engel Gottes." Er hatte die legten Worte in tiefer Erregung hervorgestoßen, sein bleiches Antlig hatte fich geröthet, und frampfhaft umspannte seine Hand die Lehne seines Stuhls. Dieses Weib buhlte beimlich mit einem Unwürdigen, dem ich meine Freundschaft geschenkt hatte, und diesen Unwürdigen habe ich ermordet," sagte er plöglich rabiater Kerl, Sie werden das mit ansehen?" Wenn ich Außen sehen, ohne daß er mich bemerkte. Wein und Cigarren zehnmal ermordet, wenn er zehn Leben gehabt hätte." Er ging " ich, und so ritten wir in den inneren Hof. Die Nachricht berührte mich eigentlich wenig, man war zu sehr er aufmerksam die das Licht umspielenden Muskiten zu ver folgen schien. Bu beiden Seiten von ihm saßen zwei alte graue an derartige blutige Schauspiele gewöhnt, um von einem sol- europäische Korporale, die mit düsterer, trüber Miene in das chen Fall noch viel Aufhebens zu machen. Ich kannte die Festung von früher, und wußte, wo sich der Verurtheilte be fand. Wir erblickten auch bald vor einem Zimmer, das nur Licht schauten. Das unheimliche Bild vervollständigten die beiden Afrikaner, die regungslos durch die Scheiben starrten. Er schien meinen Bersuch erwartet zu haben, denn außer mir und dem mit heftigen Schritten einige Male auf und nieder, dann blieb er stehen und sagte ruhig und gelaffen: Was weiter geschah, wiffen Sie, ich floh nach der blutigen That über die holländische Grenze, fiel einigen Werbern in die Hände, und befand mich bald darauf mit verändertem Namen an Bord unseres Dampfers. Ein Sprung in die Wellen hätte mich von meiner Leiden befreit, ich wollte das nicht, es wäre keine Sühne gewesen; hätte ich 14 tisch find. So bezeichnen fie die Vorderfüße beim Kängeruh I und die Arme beim Menschen mit demselben Worte Mango. Eine besondere Benennung für Hand und Finger eristirt bei ihnen nicht, sondern wird mit demselben Worte ausgedrückt. Für kultivirtere Lebensbedürfnisse, wie beispielsweise Tabak, scheinen fie fich durch Verstümmelung anderer Sprachen Selbſt worte zu bilden, für das Wort Tabat beispielsweise haben sie die Bezeichnung Tumot. Ueber ihre Religionsbegriffe schienen die Wilden, vorausgefeßt, daß fie überhaupt welche haben, jede Auskunft zu verweigern; alle auf Englisch an fte gerichtete Fragen wurden, obwohl fte fie entschieden verstehen mußten, absolut unbeantwortet gelassen.- Auch über die oft schon erwähnten Tätowirungen gaben sie einige sehr intereffante Aufschlüsse. Die Tätowirung, die, soweit aus ihren Antworten zu entnehmen, erst nach der erreichten Mannbarkeit beider Geschlechter, die bei diesen südlichen Völlerraffen schon zwischen dem 10. und 12. Jahre erreicht wird, zerfällt in eine Bruft- und Schulter, theilweise Rückentätowirung. Die Brusttätowirung wird Uánger, die Schulter tätowirung, die fich von der Schulter bis auf den Oberarm, zum Theil bis auf die Schulter um den Rücken erstreckt, wird Bungo genannt. Bur Tätowirung benußen fte ein aus Obfi Dian( einer Lawamasse) hergestelltes Meffer, mit dem sie die tiefen Einrigungen in die Epidermis machen und in die Wunden eine Art weißlichen Thon hineinschmieren, der mit den Jahren eine immer stärker werdende Narbe bildet. Für Biertrinker und Wirthe. Der Oberbürgermeister Breslau in Erfurt hat in seiner Eigenschaft als Polizeidirektor folgende nachahmenswerthe Bekanntmachung ert fen: Es wird barüber Klage geführt, daß einige Schanfwirt beim Spülen der Biergläser nicht auf die erforderliche Reinlichkeit halten, vielmehr in ein und demselben Wasser eine sehr große Zahl von Gläsern spülen lassen, so daß zulegt eine Verunreinigung der Gläser anstatt der Reinigung erzielt wird. Ein solches Verfahren ist efelerregend und deshalb dem Wohlsein der Betheiligten nicht förderlich. An die Wirthe richte ich daher das Ersuchen, ebenso beim Spülen der Gläser wie in jeder anderen Hinsicht auf die größte Reinlichkeit zu halten. Dem Bublikum aber stelle ich anheim, Vernachlässigungen dieser Pflicht von Seiten der Wirthe der Polizei zur Anzeige zu bringen, und aus Wirthschaften, in denen solche Unreinlichkeit bemerkt wor den, lieber ganz fort zu bleiben." Auch für Berlin könnte für manche Lokale eine derartige Verordnung garnichts schaden. Entweder oder! Herr. ist ein junger, tüchtiger, mit großen Kenntnissen begabter Chemiker. Ein älterer Be tannter von ihm ist Brauereibefizer und und hält es für unumgänglich nothwendig, fich für die Herstellung absolut reiner und unverfälschter Biere einen- Chemiker zu engagiren. Natürlich richtet er sein Auge auf Herrn P. Dieser aber hält eine Anstellung in einer Brauerei für eine Degradation, und würde, da er es nicht nöthig hat, nie in eine solche willigen, wenn der Herr Brauereibefizer nicht ein sehr niedliches Töchterlein hätte, welches dem jungen Chemikus über die Maßen wohlgefällt, und deren Hand zu erlangen ihm, falls er gewisse Andeutungen des lieben Papas recht versteht, in das Bereich der Möglichkeit gerückt wird, natürlich unter der Voraussetzung, daß er in das Laboratorium" der Brauerei eintritt. Was nügt da alles Befinnen? Herr P. nimmt die Stellung an und bindet sich durch einen längeren Kontraft. Von diesem Augenblick an verschwindet aber des Brauers holdseliges Töchterlein von der Bildfläche und an ihrer Stelle erscheint eine entfernte, aber mit der Verschwundenen auch nicht entfernt zu vergleichende Nichte. Gefliffentlich führt man, so erzählt das B. T.", diese lettere so oft als möglich Herrn P. vor. Dieser aber bleibt ihr gegenüber von einer wahrhaft nordpolarischen Kälte. Eine Weile steht sich der Brauherr das ruhig mit an. Endlich versucht er eine kleine Sturm- Attaque auf P.'s Herz. Na, wie gefällt Ihnen denn meine Nichte? Nettes Mädchen, nicht wahr?" Dia, aber Wie wär's, wenn Sie fte heiratheten?" Niemals!" So!" entgegnete ihm der Brautwerber mit höchst energischem Ausbruck; ,, na, dann muß ich Ihnen nur sagen, wenn Sie meine Nichte nicht heirathen, dann friegen Sie meine Tochter ebenfalls nicht!" H " N. Der Gorilla todt. Unser Aquarium ist am gestrigen Tage von einem empfindlichen Verluste getroffen worden. Der Gorilla troglodyles Gorilla der schon seit einiger Zeit zu kränkeln schien, ist nämlich am gestrigen Tage dort plöglich verstorben. Der Kadaver dieses seltenen schönen, anthropomorphe Affen ist sofort nach der Anatomie geschafft und bereits im Laufe des geftrigen Tages von Herrn Dr. Bröfile sezirt worden. Als Todesursache wurde seitens des genannten Arztes Schwindsucht konstatirt. Wie wir hören, soll der Kadaver mit Wickersheimerscher Injektions- Flüssigkeit präparirt und dann in das -einen ehrlichen Soldatentod gesucht, so hätte ich andere, die vielleicht mit mir zugleich gefallen wären, entehrt, ich, der Mörder, gehöre vor die strafenden Gewehre meiner Kameraden und das ift eigentlich noch zu gut für mich." Die legten Worte sprach er mehr zu fich als zu mir. Er war in düsteres Sinnen ver funten, als plöglich draußen die langgezogenen flagenden Töne des Bapfenstreiches erflangen, er lauschte aufmerksam, bis die zitternden Schallwellen verhallt waren das war der Lette" murmelte er dumpf. Ich sah zwei schwere Thränen über seine Wangen hinabriefeln, ste hatten sich losgelöst, ohne daß er es zu bemerken schien, rasch stand er auf, ergriff mit Hast meine beiden Hände, und sagte mit erstickter Stimme: Leben Sie wohl, mein lieber Freund, ich danke Ihnen noch einmal herzlich für die Theilnahme, die Sie einem Unglücklichen schenken, wenn ich Sie jemals getränkt habe, bitte ich Sie um Verzeihung, seien Sie versichert, es fam nicht aus bösem Herzen, noch einmal, adieu für immer." Mir versagte die Stimme, ich preßte seine Hände und verließ tief erschüttert den unheimlich traurigen Ort. In feierlicher Stille zogen am folgenden Morgen die Truppen der Garnison zum Richtplag. Kein Spiel wurde gerührt, dem scheidenden Kameraden, wie sehr er auch gefehlt hatte, sollte die legte Stunde nicht verbittert werden. Gedämpft wurden die Kommandos gegeben, als wir in die Stellungen einrüdten, von wo aus wir dem schrecklichen Schauspiel zusehen sollten. Tausende von Eingeborenen hatten sich eingefunden, um den weißen Mann" sterben zu sehen. Es war einer jener Morgen, wo die tropische Natur sich in ihrer üppigsten Bracht zeigt, fie schien fich verschworen zu haben, dem Berurtheilten den Abschied recht schwer zu machen. Endlich ertönte dumpf und schauerlich gedämpfter Trommel flang er war auf seinem legten Wege. Eine starke Eskorte brachte ihn auf das Terrain, zu seinen Seiten der Auditeur und ein fatholischer Geistlicher. Er suchte mit den Augen meinen Truppentheil, und wehte mit weißem Tuche uns einen legten Abschiedsgruß zu. Ich wußte, daß er mir galt. Auf allen Fronten wurde präsentirt, als ihm das Todesurtheil noch einmal vorgelesen wurde. Hoch einmal Iniete er vor dem Geistlichen nieder, der ihn segnete, dann schnell auf: springend, entledigte er sich seines Roces, warf sein Keppi darauf, die Augen unverbunden, die rechte Hand auf der Brust, die linke weit ausgestreckt acht Gewehrläufe sentten sichFeuer! Baradirend zogen wir an der Leiche vorüber, dem Abgeschiedenen die lezte Ehre erweisend. Er hatte ausgelitten, er hatte gefunden, was er gesucht hatte. Und als ich sein gebrochenes Auge sah und die blonden Loden mit blutigem Staub besudelt, da dachte ich an die treulose Braut zu Hause, die den Aermsten in den Tod getrieben, und an das Mutterherz im fernen Heimathslande, das nicht ahnen mochte, wie fein Theuerstes jest hier entseelt auf blutigem Sande lag, bas vielleicht immer noch hoffte, den geliebten Sohn einit wiederzusehen. anatomisch- zootomische Institut, das sich seit Kurzem in der alten Börse befindet, überführt werden. N. Selbstmord in einem Hotel. In dem Gasthof Bur goldenen Traube", Krausenstraße 28, war vor einigen Tagen ein ca. 27 jähriger junger Mann abgestiegen, der sich in das Fremdenbuch als ein Kaufmann Hugo Rohde aus Wittenberg eingetragen hatte. Gestern Mittag gegen 12 Uhr wurde das Gasthofspersonal plöglich durch einen laut dröhnenden Schuß, der in dem Zimmer des Fremden fiel, in Aufregung versezt und fand man nun, nachdem das Bimmer gewaltfam geöffnet, den Fremden aus einer Schußwunde in der Brust heftig blutend, bereits im Todeskampfe auf dem Bett liegen. Che noch ein Arzt herbeigerufen werden konnte, gab der Selbst mörder, ohne irgend eine der an ihn gerichteten Fragen zu beantworten, den Geist auf. Auf Anordnung des sofort benachrichtigten Reviervorstandes wurde die Leiche nach dem Obduktionshause geschafft und der Nachlaß, darunter auch das Terzerol, mit dem der Selbstmord verübt worden, in polizeiliche Affervation genommen. Ueber die Veranlassung der selbstmörderischen That fand sich keinerlei Anhalt vor. Die Recher chen nach den augenscheinlich außerhalb wohnenden Angehörigen find eingeleitet. N. Selbstmordversuch auf offener Straße. Ein an ständig gekleideter Herr wurde in der vergangenen Nacht gegen 31 Uhr in der Landsbergerstraße mit theilweise durchschnitte nen Puls- und Halsadern auf dem Bürgersteig liegend ge funden. Auf Veranlassung des sofort benachrichtigten Revier Vorstandes des 19. Polizei- Reviers wurde sofort einer der befannten Lück'schen Krankenwagen requirirt und der vor Blutverlust beinahe Ohnmächtige nach dem Städtischen Allgemeinen Krankenhaus geschafft. Hier konnte derselbe nur angeben, daß Erwiderung! Auf den in Nr. 10 des ,, Deutschen Dachdecker" enthaltenen Artikel vom Dachdecker- Jnnungs- Obermeister Emil Keller zu Berlin hält sich um der Wahrheit zu ihrem Rechte zu verhelfen der unterzeichnete Verein für verpflichtet, folgende Grwiderung bekannt zu machen. Schon im vorigen Jahre trat zwischen dem Jnnungs Obermeister Emil Keller und dem Vorsitzenden unseres VerKaffenwesens ein, welches sich durch die Wahl des Herrn Mas eines, Karl Maß, ein Berwürfniß in Folge Regelung unseres zum Altgesellen der Berliner Ziegel- und Schieferdecker- Gesellenschaft noch mehr zuspiste. Herr Matz wurde als Altgeselle vom Innungsvorstande nicht bestätigt, dagegen der frühere Altgeselle, auf welchen fich bei der Wahl 7 Stimmen vereinigten, wieder als Altgeselle eingesett. Wenn nun, wie Herr K. in seinem Artikel behauptet, Herr M. nur seinen eigenen Vortheil im Auge habe, so hätte der felbe unseres Erachtens doch nur zu Allem, was der InnungsVorstand wollte, Ja und Amen sagen brauchen, dann wäre er doch unzweifelhaft als Altgeselle zugelassen worden. " Wenn Herr K. weiter behauptet: Wie einem Gesellen zu Muthe ist und wie er am besten und mit welchem Lohn er auskommen tann, fönne er beffer beurtheilen als ein Agitator, da er von der Pieke auf gedient habe" so müssen wir Herrn K. in dieser Angelegenheit jede Urtheilsfähigkeit absprechen; denn wer wüßte es wohl beffer als der Arbeiter selbst, mit wieviel Noth und Elend er zu kämpfen hat. Ein gut fituirter Meisterssohn lernt hiervon wenig fennen. Was Die Agitation anbetrifft, die dem Herrn M. vorgeworfen wird, so erklären wir, da wir Herrn M. genauer fennen, daß sich dieselbe nur auf dem Gebiete unseres Handwerts be schränkt hat. er Spranger heiße, während alle weiterer. Bernehmungen wegen wiedereintretender Bewußtlosigkeit unterbleiben mußten. Wenn ferner behauptet wird, die 4-5 monatliche ArbeitsDer Zustand des Selbstmörders soll ein nahezu hoffnungslosigkeit stimmt nur bei Herrn Maß, der wichtigere Dinge zu loser sein. -g. Sehr richtig. Mit Rücksicht auf die in letzter Beit wiederholt vorgekommenenen Fälle, daß geschloffene Eisenbahnbarrièren unbefugt geöffnet oder überstiegen worden find, theilweise sogar trop der ausdrücklichen Warnungen des Bahnbewachungspersonals, bringt jetzt das Eisenbahnbetriebsamt( Stadt und Ringbahn) zu Berlin die einschlägigen Bestimmungen des Bahnpolizei- Reglements in Erinnerung, nach welcher das eigen mächtige Deffnen oder das Uebersteigen von geschloffenen Bars riéren verboten ist, die Zuwiderhandelnden mit einer GeldStrafe bis zu 30 M. zu bestrafen find, sofern nicht nach den allgemeinen Strafbestimmungen noch eine härtere Strafe ver wirft ist und schließlich den Bahnpolizeibeamten das Recht zu steht, einen Jeden, der beim Buwiderhandeln betroffen wird, vorläufig festzunehmen, wenn er sich über seine Person nicht auszuweisen vermag. Der Mufiter. Sohn:„ Vater, id will ooch Musik studiren!" Vater: ,, Na, meinswegen, aber daß de mir denn nich uff unsern Hoff fommst!" Gerichts- Zeitung. Reichsgerichtsentscheidung. Der Verkäufer von ge= sundheitswidrigen Nahrungsmitteln, welchem die gesundheitswidrige Eigenschaft derselben nicht bekannt war, aber bei Anwendung der schuldigen Aufmerksamkeit und Sorg falt hätte bekannt sein müssen, ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, IV. Straffenats, vom 24. Mai 1884 wegen fa hrlässigen Verkaufens oder Feilhaltens von gesundheitswidrigen Nahrungsmitteln aus§ 14 des Nahrungsmittelgefeßes zu bestrafen. Das Nahrungsmittelgeses erfordert für die Bestrafung aus§ 12( mit den Worten vorsätzlich", wiffentlich",) wie aus§ 13 in ganz gleicher Weise die Kenntniß des Thaters von der gesundheitswidrigen Eigenschaft. Es fieht dagegen in § 14 ebensowohl für gesundheitszerstörende wie für gesundheitsgefährliche Gegenstände von der Frage, ob dem Thäter die betr. Eigenschaft bekannt war, gänzlich ab, indem es jede Begehung der in den§§ 12, 13 bezeichneten Handlungen aus Fahrlässigkeit mit Strafe bedroht. Sft nun auch ein fahrläsfiges Handeln trop der Kenntniß des Thäters von der gesundheitswidrigen Beschaffenheit des in Verkehr gebrachten Gegenstandes nicht geradezu ausgeschloffen, wie z. B. wenn der Vertauf des Gegenstandes als eines Nahrungs- oder Genußmittels durch Fahrlässigkeit verschuldet wird, so wird doch in der Regel bei der Anwendung des§14 die Fahrläffigkeit des Thäters eben darin zu finden sein, daß ihm die gesundheitswidrige Eigenschaft des in Verkehr gebrachten Gegenstandes nicht bekannt war, aber bei Anwendung der schulbigen Aufmerksamkeit und Sorgfalt hätte bekannt sein müssen." Doch vorwärts, hier war leine Beit zu müßigen Träumereien, es ging weiter, das Herz des Soldaten muß eisern sein bei manchen Gelegenheiten, und wehmüthigen Empfindungen muß er es oft verschließen. Fast alle seine Kameraden gingen ihn am Nachmittag besuchen, er lag im Garnison- Lazareth. Auch ich wollte ihn noch einmal sehen, er war es werth, denn er hatte ertragen, mas nur ein Menschenherz zu fertragen im Stande ist. Die Soldaten hatten mit jener rauben, rührenden Zärtlichkeit, wie man sie bei ergreifenden Gelegenheiten häufig bei ihnen findet, dem todten Kameraden die legten Liebesdienste erwiesen, ein reicher Blumenschmud bekränzte den einfachen Sarg, ein verfte geltes Bäckchen Papiere, das man unter seinem Nachlaß gefunden hatte, lag bei ihm. Auf seiner entblößten Brust sah man die acht schwarzen Flecke, die den Weg anzeigten, den das moderne Blei genommen hatte. Sein Gesicht war ruhig und ergeben, eine stille Befriedigung, als ob er fich im legten Augenblicke frei und erleichtert gefühlt hätte, verklärte es. Es waren nicht die in trogigem Schmerz verbiffenen Büge, wie man fie oft bei Erschoffenen sieht, und selbst die rohesten unter den Besuchern waren bewegt und ergriffen. Die Soldaten entfernten sich, ich war einen Augenblick allein bei der Leiche. Und wieder kommen mir bei ihrem Anblick die Gedanken an seine treulose Braut und an seine einsame ferne Mutter. Ich nahm eine Locke von seinem weichen, blonden Haar, fte sollte das legte Vermächtniß eines unglüdlichen Sohnes für seine trauernde Mutter sein. Es war besser für sie, daß sie Gewißheit hatte über sein tragisches Schicksal, daß sie wußte, ihres Sohnes Augen, die sie mit ihrem ersten unschuldigen Blick so unendlich glücklich gemacht hatten, waren geschloffen und gebrochen für immer. Es war beffer so, als daß vielleicht noch in ihrer Sterbestunde bange Zweifel ihr Herz zerriffen hätten um das Schicksal ihres Einzigen. Mag vielleicht das Herz der Mutter geblutet haben, bei Empfang meines Briefes, mag es von wildem Schmerz durchtobt gewesen sein, fie wußte nun wenigftens, auf welchem Fleck der Erde ihr Kind ruhe. thun hat, als zu erbeiten, so müffen wir behaupten: Es iſt authentisch festgestellt und diese Thatsache wird Herr Keller trog aller Mühe nicht hinwegleugnen, daß vierfünftel der Dachdeckergesellen im Winter feine Arbeit hatten. Die Ansicht des Herrn Keller, daß die bescheidenen Ge fellen, er meint natürlich, bescheiden in der Lohnforderung stets vorgezogen werden, theilen wohl sehr Wenige; wir haben viel mehr die Erfahrung gemacht, daß der tüchtige Geselle, auch wenn er mehr Lohn verlangt, stets vorgezogen wird. " Weiter heißt es: Wenn Herr Mas rechnen tönnte, so würde er sich berechnet haben, daß er am besten thut, bei einem Tagelohn von 3,50 Mt. 10-11 Monate zu arbeiten, als mit 4,00 M. und als Agitator 4-5 Monate." Herr K. und verschiedene andere Meifter beschäftigen bekanntlich im Winter außer ihren Dienstmädchen überhaupt Nieman den; würde da nicht, wenn Herr Maß und wir Alle täglich für 3,50 Mt. arbeiten würden, im Winter immer wieder bas felbe Resultat in Bezug auf Arbeitslosigkeit sich ergeben? Wir fragen Herrn Keller, wohin soll das führen? Etwa zur Hebung unseres Handwerks? Ganz gewiß nicht! Wir find vielmehr der Ueberzeugung, daß, wenn den Gesellen ein höherer Lohn gezahlt wird, unser Handwerk im Ganzen- denn die Meister würden dabei durchaus nichts verlieren eben so ge hoben würde, als es umgekehrt zu Grunde gerichtet wird. Die Forderung, den guten Gesellen gleich dem schlechten zu lohnen, ist Herrn Maz wie uns nicht im Traume einge fallen. Wir hielten es nur für unsere Menschenpflicht, auch für den schwächeren Arbeiter einen Lohn zu fordern, der es ihm ermöglicht, sich und seine Familie wenigstens einigermaßen menschenwürdig durchzubringen; wenn dagegen dem befferen Arbeiter auch ein befferer Lohn gezahlt wird, so wird gewiß fein vernünftiger Arbeiter etwas dagegen einzuwenden haben. Wir kommen zum Schluß: Es ist unerquicklich, fich länger mit Herrn Keller zu befassen. Nur soviel set noch gesagt: Es ist wahrlich nicht e del zu nennen, wenn man Jemanden in einem Blatte angreift, in welchem dem Betreffenden der Weg der Vertheidigung vollständig abgeschnitten ist; um so mehr ist es zu verurtheilen, wenn man erwägt, daß der betr. Artikel, der nach Verleumdung schmedt, in unserem Fachblatte veröffentlicht, die Existenz eines Menschen, ja eines Fas milienvaters untergräbt und seinen vollständigen Ruin herbei führen kann. Wir überlassen es dem Leser, den richtigen Aus druck für die Handlungsweise des Herrn Keller zu gebrauchen, und können es von unserm Standpunkt aus, nur tief be dauern, daß der Innungs- Obermeister selbst es ist, der unser Handwerk anstatt zu fördern, zu Falle bringt. Hochachtungsvoll der Verein zur Wahrung der Interessen der Berliner Dachdecker. Vermischtes. am Der befannte„ Arbeiter" Albert, ehemaliges Mitglied der französischen provisorischen Regierung von 1848, deffen vollständiger Name Alexander Albert Martin ist, hat sich vor dem Pariser Gericht gegen folgende merkwürdige Klage zu ver antworten: Ein Korse, Namens Paul Jerome Romanetti, ge nannt Albert, bezichtigt Martin, sich im Jahre 1848 bei den Wahlen in die Regierung an feiner Stelle vorgedrängt u haben. Romanetti erzählt, daß er selbst am 24. und 25. Fes bruar 1848 bei den Straßenlämpfen Lommandirte und daß Martin, der niemals eine politische Rolle gespielt hatte, a 26. Februar im Hotel de Ville vortrat, als der Name Albert von tausend Stimmen, größtentheils Straßentämpfern, aufges rufen wurde; daß dann Martin sich unter seinem Taufnamen Albert, Louis Blanc vorstellte, welcher schon zum Regierungs mitglied erwählt worden war und ihn bei seinen Kollegen ein führte, während der wahre Albert anderweitig bei der Organi firung der Milizen beschäftigt war, so daß also der Arbeiter Alerander Albert Martin einen Namensdiebstahl und eine Fälschung begangen hätte. Man kann auf den Ausgang diefes eigenthümlichen Prozesses um so mehr gespannt sein, als bisber der Arbeiter Albert eine ebenso populäre, wie der Kläger Ro manetti eine durchaus unbekannte Bersönlichkeit war. wird es wohl bei Romanetti mit einem Uebergeschnappten zu thun haben. Man In Tegernsee lernte ich eine ältere Dame mit ihrer gleichfalls Folgende amüsante Zuschrift erhält das D. M. BL": in den Jahren etwas vorgeschrittenen Tochter fennen, welche ohne Begleitung reisten, und da fie fich zu ennuyiren schienen und ich mich langweilte, schloß ich mich an die Damen an Die Mama begünstigte meinen Verkehr mit Julie so hieß ihre Tochter und behandelte mich mit einer gewiffen Bärt seer Pfarrkirche befinden sich an den Altären intereffante lichkeit, die etwas Mütterliches an fich hatte. In der Tegern Reliquienschreine mit Zähnen und Gerippen chriftlicher Märtyrer. Eines Tages befanden wir uns, weil das Regenwetter einen Am folgenden Morgen stand die schlichte Soldatenbahre Ausflug unmöglich machte, in dieser Kirche. Da ich der vor dem Lazareth, vier Landsleute des Todten standen als Träger dabei. Klagend und getragen erflangen die Töne des Trauermarsches, der Handschlag raffelte an den Kolben, als das fleine Bidet, das ihm die Salven über das Grab feuern sollte, die Gewehre vor dem Sarge präsentirte. Und hoch oben im Gebirge, auf dem steinigen Kirchhof der Garnison, unter schattigen Balmen und duftenden Tamarindenbäumen, da haben wir ihn gebettet. Und wenn ich später jenen Friedhof besuchte, dann blieb ich mit Vorliebe bei jenem Grabe mit dem fleinen Kreuze stehen, das die Kameraden geftiftet hatten, und in dem leisen Rauschen der Palmen und Drangen glaubte ich flüsternde Töne zu vernehmen, wie die Seufzer einer Mutter, die ihr Kind beweint. Tochter die Reliquien zeigen wollte, sagte ich zu ihr: Mein Fräulein, wollen Sie mit mir an den Altar treten?" Aber kaum hatte ich das gesagt, als die Mutter gerührt unsere Hände ergriff, fie ineinanderlegte und Machen Sie mein Kind glücklich!" flüsterte. Zu einer Aufklärung des Mißverständnisses fehlte mir der Muthich ergriff die Flucht und ward nicht mehr gesehen. Modernisirte Svrichwörter. Reich und Reich gefellt sich gern. Die Wahrheit liegt in den Mitteln. Kleine Geschenke erkalten die Freundschaft. Bon Jedem das Seine. Thue Recht und leihe Niemand. Wer den Kahlkopf hat, braucht für den Kamm nicht zu forgen. Verantwortlicher Redacteur R. Gronheim in Berlin. Drud und Berlag von Waz Bading in Berlin SW, Beuthitraße 2. S a