Nr. 112. Donnerstag, 14. August 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Bollsblatt scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Rummern 5 Pf. Bostabonnement pro Duartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Rach trage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) 3asertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bf. Bei größeren Aufträgen hoher Stabatt nach Uebereinkunft. Inferate werden bis 4 tir Rachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Zimmerstraße 44. Die Altersversorgung für Arbeiter. Was wird aus diesem vielbesprochenen Projekt werden. Borläufig ist es davon ganz stille geworden und man hört auch nichts mehr von Vorarbeiten in diefer Angelegenheit. Die„ Kreuzzeitung", die freilich kein offiziöses Organ mehr ist, sprach sich dieser Tage sogar dahin aus, die Frage ber Altersversorgung sei noch nicht spruchreif. Die deutichen Arbeiter werden darüber jedenfalls anderer Meinung fein; sie werden auf alle Fälle die Altersversorgung für wichtiger halten, als die Versicherung gegen Krankheiten und Unfälle. Die Vertreter der Regierung haben sehr oft von der Altersversorgung für Arbeiter gesprochen, allein grundlegende Gedanken hat noch Niemand von jener Seite geäußert. An solchen scheint es in den Bureaux unferer sozialpolitischen Geheimräthe überhaupt zu fehlen. hat doch vor einigen Jahren ein württembergischer Journalist, dessen volks- und staatswirthschaftliche Kenntnisse noch Niemanden zu imponiren vermocht hatten, einen Entwurf einer staatlichen Altersversorgung für die Arbeiter veröffent licht, der kaum beachtet, von der„ Norddeutschen Allgemeinen Beitung" aber als höchst schäzbares Material" schleunigst aufgegriffen wurde. Diese geistige Anleihe" bewies uns, daß die ,, geistigen Fonds" bei jenem Blatte nicht besonders reich ausgestattet find. Darnach ist ein Herr Franz Kretschmann auf dem Blan erschienen, der sich als„ tönigl. preußischer Regierungsrath und Direktor der oftpreußischen ländlichen Feuersozietät" bezeichnet, mit einem Buche, betitelt:„ Die Altersversorgung der Arbeiter in Deutschland". Auch dies Buch ist wenig beachtet worden. Wir schließen daraus, daß wir es in dem Werte des Herrn Kretschmann mit feiner offiziösen Rundgebung zu thun haben. Wenn dem aber so wäre, wenn Herr Kretschmann im Auftrag spräche irgend welcher einflußreichen Kreise, so müßte man diesen einflußreichen Kreisen ganz offen erklären, daß sie doch die deutschen Arbeiter mit einem solchen Stück Sozialreform", wie sie die Altersversorgung nach Kretschmann darstellt, gefälligst verschonen möchten. Herr Kretschmann fritifirt zunächst die Mängel der Armenpflege, bie er in Ostpreußen fennen gelernt, und meint mit vollem Recht, daß, was diese leisten könne, gar nicht in Frage kommen dürfe. Im Regierungsbezirk Rönigsberg i. Pr. betrage z. B. die Unterstützung an Arme monatlich 3 Mt., alfo täglich 10 Pfennige. Das ist allerdings eine Unters fügung, die feiner Erörterung bedarf. Dagegen macht ber Herr Regierungsrath den Vorschlag, ftaatliche Alterstaffen" zu errichten, welche die Arbeiter im Alter versorgen sollen. Und wie versorgen! Aus Feuilleton. Radhornd verboten.] 221 Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. ( Fortsetzung) Es giebt nur eine Sache, die nicht länger zu erdulden ift," sagte Myra, fich zornig erhebend, das ist Deine Unverfchämtheit, James. Nachdem Du Dich soweit vergessen hast, muß ich von Dir verlangen, Dich hier nicht wieder sehen zu laffen." Und ich sage Dir, ich werde hierherkommen, und ich werde sogar hier wohnen. Wenn Du mich nicht aus Liebe und Freundschaft anständig behandeln willst, so wirst Du es aus Furcht thun. Antworte mir! Was führte Dich in jener Nacht, da Fanny's Kind verschwand, zum Reservoir?" und nicht das leisefte Bucken verrieth den Sturm in ihrem Myra richtete fich hoch auf, fie wantte und erbebte nicht Innern. So heftig fie selbst sich auch anklagte, von einem Anderen mochte sie kein Wort der Beschuldigung hinnehmen. Berlaß mein Haus," rief fie mit stolzer Geberde und blidte Wrigley fest in's Auge oder ich werde nach dem Bedienten flingeln, daß er Dir den Weg weise!" ,, Aber Du warst in jener Nacht am Reservoir!" " Beweise es!" rief Myra, Blige nach ihm schleudernd. " Ich werde es beweisen!" schrie Wrigley. diesen Kassen sollen die Arbeiter vom 56- sten Jahre ab jährlich 108 Mark in monatlichen Beträgen von 9 Mark beziehen. Dies belegt Herr Kretschmann mit dem stolzen Namen„ Altersrente". Das wären also pro Tag 30 Pfg. und das nennt der Herr Regierungsrath eine Altersversorgung! Wirklich, ein sehr humaner Gedanke! " 1 Den Wittwen der Mitglieder der Alterskaffen soll vom 56- ften Lebensjahre ab eine Wittmenrente" von jährlich 72 Mart, in Monatsraten von 6 Mark also 20 Pfg. also 20 Pfg. ausgefolgt werden; fie müssen aber 10 Jahre pro Tag! verheirathet gewesen sein, sonst bekommen sie Nichts. Das wäre also die Verwirklichung des stolzen Wortes: Jeder Deutsche muß seine Altersrente haben!" Ach, wie machen es sich diese Herren Regierungsräthe so leicht! Diese famose Altersversorgung soll ermöglicht werden, indem jeder Arbeiter jährlich 3 Mark und jeder Arbeitgeber jährlich auch drei Mark zahlt. Herr Kretschmann ist also offen bestrebt, den Unternehmern nicht zu wehe zu thun. Dazu hätte das Reich, wenn die Beiträge vom achtzehnten Jahre an erhoben werden, etwa 35 Millionen Mark an jährlichen Zuschüssen zu liefern. Herr Kretschmann meint bann: ,, Dieser mäßige Betrag von 35 Millionen Mark genügt also, um 13%, Millionen Arbeitern und Arbeiterinnen, die mit ihren Angehörigen etwa die Hälfte der ganzen Nation ausmachen, von Anfang ihres 56- sten Jahres bis zu ihrem Tode den nothbürftigen Unterhalt zu gewähren." Aber welch ein ,, nothdürftiger Unterhalt", 108, resp. 72 Mark pro Jahr! Dabei soll Jemand, der sonst nichts hat und arbeitsunfähig ist, nicht verhungern, wenn er nicht betteln will. Obendrein giebt es Städte genug, die durch Stiftungen und dergl. ihren Ortsarmen mehr gewähren fönnen, als die Versorgung nach dem Muster des Herrn Kretschmann. Die Verwaltung will der Herr Regierungsrath gänzlich bureaukratisch organisirt haben. Natürlich! Dieser Vorschlag ist eine Stümperei, deren Ausführung an der Sachlage nichts ändern würde. Herr Kretschmann ahnt Einwürfe und sagt, man fönne den Arbeitern nicht mehr Laften auferlegen; daher könne man auch feine höhere Altersrente zahlen. Sehr wohl; deshalb hätte man bestrebt sein müssen, durch Einführung des Normalarbeitstages, der Einschränkung der Frauen- und Beseitigung der Kinderarbeit die Löhne der Arbeiter zu steigern und der Arbeitslosigkeit zu steuern; bann konnten die Arbeiter auch höhere Beiträge leisten und die Herren Unternehmer, die so glücklich sind, den Arbeitern auch fast die ganze Last der Unfallversicherung aufgewälzt zu haben, müßten bei der Altersversorgung entsprechend start Das ist meine Sache nicht," entgegnete Myra kurz. ,, Aber aber ich fann es bestreiten, fann es widerlegen nur würde die Anklage, der Prozeß meine Wahl verhindern." Nach meiner Ansicht solltest Du überhaupt nicht gewählt werden." Sft es nicht thöricht von uns, Myra, mit einander zu streiten? Ich vergaß mich, ich sprach übereilt." Aber ich sprach mit Ueberlegung und wohlbedacht." " Doch unter dem Eindruck eines Mißverständnisses," fuhr Wrigley fort. Laß uns nicht weiter darüber reden." Wir dürfen nicht Feinde sein und wenn Du mir die fünf- oder sechstausend Pfund nicht leihen kannst oder willst, werde ich die zweitausend, die Du mir aus freien Stücken anboteft, gewiß mit herzlichem Dant annehmen. Du nimmst Dein Wort nicht zurück, denke ich, Myra." Nein, ich halte mein Anerbieten aufrecht." " Ich gebe natürlich jeden Gedanken an eine Anklage, eine Beschuldigung gegen Dich auf und bitte Dich, meine vorhin in der Aufwallung gethanen Aeußerungen nicht zu beachten. Und was jene andere fleine Angelegenheit betrifft, über welche Du Dich vollständig im Frrthum befindest-" Myra zog ihre Stirn in Falten und zuckte die Achseln herausfordernd. Verzeih' mir, Myra," bat er. " Es ist gut, ich werde Dir eine Anweisung auf die zweitausend Pfund zuschicken." Von Stund' an haßten sich die beiden mehr als je. Die den Knaben, den Lady Bide adoptirte jener Kindermörderin Und gleichzeitig erklären," sagte Myra falt ,,, weshalb Du Nothwendigkeit, Rupert aus dem Wege zu räumen, schien bergeben haft. Das haben wir herausgebracht!" Wrigley die Wirkung der Giftblüthe des Upasbaumes. Er Diese Blume aus dem Garten von Myra's Rede übte auf frümmte sich und taumelte zurüd. ., Was meinst Du damit," feuchte er. wandt." ,, Genau das, was ich sage. Wir haben dieses Schwert feit fechs Jahren über Deinem Haupte schweben sehen, aber Du hast Familie fund bist unglücklicher Weise mit mir verIn dieser gefährlichen Unterredung schritt die Frau fühn zum Angriff und der Mann wich feige zurück. Da der Schulbige aber immer ein Feigling ist und der Feigling immer das Thörichfte thut, rief Wrigley, dieser Regel folgend, angftvoll aus: Wrigley dringender als zuvor. Er durfte nicht in Myra's. Nähe leben, denn leicht konnte ihr der Zufall verrathen, daß der Knabe, den sie so unermüdlich suchte, ein täglicher Gast in ihrem Hause war. Außerdem hatte er von dem Besuche, den Frau Chitton bei Lady Bide gemacht, erfahren. Er schickte nach Petigrew, der sich ganz einem Landstreicherleben ergeben hatte. Wenn Du Dich des Kindes der Lady Bide bemächtigst, es nach Amerika oder Australien mitnimmst und es dort irgendwo verlierst, laufe ich Dir eine Schaubude mit allem Bu behör und Ich laffe mich auf ein so gefährliches Unternehmen, wie Kinderraub, nicht mehr ein." Ich werde Dich fürstlich dafür belohnen." Nein, mein Herr! Ich liebe mein Vaterland, aber Sie Wenn Du das erwähnst, bin ich zu Grunde gerichtet!" könnten mir dafür bezahlen, daß ich ihm den Rücken febre. belastet werden. Auch der Staatszuschuß könnte bedeutend stärker sein. Aber das wollen die sozialpolitischen Geheimräthe so wenig, wie Herr Ackermann, so wenig wie Herr Windthorst und so wenig wie Herr Richter. Und daran liegt's eben. Ueber die Vorgänge in England finden wir in der deutschen Presse verschiedene irrige Meinungen. Man redet von einem gewaltigen Konflikt zwischen Unterhaus und Volk einer- und Oberhaus andererseits. Ein Konflikt ist da, doch ist er weder gewaltig noch spielt er zwischen dem englischen Volt und dem aristokratischen Oberhaus. Blicken wir doch auf die Ursache zurüd. Um sein. Fiasko in der auswärtigen Politik, namentlich in der egyptis schen Frage, zu verhüllen, und seine schadhaft gewordene Po pularität wieder aufzufrischen, brachte Herr Gladstone eine Reformbill ein, welche für die Graffchaften daffelbe erweiterte Wahlrecht einführen soll, welches für die Städte bereits seit drei Jahrzehnten und zwar in Folge einer von dem Tory Ausdehnung des Wahlrechts haben nun die Konservativen nicht Disraeli durchgesetzten Maßregel in Kraft ist. Gegen diese das Mindeste einzuwenden, denn sie wissen eben so gut wie die Liberalen und Whigs, daß fie absolut bedeutungslos ist, so lange nicht eine anderweitige Vertheilung der Wahlkreise damit verbunden wird. In England, oder sagen wir richtiger in Großbritannien, besteht nämlich feine Vertretung nach der Kopfzahl; das Recht ,. Abgeordnete in das Parlament zu schicken, haftet an dem Drt, und zwar ohne Berücksichtigung der Bevölkerung, so daß die Zahl der Vertreter fich auch nicht annähernd nach der Zahl ringe, dünn bevölkerte eine unverhältnißmäßig große Vertre der Bevölkerung richtet, und stark bevölkerte Distrikte eine ge tung im Parlament haben. Nach dem jeßigen Syſtem fann die herrschende Partei bei einer Neueintheilung der Wahlkreise mit Leichtigkeit sich die Majorität der Size fichern, und ihre Gegner in eine hoffnungslose Minorität bringen. Auch wir Deutsche wiffen ja von Wahlkreisgeometrie" zu erzählen und bei uns kann fie, weil die Vertretung nach der Kopfzahl we nigstens prinzipiell feststeht, im Vergleiche mit England nur in sehr bescheidenem Umfanye geübt werden. von Unter solchen Umständen ist es Seiten der Konservativen ein ganz berechtigtes Verlangen, daß fie Die Frage der Ausdehnung des Wahlrechts für die Grafschaften von der Frage der Neueintheilung der Wahlfreise nicht trennen, und über erstere ein entscheidendes Votum nicht eher abgeben wollen, als bis sie wissen, was die Regierung in Bezug auf die lettere für Absichten hat. In England ist die Wahlreform bisher regelmäßig von der gerade am Ruder befindlichen Partei auf's Schamloseste zu ParteiSonderzwecken ausgedeutet worden und, wohlgemerkt, von den Liberalen( Wighs) noch weit mehr als von den Konservativen; und daß die Tories sich auf die Anständigkeit und Noblesse des Herrn Gladstone, d. h. des unzuverlässigsten und zugleich eines der unstrupulösesten der lebenden Politiker, nicht Ich liebe meinen Beruf als Wärter in einer Thierschaubude, mit der ich von Ort zu Drt wandere, aber auch das könnten Sie mir ablaufen. Aber Herr! Mehr als Alles liebe ich Mein meinen Charakter," sagte Petigrew mit Pathos. Charakter ist mir nicht feil. Ich will alles Andere für Sie thun und hingeben, nur den kann ich Ihnen nicht opfern. Was ist ein Mensch ohne Charakter! Er ist ein Schiff ohne Ruder, ein Haus ohne Grund, eine Börse ohne Geld, Bier ohne Hopfen Herr!" Willst Du endlich mit Deinem unsinnigen Geschwäs aufhören. Du hast nie mehr als eine Spur von Charakter beseffen, die man erst mit dem Mikroscop suchen mußte. Warum willst Du Dich von diesem geringen Rest nicht auch trennen?" ,, Mit dem Charakter geht es eben wie mit dem Gelde, Herr. Je weniger wir davon haben desto ängstlicher hüten wir das, was uns davon übrig geblieben ist." 12. Kapitel. Dr. Wrigley erhielt einen Siz im Parlament und war dadurch nur tiefer in Schulden gerathen. Der Titel und die parlamentarische Stellung boten keine ungemischten Freuden. Baronet zu sein und im obersten Rath der Nation zu fißen und in Clematis- Villa zu wohnen, keinen eigenen Wagen und nur zwei Mädchen und einen Laufburschen zur Bedienung halten zu können, waren schwere Unzuträglichfeiten. Seit ihr Gatte Parlamentsmitglied war, fühlte Frau Wrigley das Bedürfniß, kostspieligere Hüte zu tragen und große Gesellschaften zu geben. Die Knaben fanden, daß fie mehr Taschengeld und die Mädchen, daß fie schönere Kleider haben müßten. Aber zu Alledem fehlte das Geld. Frau Wrigley wen dete sich an Myra. Sie flehte fie an, ihr und den Ihrigen den östlichen Flügel des Schloffes zu überlassen. Wir hätten dann Raum zu Abendgesellschaften, Fräulein Barth und Ihre Dienerschaft weiß bei dergleichen Bescheid, während ich nichts, gar nichts davon verstehe," sagte sie. Und Sie sollten uns auch den Gebrauch Ihrer Wagen ge ftatten. Es wäre für James gegenwärtige Stellung sehr förderlich, wenn wir mit Livreebedienten ausfahren könnten. Ohne Ihre Hilfe ist es uns unmöglich, standesgemäß zu leben." Ich widerrieth Shrem Gatten, einen Rang zu erstreben, verlaffen, fich ihm nicht mit dem Strid um den hals" übers liefern wollen, kann ihnen nicht verargt werden. Es fällt uns nicht ein, die Konservativen rein waschen zu wollen, aber sie sind nicht schlimmer als die Liberalen mit Herrn Gladstone an der Spize, um das demokratische Prinzip handelt es sich bei diesem Konflikte gar nicht. Es ist ein Kon flift der herrschenden Klassen unter sich die Liberalen mit Herrn Gladstone an der Spige wollen die Konservativen über den Löffel barbieren, und die Konservativen wollen fich von den Liberalen mit Herrn Gladstone an der Spiße nicht über den Löffel barbieren lassen. Das ist Alles. " ,, Aber das englische Volt ist doch in Bewegung", antwor tet man uns vielleicht; betrachtet die riesigen Waffenversamm lungen in London und Manchester; ist es da nicht berechtigt, von einer Volksbewegung zu reden?" Nein die Maffenversammlungen im Hydepark u. f. w. machen noch lange keine Volksbewegung. In England, wo das Recht der Bürger, fich im Freien zu versammeln, niemals beschränkt war, fommen riesenhafte Massenversammlungen sehr leicht zu Stande. Und dann die Riesenhaftigkeit der Städte! Es soll aber nicht bestritten werden, die Gladstonesche Res formsache habe die Sympathien der Volksmaffen. Was wir bestreiten, ist das Vorhandensein einer wirklichen Volksbewegung in England. So weit sind wir noch nicht", um mit dem Herrn Reichsfanzler zu sprechen. Eine Volksbewegung wird kommen; allein nicht auf Kommando des Herrn Gladstone. Eine Volksbewegung, welche den Namen verdient, muß sich in England nothwendiger Weise ebenso entschieden gegen die Liberalen, wie gegen die Konser vativen richten. Politische Uebersicht. Auf Grund des Sozialistengesetes wurden verboten die nicht periodische Druckschrift:" Die EigenthumsBestie" von Johann Most in New- York und das in Braunschweig erschienene Flugblatt: ,, Ein Wort an die Braunschweiger". Der evangelische Oberkirchenrath hat dieser Tage in einem Erlaß die evangelische Geistlichkeit darauf aufmerksam gemacht, daß die Zahl der Selbstmorde in stetiger, erfchreckender Steigerung begriffen, und daß die evangelische Kirche an der Steigerung besonders betheiligt sei, worin für die evangelischen Geistlichen eine ernste Mahnung liege, der Glaubenslosigkeit und Gewissensverirrung, welche sich in der frevelhaften Gewaltthat am eigenen Leibe fundgebe, entgegen zutreten. Ein schlesisches Provinzialblatt macht darauf auf merksam, daß alles das, was in dem Erlaß von den Selbst morden gesagt sei, genau auch auf die Duelle angewandt werden könne, ja, daß diese in noch viel erschreckenderem Maße zunehmen, als die Selbstmordfälle, und die evangelische Kirche ist hier noch in größerem Maße betheiligt. Das Blatt fragt nun, weshalb sich der Oberkirchenrath nicht in derselben Weise gegen die Duelle erkläre, wie gegen die Selbstmorde. Sehr einfach, das gestattet der Respekt nicht, den die ,, evangelische Freiheit" vor gewissen Stellen haben muß. Nach Dannevirke" ist der Zahnarzt Dethlefsen in Apenrade, welcher dort über 10 Jahre seinen Wohnnz gehabt, aus dem preußischen Staatsgebiete von der Regierung ausge wiesen, weil er, lästig" geworden ist. Politisch ,, lästig" sein ist ein wunderschöner Ausdruck. Daffelbe lautet: Sch lese in einer Zeitung, daß erwartet wird, Michael Davitt( der Gründer und Organisator der ehemaligen irischen Landliga) werde an Ihrem Meeting am 15. August theilnehmen. Wollen Sie die Güte haben, mir zu schreiben, ob er eingeladen worden ist, und wenn so, ob er die Einladung angenommen hat. Wenn er letteres gethan hat, muß ich es ablehnen, zugegen zu sein. Ich mißbillige seine Meinungen über die Frage der Boden- Nationalistrung und sein Verhalten in anderer Hinsicht so sehr, daß ich die Verantwort lichkeit, ihm irgendwie Vorschub zu leisten, nicht tragen will." Die Sache Frlands wird dadurch nicht gefördert werden. Im französischen Kongreß hat der Abstimmungsapparat, über welchen die Regierung verfügt, gefiegt; vorgestern waren die Vertheidiger der, geheiligten Rechte des Hauses Frankreichs", in Firma Drleans u. Co. an der Reihe. Sie baten und droh ten, daß man den Grafen von Baris nicht durch ein geschriebe nes Blatt Papier von seinem Volfe trennen solle, das nach Bischof Freppels Prophezeiung im Jahre des Heils 2000 unserer Zeitrechnung von der Republik fich wenden und zum Königthum zurückkehren wird. Bis dahin aber so antwortete Ferry ist es gut, daß die Verfassung Frankreichs die republikanische Staatsform als die definitive anerfannt und jedem Brätendenten, der sich nicht damit begnügt, der Laufpaß aus Frankreich gegeben werden kann. Der Kongreß für internationale Schiedsgerichte, der in Bern tagt, hat sich auch mit den Mitteln zur Vermeidung Der Kriege beschäftigt. Der darauf bezügliche Beschluß lautet: " In Betracht: 1) daß die in Europa gegenwärtig bestehenden ungeheueren Bewaffnungen für die Nationen nicht nur eine drückende Last und eine große Bedrohung des europäischen Friedens find; 2) daß es diesen Bewaffnungen nicht gelungen, den Frieden zwischen den Nationen zu sichern, sondern daß ste fogar an sich selbst eine Drohung des Krieges zwischen den Nationen bilden; 3) daß in den Ländern, in denen, dank der Fortschritte der Civilisation, Geseze und Gerichte bestehen, um die Streitigkeiten zwischen den einzelnen Individuen beizulegen, den Individuen nicht erlaubt ist, von der Gewalt und Kraft zur Vertheidigung ihrer Rechte Gebrauch zu machen; 4) daß Die Nationen thatsächlich Gesellschaften von Individuen sind, und daß das in den nationalen Gemeinden aufgestellte prattische Prinzip auch auf die Gesellschaft der Nationen das prat tisch anwendbarste ist ist der Kongreß der Ansicht, daß behufs Herbeiführung der gegenseitigen Entwaffnung in Europa und in der civilfirten Welt, welche die humane Politik dringend verlange, es nicht für die Großmächte, sondern auch für die fleinen Staaten eine dringende Pflicht ist, sich mittelst eines Kongresses oder einer Kommission über die Bildung eines internationalen Schiedsgerichtssystems und der Errichtung eines permanenten Tribunals zu verständigen. Unter den irischen Nationalisten scheint eine Spaltung entstanden zu sein, wie ein Schreiben beweist, welches der Degutirte Biggar an den Organisator eines in Monaghan am 15. d. abzuhaltenden nationalistischen Meeting gerichtet hat. zu dem ihm die Mittel fehlen," entgegnete Myra. Außerdem reicht meine Dienerschaft für zwei Haushaltungen nicht aus und endlich stimme ich mit James so wenig überein, daß es am besten ist, wir leben so weit getrennt von einander als irgend möglich ist." An den Kongreß hat der französische Verein für das Stimmrecht der Frauen folgende Adresse gerichtet: An die Herren Mitglieder des Kongresses. Meine Herren! Wir wünschen Ihnen die Existenz der Frauen in's Gedächtniß zurückzurufen, die Sie bei der Reviston der Verfaſſung zu vergessen scheinen. Sie wollen doch gütigst daran denten, daß die Frauen die Hälfte der Nation ausmachen. Da sie ver antwortlich, steuerpflichtig, Glieder der Gesellschaft find, müssen fie ebenso gut ihre Rechte haben wie die Männer. Wenn ganz Frankreich in den Kammern vertreten, das Stimmrecht wirklich allgemein sein soll, müssen die Frauen das Wahlrecht erlangen. Sie wollen das beschränkte Stimmrecht für die Wahl der Senatoren aufheben, heben Sie gleichzeitig das beschränkte Stimmrecht für die Wahl der Deputirten auf: lassen Sie die Frauen abstimmen so gut wie die Männer. Wir bitten Sie, in die neue Verfaffung einen Paragraphen aufzunehmen, welcher die Frauen ermächtigt, ihre Rechte als Franzöfinnen und Bürgerinnen auszuüben. Sie würden feine republikanische Verfassung schaffen, wenn Sie in dem Gefeße für die Frauen und Männer, welche gleiche Laften zu tragen haben, die Rechtsungleichheit bestehen lassen würden. Eine Verfassung, welche die Nation immer in zwei Lager trennen würde, dasjenige der Könige der souveränen Männer und das der Stiaven Der aus gebeuteten Frauen würde eine autokratische und todtge gebeuteten Frauen Wir bitten Sie im Namen der borene Verfassung sein. Frauen Frankreichs und im Interesse der Männer und Frauen, den Muth zu haben, eine Verfassung zu schaffen, welche Allen, Franzosen und Franzöſinnen, mit denselben Pflichten dieseben Franzosen und Französinnen, mit denselben Pflichten dieseben bürgerlichen und politischen Rechte gewährt. Ich bat James auch, auf Titel und Parlamentsfit zu verzichten und seine Praris zu behalten. Wir hatten unser anständiges Auskommen und fonnten unserer Stellung gemäß leben, doch er wollte seinen eigenen Weg folgen. Sie dürfen froh sein, daß Sie nicht nach den Grillen und Launen eines Mannes zu fragen haben. Aber wie oft habe ich James gefagt, es sei nicht darauf zu rechnen, eine so schöne, junge Frauensperson werde nicht heirathen. Sie werden sich wahr scheinlich eines schönen Tages vermählen, und ein halbes Dußend Kinder wird auch nicht ausbleiben, und selbst wenn Sie feine Ehe schließen, ist es Unfinn, auf Ihren Tod zu warten, da Sie jünger find als wir. James rechnet immer darauf, daß Sie jung sterben werden, wie Ihre Mutter. Aber bah, ich sage ihm, Mädchen gerathen nicht stets ihren Müttern nach, oder meine beiden Aeltesten würden hübscher fein." Myra erhob sich halb von ihrem Sis und ihre Augen funfelten, als fie erwiderte: Es überschreitet in der That alle Grenzen, daß man es wagt, von mir zu fordern, eine Familie zu beherbergen und zu unterstüßen, die so faltblütig auf mei nen Tod spekulirt." ,, Um des Himmels Willen, was habe ich gesagt?" rief die arme Frau Wrigley erschrocken aus. D verzeihen Sie mir, Fräulein Barth, daß ich so dummes Zeug ausplauderte. Glauben Sie mir, ich rechne nicht auf Ihren Tod. Sie waren so gut gegen meine Kinder, und unser Aeltefter und die kleine Milly vergöttern Sie!" Thränen standen in ihren Augen. Myra bezwang fich. Wie darf ich mich," sagte fle zu fich selbst ,,, über Leute beklagen, die einen Anderen seines Erbes willen das Leben mißgönnen? habe ich nicht dasselbe gethan? habe ich nicht meinen eigenen Bruder aus dem gleichen Grunde tödtlich gehaßt? Aber unsere Fehler erscheinen uns, wenn wir sie bei Fremden in ihrer Nacktheit erblicken, größer und verabscheuungswerther," und Myra bekämpfte in ihrem strengen Gerechtigkeitsfinn den aufsteigenden Born und war sogar bereit, sich eine Buße aufzuerlegen und mehr für diese Wrigleys zu thun, als bisher; nicht des Doktors, aber seiner Frau und Kinder wegen. Ich werde niemals einwilligen, Sie und Ihre Familie Für den Verein des Stimmrechts der Frauen die Delegirte: Hubertine Anclert. Die Appell ist ausfichtslos, wenn man eine auch noch so hohe Meinung von der Galanterie der Mitglieder des Kongresses, als Franzosen, hat. Die französische Nationalversammlung lehnte in ihrer legten Sigung 4 Anträge ab, von denen der erste die Abschaffung der Republik, der zweite die direkte Wahl des Präfidenten durch das allgemeine Stimmrecht, der dritte die Ab schaffung des Senats zum Gegenstand hatte, und der vierte den Nachkömmlingen der früher in Frankreich regierenden Fa milien den Aufenthalt auf französischem Gebiete untersagen und ihre Güter fonfisziren wollte. Die italienischen Radikalen bereiten auf Vorschlag des Parlamentsdeputirten und Sozialisten Costa in Imola ein Meeting vor, auf welchem für die Abschaffung der Todesstrafe agitirt werden soll. Bug beftand aus ungefähr 8000 Personen. Seine Betition an die Kammer besagt, die letzten Wahlen seien der gesetzliche und flare Ausdruck des Willens des Landes; er bittet ohne Furcht oder Schwäche den Mißbräuchen abzuhelfen, wozu die Mit hilfe aller Männer der Ordnung gesichert sei. In Brüssel herrscht große Aufregung. Bei den Massenmanifestationen für und gegen das neue Schulgeset wurde von dem Bürgermeister zur Verhinderung eines Busammenstoßes den Liberalen der nördliche und den Klerikalen der südDie polnische sozialistische Propaganda, welche von den Sozialisten in Genf ausgehen soll, macht fich in Bosen neuerdings bemerkbar, indem der Versuch gemacht wird, durc das polnisch- sozialistische Organ Przedswit"( Morgenröthe) auf die polnischen Arbeiter einzuwirken. Jenes Organ empfiehlt den Arbeitern als sozialistischen Kandidaten für die Reichstags wahlen den Buchbinder Janiszewski( bekannt aus dem Pro zeffe Mendelsohn und Genossen); in derselben Julinummer des Przedswit", welche auch dem Kuryer Pozn." zugesandt worden ist und welche eine sehr heftige Sprache führt, wird Mitthei lung über seine sozialistische Organisation in Russisch Polen gemacht, welche den Namen Proletariat" trägt. Die Bauern in den Gouvernements" Woronesch, Kas fan, Ssamara, Rurst, Charlow, Boltawa und Tschernigow haben eine ganze Anzahl Prozesse gegen die Regierung( Mi nifterium der Domänen) angestrengt, bei denen es fich um Millionen handelt. Unter Peter dem Großen und den folgen den Regenten wurden nämlich große Strecken freien Bauern bodens ganz einfach eingezogen und die bis dahin freien Bauern zu ,, Kronsbauern" gemacht. Von Seiten der Kläger wird nun bemerkt, die Befizungen ihrer Väter feien nur eingezogen wo den, weil die Befiger ihre Freiheit verloren; durch die Au hebung der Leibeigenschaft hätten die Nachkömmlinge der frü heren Bestzer ihre Freiheit wieder erworben und folglich müffen Die einst eingezogenen Befigungen ihnen wieder herausgegeben werden, nebst einer Vergütung der Zinsen vom Tage der Auf hebung der Leibeigenschaft, 19. Februar( 3. März) 1861. den Kreisen Sawotschewskawa, Losobskawa und Luboditsches fawa( Gouvernement Charkow) allein fordern die Bauern die Rückgabe von mehr als einer Million Desjatinen( 1 Desjatine) ungefähr gleich 1 Heftar) Grundbefig. In allen betreffenden Ortschaften herrscht eine große Erregung, die sich dann und wann, so z. B. im Gouvernement Boltawa, in Gewaltthaten Luft macht. In der Umgegend von Pschkow in Rußland hat bie Rinderpest derart gewüthet, daß die Bauern sich selbst vor ihre Wagen spannen müffen, wenn sie ihre Produkte in die Stadt bringen wollen. Tagtäglich kommen Dußende solcher Gespanne in der Stadt an. Der Markt von Nischni- Nowgorod scheint seine ungemüthlichen Seiten zu haben; der Gouverneur, Genes ralmajor, hat für alle Brandstifter auf die Dauer des Marke das Standrecht proklamirt, und zwar für die Stadt selbst und die benachbarten Distrikte. Das Gerücht von einer nordamerikanischen Vermitt lung in dem französisch- chinesischen Streite taucht neuerding auf; so läßt sich die„ Times" aus Fu- Tscheu vom 8. d. mel den: Präsident Arthur fungirt als Vermittler zwischen Frank reich und China. Er hat an Mr. Young, den Gesandten der Unionstaaten in China, der gegenwärtig in Peking weilt, tele graphirt, daß Frankreich eine Lösung binnen fieben Lage wünsche." Zu dem stehenden Kapitel: Verleumdung der amer tanischen Präsidentschafts- Kandidaten durch die Gegenpar tei ist mitzutheilen, daß republikanische Blätter dem demokrati schen Kandidaten Cleveland nachsagen, er habe 13 unehe Wo bleiben die gestohlenen filbernen Löffel? liche Theil der Stadt angewiesen. Die Liberalen, ungefähr 20 000 Mann, marschirten zuerst zur Börse, vor welcher Janson, der Präsident des liberalen Vereins, eine Rede hielt. Er sagte, daß es sich bei den legten Wahlen nicht so sehr um das Schulgeset als um Steuerfragen handelte. Er flagte die Minister an, sie seien Werkzeuge der römischen Kirche, welche das Volk in Unwissenheit erhalten wissen will und schlug eine Tagesordnung vor, in der die aufeinander gefolgten widersprechenden Resultate der legten Wahlen in denselben Be zirken begründet werden und die Zurückziehung des Schulgefeßentwurfes, sowie die Auflösung der Kammern verlangt wird. Diefelbe wurde angenommen. Während die Kapellen die Brabançonne( die Nationalhymne) spielten, durchzog der Zug die Lokales. Ge e cr. Die Wahlen kommen man merkt es an dem bahren der deutsch freisinnigen Preffe, an den Verleumdungen Verdächtigungen und Denunziationen, die jest bereits laut werden. Es ist ja sehr klar, weshalb das geschieht, aber Kinder werden fich durch diese Manöver täuschen laffen, fahrene Männer, welche die Winkelzüge und Machination der sogenannten„ Liberalen" fennen, die lachen höchfiens darüber. Ja die arme, deutsch- freisinnige" Partei! Wo sie nicht herhalten mug!" Sie muß sogar den Arbeitern in ihren Versammlungen als Dedmantel dienen, damit dieselben über haupt abgehalten werden können. Denn," so falfulirt man 11 in fortschrittlichen Blättern, wenn in den Arbeiterverfamm so werden dieselben von der Polizei überhaupt nicht geduldet." Ein solches Vorgehen ist derartig perfide, daß es garnicht genug gebrandmarkt werden kann. Es beleidigt zugleich die Arbeiter und macht der Polizei den Vorwurf der Parteilichkeit, aber das dem Krame paßt, dann wird gelogen und verdächtigt und denun zirt, die Hauptsache ist und und bleibt, durch blödsinnige Schreis bereien Verwirrung in die Waffen zu bringen, um dann im Trüben fischen zu können Wenn die ,, deutsch- freifinnige" Bar tei und mit ihr die deutschfreifinnige" Preffe meint, durch solche doppelgängige Manipulation auch nur einen Arbeiter födern zu können, dann irrt fie fich nicht nur, nein, fie zeigt Stadt und gab in der Kammer die Petition des Brüffeler zugleich in eklatanter Weise, wie jämmerlich es bei ihr mit dem Vertrauen in die eigene Sache bestellt ist. Allen anderen liberalen Vereins gegen den Schulentwurf ab.- Der klerikale als einen Theil meines Haushaltes aufzunehmen, Frau weitergehend Milly traf, befahl er dem Rinde, der fremben Wrigley," sagte Myra ,,, auch fann ich Ihrem Gatten nicht ein Einkommen gewähren, das ihn befähigt, auf größerem Fuße zu leben, oder Equipagen zu halten, aber ich will die kleine Milly, mein Bathenkind, ganz zu mir nehmen und für alle ihre Be Prinzessin mit seinem Taschentuch die Finger von dem an haftenden Schlamm zu reinigen, und die fleine Milly gehorchte ohne Widerspruch. dürfnisse sorgen und Ihnen einen Zuschuß von jährlich zwei verständlich gefallen. Sie sprach nur wenig, da fie des hundert Pfund bewilligen." So kam die kleine Milly in das Barthsche Schloß und freute fich in ihrer findlichen Weise, in schöneren Räumen zu wohnen, als im Elternhause. Mit Rupert, der sich in Barth ebenso heimisch fühlte als in Bide, war fie jezt noch häufiger zusammen als früher. Der kleine Junker ließ sich Milly Wrigley's Huldigungen gefallen, wie ein Monarch, aber er war ihr fein treuer Ritter, sondern wendete seine Gunst ganz unerwartet einer anderen fleinen Dame zu. Francesca ließ sich diese Dienstleistungen als felbft Englischen nur in geringem Grade mächtig war und fag als fie an der Thür ihrer Wohnung angelangt war, mi Stolzer Kälte zu ihren Gefährten: Guten Tag; ich weiß noch nicht, ob Mama mir erlauben wird, mit Euch su spielen." zurück. englischen mit ihren Buchen und Föhren und Eichen, thren weit Milly und Rupert liefen wieder zusammen nach Haufe Aber es giebt noch andere Wälder auf Erden, als die Schlüsselbäumen, Vergißmeinnicht, Veilchen und Farrenfräutern umschlossen vom südlichen Ozean, giebt es Inseln, wo ge das Zuckerrohr sich leise rauschend bewegt. In diesen Regionen ausbreitet, Gewürze die Lüfte mit Wohlgeruch erfüllen, und entwickelt sich das Pflanzen- und das Thierleben in wunder Die Mutter der Gräfin war eine Engländerin gewesen. barster und vielfältigster Gestalt, während der Mensch hier In Lady Bide's Park befand sich ein reizendes fleines Landhaus, das während einiger Jahre an einen MarineOffizier vermiethet gewesen war. Dieser war jetzt gestorben und Dr. Mellodem ersuchte Lady Bide, das Häuschen einer Italienerin, der verwittweten Gräfin Joria, zu vermiethen. Nach dem Tode ihres Gatten sah sie sich und ihre Kleine von deffen Verwandten vernachlässigt. Ihr Vermögen war zusammengeschmolzen, sie entschloß sich deßhalb, ihr Vaterland zu verlassen und sich nach England zu begeben, um dort ein zurückgezogenes Leben zu führen. Lady Bide vermiethete ihr das Landhaus und Gräfin. fiederte Palmen sich erheben, der Brodbaum seine Zweige zusammenschrumpft und von seiner Höhe herabsteigt. Hier find tur verräth sich etwas Tigerartiges. So find die Inseln der Seyschellen, wie eine Flotte grüner Schiffe breiten fie fich im Indischen Ozean aus, und Joria tam mit ihrem Kammermädchen, einer französischen lebte ein Engländer seit zehn Jahren in trauriger Verband auf dem einsamsten, kleinsten und fernsten dieser Eilande Erzieherin, einigen Dienern und Dienerinnen und ihrer Dieser Engländer war Jasper Fizroy. Die zehn Jahre feit Tochter an. Rupert war jetzt beinahe zehn Jahre alt, Milly acht und die kleine Fremde ebenfalls acht. Von dem Augenblick an, wo Rupert der kleinen Francesca Joria in dem Gehölz von änderungen, welche nicht ein Wert der Zeit waren, Die nur seinem Schiffbruch auf der Ozeantönigin hatten ihn febr ernst gemacht, und sein Haar ein wenig grau gefärbt, Ver Bide begegnete, ihre Arme mit Farrenkräuter und Schlüssel- müssen, sondern die Folge der Sorgen und des fortdauernden blumen beladen, erhob er sie zu seiner Freundin und errichtete ihr in seinem Herzen eine Stätte. Mißgefchids. Jasper, wie andere seiner Unglücksgefährten auf ber Er stellte sich freiwillig in ihren Dienst und zwang auch Dzeanfönigin, hatte fich auf ein Boot gerettet, und diefes feine kleine Freundin Milly, dasselbe zu thun. Er nahm ihr sogleich die Waldpflanzen ab, weil ihre Wurzeln feucht und schmußig waren, verdarb seinen Anzug damit und wurde dafür von Lady Bide's Kammerfrau ausgescholten. Der jugendliche Ritter betrachtete fich nun als einen Märtyrer der guten Sache und blidte mit ernster Genugthuung auf das beschädigte Sammitröckchen, und als er mit Francesca F Bot Boot war an einer der Senschellen Inseln gestrandet: die Senschellen gehören zu Mauritius, das unter englischer à mäßigkeit steht. Die Hilfe, welche den Schiffbrüchigen hier zu Theil wurde war sehr geringfügig. ( Fortsegung folgt.) fi ft m fi zu 6 be De un DO 00 an am ic et fta ei De 10 au ein ba fol oh ba De fel Fa tio St An un fig tio the an Ve ant err au DO St ge Br wie Lich fe Ba wer mar Dra Schl in 1 das ent Bet Ne Bel Sch Sta tun wat fleir Ba in niff ihre ftüd Dor fteh den heut mei Bet uns Don Nac Ref hilf mit in's eine Lan eine Sehe auß Ber des ang bia aus Hän Der auf fein Sac Hän 1 ftrai Labe Su um zur Dur Ber Scher ren bei pie Blättern voran marschirt in dieser Beziehung die Berliner Beitung", die fich über die bei Mohrmann stattgehabte Voltsversammlung der Arbeiterpartei einen Bericht schreiben läßt, der mit den ewig denkwürdigen Worten beginnt:„ Eine Voltsversammlung der Arbeiterpartei beschäftigte sich am Montag Abend im Mohrmann'schen Lokal, Große Frankfurterstraße 117, wieder mit der deutschfreifinnigen Partei" und dem Beruf der Prefe". Es ist dies jetzt ein Lieblingsthema der großen und fleinen Agitatoren der Arbeiterpartei vulgo sozialdemokratischen Partei. In diesem Zeichen wirst du siegen!" in gut Deutsch übersetzt: In diesem Zeichen fannst du tagen!" Ein Jeder wird verstehen, was die ,, arbeiterfreundliche"" Berl. Btg." hiermit gemeint hat, und vergessen sollen diese Worte auch nicht werden, es scheint so, als ob man in jenen Kreisen jest schon Furcht verspürte, über das, was kommen wird. Es ist noch lange nicht so weit, aber der verschämte Ruf nach Polizei, der jest schon ertönt, läßt tief bliden, er zeigt ja viel beffer, als alles Andere die Arbeiterfreundlichkeit der DeutschFreifinnigen". 11 r. In hiesigen Lehrer- Kreisen wird gegenwärtig lebhaft der Vorschlag eines süddeutschen Kollegen besprochen, welcher für die Schulbänke eine neue Konstruktion empfiehlt, die, soweit fich dies äußerlich beurtheilen läßt, ebenso einfach, wie zwedmäßig erscheint. Schon lange geben unsere Schulbänke, wie fie in unseren Schulen benutzt werden, den Pädagogen vielfach u Klagen Veranlassung, entweder ist bei der Herstellung dieser Geräthe darauf Bedacht genommen, daß die Tischplatte für den Zweck des Schreibens fich in der richtigen Entfernung von der Bank befindet, dann ist der Zwischenraum zwischen Bank und Tisch so beschränkt, daß er dem Schüler beim Aufstehen von seinem Blag ein gerades Stehen unmöglich macht; oder es ist bei der Herstellung dieser Schulgeräthe auf den lettangedeuteten Umstand Rücksicht genommen, dann ist der Raum zwischen Tisch und Bank zu weit, um auf dem Tische bequem fchreiben zu können. Hier hat nun ein süddeutscher Lehrer einen äußerst plausibelen Vorschlag zur Abhilfe dieser Uebelstände gemacht. Er empfiehlt zwischen je zwei Sigplägen von einem entsprechend langen Theile der Bank die vordere Kante derselben soweit fortzunehmen, als dies nöthig ist, um in dem so hergestellten Raume das bequeme Aufrechtstehen des Schülers zu ermöglichen. Will der Schüler fich erheben, so hat er nur einen Schritt seitwärts zu treten, um für eine gerade Körperbaltung den nöthigen Raum zu gewinnen. Der Vorschlag follte jedenfalls auch bei den zuständigen Schulbehörden nicht ohne Beachtung bleiben. a Desinfektionsmaßregeln. In dem städtischen Krankenhause zu Moabit( Baradenlazareth) besteht bekanntlich eine Desinfektionsanstalt sowohl für die Zwecke des Krankenhauses selbst als auch für außerhalb des Krankenhauses vorkommenden Fälle ansteckender Krankheiten, in welchen von der Desinfel fionsanstalt Personen und Desinfektionsmittel an Ort und Stelle geschickt werden, um daselbst die infizirten Räume und Kleidungsstücke zu reinigen. Da aber diese einzige derartige Da aber diese einzige derartige Anstalt für die Stadt Berlin bei ernsteren Epidemien völlig unzureichend ist, so hat jest das Polizeipräsidium bei dem hiefigen Magistrat die Herstellung von noch mehreren Desinfek tionsanstalten in verschiedenen Stadttheilen, gleichmäßig vertheilt über ganz Berlin, angeregt. Eine zweite Desinfektionsanstalt ist übrigens vom Magiftrat bereits projektirt, welche in Verbindung mit dem neu zu errichtenden Asyl für Obdachlose an der Ecke der Prenzlauer Chauffee und der Danzigerstraße errichtet werden soll. g Auf der Eisenbahnstation Schöneberg wird nunmehr auch eine Barriere hergerichtet, um eventuellen Unglücksfällen vorzubeugen. Es wäre zu wünschen, daß auch dort, wo auf Stationen Barrieren vermißt werden, solche thunlichst bald an gebracht werden. N. Die Pferdebahnlinie Beuthstraße- Rolltrug, ein wie uns von kompetenter Seite geschrieben wird, Verwirt Projekt, welches schon längere Zeit eristirte, soll in aller Kürze, lichung finden. Die Konzession ist der Großen Berliner Bau der Strecke mit dem 1. September in Angriff genommen Pferdebahn Gesellschaft bereits ertheilt worden, und soll der werden. Die Linie wird von der Beuthstraße durch die Kommandanten, Kürassier-, Oranienstraße fahren und von der Dranienbrücke abzweigend, nach dem Rollkrug direkten Anfchluß haben. r. gelynchten Strolche flohen nach dem Hohen Steinweg, wurden hier aber ergriffen und mit ihren dritten Complicen von Schußleuten nach dem Bolizeibureau in der Klosterstraße fistirt. Ein Bewohner des Hauses Königstraße 46 fam, als die Schlägerei vor diesem Hause stattfand, auf den sonderbaren Gedanken, aus dem Fenster einer Etage einen Topf mit Wasser auf die fich herumbalgenden Personen zu gießen, wodurch auch ein Theil der Zuschauer durchnäßt wurde. Diese Handlung dürfte dem Bewohner noch einige Ungelegenheiten bereiten, da ein Schußmann von derselben Notiz genommen hat. & Humor im Briefkasten. Die geftrige StaatsbürgerBeitung enthält unter ,, Balduin" folgende Fragebeantwortungen: 1) Nur wenn Ihnen der Nachweis gelingt, daß das Mädchen innerhalb der Conceptionszeit mit anderen Männern Umgang gehabt hat, kann ein Anspruch gegen Sie nicht erhoben werden. 2) Fragen Sie dieserhalb im Eisenbahnministerium an, wo Ihnen zuverlässige Auskunft ertheilt werden wird! Wie kann der Antwortgeber das Eisenbahnministerium derartig tompromittiren? Daffelbe wird nun viel Mühe haben, die Laſt der Beschuldigung mit Dampf von fich abzuwälzen!- Sollte nicht vielmehr der Casus in das Reffort des Kultusministeriums einschlagen? 17 as Verhaftet. Wegen mehrfacher gegen seinen Prinzipal begangener Unterschlagung ist gestern der Kutscher W. verhaftet worden. Zu den Obliegenheiten des W. gehörte die Einziehung der Forderungen seines Prinzipals, eines hiesigen Fouragehändlers, auf die von diesem ausgeschriebenen und mit Quittungsvermerk versehenen Rechnungen bei dessen Kunden. W. stahl nun aus dem Zimmer seines Herrn eine Anzahl Rechnungsformulare, fertigte sie selbst aus und unterschrieb ste mit dem Namen seines Herrn. Auf die gefälschten Rechnungen zog er von den Kunden die Beträge ein, und gab die von seinem Prinzipal ihm zur Einziehung mitgegebenen Rechnungen diesem wieder zurück, mit dem Vorgeben, daß er keine Zahlung erhalten hätte. B. N. Beim Baden ertrunken. Wieder hat ein junger Mensch, des Schwimmens unfundig, durch seine Waghalsigkeit den Tod in den Wellen gefunden. Der 21jährige Sohn des Bierverlegers T. in der Hermannstraße in Rirdorf wohnhaft, begab sich gestern früh mit zwei Bekannten nach Nieder- Schönweide, um Arbeit zu suchen. Alle drei beschlossen in Folge der Wärme in der Spree ein Bad zu nehmen, bei welchem aller Wahrscheinlichkeit nach T. fich zu weit in das Wasser hinein gewagt hat. The thm seine Begleiter auf den Hilferuf beizukommen vermochten, sant T. unter und verschwand in der Tiefe. Bis jetzt ist, ungeachtet der eifrigsten Nachforschungen, die Leiche des Verunglückten noch nicht gefunden worden. -a. Bauernfängereien beim Kümmelblättchen find in Berlin seit Monaten nicht bei der Polizeibehörde zur Anzeige gelangt, da nur noch sehr wenige einfältige Personen in die ihnen von den Bauernfängern gelegten Fallen hineinfallen. Gestern aber wurde ein von Außerhalb fommender, auf der Durchreise durch Berlin befindlicher Arbeiter K. in der befannten Manier gerupft. An dem Bildermuseum gesellte sich gestern Vormittag ein Mann, welcher sich ebenfalls als Durch reisender ausgab und den K. aufforderte, mit ihm nach dem Kreuzberg zu gehen und da das Denkmal zu betrachten. K. ging darauf ein, und nachdem sie das Denkmal besichtigt hatten, begaben sie sich in einen Biergarten an der Kreuzberg straße, woselbst sich zu beiden ein Dritter gesellte, der mit dem Begleiter des K. das bekannte Kümmelblättchenspiel entrirte Begleiter des K. das bekannte Kümmelblättchenspiel entrirte und Einsätze von 10 M. und schließlich 20 Mt. verlor. Auf die Auforderung der Spielenden septe K. seine ganze Baarschaft im Betrage von 20 M. ein und verlor diese. Die beiden Bauernfänger liefen sodann mit den erbeuteten 20 M. fort, K. aber verfolgt fte und faßte einen derselben, welcher auf feine Veranlassung zur Wache fiftirt wurde. Der Festgenom mene, Bigarrenmacher P., befand sich im Befiz einer Anzahl Spielmarken, welche, von Fern betrachtet, Kronen resp. DoppelKronen zu sein scheinen. Außerdem befand sich P. im Befiß von 16 M. 50 Pf., welche von den dem Arbeiter K. abgenommenen 20 M. herrührten und deshalb dem K. wieder zugestellt werden fonnten. N. In größter Lebensgefahr schwebte gestern Abend gegen 10 Uhr der in der Wrangelstraße wohnende Kürschner M. Derselbe sprang auf dem Lehrter Bahnhofe, als der Stadtbahnzug schon in Bewegung war, auf das Trittbrett, um noch nach der Jannowigbrücke mitzukommen. Krampfhaft hielt fich M. an dem äußeren Koupee fest und wäre sicher durch den Luftzug fast ohnmächtig geworden, herabgestürzt, wenn nicht ein Fahrgast, der durch das offene Fenster sah, den blinden Bassagier" bemerkt und durch Deffnen der Koupeethüre aus seiner gefährlichen Lage befreit hätte. N. Der grobe Gottlieb hat sich zwar längst zu seinen Vätern versammelt, sein Lokal jedoch, in der Wassergaffe, besteht, wie wir uns überzeugt haben, noch und wird von seiner Wittwe in derselben Weise fortgeführt. Wenn wir sagen ,, in derselben Weise", so meinen wir nicht, daß die Wittwe die Grobheit Gottliebs, die weit über die Grenzen Berlins hinaus Grobheit Gottliebs, die weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt war, weiter kultivirt, sondern daß dieselbe dieselben phänomenalen großen Portionen" wie der selige Gottlieb verabreicht. Db fie dies nur thut, um das Andenken des VerWort fiel uns recht lebhaft ein; als wir vor einigen Tagen Ein gutes Weib wiegt eine Krone auf!" Das in dem Verzeichniß der öffentlichen Zwangsversteigerungen auch das Grundstück eines Töpfermeisters im Norden der Stadt enthalten fanden. Vor etwa dreizehn Jahren arbeitete der Betreffende noch als flotter Töpfergeselle auf den Berliner Reubauten, verdiente in der damaligen Gründerzeit ein hübsches Geld, ebenso seine damals noch junge Frau, die sich beim Scheuern der Neubauten redlich plagte. Der Meister des Mannes wollte diesem wohl und ermöglichte ihm die Errich tung eines eigenen Geschäfts, deffen flotter Fortgang- darüber waren alle einig nur der flugen Umsicht der energischen fleinen Meistersfrau zu danken war; da kaufte ihr Mann eine Baustelle und baute darauf ein neues Haus, ein Geschäft, das in Berlin für jeden Bauherrn unter den heutigen Verhält niffen bedenklich ist. Aber auch hier bewies die fleine Frau ftück, alle ersten Schwierigkeiten waren überwunden, da starb fabrikate nehmen würden. bor zwei Jahren die fleine schaffensluftige Frau und heute steht das Grundstück thres Mannes subhasta. Konnten Sie heute begegnet, und seine Antwort ist regelmäßig: Ja, wenn meine Frau am Leben geblieben wäre!"" N. Eine brave That, um so beachtenswerther, als der Betheiligte dabei selbst in Lebensgefahr schwebte, ist, wie man ung schreibt, geſtern Nachmittag von dem Bolizeilieutenant Aschberg in Schlachtensee vollbracht worden. Gestern Restaurant Alte Fischerhütte", als er vom See her flägliche Hilferufe erschallen hörte. Der Genannte bemerkte einen Knaben mit dem Wellentode kämpfen. Schnell entschlossen sprang er eines Schmiedemeisters A., der fich mit seinen Eltern auf einer Landparthie befunden hatte. Nachdem der Lebensretter von einem Kellner mit den nothdürftigsten trockenen Kleidern ver sehen worden, begab sich Herr von A., ohne weitere Dantesäußerungen der glüdlichen Eltern zu akzeptiren, per Bahn nach Berlin. ewigten zu ehren, wissen wir zwar nicht, wünschen jedoch, daß nnsere Berliner Wirthe, fich hier ein Beispiel für ihre KüchenN. Ganz großartige Zuchtresultate hat der Zoologische Garten in diesem Jahre aufzuweisen. Die Bebufamilie in der Nähe des Seelöwen untergebracht, ist in diesen Tagen durch ein zweites, fräftiges Kälbchen um ein Glied stärker geworden, das durch munteres Spiel mit dem nur wenig älteren Genoffen und tolle Sprünge den Zuschauer lange feffelt. Im Nebengehege tummelt sich ein junges männliches Sundarind herum. Diese Thiere, gleich werthvoll durch ihre Schönheit wie ihre Seltenheit, bedürfen äußerst aufmerksamer Pflege. um fie am Leben zu erhalten und womöglich zur Fortpflanzung zu bringen. Gegen Krankheiten sind sie sehr empfindlich und trop aller Vorsicht ging im vorigen Jahre fast die ganze Heerde Sundarinder, die der Garten hegte, ein. Nur zwei Thiere, und glücklicherweise ein Baar, blieben übrig und diese haben jetzt dafür gesorgt, daß ihr so seltener Stamm nicht ausstirbt. Der junge Tiger mit seiner Mutter ist jest, nachdem die Bretterwand der Wochenstube gefallen, dem Publikum fichtbar geworden und Jedermann kann fich überzeugen, wie prächtig das junge Räßchen gebiehen ist. Das zweite blieb gleich von Anfang an in der Entwickelung zurück und ging nach wenigen Tagen ein. Um dieses großartige zoologische was noch Wenigen bekannt sein dürfte, die Direktion die 1 des Alexanderplages hat in letter Beit berartige Dimenſionen Inſtitut, auch Minderbemittelten zugänglich zu machen, hat, angenommen, daß die Bewohner einzelner Häuser täglich bis zu zehn mal wegen Verkaufs getragener Kleidungsstüde foulante Einrichtung getroffen, daß an denjenigen Tagen, an Händler und auch Händleginnen zahlt die höchsten Preise". Der Bewohner eines Hauses in der Prenzlauerstraße ist nun auf den genialen Gedanken gekommen, einen großen Bettel an feine Thür mit der Aufschrift zu beften: Alte und getragene Sachert werben hier nicht verkauft". Seitdem hat er vor den blutiger Erces spielte sich heute Vormittag gegen Händlern Ruhe. Ein straße 46 wollte ein bereits bejahrter Kutscher eine Riste ab laden. Dies bemerkten drei arbeitsscheue jugendliche 734 Uhr an unentgeltlich zum Besuche offen steht. Mit den abnehmenden Tagen wird später der freie Eintritt um 7%, resp. 7 und abwärts zulässig sein. H Das feltene Fest der goldenen Hochzeit feiert am 19. d. M. der Malermeister Weiße, Schulstr. 69. Der Bräutigam ist 72, die Braut 69 Jahre alt. Gerichts- Zeitung. R. Daß auch die Damen der Demimonde von der Subjekte jener Sorte, welche jede Gelegenheit wahrnehmen, Eifersucht geplagt werden, bewies eine Verhandlung gegen um einen Diebstahl auszuführen, und boten sich dem Kutscher zur Hülfeleistung an. Dieser, die eigentliche Absicht der Helfer" gerichts. Derselbe war angeschuldigt, das„ Fräulein" Klette durchschauend, lehnte das Anerbieten ab, was von den drei Personen derartig übel aufgenommen wurde, daß sie den Kutdurch Vorspiegelung falscher Thatsachen veranlaßt zu haben, für verschiedene ren Baffanten und nun entwickelte sich eine solenne Schlägerei, Sittenpolizei in Verbindung und könne deshalb für fte Vieles bei welcher es zahlreiche blutige Verlegungen gab. 3wei der thun. Da die Klette unter Sitte steht, so afzeptirte fie um so lieber den Angeklagten als ihren Beschützer" und bestritt nicht nur seinen Lebensunterhalt, sondern auch noch verschiedene Ertra- Ausgaben deffelben. Doch alte Liebe roftet nicht; Escher hatte schon, bevor er die Klette fennen lernte, ein Verhältniß mit Fräulein Anna Ruder gehabt, er schloß mit seiner alten Liebe wieder Freundschaft und wurde der Klette ungetreu. Darob erwachte in der Klette die Eifersucht, sie suchte und fand eines Abends das Pärchen in der Friedrichstraße, dasselbe sehen und auf die Ronkurrentin einhauen, war das Wert eines Augenblics. Die Geschlagene fiel nun unter Assistenz des Escher über die Wüthende her und die Klette mußte der Uebermacht weichen. Doch Rache ist füß Fräulein Klette denunzirte den ungetreuen Beliebten wegen Betrug und Mißhandlung. Bevor jedoch die Klage zum Austrag kam wurde Escher wegen eines anderen Vergehens in Hannover zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Nach Abbüßung dieser Strafe mußte er in die Untersuchungshaft nach Moabit, aus welcher er gestern dem Schöffengericht vorgeführt wurde. Der Angeklagte bestritt die beregte Aeußerung zu der Klette gethan zu haben, auch habe die Klette nicht für ihn, sondern er habe für die Klette Ausgaben gemacht. Ebenso bestritt er die ihm zur Last gelegte Mißhandlung. Der Präsident konstatirte, daß es der Polizei troß umffaffender Recherchen, nicht gelungen sei, die Belastungszeuginnen, die Klette und noch eine Dame", aufzufinden. Andererseits habe der Angeklagte zwei Entlastungszeugen vorgeschlagen, er werde dieselben vernehmen. Fräulein" Anna Ruder wird in den Saal gerufen, fie giebt auf Vorhalten des Präsidenten zu, 7 mal wegen Kontravention gegen Sittenpolizeiliche Vorschriften bestraft zu sein und deponirt dann Folgendes: Ich lenne den Angeklagten schon seit mehreren Jahren, nähere Bekanntschaft schloß ich mit ihm im Jahre 1883. Als ich ihn zuerst fennen lernte, hat derselbe mir oft Geld gegeben und Ausgaben für mich gemacht, später habe ich ihm öfters gegeben. Die Klette ist ihm immer nachgelaufen, so auch an dem Abend, wo er dieselbe gemißhandelt haben soll. Die Klette hat mit dem Schirm auf uns eingehauen und wir haben nur mit der Faust geschlagen; außerdem hat sie zuerst angefangen. Daß der Angeklagte der Klette falsche Thatsachen vorgespiegelt, glaube ich nicht. Präsident: Wenn sich Ihnen Jemand vor ftellen und sagen würde, ich habe Verbindung mit der Polizei, würden Sie das glauben?" Beugin zögernd: Ja." Es wird nun der Zeuge Dannhauser vernommen, derselbe weiß indeß nichts zu bekunden. Der Präsident verliest ein soeben einges troffenes Schreiben vom Polizeipräsidium, woraus hervorgeht, daß es troß vieler Mühe der Polizei bis zum Augenblick nicht gelungen ist, die beiden unter Sittenkontrolle stehenden Bes lastungszeuginnen aufzufinden. Man muthmaßt, daß dieselben fich auf Reisen" befinden. Der Vertheidiger des Angeklagten beantragt deffen Freisprechung, wenn man auch geneigt sei, der Entlastungszeugin nicht voll und ganz Glauben zu schenken, so sei es mit den Belastungszeuginnen um Nichts beffer. Der Staatsanwalt beantragt, weitere Ermittelungen der Beuginnen vornehmen zu lassen und den Angeklagten in Haft zu behalten. Der Gerichtshof schließt sich diesem Antrage zwar an, beschließt jedoch, den Angeklagten vorläufig aus der Haft zu entlaffen. R. Unter der Anklage, einem Kinde 20 Pfennige naft zu entlaffen. aus dem Portemonnaie genommen zu haben, erscheint vor dem Schöffengericht der Arbeiter" heruded. Der Angeflagte hatte sich seit 2 Jahren den Händen der Polizei zu ent ziehen gewußt, wurde jedoch endlich entdeckt und in Unter fuchungshaft genommen. Der Angeklagte bestreitet den Diebstahl, er will nur von einem Knaben 10 Pfennige geschenkt er halten haben. Der Hauptbelastungszeuge, Albert Dräger, jest 16 Jahre alt, äußert sich folgendermaßen: Ich war damals noch nicht ganz 14 Jahre alt, als ich von meiner Mutter 3 Mark in fleinem Gelde mit dem Auftrag erhielt, mir dafür ein Baar gebrauchte Stiefel zu kaufen. Ich ging mit einem Schulfreunde zusammen, an der Münzstraßen- Ede fiel mir ein 50- Pf. Stück in den Rinnstein. Als wir im Begriffe waren, dieses wieder herauszusuchen, näherte sich uns der Angeflagte und nachdem ich das 50- Pf. Stück wiedergefunden und ins Portemonnaie gethan hatte, bat er mich um 10 Pf., weil er schon überall gebetfelt aber noch nichts zum Effen bekommen habe. Ich gab ihm die verlangten 10 Pfennige, er sah in das Portemonnaie und sagte: Beig mir doch mal das Portemonnaie". Ich gab es ihm, er drehte sich um und nahm aus dem Portemonnaie 15 oder 20 Pf. heraus, dann gab er es mir wieder zurück. Ich verlangte mein Geld wieder zurück, er weigerte fich deffen, worauf er dann von einigen Baffanten angehalten und durch einen Schußmann zur Wache befördert wurde. Der Staatsanwalt ist der Meinung, daß, obwohl das Objekt ein geringes sei, der Angeklagte dennoch eine harte Strafe verdiene; die Kinder müßten ganz besonders gegen der artige Räubereien geschüßt werden und beantrage er deshalb 6 Wochen Gefängniß. Der Gerichtshof erkannte gegen den schon mehrfach vorbestraften Angeklagten nach dem Antrage des Staatsanwaltes. R. Wegen Unterschlagung eines Leierkastens stand der Drehorgelspieler Fistel vor der 87. Abtheilung des Schöffengerichts. Der Angeklagte hatte fich von dem Orgelverleiher Wahrlich gegen ein Entgeld von 3 Mark wöchentlich eine Drehorgel geliehen, dieselbe aber nicht wieder abgeliefert. Wahrlich begab fich zur Polizei, um die Wohnung Fistel's zu erfahren, doch dieser war nirgends angemeldet, und so mußte der Drehorgel- Verleiher auf die Suche gehen. Manche Orgel hatte Herr Wahrlich schon spielen hören, überall in Berlin und Umgebung hatte er auf die lieblichen" Töne des bekannten Inſtruments gehorcht, aber immer war eine Täuschung der anderen gefolgt, nirgends waren es die Klänge des an Fistel verliehenen Instrumentes. Schon glaubte er an den gänzlichen Verlust der Orgel: da endlich nach sechs Wochen kommt er nach Rirdorf und so wie Du, so lieblich und so schön" tönt es ihm auf einmal aus einem Hausflur entgegen. Das war leine Täuschung, so schön fonnte nur Fiſtel auf der Drehorgel spielen. Und richtig, beim Nähertreten erblickte er Fiftel, wie er dem Instrumente zu Nuß und Frommen der Rirdorfer die be fannten herrlichen" Töne entlockte. Doch jest war die Reihe zu trauern an Fistel, er mußte der Kunst vorläufig Balet" sagen und in Untersuchungshaft wandern. Vor dem Schöffen gericht ist Fistel geständig, die Orgel von Wahrlich geliehen zu haben, bestreitet jedoch die ihm zur Last gelegte Unterschlagung; er fei Willens gewesen, die Orgel wieder abzuliefern.Da Fistel aber schon vielfach vorbestraft ist, so glaubt ihm der Gerichtshof nicht, sondern verurtheilt ihn zu drei Wochen Ge fängniß. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. h Eine wichtige Werkstätten- Delegirtenversammlung der Tischler, welche äußerst zahlreich besucht war, fand am Dienstag Abend im Louisenstädtischen Concerthause, Alte Jacobstraße 37, unter dem Vorsitze des Herrn Roedel statt. Der Legtgenannte referirte im Namen der Lohnkommission über das Thema: Welche Forderungen suchen wir jest zur Durchführung zu bringen? Seinen Ausführungen lagen die jüngst stattgehabten Berathungen der Kommission über die zweckmäßigsten Maßnahmen zur vollständigen Durchführung und Ergänzung der seither in der Lohnbewegung an die Meister und Unter nehmer gestellten bekannten Forderungen der Tischlergesellen Grunde. Hiernach soll zur Ermöglichung mögeinander abweichenden Stücklohnfäße, qualifizirtere lichsten Ausgleichung, ver in den öünzelnen Werkstätter oft start Don feinere Arbeiten in den Runſitiſchlereien sie ein Wortere bracht werben, im llebrigen aber jollen unter hubung geausgearbeitet und Durchführung Aufrechthaltung V des bisherigen Programms( 18 M. wöchentl. Minimalverdienst refp. Koftgeld" bei 9-9 Stunden tägl. Normalarbeitszeit) die Delegirten der einzelnen Werkstätten auf zu erlaffende besondere Einladungen hin mit der Lohnkommission gemeinsame Berathungen über die zur Zeit bestehenden Verhältnisse ihrer Werkstätten pflegen und außerdem im Allgemeinen sämmtliche Werkstätten genaue und vollständige Verzeichnisse( Tarife) über die gegenwärtig in denselben zur Auszahlung fommenden Studlöhne( oder Akkordpreise) nebst Angabe Der dabei erzielenden diversen Wochen Ver zu Dienste an die Lohnkommission einsenden. Dem auszuarbeitenden Normaltarif für Spezialartikel soll als Prinzip die Ermög lichung des programmmäßigen Minimalverdienstes von 18 M. selbst für die unter dem Mittelmaße stehende schwächere Arbeitskraft zu Grunde gelegt werden. Auch wies der Refe rent bezüglich der von ihm betonten Nothwendigkeit einer möglichst großen und strammen Organisation der deutschen Tischlergesellen auf die neuestens so überaus rührige organisatorische Thätigkeit der Jnnungsmeister und speziell auf den bevorstehen den am 24. d. hier stattfindenden Ersten deutschen Tischlertag" hin, zu welchem der provisorische Vorstand des Junungs- Verbandes, genannt ,, Bund deutscher Tischler- Snnungen", soeben eine für die ,, arbeiterfreundlichen" wahren Tendenzen der Innungen höchst charakteristische Einladung an die Vorstände aller deutschen Tischler- Innungen verschickt hat. In den, dem beigefügten Programm und der Tagesordnung vorausgehenden Motiven dieser Einladung werde, so bemerkte der Redner, nämlich hervorgehoben, daß sich an vielen Orten die Tischlergesellen organifirt hätten, wogegen die Meister zu ihrem eigenen Schaden Schaden noch immer ohne alle Organisation und völlig zerrissen daſtänden." Das müffe, fährt das Birkular fort, endlich ein Ende nehmen, wenn nicht die Lage der Meister mit jedem Tage trauriger fich gestalten solle und dieselben nicht den Launen ihrer Gefellen machtlos preisgegeben werden sollen" 2c. Die nothgedrungenen und bescheidenen, nur zur Ermöglichung einer einigermaßen auskömmlichen Existenz aufgestellten Gefellenforderungen würden hier also, so fügte der Redner hinzu, von den Herren Innungsmeistern als bloße Launen", gleich fam als reiner Uebermuth der unbändigen" Gesellen hingeftellt! In der sich hieran anschließenden lebhaften Diskussion erklärten sich alle Redner mit den gehörten Ansichten und Vorschlägen der Kommission einverstanden, worauf die Versamm lung einstimmig folgende Resolution annahm:„ Die heutige Werkstättendelegirten- Versammlung der Tischler beauftragt die Kommission, den Ausführungen des Referenten Rödel gemäß in die Agitation einzutreten, um so die Ungleichheiten der Affordpreise besonders für Spezialartikel auszugleichen und die Forderungen unseres Programms auch in denjenigen Werkstätten, die fie noch nicht voll und ganz durchzuführen vermochten, noch im Herbst d. J. konsequent zur Durchführung zu bringen." Bei der vorzunehmenden Ergänzungswahl wurde der schon der früheren Lohnkommission angehört habende Herr Gerlach wiedergewählt und als Bezirksleiter für Berlin- W. bestätigt. h Die Lohnkommission der Tischler hat sich in einer ihrer jüngsten Sigungen mit der Vertheilung der verschiedenen Agitationsämter und Funktionen beschäftigt. Hierbei wurde Berlin wieder in vier Agitationsbezirke getheilt und zu Leitern Derselben gewählt die Herren G. Roedel für den Centrums und Südostbezirt, Künzel für den Dft-, Lenz für den Nordund Gerlach für den West- Bezirk. Die neueste Werkstättens Delegirten- Versammlung am Dienstag Abend hat die Gewählten durchweg bestätigt. " In der Versammlung des Vereins zur Wahrung der materiellen Interessen der Drechsler und Berufsgenossen am Montag Abend referirte Herr Sündermann über Das Thema:„ Gewerkschaftliche Fragen und deren Reformen. Der Referent" gab in furzen Bügen ein Bild der gewerkschaft: lichen Fragen, welche zur Zeit die Vereine beschäftigen. Bei der Lohnfrage, als in erster Reihe stehend, führte der Referent auf Grund der Statistik des Vereins vom Jahre 1882 aus, Daß der damalige Durchschnittsverdienst der Kollegen bei täg lich 10- stündiger Arbeitszeit pro Woche 13,50 Mt. betrug und führte im Weiteren den Beweis, daß zur Beit ein großer Theil der Kollegen nur einen Verdienst bis zur Höhe von 10 Mt. hat und daß jener Prozentsaz der Kollegen, welche heut einen Lohn von 12-18 m. verdienen, bei der größten Anstrengung ihrer Kräfte ein verschwindend fleiner ist, im Verhältniß zu der Maffe, welche einen Verdienst erzielen, der kaum zu den nothwendigsten Bedürfnissen ausreicht. Diesen Lohnverhält niffen gegenüber wäre es unsere Pflicht, für das kostbarste Gut des Arbeiters die Erhaltung seiner Gesundheit," einzutreten und dafür, daß fernerhin nicht mehr der Großfabrikant den Werth der Arbeit bestimmt, sondern der Arbeiter selbst. Sodann ging der Referent auf die Regelung des Lehrlingswesens über und bezeichete die Ausbildung des jugendlichen Arbeiters unter den Namen Lehrling, als eine unwürdige Konkurrenz gegenüber dem Gesellenstand: Die Errichtung von Unterfügungstaffen in jeder dem Arbeiter zwedentsprechenden Form; Desgleichen von Rechtschußkaffen, und zur Belehrung und Bil bung des Arbeiters die Errichtung von Bibliotheken, wären die Folge der Regelung der ersteren beiden gewerkschaftlichen Fragen. Zu den gewerkschaftlichen Reformen übergehend führte der Referent aus: Die Lösung resp. die Erledigung der ersteren Fragen, werden für uns dann erst voll und ganz eine Befferung ergeben, wenn wir zugleich mit der Erledigung dieser Fragen eine gefeßlich geregelte Arbeitszeit erstreben und erreichen resp. einen Marimalarbeitstag von 10 Stunden. Die weitere Folge hiervon würde sein, daß ein Minimallohnsas festgestellt werden müffe, sodann das gesetzliche Verbot der Sonntagsarbeit, desgleichen, der industriellen Frauen und Kinderarbeit in Fabriken und Werkstätten; die Abschaffung der industriellen Gefängniß Theater. Donnerstag, den 14. Auguft. Die Königl. Theater find der Ferien wegen geschlossen. Deutsches Theater: Geschloffen. Renes Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Die Fleder maus. Ballner Theater: Hotel Blancmignon. Oftend- Theater: Ein Gottesurtheil. Balhalla Operetten- Theater: Nanon. Butfenstädtisches Theater: 105. Opern Vorstellung. Mtt hoher Genehmigung. Indra. Große Oper in 3 Aften. Mufil von Flotow. Bellealliance- Theater: Buchholzens. Frauen und Mädchen können Mäntelnähen lernen. Nach her dauernde Beschäftig.Harmsen, Langestr. 22, Hof 1 Tr. r.[ 564 Am Dienstag Vormittag 7% Uhr verschied nach längerem Leiden unser Mitglied und Kassirer, der Tischler August Goldacker. Der Verstorbene gehörte zu den wenigen Arbeitern, welche, unbefümmert ihrer eigenen Interessen, stets für die Interessen der Gesammtheit eintraten. Die Berliner Tischler werden Seiner nicht vergessen! Kommission der Berliner Tischler. J. A.: Gustav Roedel. Die Beerdigung findet am Freitag Nachmittag 6 Uhr von der Schönleinstraße 12 aus statt. [ 563 und Buchhausarbeit u. s. w. In eingehender sachlicher Weise erläuterte der Referent die Motive zu diesen Reformen und führte dann weiter aus: Erst die Anerkennung dieser For derungen, welche wir mit dem Namen Sozial- Reformen" be= zeichnen durch die gesesgebenden Körperschaften werden uns die Gewähr geben, die Lage des Arbeiterstandes zu heben. Bum Schluß wies der Referent alle fene Verdächtigungen, Bum Schluß wies der Referent alle jene Verdächtigungen, welche die Gegner der Gewerkschaftsbewegung den Arbeitern entgegen schleudern, in sachlich rubiger Weise zurück. Sodann forderte Referent die Anwesenden auf, dafür zu agitiren, daß die Mitgliederzahl des Vereins eine immer größere werde. Und nun m. H., so sagte der Redner zum Schluß, treten Sie mit uns ein in den Kampf um die Eristenz der Arbeiter, gegen die heutige kapitalistische Produktionsweise; helfen Sie uns die Siegespalme erringen, welche allen denen gebührt, die frei und offen für die Wahrung der Interessen der Arbeiter eintreten zum Wohle des Einzelnen wie der Gesammtheit! In der an dieses Referat sich anschließenden Diskussion sprachen sämmtliche Redner, unter Anderen: die Herren Hartmann, Kühn, im Sinne des Referenten. Unter ,, Verschiedenes" beschloß die Versammlung am 13. September im großen Saale des Vereinslokals ein geselliges Vergnügen mit Damen zu ver anstalten. " In der öffentlichen Schuhmacherversammlung die am 12. d. in der Urania" tagte, sprach an Stelle des am Erscheis nen verhinderten Herrn Friz Görcki, Herr Prill über das Reichskrankenkassengeses. Er führte aus, da die meisten Schuhmacher einer Krantentaffe wohl angehörten, daß es jest Beit, sich zu entscheiden, um nicht zu spät zu kommen und der Gemeindefaffe anheimzufallen. Die Ortskaffen( jeßigen Innungskaffen) feien nicht zu empfehlen, da hier bald die Meister, gestüßt auf das Recht, an der Verwaltung theilzunehmen, das Regiment führen werden. Die Arbeiter und hier speziell die Schuhmacher müssen sich in allen Fällen die Selbstverwaltung ihrer Kaffen wahren; Redner kam dann auf die Krankenkaffen der Ortsvereine zu sprechen, diese seien keinem Arbeiter zu empfehlen, da sie außer anderen Nachtheilen auch ihren Mitgliedern einen Gewissenszwang auferlegen durch Unterschrift des bekannten Reverses ( worin das Mitglied verfichert, kein Sozialdemokrat zu sein). Den Schuhmachern sei nur der Beitritt zu einer freien eingeschriebenen Hülfskaffe und vorzugsweise zur Centralkaffe ( Hamburg) zu empfehlen, da diese viele Vorzüge vor den Lokalkaffen befigt, u. a. bleibt das Mitglied, welches wandert oder nach einem anderen Drte zieht, immer Mitglied, was bei Lokalfaffen nicht der Fall ist. • In der Diskussion ergreift nach Herrn Papke der Stadtverord nete Herr Herold das Wort, um darzulegen, daß nur die freie Selbstverwaltung der Krankenkassen dem Arbeiter sein Recht Selbstverwaltung der Krankenkassen dem Arbeiter sein Recht wahren kann. Für Berlin hätten die Ortskaffen überhaupt wenig zu erwarten, Herr Stadtrath Eberty sei selber noch nicht mit sich einig, wie dieselben reuffiren werden; vor allen Dingen freie Verwaltung und Bentralisation, wie fich 1871 das Deutsche Reich zentralisirte, so muß auch das deutsche Volk fich zentra lifiren. Die Ortsvereine sprechen ja auch von Selbstverwaltung, doch für ein derartiges fortschrittliches Prinzip danken die find für ein volles Eintreten des Arbeiter, diese Staates, natürlich nach anderer Methode, als es jetzt geschehen soll. Darum sei allen Arbeitern nur die zentralisirten freien Hilfskaffen zu empfehlen. Ein Herr Hildebrandt tadelte die Vorstände der Zwangskaffen, daß sie nicht zeitig genug dafür gesorgt hätten, ihre Staffen in freie eingefchr. Hilfstaffen umzuwandeln, jest sei es zu späterr Eberty hat allen der artigen Vorständen bei 300 M. Strafe verboten, ein derartiges Thema in Versammlungen anzuregen. Nachdem der VorReichstrantenlaffengefeßes aufmerksam gemacht hatte, wonach figende, Herr Papke, unter anderem noch auf den§ 63 des beim Uebertritt aus einer Kaffe in die andere, eine vierteljährliche Kündigung vorhergehen muß und zwar am Ende des diese unerquickliche Lage zu kommen, wurde eine Resolution Jahres, es also Beit sei einer Kaffe beizutreten; um nicht in angenommen, dahingehend, daß fich die Versammlung ver pflichtet, nur für die Zentrallaffe einzutreten, da alle übrigen Kaffen das freie Selbstbestimmungsrecht nicht wahren. In der Versammlung des Fachvereins der Gürtler und Berufsgenossen am Montag Abend bei Otto, Adalbertstraße 21 referirte, nachdem der vierteljährliche Raffenbericht verlesen war, unter großen Beifall Herr Julius Müller über Normal und Marimal- Arbeitstag, Ueberproduktion und Arbeiter- Rolonie. Bei dem Punkt Verschiedenes" erhob sich eine lebhafte Diskussion über die Presse und wurde das Berliner Volksblatt" als einzig wahres Arbeiterorgan der Versammlung zum Abonnement empfehlen. " 1 Aus Sachsen, 12. Auguft. Die Grubenarbeiter des ,, Reichenberger Kohlenbauvereins" in Hartau haben in Folge einer Lohnreduktion die Arbeit eingestellt. Nach langem, fostspieligem Abbau war man erst vor Kurzem auf ein neues mächtiges Kohlenlager gestoßen, welches die beste Kohle in reichster Fülle bietet. Wie da die Gesellschaft eine LohnDie Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wah rung der Interessen der Klavierarbeiter findet Sonnabend den 16. d. M., Abds. 8% Uhr, Kommandantenstr. 77-79 in den Gratweil'schen Bierhallen( unterer Saal) statt. Vortrag des Schriftstellers Hrn. Schwennhagen Ueber die nothwen digsten Reformen des Schulunterrichts". Verschiedenes und Fragetaften. Die Ausgabe der Billets zum nächsten Stiftungsfest findet in der Versammlung statt. Die nächste Versammlung des Fachvereins der Me tallarbeiter in Gas-, Wasser- und Dampfarmaturen findet am Sonntag den 17. d. M., Vormittags 10 Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen in der Kommandantenstraße statt. Auf der Tagesordnung stehen: Vierteljahr- und Jahresbericht des Rendanten. Jahresbericht der Vereinsthätigkeit. Rechnungs bericht über das Stiftungsfest. Wahl von 6 Kontrolleuren Aufnahme neuer Mitglieder im Lokal. Das Statutenbuch legitimirt. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. " Versammlung der Bauanschläger, Donnerstag, den 14 August, Abends 8 Uhr, bei Siemund, Linienstr. Nr. 8. Das Stiftungsfest der Kranken- und Sterbe- Unter stüßungskasse der Tabatarbeiterinnen, bestehend in Konzert und sich daran schließendem Tanzkränzchen, findet am fünftigen Sonntag in den Räumen des Berliner Handwerker- Vereins, Sophienstraße 15, statt. Da der Ueberschuß genannter Raffe zufließt, so machen wir die Betheiligten, des guten Bredes halber, auf dieses Fest mit dem Bemerken aufmerksam, daß Billets à 25 Pf. bei den bekannten Vorstandsmitgliedern und den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben sind. An der Kaffe tritt ein erhöhtes Eintrittsgeld von 30 Bf. ein. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Bf. nach. Eingesandt. In der gestrigen Nummer bringt der Volksfreund" einen Bericht über die am Montag Abend im Hestaurant König bant", Frankfurterstr. 117 stattgehabte Boltsversammlung. Bu dem Referat des Unterzeichneten- Ueber den Beruf der Breffe bemerkt die Redaktion bei der Stelle, daß die Ber sammlung in eine Diskussion nicht eintrat: Und bie Arbeiter thaten Recht daran. Herr Kunkel hat bisher in dem Seper faale der Winser'schen Druderei, in welchem unser Blatt gefest wird, gearbeitet. Vor 14 Tagen fündigte er Herrn Winfer die Arbeit, vor 8 Tagen bat er noch flehentlich, ihn doch ja nicht zu entlassen, da er mit seiner Kündigung einen übereilten Schritt gethan habe. Wir wollen uns auf eine weite Schilde rung dieses sauberen" Charakters nicht einlassen; fchon aus dem Mitgetheilten werden diejenigen Arbeiter, welche noch ein eigenes Urtheil haben, ersehen, daß diejenigen Herren, roelde unser Blatt mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln der Verleumdung zu Felde ziehen, sich freuen fönnen, einen ihrer würdigen echtgenoffen" gefunden zu haben." Unterzeichneter hat darauf folgendes zu erwidern: Wenn ich auch in der Winser'schen Druckerei fonditionirte, so hatte ich aber trotzdem schon seit langer Beit dieselbe Ansicht und leberzeugung, welde ich in der Volksversammlung über den Volksfreund" ent widelte. Freiwillig habe gekündigt, weil mir dort eine Glique nicht mehr gefiel, welche mit der Redaktion in engster Verbin dung steht und nicht gerade die besten Absichten gegen ihre anderen Kollegen hat. Einer dieser Herren hat denn auch der Redal tion die Mittheilung gemacht, daß ich flehentlich gebeten habe, mich nicht zu entlassen. Dieses ist eine Verdächtigung, und Unwahrheit, wie sie nur von diesen Herren zu erwarten war. Als ich gekündigt hatte, tamen meine Kollegen und et suchten mich, die Kündigung zurückzunehmen aus einem Grunde den die Kollegen der Winser'schen Offizin wohl fennen. fangs wollte ich nicht darauf eingehen, sah aber nachher ein, daß ich dadurch den Kollegen etwas nüßen könnte, und that den Schritt. Ich fragte nur, ob mein Play schon besett fei und als mir darauf eine bejahende Antwort zu Theil wurde, mit dem Bemerken, daß der Betreffende wohl nicht fommen würde, endete diese„ flehentliche Bitte", um bleiben au fönnen Das ist der wahre Sachverhalt. Wenn der Redaktion de ,, Volksfreund" meinen Charakter einen sauberen nennt, so lann ich versichern, daß ich noch lange nicht mit dem Charakter de Redakteurs des Volksfreund" tausche, der sich eine derartige meine Ueberzeugung nicht verlaufe. Dieses vorläufig. An Bemerkung erlaubt. Ich fann wenigstens versichern, daß ih würde mir im Weiteren ein großes Vergnügen bereiten, den Herren, die meinen Charakter anzweifeln, die Masle vom ficht zu reißen. R. Runtel, Schriftfeger. Neueste Nachrichten. Be London, 13. August. Ein Telegramm des„ Reuter'ichen Bureaus" aus Shanghai von heute bestätigt, daß der Tfungl Damen gegen das ohne vorgängige Kriegserklärung erfolgte Bombardement von Relung bei den Mächten Proteft erhoben habe und fügt hinzu, der Tsungli- Damen habe den Entschlu ausgesprochen, den Forderungen Frankreichs Widerstand völlig unverständlich und wie es uns dünft, auch unverständig. Hier find die Arbeiter ficher im Rechte und die Aktien- Gesellschaft wird hoffentlich die Lohnreduktion bald zurücknehmen, um sich selbst und vor allen Dingen die Arbeiter nicht weiter zu schädigen. reduktion hat eintreten laffen können, das ist in der That leiften. Vizelönig Lihung Thang fei wegen Verlaufs dine In der letzten Versammlung der Bau- Einseter ( Tischler) wurde eine Kommission gewählt, die freiwillige Beträge zur Unterſtügung der Bau- Anschläger entgegen nimmt, jeden Sonntag Vormittag von 9-11 Uhr, Holzmarktstr. 8 bei Herrn Sonned. Der Verein hält nächsten Sonntag seine regelmäßige Versammlung, Holzmarktstr. 8 ab. T.- D.: Der erste Punkt wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Vereins zur Wahrung der Inter effen der Klavier- Arbeiter" zur Nachricht, daß unser Kollege August Goldader Dienstag, den 12. d. M., früh 6 Uhr, nach kurzem aber schwerem Krantenlager verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 15. M., Nachmittags 6 Uhr, von der Wohnung, Schönleinstraße 12, aus, ftatt. Die Mitglieder des Vereins versammeln fich Staligerstr. 18 bei Stramm um 5% Uhr. Um recht rege Betheiligung der Mitglieder ersucht Der Vorstand. [ 565] Große Volks- Versammlung am Montag, den 18. Auguft er., Abends 8%, Uhr, im großen Saale von Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Referent: Herr Stadtv. Friz Gördi. " Um zahlreiches Erscheinen ersucht [ 568 Der Einberufer. Große außerordentliche Generalversammlung fämmtlicher Mitglieder des Vereins zur Wahrung der Interessen Der Fraiser u. Ber.- Gen. am Montag, den 18. d. M., im Vereinslokal. Erscheinen ist Ehrenpflicht. T.- D.: Beschluß faffung über das Vereins- Vermögen.[ 566] Der Vorstand. Die statistischen Wahltafeln find soeben erschienen und in der Expedition des Berliner Boltsblatt", Simmerstr. 44, zu haben. scher Handelsschiffe an ein amerikanisches Haus unter Anflage gestellt worden. Briefkaften der Redaction. Wir bitten alle diejenigeg unserer Leser, welche die Freundlichkeit haben, uns Einsendungen zu machen, die selben immer nur auf eine Seite des Papiere schreiben. von 100 Mark erreicht. 2. Jede Versammlung muß polizeili 6. M., Aderstraße. 1. Sobald der Kaffenbestand die Höhe angemeldet werden. 8. Die einzelnen Mitglieder müffen nad einer anderen vom Gesez anerkannten Kaffe angehören.( Ort kaffe oder freie eingeschriebene Hilfskaffe.) Arbeiter- Bezirksverein Glückauf. Am Dienstag, den 19. Auguft er., Abends 8 ht findet im oberen Saal von Sanssouci" eine Mitglieder Ber sammlung statt. T.- D.: 1) Geschäftliches. 2) Vortrag des Hm. Friz Gördi: Klarlegung des Krankenkassengeseses. 3) Berjcie denes. 4) Fragelasten. Gäste haben Butritt. Neue Mitglie der werden aufgenommen. [ 567 Der Vorstand Donnerstag, den 14. d. Mts., Abends 8% Uhr: Große öffentliche Versammlung der Lederarbeiter im Oraniensalon, Oranienftr. 171. Tagesordnung: Wie halten sich die Lederarbeiter gegenüber der Lohnbewegung der Von dem Erscheinen Aller ft der Erfolg allein abhängig Die Lohntommiffion Buchbinder? Referenten die Herren unge u 562] Zur gefälligen Beachtung Meinen werthen Kunden, sowie einer geehrten Nachbar schaft, Freunden und Bekannten hiermit die ergebene Mitthei lung, daß ich mein Holz und Kohlen- Geschäft legt habe. Nach wie vor gute, reelle und pünktliche Bedienung von der Fürbringerstraße 1 nach der Fürbringerstraße 32 ver 561] A. Genft. tst erschienen und in der Exped. d. Berl Boltsbl." zu haben. Berantwortlicher Redacteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Bar Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2.