Ray Sonne traße ftatt. bend tlide Sord An gegen lieder lung fino, tiger ittags Salon, Onung n der Ver ticher Frjak Des leure rd am chluß insbe rörtert erichte. will at als in den ietbet its am rfelben tattet rgelegt jeben Auguft Lage Canijde will n Ve einem e Luft Mew rofanen Beheim em In fisters Te Luft to mbettal Werk Arthur alf uns er Auf mit der e leiftet Ftballon cutenant en find Leiften inhs be and die barin, Finzel Shnen b; wir werden Dampf m. Das Chatfache gangs vertboolle während tete, bat Radmit verhaftet Feftungs ben bel r Wob bebrobt of Nadien taatlichen jer. 6. Dr. 80 Ftfübrer Nr. 115. Sonntag, 17. August 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblall. Abo had dild R Organ für die Interessen der Arbeiter. Das ,, Berliner Belloblatt schein täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtages. Abonnementspreis für Berlin fret in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Rumunera 5 Bf. Postabonnement pro Quartal 3 Mari.( Eingetragen im VII. Nachtrage ber Bostzeitungspreisliste unier Mr. 719a.) Jasertionsgebühr beträgt für bie 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Bf. Arbeitsmarkt 10 3. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inferate werden bis 4 the Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaug, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerstraße 44. Das kriegerische Frankreich. die in Frankreich nunmehr regierende Bourgeoisie keineswegs Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, wie fich der Friedensliebe befleißigt, die man von einer republitanischen Regierung erwarten sollte. Seit Jahren haben die Franzosen Krieg ohne Unterlaß geführt, wenn auch in aupereuropäischen Ländern, und wenn die abeuteuerluftige zofen in den Wüsten Egyptens und in den Ebenen Palästinäs, in den Steppen Rußlands und den Gebirgen Spaniens in den Gefilden Deutschlands, Italiens und Polens bleichten. Der„ friedliebenden Demokratie" des Herrn Ferry fönnte man einen ähnlichen Vorwurf machen. Die Gebeine französischer Soldaten bleichen in Tunis, in Algier, in Tonfin, in China und auf Madagaskar. " 1 Der Unterschieb ist nur der, daß der alte Napoleon Soldaten der dritten französischen Republik die erhebende Bestimmung haben, sich zu opfern, damit die Geldbeutel der regierenden Klasse gespickt werden. Regierung des Herrn Gambetta von längerer Dauer gewesen seine Hekatomben der Gloire" darbrachte, während die wäre, so wäre den Franzosen eine europäische Verwickelung fchwerlich erspart geblieben. Und das Alles trop den klaren Bestimmungen der Verfassung, welche verlangt, daß die Grefutingewalt, um einen Krieg zu erklären, der Zustimmung des Senats und der Deputirtenkammer bedarf. Man umging diese Bestimmungen, indem man den Krieg jedesmal begann, wenn die gefeßgebenden Körper nicht beisammen waren und indem man überhaupt feinen Krieg erklärte, fondern die feindlichen" Völkerschaften einfach angriff. Wenn die Parlamente dann zusammentraten, ließ man sich bemnität zu ertheilen. Und welche Opfer müssen gebracht werden! Die Sandwüsten von Afrika mit ihrer glühenden Hike, die Kämpfe von Tonkin mit seiner Regenzeit haben Taufenden das Leben gekostet, welche die Kugel und Schrot der Feinde nicht erreichen konnte. Man sieht, die französische Regierung ist keine demokranachträglich die Kredite für die friegerischen Unternehmungen tische, wenn sie sich auch für eine solche ausgiebt. Eine bewilligen und die Sache war glatt. Die Parlamente haben wahrhaft demokratische Regierung müßte die allgemei euch niemals verfehlt, der Regierung auf diesem Wege Innen Voltsinteressen zum Angelpunkt ihrer äußeren und inneren Politik machen. Diese allgemeinen VolfsinterWenn Senat und Abgeordnetenkammer den ernsten Billen hätten, diesen Praktiken der Regierung ein Ende zu Madagaskar. aber weder in Tonkin, noch in China, noch in Majorität der beiden Körperschaften sieht wohlgefällig zu, wie die franzöfifchen Waffen in ununterbrochener Thätigkeit dert mittelst der Staatsgewalt ferne Länder aus, um sich zu Rnd. Und so hat man in Tunis angegriffen, angeblich um Diese regierende Bourgeoisie macht aus dem Staate einen großen industriellen Unternehmungsapparat, fie plünbereichern. Das Volt trägt die Kosten an Blut und Gelb, Unter dem bie Krumics" zu bändigen, man ist mit den arabischen die herrschende Klasse streicht den Profit ein. Romadenstämmen in Kampf gerathen, man hat sich mit groben Materialismus dieser herrschenden Klasse wird der ben Hovas, in Anam, in Tontin geschlagen, man hat mit ursprüngliche sittliche Beruf des Staates gänzlich erdrückt. China angebunden und die Chassepots und Marinegeschüße Diese Bourgeoisie hält den Staat nur insofern aufrecht, als find so seit Jahren nicht zur Ruhe gekommen. er ihren Spekulationen dienen kann und ist darin nur die nien, aber das genügt der französischen Bourgeoisie nicht. flüssig erklärt. Sie scheint sich die englische zum Muster genommen zu Frankreich hat große, günstig gelegene und reiche Kolo- Vorläuferin des Anarchismus, der den Staat für ganz übermengefchleppt hat. Dabei herrscht in dem Frankreich der republikanischen sozialen Reformen. Während andere Staaten wehaben, die ihren Reichthum aus allen Welttheilen zusam- Bourgeoisie eine beklemmende Dede auf dem Gebiete der Man hat oft und mit Recht darüber gespöttelt, daß nigstens Anläufe dazu nehmen, schweigt in Frankreich sogar Rapoleon 111. fich erdreistete, zu verkünden, sein Kaiserreich jebe Diskussion über diese wichtigsten Zeitfragen und die gefeßgebenden Körper schlagen ihre Zeit todt mit erbärmlichen tonstitutionellen Bänkereien und albernen Parteiwiftigkeiten. Als man einmal in Paris die um sich greifende Arbeitslosigkeit zur Sprache brachte, wurde in den Kammern ein nationalökonomischer Unsinn zu Tage gefördie hochwohlweise Regierung wußte nichts anderes zu ers nen auch nicht behaupten, daß ihre Republik der Friede sei. und Blut für die friegerischen Unternehmungen der regierenSeit Jahren muß nun das französische Volf uit Geld den Klaffe herhalten. Die waffenfähige Jugend wird zum Ariegsbienfte eingezogen und zu Expeditionen verwendet, die dert, dessen sich ABC- schüßen hätten schämen müssen und ebenso gefährlich und abenteuerlich sind, wie die des ersten Madbrudt verboten.] Diese Klaffe treibt eben überall Raubbau; wie in der Industrie und mit dem Grund und Boden, so auch mit dem Staat. Der Staat hat nur den Zweck, ihr bei der Kapitalhäufung dienstbar zu sein. Alles Andere erachtet sie in ihrem groben Materialismus für überflüssig. Unter diesen Umständen sieht es aus, als ob die in Frankreich regierende Verbindung von Bourgeois und Advofaten veranlagt sei, dieses so vielen Katastrophen ausgefeßte Land ebenso zu verwüsten, wie es die Bonapartes verwüstet haben. Berichtigung. Im Leitartikel von Nr. 110, Spalte 2, sollte es von Gordon nicht heißen egyptisch geworden", sondern ,, mythisch geworden". Die Branntweinstener. Prinzipiell find wir gegen die Besteuerung aller Ver brauchsgegenstände, weil eine solche Steuer nach irgend einer Richtung hir immer eine ungerechte ist und zugleich die be wegenden Kräfte des wirthschaftlichen Getriebes, die Produktion sowohl, als die Konsumtion beeinträchtigt. Unsere Leser wissen, daß uns als die gerechteste und rationellste aller Steuern die progressive Einkommensteuer erscheint. Dies soll uns nun aber nicht verhindern, unseren Lesern einen fleinen Einblick in das jezige Steuersystem besonders des Deutschen Reiches zu verschaffen, und zu zeigen, daß dieses System durchaus nicht der Gerechtigkeit entspricht und auch nicht einmal das Reichsinteresse überall wahrt. Von der Rückvergütung der Steuer bei der Ausfuhr des Zuckers ist bekannt, daß das Reich viele Millionen einbüßt, weil die Rückvergütung ebensowohl, als die Bes Steuerung selbst nicht nach dem fertigen Fabrikat, dem Buder, sondern nach dem Rohprodukt, der Zuckerrübe, bemeffen wird. Aus einem Zentner des Rohprodukts wurde vor zirka 15 Jahren, als man die Säße feststellte, eine bestimmte Quantität Bucker, die mit einem firen Sage besteuert wurde, erzielt. Ganz nach demselben Saße wurde auch die sogen. Ausfuhrprämie zurückgezahlt. Durch die ausgebildete Technit in der Gewinnung des Zuckers aus den Rüben aber hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, daß aus dem Zentner Rüben zirla mehr Buder gewonnen wird, sodaß die früher nach dem Rübengewicht festgestellte Steuer an fich eine geringere geworden ist. Doch das möchte noch hingehen, da den Unter nehmern die Anschaffung der verbesserten Maschinen auch ein gutes Stück Geld gekostet hat; aber auch die Ausfuhrprämie ist dieselbe geblieben, so daß in der That die Unternehmer mehr Geld vom Reiche zurückvergütet erhalten, als sie ihm rechtlich an Steuern zahlen müßten. Rapoleon. Als der letztere zum zweitenmal abdanite, wurde flären, als daß die Pfänder in den Leihhäusern abnähmen, den deutschen Zucker der Ausfuhrprämie wegen bedeutend ihm von Lafayette vorgeworfen, daß die Gebeine der Fran- also die Situation in der Besserung begriffen sei. 251 Feuilleton. Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. ( Forthegung) Jasper und sein Diener Sam waren an Bord der Peri", unterbrechen. bie bei mehreren der Senschelleninseln anlegen sollte. So hatte Jasper Geschäftsaufträge, um die Langeweile der Fahrt zu die Beri" die Waffer des indischen Oceans durchschnitten Als aber die Senschellen weit zurückgeblieben waren, und and Berim, das schüßende Thor des rothen Meeres, mit webenden Flaggen begrüßt hatte, und Mocca, das an die Boblgerüche des Frühstücstisches erinnerte, und Mecca, die Beweihte Stätte des Propheten, und endlich die heiligen Gipfel des Sinai in der Ferne auftauchten, begann das Vaterland Jaspers Herz wie mit unsichtbaren goldenen Ketten stärker und Härter anzuziehen. Es bedurfte nun der Geschäftssorgen nicht mehr, um ihn anzuziehen. Tag für Tag faß er auf dem Ver Dec. Myra füllte seine Träume aus. Sie stand vor ihm in all' dem Liebreiz ihrer jugendlichen Schönheit; daß die Jahre eine Veränderung in ihrer Erheinung hervorgerufen haben fönnten, mochte er sich nicht mlung Mins Konzert : 1. Die er Lampen ffion en. rdt, hallen 77.79 Dorftellen. Berbannt gewefen, wieder fiegreich in sein Herz eingezogen und So war die Königin, welche so lange aus ihrem Reiche Batte von ihrem Throne Befis genommen. Rairo. Bei Suez wurde die Peri verlassen. Mit Kameelen im Gefolge einer Karawane ging es nach Bon Kairo nach Alexandrien. bette." In Alexandrien bestieg man das französische Schiff ,, Ba Aber die Babette" hatte keine glückliche Fahrt. Die Sterne waren ihr nicht gewogen und die Winde verrätherisch. Aus der Sahara tam der verderbenbringende Hauch. Finstere unheilbrütende Tage, entiegenvolle Nächte lamen. Und dann erhob fich die Sonne eines Morgens über einer latten, ruhig gligernden Meeresfläche, auf der weit und breit chwimmende Schiffstrümmer zu erblicken waren. ner Babn wie Staw [ 328 Ein Theil des Wastes schwankte schwerfällig auf und nie er. Zwei Menschen hielten ihn fest umflammeit, aber es lieg Ach nicht unterscheiden, ob sie noch lebten oder schon todt waren. Stumm, durchnäßt und regungslos trieben sie auf den Wellen umber. Es waren Jasper Fipron und Sam Borter. Der Morgen erhob sich röthlich über dem sagen- und erinnerungsreichen Meere, an deffen Gestaden die Weltgeschichte begann. Keine Hand hatte das gebrechliche Floß der englischen Schiffbrüchigen gesteuert, feine Stimme fte begrüßt, fein Vorzeichen fie gewarnt. Seinem Verhängniß folgend, war der zerbrochene Mast durch die Bucht von Adalia geglitten, und an einer einsamen sandigen fleinen Insel gestrandet, über welcher die Spigen des fernen Taurus aufragten. Die beiden Männer waren mit dem schwimmenden Balken auf das Land geschleudert worden, ohne aus ihrer Erstarrung zu erwachen. Ueber den fandigen Boden tam eine unterſegte Gestalt herangewatschelt, um das Haupt viele Ellen schmußigen Linnens gewickelt, an den Füßen rothe Pantoffeln und mit weiten Beinkleidern angethan, die durch eine breite Binde zusammen gehalten wurden, in welcher eine mächtige Pfeife, ein Tabaksbeutel und ein Messer steckten. " O Allah!" rief die heisere Stimme dieses wüsten Gesellen, da liegen zwei Christenhunde. Ich kann heute Morgen nichts Befferes thun, um dem Propheten wohlgefällig zu sein, als ihre Köpfe abzuschlagen." ,, Halt, Juffuff!" gebot ein zweiter früher Wanderer, in Kleidung und Haltung dem ersten ähnlich, nur daß er älter und schmußiger und sein Turban mit einer Diamantagraffe geschmückt war, und in seinem seidenen Gürtel ein mit Edelsteinen besegter Dolch steckte. Halt Juffuf. Wenn sie todt find, laß uns sehen, was fie bei fich haben. Und wenn die verfluchten Ungläubigen nicht todt find, bedenke, daß diese Hunde als Sklaven zu gebrauchen find." ,, Sie sind nicht todt, Herr," knurrte Jussuf. Diese schurfischen Engländer haben ein zähes Leben, und natürlich find die Hunde Engländer. Und was Werthsachen anbelangt, fo haben diese ungläubigen Bettler viel Geld oder Kostbarkeiten bei sich, o Ibrahim Pascha, und zur Arbeit taugen fie auch nicht, sie welten zusammen im Lichte unserer Sonne, wie ein gepflücktes Blatt, und ein Neger aus Afrika ist mehr werth, als zwei von ihnen." Sie sind an dem Balken festgebunden, Juffuf; löfe die Stride. Ein Stlave, für den man auf dem Markte nicht gutes Glo zu zahlen hat, ist nicht zu veischmähen, auch wenn er weniger leistet." Und diesen Mehrbetrag der Rückvergütung erhalten in Wirklichkeit nicht einmal die deutschen Unternehmer, sondern zum Theil sogar die ausländischen Händler, da fie billiger erhalten, als ohne dieselbe. Jusuf schleppte die Beiden näher landeinwärts.„ Sie haben nichts bei sich" sagte er zornig, nachdem er seine Hände in Sam Borters Taschen gesteckt und dessen Hemde geöffnet hatte. Aber der hier hat etwas," rief Ibrahim erfreut aus, als er aus Jasper Fibroy's Westentasche eine schwere goldene Kette und eine goldene Uhr zog und von deffen rechter Hand einen foftbaren Smaragdring abstreifte. ,, Und sieh, Suffuf! Um seinen Leib hat er einen Gürtel geschnallt. Schneide ihn ab, es ist gewiß Geld darin!" Es ist vielleicht ein Lord," erwiderte Jussuf, den ledernen Gürtel entzwei schneidend, der zur ihrer grausamen Enttäuschung nur fünfzig Guineen enthielt. " Er ist nicht todt," sagte Ibrahim, seine Hand auf Jas pers Herz drückend. Auch der andere Hund lebt noch, ich sehe seine Wimpern zucken. Wir müssen etwas Wein an fie verschwenden. Nimm das Fläschchen aus meinem Gürtel und träufle ihnen wenige Tropfen ein. Es ist sonderbar, Juffuf, daß der Prophet dieses Getränk den Gläubigen untersagt hat, ich nehme es nur mit Angst und Bittern gegen mein Magenleiden." Um dieser Sünde willen, Herr, sollten Sie mir ge= statten, diesen Christenhunden die Köpfe vom Rumpfe zu schneiden." Allah wird ebenso zufrieden sein, wenn das später geschieht, nachdem die beiden Ungläubigen mir so lange genügt haben werden, als fte fönnen. Die Engländer verstehen fich auf allerlei, und auch die Burschen hier werden sich für meine Gärten und meine Seidenzucht nugbar erweisen." Jasper und Sam famen langsam zu sich, um mit Betrübniß zu erkennen, daß sie die Einzigen waren, welche den Untergang der Babette" überlebt hatten und sich in den Händen zweier abschreckend aussehender Türken befanden. Jasper richtete sich auf seinen Ellenbogen empor und redete die Moslem in arabischer Sprache an, die er sich auf der kosmopolitischen Insel Mauritius ein wenig angeeignet hatte. Bu welcher ungläubigen Nation gehörst Du ungläubiger Hund", unterbrach ihn Juffuf. Ich bin ein englischer Kaufmann von Mauritius und auf dem Wege nach London. Haben sich noch andere Personen von unserem Schiffe an diese Küste gerettet" Das Meer tannte seine Pflicht und verschlang die Ungläubigen," herrschte Juffuf ihn an. ( Fortseßung folgt.) einen Nachtheil, den diejenigen Herren, welche im Abges ordnetenhause für Aufhebung der Weihnachts- Gratifikas tionen eintraten, gewiß nicht beabsichtigt haben." Natürlich haben die Herren vom Abgeordnetenhause diese Konsequenzen nicht gewollt, fie haben das nicht beabsichtigt. Alberne Entnicht gewollt, fie haben das nicht beabsichtigt. Alberne Ent schuldigung! Soviel Verstand mußten die Herren haben, daß wenn sie für die Aufhebung der Weihnachtsgratifitationen stimmten, diese auch wirklich aufgehoben wurden. Die Eisenbahnbeamten, besonders die unteren werden erkennen, daß fie von den herrschenden Parteien nichts zu erwarten haben. Und mit der Branntweinsteuer geht's ebenso. Die Maischraumsteuer beruht nämlich auf einer im Jahre 1819 festgestellten Besteuerungsweise, die sich in feiner Weise durch die feit jener Beit auf dem Gebiete der Technik gemachten Fort schritte geändert hat. Würde nämlich jetzt das Produkt selbst in demselben Maße, wie 1819 bei der weniger entwickelten Technik besteuert, so würden jährlich statt 53 Millionen 91 Millionen Branntweinsteuer erhoben werden. In Wirklich feit sollen für 1 hektoliter Alkohol M. 26% erhoben werden, es werden aber nur M. 16 in der That erhoben: um diese Differenz ist durch die Technik der 1819 festgestellte Raum der Maische ergiebiger geworden. Das heißt, man erzeugt jett aus demselben Quantum Maische 26 hektoliter Altohol, aus welchem man 1819 nur 16 hektoliter erzielte. Und doch ist Derselbe Steuersag geblieben. Diese Differenz kommt nun den Branntweinbrennern zu Gute wir haben es hier mit einer legalen Defraude von beträchtlicher Höhe zu thun. Die Ausfuhrbonifikation ist auf M. 16/10 für 1 hektoliter Alkohol bemeffen in Hinblick darauf, daß die Steuer M. 26% betrage. Da sie aber nur M. 16 in Wirklichkeit beträgt, so ist auch hier wieder die Ausfuhrprämie, an der auch das Ausland partizipirt, größer, als die Steuer selbst. dächtigen Häfen keine Borkchtsmaßregeln ergriffen werden, sicht dahin. Die Arbeiterbewegung Korwegens dehnt sich weiter aus und verspricht eine Macht zu werden, mit welcher zu rechnen ist. So ist den Arbeitern Christianias, welche zuerst in eine Bewegung zur Hebung ihrer sozialen und po litischen Lage eingetreten find, aus Trondhjem( Dront heim) eine Depesche zugegangen, in der ihnen die volle Su stimmung zu den Bielen und reichliche Geldunterstügung zu gesagt wird. Hofnachrichten der Fortschrittspartei. Wie der ,, Reichsfreund" pflichtgetreu berichtet, ist Herr Eugen Richter, Genera liffimus der Deutsch- freisinnigen; nach einer mehrwöchentlichen Erholungsreise durch Tirol nach Berlin zurückgekehrt und wird als Vorfigender des geschäftsführenden Ausschusses der Partei seine Thätigkeit nunmehr ausschließlich der Vorbereitung der Reichstagswahlen widmen. Zu diesem Geschäfte bringt der Herr wenigstens die nöthige Erfahrung mit Das ist ein höchst irrationelles Steuersystem, bei dem das deutsche Voll den Schaden trägt! Eine Aenderung also ist hier nöthig. Eine Lizenz Steuer bei Schankstätten halten wir für sehr verderblich, weil dadurch der Schnaps noch mehr in die Familien gebracht würde. Aber eine Regelung und Erhöhung der BranntweinSteuer bei Brennerei Gewerbe dürfte ersprießlich sein. Bei uns beträgt gegenwärtig die Branntweinsteuer auf den Kopf der Bevölkerung M. 0,98, in Frankreich 2,20, in Rußland 8,12, in England 9,10, in Holland gar 9,68. Man steht daraus, daß wir gegenüber den anderen weit zurück find und daß eine höhere Besteuerung an der Quelle, die ja allerdings in der Hauptsache durch Preissteigerung des Produktes auf die Konsumenten fiele, wohl am Plage wäre. " 1 Ueber die Neubesehung des wichtigen höchften Staatsamts in Indien bemerkt Labouchère in einer englischen Beitschrift: Es ist endgültig geregelt, daß Lord Ripon An fangs nächsten Jahres von Indien zurückkehren soll, und ich freue mich, zu hören, daß die eifrigen Anstrengungen, welche gemacht wurden, den indischen Vizekönigsposten den Marquis von Lorne( Schwiegersohn der Königin Victoria) zu sichern, gescheitert sind. Lord Ripon wird wahrscheinlich Lord Dufferin zum Nachfolger erhalten, eine Ernennung, die allgemein Bek fall finden wird." 20 verlay Dom Meuß Scri Softa Deffen lunge Wide Das 9. immer Des Scher Deren iden Aufru Der Derfell Dem 9 daf e u bo Bai treng baben jeg m wurde liche einem nicht baben Buine land es nut Amita auf be Bei Berathung der Kreditforderung für den Tontin feldzug im französischen Abgeordnetenhause fam es zu einem fleinen persönlichen Streit zwischen dem Ministerpräsidenten Ferry und dem früheren Botschafter, jeßigen Radikalen An drieur, der auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege der feineren Schlägerei, soll heißen des Duells, ausgetragen werden foll. Die Ursache war folgende: Ein Senator fam auf die Nachricht eines Pariser Blattes ,, Matin" zu reden, daß die Franzosen auf Madagaskar von den Howas eine Niederlage erlitten hätten. Ferry erhob sich und erwiderte, daß die Nach richt dieses Blattes der Lüge und der Verleumdung. welches nicht etwa das erste beste wäre, da an ihm vier Sena toren und Deputirte mitarbeiten- Jules Simon, Targuet, Andrieur und Laguerre Andrieur und Laguerre falsch sei. Am Schluß der Sizung forderte Andrieur vom Ministerpräfident Genugihuung für die Verlegung seiner Würde. Der Ministerpräsident müsse feine Betheiligung am Blatt fennen, die sich auf einen Artikel pro Woche beschränkte. Es sei außerdem unerhört, ein Blatt als das des Standals und der Lüge zu bezeichnen, das gewiß seine Depesche in gutem Glauben veröffentlicht habe. Uebrigens werde er der Angelegenheit eine andere Lösung als auf der Tribüne geben. Wenn sich nun nicht gute Freunde in's Mittel legen, ist zu befürchten, daß die beiden Herren fich eines Morgens auf zehn Schritt Entfernung gegenüberstehen und in die Luft feuern, was ganz ungefährlich ist. Darauf werden fie fich gerührt die hand schütteln, sich gegenseitig ihre unbegrenzte Hochachtung versichern und die Ehre wäre für diesmal wieder hergestellt. In Brüssel hielt bei der Vertheilung der Preise an die Kommunalschüler Bürgermeister Buls eine beifällig aufgenom mene Rede, in der es hieß: Bei dem Besuche eines beschei denen deutschen Dorfes habe er vor dem schönsten und geräu migsten Gebäude in demselben angehalten. Es führte die Aufschrift: Für unsere Kinder." Es war die Kommunal schule des Dorfes! Das habe er sich fest in das Gedächtnis eingeprägt, und so habe auch er gesorgt, daß die besten Ge bäude für die Schulen und unsere Kinder gebaut würden. Sollte jetzt diesen Schulen eine Gefahr drohen, würde die Stadt fte vertheidigen, wie die Löwin ihre Jungen! Wenn es nur in den bescheidenen Dörfern Deutschlands so wäre, wie der Herr Bürgermeister gesehen haben will. Kriminalstatistik der jugendlichen Verbrecher. Unser Strafgesetzbuch hat bekanntlich die Grenze der Mündigkeit beim vollendeten 12. Jahre und die Grenze, bis zu welcher dem Alter ein Einfluß auf die Bestrafung bezw. die Strafabmessung eingeräumt wird, beim 18. Jahre gezogen. Damit find für die Delinquenten dem Alter nach zwei Hauptabtheilungen gegeben: 1. die jugendlichen, d. i. die von 12 voll bis unter 18 Jahre alten, und 2. die erwachsenen, d. i. alle 18 und mehr Jahre alten Personen. Im deutschen Reiche wurden im Jahre 1882 30 698 jugendliche, 298 990 erwachsene Personen wegen Verbrechen und Vergehen verurtheilt; es tamen daher auf 100 000 Einwohner gleichen Alters 568 jugendliche, 1121 erwachsene Verurtheilte. Die Kriminalität der Jugendlichen war also etwa halb so hoch wie die der Erwachsenen, wobei vom Konto der Jugendlichen die wegen ,, mangelnder Erkenntniß" nicht zur Bestrafung gezogenen schon abgesett find. Sehr eigenthümlich zeigen sich auch die Verhältnisse, wenn man berechnet, wie die Zahl der jugendlichen Verurtheilten sich zu derjenigen der erwachsenen stellt. Im Reiche überhaupt kommen 10,3 jugendliche auf 100 erwachsene Verurtheilte; die Extreme find aber so weit von einander entfernt, daß in Sachsen- Altenburg 22,0, in Reuß älterer Linie 21,1, hingegen im Bezirk Stralsund nur 6,7, Königsberg nur 6,8 jugendliche auf 100 erwachsene Verurtheilte treffen. Das Statistische Amt weiß für diese auffallenden Erscheinungen eine Erklärung nicht zu geben; wir wissen eine, wenn sie auch traurig genug ist: Die durch die Herrschaft des Kapitals herbeigeführte allmäh Die durch die Herrschaft des Kapitals herbeigeführte allmähliche aber fortwährend sich steigernde Bersesung der Familie führt mit eherner Nothwendigkeit dazu, daß die Zahl der jugendlichen Verbrecher von Jahr zu Jahr mit erschreckender Schnelligkeit wächst. Es ist kein Wunder, daß gerade die industriereichen Mittelstaaten Deutschlands den ungünstigsten Prozentsatz aufweisen. Vater und Mutter den ganzen Tag bei harter Arbeiter in der Fabrik, wenn das Glück gut ist und wechselt die Konjunktur, dann arbeitslos im dumpfen Elend zu Hause fizend, die Kinder sich selbst überlassen ohne Pflege und Aufsicht, ohne Vorbild und Ermahnung, frühzeitig der Schule entriffen, um durch Arbeit in der Fabrik den Verdienst der Eltern zu erhöhen, allen Verlockungen preisgegeben und ohne den geringsten Rückhalt, es ist uns unfaßlich, wie die Herren Statistiler nicht einsehen wollen, woher die vielen jugendlichen Verbrecher kommen! An und für fich find wir, wie oben schon gesagt, Gegner des indirekten Steuersystems, auch halten wir dafür, daß der Staats- und Reichseinnahmen in Deutschland übergenug sind, um die Staats- und Reichsbedürfnisse vollauf zu befriedigen; deshalb können wir einer Erhöhung und Regelung der Brannt weinsteuer trotz des jetzt herrschenden ungerechten Bustandes nur dann zustimmen, wenn andere, das Volk noch mehr brückende Steuern, wie die Salzsteuer, der Petroleumzoll u. s. w. aufgehoben werden. Dann möge man den Alkohol recht hoch besteuern. Das Beste aber für Staat und Reich wäre, recht bald schon die einzig gute, die rationellste Steuer einzuführen: die progressive Einkommensteuer. Politische Uebersicht. Austausch von Landestheilen. Aus Weimar wird berichtet: Zwischen der diesseitigen Staatsregierung und derjenigen von Sachsen- Meiningen schweben zur Zeit Verhandlungen, welche die Abtretung der in der Nähe Jenas belegenen Meiningschen Erclaven Vierzehnheiligen und des berühmten Bierdorfes Lichtenhain an Sachsen- Weimar gegen Ueberlaffung anderer Gebietstheile an Meiningen zum Gegenstande haben." So viel wir wissen wohnen in Vierzehnheiligen und Lichtenhain auch Menschen. Ob nun wohl diese auch erst bei dem Tauschhandel gefragt werden, ob sie mit dem Umtausch zufrieden sind? Oder ob die Regierungen lediglich aus eigener Machtvollkommenheit die Unterthanen austauschen, wie es ihnen beliebt? Es fann denselben zwar ziemlich gleichgültig sein, welchem von beiden Staaten fie angegehören, doch möglicherweise sind in einem die Steuern höher, als im andern und da könnte doch mancher verdrießlich werden. " murde land 1 welche Ben, tidfel ger in und b währe Ginge Fibich Befer garni nung Den S Sem ler vo fich de zur S beit. Sante welche Sum Den b es de Grben Find u Blätt Jene Der auf d an fi Daß bei ei Euch and heit, Aurid Fried Eines der schönsten Märchen, welche das geplante Warschauer Attentat hervorgerufen hat, ist folgende Geschichte. welche der Krakauer Czas" seinen Lesern auftischt. Ihm zu folge ist die dortige Verschwörung durch ein von der öfter reichischen Polizei ausgegangenes Avis entdeckt worden, daß eine Dame, Namens Nował, direkt aus Genf nach Warschau reise. Ihren ersten Besuch machte sie beim Friedensrichter Bardowski. 3war hat diesen der Polizeimeister Buturlin schon im Verdachte gehabt, fand jedoch in Petersburg feinen Glauben. Sein Nachfolger, Tolstoi, fand in den Büchern Butulin's No tizen über Bardowski, doch wegen seiner einflußreichen Be ziehungen wagte man nicht, ihn ohne Weiteres zu verhaften. Man gebrauchte nun folgende ,, List": Bardowski wechselte seine Wohnung. Einige Gendarmen verkleideten sich als Träger Als diese die Sachen Bardowski's in die neue Wohnung über führten, fiel ihnen eine schwere Kaffette auf. Diese wurde mittelst eines Dietrichs geöffnet, fie enthielt geheime Drud schriften. In Folge diefer Entdeckung erfolgte eine förmliche Revision, wobei nebst zahlreichen nihilistischen Proklamationen Dynamit, Bomben, Nitroglycerin, Gifte, sowie eine Kaffe mit 1% Millionen Rubeln gefunden wurde. Neben legteren befand fich eine lange Liste von Bersonen, die zu revolutionären Sweden Geld erhielten. Man fand auch ein Archiv, das Sie gel der geheimen Regierung, sowie die Organisation der let feren, welche aus Ruffen besteht. Die Verschworenen nannten ihre Verbindung Internationales Revolutions- Comitee". Die ruffische Bolizei ist zwar sehr flug, das hat sie bei verschiede nen Vorfällen bewiesen, aber so flug ist sie doch nicht, als wie es der ,, Czas" weißmachen will. Was für Gründen die Elberfelder- Barmer die NichtVerhängung des Belagerungszustandes über ihre Stadt ver danften, scheint nunmehr an's Tageslicht gekommen zu sein. Die Bitten der beiden Bürgermeister, so lesen wir in den Beitun gen, haben das mit bewirkt, oder vielmehr nicht eigentlich diese Bitten, als ein angeblicher Beschluß angeblicher Arbeitervereine die Verhängung des Belagerungszustandes mit einem Massenstrife zu beantworten. Der wäre nun den dortigen Fabrikanten jetzt gerade sehr unangenehm gekommen, weil sie der allgemeinen Geschäftshausse vertrauend, die weitgehendsten Geschäftsverbindlichkeiten eingegangen seien. Das wußten die schlauen Arbeiter. Als daher die Fabrikanten von den Plänen der Arbeiter Kenntniß erhielten, wandten Sie sich an die Bür germeister- Nemter und diese wieder en die kompetente Behörde. Wir vermögen diese Begründung vorläufig nicht zu glauben, wir wollen der Regierung niemals zutrauen, daß sie solchen Erwägung zugänglich wäre, daß fie die Verhängung einer Maßregel, welche die weitgehendsten Folgen hat, von den Geschäfts rücfichten der Fabrilanten abhängig macht. Als Beruhigung fügen übrigens die liberalen Blätter noch hinzu, daß es so scheine, als sei die Maßregel nur vertagt und würde zu gelegener Zeit doch zur Ausführung kommen. Ueber die Beseitigung der Weihnachtsgratifitationen der Eisenbahnbeamten wird der Osnabrücker Beitung" geschrieben: Den Eisenbahnbeamten der Staatsbahnen ist dieser Tage eine Ministerialverfügung in Abschrift zugegangen, nach welcher die Zahlung der Weihnachts- Gratifafationen nicht mehr stattfindet. Bisher erhielt jeder Beamte vom Weichenfteller aufwärts, zu Weihnachten eine Gratifikation, wenn er im Laufe des Jahres nicht disziplinarisch bestraft worden. Den Beamten, die niedere Gebälter beziehen, war dies eine ganz angenehme Weihnachtsgabe. In Zukunft sollen, nach dem Erlaß des Ministers, nur seitens der Direktoren der Betriebsämter Unterstüßungen aus dem vorhandenen Fonds an Beamte in Krankheitsfällen 2c. gewährt werden. Außerdem sollen Beamte ,, für außergewöhnliche Leistungen" Gratifitationen erhalten, d. h. also dann, wenn der Beamte mehr als seine Pflicht gethan. Die Neuerung bietet demnach für viele Beamte Berliner Sonntagsplauderei. Die deutsche Regierung hat eine Verfügung erlassen, derzufolge die Hafenpläge Norwegens als choleraverdächtig anzusehen sind. Bisher war nichts davon bekannt, daß in Norwegen Cholerafälle vorgekommen, ob der Regierung solche gemeldet geworden oder ob die Bekanntmachung etwa erlaffen wird, weil in Norwegen gegen Schiffe aus choleraverwie in Doch richter welche megu inte jezt eines Besseren belehrt, fte werden erkannt haben daß es viel weniger darauf ankommt, ihre Runden zu bedie nen, als die regelmäßigen Gottesdienstübungen innezuhalten. Es war auch die höchste Zeit, daß sie endlich einmal auf den Weg des Besseren gebracht wurden, daß fie erkennen lernten, Von diesem Gefichtspunkte aus mag also der große Dichter daß der Mensch durchaus nicht vom Brot allein lebt, sondern vielleicht gar nicht Unrecht gehabt die freilich für den Kenner sehr den Reiz der Neuheit entbehrt, gar nicht einmal für sich in Anspruch nehmen, wie lieblich ziert nicht die Röthe holder Scham und edler, selbstloser Be scheidenheit die Wangen alter hartgesottener Lügner und Denunzianten! R. C. Bescheidenheit ist eine Zier doch kommt man weiter ohne ihr auf wie viel Lagen des Lebens läßt sich dieses treffende und überaus weise Sprüchwort nicht anwenden? Gewiß, diese Eigenschaft zieret den Jüngling, ehret den Mann, und wenn Altmeister Göthe fagt, nur die Lumpe sind be scheiden", so hat er entschieden ganze Kategorien der Berliner Bevölkerung nicht gekannt, denn es wäre doch mehr als schmerzlich, wenn die marmorne Exzellenz im Thiergarten, die so souverän um fich blickt, Leute von dieser edlen Eigenschaft mit einem Titel belegen würde, der vor einem Berliner Schieds mann mit einer ganz erheblichen Buße für die Armenfasse geahndet wird, ja der meistentheils dazu angethan ist, vor dem Amtsgericht zum Austrag zu gelangen. Vielleicht gab es in der Zeit, als der Dichterfürst diesen weltberühmten Ausspruch that, überhaupt noch keine Schiedsund Amtsrichter oder gar Staatsanwälte, sonst würde er ent schieden etwas vorsichtiger in seinen Aeußerungen gewesen sein ganz bestimmten Klasse von Leuten die edle Eigenschaft der Bescheidenheit vindizirte. Wenn es irgendwie angeht, wollen wir daher lieber ein Bischen unbescheiden sein, denn zu den von dem Dichter in mehr treffender wie poetischer Weise charakterisirten Leuten möchte doch wohl so leicht Niemand gern gehören wollen. Ja, ja es ist bisweilen sehr schwer, bescheiden zu sein, bisweilen ist es sogar noch schwerer, unbescheiden zu sein. Was ist es heut zu Tage nicht für ein Verbrechen, eine eigene Meinung zu beftten, und dieses Verbrechen wird geradezu ein fapitales, wenn man sich die Freiheit nimmt, diese Meinung auch öffentlich zu vertreten. Wie solche verabscheuungswürdige Leute nicht von allen Seiten angegriffen werden, wie man sie zu widerlegen trachtet, und welche Mühe man sich nicht giebt, fie in den Staub zu ziehen, sie unschädlich zu machen; alle Mittel werden probirt, fein einziges Medikament wird unver sucht gelassen, bis man schließlich zu dem Universalheilmittel heute wenigstens würden wir es Niemandem anrathen, mit fo ehrenrührigen Prädikaten herumzuwerfen. Aber doch ist die Bescheidenheit eine Zier, und sie wird um so zierlicher, je we niger fie fich in die Deffentlichkeit drängt. Dem fleinen Veilchen gleich, das im Verborgenen blüht", und dessen Verdienste im Stillen bleiben;- das ist die Devise für verschie dene Leute, die in ihrer Bescheidenheit soweit gehen, daß ste alles und jegliches Verdienst für ihre ersprießlichen Thaten ablehnen. 17 fapt, Friede nicht Anfich ten f Ga ge wollte Bau fallen in b Die B Die an eine b Diefer, einfeb in Du Stand Belgie bat. hat bi es im hat ba durch mieber hierau Schrei morrer reiche immer Büche wird uns, T daß zum menschlichen Leben noch etwas mehr gehört. Weh halb ist auch das dumme Zeitungleſen überhaupt in die Welt gekommen. In früheren Zeiten fannte der fügsame Spie bürger eine derartige verfängliche Lektüre noch nicht, damals war es ,, tumb", wie der technische Ausdrud lautete, und er war so brillant zu regieren! Heute ist das leider anders geworden, heute sorgen Zeitungsschreiber, die belannntlich alle ihren Beruf ver fehlt haben, dafür, daß die Menschheit störrisch wird, daß fie nicht mehr dulden will, daß man auf ihr herumreitet! Was fagt der eigentlich doch im Staube geborene Proletarier heute! Man muß wirklich entrüstet den Kopf schütteln, wenn man e hört! Solange wie ein Theil der Menschen nicht mit Sporen an den Beinen, und der andere nicht mit einem natürlichen Sattel auf dem Rücken auf die Welt kommt, solange glaube ich überhaupt nicht an einen Unterschied der einzelnen Individuen; und da das überhaupt noch niemals der Fall gewesen ist, fo Ihalte ich dafür, daß wir alle gleich find!" hat man so etwas schon gehört? Aber so find die Leute heute zu Tage, und Nie Und wer vertreibt die Schundwaare dieser Leute? Die Zeitung händler. Da ist es denn doch eine ganz natürliche Folge, daß die Behörde in ihrer Fürsorge zunächst dahin strebt, die guten Bürger wenigstens des Sonntags vor dem schädlichen Zeug zu bewahren: deßhalb ist jedenfalls auch das segensreiche Verbot ergangen, am Sonntag während und nach dem Gottesdienst feine Beitungen zu verkaufen. Das kann der leidenden Menschheit nur zu gro Bem Nuß und Frommen dienen. Denn schaarenweis werden Leute, die früher gewohnt waren, des Morgens für 5 Pf. ihre Beitung beim Beitungshändler zu kaufen, und dieselbe in aller Gemüthsruhe zu Hause zu lesen, in die Kirche strömen, fie wer den dort ganz andere Dinge zu hören bekommen, als in der Menschheit wieder auf den Weg des Rechten zurüdgeführt Zeitungen stehen, und vielleicht wird die irrige und fündige werden. Jedenfalls werden durch das Verbot des Beitungs verlaufs am Sonntag wieder die ehemaligen paradiesischen Bu nicht anderen Lehren huldigen, Alles wird beffer werden Hof und andere Prediger werden den erwünschten Anhang greift, welches alle Schäden des Staates und der Gesellschaft mand anders hat Schuld daran, als die bösen Zeitungsschreiber! in der Jestzeit beseitigen soll zur Polizei. Nur immer zu, aber man hat auch Erempel von Beispielen, daß die heilige Hermandad sich auch schon geirrt hat, und daß manchmal gerade derjenige, der am Lautesten nach ihr schrie, am Kragen gefaßt wurde. Sind sie nicht alle furchtbar bescheiden, jene Herren, die es am liebsten sehen würden, wenn der Staat mit seiner ganzen, gewaltigen Macht kommen würde, um alle diejenigen, von denen man glaubt, daß fie anders denken und fühlen wie es sich nach dem Muster der Herren Stöcker oder Eugen Richter pakt, vom Erdbogen zu vertilgen, und die vergehen möchten vor Freude, wenn die grünen Wagen in solcher Menge wie Droschten, Pferdebahn, Omnibusse und Feuerwehr forts während durch die Straßen jagen würden, um alle solche Missethäter nach dem Moltenmarkt und Plößensee zu schaffen, damit diese endlich einmal erkennen lönnten, was sich eigentlich für einen ehrsamen Staatsbürger schickt? Es ist wirklich eine böse Beit. Ein Jeder muß sich plagen, er muß sehen, daß er ehrlich und redlich durch die Welt kommt. Kaum bleiben dem gewöhnlichen Sterblichen ein paar Stunden übrig, wo er einmal ruhig fich selbst überlassen ist, wo er nachdenken fann- unferetwegen über die Vergänglichkeit alles Frdischen, über die Unsterblichkeit der Mailäfer und was dergleichen erbauliche und hochbedeutende Themata mehr find. Viele Leute benutten dazu von Altersher den Sonntag, wenn fie es nicht vorzogen, irgend einem reellen Vergnügen nachzugehen. Ach, und jene Herrschaften lehnen mit einer wahrhaft rührenden Bescheidenheit jede ehrende und anerkennende Belobigung ab, die ihnen für dieses beachtenswerthe Beginnen zu Theil werden könnte, ja sie weisen fogar mit einer ebenso reizenden wie versteckten Verschämtheit die Urheberschaft folcher Gedanken von sich, sie wollen die Ehre einer solchen Erfindung, ihren stände zurückgebracht werden, die Leute Nur eine ganz schlimme Sorte unserer Mitbürger war bisher so verstockt, feinen edleren Regungen nachgeben zu fönnen, fte glaubten natürlich ganz verkehrt Nebenmenschen einen viel größeren Dienst zu erweisen, finden wenn sie auch des Sonntags ihren Berufsgeschäften nach fagen? gingen. gingen. Die Zeitungsverkäufer Berlins find hoffentlich werden ob's aber hierdurch besser werden wird mit F durch Bulent Striege Dinge Regen Geldle oder auch wer fann's tirler diefem Herr welche Die R ift ele tungs bebaue Alle D Nut Engla werder ficht weiter her zu welche b po Dronk Su ng u chften lischen n An nd ich welche arquis chern, fferin 7 Bek enfin einem Denten An e der Derden uf die aß die erlage Na ung, Sena rguet, Sigung ür die feine el pro it als gewiß rigens Is auf De in's cines and in Den fle grenzte wieder an die enom eschei geräu te die munal chtniß Ge ürden. 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Das hätte der„ tranke Mann" vorher wiffen können, daß sein Biderstand vergeblich sein würde. In Yemen macht sich die von dem Prätendenten Serefeddin geleitete revolutionäre Agitation mmer mehr bemerkbar. Insbesondere sind es die Stämme des Kreises von Hadscha, unter denen die Emissäre Scherefeddin's eine starke Bewegung hervorgerufen haben, deren Endziel die Losreißung dieses Gebietes vom ottomani en Reiche ist. Scherefeddin selbst entfaltet die Fahne des Aufruhrs in den nordwestlichen Kreisen Demens. Ein Theil der Insurgenten hat sich der Festung Zefir bemächtigt und in derselben verschanzt. Sie werden von türkischen Truppen unter Dem Befehle des Obersten Refit Bey zernirt, und man glaubt, daß es den Insurgenten nicht möglich sein werde, fich lange ju halten. Aus Smyrna wird gemeldet, daß Sadit Bascha, der frühere türkische Finanzminister, der unter trengster Polizeiaufficht stand, unter der Beschuldigung, ge= iezwidrige Börsenspekulationen gemacht zu wurde. Die auf den Inseln des westlichen stillen Ozeans üb liche Anwerbung von Arbeitern scheint sich nach tinem Bericht des Oberkommiffars der englischen Regierung night viel von Sklaverei zu unterscheiden. Ueber 20 Schiffe baben im Jahre 1883 bie Jnselgruppen östlich von NewGuinea besucht und find mit ,, Arbeitern" gefüllt nach Queen 3land und Fidschi zurückgekehrt. Im Jahre 1882 waren nur 3 noch in ärztlicher Behandlung. Die Verlegung ist eine gans bedeutende und zeigt, mit welcher Gewalt der kleine lebel thäter von seinen scharfen Zähnen Gebrauch gemacht hat. jedoch wenig nusen, weil das Bolt die Situation nicht ge-| Wohnung getragen werden mußte, befindet sich gegenwärtig hörig auszunugen weiß und Herr Gladstone wohl am allerwenigsten daran denkt, das Oberhaus wirklich zu beseitigen. Der Konflik ist nichts weiter als ein Theaterſtüd, zu welchem das Volk freiwillig die Staffage bildet. Jm deutschen Reiche werfen die Wahlen bereits ihre Schatten voraus; der große" Rudolph Bennigsen wird von seinen Freunden wieder aus dem Schmollwinkel hervorgezerrt und das nationalliberale Gespenst hält seinen Umgang in den Tagesblättern. Glücklicher Weise ist es eben nur ein Gespenst, ohne Fleisch und Bein und deshalb ohne große Bedeutung für die bevor stehenden Wahlen. Doch auch die Sozialdemokraten rühren sich bereits. Wie einige Zeitungen berichten, find 600 Sozialdemozusammen gewesen. Wer bekommt da nicht eine Gänsehaut, ba 600 Mann und in des Waldes tiefsten Gründen?! Auch Eugen Richter ist wieder angelangt in Berlin; ob die Forts schrittler" oder" Freifinnigen" ihren großen Eugen kommen ließen um mit ihm den Wahlkampf gegen die Arbeiterpartei zu ziehen? Wer weiß es aber uns ist das egal! Lokales. T. Zeit zum Essen!" Die Macht des freien Willens hat nach einer bestimmten Richtung hin eine ziemlich festgezogene Grenze, nämlich gegen den Wagen, der, wenn er auch noch so bescheiden in seinen Ansprüchen ist, doch zum gefähr lichsten Revolutionär wird, wenn ihm der freie Wille oder der Bwang der Verhältnisse sein gutes Recht verkümmern. Auch das Alles nivellirende Treiben einer Großstadt kann sich in feiner äußeren Erscheinung, der gänzlichen Beränderung der Scenerie nicht entziehen, die mit dem Beginn der täglichen Effenszeit sich regelmäßig entfaltet. Leider hat die tägliche Hauptmahlzeit auch bei uns schon so viel Wandlungen und Henderungen erfahren, daß ihr der nicht zu unterschäßende häusliche, sittliche Werth völlig verloren zu gehen droht, den fie zweifellos beftzt. Und merkwürdiger Weise sind es Klaffen, die sich zu den gebildeteren rechnen und bei denen an dieser die sich zu den gebildeteren rechnen und bei denen an dieser guten alten Gewohnheit immer mehr gerüttelt wird. Während der legte Erdarbeiter, der seine färgliche Mahlzeit auf der Erde auf benachbarten Inseln von Europäern als Arbeiter benugt wurden, haben sich die sogenannten Arbeiterschiffe von Queens land und Fitschi zu Nuße gemacht, indem sie die Eingeborenen, welche auch auf diese Schiffe kamen, unter dem Eindrucke liefen, daß fie nach einigen Monaten wieder in die Heimat zu rüdkehren würden. Die Regierungsagenten halten drei Fin Provisor, also ein studirter Mann, fich flüchtig den Mund fizend einnimmt, doch wenigstens eine Eſſenszeit inne hält, a. Ein ungetreuer Arbeiter. Der Arbeiter G. war vor etwa 3 Wochen in eine Metallwaarenfabrik in der Stall schreiberstraße als Arbeiter eingetreten und seit dem Tage feines Eintritts vermißte der Werkführer häufig angefertigte Waaren in beträchtlichen Mengen, ohne den Dieb ermitteln zu können. Da er aber den G. in Verdacht hatte, die Diebstähle ausgeführt zu haben, so veranlaßte er einen Lehrling, cine Anne zahl vernickelte Cigarren- Metallspitzen an sich zu nehmen, dieſe dem G. heimlich zu zeigen und zugleich den G. zu fragen, wo ling führte auch diese ihm übertragene Diebes- Rolle gut durch. G. fand die scheinbar verbrecherische Handlungsweise des Lehrlings gar nicht auffällig und wies ihm ein Produktengeda schäft nach, wo ihm anstandslos die Spigen abgenommen wer den würden. Nunmehr wurde auf die Anzeige des bestohlenen Fabrikbefizer von der Kriminalpolizei eine Haussuchung sowohto bei G. als auch bei dem Inhaber des bezeichneten Produkten geschäfts abgehalten und es wurde bei ihnen ein Theil der gestohlenen Waaren ermittelt und beschlagnahmt. G. ist dem i tol zufolge heut zur haft gebracht worden. g. In der Königstraße, gegenüber dem Reichs- Poftgebäude fanden heute Vormittag große Menschenansammlungen statt. Den Grund hierfür gaben bedeutende Reparaturen ab, ja welche bereits jezt an dem erst vor wenigen Wochen fertiggestellten Asphaltpflaster vorgenommen dro worden waren. Die vollständig neu gelegte große Asphalt fläche wurde, nachdem sie mit Waſſer gefühlt, fofort dem das Wagenverkehr zugänglich gemacht und die Folge hiervon waren Abdrücke über Abdrücke von Schritten und Hufeisen der Pferde, much) sowie tiefe Rinnen der Wagenräder. Da dieser Zustand nicht fortbestehen kann, so wird die heutige Reparatur einer noch maligen Reparatur unterworfen werden müssen. Von den zahlreichen stehen gebliebenen Baffanten hörte man überein ftimmend nur den Ausspruch Schade um das schöne Geld.d welches das Pflaster gekostet hat!" fizo& springt in der Apotheke nicht selten dem Eintretenden der Herrm und diese denken dabei an drei Monde oder gar an drei Tage, während die Agenten drei Jahre meinen! So werden die in vielen Kaufläden, beim Friseur, und in anderen Geschäften wird man oft von Gehülfen in ähnlicher Verfassung bedient. Eingeborenen von den Regierungsagenten Queensland's und abgesehen davon, daß es jedem verständigen Menschen peinlich Fibichi's betrogen. Der Bericht sagt nicht, daß an eine sein muß, einen anderen beim Effen gestört zu haben, so wird in solchen Fällen die Empfindung unerträglich, daß hier für Militärrevolte in Havanna. Die zu Puerto Principe gebildete Leute die Essenszeit so zwischen durch" geht und ste nur zum Effen kommen, wenn's einige Augenblicke nichts zu thun giebt. Jedes Thier bekömmt sein Futter, ums in Ruhe zu verzehren und es ist deshalb eine Forderung sowohl des nung nicht erhalten und denen die Kaufleute schließlich auch den Kredit verweigert hatten, brangen in Folge deffen mit Gewalt in die Geschäftsläben ein und bemächtigten Anstandes als auch der guten Sitte, für Bedienstete aller fich der in denselben enthaltenen Lebensmittel. Nachdem dies Arten die Effenszeit frei zu halten von jeglicher Unterbrechung durch das Geschäft. Selbst wenn man ein Einschreiten der Sonntagsruhe und ähnliche Dinge ja große Stüde gehalten nung fich nachdrücklichst für eine Forderung ausspricht, die unter anständigen Leuten eigentlich keiner Erinnerung bedürfen sollte für alle Bedienstete freie Zeit zum Essen! zur Kenntniß des Generalfapitäns gelangt war, verlangte die fer von dem Generaldirektor Aufschluß über diese Angelegen Gesetzgebung nicht für geboten erachten will, obgleich auf beit. Letterer erklärte hierauf, daß fich 30 000 Dollars in Sante Clara befänden und daß dies der einzige Betrag sei, werden, so wäre es hier an der Zeit, daß die öffentliche Meiwelcher der Regierung der Insel zur Verfügung stände. Die Summe wurde dann auch nach Puerto Principe geschickt, um Den dortigen Soldaten ihren Sold zu bezahlen. Politische Wochenplauderei. R. Ja, pas pasfirt nicht alles in einer Woche auf dem " t. Die Macht der Preffe. Unsere Leser erinnern sich wohl noch der an dieser Stelle veröffentlichten Notiz, betreffend eine Pflegemutter, welche diesen Begriff dahin verstand, daß ste fich pflegen müsse und dazu das auf der hiesigen Sparkasse Erdenrund dem Ganzen?! Troßdem wir noch im Hochsommer deponirte Geld ihres Pfleglings" verwendete. Der in dieser find und die Zeit der fauren Gurke" noch nicht vorüber ist, fehlt Notiz ausgesprochene Zweifel, daß das arme Mädchen jemals " wieder zu ihrem Gelde fommen würde, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, denn die betr. Pflegemutter hat sich sofort Jenen, die berufen sind", den Frieden zu verkünden. Selbst nach dem Bekanntwerden ihrer Handlungsweise veranlaßt ges der Oberkirchenrath ist thätig; er macht die Geistlichen fühlt, das widerrechtlich aus der Sparkasse erhobene Geld auf die Selbstmörder aufmerksam, auf den revel, den diese an fich felbft begangen durch den Selbstmord und gebietet, daß ihre Beerdigung nicht in der Weise stattfinden soll, wie bei einem frommen Christen.-D, diese Christenliebe! Merkt Euch dieses, die Ihr durch Noth und Elend gezwungen seid Hand an Euch zu legen; die Jhr verzweifelnd an der Mensch wieder in dieselbe zurückzuzahlen, sodaß das arme Mädchen feinen Verlust erleidet. Allerdings sucht sich nunmehr die Pflegemutter dadurch zu revanchiren, daß sie eine unglaublich hohe Rechnung für geleistete Naturalverpflegung aufgelegt hat, fodaß fich das Kuratorium der Sparkasse veranlaßt sieht, das betr. Sparkaffenbuch einzubehalten, bis die Angelegenheit ge schäftigen, falls die würdige Frau es nicht vorzieht, sich in Güte zu vereinigen, was im vorliegenden Falle jedenfalls das Beste wäre, was fie thun tönnte, um üblen Folgen vorzubeugen. heit, Willens feid, Eurem Dasein ein Ende zu bereiten. Schreckt regelt ist. Es wird dieser Fall also doch noch die Gerichte bezurück von der That, denn man wird Euch in eine Ecke des Friedhofs scharren, wo Jhr nimmer mehr so gut ruhen werdet, mie in dem geräumigen Erbbegräbniß eines Kirchenvaters! Doch wenden wir uns ab von diesen Friedensfündern und richten wir unsere Blicke auf eine andere Friedensgesellschaft, welche vor einigen Tagen die Welt mit Refolutionen in Be internationale Schiedsgerichte hat Beschlüsse gefaßt, die, wenn fie in Erfüllung gehen würden, geeignet wären, M. Ein Opfer der Arbeit. Eine gefährliche Verlegung erlitt heute der Arbeiter K. in der Fabrik der Herren Roffe mann und Kühnemann, indem ihm ein 8 Bentner schwerer in ärztliche Behandlung. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Sterbefogenoffen pitul a h. In Sachen der Tapezierer Krantentassenfrage scheint sich bei den hiesigen Tapezierergehilfen, so weit es fichi um die freie, von persönlichen Motiven unbeeinflußte Ueberzeugung handelt, das Bünglein der Wage immer mehr dem or sh Austritt aus der alten", ortsstatuarischen Gewerks resp Orts( 3wangs-) Kaffe in spe zu Gunsten des Uebertritts zur neuen Hamburger freien eingeschriebenen Hilfs Central Kranken und Sterbekasse der Tapezierer und verwandten Berufsgenossen Deutsch d Iands zuzuneigen, wie dies auch wieder die neueste am vorigen Mittwoch stattgehabte, sehr zahlreich besuchte allge meine Tapezierergehilfenversammlung in Gratweils Bierhallen so deutlich als nur möglich bewiesen hat, da in derselben sämmtliche Redner, mit alleiniger Ausnahme des Rendanten utin der alten Kaffe, den Beitritt zur neuen Kaffe unter dem Beted li fall einer überwältigenden Majorität warm empfahlen. Dabei ba wurde von den Rednern unter Anderem geltend gemacht, daß die neue Kaffe in Folge der direkten, um 8 pt. billigeren Selbststerwaltung, sowie durch ihre Ausdehnung auf das ganze Deutsche Reich der alten ortsstatuarischen Gewerks- resp. fünftigen Berliner Ortskaffe der Tapezierer schon in wenigen Jahren eine Konkurrenz bieten werde, welche diese der Dezimirung ent gegengehende, dann zum größten Theile nur noch aus den G ältesten, der Erkrankung weit häufiger ausgesetzten Mitgliedern bestehende Drtskaffe nicht lange werde aushalten können. Anan dererseits werde die neue Central- Kaffe, getragen von den Sym pathien der ganzen unabhängig gesinnten, von männlichem T Selbstgefühl erfüllten Gehülfenschaft, es gar bald zu ganz an ders hohen Kaffenfonds und Unterstüßungsleistungen bringen, als jene. Schon jest räume die neue Kaffe den ihres Ernährersin zeitweise beraubten Angehörigen der in Krankenhäusern vers pflegten Mitglieder einen Unterstüßungsanspruch auf 65 Bf.ading pro Tag ein, während die alte Kaffe den Erkrankten nur mit einem wöchentlichen Baargeldzuschuß von 1 Mt. abfinde. Be züglich der am jeßigen( provisorischen)( Statut hier oder dort etwa noch zu machenden Ausstellungen, z. B. in Betreff der Beitragsabstufungen nach dem Lebensalter( doppelter Beitrag vom 40- sten Lebensalter an) und der Altersgrenze für die zum und Aufnahmsfähigkeit( bis zum 45- sten Lebensjahre), sei zu be rücksichtigen, daß der vom 21. bis 23. t. M. in Hannover stattfindenden Zentral- Kaffen- Generalversammlung, auf welcher alle S wegung zu fegen die Abficht hatte. Der Kongreß für eiserner Träger auf die Füße fiel. Der Beschädigte kam sofort Filialen ganz Deutschlands vertreten sein werden, jede even Frieden und Freude den Menschenkindern zu bringen. Allein sank der Schiffer Ferdinand Schulz aus Neuendorf, im Kreise V. Plöglicher Tod. Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr tuell für gut zu befindende Statutenänderung freisteht. Somit ist also nirgends ein Grund zu Strupeln und Zweifeln oder nicht an die Völker haben sich diese Philantropen mit ihren Kroffen belegen, vor dem Hause Nr. 23 auf der Fischerbrücke die beste Hoffnung auf glänzenden Erfolg. Möge daher, wie Ansichten gewandt, nein, an die Großen und Mächtigen richte ten fie ihre Vorschläge der Besserung. Diese Schlauföpfe! Gs geht ihnen wie jenem Baumeister, der einen Bau aufführen wollte und zunächst beim Dache anfing. Natürlich wurde der Bau nimmer fertig, weil die Grundlage fehlte. Und wem fallen da nicht die Vorgänge in Belgien ein, wo in der Landeshauptstadt Brüssel, die Schwarzen und die Blauen ihre Hanswurstiaden aufführen? Weder die eine, noch die andere Bartei, hat auf festem Grund gebaut; deshalb jagt eine die andere vom Regiment und das Volf wendet sich bald diefer, bald jener Partei zu. Doch sobald das belgische Volk einsehen wird, daß es von Beiden gleich stark genasführt und in Dummheit erhalten wird, dürfte sicher für Beide das leste Stündlein geschlagen haben und dann wird man fich auch in bat. vom Schlage getroffen zusammen. Ein hinzugerufener Arzt fonnte nur den eingetretenen Tod konstatiren und mußte die Leiche in die Morgue eingeliefert werden. N. Mit zerschnittenen Pulsadern wurde gestern Nacht der Klempnergeselle Sch., in der Admiralstr. 34 wohnhaft, vorgefunden. Nach Angabe des Verlegten will fich derselbe die Verwundungen zugezogen haben, indem er in einem Wuth Küchenspindes zertrümmert hatte. ein Redner und Freund der neuen Kaffe in der erwähnten Versammlung den Genoffen zurief, fein intelligenter Arbeiter der dekorativen Gewerbe es versäumen, sich dieser Kasse anzu schließen. anfall bie Scheiben eines tünd his demeur Beralaffung zu berathen, welche einzuschlagen fib, wie Gitte und bege seiner Frau um 12% Uhr Hülfe durch die in der Dranien Straße belegene Sanitätswache zu Theil wurde. Obwohl ein Arzt auf Verlangen des Heilgehülfen herbeigerufen wurde, trat der Tod in Folge zu großen Blutverlustes nach einer Stunde ein. Als Grund des Wuthausbruches und der selbstBelgien einer Partei zuwenden, die nicht auf Sand gebaut verschuldeten Verlegungen wird angenommen, daß der Verstor bat die Republif in den Schulen manches gebessert, auch geht es im Großen und Ganzen in Frankreich etwas vorwärts, doch hat das Geschrei, welches über die Befferung der Verfassung, wiederhallt, nicht die geringste Berechtigung. Man fann hierauf mit Recht das alte Sprüchwort anwenden: In Frankreich fieht es nicht viel besser aus, zwar bene mit seiner Ehefrau einen ehelichen Bwift gehabt habe. Grober Unfug. Dem Arbeiter Karl Stiller ist folgende Verfügung des Königlichen Polizeipräfidium zugegangen: Sie haben am 7. Juli cr., Abends 10 Uhr, in dem Lokale Müllerdurch den stattgehabten Kongreß, in allen liberalen Blättern straße 178, nachdem eine Versammlung des Arbeiter- Bezirksschrei und wenig Wolle." " Viel Ge Aus Rußland lommen verVereins daselbst auf Grund des Sozialistengesezes polizeilich aufgelöst war, sich mitten in den Saal gestellt und laut gerufen: Hasenclever soll leben, Vivat hoch!" Hierdurch aber wortene Nachrichten, es scheint denn doch in dem großen Baren- haben Sie groben Unfug verübt. Auf Grund des§ 360 ad a wird das einmal enden? China ist zwar sehr weit von des Strafgesetzbuchs wird deshalb gegen Sie eine Geldstrafe von 15 Mart, an deren Stelle, wenn sie nicht beizutreiben ist, eine Haft von drei Tagen tritt, hierdurch festgefeßt. N. Gefundene Kindesleiche. Gestern Nachmittag_gegen 5 Uhr entdeckten Rinder auf dem Exerzier- Plaß an der Schöns hauser- Allee in einem Gestrüpp die Leiche eines Kindes männ lichen Geschlechts. Auf diese Wahrnehmung aufmerksam gemachte Arbeiter, welche sich in der Nähe befanden, lieferten die reiche nicht so ganz geheuer zu sein. Immer neue Attentate, immer neue Attentäter; Verbote von Zeitungen, Verbote von Büchern; eine Nachricht immer schlechter wie die andere. Wie uns, dennoch wird uns dieses foloffale Reich durch den Konflikt mit Frankreich näher gerückt. Die französische Regierung sucht Durch äußere Erfolge das Volk von den inneren Fragen ab zulenten, und da bietet sich die Gelegenheit am Besten, wenn Dingen weit hinter Europa zurück und deshalb leicht zu be flegen ist. Nun tommt noch hinzu, daß es den französischen Beldleuten abfolut gelegen fommt, wenn fie die Schäße annet tirler Länder ausbeuten tönnen. diesem Beginnen nicht gerade gleichgiltig zu, indeß dürfte hier ein Verbrechen vorliegt. Herr Gladstone wohl vorläufig mit Egypten zu thun haben, t. Eine kombinirte Versammlung von Droschtentutschern und Droschtenfuhrherren fand am Freitag Abendma unter Vorfiz des Herrn Beeß im Saale des Handwerker cu Vereins, Sophienstr. 15 statt, um über Schritte th um für Fahrtdauer eine Norm herbeizuführen. Als Referent referirte Herr Fuhrherr Schütte. Er betonte, daß gegen die höchstinstanzliche Ents fcheidung des Kammergerichts in feiner Weise aufzulehnen sei, ond wohl aber nothwendig, beim Königl. Polizeipräsidium um Ab änderung des§ 40 des Droschtenreglements zu petitioniren und zwar dahin, daß der Droschfenwegemesser als allein maßgeben zu erachten sei und begründete diese seine Ansicht durch he eine Schilderung der Nachtheile, welche dem Droschlenführer aus der betr. Vorschrift des Droschtenreglements erwachsen. Nach ausgedehnter Distuffion gelangte folgende Resolution zur Annahme Die heute im großen Saale des Berliner Handwerkervereins, Sophienstr. 15, versammelten Droschken futscher nebst Droschtenfuhrherren Berlins erklären fich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und beschließen der Vorstand des Vereins Berliner Droschtenfutscher wird beauftragt, eine Eingabe an das Königl. PolizeiPräsidium zu richten, daß die Verordnung des Königl. Polizei Präsidium vom 14. Mai 1880, betreffend das Droschten reglement vom 20. Januar 1873,§ 40, eine Abänderung er halte, dahingehend, die Interessen für die Betheiligten mehr, wie bisher, zu schüßen, daß hauptsächlich bei fraglichen Fahrten der Fahrpreis nicht mehr nach der Beit, sondern nach der Entfernung zu berechnen sei, so daß der amtliche Wegemeffer Ariege angezettelt werden mit einem Lande, das in friegerischen fast in Verweſung übergegangene Leiche dem nächst belegenen entscheidend ist. In England fieht man Polizei Revier ein. Legteres übernahm die Beförderung nach dem Obduktionshause. Die eingeleiteten Recherchen nach der Mutter blieben bisher erfolglos und muß die Obduktion er geben, ob das Kind eines natürlichen Todes gestorben oder ob g. Eine ebenso schwere als eigenartige Verlegung ist dem 5 Jahre alten Sohne des in der Gerichtsstr. 46 Beide Knaben vertrieben fich Aus der Provinz Sachsen, 15. August.( Volks- 3tg.) Daß die Arbeitertoloniebestrebungen eine Beit lang lediglich Mode waren und als Sport betrieben wurden, geht schon Daraus hervor, daß die Kreistage und Stadtvertretungen nicht mehr, wie vor Jahresfrist, fich mit einer gewissen Begeisterung der Angelegenheit annehmen. So hat der Kreistag Die Ronferenz der Mächte, zur Lösung der egyptischen Frage wohnhaften Heilgehilfen H. von einem ein Jahr älteren Spiel- pflegungsstationen für Reisende betreffend, einfach abgelehnt. tungsmänner allein ausessen, was sie eingebrodt haben. Bu vorgestern Nachmittag auf der Straße die Beit mit Spielen. anlaffung der Regierung zu Merseburg die Anlage einer Ver Nut und Frommen der jetzigen Regierung noch immer in Der ältere Knabe kam hierbei zu Fall und war darüber derfleinen. erfaßte, ihn an fich zog und ihn in die Hosen und pflegungsstation für durchreisende beschäftigungslose Arbeiter England stattfinden und gegen das Oberhauset gericht find, damit zugleich tief in die Geschlechtstheile biß. Der kleine H., städtischen Arbeitsanstalt vergeben und die Aufgenommenen bei werden dem Herrn Gladstone zwar sehr, dem englischen Volfe welcher vor Schmerz laut aufschrie und nach der elterlichen er Straßenreinigung beschäftigt werden. Es befindet fich -abrigens in Halle ein Berein mit einem Arbeitsnachweisungsbureau, deffen einzelne Mitglieder fich viele Mühe geben, den Durchreifenden Arbeit zu verschaffen dieser Verein hat schon einige Beit lang obrigkeitliche Hilfe herbeigewünschter hat se jett, das Arbeitsnachweisungsbureau wird im städtischen Arbeitshause und die einzige Arbeit wird die Straßenreinigung sein. Und dabei sollen Vagabunden" gebessert werden, und dabei sollen brave Handwerksgesellen, die sich nach Arbeit in ihrem Fache sehnen, wohl nicht verkommen!? Der- Streit der Grubenarbeiter im Kohlenberge zu Hartau hat nur einen Tag gedauert, da der ,, Reichenberger Kohlenabbauverein" die Lohnreduktion zurückgenommen und auch noch einige andere Wünsche der Arbeiter befriedigt hat. Man fann der Direktion zu diesem verständigen Schritte nur gratuliren. Wie zahl reich die Unfälle bei der Industrie sind, geht daraus hervor, daß aus Chemniß an einem Tage, dem 12 d. M., nicht weniger als fieben leichtere und schwere Unglücksfälle, welche industrielle Arbeiter bei ihrer Beschäftigung betroffen haben, gemeldet worden find. Daß in unserem Königreiche noch immer ein Mangel an lohnender Arbeit ist, geht schon daraus hervor, daß fich zu der ausgeschriebenen Polizeidienerstelle zu Eibenstock, die nicht besondert dotirt wird, einhundert und zwei Bewerber ge meldet haben. Eine Versammlung der Stukateure Verlins findet am Montag, den 18. d. M., in Teicherts Salon, Neue Grünstraße 32, statt, in welcher die Konstituirung der Filiale II der zentralisirten Hilfskaffe der Maurer und Steinhauer Deutschlands( Grundstein zur Einigkeit") für Bildhauer und Stukateure, sowie die Wahl des Vorstandes derselben vollzogen werden soll, worauf alle intereffirten Bildhauer und Stufateure ganz besonders aufmerksam gemacht werden. Unterfuchungskarten find bei dem Vertreter des provisorischen Bureaus, D. Heindorf, Krautsstraße 53 und in der Versammlung zu haben. Die erste( konstituirende) Versammlung der hiefigen Mitglieder der( Hamburger) Central- Kranken- und Sterbefaffe der Tapezierer und verw. Berufsgenossen Deutschlands findet am Dienstag, den 19. d. M., Abends 8 Uhr in Gratweil's Bierhallen in der Kommandantenstraße statt. Auf der Tagesordnung steht u. A. die Vorstandswahl 2c. Nur Mitglieder der Kaffe und solche Kollegen, welche sich zur Aufnahme in dieselbe melden wollen, haben Zutritt. Mit der provisorischen Untersuchung der noch keiner, resp. nicht der alten ( ortsstatutarischen oder Gewerfs-) Krankenkasse angehörenden Reflektanten ist Herr Dr. med. Schnißer, Gr. Frankfurterstr. 34, betraut. Derselbe wird, auch in dieser Versammlung( von 8 bis 10 Uhr), anwesend sein. Die Privatsprechstunden deffelben find Vormittags 8 bis 9, Nachmittags 4 bis 5 Uhr, Sonntags von 8 bis 10 Uhr Vormittags. Für jede Untersuchung Find 75 Pf. vereinbart. Der Vorstand der Schneidergesellen- Kranken- und Sterbefaffe beruft zum Donnerstag. den 21. d, M. eine Geralversammlung der Mitglieder im Lokal des Handwerker- Vereins, Sophienstr. 15 ein mit der Tagesordnung: Vorlage der Statuten zur zufünftigen Ortskaffe. Bei dieser hochwichtigen Frage ist es Pflicht derjenigen Mitglieder, welche die hohe Bedeutung des Krankenversicherungsgefezes erkannt haben und mit der Stellungnahme der Majorität des Vorstandes hierzu nicht einverstanden resp. informirt find, recht zahlreich zu ers scheinen, um sich ihre statutarischen Rechte zu wahren. Theater. Sonntag, den 17. und Montag, den 18. d. M. Opernhaus: Lohengrin". Montag: Keine Vorstellung. Schauspielhaus: Keine Vorstellung Montag: Die Erzählungen der Königin von Navarra. Deutsches Theater: Geschloffen. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Sonntag: Die Fledermaus. Montag: Boccaccio. Wallner Theater: Hotel Blancmignon. Oftend- Theater: Ein Gottesurtheil. Walhalla Operetten- Theater: Nanon. 1 Buisenstädtisches Theater: 108. Opern- Vorstellung. Der Wildschüß oder: Die Stimme der Natur. Komische Oper in 3 Aften. Musik von Albert Lorging. Montag: Der Waffenschmied. Bellealliance- Theater: Buchbolzen's! Meinen Freunden und Verwandten mache ich bekannt, daß meine liebe Frau Anna am 12. d. M. von einem gesunden und fräftigen Jungen glücklich entbunden ist. 590 H. Engler, Fuhrherr und Klempner, Mittenwalderstr. 43. Den in der Arndtstraße 10 hierselbst wohnhaften Bigarrenmacher Louis Herrmann erklären wir für einen ehrenhaften Mann, dem wir nichts ehrverlegendes nachsagen können. 5891 Carl Lehmann u. Frau, Nostizstr. 34. Arbeitsmarkt. [ 575 Ein Fellenhauergh. w. verl. Pücklerstr. 10. Frauen und Mädchen F. Mäntelnähen lernen. Nachher dauernde Beschäftigung. Harmsen, Langestr. 22, Hof 1 Tr. r. Auch sind daselbst Hose und Weste( neu) bill. zu verk.[ 590 Tücht. Stuhlflechterin verl. Wustrow, Wasserthorstr. 46, 6.3. welche gründlichen Unterricht Damenschneiderei Damen, in allen Fächern der zu nehmen wünschen, fönnen sich melden bei Ch. Bodenburg, Schneidermstr. f. D., Alte Jakob str. 62. II. Ece Sebastianstr. Das unentgeltliche Arbeitsnachweise Bureau der Metall- Arbeiter- Gewerkschaft 197 befindet sich Ritterstr. 123 im Restaurant Sodtke. 581] Die Kommmission. Das unentgeltliche Arbeits Nachweis- Bureau für Klavier- Arbeiter befindet fich Staliserstr. 18 bei Stramm. Volks- Versammlung. [ 105 Donnerstag, ben 21. Aug., Abends 8 Uhr, in Baumbachs Safino, Prinzenstraße 94. Lages- Ordnung: Die Stellung der Arbeiter zu den verschiedenen Parteien bei der Reichstagswahl.. Der Einberufer. Fach- Verein der Schmiede. Der Berein zur Wahrung der Interessen der Tischler| und Berufsgenoffen hält am 18. d. M., Abends 81,2 Uhr, Adalbertstr. 21 eine Versammlung ab. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Gundelach über deutsche Renaissance und Nationaler Stil." Gäste willkommen. Bezirksverein der arbeitenden Bevölkerung des SüdWesten Berlins. Ordentliche Versammlung am Montag, den 18. August, Abends präzise 8 Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenftr. 77/79. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Julius Müller: Ueber Staatslehrwerkstätten. Verschiedenes. Gäste haben Zutrittt. Aufnahme neuer Mitglieder. Im Fachverein der Schuhmacher steht auf der Tagesordnung der nächsten am Montag den 18. d. M., Abends 8 Uhr, in der N. Grünftr. 32 stattfindenden Versammlung 1) Vortrag des Herrn Liefländer über ,, Amerikanische Zustände". 2) Verschiedenes und Fragetaften. Gäste willkommen. Der Arbeiter- Bezirks- Verein der Rosenthaler Borstadt hält Montag, 18. August d. J., Abds. 8% Uhr, im Germania- Theater, Weinbergsweg 10/11, eine große Versammlung ab. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Canis: Die Naturheilmethode und ihr Werth für die Arbeiterbevöl ferung. 2) Geschäftliches. 3) Fragekasten. Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Die Lohntommiffion der Berliner Schneider veran staltet zu Mittwoch, den 20. August, Abends 8%, Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37 eine große Schneiderversammlung. T.- D.: 1) Bericht der Lohnfommission über das erste Vierteljahr ihrer Thätigkeit; 2) das Unwesen der Lombard- und Waaren AbzahlungsGeschäfte; 3) die Lohnverbältnisse der Firma S. Gräs, und der rothe Bettel und Werkstattordnung des betr. Geschäfts. Bei so hochwichtigen Fragen erwartet die Kommission zahlreiches Erscheinen. Der Verein der Parquetboden- Leger hält am Montag, den 18. August 1884, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Kohts, Wilhelmstr. 105, eine General- Versammlung ab. T.- D.: 1. Jahres- Abschluß der Vereinskaffe. 2. Wahl eines neuen Vorstandes. 3. Verschiedenes.- Stimmberechtigt find nur solche Mitglieder, welche ihrer statutenmäßigen Verpflichtung in jeder Weise nachgekommen find( laut Beschluß der Versammlung vom 11. d. M.). Der Arbeiter- Bezirksverein vom 15. und 20. Kommunal- Wahlbezirt versammelt seine Mitglieder am Dienstag, den 19. August, Abends 8%, Uhr, in Wohlhaupt's Salon, Manteuffelstraße 9, woselbst der Maurer Herr Peter einen Vortrag halten wird, zu welchem Gäste hiermit eingeladen find. Neue Mitglieder werden aufgenommen. " Eine allgemeine Tischler- Versammlung findet am Montag, den 18. d. M., Abends, im Salon zum Deutschen Kaiser", statt. Tagesordnung: 1. Unsere jetzigen Forderungen nach den Beschlüssen der Kommission und Delegirtenversammlungen. Referent Gustav Roedel. 2. Wahl von VertrauensIeuten. Vermischtes. Eine traurige Hochzeitsfahrt ist fürzlich in Thalebra bei Sondershausen vorgekommen. Der Lehrer Schönheinz fuhr mit seiner Braut, Fräulein Lüdmann, in einer Kutsche und Bezirks Verein der arb. Bevölkerung des SW. Berlins. Versammlung am Montag den 18. August, Abends präz. 8 Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Julius Müller: Ueber Staatslehrwertstätten". Ver schiedenes. Der Vorstand. [ 584] Arb Bez- Verein der Rosenth. Vorst. begleitet von zwei Zeugen nach dem Nachbarorte Hohenebre, um vor dem dortigen Standesbeamten seine Ehe zu schließen. Ms der Hochzeitswagen durch Thalebra fuhr, brachte die Dorfmufit dem Drtsfantor und seiner fünftigen Ehefrau einen Tusch. Die Pferde, denen dies ungewohnt, scheuten und gingen durch, wobei dem Kutscher beim festen Anziehen des Bügel riß. Im rasenden Galopp jagten die Pferde mit der Hochzeitskutsche zum Dorfe hinaus. Um das Leben zu retten, sprang zuerst der Kutscher vom Bod und verstauchte sich dabei die Hand; ihm folgte der eine auf dem Bode fißende Zeuge, welcher Verlegungen am Fuße und an der Hand erlitt. Sodann wagte der andere Beuge den Sprung aus der Kutsche, trug aber eine so schwere Verstauchung des Kreuzes( oder Bruch des Rückgrates) davon, daß er nach einigen Tagen schrecklichster Qualen gestorben ist. Der Bräutigam, um sein Theuerstes zu retten, warf nun die Braut hinaus und diese kam ohne jeglichen Unfall und Beschädigung auf der Erde an; der ihr nachfolgende Bräutigam Dagegen fiel fich beim Sprunge aus der Kutsche den Arm aus der Kugel. Das leere Gefährt entschwand bald den Blicken der geängsteten Hochzeitsgesellschaft. In Ballstedter Flur mäßigten die Pferde endlich ihre Schritte und bogen schließlich auf ein Aderfeld ab, auf dem fie vor einigen Tagen gearbeitet hatten. Die Hochzeitsgesellschaft tehrte nach Thalebra zurüd und Abends vollzog der aus Hohenebra herbeigeholte Standes beamte die Eheschließung in der Schulstube zu Thalebra. " 1 Auch ein Zweitampf. Jn Toulouse war der Advokat Cazeneuve mit einem Gutsbefizer in Streit gerathen, so daß ein Zweikampf unausweichlich schien. Der des Fechtens völlig unkundige Advokat beschließt, fich zu stellen und geht Tags zuvor zum ortsangehörigen Fechtmeister, fich Raths zu erholen. Sie befigen einen fräftigen Arm," sagte dieser: ,, was Sie zu thun haben, ist, Ihren Degen still und steif mit der Spize auf des Gegners Auge gerichtet vor fich hinzuhalten, bis dieser sich auf Sie stürzt und fich unfehlbar selbst aufspießen wird. Der Advokat verläßt die Szene, um auf alle Fälle sein Testament zu machen. Eine Stunde später erscheint auch der gleiche falls der Waffenführung unfundige Gutsherr bei demselben Fechtmeister, worauf dieser, die Situation erschauend, ihm den gleichen Rath giebt. So instruirt, pflanzen fich die Beiden ein ander gegenüber auf. Sie stehen zwei, drei, fünf fieben Mi nuten lang unbeweglich da, bis ihre Arme endlich den Dienst versagen. Der Ehre ist genügt. Sind die Herren befriedigt?" sagt ernster Miene einer der Sekundanten. Sie niden und entfernen sich aufathmend mit ihren Wundärzten, Alle noch starr vor Staunen. Ich hatte keine Ahnung," stöhnte der Ads vokat, fich den reichlich hervorbrechenden Schweiß von der Stirne trocknend, daß das Fechten so schwer ist. Ich will lieber zehn Stunden lang plaidoyiren, als noch einmal zehn Minuten lang fechten." Briefkasten der Redaction. Zwei Wettende. 1) Dreizehn. 2) Hat Jemand, wenn die Wählerliste aufgestellt worden ist, das 25. Jahr erreicht, so dark er wählen. M. W. Nur zum fleinen Theil; zum größeren zur Bro ving Sachfen. S. 57. Nach dem Inkrafttreten des Reichskrankenkaffen Gesezes werden alle derartigen Kaffen aufgehoben und in Ge meindefaffen auf Grund des neuen Gefeßes umgewandelt. Sie fönnen Mitglied mehrerer Kaffen sein. Der böse Pudel! Julius Klopser sollt' erscheinen' s legte Beinkleid unten ein; Beim Baron von Knesebeck, Was nun machen, was be Denn er hatte längst der kleinen ginnen, Tochter heiße Liebe weg. Julius warf in Wichs sich eilig, Kaufte einen Blumenstrauß, Und er sucht' im Laden freilich Sich den allerschönsten aus. Da sprang mit' nem mächt'gen Ach, eh' ich es überleg', Dachte Julius, ohn' Besinnen Renn' ich nach dem Grünen Weg" Wo um schnell zu machen fein fich, Montag, 18. August 1884, Abds. 81%, Uhr, GermaniaTheater, Weinbergsweg 10/11. Große Versammlung. Tages- Riß dem armen Julius Klopfer ordnung: 1) Vortrag des Herrn Dr. Canis: Die Naturheilmethode und ihr Werth für die Arbeiterbevölkerung. 2) Geschäftliches. 3) Fragefaften. Hopser Weil da eben ausgestellt, Man im Augenblick erhält Maulforblos ein Budel' rein, In der gold'nen 95" [ 586 Eine Versammlung der Tischler findet morgen Montag, den 18. Auguft, im Deutschen Kaiser, Lothringerstraße 37, statt. 588 Die höchst wichtige Tagesordnung erfordert ein zahlreiches Erscheinen. Referent: Kollege Gustav Rödel. Ich habe meine Säle noch am Donnerstag und Freitag zu vergeben. 582] H. Pickardt, Gratweil'sche Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Unsere werthen Kunden, sowie auch diejenigen Herren Schneidermeister, die es werden wollen, werden gebeten, unsere bereits fertig gestellten neuen Muster in als in Winterpaletotstoffen Winterbukskins in Empfang zu nehmen, bevor dieselben vergriffen werden. Hochachtungsvoll Jacobi& Adam, Spandauerstr. 49. Rob- Tabak! 395 Breiswerthe Sumatra und Java- Deden, wie billige Ein lage und Umblatt- Tabake empfehlen in jedem Quantum Bergemann& Donisch, Berlin C., Alexanderstr. S. 582 583] Am Montag den 18. d. M., Abends 8% Uhr, Versammlung in den Grütmeil'schen Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. 1 Borttag des Stadto: Herrn Ewald. 2. Distuffton. 3. Berfchiedenes. Fragetasten Aufnahme neuer Mitglieder. Gäfte febr willkommen[ 578] Der Vorstand. Arb.- Ges.- Verein f. d. Often Berlius. Dienstag, den 19 August, Abends 8%, Uhr, im Lokale Königsbant Große Frankfurterstr. 117 Versammlung. Tagesordnung u 1) Vortrag des Herrn Dr. Heymann über„ Reform. Der Schulenoid niet dit" nottolmunu 2) Distuffton. 3) Verschiedenes, 4) Fragefaften. Um zahlreiches Erscheinen, wird erfucht Gäste fönnen son Mitgliedernsingeführt werdener igithisd gaugh 591 Der Vorstand. Die vorhandene Liquidationsmasse, Gr. Frankfurter Strasse 115. bestehend aus: Kleiderstoffen, Cachemirs, Damen- Mänteln, Leinen und BaumwollWaaren, Gardinen und Teppichen, sowie Damen- Herren- und Kinder- Wäsche tommt täglich von 8-12 V., 1-2 N. zum billigsten Taxpreise zum Ausverkauf. 49] Der Verwalter. Ueber 10 000 Frühjahrs- und Sommer Paletots( Mode 1884) in guten reinwollenen Stoffen zu bedeutend herabgesetzten Breifen 11, 13, 15, 18, 21, 24, 27 M. Brima.- 12 000 engl. Jaquet- u. Rock- Anzüge, ganzer Anzug nur 13, 15, 18, 20, 24, 30, 36 Mt. Prima. Ball- und Gesellschafts- Anzüge 30, 33, 36, 39, 42, 45 M. F. 7000 Hosen und Westen 6, 8, 10, 12, 14, 15 Mr. Pr. Einsegnungs- Anzüge zu 14, 18, 20, 24, 26 Mt. ff. 20, 24, 26 f. f.- Knaben- Anzüge zu auffallend billigen Preisen. Waschanzüge, Alpacca- Jaquets, Comtoir u. Haus Joppen sehr billig. Winter Paletots, Reise- Mäntel und Schlafröcke werden zur Hälfte des Tarpreises ausverkauft, nut allein in der V Gold'nen 95" 95, Grüner Weg 95, am Andreaspiaz. Ignaz Weiland. Auch an Sonn- und Festtagen bis 7 Uhr abends geöffnet. Cigarren- Fabrit von E. A. Tieh, Invalidenstr. 124 vis- à- vis Stettiner Bahn hof, empfiehlt sein Fabrikat renommirter Cigarren, wie Kau und Schnupftabate en gros et en détail. [ 328 [ 416] Die Buchdruckerei von MAX BADING Beuthstrasse 2 empfiehlt sich zur Anfertigung sämmtlicher Druckarbeiten, in geschmackvoller Ausführung zu soliden Preisen. Cigarren- Import F. W. Jaedicke NW., Invalidenstrasse 92 NW. empfiehlt gute Waare bei reeller Bedienung. Abg. v. Kammg., Tibet, Tricot, Tuch u. Wolle tauft und bolt ab. Quedeno, Wienerstr. Nr. 40. [ 291 Die statistischen Wahltafeln find soeben erschienen und in der Expedition des„ Berliner Boltsblatt", Zimmerstr. 44, zu haben. Die Nr. 7 der humoristischen Blätter„ Der wahre Jacob" ist erschienen und in der Erped. d.„ Berl. Bolfsbl. 4u haben. Berantwortlicher Redacteur N. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hieran eine Beilage an Der aut De net feit AA Au foz uni frei thu hai Sd Bu tra ftid L01 Lei näl uni luft mit fte So zu Bri Die 310 Der häl end nid Die übe In St ftat En Bu fich Die bei Der un ma cin Der Er Buft bre Der me mit Au Dor bei mi lin Fa Ar No gel ein we bre Ra ni ge feb nu bie fel ENGERS RECORESEERHAEGU za je go ei ſe ge be fa ein br 18 Da De m fte D I B I 1 Nr. 115. Beilage zum Berliner Volksblatt. Sonntag, den 17. August 1884. Die Musikinstrumenten- Industrie des fäch- daß er es gar nicht weiter für nöthig hält, dieſelben zu nennen fischen Voigtlandes. Von Dr. Max Quard. ( ,, Neue Zeit.") In unserer Zeit, in der die sozialen Bestrebungen endlich anfangen, die abstrakt politischen mit mehr und mehr Gehalt zu erfüllen, sind beschreibende Darstellungen irgend eines wirthschaftlichen Einzelgebietes, bei dem bisherigen gänzlichen Mangel an solchen, dem sozialen Forscher hochwillkommene Er scheinungen in feiner Literatur. Auf der gründlichsten Kenntniß der wirthschaftlichen Wirklichkeit laffen sich ja erst Vorschläge zur Befferung derselben aufbauen. Nun helfen auf dem Gebiete der Fabrik und Groß- Industrie je nem Mangel an gehörig verarbeitetem Erkenntnisstoff feit einigen Jahren die Berichte der deutschen Fabrikinspektoren ab. Allein das Stieftind Hausindustrie ist leider noch nicht der Aufsicht jener Beamten unterstellt. Seine Einzelgebiete der fozialen Erkenntniß zugänglich zu machen, ist noch dem Eifer und der Ausdauer einzelner sozialer Forscher überlassen. Desto freudiger begrüßte die Sozialwissenschaft die Darstellungen der thüringer Hausindustrie von Dr. E. Sax, und die von fünf hausindustriellen Dorfgemeinden auf dem hohen Taunus von Schnapper- Arndt. Und desto hastiger griffen wir nach einem Buche, das vor kurzem erschien und sich als ein weiterer Beitrag in dieser Richtung ankündigte:„ Die Industrie des säch fischen Voigtlandes. Wirthschaftsgeschichtliche Studie von Dr. Louis Bein. Erster Theil. Die Musikinstrumenten- Industrie. Leipzig, Verlag von Dunder u. Humblot, 1884." Bei der näheren Kenntnißnahme von diesem Wertchen mäßigte sich unsere Hast sehr bald, fie wäre in die gänzliche Unluft umgeschlagen, feine Lektüre überhaupt zu beenden, wenn wir uns nicht verpflichtet fühlten, unsere Leser, ebenso wie wir fte mit aller Wärme auf wirklich großes und gutes in der Sozialwissenschaft hinzuweisen pflegen, ebenso mit aller Schärfe zu warnen vor allem kleinen und schlechten, das doch mit der Brätention, etwas zu sein, auftritt. Bei den vier ersten Abschnitten des Bein'schen Buches, die handeln von der Entstehungsweise der einzelnen Gewerbs weige der voigtländischen Musikinstrumenten- Industrie und deren gewerbrechtlichen Verhältnissen, von den Gewerbever hältnissen im allgemeinen, den technischen, ökonomischen und endlich kommerziellen Verhältnissen derselben, brauchen wir uns nicht aufzuhalten. Wer da auf den langweiligen 77 Seiten, Die fie umfaffen, irgendwelche nennenswerthe Auskunft über die wirthschaftliche Entwicklung der betreffenden Industrie finden wollte, fönnte lange vergeblich suchen. Statt wissenschaftlicher Durchdringung dea Stoffes, statt lebendiger Darstellung eines interessanten wirthschaftlichen Entwidelungsganges vom Handwerk durch Manufaktur und Sunftverfaffung zum System gänzlich freier Konkurrenz, immer fich darstellend im Kampfe zwischen Kapital und Arbeit, wie Dies Sar für Thüringen so meisterhaft gelungen ist, trifft man bei Bein ein wüste Ansammlung von Notizen und Materialien der verschiedensten Archiven und Quellen, die der systematischen und pragmatischen Durcharbeitung und Gruppirung völlig mangelt. Das Ganze nimmt sich aus, wie das Wachwert cines halbgebildeten Handlungsreisenden in dieser Branche, der das Bedürfniß gefühlt hat, Alles, was er über sie hat in Erfahrung bringen können, zu einem Schriftlein zusammenzustellen. Der fünfte Abschnitt endlich beschäftigt sich auf nur Dreizehn Seiten mit Den sozialen und Arbeitsverhältnissen der voigtländischen Musikindustrie, die namentlich die Orte Markneukirchen und Klingenthal mit Umgegend umfaßt. Wir werden hier nach unseres Autors eigenen Worten einen fleißigen, genügsamen und Don den frankhaften Zeitströmungen noch nicht ergriffenen Arbeiterstand" finden. Bein ist so fest überzeugt, daß Jedermann mit ihm gewiffe Beitströmungen für„ franthafte" halten muß, Die Verbannung nach Sibirien. Von Fürst Krapotkin. Uebersegt von Ad. Hepner. ( Frankf. 8tg.") ( Fortsetzung.) " Ein russisches Sprichwort sagt: Gebt ihm einen Sperling der Krone zu füttern, und er ernährt davon seine ganze Familie." Und eine Goldmine ist noch etwas mehr als ein Kronensperling. Da giebt es tausende von Gefangenen mit Nahrung und Werkzeug zu versorgen; da giebt es Maschinen zu repariren, und da ist ferner das höchst einträgliche Schmug gelgeschäft mit gestohlenem Gold. An diesen Gruben besteht eine von Anfang her überlieferte, feste Organisation der Räuberei, welche selbst der despotische und allmächtige Murawieff nicht brechen fonnte. Ein anständiger Mann wird unter dieser organisirten Räuberbande als ein lästiger Störenfried betrachtet, und, wenn nicht von der Regierung abberufen, gezwungen, von selbst zu gehen, wenn er des Krieges müde ist. Daher haben die KaraGoldgruben felten einen achtbaren Mann an ihrer Spige gesehen, wie Barbot de Marny, oder Kononowitsch, sondern fast nur Leute wie Rozguildeeff. und näher zu charakterifiren. Es sei ja auch in diesem Be zirk selbst bis auf die jüngste Beit jene schroffe Trennung der bürgerlichen Gesellschaft in Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht in dem Maße eingetreten, wie dies in den meisten Industriegegenden der Fall ist, weshalb auch das soziale Problem hier noch nicht in gefahrdrohender Weise zur Lösung drängt. Dann wäre ja das sächsische Voigtland ein wahres soziales Eldorado inmitten des sonstigen zivilisirten Europa, Europa, in dem allerdings das soziale Problem in gefahrdrohender Weise zur Lösung drängt! In der That berichtet aber Bein selbst Seite 15 seines Buches von den Symp tomen des sozialen Problems, die sich bereits 1853 in der voigtländischen Musikinstrumenten Industrie bemerkbar machten: In dem Gewerbe der Instrumentenfabrikation herrschte zur Beit eine wahre Anarchie"; die immer mehr um sich greifende fapitalistische Produktionsweise hatte die alten gewerblichen Verbände zersprengt und drohte ,,, eine Pflanzstätte des Proletariats, der Uebervölkerung(?) und der ungenügenden Vorbildung für den Beruf" zu werden. Und auf S. 57 steht zu lesen, daß genau wie in der Sonneberger Hausindustrie, um ein bei Bein sehr beliebtes Diktum umzufehren, mit der modernen Ausdehnung der Produktion auch hier die Großhändler für den Vertrieb ausschlaggebend wurden," so, daß die Leitung der Mufttindustrie in die Hände der Großhändler tam." Bei der Hausindustrie sind eben die verhältnißmäßig wenigen Großhändler die eigentlichen Unternehmer und Arbeitgeber für die verhältnismäßig sehr zahlreichen Gesellen der sogen. selbständigen Hausindustriellen und diese selbst. Bein konstatirt dies selbst S. 83 mit den Worten: Denn im Wesentlichen steht die Masse der selbständigen fleinen Handwerksmeister den Lohnarbeitern der Hausmanufaftur gleich." Solchen von ihm selbst festgestellten Thatsachen gegenüber hat er den Muth, seinen Abschnitt über die sozialen Verhältnisse zu beginnen mit der Behauptung, daß hier bis auf die jüngste Zeit jene schroffe Trennung der bürgerlichen Gesellschaft in Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht in dem Maße eingetreten" sei, wie anderswo! " 1 Doch weiter, immer weiter", zu den Wohnstätten der voigtländischen Hausindustriellen. Auch hier bietet sich wieder ,, ein günstiges Bild, indem in den fiebziger Jahren durschnittlich 11,00 bis 11,45 Bewohner auf ein Gebäude kommen, im Jahre 1880 12 Bewohner... natürlich gegen frühere Beiten schon überfüllt." Das leßtere ist doch wenigstens ein Zugeständniß an die Wirklichkeit. Aber um das Günftige" an diesem Wohnungszustande ermeffen zu können, muß doch noch eine andere Größe bekannt sein: die der Wohnungen nämlich. Diese anzugeben und näher zu beschreiben, vergißt Bein aber völlig! Am Schluffe seines Absatzes nur erwähnt er so ganz beiläufig die kleinen einstöckigen Berghäuser, die doch nicht gerade zu Gunsten seines günstigen" Bildes sprechen. Darüber, daß bei der Hausindustrie gewöhnlich ein einziger Raum als Arbeits-, Wohn-, Koch und womöglich Schlafzimmer dienen muß, mit allen seinen zurückstoßenden und gefundheitsgefährlichen Ausdünstungen, der Arbeitsgegenstände, des Kochens und der Menschen, daß des zu trocknenden Holzes wegen gar nicht gelüftet werden nicht die leiseste Andeutung! Der Bezirk liefert uns eben ,, ein günstiges Bild", das genügt. darf, davon Aber auch die Ernährung, für den Gesundheitszustand von großem Einfluß" welch erschütternde Wahrheit!, ift, welch erschütternde Wahrheit! ,, ift, wenn auch als eine höchst einfache, doch als eine durchaus ge nügende zu bezeichnen, bei der die Kartoffel in der ver schiedensten Zubereitung die Hauptrolle spielt(!). Wenn auch Wenn auch Fleisch, wenigstens soweit die Dorfbewohner inbetracht kommen, nicht zu der täglichen Kost gehört, sondern sich nur 1 bis 2 Mal die Woche auf dem Tische der Arbeiterfamilien befindet, so wird dieser Mangel durch desto reichlichere Kartoffel: mengen erfest," welch einfaches Rezept! ,, und bildet der Häring dabei eine beliebte Zuspeise. An Stelle der theuren Butter bedient man fich meist des Schweineschmalzes, Honigs(?), Syrups und Honigs(?), Syrups und namentlich Pflaumenmuses; Fälle für einen zur öffentlichen Kenntniß gelangten, famen nicht und werden niemals zur Kenntniß der öffentlichen Meinung gelangen? Ueber die in den Privat- Goldwäschereien beschäftigten Gefangenen habe ich nur wenig zu sagen. Als ich in Sibirien war, bestand diese Neuerung noch nicht, und seit ihrer Einführung ist noch wenig darüber verlautet. Ich weiß aber, daß fich das Experiment als ein Fehlschlag erwiesen hat. Denn die befferen Befizer mögen die Gefangenen nicht miethen, weil fie wissen, wie jede Berührung mit den Beamten in Sibirien ist, es find nur die schlechteren Befizer, welche Gefangenen Arbeit miethen. Nun haben zwar die Gefangenen in solchen Minen weniger von den Verwaltern zu leiden, aber daselbst haben sie noch schlechtere Nahrung, schlechtere Wohnung und noch mehr Arbeit, nicht zu reden von der Beschwerlichkeit des langen Hin- und Rückmarsches zu Fuß durch die wilden fibirischen Wälder. In den Salzbergwerfen nun, wo eine Anzahl Gefangene noch beschäftigt ist, ist die Arbeit am allerschlimmsten. Und ich werde nie der polnischen Verbannten vergessen, die ich in den Ustkut Salzbergwerken gesehen habe. Das Wasser der Salzfluthen wird gewöhnlich mittels der primitivsten Ma schinen gepumpt und die Arbeit, welche auch im Winter geht, gilt einstimmig als eine der erschöpfendsten. Die Lage Derer, die an den großen Pfannen beschäftigt sind, wo die Salzauflösung durch ein Riefenfeuer tonzentrirt wird, ist die allerschlimmste. Da stehen die Leute stundenlang ganz nadt, das Salz in der Pfanne aufrührend; der Schweiß strömt ihnen buchstäblich vom Körper, während sie einem scharfen, talten Luftzug ausgesett find, der zu dem Zwecke, die Ver dampfung zu beschleunigen, durch das Haus bläst. Mit Ausnabme Giniger, die nur an anderen Theilen der Arbeit beschäftigt find, habe ich dort nur farblose, entstellte Scheingestalten von Menschen gesehen, unter denen Storbut und Auszehrung eine reiche Ernte halten. Und so geht es bis auf den heutigen Tag. Nicht nur die scheußlich Grausamkeit der Verwalter von Kara ist sprich wörtlich geworden, sondern wir brauchen nur bis 1871 zurückzugehen, um die mittelalterliche Tortur in voller Blüthe zu feben. Selbst ein so bedächtiger Schriftsteller wie Jandzintje berichtet in seinem Buche:„ Sibirien als Kolonie" Seite 207, einen Fall von Tortur, die der Verwalter Demidoff gegen eine freie" Frau und deren Tochter, die dem Gatten, bezm. Vater in's Eril gefolgt waren, anwendete. 1871", lagte er ,,, wurde dem Verwalter berichtet, daß ein Gefangener einen Mord begangen habe. Um die Einzelheiten des Verbrechens beffer zu entdecken, ließ Demidoff die Frau und die Lochter des Gefangenen der Tortur unterwerfen; lettere war 18 Jahre alt. Das Mädchen ward an Balfen so angebunden, daß sie mit den Füßen in der Luft schwebte, und der Erekutor peitschte sie vom Kopf bis an die Fußsohlen. Sie hatte schon mehrere Schläge mit der neunschwänzigen Rage erhalten, als fte zu trinken begehrte. Man reichte ihr einen gesalzenen Hering. Die Tortur würde fortgesezt worden sein, wenn der Exekutor fich nicht geweigert hätte, weiter zu schlagen." Die Menschen werden nicht auf einmal so wild, und jeder einfichtige Denker wird hinter dem einzelnen Falle eine ganze Reihe von Grausamkeiten der Demidoff's entdecken, eine entsegliche Geschichte von Barbareien, die im Bewußt fein der Straflosigkeit verübt werden. Da in dem vorliegen den Falle die Frau feine Gefangene war, so erreichte ihre Beschwerde die Behörden. Aber wie viele hundert ähnliche ihre bürgerlichen und persönlichen Rechte, sondern sind auf Ich werde in diesem Artikel nicht von der neuesten Neuerung sprechen, der harten Arbeit und Anfiedelung von Ge fangenen in einem neuen und entlegeneren Sibirien, der Insel Saffalin. Das Schicksal der Gefangenen auf dieser Insel, wo sich Niemand freiwillig ansiedeln würde, und ihr Kampf gegen die unwirthlichen Boden- und Klimatischen Verhältnisse verdient einen besonderen Aufsatz. Ebensowenig fann ich hier die polnischen Verbannten von 1864 berühren. Denn auch dieser Gegenstand verdient mehr als eine gelegentliche Be mertung. Dafür will ich jest von der ungeheuren Klaffe der Verbannten reden, die nach Sibirien transportirt werden, um fich dort als Land- und Industrie- Arbeiter anzufiedeln. Die zu harter Arbeit Verurtheilten verlieren nicht nur alle 1. Jahrgang. als Getränk steht der Kaffee stark mit Milch gemischt obenan, und zwar ist der weibliche Theil der Bevöl kerung demselben besonders zugethan." Wie ungewöhnlich und wichtig! wichtig! Bu Bier gehen die Männer Abends in die verschiedenen Gastwirthschaften, doch selten mehr als zwei mal in der Woche." Wäre die Sache nicht so furchtbar ernst und traurig, man könnte versucht sein, diese Säße für eine Fronifirung der erbärmlichen Ernährungsverhältnisse der voigtländischen Instrumentenmacher zu halten, für die ebenso der alte thüringische Spruch gilt, den Sar aufbewahrt hat: Kartoffeln in der Früh, Zu Mittag in der Brüh, Des Abends mit sammt dem Kleid, Kartoffeln in alle Ewigkeit." Vor der Annahme sträflichster Ironifirung schüßen Bein eben nur seine offenbar völlig ernst gemeinten Worte, mit denen er am Eingang dieses Absages solche Verhältnisse nicht oft ge= nug als glücklich", als die denkbar besten", als höchst ein fache, doch durchaus genügende" bezeichnen kann. Die Sterblichkeitsziffern, die Bein anzieht und aus denen er wieder die günstigsten Verhältnisse" diagnoftirt, leiden ebenfalls an einer verhängnißvollen Ünvollständigkeit. Den Sterblichkeitsziffern der voigtländischen Instrumentenmacher hätten die der übrigen, auch besser fituirten Stände derselben Gegend entgegengestellt werden müssen, nicht blos im allge meinen die von 141 sächsischen Städten, bekanntlich den indu striellsten und deshalb auch schon von den sozialen Schäden am meisten affizirten des deutschen Reichs. Dann hätten fich ganz andere, wahrscheinlich wenig günstige" Verhältnisse herausgestellt. Im Gerichtsamt Klingenthal fam übrigens in Sen Jahren 1865 bis 1870 durchschnittlich auf 4,50 eheliche Geburten 1 uneheliche! Diese Zahlen reden laut genug für den sozialen Forscher, der da weiß, daß die Moral uur ein Produft, eine Folge der materiellen Lebenshaltung unserer Arbeiter ist. doch Und nun endlich zu den Vermögens- und Erwerbsverhält niffen der voigtländischen Musikindustriellen. Sie haben we nigstens feine Saison morte, wie die Sonneberger. Von schlimmer Bedeutung ist aber schon der Umstand, daß die Frauen der Hausindustriellen durch Handstickereiarbeiten, ja, daß die Kine der selbst neben ihrem Schulbesuche in den Muẞestunden zum Erwerb der Familien ihr Scherflein beitragen" müssen einen Beweis dafür, wie gering dieser Erwerb an und für sich sein muß. Nur eine Ahnung davon, wie weit die Ausbeutung der Kinderarbeit in dem Bezirk gehen muß, laffen folgende myftische Worte Bein's durchschimmern: Obwohl man annehmen sollte, daß im allgemeinen bei Hausindustrien die den Eltern anheimgegebene Eintheilung der Arbeitszeit eine egoistische auf Kosten der Gesundheit beruhende(?) Ausbeutung der jugendlichen Arbeiter verhindern, sowie für ausreichende Räumlichkeiten gesorgt fein müßte, zeigt sich jedoch in Wirklichkeit leider gerade das Gegentheil, da der Grad von Einsicht, der den Familienvorständen zugetraut werden müßte, gar oft fehlt(?)". Da doch nicht so geschraubt und gewunden aus, Herr Bein! Sagen ift man wirklich versucht, herauszuplaßen: Drüden Sie sich Sie in flaren Ziffern: wie lange und in welchem Alter müffen die Kinder mitarbeiten??" Ein Wunder, daß für die er= wachsenen Arbeiter die horrende Arbeitszeit genau angegeben wird ein 13-14 stündiger Arbeitstag im Durchschnitt, der öfters fogar noch überschritten wird. 1 Stunde Mittag, oft nur eine halbe, bildet ihre einzige Erholung am Tage, und Frühstück wie Vesper wird während der Arbeit verzehrt." Und dieser Arbeitszeit entsprechen nach den Einschätzungen zur Einkommensteuer jährliche Einkommen von 300-400 Diark für Saitenmacher, 500-750 Mark für Geigenmacher, 500 bis 750 Mart für Ziternmacher, 400-500 Mart für Bogenmacher; ähnliche, nie höhere Säße für die Meffing- und Holzblasinstrumenten, für die Guitarren-, Baßund Trommelmacher. Dabei bringt Bein selbst die Korrektur an, daß sich die Einkommen wegen der auf eine nicht genaue Volkszählung bafirenden Berechnung in Wirklichkeit durchschnittlich noch niedriger gestalten." Man begreift nicht, wo er auch = immer von ihrem Mutterlande geschieden. Nach ihrer Freilaffung aus der harten Arbeit werden sie in die große Kategorie der„ Siylno- Poselentsy" eingereiht und verbleiben in ihr zeitlebens. Eine Rückkehr nach Rußland ist nicht mehr möglich, unter feinen Umständen. Diese Kategorie der angefiedelten Berbannten ist die zahlreichste in Sibirien; fie umfaßt nicht nur die entlassenen Hartarbeits- Gefangenen, sondern auch die fast 3000 Männer und Frauen( von 1867 bis 1876 zusammen 28 382), die jährlich unter der Rubril ,, Ssylno Poselentsy" zum Zwecke der Ansiedelung nach Sibirien transportirt werden, auf Lebenszeit und mit theilweisem Verlust der bürgerlichen und persönlichen Rechte. Zu diesen in 10 Jahren, von 1867 bis 1876, transportirten 28 382 tommen noch die in denselben 10 Jahren unter der Rubrik Na Vadvorenie", d. h. zur Anfiedelung mit theilweisem Verlust der bürgerlichen Rechte Ver bannten, 23 383 und die 2551 Na Jitie", d. h. zum Leben in Sibirien" ohne Verlust der Rechte Verurtheilten. Dann kommen fünftens die in denselben 10 Jahren 76 686,, auf administrativem Wege nach Sibirien Verschickten" hinzu. Also im Ganzen ca. 132 000 innerhalb 10 Jahren, ohne die zu harter Arbeit Verurtheilten, oder jährlich 13 200. In den legten 5 Jahren ist diese Zahl noch gestiegen und zwar auf 16 bis 17 000 jährlich! Sehen wir nun, wie es diesen Leuten in der Verbannung geht. Eine ganze Literatur ist in den legten 10 Jahren über bieses Thema entstanden, das einstimmige Resultat aller dieser Untersuchungen ist aber: Abgesehen von einigen vereinzelten Fällen,( wie der vortreffliche Einfluß der politischen Verbannten auf die Entwicklung der Industrie in Sibirien, und derjenigen der kommunenweise auf einmal transportirten Nontonformisten und Kleinruffen) versieht die große Masse der Erilirten Sibirien, anstatt mit nüßlichen Kolonisten und geschickten Handwerkern, nur mit einer unanfäffigen, flottirenden Bevölkerung, die meist hungert, weil sie unfähig zu einer nüßlichen Arbeit ist. Dies bezeugen nicht nur die Werte von Maffinoff, Lwow, Bavalishin, Novinsky, Jabrintseff. Peysen, Dr. Sperch und Anderer, sondern auch die aus den amtlichen Berichten veröffentlichten Auszüge. Aus dieser Untersuchung ergiebt fich, daß, obschon seit 1820 über eine halbe Million Menschen nach Sibirien trans portirt worden find, auf den Listen der Lokalverwaltung jest nur 200 000 als lebend verzeichnet sind. Der Rest ist ohne Nachkommenschaft gestorben oder spurlos verschwunden. Und von diesen 200 000, die noch auf der Liste stehen, find während der legten Jahre über 70 000 verschwunden, ohne eine Spur von fich zu hinterlassen; Niemand weiß, wo sie hingekommen find. Sie find wie eine Wolfe am Himmel an einem heißen Sommertage verschwunden. ( Forthegung folgt.) durch sofortige Freisprechung der früher verurtheilten Angeflagten erledigt, da deffen Unschuld sich sofort flar herausstellte. Jn 59 Fällen wurde die erste Entscheidung zu Gunsten des Angeklagten aufgehoben und in 11 Fällen wurde froß der Wiederaufnahme das erste Urtheil aufrecht erhalten. Von den zulegt erwähnten 18 Wiederaufnahme- Fällen zu Ungunsten der Angeklagten führten 2 zu einer für den Angeklagten nachtheiligen Entscheidung, während in 16 Fällen die erste Ent scheidung aufrecht erhalten wurde. Das mitgetheilte Material läßt leider nicht erkennen, wie viel Anträge auf Wiederaufnahme zurückgewiesen find, ohne daß das Verfahren selbst eingeleitet wurde. Auf diesen Umstand aber ist bereits im Reichstage ein erhebliches Gewicht gelegt worden, da derselbe für die Beurtheilung des Werthes der neuen Einrichtung von großer Wichtigkeit ist. Unter den vielen Tausenden erledigter Straffachen, die in der Geschäftsübersicht figuriren, verschwinden die wenigen Wiederaufnahme- Verfahren in ihrer summarischen Behandlung vollständig. hier den Muth hernimmt, solche Verhältnisse als günstige" zu bezeichnen. Er fennt offenbar tros feines, längeren Aufent halts an Ort und Stelle" ein Arbeiterhaushaltungsbudget noch nicht. Wir bringen ihm das eines ebenfalls sächsischen Arbeiters mit seinen beredten, leicht kontrolibaren Ziffern, wie es Ministerialrath Dr. Karl von Scherzer in einem Bericht über das Wirthschaftsleben Sachsens im Jahre 1883( im neuesten Hefte der Jahresberichte der öfter reich ungarischen Konsulats Behörden") veröffentlicht, und bemerken ausdrücklich, daß wir das erbärmlichste von allen, das eines ganz niedrig stehenden Handarbeiters, der vom Leben fast nur die Befriedigung der thierischen Bedürfnisse fordert, mit Absicht ausgewählt haben; die Budgets von einigermaßen höher stehenden Arbeitern schwanken um 1100 bis 1800 Mark. Der 30 jährige Handarbeiter mit 25 jähriger, mitverdienender Frau ohne Kinder braucht jährlich für: Nahrung Kleidung V Heizung und Beleuchtung Wohnungsmiethe Steuern Hilfskaffenbeiträge Sonstiges Summa M. Pf. 450 100 110 100 12 40 26 100 898.40 hat also bei 880 Mark Verdienst 18 Mark 40 Pf. jährliches Defizit. Nr. Heinrich Laube's Erscheinung hat nicht wenig zu der allgemeinen Beliebtheit des Inorrigens Alten" beigefragen. Wenn er in der schlichten Jägerjoppe oder bei falter Witte rung im langen Kaisermantel in der unvermeidlichen Be gleitung seiner getreuen Dachshunde über den Ring und durch die Praterstraße nach dem Prater fuhr oder ging, um von etwa 1 bis 3 Uhr Mittags in dem entlegentsten und einsamsten Theil des schönen Waldparkes feinen gewohnten Spaziergang zu machen, dann lüfteten sich zum ehrerbietigen Gruße die Kopfbedeckungen aller ihm Begegnenden. Erkannten ihn dod Alle, selbst Diejenigen, welche ihn bisher niemals von Angesicht zu Angesicht gesehen, an seinen munteren Teckelhunden, denn diese drolligen Vierfüßler fannte zum Mindesten in Wien jedes Kind. Wenn irgend einmal in Wien eine unde frage" auf der Tagesordnung stand, d. h. etwa der Erlaß des Maulkorbzwanges" oder des Führens der Hunde an der „ Leine" oder der vollzähligen Hundesperre", dann konnte man sicher sein, daß die zahlreichen Wiener Wigblätter fofort in Bild und Wort den knorrigen Alten" und seine Ledel in's Treffen führten, um gegen die unnöthige Duälerei der armen Hausthiere energisch zu protestiren. Doch man glaube nicht, daß diese mehr oder weniger gelungenen Karrikaturen iemals auch nur im Geringsten die Tendenz verriethen, den alten Herrn selbst ein wenig lächerlich zu machen, im Gegen theil stets war aus denselben eine sympathische Werthſchäßung der Hundeliebhaberei Heinrich Laube's herauszulesen. Wie schon oben gesagt, wählte Laube für seine Spaziergänge ſtels die entlegentsten und einsamsten Partieen des Praters und mit besonderer Vorliebe den noch wenig fultivirten Theil line von der Hauptallee, zwischen dem Stadlauer Wasser und dem Hägerhaus. Wer dem von seinen Dachshunden begleiteten Herrn Direktor" begegnete, hat erfahren, daß es dem guten Alten nicht eben angenehm war, wenn er in seiner Einsamkeit gestört wurde. Laube wollte eben nur seine Gedanken und feine Teckel spazieren führen. -m. Bon Interesse für alle Handwerker und Geschäftsinhaber dürfte es sein, zu erfahren, daß eine neue Polizei- Verordnung, betreffend die Anbringung von Schaukästen resp. Firmen an den Häusern, in Bezug auf die Größe derselben, dahingehend erlassen worden ist, daß dieselben nur eine Höhe von 91 em., 78 cm. Breite und eine Tiefe von 11 cm. haben dürfen. Vorstehendes verdient umsomehr Beachtung, weil vielfach die Schaukästen 2c. vorher angefertigt werden, ehe die polizeiliche Erlaubniß zur Anbringung eingeholt worden ist. Niemand wird dieses Budget der Verschwendung zeihen fönnen; es fehlen in ihm noch die Mittel für die elementarsten Lebensbedürfnisse. Es deckt eben nur das nackte Dasein. Aber was ergiebt fich, wenn wir es dem durchschnittlichen Jahreslohn eines voigtländischen hausindustriellen Arbeiters gegenüber stellen? Immer noch ein jährlicher Fehlbetrag von rund 400 Mart, der natürlich nur durch die Beschränkung der nöthigsten Lebensbedürfnisse vermieden werden kann! -r. Falsche Zehnmartstücke sind in den legten Tagen in mehreren Fällen von hiesigen Kaufleuten angehalten wor den. Die Falsifikate waren in ihrem Aeußeren den echten Goldstücken täuschend ähnlich. Das Aeußere war galvanisch vergoldet und der Rand muß mit einer besonderen Maschine eingepreßt worden sein. Geübte Kenner fonnten allerdings die Stücke schon am Klange unterscheiden, der gegen den Klang der echten hell und etwas dünn ist. Zur Entdeckung aber führte in den meisten Fällen das um ein Gramm zu geringe Gewicht, was zur Folge hatte, daß die Stücke in den bekannten Goldwagen, wie fie fast in in allen größeren Geschäften gebraucht werden, liegen blieben. nicheini frei in's Rummer Find über und wehn unten und Freiherr v. Goethe. Walther, Freiherr v. Goethe, der zweite Enkel des großen Dichters, erlägt in der Weimarer Beitung" mit dieser Unterschrift einen ehrenden Nachruf für Das verstorbene Fräulein Wilhelmine Bachstein, das durch mehr denn sechszig Jahre dem Hause Goethe in Treue und hingebung zugethan war." Dem Anscheine nach hat also die Verstorbene noch in der Umgebung des Dichterfürsten geweilt. Im Geheimerathsviertel zu Berlin würde man sagen:" Sie war noch bei Excellenz Goethe zu Haus" und der Freiherr v. Goethe" bezeugt es. Gewiß ist es eine merkwürdige Fronie unserer sozialen Einrichtungen, daß der wunderbare Klang de einfachen Namens Goethe durch den freiherrlichen Zusatz, den der Entel macht, in's Banale hinübergeleitet wird. Man gedenkt der rührenden Scene, da der 81jähr. Goethe nach schwerer Krankheit vom Lehnseffel aus auf seine verwaisten beiden Enkel blidte die um ihn spielten und denen er für Weihnachten Konfekt bei Bernoully in Frankfurt bestellen ließ. Shr armen, armen Kinder!" rang es sich aus der Brust des wehmüthig gestimm ten Greises hervor und wohl mochte er fühlen, daß diesen Kindern, wenn auch noch so gut für ihr materielles Dasein ge forgt werden konnte, doch immer das Loos der bedeutenden Nachfömmlinge eines Heroen der geistigen Welt beschieden wat " Weh' Dir, daß Du ein Enkel bist!", rufen wir dem guten " Walter Freiherrn von Goethe" zu, von dessen Eristenz die Welt keine Notiz nehmen würde, wenn nicht die legten Strahlen der Lebenssonne eines Goethe auch auf ihn gefallen g. In letzter Zeit haben zahlreiche, wenn auch stets nur leichte Verlegungen von Knaben dadurch stattgefunden, daß diese fich auf die hinteren Achsen der Droschken gefeßt hatten, beim plöglichen hinunterspringen zur Erde gestürzt sind und fich hierbei Gliedmaßen zerschlugen: Dieser Unfug ist namentlich Unter den Linden beobachtet worden und so wurde hier besonders scharf auf die Ergreifung der kleinen Uebelthäter in flagranti gewartet. Vorgestern Abend sah ein Unter den Linden zwischen der Charlottenstraße und dem faiserlichen Palais stationirter Schußmann schon von Weitem die Füße eines auf der Achse einer Droschke fißenden Knaben herunterhängen. Er ließ die Droschke, durch diese gedeckt, an sich vorbeipasfiren und faßte nun schnell den Burschen am Kragen, um die Freifahrt" zu unterbrechen und ihn nach der Wache zu bringen. Der Junge schrie, lamentirte und bat aber soviel, versprach auch feierlich, es nicht wieder zu thun, daß der Schußmann schließlich nach einer derben Ermahnung den Jungen laufen ließ. Da durch eine derartige Unart der Kinder leicht ein größeres Unglückt sich thun, ihre Kinder vor Begehung solcher Unarten ernstlich zu durch Ueberfahren ereignen fann, so würden die Eltern gut Aber wie um noch einen rechten Trumpf auf seine ,, Arbeit" zu setzen, schließt sie Bein mit einem Hinblick auf die Sparfraft der dortigen Bevölkerung ab, deren mehrfach hervorge hobener Wohlstand und dessen stete Zunahme" fich in jener spiegeln. Der Kapitalbestand der Sparkassen zu Markneukirchen und Klingenthal baben sich nämlich in einem 20- resp. 9jährigen Zeitraume um 643 resp. 822 Prozent gehoben. Mar Schippel fann das Verdienst beanspruchen, in seinem Modernen Elend" solche übrigens in gewiffen Kreisen sehr beliebte Beweisführung zum ersten Male gründlich als einen groben statistischen Unfug" gebrandmarkt zu haben. Man muß nämlich doch, wenn man mit den Ergebnissen der Sparkassen für die Arbeiter argumentiren will, ihre Einlagen von denen der Nichtarbeiter trennen. Wenn man aber annimmt, daß ein Arbeiter jährlich nicht gut über 200 M. sparen fann, so geht man gewiß nicht fehl Man hat nun 3. B. für sämmtliche Sparkassen bis zu dieser Grenze alle Einleger und Einlagen summirt, und gefunden, daß sie 50 Prozent der Einleger mit nur 4,3 Prozent der Gesammteinlage bilden. Die Arbeiterklasse liefert in die Sparkassen 19a der zufließenden Gelder, sie ist also nicht nur nicht ausschlaggebend für die jährlichen Ausweise, sondern kommt für dieselben über haupt nicht inbetracht. Einzig ins Gewicht fallen die größeren Ersparnisse, die aber nicht von Arbeitern herrühren." Haben doch schon in England die 205 600 Personen welche mehr als 1000 Mart eingelegt haben,% aller Einlagen fordern. สน Die Aenderung der großen Einlagen bestimmt fonach Auf- und Niederbewegung der die AufSpartaffenbilanzen, und es ist grober statistischer Unfug, diese Bilanzen einfach als Ausweise über die Vermögensverhältnisse der arbeitenden Klaffe zu betrachten." Diese Worte gelten in vollem Umfange für Bein's legte Ausführungen. Die voigtländische Musikinstrumenten- Hausindustrie theilt also voll und ganz die sozialen Leiden ihrer Schwestern, trots Bein. Wir haben nicht ungegründete Hoffnung, daß die Sozialwissenschaft von fähigerer Seite eine für sie fruchtbringendere Darstellung ihrer Verhältnisse erhalten wird. Lokales. warnen. Gerichts- Zeitung. Reichsgerichtsentscheidung. Die zur Klassen und klassifizirten Einkommensteuer von einer Steuerwären. Unse igon oft überheben machen, b lang von mein gert wo ihnen ideint, an natürlich ich zu geb für eine ihn für Laffen. In falen Ge erfüllt fin mehr beh Samache ber Affa einer ne werden Dod fiziren. Die 28a bren liche The außer E gerade in fraft fo Grulich( Böhmen), 15. Aug. Ueber einen gräßlichen Mord berichtet das" Trautenauer Wochenblatt". Ein in Jahren irrfinnig, hatte jedoch bisher niemals Bösartigkeit ge Grulich wohnender Häusler, Namens Lachnit, war schon seit zeigt. Seine Gattin ist in Folge einer Lähmung schon fünt Jabre an das Bett gefesselt. Die Eheleute hatten einen etwa 30 Jahre alten Sohn, welcher die Mutter bediente, das Ger bereitete und fich von der Weberei ernährte. Diesen So vermißten die Nachbarn seit einem Tage, und da der alte Lachnit Niemanden in's Haus ließ, so stieg in ihnen ein fun barer Verdacht auf, demzufolge die Polizei requirirt wurde Lachnit hatte sich in dem Zimmer seiner Gattin verrammelt und hieb mit einer Art nach den Händen der das Schloß Spren genden. Doch bald war sie ihm entwunden und er wurde feffelt. Ein gräßlicher Anblick bot sich den Eindringenden ba abgeschnittenem Kopfe, über und über mit Sieb- und Stoßwun Auf dem Fußboden lag der Sohn in einer Blutluche mit fait den bedeckt. Nach Aussage der Mutter, die alles das Grägliche mit angesehen hatte, ohne sich rühren und helfen zu fönnen, stampfte ihr Sohn am Boden knieend, am Mittwoch früh Kaffee; der Alte versette ihm, wahrscheinlich in einem Anfall von Tob sucht, von hinten einen Schlag mit der Art, brachte ihm viele Wunden am Körper bei und schnitt ihm endlich noch den Hals bis zum Wirbel durch. Der Jrrfinnige hatte überdies vor, den Leichnam zu viertheilen und in den Rauchfang zu hängen, um dann seinem Weibe eine Suppe fochen zu können und wurde nur durch rechtzeitige Entdeckung der gräglichen einschägungslommiſſion aufgestellte Beranlagungsliste in Breußen ist nach einem Urtheil des Reichsgerichts, II. Straff, vom 27. Mai 1884 eine öffentliche Urkunde, und die Fälschung der Liste ist als Urkundenfälschung zu bestrafen. Der Instanzrichter erklärt mit Recht die Beranlagungsliste für eine öffentliche Urkunde; denn sie ist eine Urkunde, welche von einer öffentlichen Behörde innerhalb der Grenzen ihrer Amtsbefugniß aufgenommen find. Nach dem preuß. Ges. vom 25. Mai 1873 geschieht die Einschätzung zur Klaffen- und flaffifizirten Einkommensteuer von einer Kommission, welche aus dem Gemeindevorstande und mehreren von der Gemeindeversammlung oder Gemeindevertretung gewählten Mitgliedern besteht. Die Einschäzungen unterliegen der Vorrevision des Landraths, und erfolgt darauf die definitive Feststellung der Steuerstufen durch die Bezirksregierung. Die Einschätzungstommission ist sonach ein durch das Gesetz im öffentlichen Intereffe bestelltes Organ, dem ein bestimmter Geschäftskreis überwiesen worden ist; ihr kommt daher die Eigenschaft einer öffentlichen Behörde zu. Bu den ihr übertragenen Funktionen gehört die vorschlagsweise Veranlagung der Steuerpflichtigen, und diese Veranlagung wird durch die von der Kommission aufzustellende Veranlagungsliste beurkundet. Die Aufstellung und Aufnahme der Liste geschieht aber somit inner halb der Grenzen der der Kommission überwiesenen geschäftrl. Einen Arbeiter, wie es wenige giebt, wieder verloren Das war der Gedanke aller Derer, welche fich am Freitag Abend 6 Uhr vor dem Hause Schönleinstr. 12 einfanden, um ihren Freund und Kollegen, den Tischler und Klavierarbeiter August Goldacker zur legten Ruhestätte zu begleiten. Er war gestorben, wie so viele sterben, in der Blüthe feiner Jahre, dahingerafft von dem schleichenden Feinde der Arbeiter, der Schwindsucht, inmitten eines thatkräftigen Lebens ein Kämpfer für Wahrheit und Recht, für die Intereffen der Gesammtheit. Troß des für die Arbeiter ungünstigen Freitages hatten sich doch ungefähr 400 Personen eingefunden, Freunde und Kollegen des Verstorbenen und auch einzelne Damen. Bevor fich der Kondukt in Bewegung sezte, war von dem leitenden Polizeibeamten, welcher unter Assistenz von ca. 40 Schußleuten am Blaze anwesend war, einzelnen bekannteren Persönlichkeiten die Mittheilung gemacht worden, daß jede rothe" Schleife verboten sei; auch wurde dem Vertreter des 3. Berliner Reichstagswahlkreises, welcher feinen mächtigen Kranz mit einer rothen Schleife geschmückt hatte, die Weisung zu Theil, dieselbe zu entfernen. Von einer zahlreichen Polizei mannschaft bis zur Weichsbildgrenze begleitet, wurde der Konduft dort von einem Gendarm in Empfang genommen, welcher unterstügt von zwei reitenden Schußleuten, den Trauerzug bis zum Kirchhof geleitete, wo eine größere Menschenmasse bereits die Grabstätte umlagert hielt.- Der Sarg fant hinab, dumpf hallte der Klang der hinabgeworfenen Erbschollen herauf, ein wehmüthiges Gefühl beschlich alle Umstehenden, er mar dann lichen Thätigkeit. Mit Rücksicht auf diese Art der Entstehung That daran gehindert. Die arme Mutter, die fast zwei Tage hat die Liste öffentlichen Glauben; fie gewährt ein auf Grund pflichtmäßigen Ermessens abgelegtes Beugniß über die Steuerfähigkeit den Cenfiten, und ihr Inhalt bildet die unentbehrliche Grundlage für die demnächst erfolgende definitive Feststellung der Steuerstufen, also für die Veranlagung der Steuer überhaupt. Es treffen aber bei diesen Voraussetzungen auf die fragliche Liste alle wesentlichen Requifite einer öffentlichen Urfunde zu."( c. B. 1033/84). hinab ins Grab; bunte Blumen in Hülle und Fülle spendet ein zahlreich anwesender Damenflor, eine feierliche Stimmung bemächtigte sich aller Anwesenden. Vertreter des Arbeiter Bezirks- Vereins des 12. und 14. Kommunal- Wahlbezirks legten einen Kranz nieder unter entsprechender Widmung. Der Klavierarbeiter- Verein, sowie die Kommission der Berliner Tischler ließen ebenfalls durch Vertreter Kränze mit Widmungsschleifen niederlegen. Mehrere Arbeiter sprachen am offenen Grabe cinige Zitate, der überwachende Gendarm perbot jedoch jede Rede". Die Trauerfeierlichkeit war zu Ende; ein braver Genoffe war weniger, mit diesem wenig tröstlichen Gefühl gingen die Versammelten auseinander. Ehre seinem Andenken! Er war ein braver und gerechter Arbeiter! Vermischtes. wifchen Ger ohne Nahrung und Pflege geblieben war, wurde in das Spital Irrenhaus überführt werden zu können. gebracht, der rrfinnige vorläufig inhaftirt, um dann in das Gemeinnütiges. ift es ab der Arbe diefer Si Bli Frankrei dR. Die englische Krankheit( Rhachitis) ist eine nur im Kindesalter und zwar nur zu häufig auftretende Krankheit, die allerdings von den Eltern, ohne daß ein Arzt hinzugezogen zu Eine lehrreiche Geschichte. Vor einigen Tagen hat sich in Düsseldorf folgende für Eltern und Kindermädchen sehr lehrreiche Geschichte zugetragen. Ein Kindermädchen befand sich mit ihrem Schußbefohlenen in der Seufzer- Allee, wo fte so intereffante Unterhaltung fand, daß fie den Kinderwagen ganz außer Acht ließ. Zufällig kam der Oheim des Kindes und bemerkte die Lage. Ohne daß das Mädchen etwas gewahr wurde, nahm er das Kind aus dem Wagen und trug es nach Hause. Zwei Stunden späteres klingt unglaublich, ist aber Thatsache werden braucht, leicht erkannt werden kann. man me in Belgi Sie besteht in einer unregelmäßigen Entwickelung ber Knochen und hat ihre Ursachen in ungesunder Wohnung, mangelhafter Ernährung, Störungen der Verdauung u. f. w Die Rhachitis überträgt sich auch bei Schwindsucht des Vaters oder der Mutter auf das neugeborene Kind. mentlich) besondere Lust zum Essen u. s. w. Wi Bourgeo zum Aus ichon ich nicht ein Birtlicht mal von Radbrud 261 Ein langen. Stud Ge Buffuff Wanderu und eine Maulbee Seidenzu A113 Die Merkmale dieser Krankheit find: aufgedunsener Leib Unlust zum Gehen und Stehen, Auftreibungen an den Ertre mitäts- Knochen( besonders Hand- und Fußgelent), auffallende Verkrümmungen der langen Knochen( der Unterschenfel na Meist ist der Verlauf günstig und die Störungen ver kam die gewissenhafte Wärterin mit dem leeren Wagen, schwinden im Laufe der Jahre, wenn man eine diätetische Be handlung eintreten läßt und dem Kinde in der Hauptsache nur ( je nach dem Alter) Milch, Fleisch und Eier als Nahrung Kindes ganz munter:„ Es schläft." Nachdem bewiesen worden, giebt, dagegen Brod, Kartoffeln und Mehlspeisen gänzlich aus daß der Wagen leer war, wollte das Mädchen fich zuerst ein schließt. Man gebe den Kindern ferner Leberthran und Eifen präparate und laffe fie in Seefalz oder Kreuznacher Mutter in den sie noch gar nicht hineingesehen hatte, gleichfalls nach Hause und antwortete auf die Frage nach dem Befinden des Leid anthun, begnügte sich dann aber damit, dem ihr mit der nöthigen Bestimmtheit ertheilten Rathe zu folgen und schleunigst ihre fieben Sachen zu packen. N Zur Feuersbrunst in Nixdorf. Der muthmaßliche Brandstifter Blankenburg, der dringend verdächtig ist, in böswilliger Absicht die Feuersbrunst in Rigdorf angelegt zu haben, scheint nach den bisherigen Zeugenaussagen bereits so gut wie überführt zu sein. Ein definitives Geständniß hat derselbe zwar noch nicht abgelegt, indeß scheinen die Indizien gravirend genug zu sein. Blankenburg wird wahrscheinlich noch im Laufe des heutigen Tages nach dem Untersuchungsgefängniß in AltMoabit abgeführt werden. Wie man uns schreibt, dürfte die Angelegenheit auch noch in anderer Richtung ein Nachspiel vor dem Strafrichter haben. Es sind nämlich am gestrigen Tage mehrere Personen in der Jägerstraße in Rigdorf verhaftet worden, die Betten, Mobilien und andere Gegenstände ent wendet und nach ihren Wohnungen geschafft hatten. Die Ernte in Preußen. Das statistische Bureau publi Haag, 12. Auguft. Der Standard" meldet: ein Brief zirt soeben die Ergebnisse der von den landwirthschaftlichen aus Kottradja( Sumatra) erwähnt des Umstandes, daß zwei Vereinen im Juli 1884 freisweise bewirkten Schäßung der Angestellte eines Handlungshauses bei ihrer Rückkehr nach Hause von 9 Atschinesen angefallen wurden. Einer der Angegriffenen, ein Herr Schröder, fiel von seinem Pferde und falls fich Rich br Beinen Borter e Gin nub welchen Jas als mög Erteaussichten, welche für die preußische Monarchie das höchst erfreuliche Ergebnis einer Mittelernte in allen wurde grausam ermordet. Der andere, ein Herr Hoffmann, früchte, Kartoffeln, Raps, Klee und Wiesenheu fonfta Hauptfruchtarten: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hülsen entkleidete Leiche Schröders wurde am andern Morgen nach Sprachgebrauch eine gute, ja besonders reiche Ernte zu ver r. Das Wiederaufnahme- Verfahren in rechtskräftig entschiedenen Strafsachen ist nach der soeben vom preußischen Suftizministerium veröffentlichten Geschäftsübersicht des vers floffenen Jahres im Bereiche der preußischen Monarchie im Ganzen in 112 Straffachen zugelaffen worden. Davon war in 94 Fällen das Gesuch zu Gunsten der Angeklagten, in 18 Fällen zu Ungunsten der Angeklagten eingebracht. Von Sen ersteren Fällen wurden 24 ohne weitere Verhandlung wurde am Schenkel verwundet, enttam aber zu Pferde. Die Kottradja gebracht. Der bekannte Tichborne- Prätendent, Arthur Orton, alias Thomas Castro, wird am 24. Oftober, nachdem er von = gen erfül ibn gütig würde er br Bemeffene barfeit D fachen b Jas aber ein in die T worben Die Jasper Das Dor Bu wolle wäre, al bezeugun br stehen ist, so ist das Jahr, abgesehen von den kleinen Land strichen, welche durch Ueberschwemmungen und Hagelschlag ge litten haben, als ein reich gefegnetes zu bezeichnen. Das Wetter feinen vierzehn Jahren Zuchthaus nahezu elf Jahre abgefeffen, ist mit seinen häufigen Regenschauern zwar der Ernte nicht gegen ,, Ticket of leave" auf freien Fuß gefeßt werden. Ticket günftig, fie wird vielfach verzögert, auch die Qualität der Früchte leidet hin und wieder indeß bleibt in der Hauptsache dod ein gutes Endrefultat zu erwarten. Für den preußischen Staat 100 gerechnet) der Durchschnitt für Weizen auf 98, für Roggen auf 99, für Gerste auf 98, für um den Rest seiner Strafe zu verbüßen, Der Prozeß, welcher Safer auf 96, für Hülsenfrüchte auf 97, für Kartoffelln auf 98, für Raps und Rübsen auf 98, für Kleebeu auf 102 und für of leave" ist ein Revers, in welchem sich der Betreffende zu einem gefeßmäßigen, wohlanständigen Leben verpflichtet, wi drigenfalls der theilweise Straferlaß annullirt wird und der Unterzeichner wieder in das Gefängniß zurückwandern muß, mit der Verurtheilung des Arthur Orton endete, machte vor Jahren in England das ungeheuerste Aufsehen. stellt sich( eine Mittelernte Wiesenheu auf 106. Verantwortlicher Redacteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Bag Bading in Berlin SW, Beuthitrane 2. fchaften und Der geeignet