Rr. U8. Donnerstag. 21. August 1884 I. Jahrg. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Da«„iöerliser igoirsülatt" täglich Morgens außer«ach So««» u«d Festtage«. Ubo»«etRc«Ltpreis für Berlm *7 tt'* Haus vierteljährlich 3 Mark, moaatlich 1 Mark,»öchestlich 25 Pf. Emzelse "twuiKttu 5 Pf. Postabo»»emeiU pro Quarta! 3 Mark.(Eingetragen im VW. Nach» trage der PoSgeiwngSpreiSliste unter Nr. 719a.) AsfertiovSgebShr beträgt für die Zgefpalteue Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitimarkt 10 Pi Bei größere» Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkuaft. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag« in der Expedttion, Berlin SW., Zimmeistraße 44, sowie von alle« Annoneaw Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenommen. WeöaKtion und KXpeöiLion Kertin SW., Iimmerstraße 44. Al>oi»lemei»ts-Eillladii«g. 8ür den Monat September eröffnen wir ein neue« �vvnement auf da« »Berliner Bolksblatt." ��rei ins Hau« kostet dasselbe 1 Mark, Bestellungen fewVt;Dv. so und so Bekanntschaft gemacht hätten. 1eidii(f,�?u jrnt ihrem kriechenden Wesen war fast ebenso Ra. Der rntf auf einer ... bemerkte. Verkehrs ge- ir"e, der uero, wenn er des venrauren r eine«-�chen diesen beiden Damen bestand, von welchen #### wn benommen, aber chre Gefühle werde« durch die Thatsache getrübt, daß er die dreißigtausend Pfund meines Privatvermögens erben soll, die sonst auf sie übergegangen wären." „Sie haben keine Ursache fich um Rupert zu ängstigen, theure Freundin." erwiderte Myra.„Er ist ein schöner und liebenswürdiger Knabe. Ich liebe ihn mehr als irgend ein an- deres Wesen, und ich habe Einfluß auf sein Gemttlh. Sollten Sie wirklich, was ich nicht glaube, abbc- rufen werden, so lange er noch jung ist, dann werde ich ihn zu mir nehmen und ihm eine Mutter sein. Sie können mich neben Lord Bide zu seiner Vormünderin ernennen und bestimmen, daß er in mein Haus komme." „Ich danke Ihnen, Myra. ich danke Ihnen! Ich werde Ihren Rath befolgen, aber ich habe mein Testament noch nicht 8em„Das ist unvorsichtig, liebe Freundin ," sagte Myra angstlid)« jst Schuld an der Verzögerung. Ich träumte einst, daß ich eben mein Testament unterzeichnet hätte und dann tovt zurückgesunken wäre. Seit jener Zeit scheute ich mich, meinen letzten Willen aufzusetzen. Ich werde diese Thorhcit jetzt überwinden. Und Sie, Myra, versprechen Sie mir nach meinem Tode Rupert bei fich aufzunehmen?" „Von Herzen gern, ich werde ihn zu mir nehmen und ihn behandeln, wie einen geliebten Sohn, erwiderte Myra. „Nicht, wenn ich es verhindern kann," flüsterte Wrigley. Es war ihm ein unheilkündendes Zeichen gewesen, daß der Knabe in so nahe und vertrauliche Berührung mit seiner Hei- math gekommen war, und Lady Bide ihm denselben Namen beigelegt hatte, den er von seiner Mutter empfangen. Er durfte nicht noch festeren Fuß im Hause seines Vaters fassen und nicht das Mündel seiner Schwester werden.„Fort, fort mit dem Knaben," wiederholte fich Wrigley. Rupert war jetzt dreizehn Jahre alt. Er hatte fich in Eton in jeder Weise ausgezeichnet und wurde in Kurzem zu den Ferien in Bide ermattet. In dieser neuen Knfis entbot Wrigley wiederum Toni Petigrew zu sich, um mit ihm Rath zu halten. Rupert war kaum aus Eton zurückgekehtt, als sich tn der Umgegend ein haufirender Schirmhändlcr zeigte, mit einemenr- gedrückten Filzhut auf dem Kopfe und einem feuerrothen Tuch um den Hals. Die Knaben mehrerer der umliegenden Güter hatten auf dem Wege nach dem Reservoir einen Crickelspielplatz, und derer von Rothschild hin. Die Rothschild's haben in allen bedeutenden Städten Europa'S und Amerika'« ihre Filialen und man behauptete damals, daß sich das Gesammtvermö- gen der Familie Rothschild auf 2000 Millionen beliefe. DaS war offenbar viel zu niedrig �gegriffen; vielleicht be- läuft sich der Kapitalbesitz dieser Familie auf das Doppelte. Man stelle sich nun vor, daß diese ungeheuren Summen immer werbend angelegt sind, daß sie einen mächtigen und unübersteiglichen Wall bilden, der alle Strömungen de« Geldmarktes nach dem Willen Derjenigen zu reguliren ver- mag, die über diesen Wall gebieten. Kein Unternehmen sin- det Kredit, das den Besitzer des„goldenen Walles" anfein- den will; dagegen findet jedes Unternehmen, jede Spekula- tion Kredit, an deren Gelingen er ein Interesse hat. Die Regierungen mit all' ihren Machtmitteln treten vielfach gegen diese Börsengötter zurück; man sagt längst, daß der fran- zösische Finanzminister gegen den Willen der Rothschilds nichts unternehmen kann. G a in b e t t a machte mit dem Bontoux- Unternehmen den Versuch, den Einfluß und die Macht der Rothschild's zu schwächen oder zu beseitigen. Aber der sonst so mächtige Staatsmann un- terlag in diesem Kampfe und das Bontoux- Unternehmen brach schmählich zusammen. Die Rothschilds herrschen weiter. Unter ihrem Zauberstab verwandeln sich Papiere massenhaft in Gold oder in festen Grundbesitz. In Paris gehören ihnen ganze Stadttheile. Wenn der Besitz und damit Macht und Unabhängigkeit dieser Börsengrößen in der bisherigen Progression wächst, so wird sich bald ein sonderbares Verhältniß herausstellen. Diese Herren mit ihren Riesenkapitalien in der Hand werden bald ganz unabhängige Mächte mitten im Staate bilden, für welche kein Gesetz mehr stark und zwingend genug ist. I« anderen Ländern geht mau bereits mit gutem Beispiel voran. Trotzdem es in der nord-amerikanischen Union Ge- setze giebt, welche die Vereinigung allzugroßer Länderkom- plexe tn der Hand deS Einzelnen verhindern sollen, so findet man dort doch Grundbesitzer, denen so ungeheuere Länder- strecken gehören, daß sie gleich einem Territorialfürsten darauf schalten und walten, den Verkehr ganzer Provinzen nach ihrem Willen gestalten und über Wohl und Wehe von vielen Tausenden verfügen können. In Florida und in Kalifornien finden sich solche Verhältnisse im Grundbesitz vor, desgleichen im mittleren und unteren Italien. Welche Entwickelung sollen diese Zustände nehmen, wenn da keine Schranke ge- zogen wird? Der Staat tritt in den Hintergrund gegenüber diesen Geldfürsten und man gelangt zu einer Anarchie, die viel schlimmer ist, als diejenige der sogenannten Anarchisten, weil das System der letzteren immer nur Wahngebilde bleiben und sich nie verwirklichen wird, wäh- rend die von den Geld- und Börsenfürsten herbeigeführte an diesem Platz erschien der Haustier öfter, um den Kindern zuzusehen. m „Welches ist der junge Bide?" fragte er eines Nach- mittags einen der Knaben, obwohl er Rupert sehr genau kannte. „Dort drüben der schwarzäugige braunlockige Bursche." „Ei. nicht wahr, das ist doch eine seltsame Geschichte mit ihm?" „Seltsam, wieso seltsam?" „Nun, er ist doch nur ein Adoptivkind, nicht wirklich vor- nehmer Leute Sohn." „Bah, das ist nicht wahr!" „Doch ist es wahr, ich kenne die ganze Angelegenheit schon seit Jahren und glaubte, Sie wüßten auch darum, junger Herr. Aber erzählen«sie es nicht weiter, ich will nichts ge- sagt haben." Auch andere Knaben wurden in ähnlicher Weise ange- redet, bis die Neuigkeit die Runde unter den Knaben ge- macht hatte. „Sie wollen es mir nicht glauben?" sagte er dem Einen. „So fragen Sie nur den jungen Wrigley. der weiß es ganz genau." Um diese Zeit waren die kleinen Wngleys durch gelcgent- liche Bemerkungen bei Tische von ihrem Vater in das Ge- hcimniß eingeweiht worden. Die Nachricht verfehlt natürlich nicht, Aufsehen unter den Spielgefährten zu erregen. Neugierige Worte und Blicke wurden ausgetauscht, welche nach und nach Rupetts Gemülh mit unbestimmten Befürchtungen beunruhigten. Im Walde halte er die Bekanntschaft eines Burschen ge- macht, der dort umherstreifte und ihm wunderbare Kunststücke beim Fischen und beim Vogelfang lehrte. Der Mensch wußte so drollig zu plaudern und so Vieles zu erzäblen. „Sie lieben wohl das vornehme Leben, Dienerschaft und feine Kleider und die adelige Schulanstalt und alle diese Sacken sehr?" fragte er einst Rupert. „Warum sollte ich nicht?" sagte Rupert. „Mir selbst überlassen?" tiri hätte" l0' niein mnn � S5ii,e Sie nicht adop- woll�?�"� �""flehe nicht, was Sie damit sagen Anarchie im Begriff ist, greifbar in'S Leben zu trete« und auch vielfach mehr als genug schon in'S Leben getreten ist. ES kann gar nicht genug betont werden, daß diese beiden anscheinend sich so feindlichen Richtungen, daS groß- kapitalistische Manchesterthum und der eigentliche sogenannte Anarchismus, sich begegnen in dem Streben auf S ch w ä- chung, Beseitigung und schließlich Abschaffung des Staates. Die erstere ist insofern„gemäßigter" als sie den Staat noch bestehen läßt, so lange er ihr als Diener zu willfahren sich bereit zeigt. Daß diese auf eine Anarchie hinsteuernden Richtungen von jetzlicher Sozialreform nichts wissen wollen, liegt auf der Hand. Und auf die Kundgebungen von Großindustriellen und'Börsenmännern ist bei Berathung der Sozialgesetze im Reichstage Werth gelegt worden! Ja man hat sich durch den Lärm dieser Herren so einschüchtern lassen, daß die Sozialgesetzgebung so ärmlich ausgefallen ist! DieRegierungen werden sich entschließen müssen, gegen die Anarchie der Geldfürsten sich auf die Hinterfüße zu stellen, wenn wir nicht in einen allgemeinen Wirrwarr gerathen wollen. Wir sind der Ueberzeugung, daß der StaatSgedanke über den Gedanken der rohen Anarchie siegen wird. Aber dann müssen die Regierungen auf dem Gebiete der Sozial- reform unendlich mehr leisten, als bis heute geschehen ist. Und das auch nicht im Sinne der„Kreuz-Zeitung". V-Mscht tlederficht. Die europäische Auswanderung nach überseeischen Ländern ist im Allgemeinen wieder gestiegen. So wanderten im Jahre 1883 im ersten Halbjahr über Hamburg allein 53 305 Personen aus, im Jahre 1884 aber in derselben Zeit 64876. In Deutschland selbst ist die Auswanderung in diesem Zeitraum um zirka 3000 Personen gegen das Vorjahr gefallen; doch beträgt dieselbe im ersten Halbjahr 1884 noch immer zirka 80000 Personen. Im Jahre 1879 wanderten in demselben Zeitraum zirka 17000 Personen, 1880 aber schon 53000, 1882 gegen 105000 und 1883 zirka 83 000 Personen aus Deutschland aus, wovon»/« nach Nordamerika gingen. Wenn- gleich nun die Auswanderung etwas im Schwinden ist, so ist sie doch noch immer sehr viel stärker als im Jahre 1880 und fünfeinhalb mal so stark, als im Jahre 1879. Daß die Höhe der Auswanderung nicht immer auf dem Standpunkte von 1382 bleiben konnte, war wohl anzunehmen, daß aber das Fallen der Auswandcrungsziffer viel langsamer vor sich geht, als das Steigen, dürfte den Beweis liefern, daß noch für längere Zeit, das heißt, wenn sich in Deutschland kein baldiger Umschwung in den sozialen Verhältnissen der Bevölkerung zum Bessern vollzieht, die Auswanderung auf einen bedeutenden Höhepunkt fick halten wird und wahrlich nicht zum Nutzen des Vaterlandes. m„ r Den Polen in ihren nationalen Bestrebungen können wir unsere Sympathie nicht versagen. Dieselben waren früher auch von einem gewissen Freiheitsdrang getragen, so daß sie im Gegensatz zu den russischen Unterdrückungsmaßregeln im idealen Lichte erschienen. Seit längerer Zeit aber haben sich die im Königreich Preußen wohnenden Polen, soweit sie sich öffentlich hervorthaten lediglich als ein Anhängsel des C e n t r u m s, des Kirchenthums betrachtet— und diesem An- hängsel können wir selbstverständlich unsere Spmpathieen nicht darbringen. Gegenwärtig bereitet die polnische Partei in der Provinz Posen eine Petition vor, die folgenden Inhalt hat:„1. Wiedereinführung der geistlichen Schulaufsicht in den Volksschulen, namentlich beim Religionsunter- richt; 2. Wiedereinführung der früheren Anzahl der Religions stunden! 3. Wiedereinführung der Mutter- spräche als Unterrichtssprache! 4. Beginn des deutschen Lese- und Schreibunterrichts bei den polnischen Kindern erst dann, wenn sie polnisch lesen und schreiben gelernt haben."— Was werden wohl zu Nr. 1 und 2 die freisinnigen Herren Kantal und Dr. von Nigolewsky sagen? Sollen die Polen wieder Pfaffcnknechte werden? Man sieht aus der unerquicklichen Ver- quickung nationaler und kirchlicher Interessen, daß man es in der That in Posen nur noch mit einem Centrumsschwänz- ch e n zu thun hat, dem alle freiheitlich gesinnten Männer den Rücken zu kehren haben. Tah die Nationalliberalen neuester Häutung auf dem Kriegspfade auch einmal zu Antisemiten werden, wenn das Wahlgeschäft es erfordert, kann bei der bekannten Gesinnungslosigkeit dieser Partei nicht gerade Wunder nehmen. So wird aus Bochum geschrieben: Als Herr Liebermann von Sonnenbera vor einigen Wochen in unserem Kreise seine antisemiti schen Versammlungen abhielt, erließen eine Anzahl hervorragender Nationallideraler in Bochum und Witten eine geharnischte Erklärung gegen die Agitation dieses Herrn. Man war sich damals allgemein klar darüber, daß der Bochumer Nationalliberalismus auf diese Weise die Stimmen der Juden für den Herrn Dr. Haarmann krebsen wolle. Nach- „Ach gehen Sie doch," sagte der verkleidete Toni Peti- grew emsig an einem Pfeil für eine Armbrust schnitzelnd, „Sie wollen doch nicht etwa leugnen, daß Sie ein Adoptiv- kind sind?" „Ich bin kein Adoptivkind, ich bin der rechtmäßige Sohn der Lady Bide," rief Rupert hitzig aus. „O glauben Sie das nur, wenn es Ihnen beliebt. Alle Knaben aus der Umgegend wissen so gut wie ich, daß Sie es nicht find. Ich will Sie mit der Geschichte nicht weiter belästi- gen, kleiner Herr." „Sagen Sie mir, was Sie wissen, Alles was Sie wissen ich will es hören," bat Rupert.„Erzählen Sie und ich schenke Ihnen dieses schöne Perlmutterfedermesser." „O was ich weiß, ist eben nichts Besonderes. Ich weiß nur, daß Sie nicht Lady Bides eigenes Kind find, daß Sic nur einen einzigen Sohn besaß, und dieser gestorben ist, und Sie später adopiirt wurden." „O, das ist nicht wahr," rief Rupert mit erstickter Stimme�er Sie nicht tböricht, Kind, Ueberlegen Sie sich die@>ad)e einmal selbst. Wie lange ist Lord Bide todt? Sechszehn Jahre? Und Sie find noch nicht vierzehn. Und erben die eigenen Kinder nicht die Besitzungen des Vaters? Nun und wer wird Bide-Hall erben? Sie? „Nein, Lord Bide's ältester Sohn," erwiderte Rupert langsam. � ist nur der Vetter des ver- storbenen Gatten Ihrer Mama. Wenn Sie ihr löblicher Sohn wären, würden Sie die Stammgüter erben. Werden Sie Lord Bide werden?" „Ich weiß es nicht, aber ich denke doch." „Wenn Sie den Titel erbten, junger Herr, hätten Sie ihn jetzt schon haben müssm. Nein, nein, es ist nichts für Sie mit dem Titel, weil Sie nur ein angenommenes Kind find. Ich kenne ja die ganze Angelegmheit genau." „So ist Ihnen die Familie bekannt, von der ich wirklich abstamme?" fragte Rupert in wahnfinniger Angst. „Gewiß. Ihre Eltern waren arme, aber sehr anständige, brave Leute, Leute wie ich—" Die Schale der Schmach für Rupert war voll. „Ich glaube es nickt," sagte Rupert bestimmt. „Nun, so lassen Sie es, aber das ändert doch nichts an der Sache. Lady Bide mag einmal Ihrer überdrüssig werden, ich denke mir, sie ist es schon und deshalb wurden dem die Herren jetzt, wie sie meinen, die Juden im Sacke haben, wollen sie auch die Antisemtten kapern; denn wie die national- liberale„Hatt. Ztg," mittheilt, führte bei der am Sonntag in Linden stattgehabten Versammlung ein nationalliberaler Redner, ohne Widerspruch zu finden, aus, es sei Aufgabe der national- liberalen Partei, nicht allein das Centrum und die Fortschritts- partei, sondern auch die Juden mit aller Energie zu bekämpfen. Diese Bemerkung stieß, wie schon gesagt, auf keinerlei Wider- spruch.— Wir hatten bereits einmal Gelegenheit, eine ähnliche Geschichte zu erzählen; nur waren es da die D e u t s ch f r e i- sinnigen, welche in Sonnenberg als Antisemiten debutirten. Was werden die Juden dazu sagen, welche zu jenen beiden Parteien gehören? Wir sagen: Fort mit allen Heuchlem und Lügnern aus dem politischen Leben, welche die schönsten Worte im Munde führen, durch ihre Thaten aber sich selbst verspotten! Auf dem in Stettin stattgefundenen Kongreß der Schornsteinfegenneister Deutschlands erstattete der Land- tagsabgeordnete Schornsteinfegermeister M e tz n e r auch Bericht über den Frankfutter„Handwerkertag". Bei den Verhand- lungen desselben, so bemerkte er, hat es sich herausgestellt, daß der Zentralvorstand des deutschen Handwerkerbundes, ganz be- sonders der Generalsekretär, Schneidermeister Faßhauer(Köln), seiner Aufgabe nicht im Entferntesten gewachsen ist. Aus diesem Grunde haben viele größere Handwerkervereinigungen, so u. A. der schlestsche und der rheinische Handwerkerbund, be- schlössen, ihren Beitrttt vom allgemeinen deutschen Handwerker- bunde so lange auszusetzen, bis die genannten Elemente von der Leitung des Bundes zurückgetreten sein werden. Gegen Faßhauer haben sich in letzter Zeit schwere Anklagen gehäuft; eine in jder Rheinprovinz erscheinende Zeitung hat demselben geradezu vorgeworfen, er beabsichtige, den Handwerkerstand an die Sozialdemokratie zu„verrathen".(?) Faßhauer ist deshalb von einer Anzahl Bundesmitglieder aufgefordert worden, sich binnen 14 Tagen von diesem Vorwurf zu reinigen, oder sein Amt niederzulegen. Diese 14 Tage find bereits verflossen, ohne daß Faßhauer irgend eine Erklärung abgegeben, oder gegen die erwähnte Zeitung vorgegangen ist; dagegen verlautet, daß er seinen Rücktritt vom Bunde angezeigt habe. Innerhalb der konservativen Partei herrscht nach der „Köln. Ztg." eine bemerkenswerthe Gährung. MißHelligkeiten unter den konservativen Führern sollen ausgebrochen sein. Da der Herr von Minnigerode ein Reichstagsmandat nicht wieder annimmt, und sich nicht an den konservativen Wahl- Vorbereitungen betheiligen werde, so soll es schwer sein, einen Nachfolger m der Führerschaft zu finden, welcher die in manchen Punkten auseinandergehenden Ansichten innerhalb der Partei richtig vermittele. Was nicht alles geschieht, um dem deutschen Volke die neueste Kolonialpolitik mundgerecht zu machen! Bei H. Renner in Dresden erschien soeben:„Anara Pequena, Lied im Volks- ton," und„Deutscher Kolonie-Marsch mit Benutzung des Angra Pequena-Liedcs"... Nun muß es ja gelingen! Immer recht objektiv! Der neueste„Reichs- anz eiger" verdreht in seinen„Zeitungsstimmen" einen Leit- artikel der Münchener„AUg. Ztg." gegen indirekte Steuern und Getreidezölle in ein Plaidoyer für indirekte Steuern, indem er den Schlußabschnitt, in dem die indirekte Steuer für ein„schlechtes Auskunstsmittcl" und„ein Hinderniß der Auf- findung besserer Methoden" und die Steigerung der Grund- reute durch Getreidezölle für eine„Ungerechtigkeit" erklärt wird, einfach wegläßt. Für die Landtagswahlen in Steiermark, welche diese Woche stattfinden, haben alle Parteien ihre Vorbereitungen getroffen. Die deutsch-liderale, wie die Bauernpartei, die Slo- vcncn wie die Klerikalen haben ihre Kandidaten-Listcn publi- zirt und am Dienstag findet die Entscheidung in der Gruppe der Landgemeinden statt. Gleichzeitig werden in Lberösterreich die letzten Rüstungen für die Wahlschlacht vollendet. In Dublin beginnt am 19. d. eine Gerichtsverhandlung über so entsetzliche Verbrechen, daß man die Sache nicht öffent- lich zur Sprache bttngen kann. Die Verhandlungen werden bei verschlossenen Thüren vor sich gehen und selbst den Be- richterstattern der Zeitungen ist erklärt worden, daß sie nicht auf Zutritt zu rechnen hätten. Die Angeklagten find sämmt- lich Männer und gehören„den besser situirten Klas- s e n" der Gesellschaft an, es sind Offiziere, Soldaten und Ei- vilisten. Zwei der Beschuldigten haben sich durch Selbstmord der Verhaftung entzogen. Die Verbrechen, deren die Ange- klagten beschuldigt sind, wurden in Irland verübt, die Verbrecher sind aber meistens Engländer. Wenn man bedenkt, daß die Zahl der Angeklagten sich auf acht beläuft, so wird es kaum möglich sein, in den juristischen Annalen irgend einer Nation einen ähnlichen skandalösen Prozeß zu finden. Aus Mallow iil Irlands wird ein Attentat auf einen Briefträger gemeldet, welches offenbar aus agrarischen Motiven entsprungen ist. In der Nähe deS Dorfes Earrigelecna wurde der Bliefträger Vormittags gegen 10'/» Uhr plötzlich von zwei Männern mit geschwärzten Gesichtern angehalten, welche lange Frauenmäntel trugen, deren Kapuzen sie sich über den Kopf gezogen hatten. Einer der Strolche packte ihn, während der Sie nach Eton geschickt. Sie nahm Sie auf als Sie noch ganz klein und ein unterhaltendes Spielzeug für Sie waren. Jetzt find S>e schon zu groß dazu und sie mag sich nun Ihrer niedrigen Herkunft schämen. Sie sollten ihr sehr dankbar dafür sein, daß die vornehme Dame Sie nicht einfach zum Hause hinauswirft." Rupert sprang auf und stürzte davon. Aber der Dolch bohrte sich tief in seine Seele. Mit jeder Stunde wuchs der Schmerz und das Entsetzen über seine Lage. Aus Liebe und mißleiteter Besorgniß hatte Lady Bide den Knaben die Geschichte seiner Kindheit vorenthalten. Sie beab- fichngte mit ihm darüber zu sprechen, wenn sein Verstand ae- 4fcr«iw �Ua~(mn � sagen, daß er zwar nicht »i. iäS'ä's« s'ÄfÄ n-m fferK*r�ts. � schrieb diesen Stimmungs- Ä rn ÄÄÄjrwn" Ä« aer UÄÄ«KÄS «Wer hat Ihnen das vorgeredet?" nUhtl? m'" Umschweife, bin ich es, oder bin ich es „Und wenn Sie es wären«" wcS'&wÄASSf*•-— W-h-. Ä'Ä 3 „D ja. erinnern Sie sich der hübschen alten Frau, die andere ihm trotz aller Gegenwehr den Bttefbeutel eritnß.? rauf sie die Adressen der Briefe x. genau prüften. W; damit fettig waren, erklärten sie dem Beamten, daß die w» ihnen gesuchten Briefe sich nicht in dem Beutel befänden. 5» fragten ihn dann, od er an dem Tage bereits irgend»W Exmisfions- Ankündigungen bchändigt hätte, und warnten vor jeder ferneren Abgabe derartiger Schriftstücke in de« zirke. Die Abficht der Wegelagerer war augenscheinlich � sich in den Besitz etwaiger Exmisfions-Ankündigungen zu Wr damit dieselben nicht in die Hände der Adressaten gelanW und somit die beabsichtigten Exmissionen verhindett oon n» nigstens hinausgeschoben werden, denn die Bnestasa und sonstigen Poststücke wurden dem Beamten unverseh"™ rückgegeben..... Tie Cholera nimmt wieder langsam in Südfr°tt reich zu. Einem Telegramm vom 19. zufolge find w r letzten 24 Stunden in Marseille 14, m T o u l o n°> Herault 11, in G ard 6, in A ud e 4, in den DfW%. 20 Choleratodesfälle vorgekommen.— In Italien n-» ebenfalls die Cholera. Einem amtlichen Telegramm � Rom, 19. d. zufolge 15 CholeraerkrankungH find gestern in der Provmz und 9 Choleratodesfälle, in der io cevoieraeriranrungs- uno j isymeraiooessaue, m,'.Li vinz Campobassa 1 Choleraerkrankungs- und 1 Cholera»_ fall, in der Provinz Cuneo 13 Choleraerkrankungsfälle, m, Provinz Mafia e Carrara 11 Choleraerkrankungs'' Choleratodesfälle, in der Provinz Parma 3 Choleraer� kungs- und ebensoviel Choleratodesfälle, in der Maurizio 2 und in der Provinz Turin 5 Cholev vorgekommen. Die Aufhebung der Todesstrafe hat in Italien n-. Verfechter. Kürzlich veröffentlichte Cesare Lombroso, vn. rühmter Rechtsgelehrter, über diesen Gegenstand einSu� mit wahrem Enthusiasmus aufgenommen wurde. Dana«» hött der sogenannte„Verbrecher" zu einer besonderen Van! der menschlichen Rasse, eine anthropologische Theorie, die bereits in R. Garofals und E. Ferri wissenschaftliche Pen. gefunden hat. Lombroso meint, daß der Delinquent von infolge pathologischer und phrenologischer Merkmale zum. brechen be an lagt und füglich vom kriminalistischen Y, punkte für seine That nicht verantwortlich sei! daraus'' aber noch nicht seine Straflosigkeit, nur die Art der e werde bestimmt. Wie ein Jeder eine Viper, die über w. Weg läuft, töte, trotzdem die Schlange von Natur aus. nichts anderes könne, als stechen, so habe die Gesellschat das Recht, einen Verbrecher unschädlich zu machen, aber � ihn zu töten, da er doch immerhin Mensch bleibe. wird dieser Theorie eine gewisse Folgerichtigkeit nicht abstt t können, trotzdem wir nicht glauben, daß die Thatsache,, sw; Italien so miserable Sicherhcitszustände herrschen auf emr � besonders oft vorkommende pathologische Veranlagung � Menschen zum Verbrechen zurückzuführen sei. Wir 0' ,, vielmehr mit der„Tribuna", daß diese Zustände eine na gemäße Folge der traurigen Agrarvery � nisse find. Der Bauer stirbt buchstäblich vor Hung�� der Trieb der Selbsterhaltung zwingt ihm Dolch und® j in die Hand. Ties gräßliche Elend erzeugt den Brig«w«& Aber auch diese Auffassung der Verhältnisse spricht daß die Todesstrafe abgeschafft wird.- Ruiz Zorilla der bekannte spanische Repubtt'� gegen welchen wegen Thcilnahme an der letzten Milua",� Untersuchung eingeleitet war, ist in contumaciam zu« Y verurthcilt worden. Zorilla wird sich damit trösten, bab,| Glück„die Nürnberger Keinen hängen, den sie nicht da°� An einem Spion sollen die Nihilisten in WM- I wieder einmal uneingeschüchtert durch die letzten Berhai die Strafe vollzogen haben. Es wurde der jüdische mann aus der Rymarskstraße, welcher s. Z das w Laden von einem Studenten vergessene Päckchen| übergab und dadurch die Festnchmung des Fräuleins' j und Anderer herbeiführte, von zwei jungen Männern; Ecke der Ujazdowski-Allee und der Bagatela, wo Vit mit jenem gleichzeitig einen der dort kurfirenden jd wagen verlassen hatten, erstochen. Die Thäter cntslw�jö Kondukteur dieses Wagens war ein gewisser« � Skrzyvcynski. Derselbe hatte schon früher der Geh«L � gute Dienste geleistet, indem er die Verhaftung vers«'% Farikarbeiter wegen sozialistischer Umtriebe veranlaß»�,� hatte er den Auftrag, auf die beiden vorerwähnten- � je deren Pettönlichkett er, während sie den TramwaY«� nutzten, sich gemerkt hatte, zu vigiliren. Auch er ist 0r beseitigt worden. � Ein früherer Beamter der russischen Namens Großmann, welcher dieses Institut um deutende Summe bcsto'hlen hatte und geflohen war, � Ä Tage in Narwa verhastet worden. Derselbe hatte si»' i? lang allen Nachforschungen der Polizei entzogen 7- � Beweis, wie wenig unser Paßsystem der Polizei«lw � Großmann hatte sich nach seiner Rückkehr aus dem* a ü wohin er jüngst geflohen war, in der Nähe von R* gM Gutsbesitzer aufgehalten und ein falscher Paß hat..� P einmal mit mir m Bide, Hall war?" Es ist schon P' her. Aus dem Paddinatoni- Armen- und Kranleny � die gute Frau Chitton Wärterin ist." � „Aus einem Armenhause!" brüllte der junge „Sie lügen, Sie lügen- Das Weib ist nicht meine „Das ist sie auch nicht' aber ick sagte% die Wahrheit. Die alte Frau ist Ihre GroßmuM� � Mutter war die Tochter dieser braven Frau- Sie' � hielt Sie sterbend ans Herz gedrückt. Und Ihr aCtir� überfallen und fottgeschleppt und auf"" Wriglcy brachte sie zu Diener bei ihm. Ich halte............. ihm nickt viel Gutes zu, aber in diesem Fall hat gehandelt."- O Entsetzen, 0 Qualen! Tim ahnte nicht, w* wstti� e tnpfrfipn yI*•***«••«w«** v»»«" PC«»' 5 Cr stieß einen inarkerM in � davon n�rbarfl>v ßA i ctnil bat er m �, ,,vvv"» v JQ.UUUII;-cuu uyiuv in«»-/• feuer, welchen Todesschmerz er in der Seele des den Kindes angefacht hatte. Sein Vater ein Bedienter des Dr. Wrigley! Schrer aus, dann stürzte «wrer aus, oann stürzte er davon und verbarg. Tiefen des Bide'schen Waldes, in dessen Schatten � svat am Abend niederkauerte, um dem ganzen Umi Elends nachzusinnen. W-u» .Er erinnerte sich seines Verkehrs mit Lady» Rasen auf, in dem er sein Geficht vergraben � % rannte in das Schloß,"um'Lädy"Zide selber»a-b fragen. «."l�rft Du heute recht vernügt, mein ßi"5' bevoll entgegen. erwiderte Rup"tt.'?Sage. werde �i»Ä! Bide g«" geldgierig, mem Sohn. (Fortsetzung folgt.) s»lschn Paß ist aitt in Rußland schr leicht aufzutreiben— Wwohl von bestechlichen Beamten wie ourch einfache Fälschung »on Siegeln nnd Unterschriften, der die Behörden in dem Kroßem Reiche nur schwer auf die Svur kommen. Die Ver- •«cher pflegen fich gelegentlich schon vor Ausführung ihrer Aaren mit einem falschen Paß zu versehen, wodurch ihnen »ie Flucht sehr erleichtert wird. von einem englischen Nilfeldzuge ist jetzt viel die Rede; vre Vorbereitungen sollen ihren raschen Fortgang nehmen und w> Heer von 5000 Mann ausgerüstet werden. Die Expedition ioll sich lediglich auf den Entsatz des Generals Gordon de- Dränken und fich aller feindlichen Maßregeln gegen den Mahdi enthalten, vorausgesetzt, daß die Expedition selber nicht angegriffen wird. � In Anam hat die französische Diplomatie einen voll- sandigen Erfolg errungen; die Krönung des jungen Königs lder vorhergehende war von ftanzosenfemdlichen Mandarinen vergiftet worden) erfolgte nicht nur unter formeller Anerken- Avng des ftanzöfischen Protektorats von Seite des jungen nUlstcn und der Mandarinen, sondem auch äußerlich unter umständen, welche dem Volke keine Zweifel über die domini- rende Stellung der Vertreter der Republik mehr belassen. I o k» l e s. .-Man soll die Feste feiern, wie sie fallen"— sagt am altes Sprüchwort und auch wir find leine Griesgrame, die dllbt gern ftöhliche Gefichter sehen und besonders bei Kindern, Nßen und kleinen. Wer aber erinnert fich nicht des fort- ichnttlichen Eifers bei den vorigen Wahlen, wie er über die »Hn s i ch e n Feste herfiel, welche von dem C. c. c. veranstaltet wurden?! Wie wurden dieseFeste von dem fortschrittlichen Spotte überschüttet und jetzt ?dcht es der Fortschritt ebenso. Am letzten Dienstag hat in Hasenhaide ein Sommerfest des Wahlvereins der deutsch- �'sinnigen Partei im 4. Berliner Reichstags- Wahlkreise statt- m' auf welchem Mittärmusik spielte, die Kinder Mar Vorantritt eines Knaben-Tambourkorps eine M o d( I p o; o n& U e aufführten und Herr Albert Träger nne von seinen beiden Festreden hielt. Wir betonen nochmals, uur Nichts gegen solche Feste einzuwenden haben, desto "rehr aber gegen die deutsch-frei sinnige Heuchelei. >,«>."*un wird'S Tag. Die„Nat.-Ztg." schreibt vorgestem, q!�.gestern beten fast sämmtlichc Berliner Zeitungen die neueste «cuigkert nach, daß die Leiter der Arbeiterbezirksvereine des „,,7" Unl) Westen, die Herren Tischler Grothe und Eitncr, oT.'"nrnd des Sozialistengesetzes aus Berlm ausgewiesen -i!..' Genannten haben in der Kommunalwahlbewegung JJC. hervorragende Agitation entwickelt; der Arbeiterbczirks- verem des Lstens, den Grothe mit vielem Geschick leitetete, nn* Ä"" großen Aufschwung und zählte wenige Wochen M seiner Gründung über 500 Mitglieder. An Stelle »S?•. s, lvurde der Stadtv. Herold zum Vorsitzenden des derterbezirksvereins des Ostens gewählt.— Die„National- fchöpft bekanntlich grade in Bezug auf der- ilrf, Nachrichten aus der„zuverläsfigsten" Quelle, die man � nu� denken kann. Es ist nicht das erste Mal, daß h.". kich mit diesem„liberalen" Organ einen solchen V Zr" scherz gemacht hat, der Gewährsmann der„Rat.- 'weint den„Mumpitz'' wirklich über Alles zu lieben. � muß er seiner Sache ziemlich sicher sein, daß er für a�.auch noch so verschimmelte Geschichte in den Spalten der finh, eine Abladestelle findet. Die genannten Herren g„.' wie unsere Leser wissen werden, bereits vor vier Wochen zv.�wiesen worden, und bei dem Aufsehen, welches derartige «„IvMchnren stets hervorrufen, machte die Nachricht hiervon we?,-« e durch die gesammte deutsche Presse. Uebrigens m(' n Nch die Ausgewiesenen freuen, daß fie auch beute noch a)Ünt,«,�em Andenken in Berlin stehen. Der„Nat.-Ztg." �wen wir auch fernerhin einen ebenso gesunden Schlaf.— dt« Klempner Schneider, Admiralstraße 34 wohnhast, ltebkn!. phantafiereicher Reporter bereits aus den Reihen der hiind., 5 gestrichen hatte, befindet fich, wie uns der ihn be- •chfilt*«rjt' Herr Dr. Grosser, Dresden erstraße 117, mit- tn ven Umständen nach ganz wobl und wird voraussichtlich Kehen Woche seiner gewohnten Beschäftigung wieder nach- einer Hochwohlweiser «abr.�V./ommunale Doppelbesteuerung scheint zu ?"sere werden zu wollen und unser HochwohU.�.�. liebt» denkt jedenfalls bei dieser Gelegenheit:„Wo Alles SRanJ*"" Karl allein nicht hassen!" Zwei Gebrüder F. aus »Men �men vor einiger Zeit hier an. um fich zu einem iu und an wissenschaftlichen Kursen Theil Aeirav. il ��chpt wurden fie denn auch hier mit dem vollen Und&>> I� m�mmens, das sie aus Magdeburg bezogen Ktt Rc als dortige Einwohner bereits zur Magdcbur- "�anlaot herangezogen waren, abermals zur Steuer Übest-,, Remonstrationen gegen diese offenbare Dop- zfftisch v"ß R"d erfolglos gewesen, und besonders charakte- ?enbura% Ascheid des Lberpräfidenten der Provinz Bran- Nachn,«' P m»n diesem Bescheide den Petenten auSführ- gfgen d,? wiesen worden ist, daß die von ihnen zum Schutz jungen n.i,0>fp'wcsteuerung angezogenen gesetzlichen Bestim- I�llefaür??. vorliegenden Fall nicht zutreffen, wird dann lur Ebensowenig besteht eine Ministerialanweisung vielmÄ uf®tfUer zwischen den betheiligten Gemein- Äftan>„ ks in neuerer Zeit auch in der Ministerial- �rrelb»«?. worden, daß fich eine kommunale �hindern Rs. Fällen von der Art der Ihrigen nicht , �tssantr»~ Wir überlassen es unfern Lesern, mit diesem wlgendc in* possumus unserer oberste n Provinzialbehörde & vertinh?,, ßon% Bestimmung des g 16 unser Kreisordnung ."fonimpn welcher lautet: Niemand darf von demselben Jlrln verschiedenen Kreisen zu den Kreisabgaben heran- lAIä Kreis wird hier jeder kommunale Ver- ßotrn Don i~ begriffen.) Was nutzen solche, in bündigster i?hbidcn ��. letzgebung beschlossene Grundsätze, wenn d,e �chen, � w-u K.wrer Ausführung da find, fich mit einem e�'Menrn �kschjchte der preußischen Verwaltung nach nie I�che w possumus von ihrer Pflicht befreien. Die auf hu �üt Berlin eine ganz besonders bedenkliche Achten- a, die Aufmerksamkeit der Behörden lenken nicht„„T'm"vwlich chre Rückwirkung auf das Melde- WWWW �er%%'lreh* Strafmandate und Recherchen wegen unter- Ken d�ungen werden die Folge sein, und das Alles m schloffen, dahin zu wirken, daß das Aufgeld bei den Bahnhöfen von 25 auf 10 Pf. herabgesetzt werde, damit nicht so viel Passagiere an den auf dem Bahnhof wartenden Droschken vorbei nach dem nächsten Halteplatz gehen, um so das Aufgeld zu ersparen. Jeder kann fich überzeugen, wie begründet diese Auffassung des Sachverhalts ist, und deshalb wäre es im Interesse der an den Bahnhöfen oft sehr lange wartenden Droschkenkutscher zu wünschen, wenn ihrer beabsichtigten Petition Folge gegeben würde. Wünschenswerth wäre es aber ferner noch, wenn bei der Gepänauslieserung der Bahnhöfe die do.t funktionirenden Beamten angewiesen würden, nur auf Wunsch des Passagiers die Gepäckstücke nach den haltenden Droschken zu tragen und das nicht so eigenmächtig wie bisher zn thun. Sie verlangen dann in mitunter brüsker Weise 30 Pf. als„Taxe" für dm gar nicht aewolltm Dienst, wenn man ihnen weniger geben will. Ob thatsächlich eine amtliche Taxe hierfür besteht, habm wir nicht erfahren können. r. Stellensuchende junge Leute können nicht dringend genug gewarnt werden, auf Offerten, welche durch Zeitungs- Ännoncm erbeten werden, chre Original-Zeugnisse einzusenden, wenn fie fich anders von dem Verlust derselben bewahren wollen. Ein hiestger junger Pharmazeut sandte auf eine solche Zeitungsannonce hin seine Zeugnisse im Original ein, in der sicheren Hoffnung, die Stelle zu erhalten, für welche er fich nach allen Andeutungen in dem betreffenden Inserat besonders qualifizirt hielt. Bis heute— nach vier Wochen— hat er noch keinerlei Nachricht und alle Nachforschungen nach seinen, zum Theil unersätzlichen Vapierm find vergeblich gewesen. Mag es immerhin unkoulant sein, wenn Jemand solche Papiere nicht zurückschickt, nachdem er deren Einsendung erbeten, so ist es doch auch unentschuldbar unvorfichtig, Leuten, die man nicht kennt, so wichtige Papiere zu überlassen. g Stadtbahnbogen find die neueste Erscheinung auf dem Gebiete der Backkunst. Es find dies kleine Kuchen, welche die Form eines Stadtbahnbogens haben und seit einigen Tagen in einer altbekannten Konditorei in der Königstraße zum Ver- kauf ausliegen. Bei dem hohen Interesse, welches jetzt all- seitig dem Luftballonsport zugewendet wird, nimmt es Wunder daß uns keine eßbaren Luftballons vorgesetzt werden. Vielleicht kommen fie noch zum Vorschein. n Getheerte Briefbeutel. Die Quarantaine-Maßregeln für den Postbetrieb, soweit dieselben die französtsch-spanisch und spanisch- portugiesische Grenze, ferner Südamerika betrafen find nunmehr aufgehoben worden. Man hat jetzt die Beförde- rung von Briefsendungen in gctheertcn Säcken angeordnet und ist somit die Uebertragung eines Kontagiums ausgeschloffen. In Folge dieser Maßnahme find nach einer Verordnung des Reichs-Postamtes, in Vereinbarung mit den fremdländischen Postämtern die Äriefsendungen keinem.Aufenthalt mehr unter- woifen. g. Der Zeitungsverkauf auf den einzelnen Bahnhöfen iebt mit Recht häufig Anlaß zu Äegernissen,' die sehr wohl be- eitigt werden könnten. Während man nämlich die Tagesblätter auf den Stationen der Stadtbahn, der Lehrter Bahn:c. zu sog. kleinen Preisen erhält, muß man auf Stationen anderer Bahnen, beispielsweise der Potsdamer, der Schlefischen, der Anhalter Bahn w. das doppelte und oft noch mehr bezahlen. Aus diesem Grunde erklärt fich auch, daß der Absatz von Zeitungen auf den Stationen der erstbezeichiretcn Bahnen weit größer ist, als auf jenen der letztgedachten Eisenbahnen. Da es fich hier lediglich um ein willkürliches Handeln der be- treffenden Verkäufer handelt, so könnte dieser Mißstand, den das Reisepublilum sehr fühlt, durch eine Anordnung der be- treffenden Eisenbahndirektionen leicht abgestellt werden. g Eine für die Betheiligten recht peinliche Seene spielte fich heute Vormittag auf dem Dönhofsplatz, woselbst der Wochcnmarkt stattfand, ab. Eine anständig gekleidete Dame hatte vor einem gerade beschäftigten Obsthändler Posto gefaßt und einen günstigen Augenblick benutzt, um mehrere werthvolle Birnen von fernem Stande zu nehmen und dieselben in ihrer Kleidertasche verschwinden zu lassen. Der Obsthändler hatte aber das Manöver bemerkt, und indem er die Dame am Kleide ergriff, sagte er ihr den Diebstahl auf den Kopf zu. Die Dame leugnete auch nicht weiter, gab die Birnen sofort heraus und bat nur inständigst, ihr kerne Unannehmlichkeiten zu bereiten, fie würde den geforderten Preis gerne bezahlen. Der Obsthändler ließ fich erweichen und da auch zufällig kein Schutzmann in der Nähe war, so sah er von einer Festnahme ab, nachdem dieDame die Birnen bezahlt hatte. Der Vorgang hatte einen bedeutenden Auflauf und ziemliches Aufsehen hervorgerufen. Der Obsthändler hat hierbei entschieden nicht richtig gehandelt, er hätte die„anständig gekleidete Dame" ruhig festnehmen lassen sollen, denn wer stiehlt, der soll auch seinen Lohn dafür empfangen, gleichviel ob er„anständig" gekleidet ist oder nicht. Ob der Händler und das Publikum fich vielleicht ebenso ver- halten hätten, wenn es fich hier nicht um eine„anständig ge- kleidete Dame", sondern vielleicht um eine nur dürftig geklei- dete Frau, die vom Hunger zum Diebstahl getrieben wurde, gehandelt hätte, das erscheint doch mindestens ftaglich. Aber Kleider scheinen auch in dieser Beziehung Leute zu machen. Wie uns noch mitgetheilt wird, sollen überhaupt auf den Wochenmärkten, besonders aber auf jenen des Dönhofsplatzes kleinere Diebstähle an der Tagesordnung sein, unter denen wiederum namentlich die Händler mit Backwaaren zu leiden haben. a. In die Falle gegangen. Am Anfang der vongen Woche war in Hannover in der Seilwinderstraße bei zwei Damen ein erheblicher Einbruchs-Diebstahl verübt worden, wobei die Diebe ein Sparkassenbuch, Uhren und sonstige Werthgeaenstände an fich nahmen. Nach der That trennten fich die Diebe, und einer derselben, der„Arbeiter" H., reiste nach Berlin, um da den auf ihn gekommenen Theil der Beute zu verfilbern und auch für die Verstlberung der seinem Komplizen zugefallenen Sachen Sorge zu trägem H. kam in Berlin an und setzte sich mit einem Händler in Verbindung, damit dieser ihm das Sparkassenbuch und eine goldene Uhr abnehme. Dem Händler kam das Venehmen des H. verdächtig vor. Von seinem Verdacht ließ der Händler jedoch nichts merken, vielmehr ging er scheinbar auf das Geschäft ein und fragte den H.. od er nicht noch weitere Sachen zum Verkauf hätte, die er zu billigen Preisen sofort übernehmm wollte. H- bejahte dies mit der Bemerkung, daß er noch weitere Werthsachcn in Hannooer beim Schuhmacher R. liegen hätte, und H. richtete sofort ein Telegramm an den R., welcher an dem Einbruchsdiebstahl dethelligt gewesen war daß dieser seinen und eines dritten Komplizen Antheil an der Beute an ihn, unter der Adresse des Händlers schicken möchte. Der Händler erbot fich daS Telegramm sofort zum Telegraphenamt zu tragen und entfernte fich mit demselben, den H. in seiner Wohnung zurücklassend. Anstatt aber das Telegramm zur Post zu befördern, begab fich der Händler damit zu dem Polizeibüreau, von wo ein Schutzmann mit ihm nach der Wohnung ging und da den H. festnahm. Auf dem Molkmmartt räumte H. den von ihm mitverübten Einbruchsdiebstahl ein, und auf die tele- graphische Anzeige der hiefigen Kriminalpolizei an die Polizei- deHörde in Hannover wurden dort die beiden Komplizen des H, deren Adressen aus der von H. aufgesetzten Depesche er- fichtlich warm, gleichfalls festgenommen und der größte Theil der Beute wurde bei ihnen vorgefunden. H. ist Ende voriger Woche nach Hannover tranSportirt worden. N. Verschüttet. Gestern Vormittag ereignete fich aber- mals ein Unglücksfall, der beinahe ein Menschenleben gefor- dert hätte. Auf dem Spittelmarkt hatte ein bei der Kanalr- sation beschäftigter Arbeiter, welcher die daselbst aufgefundenen Särge ausschachten sollte, zu tief in das Erdreich emgegraben. so daß die über ihn befindliche Erdmasse nachgab und chn ver- schüttete. Seine Kameraden, welche Augenzeugen des Vorfalls waren, eilten sofort zum Rettungswerk herber. Der Verun- glückte wurde zwar noch lebend, aber bewußtlos aus de» un- freiwilligen Grabe hervorgezogen und in die Charttee ein- geliefert. n. Die Leiche eines Unbekannten wurde am gestrigen Tage in der Spree treibend beobachtet und durch Schiffer ge- borgen. Die Leiche, eines etwa 40 Jahre alten Mannes, war noch sehr gut erhalten und scheint nur kurze Zeit im Wasser gelegen zu haben. Sie wurde behufs Rekognition in das Obduttionshaus eingeliefett. a. Zweite Leiche- Hinter dem Grundstück Skalauer Thor 8 wurde gestern Vormittagdie Leiche eines anscheinend dem Arbeiterstande angehörigen Mannes von Fischem in der Spree gefunden. Die Leiche, deren Persönlichkeit noch nicht festgestellt ist, rührt von einem Mann Anfangs der dreißiger Jahre, von kräftiger Figur, mit blondem Schnurrbart und dunkelblondem Kopfhaar her; bekleidet war sie mit grau und weiß gestreiftem Arbeiterhemde und brauner Stoffhose. N- Eine Massenrazzia in der Hasenhaide, welche in der Nacht von Montag auf Dienstag von der Rixdorfer Gensdarmerie zu Fuß und zu Pferde, unterstützt von hiesigen Schutzleuten, stattfand, hatte ein sehr gutes(?) Resultat. Unter Anderen wurde auch der Rädelsführer bei dieser Gelegenheit festgenommen, welcher am Sonntag in der„Rolle" in der Berliner Straße fich gegen den Wirth Fichwer des groben Hausfriedensbruchs schuldig machte und die Veranlassung war, daß Witthschaftsuntmstlien ic. zertrümmert wurden. Der Er- griffene, der„Arbeiter" Götsch, welcher fich mit einer Anzahl von Männern und Frauen ein förmliches Heim in der Haide eingerichtet hatte, wurde nach dem Amsbureau transportirt. Außer fünf änderest Personen, die nach Rixdorf gehörten, führte die hiesige Schutzmannschaft nicht weniger als 30 Personen, beiderlei Geschlechts, in sicheres Gewahrsam. Gerickts-Rettung. R Ehret die Frauen, fie schaffen und weben himm- tische Rosen ins irdische Leben! so ruft uns bekannllich unser Schiller zu. Jndeß giebt auch Schiller zu. daß bisweilen Weiber zu Hyänen werden können und die Gerichte haben sich oft genug mit Frauen zu befassen, von denen man schwer- lich behaupten kann, daß fie„himmlische Rosen weben." Vor dem Schöffengericht, Abthl. 89, standen drei Frauen unter der Anklage eine Frau Till gemeinschaftlich vorsätzlich gemißhandelt u haben. Es waren dies die Frau Kleist, die unverehelichte "ude und die Frau Puhl. Der Kleist wird noch besonders zur Last gelegt, daß fie die Mißhandlung mit einem ae- fährlichen Werkzeug begangen habe. Präsident zu den An- geklagten:„Haben Sie etwas auf die Anklage zu erwidern?" Frau Kleist:„Ick stehe da und mache meinen Fez und mit eenmal kriege ick einen Topp Wasser über den Kopp; ick sehe mich um, wo er hergekommen ist, bautz, da krieg ick noch eenen uf den Kopp. Nu war ick natürlich ooch nich fein und da die Till mich mit den gröbsten Bcleivigunacn entgegen kam, so habe ich mir blos gewehrt!" Unverehelichte Pude:„Ich bin hinzugekommen um den Strett zu schlichten, da schlug die Till auf mich los und ich habe sie dann wiedergeschlagen." Frau Puhl:„Ich bin garnicht aus der Stube gewesen, folglich kann ich auch nicht geschlagen haben." Zeugin Till:„Ich schickte meinen 13jährigcn Sohn zum Kaufmann, um einige Sachen zu holen; als derselbe zurückkam, gerieth er mtt der Tochter der Frau Kleist in Streit. Frau Kleist sah dieses und rief ihrer Tochter zu:„Gieb ihm ein paar hinter die Ohren!" Mein Junge wehrte fich und ich ging hinzu um dm Streit zu schlich- ten, da fielen alle drei Angeklagte über mich her und die Kleist rief:„Das Aas wollen wir todt schlagen." Die Kleist hatte einen Gegenstand in der Hand, anscheinend einen Stiefelknecht, mit dem fie auf mich einschlug. Ich habe die Kleist auch nicht mtt Wasser begossen, wenigstens nicht an diesem Tage. Vor längerer Zeit habe rch die Kleist mit Wasser begossen und bin ich des- wegen zu zwei Tagen Hast verurtheitt. Frau Kleist:„Nein gerade an diesem Tage bin ich mit Wasser begossen worden, die Frau Schlegel und die Frau Gleiniche können das be- zeugen." Präsident:„Sie gestehen doch zu mit dem Stiefel- knecht geschlagen zu haben?" Frau Kleist:„Nein, ick habe blos meinen Fez damit gemacht."„Uebrigens Herr„Gerichts- Hof" hat uns die Till immer geärgert, sie hat sogar ihren Jungen von 14 Jahren die Hosen abziehen lassen, wenn wir vorbeigingm." Unter solchen Umständen konnte der Gerichts- Hof zu kemem Resultat kommen; es wurde beschlossen, den Termin bis zum 19. September zu vertagen und die Frauen Schlegel und Gleiniche als Zeugen zu ladm. Bei der Grundsteinlegung des Reichstag»- Ge- bäudeS find zwischen den Kutschern der Thellnehmer an dem Akte und den die Ordnung aufrecht erhaltenden Schutzleutm mehrfache Differmzen vorgekommen. Eine dieser Streitigketten wurde gestern vor der 89. Abthcilung des hiefigen Schöffen- gcrichts zum Austrag gebracht. Der Kutscher des AdmiralS v. d. G 0 l tz, Julius K a m s e l l a, hatte nach Beendigung der Feier wiederholt versucht, zur Aufnahme seines Herrn einigen anderen Fuhrwerken vorzufahren, war aber daran von den postirtcn Schutzleuten gehindert worden. Ergrimmt über diese Verzögerung schimpfte er vor fich hin und der eine Beamte hat daraus die Worte„Dummer Schutzmann" gehört. Als es später Kamsella gelungen war, vorfahren zu kön- nm, machte ihm sein Fahrgast ob des späten VorfahrenS Vorhaltungen, worauf er fich damit entschuldigte, daß er von den Schutzleuten daran gehindert worden sei; und hierbei ent- fielen ihm auch die Worte: Die Deibels die! Der in der Nähe befindliche Polizei-Limtenant Pickert bezog diese Worte auf die Beamten und erstattete deshalb Anzeige gegen Kam- sella, der in Folge dessen wegen Beleidigung der Schutzleute unter Anklage gestellt wurde. Der Angeklagte will zwar mtt den„Deibels" seine Pferde gemeint haben, die fich hättm schlecht dirigirm lassen, der Gerichtshof theilie aber die Auf- saffung der Polireideamten und oerurtheilte den Angeklagten zu 40 M. ev. 8 Tagen Gefängniß. Der Staatsanwalt hatte sogar unter Ausschließung der Geldstrafe 3 Wochen Gefäng- niß bcankagt.j Durch das Einschlafen der Kutscher auf ihrm Ge- fährten entstehen in unserer delebten Rcfidenz nicht selten die schwersten Unglücksfälle. Ein solcher mtt einem recht bösen Ausgang lag einer Anklage wegen fahrlässiger Töd- tung mit Uebertrctung der Berufspflicht zu Grunde, welche heute gegen den Kutscher Heinrich Stein vor der kombinirten ersten Feriensttafkammer hiefigen Landgerichts I verhandell wurde. Der Angeklagte fuhr am Frühnachmittage des 13. Juni er. mit einem schwer deladenm Mörtelwagen über die Oberbaumbrücke nach der Blühlenstraße zu- Vor ihm her schob der Hausdiener Giersch einm keinen Handwagm mit einigen Packeten, welche er nach dem Güter- Bahnhof der Niederschlesisch- Märkischen Eisendahn zu schaffen hatte. Als der Angeklagte das erhöhte Mittelstück der Brücke pasfirt hatte, gerieth sein Wagen in schnelleres Rollen und erreichte in kurzer Zeit den Handwagm des Giersch. Ehe es demselben gelang, auszuweichen, schob sich die Deichsel des Mörtelwagms zwischm den Handwagen wobei Giersch zu Boden geworfen und überfahren wurde Die dadurch erlittenen Verletzungen waren derartig schwere' daß Giersch noch an demselben Abende in Folge der- selben verttarb. Der Angeklagte räumt ein. daß er beim Auffahren auf die Brücke in Folge von lieber- müdung ern Wenig emgedmselt war. während des in be- schlcunigtem Tempo erfolgten Hinabfahrens sei er aber MMUMW mch: mcl bCt»>it y V»4 V.M• V-«4||--..- 4_J-- 0--- J i 1. IJ, Iiobc und veiuitheilte daher denselben nach dem Antrage Staatsanwalts zu drei Monaten Gefängnis Eine sehr ungleich erledigte Strafsache wurde kürzlich in D a r m st a d t lebhaft besprochen. Dort wurden nämlich zwei Angeschuldigte wegen eines gemeinsam begangenen Ver- gehens zu einer geringen Gefängnisstrafe verurtheilt. Ter eine wendete kein Rechtsmittel an, sondern reichte ein Gnadengesuch ein, worin er zugleich um Aussetzung der Strafvollstreckung bis nach Erledigung des Gnadcngscuches bat. Die Bitte wurde abgeschlagen, der Mann mußte seine Strafe verbüßen. Sein Mitverurtheilter halte aber Revision eingelegt und damit Freisprechung erzielt. Damit war nach dem geltenden Rechte zugleich auch der erste Angeklagte frei- gesprochen, er hat aber seine Strafe völlig unschuldigerweise absitzen müsien, wiewohl der Beweis erbracht ist, daß er der Gnade nicht ganz unwürdig war. Derartige Vorgänge mahnen daran, das Verfahren bei Erledigung von Strafsachen einer Durchficht zu unterziehen. Arbnterbm'eguug, Wereim uuü Wers»mmlunge«. >. Der Ctrike der Vauanschläger ist beendet. Die am Dienstag Abend im Louiscnstädtiscken Konzcrthause tagende Generalversammlung faßte folgenden Beschluß: „In Erwägung, daß unsere Forderung ad I im Allgemeinen bewilligt, dagegen die ad Ii. nur theilweise erfolgt ist, erklärt sich die heutige Versammlung der Bauanschtäger zwar einverstanden damit, den partiellen Strike diesmal für beendigt zu erklären, um nicht Ein- zelner wegen noch länger hemmend auf den Fortgang des Baugewerbes einzuwirken, behält sich jedoch vor, die Lohnkommisfion fortbestehen zu laffen, damit in etwa vorkommenden einzelnen Fällen, wo ein Herabdrücken des erziellen Preises eintreten sollte, das Erforderliche an der betr. Stelle sofort veranlaßt werden kann." Der Arbeitsnachweis befindet sich vom 20. August wieder in den Händen des Vorstandes des Vereins der Berliner Bau- anschläper und zwar im Lokale des Herrn Lp atz, Alte Jakob- straße GG. I« Arbeiter-Bezirksverein der Rosenthaler Vorstadt sprach am Montag Herr Dr- Canitz über„Die Raturhcilkunde und der Werth derselben für die Arbeiterbevölkerung." Die meisten Medikamente, führte Referent aus, bestehen aus Thier- und Pflanzengiften, daher dem menschlichen Organismus etwas stemdes, das er nicht vertragen kann, zugeführt wird, und wenn man beobachtet, mit welchem Widerwillen Kranke die Medizin in den meisten Fällen genießen, wie der ganze Or- ganismus sich dagcgm auflehnt, so muß man doch zugeben, daß hier ein naturwidriger Prozeß vorgeht, welcher niemals dem Kranken Heilung und Segen bringen wird. Wenn schließlich bei einer derartigen Kur kein Mittel mehr helfen will, dann haben die Aerzte(Allopathen und Homöopathen) für den Kranken und dessen Angehörigen den Trost, daß die Natur sich vielleicht selbst noch hilft. Warum, so meinte Redner, wendet man fich nicht gleich an die allgü'igc Mutter Natur und sucht die Krankheiten auf natur- gemäße Art und Weise zu kuriren? Denn der beste Arzt wohnt in uns selbst, nämlich der Naturarzt. Gesunde und frische Luft, maßvolle und reizlose Diät, Haut- pflege, kalte und warme Bäder je nach Umständen, Abreibun- gen des Körpers oder einzelner Theile desselben. Er muß fer- ner konstatircn, daß z. B. in Chemnitz(früherer Wirkungsort des Herrn Dr. Canitz) die Arbeiter diesem Heilverfahren zuerst Sympathie entgegengebracht haben, und in dieser Stadt 75 pCt. der Bevölkerung dem Naturheilverfahren zugethan find. Meine Herren, so schloß Redner, meine Worte find von Herzen »kommen und ich hoffe, daß sie zum Herzen gehen werden, sie ollen fich heute nicht entscheiden für dieses oder jenes Heilver- ähren, aber prüfen Sie alles genau und dann treffen Sie Ihre Wahl und ich hoffe, daß dieselbe zum Glück und Segen Sr Sie und Ihre Familie ausfallen wird(Lebhaster Beifall). er Verein veranstaltet am Sonntag, den 24. August, einen Ausflug nach Reinickendorf, Rendezvous Nachmittags 2'!, Uhr in Eandhagens Restaurant daselbst. Ferner findet am Sonn- tag den 31. August eine Herrenparthie statt. Das Nähere wird noch im„Volksblatt" publizirt we,den. Ueber die Versammlung des FachvereinS der Schmiede tten wir bereits gestern einen kurzen Bericht gebracht, wir ssen heute einen ausführlicheren über die bemerkenswertbc Versammlung folgen: Der Fachverein der Schmiede hielt seine ordentliche Versammlung am Montag Abend 8'/, Uhr in den Gratweilschen Bierhallen ab. Herr Stadtverordneter Ewald referirte über Zweck und Ziel der Fachvereine, Referent begann seinen Vortrag mit dem Werth der Organi- sation überhaupt und verglich den Einzelnen mit einem Hölz- chen, welches man mit Leichtigkeit zwischen den Fingern zer- bricht, während die organifirte Arbeiterschaft ein ganzes Bündel solcher Hölzchen bildet und es gcböre schon eine außerordent- licke Krastanstrenj,ung dazu, dasselbe zu zerbrechen. Die ftüheren Innungen seien nicht blos zum Schutze des Hand- werks, sondern auch zum Schutze gegen das Raubritterthum ftüher ganz zweckmäßig gewesen, damals sei der Geselle gleich- sam ein Glied der Familie seines Meisters gewesen, das sei aber jetzt im Zeitalter der Dampfmaschinen ganz anders ge- worden, denn die Maschinen sind der Nagel zum Sarge des kleinen Meisters, welcher sich nun wieder an seinen Gesellen schadlos zu halten suche. Referent führt dann aus, das vor- nehmste und erste Ziel sei der Maximalarbeitstag und er zeigt an Beispielen, wie vorthellhast die Festsetzung eines solchen wäre und zwar nicht blos für den Arbeiter und seiner Familie, sondern auch für die Gesellschaft und Staat, in dem der Arbeiter dadurch länger erwerbsfähig und nicht so häufigen Krankheiten ausgesetzt sei, ebenso auch fich geistig besser ausbilden könne. Bei der Heu- tigcn Produktionsweise stehe jedoch der Arbeiter theilweise noch unter dem Vieh, denn dieses werde wenigstens bei seinen Jungen gelassen, aber die Arbeiterfrauen müssen fort hinaus in den Kampf um's tägliche Brot. Eine Reform des Lehr- lingswcsens sei ebenfalls herbeizuführen, denn heute sei für den Meister nicht die Hauptsache, daß der Lehrling etwas lerne, sondern der Meister will denselben für sich so viel als möglich ausnutzen. Referent schließt dann mit der Mahnung, ein- lich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden, nur ist Herr Milde der Memung, daß diese Reformen von oben herab eingeführt werden müßten. Ein von Herrn Fcllenbcrg eingebrachter Antrag, eine Kommission zur Erhebung einer Statistik über Arbeitsdauer in den einzelnen Werkstätten und über Arbeitsvermittelung und deren Kosten zu ernennen, wurde auf spätere Zeit vertagt. Die Versammlung war von ca. 200 Kollegen besucht und berechtigt der junge Verein zu den besten Hoffnungen. Das Krankenkassengesetz macht diversen Leuten bereits arges Kopfzerbrechen, und zwar hauptsächlich deshalb, well viele immer noch nicht wissen, wie sie eigentlich daran sind. An Belehrung und Aufklärung m Versammlungen und durch die Presse hat es wahrlich nicht gefehlt, aber trotz- dem giebt es noch gerade genug Interessenten, die fich in der haarsträubendsten Unkenntniß befinden. In den Arbeiterkreisen allerdings hat die Zahl der Unaufgeklärten erheblich abgenom- wen, während in vielen anderen Kreisen oftmals der klare Wortlaut der Paragraphen nicht verstanden wird. Letzteres zeigt sich namentlich bei verschiedenen Gemeindebehörden auf dem Lande und nach den uns schon zugegangenen Mittheilungen zu urtheilen, kann es, wenn das Gesetz erst einmal vollstänoig in Kraft tritt, da und dort schön zugchen.— Die„Frk. Tgp", ' hinzu, der wir diese Ausführungen entnehmen, fügt noch hinzu, daß die Nürnberger Fabrikanten fich zum größten Theil auf den sehr vernünftigen Standpunkt stellen, keine Fabrikzwavgs- tassen zu gründen, sondern ihren Arbeitern die Art der Ver- ficherung nach freiem Ermessen zu überlassen. Bei einer Be- sprechung zwischen Industriellen und einem Magistratsbeamten ist dieser Standpunkt zur Geltung gelangt. Dabei haben die Arbeiter keine Belästigung und die Fabrikanten sparen das Geld für den Zuschuß. In gewissen Berliner Kreisen wird man allerdings ein„dummes Geficht", wie der Nürnberger Lokalausdruck lautet, zu dieser ablehnenden Haltung der Fabrikanten machen. H. Eine Versammlung des Fachvereins der Tischler findet heute, Donnerstag, den 21. d, M-, Abends SV» Uhr im oberen Saale von Wolff und Krüger, Skalitzerstr. 126, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Rektors C. Noack über „Interessantes aus der mathematbischen Geographie." 2. Ver- schiedenes. 3. Fragekasten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Tie Monatsversammlung des Vereins der Verliner Bäckergesellen zur Wahrung ihrer Interessen findet am Donnerstag, den 21. August, Nachmittags 3 Uhr, Sophien- Straße 34 statt. Tages Ordnung; 1. Berichte vom Verbands- tage des Germanim Verbandes. 2. Das Vorgehen des Herrn Lavemeister Bernard gegen Herrn R. Hoppe. 3. Aufnahme neuer Mitglieder jc. Sämmtliche Vergolder Berlins find zum Montag, den 25. August, Abends 8'/, Uhr, nach Schcffer's Salon, Jnselstraße 10, eingeladen. T.-O.: Bestätigung des neuen Vereins, Vorstandswahl, Aufnahme neuer Mitglieder. Wermiscktes. Eine furchtbare Szene hat fich Montag Aaend in der Landes- Irren- Anstalt zugetragen. Zwei dort in einem und demselben Lokal untergebrachte Irre, der Glasdruckcr Wilhelm Hanich aus Friedrichswalde(Bezirk Reichenberg) und der Ar- beiter Anton Swododa geriethen in Streit, in dessen Verlaufe der Erstere dem Letzteren eine Ohrfeige versetzt. Dieser gerieth hierüber derart in WutH, daß er auf Hanich losstürzte und denselben, obgleich die Wärter sofort hcrbeisprangen, erdrosselte, — Hanich kam vor 10 Tagen aus seiner Heimalhsgemcinde in die Stadt Weinberge, wo er sich eine Wohnung miethete. Drei Tage darauf stürzte er in Folge eines epileptischen An- falles auf das Straßenpflaster nieder. Hierbei erlit er eine so bedeutende Verletzung am Kopfe, daß er in das allgemeine Krankenhaus geschafft werden mußte. Dort begann er zu toben und wurde, da er Spuren von Geistesstörung zeigte, in die Irrenanstalt in der Katha- rinengasse gebracht. Einige Tage vor ihm ist dorthin der Nagelschmied Swododa aus Hostomitz eingeliefert worden. Dieser hat die fixe Idee, Kaiser von Marokko zu sein, hält sehr viel auf seine Majestät, Niemand darf ihm im Jrrenhause widersprechen. Zugleich sieht er Bierfässer und Champagner- flaschen in der Luft fliegen und vertheilt sie großmüthig an die übrigen Irren. Am Monrag vromcnirten mehrere Geistes- kranke, unter diesen die zwcr Genannten, auf dem Korridor der Anstalt. Hanich begann plötzlich zu toben und versetztr dem Swoboda eine Ohrfeige. Dieser stürzte fich auf Hanich, warf ihn zu Boden, kniete auf ihn nieder, würgte ihn und bearbeitete dessen Brust mit Stößen. Drei Wärter sprangen sofort herbei und versuchten den Swoboda von Hanich zu trennen. Bevor ihnen dies gelang, war Hanich bereits eine Leiche. Die von den Gerichtsärzten vorgenommene Sektion der Leiche ergab, daß Hanich mehrere Rippen gebrochen hotte. Sein Tod ist in Folge Erstickung eingetreten. Hildesheim, 19. August.(Pnvatmittheilung.) Heute Nachmittag wurden Hierselbst bei einem schweren Gewitter ein Kutscher und zwei Pferde erschlagen. Der Blitz demolirte fa- ner mehrere Thürme von der Schule, schlug dann in einen Schornstein ein und tödtete ein Schwein und zwei Ziegen. n Eingesandt. Bekanntlich tritt mit dem 1. Dezember d. I. das Reichs* krankenkassen- Gesetz in Kraft, dessen Hauptbcstimmungen das Interesse jeden Arbeiters sowohl, als auch das der arbeitenden Frauen in Anspruch zu nehmen geeignet ist. Bis zu diesem Termine müssen alle Personen berderln Geschlechts, welche u> gewerblichen Etablissements beschäftigt find, einer sogenannte« Zwangs-Krankenkasse beitreten, auch wenn sie bereits ewur Lokal-Krankenkoffe angehören. Von dieser Verpflichtung wird jede gewerbliche Arbeiterin befteit, welche einer gesetzlich an- erkannten freien Hilfskaffc angehört. Da nun vorausfichtuch die bestehenden kleineren Lokal-Krankcnkassen über kurz od« lang unzweifelhaft von den in's Leben tretenden Zwangs* lassen verdrängt werden, so empfehlen wir jeder Arbeiterin D* Beitritt zur Zentral-Kranken- und Begräbnis!* Kasse für Frauen der Buchbinder, Porte* feuiller und anderer Geschäftszweige jeber Art in Deutschland, E. 5)ilfslafle Nr. 26, Offenbach a. einer gesetzlich anerkannten eingeschriebenen Hilfskasse, der ver* zutreten schon insofern von Interesse für jede Arbeiterin seu> muß, als diese eine große Gemeinschaft bildet, welche fich üb« ganz Deutschland ausgebreitet hat, also auch jeder Arbeitet in dem kleinsten Orte den Eintritt ermöglicht, indem die SWst überall da, wo fich zehn Mitglieder befinden, eine örtliche V«* waltungsstelle enichtet. Aber auch da, wo noch keine örtlicde Verwaltungsstelle fich befindet, können Frauen und Mädeb» jederzeit aufgenommen werden, sobald fie fich an den Zenttai- vorstand wenden. Die Mitgliedschaft ist überbaupt unabhängrg von dem jeweiligen Wohnorte, da jedes Mitglied hinziehen und wohnen kann, wo es will. Solche Mitglieder, welche w Orten wohnen, wo noch keine örtlichen Verwaltungsstellen öe* stehen, werden vom Zentralvoi stände entgegengenommen.� Zur Aufnahme in die Kasse find alle gesunden Frauen und Mädede» jeden Standes und Gewerbes, also auch Hausfrauen rc. berccbtigl- welche das 15. Lebensjahr encicht und das 45. noch nicht üb«* schritten haben. Das Eintrittsgeld bettägt 1 Mark und wM> der Eintritt mittelst Aufnahmeschein und ärztliches Attest voll* zogen. An Orten, wo eine örtliche Verwaltungsstelle bestehl, .----- pro Woche. Außerdem stellt die Kasse_______ Brillen und Bruchbänder, resp. eine Beihilfe zur Anschaffung derselben. Bei andauernder Krankheit zahlt die Kasse 26 Wochen das Verpflegungsgeld Das Begräbnißgeld wird an»rt Erben verstorbener Mitglieder prompt mit 60 Mark ausbezahU- Jede gewünschte Auskunft, sowie Aufnahmescheine ettbe»' Rudolf Schultze, Zentral- Vorfitzender, Offenbach a. M, Lu«* wigsstr. Nr. 21. Welchen Nuxen und Segen die Kasse ihren Mrtgliedern in Krankhcits- und Todesfällen gewährt, geht obiger Darstellung gewiß deutlich hervor, und laden wir � balb Mädchen und Frauen jeden Standes und Gcw««� hiermit höflich ein, fich dieser Kasse anzuschließen. Die Leistung fähigkcit der Kasse ergiebt fich wohl am besten daraus, daß "•-*-■-------. m f. Zahl der Mitglieder am 1. Juli weit über 1200, der Rcsero? fond aber an diesem Tage 3500 Mark betrug. Der Be% mächtigte für Berlin ist: Herr Richter, Andreasstraße 20, G* 3 Treppen, derselbe nimmt Anmeldungen entgegen. Briefkasten der Hedaßtion.. Vehrend. Steinmetzstraße. Herr D. hat bis jetzt s"; einmal eine Ankündigung hierher gesandt, aus welcher» nicht ersehen konnte, ob es fich um ein Inserat oder um � Notiz für den redaktionellen Theil handelte. Wir Hab«'. � selbe in Nr. 73 gebracht, seitdem hat Herr D. nichts w>e von fich hören lassen. Seine Behauptung ist also unway�- F. B.. Halleschestr. Der Herr, welcher fich ben macht, leickitgläubigen Zeitungen derartige veraltete und sinnige Nachrichten zuzutragen, heißt Rosenthal. Sollu Ihnen nicht bekannt sein?. N Lindenstraße. Das ist nicht strafbar, da � treffende Gegenstand rechtlich in Ihren Besitz übergega ö ist. Sie haben denselben doch nicht etwa auf„Abzahlung nommen? Dann ist es natürlich etwas anderes.,,° iß L ft R. Die Versagung des Wandergewerbesch«" auf Grund des§ 57, 5 der Geweideordnung erfolgt- � findet nur das Rechtsmittel der Beschs an die unmittelbar vorgesetzte Äussichtsbchörde statt. � d« G. ft. 10C0. Ter Miethsvertrag verengert stw��te Unterlassung der Kündigung� um die rmJBertrage �.�t. Zeit. Zur Räumung am 1. Oktober find Sie nicht verpp Theater. „Die Donnerstag, den 21. August. Opernhaus:„Die Jungfrau von Orleans." Schauspielhaus: Keine Vorstellung. Deutsche« Theater: Geschloffen. Neues Friedrich» WUHelmstädtischeS Theater: Fledermaus." Wallner» Theater: Hotel Blancmignon. Ostend-Theater:„Ein Gottesurthell." Walhalla»Operetten»Theater: Nanon. LutsenstädtischeS Theater: 112. Opern- Vorstellung... Diavolo, komische Oper in 3 Akten. Mustk von Auber. Vellealliance-Theater:„Buchholzen's."___ Todes Anzeige. Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser einziges Söhnchcn nach kurzem aber schwerem Leiden sanft und ruhig entschlafen ist. 610 Die trauernden Eltern Julius Apelt nebst Frau _ geb. Minna Kaiser. Arbeitsmarkt. J-» V Maßnehmen. Zeicht (G�rhtlPt OPTtt schneiden lönnenDame wUmtlVliU für 10 M. gründlich huen und Zu» Domen i 4. Woche« gründlich erlernen in ver Dawenschneiderei von Clrn Bocleutturgr, Alte Jakob» ftraße 62 II, Ecke Sebastianstraße_ 603 Das unentgeltliche Arbeilsnachweise-Bureau der Metall-Arbeiter-Gewertschaft befindet fich Ritterstr. 123 im Restaurant Sodtte. 581] Komm Mission. Mauerstr. 81, 1 Wohn. 3 Stuben. Küche Bod. u. Wasser!. 2 Tr. hoch ist zum L Oktbr. f. 210 Thlr. zu vermiethen.[608 Volks- Versammlung Donuerstaa den 21. Aug. Abends 8 Uhr in Baum- bachs Eafino, Prinzenstraße 94. Tagesordnung: Die Stellung der Arbeiter zu den verschiedenen Parteien bei der Reichstagswahl. Referent Herr Stadtv. Ferdinand Ewald. 607 Jedermann hat freien Zutritt. Freie DiSkusfion- Der Einbernfer. Große allgemeine Volksversammlung in Habels Brauerei, Bergmannstraße 5—7. Sonntag, den 24. August 1884, vormittags 10 Uhr. Tagesordnung: Wie verhält fich die arbeitende Bevölkerung den schiedenen Parteien gegenüber. Referent Herr Sladtoermdneter Ewald. ver- Um zahlreiches Erscheinen ersucht der Einberufer. [621 Fachverein d. Gürtler u. Bernssgen offen. Heuenpartie, Sonntag, den 24. August 1884, nach Johannisthal. Sammelpunkt bei Bettien, Schlefischcs Thor. Abmarsch präzise 7 Uhr früh. 611 Fächverein der Tischler. � Heute den 21. Aug. Abends 3'/, Uhr im oberen Saale bei Wolf u Krüger Skalitzerstr. 126, Versammlung. Tagesordnung; 1. Vortrag über Interessantes auS der B«raum.°ruud« ücedacreu- R. vra�erm m�rw D»ut uav Berta« o«*«t».om« Die Audjbnidbrei VOO MAX BABING Beuthstrasse 2 empfiehlt sich zur Arifertigung sämmtlicher Druck arbeiten, in geschmackvoller Ausfuhrung; ru solkten Preisen- ej|gnaj(a]i@j(ajiaji@jißjßiisifE� Ich babe meine sälk � Sonntag Niefi's Salon, Komm andante nstrabe 7 Die Rr. 7 der humoristischen Blätter ist erschienen und in der Exped. d.„Bert V"— in lvectrn s*. iveuthstraße X