B ne br te it 2 1 el пе ch 16 11 ent bs at 70 E Der te eit er be en d. ig TALLERS d be le 35 Der Se Th RESE 商 # Str. 122. Wit Me xxl rond on Plowertom nyoustunded @ it 19 diff llo Dienstag, 26. August 1884. I. Jabrg. end Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berlines Bellsblatt afcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Rummern 5 Bf. Bostabonnement pro Duartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Rach trage der Bofizeitungspreislifie unter Nr. 7198.) Fnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Sei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinfunft. Inserate werden bis 4 ti Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annoncen Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. Abonnements- Einladung. Für den Monat September eröffnen wir ein neues Abonnement auf das Intelligenz der Städte, dann drückt der Junker dem ,, Bruder Bauer" gern die Hand und der Bruder Bauer" ist freudig dabei, nach junkerlichen Begriffen die Kultur retten zu helfen. Wie hat sich dies Alles geändert seit breihundert Jahren! Unter dem Drucke der Feudallaften gab es teine größeren Berliner Volksblatt." Gegenfäße als Junker und Bauern. Die Demokratie hat Frei ins Haus fostet dasselbe 1 Mark, Bestellungen werben von fämmtlichen Zeitungsspediteuren, sowie in der Expedition, Bimmerftraße 44, angenommen. Für Außerhalb nehmen alle Bostanstalten Abonnements entgegen. für den Monat September gegen Zahlung von 1 Mark Den neuen Abonnenten wird der bisher erschienene Theil des fesselnden und interessanten Romans Das Kind des Proletariers" aus der Feder von U. Rosen soweit der Vorrath reicht soweit der Vorrath reicht bition Zimmerftraße 44 gratis verabfolgt. gegen Vorzeigung der Abonnements quittung in der ExpeKonservativer Bauernfang. den Bauer vom Drucke des Feudalismus befreit, indem sie den Gedanken der Bauernbefreiung auf den Schild hob und seine Durchführung erzwang. Zum Danke dafür bildet heute ein großer Theil der Bauern die treueste Gefolgschaft der Junker und doch würde der Bauer heute noch leibeigener fein, wenn es auf diese Junter anfäme! Gegenwärtig werfen die konservativen Agitatoren wieder das Schlagwort von der Erhöhung der Kornzölle in die Maffen. Der Bauer fieht die Freunde des Schutzzolls für das Korn als die feinigen an. Aber ist denn dem Bauer aus den Rornzöllen bisher irgend ein Den müßte man erst nachweisen. Vortheil erwachsen? Was kann dem Bauer, der seinen eigenen Bedarf an Getreide und allen Feldfrüchten selbst baut, daran liegen, ob fremdem Getreide der Zugang in's Land erschwert wird? Ihm macht das amerikanische und ungarische Korn doch keine Konkurrenz! Nur die großen Grundbesißer und die Getreibehändler fönnen ein Interesse an" Schutzöllen" gegen die Einfuhr fremden Getreides haben und sie muthen ber großen Masse der Konsumenten, die ihren Bedarf an Getreide nicht selbst produziren, zu, höhere Brotpreise zu zahlen, damit den Herren Großgrundbesißern und GroßJunter machen babei ganz gute Geschäfte, fie geben sich Die den Anschein der besten Bauernfreunde" und erzielen zugleich höhere Preise für das auf ihren Gütern gebaute Die Wahlen nahen heran und da müssen die tonfervativen Lockvögel den Wählern eins vorpfeifen. Vor Allen ben Bauern. Denn wo wäre die konservative Strömung, wenn die Bauern nicht wären! Sie würde sich beschränken auf Hof- und Landräthe, auf Junker, auf gesinnungstüchtige Meinbürgerliche Philifterthum. Aber da sind ja noch die flußt find. Nicht Alle zwar, denn wir haben auch liberale, ultramontane, demokratische und welfische Bauern, es giebt Rorn. Die Ronfervativen, die sich so gern und so oft für die ber Bauer gern fich fonservativen Neigungen hingiebt, liegt patentirten Freunde des armen Mannes ausgeben, nehmen in der Natur der Sache. Der Bauer ist an seine Scholle also nicht die mindeste Rücksicht darauf, daß sie durch eine Bon ihm erhalten. Dieses Vorurtheil wird von den KonSefeffelt und wähnt, die ganze übrige Bevölkerung würde solche fünstliche Steigerung der Breife ber nothwendigsten Lebensmittel die Lage des armen Mannes" nur noch fervativen geschickt ausgenußt. Fern vom rauschenden Ge- schwieriger gestalten. Man erwäge die schlechten Erwerbstriebe der Städte, hat sich der Bauer an eine gewisse Ein- verhältnisse und bedenke, daß die Steigerung der Preise der förmigkeit des Daseins gewöhnt; er liebt die Veränderungen Lebensmittel gar nicht in einem auch nur annähernd erträg fcheinen und oftmals auch wirklich bedrohen. Die konfer tommenden Wahlkampfe wird man sich über diese unheilH genug sein, den Konservativen weitere Fortschritte zu gewährEin Brief Stanley's. Das„ Centralblatt für die Interessen der Volkswirthschaft" veröffentlicht aus einem an den Herausgeber des Blattes gerichteten Privatbriefe Henry M. Stanley's, betreffend Deutschlands Stellung am Kongo, folgendes: Paris, 18. Aug. 1884. Ich bemerke, daß Deutschland endlich anfängt, ein Intereffe an unseren Angelegenheiten zu nehmen. Ich selbst freue mich darüber. Die Deutschen pflegen jede Frage einer sorgfältigen Analyse zu unterwerfen und mir würde es feine Sorge einflößen, wenn Deutschland es unternehme, den Geist und den Zweck dieser Bewegung am Kongo zu analyfiren. Ich bin gewiß, daß dasselbe Ursache zum Nachdenken finden und für seine Mühe belohnt werden wird durch die That fachen, die an's Licht kommen würden. Ich wünsche, daß ich genug Meister der deutschen Sprache wäre, um persönlich nach Deutschland zu fommen, um alle und jede Frage zu be antworten. Es giebt gewiffe Fragen in Bezug auf den Kongo, welche von den Deutschen selbst am besten beantwortet werden Tönnen; Ist es wünschenswerth für Deutschland, Einfluß auf das Wert der Civilisation, das fürzlich am Kongo begonnen worden ift, zu befizen? Auf welche Art will Deutschland den Versuch machen unabhängig oder als Verbündeter anderer großer europäischer Mächte? Will Deutschland fich anderen Mächten anschließen zum Schuß der Internationalen Gesellschaft" und dadurch die Begründung und das Wachsthum der Freien zu nehmen, welche die Geſellſchaft bietet? Oder wird es die Ansprüche Portugals auf den unteren Kongo anerkennen, in der Hoffnung, daß Portugal ihm als Gegenleistung Konzessio nen und Borrechte gewähre? Wenn Deutschland Interesse für Centralafrifa befigt und den hegt, zu so terrichtet sein: Db es im Stande wäre, dort irgend etwas zu muß es zuerſt hauptsächlich über einen Bunt vollstärben, to unternehmen und zu erreichen, wenn die Ausfuhren aus Deutschbeläftigenden Tarifen, Vorschriften und Verpflichtungen unterworfen wären, welche in dem Mozambique Vertrage aufges führt find. land in den afrikanischen Einfuhrhäfen den bediückenden und Wenn Deutschland geneigt wäre, ein Bündniß mit Bore tug af einzugehen, so müßte es jeden Bertrag mit Diefer Blacht auch seine Bermit der größten Sorgfalt prüfen, denn so klein Portu Wenn man dies bezweifeln sollte, so erinnere ich an die an feine Seite lockte. Zwischen den Beilen dieses Vertrages Lofer Weise den Gegenfas zwischen städtischer und ländlicher wieder die Sozialreformer" spielen wollen, flar werden fräge sind vollendete Erzeugnisse. vative Agitation hat in letter Zeit in geradezu gewiffen- volle Politik der Konservativen, die auf der anderen Seite Bevölkerung zu verschärfen gesucht und dadurch gegenseitige müssen und die bäuerlichen Vorurtheile werden nicht start Art und Weise, wie Portugal unlängst die britische Regierung Antipathien hervorgerufen, die noch sehr unbequem werden tonnen. Aber was fümmert das die Herren Junker und leisten. Auch der Bruder Bauer" wird sich eines Tages erblickt man die Macht, welche es fich vorbehalten hat, um Juntergen offen! Wenn nur die bäuerlichen Vorurtheile enttäuscht sehen. Je später diese Enttäuschung kommt, desto Zölle und Abgaben zu erheben einen Damm bilden helfen gegen die vorwärts drängende bitterer wird sie sein. Radbrud verboten 891 Feuilleton. i un sim Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. ( Fortsetzung) " nachdem er eine Strede gegangen war, einem mit Klee belade nen Wagen, den ein junger Bursche lenkte. Ich gebe Dir ein tüchtiges Stück Geld," sagte Tim, Rupert auf den Alee bettend, wenn Du mich so schnell, als Deine Pferde vermögen, nach Bide- Hall fährst." Lady Bide, Myra, die Gräfin Joria und noch einige Freunde faßen auf der Terraffe des Schloffes, als Tim Titlow mit vor Eile glühenden Wangen und eine trübfelig aussehende Gestalt in seinen Armen haltend, auf die Herrschaften Unfern von ihrem Belt ftand an einem Seitenwege eine Steineine Hütte. In demselben Monat Juni erhielt Tim Titlow die Nachricht, daß ein Onkel in Hertford ibm hundert zufam. Bfund hinterlaffen hatte. Er vei schaffte fich Urlaub, begab fich zum Begräbniß, nahm sein Geld in Empfang und marichirte wieder heimwärts. Gerade am zwanzigsten Juni hierher zurück. Je eher Sie ihn zu Bette schaffen, desto beffer Meine gnädigen Damen," sagte Tim, ich fand den fleinen jungen Herrn, den Sie Alle lieben und bringe ihn wird es für ihn sein, und auch schleunige ärztliche Hilfe wird führte ihn fein Weg an der alten steinernen Hütte vorüber, und als er in ihrer Nähe war. rief ihm eine Stimme schauer ihm noth thun." lich entgegen: Wahrbeit!" Bu derfelben Beit, in der Tim die Stimme aus jener einsamen Hütte vernahm, hatte sein verworfener Better, Toni Betigrew, mit Sir James Wrigley in Clematis Villa eine heimnisvoll. Tim Titlow! Tim Titlow! sagen Sie mir die reine " Das will ich gern thun," schrie Tim, aber wer fordert ernste Unterredung. Toni war benebelt und that ſehr gemich in dieser Weise auf, zu reden, he?" En fleines Fenster der Hütte stand offen, und Tim Stedte feinen Kopf hinein, um zu ſehen, wer nach ihm rief, aber er vermochte in dem dunklen Raume nichts zu unter Wer nannte meinen Namen?" fragte Tim. Reine Antwort. Titlor?" Gott steh mir bei!" flüfterte Titlow.„ Einst sah ich einen Geist, und heute höre ich einen. Was ist mit Dir, Francesca, Francesca Joria, sprich zu mir!" bat eine Stimme in der Dunkelheit. Best wift Du dort hineingeben," ermannte fich Tim, und nachieben und Deine Pflicht thun wie ein Mann." Er stieß die schwere hölzerne Thür auf, und als seine in einem Binfel einen Haufen Stioh und auf diesem eine ,, Gnädiger Herr, ich brauche zehn Pfund, um jenen Knaben Was! ist er todt?" zu begraben. 11 Ja wohl, Euer Gnaden." drill a Wann ist er gestorben? Wo ist er gestorben? Wie ist er geftorben?" 2010 So in die Enge getrieben, zögerte Toni.usda eine böse Krankheit. Er Er befam den Typhus war gerade noch nicht toot, als ich ihn verließ, aber ich treffe ihn ficher nicht mehr lebend an. Er liegt in einer Hütte am Wege." Es ist meine Pflicht, daß ich nach ihm sebe," sagte der vori chtige Wrigley, froh diesen Theil seiner Befürchtungen bald begraben zu fönnen. dun Geh voran. Toni, und warte am Wasserfall auf mich." Von dem Drte des Stelledichein's begaben sich die Beiden menschliche Gestalt. Tim Titlow überlegte nicht lange. Er nach der Hütte, die Tim eine Stunde zuvor mit seiner Bürde erfannte. Hier herein, gnädiger Herr! hier liegt er. Man hört feinen Laut, gewiß ist er schon todt." Und sich in dem düsteren Raum niederbeugend, um auf dem Stroh nach der Leiche zu taften, fühlte Toni nichts von dem was er suchte. Er stieß einen lauten Schrei aus. lud den Fieberglühenden, der vor ihm ächste, auf seine Schul- verlassen hatte. tern und trug ihn hinaus ans Tageslicht. in dem Tim Titlow den verlorenen Sohn der Lady Bide Wiederum bedeckten Loden den schönen Kopf des Knaben, nach Haus zu schaffen. Rasch schritt er vorwärts, feine Laft Des ehrlichen Tim einziger Gedanke war jest, den Strankenbehutsam in den Armen tragend. Bum Glück begegnete er, Er ist fort!" und zwar so, wie es nur Bortugal versteht von jedem Artifel, der nach Afrifa eine möchte Dir am liebsten den hals umdrehen. Der Knabe ist Dir entschlüpft, und Du wolltest mich mit diesem Märchem hintergehen," und Toni gegen die Wand schleudernd rannte er davon. Auf dem Wege nach dem Barth'schen Schloß begegnete er seiner Tochter Milly. Die Augen des Mädchens strahlten vor Freude. designe DPapa, bist Du nicht froh? Lady Bide's Rupert ist wieder da. Er ist schwer frant nach Hause gebracht worden, aber sie werden ihn schon wieder gesund machen. Ach bist Du nicht auch froh, Papa?" ng misung 19. Rapitel. Db Lady Bides Liebe für ihren Adoptivsohn fich während des Jahres seiner Abwesenheit vermindert hatte oder nicht, in dem Augenblid, da er frant, bewußtlos, in Lumpen ge büllt wiederum auf ihre Fürsorge angewiesen war, erwachte Wäre Rupert ihre ganze Zärtlichkeit für ihn in alter Stärke. ein Bring von Geblüt gewesen, er hätte feine aufmerksamere Pflege, feinen befferen ärztlichen Beistand baben fönnen, als ihm gewährt wurde. Lady Bide und Myra Barth weilten beständig an seinem Krantenbett. Der Knabe durchlebte in seinem Fiebermahnfinn nicht die Scenen seiner Landstreichereristenz, sondern die Stunden, in welchen er zuerst entdeckte, daß er das angenommene Kind der Lady Bide sei. Au sein Stolz, all' fein empfindsames Burückbeben vor der Mißachtung, sein Kummer sein leidenschaftlicher Schmerz tam glübend zum Ausdruc und Lady Bide fühlte sich von dem tiefften Antheil für den Knaben burchbrungen und liebte ihn bald zärtlicher, als je zuvor. Rupert's Flucht hatte ihm einen neuen und mächtigen Feind erweckt. Lord Bide duldete nur widerstrebend, daß seine Tante ein Rind von unbekannter Geburt adoptirte. Die Thatsache, daß der Kuabe eines der Opfer der be rüchtigten Kinderpächterin war, hatte Lady Bide wohlweislich verschwiegen und nur ihre vertraute Kammerfrau, Lady Barth und Myra wußten darum. Aber Lord Bide wußte, daß das Kind von gemeiner Herfunft war, wie er es nannte, und er sah deshalb die Gegen wart des Knaben in seiner Familie nur ungern. Als Rupert verschwunden und dadurch Aufsehen erregt hatte und zum allgemeinen Gespräch geworden war und neugierige Fragen sich an seine Person knüpften und die Angelegenheit zulegt in die " Fort?" Er ist niemals hier gewesen, Betrüger! Ich Zeitungen gedrungen war und sogar in die geheiligten Räume geführt oder aus Afrika ausgeführt wird, zum Ruin jeder Unternehmung. Man muß sich auch vergegenwärtigen das Biel seiner hartnädigen Ansprüche auf Macht an der Küste und am Kongo: Portugal verlangt es nur nach den Einnahmen, welche die Unternehmungen der Internationalen Ges sellschaft" und des Handels in seinem Bereich abzuwerfen ver fprechen. Portugal wird niemals einen Pfennig zur Aufmun terung des Handels opfern aber es wird stets bereit sein, den Handel mit stärkeren Fesseln zu binden, durch die Anlage von Forts und Bollhäusern und durch die Errichtung von Compagnien zudringlicher Angestellter, die von Unglüdlichen unterstügt werden, welche wegen Verbrechen aller Art durch die Polizei aus Portugal ausgewiesen worden sind. Der arme Kaufmann oder der arme Ansiedler oder Mis fionär wird außer den Zöllen auch noch zu bezahlen haben: Hafenabgaben, Leuchthurmabgaben, Einkommensteuer, Abgaben vom Verlaufe und von der Eigenthumsübertragung, Haus abgaben, Schifffahrtsabgaben u. 1. w. ein reicher Strom von Gebühren für die Angestellten. Das geschieht allenthalben auf portugiesischem Gebiet und fein Vertrag wird den Kauf mann gegen diese Bedrückung schüßen; wenn die Worte nicht so haarscharf ausgewählt werden, als die Sprache es gestattet, so wird nichts den Handel in Afrika gegen die Bebrückung schüßen. Wenn Deutschland geneigt ist, die Internationale Afri tanische Gesellschaft" zu unterstügen, so muß es sich fragen, welche Vortheile es davon erwartet? 314 foll fich im Ganzen um bedeutende Summen handeln. Abficht, dies Syftem zu beschränken und so ist er Mitschuldiger| monopols, an deren Gewinn alle Beamten participir an der Bertheuerung des Brodes. Das angedeutete System geht sogar so weit, daß ganze Schiffsladungen von Weizen einst in die Themse versenkt worden find, um die Lager bei einer reichlichen und guten Ernte zu räumen, um das neue Getreide aufzuspeichern und verkaufen zu können, ohne daß die alten Preise durch zu großes Angebot von Getreide auf dem Markte gedrückt wurden, " Neue Enthüllungen? Der Klerikale ,, Westfälische Merkur" schreibt: Es war im Jahre 1875 nur auf das spezielle und bringende Ersuchen des Herrn Abg. Windthorst und einiger anderer Mitglieder vom Centrum geschehen, daß die ,, Germania" ihre damals begonnene Enthüllungen über die Betheiligung nationalliberaler und gouvernementaler ErzKulturpauler am Gründungsschwindel plößlich unterbrach. Der noch ungedruckte Theil des betreffenden Manuskripts ist aber noch wohl verwahrt und könnte vielleicht noch einmal in einer Broschüre an die Deffentlichkeit kommen, wobei sich herausstellen würde, daß Herr Ridert in gewiffen Dingen ein unschuldiges Kind ist gegenüber manchen andern berühmten" Männern des Tages!" Die Centrumspreffe möge fich doch mit ihren Enthüllungen nicht geniren die Herren NationalLiberalen und Gouvernementalen verdienen es nicht beffer. Uebrigens war es von Herin Windthorst nicht schön, daß er augenblicklicher Vortheile halber das löbliche Beginnen der Germania" unterbrach. Darauf tann man in Kürze antworten: Was die Gesellschaft Amerifa geantwortet hat, das wird fie auch Deutschland antworten: daß Deutschland freien Zutritt haben wird, freien Eingang und Ausgang nach und von den Terri torien, ohne Zölle zu bezahlen, für jeden Kaufmann, jeden AnFiedler, jeden Miffionär, der Ursache hat, ein Interesse an Afrifa zu nehmen; daß teine Nation Vorzug vor der andern haben soll: daß der Kaufmann jede Auf munterung erhalten soll, Handel zu treiben, wo immer es ihm beliebt, daß der Ansiedler in die besten Landschaften im Rongobeden geführt werden soll; daß ihm die Gesellschaft jeden Schuß, deffen er bedarf, und jede Hilfe, die zu gewähren in der Macht der Gesellschaft liegt, freigebig gewähren wird; daß der Missionär das Feld seiner Wirksamkeit selbst wählen und die Eingeborenen erziehen soll, ohne daß ihn jemand darnach fragt, welchen Glauben er ausbreiten will. Die Gesellschaft, welche über hinreichende Geldmittel verfügt, die aus dem jährlichen Ertrag eines bereits durch Subskription ge bedten Fonds stammen und bedeutend genug sind um die Bedürfnisse der Verwaltung der ins Leben tretenden Freien Staaten zu bestreiten, wird jedes Jahr eine bestimmte Summe für öffentliche Arbeiten verwenden: wie Eisenbahnen und Bewässerungs- Anlagen. Die Gesellschaft wird es als eine besondere Pflicht ansehen, Wege nach allen Richtungen anzulegen, wo Verbindungen nothwendig find. Der Standalprozeß in Dublin wurde fortgesett bert Fowler und der blinde Daniel Confidine, weld Häuser in Dublin für widernatürliche Verbrechen offen wurden schuldig befunden und zu je zwei Jahren Buchha verurtheilt. Der Stabsarzt Dr. Fernandez aus London freigesprochen. In Paris muß es für die Deutschen doch immer recht gut zu leben sein, denn nächst den Belgiern find von de Ausländern die Deutschen am Stärksten vertreten und mit über 31 000 Bersonen; das ist fast ein Fünftel aller länder. Deutsche Frauen giebt es in Baris 300 mehr, deutsche Männer. Die Pariser erwägen schon längst wie auf die glanzvo Weise das hundertjährige Jubiläum des glorreices Jahres 1789 gefeiert werden könnte. Man hatte zunächst e große Weltausstellung geplant, an welcher alle Böller the nehmen sollten. Jezt ist ein neuer Vorschlag aufgetaucht, von sehr viel Chauvinismus zeugt. Es soll 1889 eine g artige Ausstellung abgehalten werden, aber eine ausschlic französische und oor Alem historische. Sie follo ständig ein Ausdruck der Macht, der Mission und des fo schritts von Frankreich feit 1879 bis auf die Gegenwart je Jede Provinz, jedes Departement soll in Gruppen einzeln du feine Denkmäler, feine Industrie, seine Kunst, feine Land trachten, feine Ueberlieferungen und sonstigen Eigenthümli feiten vertreten sein. Die Provinzialmuseen, die Brivatsam lungen sollen ihre Gemälde, ihre Statuen, ihre Manuftripk und ihre sonstigen Kunstwerke und interessanten Artikel liefer Es soll also ein lebendes historisches Panorama Frankrei eine Darstellung des vergangenen Jahrhunderts gegeben dadurch das französische Nationalbewußtsein gehoben und stärkt und Anregung zu weiterem emfigen Schaffen gebotes werden. Zum Schluß ist noch zu erwähnen, daß man d Platz für Elsaß- Lothringen nadt und fahl lassen will, wid von diesen Staaten soll auf der Ausstellung erscheinen, fie fol Blan nicht die allgemeine Billigung finden. Sein ein eben ganz national- französisch sein! Hoffentlich wird diela Lassale verboten! Die Berliner Zeitung" läßt fich aus Barmen berichten, daß vom dortigen Ober- Bürgermeister der Verkauf von Medaillen von Lassalle auf Grund des Sozialistengefeges verboten worden sei. In dieser Form ist die Nachricht jedenfalls unrichtig. Wenn die Medaille als Druckschrift"(§ 2 des Preßgefeßes) ange sehen wird, so hatte der Oberbürgermeister von Barmen nach dem Sozialistengeset nicht das Recht, den Vertrieb dieser Druckschrift" zu verbieten, sondern er tonnte nur die vorläufige Beschlagnahme anordnen. Das Verbot fteht nur der Landespolizeibehörde, in diesem Falle der Regierung in Düsseldorf zu. Uns scheint, daß es fich hier wohl nur um eine Gewerbetontravention handelt. Die Möglichkeit aber, die vorläufige Beschlagnahme der Medaillen von Laffalle auf die vorläufige Beschlagnahme der Medaillen von Lassalle auf Grund des Sozialistengeseges, ist nicht ausgeschloffen, da Aehnliches schon häufig dagewesen ist. Was aber werden zu einer folchen Konfislation Fürst Bismard sagen und alle diejenigen, welche Laffale immer mit der heutigen sozialdemokratischen Be wegung, gegen welche ja das Sozialistengesez erlassen worden ist, in einen Gegensatz zu bringen fich bemühen? Die sozial politischen Schriften Laffalles find übrigens auch verboten. Eisenbahnen, Dampfer und Telegraphen werden Eigens thum des Staates sein, um das Monopol großer Gefell schaften zum Nachtheil der Einzelnen zu verhindern. Die Gesellschaft wird nicht am Handel theilnehmen, aber fie soll beschüßen, ermuthigen und unterstüßen jeden, der Handel zu treiben wünscht. Kurz, das ganze Rongobeden wird ein freies Gemeinwesen sein, welches allen offen steht, ohne Rücksicht auf Rationa lität, oder Religion, oder Farbe; wo Weiße und Neger vor dem Gesez auf dem Fuße der Gleichheit verkehren, und wo alles, was zum Glüde der Menschen beiträgt, gepflegt wird, ohne Furcht vor Bedrückung und ungerechter Beschränkung auf die einzige Bedingung hin, daß dem Gesege, welches das Gemeinwesen befestigt und beschüßt, gehorcht wird. Allein ehe dies Gemeinwesen errichtet werden kann, ist es nothwendig festzustellen, daß es freien Ein- und Ausgang hat. Wenn das einmal festgestellt und gesichert ist, dann ist alles übrige leicht. Es darf aber nicht sein wie das Transvaal, mit seinem natürlichen Hafen in den Händen der Portugiesen. Der Rongo muß frei sein für immer. Politische Uebersicht. " In Leipzig wird vom 1. Oktober an eine neue deutschfreisinnige Beitung herausgegeben. Die Redaktion der felben soll unser Braun" übernehmen. Heiterkeitserfolge wird das Blatt jedenfalls erringen. Die Erhöhung des Getreidezolls scheint bei dem Cen trum und den Konservativen beschlossene Sache zu sein; das Volt muß sich mit Entrüstung von solchen Parteien abwenden, welche dasjenige Lebensmittel vertheuern wollen, welche vorzugsweise von diesen Parteien Gottes Gabe" genannt wird und sogar eine symbolische Bedeutung in der christlichen Kirche hat. Aber nicht allein die Bölle vertheuern das Brod, sondern mehr noch der Getreidewucher, die Spekulation mit dem nothwendigsten aller Lebensmittel. Und diese Spekulation liegt meistens in den Händen liberaler Leute. Eine be einzig Erfolg würde sein, daß die nationale Eitelkeit und Ruhmfu Der Franzosen eine unnöthige Stärkung erfahren, die zur gleichung der Gegensäße zu andern Völkern nichts beitrag würde. Wie groß die Noth im russischen Volfe im Gou in wort Deu babe wend befter wie Jum mach Die 2 febrei Brod Bate lante Beran authe erthei nement Wjatta ist, dafür zeugen folgende Fatta. Jm Dok Shdanowka starben in einem Hause 5 Menschen am Hunga tode, und zwar 4 Kinder in einer Woche und eine erwachia Frau in der folgenden. Die Bauern in diesem großen Do backen fein Brot, weil sie nicht einmal so viel Geld auftreibes tönnen, um das für einen Sauertrog Brot nöthige Webl laufen; fie laufen gebadenes Brot pfundweife, und es lo nicht selten vor, daß fie 2 Tage hindurch nichts zu effen habe Die Kleinen Rinder weinen erst schrecklich und fallen dann An der russisch- chinefifde Merkwürdige Schwenkung. Seitdem eine etwas be denkliche Spannung zwischen England und dem Deutschen Reiche besteht, erleben wir das uns allerdings befriedigende Schauspiel, daß fonservative und gouvernementale Blätter lebhaft mit Frankreich zu liebeln anfangen. So lesen wir in der That in einem fonservativen deutschen Blatte in Bezug auf den französisch- chinesischen Konflikt den Wunsch ,,, die anderen Mächte möchten in Beting einen solchen Druck auf die chinesische Regierung ausüben, daß fie ungefäumt die billigen Ansprüche Frankreichs befriedigte".- Bravo! Auf Grund des Sozialistengesetzes ist das ohne Angabe des Druders und Verlegers erschienene Flugblatt mit der Ueberschrift: Bum Gedächtniß an den tapferen opfermuthigen getreuen Genoffen Hermann Stellmacher. Die Gruppe NewYork der Internationalen Arbeiter- Association an die Proleta rier aller Länder" und der Unterschrift:„ Die Exekution", nach § 11 des gedachten Gesezes verboten worden. Eine internationale Polizei- Quarantäne angeblich gegen Anarchisten soll das Resultat der Besprechungen sein, Die fürzlich in Varzin zwischen dem Reichstanzler Fürst BisGrenze und am Amur sollen brochen sein. Unruhen au Russische Reform. Kurz und bündig wird aus Bele burg gemeldet, daß die Regierung beschlossen hat, in de Mittelschulen die Prügelstrafe wieder einzuführen Diese Maßregel ist des Knutenstaates würdig. Aus Sudafrita laufen folgende Nachrichten ein: werd and Ber welch bat, 1 ber niede als Mose bier Dauf bier e Abt 1 Daus Sitera gefter men. fende Borm umgel tageft geeilt ien A Reiten Spree Ich b Jumei Den 2 76 Unan stehen vor dem Ausbruch eines erneuten Raffentampfes wilde Boeren und Engländern. Im Zululand ist eine Boer Republik und unter die Schußherrschaft der Transvaal Republik gestellt worden. Es hält schwer, fich der Muth maßung zu erwehren, daß hier ein von langer Hand vo bereitetes Unternehmen vorliegt, welches am legten Onde bestimmt ist, der englischen Herrschaft in Südafrila de Todesstoß zu verfeßen. Und mehr noch auch das Bortugiefe thum am Zambesi ist bedroht, und zwar von Seiten der ein geborenen Bevölkerung, die eine allgemeine Schilderhebung in Die ihren Beruben mard und dem österreichischen Minister Graf Kalnoky gepflogen Scene gesezt hat. So ist Südafrika urplößlich zum Schau wurden. Wir glauben, daß die Anarchisten durch ganz andere Mittel als durch die Polizei bekämpft werden sollten. Brinzliche Kandidaten für die Reichstagswahl find die neueste politische Spezialität für Deutschland, welche es Natio plage aufregendster Ereignisse geworden, Ereignisse, tiefen Eindruck auf Europa nicht verfehlen werden. die felbftr fic re Befrie ausgi neben einen Ufern batten um in Rube faft fa felten tigen minde ter, f eine b arbeit Dolap Salam Bobe gefind ewat Fleifd Size Diefer nießb R& ub Stan einen bem ensl Fenit diese Nachrichten auf Wahrheit, so ist auch der Zeitpunkt fe schlecht für Deutschland gewählt, bort Kolonien zu erwerben nalliberalen und Konservativen zu verdanken bat. Unlängst Die Einheimischen" d. h. die Transvaal- Republikaner werbes ebenso wenig vor den Deutschen, als vor den Bortugiesen un berichteten wir von der Aufstellung eines Mitgliedes der medlenburgischen Fürstenfamilie zum Reichstagskandidaten und heute sehen wir, daß die Jdee auch in Württemberg Anklang Engländern Halt machen. Schöne Zustände müssen in Ober- Albanien herrichen findet. Dort wird die Kandidatur des Schwagers des Königs, Es ist feine Uebertreibung. wenn man behauptet, daß Morte des Prinzen Herrmann zu Sachsen- Weimar, für Stuttgart selbst und Todtschläge in Scutari und dessen Umgebung nahe angeregt. Beide Kandidaturen find aber so gut wie aussichtsLos und die Frlf. 3tg." fragt deshalb boshaft, ob man fünftig Durchfallskandidaten nicht Prinzenkandidaten nennen werde. täglich vorkommen. In gleicher Weise mehren fich die blutige Verbrechen unter den Soldaten in den Rafernen. Die Row munikation zwischen Prisrend und Scutari ift fast gänzlich ab geschnitten, indem die mirditische Gendarmerie felbft, welches Die Aufficht über die Sicherheit auf den Straßen obliegt, bik und sonst unterstüßt. Die Gendarmen wollen auf diese Wel von dem gesammten Finansfommiffariatstörper begangen die Regierung zwingen, ihnen den rückständigen Sold a stimmte Partei hat daran allerdings keine Schuld, diese liegt ruffischen ungefähr gleichen Schritt zu halten. Man spricht Räuber, welche die Reisenden überfallen, mit Waffen veric in dem System des übermäßig ausgebildeten Bwischenhan dels aber ausgebeutet wird dies System von den liberalen Raufleuten. Auch zeigt der Liberalismus nicht die geringste feines Klubs Eingang gefunden hatte, verabscheute Lord Bide Rupert geradezu. Als er hörte, der Knabe sei wieder zurück, als er von feinem eigenen Stammerdiener vernahm, das Kind sei zerlumpt, schmußig, frant, auf einem mit Slee beladenen Wagen in dem Schloß angekommen, wurde er purpurroth vor Aerger. Er fuhr nach Bide- Hall, umgeben von dem ganzen Bomp feines Reichthums und seiner hohen Stellung, im Gallawagen Die ungarische Beamtenehrlichkeit scheint mit der augenblicklich von großartigen Unterschleifungen, die in Baja wurden und zwar durch betrügerische Umgehung des Tabat zahlen. laufen?" fragte Lady Bide, als der langsam genesende Rupert wir uns in die Geschichte einmischen, könnten wir leicht einen auf einem Ruhebett in ihrem eigenen Bimmer lag. ,, Sie nannten ihn zuweilen Tony. Ich erinnere mich nicht in ihren endlosen Schwägereien und Bänkereien ihn je Standal heraufbeschwören und selbst in unangenehme Ding verwickelt werden; außerdem haben wir zu wenig Beweile gegen ihn. Rupert mag jene Worte wirklich gehört haben mals bei einem anderen Namen rufen gehört zu haben. D, aber Wrigley wird doch behaupten, es handle fich nur um ein solche Reden, wie fie bei diesen Leuten gebräuchlich waren, haft Du gewiß nie vernommen." Lady Bide schauderte. Sir Rupert hatte Recht. Seit Tony fich wieder mit Erzeugniß des Fieberwahnfinns." Meine gnädige Tante," sagte er mit fühler Feierlichkeit. feiner Frau vereinigt hatte, fand er es für gut, seinen Fami- Freund von Mördern zu halten. Ich werde ihn von eine Sie beabsichtigen gewiß nicht, jenen gemeinen Buben zurüd zunehmen?" Und weshalb sollte ich das nicht?" fragte Lady Bide. Es ist in jeder Beziehung unpaffend. Er hat seine niedrige Geburt und seine unausrottbaren schlechten Neigungen burch sein Davonlaufen mit elendem Landstreichergefindel ge nügend dargethan. Der Bursche ist ohne Bweifel ihr geheimer Verbündeter und wird seine Stellung hier dazu benügen, fle in Ihr Haus einzulaffen, um Sie zu berauben, vielleicht gar zu ermorden." Ich kenne thn beffer. Er ist der zärtlichsten Liebe werth, und ich, die finderlose, vereinsamte Frau, liebe ihn wie einen Sohn." Als das Haupt der Familie und im Namen derselben," fagte Lord Bide, protestire ich dagegen, daß Sie diese Schmach über uns bringen." Ich kann darin leine Schmach entdecken." " Sie ſegen uns Alle dem öffentlichen Geschwät aus. Man ftaunt, man frägt und erzählt fich die unglaublichften Dinge. Der Knabe ist ganz abscheulich und ich darf meinen Rindern nicht gestatten, mit ihm zu sprechen oder ihn zu kennen. Wenn Sie ihn hier behalten, werden wir darauf verzichten müffen, hierher zu kommen." " Das arme theure Kind ist von Feinden umringt," Hagk verabscheut ihn und ist bereit ihn für einen Dieb und der Lady Bide. Dr. Wrigley wünscht seinen Tod, Lord Bibe Drte entfernen müssen, der ihm und mir verhaft geworden wußte, oder welches Interesse er haben konnte, Dich von hier dem Kontinent reisen, wo wir einige Jahre leben tönnen ist und werde ihm einen Lehrer nehmen und mit ihm nad bis er der Macht dieses Mannes entwachsen ist und dk ,, Das werde ich lebhaft bedauern," sagte Lady Bide in einem ruhigen Ton, der sehr deutlich ausdrückte, daß fie fich im Stande fühlte, dieses Unglüd ohne Murren zu ertragen, aber mein Einfluß wird hinreichen den Knaben zu beschüßen und ihm seine gesellschaftliche Stellung zu sichern und mein Geld wird ihn wenigftens vor der Armuth bewahren." So führte die Wiederaufnahme dieses fleinen verlorenen Sohnes einen Bruch in der Familie herbei und Lord Bide, in seinem Charakter als Haupt derselben, fühlte sich dadurch auf's Tiefste verlegt. 11 Und wer war der Mensch, der Dich überredete, fortzuIch begreife nur nicht, woher er irgend etwas von Dir wegzuloden." Rupert fann lange nach. Verdächtigungen verstummt find, burd bera bab Bege geger man in ic eine DOT D auf ander Das ware oder ufta und in be Ding Hich Berf leine oben Boll am die ihn jest fo desd Der Lehrer für Rupert war bald gefunden, aber mande lei Umstände trafen zusammen um Lady Bide noch bis ju Ich glaube, Fräulein Barth, Ihr Better Wrigley steckte machen." dahinter," sagte er endlich. Wrigley!" rief Myra aus. nächsten Juni in England zurüd zu halten. Während des Herbstes und des Winters hatte d und befestigt. Rupert wich den ehemaligen Schullamerades aus, aber die Mädchen besänftigten und erheiterten sein neigten und fich dann über mich unterhielten. Er athmet perts, Francesca's und der Kleinen Milly Freundschaft ermee Ich habe eine dunkle Erinnerung, daß während meiner Krankheit dieser Toni und seine Frau fich einmal über mich nur noch schwach," sagte er. Befferes, als daß er sterbe." ... Dr. Wrigley wünscht nichts ..., Er ist uns mehr werth, wenn er lebt," erwiderte die Frau. Und dann hörte ich ihn wieder sagen:..., Dr. Wrigley würde uns zwanzigs Bfund für seine Leiche geben."" Dunmöglich!" rief Myra aus. t das nicht ein Fiebertraum Rupert? Bedente, Du warst trant, bewußtlos." wirklich gesprochen wurden." regtes Gemüth. Dr. Wrigley fchien so aufrichtig erfreut, daß Rupe wiedergefunden war, er sprach so herzlich zu und von ihm und begünstigte so auffallend des Knaben Freundschaft Ich weiß genau, daß ich jene Worte hörte und daß fie dacht in Beziehung auf seine Feindseligkeit gegen den Adoptiv feine Tochter, daß Myra die Ueberzeugung gewann, ihr Be Sohn der Lady Bibe sei grundlos. Wrigley wollte jedoch nut Werth hätten, nachdem die feinigen gescheitert waren. Und der Name des Mannes war Toni?" fragte Myra. " Ja, so wurde er genannt." " Was fonnte ihn nur dazu veranlaffen?" fragte Lady H Bide. Sie und Myra besprachen den Gegenstand lange und eingehend, als fie allein mit einander waren. Sie erinnern fich doch, Myra, daß Wrigley ihn zu der Kinderpächterin gebracht hat, sein unverföhnlicher Haß scheint Der Sommer war wieder da, Sir Rupert hatte fein zehntes Jahr zurüdgelegt und stand im Begriff, feine Reife nach dem Kontinent anzutreten. Die Ileine Willy weinte el Tage lang. Sie fümmerte fich nicht darum, daß ihre fich rötheten und anschwollen und alle Welt erfuhr, wie lieb den Knaben noch immer zu verfolgen," sagte Lady Bide. Ich Sie und Rupert und Franzesta hatten so schöne Lage mil bente, wir sollten die Sache weiter verfolgen und fein Ge heimniß auszuspüren trachten." einander verlebt und nun war Alles zu Ende. Dieser wunder volle Knabe mit seinem schönen Geficht, seinen braunen Loden das Kind einer vornehmen Person ist, welche den Dottor mit schwerem Gelde bezahlt oder ihm ein Jahrgeld dafür ausgefest hat, daß er ihn verborgen hält," entgegnete Myra. Wenn Wir würden dann wahrscheinlich entdecken, daß Rupert seinen Abenteuern, feinem heiteren Gespräch zog in die Frede weit fort von seiner fleinen treuen Anbeterin ( Fortsegang folgt.) um einqu fernt maffe 4-6 Fing gered Lafer babn Spit um Bub für betar bau Bri Bert in a Da поф Harl wird nent Sin aufn tro Rod Den at bes bea 和 記 ollik des ein the Forb fels DUN Q lid ript fem R Dotes Des iefes sige Tud ages Dosk ge Do ibes be bes te bes 言 che nde be in en Lokales. An den hiesigen Magiftrat ist von einem Birkusbefizer in Frankreich folgendes Schreiben eingegangen, welches wir wörtlich wiedergeben: Herr Werhter Bürchermeister da ich ein Deutscher oder Bayer sein und hier in Frankreich einen Sirgus baben mit 10 Pferden, so bin ich genöthichet mich an Sie zu wenden da ich schon Oft gehört haben in Berlin deten die beften ,, Bano" gemacht werden zum Reiden in einem Sirgus, wie Mann es auf Deutsch heißt weiß ich nicht, es ist ein Satel jum stehen auf einem Bfert, wahrscheinlich wird fie ein Satler machen daher bitte ich Sie als Deutscher Ehren Rann mir Die Atreffe sobald als möglich zu senden, der Herr soll mir fchreiben was die Bano II. Kiaffe foften. Er brauch nicht so Bros zu sein es Grißet Sie Freundlich als Deutscher Landes Bater M. G." Vielleicht fühlt sich einer der Herren Fabrilanten von dergleichen Sätteln, wie derselbe gewünscht wird, seranlaßt, dem Magiftrat seine Adresse und Preistourant mitzutheilen, damit dem Schreiber obigen Briefes eine Antwort ertheilt werden fann. Vorstellungen eine Unterbrechung, um den exotischen Gästen die nöthige Zeit für ihr Mittagseffen zu gewähren. a. Schöner Rechtsschuh. Der biefige Rechtston fulent., welcher in der Langestraße mit seiner Frau und seinen 4 Kindern eine Wohnung bewohnt und zugleich gemeinfchaftlich mit einer Frauensperson eine zweite Wohnung in der Gitschinerstraße inne hat, ist gestern unter dem dringenden Verdachte, mehreren Handwerksmeistern erhebliche Summen unterschlagen zu haben, zur haft gebracht worden. H., welcher seine geschäftlichen Aktionen und Manipulationen in feiner zweiten Wohnung in der Gitschinerstraße zu betreiben scheint, übernahm Anfangs April cr. von den Tischlermeistern G. und R. aus Fürstenwalde die Führung von Prozessen gegen einen hiesigen Maurermeister, welcher den beiden Tisch lermeistern erhebliche Summen aus gelieferten Tischlerarbeiten schuldete. G. und R. beauftragten ihn, neben der Einklagung schuldete. G. und R. beauftragten ihn, neben der Einklagung der Forderungen zugleich schleunige Arreste gegen den Schuldner auszubringen und auf das Verlangen des H. übergab ihm G. 1500 Mart und N. 725 Mart, welche Summen. als H. Arrestkautionen an der amtlichen hinterlegungsstelle hinterlegen sollte. H. aber unterließ diese hinterlegung und verwendete diese Summen in seinem Intereffe. Die beiden Auftraggeber erfuhren vor einigen Tagen auf ihre Anfrage bei der Hinterlegungstelle, daß daselbst nichts hinterlegt worden und fte brachten die Sache zur Kenntniß der Kriminalpolizei. In einem dritten Fall schwebt wegen eines ähnlichen erheb lichen Betruges bereits die Untersuchung gegen H. H. wurde fofort festgenommen und der Staatsanwaltschaft vorgeführt. g. Das so oft gerügte Besteigen und Verlaffen der Wagen während der Fahrt führte am Sonnabend Abend wieder zu einem bedauerlichen Unglüdsfall. An der Ecke der Charlotten- und Zimmerstraße wollte ein etwa 40 Jahre alter Herr, der Kaufmann K., auf einen nach dem Kreuzberg fahren den Wagen springen. Da K. in der linken Hand ein Packet trug, fonnte er sich beim Aufspringen auf das Trittbrett nur mit einer Hand festhalten. Er verlor das Gleichgewicht und wurde vom Wagen eine Strede weit mitgeschleift, bis er schließlich zu Boden fiel und unglüdlicherweise vor die Pferde eines daherkommenden Wagens der Linie Behrenstraße- Görliger Bahn zu liegen fam. Nur dem rechtzeitigen Bremsen des betreffenden Kutschers ist es zu verdanken, daß K. nicht von dem Wagen überfahren wurde. R. gerieth nur unter eins der Pferde, wurde aber in wenigen Sekunden von mehreren Baffanten aus seiner kritischen Situation befreit. S. ist glüd lich mit weniger schweren Verlegungen davongekommen, so daß er fich nach seiner Wohnung begeben konnte. Den Pferde bahnschaffner des ersten Wagens trifft an dem Unfall feine Schuld, da er während des Vorgangs im Wagen mit dem Verkauf von Billets beschäftigt war. Von den hiftorischen Erinnerungen Alt- Berlins werden durch die Kaiser- Wilhelmstraße einige der interessantesten und bedeutsamsten weggeräumt werden. So ist, wie dem Berl. B. C." berichtet wird, die Berliner Handelsgesellschaft, welche die Ausführung der genannten Straße übernommen bat, bereits mit dem Befizer des Hauses Spandauer Straße 68, Aber den Kaufpreis einig geworden. Das Haus foll bald niedergeriffen werden, um einem der Paläfte der neuen Straße als Front zu dienen. Dieses Gebäude ist aber das Wohnhaus Moses Mendelssohn's, das heute eine Gedenktafel schmückt: bier lebte und wirkte Moses Mendelssohn". In diesem Sause wohnte Mendelssohn fast 25 Jahre bis zu seinem Tode; bier empfing er seine Freunde Leffing, Hamler, Nicolai, Sulzer, Abt u. A. Hier schuf er seine bedeutendsten Werke. Das daus repräsentirt somit ein gut Stück der Berliner Lokal- und Siteraturgefchichte. Die diesjährige Feier des Stralauer Fischzuges hat gestern unter den günstigsten Auspizien ihren Anfang genommen. Das schöne Wetter hatte vom frühen Morgen an Taufende von Menschen nach dem nahen Stralau geführt. Am Bormittag fand in der von dem Kleinen reizenden Wäldchen umgebenen Kirche Gottesdienst statt, ringsum herrschte Feiertagsftille, und so blieb den bereits in hellen Schaaren herbei geeilten Besuchern nichts anderes übrig, als auf den gespreng en Wegen zu promeniren, die in Aussicht stehenden Herrlichleiten von Weitem zu bewundern oder an den Ufern der Spree in Bilnits fich zu vereinigen. Am Nachmittag steigerte Ich der Andrang berartig, daß die auf- und abwogende Menge uweilen vollständig ins Stoden gerieth; der gute Humor, der den Berlinern nun einmal eigen ist, half jedoch über diese Unannehmlichkeiten hinweg, so daß ungetrübte Feststimmung die Signatur des Tages bildete. Der tollste Trubel herrschte felbftredend auf der Kirchwiese, wo Bude an Bude a. Schlägeret. Der Schloffer H. und der Schlächter M. begleiteten vorgestern Nachmittag gegen 2 Uhr die Arbeiter W. und Sch. nach dem Gefängniß in der Berlebergerstraße, woselbst W. und Sch. je eine 24 stündige Haft zu verbüßen hatten. Die vier Freunde gingen die Berlebergerstraße, von der Fenn brüde lommend, an der Kasernenseite entlang und saben zwei Männer an fich herankommen, welche ersichtlich die Abficht batten, fie anzurempeln", und von denen einer ein offenes Meffer in der Hand hielt. Im Begriff auszuweichen, erfolgte auch schon der Zusammenstoß und es entspann fich nunmehr eine Prügelei, bei welcher der Schlächter M. mehrere Meffer stiche erhielt und stark blutend zusammenbrach. Mit Hülfe eine Brügelei, bei welcher der Schlächter M. mehrere Mefferfb reihte und selbst der verwöhntesten Schauluft die reichste Befriedigung geboten wurde. Für Speise und Trant war in ausgiebigfter Weise gesorgt. Unter den Eßwaaren dominirten neben den Knobländern die Krebse, welche je 10 Stück für einen Nidel berghoch zum Verkauf ausgelegt waren. An den Ufern der Wiese, die von Verkaufsständen freigeblieben waren, um in Muße die erstandenen Eßwaaren zu verzehren und der faft sämmtlich ausverkauft, man sah aber in der That auch felten eine Brust, die nicht ein Drden zierte. Für den heu Für den heu minder starken Besuch, namentlich von Seiten der Handwer ler, für die bekanntlich der Stralauer Fischzug insofern noch the Holzplägen am Kottbuser Ufer gestaltet sich zu einer wahren nicht ermittelt. Das Ueberhandnehmen der Katen auf den großen Ralamität für die dortigen Bewohner. Kein Keller und fein arbeit" anzeigt. I. Milch, einiger hinzugekommener Bersonen gelang es einen der beiden fliehenden Angreifer, den Arbeiter". zu ergreifen und zur haft zu bringen. Der verlegte M. wurde nach dem städt. Krankenhause in Moabit gebracht, woselbst die Verlegung von den Aerzten als eine sehr schwere bezeichnet wurde. M. hat zwei Stiche in den Rüden, von denen einer bis in die Zunge gedrungen ist und einen Stich in den Stopf erhalten. H. ist wegen schwerer Körperverlegung dem Staatsanwalt vorgeführt worden, der entwichene Komplize ist noch -g. Ueber den Ueberfall eines Nachtwächters, bet welchem es durch Hülfe alarmirter Feuerwehrleute gelang, einen der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag gegen 1 Uhr wur den die Bewohner der Keibelstraße durch einen fürchterlichen Lärm aus dem Schlafe geweckt. Bei dem trüben Laternenschein sah man vor dem Wollspeichergrundstück von Gustav Ebell u. Co., Reibelstraße 24, einen Nachtwächter, welcher von gefindel ficher, und der Schaden, den dasselbe an den dort auf- Thäter festzunehmen, erhalten wir folgende Mittheilung: In bewahrten Borräthen anrichtet, ist unberechenbar. Fleisch und andere Speisen, die nur auf wenige Stunden der hige wegen in den falten Keller getragen find, werden in diefer Zeit von den Kagen theilweise verzehrt oder sonst unge nießbar gemacht. Mehrere dortige Taubenzüchter haben den Räubereien der Ragen gegenüber einen ganz besonders schweren einer Anzahl von anscheinend fog. Buhältern bedrängt wurde. Stand. Durch irgend einen Spalt in der Thüre oder durch einen Rig in dem Fußboden erlangen die Ragen Zutritt zu dem Taubenschlage und würgen und stehlen dort nach Her ensluft. In mehreren Fällen find Singvögel, die über dem Fenster einer Barterre- Wohnung im Bauer ausgehängt waren, Als einzelne der Bewohner dieser öden Straße dem Nachtwäch ter zur Hilfe geeilt waren, lag dieser regungslos auf der Erde und aus mehreren Wunden am Kopfe blutend. Sofort wur den die Mannschaften des in allernächster Nähe bele gene Hauptdepots I der Berliner Feuerwehr alarmirt, von denen Durch einen fühnen Sprung von der Kaße mit dem Bauer auch sofort einige herbeieilten, und während zwei derselben den von 2-4 Jahren ohne Beaufsichtigung zurüidgelaffen. Als e zurücklehrte, standen ein Bett und einige andere Möbelstücke in Flammen und waren die Kinder unter ein anderes Bett ges frochen. Die Kinder hatten während der Abwesenheit der Mut ter mit Streichhölzern gespielt und das Bett in Brand gesteckt. a Eigene Schuld. Der Arbeiter Wodge war ge stern Vormittag in einem Hause der Böchstraße mit dem Bußen eines Pferdes beschäftigt und neckte das Pferd mit dem Striegel. Das Pferd schlug aus und traf den W. mit solcher Gewalt an der Nase, daß ein Theil gänzlich abges schlagen wurde und W. eine dauerde Entstellung im Geficht davon tragen wird. a Verschüttet, Bei den Kanalisationsarbeiten in der Megerstraße vor dem Grundstück Nr. 1 behufs Anschlie gung dieses Grundstücks an die Kanalisation, wurde am 21. d. M. von dem Arbeiter Bölte die Kopfgrube ausgeschachtet, welche er 175 Ctm. tief grub, ohne die Wände durch Bohlen abzu steifen. Plöglich stürzte die lose Erde auf B. und verschüttete ihn bis an die Brust. Erst nach 20 Minuten langer Arbeit wurde B. befreit. B. mußte, da er innere Verlegungen davon getragen hatte, nach seiner Wohnung gebracht werden. N Einer schmerzhaften Operation mußte fich gestern die in der Fürstenstraße 16 wohnhafte Waschfrau L. unterziehen. Dieselbe hatte sich bei Ausübung ihrer Beschäftigung eine Nähnadel in den rechten Unterarm gestoßen und war die Nadel dabei abgebrochen. Die Verlegte nahm, da der Arm heftig anschwoll, ärztliche Hilfe in Anspruch, und durch Aus schneiden der Nadel wurde die Gefahr beseitigt. a. Die 70 jährige Frau 3. ging am Sonnabend Bor mittag die Sophienstraße entlang und fiel, indem fte auf einen Pflaumentern trat, zu Boden. Die alte Dame zog fich hierbei einen Bruch des rechten Oberschenkels zu und mußte nach dem Krankenhause gebracht werden. N, Die erfte Ausweisung gegen russische Unter thanen in Rigdorf ist gestern erfolgt. In Rirdorf existirt in der Berlinerstr. 136 ein Trödelgeschäft, deffen Leiter die Wittwe Dzag und der Handelsmann Rothstein find. Bu gleicher Beit ist mit dem Geschäft eine Herberge verbunden, in welcher hauptsächlich ruffische Unterthanen Aufnahme finden. Hier glaubte fich auch die aus Berlin ausgewiesene unverehe lichte Fanny Grünberg, gen. Fischer, längere Zeit ficher, bis fie von der Behörde ermittelt, nunmehr eine Ausweisungsordre erhalten hat. Die G. muß binnen 14 Tagen Rigdorf ver laffen. Außerdem stehen noch weitere Ausweisungen, wie wir aus ficherer Quelle erfahren, in Aussicht. Gerichts- Zeitung. R. Unter der Anklage des versuchten Betruges, resp. Verleitung zu demselben nehmen die unverehelichte Gertrud Krause und die verehelichte Dreßler auf der Anklagebank Plaz. Eine dritte Angeklagte, die unverehelichte Emilie Krause, hat zum Termin nicht ermittelt werden fönnen. Der Antlage lag folgender Thatbestand zu Grunde: Die Gertrud Krause hatte bei Gelegenheit ein falsches Bweimarkstück erhalten, welches sie ihrer Schwester Emilie und der Frau Dreßler zeigte. Die Frau Dreßler soll bei dieser Gelegenheit den beiden Schwestern den Rath ertheilt haben, das falsche Geldftüd in einem Geschäft in Zahlung zu geben; die Emilie Krause hatte diesen Rath befolgt, wurde aber von dem betreffenden Geschäftsmann angehalten und von einem Schut mann zur Wache fiftirt. Die Emilie Krause wurde nun wegen versuchten Betruges und die Gertrud Krause, wie auch die Frau Dreßler, wegen Verleitung zum Betruge unter Anklage geftellt. Da zu dem heutigen Termine die Hauptangeschuldigte, Emilie Krause, nicht erschienen war und die Frau Dreßler fede Verleitung in Abrede stellte, so beschloß der Gerichtshof, Sache zu vertagen und zu dem neuen Termin die Émilie Krause durch die Polizei fistiren zu lassen. R Des Diebstahls angeschuldigt erscheint vor der 89. Abthlg. des Schöffengerichts der Arbeiter J. Derselbe foll feinem früheren Schlafwirth eine filberne Cylinderuhr entwen det haben. Der Angeklagte ist geständig, allein er will Willens gewesen sein, die Uhr, welche er in Abwesenheit seines Wirthes an fich genommen hat, demselben wieder zurückzugeben. Der Präfident fonstatirt jedoch aus den Atten, daß als feinem Schlafwirth auf der Straße mit der Uhr getroffen wurde, er diesem gegenüber sich weigerte, die Uhr wieder herauszugeben, und fich hierzu erst bequemte, nachdem der Eigenthümer der Uhr die Polizei in Anspruch genommen hatte. Der Gerichtshof verurtheilte den 3. au 4 Wochen Gefängniß, wovon jedoch 14 Tage durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten find. von Eine psychologisch etwas räthselhafte Ausschreitung eines Arbeiters seinem Arbeitgeber gegenüber beschäftigte heute die erste fombinirte Ferienftraftammer hiesigen Landberabgeriffen und getödtet worden. Ja sogar an junge schwerverlegten Nachtwächter nach dem Depotpebäude führten gerichts I. Auf der Anklagebant nahm, aus der Haft vorge Sahner wagen fie fich. Die Bewohner der betreffenden bezw. trugen. war es mit Hilfe Anderer gelungen, einen der führt, der Tischlergeselle Ernst Friedrich Theodor Sieder Play, gegenüber völlig rathlos da. Das Aufstellen von Fallen hat greifen und festzunehmen. Der Nachtwächter hatte nur für die ge- mittelst eines hinterlistigen Ueberfalls, sowie wegen einer man versucht, boch hat fich daffelbe als nuglos erwiesen, denn bachte Nacht in der Reibelstraße Dienst und vertrat seinen in jeder besonderen Art von Falle fängt fich nur höchstens Kollegen. Er verwies die Strolche, welche einen ungebührlichen eine Rage; der feine Instinkt der Thiere bewahrt die zweite vor dem gleichen Schicksal. An vergifteten Fischen, die man auf die Bläge gelegt hatte, find mehr Hühner, Hunde und andere nützliche Hausthiere zu Grunde gegangen als Kazen. Das einzige Mittel, dieser räuberischen Thiere Herr zu werden, Lärm machten, zur Ruhe und drohte mit Sistirung, worauf fie über ihn herfielen und ihn mit Fäusten und anscheinend auch mit Meffern übel zurichteten. Wie wir hören, soll es gelungen sein, auch noch einige der Theilhaber an dem Ueber fall zu ermitteln und festzunehmen. Die Verlegungen des wäre die Anwendung leichter Schießwaffen, fleiner Teschins Nachtwächters find derartige, daß er auf längere Zeit dienst oder dergl. Aber einmal find unter dem kleinen Belagerungsunfähig bleiben dürfte. Die Thater ſehen einer ernsten Be zustande diese Waffen verschwunden, oder doch verrostet und und unbrauchbar geworden, und dann ist auch das Schießen in der Nähe bewohnter Häuser verboten. Wenn indessen die ftrafung entgegen. a Frechheit. In das Cigarrengeschäft von R. in der Dranienstraße trat am Sonnabend Abend gegen 10%, Uhr Dinge fich so weiter entwideln wie bisher, so wird doch ernst ein älterer, reduzirt gekleideter Mann, welcher die allein anwes fende Verläuferin, Fräulein L., um einen Almosen ansprach. Die L. gab dem Mann 5 Pfennige. Dieser erklärte fich damit Bersuch, mit bisfigen Hunden die Razen zu vertreiben hatte leinen Erfolg. Diese stimmten beim abendlichen Mondschein nicht für befriedigt, leistete der Aufforderung, fich zu entfernen, oben auf den hohen Holz und Bretterstapeln ihre gemüth- teine Folge, trat vielmehr an den Ladentisch, hinter welchem Bollften Liebeslieder an, während der zähnewegende Nero unten die L, stand, heran, zog unter Drohungen ein unter dem Rod verborgen gehaltenes Lischmeffer hervor, und hielt es der 2. entgegen. In diesem Augenblid betrat ein Runde den Laden, am geftrigen Sonntag nach dem Ausstellungspart geströmt, welcher fofort auf den frechen Bettler zusprang und mit Hilfe N. Von den Singhalesen. Rund 38 000 Besucher waren um bie dort seit Sonnabend im ehemaligen Naffen Dreied" einquartirten Bewohner der zirka 10000 englische Meilen ent- Derselbe, ein mehrfach vorbestrafter Arbeiter" R., ist in Haft eines hinzugekommenen Wächters seine Festnahme veranlaßte. N. Geflebbert. In der Nacht von Sonnabend auf 4-6 Uhr ein fo enormer, daß die acht an den verschiedenen Sonntag war der Metallarbeiter H., in der Stalizer- Straße Eingängen etablirten Kaffen den Wünschen nach Billets nicht wohnhaft, auf einer Bant im Bart bei Bethanien eingeschlafen. lafen errichtet werden mußten. Die Stadtbahn- und Pferde mißte feine Uhr. Ein promenirendes Bärchen war Augenzeuge gerecht werden fonnten und in Folge deffen noch drei Noth Blöglich fühlte er einen Rud an der Weste, blerwachte und ver bahn- Wagen, namentlich die auf der neu errichteten Linie Spittelmarit- Ausstellungs- Park laufenden Wagen waren bis und bezeichnete dem Bestohlenen den Dieb. Ersterer machte fich sofort an die Verfolgung. Beim Einholen deffelben erhielt jum späten Abend überfüllt. Um den Wünschen des großen H. einen Mefferstich in die linte flache Hand und mußte in für diese Woche dahin Vorkehrungen getroffen worden, daß die Bublifums in Betreff des Billetlaufs gerecht zu werden, find Folge deffen feine Verfolgung aufgeben. Auf diese Weise belannte Cigarren- Firma Loeser und Wolff in vier ihrer wache verbunden. Haupt- Filialen und zwar im Bentralhotel, an der Jannowigfonnte der Dieb leider entlommen. H. wurde auf der SanitätsN. Von einer zweiten Fledderet, welche in der ver Brüde, am Alexanderplas und am Rosenthaler Thor Billet floffenen Nacht in dem Bart bel Bethanien verübt worden ist, Berlaufsstellen eingerichtet hat. Weitere fünfzig Verkaufsstellen geht uns folgender Bericht zu: Der Schuhmacher Ernst Müller in anderen Stadtgegenden find bereits in Aussicht genommen. batte fich auf einer Bank niedergelassen, war eingeschlafen und werden. war lebensgefährlichen Behandlung zu verantworten. Der Angeflagte bis zum Lage seiner Verhaftung am 13. Juni d. J. beim Tischlermeister Leuschner in der Naunynstraße in Arbeit und hatte es sehr gut verstan den, fich die Gunst seines Meisters und der Angehörigen desfelben zu verschaffen.. Am 13. Juni cr. fam Herr Leuschner, der vor den Standesämtern seine Sargabnehmer aufsucht, des Nachmittags etwas übelgelaunt nach Hause und züchtigte seinen Sohn in etwas zu strenger Weise. Als die Mutter vermits telnd dazwischen treten wollte, rief der Angeklagte derselben zu: Meisterin, gehen Sie nicht mang, sonst triegen Sie auch noch was ab." Ueber diese Einmischung in seine Familienverhältniffe gerieth Hr. L. in Born und forderte seinen Gesellen auf, fofort aufzuhören. Hierauf fam es zwischen Beiden zu einem Wort wechsel, in deffem Verlauf der Meister die Arbeit seines Ge sellen tabelte und denselben einen Murtsteufel" nannte. Legterer blieb die Antwort nicht schuldig, und so nahm der Angetlagte die ihm etwas übereilt entgegengeschleuderte Kündigung an, dabei die sofortige Auszahlung des verdienten Lohnes verlan gend. Während Frau Leuschner fortging, um das Geld zur Auszahlung zu holen, beging in der Werkstatt der An flagte einen schweren Erzez. Nach seiner Angabe war er beim Aufräumen begriffen, als er von seinem Meifter mit einem Sargtheil einen Schlag über den Rücken erhielt. Dar auf habe er in der Bestürzung hierüber mit dem zur Hand habenden Stechbeutel auf den Angreifenden eingeschlagen und das Bimmer verlaffen, nachdem der Meister versucht, einen zweiten Schlag nach ihm zu führen. Dagegen belundete Leuschner, daß er von dem Angeklagten ohne jede Veranlassung in dem Augenblid, als er im Begriff war, den demselben auftehenden Lohn zu berechnen, einen Schlag gegen den Rüden erhielt. Jest habe er allerdings einen Brettabschnitt ergriffen, bei welcher Gelegenheit er auf der Sobelbank des Angeklagten ben mit Blut übertränkten Stechbeutel gesehen habe. In diesem Augenblid fel er auch bereits ohnmächtig umgesunten. Der von der Frau Leuschner herbeigerufene Seilgehilfe fand, daß der mit großer Heftigkeit geführte Stich die Lunge getroffen batte und ordnete deshalb die Ueberführung des Berlegten nach Bethanien an, aus welchem derselbe nach einmonat licher Kur als beinahe geheilt entlassen wurde. dem Gutachten der medizinischen Sachverständigen hätte die Nach Berlegung tödtlich verlaufen können; fie sei aber derartig glüd lich geheilt worden, daß die fich noch hin und wieder geltend machenden Beschwerden demnächst bald aufhören werden. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr, der Gerichtshof verurtheilte ben Angeklagten mit Rücksicht auf die bereits verbüßte UnterDa voraussichtlich in den Nachmittagsstunden der Andrang bei seinem Erwachen vermißte er seine Uhr mit Rette im noch unausgesetzt sehr start bleiben wird, so bittet uns Herr Werthe von ca. 25 Rt., sowie ein Portemonnaie mit 9 Mt. Rarl Sagenbed, mitzutheilen, daß das Publikum gut thun 50 Bf., fein Taschentuch und eine gefüllte Cigarrentasche. Auch wird, wenn irgend möglich, schon die um 9 Uhr früh begins in diesem Falle war es nicht möglich, des Thäters habhaft zu nenden Borstellungen zu besuchen. Die Vorführungen der Singhalesen- Karamane bauern, worauf wir noch besonders trop der riefigen Säulenanschläge und Beitungsinserate bisher wohnhafte Frau, um Einkäufe zu machen, auf furze Zeit ihre fuchungshaft zu neun Monaten Gefängniß. aufmerksam machen, nur bis Abends 7 Uhr, es scheint died noch nicht befannt zu sein. Von 12 bis 2 Uhr erleiden ble Wohnung verlassen und in derselben ihre drei Kinder im Alter Feuer durch Spielen mit Streichhölzern. Am 21. b. M, Vormittags, hatte eine in der Gr. Frankfurterstraße 118 Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. ** Eine große Volksversammlung fand gestern im zweiten Reichstagswahlkreise in der Habel'schen Brauerei statt, in welcher Herr Liefländer über das Thema: Die Stellung der Arbeiter zu den verschiedenen Parteien" referirte. Referent fritifitte in seinem Vortrage die verschiedenen Parteien und empfahl am Schluß seines Vortrages, nur einem wirklich frei finnigen Manne, dem Stadtverordneten Franz Tuzauer, bei der bevorstehenden Reichstagswahl die Stimme zu geben. Hierauf ergriff Herr Franz Tugauer das Wort, um fich im Sinne des Referenten auszusprechen; seine Ausführungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Nachdem noch ein Herr Judis den Herrn Stöcker in Schuß genommen hatte und verschiedene Redner, sowie auch der Referent hierauf geantwortet hatten, wurde mit allen gegen eine Stimme eine Resolution zu Gunsten der Kandidatur Tupauer's angenommen. Nach einem Hoch auf den Kandidaten Herrn Tußauer wurde die gut besuchte Versammlung geschlossen. = In der von circa 100 Mappen- Arbeitern besuchten Versammlung besprach der Referent, Herr Wehnert, in streng fachlicher Weise den Verfall dieses einst in hoher Blüthe stehenden Industriezweiges, wie derselbe ferner von Jahr zu Jahr immer mehr herabgedrückt wurde. Er berührte als Krebsschaden besonders die immer mehr um sich greifende Theil Arbeit und die immer dreifter auftretende Schmugton furrenz, welche dem ehrlichen Fabrikanten sowie dem Arbeiter die weitere Eriftenz immer mehr in Frage stellen. In der folgenden lebhaften Debatte wurde festgestellt, daß Uebelstände so traffer Natur vorhanden seien, welche einer baldigen Abstellung bedürfen. Aus den Lohnlisten einer der größten Fabriten wurde festgestellt, daß der Durchschnittslohn bei 10- ftün diger Arbeitszeit nicht mehr als M. 15,50 beträgt, während aller Arbeiter fortwährend ohne Beschäftigung ist. Um Diesen Uebelständen mit größtem Nachdruck entgegen zu treten, wurde folgende Resolution eingebracht und einstimmig angenommen: Die heute, den 23. August, im Restaurant Strud c. tagende von circa 100 Personen besuchte öffentliche VerSammlung der Mappen- Arbeiter Berlins erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und erklärt sich baher als entschiedener Gegner der Theil und Mädchenarbeit, fle hält die Einführung einer 9- stündigen Arbeitszeit für nothwendig und erklärt Tarife aufstellen zu wollen, damit in den Werkstuben ein Minimallohn von 20 M. erreicht wird. Die Versammlung erklärt sich als Gegner jeder Ausbeutung und beschließt, zur Erreichung obiger Forderungen fich einstimmig dem Unterstüßungs Verein der Buchbinder und verwandten Berufsgenossen anzuschließen. Berliner Flora", Gr. Friedrichstr. 218, stattfand, beschäftigte| stunden bezahlen, oder wenn man das nicht will, die agt fich hauptsächlich mit der, selbst in einer Anzahl von zur Verfammlung besonders eingeladenen größten und besse ren Werkstätten des Südwestens und Südens der Stadt noch immer oder schon wieder aufgekommenen Sonntags= und Ueberstunden- Arbeit. Die in der Versammlung durchweg vertretenen eingeladenen Werkstätten waren die von Vogts u. Co., Hildebrandt, Blum, Mecklenburg, Gast und Brod, Gebr. Weinmann, Schubert, Glager und Siemens u. Halste. Nach einer lebhaften Diskussion nahmen die Versammelten eine Resolution an, durch welche fie fich mit der jezigen Tischler Lohnbewegung einverstanden und bereit erklärten, sich an derselben durch Wahl von Werkstätten- Delegirten, durch regelmäßige Beisteuer zum Generalunterſtügungsfonds u. f. w. zu betheiligen und für die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Berliner Tischler einzutreten. = Aus Sachsen, 22. August.( Volfs- 3tg.") Etwas Gutes fann heute aus den Industrieverhältnissen unseres Königsreichs berichtet werden. Die Korsettfabrikation im oberen Voigtlande hat einen großen Aufschwung genommen, so daß geeignete Arbeitskräfte faum gewonnen werden können. An 800 Arbeiterinnen werden allein in der Korsettfabrikation in und um Delsnis beschäftigt. Auch die Löhne find nach dortigen Verhält niffen boch zu nennen, da dieselben bei befferen Arbeiterinnen bis 10 Mart wöchentlich steigen und bei sogenannten Anfängerinnen 6-7 Mart betragen. Dagegen liegt die Strumpf wirlerei im Voigtlande völlig darnieder. Seit dem vorigen Jahre find die Lohnsäße ungemein herabgegangen, so daß seit der Zeit das Wirfen eines Dußend dreifarbiger Strümpfe nur mit 3 Mart und zweifarbiger Strümpfe mit 2 Mart 80 Pf. bezahlt wird. Jeder Fachverständige mag daraus das Elend ermeffen, unter welchem die dortigen Wirker seufzen.- Die Spielwaaren- Industrie des Königreichs hat fast ihr ganzes Abfasgebiet, welches früher ein sehr bedeutendes war, nach Jialien verloren. Die Eingangszölle nach Italien find enorm er höht worden das bekannte Kampfzollsystem- und in Folge deffen find in Mailand und Mantua zahlreiche Spielwaaren, besonders Buppenfabriken entstanden, zu deren Einrichtung sächsische Arbeiter seiner Zeit nach Italien verschrieben worden find. Nachdem durch dieselben italienische Arbeiter angelernt worden waren, find die ersteren wieder in die Heimath zurück gelehrt, nur an Erfahrung reicher. Arbeit haben sie aber in Der Heimath nur in feltenen Fällen erhalten, da die von ihnen mitgeleitete italienische Konkurrenz die heimische Arbeit lahmgelegt hat. Posen, 23. Auguft. Dem Dziennik Boznanski" wird aus Warschau mitgetheilt, daß in Byrardow bei Warschau in der Leinwandfabrit von Hille u. Dietrich ein Aufstand ausge brochen ist. Ueber Tausend Arbeiter belagern das Direktionsgebäude und verlangen eine Lohnerhöhung und Niederschlagung Der wegen Anrichtung eines bedeutenden Schadens verhängten Strafen. Im Vorjahre wurde in derselben Fabrik gestrikt, das mals aber Militär requirirt, das eine Anzahl Arbeiter niederschoß. arbeiter durch die Nachtarbeiter ablösen laffen. Mit demfelben Recht, mit welchem man von den Arbeitern verlangt, daß fit pünktlich ihre Arbeit vertreten und darauf gerade wi sehr geachtet, mit demselben Recht tönnen die Arbeiler auch verlangen, daß sie pünktlich Feierabend haben Der Staat verlangt von allen seinen Bürgern, and Don seinen Arbeitern, daß dieselben ihre Steuers richtig bezahlen. Nicht ein Pfennig darf an der zu zahlendes Steuer fehlen; um so mehr ist es zu verwundern, mie de Staat von seinen Arbeitern verlangen kann, daß diese thei weise umsonst arbeiten sollen. Im Arbeiter- Bezirksverein der Friedrichstadt, Mauerftraße 86, hält Herr Schriftsteller Schwennhagen am Donnerstag, den 28. August cr., Abends 8 2 Uhr, einen Vortrag und werden die Mitglieder aufgefordert, recht zahlreich zu erscheinen. Gäfte stets gerne gesehen. Die Versammlung des Verbandes Deutscher Zimmerleute, Lokal- Verband Berlin" findet am Mittwoch, den 27. Auguft 1884, Abends 8%, Uhr, Inselstr. 10, II., statt. Die Staatsbahnen weisen jährlich einen ganz enormer Ueberschuß auf, wäre es da wirklich nicht möglich, den Arbeitern die Ueberstunden zu bezahlen? Ja man fönnte wohl verlange, daß den Arbeitern auch ein höherer Lohn gezahlt würde, dans Niemand wird behaupten wollen, daß ein Arbeiter bei einem Tagelohn von 2 Mart refp. 2 Mart 50 Pf. im Stande ik fich und seine Familie zu ernähren. Nun noch Einiges über den Nachtdienst der Arbeiter des Potsdamer Güterbahnhoft Der Nachidienst dauert acht Tage hinter einander, und ar treten die Nachtkolonnen des Mittags um 1 Uhr an und a beiten, je nachdem die Arbeit ist, bis Nachts 1, 2 auch roo 3 Uhr, felten, daß die Arbeiter um 11 Uhr mit ihrer Arbeit fertig find. Der Nachtdienst wird unterbrochen durch eine Ruhepause von einer ganzen Stunde, einer halbstündige Besper und einer halbstündigen Abendbrotpause. Durbidit lich arbeiten die Nachtkolonnen 12 Stunden und es wäre zu wünschen, daß auch in dieser Beziehung eine Renderung eintreten möchte. 6.6 Neueste Nachrichten. Paris 24, August. Ein Telegramm aus Shanghai se 24. d. Vormittags 11% Uhr meldet, daß das Bombardement von Futscheu seitens der Franzofen gestern Nachmittag 2 Uhr begann und Abends 8 Uhr aufhörte. Das rien ist zerstört, 7 chinesische Kanonenboote wurden in den Grund gebohrt. 2 entfamen. Die Nachricht von dem Verluste aci französischer Schiffe bestätigt sich nicht. Briefkasten der Redaction. Straßenabonnent M. R. Der Wirth hat kein Rel die Forderung geltend zu machen, da sie durch Erlaß g tilgt ist. S. Kottbuserstr. Es liegt tein Ermissionsgrund vot Alter Abonnent. 1. So lange die Tochter das 24 Lebensjahr nicht vollendet hat, bedarf sie zur Eheschließung Einwilligung des Vaters. Im Falle der Bersagung der G willigung steht ihr nach vollendetem 21. Lebensjahre die Slog auf richterliche Ergänzung des Konsenses zu. 2. Eine unve beirathete Tochter fann nur durch ausdrückliche Erklärung Vaters aus seiner Gewalt entlassen werden. So lange bi väterliche Gewalt besteht, fann sie nicht selbständig fich Domizil wählen. A. R. 1. Die Binsen find noch nicht verjährt. 2. G fein Enterbungsgrund vor. in Krause- Beeskow. 1. Eine strafbare Handlung ist wed Antwort unter Alter Abonnent" N. 100, Hallesches Thor. Die Verpflichtung der he Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn F. schaft, für die Kur und Verpflegung des erfrankten Wendel Ewald über: Die Nothwendigkeit einer Organisation. 2. Innere Verbands- Angelegenheit. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäfte haben Zutritt Liegt Kurkosten von dem auf die Krantheitsperiode fre 974 bo werb Grpe file entge Theil zu sorgen, endigt erst mit abgelaufener Dienstzeit. An feine Lohne darf dem Gefinde Nichts abgezogen werden, wenn der Dienstbote fich die Krankheit durch den Dienst oder bei Gelegenheit desselben zugezogen hat. Auf der Tagesordnung der Werkstätten- Delegirten- biese Borauslegung nicht vor, so tann die Herrichest pe Versammlung der Tischlergesellen, welche heute, Dienstag, den 26. d. M, Abends im Louisenstädtischen Concerthaus stattfindet, fleht 1) Kann unsere Lohnbewegung durch den Kongreh der deutschen Tischlermeister eine Schädigung erfahren? 2) Wahl eines Kommiffionsmitgliedes. 3) Wichtige innere AngeLegenheiten. Wegen der außergewöhnlichen Wichtigkeit dieser Tagesordnung ist der zahlreichste Besuch dringend erwünscht. dif hr. Jm Fachverein für Schloffer und Berufsgenossen hielt am Sonnabend bei Gratweil, Herr Baumeister Regler über, das Submissioswesen und dessen Einfluß auf die Arbeiterlöhne" einen Vortrag, der von der sehr zahlreichen Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Der Vortragende begann mit dem Hinweis auf die Art und Weise, wie in Deutschland bis in die 30 er Jahre unseres Jahrhunderts die Baugewerbe betrieben wurden. Es bestanden noch die Korporationen, sowohl die der Gesellen als auch die der Meister. Der Bauherr hatte die Baumaterialen zu liefern und an die Meister, die er für den Bau angenommen, die ortsüblichen Löhne für die Gesellen und die Handlanger und die ebenfalls geregelten Meistergroschen zu zahlen. Die Meister hatten feine Interesse daran, Die Löhne der Arbeiter herabzudrücken. Erst als die Eisenbahnbauten den tapitalistischen Großbetrieb im Baugewerbe her beiführten und Kapitalisten in die Stelle der Bauherren traten, tam das Submissionsverfahren( zuerst in der Form des Lizitationsverfahrens) auf und mit ihm eine Konkurrenz der Meister, bei welcher dieselben in die Lage kommen, in ihrem Intereffe auf möglichst niedrige Arbeitslöhne spekuliren au müffen. Die Gesellen haben, so lange fie in Stelle der alten Organisationen, die fich aufgelöft haben, nicht die dem Geifte der Zeit entsprechenden freien Drganisationen der Fachvereine verwirklicht haben, feine Macht, dem Herab-| finten der Löhne und ihrem dadurch mehr und mehr zu nehmenden Elende entgegen zu wirken. Am Schluß, wies Am Schluß wies Redner nach, daß die Handwerksmeister in ihrem eigenen Intereffe Grund haben, die Fachvereine der Gesellen in ihrem Streben, die Arbeitslöhne wieder auf die normale Höhe zu bringen, zu unterstüßen, und daß für beide Theile eine gesonderte, zeitgemäße, freie Organisation, eine gegenseitige Anerkennung der gleichberechtigten Interessen und ein Hand in Hand geben gegenüber der Macht des Kapitals das durch die Zeitverhältnisse Gebotene sei. In der Diskussion wurde von den Herren Lochmann, Klinke, Crohn und Miethe dem Bedauern Ausdrud gegeben, daß es noch so viele Meister giebt, welche den Fachvereinen und den Lohnbewegungen badurch entgegen arbeiten, daß fie dieselben als fozialdemokratis che" verdächtigen. bilteilt Eingesandt, doua ad Vom Staat als Arbeitgeber fönnte man gewiß verlangen, daß derselbe seinen Arbeitern die Ueberstunden, wenn solche gearbeitet werden, auch bezahlte. Leider ist dieses, wie man aus Folgendem ersehen kann, nicht der Fall. Der Andrang an den Abnahmestellen der Güterbahnhöfe ist gerade des Abends ein sehr großer. So auch auf dem Potsdamer Güterbahnhof. Alles Fuhrwert, was bis 7 Ubr auf dem Bahnhof ist, muß abgefertigt werden, daß heißt, die Güter müffen abgeladen und verwogen werden. Gewöhnlich fährt gerade um 7 Uhr noch ein ganzer Troß von Fracht wagen auf den Bahnhof. Che nun die Güter verladen find wird es 8 Uhr, manchmal auch wohl noch später. Es läßt fich fallenden Lohn abziehen. Ein Abzugsrecht vom rüdündige Lohn ist nicht gegeben. g bition bie n 10 De ange gen e Wind Gie bas berun ftalte richt tenbe fozial und die Mordihat im Jahre 1869. Sie alter Schwede, Sir! Alter Schwede 100. Wenn wir nicht irren, so scha W. P., Ostbahnhof. Dagegen können Sie Nichts machen, wenn Sie nicht beweisen können, daß der Meister Sie denu 6. S. 15. Es ist geradezu ein Ding der Unmöglich ein derartiges Manuskript zu benußen. Es fehlt uns willid an Zeit, ihrer Arbeit eine menschliche Form zu geben, wenn Sie das selbst thun wollen, so wiffen Sie ja, daß wir fell zirt hat. gern bereit find, Ihren Wünschen nachzukommen. H. N. Louis Laurent Simonin ist Ingenieur und H sender, geboren am 22. Auguft 1830 in Darseille, wo ein Vater Buchdruder und Beitungsverleger war. Nach mehren bedeuten Forschungsreisen in Nordamerika und auf den Infels Réunion und Madagascar wurde er 1861 als Docent an Dis de ihm die Tracen der Pacificbahn. Außer zahlreichen Beroen Bentral Architektenschule in Paris berufen. 1867 übertrug m lichungen in der„ Revue des deux mondes", le Tour Monde und in architektonischen Fachzeitschriften bat er eint h. Eine von der Lohnkommiſſion einberufene Tisch dieses natürlich nicht vermeiden. Man sollte aber den Arbeitern, Reihe von Weiten geographischen, technischen und commerzielles lerversammlung, welche am Sonntag Vormittag in der deren Arbeitszeit um 7 Uhr zu Ende ist, wenigstens die UeberCmmisdino dna Arbeitsmarkt. Frauen und Mädchen können Mäntelnähen lernen( unentgeltl.). Rachher dauernde Beschäftigung. Harmsen, Langeftr. 22, of 1 Tx. t. Bügler auf Damen- Mäntel verlangt Theater. Dienstag, den 26. Auguft. Opernhaus: Coppelia. dist Schauspielhaus: Die Grille. 627] Deutsches Theater: Geschloffen. Neues Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Eine Nacht in Venedig. 6391 Wallner Theater: Hotel Blancmignon. Ditend- Theater: Ein Gottesurtheil. Walhalla Operetten Theater: Nanon. 4 Luisenstädtisches Theater: 117. Opern Vorstellung. Gaftspiel des Herrn Lange. Der Postillon von Lonjumeau. Komische Doer in 3 Atten. Mufit pon A. Adam. Bellealliance- Theater: Buchholzen's. Danksagung. Dem Arbeiter- Bezuts Beren, Giudauf" sowie allen Freunden und Bekannten, welche meinem Manne, dem Schneider meister F. Göße die legte Ehre erwiesen, meinen besten Dant. 640] Karoline Göße, geb. Graffom, nebst Kinder. Am Mittwoch verschied in Folge einer Verunglückung in der Proze'schen Teppichweberei und wurde am Sonn tag begraben unser Vereinsmitglied August Behow. bild Der leider so früh Dahingeschiedene ist stets für die Intereffen der Allgemeinheit mit allen Kräften eingetreten, und hat der unterzeichnete Vorstand, da ihm der traurige Vorfal leider zu spät bekannt geworden, um den Tag der Beerdigung den Mitgliedern befannt zu machen, im Namen des Vereins einen Kranz auf das Grab des bewährten Genoffen niederlegen zu laffen. oma Der Vorstand des Arbeiter- Bezirksverein für den Osten Berlins. 641] Boronsti, Staligerstr. 35. Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Schuhmacher. Mittwoch, den 27 Auguft, Abends 8 Uhr pünktlich Mitglieder- Versammlung holl and Restaurant Teichert, Neue Grünftr. 32 du Tages- Ordnung: 1. Wahl eines Delegirten zur Generalversammlung.n 2. Anträge zur Statutenänderung. md us traje Neue Mitglieder werden aufgenommen. o Um zahlreiches Erscheinen bittet balda 645] batador nis distr Der Vorstand. Außerord. Mitglieder- Versammlung der Central- Kranken und Sterbe Kaffe der Maurer und Steinhauer hid Deutschlands( Grundstein zur Einigkeit) findet ftatt am Mittwoch, den 27. August, Abends 8% Uhr, Lothringerftr. 37( Salon zum ,, Deutschen Kaiser"). Tagesordnung: 1, Berathung der Statuten- Vorlage. audrig schoo 2. Wahl der Delegirten zu der am 8. September in Braunschweig stattfindenden General Versammlung. Der Vorstand. = Inhalts verfaßt. gun ala sohind Grosse Versammlung d. Sehneider Berlinale, 505) Tagesordnung: 31 Mittwoch, den 27. August cr., Abends 8%, br im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jatobftrage a ema Firma S. Gräs. Die Verhältniffe der Wiene 1. Fortjeßung der Diskuffion über die Lohnverhältniße de terren: Moden Geschäfte, Firmen Bes NB. Die Wohnungen der Kaffirer zu dieser Kasse find: Filial Hauptlaffuer Herr W. Käpernid, Kaffenlotal Lothringerstr. 37( Sprechstunden täglich von 9-4 Uhr); bilfs faffirer Herr C. Behrendt, Steinmeßstraße 15, of 4 Tr.; Herr A. Sprenger, Friedrichsfeldeistraße 8, of 3 Tr.; Herr Geiseler, Manteuffelstraße 25a, vorne 4 Tr. si und Franz und Gräß. 42. Ergänzungswahl der Lohnkommiffion. Bahlreiches Erscheinen erwartet 6431 of Die Lohntommiffion der Berl. Schneider. Bezirks- Verein des werkthätigen Volkes det Schönhauser Bordadt 20 beute Dienstag, den 26. Auguft, Regelmäßige B fammlung, Schönhauser Allee in Meisters total Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Echwenhagen. 2. Verschiebenek Fragefaften. Gäfte haben Butrit. son Neue Mitglieder werden aufgenommen. Ich babe meine Säle fullsted Der Berftand noch einige Tage in der Woche, auch Sonntag mittag zu vergeben.olzo midad GP dau Nieft's Salon, 3 Kommandantenstraße 71/72 partem Die statistischen Wabltafeln find foeben erichienen und in der Expedition des Berlin Bolfsblat". Rimmerftr. 44, zu haben. Abg. v. Kammg., Tibet, Tricot, Tuch u. Wolle und bolt ab . Quedeno, Wienerstr. Nr. 40. Die Nr. 7 der humoristischen Blätter Der wahre Jacob" ift erschienen und in der Erped. d.„ Berl. Rolfsbl. zu haben Berantwortlicher Redacteur M. Gronheim in Berlin. Druck und Bertag von Mas Bading in berunow, age 2. Frag nun gebör bilbe ganz wirle nut neue und awar Bab gefu Radb 33 Thra Man um Run Dief Roch gem eine Spi nach اماك). Dari Befu eir.er Der erröt Freu ke b mur Rint Hote Ana und häu befa 314