** Nr. 123. Mittwoch, 27. August 1884. I. Jabrg. Z 9 SMMlliÄxIl. Lrgan für die Interessen der Arbeiter. .j.. Da»„©etliatt 8oß06latt" «tVnrt täglich Morgen» außer nach Eon«- uab Festtage».»bo»uemeut«preit für Berli» J� tÄu» vierteljährlich Z Mark, mouatlich 1 Mark,»öchentlich 25 Pf. Einzelne 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mark.(Eingetragen im VUL Nachtrage der Postzeitu»g«prei»liste unter Nr. 719a.) ZusertionSgebühr betrügt für die Z gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Pt. Bei größere» Aufträge» hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bi» 4 Uhr Nachmittag« in der Ejpedüio«, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen- Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenomme». WeöaKtion unö KXpeöition Werttn SW., Mmmerstraße 44. AlwNemeutS'Elnladimg. Für den Monat September eröffnen wir ein nme» �unemeut auf da« »Berliner Vvlksblatt." �rei ins Hans kostet daffelbe 1 Mark, Bestellungen SnJ�0011 �""ntlichen ZeitungSspediteuren, sowie in der Zimmerstraße 44, angmommen. fcr u�et�Q'® nehmen alle Postanstalten Abonnements Wfiia,» September gegen Zahlung von l Mark Iw Abonnenten wird der bisher erschienene de» fesselnden und interessanten RomanS «Ia« Kiaä dw Aroketarier«� v. � 8eder von tL Rosen— soweit der Vorrath reicht �itin.?. Vorzeigung der Abonnementsquittung in der Expe- w 3rmw erstraffe 44 gratis verabfolgt. Ei« Schlaumeier. iie darf man diejenigen als Schlaumeier bezeichnen, so wi e'nem Schlage die soziale Frage lösen wollen, �J�kden auch die Riittel sind, mit denen diese Lösung Webt wird. Herr Ackermann will sie mit Zwangsinnun- Wuschen, Herr von Kleist-Retzow mit der Polizei, Herr ki» o � wit der Kirche und Herr Most mit Dynamit. lütt g, r übersehen, daß die heutige gesellschaftliche Situation bitton• � e'net �ngen Entwicklung ist, welche wie- üalw langen Entwickelung bedarf, um umge- rjchbju werden. DaS schließt nicht aus, daß sofort Ein eintreten, welche die Lage der Armen und Arbei lozifll»?Je'chtern und erträglich machen. DaS was man , �age nennt, umfaßt unser ganzes geistiges Krios/ perliche» L eb e n S g e d i et, und die soziale »»n„ heißt AlleS erzielen, was an V e r v o l l k o m m- gehört■Qu� diesem ganzen Gebiete angestrebt wird. ES Üstde» e,oe kindliche Naioetät dazu, wenn Einzelne sich ein» ' das Mittel gefunden zu haben, diese Lösung der •irien'ozialen Frage mit einem Mal und s o f o r t be- Zu können. An solchen Schlaumeier» hat eS nicht »we gefehlt, sondern e» treten auch immer noch i-i'' die sich als Heilande der neuen Zeit geberden J. große Panacee in der Tasche haben. �'ktmal ist der neue Prophet ein„Demokrat" und � Esther eine« Eisenwerks zu Gapgenau bei Baden- gek.i' urit Namen Flürscheim, der den Stein der Weise» � � hat. Er hat seine Weisheit in einem Buche, das Ieuilleton. l)as Lind des Proletariers. EensationSroman von U. Rosen. �(Fortsetzung) weinte nicht. Sie würde um keinen Preis eine ? sei n�goffrn haben und versickerte, sie sei sroh. daß er gehe. uöthig, mehr von der Welt zu sehen. Wenn er ferne >>» ßr,,?. flrwinnen wolle, solle er nach Frankreich gehen, zu«,» ,,'htsamkeit zu erwerben nach Deutschland und der trei,«u d«nes ewig blauen Himmels wegen, nach Italien. w7?. schnitten Ruppert in die Seele, aber et ging d.oworv«« �und sagte, er werde fort bleiben, bis er em Mann Äe J?' dann werde et Spanien aufsuchen und dort um �v'denn.. d.�v°N'cnn mit schmachtenden Augen und einer � G�tille freien und sie heirathen und mit ihr vereint u wnen beiden Freundinnen zurückkehren. nächste Tage war Rupert fort. B,de-HaU war ge- b»lin..""d nur der Verwalter und emrge Dienstboten waren «, tz x gelassen worden.,.-„ � li�z�tt°�bhab?ist also abgereist." sagte scherzend WSt�'st nich�nwin Liebhaber," erwiderte Milly Wrigleq *S8o|al2ftanceictt viel lieber als mich." chMMsm beraubt, lebte Myra einsamer AWZ-TS» jeder Neugierige für 2 Mark haben kann, niedergelegt, und beansprucht für sich eine ganz besondere Beachtung, weil er — Industrieller ist. Ist daS schon ein ganz sonderbares Verlangen, so sieht man den Rezensionen und Reklamearti- kein, die über dies Buch in demokratischen und anderen Blättern erschienen sind, auf den ersten Blick die„Mache" an und fühlt, daß der Verfasser selbst diesen Überschwang lichen Lobpreisungen nicht fern stehen dürste. DaS Buch, welches den Titel trägt:„Auf friedlichem Wege"'), führt den Gedanken aus, daß es nicht da« beweg- liche, im Industriebetrieb werbend angelegte Kapital sei, welches die in neuerer Zeit soviel bekämpfte Herrschaft über die arbeitenden Klassen ausübe. Die« Kapital sei nur eine höchst unsichere Anlage, bleibe allen Wechselfällen ausgesetzt und verharre im Durchschnitt nicht länger als ein Menschen- alter in der Hand desselben Besitzers. Der Großgrund besitz sei eS, der heute eine allmächtige Herrschaft ausübe und„durch den Fabrikherrn zu dem Arbeiter als unerbitt licher Herr spreche". Daher besteht für den Verfasser die „Äsung der sozialen Frage" darin, daß der Staat das ge- sammte Grundeigenthum an sich bringt, was mit 100 Milliarden Mark nach Meinung des Verfassers durch eine von ihm im Detail dargelegte Finanzoperation geschehe» kann. Hebet die Bewirthschaftungsform, die dann ein- zutreten hat, läßt sich der Verfasser nur spärlich au» und doch ist daS die Hauptsache beim Ganzen. Wir haben hier die nicht gar seltene Erscheinung vor unS, daß der Vertreter eine« der beiden großen WirthschaftS faktoren, des beweglichen und unbeweglichen Kapitals, die von ihm vorgeschlagenen Reformen au Kosten deS anderen WirthschaftsfaktorS durchzusetzen gedenkt. Die Großgrundbesitzer sind gleich dabei, wenn eS gilt, dem Staate da« Tabaksmonopol zu verleihen, die Versicherung zu verstaatlichen und den„Giftbaum der Börse" zu be- schneiden. Es liegt ja doch in ihrem Interesse, dem be- weglichen Kapital die Adern zu unterbinden. Auf der an« deren Seite sind die Herren Industriellen, die Herrscher mit dem beweglichen Kapital, gleich dabei, wenn eS gilt, die Herrschast deS Grundbesitzes zu beschneiden und sie scheuen vor der Verstaatlichung deS Grundbesitzes nicht zurück, während eS für sie kein größeres Staatsverbrechen gibt, als die Verstaatlichung der Industriebetriebe. Dieser Kampf ist ein Jnteressenkampf in deS Worte« verwegenster Bedeutung und die Herren Vertreter des mo- bilen Kapitals sind in ihren Mitteln dabei eben so wenig wählerisch wie die deS immobilen Kapitals, deshalb erscheint auch der Titel deS BucheS:„Auf friedlichem Wege" etwas sonderbar. *) Baden, bei 0. Sommerweger. Von der ganzen Familie konnte sie nur den ehrlichen braven Burschen„unseren Aeltesten", der die Rechtswissen- schaft studirte, und das anmuthige Kind, die kleine Milly leiden, welche unter den Ihrigen wie eine Lllie unter Dornen �"Myras's Gedanken kehrten in ihrer gegenwärtigen Ver- laffenheit mehr als sonst zum Geliebten zurück, den fie seit so langer Zeit betrauerte. Die Liebe chrer Jugend schien in ihrem Herzen neu zu erblühn, um neue Schmerzen, neues Weh zu besuchte all die Schauplätze in der Umgebung ihres Hauses, welche sie mit JaSper Fitzroy so hoffnunggsreudig durchstreift hatte und träumte von jener seeligen Zeit, in der er neben ihr wellte. Und Jasper, unter der glühenden Sonne Astens, mühselige Sklavenarbeit verrichtend, hatte Tag und Nacht nur den einen Gedanken. Myra wiederzusehen. Er verehrte fie wie eine Hellige, er liebte fie wie den Inbegriff alles Schönen und Guten, und hoffte nun schon seit Jahren vergebens, daß der mit Blut geschriebene Hilferuf einem mit- leidigen Auge begegne. Die Fünfpfundnote lag lange Zeit ,n dem eisernen Geld- schrank Ibrahim Ben Edins. Zuweilen nahm er fie heraus, um fie neugierig zu betrachten. „Es ist schade, Jussuf. daß dieses Stück Papier hier an Stelle von fünf guten Goldstücken liegen muß." „O Herr, ich würde nicht zögern, mir Gold dafür einzu- �.Aber Jussuf, ich lese Gefahr in diesem zerknitterten Stück Papier, wenn ich es hinausschicke in die Welt. Wer weiß, mit welchem Fluche der listige Christ es behaftet hat." „In diesem Falle würde ich es verbrennen." „Tann aber veiliere ich die Goldstücke, und Gold zu ver- Nichten ist eine Sünde. Ich will also Deinen Rath befolgen und das Papier in Gold umwechseln lassen. Ist es Allah's Wille, mich durch dieses Blättchen zu verderben, so hilft doch meine Vorsicht nichts.".._ Ibrahim wartete noch weitere sechs Monate auf em günstige Gelegenheit um das Gold zu erlangen und Jasper Fitz- rvu hatte vereits drei Jahre auf Rettung durch diese Fünf- pfiindnole gebaut, ehe fie aus den Klauen des Türken in die Ferne wanderte...., Endlich hatte Jussuff ein Geschäft in Makri zu besorgen und er nahm die Banknote mit dorthin, wo er e«n englisches oder französisches Sckiff zu finden erwmten durfte, dessen Ka- pitän ihm für das Papier Gold einhändigen würde. Herr Flürscheim gehört zu der ersten Kategorie und da ist eS ganz erklärlich, daß er die Verstaatlichung deS Grund- besitzes fordert. Wir erkennen auch an, daß das in seinem persönlichen, seinem Privatinteresse, im Privatinteresse der von ihm vertretenen Klasse der industriellen Unternehmer liegt. Was wir verwerflich finden, ist nur, daS solch ein Ja- dustrieller seine wirthschaftliche Jnteressenpolitik, nachdem er sie in nationalökonomische Formeln gebracht, für Idealismus ausgeben will und sich aufbläht, als treibe ihn sein warmeS Herz, der ganzen Gesellschaft einen Dienst zu leisten und sie vom Fluch der Armuth zu erlösen, während über den Gewässern seines Gedankenstroms der Geist seines Kapital- Profits schwebt. Eine wahre Sozialreform muß alle Faktoren der Produktion umfassen- sonst fällt der Begriff„sozial" weg. Was der Badener Industrielle vorschlägt, ist indessen so einseitig und diese Art von Jnteressenpolitik ist so alt, daß man sich nur wundern muß, wo der gute Mann all die Naivetät hergenommen hat. Wie Herr Flürscheim, wenn nun ein Großgrundbesitzer Sie beim„Prinzip" packt und die Verstaatlichung der Eisen- industrie verlangt? Wie schnell wird Ihrer Interessen- Politik daS armselige Mäntelchen von angeblichem JdeallS- mu« abfallen! Politische Ueberstcht. Zur Situation. Nachdem wir uns längere Zeit idylli- scher Ruhe erfreut haben, sängt die politische Atmosphäre auf einmal an elektrische Spannung zu bekommen, allerhand beun- ruhigende Nachrichten nnd Gerüchte schwirren durch die Lust, und eine unbehagliche Stimmung ergreift das Publikum. Merl- würdigerweise haben all' diese beunruhigenven Nachrichten und Gerüchte die Kolonialpolitik des Fürsten Bismarck und dessen. Konferenzen mit dem österreichischen Ministerchef oder Auch- Kanzler Kalnoky zum Mittelpunkt und Hintergrund. Fürst Bismarck hat fich offenbar entschlossen, seine Kolonialvolttik nicht durch England durchkreuzen zu lassen: Die Aufhiffung der deutschen Flagge in dem unter englischem Protektorat stehen« den Camerun, an ver afrikanischen Küste, soll vie Revanche für das Fiasko von Angra Pequena sein, und scheint eine HerauSfor- derung Englands zu sein. Da nun zwischen der deutschen und der englischen Seemacht ein solches Mißverhältniß der Kräfte vorhanden ist, daß Deutschland in einen Konflikt mit England auch nicht die geringsten Chancen des Sieges hätte, so kann Fürst Bismarck diesen Schritt nicht gethan haben, ohne sich genügender Unterstützung von irgend einer Seite oerfichert zu haben oder wenigstens oerfichert zu halten. Aber von welcher Seite? Frankreich, die einzige Macht, die England zur See einigermaßen die Stange zu halten vermag, kann selbstverständ« lich nicht in Betracht kommen. Wohl ward in neuester Zeit allerband gemunkelt von einer Allianz zwischen Deutschland und Frankreich, allein vor der Hand ist daran nicht zu denken. Eine Barke aus Genua lag im Hafen und der italienische Kapitän erfüllte bereitwilligst die Bitte des Türken. Der Kapitän kehrte nach Genua zurück und gab die Bank- note einem englischen Matrosen und dieser, der em guter, zärt- licher Sohn war, schickte sie seiner Mutter. Die Alte war eine vorfichtige Frau und beschloß die Bank- note für ihre Begräbnißlosten aufzubewahren, so daß, wenn der Tod fie während der Abwesenhett ihres Sohnes überraschte, fie nicht auf eine Beerdigung von Seiten der Armenkasse an- gewiesen wäre. So hatte das boshafte Geschick, welches Jasper Fitzroy und Sam Porter verfolgte, es gefügt, daß das Papier, von dem fie so viel gehofft, in die Sparbüchse einer alten halb« blinden Frau gerieth, die es nur einmal monatlich zur Hand nahm um fich zu überzeugen, daß es noch da war! Und doch war diese wichtige Banknote kaum eine Meile von Myra Barth entfernt, die gerne Tausende dafür gegeben hätte, und den Willen und die Macht besaß, dem Gefangenen Ibrahim Ben Edins Hilfe und Rettung zu bringen. Der Anblick dieser Banknote würde Myra ihrer fast vollständigen Verein- samung enttissen haben. Sie war niemals ihrer Nachbarin» der Gräfin Jdria, näher getreten. Der Schatten, welcher ihr Leben verdüsterte, machte fie der Gegenwart von Fremden ab- geneigt. Sie sah Francesca häufig, da die kleine Italienerin und Milly Wrigleq sehr befreundet waren. „0, Fräulein Barth, etwas Schreckliches muß drüben im Landhaus der Gräfin Jdria geschehen sein," rief Milly Wrig- ley eines Morgens hastig laufend ihrer Koufine entgegen.„Ich war eben dort und hörte die Gräfin weinen und schluchzen und die Dienstboten weinten gleichfalls, und das Kämmermädchen sagte mir, ich könnte Francesca nicht sprechen, fie wäre bei der Gräfin und die Fräu Gräfin hätte böse Nachrichten erhalten." Myra schickte sogleich einen Diener zu der Gräfin und ließ anfragen, ob sie cht in irgend einer Weise nützlich sein rönne, aber der Bote brachte einen verneinenden Bescheid 9i#t w,»-- „Was ist geschehen?" Bleibt zunächst Oesterreich, deffen leitender Staatsmann be- tannllich kürzlich bei Fürst Bismarck in Varzin war. Ob Herr Kalnoky dem Fürsten Bismarck die österreichische Flotte zur Ver- fügung gestellt hat? Nach der Aktion von Camerun sollte man es fast glauben— und doch klingt es unglaublich. Ist der österrei- chischen Regiemng die Thorheit zuzutrauen, fich auf derartige Abenteuer einzulassen, bei denen nichts zu holen ist als Nieder- lagen? Denn auch die österreichische und die deutsche Flotte vereinigt, find der englischen bei Weitem nicht gewachsen. Die Pferdelräfte der Panzerschiffe beider mitteleuropäischer Mächte betragen noch lange nicht die Hälfte der englischen. Doch da ist ja noch Rußland als der Dritte im Bunde. Man spricht von einer Zusammenkunft des russischen Kaisers mit dem deutschen Kaiser in der nächsten Zeit. Doch die drei Kaiser- reiche haben zu viele auseinanderlaufende Interessen, als daß auf die Dauer eine Einigung möglich sei— Oesterreich und Ruß- land können niemals ernstliche Freunde werden. Was aber insbesondere Rußland angeht, so hat es außerdem gewiß kein Interesse, im jetzigen Moment England zu bekämpfen, deffen Regierung an Ruffenfreundlichkeit wahrhaftig das Menschen- mögliche geleistet hat. Eine Aktion gegen England könnte höchstens den Sturz des Ministeriums Gladstone und dessen Ersetzung durch ein russenfeindliches Tory� Ministerium herbei- führen. Und doch, wie konnte Fürst Bismarck England den Handschuh hinwerfen, wenn er fich nicht mächtiger Bundes- genossen versichert hatte? Sollte er geglaubt haben, England durch keckes Handeln und die Drohung mit dem mehr„idealen" als realen Dreikaiserbund zur Nachgiebigkeit zu zwingen? Das wäre— so weit wir die englischen Bei Hältnisse und den englischen Charakter kennen— ein verbängnißvoller Frrthum.— Hoffen wir aber, daß die ganze Angelegenheit ftiedlich beigelegt werde. Wir find keine Freunde der Kolonisationspolitii, die uns in Konflikt mit andern Mächten bringen kann, jedoch die Angelegenheit ist einmal so weit gediehen und da möchte England immerhin bedenken, daß es mit seinem riefigen Ko- lonialbcfitz genug zu tbun hat und anderen Leuten auch etwas gönnen kann an Votthcil, aber auch an neuer Last. Die Schornsteinfegermeister, welche dieser Tage in Stettin einen Kongreß abhielten, haben fich bei dieser Ge- legenheit als Anhänger des Jnnungszrvanges bewährt!"— so jubeln die Zunftorgane im deutschen Reiche und fügen hinzu: „Die Schornsteinfeger bilden mit ihren einzelnen Innungen einen Verband und verpflichten jedes Mitglied desselben, künftig nur solche Gesellen zu beschästigen, die zuletzt bei einem Jnnungs- meistcr in Arbeit gestanden und fich darüber durch das übliche Fnnungsbuch ausweisen können"— Ja, das find auch die Sckornsteinfegermcister! Bei diesem Geschäfte giebt es keine „Theilung der Arbeit", leine Dampfmaschinen und außerdem stehen sie wie die Apotheker unter der Bedürfnißfrage- Die können gut„Zunft spielen". Deshalb rathcn wir allen Hand- werkcrn, welche fich für den Jnnungszwang begeistern, Schorn- steinfegermcister zu werden- Zur Sednnfeier. Der Magisttat zu Görlitz halbe- schloffen, den Sedantag nicht mehr offiziell zu feiern. Eine originelle Leistung hat jüngst der freikonservative Reicbstagsabgroidnctc für Kulmback, Frhr. v. Aufseß, in einer Wählerversammlung vollbracht. Derselbe äußerte fich über seine Stellung zu den Getteidezöllen dahin, daß seiner Anficht nach eine Erhöhung derselben allein nicht im Stande sei, der gedrückten Lage der Landwitthschast aufzuhelfm, daß aber hauptsächlich eine Erhöhung des Zolles auf Weizen, Hafer und Gerste geboten sei, während der Zoll auf Roggen, der die Hauptnahrung der Bevölkerung bilde,„einer nur sehr geringen oder vielleicht gar keiner Erhöhung bedürftig" sei. Recht treffend bemerken zu dieser Erklärung die Münchener„Neuest. Nachr.":„Es ist das ein sehr geistreiches Kompromiß zwischen Schwärmerei für die Getreidezölle und der Gegnerschaft gegen dieselben, das aber wenigstens so ehrlich ist, durchblicken zu lassen, daß bei der Hauptnahrung der Bevölkerung der Ge- treidczoll vom Hebel ist." Eine merkwürdige Vcrsügung hat dir Mannheimer Polizeibehörde dieser Tage erlassen. Sie hat nämlich das öf- fentliche Auftreten einer Sängergesellschaft am Montag unter- sagt und will, wie verlautet, diese Praxig auch in der Zukunft an dem genannten Tage beibehalten, damit den arbeitenden Klassen leine Gelegenheit zum„Blaumachen" gegeben wrrd. Welche Fürsorge und Weisheit: wenn die Arbeiter in .Mannheim nun nicht Geld„aufhäufen", kann es nur daran liegen, daß die Verfügung nicht radikal genug ist. Die Polizei- behörde hätte stramm„durchgreifend" und den„arbeitenden Klassen" den Besuch solch sündhafter Vergnügen überhaupt ver- bieten sollen. Denn am Ende find die beschränkten Unterthanen doch noch so schlau, daß fie das„Blaumachen" auf einen an- deren Tag in der Woche verlegen, wenn fie sonst gerade wollen. Ter Kampf um den Landtag Ober- Oesterreich» wird täglich erbitterter. Der unabhängige Bauernverein macht die größten Ansttengungen, gegen die klerikalen das . Feld zu halten. Es ist recht eigenttich ein Krieg zwischen den vornehmen und reichen Klöstern Oberösterreichs und dem unab- hängigen Bauern, dessen Haus nicht minder stattlich und trotzig Bedürfnisse. Jetzt ist sie um Alles gekommen, und fie räumt ihre vornehme Wohnung berefts," Wrigley war nicht sehr betrübt, daß die Gräfin Jdria fortzog. Lady Bide und Rupert konnten jeden Tag heimlehren und es würde gut sein, wenn sein Töchterchen, das zu einem sehr schönen Mädchen erblühte, leine Nebenbuhlerin an ihrer Seite hätte. Äyra, obwohl jeder fremden Gesellschaft abhold, war keineswegs dem Mitgefühl verschlossen- In der zartesten Form erbot sie fich, der Verlassenen ein Darlehen zur Ordnung ihrer Verhältnisse zu machen und gab ihr die Verstcherung, fie werde ihr zu innigstem Danke verpflichtet sein, wenn die Gräfin nach Barth üderfiedeln und dieses so lange als ihre Heimach de- trachten würde, bis fich ihre Angelegenheiten wieder freundlicher gestaltet hätten. Aber die stolze Gräfin lehnte Alles ab. Sie sagte Myra, auf eine günstige Wendung in chrcn Angelegenheiten sei nicht zu rechnen. Sie sei von den Ver wandten ihres Mannes beraubt, zu Grunde gerichtet worden und müsse fortan ihren Lebensbedarf selbst erwerben, wie so viele andere von der Höhe gesellschaftlicher Stellung durch verschuldetes oder unverschuldetes Mißgeschick Verdrängte. Ihre Tochtc und fie würden nach London üderfiedeln und dort Unterricht in Musik und Sprachen geben. In der Millionenstadt würde es ihnen leicht werden fich zu verbergen und unbeobachtet ihr bescheidenes Dasein zu führen.> Die Gräfin weigerte fich sogar, ihre künstige Adresse mitzutheilen. Sie hielt es für fich und Francesca wünschenswerther, allen Freunden aus den Tagen rhres Woblergehens für immer zu entschwinden. Die stolze und empfindsame Frau wollte ihre Demüthigungcn und Kränkungen den Augen der Welt ent- ziehen. Ihre Dienerschaft wurde bezahlt und entlassen. Em Theil ihres Mobiliars und der Luxusgegenstände, die fie umgeben hatten, wurde verkauft, während Anderes verpackt und fortgeschickt wurde, und die'Gräfin und ihre scchSzehn jährige Tochter fuhren in einer Droschke davon, Niemand wußte wohin. Francesca und Myra Wrigley ttafen fich zum Abschied im Walde. Milly weinte heftig, wie stets, wenn fie etwas schmerzte. Sic schmiegte fich an Francesca und bat sie inständigst, die Hälfte von Allem, was fie besaß, anzunehmen und rhr Taschengeld regelmäßig mit ihr zu theilen- in seiner Art aussteht, wie das Stift. Beinahe lauter Aedte, Dechanten und Pfarrer kandidiren diesmal für die klerikale Partei, dazwischen einzelne ganz unbedeutende Adelige, denen man wenigstens die Ehre des Dafitzens erweisen will, da fie über große Besitzungen und abhängige Leute verfügen. Es handelt fich also um den Gegensatz der freien Bauemschast zu den Wahlunterthänigen, wie Fürst Liechtenstein seine Bauern, Pächter und Angestellten in Erinnerung an die alte schöne Feudalzeit genannt hat. Gegen die Liberalen in Oesterreich, jenes klägliche polttische Gebilde, ist ein Aufruf der demokratischen Partei in Wien gerichtet, der fich mit folgenden Worten an die söge- nannten Fünfguldenmänner, d. h. an diejenigen Bürger wendet, die 5 Gulden jährlich direkte Steuern zu entrichten hoben:„Mitbürger! In kurzer Zeit werdet Ihr berufen werden, Euer Recht auszuüben und Ihr werdet Euch entscheiden müssen, welcher politischen Partei Eure Stimmen zufallen sollen. Könnt Ihr Euch nun einer Partei anschließen, welche bis zum letzten Moment theils offen, theils versteckt es ver- hindern wollte, daß Euch überhaupt die politischen Rechte ge- währt werden? Könnt Ihr Euch einer Partei anschließen, welche es bis heute noch durch allerlei Machinationen ver- standen hat, Euch das Wahlrecht für den Landtag und für die Gemeindevertretung vorzuenthalten? Könnt Ihr Euch einer Partei anschließen, welche nie einen Sinn für Eure wirtbschast- liche Lage an den Tag gelegt; einer Partei, welche die Ueber- macht des großen Kapitals geschaffen hat, welche für Eure Klagen nur taube Ohren, für Euren schweren Kampf um das Dasein blas den herzlosen Rath:„Hilf Dir selbst" hat? Nein, und abermals Nein! Euer Platz, geehrte Mitbürger, kann nur in den Reihen jener Partei sein, welche einerseits an den Grundsätzen der politischen Fortentwickelung festhält, anderer- seits dem Staate die Aufgabe zuweist, helfend und schützend einzugreifen, wenn es gilt, der fortschreitenden Verarmung ein Ziel zu setzen; wenn es gilt, das Erttägniß der ehrlichen Arbeit vor der Ausbeutung durch das Kapital zu bewahren. Und diese Partei ist die demokratische." In der irischen Partei ist eine bemerkenswetthc Spal- tung cingetteten. Parnell hatte über der Agitation für die Pächter ganz vergessen, daß die irischen Tagelöhner und Land- arbeiter von den Farmern viel ärger bedrückt wurden, als diese von den Landlords. Michael Davitt ist nun der Für- sprecher dieser ärmsten Klasse der irischen Bevölkerung geworden und dadurch in scharfem Gegensatz zu Parncll getreten, der diese Bewegung für gefährlich und für Irland schädlich erklärt, damit aber nur in Farmerkreisen Anklang findet. Ader trotz- dem wird sobald das gemeinsame Band zwischen den beiden Führern nicht reißen: chr gemeinsamer Haß gegen England. Von der Pariser intranflgenten Presse wird die Erpedition gegen China sowohl wie die ganze Kr egspolitik der Regierung, die ohne Zustimmung der Deputirtenkammer einge- leitet worden sei, auf das.Heftigste getadelt. Henri Rochesort schreibt im„Jntranstgent": Der chinesische Krieg ist nur die Forsetzung der tunesischen Seeräuberei und die Art und Weise, wie der letzte Streich ausgesonnen und langsam ins Werk ge- setzt worden ist, beweist zur Genüge, daß er Missechätcrn von Beruf zuzuschreiben ist. Als Challemel-Lacour eine Hand auf sein Herz und die andere auf seine Leber legte, um zu ver- sichern, China würde nicht interoeniren, wir könnten deshalb unbehindert die Sümpfe Tonkins erobern, war der Marsch auf Peking und die Plünderung der kaiserlich chinesischen Residenzen in dem Rathe der Regierung schon beschloffen. Gegenwärtig erklärt der Führer der Bande von Ouai d'Orsay. er hatte die Einberufung der Kammern für überflüsfig. Das Vertrauens- votum, welches ihm von ganzen 173 Abgeordneten ertheilt wurde, gebe ihm das Recht, nicht China allein, sondern auch England und Deutschland den Krieg zu erklären. Diese Theorie ist um so niederträchtiger, als er das Votum nur durch die Verstcherung erschwindelte, wir stünden mit China nicht im Kriege, sondern in Unterhandlungen, welche ficherlich mit Erfolg gekrönt sein würden. Auf diese Friedensoer- ficherungen hin blökte die opportunisttsche Heerde ihr„Sehr wohl!" angesichts der Tagesordnung Sadi-Carnot's. Während aber Ferry auf den Gott der Diebe schwor, alles sei im Be- griff, beigelegt zu werden, wußte er schon, daß China fich weigerte, ihm die zwcihunderssünfzig oder achtzig oder auch nur acht Millionen zu bezahlen, die er ihm einen Augenblick aus der Tasche zu locken hoffte. Er log also, als er den Frieden ankündigte, und lügt wieder, indem er behauptet, die Kammer ermächtige ihn durch 173 Stimmen, Krieg zu führen. Dies beweist auch die Thalsache, daß er wartete, bis das Parlament in den Ferien war, um dem französischen Gesandten in Peking den Befehl zu erthcllen, seine Flagge einzuziehen und offen seine Feindseligkeiten zu beginnen. Wenn er in der Schluß- sitzung gesagt hätte:„Wir haben Krieg!" so hätte er lange auf dos Vertrauensvotum warten können- Darum sträubt er fich jetzt hartnäckig gegen die Einberufung der don ihm durch friedliche Versprechungen betrogenen Kammern und kann fich nur so de? Vorwurfs envehren, er habe sein Woit gebrochen, indem er die Verfassung brach." Recht inhaltschwere Nachrichten kommen über die Ausbreitung der Cholera in Europa. In,®1' ist ohne Zweifel die Cholera, wenn auch bis jetzt nur»> P. Fällen, aufgetreten; aber in Italien steht es sehr scblinw-H das beweist folgende trübselige Rublik: Am 24. Augusts in der Provinz Bergamo 11 Erkrankungsfälle, in der M Cuneo 11 Erkrankungs- und 10 Todesfälle, in der Massa-Carrara 14 Erkrankungs- und 11 Todesfälle, jWMJ! der Stadt Parma 2 Erkrankungsfälle, in Borgotaro 3 fälle, in Portomaurizio 6 Erkrankungs- und 2 TovcMt% gekommen. In Svezia wurden von Sonnabend Äbrnr 1 gestern Mittag 8 Erkrankungsfälle konstatirt, in Cairo nottc ein Erkrankungsfall. In Neapel wurde ein chw-jj dächtiger Fall konstatirt.— Hoffentlich wird das Hcran� der kälteren Jahreszeit Deutschland vor dem unheimliche» bewahren. J Vierzig Studirende der Medizin an der Bis. b o n e r Unwerfilät reichten vor zwei Jahren ein der Regierung ein, in welchem verlangt wurde, geistige Gesundheitszustand des Zivilgouoerneurs von öon untersucht werde, da seine Handlungen au!' 1 Gehirnaffektion schließen lassen. Der gegen 1 Studirenden in Folge dessen eingeleitete Prozeß wurve. man skandalöse Aufttitte besorgte, eingestellt.(!)% treffenden Studirenden war jedoch seither jede ofM Karriere verschlossen, da ihnen Zeugnisse verweigert Ms Der König hat nunmehr angeordnet, daß diesen J alle Folgen des erwähnten Schrittes nachgesehen weiiw Vielleicht hatten fie mit ihrem Gesuch nicht so ganz umcM lieber das bereits gemeldete Attentat der K«#':, tochter Marie Kaljuschna gegen den Gens d arme Chef Oberst Katanski werden der„D.&„MS Einzelheiten gemeldet: Tie Kaljuschna ließ sich in Mw ' nung des Obersten angeblich in einer wichtigen Angeleg• anmelden(andererseits heißt es, daß fie von demscitM,. geladen wurde), worauf Katanski fie in sein Kabinett. und fie gerade fich gegenüber Play nehmen ließ nun das Mädchen mit ihm zu sprechen begann, hous..X. Francesca vergoß keine Thräne. „Wir werden uns nie wiedersehen, Milly,' sagte fie, „unsere Wege liegen fortan weit auseinander. Ich werde jetzt Musillehrerin oder vielleicht auch nur Näherin oder Stickerin werden. So dunkel die Zukunft auch vor mit liegt, werde ich Dich doch allezeit lieb behalten, aber es ist besser für Mama und mich, wenn unser« Bekannten und Freunde nichts mehr von uns hören. Unser Schicksal wnd dadurch wc- niger hart." „Und was wird Rupert sagen, wenn er zurückkommt, und Du verschwunden bist?" „Er wird fich bald ttösten, seit zwei Jahren ist er schon fort und inzwischen wttd er gelernt haben, mich zu vergessen." „Niemand kann Dich jemals vergessen," sagte die selbst- lose und ihre junge Freundin aufrichtig bewundernde Milly zu Franzeska, die selbst nicht an ihre Behauptung glaubte. „Und Du goldlockige englische Primel mußt ihn zu trösten suchen." Aus Myra'S Briefen erfuhren Rupert und Lady Bide, daß die Gräfin Jdria chr ganzes Vermögen verloren hatte und mit ihrer Tochter fortgezogen sei, wohin wisse man nicht. „Sie wird mir selbst über Alles schreiben," sagte Lady Bide und so warteten fie und Rupert lange Zeit, aber kein Brief der Gräfin oder Francesca's erfüllte ihre Er- Wartung. „O laß uns zurückkehren und fie suchen," bat Rupert.„Ich werde niemals glücklich sein, bis ich Francesca wieder gefurr- den habe. O ich liebe fie und fie soll eines Tages meine Frau werden." Lady Bide's Gesundheit gestattete ihr nicht, sofort nach London auszubrccben, aber fie gab Dr. Mcllodew den Auftrag nach den Entschwundenen zu forschen, bis fie selbst ihre Hin- reise würde antreten können. Dr. Mcllodew unterzog fick persönlich dem Auftrag seiner Gönnerin und Freundin. Er suchte und forschte mit allem Eifer nach den Jdrias. Sein Bemühen bewies nur, wie leicht es ist. fich in London spurlos zu verlieren. Eine Veränderung des Namens, der Kleidung und der Wohnung und man« ist unter den Myriaden, der rn der Hauptstadt für ihr tägliches Brot Arbeitenden, rncht mehr herauszufinden. Die stolze Gräfin wollte den hochadligen Namen der KNSÄÄÄM;% SÄ einen Namen zu. der ,n der Trtelreche ihrer Ahnen prangte. w'SMA Schnupftuch hervor, welches sie m vir»»»■%■—-- und indem fie dasselbe gegen das Geficht führte, zoß IN* der Rechten aus ihrer Klcivettasche einen Reooloel» j welchen fie rasch auf Katanski abfeuerte. Dieser,& leichte Verwundung am Ohr erhielt, verlor jedoch Nico Bewußtsein und stürzte fich auf die Atteniäterin, der � Revolver entriß. In demselben Augenblicke eilten« habende Gcnsdarm und ein Bedienter des Obersten, � T Schuß gehört hatten, herbei und nahmen die Kaliui�., worauf fie vor dem alsbald angelangten Stadtgouvcrv Begleitung des Kommandanten General Tschelischss� Polizeimeisters und anderer Persönlichkeiten einem Verhör unterzogen wurde. Wie verlautet, soll 0.. � anlaffung zu dem Anfalle darin liegen, daß KataW�f Bruder oder Geliebten der Kaljuschna verhaften und* verschwinden ließ. In der Wohnung der Attentäter'» � Proklamationen, nihilistische Broschüren und»nve promtttirende Gegenstände vorgefunden.. Futschen ist„futsch", das heißt durch Kanons Admirals Courbet zusammengeschossen, ehe noch der chinesische Gesandte in Paris, den Staub des st??Ä Bodens von feinen goldgestickten Pantoffeln gesmUw> Futscheu ist das große Seearsenat an der Küste schüre!, wo die Chinesen ihre mit schwerem Geld Krupp'schcn Kanonen aufbewahrten, um damit Vre in die Flucht zu jagen, und nun hat«G■A» HUI»"V!" gereicht, um das chinesische Toulon in Grund uN» je» schießen. Die Franzosen halten nun nicht blas du � dein auch die Insel Formosa unter ihrer Faust»» vorläufig abzuwarten, wie fich die Dinge nun wc'N werden. Aus englischer Quelle stammt ein Telegraw�nz«s» von einer weiteren aber mißglückten Operation meldet, jedoch unglaubwürdig ist. Es theilt aus F j-ziU die franzöfischen Panzerschiffe seien gestern NaÄw� in die Mündung des Flusses(?) eingelaufen, da», �iiv Fort habe auf eine Entfernung von drei M«'»" stfr auf dieselben mit Krupp'schcn Geschützen eröffnet, fischen Panzerschiff« hätten fich nach einer einstünd'ge» wieder zurückgezogen. � Pari«, 23. August. 1884.(Original- Aorrefto»� „Berl. Volksbl."). �«sf Wir find hier augenblicklich in eine scheinbare#r treten. Der Cboleraschrecken beherrscht nicht mehr wie früher, die Gcmüther, der Kongreß oder die N»'# lung, oder wie fich das Ding sonst noch nannte, da» die Konstitution der Republik„revidirte", hat>e». deendigt, und die Kammer milsammt dem«enar v tagt, um fich von den„gesetzgebenden Strapazen«-MUN und in Ruhe täglich die 25 Franken betragende» jvd verzehren. Ja. schäme Dick, großes Deutsches W®/, nicht im Stande, Deinen„gesetzgebenden M'tbü'Nt der Tauer der„gesetzgebenden Thätigkeit" Diiten.�r trotz der Milliarden, während die Republik ieden 9 � und trat hinfort als Frau Montgomery auf"» Sj}amc* � Schatten dieses, in England so weit verbretteK. fie fich mit Franzeska in einer bcschcldkncn, unti' � einem kleinen Bäckerladen nieder. Dort»»»._ malten, zeichneten und untenichteten fie. um'» halt zu erwcrben- Sir 20. Kapitel. K 2% Ärie. �..�dercnÄ v-""-» wanorric m» verr»<7 � große London fich näher und näher nach W J streckte. w. Bett«?/ Wrigley dachte im Gehen daran, daß dies ta. ihm und seinen Erben gehören würde- Ach- ß i liche Tag erst dawäre! Wie wollte � Welch ein fürstliches Vermögen häufte fich| .■■%% U.IV euren attann aus tvm macyic.. und %%%%-%» Vs&y; Familienpfründe versprochen hotte und du in mW— w—'** „Mein Gewissen, gnädiger Herr. fühlvoll. wWWwmsSM UUM--ÄS- (Fortsetzung folgt.) S % es is zosen in m der! »INN % toten, gleichviel, ob er Republikaner, Bonapartist oder Mon- archist ist, täglich mit 25 Franken entlohnt, ob Sitzungen oder Serien find, gleichviel. Aber, wird vielleicht der Eine oder Andere sagen, die uanzöstschen Deputirten arbeiten auch dafür im Schweiße ihres Angesichts,— wenn fie bei der Arbeit find. Nun, in Beitug auf den Kongreß wäre diese Behauptung uchtig, da ist wirklich viel„gearbeitet" worden, aber, wie fich «t der großen Hitze, welche herrschte, wohl von selbst verstand, e» tst auch viel getrunken worden, soviel, daß die guten Fran- Zchen fich selbst darüber verwundert haben. Im Allgemeinen ist der Kongreß so verlaufen, wie ich es m meinem vorigen Briefe schon angedeutet habe: er hat mit «er Annahme der Regierungsvorlage geendet. Gleich bei Be- gmn der Verhandlungen ereignete fich ein Vorfall, der nach- Nfiucki noch zu erwähnen Werth ist, da er die Natur der »ranzosen, bei derlei Anläffen, kennzeichnet. ., Minister- Präsident Ferry will die Regierungsvorlage mit würgen einleitenden Bemerkungen verlesen, bevor die Versamm- tung alle konstituirenden Formalitäten beendigt hat. Es er- Wlgt lebhafter Widerspruch, nichtsdestoweniger will der Mi- nrsterpräfident sprechen; es entsteht Tumult, den der Präsident °er Versammlung zu beschwichtigen sucht; der Ministerpräfi- {* will abermals zu sprechen beginnen. da springen fast lammtliche Teputirte von ihren Sitzen auf, schreien wild durch- rnumder, gestikuliren mit den Armen in der Luft, und in- ""ton dieses Chaos springt der Deputirte von Lyon, Andrieux, nu> die Rednertribüne und will auch sprechen; th eilweises �"DoIIatschen begrüßt ihn. Der Präsident fordert ihn auf, % Tribüne zu verlassen; statt der Aufforderung Folge zu *-'"ersucht Andrieux von Neuem fich Geyör zu ver- Waffen- Rufe tönen aus der Versammlung: Herunter von �cr Tnbüne", ohne daß sie sagen, wer herunter soll, ob An- SrJ.eux oder der Minister-Präsident, erhöhter Tumult. Der ? w.ster-PrSfidcnt. ganz wüthcnd vor Zorn, stoßt den Depu- «tten Andrieux an, dieser stößt wieder, und inmitten dieser «envrrrung und Auftegung, in welcher Keiner sein eigen Wort erstehen konnte, setzt der Präsident der National-Versammlung mnen Hu* auf und verläßt den Saal. Die Verhandlungen r»7.tCn vertagt und Jeder war damit zufrieden. Dieses Davon- d-a i? Präsidenten wiederholte fich während des Tagens m>toleesses mehrere Male und immer mit demselben Erfolg. trirt« evngletd) diese Szene an und für sich schon höchst drastisch S�'wukt sie nock mehr, wenn man die Haupt-Akteure genauer ine. ,.8e faßt. Audrieux war früher eifriges Mitglied der ninnatronalen Arbeiterassoziation; dann später diensteifriger N'�erprafett unter den verschiedenen Ministerien: Jerry, Frey- K", Gambetta:c.; dann war er auch eine zeitlang französi- ,r Gesandter am spanischen Hofe. Die traurigste Rolle ..i.ee aber unzweifelhaft als Polizei-Präfekt von Paris SA'1.'«. Er war es, welcher damals im Jahre 1880 das filKf ton- Austreidungs- Gesetz ausführte, gewaltsam in die i' J er brach und die Insassen vertrieb, er war es auch, welcher itnm.e�en Jahre eine große Anzahl ausländischer Arbeiter, ..fveytlich deutscher, bei Nacht und Nebel verhaften und gleich �.ivewen Verbrechern im engen Zellenwagcn über die Grenze >"to" ließ. Auf sein Konto kommt die Affaire Hartmann, . beinahe an die russische Regierung ausgeliefert n wäre, hätte sich nicht ein Sturm des Unwillens da- Zl>to.v erhoben. Andrieux hat auch die Polizeihatz vom 23 oifto �80 auf seinem Gewissen, welche auf dem Bastillen- x atz und dem Päre-Lachaise sich abspielte und bei welcher «»egenhest der Sohn Rochefort's von einem Polizisten einen �Selhieb erhielt, wofür der damals noch im Exil in Genf sich wnn»'ende Rochcfort mittelst Ohrfeigen sich an Andrieux rächen dekni»t �ulz dieser Andrieux hat eine traurige Polizcirolle als>' Ä.enn er auch als Polizcipräfekt von Paris mächtiger s�i�eer. Minister war- Aber auch seine Stunde kam und jetzt er den Radikalen. Doch wird er als solcher wohl nicht "wwodK luiti* Ivftorm gegen die unrepublikanische und undemo- von v6«mrichtuna des Senats, wurde verschiedene Male bi, ven demokratischen Republikanern unternommen doch all vOT Cl ß nf A 4.• r. T J- f_ t Ä'-____— U---- Ä- 4 �. U 2 A•• �- stichhaltigen Gründe vermochten nichts aus- ._'........a____;.�'4"4__ f-T.. 1~. CT-TT* «v!, y" Wen die Regierungsmajorität, welche in diesem Falle lvurde-�vnopartisten und Monarchisten wacker unterstützt Ananii» Jrv"" sollte der Senat durch das gleiche Stimmrecht Äechi.„Herten, während jetzt nur die Munizipal-Räthe das träa..-stoben, den Senat zu wählen. Aber auch diese An- Gnade i, 5 vor den Augen der konservativen Mehrheit keine vativer c diesmal war die Logik unzweifelhaft auf konser- tratix � �enn wenn einmal die Vertretung der Aristo- �Usbt„a 1% doch im Senat, als der oberen Kammer, ihren �UrchbrnA et, anerkannt ist, so ist das demokratische Prinzip NwenM,' vrithin ist das allgemeine gleiche Wahlrecht nicht �ethanhr?1""r wirklich grcifbaies Resultat dieser ganzen iu bc,�"vgen, ist nur die Aufhebung der öffentlichen Gebete Mmjsterpräsident Jerry hat ja selbst im Laufe der Habe.''.ngen erklärt, daß man die Revision vorgenommen .egegn»? tor nicht als Stichwort bei den nächsten Wahlen zu foitles' n 9X dürfte fich arg täuschen. Durch die in Ver- �>» �vilenen Verhandlungen, ist die, in den breiten noch B" der Bevölkerung bestehende Unzufriedenheit, nur *n>ei �..tooßert worden. Alles hatte gehont, daß die seit der Rev?«" herrschende Krifis, Veranlassung sein werde, £>%""..eine bestimmte Richtung zu geben, fie auf die Wm. war auf Zt�.�ezänl Nichts von alledem, nur politisches �einunölZ." 10(11 auf der Tagesordnung. Wenn da die �ewstioxs. wmer wehr um sich greift, daß nur ein reinigender Ü/toulnnosl? n.�ksthauch der Korruption, die Epidemie der eestärltch veiei beseitigen kann, so ist das allerdings nur KfÄntag will ich Folgendes erwähnen: Am letzten fii�'er ein» l d- Mts, bniic das Syndikat der Möbel- „refienftanv.außerordentliche Generaloersammlung einberufen; Surde � der Beratdung war die Geschäftslage. Beschloffen " eine genaue Zeit in »todTT ver Berathung. �atiftis nnfi?vwmisfion von 15 Mitgliedern soll eine �e.n Werkst ton, wie viel Arbeiter in gewöhnlicher...... Mkich Q beschäftigt seien, und wieviel gegenwärtig ddä 1 Dann sollte nicht etwa pcttlionin werden, peitono,»..gewonnene Material sollte als Mene Tekel in den � st eine deut- andercs mal L X. sonstige bem�'�tongen' �em man in Berlin von allen Ber- % ä äää& I'Sä MH-MMZM �US. sjp' lucht zu verwüstender Humor zelchnet Herr Doktor, wollen Sie ooch mal?" so redet er den stiefelbestaubten Staatsbürger an.„Na, denn man immer ran, Herr Doktor!" Für den Stiefelputzer scheint jeder Sterbliche— selbst wenn er noch niemals einen Anderen rastrt oder geschriftstellert hat— ein Doktor zu sein- Der Glanzbedürftige setzt seinen Fuß auf die Bank, in demselben Augenblick haben fich auch schon verschiedene„Jungens" ver- sammelt, welche der Prozedur asststiren wollen.„Na, wat wollt Ihr denn eejentlich hier, Bengels?" so wendet fich der entrüstete Stiefelputzer an seine Zuschauer„habt Ihr nischt zu duhn? Du, Rothkopp mach' nich so'n dummet Jeficht, Du siehst ja aus, als ob Dein Vater Armenvorsteher ist!" Inzwischen ist der eine Stiefel einge- schmiert.„Scheene Stiebel, Herr Doktor, die losten doch mindestens ihre fünfzehn Mark. Wat?" Ohne eine Antwort abzuwarten, fährt er wieder auf die Jungen los-„Wollt Ihr machen, dat Ihr wegkommt, oder Ihr kriegt gleich'ne ganze Partie Wichse int Jefichte!" Von den Jungen rührt sich Nie- mand, fie scheinen sehr gut zu wissen, daß die Drohung nie- mals ausgeführt wird.„Wissen Se, Herr Doktor," fährt der unermüdliche Sticfelverschönerer fort,„Sc jlooben et vielleicht nich, aber ick habe wirklich mal eenen mit Wichse injeseest!" Und nun erzählte er beim Blankputzen der Stiesel eine lange Geschichte, aus der man entnehmen kann, daß die Sache schließlich in Moabit zum Austrag kam, wo der„Schöffe mit die Predigermütze" fünf Mark zur Süh- nung der Hcldenthat beanttagte, die dann auch durch Absttzung von einem Tage Hast in Perleberg prompt beglichen wurde. Bei der Erinnerung an die Gefilde Perlebergs ist der letzte Bürstenstrich gethan, der„Geputzte" erlegt den billigen Preis für die Leistung, beide Tdeile find befriedigt, der„Geputzte" hat sein Amüsement gehabt, der„Wichstet" hat seinen Nickel in der Tasche— möchten es täglich recht viele sein- Das Polizei-Präsidium hat den Magistrat ersucht, dafür Sorge zu tragen, daß die Umpflasterung des Potsdamer Platzes jetzt nur soweit ausgeführt werde, als das Pflaster be- reits aufgeriffen sei, und daß diese Arbeiten unter allen Um- ständen bis zum 1. September er. beendet würden, damit während der Parade an diesem Tage der Verkehr in keiner Weise auf dem Platze behindert sei. Die Wiederaufnahme der Arbeiten soll dann am 3. September erfolgen. Wenn also keine Parade wäre, könnte ruhig weiter gebuddelt werden? Das Projekt zur Kaiser Wilhelms-Brücke über die Spree ist nunmehr seitens des Magistrats aufgestellt und wird demnächst zur Herbeiführung der ministeriellen Genehmigung dem Polizeipräsidium zugehen. N. Dte Borstasche Maschinenfabrik an der Ecke der Elsaffer- und Chauffeesttaße wird noch im Laufe dieses Jahres abgebrochen werden; auf dem Grundstücke sollen in Zukunft Wohnhäuser errichtet werden. Die in Moabit existirende Fabrik genannter Firma hat eine solche Ausdehnung angenommen, daß die verhältnißmäßig wenigen Arbeiter, die jetzt noch in der Chauffecstraße beschäftigt find, dort untergebracht werden können. Die nebenan belegene Fabrik von Egells wird jetzt schon abgerissen und werden auf dem Terrain ebenfalls Wohn- Häuser aufgeführt. Der vielgenannte Kellner Lärche, unter dem Verbrecher- Namen Blücher bekannt, auf dem seit Jahren der Verdacht lastete an ver Ermordung der Wittwe Liffauer im Jahre 1876 betheiligt gewesen zu sein, ist bekanntlich vor einigen Monaten in Haft genommen worden, nachdem zu den schon aus der Gerichtsverhandlung gegen Dickhoff bekannten Verdachtsgründen neue getreten waren. Die Kriminalpolizei hatte damals namentlich cnnittelt, daß Lärche fich eine vollständige Liste wohlhabender alleinstehender Personen beiderlei Geschlechts an- gelegt und bei einzelnen der notirten Adressen auch besuchs- weise vorgesprochen hatte. Nach Abschluß der Voruntersuchung waren die Akten mitsammt dem Verdächtigen an die königliche Staatsanwaltschaft des Landgerichts l abgegeben worden. Wie das„B. T." berichtet, ist Lärche in diesen Tagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden, da genügende Anhalts- punkte zur Ueberfühnmg des hartnäckig Leugnenden fich nicht erbringen ließen. Mit dem Pferde gestürzt. Am Sonntag Vormittag stürzte ein berittener Schutzmann vor dem Hause Spandauer- straßc 37 mit seinem im Schritt gehenden Pferde. Dasselbe glitt mit den Hinterfüßen auf einem eisernen Kanalisations- decket aus und fiel der Schutzmann zwischen die Pferde und das rechte Vorderrad eines hinter ihm fahrenden Pferdebahn- wagens. Durch sofortiges Bremsen des Wagens wurde er je- doch vor dem Ueberfahren bewahrt. g. In große Erftickungsgefahr gericthen in der ver- gangenen Nacht mehrere Bewohner des Grundstücks Zimmer- straße 37. Dort hatten sich in dem Komtoirgcbäude der Putz- fcdernfärberei von Thiele Putzfedem, welche gefärbt worden waren, entzündet und der hierdurch entstandene Qualm war so intensiv, daß er in die gegenüberliegenden Wohnräume der Wittwe Colberg drang und diese, sowie drei andere Personen in nicht geringe Gefahr brachte. Der Vorfall wurde glücklicher- weise bemerkt und die Feuerwehr in der Lindenstrahc alarmirt, welche kurz darauf erschien und eine weitere Gefahr durch Aus- löschen des Feuers beseitigte. Der Schaden ist nicht bedeutend. Ein Lebensmüder. Am Sonntag Nachmittag wurde der Handelsmann Karl G- durch einen Schutzmann betroffen, als er sich auf dem Hofe des Grundstücks Nostizstraße 26 mittelst einer starken Schnur erhängen wollte. Der Schutzmann verhinderte dies und fistirte den Lebensmüden nach der Poli- zeiwache, woselbst er angab, aus Amerika zu kommen, um seine ihm durchgegangene Frau zu verfolgen. Da» unglückliche Mädchen, welches eines Stückes Seife wegen sich auf die Eisenbahnschienen warf, über welchen Vor- fall wir vor einigen Tagen berichtet, ist nunmehr ihren Ver- letzungen erlegen. Uebrigens hatte das Mädchen das betref- sende Stück Seife, dessen Besitz fie verleugnet, in das Küchen- spind und nicht einmal, wie gemeldet, in ihr eigenes Spiyd schrecklicher Unglücksfall ereignete sich gestern Vormittag auf dem Grundstück Gips straße Nr. 21. Da- selbst wohnt in der zweiten Etage die Familie eines Postde- amtcn, zu welcher auch ein 1(/, Jahr alter Knabe ge- hört. Die Mutter sah gerade aus dem Fenster, als eine er- wachsene Tochter mit einem großen Packet nach Hause zurück- kehrte. Diese winkte die Mutter herunter, um ihr beim Hin- auftragen des Packets behülflich zu sein. In dem Augenblick nun als die Mutter aus der Wohnung getreten, war das vor- gedachte Kind ans Fenster gegangen. hatte sich aus demselben gelehnt und stürzte, das Gleichgewicht'verlierend, auf die Straße hinab, wo es mit zerschmetterten Gliedmaßen liegen blieb. Der Tod des unglücklichm Knaben soll sofort eingetreten sein. Ter Schmerz der Mutter, als sie kurze Zeit darauf in die Wohnung zurückkehrte und das Unglück gewahr wurde, Z war ein entsetzlicher und erfaßte sämmtliche unfreiwilligeZuschauer des traurigen Vorfalls. — a. Brutalität. In einem Schanklokal der Zeughofstt. entstand in der Nacht vom St. zum 25. d. M. beim Hinausführen eines Gastes, des Kellners L-, welcher sich im Lokal un- paffend betragen hatte, ein Gedränge. Eine Frau V., welche ihren 16jährigen Sohn aus dem Gedränge herausziehen wollte. erhielt plötzlich und ganz unerwartet von dem Hinausgebrach- ten einen starken Schlag mit einem Messer oder einem andern scharfen und harten Gegenstand auf den Kopf, wodurch fie eine nicht unerhebliche Verwundung erlitt. Die Verletzte mußte sich sogleich in ärztliche Behandlung begeben, und der Schla- � X.«UsMtW. Der 18jährige Sohn des an der Ecke der Leipziger- und Charlottenstraße wohnen- den Kaufmanns Sch. ist auf einer Exkursion nach Holland daselbst aufgegriffen, hierher zurücklransportirt und gestern seinen Eltern wieder zugeführt worden. Der junge Mensch, von dem Wunsche getrieben, Amerika kennen zu lernen, ist frühzeitig von seinem Vorhaben abgehasten worden. Die be- sorgten Eltern, welche durch die Zestungen in Erfahmna ge- bracht, daß ein junger Mensch fich an der Stralauer Brücke ein Boot gemiethet, welches schließlich herrenlos zurückgebracht wurde, hatten am Sonntag auf ihre Kosten den Rummels- burger See absuchen lassen. Dieselben glaubten, daß ihr Sohn ertrunken sei. a Was in Berlin nicht alles gestohlen wird. Dem Zahnlünstler R. ist in der Nacht zum 23. d. M. sein an dem Hause Oranienstraße 71 fest angeschlossen gewesene Schaukasten enthaltend verschiedene Gebisse im Wetthe von 155 M., gestohlen worden. Der bisher nicht ermittelte Dieb hat den Kasten mit Gewalt losgerissen. N Auf die Ergreifung des Brandstifters, welcher in der Nacht vom 14. zum 15. d. M. das auf dem Grundstück der verwittweten Landwirthin Wanzlick in Rixdorf, Richardsplatz Nr. 24 stattgehabte Feuer veranlagt hat, hat der Amtsvorsteher Boddin eine Belohnung von 450 M. ausgesetzt. a. Abgefaßter Flederer. Der Schuhmacher K. wurde heut zur Haft gebracht, weil er in der Nacht zum 25. d. M. dem Bildhauer P., welcher fich in angetrunkenem Zustande auf eine Steintreppe in der Badstraße gesetzt hatte und eingeschla- fen war, die Uhr und Kette abgehakt und entwendet hat. Ein vorübergehender Kaufmann, welcher die That des K. beobachtet hatte, veranlaßte dessen Festnahme. g. Wieder einmal! In dem an der Müller- und Ge- richtssttaßen- Ecke belegenen städtischen Park wurde in der Nacht vom Sonntag zum Montag ein Arbeiter ausge- raubt, welcher sich. nachdem er am Nachmittag mst mehreren Freunden am Kegelspiel Zerstreuung gesucht, auf dem Nach- Hauseweg auf eine Bank des erwähnten Parks gesetzt hatte und dort eingeschlafen war. Diese günstige Gelegenheit be- nutzten Diebe, um den Schläfer tüchtig zu erleichtern. Denn als er erwachte, vermißte er nicht nur seine Taschenuhr mit Kette, sondern auch sein Portemonnaie mit ca. 21 M. Inhalt. Von den Thätern fehlt jede Spur. Es wäre zu wünschen, daß die Polizeibehörde auch in diesem Park mehrere Beamte sta- tionirte, da fich gerade dort während der Nacht zahlreiches Gesindel aufzuhalten pflegt GerieW- Rettung. Ein besonders bemerkenswerther Anklagefall wegen intellektueller Urkundenfälschung, wegen Beilegung falschen Namens und Vergebens gegen die Gewerbeordnung gelangte heute gegen den Bäckergesellen Heinrich Julius Löfflet vor der zweiten kombinirten Ferienstrafkammer hiesigen Land- aerichts I. zur Verhandlung. Der bereits mehrfach wegen Bettelns vorbesttaste Angeklagte hatte mst Zustimmung deS ihm bekannt gewordenen Arbeiters Reichelt auf dessen Namen den Gewerbebetrieb als Druckschriftenverkäufer zur Steuer angemeldet und auch auf diesen Namen die polizeiliche Genehmigung dazu erhalten- Er selbst wurde mangels jeglichen Legitimationspapieres die erforderliche Erlaubniß niemals er- halten haben. Im vorigen Jahre hatte fich der Angeklagte beim Verkauf von Druckschriften einer Polizeikontravention schuldig gemacht und da er fich dabei das Nationale des Reichest beilegte, so wurde auch dieser mit dem Strafmandat über 5 M. ev. 1 Tag Haft bedacht. Reichelt ließ die Sache auf sich be- ruhen und mußte schließlich, da die Strafe nicht erlegt worden war, wohl oder übel den Tag Haft absitzen. Als sich der An- geklagte zu Ostern d. I. zum zweiten Mal eine Contravention schuldig machte und auf dem Polizeibureau das Nationale des Reichelt angab, war dieser nicht mehr so gutmüthig, für ihn eine weitere Strafe zu erleiden. Auf dessen Angaben vor dem Schöffengericht wurde der obige Sachverhalt ermtttelt, der An- geklagte in Haft genommen und wegen obiger Sttafthaten unter Anklage gestellt. Mit Rücksicht darauf, daß ein Unschul- diger wegen des Vergehens der intellestuellen Urkundenfälschung in der Bewirtung der falschen Eintragungen bei der Polizei- und bei der Steuerbehörde, eine Strafe abbüßen mußte, ver- urtheilte der Gerichtshof den Angeklagten wegen dieses Ver- gehens zu drei Monaten Gefängniß, wegen der beiden anderen Strasthaten erkannte er auf 10 resp. 5 Mark ev. 2 resp. 3 Tagen Haft, welche Strafe er durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erachtete. Arbeiterbeuiegung, Vereim nm Versammlungen. Bei der Volksversammlung, welche am Sonntag für den 6. Wahlkreis in der Norddeutschen Brauerei tagte, hätte fich beinahe das Prognostikon, das der Stadtv. Ewald jüngst den Arbeiter- Versammlungen dieses Kreises— Verbot oder Auflösung— stellte, verwirklicht. Während man seitens der überwachenden Beamten im 2., 3. und 4. Wahlkreise nichts Anstößiges in der Proklamirunz der Arbeiter- Kandidaten fand, scheint im 6. der Name Hasenclever eine„auflösende" Wirkung auszuüben. In den recht zahlreich besuchten Ver- sammlung hatte der Stadtv. Ewald einen Vortrag über„die Stellung der Arbeiter zu den verschiedenen Parteien" gehalten; eine Resolution, welche das Einverständniß der Versammelten mit den Ausführungen des Redners betonte und zur Wahl eines Arbeiterkandidaten aufforderte, waranstandslos genehmigt worden, als aber der Referent in seinem Schlußworte den Namen des betreffenden Kandidaten„Wilhelm Hasenclever" nannte, erhob fich der überwachende Polizeibeamte um— wie man allgemein annahm— die Auflösung auszusprechen. Doch ehe der Beamte die inhaltschweren Worte über die Lippen bringen konnte, erklärte der Vorsitzende, wie die„Berl. Ztg." schreibt, die Versamnilung für„geschlossen." Mit ficht- licher Bestiedigung brach die Menge in brausende Hochrufe auf Hasenclever aus, ergoß sich dann in den geräumigen Gatten, wo beim Glase Bier noch lebhaft geplaudert wurde. Der Fachverein der Buchbinder und Lederarbeiter hielt vorgestern im Louisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakob- straße 37a, seine regelmäßige Versammlung ab, welche auch von den zur Zeit hier anwesenden Telegitten zur„Centtal- Kranken- und Sterbekasse" besucht war. Die Versammlung, welche zunächst über die Erwerbung der„Leipziger Buchbinder- Zettung" berieth, nahm mitunter einen sehr stürmischen Charakter an, da die fremden Gäste mit der Verlegung der Redaktion nach Berlin nichts weniger als einverstanden waren. Zur Beschlußfassung hierüber kam es nicht- Sodann wurde der Versammlung mitgetheilt, daß von Stuttgart aus ein Kattell-Vettrag der Fach- und Nnteistützungs-Vereine der Buch- binder*c. entworfen und dem Abschluß nahe sei. Zur Lohn- bewegung referitte der Buchbinder Michelsen. Derselbe führte aus, daß die Nothlag« der Buchbinder und Lederarbeiter gegenwärtig eine so große sei, daß mit der energischen Forde- rung von Lohnerhöhungen nicht zu lange mehr gezögett werden könne- In der Album-Branche würde man sicher schon vor- s?% sr.ris.ÄÄ's ff äb&! halten könne, eine wöchentliche Unterstützung von 20 Mark bewilligt. t. Eine öffentliche Schuhmacherversammluna beschäf- tigte sich am Montag Abend in Randel's Salon(Brunnen- strahc), unter Vorfitz des Herrn Papke, mit dem Reichskranken- kaffcn- Gesetze. Stadtv. Ewald, welcher über den zur Tages- ordnung stehenden Gegenstand referirtc, führte aus, daß die Arbeiter heutzutage Alles auf ihre Ehre halten und es für schmachvoll erachten, der Gemeindcverfichmmg anzugehören, weshalb Referent kurz über die Gemcindekafien hinwegging. Diejenigen Kasten, welche für den Handwerker am Meisten in Betracht kommen, find die Ortskassen. Diese wären aber nicht im Stande, den an sie gestellten Anforderungen zu genügen, außerdem würden die Mitglieder derselben, durch die Thcil- nähme der Meister geschädigt, sodaß die Ortslaffen ebenso- wenig, wie Fabrik- und Baukasten sich für die Arbeiter als Beckmäßig erweisen. Die einzig empfehlenswerthen Kasten en die freien Hilfskasten und bei der ambulanten Ledens- weise der Schuhmachergesellen vornehmlich eine zentrali- firte Hilfskaffe. Unter dem Berliner Handwerkerstände webe ein starker freiheitlicher Wind und der knappe Rest von Freiheit, der noch verblieben sei, müsse mit allen Kräften gewahrt werden, und die freie Selbstverwaltung sei nur in den freien Hilfskassen möglich, weßbalb Referent drin- gend dm Beitritt zu einer solchen empfahl. Herr Papke kon- statirte, daß bei der Ortskaste der Schuhmacher, welche ca. 3000 Mitglieder zählt, 700 Exekutionen vorkommen und trotz ihrer Beiträge Viele nicht kassenberechtigt find; die freie Hilfskaffe, die fich gebildet, war nur von dem Bestteben ge- leitet, die freie Selbstverwaltung zu wahren, wmn dieselbe jetzt nicht leistungs- und lebensfähig sei, so würde fie keinen Augmblick zögern, fich der Zcnlralkaffe anzuschließen und for- bette derselve auf, recht zahlreich der Zentrallaffe beizutreten, als derm Bevollmächtigter er fungirc. Die in der Versamm- luna herrschende Strömung dokumentitte fich in folgender, nach längerer Diskussion angenommenen Resolution:„Die heute in Randel's Salon, Bninnmstr. 129, tagende öffentliche Schubmacherversammlung erklärt fich mit den Ausführungen des Refermtm einverstanden und verspricht, mit allen Kräften für die Zentialkaffe einzutreten und für dieselbe zu agitiren." hr. Eine sehr zahlreich besuchte Versammlung von Mitgliedern der Kranken-, Sterbe- und Unterstützungskaste der Cigarren-Arbeiter lAlte Kaffelzu Berlin diskutirte behufs definitiver Entscheidung am Montag, Grenadierstr. 33, über den Mastenaustritt aus dieser Kasse und über die Frage: Welcher Kaste schließm wir uns an?"— Herr Klemmer, der das Referat erstattete, thellte mit, daß die von der General- Versammlung behufs Umwandlung der Kaste in eine freie Hilfskasse eingesetzte Kommission, nachdem ein Rechtskundiger fie darüber delehrt, daß diese Umwandlung nach dem Gesetze un- zuläsfig ist, auf seinen(des Referenten) Antrag beschlossen habe, durch ein Zirkular diejenigen Mitglieder der Kasse, welche in Zukunft lieber einer freien Hilfskaffe, als der nach dem Krankenkassengesetz einzurichtenden Ottskaffe, angehören wollen, zu veranlassen, daß fie aus der Kasse austreten zu wollen fich bereit erklären. Da nun aber seitens des Vorstandes der zenttalifirten freien Hilfskasse der Tabaksarbeiter in Hamburg der Bescheid(Referent verlas denselben) eingegangen sei, daß die zenttalifirte Kasse eine bedingungslose Aufnahme nur den Mitgliedern der freien Hilfskassen zugestehe, welche in der Lage find, mit ihren gesammten Aktiven und Passiven bei- treten zu können, so sei die Kommission der Anficht, daß die Kollegen, welche entschlossen find, aus der alten Kasse auszu- treten, nichts Besseres thun können, als der hier in Berlin seit 1872 bestehenden freien Krankenkasse der Cigarren-Arbeiter (E. H. K.) beizutreten. Die anwesenden Mitglieder des Vor- standes dieser Kasse gaben die Erklärung ab, daß eine dedin- aungSlose Uebernahme der vollberechtigten Mitglieder der alten Kasse vom Ausschuß ihrer Kasse beschlossen sei, daß aber der Vorstand die eine Bedingung einer Karenzzeit von 4 Wochen beantragt habe. Die Generalversammlung werde um so mehr geneigt sein, diesen Anttag anzunehmen, je größer die Zahl der ihren Beitritt anmeldenden Mitglieder der alten Kasse sein werde. Räch langen sehr lebhaften Debatten wird eine von Herrn Herholz eingebrachte Resolution, in welcher die Versammlung fich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden er- klärt und beschließt, daß die austretenden Mitglieder der neuen freien Hilfskasse beitreten mögen, mit allen(etwa 150) gegen 10 Stimmen angenommen. h Die Generalversammlung der Tischler am Montag Abend im Konzerthaus„Sanssouci", Kottbuseistraße, war von 600 bis 800 Tbeilnehmern besucht, unter denen fich auch eine uhebliche Anzahl der zur selben ausdrücklich eingeladenen, zur Zeit zum Tischler-Jnnungs-Verbandtag delegirten auswärtigen und hiesigen Jnnungsmeistern befand. Den Gegenstand der Verhandlungen bildete der bekannte Punkt 6 der Tagesordnung deS Jnnungskongresses, betreffend die fortgesetzt fich stei- gernoen Gesellenforderungen und die Stellungnahm« des Kon- gresses zu denselben. Herr Roedel als Referent der Versamm- lung konstatirte unter Anderem, daß von einer„fortgesetzten Steigerung" der Gesellen-Forderung weder hier noch auswärts die Rede sein könne, da es fich hauptsächlich nur um eine Aus- aleichung der oft unmäßigen Lohnverschiedenheitcn und um Regelung resp. mäßige Verkürzung der Arbeitszeit handle und gehandelt habe. Auch ermahnte er die anwesenden Kongreß- Delegirten, fich den qu. Antrag auf Einführung der Arbeits- bücher wegen der Schädlichkeit und Ungerechtigkeit desselben vor etwaiger Annahme sehr ernst zu überlegen, resp. ihn zu verwerfen. An der Debatte bethelligten fich von den anwe- senden vier hiesigen Meistern, den Herren Bischoff, Eisenhardt (der keiner Innung angehört), Hildebrandt und Liefeid, der drittgenannte, von den auswärtigen Meistern Herr Ladewig aus Stettin, die fich im Großen und Ganzen ziemlich gesellen- freundlich und zustimmend zu den Forderungen der Gesellen aussprachen und möglichstes Zusammengehen derselben gegm die große Kapttalmacht empfahlen. Von den Rednern der Theater. Mittwoch, dm 27. August. Opernhaus: Margaretbe. Schauspielhaus: Der Brblrothekar. Deutsche« Theater: Geschlossen. Neues Friedrich.«ilhelmstadtisches Theater: Der Marquis von Rivoli. Wallner» Theater: Hotel Blancmignon. Ostend-Theater: Ein Gottesurtheil. Walhalla-Operette«-Theater: Ranon. Lutsenftädttsches Theater: 118. Opern-Vorstellung. Oberon- »ellealltance-Theater: Dorf und Stadt- Seutral-Theater: Fäger-Liebchen._ Arbettsmarkt. Frauen und Mädchm könnm Mäntelnähen lernen(un- entaeltl.). Nachher dauernde Beschäftigung. 627) H a r m s e n, Langestr. 22, Hof 1 Tr. r. Ein tüchtiger Cigarren- Arbeiter sucht Beschäftigung mit oder ohne Wickelmacher. Per Adr. R. Drescher, Brunnen- straße 144, Seitenflügel. Ein j. geb. Setzer, auch tücht. Stempelsetzer, sucht sofort Stellung. Off, unter E. L. an die Exped. d. Bl._ " Die Nr. 7 der humoristischen Blätter„Der wahre Jacob" ist erschimm und in der Exped. d.„Berl. VolkabL' zu haben. Gesellenschaft, u. A. den Herren Henle, Klose, Künzel, wurde übrigens den stark illusionären Herrm Zünftlern manche derbe Wahrheit entgegengehalten. Den Mitgliedern der Central-Kranken- und Sterbe- kasse der Schuhmacher und verwandten Berufsgmossen Deutsch- lands zur Nachricht, daß Mittwoch den 27. d. M., Abends 3 Uhr eine Mitglieder- Versammlung im Restaurant Teichett, Neue Grünstraße 32, stattfindet. Tagesordnung: Wahl eines Delegitten zur Generalversammlung, Anträge zur Statuten- Aenderung. Neue Mitglieder werdm vor oer Versammlung aufgenommen. Eine große öffentliche Versammlung der Möbel- polirer Berlins findet am Mittwoch, den 27. August bei Breuer, Gr. Frankfurterstr. 74—75, Abends 8 Uhr statt. T.-O. 1. Bericht der Kommission über Kranken- und Sterbekasse. 2. Beschlußfassung der Kommisfion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen der eingeschriebenen Mitglieder ist nolhwendig. Zur Deckung der Unkosten kann ein Entree nach Belieben gezahtt werden. Arbeiter-Bezirks-Berein Glückanf. Am Sonntag, dm 31. August, früh 7 Uhr, vom Görlitzer Bahnhof: Herren-Par- thie nach Grünau. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinm der Mitglieder wird ersucht. Germisektes. Eine nette Familie. Wir erwähnten jüngst, daß zog von Perfigny, Sohn des napoleönischcn Ministers, bei den Gerichten dm Anttag einbrachte, seine Mutter Fr. Lemoyne, frühere Herzogin von Perfigny, unter Kuratel zu stellen. Die- fem Antrag hat das Gericht Folge gegeben. Die zärtlichen Kinder fanden nämlick, die Mama, deren Skandalprozesse mit Schneiderinnen und Modistinnen unter dem Kaiserreich noch in vieler Erinnerung leben, ginge mit den vererbten Millionen zu verschwenderisch um und könnte bald ihre 300,000 Fr. Rente mit Stumpf und Stiel aufgezehrt haben und wieder so arm werden, wie fie es vor wenigen Jahren war, als ihre einstigen Lieferanten ihr Almosen spmdm mußten. Den Anstoß zu der Klage gab der Bau einer japanefischm Villa bei Nizza, für welche Frau Lemoyne nicht nur das Material durch einen ihrer Schwiegersöhne aus Uedds kommen ließ, sondem auch noch Diener bestellt hatte, die in einem Gattenpavillon Thee brauten und servirten. Besagte Villa sollte nach den Voranschlägen der Architekten 1 100 000 Franken kosten und wird jetzt unvoll- endet bleiben. Die Mutter jener Verschwendettn war bekannt- lich die geizige Herzogin von der Moskwa, eine Tochter Louis Foulds. Eine Tochter der Wittwe Persigny's ist jene Baro- nin(?) Fttedmann, welche vor wenigen Jahren der Wechsel- fälschung angeklagt war. Barmen, 23. August. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat fich heute Nachmittag hier ereignet. Auf einem Anstreicher- gerüst an der Fischerlhalerstraße arbeiteten drei Anstteicher, als plötzlich das Gerüst brach und die Arbeiter aus der Höhe des dritten Stocks aufs Pflaster stürzten. Zwei derselben erlitten Schädelbrüche und waren auf der Stelle tobt. Der dritte wurde zwar noch lebend ins Krankenhaus befördert, doch find auch dessm Verletzungen so schwer, daß an seinem Auf- kommen gezweifelt wird. Russisches. Die halbe Straßenbeleuchtung ist jüngst in Klin gestohlen worden, einer im Gouvernement Moskau gelegenen Kreisstadt mit circa 7000 Einwohnern. Sie besitzt nämlich überhaupt nur— zwei Laternen, eine auf der Mos- kauer Brücke und eine auf dem Stadtplatz, so daß also auch dott der Hauptkontrahent für Sttaßcnbeleuchtung— der Mond ist. Die Laterne auf der Moskauer Brücke ist nun vor einigen Wochen sammt dem Laternmpfostm spurlos verschwunden und trotz eifrigen Suchens bisher auch nicht wieder gefunden worden. Die Väter der Stadt vermögen fich aber zur Auf- stellung einer neuen Laterne nicht zu entschließen,„weil die- selbe"— ein hübsches Zeugniß sllr die öffentliche Sicherheit in Klin!—„doch wohl bald das Geschick ihrer Vorgängerin theilen würde". Dabei find die Straßen in Klin, wie die „Ssowr. Jsw." benchten, in einem solchen Zustande, daß das Pasfiren derselben nicht nur im Finstern, sondern selbst am Tage lebensgefährlich ist. Die gefangene Braut. Die„Grazer Tagespost" erzählt aus Graz unter Verdürgung der Wahrheit ihrer Mitthcilun- gen: Ein zwanzigjähriges Mädchen, Tochter eines Fabrikwerk- meisterS zu Graz, hatte als Mitglied eines geselligen Vereins vor kurzer Zeit das Malheur, sich in einen jungen Mann zu verlieben und wieder geliebt zu werden, was zur Folge hatte, daß der junge brave Mann, welcher einen wöchentlichen Ver- dienst von 15 bis 20 Gulden aufzuweisen hat, fomit einen eigenen Hausstand zu gründen in der Lage ist, in aller Form bei den Eltern um die Hand der Tochter anhielt. Der Vater, welcher lange den Plan in fich trug, seine Tochter nur zur Frau seines guten, aber bejahrten Freundes zu machen, war über die Werbung des jungen Mannes außer fich und versuchte alles Mögliche, die jungm Leutchen von dem Gedanken einer Heirath abzubringen. Doch was vermag der Mensch Segen den Starrsinn eines verliebten und geliebten Mäd- lenherzcns. Es mußte ein außergewöhnliches Mittel gesucht werden und wurde ein solches auch in einem hiesigen Frauenkloster gefunden. Gelegentlich eines Spazierganges wurden von der Familie auch die Nonnen in dem bekannten Kloster besucht und die neuesten Räumlichkeiten daselbst be- sehen. Da wollte es der„Zufall", daß das Mädchen, welches man mtt besonderer Freundlichkeit auf einzelne Gegenstände aufmerksam machte, in einem Zimmer als Letzte der Gesellschaft zurückdlieb. Plötzlich schloffen sich schnell die Thören. so daß die Arglose trotz Rufens und Weinens fich als Gefangene T m-* tin'0tr Zeit erschienen zwei Nonnen, I Gefangene trotz ihres energischen Protestes der �'u�en«eid« und verwandelten die wellliche Braut in eine untteiweUrge gcisileche. Der Gefangenen wurde sttengstes geboten und man gab ihr zwei Nonnen zur fort- Schweigen Arb.-Bez.-Verein d. Friedrichstadt. Versammlung am Donnerstag den 28. August er.. Abend« 8'/« Uhr, im Lokal Mauer straße Nr. 86. Tages-Ordnung: 1.„Die Stellung der Mittelklassen im m o- dernen wirthschastlichen Kampf e." Re- ferent: Herr Schriftsteller Echwennhagen. 2 Verschiedenes. Fragckasten Aufnahme neuer Mit- glieder.[644 Gäste find stets willkommen._ Der Vorstand. Einladung zum'Ntz«I«-Abonnement auf die „Demokratischen"Blätter" Herausgegeben von Lenzmann und Dr. Phillip«. Für den Monat September betrügt da« Abonnement 70 Pfennige. Die„Demokratischen Blätter- find durch alle Postanstalten ,u beziehen; fie sind eingetragen im 11. Nachtrag des Post- Zettungs Kataloges unter Nr. 1215a. Wir ersuchen all« Freunde des neuen Unternehmens, für vie Verbreitung der„Demokratischen Blätter" in den Kreisen unserer GestnnungSgenossen bemüht zu sein. Di« Erpeäitioa aer„Demoßratischea Lkätter". währenden Beaufsichtigung bei. Doch das auffällige Ver- schwinden des Mädchens wurde in wenigen Tagen bemerst uiu> von Freunden zur Anzeige gebracht. Die Sicherhcitsbehörde leitctc die entsprechenden Schritte ein und nach versuchter Verleugnung des Geschehenen wurde das Mädchen von Seite des Klostae erst ausgeliefert, nachdem eine eventuelle Verhaftung der de- theiligtcn Persönlichkeiten in Ausficht gestellt worden w«. So geschehen im Monate August 1884. pn. Krapotktns Katze. Die Geschichte— oder die Sage bettchtct, daß Pelisson, der Freunddes Finanzministers Louis XIV., Fouquet, als er die Ungnade des Freundes theilte, in seine» Gesängniß eine Spinne„erzog" und fich auf diese Art d>c bitteren Haftstunden zu vertreiben verstand. Der russische Fürm Sozialist Krapotkin, den Herr Ferry trotz aller Fürbitten und Schtttte im Zuchthause von Clairvaux festhält, hat, wie er der„Revue scientifiquc" berichtet, in seiner Zelle ein Kätzchen dresfitt, und der Gefangene weiß die Intelligenz diese» Thierchens nicht genug zu rühmen. Dasselbe weiß der«? die verschiedenen Signalgeläute für Aufstehen, Suppenverthn- lung, Lichtauslöschen u. s. w. von einander zu unterscheiden und entwickelt, wenn es fich ums Spielen handelt, eine er- staunliche Schalkhaftigkeit.—„Jeden Abend," so erzäha Fürst Krapotkin,„äußert das Thier durch Laute feüK Wünsche: die Verstecken-Pattie oder das Schnurspringen zu de- ginnen. Frage ich es, willst du Milch, willst du Fleisch, st zieht es fich knurrend in eine Ecke zurück, so wie ich aber d» Wott„Schnur" ausspreche, hüpft mein Genosse vor Freuds und das Verstecken spielt die Katze gerade so wie ein kluge» Kind und verbirgt sich am liebsten hinter dem eisernen Oft«- Krapotkin bejaht bei dieser Gelegenheit die von verschieden» Autoritäten aufgeworfene Frage, od die Thiere, besonders we Katzen, ihr Bild im Spiegel zu sehen vermögen. Ja, fie sehen das- selbe, vermögen es aber nicht zu erkennen. Als die Gefangene* Katze ganz klein war, hielt ihr Krapotkin ein kleines Spiegfp cken vor Äugen, und die Katze that, als vermuthe sie darui eine Kollegin; fie tappte nach der Erscheinung, hüpfte behende. um fie zu fassen, kurz, fie benahm fich ganz und gar so. a» wäre fie der Anwesenheit einer zweiten Katze'gewiß. � heute trachtet fie, mit dem Spiegelkätzchen bekannt zu werdm- und ihre„satto mortale" bilden allabendlich die wesentluvpr Zerstreuung des Häftlings.... Meuterei in einem Frauengefänaniß. Vor«nv» Tagen entstand in der Strafanstalt für Frauen zu Allala, v Kilometer von Madrid, eine Meuterei unter den Weibe»- Nachdem die 923 Sträflinge Soldaten, Wächter und bar»' herzige Schwestern aus dem Gebäude verttieben hatten, fßstn» fie alle Gitter und Thülen und verbarttkadirten fich im Inner* Sie befitzen Vonäthe für eine geraume Zeit hinaus, da sie st* auch der Vorrathskammern bemächtigten. Abgesehen einigen Messern haben fie keine Waffen, allein fie haben w* Pflaster überall aufgenssen. wo ein solches existitt, und cS W ihnen mithin nicht an Munition zum Angriff. Zur thcidigung wollen fic die Kinder unter drei Jahren denutz». die fie nach dem Gefängnißreglemcnt bei fich behalten durfte Sic ernannten eine Junta und übettrugen ihr die unbeschram» Leitung ihrer„Festung" in Zivil- und Militärsachen. Widerstand dauert schon einige Tage, und da das Zure�* nichts nutzte, so wurde jetzt zur militärischen Belagerung da � sängnisses geschritten. Zu diesem Zwecke mußten 50 Gendarmerie oder Zivilgarden von Madrid abm» schiren, da die Besatzung von Alkala nicht genWL Man will nur die Gefängnißtbore angreifen, Beachtung der Weiber auf diesen Punft zu lenken, n'ahta» Geniesoldaten die Mauer auf einer andern Seite ausdn*� werden. Die Soldaten haben den Befehl, nur mit tronen zu schießen, allein es wird nicht ohne Blutvergießen gehen, da von den wüthenden Weibern verzweifelter stand geleistet werden wird. Die Ursache der Meuteret� die Ernennung eines Kantin enhallers, der den Wttbern � und bei den Unterhandlungen hatten fie fich immer gea�L, zum Gehorsam zurückzukehren, sobald man ihnen diesen � aufzwingen wollte. Als„Sommer-Anekdote" geht jetzt folgende durch die Zeitungen: Ein Schulinspektor kommt im während der Schulzeit in ein Dorf und trifft eine gf si' Zahl der schulpflichtigen Jugend, welche fich auf dem C"' � Dorfteiches belustigt.„Warum seid ihr denn nicht Schule, Kinder? fragte der Schulinspektor. Wie aus � Munde schallt ibm die Antwott entgegen:„Mer derfen mer ha'n die Masern._. MOite � Die„Heilsarmee" im Gefecht. In dem Seeba�as- Wotthing fanden während verletzten drei Tage ernn sammenstöße zwischen den Salutisten und ihren heft'ist1;. Tonern, den Mitgliedern der sogen,„skeicton" Armee tta'' jit bei Schüsse abgefeuert, viele Personen verwundet uv � Wohnungen mehrerer Salutisten dcmolirt wurden. nung wurde schließlich durch eine aus dem benachbatte»" ton reauirirt« Ablheilung Dragoner wiederheraestellh„ Die Elektrizität dürfte in Kurzem die Damvfkrast# Drucken von Zettungen ersetzen. In Amerika if» Bettuch damit gemacht worden und ist dettelbe auß�t�jg erfolgrerch gewesen. Die in Lawrence erscheinende Z- t» .Fmerrcarn" ist das erste Tageblatt in den Staaten, welche ihre großen Hoe'schen Druckerpresien elektrische Kraft in Betrieb seyen ließ. Kricfkaften der Hcdoction- 4• ML._._ E. M. 1000. Sie find nicht mehr zur W«™ pflichtet, da Geschenke nur innerhalb sechs � fordert werden dürfen.... 1»%% R. M. Fruchtftrahe Sie geben ja garniw Kasse Sie beitreten wollen. WiHerholen vre g Anfrage, aber deutlicher. err� A. Ealmstrahe. Die Reichstagsabgeordneten leine Diäten. Verantwortlicher Redacteur R. Lronhetm in Berlin. Druck und Verlag von Wtax B-b,na in ;MWWMWUMMWW Aw Inlljdnldbm von MAX BADIN# Beuthstrasse 2 empfiehlt sich zur Anfertigung BftmmtUch®' Druckarbeiten, in geschmackvoller Ansillhrung tu sollten Preis*"* MMIWsSlMMMlSlMW MDie stattstischen W-bltaf� find soeben«ttchienen und in der Expedition Volksdlatt", Zimmetttr. 44, zu haben._____—"9� Berlm SW„ Beulhstraße 1*** ßfilngr|ui Serliner Volksblatt. & 123. Mittwoch, den 27. Angnst 1884. 1. Jahrgang. Bedürfnisse und Lurus. i. ist«E" �kstimmuna des Begriffes„Bedürfniß" und„Luxus" ued f.ru. 5 � aul Grund der sozial-ökonomischen Wissenschaft Mdann noch sehr schwer. Mnn h!laaS � über alle Anfechtung fest, daß der Hervor- sh s? l"'? cn aug Ser Thierwelt nur durch Angewöhnung � �ürfnisse zu Stande gekommen ist, und daß jeder in Gefitrung und Gehirnentwicklung mit der AeniS ncuer Bedürfnisse verknüpft ist. Andererseits ist f �bar, daß am Luxus noch alle Kulturnationen des *1. Wtns unb bes Mittelalter Z in(Rninb? aeaanaen ober (Äpr'ir4413 UIl�0CÖ awtnciauetö zu Grunoe gegangen BuÄIir!L<�len Rückschritt verfallen find. Beispiele hierfür auf- Än kl ,,0m Neberfluß. Wo soll man nun die Grenze ---' ZU welcher hin der Luxus vernünftig, und jenseit Richer « verwerflich ist? (Sire ü'i �'ur.Erfindungs- und Entdcckunqsgeist zu entwickeln. lteti-n y 1• wichtiger Entdeckungen sind dadurch gemacht «rreick?!? ftgcnd ein Faulpelz, um sein eintöniges Leben zu kren q Gehirn anstrengte. Die Möglichkeit eines dich- leren v..r-yiuyuu�vtu cuic» uiuf* int der Menschen mußte durch Maschinen L* fveltstheilung und Großbetrieb geschaffen werden; da- illatipn nr rn.tJtanl) der Freiheitstrieb in den bis dahin per- itjrf.," �beüetmaffen und die pädagogische Entdeckung, daß jur tsr®8 die herrschende, sondern auch die beherrschte Klaffe tkil Ausbildung fähig ist. Bei allen diesen und an- nn un�k�?. Driften ist der Luxus eine der Triebkräfte, toaS-n• r*** Sporn gewesen. Gewiß, er hat Laster ge- �«„L;- welches gute Ding hätte nicht auch seine schäd- Mküe gehabt? 'Wins.�eits lehrt uns die Nationalökonomie, daß alle Ich von Naturschätzen und Arbeitskraft eine Tborheit kegiß Genügsamkeit und Maßhalten im Genuß das Leben, � und Gesundheit befördern und den Genuß H Rtch�kt��en, daß also eine Grenze des Luxus einzuhalten stilck-n üt nun die Richtschnur, nach welcher man die Grenze und unvernünftigem Luxus ziehen soll? eilten% k J v kin Gemeinwesen den Luxus erlauben oder ver- �llön'i!„ oder verhindern?— Unsere Antwort kann 1 Wenige Grundsätze aufstellen. »Hei'sn?ut,..®Q8 Gemeinwesen muß oberste Richtschnur sein, Hin Rüstung von Naturschätzen und Arbeftskraft zu fe,»; nf � geschieht in ebenso zweckmäßiger als wenigst ge- die ifikf�ch1;? dadurch, daß man Zustände schafft, unter denen ,9* Ausbeutung der Arbeitskraft der Massen un- % j?'Ü. Wenn Jeder ehrlich arbeitet und dafür erhäft, dtrsch� von rechts- und vernunftwegen gebührt, so ist ein ücher Luxus kaum noch möglich. Man wird dann Zunächst für die nolhwendigen und dann erst für die - Ä" Bedürfnisse sorgen. %H(i fp- den einzelnen Bürger muß die vernünftige Richt- Hi°ftem Ucbcrmaße seiner Genüsse fernzubleiben, und %, n so zu berechnen, daß er zuerst das Nothwen- � iSochi Ct' und erst nachher das Schöne und Nützliche, wozu H»n � I bat, worin er seine Lieblingsbeschäftigung findet, a. 3. jn.,' besonders erfreut. ist jede Ausschreitung des Luxus, welche der HskL des Leibes und Geistes schadet, welche unschön, kt�en...... � der Verdummung H(fnic((®rablerifch ist und im Timste "'dttlichung des Volkes steht. 1$ Lunla!!".* Thaisacke. daß eine Menge Sacken Ursprung- alHtiia l rvarcn. welckc nach und nach für Jedermann k liewordm sind. So ist es mit dem Kaffee, dem Htn s." Spüftuccn. dem Tabak. Gegen jeden solchen aÄ8°rt.kel haben die Pfaffen, die Fürsten, vre Philo- �edep,.,'1 Verbote erlassen, Bannflüche geschleudert. Trotz Hu zz?'°sen sich diese Luxusartikel als unwiderstehlrch. �.�inen.„ rfnisse find einmal weitverbreitet gewesen, durften >iDu"cheti.-""rrcralrcr. eure höchst unoequemc ,vunvertt.>ouu», > a Bl«»,, i!»onzenen Spiralringe um Arme und Beine, welche iHden N°uf erschwerten; fie find aber vollständig abge- 'H�.dßffdbe gilt von allen Modeartikeln, welche nur aila�l°der kürzere Frist allgemeines Bedürfniß werden. «'"firirtt oKa*-.1_____ 4.. A.fi a*- Sia OlnirtTif hrr *lnen aber nimmt unleugbar die Anzahl der Be- % Lei den Singhalelen. VZUMAW mwM Mi «W«SWl« s.tws ihrn Vehikeln anbringen WsM.chZM -J ist das primitivste oder gar ein Kremser dot dürfniffe, welche ehemals bloßen Luxus bildeten, zu, und der Kreis derer, denen fie Bedürfnisse werden, erweitert fich stets. Sollten wir dieses an und für fich einen Fortschritt nennen und ihm eine Lobrede halten?— Schwerlich. Es kommt doch wohl Alles darauf an, ob diese Bedürfnisse mittelbar oder unmittelbar etwas zum Fortschritte in der Richtung nach der Freiheit hin beitragen; ob fie den Menschen von der Knechtschaft unter anderen Menschen und von der Knechtschaft unter mehr thierischen Trieben erlösen; ob fie zum Kriege oder zum Frie- den reizen; und ob fie ein Volt bereichern oder verarmen an Allem, was dauerndes Glück bringt?— Wenn nach Maßgabe dieser Richtschnuren ein Verzeichniß unserer jeweiligen lan- desüblichen Bedürfnisse entworfen wird, von den entbehrlicheren zu den weniger entbehrlichen fortschreftend, so zeigt fich, daß selbst die Begriffe nickt für alle Zeiten und für alle Menschen feststehen. Tabai z. B. und Spirituosen und alle stärkeren Reizmittel der Nerven waren einmal für die meisten Menschen ent- behrlich, ja den meisten unbekannt; fie werden es vielleicht einmal wieder werden. Aber daß sie gegenwärtig für eine große Menge ein Bedürfniß find und, wenn mäßig gebraucht, sogar nützlich, das geht schon einfach daraus hervor, daß fie Bedürfnisse find in einer Zeit, da das Leben wenig natur- gemäß, vielfach verkünstelt und vergiftet ist und den Gebrauch von Gegengiften räthlich erscheinen läßt. Und im Allgemeinen liegt ein sozialpolitischer Fortschritt darin, daß Menschen mit vielen Bedürfnissen weniger wohlfeil ihre Dienste verkaufen, weniger willig fich ausbeuten lassen, durch den Gegensatz landesüblicher Bedürfnisse zu der Niedrigkeit ihrer Löhne und Gehälter opposttionell gestimmt werden. Dazu kommt noch der Vortheil, daß in unserer Zeit, da durch Maschinerie, Arbeits- theilung und Großbetrieb die arbeitende Menschheit massenhaft überflüsfig gemacht wird, die Vermehrung der Bedürfnisse und des Luxus einem ziemlichen Theile der überflüssigen Menschen Arbeit und Unterhalt verschafft und daß eine Dichtheit der Äe- völkcrung entsteht, welche Vorbedingung alles sozialpolitischen Fortschrittes ist. Wenn alle Menschen wie Diogenes leben wollten, um ganz dem Nachdenken über ihre Bestimmung, der Stärkung ihrer Willenskrast und dem Genuß vollster Selbstbeherrschung obzuliegen, so wäre innerhalb der zivilifirten Welt kein Raum für die vorhandene Bevölkerung vorhanden, ja der Rückkehr der Massen zur gänzlichen Barbarei wären die Wege gebahnt. Der Luxus ist heutzutage wieder so innig mit allen unserer hochmenschlichen Aufgaben verwachsen, daß er unent- behrlich geworden ist. Aber es ist eine Zeit in Sicht, da mit der Lösung dieser Aufgabe die Mittel geschaffen werden, um alle üderflüsfigen Bedürfnisse der Einzelnen entbehrlich, den Luxus aber des Gemeinwesens den höchsten Kulturzwecken dienlich zu machen. Die wohlfeile Vervielfältigung guter Bücher, Bildwerke und schöner Nawrerzeugniffe, wie fie heut zu Tage in Schwung kommt, trägt unermeßlich viel dazu bei, nicht nur Luxus, sondern auch Bedürfnisse nach dem Genuß alles Großen, Schönen und Guten allgemein zu machen. Wenn man für Vervielfältigung dieser Art Luxus sorgen wird, so muß auch der Geschmack der Massen fich läutern. Es werden keine für die Jugend verderblichen Zeitschristen und Abbildungen mehr ein großes Publikum finden, und die Künstler werden fich nicht länger dazu mißbrauchen lassen, einem übersättigten kleinen Kreise von Krösussen durch lüsterne, grobfinnliche, über- triebene und prahlerische Kunstwerke zu dienen. Die Künste werden nicht mehr„nach Brot zu gehn" brauchen— sie können der Gönner entbehren, welche die Kunst verdorben, und werden dem Gemeinwesm dazu dienen, die allgemeine Volkserziehung zu befördern. Was für Einen ein Bedürfniß ist, kann für den Andern ein Luxus sein, selbst wenn Beide in derselben Lebenslage fich befinden. Der franzöfische Lohnarbeiter braucht dreimal täglich W-in; der russische niemals— ihm ist ein stark gewässerter Schnaps Bedürfniß, und Wein erschiene ihm als arger Luxus. Dafür bringt aber Jener doppelt so viel Arbeit fertig als dieser- Der Jrländer, welcher in Irland selten Fleisch ißt, findet bald nach seiner Einwanderung in Amerika, daß er im hiesigen Klima und bei der dreifachen Arbeit, welche er hier gegen drüben verrichten muß, ohne dreimal Fleisch oder thierrsche Kost nicht bestehen kann— ihm verwandelt fich Luxus in ein Bedmfniß. Die alten Griechen und Römer trugen keine Hosen anderes Ding, als so ein ceylonefischer Zebukarrm- Bei uns haben Kutscher und Paffagiere, wenn auch nicht viel, so doch wenigstens etwas Platz, der braune Kutscher dagegen fitzt ntt- lingS auf seinem Bock und muß das eine Bein noch dazu be- nutzen, sein Zebu durch mehr oder weniger heftige Fußtntte zu einer schnelleren Gangart anzuspornen. Aber Jeder nach seinem Geschmack, der Eine liebt eme stolzbespannte Equipage mtt schwellenden Polstem, der Andere einen stuckernden Karren mit einer indischen Kuh davor. Und wenn man die freundlich grinsenden Gefichter der Singhalesen mit ihren blendend weißen Zähnen und der glimmenden Cigarre dazwischm ficht, so kommt es einem vor, als ob diese Leute niemals das Bedürf- niß hätten, fick in einem Coupee„erster Güte" zu langweilen. Viele Bedürfnisse scheinen die Leutchen in der That nicht ,u haben. In einer Ecke»wischen ihren Bambushäuschen glimmt ein Feuer. Es ist die Küche, man bereitet hier das Mahl Ein schon etwas bejahrter Herr mit graumel,rtem Voll- bart und brennend rothem Kopftuch unterzieht fich mit vieler Würde dem Geschäft des Kartoffelschälens. Es geht langsam aber deullich. Er wechselt hin und wieder mit einer Dame, die fich in Bezug auf Sckneidcrrechnungen nur wenig Kopf- schmerzen zu machen scheint, einige Worte, wahrscheinlich wun- dert er fich. daß die Berliner ihm so aufmerksam zusehen, viel- leicht erregt es auf Ceylon nicht soviel Aufsehen, wenn ein Europäer seine Kartoffeln schält. Auch die finghalefische Dame schernt das zu finden, fie läßt fich I trotzdem aber durchaus nicht in ihrer Bes lUHl(IUI»ivvyvvm••••••v*»" � � stören, fie hat unter dem linken Arm ihren jüngsten Sprößling. der, den Kopf nach unten, mit Händen und Beinen strampelt, während sie mit der rechten Hand einen kolossalen Knüppel di- rigirt, um mit demselben in einem ausgehöhlten Klotz Reis zu Mehl zu stampfen. Mitten auf dem weiten Platz stolzirt mit vieler Grandezza ein finghalefiscker Jüngling in einem wunderbaren Aufzuge. Sein brauner Oberkörper, der wie Bronce in der Sonne glänzt, ist mit mehreren Reihen bunter Muscheln geschmückt em grell- fardiaer sarong, bas Nationalbekleibun�sstück aller Volker ber dortigen Gegenden, umschließt seine Hüsten und fällt m mal� fich vereinigt, sie schlagen ihre Tam-tamS und absolvrren unter einem etwas monotonen Gesang einen Tanz, der an arotesten Bewegungen und posfirlichen Sprüngen.sowie an Prazrston der Stufführung nichts zu wünschen üdng laßt. Das Publikum drängt jetzt nach ernem anderen Punkt. und bei der Arbeit Unterkleider ohne Aermel, und ihr Ober- kleid war ein lose übergeworfenes Stück Wollenzeug als Man- tel. Als fie bei den Galliern die ersten Hosen und Aermel- jacken sahen, fiel ihnen dies so auf, daß fie davon dem Lande einen Namen bellegtcn. Die anschließende Kleidung war in ihren Augen ein Luxus, eine Verwöhnung, ein Mangel an Abhärtung; fie beachteten nicht, daß fie für die Gallier ein Bedürfniß war des rauheren Klimas wegen. Heute tragen alle Südeuropäer Hosen und Acrmelkleider, weil ihr Klima seit alter Zeit rauher geworden ist. Statt der Sandalen von ehedem find ihnen Schuhe und Stiefel, oder mit Wollen- stoff umwickelte Füße bis an die Knie ein Bedürfniß gewor- den. Dies Alles find Fingerzeige dafür, daß zum Bedürfniß gewordene Luxusartikel von der Natur erzwungene Bedürf- nisse zu sein pflegen. Gleichwohl giebt es Bedürfnisse, welche in wirklichen Luxus ausarten. Ein Beispiel davon bieten die sogenannten türkischen(rusfischcn) Bäder, welche aber im Altcrthume weitverbreitet waren, lange bevor es Türken und Russen gab. Bei der arbeitenden Klasse find dieselben wirk- liche Bedürfnisse und einmal wöchentlich im Gebrauch; bei der nichtarbeitenden Klasse find fie ein fast täglicher Zell- vertreib und Luxus im ganzen Orient und waren es schon vor Alters, wie ein lateinischer Vers lehrt, welcher lautet: „Bäder, Wein und Geschlechtsgenuß richten unsere Körper zu Grunde; Bäder, Wein und Geschlechtsgenuß stellen fie wieder her." Seltsamerweise wird auch das Elend der nothleidenden Klassen zum Beweggrund, aus Luxusartikeln Bedürfnisse zu schaffen. Von den Spiriluosen ist dies bekannt genug. Dreier- lei Ursachen wirken dabei zusammen: fie find insofern Nah- rungsmittcl, d. h. Wiederhersteller der Arbeitskraft, welche durch ungenügende Nahrung erschöpft wird, als fie die Nerven und Muskel erfrischen, was aber auf Kosten der Lebensdauer geschieht: fi: bieten einen vorübergehenden Gaumengenuß; und endlich verdrängen fie auf einige Zeit die Erinnerung an er- duldctes Elend. Ganz dasselbe gilt vom Kaffee, Thee, von den Cacao- bohnen und im höherem Grade von Opium, vom Haschisch und vom Betelkauen, selbst vom Tabak. Für die besser fituirte Klasse find fie vom Uebcrfluß. also wirklicher Luxus. Es ist also Grund vorhanden zu der Annahme, daß mit dem Wegfalle der grellen Klassenunterschiede diese Artikel allmälig aufhören werden, Bedürfnisse zu bilden und selbst als Luxus nur mäßig genoffen werden. Und daß diese Anficht immer mehr Eingang findet, daß ist eines der Verdienste der sozial- politischen Wissenschaft. Wir wissen, daß überall, wo diese Wissenschaft Einfluß auf die Volksmassen ausübt, eine wachsende Mäßigkeit in der eben genannten Art Luxus fich verbreitet. Die ächte und wahre Nationalökonomie ist der denkbar strengste Gegensatz zu der landläufigen falschen. Die letztere geht auf den größtmöglichen Reinertrag in Geld oder Gel- deswerth aus. Sie unternimmt nur, was fich hoch zu ver- zinsen verspricht— alle anderen Rücksichten find ihr dabei Neben- fache, oder gar bloße Vorwände. Wieviel fie dabei Natur- schätze und Menschenwohl verwüstet, das ist ihr nahezu gleich- gültig. Alle ihre Wirthschaft ist Raubwirthsckaft. Selbst wenn fie wirklich ökonomisch in unserem Sinne handelt, wie ». B. wenn fie die Abfälle nützlich verwendet und dem Men- schen schmutzige, ekelhafte, ungesunde, geisttödtendc Arbeit ab- nimmt, geschieht es nur des Reingewinnes wegen. An Stelle von geschickten Männern setzt fie Frauen und Kinder, wohl- feile Arbeiter und Maschinen, ohne daß die überflüsfig Ge- machten dafür Entschädigung bekämen. Sie verwüstet die Wälver unv die gleichmäßige Vertheilung des nassen Nieder- schlags und damit das Klima. Sie verdrängt den reael- mäßigen Ackerbau und schleppt mit wachsenden Frachtkosten die Nahrungsmfttel und Rohstoffe aus allen Landern der Welt zusammen, wodurch fie ganze Völker und die arbeitende Klasse des eigenen Volkes verelendigt und den Boden aus- saugt, ohne genügenden Ersatz der Fruchtbarkeit zu schaffen. Sie erschöpfte Vorräthe, welche dem Menschcngeschlechte auf viele Jahrtausende zum Unterhalte dienen sollten, in wenigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten, wie dies mit der Steinkohle, dem Bergöl, den Edelmetallen, dem Nutzholz w. der Fall ist, und bereitet dadurch der Nachwelt unsägliche Kosten und Ver- legenheiten. Sie ruinirt alle Kaufkraft ver Völker. Im Gegensatze dazu verlangt die echte Oekonomie, daß die Dort hat fich ein halbnackter Zauberkünstler niedergelassen, der auf einigen zusammengenagelten Planken fitzend, seine Zauber- Werkzeuge mit vieler Ostentation aus einem bunten Sack her- vorkramt. Jedes einzelne Stück annoncirt er:„Holz, Messer, Ei u. s. w." Die Kunststückchen werden mit viel Geschicklich- kcit ausgeführt; die Fröhltchkeft der Zuschauer erreicht ihren Höhepunkt, wenn der dunkelfarbige Bellini einen hossnungs» vollen jungen Berliner Staatsbürger aus der Corona auffor- dert, neben ihm Platz zu nehmen, um ihm als Gegenstand seiner Kunstproduktionen zu dienen. Der Singhalese scheint »u glauben, daß alle Berliner den ominösen Namen„Nau ke" führen, denn er titulirt mit Vorliebe den Berliner Jungen mit diesem geheimnißvollen Prädikat. Als Schlußeffekt wird dann der Schlangentanz exekutirt, nach welchem daS unausbleibliche Einsammeln des Trinkgeldes erfolgt. Nun öffnet fich der Zaun und eine„gewichtige" Gesell- schaft betritt die Arena. 25 Arbeitselephanten. Erwachsene und zu den schönsten Hoffnungen berechtigende Jünglinge der ge- waltigen Dickhäuterfamilie, mit ihren Führern auf den Köpfen, machen fich daran, ungeheure Baumstamme, die ein Gewicht von vielen hundert Zentnern repräsentiren, von einem Ende des weiten Platzes bis zum anderen zu tragen. Sie bewegen die Stämme mit derselben Leichtigkeft, wie ein Stutzer seinen Zahnstocher. Ein Elephant ist nicht nur ein geduldiges, son- dern auch ein sehr kluges Thier, und wenn er soeben noch den Arbcitsmann eo gros gespielt hat, so läßt er fich kaum eine Viertelstunde später als betteßter Lwreediener gebrauchen. Das ist wirklich ein Zeichen von großer Weltkenntnrß, und man soll daher auch niemals von der kompatten, vierschrötigen Gestalt mit den echlen riuenoernzaynen ein ,o frorz vesncvlgtes Ge- ficht, wenn ihm seine Gala-Schabracke umgeschnallt wird, und er mit gravitätischen Schritten unter dem wackligen Baldachin dahin wandelt. Se. Durchlaucht, der mit nackten Beinen dort oben auf blauem Sammettiffen reitet, und sich mit souveräner Verachtung von den neugierigen Europäern be- wundern laßt scheint fernes Elephanten ziemlich sicher zu sein. das kluge Threr tragt den halbnackten Fürsten so sorgsam wie eme Amme aus dem Sprcewald den ihr anvertrauten MMSWS Hauptrücksicht auf das Gemeinwohl, auf die Zukunft unseres Geschlechtes, auf den Menschen genommen werde, und daß alles Andere Nebensache bleibe. Allerdings soll Kapital ge- sammelt werden; aber es soll im Interesse der Gesammtheit nach Maßgabe der Wissenschaft wirken. Aller Verwüstung von �Naturschätzen und menschlicher Arbeitskraft soll gesteuert werden. Die Erfindungen und Entdeckungen sollen Allen möglichst gleich zu Gute kommen, indem die Arbeitszeit für Jeden um so viel abnimmt, als durch sie die Produktionskraft steigt; und die Kaufkraft Aller soll um so viel gesteigert wer- den, als die edelmcnschliche Konsumtion von Waaren verlangt. Der Luxus wird so erst dann möglich sein, wenn die unent- behrlichen niederen Bedürfnisse befriedigt find. Wenn erst die Vernunft, welche— in der Anlage wenig- stens— allen Menschen angeboren ist, eine Macht geworden sein wird, so ist es leichter als heute, zu erkennen, was wirk- liche Bedürfnisse find, und was heilsamer Luxus heißen darf. Heute herrschen darin noch sehr verschiedene Ansichten. Kokales. g DaS Verbot des Zeitungsverkaufs an Sonn- und Festtagen betreffend, find seit Sonntag in jenen Trinkhallen, in welchen zugleich ein Zeftungsoerlauf stattfindet, Plakate mit der Aufschrist angebracht i„Auf Grund der Polizeiverordnung vom 20. November 1844 dürfen Sontags nach 9 Uhr Vormft- tags keine Zeitungen verkauft werden. A. Freibourg." r Als ein Opfer unserer traurigen Berliner Er- werbsverhältnisse war vor einigen Tagen in den Zeitungen ein junger Philologe geschildert worden, der im Kriege gegen Frankreich das eiserne Kreuz erworben, dann aber m einem niedrigem Kampfe mit dem Schicksal schließlich dem Irrsinn verfallen war und jüngst in Dalldorf Aufnahme gefunden hat. Diese Publikation, an sich etwas ungenau, hat doch das Gute gehabt, daß die wahren Ursachen des widerwärtigen Schicksals jenes Unglücklichen jetzt aufgeklärt find und sich aller- dings noch viel trauriger darstellen, als jener Artikel ahnen ließ. Der stud. phil. H. Hierselbst, stand im Jahre 1870 in seinem Examen, als plötzlich der Krieg ausbrach, den H. zu den Fahnen berief und in dem er, wie bereits erwähnt, das eiserne Kreuz erwarb. Unmittelbar nach seiner Entlassung vom Militär, meldete sich H. um das mündliche Examen zu adsolviren(das schriftliche Examen hatte er bereits vor seiner Einberufung zum Militär bestanden). Der Dezernent im Kultusministerium, an den H. sich wendete, bemertte jedoch, daß H.'s Gesundheit in Folge der K'iegsstrapazen stark angegriffen war, und rictb dem- selben, mit Rückficht aus seine damalige hochgradige Nervo- fität, das mündliche Examen noch zu verschieben.— H., ein tüchtiger Stenograph, fand als solcher Beschäftigung in hiesigen parlamentarischen Bureaus; aber ein Rückenmarlsleiden, wahr- scheinlich die Folge einer beim Feldzuge erlittenen Erkältung, bildete sich immer mehr und mehr aus und beeinträchtigte zu- letzt die Gehirn-Funktionen derart, daß die Aufnahme H.'s in Dalldorf nöthig wurde. Daß H.'s Leiden eine Folge der Kriegs- sttapazen ist, haben die ihn behandelnden Acrzte als unbedenklich ausgesprochen Wir haben es also hier mit einem jener un- glücklichen Kämpfer vom Jahre 1870/71 zu thun, denen ein Anspruch aus Entschädigung aus Reichsmitteln gesetzlich noch immer nicht zusteht, obwohl ihnen das Vaterland die glorreichen Tage von 1870—71 und 5 Milliarden verdankt. Noch kurz vor dem Schlüsse der letzten Reichstagssesfion wurde von dieser Körperschaft die Resolution Hoffmann angenommen, welche der Regierung die Entschädigung solcher nachträglich an den Folgen der Feldzugsstrapazen Erkrankten empfiehlt. Hier liegt ein recht eklatanter Fall vor, und es steht zu hoffen, daß ein Bitt- gesuch der Frau des Unglücklichen bei unseren Kriegsbehörden nicht ebenso resultatlos bleiben wird, wie es bei der städtischen Armen-Direktion gewesen ist, die aus dem Vorhandensein einiger Mobilien den Schluß zog, daß die ihres Ernährers deraubte Familie noch nicht unterstützungsbedürftig sei. e Da» Direktorium der i. Berliner Sanitätswache (Brüderstraße 24) hatte sich an den Magistrat mit der Bitte gewendet, das in der Sanitätswache verbrauchte Gas, sowie die M i e t h s st e u e r für die Folge unberechnet resp. eine Er- Mäßigung beider Bettäge eintteten zu lassen und diese Bitte damit motivirt, daß die Wache für die ärztliche Behandlung der ihr von der Polizei überwiesenen, wie überhaupt sämmt- licher unbemittelter Patienten nichts liquidste, in vielen Fällen sogar noch Bandagen und Medicamentc gratis verabfolge, wo- durch die Armenverwaltung der Stadt Berlin eines Theils ihrer Verpflichtung enthoben werde. Auf dieses Gesuch hat nun der Magistrat einen ablehnen den Bescheid ertheilt. well. wie eS m dem betreffenden Schreiben heißt, bei der großen Zahl von wohlthätigen und gemeinnützigen Vereinigungen, deren Thätigkest in größerem oder geringerem Maße ohne Zweifel auch der Stadtgcmeinde zu Gute kommen und welche auf ähnliche Vergünstigungen würden Anspruch machen können, der Magistrat derartige Ansprüche seither grundsätzlich abge- lehnt habe. Der Magistrat glaubte auch im vorliegenden Falle an diesem Grundsätze festhalten zu müssen. a. Eine verhängnthvolle Verwechselung hat eine in Vie amerikanische Erbin. Aus„Truth." Lady Francis Trimston war eine reizende Frau. Sie war auch gescheidt, hatte sich wunderbar gut erhalten, ein bescheide- neS Einkommen, eine geschickte Schneioerin, war Wsttwe und besaß nur ein Kind— einen Sohn. Sie hatte nur wenig Sorgen kennen gelernt, denn ihr Gatte war ein alter Mann gewesen, als sie ihn heirathete, und zu seinen Vätern versammelt worden, ehe er sehr unangenehm wurde. Er war der jüngere Sohn eines Herzogs und in ziem- lich guter äußerer Lage. Das Leben der Lady Francis oder doch ibr Leben als Wittwe war mit Rosen destreut gewesen; und obwohl sie sich hätte abermals verheiratben können, so zog sie doch, wie sie sich ausdrückte, ihre Freiheit vor. „Einen alten Mann zu heirathen, ist so angenehm," sagte sie zu ihrer Rusenfteundin Klara Melton;„man wird aus viesc Weise eine junge Wittwe." „Ich kann mst's denken," seufzte Klara, deren Gatte ein junger Thunichtgut war. Wenige Menschen find mit ihrem Loose ganz zuftieden. So hatte auch Lady Francis einen Kummer, der ihr glückliches Schmettcrlingsleben verdüsterte- So sehr sie es auch wünschte, so wollte ihr Sohn Jack doch nicht heirathen. „Mein theurer Jack ist so arm und doch so verschwende- lisch, wo soll das hinaus?" seufzte sie. „Er wstd natürlich ein reiches Mädchen heirathen," sagte „Er muß es, ich sage es ihm oft genug, aber er lacht mich nur aus" „Wo ist er denn jetzt?" „Er schießt Indianer oder Büffel oder andere Threre m Amerika." „Wann erwartest Du ihn zurück?" „Wer weiß da«— vielleicht in einigen Monaten." Jack Trimston war draußen im Westen gewesen, wo er Büffel jagte, Prairichühver sldoß. mexikanische Pferde ritt und mit den Goldgräbern Poker spielte. Er hatte höchst angenehme Tage verlebt, denn Amerika und die Amerikaner gefielen ihm, und er bedauerte c«, so bald nach England zurückkehren zu müssen. Aber daS Leben in Amerika ist theuer, und Jack, der das Talent besaß, Geld durchzudringen, hatte in zwei Monatm der Manteuffelsstaßc wohnende Familie ihres Hauptes und Ernährers beraubt. Der in geordneten Verhältnissen lebende Gürtlermeister St. ließ sich am 8. d. M. bei der Arbeit von seiner Frau in einem Tassenkopf Waffer bringen, um es zu trinken. Die Frau stellte den Tasscnkopf neben ihren Mann und entfernte sich aus dem Zimmer. Als der Mann stinken wollte, nahm er anstatt des Tassenkopfes mit Wasser einen da- neben stehenden Tassenkopf mit Salzsäure, welche er zum Löthen von Blechfachcn braucht, und stank von dieser Flüssig- keit. Die von dem Vergifteten herbeigerufene Gattin gab ihm Milch als Gegenmittel ein. und ein herbeigerufener Arzt ver- anlaßte die sofortige Ueberführung des St. nach dem Bethanien- Krankenhause, woselbst er am 23. d. M. an den Folgen der Vergiftung verstorben ist. a Vor einem internationalen Gaunerpaar warnen wir, welches Hotelschwindeleien in Wien ausgeführt hat und welches, wie man vermuthet, jetzt in Berlin unter falschem Namen und Standesbezeichnungen gleiche Schwindeleien aus- führst. In Wien gab sich die Dame im vorigen Monat als italienische Opernsängettn und Schauspielenn aus und ihr Be- gleiter bezeichnest sich als Gras. Nachdem dieses Paar eine bedeutende Zeche in einem der renommirtesten Hotels zu Wien gemacht hatte, begab sich dasselbe nach Ischl, um da angeblich ein Concert zu veranstalten, unter dem Vorgeben, ihre sämmt- lichen Sachen in den verschlossenen Schränken und Kästen ihrer Zimmerszurückgelassen zu haben, ohne die bisher angewachsene Zeche zu bezahlen Da das Paar von der Concerstreise nicht zurückkehrst, so ließ der Hotelwirth die Schränke und Kästen öffnen, und es wurde in denselben nichts gesunden. a. Wegen schwerer Körperverletzung ist gestern der Kommis M. zur.Haft gebracht worden. Derselbe hatte in der Nacht zum 24. d. Mts. in der Prinzcnsstaße nahe dem Moritz- platz den Hausdiener C., mit welchem er eines Mädchens wegen in Ssteit gerathen war, mit einem Messer in den Hinterkopf geschlagen, so daß dieser starkblutend zu Boden sank und nach der Sanitätswache in der Oranienstraße gebracht werden mußte, woselbst ihm der erste Verband angelegt wurde. Die Wunde ist nicht lebensgefährlich, jedoch est C. des starken Blutverlustes wegen sehr schwach und für längere Zest arbeits- unfähig. — r. Ein bissiger Ziehhund erregte am Sonntag früh am Kottbuser Thor nicht gennge Aufregung. Das vor einem Kastenwagen gespannte Thier mochte wohl überansstengt sein und ließ plötzlich seinen Unmuth gegen den neben ihm gehen- den Führer des Wagens aus, indem es denselben wiederholt und kräftig in Waden und Oberschenkel biß, wobei ihm der Maulkord durchaus kein Hinderniß war. Der Gebissene sank vor Schmerzen gegen den Wagen und anfangs getraute sich Niemand an das bissige Thier. Endlich kam ein beherzter Rixdorser des Weges, denen die Umgangsformen mit diesen Vierfüßlern genau bekannt zu sein schienen, denn kaum hatte er den Hund gefaßt, als dieser sich winselnd niederdrückte. Das Thier wurde dann fo eng mit dem Kopf an der Deichsel des Wagens befestigt, daß er bei einiger Vorsicht des Wagenführers diesen nicht zu nahe kommen konnte.— Die Fälle, das ein über- anftrengter Hund seinen Unmuth an einen Vorübergehenden ausläßt, find garnicht selten und das ganze Hundefuhrwesen ist noch ein recht wunder Punkt in unserem Straßenverkehr. N. Die Leichen zweier Unbekannter von denen die eine am Polsdamnhafen, die andere an der Bellealliancebrückc angeschwemmt wurde, find im Laufe des heutigen Tages aus der Spree gezogen und in die Morgue eingeliefert worden. Bei Beiden fanden sich keinerlei Papiere vor, die über ihre Persönlichkeit Aufschluß geben konnten. N. Einen gräßlichen Tod fand gestern Abend ein circa 30- bis 3ö-jähriger aller unbekannter Mann. Derselbe wurde in der Nähe des Görlitzer Bahnhofes von einem mit Steinen beladenen Wagen überfahren und fand seinen Tod sofort. Die Vorderräder gingen dem Verunglückten, der selbst die Schuld an seinem Tode trägt, über den Leib. Die Leiche wurde behufs Rekognoszstung nach dem Obduktionshause geschafft. N. Von den Singhalesen. Die zoologisch-anthropologische Ausstellung des Herrn Earl Hagenbeck im Ausstellungspark, die, wie schon wiederholt erwähnt, eine ganz überraschende An- ziehungskraft auf die Berliner Bevölkerung ausübt, wird in den nächsten Tagen eine für die Gelehrtenwelt hoch- interessante Bereicherung erfahren. Nach einem heut eingetroffenen Telegramm sind nämlich am gestrigen Tage 10 große Kisten mit den seltensten ethnographischen Gegen- ständen dstekt von Ceylon über London kommend in Hamburg angelangt. Unter den Gegenständen befinden sich wie uns sestens des Managers des Herrn Carl Hastenbeck, Mr. Johannes Castcns, der die Gegenstände mit ungeheurer Mühe auf Ceylon sammelte, mitgetheilt wstd, mehrere äußerst seltene Masken, die von Indern zu Beschwörungen, zum Aus- treiben von Krankheiten, zum Heilen von Verwundungen, zu Todtentänzen:e. benutzt werden. Als besonders selten wird uns eine Echlangenmaske, auf finghalestsch Nageracyi genannt, ferner mebrere Radjamenn-Masken, Deoern-, Dallera Axei-, Guerra Axei- Masken und zahlreiche andere. Von Musik- die Summe ausgegeben. die auf vier berechnet gewesen war, und befand sich jetzt mitten auf dem atlantischen Weltmeere, als seine Mutter ihrer Freundin erzählte. daß er Indianer und Büffel schösse. Die andern Reisenden am Bord des Dampfschiffes waren meist Amenkaner, auf einer Vergnügungs fahrt nach Europa begriffen. Unter ihnen befanden sich ein paar hübsche Mädchen, und Jack, der ein gefährlicher Kour- fchneider war, begann einer derselben den Hof zu machen, ehe er noch zwei Tage auf See war. Katie C. Brown war ein hübsches Mädchen mit einem Paar sanstm braunen Augen, die niemals ihre Wirkung ver- fehlten, sobald sie ihr Feuer eröffneten. Dst Gesellschaft Brown bestand auS drei Personen, denn außer Katie war da noch Marie Brown, ein stattliches ernstes Mädchen, die keine Ansprüche auf Schönheit machte, aber viel Charakterstärke in ihrem schlichten Aeußnn verrstt, und Samuel Washington Brown, der in den guten alten Tagen des GoldgrabcnS und der abenteuerlichen Spekulation in Francisco Geld erworben Silbermine in so daß er jetzt hatte. Einen Tbeil davon legte tt> einer Neroada an. die sich ungeheuer ergrebrg zergre i»%% ÄÄn w-w« w». Sack'voll." sagst I�Ä»n M»-in.«im., „Dollars.------ M uach Ihrem Gelde. Ich hörst immer, er hätte nur zwei Kinder— Töchter. Was meinen Sie, wenn diese Ihre braunäugige Freundin eine halbe Million Pfund mit be- käme?" Jack Trimston war erstaunt. „Beim ZeuS! Wenn meine Mutter von einem solchen Vermögen hörst, sie verlöre den Verstand," sprach er bei sich. „Eine halbe Million Pfund! Ihr Götter, was für eine Lust müßte es sein, die durchzudringen!" Dst Familie Brown landest in QuecnStown und begab sich nach Killarneq, während Jack nach London fuhr. Bei der Trennung wurde verabredet, daß die Browns ihm schreiben sollten, sobald sie nach London kämen, und Jack hatte ihnen versprochen, ihnen dre ScbenSwürdigkeiten der Stadt zu zeigen. und ihnen den Aufenthalt rn der Hauptstadt angenehm zu ™*LoÄq Trimston war über die Rückkehr ihres Jack entzückt. Er sah so hübsch auS und war so braun geworden. Jnsstumenten befinden sich bei der Sammlung zahlreiche fls Trommeln, udalir genannt, größeren Pauken ähnliche Ti» mein, Daule, und große Trommeln, die von& Frauen geschlagen und sabanna genannt werde Interessant find schließlich noch Modelle von Fischerb«» Matualanda Merwa und diverse Götzenbilder, den von st Singhalesen so hoch verchtten Buddha darstellend. Diest£ bis jetzt großartige ethnographische Ausstellung, die sich i-'l*, Eröffnung im großen Hauptrestaurant des Ausstellungs-Pn»> befand, muß, da der Raum sich jetzt als zu klein erweist,'.»1 dem Hauptausstellungs- Gebäude verlegt werden, wo dies»! mit den neu ankommenden Gegenständen dieselben Räume»» nehmen wird, in denen sich im Frühjahr die Wohnungs-L? stellung befand. Am gestrigen Tage besuchten 13000 � wachsene und ca. 2500 Schulkinder die Singhalesen-Karaw» Permiscktes. Echter Humor. Der Ervedition des„Forchheimcr blatte«" hatte Herr Christian Prechtel in Forchheim eine# nonce geschickt, in der er Lobkuchen und eine Grude anbot und bei den Gegenständen seiner Offerte, um diese«s fälliger erscheinen zu lassen, Fettdruck anordnete. Wie dieser Herr geschaut haben, als er am anderen Tage die*■' nonce in folgender Gestalt las: „L o h k u ch e n ( Fettdruck) das Hundert zu 80 Pf. vertaust um das Gerüst zu räumen Christian Prechtck., XB Habe auch eine Grube Dung(Fettdrucks if\ zugeben.".. Roch einen«chluck. Der Stabstrompeter Bier der sehen Gardes du Corps, welcher beim französischen Ausfall st 17 000 Mann aus Straßburg am 9. Juli 1314 den m st Attacke gestürzten und nachträglich den rechten Fuß verlierenv General v. Laroche befreien und zurückbringen half, lag% dem Sterbebette und begehrte als letzte und beste Arzenn Buttel Wai!" Austrinken und sich herumlegen mit den M ten:„Dorschdig wärd nett verreckt!" war nur ein Ein gut angelernter Kellner. Herr(in ein Restaal? ttetend):.Kellner, hier ist ja wohl die Kneipe der Alleniam«, Kellner:„Ja wohl! Das separate Zimmer dort!" „Ich möchte den Sludiofus Weiß sprechen. Ist er brinn#. Kellner:„Behüte! Herr Weiß ist fest acht Uhr im% und kommt erst um ein Uhr zum Essen hierher!" Herr:* ist schade! Ich bin auf der Durchreise hier und hätte mkw, Schwager gern gesprochen!" Kellner:„Ah! Schwager-' I find nicht der Herr Vater? Bitte, dann treten En hinein! Die Herren fitzen gerade bei einer kleinen Vonniw bowle!"*, Vom Arbeiter„Albert". Die von uns erwähn« gelegenheit in Bezug auf die Echtheit der Persönlichkeit, j den Namen des Mitgliedes der provisorischen Regierung Frankreich vom Jahre 1848 bis jetzt getragen hat, ist von r, Pariser Gericht entschieden worden. Man hatte kaum I-. der Echtheit des Mitglieds der provisorischen Regierung K zweifelt, aber daß sein Gegner Romanetti sich so jämw� enipuppen würde, hatte man doch nicht erwartet. Je?% es sich heraus, daß diesem Korsen ganz einfach darum ZUsi. war, aus Eitelkeit oder vielleicht auch in geschäftlichem o-j esse eine großartige Reklame mit seinem Namen zu mar Romanetti, genannt Albert, wurde zu einem Schadenersatz 3000 Franken an den richtigen Arbeiter» Albert verMwr Der Angeklagte hatte sich wohl gehütet, vor Gericht N,., fcheincn, während der Ardeiter Albert durch den greisen 6- � Arago sich das Zeugniß ausstellen ließ, daß er es war � in den Februartagen die bekannte historische Rolle% hatte. Der dritte„Alberst', welcher gekommen war, seinen verstorbenen Vater zu rcklamiren, wurde einsah geschickt._ Gemeinnütziges. � Der Blutegel als Wetterprophet. Wenn n#. � Blutegel in eine durchsichtige, helle Flasche mit bringt, so wird man finden, daß das Thier bei heiterem,> Wetter regungslos am Boden liegen bleibt. Wenn es a will, so steigt der Egel schon einige Stunden zuvor° Oderfläche des Wassers in die Höhe und bleibt so lanr. bis das Wetter beginnt, klar und schön zu werden. je» windig werden will, so durchläuft das Thier mit � grok schwindigkeit den Raum der Flafchc und hört nickst eve ge» auf, bis der Wind zu wehen begonnen hat. Wen« J witter im A''''---- schon früher,. und Zuckungen. Bertm. Druck unh von lUz (Schluß folgt.) tn«erftnsw, Beruhftraß« i «l dir!