Nr. m. Donnerstag, 28. August 1884. l. Jahrg. erlimMMi. Krgan für die Interessen der Arbeiter. , Da» ,,Ber!i»ee täglich Morgen« außer»ach Eomt- und Festtags«. Adounementtprei« für Berlin j?«r» Hau» vierteljährlich S Mark, monatlich 1 Mark,»öchentlich 25 Pf. Einzelne 5 Pf. Postabono ement pro Quartal 3 Mark.(Eingetragen im VEL _ trage der PostzeitungSprsiSliste unter 9k. 719a.) AnfertionSgebühr beträgt für die Zgespalten« Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. ArbeitSmarkt 10 Pf. Bei größere« Aufträge» hoher Rabatt«ach Uebereinkunst. Inserate werden bi» 4 Uhr Nachmittag» in der Expedmon, Berlin 8W., Zimmerstraße 44, sowie von alle» Annoncen« Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. WeöcUUicm und KXpeöitton Wertin SW., Iimmerstraße 44. Df von 10! -ß ,!&* t.& .. 0$ i i AdiNemeuts-Eillladuvg. fcoto den Monat September eröffnen wir ein neue» Tjone« auf da» Berliner Volksblatt." Hau» kostet dasselbe t Mark, Bestellungen sämmtlichen Zeitungsspediteuren, sowie in der 'oa, Znnmerstraße 44, angenommen. tzx ��u�erhalb nehmen alle Postaastalten Abonnement» "%%%. Teptember gegen Zahlung von 1 Mark hq, w Abonnenten wird der bisher erschienene * fesselnden und interessanten Roman» � üind de» Droketariers" - �er von U. Rosen— soweit der Vorrath reicht Q. Vorzeigung der AbovnementSquittung in der Expe- attamcrftrafte 44 gratis verabfolgt. Lheu)steuer auf SchanklvirUchaften. �anntwein verkaust wird, kann nicht zur Ruhe 1«*.®i) werden wieder in einigen konservativen Blät- dei,'�üge gemacht, auf den Ausschank von Brannt- iUir J"'. sogenannte Erlaubnißsteuer zu legen, und äUnta kmer Höhe, die ersten» den Reichsbedürfnissen 8 trage und zweiten» da» Laster der Trunksucht ma" Widerspruch, der in diesen beiden »ss wmenJjOtberungen liegt, niemals begreifen wolle, so Jitb sie wiederholt! Die Sache liegt aber doch so: �,e Lizenzsteuer, das heißt, durch eine enorme sies Schnapse» in den Schenken die Trunksucht i>>>e dann wird die Einnahme aus der Lizenzsteuer geringe werdm durch das Eingehen zahlreicher ktie S(.*U' daß die Steuer den Reichibedürfnisse» eben traaen würde. .»L beides ist unmöglich zu verewigen. M°» Z. ttäte es nicht schon eip großer Vortheil für d,e '4 die Trunksucht durch die Lizenzsteuer wesent- « die ,fi.n,tert würde? Möge da« Reich dann zusehen, wo T��'Zeu Steuern bekommt. �>d wäre das ein großer Vortheil für die Nation ?"rden unbedenklich einer solchen Steuer zustimmen, M ist„i die Trunksucht wesentlich vermindern würde. nicht der Fall! Durch eine solche Steuer t,i,n n24 die Echankstätten vermindert und damit eueicht die Trunksucht etwa» von der Oberfläche, •«•un.- Ms Aeuilleton. �as Kind des Proletariers. �ensationsroman von IL Rosen. (Fortsepung) KWUVW Mich augs"c mürbe dem Beachtung schenken, waS Du zu haben." �vff��senktx seine �Augenlider, als er sah. daß sein Schuß GSUUW m»m zu helfen." aus der Oeffcntlichkeit verschwinden, aber zu gleicher Zeit sich in die Winkel und, was da» Schlimmste ist, in die Familien zurückziehen. Wir glauben aber auch nicht, daß sich die Wirthschaften so erheblich vermindern würden, daß die Trunksucht völlig von der Oberfläche verschwinden würde. Die Wirthe würden die neue Steuer nämlich nicht allein auf den Branntweinausschank legen und den Brannt- weinpreis wesentlich erhöhen, nein, sie würden schlechteren Schnap» für denselben oder für einen etwas höherm Preis verkaufen, sie würden die S p e i s e n in schlechterer Qualität geben und auch auf die anderen Getränke in Preis und Qualität einen Theil der Lizenzsteuer ab« wälzen. Das Volk also hätte in der Hauptsache die neue Steuer nicht allein durch erhöhten Preis der Waare, fon- dern, was viel schlimmer ist, mit seiner Gesundheit zu zahlen.— Der Schweizer BundeSrath hat sich kürzlich auch mit der Alkoholfrage beschäftigt und ist zu der Erkennt- niß gelangt, daß die vielen Schenken eine Folge der über- Hand nehmenden Trinklust seien und daß nicht umgekehrt die Trunksucht eine Folge der vielen Schenken sei. Auch sei der Beweis erbracht, daß in den Kantonen mit den wenig st en öffentlichenSchenken der stärkste Alkoholgenuß anzutreffen sei, während in den Kantonen mit den zahlreichsten Schenken mehr Bier und Wein getrunken würde. Die Kantone aber, in denen die Bevölkerung ärmer sei, litten unter dem SchnapStrinken viel mehr, als die reichereu Kantone. Darauf konstatirt der Schweizer BundeSrath noch, daß der übermäßige Alkoholgenuß die Folge der schlech- ten sozialen Verhältnisse sei. Die» wird von allen vernünftige« Menschen an- genommen, aber e» ist gut, wenn auch eine Landesbehörde diese Annahme bestäsigt.--- Wir glauben, die einzige rationelle Besteuerung deS Schnapse» ist an der Quelle vorzunehmen und zwar unter Aufhebung anderweiter da» arbeitende Volk besonder» drückender Steuern auf nothwendige Nahrungsmittel. Wenn dann dadurch die Spiritusfabrikation auch etwas lahm gelegt würde, so hätte Deutschland noch den Vortheil, daß mehr Korn und Kartoffeln zu NahrungSzwecken vor- Händen wären. Die Einfuhr fremden Getreides wäre weniger nöthia und die Preise dieser Nahrungsmittel wür- den sinken. Durch eine Verbesserung der Volkslage aber würde die Sucht nach Branntweingenuß nachlassen und da»- jenige wäre dann auf eine rationelle, dem ganzen Volte nutzdringende Weife erreicht, was man jetzt durch allerlei „Ja, ja, gnädiger Herr, Sie kennen mich wirklich besser als ich selbst," sagte Tony mit vlötzlicher Weichheit, da er sich in Bettest seiner Anschuldigung in Bezug auf Rupert keines- wegs ganz sicher fühlte,„und ich bin nicht abgeneigt. einem hohen Gönner, wie Sie, zu offenbaren, was mein Herz bedrückt. Ärmuth ist ein schlimmes Ding und vermag emen Menschen schon mürbe zu machen, aber schlimmer, viel schlimmer ist es, eine Frau um mich zu haben, wie die meinige." „Wie geht das zu, Tony? Ich denke, sie verdient chren Lebensunterhalt selbst?" ar,. „Ach, nicht was m ihren Mund hineingeht. ,st es. was mich bekümmert, sondem das. was sie daraus hervorsvrudelL Ihre Zunge ist rastlos. Ein Mühlbach, eine Lokomotive find langsam und ttäge dagegen. Sie ist in beständiger Be- wegung. Zum Unglück kann ich auch nicht schweigen, und so nimmt das Gezänk Tag und Nacht kein Ende. Sie spncht laut, und ich spreche noch lauter. Sic schreit, und ich schrere „Und was sollte ich gegen das Uebel ausrichten können?" , Sie schenken mir zwanzig Pfund, damit ich mich von den furchtbaren Qualen erhole, und Sie nehmen mir meine Frau ab und bringen sie irgendwo unter." „O nur das, Tony?" schrie der Doktor wüthend,„nur 1,03„Nur das," erwiderte Petigrew störrisch,„oder ich weiß, was ich zu thun habe. Ich werde mich in die Arme der Gerechligkeit werfen, um meiner Frau zu entrinnen, ich werde vor ihr in einer Gefängnißzelle Zuflucht suchen und werde vergnügt sein, wenn sie mich in irgend eine Straf- kolonie bringen, und um dort nicht ganz unter Fremden zu sein, werde ich desttebt sein, Sie zum Gefährten zu er« „Aber was soll ich denn mit Deiner Frau anfangen?" „Verschaffen Sie ihr und dem Jungen in irgend einem abgelegenen Raum ein Unterkommen, geben Sie ihr Arbeit, so viel Sie wollen, denn sie ist geschickt, und zahlen Sie chr da- für einen geringen Lohn.", „Und wozu würdest Du Dich in diesem Falle ver« � � ich gehe fort und kehre nimmer, ninimer wieder hier- her zurück." „Und was bürgt mir dafür, Tony?" „O. so lange Sic meine Frau in Ihrer'Rahe haben, werde ich mich hüten, in diese Gegend zu kommen, als ob ein toller Hund darin hauste." zweifelhafte und thörichte Experimente erringen zu wolle« vorgiebt. Aber die Großgrundbesitzer? Ja gewiß! Und diese haben leider vielfach im Deutschen Reiche die Macht in den Händen._ Militärisches. Die ,, Saure Gurkenzeit" wird von verschiedenen Zestungen benutzt, ihnen sonst fernliegende Dinge zu besprechen. So er- tappen wir denn auch die national-lideralen sonst in der Hauptsache den Großkaufmanns-Jnteressen sich widmen- den„Hamburger Nachrichten" und die konservative, agrarischen und Zuckerindustrie-Jnteressen dienende„Halle'sche Zeitung" gemeinsam auf dem Steckenpferde des Militarismus� das heißt, beide Zeitungen machen sich das spezielle Vergnügen, Vorschläge zur Abänderung in der Beklei- dung und Ausrüstung der deutschen Soldaten zu machen. Diese Vorschläge find äußerst radikal. Hören wtt also: Die„Hamburger Nachrichten", die sonst niemals radikale Anwandlungen haben, wollen sogar die blanken Knöpfe bei der Armee abschaffen und selbstverständlich auch die Knopfgabel! „Das ist ja der Umsturz alles Bestehenden!" so wird mancher Hauptmann, mancher Feldwebel ausrufen;„waS sollen denn dann die Korporale machen, wenn sie nicht einmal mehr einen ungeputzten Knopf finden, an dem sie ihrem Ingrimm Lust machen können, wenn wir ihnen eine derbe Nase ertheilt haben?" Und wo bleiben die Befichtigungen vor den hohen Vor- gesetzten, wenn die blanken Knöpfe fehlen? Ein Parademarsch ohne dieselben gehört zu den Unmöglichkeiten; die R i ck- t u n g kann ja nicht genommen werden!„Dritter Mann, Brust etwas vor, ich sehe die Knöpfe noch nicht"— ruft der rich- tende Lieutenant.--- Aber es kommt noch ganz anders. Auch das weiße L e d e r z e u g ist den„Nachrichten" ein Stein des Anstoßes. Dasselbe muß durch naturfarbenes ersetzt werden und auch das Koppel soll den Weg alles Fleisches gehen. Ohne dieses ist aber ebenfalls kein Parademarsch und keine Richtung möglich. Und gar das weiße Lederzeug! Es ist zwar eine Zuchtruthe für den Soldaten und schadet ganz bedenklich den Röcken, aber was sollen die Soldaten denn später den lieben langen Tag anfangen?— da würde ja intt dem Putzen noch Verschiedenes aufhören, auch das viele Fluchen der Vorgesetzten. Ferner die vielen hübschen und belehrenden Schmeichelnamen, der Zoologie entnommen, würden mebr und mehr verschwinden — wo käme aber dann die Zucht hin? Umsturz, immer Umsturz! Aber weiter! Der Waffenrock soll abgeschafft werden! „Herrgott, Himmel, Sakrament!"— so hören wir den Feld- webel ingrimmig ausmfen,„was sollen wir denn anziehen, was will uns denn eigentlich dieser revolutionäre Zeilungs« schreider der„Nachrichten" zumuthen, sollen wir denn in bloßen Hemdsärmeln marschiren?" Gemach, Herr Feldwebel, das wäre „Aber noch sehe ich nicht ein, was ich mit Deiner Frau deginnen könnte?" „O, fürchten Sic nichts, sie ist zu Allem zu gebrauchen," sagte Petigrew, seine Waare anpreisend, um fie los zu werden, „Sie versteht Kranke zu pflegen, sämmtliche Hausarbeit, die Wäsche, kurz, was fie wollen." Wrigley überlegte- Die Frau könnte fich möglicherweise ganz nützlich machen, und da war eine kleine unbewohnte Wächterhütte in dem Fitzroy'schen Park, welche fich recht gut zu einem Obdach für fie eignen würde. Er durste Myra nur sagen, daß fie einer Unglücklichen damit eine große Wohlthat erweise, und fie würde nicht zögern, seinen Schützling das leer stehende Häuschen zu über- lassen. Auf diese Weise wurde Tony Petigrew wieder einmal von seiner Frau befteit. Unter den wenigen Bcsttzthümern, die Frau Petigrew in ihr neues Asyl brachte, befand fich ein sorgfältig und vielfach verhülltes Packet, nun schon seit beinahe drei Jahren der Gegenstand ihrer besonderen Aufmerksamkeit, eine rothe Ma- roquinmappe mit Lady Bide's Monogramm. Die Frau hoffte so lange zu leben, bis diese Mappe für fie einen bedeutenden Werth erhalten würde. Mit Frau Petigrew kam auch ihr Sohn nach Fitzroy, ein junger Bengel, der bald eine unüberwindliche Neigung zur Wilddieberei vcrricth. Zwischen ihm und dem Waldhüter ent- standen in Kurzem Zwistigkeiten und der Forstaufseher ver- sicherte Myra, daß fie einen großen Fehler begangen habe, einem Landstreicherpaar ein Unterkommen auf dem Gute zu gewähren. Der Knabe sei ein geborener Taugenichts, und werde dem Gefängniß nicht entgehen. Mutter und Sohn waren noch nicht sechs Monate in ihrer neuen Heimath, als ihre Angelegenheiten zu einer Ent- scheidung drängten. Myra war nach Fitzroy-Hall gekommen, nm den Verwaltungsgang des Gutes zu prüfen. Milly Wrigley hatte fie begleitet und beide weilten in einem kleinen Zmimer. in dem die junge Gebietenn ihre Audienzen zu ertheilcn psst-gte 3« dieses Zimmer schleppte der Wildhüter jetzt, mit er- hitzten Wangen und zornglühenden Augen den jungen Peti- grew, den er eben aus frischer That ertappt hatte, und der in � Wen, und in der „Und ich muß Ihnen wiederHolm, gnädiges Fräulein," nicht schlimm; eine Blouse, eine Garibaldiblouse| sollen die Soldaten anziehen und auch Sie, Herr FeldwebelSie erhalten statt Thres großen Knopfes und der goldenen Borde am Kragen und an den Aermeln, auf lettere zwei kleine filberne Streifchen und an den Kragen ein winziges filbernes Sternchen, der Unteroffizier erhält nur ein filbernes Streifchen auf einem der Aermel, und wie die Offiziere und Generäle auf ihren Blousen zu dekoriren sind, das, Herr Feldwebel, überlassen wir ihrer Einbildungskraft. Welche Farbe die Blouse haben soll, das haben die Nachrichten" bis jest verschwiegen, aber man tann auf das Aeußerste gefaßt sein. ,, halten Sie ein, ich werde Sie," ruft der Feldwebel zuund nun folgt eine rück ,,, Sie verdammter ganze Wagenladung von zoologischen Namen. Erschöpft hält Der Feldwebel inne und man hört ihn nur noch murmeln: ,, Das ist ja Umsturz alles Bestehenden!" " Armer Nachrichten"-Mann, Du ein Umstürzler?! Doch nun sollst Du abgelöst werden von dem ,, militärischen Mitarbeiter" der tonservativen ,, hallischen Beitung". Nachdem derselbe sich gleichfalls für Abschaffung der blanken Knöpfe und des Waffenrocks ausgesprochen hat, greift er gar den preußischen Helm, die Pickelhaube ganz ener gisch an, die die Funktionen des Hirns und des Blutlaufs beeinträchtigt und die freien Bewegungen des Mannes am Empfindlichsten erschwert und behindert." Und was will die konservative Zeitung an Stelle der fonservativen Pickelhaube sezen? Man höre und staune! Das Blatt ſagt wörtlich: 11 Ein nicht zu fester Filzhut mit breiter Krämpe ohne Beschlag ist kleidsam und prats tisch." Fallen nicht die Berge zusammen, trodnet nicht das Meer aus, ob dieses Vorschlags in einer, wir wiederholen es, ton servativen Zeitung? Ein Banditenhut an Stelle des preußischen Helmes, ein Hederhut anstatt der Pickelhaube! Ob eine rothe Hah nenfeder denselben zieren soll, das verschweigt bis jetzt der ,, militärische Mitarbeiter". Unser braver Feldwebel aber ist, als er diesen Vorschlag in einem fonservativen Blatte gelesen hat, in Ohnmacht gefal len unter heftigen Buckungen: Das ist ja nicht allein Umsturz, das ist ja vollständiger Republikanismus!" | digung des Oberhauses in seinem Verhalten gegen die neu Wahlreformvorlage zum Zwed. Diese Mittheilung bestätigt nur, was wir zu verschiedenen Malen über den Werth diese neuesten englischen Voltsbewegung" gesagt haben. Blättern werden die zahlreichen und auffallenden Unregelmäßigkeiten, welche bei der Ermittelung des Ergebnisses der Ersazwahl im 5. Reichswahltreise" hervortreten, mit Recht scharf gerügt. Ganz besonders zeichneten sich hierbei die Protokolle der ritterschaftlichen Güter aus. In vielen derfelben fehlten die Wählerlisten ganz oder fte befanden sich in fehlerhaftem Zustand, z. B. dadurch, daß sie nicht abgeschlossen waren. Es war nicht die gefeßliche Bahl von Beisitzern er nannt, die Wahlhandlung war zu frühe geschlossen, aus mehreren Wahlbezirken waren überhaupt die Protokolle nicht eingesandt. Der Wahlvorstand in Miekenhagen erklärte im Protokoll, daß man sich der Wahl enthalten habe, da ein konservativer Kandidat nicht aufgestellt sei. Ein Vorstand hatte das ganze Formular für das Protokoll durchstrichen, statt es auszufüllen. Diese auffällige Verlegung und Verhöhnung der Gesetze des Reichs geschieht von denselben Leuten, welche sich jetzt gern als die staatserhaltende Partei und als die Hüter und Beschirmer des deutschen Reichs aufspielen möchten, nachdem fie früher Alles gethan haben, um dessen Aufrichtung zu verhindern. Der bei dieser Ersagwahl in verstärktem Maße aufgetretene Unfug der Wahlvorstände wird voraussichtlich in den Aften verborgen bleiben, da eine Prüfung der Wahl durch den Reichstag nicht stattfinden kann. Nun werden unsere Leser aber doch fragen, weshalb wir diese an unb für sich so praktischen Vorschläge mit solchem Humor behandelten? Antwort: Die Quellen, aus denen diese Vorschläge stam men, find derart, daß wenn ernstlich die Regierungen Front gegen solche Beitungsraisonnements machen würden, die bezeichneten Blätter sofort die blanken Knöpfe, das Gurttoppel, die weißen Riemen, den Waffenrod und die Pickelhaube und die größte Zweckmäßigkeit aller dieser Dinge Iob preisen und lobsingen würden. Deshalb Humor, recht viel Humor, lieber Leser! Politische Uebersicht. Bradlaugh hat wieder einmal die Gelegenheit ergriffe um die Welt auf sich, den berühmten Mann, und seinen ande mit dem Parlament, den er schon seit langer Zeit wegen feiner oftentativen Eidesverweigerung führt, aufmerksam zu machen Der atheistische Pfaffe und Manchestermann schreibt:„ Durd die Prorogation des Parlaments hat der auf Antrag S Stafford Northcotes gegen mich am 21. Februar gefaßte Se fionsbeschluß aufgehört, irgend welche Giltigkeit zu haben, un am Tage der Eröffnung der Herbstsession wird in meine Stellung und der irgend eines anderen gehörig gewählte Mitgliedes, das den Eid noch nicht geleistet und seinen noch nicht eingenommen hat, fein Unterschied bestehen. Went das Haus meine, demselben von dem Sprecher, Herrn Brand, verlesene freiwillige Verpflichtung angenommen hätte, wi ich davon ausgeschlossen worden sein, meinen Sig einzunehmen oder zu versuchen, denselben einzunehmen, bis ein Urtheil der schwebenden Klage ,, der Attorney- General wider Bradlaug gefällt worden. Sir Stafford Northcote bewog das Haus diese Verpflichtung nicht anzunehmen, indem er es voro meine Wähler durch ein mich von dem Hause ausschließende Votum zu beleidigen." In Konstanz fanden in legter Zeit bei dem Kaufmann Arnold, der im Verdacht stand, sozialdemokratische Schriften zu verbreiten, häufig resultatlose Haussuchungen statt. Um den fortwährenden Heimsuchungen zu entgehen und eine Verhaftung zu vermeiden, ftebelte Arnold nach der Schweiz über, theilte aber dem Untersuchungsrichter mit, er würde, im Bewußtsein seiner Unschuld, bei einer etwaigen gerichtlichen Bewußtsein seiner Unschuld, bei einer etwaigen gerichtlichen Verhandlung erscheinen. Die nun von Seiten des Konstanzer Landgerichts vor einigen Tagen gegen Arnold als, Flüchtling" erfolgte Ankündigung der Beschlagnahme seines Ver mögens(??) zwang legteren aus seiner Reserve hervorzutreten und er hat fich freiwillig dem Gerichtshof gestellt, welcher ihn in haft nahm.( Eine zeitweilige Beschlagnahme des Vermögens ist nach dem deutschen Strafgefegbuch nur noch bei Anklagen auf Hoch- und Landesverrath zulässig!) Soldatenschinderei tommt in der Schweiz selten vor; dazu sind die Offiziere dort zu wohlerzogen und die Mannschaften zu selbstständig. Doch fehlt es nicht an Verstößen gegen den anständigen Ton, den man dem Bürger im Waffenrock schuldig ist. Um derartige Verstöße zu verhindern, hat das Militärdepartement bekanntlich verordnet, daß fünftig am Schluß jeder Militärschule eine persönliche Anfrage an jeden einzelnen Theilnehmer darüber stattfinden soll: ob und event. was er über die Behandlung Seitens der Offiziere und In struktoren zu klagen habe. Mit praktischem Erfolge wurde diese Neuerung bei einer in Thun im Wiederholungskurs befindlich gewesenen Batterie angewendet. Es flagten 21 Ge freite und Soldaten über ungebührliche Behandlung durch einen Offizier. Der aargauische Waffenhof untersuchte den Fall und da er die Beschwerde begründet fand, ertheilte er dem Offizier vor dem versammelten Öffizierkorps die gebührende Surechtweisung und einen scharfen Verweis. Die Bestrafung wurde den flagenden Soldaten vor deren Entlassung eröffnet, und Satisfattion vollständig zufriedengestellt. Was würde ein deutscher Unteroffizier dazu sagen, wenn diese gefährliche Neuerung im lieben Vaterlande eingeführt würde! #Dem frommer Unfug der Heilsarmee" im Kanton Bern ist durch eine Verfügung der dortigen Regierung ein Ende bereitet worden; für Buwiderhandlungen ist eine Strafe John Bull ist mit dem französischen Bombardement Futscheu gar nicht zufrieden und seine Eifersucht macht zunächst in Ausdrücken der Entrüstung über die Grausamle der Franzosen Luft. Wir bedauern," sagt die„ Times", die unbarmherzige und unritterliche Art, in welcher die Affai geführt wurde, den Admiral Courbet wie die französische Flag entehrt. feit vorhanden war". England hervorgerufen werden durch diese Berichte über de Ein Gefühl der Pein und Ueberraschung wird in Kampf, in welchem so viel unnüße Zerstörung und Graufam Etwas arg scheinen die Franzosen d ja getrieben zu haben, allein daß gerade die Times diefer Ent rüftung Ausdruck giebt, ist denn doch eine arge Heuchelei, das Cityblatt nicht blos das Bombardement von Alexandrien eine That der Barbarei, sondern auch die nichtswürdige Megeleien von El Teb und Tamananit im englischen Sudan feldzug über alle Maßen gelobt hat. Zum Stand der Cholera in Italien. In Busca( Vo vinz bis August Abends 30 Erkrankungs- und 10 Todesfälle, in Beit vom 24. bis 25. August 29 Erkrankungs- und 10 Todd fälle vorgekommen. In der Umgegend von Cuneo find 7, Foffano ist 1 Person erkrankt. In Spezzia find seit dem d. M. insgesammt 84 Personen der Cholera erlegen. Die Ja der Cholerafälle beträgt am 25. in den Provinzen Turin 6 Ertra fungs- 3 Todesfälle; Porto Maurizio 2Erkrankungs-, 3Todesfälle frankungs, 3 Todesfälle: Campobasso 6 Ertranfungsfälle Bergamo 19 Erkrankungs- und 6 Todesfälle. Abschaffung der Todesstrafe in Italien. Nach de neuesten Entwurf eines Strafgesetzbuches für das Königrei Italien, welches der Deputirtenkammer vom Justizminifterium Die wahren Absichten des Nationalliberalismus dieselben erklärten sich auf Befragen mit der ihnen gewordenen vorgelegt wird, soll die Todesstrafe teine Anwendung mehr glaubt ein rheinisches flerifales Blatt, die ,, D. Reichszeitung", entdeckt zu haben. Nämlich: die Regierung soll abgehalten werden, durch etwaige vom Zentrum in Aussicht gestellte Konzeffionen politischer und wirthschaftlicher Art sich auf ein Busammengehen mit demselben einzulassen. Das ist nun gerade nicht neu; andere Leute haben schon länger gewußt, daß es den Nationalliberalen darauf ankommt, das Zentrum bei der Konkurrenz zur Regierungsfähigkeit durch Minderforderung und Mehrgebot auszustechen. Das flerifale Blatt scheint vor dieser Konkurrenz das Feld räumen zu wollen, indem es schreibt: Die Herren Nationalliberalen mögen fich überzeugt halten, daß wir ihnen das Knieebeugen und Rückenfrümmen vor dem Stocke des Reichskanzlers ohne Neid allein überlassen. Das katholische Volk befindet sich nachgerade in einer Stimmung gegenüber der Regierung, daß es keinen Abgeordneten wählen wird, der in jenen Turnfünften den Nationalliberalen irgendwie Konkurrenz machen wollte. Bekehrt sich die Regierung, wie es ja in den letzten Jahren schon öfter geschehen, zu unserem Standpunkte in wirthschaftlichen und sozialpolitischen treten der Heilsarmee habe bei der Bevölkerung Unruhe und finden. Auch die Ermordung des Königs wird nur mit teles bestraft. Die Motivirung des Entwurfes betrachtet die Frag ob Todesstrafe oder nicht, vom praktisch- gesetzgeberischen Stand punkt und fragt sich, ob die Todesstrafe zum Schuße des Ne tes und zur Erhaltung der öffentlichen Ordnung nothwendig sei. Die Frage wird verneint. Der Miffethäter, welcher jum bis zu 200 Frcs. oder Gefängniß bis zu drei Tagen angedroht. Verbrechen schreitet, denkt nicht an die Strafe, oder wenn a Die Erwägungen stüßen sich auf folgende Punkte: 1) das Auf baran denkt, so tröstet er sich damit, daß er ihr entgehen werde Ueberdies gehören gerade die großen Verbrecher zu den aufer Wesens und der öffentlichen Aufzüge, welche Dinge den Be Schreden ist noch ein Hinderniß in Ausführung ihrer Blane Aergerniß erweckt wegen der Uniformen, des geräuschvollen gewöhnlich energischen Naturen, für welche der Tod weber ein bildet, und welche, wären fie auf den Weg des Guten gebracht zu verhindern; andererseits fönne dem Staate nicht zugemuthet irgend einer braven That geopfert hätten. Solche Naturen zubieten; 3) auch wenn die Uebungen und gottesdienstlichen misches Leben auf dem Schaffot enden würde. Noch viel wenige griff gottesdienstlicher Handlungen ausschließen; 2) die ordent liche Polizeigewalt sei nicht im Stande gewesen, Ruheſtörungen worden, mit bewunderungswürdigem Heldenmuth ihr Leben in werden, zum Schuße der sogenannten Heilsarmee Militär aufHandlungen im Sinne von Art. 50 der Bundesverfassung erfolgt seien, so haben fie wenigstens nicht innerhalb der Schranfen der öffentlichen Ordnung stattgefunden. trifft die Theorie zu, daß die Hinrichtung Anderer von schlechte ficht, indem man die Hinrichtungen ins Innere der Gefäng Wegen zurückhalte. Man schlägt ja dieser Theorie felbft ins Ge Zur Abwechselung fand in England eine großartige nisse verlegt, gleich als ob die Strafe sich vor sich felbft faham firchenpolitischen Linsengerichtes willen unser Erstgeburts- konservative Kundgebung am Sonnabend in Nostell Priory Dagegen wird hervorgehoben, daß die Todesstrafe demorali unweit Wakefield statt. Vormittags bildete der malerische Part rend wirke; die falte Gleichgültigkeit, mit welcher der Dent zu recht als freie Staatsbürger daranzugeben einem solchen Geschäft fehlt uns das Sch a chertalent der Nationalliberalen. Sehr tapfer, bemerkt dazu die Frlf. 8tg."; aber wenn man sich der Abstimmung vom 10. Mai über das Sozialistengeset erinnert, bei welcher fast die Hälfte des Ben trums das Erstgeburtsrecht als freie Staatsbürger drangab, so macht diese Sprache einen merkwürdigen Eindruck und man fann es der Regierung nicht verdenken, wenn sie nach wie vor das Zentrum als einen Bieter betrachtet und behandelt, dem doch noch der Zuschlag gegen die in Aussicht gestellten ,, politischen und wirthschaftlichen Konzessionen" ertheilt werden fönne. mit seinen berühmten Anlagen ein ungeheueres Lager, und für den Komfort der auf 130 000 Personen geschäßten BeBlutthaten geneigten Gemüther; fie zerstört den Kultus tödtet, ist ein düsteres Vorbild der Grausamkeit; fie reist die fucher war nach allen Richtungen hin Rechnung getragen Jdee, der Achtung und der absoluten Unverleglichkeit des men gente zahlreicher Städte und Distrikte herbeigeführt. Gegen daher den besondern Umständen des Verbrechens nicht ang lichen Lebens. Sie läßt ferner feine Abstufungen zu und fa Mittag defilirten Deputirte von 193 tonservativen Associationen paßt werden. Sie läßt keine Remedur zu und dies follte wo worden. Nicht weniger als 40 Ertrazüge hatten die Kontinvor Sir Stafford Northcote und Lord Carnarvon vorüber und überreichten Adressen. Die Hauptredner des darauf abgehaltenen Meetings waren außer Sir Stafford North cote und Lord CarLlar auch diejenigen, welche aus andern Gründen der Todesf zustimmen möchten, zur Abschaffung derselben vermögen. Unschuldige vor dem Dolche des Mörders zu bewahren, wend fte ein Mittel an, das andere Unschuldige ans Henferbeil liefe tann." Mag" schließt der Bericht, die italienische De O Mecklenburg- Schwerin! In den mecklenburgischen hope. Selbstverständlich hatten sämmtliche Reden die Verthei- tirtenkammer ihr feierliches Votum von 1865( schon dama schloß der Beamte seine Anklage ,,, daß dieser abscheuliche Bursche durchaus reif für's Gefängniß ist." Myra, unwillig auf den jugendlichen Verbrecher. niederblickend, sah aus wie die Verförperung der ehrfurchtgebietenden Gerechtigkeit, aber ihr zur Seite stand die Gnade in der anmuthigen Gestalt ihres Pflegekindes. Milly fühlte ein unerklärbares Mitleid mit diesem ver stockten, zerlumpten, schmußigen Knaben. " Armer Junge!" rief fie aus. Gewiß hat er nie ein gutes Beispiel gehabt und nie Gelegenheit, ordentlich zu wer ben. Ich weiß, was ich mit ihm thäte," fuhr fie fort, fich an den Schreibtisch lehnend, vor dem ihre Coufine saj. Und was wäre das?" fragte Fräulein Barth, welche in ihrem Innern gleichfalls überzeugt war, daß der junge Bösewicht wenig Gutes vor fich gesehen haben mochte. Nun, ich würde ihn tüchtig waschen und ihm das Haar fauber schneiden lassen und ihn dann in den Anzug eines Wildhüters stecken und ihn zu dem Gehülfen des Waldhüters machen, und da er die Thiere so zu lieben scheint, würde ich ihm einige zur Obhut und Pflege übergeben und ihm jeden Sonnabend seinen Lohn auszahlen, und dann Knabe, denke ich, würdest Du Dich anständig betragen." ,, D. gnädiges Fräulein, gewiß, ganz gewiß. Und der Herr Wildaufseher würde nie wieder eine Klage gegen mich zu führen haben." Ich bin meiner Kaninchen und Tauben längst überbrüffig", nahm des Doktors Töchterlein nach einer Weile das Wort, und wenn Du es erlaubtest, Coufine, würde ich ihm dieselben zur Pflege hierherschiden-" Der Widhüter betrachtete den Knaben wie den Plan des jungen Fräuleins mit höchstem Mißfallen. Wir werden ihn mit nach Barth nehmen und ihn dem dortigen Wildaufseher übergeben," sagte Myra Barth, dort, wo er fich noch feinen so bösen Namen gemacht hat, wird man leichter mit ihm fertig werden können." Als die beiden Damen am Abend in ihrem Bonnywagen zutreten. Lady Bide sprach davon, ihre Rückreise nach England anSie und Rupert waren in Bonn und hatten in größerer Gesellschaft einen Ausflug nach dem Kreuzberg gemacht. Lady Bide, auf Rupert's Arm geftüßt, ging langsamer wie die Uebrigen. In sechs Wochen werden wir in England sein," sagte fie. ,, Und dann werde ich Francesca suchen dürfen, bis ich ste gefunden habe," sagte Rupert. Ich werde sie schon finden wenn es auch Dr. Mellodem nicht gelang. Und dann- dann werde ich fie heirathen." Nicht ehe Du dreiundzwanzig Jahr alt bist, und auch das ist noch zu früh," sagte Lady Bide lächelnd. Aber warum sollten wir noch länger warten, wenn wir fie wieder haben, warum sollte sie nicht gleich wieder im Schloffe bei Dir wohnen und Dich pflegen und Dich glücklich machen?" drängte Rupert. regte fich nicht. Still war sie hinübergeschlummert. Hand ruhte in der Rupert's. She batte für d und würd lofen diese Don burg wiede letter Kaffe Mini mord jenem Nihil ber Beam mit f versel einig Und so war die dritte Mutter an seiner Seite geftorbe Sie famen zurück nach Bide- Hall, Dr. Mellodem, Hofmeister und Rupert begleiteten die Leiche. weger word Raffi Lage Laiser fei. leerer Auf miffä im G Räub Kutic begle entfor ift ei weige Mor Don papie feien Raub Buid furch man welch geito des Ryich feine Jud Maff Ein breite hätte müth entfernte Verwandte, Lord Bide's ältester Sohn mit fein Lord Bide war im Schloffe anwesend und zeigte ein bod Mit ruhiger Heiterfeit sah er Rupert in tieffte Trauer müthiges, der Gelegenheit angemessenes Bedauern. fleidet und von Schmerz überwältigt. 20 Rupert war ein Eindringling in die Familie, welcher de Rechte beeinträchtigte. Seine Geburt war niedrig und felhaft. Sein früheres Benehmen hatte seine ausschreitenb bösen Neigungen dargethan. Er war die Veranlaffung zu Trennung der Lady Bide von ihren nächsten Angehörig gewesen. mein Sohn," wiederholte Lady Bide ,,, und inzwischen wollen wir einen Lebensberuf für Dich suchen. Ich möchte Dich nicht gerne die militärische Laufbahn einschlagen lassen. Ich werde Dir irgend ein Amt im Ministerium verschaffen, vielleicht im Ministerium des Auswärtigen." Du mußt warten, bis Du dreiundzwanzig Jahre alt bist, darin, auf Rupert wie auf einen Verbrecher herab au febe Sie gingen schweigend weiter. ,, Und Alles, was ich befize, fällt Dir zu, ist Dir durch mein Testament gesichert," begann Lady Bide wieder. Jegt hatten sie den Gipfel des Berges erreicht. Unter ihnen, auf all' den gewundenen Pfaden, auf welchen fich überall Heiligenbilder und Altäre erhoben, bewegte fich eine fremde Bilgerschaar. Lady Bide's Bekannte saßen auf den Bänken in der Nähe des Marmorpavillons, von dem man die schönste Aussicht hinab in's Thal hat, und zu einem dieser Ruhepläge führte auch Ruppert seine Adoptiomutter. Die lieblichen Herbstwaldungen, der lächelnde Himmel, die wunderlichen verschiedenen Trachten der ihre Andacht verrichtenden Bauern, die Schönheit der Marmorgesichter und die brangen, fesselte ihre Theilnahme. der in gewiffem Sinne an dem frühen Tode feiner obli terin die Schuld trug. " Wenn sie zu Hause geblieben wäre, würde fie mindeste zehn Jahre länger gelebt haben," versicherte Lord Bide. Myra und ihre Pflegetochter waren die einzigen Freun die Rupert mit warmer Sympathie begrüßten. Rupert fühlte fich von der Familie ausgestoßen und urtheilt und doch hatte Lady Bide ohne diefen ihren Adopti sohn, der fie mit gebrochenem Herzen zum Grabe begleite taum einen aufrichtig um fie Trauernden zurüdgelaffen. ,, Und so," sagte Wrigley zu seiner hübschen Tochter, Dein junger Liebhaber wieder zurückgekehrt. Findest Du verändert, Kind?" ,, Er ist nicht mein Liebhaber," entgegnete Milly glühenden Wangen. ,, Und weshalb nicht, ich bitte?" „ Weil, mit o den S Boli det. weite Ru wolle m Gren frübe Tent aus nicht ruffti hin mein Konz grena ruffi Losre tion weil es eben nicht der Fall ist, und weil d ,, Ach was, Francesca ist verschwunden und wird De Bide's ganzes Vermögen und die Familie wird außerd noch etwas für ihn thun. Sei teine Närrin, Mädchen Schwestern find häßlich, und da fie feine Mitgift haben Dris zurückfuhren, lief Milly Wrigley's neuer Leibpage unermüdlich feierliche Milde der Musikklänge, die aus der Kapelle zu ihnen Wege nicht mehr freuzen, und der junge Mensch erbt a neben dem zierlichen Gespann einher, und er war stolz und glückstrablend, als er ihnen bei ihrer Ankunft in Barth das Thor öffnen fonnte. Milly Wrigley hatte jegt ihr siebenzehntes Jahr zurüd gelegt. Es war Herbst, der Herbst nach Rupert's achtzehntem Geburtstag. Wollen wir hineingehen?" fragte Rupert. Lady Bide antwortete nicht. Du bist zu sehr ermüdet? hat Dich der Weg zu sehr an gestrengt?" ( Fortierung folgt über ste und blickte ihr besorgt in das bleiche Gesicht. Sie Als sie noch immer nicht antwortete, neigte sich Rupert lich ist. Laß Dir den Burschen nicht entschlüpfen, hörf Milly!" nehm reich Chin haft zufüb profi 52. Brü Dor Schu freun felter Part Bisa mach nidel gefch ware die zu De uttu toren Nach nidel Tir bat 1 Berb bener wie Don wiede in st Schlie gewo und über führe beide Don Durd vorge und 988 itt mord fchaft erit Gott Nun ausge 3wa Sprud Berd daß Leber neut tätigt Diefer iffen andd feiner achen Durd Sir , Sef und meine ählten Sis Wenn Brand würde ehmen eil in " augi" Saus отзов Bendes nt von 桂 cht fid Tamled Affaire Flagge hatte die nationale Vertretung fich entgegen dem Ministerium für die Abschaffung der Todesstrafe ausgesprochen) bestätigen und so der Welt ein leuchtendes Beispiel von Fort schritt und Gesittung geben." Welches Ministerium würde in Deutschland solche Vorschläge machen? über das wirkliche Alter sehr begünstigen kann, ist in dem vor liegenden Falle festgestellt, daß Baumgart, der im Jahre 1882 beim Konditor Pauly hier, Neue Friedrichstraße 66, als Hausdiener angestellt war, schon damals einen Bart hatte und ein stämmiger, breitschulteriger Bursche war, den man sehr wohl auf einige zwanzig Jahre schäßen konnte. Auch die eine, von der Gottfried betonte Wahrnehmung, daß der Thäter sehr enge Beinkleider trug, stimmt mit den Aussagen derjenigen Personen überein, die den Baumgart während seines Berliner Aufenthalts im Jahre 1882 tannten. Die Vernehmungen solcher Perfonen, bei denen Baumgart damals gewohnt und mit denen er verkehrt hatte, dauern fort und geben dem Verdacht, in dem Raubmörder Baumgart auch den Attentäter auf die Wittwe Gottfried gefaßt zu haben, immer mehr neue Nahrung. N. Eingefrorenes Leuchtgas dürfte in der jetzigen Jahreszeit zu den seltensten Erscheinungen zählen und dennoch liegt ein solcher Fall vor. Am Sonntag funktionirte im Ausſtellungs- Bart das Gas schlecht, troßdem von fachmännischer Seite die Apparate in vollständiger Ordnung befunden wurden. Die Erklärung dieses Umstandes war eine thatsächlich räthselhafte, bis man schließlich entdeckte, daß das Gas im Hauptrohr eingefroren war und zwar dadurch, daß Arbeiter bei der Anlage desselben das Rohr durch den Eisteller geführt haben. Dadurch konnte die Störung nur hervorgerufen werden. Nihiliftenmärchen werden mit Vorliebe in dieser ereigniß losen Zeit den Lesern aufgetischt. Hervorragendes leisten in dieser Hinsicht besonders Wiener Blätter. Als Kuriosum ſei Als Kuriosum fei von folgender Korrespondenz des„ N. W. Tgbl." aus Peters burg Notiz genommen: Die russischen Terroristen scheinen wieder einmal Mangel an Baargeld zu haben, denn in den letten Tagen wurden im Auftrage des Erekutiv- Komités die Kaffe der Adeligen Versorgung in Astrachan beraubt, ferner die Millionärin Buschlina in Saratom, sowie ein Posttutscher ermordet und beraubt. Der Astrachaner Fall zeugt wieder von jenem Raffinement und jener Verwegenheit, wodurch die Nihilisten fich so gefürchtet gemacht haben. In der Kanzlei der Astrachaner Versorgung erschien nämlich ein faiserlicher Beamter, welcher dem Präsidenten der Versorgung mehrere mit faiserlichen Siegeln und der Unterschrift des Gouverneurs versehene Dokumente vormies, denen zufolge er von Amtswegen zum Kafftrer der genannten Versorgung ernannt worden sei. Der Präsident folgte dem neu ernannten Raffirer ohne Weiteres die Kaffaschlüssel aus. Nach wenigen Tagen machte man aber die Entdeckung, daß der laiserliche Kommiffär mitsammt 30,000 Rubein verschwunden sei. Seine Dokumente waren gefälscht gewesen. In dem leeren Kaffenschranke lag ein Bogen Papier mit der Note: Auf Befehl des Eretutiv- Komités der faiserliche Rom miffär." Der Poftraub spielte in der Nähe von Gadjatsch, im Gouvernement Bultawa. Vier mit Revolvern bewaffnete Räuber überfielen des Nachts den Bostwagen, ermordeten den Rutscher und plünderten den Wagen vollständig aus. Dem begleitenden Bostkondukteur gelang es, in der Finsterniß zu entlommen. Einer der Raubmörder ist bereits verhaftet; es ift ein aus Sibirien entflohener politischer Verbrecher, doch weigert er fich, feine Komplizen zu nennen. Der Saratower Mord hat den Terroristen am meisten eingetragen. Man spricht von 400,000 Rubeln, die theils in Baargeld, theils in Werthpapieren und Pretiofen bei Frau Buschkina geraubt worden seien; dies ist vielleicht übertrieben, aber gewiß ist, daß die Raubmörder fich ganz foloffaler Werthe bemächtigten. Frau Buschkina blutete, als man sie auffand, aus mehr als zwanzig furchtbaren Stichwunden. Als man sie näher besichtigte, fand man in ihrem Munde einen zusammengerollten Bettel, auf welchem Folgendes mit Bleistift geschrieben stand: Busammengestohlenes Geld können wir beffer verwenden. Im Auftrage des Exekutiv- Komités. Nikolaschka Ryschyi." Der Name Ryschni ist offenbar fingirt; von den Mördern hat sich bisher leine Spur gefunden. wird in 120 12 aufame Ofen d er Ent Lei, d nbrie irdige Suban bis 24 in ba Lobe 7, em te Bal Extra esfälle 6.6 sfälle hdes nigreid fterium mebt Sterter Frage Stand es Red wendig er jum Benn a werde außers Der ein Blane ebradit eben in Raturen es ftür wenige bledle Ins Gr Befäng Schämt norali Dent t die tus b menf no fan at ange te wo Desftrale n. wende il Tiefe e Dep bama She eftorba Kutais, eine russische Stadt im Kaukasus hat eine udenhese gehabt, die beinahe mit einem allgemeinen Maffacre der jüdischen Einwohner des Plages geendet hätte. Ein Kind christlicher Eltern wurde vermißt und im Nu verbreitete sich das Gerücht, daß die Juden dasselbe gestohlen hätten. Ein Böbelhaufen rottete sich rasch zusammen und eilte wüthend nach dem Judenviertel mit dem Rufe: ,, Nieder mit den Blutsaugern!" Glücklicherweise wurde das Kind von der Bolizei rechtzeitig ermittelt und der drohende Angriff abgewenbet. In Folge der aufgeregten Stimmung werden indes weitere ernste Judenhezen im Süden Rußlands befürchtet. " Zu einem vortheilhaften Geschäftchen scheinen die Russen die französisch- chinesische Berwicklung ausbeuten zu wollen. Der Pol. Corr." wird aus Petersburg gemeldet: m ruffischen Umurgebiete und an der ruflich- chinesischen Grenze sollen Unruhen ausgebrochen sein. Es heißt, daß die früheren chinesischen Unterthanen des Amurgebietes offen die Tendenz der Losreißung befunden. Inwieweit eine Agitation aus China die Hände im Spiele hat, lasse sich zur Zeit noch nicht bestimmen. In politischen und militärischen Kreisen der rufftschen Hauptstadt halte man diese Erscheinung für immerhin einiger Aufmerksamkeit werth." Diese Aufmerksamkeit, N. ,, Bor ist verhaftet." Bei dem Landfriedensbruch in Rixdorf, welcher in der sogenannten„ Rolle" vor einigen Tagen stattfand, werden die Ermittelungen nach den Betheiligten unausgefest fortgesezt. Endlich ist es gelungen, in der verflosses nen Nacht den Arbeiter Wolzab, welcher einer der Hauptthäter gewesen sein soll, zu verhaften. Derselbe erfreut sich in seinem gewesen sein soll, zu verhaften. Derselbe erfreut sich in seinem Freundeskreise" des Spignamens Box". S Augenblick dicht an das Pferd getreten, als dieses den herunterhängenden Kopf nach hinten hinüberwarf. Hierbei streifte es so unglücklich mit der Kandarre die linke Backe des Kindes, daß dieselbe in etwa 6 Centimeter Länge aufgerissen wurde. Dem unglücklichen Kinde wurde die stark blutende Wunde von einem in Köpenick wohnenden Sanitätsrath zugenäht. Nachtheilige Folgen für die Gesundheit des Kindes hat dieser Vorfall nicht gehabt. a. Netter Wertführer. Der Vergolder M., welcher bei der Firma K. und Co. in der Brunnenstraße seit zwei Jahren als Werkführer beschäftigt war, wurde gestern zur Haft gebracht, weil er der gedachten Firma wiederholt Materialien, wie Silber, Lack und Schellack im Werthe von über 500 Mt. entwendet hatte. Die Diebstähle waren schon seit längerer Zeit in der Fabrik bemerkt worden, doch man vermochte nicht den Hausdieb, denn ein solcher konnte es nur sein, zu ermitteln. Die Firma segte schließlich eine Belohnung auf die Ermittelung des Diebes aus, und ein Lehrling machte es sich zur Aufgabe, dem Diebe nachzuspüren. Er versteckte sich nach Beendigung der Tagesarbeit, während die übrigen Arbeiter aus dem FabrikTotal fich entfernten, hinter einer Maschine und sah von da aus, wie der in der Fabrik allein zurückgebliebene Werkführer von den Materialien einen Theil an fich nahm und sich damit aus der Fabrit entfernte. Auf seine am folgenden Tage darüber erstattete Anzeige wurde M. festgenommen. " 1 Ein letter Versuch. Eine deutsche Jungfrau in den reiferen Jahren" zeigt in den Kieler Nachrichten" an, daß fie ,, einen legten Versuch in der Auswanderung nach Angra Pequena" machen will und sucht gleichdenkende Herren behufs Annäherung". Hoffentlich finden sich wenigstens zwei reifere Jünglinge bereit, fie zu begleiten, um in Angra Pequena, wo sonst noch wenig los ist; mit der reiferen Jungfrau zusammen einen Stattisch zu Stande zu bringen. Ein großer Theil unserer Biertrinker, die gewöhnt find, ihr Bier aus Stammseideln zu trinken, befand sich bisher in der Meinung, daß diese Gläser der Aichung und polizeilichen Revifton nicht unterlägen. Bei Gelegenheit der in den letten Wochen abgehaltenen polizeilichen Revision in den Restaurations und Schanklokalen find aber, wie die Ger.- 3tg." schreibt, die sämmtlichen nicht geaichten Stammgläser" von der Polizei tonfiszirt worden. Am Mollenmarkte befindet sich ein großes Lager aller fonfiszirten, theilweise unrichtig geaichten, theilweise gar nicht geaichten Trinkgefäße, darunter eine stattliche Anzahl höchst werthvoller, mit filbernen Deckeln versehener Stamm seidel", dic zum Theil als corpora delicti auf den Gerichtstischen der Schöffengerichte in Moabit noch paradiren werden. a Verhaftet. Dem Mechaniker V. in der Pallisadenstraße war in der Mitte des Monats März cr. aus einem verschlossenen Kasten seines Schreibtisches in seiner Komtoirstube ein 500 Martschein gestohlen worden, ohne daß an dem Schloffe des Behälters ersichtlich war, daß Jemand es mit Gewalt geöffnet hätte. Da die Komtoirstube zwischen der Wertstätte und der Wohnung des V. liegt, und man zum Komtoir nur durch eine dieser beiden Lokalitäten gefangen fann, so vermuthete B., daß Jemand aus seinem Arbeitspersonal den Diebstahl mittelst Nachschlüssels verübt hatte. Auf eine bestimmte Person vermochte aber V. den Verdacht nicht zu lenten. Anfangs April vermiste V. wiederum aus seinem Schreibtisch einen Fünfhundert Martschein, welcher aus dem verschlossenen Kasten genommen worden war, während der Dieb mehrere daneben liegende Tausend- Markscheine nicht be rührt hatte. Aber auch nach diesem wiederholten Diebstahl vermochte V. einen Verdacht gegen eine bestimmte Person nicht zu faffen. Vor einigen Tagen nun tam dem V. zu Ohren, daß der bei ihm beschäftigte 16 jährige Lehrling G. wäh rend der letzten Monate bedeutende Ausgaben gemacht, sich eine Schaar sehr werthvoller Tauben gekauft und oft seine jugendlichen Freunde bei Kneipereien, wobei gute Weine und auch Champagner getrunken worden waren, freigehalten hatte. Da H. der Sohn hiesiger gut fituirter und durchaus unbe scholtener Eltern ist, so fonnte V. Anfangs den Gedanken daß G. der Dieb sein tönnte, gar nicht faffen, er unterließ es aber nicht, der Kriminalpolizei von den auffälligen Umständen Mittheilung zu machen. Der junge G. wurde vernommen und über den Ursprung des Geldes inquirirt, welches er in letter Zeit ausgegeben hatte. Anfangs gab er vor, als Domsänger 150 M. verdient und in der erwähnten Weise verausgabt zu haben. Als dies fich als unwahr herausstellte, schwindelte er einen Lotteriegewinn vor. Schließlich erklärte er unter Thränen, daß er das Geld seinem eigenen Vater nach und nach gestohlen hätte; er hätte öfters aus dem Schreibsekretär seines Vaters, in welchem dieser hin und wieder den Schlüssel hätte steden laffen, Geld entwendet und dafür die erwähnten Ausgaben gemacht, dagegen hätte er niemals seinen Prinzipal bestohlen. Der Vater des G., darüber befragt, stellte aber unbedingt in Abrede, daß ihm während der legten Monate oder früher aus seinem Schreibsekretär Geld gestohlen worden sei und daß er überhaupt nicht nennenswerthe Summen im Schreibsekretär zu verwahren pflegte. Der junge G. hatte also ersichtlich den Diebstahl bei seinem Bater nur vorgegeben, weil er wußte, daß er dann nur auf den Strafantrag seines Baters bestraft werden fonnte. Unter diesen gravirenden Umständen ist G. heute unter dem dringenden Verdacht, die 1000 M. gestohlen zu haben, zur haft gebracht worden. meint die ,. fr. Br.", wird sich wohl demnächst durch eine Konzentrirung russischer Truppen an der chinesischen Amur grenze manifeftiren. Im geeigneten Momente könnten dann Losreißung des Amurgebietes von Rußland abzielende Agita tion zu unterdrücken. Der Moment zu einem solchen Unternehmen wäre, da China soeben in einen Konflikt mit Frant reich verwickelt ist, überaus günstig. Die Russen haben den Chinesen in Kuldscha den Beweis geliefert, daß sie es meisterhaft verstehen, die Beruhigung" nachbarlicher Gebiete durch Klage darüber geführt, daß mit dem Umbau der seit ca. vier zuführen um dabei einen Feßen Land und ein Stüd Geld zu profitiren. Lokales. g Die Bewohner von Rigdorf haben bereits mehrfach Wochen für den Verkehr gesperrten Brücke, welche über die Bahngeleise führt, noch nicht begonnen worden ist. Da während des ganzen Tages auf dem Bahnhof Rangirungen stattfinden, muß das Publikum oft 10 bis 15 Minuten warten, ehe die Barriéren für einige Augenblicke geöffnet werden. N Ein Vierlings- Geburtstag wurde gestern in der 52. Gemeindeschule in der Fruchtstraße gefeiert. Die vier Brüder: Franz, Karl, Heinrich, Max Dams, welche geſtern lichen Verbots nach 9 Uhr früh Zeitungen verkauft haben. Das vor zehn Jahren das Licht der Welt erblickten, wurden in der feltene Geburtstagsfeier. freundlichst begrüßt und beglückwünscht. Das war gewiß eine g Auch während des leßten Sonntags sind wieder mehrere Personen denunzirt worden, welche trop des polizeiSchultlaffe sowohl von den Lehrern als von den Mitschülern Trinkhallen, sondern auch der Inhaber eines Zeitungsverkaufs einig feine ein bod auer B er der to zw eitend chörige elen f febe Bobli Indeften Freund und Adopti egleite 1. bter Du mit weil d örft Dei bt Bab ußerbo Dein aben werte Folgt zu gehören nicht nur Verkäuferinnen von Selterwasser in den auf der Stadtbahn. Vielleicht sieht sich doch noch das Polizeipräsidium mit Rücksicht auf die vielfachen Mißhelligkeiten, N. Ein Riesengeschenk ist den zur Zeit im Ausstellungs- welche das Verbot nothwendig im Gefolge haben muß, verunlaßt, das Verbot des Beitungsverkaufs an Sonn- und Fest tagen nur auf die Kirchenstunden zu beschränken. Barl verweilenden Singhalesen von der Pumpernidel und Bisquits Fabrit Cords u. Comp., Müllerftr. 33a und 34, ge macht worden. Es ist dies ein 656 Pfund schwerer Bumper nickel, der seines ennormen Umfanges wegen auf der fürzlich gefchloffenen Bäderausstellung Sensation erregte. 38 Stunden waren erforderlich, um das Teigungeheuer durchzubaden. Da die Singhalesen unmöglich im Stande find, diesen Brodkolog zu vertilgen, ſo beehrt sich der mitanwesende Kandian Chief Magdeburg Extrazüge veranstaltet. Uttubanda sämmtliche Berliner, speziell die Bäcker und Kondis nidel Meeting einzuladen. N Ertrazüge. Die Carl Hagenbecksche Singhalesen- Ausstellung scheint auch in weiterer Umgebung Berlins größtes Aufsehen zu erregen. Wie man uns schreibt, find seitens des Carl Stangen'schen Reisebüreaus nicht nur Extrazüge von Potsdam und Spandau, sondern auch von Stettin, Liegnig, Für diejenigen Besucher, toren, der Einfachheit wegen durch die Presse auf Freitag Kgl. Eisenbahn- Direktion Retour- und Rundreisebillets zu er Nachmittag 4 Uhr und die folgenden Tage zu einem Pumper mäßigten Preisen ausgegeben. Von Leipzig aus soll Wagners Tir in der Nähe von Liegnig begangenen Mord eingeräumt Der Raubmörder Baumgart, der den an dem Konditor bat und bezüglich dessen wir fürzlich berichteten, daß auch der Verdacht der Thäterschaft in dem bislang unaufgeklärt geblie wie das B. T." jest erfährt, den alten kriminalistischen Sat von der selbstverrätherischen Dummheit der Kapitalverbrecher wieder einmal bestätigt. Er und sein Genoffe Rücker erzählten die aus Breslau, Frankfurt a. D. Tommen würden, hat die Expreßbüreau die Veranstaltung von Extrazügen in die Hand zu nehmen beabsichtigen. a Silberdiebstahl. Ein bedeutender Silberdiebstahl ist in der Wohnung des Frl. 8. in der Schönebergerstrasse am 25. bs. Mts. Mittags zwischen zwölf und ein ühr während der benen Morde an der Wittwe Gottfried hier auf ihm ruhe, hat, Abwesenheit der Dame verübt worden. Der resp. die Diebe in starter Betrunkenheit allerlei Gaunerstreiche und erstatteten felle, sämmtlich gezeichnet O. Z., im Werthe von nahe an 200 M., vorgebeugt haben sich mittelst Nachschlüffel Eingang in die eine Treppe hoch belegene Wohnung verfchafft und aus einem unverschlossenen Schrant 13 Eglöffel, 13 Theelöffel, 1 Gemüselöffel, 1 Suppenentwendet. Die Diebe find noch nicht ermittelt. N Jn flagranti ergriffener Taschendieb. Auf frischer und Schwagen animirt, vollständigen und detaillirten Bericht That wurde gestern Nachmittag ein berüchtigtes Mitglied der über ihr Verbrechen und ihre Pläne zu demnächst auszu führenden Unthaten. Unter Anderem erfuhr man, daß die von Görlig bereits ausgekundschaftet und vorbereitet hatten. besuchen wollte, mit größter Geschicklichkeit das Portemonaie beiden Schurken einen Einbruch bei einem Käser in der Nähe beamten, die in Begleitung ihres Mannes das Panoptikum Gottfried Berliner Verbrecherzunft im Eingang zu Caftan's Panoptikum abgefaßt; derfelbe hatte der Gattin eines höheren EisenbahnBezüglich des kürzlich ausführlich erwähnten Banoptikum hatte jedoch den frechen Coup bemerkt, und ge1882 also erst das Wittwe Gottfried in der Alten Schüßenstraße hier ermordet habe, tauchten neuerdings Bedenken gegen die Thäterschaft Baumgart auf, die sich darauf stüßen, daß Baumgart erst wenig über 21 Jahre alt ist, zur Beit der Blutthat an der Nun hat die Gottfried, bevor sie ihren Verwundungen erlag, ausgesagt, der Thäter sei ein junger Mann etwa Mitte der Bwanziger gewesen. Der anscheinend hierin liegende WiderSpruch vermag jedoch die recherchirenden Beamten in ihrem Verdacht nicht mantend zu machen. Denn abgesehen davon, daß die körperliche Entwicklung gerade um das zwanzigfte 18. Jahr vollendet hatte. eslamotirt und versuchte zu verschwinden. Ein Beamter des lang es so den frechen Dieb festzunehmen. Der Dame wurde ihr Portemonnaie zurückgegeben und der Dieb nach der Polizeiwache am Werderschen Markt geschafft. g. Durch die Unachtsamkeit einer Kinderfrau hat ein etwa 1%, Jahre altes Rind einer fich zum Sommeraufenthalt in Tabbert's Waldschlößchen an der Oberspree befindlichen Familie S. eine nicht unerhebliche Verlegung im Gesicht erhalten. Nach dem gedachten Vergnügungsort werden die Badwaaren per Wagen gebracht, von welchem dann auch die Sommergäste das Backwerk abholen. Als nun vor einigen Tagen der Bäckerwagen, vor den ein Pferd gespannt war, am frühen Morgen vor dem Etablissement hielt und die S.'sche Kinderfrau das * Um den Eltern schulpflichtiger Kinder bei Beschaffung von Schulbüchern bei Gelegenheit der Umschulung derselben Erleichterungen zu gewähren, hat die städtische Schuldeputation die segensreichen Einrichtungen von Tauschdepots geschaffen, welche gegenwärtig erst in 63 Gemeindeschulen eingerichtet find und mit der Zeit auf alle Schulen ausgedehnt werden sollen. In diesen Depots können die betreffenden Eltern die Bücher der früheren Schule gegen Bücher der neuen Schule umwechseln. Die Rektoren find angewiesen worden, bis zur erfolgten allgemeinen Gründung der Tauschdepots, die Eltern der umgeschulten Kinder an das Depot einer nahe gelegenen zu verweisen. Vom Stralauer Fischzug verlautet nichts besonders Günstiges, da auf den ruhig verlaufenen Sonntag ein um so tollerer Montag folgte, an welchem die auf 20 Mann vermehrte Polizeimacht schon am frühen Morgen energisch in Thätigkeit treten mußte. Während des Fischzuges entstand eine Schlägerei zwischen einer Gesellschaft rohen Gesindels, bei der das Meffer eine Rolle spielte. Ein Ruheftörer, der dabei mehrfach durch Messerstiche am Kopfe, jedoch nur unerheblich, verlegt worden, ging, als die Gendarmen einschritten, auf diese los, so daß er gefesselt werden mußte. Darauf warf er sich zur Erde und biß und schlug um sich. Mehrere Schlägereien wur den von den Beamten mit dem Säbel in der Hand geschlichtet. g. Zu dem in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag in der Reibelstraße erfolgten Ueberfall eines Nachtwächters erfahren wir noch, daß es gelungen ist, sechs der Thäter zu ermitteln. Dieselben sind in der Keibel- und Wadzeckstraße ansässig und hatten, nachdem der Nachtwächter sie wegen ruheftörenden Lärms zur Wache zu fistiren drohte, den Wächter durch fingirte Hilferufe nach der wenig frequentirten Stelle vor dem Ebell'schen Wollspeichergrundstück gelockt, woselbst fie über den Nachtwächter herfielen und ihn so übel zurichteten. Den an der Erde Liegenden bemerkte eine Frauensperson, welche deffen Nothpfeife nahm und durch das von ihr gegebene Signal die Mannschaften des nahen Feuerwehrdepots herbeirief. Ueber das Vermögen der F. Wöhlert'schen MaschinenBauanstalt und Eisengießerei, Aktiengesellschaft in Liquidation, ist gestern vom hiesigen Amtsgericht das Konkursverfahren eröffnet worden. Einen raffinirten Kassendiebstahl beging, wie das Berl. Tagebl." mittheilt, der Handlungslehrling Orlowig am Sonntag Abend bei seinem Prinzipal, dem Kaufmann Herrn Louis Salinger in der Dranienstraße. Legterer vermißte schon im Anfang der Woche die Schlüssel seines Geldschrankes und ließ in Folge deffen das Schloß ändern. Am legten Sonntag nun ertheilte die Frau Salinger nach Tische dem Lehrling D. die Erlaubniß, auszugehen; derselbe zog jedoch vor, zu Hause zu bleiben, indem er Kopfweh vorschüßte. Er begab sich um 8 Uhr Abends in sein Schlafzimmer, welches hinter dem Laden gelegen war. Nachdem der Laden von Allen verlassen war, schloß D. sich ein und öffnete den Schrank mit den von ihm vorsorglich bei Seite gebrachten Schlüffeln, was thm trop der der inzwischen bewirkten Veränderung des Schloffes gelang. Er eignete fich den Baarinhalt in 800 M. Banknoten und ca. 400 M. Gold und Silber bestehend, an, worauf er fich durch das Fenster seiner Schlafftube entfernte. Ein anderer Lehrling deffelben Geschäfts, der das Schlafzim mer mit D. theilte, vermißte ihn zwar, als er um 10 Uhr nach Hause tam, schöpfte jedoch keinerlei Verdacht. Der Dieb stahl wurde daher erst am nächsten Morgen entdeckt, als Herr Salinger eine Zahlung leisten wollte und zu diesem Zwecke den Geldschrank aufschloß. Der diebische Bursche ist erst 15 Jahre alt und ruffischer Unterthan. Am Tage vorher hatte er von der hiesigen Polizei eine Ausweisungsordre erhalten, in welcher ihm jedoch gestattet wurde, noch ein Jahr hier zu ver weilen. Der Patron hat es jedoch vorgezogen, von dieser Er laubniß feinen Gebrauch zu machen, fich vielmehr sofort zu entfernen und das Reisegeld seinem Prinzipal zu stehlen. Bis jezt fehlt jede Spur von dem Langfinger. g. Der alte Schwindel. Der 12 Jahre alte Knabe W. erhielt vorgestern gegen Abend von dem Bonbonfabrikanten M. in der Zionskirchstraße den Auftrag, in einem verdeckten Korbe 20 Pfd. Bonbons zu dem in der Ruppinerstraße wohnenden Kaufmann Sch. zu tragen. An der Ecke der Bernauerund Rügenerstraße gesellte sich zu dem Knaben ein Mann mit den Worten: Ich kenne Dich Paul, was macht Deine Mutter; ich bin der Hausdiener in der Bäckerei Ruppinerstraße 10." Dbwohl der Knabe den Mann nicht fannte, faßte er doch Bu trauen zu ihm, da der Fremde ihn mit seinem richtigen Vornamen anredete, und händigte ihm( den Korb ein, als der Fremde fagte, der Korb wäre für einen Knaben zu schwer. Der Unbekannte erkundigte sich nach dem Inhalt des Korbes und wie viel Geld der Knabe dafür bringen sollte. Vor dem Hause des Kaufmanns Sch. angelangt, nahm M. den Korb wieder an fich und lieferte die Bonbons ab. Als er auf die Straße zurückkehrte, ließ der Fremde fich den erhaltenen Betrag, 8 M. 20 Bf., geben, angeblich um nachzusehen, ob das Geld stimmte und bat darauf den Knaben, zu einem gewissen Brock, der an Lebensjahr herum bei den einzelnen Individuen eine Täuschung Frühstück geholt hatte, war das Kind, ein Knabe, in dem gehen. Brock schuldete, wie der Fremde angab, diesem 11 M. Hair Brod und 50 Bf. Trinkgeld; für den Gang werde er dem Knaben 10 Pf. geben. Letterer führte auch den Auftrag aus und ließ die 8 M. 20 Pf. im Befis des Fremden, der an der Demminer- und Swinemünderstraße die Rückkehr des Knaben erwarten wollte. Als der Knabe den Brod in dem ihm bezeich neten Hauſe nicht fand, ging er nach der verabredeten Stelle, aber sein Auftraggeber war mit dem Gelde verschwunden. Es wurde sofort auf dem zuständigen Polizeibüreau Anzeige von dem Vorfall erstattet und ein Kriminalbeamter machte fich mit dem Knaben auf die Suche, ohne daß es jedoch gelang, den Schwindler zu ermitteln. Derselbe ist etwa 25 Jahre alt, Don mittelgroßer Statur, hat blondes Haar und einen fleinen Schnurrbart. Er ging ziemlich gut gekleidet. x. Opfer der Arbeit. Gestern Morgen ist wieder ein Arbeiter seinem Berufe zum Opfer gefallen. Des Morgens zwischen 6 und 7 Uhr fiel von dem Hause, Grüner Weg Nr. 2, ein Dachdecker vom Dache auf das Pflaster. Er wurde bewußtlos in ein Krankenhaus befördert. Gerichts- Zeitung. R. Wegen Bergehens gegen das Sozialistengesetz stand heute der Schneidermeister P. vor der 91. Abtheilung des Schöffengerichts. Auf Grund des§ 16 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie, hatte bas Berliner Polizeipräsidium am 21. Mai 1881 das Einsam meln von Geldern zu sozialdemokratischen Wahlen verboten. Bei Herrn P. wurde nun gelegentlich einer Durchsuchung eine Sammellifte, auf welcher einige Beträge gezeichnet waren, ge funden und behauptet nun die Anklage, daß P. diese Beträge für sozialdemokratische Wahlzwede gesammelt habe. Herr P., welchem Herr Rechtsanwalt Freudenthal als Vertheidiger zur Seite steht, giebt zu, die beregte Liſte im Befige gehabt zu haben, bestreitet jedoch, daß er die auf derselben gezeichneten fünf Beträge eingesammelt habe; die Liste sei ihm zwar mit den barauf verzeichneten Namen, jedoch ohne den verzeichneten Be trag übergeben worden und deshalb glaube er nicht, daß er fich eines Bergehens schuldig gemacht habe. Der Vertheidi ger, Herr Rechtsanwalt Freudenthal, beantragt Freisprechung, weil die Polizei- Verfügung vom 21. Mai 1881 rechtsungiltig fei. Der Amtsanwalt beantragt Vertagung der Sache und Ladung des Kriminalbeamten, welcher die Liste bei dem P. ge funden, als Zeugen, um festzustellen, ob B. gesammelt habe. Der Gerichtshof beschließt die Sache zu vertagen und den be treffenden Beamten als Beugen vorzuladen. R. Unter der Anklage der versuchten ArrestantenBefreiung stand der Klempner Neumann vor der 91. Abtheilung des Schöffengerichts. Der Nachtwächter Röppe war im Begriff den Maurer Römer wegen Lärmens zur Wache zu fiftiren, als plöglich mehrere junge Leute, unter Führung des Angeklagten, den Wächter umringten und der Angeklagte dem Römer zurief: Geh doch nicht mit!" Da der Ärrestant fich aber ruhig weiterführen ließ, so faßte der Angeklagte ihn am Arme, um ihn von dem Wächter fortzuziehen. Doch der Arrestant wollte von seinem Befreier nichts wissen, entrüstet wandte er sich um und versette dem Neumann nicht nur einige wohlgezielte hiebe in die Augen, sondern er half auch noch dem Wächter den Neumann zur Wache bringen. Neumann mußte vor dem Schöffengericht den Sachverhalt einräumen, entschuldigte fich jedoch damit, daß er stark angetrunken ge wefen fei. Der Gerichtshof war der Anficht, daß der Fall nicht sehr schwer aufzufassen sei und verurtheilte den Angeklagten nur zu 2 Tagen Gefängniß. nicht, daß ich dazu verpflichtet bin; hier handelt es fich ledig lich um den 15. April und um nichts weiter. Bräs. Be denken Sie gefälligft, daß Sie auch dann einen Meineid leiften, wenn Sie wiffentlich etwas verschweigen.-Beuge: Nun, dann kann ich nur sagen, daß ich nie nach der Uhr gefehen habe.- Bräf.: Sie werden aber doch wiffen, ob Sie zur Nachtzeit mal in dem Lotale waren. Beuge: Es kommt ganz darauf an, was Sie unter Nachtzeit verstehen? ganz darauf an, was Sie unter Nachtzeit verstehen? Präs.: Was verstehen Sie denn darunter? Beuge: Bei mir be ginnt die Nachtzeit, wenn die Sonne untergegangen ist. In dieser Weise schleppt fich das Verhör des Zeugen weiter und derselbe erklärt schließlich, daß er irgend etwas Bestimmtes auf den Eid, deffen Ableistung ihm schon so sauer geworden sei, nicht nehmen könne. Der Gerichtshof erkannte darauf auf Freisprechung des Angeklagten. Eine Aeußerung zum Vertheidiger bildete die Unterlage für eine Antlage wegen öffentlicher Beleidi gung eines Beugen, welche gestern vor der dritten fombinirten Ferienftraflammer hiesigen Landgerichts I verhandelt wurde. Der jeßige Angeklagte, Schankwirth Friedrich Wilh. Kuhnert, fungirte in einer am 5. Mai cr. vor der 99. Abtheilung des biefigen Schöffengerichts verhandelten Brivatklage fache als Privattläger und Wiederangeklagter. Die von ihm benannten Beugen hatten befundet, daß fie zwar von den Dhrfeigen, die Privatkläger vom Angeklagten erhalten haben will, nichts gesehen haben, daß fie aber Schimpfworte des Ersteren gegen den Lepteren gehört hätten. Da nach einer polizeilichen Registratur der eine dieser Zeugen vor der Polizeibehörde angegeben, daß der Angeklagte den Privat läger geohrfeigt habe, trat Lesterer an feinen Vertreter Dr. Flatau mit der Bemerkung heran, daß hiernach der Zeuge einen Meineid geleistet habe. Während er fich nun von dem Rechtsanwalt abwandte, fügte er hinzu:„ Die Sache geht weiter, die Beugen haben einen Meineid geleistet!" Diese Aeußerung veranlaßte den als Beugen vernommenen Fuhrherrn Schwarzenecker gegen Kuhnert wegen Beugenbeleidigung einen Strafantrag zu stellen. Der Angeklagte stellte in Abrede, die legte Aeußerung gethan zu haben und machte geltend, daß ihm eventuell der Schuß des Paragraphen 193 des St.-G.-B. zur Seite stehe, da er nur in Wahrnehmung seines berechtigten Interesses seinen Vertheidiger instruirt habe. Der Staatsanwalt widersprach dieser Auffaffung und hob hervor, daß von einer Berechtigung der Aeußerung nur die Rede sein konnte, wenn das Urtheil bereits gefällt war und wenn er zu seinem Vertheidiger in so leisem Tone gesprochen hätte, daß es von den Umstehenden nicht gehört werden konnte. Er beantrage 1 Woche Gefängniß. Der Gerichtshof nahm Rücksicht auf die Aufregung des Angeklagten und verurtheilte denselben zu 50 Mark event. 5 Tagen Gefängniß. Er schloß dabei auf die Abficht des Angeklagten, die Beugen zu beleidigen, aus dem Umstande, daß er die inkriminirte Aeußerung mehr zu den Beugen gewandt gethan habe. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Der Fachverein der Schneider zu Dresden veröffentlicht folgende Beschlußfaffung betreffs Anschlusses an den Bentral Unterstüßungs- Verein. Der Fachverein der Schneider zu Dres ben beschließt von einem Anschluß an die zentralisirte Unterstüßungskaffe der Schneider und verwandten Berufsgenossen Deutschlands, welche ihren Sig in Hamburg hat, Abstand zu nehmen, weil 1) das sächsische Vereinsgefeß dieses hindert, und 2) eine solche Organisation nur dann möglich ist, wenn sie auch Der Unterſtügung der Behörden fich erfreut, welches bis jetzt nicht der Fall ist. Dagegen wurde beschlossen, daß der dortige Fachverein fich verpflichtet, solche Kollegen, welche Mitglieder eines Brudervereins in Deutschland find und hier zureisen, mit 50 Pf. zu unterstüßen. Die Kollegen von Deutschland wollen hiervon gefälligst Notiz nehmen und sich in das Ver W Sot Die Vernehmung eines atheistischen Zeugen bereitete heute dem hiesigen Schöffenrichter wieder ganz besondere Schwierigkeiten. In einer Schanktontraventionssache sollte der Tischlermeister August als Beuge vernommen und als solcher vereidigt werden. Präs.: Erheben Sie die rechte Hand.Beuge: Darf ich fragen, wozu? Präs.: Sie sollen hier vereidigt werden. Beuge: Wenn ich etwa hier den Namen Gottes anrufen soll, so muß ich erklären, daß ich an Gott nicht glaube. Präf.: Sie haben hier den Eid in der vorgeschrie- einslokal, Kleine Brüdergaffe 9, Selt's Gasthaus, wenden. benen Form abzulegen. Beuge: Ich erkläre nochmals, daß ich Atheist bin und man mir doch nicht zumuthen tann, etwas Bras.: Das haben nachzusprechen, woran ich nicht glaube. Bräs.: Das haben Sie mit Ihrem Gewiffen abzumachen. Ich meinerseits werde Sie event. durch Haftnahme zwingen, den vorgeschriebenen Eid, zu deffen Verweigerung fein geseglicher Grund vorliegt, zu leiften. Beuge: Dann will ich also der Gewalt weichen, proteftire aber gegen die Rechtmäßigkeit dieses Verfahrens und halte mich in meinem Innern durch das Nachsprechen der leeren Worte nicht für gebunden. Präs.: Ich fann Sie nur darauf hinweisen, daß auf eine falsche eidliche Aussage schwere Buchthausstrafe steht. Der Beuge sprach nunmehr unter wiederholten Beichen des Unbehagens den Eid nach, im Uebrigen ging aber seine Vernehmung sehr glatt. Präs.: Sind Sie am 15. April noch nach 11 Uhr im Schanklokale des Angeklagten gewesen. Beuge: Das kann ich absolut nicht wiffen. Bräf.: Sind Sie im Laufe des Sommers mehrfach nach 11 Uhr in diesem Schantlokal gewesen? Beuge: Darüber verweigere ich die Aussage.- Präs.: Wel chen Grund haben Sie dazu? Beuge: Weil ich nicht nöthig habe, hier mich zum Denunzianten gegen den Angeklagten her zugeben. Präs.: Ich verweise Sie darauf, daß Sie auf alle meine Fragen zu antworten haben. Beuge: Ich glaube In Folge des Beschlusses der Versammlung von Mitgliedern der Kranken-, Sterbe- und Unterstügungstaffe der Zigarrenarbeiter( Alte Kaffe) zu Berlin, den Maffen Austritt aus derselben, sowie Eintritt in die Allgemeine( Neue) Krankenkasse betreffend, nehmen folgende Vlitglieder der Kommission zu diesem Zweck Einzeichnungen entgegen: K. Butry, Wolgafterstr. 7, III.;. Herholz, Brunnenftraße 145, of part.; W. Klemmer, Swinemünderstr. 12, IV.; A. Block, Zionstirchstr. 40, I.;. Fortmann, Pappel- Allee 134, Hof part., und R. Strey, Rheinsbergerstr. 26. Bei der Einzeichnung sind für das auszufertigende Quittungsbuch und den vorläufigen ersten Wochenbeitrag 65 Pfennig fofort zu Theater. Donnerstag, den 28. August. Opernhaus: Preciofa. Schauspielhaus: Keine Vorstellung. Deutsches Theater: Gefchloffen. Neues Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Marquis von Rivoli. Wallner Theater: Hotel Blancmignon. Oftend- Theater: Ein Gottesurtheil. Walhalla Operetten Theater: Nanon. Der Buisenstädtisches Theater: 119. Opern- Vorstellung. Benefiz für Herrn J. Zimmermann. Gastspiel des Herrn Mon tada und des Herrn Paul Lange. Ezaar und Bimmer mann. Komische Oper in 3 Aften. Mufit von Albert Lorging. Bellealliance- Theater: Buchholzen's. Central- Theater: Jäger- Liebchen. Arbeitsmarkt. Frauen und Mädchen können Mäntelnähen lernen( unentgeltl.). Nachher dauernde Beschäftigung. 627 Harmsen, Langeftr. 22, of 1 Tr. r. Bezirks- Verein der arb. Bevölkerung des SW. Berlins. [ 648 Sonntag den 31. August Herren- Barthie nach Grünau. Abf. Görl. Bahn Mitt. 1 Uhr. Abmarsch 12 Uhr Bärwaldsbrücke. Arbeiter- Bezirksverein Glückauf. Am Sonntag den 31. August, früh 7 Uhr, vom Görliger Bahnhof Herrenparthie nach Grünau. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird ersucht. 653] Der Vorstand. 1 Schlafstelle zu vermiethen Urbanftr. 81 bei Mante.[ 652 entrichten. Aufruf an alle Klempner-( Spengler-, Flaschner-) Gehilfen Deutschlands. Seit September vorigen Jahres hat sich hier am Blaze ein Fachverein der Klenpner gebildet, welcher den Zwed hat, die geistigen und materiellen Intereffen feiner Mitglieder mit allen gefeßlich erlaubten Mittel zu heben und zu fördern. In der am 12. August d. J. stattgefundenen Mitglieder- Versammlung deffelben wurde eine Kommission von 5 Mitgliedern gewählt, welche die Aufforderungen zur Gründung von Klempner- Fachvereinen in allen Städten Deutsch lands verbreiten soll. Die schon bestehenden Fachvereine werVorräthig in der Expedition: Zimmerstraße 44. Soeben ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Der illustrirte Neue Welt- Kalender das Jahr 1885. Preis 50 Pf. Der Kalender enthält n. v. a.: Die kleinen Wohlthäter. Farbenbild mit Gedicht. Uebersicht der wirtschaftlichen und #taatlichen Verhältnisse des deutschen Reiche. Bon Freiwald Thüringer. Staatliche Verhältniffe der bedeutendsten händer der Erde. Gefeh und Recht. Erzählung von Rob. Schweichel. Weiterpropheten n. Witterungskunde. Bon Bruno Geiser. St. Elms, ener. Eine Seegeschichte. Der Deutschen nationaler Netrank. Bon Dr. Colonius. Eine Verlorene. Ein Sittenbilb aus unserer Zeit. Bon A. Zitus. Grbe und Mond in ihrer Entwicklung. Bon B. Köhler. Die Meisterstochter. Novelle von May Kegel. Unser Bauberfalon. Sumeriẞisches Feuilleton( mit vielen Juustrationen). Wandkalender. Stuttgart. 2. 8. W. Dick. Vorräthig in der Expedition: Zimmerstraße 44. | den ersucht, behufs Berathung der Zentralisationsfrage mit der gewählten Kommission in Verbindung zu treten. Aus diesem Grunde wenden wir uns an Euch, Kollegen, damit Ihr in dieser Angelegenheit energisch vorgehen sollt, und, wenn e irgend angeht, schleunigst einen Fachverein gründet. Wie Ihr, wißt, Stollegen, wohl alle mist, gehen die Meister ſehr stark vor, um fich durch Vereinigungen eine Macht in ihrem Nugen zu schaffen. Es wird also die höchste Zeit, daß wir uns rühren, Damit, wenn Unbilliges verlangt wird, wir durch Einigkeit und Stärke unser Intereffe hochhalten können. Es wird jedem denkenden Kollegen einleuchten, daß nur durch Einigleit etwas erreicht werden kann. Um die Intereffen der Mitglieder am besten wahren und vertreten zu können, ist es gewiß gerathen, wenn sich jede Branche für sich organifirt; es werden dann die Arbeiter doch indirekt ein großes Ganzes bilden. Indem wir alle auswärtigen Kollegen nochmals dringend mahnen und auffordern, fich mit Eifer an dem Werke der Zentralisation zu betheiligen, schließen wir mit follegialischem Gruß und Handschlag Die Kommission. Etwaige Anfragen und Briefe find an Herrn M. Dtto, Hamburg, Werstraße 36, zu richten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieses Aufrufs gebeten. Die zweite Versammlung der Mitglieder der Gentral Kranken- und Sterbekasse der deutschen Tapezierer und Berufsgenossen findet heute, Donnerstag, den 28. d. Mits Abends präzise 8% Uhr, in den Gratweil'schen Bierhallen, statt. Tagesordnung: Statutenberathung für den Delegirten Tag." Gäste, welche fich für das Thema intereffiren, find gern gesehen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Aud liegt für diejenigen Mitglieder, welche nicht in der alten Staffe bleiben wollen, behufs ftatutarischer Abmeldung an den Kaffen Rendanten eine Liste aus. und Vermischtes. Angenehme Verkehrs- Verhältnisse. Wahrhaft flaffif müffen die Boftverhältnisse in der ruffischen Kreisstadt Sobrin sein, von denen ein Korrespondent folgende Schilderung ent wirft, für deren Wahrhaftigkeit er eintritt. Sobald die Boft in Robrin anlangt, versammeln sich in dem Posttomtoir eine Menge von Personen, die das Auspacen der Beitungen mit Ungeduld erwarten. Kaum sind diese den Packeten entnommen, so stürzt fich dies ganze leselustige Publikum über dieselben in Gegenwart der Postbeamten her, entfernt die Banderolen stillen. beginnt seinen Wissensdurft zu Gefällt dem Einen oder dem Andern dieser oder jener Ar titel besonders gut, so faltet er das Blatt mit ftoischem Gleichmuth zusammen und läßt es in seine Tasche gleiten. Da ist natürlich nicht wunderbar, daß oft Beitung Nummern verloren Dies Uebrigens gehen. betrifft Schicksal nur die Zeitungstorrespondenz, soweit sie aufs flache Land gebt; den Abonnenten in der Stadt werden ihre Blätter fofort nach Ankunft der Post zugeschickt. Hat das lefegierige Publikum feine Neugierde erst befriedigt, so geben die Beitun gen und Journale, soweit sie nicht eslamotirt worden find, in die Hände der Poftbeamten über, die fie gewöhnlich nach Haufe nehmen, tan fie mit mehr Muße lesen zu tönnen, wobei e natürlich nicht selten vorkommt, daß den Abonnenten ihre Bei tungen in zerfnittertem, zerriffenem und beschmustem Buftande zugestellt werden, Erscheint zufällig einmal der Bote vo Lande gleich nach Ankunft der Bost, so händigt man ihm nicht die ganze Korrespondenz ein, sondern behält die legten Ru mern zurück, um sich des Vergnügens der Lektüre nicht berau ben zu müssen. Bum Schlug wirft der Korrespondent die Frage auf, ob es wohl in ganz Rußland einen einzigen of beamten geben möge, der fich eine Beitung hält. gar stirbt. Gemeinnütiges. in Erfte Hülfe bei Vergiftung. Es ist leider nichts Se tenes, daß jemand aus Unverstand oder Unaufmerksamkeit, vor allen Dingen aber mit Absicht eine giftige Subftans in fich aufnimmt und dadurch in große Lebensgefahr geräth oder Für den ersteren Fall giebt man der in Lebens gefahr gerathenen Person folgende Einflößung, hergestellt, dem man einen gehäuften Kaffeelöffel gewöhnlich Küchenfal mit halb so viel Senfmehl in einer Schale mit warmem aud talten Waffer rasch verrührt. Es erfolgt danach Erbrechen und der Mageninhalt wird herausgefördert. Gegen den etwa z rüdgebliebenen Rest des Giftes läßt man zuerst das Weife vom Ei, dann eine Taffe starken Kaffee nehmen, da diese Stoffe paralyfirend wirten auf die Gewalt der Gifte. Briefkaften der Redaktion. Neugieriger. Statistik Nach einer Ende 1882 aufgenommenen eine spätere fennen wir nicht befanden fich in den chinesischen Traftatshäfen 56 deutsche Firmen, 298 eng lische, 24 amerikanische, 12 französische, 17 russische; gegen 2402 Engländer zählte man, indeß nur 474 Deutsche. nicht ertheilen. Waldemarstraße 27. Briefliche Auskunft tönnen wir Die Buchdruckerei von MAX BADING Beuthstrasse 2 empfiehlt sich zur Anfertigung sämmtlicher Druckarbeiten, in geschmackvoller Ausführung zu soliden Preisen. Einladung zum Probe- Abonnement auf die " Demokratischen Blätter" Herausgegeben von Lenzmann und Dr. Phillipe Für den Monat September beträgt das Abonnement 70 Pfennige. Die„ Demokratischen Blätter" find durch alle Boftanfallen zu beziehen; fie sind eingetragen im 11. Nachtrag des Bo Wir ersuchen alle Freunde des neuen Unternehmens, fr Die Verbreitung der Demokratischen Blätter" in den Streifen Beitungs- Kataloges unter Nr. 1215a. unserer Gesinnungsgenossen bemüht zu ſein. Die Expedition der Demokratifchen Blätter" Berantwortlicher Medacteur R. Gronheim in beam. Drud und Berlag son mag Babing in Berlin SW, Beuthstraße 2.