Nr. 125. Freitag, 29. August 1884. I. Jabrg. Berliner Volksblaff. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Bellsblatt seint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Nummern 5 Pf. Bostabonnement pro Duartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nach trage der Postzeitungspreisliste unter Mr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für die 3 gefpaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bf. Arbeitsmarkt 10. Bei größeren Aufträgen hoher Nabatt nach Uebereinfunft. Inserate werden bis 4 ti Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoucens Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerftraße 44. Abonnements- Einladung. Für den Monat September eröffnen wir ein neues Abonnement auf das „ Berliner Volksblatt." Frei ins Haus fostet dasselbe 1 Mark, Bestellungen werden von sämmtlichen Zeitungsspediteuren, sowie in der Expedition, Zimmerstraße 44, angenommen. Für Außerhalb nehmen alle Bostanstalten Abonnements für den Monat September gegen Zahlung von 1 Mark entgegen. Den neuen Abonnenten wird der bisher erschienene Theil des fesselnden und interessanten Romans - ,, Das Kind des Proletariers" aus der Feder von U. Rosen soweit der Vorrath reicht gegen Vorzeigung der Abonnementsquittung in der Expebition Zimmerstraße 44 gratis verabfolgt. Deutsche und amerikanische Schutzölle. Bon freihändlerischer Seite hat man gegen die Schuß sollpolitik, die gerade seit Einführung der Zoll- und Wirthschaftsreform in Deutschland so tolossal zunehmende Auswanderung angeführt. Dagegen antwortet man nun von schutzöllnerischer Seite, die meisten Auswanderer gehen nach Nord- Amerika, wo das Schutzzollfystem in viel höherem Maße herrscht, als in Deutſchland. Die Schutzölle könnten also nicht an der Auswanderung Schuld fein. Und darin haben die Schutzöllner recht. Wenn fie aber weiter folgern, die Vereinigten Staaten find deshalb so reich, weil sie das Schutzzollsystem haben, und wenn Deutschland sein Schutzzollsystem erst richtig ausgebildet habe, dann wird es eben so reich sein, wie die Vernigten Staaten von Nordamerika, so haben die Schutzöllner unrecht. Die Wirkung der Zölle, wie überhaupt der Steuern, ist in den verschiedenen Ländern eine verschiedene. Ein Land fann bei einem Zoll- und Steuersystem zu Grunde gehen, während ein anderes Land bei demselben Zoll- und Steuerfyftem vortrefflich gedeiht. Dies erklärt sich daraus, daß es weit weniger auf die Art der Erhebung, als auf die Verwendung der Steuern ankommt. Wir find prinzipielle Gegner der indirekten Steuern, führte aber die deutsche Reichsregierung eine progressive Einkommensteuer, anerkanntermaßen die gerechteste aller Steuern, ein und schaffte alle übrigen Staats- und Gemeindesteuern ab, so würde Deutschland doch nicht gedeihen in Glück und Wohlstand, falls die Steuern wie bisher fast ausschließlich zu unproduttiven Zweden verwandt würden. Was Deutschland schädigt, sind nicht die Steuern selbst, sondern deren Verwendung. Gäbe das deutsche Reich anstatt 400 Millionen für Militär- und Marinezwecke 1000 Millionen für Zwecke der Volksbildung, der Volkswohlfahrt und für Hebung der Kultur aus, so würde es die Last spielend tragen und einen Aufschwung nehmen in jeder Hinsicht, von dem sich jetzt selbst der größte Optimist nichts träumen läßt. In Amerifa lenkt das Volk selbst seine Geschicke; es hat sich die hohen Finanzzölle aufgelegt, weil es seine Schulben los sein will. Es verwendet die Hölle und Steuern in feinem eigenen Interesse; dieselben kommen nicht einer fogenannten Interessengruppe, sondern der Allgemeinheit zu Gute. In Deutschland hat das Volf über die Verwendung der Reichssteuern wenig zu bestimmen. In Folge der Macht losigkeit des Reichstages ist bessen Steuerbewilligungsrecht ein Wort ohne praktische Bedeutung, besonders seit der Zeit, als der Reichstag selbst den Militäretat von sieben zu fieben Jahre im Voraus festgesezt hat. Die Herren Schußzöllner haben also durchaus keinen Grund aus den amerikanischen Steuerverhältnissen die Beden, erst schaffen, dann kann man auf das amerikanische Steuersystem mit einer gewissen Berechtigung hinweisen, dann auch würde das deutsche Volt mit Vergnügen amerikanische Zölle und Steuern bezahlen. Afterpatriotismus. Unter dieser Ueberschrift macht die Hamburger Bürger zeitung" folgende beachtenswerthe Betrachtungen: Es ist eine ganz auffallende Erscheinung, daß der Deutsche, seitdem er im Völfergewühl wieder zu einer politischen Machtftellung gelangt ist, ungemeine Empfindlichkeit an den Tag legt, auch viel schwächeren Völkern oder Staaten gegenüber. Was haben unsere Zeitungen ein Lamento davon gemacht, als bei dem Nationalfest zu Baris einige politische Gassenjungen eine deutsche Flagge herunter riffsen und einen deutschen etwas wunderlichen Doktor durchprügelten! Nachdem schon längst, und zwar freiwillig, die französische Regierung diesers halb um Entschuldigung gebeten hatte, stroßte ein Theil unserer Bresse noch immer von Schmähungen gegen Frant reich. Und jest wieder bei der Verhaftung zweier französischer Offiziere bei Koblenz! Dieselben sollten Festungspläne gezeich net haben im Auftrage des französischen Kriegsministers. Da gingen gleich die nationalen" Wogen hoch in der Preffe. Dies halb ängstliche, halb empfindliche, halb chauvinistische Geschrei flingt uns noch in den Ohren. Die französischen Offiziere aber wurden sofort wieder entlassen und entpuppten fich als harmlose Spaziergänger. Was dem französischen Minister wohl an einem Festungss plan von Koblenz gelegen sein wird? Außerdem haben in Roblenz 1870/71 eine größere Anzahl französischer Offiziere fich frei bewegen können, welche sicher die Aufnahme, wenn sie gewünscht sein sollte, ausgeführt haben. Die Festungen spielen diejenigen nicht, welche keine Armee, wie Mes und Paris, beherbergen können. Doch das nur nebenbei. Nachdem die Franzosen nunmehr in Ruhe gelassen und von der deutschen Presse nicht mehr wegen der angeführten Lappalien mit allen möglichen und unmöglichen Schmeichel namen belegt werden, wendet diese sich einem andern Objekt welchen Trumpf auszuspielen, wenn sie uns sagen, Deutsch zu. Da find plöslich die seefahrenden Engländer unsere Schutzöll- stätigung ihrer Theorien zu schöpfen. Sie glauben Wunder, land zahlt weniger Steuern als Amerika. Deutschland ist erstens gar nicht reich genug, um so hohe Bölle zu bezahlen, wie Amerika, und zweitens würde die Wirkung eine andere sein. fentlich Finanzaölle Die amerikanischen Zölle find gleich den deutschen we also Steuern. Sie sind meist erst Die Herren vergessen eben, daß die vereinigten Staaten von Nordamerika, bei weitem größere Steuerkraft besigen und daß dieser Reichthum zum großen Theile daher rührt, daß die Steuern lediglich im Interesse von Culturbestrebungen während des Bürgerkrieges und nach demselben auferlegt verwendet werden. worden, um die Staatsschuld tilgen zu können. amerikanische Industrie bedarf in ihren HauptDie Möge man in Deutschland ähnliche Zustände( wir meinen hier nicht die paar Auswüchse in der dortigen Todfeinde geworden. Wenn dies allein aus der Ländergier der Briten ges folgert würde, die unseren Kolonialbestrebungen feinen Raum gewähren wollen, so hätten die Anhänger deutscher überseeischer Kolonieen wohl Recht, unmuthig zu ſein; aber fte brauchen doch nicht sofort mit chauvinistischen Drohungen und Schimpf worten auf den Plan zu treten. In einem einzigen Leitartifel eines tonservativen Blattes, der sich gegen England wendet, finden wir folgende Ausdrücke: ,, englischer Unfug", heuchlerischer Vorwand", das Auftreten Englands gegen uns branchen feines Schußes gegen das Ausland mehr, sie ist| Gesellschaft, sondern die ganze Volks- und Staats ist gehässig und schäbig"," Anmaßung der Beefstealeffer", jekt schon so entwickelt, daß sie die ausländische Industrie entwidelung) wie sie in Amerika herrschen, die durch auf dem Weltmarkt erfolgreich bekämpfen kann." Nachbruc verboten.] 351 Feuilleton. Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. ( Forthegung) ben deutschen Voltscharakter natürlich vielfach gemildert würMittagsmahl erwartete die Leidtragenden und Alle schienen einen guten Appetit dazu mitgebracht zu haben, nur Rupert vermochte nicht einen Bissen zu essen. Er saß einsam und unbeachtet an dem unteren Ende der Tafel während die übrige Gesellschaft ihre gute Laune und ihre Heiterkeit vollständig wiedergefunden hatte. Nach Tische begaben sich die Versammelten in das große Empfangszimmer, wo die Vorlesung des Testaments vor sich Jedermann fannte deffen Inhalt bereits. Rupert wußte, daß für seine Zukunft gesorgt war, aber das vermochte ihm feinen Trost zu bieten. Liebe und Heirath zu ihr, aber es waren rauhe, mißtönende gehen sollte. Arme lleine Milly! Zum ersten Male sprach man von niemals berührt, aber das Leben ihrer Gönnerin zeigte eine ganz andere Auffaffung, als die von ihrem Vater entwidelte. Niemand zweifelte daran, daß Rupert der Erbe seiner Adoptiomutter fei. Sch habe vor einigen Jahren das Testament der ver torbenen Lady Bide aufgesett," sagte Dr. Mellodew zu Lord Bide. ,, Sie hat ihr Vermögen ihrem Adoptivsohn vermacht." ,, Das vermuthe ich," erwiderte Lord Bide. Die Sache ist von feiner Bedeutung, doch wirft dieses Vermächtniß ihres Dr. Mellodew zog einen großen Briefumschlag aus seiner Tasche. Ich habe hier die legtwilligen Verfügungen, das Testas ment der verstorbenen Lady Bide," begann er würdevoll, bas ich nach ihrem Diktat niedergeschrieben und seit jener Zeit in meinem Amtszimmer aufbewahrt habe. Die Beugen, die das mals anwesend waren, find hier zugegen". Er öffnete den Briefumschlag und faltete einen mächtigen Eigenthums an einen Fremden, außerhalb der Familie stehen- Bogen auseinander. Langsam erweiterten fich seine Augen. den, einen bösen Schein auf fte". Seine Lippen zuckten. Sein Geficht wurde leichenblaß und die Stimme versagte ihm. Statt des Testaments hielt er einen Brief in der Hand, einen Brief Lady Bides an Nupert. " ftimmte ihre Bücher Fräulein Barth, ihr Sevreporzellan ihrer ,, Sie ſegte einige Legate für ihre Dienerschaft aus, bes ältesten Tochter, und das Glasgeschirr ihrer Frau Gemahlin. Ihre Juwelen und Spigen sollen für Ruperts fünftige Gat tin aufbewahrt werden. Ich erinnere mich aller Einzelheiten ich nicht mehr bin 2c. 2c." ganz genau. Das Testament befindet sich in meinem Amtszimmer, ich werde es hierher bringen und es nach dem Leichenbegräbniß verlesen." Gut," ſagte Lord Bide kühl. Und wer find die Testamentsvollstreder, die Vormünder und so weiter?" Ich bin zum Testamentsvollstreder, Sie und Fräulein Barth find zu Bormündern ernannt, mit der Klaufel, daß Rupert im Barth'schen Hause leben soll." " Mein theure: Sohn? Du wirst diese Zeilen lesen, wenn Meine Herrschaften, bier ift ein Mißgriff geschehen, eine Berwechselung, stammelte Mellodew. Das ist nicht das das Testament. Ein anderes Papier ist irrthümlicherweise in diesen Briefumschlag gesteckt worden. Wo aber ist das Teftament geblieben? " Wenn fein Testament vorgefunden werden sollte," erKlärte Lord Bide, muß selbstverständlich angenommen wer den, daß meine Tante ohne legtwillige und rechtskräftige Vers fügung gestorben ist und das ganze Vermögen fällt der Familie zu. Um so beffer," antwortete Lord Bide grimmig. Das Leichenbegängniß fand endlich statt. Die Mitglieder der Familie Bide wurden feit undentlichen Zeiten in der Gruft einer Dorffirche beigefeßt, die auf Gunften Rupert's." dem Grund und Boden der Bides stand, aber einige Meilen Dom Schloffe entfernt war. 11 Aber Mylord, fie machte ganz bestimmt ein Testament zu So möge es vorgelegt werden," entgegnete Lord Bide steif. Das Schloß und die Papiere der Lady Bide müssen den," sagte Dr. Mellodem in Verzweiflung. Seite ihres Gatten, des ihr so lange im Tode vorausgegangenen forgfältigst untersucht werden. Das Schriftstück muß sich fingehalten, dann fehrte man nach dem Schloffe zurück. Ein das progige England", seine Politik macht den Eindruck der Verachtung". Nur einen Wiß macht das Blatt dann bei 21. Kapitel. Obgleich Frau Petigrem auf dem Fißroy'schen Gute wohnte, war der Mittelpunkt ihres Intereffes doch Bidehall. Für die ehemalige, an lange und mühselige Wande rungen gewöhnte Landstreicherin war die Entfernung zwischen den beiden Befizgungen nur eine Kleinigkeit und sie war bald ein häufiger Gast in Bide- Hall. Wie Tony dem Dr. Wrig ley versichert hatte, war das Genie seiner Frau wunderbar vielseitig. Während sie die schmuzigste und großmäuligste aller hauftrenden Korbhändlerinnen gewesen war, erschien ste in Bide sanber gewaschen und mit sorgfältig geordnetem Haar, in einem tadellos reinen Anzug und einer niedlichen weißen Haube. Sie war fräftig und geschickt und verstand sich in furzer Zeit durch ihren Diensteifer und ihre Anstelligkeit bei der Haushälterin, der Köchin und der Wäscherin in Bide- Hall beliebt zu machen, welche ihr die verschiedensten Beschäftigungen übertrugen. So geschah es, daß unmittelbar nach dem Eintreffen der Nachricht von der Ueberführung der Leiche Lady Bide's in ihre Heimath, Frau Petigrew in das Schloß berufen wurde, um zu helfen. Oben in den Zimmern der Herrschaft drückten die Familienmitglieder ihr Staunen und Verwunderung über das Abhan denkommen des Testaments aus und die seltsamsten Vermuthungen wurden ausgesprochen, aber niemand ahnte, daß unten im Dienstbotenzimmer diese Fremde vor Erwartung und Aufregung über denselben Gegenstand zitterte. Kein Auge war schärfer, lein Dhr aufmerksamer, als das Frau Petigrew's; fte schien allgegenwärtig zu sein und in allen Theilen des Hauses zu gleicher Zeit Arbeit zu finden. Während des ernsten Schweigens, das sich Aller bemächtigt hatte, nachdem Dr. Mellodem bemerkt, das Papier in seiner Hand sei nicht das Testament, reichte er Rupert den Brief. Die kleine Gesellschaft in dem Empfangssaal trennte sich und Rupert zog sich fast instinktiv auf seinen Plaz zurüd, der ein Lieblingsfit feiner Adoptiomutter war. Diefer Sig befand sich in einer Fenstervertiefung, die von dem Bibliothet zimmer durch schwere seidene Verhänge getrennt war. Hier warf fich Rupert auf ein Sopha und den Brief an seine Lippen drückend, las er ihn wieder und wieder. Er dachte an alles das, was er in diefer großmüthigen Frau verloren hatte, er erinnerte fich ihrer zärtlichen Liebe und Fürsorge für ihn und bereute bitter ihr durch seine findische Flucht Kummer feinen Ausführungen: wir werden schon dafür sorgen, daß der englischen Kapziege der Schwanz nicht so lang wachse; bei Angra Pequena werden wir ihn beschneiden." Dann wird Fürst Bismarck bedauert, daß die deutsche Kronprinzessin die ,, englische Politik" beschirme und daß er an den blondbärtigen, anglisirten Grafen Münster, unserm Botschafter in London, feine zuverlässige Hilfe habe. Wenn das so fortgeht, wird bald die blonde Haarfarbe in Deutschland für„ reichsfeindlich" gelten! Weil englische Fischer deutsche beraubt haben sollen, deshalb muß Helgoland erobert oder durch einen europäischen Kongreßbeschluß dem Reiche einverleibt werden. Wenn nun die Engländer solche deutsche Empfindlichkeiten, solches deutsche Geschimpfe und solchen deutschen Chauvinismus lesen, kann man ihnen dann verargen, wenn fie die Fäuste ballen und ein kräftiges God dam! ausstoßen? Aber, wie gesagt, der englischen Ländergier kann man wohl gram sein doch soll man sich dabei nicht in albernen Schmähungen gegen ein Nachbarvolk ergehen, und noch dazu gegen unsern nächsten Verwandten und natürlichsten Verbündeten. Wie lächerlich aber hat sich ein großer Theil der deutschen Presse hinsichtlich der fehlenden deutschen Flagge im Saale von Kopenhagen auf dem internationalen Aerztetage benommen! Daß nicht sofort die deutschen Doktoren und Profefforen das Lokal verlassen haben, wird ihnen sehr übel genommen und ein anderes deutsches konservatives Blatt erklärt sogar, daß bei der Entdeckung, daß die deutsche Flagge fehle, ein Däne gesagt habe: Den Deutschen tann tommt alles bieten!" Das aber davon", so fährt das konservative Blatt fort ,,, daß wir uns bei derartigen Gelegenheiten immer von Juden und Judengenossen vertreten Iassen müssen. Hätte Profeffor Virchow die Herren in Kopenhagen bedeutet, daß er abreisen würde, falls die deutsche Fahne nicht die ihr gebührende Stelle erhielte, so würde das Eindruck gemacht haben. So findet man ihn liebenswürdig, sagt ihm persönlich auch Schmeicheleien, über die geduldigen Deutschen aber lacht man." man tungen zur Wahl, die Aufstellung der Listen u. s. w. besorgen, ist daher berechtigt und nachahmenswerth. Die Wähler selbst mögen nunmehr auch mit der eigenen Vorbereitung nicht zurückbleiben. Bunächst wollen wir dem konservativen Blatte bemerken, daß es dahin wirken möge, daß wir uns nicht durch Virchows und Genossen" bei solchen Gelegenheiten immer vertreten laffen müssen, daß es dahin wirken möge, daß solche Leutchen der Wissenschaft aus konservativen Kreisen hervorgehen! Vorläufig kann man in diesen Kreisen mit der Laterne am hellen Tage umherlaufen, ohne auch nur einen Virchow zu finden. Ueber den ,, amtlichen" Kassabericht des famosen Allg. deutschen Handwerkerbundes, der nunmehr erst durch das zünft lerische Organ die Innung" in die Deffentlichkeit kommt, schreibt die Br. 3tg.":" Die Geschäftsusancen des deutschen Handwerkerbundes find andere, als die gewöhnlichen. Während man sich sonst an einer einmaligen Dechargirung einer Rechnung genügen läßt, nimmt der Handwerkerbund, nachdem er auf dem Frankfurter Delegirtentage in feierlicher Weise freilich nur mit 37 gegen 35 Stimmen freilich nur mit 37 gegen 35 Stimmen Decharge ertheilt hat, eine nochmalige Revision der Bücher und der Kasse seines Bentralvorstandes vor. Diese Superrevision ist am 5. August beendet worden. Natürlich wurde alles in bester Ordnung gefunden. Weniger erfreulich ist aber der gegenwärtige petuniäre Stand des großartigen Unternehmens. Der Bestand der Kaffe war trop der 40 000 zahlenden Mitglieder 13 Mart und 52 Pfennige! Auf dem Frankfurter Delegirtentage paradirte Herr Faßhauer noch mit einem Bestand von 665 M. 7 Pf. Diäten und Reisegeld für den Zentralvorstand nach Frankfurt, Drucksachen und einige diverse Ausgaben" haben nicht weniger als 722 M. 35 Pf. gekostet, das heißt die Hälfte der Ein nahme des legten Rechnungsjahres. Erfreulicherweise tamen bis zum 5. August noch 70. 80 Pf. ein, sonst hätte die Superrevision am 5. Auguſt ein Defizit von 56 M. 28 Pf. ergeben. Das ist ein Blick in die Geheimnisse des Allgemeinen deutschen Handwerkerbundes, der mit Hilfe des Herrn Faßbauer, der Konservativen und des Zentrums das deutsche Handwerk retten will." Wenn aber das rüde Korpswesen unter den Studenten fonservativerseits immer noch weiter und immer mehr gepflegt wird, als das Studium, dann wird es auch wohl nicht dahin tommen. Und was ist an der ganzen Flaggengeschichte Wahres gewesen? Die Dekoratöre hatten den ersten Tag die deutsche Flagge übersehen; dieselbe ist aber sofort den zweiten Tag, ohne daß ein Deutscher darauf aufmerksam gemacht hatte, zur Stelle geschafft worden. Wahrlich, wir lieben unser Vaterland so ernsthaft wie irgend Einer und wünschen ihm alles Glück und alle Ehre! Aber Deutschland ist doch wirklich so groß und mächtig, daß es nicht jede Chikane oder sogar jedes fleine Versehen zu beach ten nöthig hat. Im Bewußtsein seiner Kraft sollte es stolz über dergleichen hinwegsehen. Deshalb berührt uns immer so peinlich das fortwährende Gefläffe der Afterpatrioten, die sich jest mit ihrem tindischen Chauvinismus vielfach so breit machen. Von den Franzosen können wir in mancher Hinsicht noch viel lernen leider jedoch befleißigen fich zahlreiche Deutsche, nur eine der größten französischen Untugenden, den Cha uvinismus, in unser Land übertragen zu wollen. Der wahre Patriotismus aber ist von dieser Untugend weit entfernt: er kämpft dafür, daß das Vaterland in Freiheit wachse und gedeihe und in Frieden mit allen Nationen. Politische Uebersicht. 11 11 ordneten Starcevic einer Ueberschreitung seiner Machtbefug nisse beschuldigt wurde, so legte derselbe sein Amt nieder, worauf der Vizepräsident den Vorsig übernahm. Der Landtag billigte das Vorgehen des Präsidenten und nahm den Antrag auf Ausschließung des Abgeordneten Starcevic an Am 26. August wurde die holländische Aderbau ausstellung in Amsterdam in Gegenwart mehrerer Mi nister, Senatoren und Abgeordneten, des französischen und japanesischen Gesandten, der Mitglieder der ausländischen Rommissionen und verschiedener anderer Persönlichkeiten von Rang durch den Minister der öffentlichen Arbeiten eröffnet. Zur Kandidatur Rittinghausen's in Solingen geht der Volksztg." von unterrichteter Seite folgende Mittheilung zu: Auch die Volksztg." hat nach der Barmer Btg." die Notiz gebracht, daß die ,, Lokalleitung der sozialdemokratischen Partei" zu Solingen Herrn Rittinghausen einstimmig zum Kandidaten der Arbeiterpartei" des Wahlkreises proklamirt habe. Auffällig ist an dieser Mittheilung schon der Kandidat der Arbeiterpartei" das letzte Mal war Rittinghausen Randidat der sozialdemokratischen Partei. Die Sache verhält, fich so: Es giebt in Solingen zwei Lokalleitungen, eine, an deren Spige der bekannte Lederhändler Georg Schuhmacher sich befindet, welche völlig auf gleichem Boden mit der zentralen Barteileitung" steht, und eine andere, deren Führer Herr Kaufmann Rautenbach ist, der sich mehr mit freireligiösen, als sozialdemokratischen Fragen beschäftigt. Die eine Lokalleitung hat am 13. oder 14. d. M. einstimmig beschlossen, Herrn Rittinghausen nicht wieder aufzustellen, während die andete am 17. oder 18. d. M. den einstimmigen Beschluß gefaßt hat, Rittinghausen als Kandidaten zu proflamiren. Die zentrale Leitung" der Sozialdemokratie Deutschlands- d. b. die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags hält an ihrem Beschlußse fest, Rittinghausen nicht als Kandidaten der Bar Wie man in einer Reihe von Blättern liest, sollen die Reichstagswahlen nicht, wie man bisher erwartete, in der zweiten Hälfte des Oktobers, sondern schon am Anfang des genannten Monats stattfinden. Geht die Regierung wirklich mit diesem Plane um, so ist zu erwarten, daß der bisherige Reichstag in der nächsten Zeit aufgelöst wird. Im Jahre 1881 fanden die Wahlen am 27. Oftober statt und das neugewählte parlament trat am 17. November zusammen. Von welchem Termine ab man also auch den Beginn der dreijährigen Legis laturperiode batiren mag; vor dem 27. Oktober kann ohne Auflösung des Reichstages eine Neuwahl unter feinen Umständen stattfinden. Vorausgesezt, daß fie auf Anfang Oktober anberaumt werden soll, ist nicht viel Zeit zu versäumen, weil nach dem Gesetze die Wählerlisten vier Wochen lang zu Jedermanns Einsicht offen liegen müffen. Das Verfahren derjenigen Gemeindebehörden, welche jetzt schon die zulässigen Vorberei Um das Schulgeset tobt in Belgien der Kampf weiter. In der lesten Sigung der Kammer macht der Liberale" Bara die Enthüllung, daß das Schulgesetz auf Abmachungen zwischen den Bischöfen und dem jezigen Ministerium beruhe und ihm schon vor drei Monaten aus geweihtem Munde mitgetheilt worden sei. Diese Erklärung Bara's rief eine große Sensation hervor. Danach erhob sich ein heftiges Wortgefecht zwischen Bara und Frere Drban einerseits und dem Minister Woeste andererseits, in deffen Verlauf Letterer Frere Orban derart infultirte, daß die Linke fich veranlaßt sah, den Saal zu vers laffen. Die Rechte verlangte darauf Abstimmung, die aber von Jakobs verhindert wurde. Bürgermeister Buls hat die Abhaltung einer flerifalen Manifestation verboten; das Brüffeler Journal" fordert trogdem alle Katholiken zum Erscheinen auf. tei anzuerkennen. Der Name des Kandidaten der Partei für den Wahlkreis Solingenn fann noch nicht veröffentlicht werden; doch geschieht dies in der nächsten Zeit. Man kann sich übrigens auf eine energische Bekämpfung Rittinghausen's seitens der sozialdemokratischen Partei gefaßt machen. bereitet zu haben. Von Schmerz überwältigt begrub er seinen Kopf in das Sophatiffen und brach in heftiges Weinen aus. Eine Zeit lang vergaß er ganz, was um ihn her vorging, bis eine laute und eifrige Unterhaltung in seiner Nähe ihn aufschreckte. 11 Die Session der französischen Generalräthe iſt ſehr ruhig und fast ohne politische Bedeutung verlaufen. Eine Ausnahme macht nur der Generalrath des Herault, der den Wunsch ausgesprochen hat, es möchten alle wegen politischer Vergehen und Verbrechen Verurtheilte ohne Ausnahme begna digt werden. Der gleichlautende Beschluß des Pariser Ge meinderathes war seiner Zeit von der Regierung annullirt Die Naubfischerei der Holländer an den Rheinmündungen hat den Fischern am oberen und mittleren Laufe des Rheins bereits zu vielen Klagen Anlaß gegeben, dieselben sind jedoch stets wirkungslos verhallt, da die Niederlande trog aller Remonstrationen der übrigen Rheinuferstaaten fich auf das entschiedenste weigern, dem Ünwesen auf gefeßlichem oder admi nistrativem Wege ein Ende zu machen. Besonders schwer leiden unter diesem Verhalten der niederländischen Mynherrs die Lachsfischer am Oberrhein, und ihre lezten Jahresberichte über die Ergebnisse der Lachsfischerei werfen wiederum ein grelles Streiflicht auf die durch die niederländische Praxis geschaffenen geradezu unerhörten Zustände. Es wurden nämlich in der Rheinstrecke Basel- Schaffhausen in der Zeit vom 1. Januar Ich habe den Befehl ertheilt, daß Lady Bide's Schreibtisch und alle ihre Papiere und Briefschaften unter Ihrer Leitung und Aufsicht durchsucht werden," fagte Lord Bide mit feiner harten flaren Stimme.„ Es versteht sich von selbst, daß alle Bestimmungen des Testamentes zur Ausführung fommen, wenn es vorgefunden wird, obwohl ich dasselbe als die Ausgeburt eincs franken Geistes betrachte. Ich habe stets die Anwesenheit dieses Knaben auf das strengste misbilligt und seine Entfernung aus der Familie gewünscht. Auch wenn das Testament vorhanden gewesen wäre, hätte ich die Vormund fchaft über ihn abgelehnt und ihn aufgefordert, das Schloß sobald als möglich zu verlassen, in dem zu bleiben er feinen Anspruch befißt." worden. Cholerabericht aus Italien. Am 26. August find in Cologna( Provinz Como) 2, in Aquila 2 Erkrankungsfälle, in Bergamo 3 Erkrankungs- und 8 Todesfälle, in Campobano 10 Erkrankungs- und 7 Todesfälle, in Cosenza 1 Erkrankungs fall, in der Provinz Cuneo 30 Erkrankungs- und 10 Todes fälle, lettere in der Stadt Busca, vorgekommen. In Spezia find in der Zeit vom 24. d. M., Mitternacht, bis zum 26. d. M. Mittag 17, seit dem Auftreten der Epidemie 97 Berfonen an der Cholera gestorben. In Maffa e Carrara find 5 Erkran fungsfälle und 1 Todesfall, in der Stadt Neapel 3 Erfran fungs- und 2 Todesfälle, in der Provinz Parma 4 Erkran fungsfälle, darunter einer in der Stadt Parma felbft, und 3 Todesfälle, in der Provinz Pisa 6 Erkrankungsfälle, davon 2 in der Stadt Visa selbst, und 3 Todesfälle, in Porto Mau rizio 1 Erkrankungsfall und 2 Todesfälle und in Turin 10 Erkrankungs- und 7 Todesfälle vorgekommen. Spanische Erzbischöfe haben eine Agitation für die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes angefacht, die ihren Gipfel mit einem zwölfftündigen Gottesdienste in der Kirche S. Geronimos in Madrid erreichte. Dort hielt ein frommer Pater ein Kapuzinade, in welcher er gegen das ge einigte Italien als ein Wert des Satans donnerte. Schlie lich wurde eine Adresse an Leo XIII. unterzeichnet, welche mit den Worten des Erzbischofs von Santiago im Senat endigte: „ Komm nach Spanien, heiliger Vater, und sei sicher, ganz nach dem Belieben Deiner Heiligkeit nach Rom zurüdlehren fönnen, geleitet von Millionen Gläubiger dieser Dir geweihten Blumen bestreuen und mit Gottes Hilfe jedes Hindernis be seitigen werden, und bestände dasselbe auch aus Mauern von Bajonetten." Dieser Wahnsinn ist der spanischen Regierung, Nation und aller katholischen Völker, welchen Deinen Weg mit Der welche gute Beziehungen zu Italien wünscht, natürlich sehr Klerikalen noch nicht entbehren zu können, und so wird man unbequem; andererseits glaubt fie aber der Unterstügung die Bischöfe wohl weiter rafen lassen. Eine durch Plakate in Warschau veröffentlichte Belannts machung des Dber- Polizeimeisters fündigt die für Ende Auguft zu erwartende Ankunft des Zaren an und ertheilt gleichzeitig bis Anfang Mai d. J. höchstens 10 Stück Lachse gefangen, anläßlich derselben der Bevölkerung die Erlaubniß, die Häufer von Mai bis Ende Juli wenige hundert und vom 1. August bis jetzt noch garnichts, obwohl seit Anfang des Mai der allergünstigste Wasserstand gegeben ist. In Holland wurden dagegen in einer einzigen Woche, in der Zeit vom 28. Juli bis zum 4. August 12 236 Stück Rheinlachs gefangen, also pro Tag zu dekoriren und Abends zu illuminiren. Die Erlaubniß? G wird sich wohl um einen Befehl handeln! Bekanntlich ist in Rußland die Wiedereinführung der Prügelstrafe in den Mittelschulen vor einiger Zeit be schloffen worden; man will in dem Lande, wo ,, Väterchen" re circa 2000 Stück. Die Fischer jener Oberrheinsstrede circa giert, es wieder einmal mit der Knute probiren, ob fie nicht Imüssen also schon zufrieden sein, wenn sie vielleicht den Nihilismus austreibt. Da wo der Schleppfäbel ,, Aber Mylord, wenn das Tefiament nun nicht zum Vorschein kommt, dessen Inhalt ich Ihnen verbürgen, Ihnen be fchwören fann, werden Sie dann nicht etwas von dem Ver mögen Ihrer verstorbenen Tante für den Knaben heraus geben?" Nicht ein Pfund! Die anderen Legate, deren Sie fich erinnern, will ich zur Ausführung bringen. Für den Knaben nichts!" 120 an der Bahl im Jahre so viel fangen, wie Holland an einem Tage. Kann dem Raubinstem der Holländer nicht auf irgend welche Art gesteuert werden, so fällt für Deutschland selbstverständlich die Veranlassung fort, den Rhein mit Lachsbrut zu bevölkern, nur damit die holländische Lachsfischer hübsch gefüllte Nese haben. Ihr Einfluß, Mylord, könnte soviel für die Zukunft des begabten und liebenswürdigen jungen Menschen ihun. Aus Freundschaft für Ihre verstorbene Tante to g et ti fe D D fte E the De S mo Re ar un nid Ve tü der ge El tlei Die füb Ge Die Mi ift ehrt ist alle Zweige der Verwaltung sogar das Schulwesen beherrscht ist es kaum anders zu erwarten, als daß Prügeln als Präfer vativ- und als Heilmittel zur Anwendung gebracht wird: welche Wirkung dasselbe erzeugen muß bei einem Volke, das nicht mehr in dumpfer Lethargie verharren mag, darüber wird kein Einen seiner Hauptschreier wird der froatische Zweifel herrschen. Die Anordnung ist ein abermaliger Beleg der furchtbaren Verblendung der regierenden Kreife in Rußland Sie stellt übrigens auch einen Gradmesser der Cultur dar, die Landtag auf einige Zeit verlieren: er hat beschlossen, den Abgeordneten Starcevic von den Berathungen des Landtags für 6 Sigungen auszuschließen. Selbstver ständlich ging dieser Ausschließung ein furchtbarer Tumult in den oberen Regionen des Czarenreichs herrscht. fom zieh joge Der tige ma Mo Sper fte ein als itä bis 10,7 188 ( 4 Schn hat tägl late Ga fte i gefti wel gab In den indischen Organen werden die Bemühungen der voraus, der sich so steigerte, daß Gendarmerie requirirt englischen Regierung, die Qungersnoth zu lindern, scharf friti Da der Präfident von Anhängern des Abgeord- firt. So liest man: Die teuflischen Engländer fagen lachend wurde. Auf's tödtlichste getroffen, sprang Rupert mit glühenden Wangen und flammenden Augen, von seinem Sig empor. Er wollte Lord Bide's Gastfreundschaft auch nicht eine Stunde länger beanspruchen. Saftigen Schrittes eilte er auf sein Zimmer. Mit zitternden Händen pacte er die wenigen Stüde wieder ein, die er ausgepackt hatte, seit er vom Continent zurückgekehrt war, dann flingelte er nach einem Diener und befahl ihm, seine Koffer demjenigen zu übergeben, durch den er fie abholen lassen werde und ohne ein Wort des Abschieds oder der Erklärung schlug er den Weg nach London ein, in seiner Hand eine Reisetasche tragend, das Herz voll Kummer und Born. Am Thore des Schloffes angekommen, nachdem er zuvor noch dem Landbause im Park einen Besuch abgestattet hatte, das ihm durch die Erinnerung an Francesca theuer war, begegnete Rupert einem sehr sauberen, trauslöpfigen, in einem grauen Anzug gekleideten Knaben, der um Erlaubniß bat, die Reisetasche tragen zu dürfen. Das Bürschlein war fein anderer, als der junge Vetigrew, den Myra Barth mit einem Brief nach Bide- Hall geschickt hatte, der aber nichts böses darin erblickte, fich unterwegs aufzuhalten, um ein Baar Pfennige auf rechtschaffene Weise zu verdienen. Er begleitete Rupert eine ziemliche Strecke, bis sie einen Miethwagen fanden, der den jungen Baronet nach London fuhr. Groß war am Abend die Aufregung im Dienstbotenzim mer zu Bide- Hall. Ein babylonisches Stimmengewirr erhob fich um den langen Tisch, an welchem die Ereignisse des Tages erörtert wurden. Das Teftament der Lady Vide war verschwunden. Der so zahlreichen Familie, wie die seinige, und überdies haft e den jungen Herrn." ,, Dann würde es ihm wohl sehr leid thun, wenn Testament doch noch zum Vorschein täme?" Ei freilich," bestätigte die Köchin. bas ,, Und vielleicht würde er das Testament," fuhr Frau Betigrew fort, wenn er es zufällig in einem geheimen Fac Man merkt es gleich, oder sonst wo fände, in aller Stille verbrennen. Was!" brüllte der Kellermeister. 11 fränkte." ſchä Don 20. läßt 300 Frau Petigrew, daß Sie nicht zur Familie gehören. Bu den len ein Lord Bide werde heimlich ein Testament verbrennen! Der gnädige Herr ist ein Ehrenmann, Frau Betigrew, und wenn er das Testament fände, würde er es vorzeigen und es vollstrecken lassen, und wenn es ihn auch noch febr es ihm noch so wehe thäte, würde er nicht vom Geset ab ,, Gewiß, das würde er," versicherte die Wäscherin, und wenn Fehler haben, aber was wahr ist, das ist wahr, die Bide's find ,, Und es ist auch gefährlich Testamente zu verbrennen seufzte das Küchenmädchen wieder. Wenn er das thate, tönnte balt' Deinen Mund, dumme Person," schrie die Köchin Du weist viel, was Du redeft, ein Lord wegen Bigamie vor die Ehre und Rechtschaffenheit selber." er wegen Bigamie vor das Schwurgericht bas Schwurgericht!" kommen. Wegen Bigamie!" lachte der Kellermeister. italt Fra man Daue gun tour Stelle Inte lich Berl Die werb einig Sin Berl jedy Laue meh Kein Wort weiter, Doktor. Die Liebe meiner Tante Rechtsanwalt sagte, die Verstorbene hätte Alles ihrem Adoptiv geschehen wird, wie in den Romanen. Was denken Sie wohl für diesen Eindringling war der Fluch meines Lebens. Ich mag nichts von ihm wissen, nichts für ihn thun. Wenn das Testament gefunden wird, soll er erhalten, was es ihm bestimmt, nur nicht mich zum Vormund. Das lehne ich ein für alle Mal ab. Der Bursche ist hier ein Fremder, ein Eindringling und ich möchte ihn möglichst rasch fort haben. Folgen Sie mir jett, ich bitte, und ich werde Ihnen die Schlüssel meiner Tante übergeben und ihre Kammerfrau und mein Sekretär sollen Ihnen bei Ihren Forschungen behülflich fein. Ihre Bemühungen werden sich als nuslos erweisen, das fage ich Ihnen voraus. Meine Tante bat zweifellos ihre Thorheit eingesehen und das Testament verbrannt, als fie es gefunden." Die Herren verließen das Bibliothekzimmer. sohn Rupert vermacht, aber nun war Rupert fort und sollte garnichts erhalten. Aber wird Lord Bide nicht aus freien Stücken etwas für ihn thun?" fragte einer aus der Schaar. D, das wird ihm nicht einfallen," erwiderte ein hochaufgeschossener Kammerdiener. Lord Bide haßt ihn, weil er ein Findellind ist." " Aber er ist ein so hübscher, feiner junger Herr," fenfzte das Küchenmädchen, ich habe niemals einen so hübschen gesehen." Lord Bide mag wohl nicht, daß der junge Herr das Geld seiner Tante erbt?" warf Frau Petigrew dazwischen. Gewiß nicht," meinte die Köchin, dreißigtausend Pfund weniger für seine Kinder, das ist keine Kleinigkeit, bei einer tung No Diefe Aber das ist Alles wie in einem Roman," sagte Frau Betigrew, ganz wie die Geschichten in den Büchern und in den Zeitungen und ich bin neugierig, ob hier auch Alles f Frau Köchin, wenn Jemand zum Beispiel das Teftament ge funden hätte und würde es ihm bringen, was würde er damit es Dr. Mellodem übergeben, aber ich möchte darauf sch Anfangen?" wiederholte die Köchin verächtlich, er würde aus dem Schloffe jagte, zum Dank für den unwillkommenen daß er den Ueberbringer zeitlebens bitter haßte und ihn fofort „ Ja, ja, so würde es sein," nickte Lord Bide's Kammer ,, Und wie alt mag Rupert jest sein?" fragte Fund." Diener. Betigrew. ( Forthegung folgt.) amil Luft Fäll aufg fiche ift, 1 Bub Den Dorf Dorg itänt und ball Fra ug Det, tag rag Mi und hen von iter. Sara chen ihm heilt tion chen oefte erart Der Don Ab Teler auf. febr Eine den scher gna Ge ullirt b in Te, in baffo ungs Codes pezzia d. M. n an fran rfran cfran und 3 Don 2 Mau in 10 ir die efacht in ber elt ein as ge Schließ De mit digte: nz nach ren ju weihten Jeg mit nig be In von ierung ich febr ng der rd man Belannt Auguft ichzeitig Häufer if? G ihrung Beit be ben" re fie nicht eppfäbel berricht Präfer : welche as nicht ird kein Beleg tugland Dar, bie ngen der arf friti lachend bagt er enn das br. Frau en Fach es gleid Bu den brennen em, und gen und Loch febr and wenn Befet ab and viele Side's find brennen, ite, tönnte e Röchin Bamie vor agte Frau En und in Alles fo Sie wohl lament ge er damit er würd fchwören ibn fofort tommenen Ramme agte Fra daß die Bevölkerung von Madras dem Hungertode anheimfiel, weil fie unbekümmert um die Zukunft in der Tag hineinlebte. Wenn diejenigen fich beklagen, denen man Alles geraubt hat, dann nennen fie die teuflischen Engländer Rebellen. Um Arbeit zu bitten ist unverschämtheit. Sie beschuldigen Männer der Faulheit, wenn dieselben infolge unzureichender Nahrung vor Schwäche nicht arbeiten können." Dacca Prokash," eine bengalische Beitung, übertrifft vielleicht alle übrigen Blätter. Diese Beitung bemerkt in ihrer Nummer vom 27. Juli:„ Ausländer haben Indien in Befit genommen und saugen es aus. Die Bevölkerung Indiens fieht hilflos zu. Ihre besten Intereffen werden dem Wohle der Engländer geopfert. Die un fchuldigen Eingeborenen werden infultirt und getödtet. Bei jedem Schritt stößt das Volk einen Schrei um Hilfe aus, wenn die englische Peitsche oder der englische Fußtritt es trifft. Die Dämonen find herz und Seele damit beschäftigt, die indischen Weiber zu nothzüchtigen und umzubringen. Welch herzzer reißender Anblid! Es ist ein Gegenstand des Bedauerns, daß das Voll Indiens fich nicht rüstet, um das Joch der weißen Männer von sich zu werfen." Wirbelstück, sowie einzelne Fragmente von demselben Thier und Knochen und Bähne von mittelgroßen Dickhäutern und vom Hirsch. Noch zu bestimmen bleibt ein Backzahn mit einer Kaufläche von 6 Bentimeter Länge und 4,3 Bentimeter Breite, der vielleicht vom Nashorn herrührt. Alle diese Sachen lagen 12-14 Meter tief unter der Oberfläche, 2-4 Meter über dem Grundwasserstande, in einer Schicht groben Sandes und ganz zerstreut, so daß daraus mit Sicherheit hervorgeht, daß die Meeresfluth zur Zeit der Umwälzung der Erdoberfläche Meeresfluth zur Zeit der Umwälzung der Erdoberfläche nicht die ganzen Thiere hier angeschwemmt hat, sondern nur diese einzelnen Theile, welche vielleicht auch wieder von einer anderen Stelle aus dem Boden herausgewühlt waren. mit angesehen. Nach Angabe der Zeugin hat Borrmann zuerst angefaßt und ist dann von Wahl aufgefort worden, die Wohnung zu verlaffen. Doch kann die Beugin den Wortlaut der Aufforderung nicht mehr angeben. Präfident zu dem Angeklagten: Sie hören doch, daß die Beugin gesehen hat, daß Sie zuerst angefaßt haben, übri gens ist es faum glaublich, daß der Zeuge Wahl, der doch ein sehr schwacher Mensch ist, Sie zuerst angegriffen haben soll!?" Angeklagter Kommis Borrmann: Herr Präfident, ich bitte Sie, doch auch die Frau Wahl hereinkommen zu lassen, dieselbe ist so start, daß wir gegen dieselbe gewiß nichts ausrichten fönnen. Herr Wahl hat uns mit Hilfe seiner Frau so zuge richtet, daß ich am nächsten Tage noch blaue Augen hatte". Frau Wahl wird in den Saal gerufen; sie ist allerdings eine sehr starke, korpulente Frau, so daß ihr Herr Gemahl neben ihr faum in Betracht kommt. Vom Präsidenten befragt, bestätigt sie die Angaben ihres Ehemannes, jedoch kann auch diese Zeugin, den Wortlaut der an die Angeklagten gerichteten Aufforderung, die Wohnung zu verlaffen, nicht genau wiedergeben. Der Amtsanwalt hält die Handlungsweise der Angeklagten für besonders roh und hinterlistig, er beantragt deshalb gegen den älteren Borrmann 3 Monate und gegen den jüngeren, weil derselbe noch nicht 15 Jahre alt ist und fich nur des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht habe, 14 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof fommt jedoch nach längerer Berathung zu der Ueberzeugung, daß die Zeugenaussagen nicht klar genug feien, um das Schuldig gegen die Angeklagten aussprechen zu fönnen; es werden daher beide Angeklagte von Strafe und Kosten freigesprochen. N. Herr Karl Hagenbeck aus Hamburg hat, wie uns soeben von unterrichteter Seite geschrieben wird, um auch Minderbemittelten den Besuch seiner Singhalesen- Karawane zu ermöglichen, die Einrichtung getroffen, daß der Entree- Preis an jedem Sonntag Vormittag von 8 bis 12 Uhr auf nur 30 Pfg. für Erwachsene und 10 Pfg. für Kinder und Militär ohne Charge ermäßigt ist. Mit Ausnahme der Kirchzeit findet an diesen Sonntag- Vormittagen auch Großes Militär- Conzert statt. Am Nachmittag bleibt der Entreepreis wie gewöhnlich. g. Zu den bereits anberaumten sieben Terminen behufs Feststellung der Entschädigung für die Abtretung derfenigen Grundstücke und Grundstücktheile, deren Erwerbung jenigen Grundstücke und Grundstüdtheile, deren Erwerbung zur Beseitigung der Straße An der Königsmauer" und des Kleinen Judenhofs" unter gleichzeitiger Verbreiterung der Neuen Friedrichstraße zwischen Königs- und Klosterstraße einerseits und zur Durchlegung der Kaiser Wilhelmstraße nothwendig erscheint, hat der mit diesen Verhandlungen betraute Kommis sarius des Polizeipräsidiums, Regierungsrath Böhme, drei weitere Termine angeordnet und zwar auf den 25., 29. und 31. Dft. ds. Js. Im Aschantilande herrscht vollständige Anarchie, deren Früchte voraussichtlich die Engländer ernten werden. Die Pocken müthen in und um Camasste herum, und unter den Opfern der Seuche befand sich auch der König Quacom Duah. Er starb ganz plöglich. Bu Ehren seiner Beerdigung wurden drei undert seiner Unterthanen getödtet. Unmittelbar darauf wurde Caffi Calcalli, der König von Aschanti zur Beit des Krieges von 1873 war und später entthront wurde, tobt in seinem Bette vorgefunden. Er ist, wie allgemein ge glaubt wird, ermordet worden, obwohl ausgesprengt wurde, daß er nach dem Genusse einer tüchtigen Mahlzeit vom Schlage ge rührt worden sei. Der Thronfolger wind muthmaßlich Diensah sein, der bis vor wenigen Monaten König war, aber wegen feiner barbarischen Grausamkeiten abgesezt wurde. Infolge des Schreckens, welche die Muthmaßung eingeflöst hat, haben die Uschanti- Häuptlinge eine Deputation zu dem Gouverneur von Cape Coaſt Caſtle gefandt mit der Bitte, daß ihr and dem britischen Protektorat einverleibt werde. Die Mörder des Erkönigs find entdeckt worden, aber sie stehen unter dem Schuße einer mächtigen Partei. Das ganze Land teht in Waffen und ein großer Bürgerkrieg ist wahrscheinlich. England scheint demnach im Begriff, wieder ein großes Stück Westafrika fich einverleiben zu wollen, wie der schwarze Erdtheil" jest überhaupt ein gesuchter Bissen geworden ist. g. Preisermäßigung. Auf den Strecken der EisenbahnDirektionen Berlin, Breslau und Bromberg, sowie der Bres lau- Freiburger Eisenbahn wird für diejenigen Kartoffelernte maschinen, welche bei den am 11. September d, J. bei Bromberg stattfindenden Konkurrenzarbeiten solcher Maschinen betheiligt sein werden, eine bedeutende Transportvergünstigung in dem Falle gewährt, daß die betreffenden Maschinen unverkauft bleiben. Es erfolgt dies in der Art, daß für den Hintrans port die volle tarifmäßige Fracht berechnet wird, der Rücktransport auf derselben Route an den Absender aber frachtfrei erfolgt, wenn durch Vorlage des Originalfrachtbriefes für die Hintour, sowie durch eine Bescheinigung des Vorstandes des landwirthschaftlichen Zentralvereins für den Neßdistrikt zu Unter den Mormonen. Das Aarg. Zagbl." bringt aus der Feder eines St. Galler Korrespondenten Auszüge aus der Schrift eines Appenzellers, der mehrere Jahre unter den Mormonen gelebt hat. Man liest da u. A. Folgendes: Auf der Reise schon ging die Betrügerei an. In Liverpool wurde den arglofen„ Brüdern und Schwestern" unter falschem Vorwande und allerlei Vorspiegelungen das Geld abgenommen, aber nicht mehr zurückgegeben; die Behandlung war brutal, die Verpflegung unter aller Kritik schlecht. Je näher das Reiseziel auflauf in der Koblandstraße. Das Thier, das vor einem Bromberg nachgewiesen wird, daß die Maschinen an den Konfurrenzarbeiten betheiligt gewesen und unverkauft geblieben find, und wenn der Rückstransport innerhalb acht Tagen nach Schluß der Konkurrenzarbeiten erfolgt. N. Der Sturz eines Pferdes in eine Kanalisationsgrube verursachte heute Vormittag einen größeren MenschenStraße plöglich scheu geworden nnd stürzte so vor dem Hause Nr. 14 a in die frisch aufgeworfene Kanalisationsgrube. Der Wagen wäre zweifellos mithineingerissen worden, wenn nicht die dort beschäftigten Arbeiter hinzugesprungen wären und den felben zurückgehalten hätten. Nur unter vieler Mühe war es möglich, das wild um sich schlagende Thier mittelst Stricken R. Ein Krüppel und dennoch ein starker Mann ist der Zimmermann Peters; derselbe wurde unter der Anklage des Widerstandes gegen die Staatsgewalt und wegen Bettelns aus der Untersuchungshaft dem Schöffengericht vorgeführt. Der Angeklagte soll auf dem Döhnhofsplage gebetteit und nachdem er deshalb von einem Kriminalbeamten sistirt werden sollte, fich dem Beamten thätlich widersezt haben. Der Angeflagte bestreitet die Richtigkeit der Anklage. Eine Zeugin, Frau ., deponit, daß sie eine Verkaufsstelle auf dem Döhnhofsplay an den Markttagen inne habe; an dem fraglichen Tage sei der Peters, den fie als Krüppel fenne und dem sie öfters eine fleine Gabe zu Theil werden lasse, in der Nähe ihres Plates gewesen, fie habe ihn herangeminkt nnd ihm 5 Pf. geschenkt. Gebettelt habe derselbe nicht Peters ist dann die Buden entlang gegangen und von einem Kriminalbeamten angehalten worden, um wegen Bettelns zur Wache fiftirt zu werden. Diesem Beamten soll sich Peters thätlich widersetzt haben. Es find betreffs dieses Punktes der Anklage drei Schußleute als Zeugen vorgeladen, welche nacheinander bekunden, daß fie alle drei im Verein mit dem vierten Kollegen in Civil, nicht im Stande waren, den Lahmen nach der Wache zu bringen. Ganz besonders schwer sei dieses ihnen deshalb geworden, weil das Publikum für den Arrestanten Partei genommen habe; erst nachdem ein berittener Kollege vom Pferde gestiegen und ihnen zu Hilfe gekommen sei, wäre es gelungen den Lahmen zu bewältigen. Der Angeklagte bestreitet entschieden, daß er sich geweigert habe mit nach der Wache zu gehen; er habe nur die Beamten ersucht ihn loszulassen, weil er nicht so schnell fortkonnie. Präsident: Sie sollen aber die Beamten und namentlich den Beamten in Civil mit ihrem Stod geschlagen haben?" Angeklagter: Wie kann ich denn, wenn vier Mann mich halten, noch schlagen!?" Der Gerichtshof spricht den Angeklagten wegen Bettelns frei, verurtheilt ihn aber wegen des Widerstandes zu 6 Wochen Gefängniß, wovon jedoch 3 Wochen durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu betrachten find. der Leiter und Führer.„ Die Fahrt nach Ogden ist mir unver geßlich", heißt es diesfalls; Kummer, Reue, Verzweiflung, fleiner Kinder, die jämmerlich nach Brod schreien; dort Frauen, die den Missionären fluchen, fie in's Lafter und Elend ge führt und um ihr ganzes Lebensglück betrogen zu haben. Geradezu grauenerregend find die Mittheilungen, die er über herauszuziehen. Die dortigen ehelichen Einrichtungen macht. Alles, was die Miffionäre Schönes und Verlodendes aber Vielweiberei sagen, ift nichts anderes, als eine elende, erbärmliche Lüge. Sie ent ehrt das Weib, macht den Mann zum gemeinen Wüstling und ift eine Pflanztätte aller Untugenden und bösen Leidenschaften, sowie der schrecklichsten Lafter und Sünden. In sozialer Be ziehung laufen die angeblich kommunistischen Institutionen( die Nrr, 43 730, 42 500, 4299, von jeder Nummer 9 Stück, zahljogenannte Gütergemeinschaft) lediglich auf die Ausbeutung der Armen und Ünvermöglichen durch die Reichen und Mäch a. Ein großer Einbruchsdiebstahl ist in der Nacht vom 26. zum 27. b. Mts. in dem Geschäftslokal des Kaufmannes L. in der Prinzenstraße verübt worden. Aus dem im Parterregeschoß belegenen Geschäftslokal find 130 Stück goldener und filberner Taschenuhren, Trau- und Siegelringe, Retten bar am 1. April und 1. Oktober, im Gesammtwerthe von über 3000 Mart entwendet worben. Unter den Uhren befindet sich tigen hinaus; als wahre Blutsauger thun sich namentlich auch eine, welche die Nr. 7644 hat. Auch österreichische und russische, manche Bischöfe hervor. Bemerkenswerth ist auch, daß die Mormonen ihre Thiere mit unverantwortlicher Grausamkeit und Herzlofigkeit behandeln. Ich darf sagen, heißt es wörtlich, fanden sich in einem im Geschäftsladen stehenden verschlossenen fie hier vorkommt, nirgends angetroffen zu haben." eine so barbarische Mißhandlung von Pferden und Vich, wie Zokales. Der Gasverbrauch in Berlin nimmt jest wieder schneller als noch vor einigen Jahren zu. Nach dem Bericht der ftädtischen Gasverwaltung wurden in dem Vierteljahr 1. April bis 30. Juni d. J. in den vier städtischen Gasanstalten 10,785,000 Rubikmeter Gas produzirt, in demselben Zeitraum 1883 aber nur 10,364,000 Rubikmeter, also 421,000 Rubikmeter ( 4 pбt.) mehr. Dabei hat dies Duartal jedes Jahr einen sehr Schwachen Gastonium. Die Zahl der öffentlichen Gasflammen gefticgen. sowie andere verschiedene filberne antique Münzen befinden sich unter den gestohlenen Gegenständen. Sämmtliche Sachen beSekretär, in desjen oberer unverschlossener Schublade aber die zum Sekretär gehörigen Schlüffel lagen. In welcher Weise fich die Thäter Eingang in das Lokal verschafft haben, hat sich bis jetzt nicht feststellen lassen, da irgend welche Spuren von Gewalt nicht bemerkbar waren. g. Krante Personen, welche einen Arzt fonfultiren. wollen, müssen sehr häufig mühsam die Treppen zu der Wohnung desselben emporſteigen, und bringen erst dort in Er fahrung, daß der Herr Doktor sich im Bade befindet". Man fann sich die Entäuschung und den Unmuth jener leidenden Perfonen vorstellen, wenn fie unverrichteter Sache umkehren müssen. Dieser Uebelstand läßt sich dadurch leicht abhelfen, wenn eine bezügliche furze Mittheilung in dem Flur des bea. Ausgefeßtes Kind. In dem Hausflur des Hauses hat sich in demselben Vierteljahr um 57 vermehrt, so daß jest treffenden Hauses angebracht werden würde. laternen find 959 vorhanden. Die Zahl der aus den städtischen Besselstraße 9 wurde am 17. d. Mts., Nachmittags 4%, Uhr, fte ist im Vierteljahr April- Juni um nicht weniger als 3204 Gasanstalten versorgten Privatflammen beläuft sich auf 664,576; von einem Anaben ein neugeborenes lebendes Kind weiblichen Geschlechts( ein sogen. 7- Monatskind) ohne jede Umhüllung Die Wichtigkeit der kombinirten Rundreisebillets, Charitee gebracht. Die Mutter, welche wahrscheinlich am Fundgabe gelangen, wird namentlich seitens der Touristen und Ge schäftsreisenden mehr und mehr erkannt, so daß bereits allein 20. Mai bis jetzt 5000 folcher Billets verausgabt find. Es Don der Ausgabestelle Berlin, Friedrichstraße, in der Zeit vom läßt fich faft schließlich jede Reise nach einer mindestens 300 m. von hier entfernten Stadt zu einer Rundtour umge Frankfurt a. M., Elberfeld, Chemnig u. f. w., überallhin tann ort niedergekommen war und unter Burüdlaffung des Kindes fich entfernt hat, ist bis jest nicht ermittelt. Gerichts- Zeitung. Die im Laufe des vorigen Winters begangenen Unterschleife in der Armenküche Mustauerstraße 14 beschäf= tigten heute die 88. Abtheilung des Schöffengerichts. Als Kochfrau in dieser Anstalt war vom 15. November v. J. bis zum 5. März d. J. die Wittwe Johanna Grasop gegen täg liche Diäten von 75 Pfg. und drei Sveiseportionen für fich und ihre Kinder beschäftigt. Anfangs März cr. ging bei dem Vizewirth des Hauses Muslauerstraße 14 ein anonymes Schrei ben ein, in welchem demselben mitgetheilt wurde, daß die Grasop von den Berealien der Armenküche große Quantitäten täglich mit fortschleppe und in ihrer Wohnung ansammle. Schreiben Dieses wurde Der Kriminal polizei zugestellt, vorher aber der Grafop davon Mittheilung gemacht und dieselbe auf den in Aussicht stehenden Besuch der Kriminalpolizei vorbereitet. In der That hatte die Grafop fast jeden Tag Hülsenfrüchte, Mehl und Fleisch mit nach Hause genommen und aufgestapelt. Um nun die defraudirten Gegenstände aus ihrer Behausung zu schaffen, damit bei der Durch suchung nichts gefunden wurde, brachte sie einen Sad Mebl zu der eine Treppe höher wohnenden Frau Gebhardt, welche fich auch überreden ließ, den Sad bis zum folgenden Tage bei fich zu behalten und einen Korb mit Hülsenfrüchten zu ihrer Schwester Frau Borrmann, welche indeß dessen Annahme ablehnte, den Korb aber in den Keller schaffte. als ihre Schwester ihn gegen ihren Willen vor der Thür hatte stehen lassen. Betreffs einiger anderer Waaren, die sie in einem fleinen Reiseforb verpackt hatte, ersuchte sie die ihr bekannte unverehelichte Ludwig, denselben zu fich zu nehmen. Dieselbe lehnte dies zwar ab, übernahm es jedoch, ihr am andern Mor gen zwei Arbeiter zuzusenden, damit diese den Korb an eine Inzwischen war ihnen aufgegebene Adresse beförderten. die Geschichte ruchbar geworden, und die Kriminalpolizei beschlagnahmte am 5. März cr. die sämmtlichen Cerealien. ein Die Grasop legte sofort umfassendes Geständniß ab und gab auch noch an, daß sie zu drei ver schiedenen Malen dem Vorkofthändler Lausch Hülsenfrüchte vertauft und dafür je ein Brod erhalten habe. Auf Grund dieses Materials find die hier genannten Personen sämmtlich unter Anklage gestellt worden, und zwar die Grafop wegen wiederholten Diebstahls, Lausch wegen Hehlerei, Frau Gebhardt. deren Gatte, Fil. Ludwig und Frau Borrmann wegen Begünstigung der That der Angeklagten. 1. Die Hauptangeklagte gab an, daß, da ihr und ihren Kindern das Effen aus der Armen füche nicht dienlich war fic nichts Unrechtes zu thun wenn fie geglaubt habe, die rohe Frucht mit nach Hause nahm, um so cher, als sehr häufig die fertig her gestellten Speisen nicht abgeholt wurden und verdarben. Die übrigen Angeklagten betheuerten ihre Unschuld, da fie bei ihren Handlungen fich keines Unrechts bewußt waren. Der Staatsan walt beantragt gegen die Grafop 6 Wochen Gefängniß, gegen die Gebhard und Ludwig je 10 M., gegen die übrigen Angeflagten Freisprechung; der Gerichtshof verurtheilte aber nur die erste Angeklagte, und zwar mit Berücksichtigung auf die Noth, in der fte sich befunden hat, zu 14 Tagen Gefängniß und sprach sämmtliche übrigen Angeklagten mangels des straf würdigen Bewußtseins frei. R. Unter der Anklage des gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs, sowie vorfäßlicher Rörperverlegung, nehmen Der Kommis Borrmann und der Handlungslehrling Borrmann auf der Anklagebant vor dem Schöffengericht Plaz. Der man diese kombinirten Billets benußen, die eine Gültigkeits- Schneidermeister Wahl war von dem Lehrling Borrmann Dauer von 35 Tagen und doch etwa 30 pCt. Fahrpreisermäßi- beauftragt worden, für ihn einen Anzug anzufertigen. Wahl gung gewähren. Rath und Auskunft über derartige Rund. fertigte den Anzug an, weigerte fich aber denselben herauszu fouren, auf die wir das reisende Publikum in seinem eigenen Intereffe aufmerksam machen, erhält man jederzeit unentgelt lich im Auskunftsbüreau am Alexanderplay, an der Ausgabestelle auf dem Bahnhof Friedrichstraße und im Büreau des Berliner Verkehrs- Vereines, Unter den Linden 48, woselbst äußert. werden. s die Rundreisetouren vollständig kostenfrei zusammengestellt zuhändigen, jedoch unter der Bedingung, daß ihm sofort Be Die Unsicherheit auf den Straßen betreffend. Vor einigen Tagen brachten mehrere hiesige Tagesblätter unter Hinweisung auf die zunehmende Unsicherheit in den Straßen geben, bis er ſein Geld auf Heller und Pfennig erhalten habe. Am 6. Juni erschien nun der Lehrling Borrmann mit seinem älteren Bruder in der Wohnung des Wahl und verlangte den wie er sich vor dem Gerichtshof Anzug. Wahl will nun äußert bereit gewesen sein, den Brüdern den Anzug aus zahlung werde. Die Gebrüder Borrmann hätten darauf mit ibm Standal angefangen und er habe sie in Folge deffen auf gefordert, seine Wohnung zu verlassen. Dieser Aufforderung feien die Angeklagten nicht nur nicht nachgekommen, sondern fie hätten fich, und namentlich der ältere Angeklagte, über ihn daß er nur durch die Hilfe seiner Frau im Stande gewesen fedyftraße 5 wohnhaft, sei beim Nachhausegehen in der Brenz hergemacht, ihn zu Boden gedrückt und so gemißhandelt, lauer Allee ohne alle Veranlassung von einem Strolch durch mehrere Mefferstiche schwer verlegt und eine in deffen Beglei fei, fich den Mißhandlungen zu entziehen. Der Präsident ver Die tung befindliche Dame thätlich mishandelt worden. Nordd. Allg. 3tg." ist zu der Mittheilung ermächtigt, daß diese Beitungsnachricht nach der von dem angeblich Verletzten amtlich zu Protokoll abgegebenen Erklärung völlig aus der Luft gegriffen ist. Zu den in legter Zeit vorgekommenen Fällen, daß das Berliner Publikum durch übertriebene und Den ift. liest ein zu den Aften eingereichtes ärztliches Attest, welches die verschiedenen Kontufionen, welche Wahl nach diesem Renkontre aufzuweisen hatte, feststellt. Der ältere Angeklagte vertheidigt sich und seinen Bruder in äußerst geschickter Weise: er sei mit seinem Bruder zu dem Wahl hingegangen und habe das Geld in der Hand gehabt um den Anzug zu bezahlen; aufgebauschte Sensationsnachrichten über die angebliche Un- doch habe er sich vorher überführen wollen, ob der Anzug auch ift, bat fich jetzt also der weitere Fall hinzugefellt, daß dem Bublifum eine direkt erfundene Mefferaffäre erzählt wor Diluviale Thierreste. In den Sandgruben von Rig paffend angefertigt sei und deshalb den Wahl gebeten, feinem Bruder den Anzug doch einmal anziehen zu lassen. Wahl habe dieses verweigert, hierauf habe ein Wort das andere gegeben und schließlich sei er von dem Wahl an der Kehle ge packt worden mit der Aufforderung, seine Wohnung zu ver dorf ist wieder ein bedeutender und an diluvialen Thierresten laffen. Dieser Aufforderung würde er sofort folge geleistet Dorgetommen und, der Voff. Btg." zufolge, dem Märkischen haben, wenn er nicht durch das Festhalten daran gehindert Museum zugeführt worden. Darunter befindet sich ein voll Ständiger Stoßzahn vom Mammuth, der 1,60 Meter lang ist und demselben bei dieser Gelegenheit einige Faustschläge ver= und 8-10 Bentimeter im Durchmesser hat und fast zu einem balbkreise gebogen ist; ferner ein Schenkelfnochen und ein worden wäre. Er habe sich nun natürlich gegen Wahl gewehrt fett. Es wird nun die Beugin Frau Lipski vernommen; Dieselbe ist Nachbarin des Herrn Wahl und hat den Vorgang Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. August Hörig, Cigarrenarbeiter in Hamburg, ist am 25. d. M. gestorben. Derselbe war aus Leipzig gebürtig und in der Arbeiterbewegung wohl bekannt. In Berlin war er eine Zeit lang Mitglied des Vorstandes des Berliner Arbeitervereins, der nach Schulze- Delis'schen Prinzipien geleitet wurde. Später trat er dem Allg. deutschen Arbeiterverein bei, deffen langjähriger Bevollmächtigter er in Hamburg war. Dort wurde er besonders populär durch die Leitung der Agitation bei Gelegenheit des Wagenarbeiterstreiks in der Lauenburger Fabrik im Jahre 1869 und des großen Maurerfireits 1870. Während der letzten Zeit hatte sich der bereits alternde Mann von der öffentlichen Agitation zurückgezogen und betrieb einen fleinen Cigarrenhandel, der ihn nur fümmerlich ernährte. Man Spricht sogar davon, daß Nahrungssorgen ihm unzweifelhaft das Leben verkürzt haben. Hörig hinterläßt eine zahlreiche Familie. Die ,, Deutschfreifinnigen" im 4. Wahlkreise. Wir erhalten folgende Buschrift: Gestatten Sie, Herr Redakteur, daß ich Ihnen über eine Versammlung des fortschrittlichen Bürgervereins NO berichte, in welcher Herr Prediger Neßler, eine bekannte Säule des Fortschrittsthums, eine Rede zum Besten gab, welche mehr als nach einer Richtung hin verdient, weiteste Verbreitung zu finden. Ich glaube, daß Kommentare beinahe überflüssig sein dürften, da die ,, freifinnige" Rede wohl genug für fich spricht. Der verehrte Herr mit dem Brusttor edelfter Ueberzeugung kam zu Anfang seiner Rede auf das Sedanfest zu sprechen, und der Herr Fortschrittler" Neßler nahm fogar die ganz besondere Ehre für sich in Anspruch, der einzige Mann im Elsaß gewesen zu sein, dem die Annexion seitens Deutschlands Freude gemacht habe. Auf die Verhandlungen im Reichstage übergehend, machte Herr Neßler die Aeußerung, daß die Deutschfreifinnigen auch weiterhin Alles bewilligen würden, was zur Vertheidigung des Vaterlandes nöthig sei. Der Kriegsminister brauche nur zu fordern; er müsse jedoch mit sich ,, handeln" lassen; die Vorlagen müßten geprüft" werden, aber im Ganzen genommen würden die Forderungen doch bewilligt werden müssen. Redner berief fich noch ausdrücklich auf seinen Freund Rickert und deffen Rede um Bewilligung der 18 Millionen bei der Torpedodebatte im Reichstage. Des Weiteren bekannte sich, man höre und staune der Redner nicht als abgesagter" Feind des Systems indirekter Steuern und Bölle; nur den Getreidezoll will er nicht erhöht wissen! Dabei habe er ein Herz( gewiß ein sehr weites) für das Volt und balte den Grundsatz hoch: Ein Jeder sei seines Glückes Schmied", denn darauf beruhe das ganze Weltgetriebe. Ferner erklärte Referent sich gegen die Verstaatlichung der Krankenkassen und der Unfallversicherung u. f. w. Grund: Der Arbeiterverlerne die Initiative zu ergreifen.(!) Der sozialen Noth dürfe man nur auf privatem Wege entgegentreten! Zum Schluß Donnerte er gegen den Sozialismus, der die Menschen nur ,, unglüdlich" machen wolle. Ich habe hiermit eine ,, Blumenlefe" aus der Rede des Herrn Neßler gegeben und kann ich mich nicht enthalten zu bemerken, daß sich die Herren Jakobi und Walded gewiß im Grabe umdrehen würden, wenn sie einen freifinnigen" Mann in solcher Weise reden hören könnten. Es ift nur gut, daß fie es eben nicht können! Bur Diskussion meldete sich nur der bekannte fortschrittliche Vertrauensmann Mar Echulz und verdienen auch dessen Ausführungen beson dere Aufmerksamkeit. Herr Schulz spricht gegen die Bessimisten ( Schwarzseher) im eigenen Lager; der Pessimismus sei ein schlimmerer Feind, als die ganze Reaktion und aller Sozialismus zusammen genommen! Der Sprecher als zeigte sich dann echtes indem er das ,, Berliner Volksblatt" eine Annonce hatte einfegen laffen, in welcher er fich als Meister empfiehlt, so erblickt man hierin einen Grund, den Herrn Dennier auszuschließen, obgleich er Mitglied der Kaffe ist. Andere Kollegen, die ebenfalls theilweise, wie genannter Herr selbstständig arbeiten, hätte man doch zugelassen, er verlange das gleiche Recht für Alle. Dies forderte denn auch die Versammlung sehr energisch. Da jedoch die Herren von der Innung in dieser Beziehung durchaus teine Zugeständnisse machen wollten, wurde das Verlangen hiernach ein so stürmisches, daß der überwachende PolizeiBeamte die Versammlung auflöſte. | lonisationsbestrebungen in fremden Welttheilen hervor und em pfahl statt deffen Sebung der Konsumtionsfähigkeit der arbei tenden Klaffen und Kolonisation im Innern. = h. In der diesmonatlichen Generalversammlung der Allgemeinen Stuhlarbeiter Vereinigung, welcher Herr Bid präfidirte, wurden am 25. d. M. bei Hildebrandt, Weber straße 17, Ergänzungswahlen des Vorstandes vollzogen und die Herren Bruno Scholz zum zweiten Vorsitzenden, Wagner jun. zum Schriftführer, Breitenstein zum Rendanten, Strüger, Unger, Wagner sen. und Werner zu Beifißern, Magnon und Meyen zu Revisoren gewählt. Auf Antrag des Herrn Hauff wurde die Abhaltung von Wanderversammlungen beschloffen Laut Mittheilung des Vorfizenden zählt der erst fürzlich in Nowawes entstandene Verein der Stuhlarbeiter( Meister und Gesellen) bereits 200 Mitglieder und macht überhaupt die Organisation der Weber in der ganzen Mark Brandenburg sehr erfreuliche Fortschritte. Der Arbeiter Bezirksverein der Rosenthaler Vorstadt arrangirt am Sonntag, 31. August, eine Herrenparthie nach Köpenid, Grünau 2c. Abfahrt vom Stadtbahnhof Alexander play, morgens 834 Uhr. Bahlreiche Betheiligung erwünscht Arbeiter- Bezirksverein Glückauf. Am Sonntag, 31. August, früh 7 Uhr, vom Görliger Bahnhof Herrenparthie nach Grünau. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird ersucht. V Im Königstädtischen Kasino( bolzmarkt- und Alexande straße Ede) findet Sonnabend, den 30. Auguft, Abends 8 Uhr, eine außerordentliche General- Versammlung für Mitglieder de Schloffergesellen- Kranken- und Sterbe- Kaffe, statt. T.- D.: 1. Die Umwandlung der bisherigen Schloffer Staffe in eine D Staffe. 2. Welche Kaffe bietet ihren Mitgliedern mehr Bor theile, eine Drts- oder eine freie Hilfs- Kaffe. 3. Bekanntmachung des Resultats betreffs Uebertritts in die Metallarbeiter Kaffe 4. Verschiedenes. Zu dieser wichtigen Versammlung sollte ein jedes Mitglied obengenannter Kaffe am Blaze sein. t. Die Möbelpolierer waren am Mittwoch Abend in großer Anzahl bei Breuer, Gr. Frankfurterstraße 74-75, versammelt, um den Bericht der Kommission über Kranken- und Sterbefaffe entgegenzunehmen. Namens der Kommission theilte Herr Weber mit, daß sich dieselbe nach den Beschlüssen der vorhergehenden Versammlung, welche dahin gingen, fich entweder einer bestehenden zentralisirten Hilfskaffe anzuschließen oder selbst eine Kaffe zu gründen, zunächst mit der Bentraltasse der Tischler( Hamburg) behufs Maffeneintritt der Möbelpolierer in dieselbe in Verbindung gesezt habe. Die mit dem Zentralvorstande der Tischlerkaffe gepflogenen Verhandlungen haben indeß zu keinem Resultat geführt und wurde nunmehr allgemein der Wunsch ausgesprochen, eine selbstständige Krankenund Sterbekaffe der Möbelpolierer zu gründen, da die für die Zentraltasse gesammelten Unterschriften über 300 betragen, welche kaum die Hälfte der Möbelpolierer repräsentiren und deshalb Aussicht vorhanden ist, daß die Kaffe lebensfähig wird. Die Frage, ob eine freie Hilfskaffe oder eine Ortskaffe zu gründen sei, rief eine längere Diskussion hervor. Die Herren Lederhans und Neumeister hoben besonders hervor, daß in Anbetracht der verhältnißmäßig fleinen fleinen Zahl der Bahl der Berliner Ortstaffe am zwed mäßigsten sei, da durch deren Bestimmungen die Lebensfähigkeit der Kaffe am gesichertsten erscheine, während Herr Weber energisch für eine freie Hilfskaffe eintrat. Das Resultat der gepflogenen Verhandlungen war der Beschluß, eine Drtskaffe der Möbelpolierer zu gründen. Da voraussicht lich Etliche der für die Sentralkaffe eingezeichneten Mitglieder von der Ortskaffe zurückzutreten gewillt sind, so hat die Kommisfion zwei Wege zur Burückzahlung des gezahlten Beitrittsgeldes festgelegt und wird die Zurückzahlung erfolgen am Sonntag Vormittag von 9-12 Uhr im Restaurant Wirfig, Andreasstr. 44 und am Montag Abend von 8-11 Uhr Abends im Restaurant Dittmann, Dranienstr. 7. Bezüglich der LohnBezüglich der Lohnbewegung machte Herr Weber die Mittheilung, daß, da der aufgestellte Lohntarif, fich als unzureichend erwiesen habe und der Durchschnittsverdienst pro Woche 12 Mart nicht übersteige, demnächst wieder ein Delegirtentag zusammentreten wird, welcher über event. zu stellende Forderungen berathen soll und ermahnte derselbe, fich der Fachorganisation der Möbelpolirer bie Arbeiterpartei, für deren Vertreter Herrn Herold anzuschließen und erst die materiellen, und in zweiter Linie erst die idealen Interessen zu verfolgen. " eine Möbelpolierer Sämmtliche Vergolder find zum Montag, 1. Septbr Abends 8%, Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstr. 10, einge laden. Bahlreicheres Erscheinen, als bisher, ist dringend noth wendig. h. Der Verein der Parquettbodenleger Berlini feiert am Sonnabend, den 30. d. Mts., sein erstes großei Stiftungsfest im Neuen Walhalla Theater, Schönhaufe Allee 156, mit Konzert, Theater- Verstellungen 2c. und Somme nachtsball. Alle Berufsgenossen und Freunde find willkomm geheißen. Billets à 25 Pf. Ein Massenmeeting der Berliner Tischler findet Sonntag im Wintergarten des Centralhotels, Dorotheenstra 17-19 statt. Der erste Theil der Tagesordnung wird die dem Kongreß der deutschen Tischlermeister gefaßten Beschlü soweit fie die Arbeitnehmer treffen, umfassen, da die Einführun der Arbeitsbücher für alle Altersklassen, sowie ein anderer fraft erlangt, die Aufhebung des§ 152 der Gewerbeordnu des sogen. Koalitionsrechtes bedingt, so dürfte wohl jeder Tif ler die Pflicht haben, in diesen Räumen Protest einzulege gegen derartige reaktionäre Zumuthungen. Als Referent fu girt der Tischler Roedel, als Rorreferenten zwei bekannte Be liner Tischlermeister. Der zweite Theil der Tagesordnung In einer von etwa 500 Personen besuchten MitgliederVersammlung der Maschinenbauer- und Gewerkschaft sprach am Dienstag Abend in der Norddeutschen Brauerei Herr Stadtv. Görki über das Thema:„ Sind die Maschinen geschaffen, um den Menschen die Arbeit zu erleichtern?" Referent erläuterte in einstündigem von der Versamm- ster in der Versammlung befannt gemacht werden. lung mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgten Vortrage die Vorzüge der maschinellen Produktionsweise, bewies, daß durch die Fortentwicklung des Geistes und durch die steigenden Be foll Für die Mitglieder der( Hamburger) Allgemeinen findet am Sonntag, den 31. August, Vormittags 9%, Kranten- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E.& Neue Schönhauserstraße 20( Palmensaal) eine außerordentli ung der Maschinen begann. Seitdem wurde es möglich, mit Versammlung statt, mit der Tagesordnung: Wahl eines D er bei der Stadtverordnetenwahl noch mit großem Wortaufwande eintrat, als die Partei des Umsturzes alles Bestehenden hinstellte nnd meinte, daß fie unter falschem Namen, nämlich Arbeiterpartei" das Volk aufwiegele!( Ift denn kein Schußmann da?) Die Sozialdemokraten feien überhaupt keine Des mofraten, fagte der überaus geistreiche" Herr. Kein Arbeiter follte für Singer, sondern alle für Träger stimmen.( Wer lacht da?) Daß der Herr Schuls auch Sebergabe befigt, dokumentirt sein Ausspruch: Bei der Stich" wahl würden die Antisemiten und Handwerker nicht für den„ Juden" Singer stimmen! ( Mertst Du etwas, topfschüttelnder Leser?) Im Uebrigen würdürfnisse der Menschen eine neue Kulturepoche mit der Erfindden in allernächster Beit öffentliche(!) Arbeiter und Handwerferversammlungen speziell im vierten Wahlkreise abgehalten werden. Auch sollen die alten Abstimmungslisten von 1881 gebraucht werden und alle Diejenigen, welche damals gar nicht gewählt haben, ganz besonders dieses Mal um Abgabe ihrer Stimmen für Träger angehalten werden. Unsere Chancen, so schloß der Redner, find beffer wie 1881 und wird der Sieg Herrn Träger in der Stich" wahl nicht fehlen. Wohlgemerkt, thr arbeitenden Bürger des vierten Wahlkreises: in der Stichwahl"! Es wird hoffentlich bei einem Wahlgange bleiben, und der Tag der Wahl wird zeigen, welcher Meinung der Bruder Arbeiter" und der ,, Bruder Handwerker" sein werden. Auch mancher ehrliche überzeugungstreue Fortschrittler wird seine Stimme dem Vollsmann Paul Singer geben. " Vom Vorstand der Glaser- Innung war eine Versamm lung für die Mitglieder der Kranfen- und Sterbekaffe der Glasergesellen nach dem Schüßenhause in der Linienstraße einberufen, um die Wahl eines 5er Ausschusses zu vollziehen. leichterer Mühe und in viel fürzerer Zeit diejenige Arbeit zu vollbringen, zu der man früher Menschenkraft in bedeutend größerem Maßstabe heranziehen mußte. Anstatt, daß die Ma schine der Menschheit zum Segen gereichen sollte, hat sie viel fach bei der jetzt herrschenden Produktionsweise die männliche Arbeitskraft aufs Pflaster geworfen und durch die billigere der Frauen und jugendlichen Arbeiter ersezt. lasfirers. Besprechung der Aerzte- Angelegenheit und Verfie denes. Das Mitgliederbuch legitimiri. bielt greifende Menschen behaupten, die Vernichtung der Maschinen fönne Remedur und den goldenen Boden des Handwerks" schaffen, so find diese Leute auf dem Holzwege, fennen nicht die Signatur unserer Zeit und verwechseln Ursache und WirkWenn furzsichtige, rückwärts bis in's graue Menschenalterthümliche Gesetzgebung vom Jahre 1808." Derfelbe wurd Der Bezirks- Verein des wertthätigen Boltes der Schönhauser Vorstadt hielt am Dienstag den 26. Augu feine regelmäßige Versammlung in Meisters Lokal, Schönbaufer Allee 161 ab. Der Schriftsteller Herr Schwennhagen daselbst einen sehr interessanten Vortrag über„ Die erfte volts von der Versammlung mit großem Interesse aufgenommen. Di nächste Versammlung findet Dienstag den 9. September ftat mission zu Mittwoch Abend in das Louisenstädtische h. Die Schneider- Versammlung, welche die Lobnton Verhältnisse einberufen hatte, verfiel dem Schifal polizeilid h. Ein großes Konzert zu Wohlthätigkeitszweden Conced ung. Die angeführten modernen Arbeitsinstrumente find nicht haus behufs Fortsetzung der Besprechung hiefiger Werfftätte allein unbedingt nothwendig für die Fortentwicklung der Kultur, sondern müßten in noch viel höherem Grade zur Anwendung fommen, aber werden erst dann, wenn sie zum Nußen der Allgemeinheit verwendet werden, auch dem Stieffind unserer GeAuflösung. The man jedoch zur Tagesordnung überging, brachte der zweite sellschaft, dem Arbeiter, zum Segen gereichen. Sorgen Sie, verwaisten Sohnes des unlängst verstorbenen Schuhmad Altgeselle, Herr Witthuhn, einen Antrag ein, um dem ersten Altgesellen, Herrn Dennier, den man nicht eingelassen hatte, zu seinem Rechte zu verhelfen und Eintritt zu verschaffen. Er motivirte seinen Antrag folgendermaßen: Nachdem einzelne Herren vom Vorstand der Innung fortwährend darauf gedrängt hatten, den ersten Altgesellen außer Stellung zu bringen, welches Vorhaben jedoch an dem gefunden Sinn seines Brodherrn scheiterte, fei er auf Grund einer anonymen Denunziation bei der Polizei dennoch entlassen worden. Dieselve richtete fich auch auf mehrere andere Mitglieder des Vorstandes. Da nun Kollege Dennier momentan arbeitslos fei, und weil er in Theater. Freitag, den 29. Auguft. Opernhaus: Die Nachtwandlerin. Schauspielhaus: Uriel Acosta. Deutsches Theater: Geschloffen. Reues Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Eine Nacht in Venedig. Oftend- Theater: Ein Gottesurtheil. Walhalla Operetten Theater: Nanon. 19 W Luisenstädtisches Theater: 120. Opern Vorstellung. Gastspiel des Herrn Paul Lange: Alessandro Stradella. Romantische Oper in 3 Atten. Mufit von Flotow. Bellealliance- Theater: Buchholzen's. mun Central- Theater: Jäger- Liebchen. Arb.- Bez.- Verein f. d. Often Berlins. Sonntag, den 31. Auguft: Herrenparthie nach Köpnid. Abfahrt Vormittags 9/2 Uhr vom Schlesischen Bahnhof. Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht 6531 Das Vergnügungskomité. meine Herren, so schloß Redner, durch festes Zusammenhalten Altgesellen Jordan zwar zum Besten des hinterbliebenen unmündigen gänzl veranstaltet das aus Mitgliedern fam Entwickelung der Volkswirthschaftslehre dafür, daß die Seg Gesellen- Komité, welches sich zu diesem Zwede am Beerdigu und zielbewußtes Eintreten auf Grund der vorgeschrittenen licher hiefigen Schuhmacher- Innungen bestehende Meister u nungen der maschinellen Arbeit recht bald Allen zu Theil werden möge.( Lebhafter Beifall.) Nachdem Herr Nicolaus die verderblichen Wirkungen der Nähmaschine bei den weiblichen Arbeitern einer abfälligen Kritik unterzogen und Herr Wandree die kein Menschenleben schonende Massenarbeit bei den foloffa ohne der Wohlth tage des Verstorbenen gebildet hat, am Montag, den 1.25 in Keller's Hofjäger" in der Hasenhaide. Alle Gönner, Freun Bekannte und Gewerksgenossen des Verblichenen, wie Wohlthäter überhaupt find herzlich um ihre Betheiligung len Pyramidenbauten Egyptens geschildert hatte, hob Referent feit Schranken zu feßen in allen mit Blalaten bele in seinem Schlußwort die augenblicklich herrschende Sucht nach Handlungen, sowie beim Obermeister Herrn Röhn, Rofenth auswärtigen Abfazgebieten und damit zusammenhängenden Kobeten. Billets find vorher à 20 Pf. straße 8, und Krausenstraße 11 zu haben. Ausstellungs- Park frühere Hygiene- Ausstellung. Carl Hagenbeck's Ausstellung nur vom 23. August bis 15. September Die Singhalesen 40 Eingeborene, Männer, Weiber, Kinder. 23 grosse Arbeits- Elephanten. 12 Zeburinder. Ethnographische Ausstellung. Vorstellungen von 9-12 und 2-7 Uhr. Täglich von 9 Uhr früh bis 12 Uhr Abends Grosses Militair- Concert. Jeden Sonntag Morgens Früh- Vorstellung und Concert. Bis 7 Uhr Entrée 50 Pf. Kinder und Militair vom Feldwebel abwärts 20 Pf. Nach 7 Uhr Entrée 30 Pf., Kinder frei. Den Mitgliedern des Einfeßer- Vereins( Tischler) zur Holzmarktstr. 8 bei Herrn Sonnet eine General- Ver Arb Bez- Verein der Rosenth. Dorst. Nachricht, daß am Montag den 1. September im Vereinslotale Sonntag, 31. August 1884, Herrenparthie nach Köpnic, Grünau 1c. Abfahrt vom Stadtbahnhof Alexanderplas Morgens 834 Uhr. [ 662 Sclav Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der Intereffen der fammlung stattfindet. Tagesordnung: Begräbnißunter Arbeiter Sonnabend den 30. d. M. ,, Abends 8%, Som ftügungsfaffe. Quittung legitimirt. Neue Mitglieder werden, dantentenstr. 77-79, in Gratweil's Bierhallen( unterer S aufgenommen. 658 Arb.-Bz.-V. Laufißer Plaz. Der Bezirks- Verein des werkthätigen Volkes Sonntag den 31. Auguft, früh 9 Uhr: Herrenparthie nach Johannisthal. Abfahrt Görliger Bahn. [ 657 der Schönhauser Vorstadt 0 versammelt sich zu seiner am Sonntag den 31. August stattfindenden Herren Fußparthie auf dem Ererzierplay an der [ 659] Der Vorstand. Louisenstädt. Bez.- Ver. Vorwärts. Schönhauser Allee. Abmarsch 7%, Uhr. Um zahlreiches und Am Sonntag den 31. Auguft: Gemeinschaftlicher AusHug nach Grünau. Abfahrtszeit: 1 Uhr, Görliger Bahn. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 660] Der Vorstand. Die Nr. 7 der humoristischen Blätter Der wahre Jacob" ift erschienen und in der Erped. d. Berl. Boltabl." zu haben. Vergolder- Gehülfenschaft. b b be b L di de S ge zm De au зи B D br SE De De Ar fin gli bef nu in den life im and Lö Sd ign piel Des mit trag auf Dem lifch fteb not meh euro eine führ befr au 1 theu Am als weit tein verd beffe Sch Leich Das We 214 Fre Pfu ,, di Leg Ma Fa mü зи nid har An ibr Ac fin Ba mo 100 ma Dol mi all mi ein lichen Verhältnisse der Arbeiter. II. Abrechnung 1. Vortrag des Stadtv. Hrn. Herold Ueber die wirth Sommervergnügens. III. Wichtige Anträge des Vorf Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen für das am 6. Septbr. in Sanssouci stattfindende Stiff fest find in der Mitglieder Versammlung und bei folac ftraße 15, II.; Arnhold, Röpniderftr. 181, III.; Schiefe Kollegen zu haben: Both, Adalbertstr. 6, III.; Arndt, Wilhelmftr. 53, II. Um pünftliches Erscheinen ber Wit Der Vorstand bittet [ 656] Die statistischen Wahltafel find soeben erschienen und in der Expedition des [ 655 Boltsblatt", Bimmerftr. 44, zu haben. Montag den 1. September 1884 findet eine General versammlung Inselstr. 10, 2 Tr. statt. Tagesordnung: Annahme der von der Behörde genehmigten Statuten Aur Konstituirung eines Fachgewerblichen Vereins. Berantwortlicher Redacteur N. Cronheim in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Bieran eine B be De be bi id 112 bei Der err et and ner ger, und auff Ten fter Die urg adt nad der t. Den rthle Det der Uhr, der Die Ort Vor hung Raffe e ein ptbr inge noth rline fel aufe mme mmen et am ftraf wie auf blan brun er efegd onu Life gulege t fun e Ber ng foll eines entlide 8 Dri Geridie & der Auguft nbaufer in bielt volts wurd Nr. 125. Beilage zum Berliner Volksblatt. Arbeitslöhne in Amerika. ( Aus dem„ Algemeen Handelsblad.") Freitag, den 29. August 1884. dienen, als die franzöftschen, so tommt es daher, daß sie mehr arbeiten und mehr fertig bringen. Troß der Ungerechtigkeit, die in der Welt herrscht, gilt doch der Spruch: Wie die Ar beit, so der Lohn. Es ist allgemein bekannt, daß die ameri tanischen Arbeiter, was Energie und Klugheit anbelangt, keinen andern in der Welt nachstehen, deshalb können sie einen höheren Lohn beanspruchen, den sie auch mit Recht bekommen. Mit diesen Gaben, mit dieser unvergleichlichen Bequemlichkeit zu arbeiten, inmitten eines von natürlichen Hilfsmitteln strogenden Landes, bedarf der amerikanische Arbeiter in der That keines Schutzolles, um seine Arbeit nach deren Werth bezahlt zu bekommen. Es ist eine der merkwürdigsten Anomalien in dem Sinne der arbeitenden Klassen dieses Landes, daß fie fortwährend dasjenige, was sie allein der Natur und der eigenen Kraft verdanken, als ein Gnadengeschenk der Schußzöllner annehmen. Während die letteren die außergewöhnlich günstige Lage der amerikanischen Arbeiter ihrer weisen inneren Politik zuschreiben, so ist doch zu bemerken, daß die Arbeiter selbst bei hohem Lohne nichts weniger als zufrieden sind. Diese Unzufriedenheit mußte dann Eine der wichtigsten Fragen, die bei den vorjährigen Debatten des Repräsentantenhauses in den Vordergrund traten, war: wie ist der Einfluß des gesetzlichen Schußes auf die Arbeitslöhne? Es wurde der Beweis geliefert: 1. daß die Arbeitslöhne in den Vereinigten Staaten während der Periode des gefeßlichen Schuges, also seit 1860, ungefähr 28 pet. gestiegen find, und 2. daß der amerikanische Arbeiter viel höheren Lohn verdient, als sein Schicksalsgefährte in den europäischen Ländern. Der erste Punkt wurde durch die Statistik bewiesen, die darlegte, daß das Steigen der Löhne in den Wollfabriken 28, Den Rattunfabriken 23, in der Eiſenindustrie nur 10, bei der Maschinenfabrikation nicht über 15, bei den Papierfabriken dagegen 40 und in den Schuhfabriken 48 Prozent betrage. Der zweite Beweis beruht auf einem Berichte des Ministeriums des Auswärtigen über europäische Arbeitsverhältnisse, gestüßt auf Konsularberichte aus dem Jahre 1879. Es genügt, an zugeben, daß nach dieser Statistit z. B. ein Pflasterer in Belgien wöchentlich 6 Dollars, in Frankreich 4 Dollars, in Deutschland 3,50 Dollars, in Italien 3,45 Dollars, in Großbritannien 9 Dollars, in Newyork 12 bis 15 Dollars und in Chicago 6 bis 10,50 Dollars verdient, und daß dasselbe Lohnverhältniß bei fast allen anderen bestehenden Arbeiten gefunden wird. Verschiedene Schutzöllner rechnen sich aus, daß die Arbeitslöhne in den Vereinigten Staaten 50 Prozent höher find, als in England, was übertrieben ist, und schäßen sich glücklich, es mit ihrer Politik soweit gebracht zu haben. Wenn nun von anderer sehr kompetenter Seite behauptet wird, daß besonders befähigte Arbeiter es in Amerifa nur wenig besser, als in England haben, und daß das Loos vieler Minengräber in den Vereinigten Staaten bedauernswerther ist, als das der eng lischen, so muß man die Thatsache anerkennen, daß in Amerita im allgemeinen höhere Löhne gezahlt werden, als irgend wo anders in der Welt. Nun entsteht die Frage: Was sind diese beträchtlich höheren Löhne werth? Was kommt dabei heraus? Es wäre unbillig, die HH. Schutzöllner zu beschuldigen, daß sie diesen wichtigen Punti ignorirt hätten. Sie geben zu, daß die Hausmiethe hier zu Lande viel höher ist, als in einigen andern europäischen Staaten, und daß deshalb sowohl, als auch bezüglich der höheren Preise der Lebensmittel die Kosten zur Bestreitung des Lebensunterhaltes mehr betragen als in Europa. Diesen Mehrbetrag schäßen sie viel zu niedrig, auf ungefähr 10 Prozent, so daß die amerikanischen Arbeiter Demnach immer noch 40 Prozent mehr verdienten als die eng lischen. Diese entschieden zu niedrig angeschlagene Schäzung teht auf ellenlangen Preislisten, die angeben, daß manche nothwendige Artikel zum Lebensunterhalt in Amerika nicht mehr, in vielen Fällen sogar weniger fosten, als in einigen europäischen Ländern. Damit denken sie zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zunächst wird durch diese Beweis führung der Bustand der amerikanischen Arbeiter als äußerst befriedigend dargestellt, ferner wünschen sie die Klage dadurch zu widerlegen, daß durch den Schutzoll die Lebensmittel vertheuert würden. Es ist nicht zu leugnen, daß die Arbeiter in Amerika mehr Geld verdienen, aber sie brochen auch mehr als irgend wo anders. Man fann sogar noch einen Schritt teines Beweises, daß die amerikanischen Arbeiter höheren Lohn verdienen, und darum auch sicher besser effen und trinken, fich en. Di er ftat bntom Conced titätten zeilid ten un gängli bmade fämm ter un bigung 1.1.3 Freun wie ung hitba beleg ng Scla Stom eter G wirthi ung Borfan Stift folg Schiefel Feln B Uitg and ne B fentha Schicksalsgenossen. Die höheren Löhne in Amerika verdanken wir der leichteren Erreichung der Hilfsmittel. Dazu kommt zweitens: das größere Produktionsvermögen der amerikanischen Arbeiter. Wenn die amerikanischen Arbeiter beispielsweise mehr ver ' Die amerikanische Erbin. Aus„ Truth." ( Schluß.) Lady Francis war die folgende Woche hindurch in größter Aufregung. Dente dir nur, liebe Klara," sprach fie zu ihrer Freundin, ein hübsches Mädchen mit fünfhunderttausend Bfund." Amerikanerinnen find jetzt sehr gesucht," entgegnete Klara, ,, die Männer find ganz toll nach ihnen." Das Gesicht der Lady nahm eine ernste Miene an. Wir müssen dafür sorgen," sagte fie, daß Jack die Gelegenheit nicht entgeht. Es wäre entseglich, wenn andere Männer ihm den Rang abliefen." Jack sei verlobt." Das Beste wird sein, das Gerücht in Umlauf zu bringen, Du fannst das übernehmen, liebe Klara". ,, Gewiß, Du mußt sie aber bewirthen und Dich um sie be mühen. Die Amerikaner lieben es, in unsere Kreise eingeführt zu werden." " Es wird freilich viel Geld fosten, aber es bleibt mir nichts anderes übrig," seufzte Lady Francis. Die Browns famen nach London und stiegen in Langhams Hotel ab. Lady Francis machte ihnen sofort nach der Ankunft ihren Besuch. Sie war von Katie entzückt und sagte ibrer Freundin Klara, daß, abgesehen von dem amerikanischen Accent, fie gerade so viel Schliff befäße, als jede andere. find so originell und komisch. Denke Dir, fie nennen ihren Water Dntel Sam." Sie ,, Sie werden sich an unsere Lebensweise bald genug ge wöhnen. Denke doch nur an Lady Milton. Wer sollte die wohl für eine Amerikanerin halten?" voller Leben." ein Räthsel sein. Was, vierzig Prozent mehr Lohn als in England, und doch noch unzufrieden? Das ist unerhört! Aber gerade diese Unzufriedenheit litt bei näherer Betrachtung. Diese unzufriedene Stimmung ist nicht etwa, wie die Führer der arbeitenden Partei glauben machen wollen, die Ursache von dem Elend unter ihnen. Der amerikanische Arbeiter würde nicht mit dem deutschen, dem franzöftschen, oder ja mit dem englischen Arbeiter tauschen wollen. Er weiß, daß er besser daran ist, aber er weiß auch, und das ist der wahre Grund der Unzufriedenheit, daß er wahre Grund der Unzufriedenheit, daß er den ihm zukommenden Gewinnantheil nicht befommt, daß mit anderen Worten die Vertheilung der Früchte seiner Arbeit eine unnatürliche und unrechtmäßige ist. Lokales. r Höre beide Theile! Vor einigen Tagen ging die Nachricht durch die Zeitungen, daß von hiesigen Aerzten eine zeitgemäße Reform" der alten Medizinaltare vom Jahre 1815 angestrebt werden solle und daß zu diesem Behufe Schritte beim preußischen Kultusminister gethan worden wären. Die Andeutung, daß die alte Tare mit den modernen Wirthschaftsverhältnissen nicht mehr im Einklange stehe, ließ sofort vermuthen, daß die zeitgemäße Reform" auf eine wesentliche Erhöhung der Tariffäße, also auf eine Vertheuerung der ärztlichen Braris für das Publikum hinauslaufe. Man wird nun wahrlich nicht behaupten können, daß die Fortschritte auf medizinischem Gebiete seit dem Jahre 1815 den Aerzten die Ausübung ihres Berufes erschwert hätten, vielmehr wird die gegentheilige Annahme zutreffen; und der alten Medizinaltare betrifft, so giebt es in Berlin recht zahlreiche Aerzte, welche sich bei einiger Geschicklichkeit in ihrem Fach und bei einer mäßig umfangreichen Braris recht gut gestanden haben und noch stehen. Ja, wenn uns unser Gedächtniß über diese bereits vor Jahren begonnene Agitation nicht täuscht, so befinden sich unter den Berliner Aerzten auch solche, welche dieser Agitation entschieden abhold find, weil sie von der Ansicht ausgehen, daß die ärztliche Braris nicht als ein einträgliches Gewerbe betrachtet werden soll. Was der preußische Justizminister vor Kurzem den Rechtsanwälten bemerklich machte, daß nämlich die Advokatur was die Höhe nicht als eine Gelegenheit zu reichem Grwerbe, ſondern als ars libera betrachtet werden müsse, das gilt in noch weiterem Sinne von der medizinischen Praxis. Wer eine Rechnung vom Arzt erhält, wird wohl nur selten zu der Ueberzeugung kommen, daß die alte Tare vom Jahre 1815 zu niedrig sei, und was die Aenderung der wirthschaftlichen Verhältnisse seit 1815 über Amerika waren höchst anziehend. Er beschrieb seine Erfahrungen des falifornischen Lebens in den alten Tagen des Goldſuchens und der abenteuerlichen Spekulationen höchst anschaulich, und seine vornehmen Zuhörer, die nie zuvor einem ähnlichen Charakter begegnet waren, hörten seine Anekdoten mit gespannter Aufmerksamkeit an. Am nächsten Tage, als Lady Francis das Diner mit ihrer alten Freundin besprach, sagte sie: ,, Denke Dir nur, die Herzogin sprach sich sehr anerkennend über sie aus." " ,, So wird ihre Stellung gesichert fein." ,, Lord Oldin wünscht die ältere Schwester für seinen Sohn zu gewinnen. Da bahnen sich also höchst angenehme Verhält niffe an. Wann wird denn aber Jack um sie anhalten?" ,, Das weiß ich nicht. Vielleicht auf dem Ball. Ich wünschte, es wäre erst alles abgemacht, denn die Sache wird sehr koſt: spielig, wenn fie fich fortspielt, und ich kann es nicht lange aushalten." Die Sache war allerdings sehr kostspielig, denn Jad ließ feine Mutter alles bezahlen, und er und Henry Smily, Lord Oldins zweiter Sohn, machten eine angenehme Zeit durch. Der Ball war sehr gelungen und Katie Brown machte förmliches Aufsehen. Jad war gegen fie äußerst aufmerksam und fie tanzte sechsmal mit ihm. Dennoch ließ er, zum großen Kummer feiner Mutter, die Gelegenheit ungenugt vorübergehen und erklärte fich nicht. Jack und die Browns fielen in das frühere anmuthige bohemische Leben zurüd. Einen Tag fuhren fie nach Windsor, den nächsten zu den Wettrennen nach Hampton Court oder Sandowa. Lady Francis war darüber besorgt und fast entrüstet, denn Samuel Brown ließ den Mädchen alle Freiheit und begleitete fie nur selten. machen. Sie ist in der That sehr hübsch und anmuthig und Das ist wahr. Ich verfichere Dir, Katie wird Aufsehen it sie wirklich so hübsch, so wird Jack vorsichtig sein langer Zeit auch liebten." müssen, und Du thätest besser, sie nicht jedem vorzustellen, bis Ich meine," pflegte er zu sagen, junge Leute sind gern unter fich, gerade wie Sie und ich, Lady Francis, es vor Ja, aber bei uns ist das nicht Gebrauch." Ich halte die englischen Mädchen nicht für halb so schlimm mich hören. Er meint, wir müßten ihnen nächsten Donnerstag mehr Vertrauen?" ein Diner geben, alle unsere gesellschaftlichen Kreise auffordern, bei ihnen Besuch zu machen, und nächste Woche einen Ball Das habe ich ihm auch gefagt, aber er wollte nicht auf wie Sie glauben. Warum schenken Sie ihnen nicht ein bischen Deranstalten." Ernst." Ich halte das nicht für gerathen," sagte Klara ernst. Bielleicht nicht, aber was fann ich thun? Jack ist so eigenfinnig, und ich glaube wirklich, es ist ihm diesmal Lady Francis führte die Hälfte ihrer Verwandten bei Diner war natürlich ausgesucht und 3wei Lords und ein Herzog den Browns ein. Das die Gäste waren wohl gewählt. mit ihren Frauen waren gegenwärtig, und da keine jungen Männer anwesend waren, so hatte Jack Fräulein Katie ganz für fich. Samuel Brown fühlte fich in Gegenwart des alten Adels durchaus nicht gedrückt. Er war ein fluger Mann, der die menschliche Natur studiert und das Leben nach den ver schiedensten Seiten hin lennen gelernt hatte; seine Erzählungen Sie war um eine Antwort verlegen, und murmelte etwas über gesellschaftliche Regeln. Alles fünstlich, Lady Francis, alles Schwindel. Leider ist es so. Die Gesellschaft verdirbt fie alle. Wiffen Sie wohl, Ihr Herzog von neulich wäre gar fein unebener Mann, wenn er nicht ein Herzog wäre, und Lord Aldin hat einen so guten Kopf wie irgend einer in den Staaten. Sie selbst sind ebenfalls eine ganz gescheite Dame. Sie gefallen mir und Ihr Adel gleichfalls wenn er aufthaut. 1. Jahrgang. anbetrifft, so ist ein etwaiges Fazit zuGunsten der Aerzte reichlich aus geglichen durch die Werbefferung der Verkehrsgelegenheiten und durch Die Fortschritte auf medizinischem Gebiete, die dem Arzte überall bei seiner Thätigkeit zu Statten fommen. Die Medizin soll ebenso wenig, wie eine andere Wissenschaft von ihren Jüngern ausschließlich zum Zwecke des Broderwerbes betrieben werden und es wäre sehr zu beklagen, wenn aus dem Umstande, daß sich vielleicht gegenwärtig zahlreiche junge Aerzte in größeren Städten niedergelassen haben, wo es ihnen augenblidlich an genügender Praris gebricht, nun eine Vertheuerung des Aerzte- Honorars hervorgehen sollte; das wäre das direkte Gegentheil der natürlichen Entwickelung, wonach bei starker Konkurrenz die Preise billiger zu werden pflegen. Das hat bis jezt die alte Tare von 1815" verhindert. Das Publikum hat auch ein Interesse bei dieser Sache und wird sich schwerlich auf Seite der Aerzte stellen. Durch das Provinzial- Schulkollegium ist seitens der Minister für Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten und des Innern an die städtische Schuldeputation die Weisung ergangen, baldmöglichst Maßregeln zu treffen, welche geeignet seien, die Verbreitung von epidemischen Krankheiten durch die Schulkinder zu verhindern. Nach einem eingehenden Vortrag des Referenten in der gestrigen Sigung der städtischen Schuldeputation wurde beschloffen, eine Subkommission niederzufeßen, welche möglichst bald darüber in Berathung treten und Bericht erstatten soll. Markthallen- Angelegenheit. Der Magistrat hält, wie die Nat.- 3fg." versichert, daran fest, daß die vier im Bau be= griffenen großen Markthallen: die Zentral- Markthalle in der Neuen Friedrichstraße und die Markthallen Linden- und Friedrichstraße, Zimmer- und Mauerstraße, Dorotheenstraße und Reichstagsufer, am 1. April t. J. eröffnet werden sollen. Es wird dies, da die städtische Hochbau- Verwaltung mit großer Energie vorgeht, wie der Bau der Bentralhalle zeigt, und da die Markthallen in Eisenkonstruktion ausgeführt werden, möglich sein. In Betreff der inneren Einrichtung werden Besprechungen zwischen Deputirten des Magistrats und des fönigs lichen Polizeipräsidiums, welche den Geschäftsverkehr vereinfachen und abkürzen sollen, stattfinden. g Mehrere Molkerei- Genossenschaften tragen sich, wie wir erfahren, mit der Abficht, in den neuen Berliner Markt: hallen ihre gediegenen Fabrikate in Butter und Käse in eigenen, permanent gemietheten Verkaufsstellen dem konfumirenden Publikum direkt zu soliden Preisen zu verkaufen. Der Preis der Butter per Kilo, also für zwei Pfund, soll im Sommer 2 M., im Winter 2 M. 60 Pf. betragen. Mit dieser anerkennenswerthen Einrichtung würde dem willkürlichen Preisemachen" der jetzt die Wochenmärkte beziehenden Landleute endlich entgegengetreten werden. Ueber das Borsig'sche Maschinenbau- Etablissement am Dranienburger Thor brachten verschiedene Zeitungen gestern die übereinstimmende Nachricht, daß dieses Etablissement noch im Laufe dieses Jahres nach dem Moabiter Werk hinausverlegt würde und auf dem Terrain an der Chauffee- und Elsaffer Straßen- Ecke Wohnhäuser errichtet werden sollen. Bei der großen Tragweite dieser Notiz hat das B. T." es für angezeigt gehalten, bei dem Kuratorium der Borsig'schen Erben dieserhalb Erkundigung einzuziehen, und kann auf Grund der ertheilten Auskunft versichern, daß obige Nachricht vollständig aus der Luft gegriffen ist. Die Borsig'sche Fabrik ist vielmehr durch eine Reihe bindender Aufträge auf Jahre hinaus vollauf be schäftigt und würde diesen geschäftlichen Verpflichtungen nicht nachkommen können, wenn fie die Schließung des Etablisse= ments am Dranienburger Thor bewirken würde. g. Abwechselung muß sein. Bei der Neuregulirung des Straßenpflasters in dem Theil der Königstraße von der Kurfürstenbrücke bis zur Poststraße hat man es für gut befunden, von der Brücke bis zum Hause Königstraße 3 bezw. 65 zu ihrer Freundin Klara, ich glaube wahrhaftig, der entsezliche Mensch macht mir den Hof." Du lieber Himmel, wie schrecklich! Es wird das ganze Spiel verderben, wenn Du ihn ausschlagen mußt. Jest waren Samuel Brown und die Fräulein schon Berühmtheiten geworden. Jeder kannte oder batte von den reichen amerikanischen Erbinnen gehört, aber Jack Trimston schien dem Ehebunde noch um keinen Schritt näher zu sein. Lady Francis war in Verzweiflung. Sie werden mich zu Grunde richten" stöhnte fie, denn bereits habe ich mein Konto bei der Bank überschritten." Es wird sich alles machen, Mutter, wenn ich Katie heirathe. Der alte Samuel wird mit den Dollars herausrücken", wie er es nennt," sagte Jack lachend. Ich wollte, du erklärtest dich sofort. Wir können in diefer verschwenderischen Weise nicht weiter leben. Ich bin faktisch zu Grunde gerichtet." " Denke doch nur, eine halbe Million Pfund, Mutter. Du fannst so viel haben als Du willst, wenn sie erst mein ist." Die Dinge drängten auch anderweitig zur Entscheidung. Jedermann sprach von Jack und der Erbin und wunderte sich, weshalb die Verlobung so geheim gehalten würde, denn," sagte man, fte müssen verlobt sein, sonst könnten sie so nicht leben." Nach und nach kam man auch dazu, den Namen Samuel Browns mit dem der Lady Francis zusammenzubringen. " 1 , Dente dir nur, die alte Kaße läßt sich mit dem reichen Wilden ein," sagte ihre treue Freundin, Lady Oldin, zu ihrem Gatten. " 1 Er besitzt eine Million Pfund," entgegnete dieser trocken, und Lady Francis ist nicht reich." Endlich kam die Krisis. Lady Francis erhielt einen Brief von ihrem Banquier, in welchem er ihr anzeigte, daß er ihre Anweisungen nicht länger honoriren könne. Nichts somit konnte fie retten, als Jads sofortige Verlobung. Als er nach Hauſe tam, eröffnete ihm die gnädige Frau Mutter die überraschende Nachricht. Ich will morgen um sie anhalten", bemerkte er ,,, vielleicht aber wäre es besser, ich schreibe vorher an den alten Herrn und verabrede mit ihm eine Busammenkunft, daß ich ihn sondiren kann." Er feste daher folgendes Schreiben auf: Geehrter Herr! Lady Francis fonnte Samuel Brown nicht ganz verstehen, ja er wurde ihr je länger je mehr überhaupt immer Er besuchte fte zu ganz ungewöhnlichen unverständlicher. Stunden, und führte zu seiner Entschuldigung an, die Mädchen ,, wären mit den Jungen davon gegangen" und er fühle sich einsam. Können Sie mich morgen um elf Uhr Vormittags bei Langhams empfangen? Ich wünsche mit Ihnen über eine zarte Angelegenheit zu sprechen und hoffe Sie allein zu finden. Bitte grüßen Sie Ihre Fräulein Töchter und sein Sie versichert, daß ich hochachtungsvoll bin Ihr ergebenster J. Trimston. ,, Da, Mutter!" sagte er. Der Würfel ist geworfen. Der morgende Tag wird mein Schicksal entscheiden. Am andern Morgen saß er mit Lady Francis beim Früh" Ich glaube wahrhaftig," ſagte Lady Francis schauderndstück, als ein Diener ihm einen Brief einhändigte. Er las ihn Wiener, von da ab aber Asphaltpflaster zu legen. Da nun der Wagenverkehr in der Königstraße nicht nur am Tage, sondern auch in der Nacht ein sehr starker ist, so verursacht das Fahren der Wagen von dem Asphalt auf das Steinpflaster ununterbrochen ein Geräusch, welches die Anwohner in fortwährender Aufregung erhält. Wie wir hören, soll zur Abhilfe dieses Mißstandes der Magistrat ersucht werden, das Wienerpflaster entweder bis zur Poststraße, oder aber das Asphaltpflaster bis zur Kurfürstenbrüde zu legen, da für die Dauer der plögliche Uebergang von Asphalt auf Steinpflaster Direkt vor bewohnten Häusern und in belebter Geschäftsgegend gar nicht zu ertragen ist. r. Neuer Segen des Asphaltpflasters. Auch der Promenadenweg unter den Linden hat bei den gegenwärtigen allgemeinen Straßenreparaturen einen neuen Ueberzug in der Geftalt einer gelben Kiesdecke erhalten, nachdem man die Vertiefungen an einzelnen Stellen dieses Weges durch Aufschüttungen ausgeglichen hatte. Neben demselben nimmt sich nun der graue und fast bodenlose Reitweg wenig geschmackvoll aus, und wer sich auf einer der Promenadenbänke längs demselben niederläßt hat außer anderen Genüffen auch noch den, von den stolz daher galoppirenden Pferde unserer Sportsman über und über mit dem Sand des Reitweges beworfen zu werden. Für manche Leute muß das ein ganz besonderer Genuß sein, denn fie fizen unerschütterlich stundenlang auf solchem Plage und schütten nur von Zeit zu Zeit den Sand von ihren Kleidern. Auch ein hauptstädtisches Vergnügen. * Eine Windhose wurde am Sonnabend Nachmittag an der Prenzlauer Chauffee, dich hinter dem Wafferthurme beobachtet. In einer Breite von ca. 22 Meter wirbelte sämmtlicher Staub, Papierstücke und dergleichen spiralförmig zu einer wohl 30 Meter hohen Säule empor, die fich 200 Schritte weit bis an die nächste Häusergruppe fortwälzte. Mit Behemenz nahm der Wirbel Alles mit sich; Kinder wurden umgeworfen, und Frauen, mit dem Aufhängen von Wäsche beschäftigt, um ihre eigene Achse gedreht. g. Um sich ein kleines Geldgeschenk zu verdienen, treiben damit kleinere Burschen auf den um Berlin gelegenen Chauffeen ein wagbalfiges Spiel, daß fie neben Equipagen und Kremsern herlaufen und fich, das sog. Radschlagen ausführend, fortwährend überschlagen. Beispielsweise hatte man auf der Chauffee nach Treptow am Sonntag Gelegenheit, mehrere dieser Jungen zu sehen, welche auf die gedachte Weise ihr Leben resp. ihre Gesundheit aufs Spiel seßen. Einer dieser Jungen war beim Radschlagen umgefallen und kam direkt vor eine daher fahrende Equipage zu lieger, deren Kutscher die Pferde zum Glüd noch pariren fonnte, bevor das Fuhrwerk über den Jungen hinwegging. Vielleicht begegnet man dadurch Unglücksfällen, daß auf den Chauffeen ab und zu Gendarmen ftationirt werden, welche speziell mit der Verhütung dieses Unwesens betraut werden," bemerkt ein Berichterstatter hierzu; beffer wäre es freilich, wenn auch die ärmeren und ärmsten Klaffen, denen diese unglücklichen Kinder doch ausschließlich angehören, so gestellt würden, daß derartige„ Unfitten", in denen wir jedoch häufig nur den bittersten Ernst des Lebens erbliden fönnen, ganz von selbst wegfallen würden. N. Von den beiden schwarzen Schwänen, die wie kürz lich gemeldet, Herrn Carl Hagenbed entflohen find, scheint der eine ein recht trauriges Ende genommen zu haben. Nach einer aus Schobene bei Rathenow hierher gelangten Nachricht ist von dem dortigen Brauereibefizer Czoßmann auf seiner Seejagd ein großer schwarzer, ihm gänzlich fremder Vogel erschossen worden. Um festzustellen, ob dieser Vogel mit einem der Entflohenen identisch ist, soll derselbe nach hier gesandt werden. a Schwindlerin. Eine ungefähr 16 bis 18 Jahr alte Frauensperson mit schwarzen glatt gefämmten Haaren betrat gestern Vormittag gegen 10%, Uhr den Geschäftsladen des Kaufmanns B. in der Andreasstraße und forderte ein halbes Pfund Butter, 3 Stück Seife und 8 Eier. Als ihr die Waaren verabfolgt waren und Bahlung verlangt wurde, erklärte das Mädchen, daß fie bereits ein 8weimarkstück auf den Ladentisch gelegt hätte und noch einige Groschen herausbekomme. Da Kaufmann B. bestimmt wußte, daß dies nicht der Fall gewesen war, so sagte er dem Mädchen auf den Kopf zu, daß sie eine Schwindlerin sei. Das Mädchen ergriff eilig die Flucht, eine Tasche zurücklaffend, in welcher verschiedene Materialwaaren, sowie Fleisch und Kuchen enthalten waren. Da auf den Umschlägen dieser Waaren verschiedene Firmen bezeichnet sind, so ift mit Bestimmtheit anzunehmen, daß die entkommene Person diese Waaren in der beschriebenen Weise erschwindelt hat. ruhig durch und gab ihn dann nach einigem Bögern seiner Mutter. Der Brief lautete: Geehrter Herr! Ich werde mich freuen, Sie um elf Uhr bei mir zu sehen. Wie aber die zarte Angelegenheit, die Sie andeuten, im Busammenhang steht mit den albernen Gerüchten, die meinen Namen mit dem Ihrer Frau Mutter zusammenbringen, so glaube ich taum, daß Ihr Besuch nöthig sein wird, da ich so glücklich bin, Ihnen sagen zu können, daß meine Frau noch am Leben ist. Ihr Vaterland ist wirklich seltsam. Weil Ihre gute Frau Mutter einen freundlichen Antheil an mir nahm, verbreiten Ihre Freunde sofort das Gerede, fie würde Frau Brown werden. Ihr Benehmen gegen mich hat eine solche Annahme nicht gerechtfertigt und ich drücke ihr durch Sie mein aufrichtiges Mitgefühl darüber aus, daß ihr rücksichtsvolles Betragen so hat tönnen mißverstanden werden. Ich bin hochachtungsvoll Ihr ergebener Samuel Brown. Nachschrift. Sie laffen meine Töchter grüßen. Sie find in Boston auf der Schule. Sie meinen vermuthlich meine Nichten Mary und Katie. Die armen Mädchen. Es wird Ihnen schwer werden nach aller Freundlichkeit, die Sie Ihnen hier erwiesen haben, fich in Ihre Lage als Erzieherinnen zu finden. Der lenkbare Luftballon. Paris, im Auguft. Am neunten August dieses Jahres stieg aus dem Umkreise des militärischen Luftschifffahrts- Ateliers in Mendon bei Baris ein Ballon empor, der einer Riefencigarre glich. Das Wetter war still und freundlich. Der Ballon erhob sich majestätisch über die Waldungen der Gegend und nahm seine Richtung gegen die Eremitage von Billebon. Hier sahen die Spazier gänger mit höchlichstem Erstaunen das Luftschiff einen fübnen Halbfreis beschreiben und nach dem Punkte seiner Abfahrt zurücksegeln. Ein Offizier, der das Steuer lenkte, schwang eine Fahne. Dies war eben das Signal zur Rüdfahrt. Ein an Derer Offizier manöverirte, um den Ballon stetig in einer Höhe von etwa fünfzig Metern zu erhalten. Als die beiden Luftschifffahrer dem Ausgangspunkte nahe kamen, fiel der Ballon allmählich, nahm eine schräge Richtung an, machte einen Rud nach vorne, einen Ruck nach hinten und landete. Diese Fahrt und dieser neunte August waren es, von denen der Gelehrte Serve Mangon zehn Tage später in der Pariser Akademie der Wissenschaften fagte, daß fie ein ewig denkwürdiges Datum bilden würden, und daß der Ruhm des Tages zwei franzöft fchen Offizieren gebühre, auf welche die Armee mit Recht ftola fein dürfe. Die beiden Offiziere find der Direktor des militä rischen Luftschifffahrts- Ateliers, Hauptmann Renard und der Bizedirektor, Hauptmann Krebs. In der gelehrten Gesellschaft der Akademiker wurde es also fühn und feierlich ausgesprochen, daß das Problem der Lenkbarkeit des Luftballons gelöst sei. Herr Hervé Mangon N. In größter Lebensgefahr schwebte heute Vormittag 11 Uhr der sechsjährige Knabe Walter Kühle, Breitestraße 29 wohnend, dadurch, daß er beim Aufsuchen von Pferdebahnbillets in derselben Straße unter einen Destillationswagen gerieth. Ehe es dem Kutscher möglich war, die Pferde anzuhalten, wurde der Knabe über den linken Fuß gefahren und mußte sofort in ärztliche Behandlung gegeben werden. N. Refognoszirt. Der am Montag Abend am Görliger Ufer von seinem mit Steinen beladenen Wagen überfahrene und in Folge der erhaltenen schweren inneren Verlegungen sofort verstorbene Kutscher ist gestern Nachmittag im Obduktionshause von seiner Frau als der in der Skaliperstraße gewohnt habende Kutscher Buke rekognoszirt worden. Gerichts- Zeitung. Dublin, 24. Auguft. Gestern wurden die Verhandlungen gegen die der widernatürlichen Verbrechen angeklagten Cornwall und Genoffen zum Abschlusse gebracht. Der Quäler und Weinkaufmann, James Pillar, ein 70 jähriger Greis, der fich schuldig bekannte, wurde zu 20 Jahren Buchthaus verurtheilt. Der frühere Sekretär des irischen Poſtamtes, Cornwall, der vorigen Mittwoch von der Hauptanklage freigesprochen worden, wurde sammt dem Kapitän Kirwan nochmals vor die Geschworenen gestellt. Die Jury vermochte fich aber nicht über ein Verdikt zu einigen, infolge deffen die beiden Angeklagten bis zu den nächsten Affisen zurückgestellt, aber gegen hohe Raution auf freien Fuß gesezt wurden. Der Er- Detektivinspettor French wurde bebufs Ermittelung seines Geisteszustandes ebenfalls bis zur nächsten Schwurgerichtsperiode zurückgestellt. Vermischtes. Hamburg, 26. Auguft. Zum Kapitel der Lustmorde berichten die amb. Nachr." vom 25. August: In unserer Nachbarstadt Wandsbeck ist gestern Abend spät ein furchtbares Verbrechen verübt worden. Der Thatbestand ist folgender: Gestern Abend gegen 11%, Uhr hörte man in der Nähe des Hotels Marienhof in Wandsbed ein martdurchdringendes Ge schrei, welches von einem Frauenzimmer herzurühren schien. Beamte und Privatpersonen durchsuchten hierauf sofort die Gegend und fanden in dem Gehölz bei der Goethestraße ein Frauenzimmer in entseglichem Zustande vor. Der Unglüdlichen war der Leib bis zur Brusthöhle aufgeschlißt und die Eingeweide waren herausgequollen. Die Person, eine Wittwe Namens Anna Katharina Maria Roops, wohnhaft in der Peterftraße Nr. 21 bei Schüder, war trop der furchtbaren Ver legungen in der Lage, angeben zu können, daß sie mit der Händlersfrau Marie Ehlers, geb. Terschinska, wohnhaft in Hamm, Borstelmannsweg 170 im Hinterhause, zusammen in Reisner's Tivoli gewesen und von einem Manne nach jener einsamen Stelle hingelockt worden sei. Bald darauf wurde denn auch die Ehlers in dem nahe dem Gehölz gelegenen Elvers'schen Garten ohnmächtig aufgefunden. Dieselbe hatte Schnitte im Halse; indeß scheint hier dem Mordgefellen die Kraft versagt zu haben, indem die Schnitte nicht sehr tief waren. Beide Frauenzimmer wurden sofort in das städtische Krankenhaus gebracht. Die Roops hatte nach ärztlichem Befunde mehrere tiefe Kreuz- und Querschnitte im Unterleibe. Der Bustand der Koops ist denn auch ein hoffnungsloser, wogegen die Ehlers bereits morgen wieder aus dem Krankenhause entlassen werden dürfte. Nach den Aussagen beider Frauenzimmer ist nicht daran zu zweifeln, daß hier ein Luftmordversuch vorliegt. Auch daß die That von einem und demselben Menschen ausgeführt ist, geht aus dem Umstand hervor, daß beide Opfer den Thäter gleich bezeichnen. Hiernach ist derselbe ein Mann von etwa 40 Jah ren. Seine Sprache war plattdeutsch nach hamburgischem Dia left. Die Wandsbecker und Hamburger Polizei hat Nachfor schungen nach allen Richtungen angestellt, um des Thäters habhaft zu werden. Nach Meinung der beiden Frauen ist der felbe ein Schlächter. Fast unerklärlich erscheint es, daß die Mordthat, welche dech geraume Zeit erforderte, während des lebhaften Verkehrs gelegentlich des gestern stattgefundenen Pferde, Kram- und Viehmarktes in Wandsbed ausgeführt werden konnte, ohne daß Jemand sogleich das Schreien des mißhandelten Frauenzimmers vernahm. Muthmaßlich wurde daffelbe von dem Jabimarktstrubel übertönt. Begreiflicherweise herrscht in Wandsbed in Folge der ruchlosen That eine allgemeine Aufregung. betont es ausdrücklich, daß die Stationen jener Luftfahrt, Ziel und Landungspunkt vorher bestimmt gewesen und genau nach festgestelltem Programm erreicht worden wären. Es ist selbst verständlich, daß Hauptmann Renard sein großes Geheimniß wahrt und auch Hervé Mangon war nicht in der Lage, der Akademie mit pofitiven Daten aufzuwarten. Er fonstatirte nur das in der That erstaunliche Faktum dieser wenn auch kurzen - dreiundzwanzig Minuten dauernden aber immerhin doch gewissermaßen fahrplanmäßigen Expedition und entwarf eine Schilderung des neuartigen Luftballons, ber, wie bereits er wähnt, einer Riefencigarre gleicht und mit Steuer und Schraube Ein auf offener See wahnsinnig gewordener Schiffstapitän. Man schreibt aus Bremen amerikanischen Blättern: ,, Das deutsche Schiff ,, Margarethe", Kapitän Hilmer, welches von Newyork mit einer Ladung Rohöl am 2. Juni absegelte und in Bremerhafen am 11. Juli anlangte, hatte ein graufiges Reiseergebniß zu verzeichnen. Die Mannschaft, welche aus dem ersten Mate, F. Wiggers, dem zweiten Mate, P. Fischer, zwei Matrosen und einem Schiffsjungen bestand, bemerkte sogleich nach der Abfahrt von Newyork, daß der Kapitän an heftigem Unwohlsein litt. Er hatte seiner Aussage nach andauernde Unterleibsschmerzen, schlief nicht, nahm wenig Nahrung zu fich und zeigte auch im Uebrigen ein auf fälliges Benehmen. Das ging so bis zum 13. Juni; dann wurde der Kapitän immer unruhiger, suchte nach angeblichen Matrosen, die ihm nach dem Leben trachteten, und sprach oft allerlei Dinge durcheinander. Am 14. war er wieder anschei nend ganz vernünftig; er machte seine Beobachtungen und Be rechnungen und gab geordnete Befehle. Als gegen Abend F. Wiggers auf dem Borderdeck stand, fragte ihn der Kapitän plößlich, was die ganze Mannschaft auf dem Halb- Deck suche. Der Steuermann versicherte ihm, daß Niemand dort wäre, doch der Kapitän bestritt dies eifrig und sagte, er wiffe, daß die Mannschaft ihn über Bord werfen wolle. Wiggers verließ ihn dann und legte sich gegen 8 Uhr zu Bett. Nach taum einer Stunde aber ward er durch einen Schuß, dem ein Schrei folgte, aufgeschreckt. Er eilte aus seiner Rabine und traf auf den flüchtenden Schiffsjungen Wertjen, welcher ihm mittheilte, daß der Kapitän ihn gerufen und dann auf ihn mit dem Revolver gefeuert hätte. Wiggers stürzte zur Kapitäns- Kajüte, aber sowie er fie öffnete, zielte der Kapitän mit dem Revolver auf ihn und drohte ihn niederzuschießen, falls er eintrete. Wiggers schloß darauf die Thüre, öffnete fie aber nach einer Weile vorsichtig und sah nun zu seinem Entseßen, daß aus einer Ecke der Ka jüte helle Flammen mit viel Qualm untermischt hervor schlugen. Er eilte schnell auf Ded, alarmirte die Mannichaft, begab sich mit ihr, nachdem man ein paar Matragen als Schilde gegen die Kugeln mitgenommen, zur Kajüte. Dort sah man ben Kapitän im Begriff, aus einer Flasche Petroleum in die Flamme zu gießen. Wiggers sprang auf ihn zu, umflammerte ihn und warf ihn aufs Bett. Dem Rapitän gelang es jedoch, seine Hand mit dem Revolver frei zu bekommen, und eine Kugel auste dicht an des Steuermanns Knpf vorüber. Derselbe floh jest in seine eigene Kajüte, der Kapitän stürzte ihm mit dem gespannten Revolver nach. Zweimal feuerte er noch auf ihn, und nur die schnell verschlossene Thür rettete Wiggers. Als er von dem Kapitän nichts mehr hörte, schlich er fich wieder zum Feuer und machte Löschversuche. Plöglich hörte er wieder einen grellen Schrei auf Deck, er rannte nach oben und erfuhr, daß der Kapitän den Mann am Steuer mit dem Revolver ver jagt hatte. Das Schiff war in größter Gefahr. Wiggers sprang zum Rade und richtete es wieder; von dem Kapitän fah er nichts mehr; nach einiger Zeit belam er die Meldung, daß das Feuer fast gelöscht sei. Inzwischen war ein schweres Unwetter herauf gezogen, welches die ganze Nacht mit größter Schiffswand Blutspuren, und es wurde dadurch die Voraus Heftigkeit tobte. Am Morgen fand man an der äußeren fegung bestätigt, daß der wahnsinnige Kapitän über Bord ge stürzt sei. Zeitungs Anzeigen. Ich fordere den Taglöhner Scis auf, seinen Aufenthaltsort anzuzeigen, um ihn wegen der Theil ung seiner verstorbenen Mutter zu verhandeln. Ein Bier fellner ist wegen Altersschwäche zu vermiethen. Fünf Thaler Belohnung Demjenigen, der mir den Verbleib meines am 24. ds. Mts. abhanden gekommenen Hundes so anzeigt, daß ic denselben gerichtlich belangen kann. denselben gerichtlich belangen kann. Vom 1. Juli ab wohne ich mir gegenüber und bitte auch da um gütigen Zuspruch. Ein englischer Hühnerhund ist wegen Eintritt zum Militär zu verkaufen. Auf meinem Gute ist die herrschaftliche Milch zu verpachten. Ein zahlreicher, aus neun Röpfen bestehender Familienvater bittet edle Menschenfreunde um milde Gaben. Stiefeln aus Damenleder fertigt billigst A. R., Schuhmacher meiſter. Der toll gewordene Scheerenschleifer. In einem flei nem Drte Thüringens hatte man bisher noch fein Belociped gesehen. In den letzten Tagen fuhr der erste Velocipedist ftol durch den Ort. Ein kleiner Bube wurde durch diese neue Gr scheinung so erschreckt, daß er sich zu feiner Mutter flüchtete und rief: Mutter, Mutter, es isch e Schüreschleifer( Scheeren schleifer) wüthig wor'n!" Teller, mit der Abbildung eines lenkbaren Luftballons dazu be stellen" So tief wurzelt die Ueberzeugung von der Macht der die uns schon mit ihren ersten Entwicklungsphasen durch die wunderbarsten Resultate gewöhnt haben, Mißtrauen und Un glauben fahren zu laffen. Was nun speziell unser Thema betrifft, so sei bemerkt, daß Hauptmann Renard kein Phantast ist. Dieser Offizier ist einer der ingeniösesten, ruhig denkenden Köpfe, ein Mann von In telligenz, Bildung, Energie und Ausdauer, der schon durch und durch eine Reihe militärisch- praktischer Leistungen in diesem Geheimniß. Die große Schwierigkeit der Konstruktion bestand selbst scheint seiner Sache gewiß zu sein; einem journalistischen eben darin, einen entsprechend leichten und doch gleichzeitig Interviewer, der ihn fragte, ob er das Problem der Luftschiff und einem elektrischen Motor versehen ist. Die spezielle Behandlung des Lenfapparates bleibt nun natürlich vorderhand hinlänglich fräftigen Motor zu schaffen. Der Motor dieses Luftballons ist aus einer Serie von Affumulatoren hergestellt, welche während mehrerer Stunden zehn Pferdekraft liefern und die Schraube in Bewegung sezen. Der Ballon ist aus widerstandsfähigem dichten Taffet gefertigt und mit einem Nege überzogen, welches die Gondel und die Schraube trägt. Das ist das Bild des neuen Luftballons, über welchen der Gelehrte noch berichtet, daß, sobald die beiden Luftschiffer fich zum Aufstiege angeschickt hatten und die Echraube durch eine rotirende Bewegung in Gang gebracht war, der Ballon nach dem von vornherein firirten Punkte, der Eremitage vom Villebon, seine Richtung nahm. Der Wind wehte in diesem Augenblide von Westen mit einer Schnelligkeit von fünf Meter die Sekunde, aber der Ballon schwamm im Aether gegen die Luftströmung, beschrieb dann, am Biele angelangt, gravitätisch einen impofanten halbkreis und bewegte fich gemüthlich nach feinem Ausgangspunkte in Mendon wieder zurüd Dies ist dem Rapporte des Akademikers zu entnehmen. Man hat fich faum noch von der Herrlichkeit bestriden laffen, den merkwürdigen Triumph förmlich im Namen der Wiffenschaft verkündet zu hören, als auch schon der Sleptizismus mit rauher Hand anpocht. Denn auf feinem anderen Gebiete des Nachdentens und Unternehmens baben Abenteuerlichkeiten und Thorheit ihrerseits solche Triumphe gefeiert, eben in den Versuchen, den Luftballon lentbar zu machen. Es scheint freilich, als ob heutzutage angesichts wie fahrt als absolut gelöst betrachte, antwortete er: Ja wohl! Wir sind jezt Herr des Luftballons. Das Ganze ist nur mehr die nöthigen Kredite gewähren wird. Einer unserer Apparate eine Geld und Zeitfrage, und wir dürfen hoffen, daß man und bedarf nur noch weniger Monate, um vollständig fonftrunt qu sein, und wenn man vor den Auslagen nicht zurückschredt, die Armee haben, die uns im Kriegsfalle die größten Dienste t leisten geeignet wäre. Wir könnten es, dank der neuen lent verkehr- System zu etabliren. Wie viele Bailons mit werth vollen Korrespondenzen find während der Belagerung von 1870 von Paris aufgeftiegen? Wie aber auch wieder zurüd fehren? Nun wären wir so weit, felbst auf eine Entfernung wie zwischen Paris und Bordeaux, und gleich viel welchen Buntten, immer einen Dienst ebenso leicht einzurichten wie mittelft der Schienenwege. Doch das ist noch nicht Alles. Unsere Bal Ions fönnen auch sehr gefürchtete Kriegsmaschinen werden. Einer der größten Vortheile der Luftschifffahrt besteht darin, daß, je größer ein Ballon ist, er desto größere Dienste leiften fann. Es hindert jetzt nichts mehr daran, Ballons zu fonftruiren, welche mehr als hundert Soldaten befördern fönnten." Man glaubt zu träumen, wenn man derlei Behauptungen vernimmt, und dennoch wird Hauptmann Renard als ein Mensch ge rühmt, der durch männlichen, wie durch wissenschaftlichen Ernft fich gleich auszeichnet und dem eitle Unbescheidenheit fremd ift feit aus. Man glaubt indeffen, daß bei einer feiner nächsten Fahrten Delegirte der Akademie von dem Kriegsministerium der mächtigen neuen Wissenschaft, genannt Elektrizität, Der Charakter seiner Experimente schließt leider die Deffentlich welche vielleicht berufen ist, noch unserem Jahrhundert ihren Stempel voll und ganz aufzudrücken, jede Ünmöglichkeit und jede Unwahrscheinlichkeit zu schwinden anfinge. Herr Clemenceau, der bedeutende Politiker, der, wenn er gerade im Parlament dem Kabinet feine Oppofition zu machen hat, ein eben so bedeutender Kunstkenner und Amateur ist, befist eine prächtige Sammlung von Fayencen, die mit Abbildungen aus dem Erfindungsbereiche der Luftschifffahrt geschmückt find. In einer fleinen Frühstücksgesellschaft, welcher er dieser Tage mit richtigem Liebhabereibehagen die intereffante Kollektion zeigte, tief ihm eine der hervorragendften Autoritäten auf dem Gebiete der Elektrizität, Herr Dr. Kornelius Herz, der Chefredakteur des ausgezeichneten Journals La Lumière Electrique", flegesgewiß zu: Run lönnen Sie fich auch gleich einen neuen Fayence uns dann die Wissenschaft wenigstens so viel zu sagen ver mögen, ob schon mehr als das Prinzip gefunden, ob zwischen Theorie und Praxis noch eine weite Strede zurückzulegen ift. Denn schon erheben fich gegnerische Stimmen, welche den Werth der neuen Erfindung nicht gelten laffen wollen. Victor Hugo, der Poet, ist freilich anderer Meinung. Der Schwung feiner Begeisterung fennt feinen Zweifel, und in einem enthu flastischen Gedichte, betitelt: La direction des ballons", das fein Drgan, der Rappel", veröffentlichte, preift er das mensch liche Genie, welches den Himmel erflimmt". ( N. Mr. Tabl.) Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Tind und Beilag von May 2ading in Berlin SW. Buthfiraße 2. St ta TH m SHE SPIBE