Nr. 129. Mittwoch, 3. September 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Bolfsblatt" erfcheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Pf. Einzelne Rummern 5 Pf. Bostabonnement pro Duartal 3 Mart.( Eingetragen im VIII. Nachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inferate werden bis 4 tihr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncens Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berfin SW., Bimmerftraße 44. Abonnements- Einladung. Für den Monat September eröffnen wir ein neues Abonnement auf das Berliner Volksblatt." 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Die ewigen Grenzstreitigkeiten haben bei den machthabenden Parteien und Gewalten eine gegenseitige Erbitterung hervorgerufen, die sich auch in den Zeiten tiefften Friedens in großem gegenseitigen Mißtrauen fundgiebt. Sagt doch in Bezug auf obige Mittheilung ein französisches Blatt:" Deutschland schmeichelt uns- Frankreich halte fich refervirt." Die jedesmalige Regierung in beiden Ländern übernimmt die Tradition der früheren, und außerdem erinnert die Annexion von Elsaß- Lothringen die Franzosen immerwährend und peinlich an ihre Niederlage. Und dieser ,, Stein des Anstoßes" wird vermuthlich noch auf lange Zeit neben vielen anderen ,, nationalen" und afterpatriotischen Eigenthümlichkeiten in beiden Ländern ein ehrliches, dauerndes Bündniß verhindern. Wir haben schon mehrfach in diesem Blatte erklärt, daß ein deutsch französisches Bündniß die Bürgschaft des europäischen Friedens in fich trage, daß Deutschland und Frankreich keine oder doch nur geringe widerstreitende In- längere Zeit erhalten bleibt. tereffen hätten, b. h. daß ihre Konkurrenz in der Produktion und dem Handel teine sehr große sei, daß also die wirth haftlichen Berhältnisse der beiden Länder kein Hinderniß eines Bündnisses wären. Es ist nun Deshalb fann man vorläufig schon zufrieden sein, wenn durch wenigstens der Frieden auf leiber so, daß die Regierungen in allen Militärstaaten und Militärstaaten find mehr oder weniger die europäischen Großßtaaten gerade durch das Großzüchten des Militarismus ab und zu auf einen„ frischen, fröhlichen Krieg" angewiesen find. Deshalb hatte" auch das sogenannte" Dreikaiserbündniß" niemals langen Bestand. Es wird vielleicht in einigen Tagen wieber erneuert werden, doch sind die politischen nnd wirthschaftlichen Interessen Rußlands und Desterreichs fo heterogen, daß die Freundschaft" zwischen diesen beiben Reichen nur eine äußerliche, fünftlich aufrecht erhaltene und es nur eine Frage der Zeit ist, daß ungarische Husaren mit russischen Kosaden handgemein werden. Nun kommt die erfreuliche Nachricht, daß, wenn auch bon einem Bündniß nicht die Rede ist, doch die Regierungen beiber Nationen sich gegenseitig Freundlichkeiten bezeigen. langen Bestand. So schreibt die Kölnische Zeitung": Wir Deutsche haben zur Zeit keinerlei Anlaß, für die Sicherheit unserer in China befindlichen Staatsangehörigen zu bangen. Unsere Marinestation bort ist bestens beseßt und in gewiegteften Händen. Zudem hat die deutsche Reichsregierung in Voraussicht der Dinge, die da kommen würden, bereits im vorigen Jahre mit der französischen Regierung ein Abtom men bahin getroffen, daß die französische Macht bei friegerischen Berwickelungen in China da, wo feine deutschen Schiffe zur Hand sind, die deutsch en Interessen den französischen gleich wahren und schützen wird." Diese Freundlichkeit der Franzosen den Deutschen ge genüber ist doch mehr als Höflichkeit- dieselbe mag ja im Feuilleton. Radbrud verboten.] 391 Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. ( Fortsetzung) Frau Betigrew fam bei hereindämmerndem Abend in ihrer Stuhl, nahm den losen Biegelstein über dem Kamin heraus und steckte die Hand in die Deffnung. Sie war leer! Wirklich leer! Die Hoffnung ihres Lebens war ihr geraubt worden. Mit einem wilden Schrei warf fie fich zu Boden. 23. Kapitel. Mit den nebelgrauen düsteren Novembertagen begannen Europa starrt in Waffen- und Waffen sind zum Kriegführen da; Gelegenheit aber zum Streit kann leicht Kriegführen da; Gelegenheit aber zum Streit fann leicht gefunden werden. So lange nun der ,, bewaffnete Friebe" aufrecht erhalten bleibt, so lange ist kein Bündniß zwischen aufrecht erhalten bleibt, so lange ist kein Bündniß zwischen einzelnen Mächten dauernd- und so halten wir auch leider ein deutsch- französisches Bündniß vorläufig für unmöglich. Leider, ja leider! Ein solches Bündniß wäre auch gar zu herrlich, als daß es zu Stande fommen fönnte. Die freilonservative Post", die zuweilen und in dieser Rupert seufzte. Er dachte daran, wie sehr Francesca diese Blumen geliebt hatte. überreichte. Die Unbekannte ging weiter, und Rupert folgte ihr in müßiger Neugier, die Büge der Fremden zu sehen. Sie betrat ein Lapifferiewaarengeschäft, und Rupert, der durch's Fenster blickte, da fie ihm noch immer den Rücken zuwendete, bemerkte wie sie ihr Badet öffuete und dessen Inhalt einem Ladendiener überreichte. Die Geschäftsführerin tam herbei, zahlte dem Mädchen etwas Geld aus und breitete ein großes Stück Kanevas aus, über das fich eine längere Unterredung zu entspinnen schien. Die Fremde trug endlich die angefangene Stiderei näher zum Fenster und schlug ihren Schleier zurück. Rupert sah Francesca ins Gesicht. Laumelnd vor Freude trat er bei Seite und wartete mit zitternder Ungeduld, bis fie den Laden verließ. Er folgte ihr aufs Neue und erst als fte in einer wenig belebten Straße angenommen waren, näherte er fich ihr. Francesca! O Francesca, warte! Ich suche schon so ,, D Rupert!" rief Francesca, ihm erfreut die Hand ent gegenstredend. Leben der Einsamkeit und unausgesezter Arbeit, die wechsel- lange nach Dir!" Lofe Tretmühle seiner täglichen Beschäftigung bedrückte sein Gemüth. Wenn er die fühne Entschlossenheit, die Ausdauer und Beharrlichkeit des vorstorbenen Sir Gilbert, seines Vaters Wie fonntet Ihr Euch so verbergen, Francesca? Ich Er wollte ihr das Packet abnehmen, das sie aus dem Laden gebracht hatte. und Myra Barth's besaß, die ihn zu fördern vermochten, hatte suche schon seit Jahren nach Dir." Die Natur ihm auch die frankhafte Empfindlichkeit seiner Mutter, Der Lady Barth verliehen. Er war sehr schwermüthig, als er eines Nachmittags Nein, nein," wehrte Francesca ab, ich bin jetzt daran geUnd ich nicht minder," sagte Rupert, es ihr entwindend. früher als gewöhnlich das Komptoir verließ, um einen Auf- wöhnt, Padete zu tragen." trag bei einem italienischen Schiffskapitän zu besorgen. In trübe Gedanken versunken fehrte er durch Bischoygatestreet Und wie befindet sich Deine Mama?" nach Hause zurüd, als seine Aufmerksamkeit sich auf eine junge Dame lenkte, die mit schnellen Schritten vor ihm herging. Ein Etwas in ihrer vornehmen Haltung und manches Wider Spruchsvolle in ihrer Erscheinung zog feinen Blid an. Sie be wegte fich wie eine Königin durch die Menge, aber fie hielt ein ziemlich großes Padet in der Hand. Ihr schwarzes Seidenfleib war alt und abgetragen, während ihr Shawltuch sehr loftbar schien, ihre Handschuhe waren von Baumwolle aber der Sie ist wohl," erwiederte Francesca, aber ihre Heiterkeit war plöglich verschwunden. Und wird fie fich nicht freuen, mich so unvermuthet wiederzusehen?" Francesca antwortete nicht. Diese beiden so stolzen Frauen hatten sich und ihre Armuth so lange verborgen. Einem ehemaligen Freunde wieder zu begegnen mußte schmerzlich für sie sein. Rupert wurde besorgt und unruhig. Francescas erster Blid, ihr erster Ausruf hatten Freude Hintertopfe zusammengesteckt waren, zeigte ein feines Spigen verrathen, aber jest war fie schweigsam und eher betrübt ihre Waare anbot. gewebe. Sie blieb vor einer Blumenhändlerin stehen, die ihr Die Tuberosen tosten nur zwei Pence, Fräulein. Es ist icon spät, bitte laufen Sie die Blumen." Das junge Mädchen zögerte einen Augenblic, dann kaufte Re den tleinen Strauß. als froh. Hatte sie ihn in diefen Jahren vergeffen, oder gar ein neues Band geknüpft, liebte fie vielleicht einen Anderen, oder war fle gar Francesca," rief er verzweiflungsvoll ,,, bist Du etwa ver heirathet?" Frage schon mehrfach recht vernünftige Anwandlungen hat, schreibt über die Möglichkeit einer Allianz zwischen Frankreich und Deutschland folgendes: " ,, Es wäre die Blüthe der europäi= schen Gesittung, wenn die gebildeten Nationen des Festlandes jeden Krieg unter einander für einen Bruderkrieg erkennen würden, wenn sie ihre getheilten, aber sich unterstützenden, Anstrengungen auf die Kultivirung der ungeheuren Länder= gebiete richten fönnten, die auf unserer Erde noch der Barbarei oder gar dem Wüstenzustand ver= fallen sind. Unsere Zeit hat so viele fern oder unmöglich geglaubte Ziele in die Nähe ihres Blickes tommen sehen, daß uns Lebenden vielleicht noch bes schieden ist, auch das eben genannte 3iel in einer ungeahnten wohlthätigen Nähe zu fehen." Wenn dieser wahrhaft eble Aufschrei des konservativen Blattes auch unter der Herrschaft des Kolonialfiebers entstanden sein mag, so find wir doch vollständig mit demselben einverstanden und fügen nur noch hinzu, daß neben der Kultur, die entfernten Ländern gebracht, auch die Kultur im Innern, deren alle gebildeten Nationen des Festlandes" noch dringend bedürftig sind, dann endlich, wenn Frieden und Freundschaft die Nationen verbindet, in reichlichem Maße gehegt und gepflegt werden könnte. Aber durch bloße Freundlichkeiten zwischen den Regierungen wird ein solcher Zustand nicht hervorgerufen; auch wenn die gebildeten Nationen des Festlandes jeden Krieg unter einander als Bruderkrieg erkennen, werden diese Bruderkriege" doch nicht eher aufhören, bis die Nationen zugleich ihre Kriegsrüstung, ihre Waffen niederlegen- dann erst kann gegenseitiges Vertrauen erweckt, dann erst können ehrliche Freundschaftsbündnisse geschlossen werden. Kolonieen und Reichstag. Ganz am Schluffe der legten Seffion wurde unversehens die Kolonialfrage in den deutschen Reichstag hineingeschnellt, und eine längere Debatte veranstaltet, welche fich dadurch auszeichnete, daß sämmtliche Redner ohne Ausnahme lediglich BabIreben hielten, und daß folglich, da es sich blos um rhetorisch- agitatorische Effekte handelte, der Kern der Frage vollkommen unberührt und Alles schließlich hübsch in der Schwebe blieb. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt, und das Publikum war nach der Debatte genau so flug wie zuvor namentlich auch in Bezug auf die An- und Abfichten der Reichsregierung. Denn Fürst Bismarck hatte zwar zwei sehr lange Reden ges halten und in diesen zwei sehr langen Reden auch sehr viel Francesca lachte fröhlich auf. Wer hat Dir diesen Unfinn in den Kopf gesezt?" Die Eifersucht," erwiderte Rupert schnell. Du scheinst nicht sehr entzückt, mich wieder zu sehen, Francesca." Das Mädchen ging schweigend weiter. Wohnt Jbr in dieser Gegend?" fragte Rupert. Ich werde Dich nach Hause begleiten, darf ich?" Francesca gab wieder keine Antwort, aber ihre Stirn zog fich in Falten, und ihre Wangen bedeckten sich mit leisem Roth. An der nächsten Straßenbiegung blieb fie stehen. Wohnt Ihr im Bethnal- Distrikt, Francesca?" " Ja," erwiderte Francesca fleinlaut. ,, Ah! Auch ich wohne seit mehr als einem Jahre hier. Und wie merkwürdig, daß wir uns niemals begegnet find!" Du wohnst hier, Rupert?" fragte Francesca in höchstem Erstaunen, und weiter schreitend musterte sie prüfend seinen Anzug. Er war sehr sauber und anständig gekleidet, aber seine Stiefel waren geflidt, er trug teine Haudschuhe und sein Ueberzieher sah aus, als wäre er schon vor mehreren Jahren gekauft worden. Ich glaubte, Du wärest in Bide," fuhr fie fort. Lady Bide ist gestorben," sagte Rupert traurig. " Ja, das habe ich in der Zeitung gelesen, aber warst Du nicht ihr Erbe?" Das sagte fie mir wenigstens noch kurz vor ihrem Tode, aber ihr Testament konnte nicht aufgefunden werden, es ist verschwunden, niemand vermag fich zu erklären, auf welche Weise, und so verließ ich das Schloß mit fünfzig Bfund in der Tasche und mit meinem Reisefoffer und meinen Kleidern. Ich bin jest Korrespondent in einem Großhandlungshause. Die Stelle ist nicht schlecht, aber es ist eine ziemlich unangenehme nnd ermüdende Beschäftigung. Meine Wohnung ist dort drüben in harestreet. Nun, schämst Du Dich noch mit mir zu gehen?" Wir wohnen in Bird- Kagestreet," sagte Francesea herzlich." D, Mama wird sich sehr freuen, Dich wieder zu sehen. Du mußt zum Thee bei uns bleiben, wenn es Dir nicht zu ärmlich bei uns ist, denn wir verdienen unsern Lebensunterhalt burch allerlei Handarbeiten, größtentheils durch Stiden und Stricken, und das Packet, das Du unter Deinem Arm hrägst, enthält ein Kunstwert von mir, lieber Rupert." Milly Wrigley würde in Thränen zerflossen sein, wenn fie Francesca gesehen und gehört hätte, und auch Ruper fühlte sich ins Herz getroffen. Der gesagt, aber er hatte sich sorgfaltm gehüW, ein best»rmntes Programm aufzustellen und durch seine akademischen Ausfüh« rungen und unakademischen Bierabend-Plaudereien die herrschende Ungewißheit und Unklarheit eher vermehrt als ver- Jedenfalls hatte er seinen Zweck, Stimmung für die Kolonialpolitik zu machen und eine gute Wahlparole zu ge- winnen, nicht erreicht. Der Reichstag wurde nicht aufgelöst— was sicher geschehen wäre, wenn die Reden des Fürsten Bismarck einen besseren Erfolg gehabt hätten; und es begann nach dem Ses- fionsschluß jene Agitationskampagne für Kolonialgründungen welche noch im frischen Gedächtmß ist. Wer gegen die„Ko- lonialpolitik" war, wurde der Reichsfeindschast angeklagt; in den Kolonieen lag die Zukunft Deutschlands, und Vre deutsch-ftei- sinnige Partei, welche Deutschland seiner glänzenden Zukunft berauben wollte, wurde in Acht und Bann gethan. Da kamen die schlimmen Nachrichten über Angra Pequena, die Werthlofigkett dieses Sandhaufens und die Unannehmlich- leiten, in welche er uns verwickelt. Und da die Opposition nun auf einmal in so drastischer Weise durch die Thatsache Recht bekam, so ließ der wilde Seechauvinismus unserer Kolonialpa- trioten plötzlich nach. Es war eine Pause im Sturm._ Jetzt, da nun plötzlich von allen Seiten die Nachncht von neuen Kolonialwerbungen einttifft, wo es förmlich Kolonieen regnet, da ist auch der phänomenale Eifer der Seechauvinisten wieder erwacht. Wir wollen uns nicht in eine Erörterung der Kolonial- politik einlassen. Was wir darüber denken, ist unfern Lesern bekannt. Wer da glaubt, daß der Ueberbevölkerung und U eb er Produktion durch Gründung von Kolonien abgeholfen werden könne, beurthettt die Sachlage vollkommen unrichtig. Von einer absoluten Ueberbevölkerung und Ueberproduktion kann ohnehin nicht die Rede sein; Deutschland könnte, bei gesunden wirthschaftlichen Verhältnissen, seine ganze Bevölkerung und noch weit mehr, vorirefflich ernährm, und alle seine Produkte und noch weit mehr, mit Er- folg zu Markte bringen; das Schlimme ist, daß eben die wirth- schaftlichen Verhäftnisse ungesunde find. Diese ungesunden wirthschaftlichen Verhättnisse werden jedoch nie unv nimmermehr durch Kolonien geheilt, oder auch nur wesentlich gebessert. Wäre dem so, dann müßte ja England ein wahres Paradies sein und alle so- zialen Leiden längst überwunden haben— besitzt es doch ein Kolonialreich, das etwa ein Dutzend Mal so viel Einwohner und hundert Mal so viel Flächenraum hat wie ganz Deutschland. Und doch weiß Jedermann, daß Ena- land gerade dasjenige Land ist, in welchem die größte Kluft besteht zwischen Armuth und Reichthum, wo der Mittelstand, dem unsere deutsche Kolonialpolitik hauptsächlich zu Gute kom- men soll, fastvollständiaverschwunden und die Proletarisirung der Massen am Weitesten vorgeschritten ist. Und die neuen deutschen Kolonieen sind nicht einmal dar- nach angethan, unserer überschüssigen Bevölkerung annähernd den Abfluß zu bieten, wie dies bei den meisten englischen Ko- lonieen der Fall ist. Was die Wilden und Halbwilden des„dunklen Kontinents" an Waaren verbrauchen können, ist äußerst geringfügig— gar nicht zu vergleichen mit dem Absatz-Mehr, welches durch eine Durch- schnittserhöhung des Arbeitslohn es um zehn Pfennige den Tag in Deutschland selbst erzielt werden kann! Oder glaubt man wohl, die deutsche Auswanderung ließe sich nach Afrika dirigiren? Das wäre doch eine thörichte Mei- nung. Die„deutsche Flagge", mit der so viel Aufhebens ge- macht wird, hat für die Menge der deutschen Auswanderer keinen Reiz. Es klingt das zwar sehr unangenehm, aber es ist leider wahr. Die wirthschaftlichen Mißstände, welche diese Fl agge„deckt", sind es ja gerade, die in der Regel den Auswanderer aus Deutschland hin- austreiben. Er sucht ein Kulturland, wo er sich ungehemmt bewegen und ein besseres Dasein führen kann. In einer deutsch-afrikanischen Kolonie würde er weder das Eine noch das Andere finden. Was immer man übrigens von der gegenwärtigen Kolo- nialpolitik denken mag, so viel steht fest, vie Annexionen an der afrikanischen Küste find ein Sprung ins Dunkle, und werden wir dabei auch nicht den Hals brechen, fintemalen wir theils auf lose Sandhaufen, theils in schilfigen Morast fallen— also immer weich-— so wird der Sprung uns doch gewiß einige Kosten verursachen. Die Kolonialpolitik wird aller Vorausberechnung nach uns schwere Verwicklungen bringen, und vielleicht uns recht theuer zu stehen kommen. Jedenfalls find die Interessen des deutschen Volkes engagirt. Hat aber das deutsche Volk in einer Angelegen- heit, die es so nahe berührt und die von solcher Tragwette ist. nicht ein Recht zu verlangen, daß es befragt „Die Veränderung meines Geschickes und die Schwierig- leiten, die ich zu überwinden habe, find nichts," sagte er, „und ein Mann kann und muß den Kampf mit dem Leben aufnehmen, aber Ihr, Du und die Frau Gräfin! Das ist ent- setzlich!" „Wir nennen uns jetzt Montqomerp, nicht Jdria," bemerkte Franeesea, nach Birdkagestreet einlenkend. „Du wist für mich immer nur Franeesea sein." Franeesea öffnete die Thür neben einem Bäckerladen. „Hier, hier herauf Rupert," faßte sie lächelnd, aber eine Thräne im Auge, welche ihr die Verlegenheit über die ärmliche Wohnung erpreßte. „Ich wohne über einem Grümkramgeschäft." sagte Rupert wie tröstend. „Es wäre unrecht, mrch darüber zu freuen, daß Du Dein Geld verloren hast, und Dir selbst Dein tägliches Brod verdienen mußt, Rupert," sagte Franeesea auf der Treppe stehen bleibend, aber was ich Dir nicht verhehlen will, ist, daß ich Dir nicht erlaubt haben würde, hierher zu kommen, wenn Du nicht in so unerwünschten Verhältnissen lebtest." „Ich verstehe," entgegnete Rupert mit strahlenden Augen zu ihr aufblickend.„Durch mein Mißgeschick find wir gesell- schaftlich einander wieder näher gerückt, und unser verwandtes Loos hat das Band der Sympathie zwischen uns fester ge- knüpft. Der Lohn für unsere Arbeit, den wir in unfern Taschen nach Hause tragen, wir jedem künftigen Mißverständniß vor- beugen. Nicht so, Franeesea?" Sie salCfo bezaubernd aus, als fie, eine Stufe über chm stehend, mit ihrem lächelnden und doch thränenersüllten Blick, sich zu ihm niederneigte, daß er ihr sein Entzücken durch einen Kuß auf ihre Hand auszudrücken versuchte. Franeesea entschlüpfte ihm rasch und öffnete, vor ihrer Wohnung angekommen die Thür zu einem freundlich ausge- statteten Zimmer, in dem die Gräfin Jdria mit leicht ergrau- tem Haar vor einem Arbeitsttschchen an einem Kinderröckchen strickend saß. Die Gräfin erhob fich erstaunt, als sie einen schlank ge- wachsenen jungen Mann mit einem zierlichen Schnurrbart und das Packet ihrer Tochter unter dem Arm, bei fich einrieten sah. „Franeesea!" rief fie überrascht aus. „Ja, Mama, es ist Rupert, Rupert Bide. Das Testament der Lady Bide konnte nicht gefunden werden, und so ging ihr Vermögen in andere Hände über, und er mußte für fich selbst sorgen, und ist nun in einem Großhandlungshause als Korrespondent in fremden Sprachen angestellt. Er ist ganz werde?— so fragt die„Hamburger Büraerzettung", der wir im WesentUchen vorstehenden Artikel entnehmen. Als es fich, so fahrt das genannte Blatt fort, vorigen Spätsommer um den spanischen Handelsvertrag handelte, wurde der Reichstag, wie fich's gebührte, zu einer außerordentlichen Session berufen. Unseres Erachtens legen die jüngsten Vorgänge an der afrikanischen Küste, die von ungleich größerer Tragweite find als der spanische Handelsvertrag, der Reichsrcgierung die Pflicht auf, den deutschen Reichstag schleu- nigst zu einer außerordentlichen Session zu berufen, damtt das deutsche Volk Gelegenheit hat, sich in der Person seiner! Vertreter über die neueste Kolonialpolitik des deutschen Reichs auszusprechen. politische Äeberstcht. Eine merkwürdige Notiz wandert seit geraumer Zett unbeanstandet durch die deutsche Presse. Da heißt es,„daß eine englische Arbeiterdelegation den hervor- ragendsten Industriezentren Deutschlands, Oesterreichs und Frankreichs einen Besuch abzustatten gedenke, um fich über die Lage der Rübenzuckerindustrie in den genannten Ländern, so- wie über die verschiedenen Ansichten, betreffend das Zucker- besteuerungssystem, zu informiren. Es scheint, daß man in England auf diese Enquete großen Werth legt, da die Dele- ritten mit Empfehlungen an die bedeutendsten in dieser Sache mteresfirten wirthschastspolitischen Autoritäten, sowie an die Syndikuskammern und ähnliche Körperschaften ausgestattet wer- den sollen. Ja, einige Londoner Blätter wollen sogar wissen, der Delegation sei eine Audienz beim Fürsten Bismarck in Ausficht gestellt worden, auf dessen Urtheu man ganz besonders gespannt sei." Auch wir find gespannt, aber nur darauf, als was diese famose Arbetterdelegation fich schließlich enthüllen wird. Daran kann doch Niemand im Ernste glauben, daß wirkliche englische Arbeiter Zett und Geld genug übrig haben, um eine kostspielige Reise durch Europa anzutreten und Dinge zu prüfen, welche für Fabrikanten ganz interessant find, deren Kenntniß aber die Lage des Arbeiters niemals bessern kann. Den Pferdefuß, welcher hinter diesem englischen Schwindel steckt, verräth auch bereits das„D. Tgbl.", indem es hinzu- fügt, daß hinter der Delegation bekannte Parlamentsmitglieder sowohl konservativer als liberaler Parteirichtuna stehen sollen. Zur Rickertaffaire. Was Herr Rickert bis jetzt aus un- verständlichem Edelmuth(?) unterlassen hat, thut nunmehr die „Pol. Wochensch.": fie nennt den Namen des Mannes, der ihr die gefälschten Briefe Rickerts eingeschickt und deren Pudli- lation veranlaßt hat. Es ist der S ch u l d i r e k t o r Adolf Prowein Thorn. Im Mai d. I. waren die österreichischen Behörden benachrichtigt worden, daß einer der gefährlichsten Anarchisten Namens Jgnaz Schul, sich in Newyorl nach Europa eingeschifft habe und eine große Menge Dynamit bei fich führe. Nun ent- puppt fich in einer Newyorker Zeitung der gefährliche Anarchist als ein behäbiger Bäckereibefitzer und Eigenthümer dreier Tene- menthäuser plant, der aber durch einen Zufall vereitelt worden iß nach dem Andern sollte Skandal provoziren und fich dan» schließen lassen. Am 28. d. Vormittags hatte Pavlovies Nachmittags der alte StarseeoieS selbst diese Aufgabe!"r es dann dazu kam, daß Letzterer von den Gendarmen eil wird, so sollten fich(alle Parteimitglieder dazwischen und der Gewalt bis aufs Äeußerste Trotz bieten. � aber am 28. d. Vormittags der alte Starseevies unwohl � auch andere Mitglieder fehlten und so entschloß fich der l»' still den Landtag zu verlassen., In den technischen Kreisen der Schweiz ew. von dem Ingenieur Carl Weiß projektirtes Untemehw'» gemeines Interesse. Die Konzesfiorsgesuche für dieses K nehmen find bereits an die Kantonsregierungen von Stadt und Landschaft eingereicht worden. Es handelt die Herstellung einer für industrielle Ausnutzung befliß Kraft von 3000 Pferdestärken, und zwar soll diese Kraft 1% innerhalb der Stadt Basel als auch an einzelnen PWsL Landschaft beliebig entnommen werden können. Der f. nehmer will zu dem bezeichneten Zwecke einen 3,7 Kar% Rheinkanal herstellen, der bei dem Hofgut Au, Bann M� welches durch Kontrakt bereits erworben ist, vom WLi zweigt, auf 2,4 Km. ein sechseckiges Turdinen-Basfi» � welches am westlichen Saume des Hardtwaldes in der | des Rheines liegt und von da beim Ausfluß deS Birsfelden in den Rhein mündet. An dem erwähnte« sollen 30 Turbinen von je 110 Pferdestärken angelegt% welche der 42 Meter breite Wafferfriom betreibt. Diese � Kraft soll nun elektrisch nach der Stadt und nach eing Punkten der Landschaft Basel übertragen werden: w» von eingeschalteten Äeeumulator-Batterieen rechnet der � nehmer dann auf die beliebige Verwendbarkeit von Pferdestärken. Die Leitung des Stromes soll durch em-, dickes, gut isolirtes oberirdisches Kabel geschehen. der ganzen Anlage find auf 5,7 Millionen Franken�, schlagt. Nach der Berechnung des Unternehmers Pferdekraft pro Tag nur auf l'j> Franken zu stehen t� der Abnehmer hätte hierbei nur die für die Transmisst»»' gen Einrichtungen zu treffen. %üt ein Bundnih aller Völker der lateinisch� s» schwärmt Castelar in einem Artikel des Pariser„Mahjj Romanen schreibt er die Aufgabe zu, den Germani»� besiegen. Er führt aus, daß er nicht begreift, wie> i nische Raffe, welche der Welt mit ihrem KacholizAJg geistige Einheit und mit dem römischen Rechte die% und politische Einhett geschenkt, welche mit ihrer% Renaissance im modernen Italien geweckt und mit fahrt die alten Welttheile erschlossen, die neuen entde® y nicht einigt gegenüber dem Germanismus, welcher v»' Alles verschlingende deutsche Einbett geschaffen hat, ri Drohungen ausgehen gegen die Rechte und den lateinischen Welt, gegenüber den panslavistischen Befm die aus den Ezechen Böhmens und den Kosaken Brüder machen; gegenüber den Skandinaviem(Easte�, wohl die Dänen), die mit den Schweden und"" gemeinsamen Ursprung anerkennen; herstammen; gegenüber � tief inneren Drange, »tt ht»r Tflrfrn# (Cassel NonWt ......... gegenüber den � I die stolz darauf find, daß ihre Ahnen von den dl Tiber oder des Guadalquivir t'~"----- gyaren endlich, die, einem ihre Genealogie mit derjenigen der Türken Vor Jahren hat Castelar in einem seiner besten Bund der Romanen mit den Germanen gefordett, Ueberfluthung des gebildeten Europa durch die stavZ, beugen; es wäre Vesser gewesen, er hätte diese» wiederholt, der heut richtiger denn je ist.... y- Eine Lafsallefeter veranstaltete in Paris de sozialistische Verein in seinem Lokale, der Arkade de- � die zahlreich besucht war. rieber den Verlauf des richtet ein Telegramm der„Nat.-Ztg.":„Ein Herr-. tl( eine Rede auf den berühmten sozialistischen Agitator- ihrer Mäßigung und deutsch-nationalen Tendenz genommen wurde. Sonst wurde der Abend mit � eines Theaterstückes, sowie mit der Abfingung d#, � � Arbeiter- Marseillaise und sonstiger sozialistischer� gefüllt. Den Schluß machte ein Ball, an welcbein � zahl hübscher und eleganter deutscher Sozialist'" nahmen." An einer liberale» Manifestation...... über 100,000 Männer, wovon viele aus den Pro« Unzählige Banner, Fahnen und Standarten»g* gm sür diese Gelegenheit begleiteten gen Zug, an dessen � Bürgermeister von Gent und der Vorstund oci liberalen Föderatton marschirten. Der Zug 0,njL Hauptstraßen nach dem königlichen Palais, wo � meister von Gent eine Petition der liberalen Fodt' i» entholt in der Fremde, er schilderte mit thränenuw� ' seiner Adoptivmutter, die letzten Stunden.......—----------... Dr. Äellodew mit Staunen und Schrecken v> r lung des Testaments bemerkt, und wie Lord rij# ihn, den Freudlosen und Verwaisten benommen � " fe< y1 wie es ihm endlich gelungen war, eine Stelle zu Franeeska war viel zurückhaltender in tvrei über die Vergangenheit. Sie erklärte nur, � immer ihre erste Wohnung inne hätten, und» zeugung gekommen waren, es sei leichter durch Handarbeiten sein Brod zu verdienen. geben. „Ich habe jede freie Minute dazu benutzt, � und hin ganze Abende durch die Straßen gezi. s Spur von Euch zu entdecken.", ,,„„.„y „Wir gehen niemals des Abends aus/ an Franeesea.„ �chte- Es war schon sehr spät, als Rupert daran verabschieden. 3...meile».!� Er erbat fich die Erlaubniß, Franzesea gegenwärtige Stellung nicht angemessen, ar»»- � hn" ab, doch gestattete fie ihm, zuweilen einen Ab u zubringm._„.nche Ruperts offenes heiteres Wesen, die eb � y seiner Verhältnisse, seine genaue Bekanntschat � ,%%% SU nes freudig erglänzen und vermochte es winnen, diesem Verkehr ein Ziel zu setzen- j «nuÄÄ Äfe. Mutter Arbeiten bei Serie und begann fi« lnC KiMI «KM der Jdrias, die zu pflegen und zu schonen (Forisetzung folgt.) 9 &£? W & 1 zu atrone Onen i rch be Der v ner g Finc nn au tem ergriffe tun ftüre blu Der H regt men Unte n Bai fich ftima t fom aßen t t Unte 1. Lang Multe bein In fac Der N Bird en Ba t werde fe enorm eingel Adjutanten des Königs, beauftragt fte zu empfangen, übergab.| Die Petition ersucht den König, von der verfaffungsmäßigen Brärogative Gebrauch zu machen und das neue Schulgesetz nicht zu unterzeichnen. In der Angelegenheit der Attentäterin Maria KaIuschnaja wird aus Ddessa gemeldet: Die Untersuchung ergab als Ursache, daß die Revolutionäre den für fte gefähr lichen Obersten Ratansky beseitigen wollten. Die Odeffaer Blätter berichten über das Ereigniß ganz rückhaltlos, die dor tigen Behörden scheinen den Fall überhaupt ohne Geheimthuerei behandeln zu wollen. Die Attentäterin wurde am 24. Auguft behufs photographischer Aufnahme unter großem Bulauf des Publikums in die Wohnung eines Photographen gebracht. Das junge Mädchen verhielt fich während der Aufnahme ganz munter, als ob mit ihr nichts vorgefallen wäre und rauchte in den Zwischenpausen Cigaretten, die ihr vom Gendarm angeboten wurden, wobei sie fich beklagte, daß fie im Arrest nicht rauchen dürfe. Wie ein reifer Apfel, versicherten offiziöse Kundgebungen aus Petersburg, sei M e rw den Ruffen in den Schooß gefallen; der Schritt wurde als unvermeidlich geschildert, weil die Sehn fucht der Turkmenen nach dem russischen Scepter unwiderstehlich gewesen sei. Nun tommt es an den Tag, daß diese Sehnsucht erft die Folge einiger blutigen Gefechte war. In aller Gile war in den ersten Tagen des Dezembers 1883 in Aschabad ein Detachement zur Einnahme Merms formirt worden, das aus je 2 Compagnien des 3. und 6. transtaspischen Schüßenbataillons, vier Bergschüßen, zwei Sotnien Rosaken und 20 Mann der berittenen Turcmenen- Miliz bestand. Am 4. Dezember a. St. rückte das Detachement aus Aschabad. Bis zum Ende des Februar bs. Js. fehlen Nachrichten über den Marsch der Abtheilung, die in der Nacht auf den 29. Februar a. St. bei Karyb- Ata ein Gefecht mit den Turkmenen zu bestehen hatte, obgleich ein offizielles Telegramm des Generals Komarow Ende Januar die Meldung brachte, Deputationen von 4 Turkmenenftämmen hätten ihm die Unterwerfung aller Merw- Turkmenen verkündet. Am 29. Februar schon fand ein zweites, fleineres Gefecht beim Aul Abdal Topas statt, zwei Tage später ein nächtlicher Ueberfall seitens der Turkmenen beim Aul SaryChan, welcher mit Erfolg zurückgeschlagen wurde. Am 4. März endlich wurde die Turkmenen- Festung Kauschut- Chan- Kala besept, womit die Besetzung der Merw- Dase vollendet war. Aus Der offiziellen Busammenstellung der stattgehabten Gefechte wie aus dem Befehl des Kaisers, den Truppen die zum Detachement gehörten, den Marsch nach Merw wie einen Kriegszug anzurechnen, geht flar hervor, daß die Besetzung der Dase teines wegs auf friedlichem Wege vor fich ging, was seiner Zeit auch englische Nachrichten behaupteten. it S er Un twa 3 n 25 Die Ro en va würde tomm ton ni en S tin" rism bie l Smud bürge Run ter S tt bat Die ri Don rieben trebung Barfo elar m Degern b Kumin Ufern ben geborde en. Bücher , um Den Do Borid er be Gobel Fefted trefce bie fällig Huffi rbeu Cieber 7 eine nen Tel na ingen Snid Spi belg burd er B nation Torten e mit Vern fich n, batte nden Aufid ber angen tch Sh aufaui fi artete b te en u abbol ale fils ch be Set th Dark ibrer d toarm en n ber ungen fich fle r und leiden räfin b abchen ber 2 ibres Ifen ag zerstören. werkverkehr vollständig labm gelegt, denn die beiden anderen werkverkehr vollständig lahm gelegt, denn die beiden anderen| Uebergänge, die Bergstraße und die Bergbuschftraße find fteile Sandwege, die kaum ein leerer Wagen ohne Vorspann passtren fann. Was soll nun daraus werden? frägt Jeder, und selbst die in Steglit sehr zahlreich vertretenen Anhänger der Partei des beschränkten Unterthanenverstandes schütteln die Köpfe. Es scheint doch wirklich wahr zu sein, wie ein hiesiges Blatt vor einigen Tagen schrieb, daß man fich mit der Unterführung der Albrechtstraße gründlich ver fahren hat; die Grundstüdsbefizer, die vor Beginn des Baues gar nicht gefragt wurden, beanspruchen ganz bedeutende Entschädigungen( der Eine z. B. 40 000 Thaler), weil ihnen die Ausfahrt genommen wird, und die Läden und Wohnungen entwerthet werden; die Baupolizei wird wahrscheinlich auch ein Wort mitgeredet haben. Inzwischen ist dem Stationspersonal durch die Bauzäune und das aufgestapelte Baumaterial die Beaufsichtigung des Bahnhofes sehr erschwert, und auf dem Abfahrtsperron befinden sich Vertiefungen, wo jeden Abend mit diesen Errungenschaften nicht vertraute Baffagiere zu Fall kommen. Was soll nun daraus werden? Muß erst noch ein zweites Unglüd pasfiren, um die Sache zur schnelleren Erledigung zu bringen? " Betreffs der Umgestaltung der im Norden Berlins gelegenen Bahnhöfe und des von ihnen beherrschten Verfehrs liegt nach einer neueren, der Tägl. Rundschau" zugehenden Mittheilung der Plan vor, an der Haideftraße einen großen Bentralbahnhof zu erbauen, welcher die Büge der Lehrter, Hamburger, Nord- und Stettiner Bahn aufnehmen und in Verbindung mit der Stadtbahn gebracht werden soll. Nach diesem Plan würde der bisherige Lehrter Lahnhof mit dem Ausstellungsplaße vereinigt, bezw. für Ausstellungszwecke eingerichtet werden; der den heutigen Berkehrsansprüchen in feiner Weise mehr genügende Hamburger Bahnhof würde als solcher ebenfalls eingehen und ebenso der Stettiner Bahnhof. Welche Verwendung legtgenannte beide Baulichkeiten finden würden, sei noch nicht festgestellt. Bis zur Ausführung des gedachten Planes würden die Hamburger Büge in den bisherigen Lehrter Bahnhof geleitet werden. Eine bestimmte Entfcheidung über den Zeitpunkt dieser Aenderung, so wird vorfichtig hinzugefügt, ist noch nicht getroffen. Swedes gefertigten Stempel, die bei der Fälschung benust find, nicht gefunden, wohl aber Kohlenbergwertsattien, von denen man annimmt, daß fie Falfifilate find. " 1 N. Durch einen Kanonenschuß wurde am Sonntag ein Konditorgehülfe K. in der Neuen Welt" auf eine entseßliche Weise verlegt. K. hatte, um den Beginn der Blondin'schen Vorstellung anzuzeigen eine Kanone, und zwar eine sog. englische, einem Böller gleichende, abgeschoffen und wurde dem Genannten bei dem Schuß das Geficht entseßlich verlegt. Die Sehtraft des rechten Auges hat St. wahrscheinlich gänzlich verloren und auch die Beibehaltung des linken steht in Frage. Eine Schuld an diesem traurigen Ereignis tann nur R. selbst treffen. Derselbe wurde sofort nach der Charite gebracht. Gerichts- Zeitung. Den Beamten der Selbstverwaltung wird gegen fie verübte Ausschreitungen nach dem Ausspruch des Vorftzenden der 90. Abtheilung des hiesigen Schöffengerichts Amtsrichter Wagner ein ganz besonderer Schuß gewährt werden müffen, wenn ihnen nicht die Liebe zu ihrem so verantwortlichen und selbstlos ausgeübten Beruf verloren gehen soll. An der genannten Abtheilung gelangte heute eine Anklage gegen den Schloffer Julius Martin wegen öffentlicher Beleidigung des Armencommissions- Vorstehers Malermeisters Mandel zur Verhand lung. Der Angeklagte batte im Frühjahr ds. Js. ein Unterftüßungsgesuch an den Verein gegen Berarmung und Bettelet gerichtet, von welchem die Recherchen bei dem Armenkommisfions- Vorsteher Mandel eingezogen wurden. Auf Grund der erhaltenen Auskunft fand die Abweisung des Unterſtügungsgefuches statt. Darüber ergrimmt, bezeichnet der Angeklagte in einem öffentlichen Lokal Herrn Mandel als einen ganz gemeinen Kerl, dem er die über ihn nöthige Auskunft fchon anftreichen werde. Die Armen- Direktion, welche hiervon Kenntniß erhielt, stellte wegen Beleidigung des ihr unterstellten Beamten Strafantrag, und der Staatsanwalt beantragte einen Monat Gefängniß. Der Angeklagte stüßte seine Vers theidigung darauf, daß hier eine Indiskretion seitens eines Besuchers des Restaurants vorliege und daß seine Aeußerung nicht dem Armenkommissions- Vorsteher, sondern dem Rechercheur des Vereins gegen Verarmung und Bettelei gegolten habe. Der Gerichtshof erachtete für notorisch, daß der genannte Verein bei den Mitgliedern der Armen Kommission als zuverlässigen Beurtheiler der Lage der Bittsteller seine Recherchen einziehe, daß sonach die Schimpfworte dem Beamten der Selbstverwaltung gelten. Mit Rücksicht auf den an die Spipe gestellten Strafabmessungsgrund verurtheilte der Gerichtshof den Angeklagten zu einer Woche GeN. Am Jahrestage der entsehlichen Katastrophe in Steglih, dem 2. September, fand gestern Nachmittag die Enthüllungsfeier des von den Schüßen ihren auf dem Bahnhofe verunglückten Schüßenbrüdern nebst Angehörigen gewidmeten Denkmals in würdigster Weise statt. Auf dem Neuen Louisenstädtischen Kirchhofe in der Herrmannstraße in Rirdorf war auf der Stätte, wo die Verunglückten gebettet find, ein von dem Steinmegmeister A. Babel hergestelltes Denkmal errichtet. Die betheiligten Gilden und Schüßenveine, resp. deren Mitfängniß. der Unionsbrauerei in der Hafenhaide versammelt und nach der der Unionsbrauerei in der Hafenhaide versammelt und nach der Begrüßung der Erschienenen erfolgte der Abmarsch nach dem Friedhofe. Kurz nach 3 Uhr fand die Enthüllungsfeier statt. Durch oben genannten Stein megmeister erfolgte die Uebergabe an Das Komitee. Unter Abgabe von drei Gewehrfalven fiel die Hülle. Nach dem Abmarsch vom Kirchhof versammelten sich die Schüßenbrüder in der Unionsbrauerei, wo der Bundesvorfißende Herr A. Merfer eine Ansprache an die Versammlung hielt, in welcher er auf das tragische Ereigniß zurückgriff, zugleich aber auch den Vereinen, Gilden und Schüßenbrüdern im Namen des Denkmal Komitees seinen Dank aussprach, durch deren Beihülfe es gelungen war, den Denkstein errichten zu können. An der Feier betheiligten sich sehr viele Mitglieder und auch von Seiten des Publikums war der Andrang zum Kirchhof ein enormer. Ebenso bei dem darauf folgenden Kommers in der Unionsbrauerei. Ueber die Richtung, die das französische Geschwader unter Admiral Courbet von der Mündung des Min eingeglieder hatten sich um 1 Uhr mit Fahnen und Infignien in schlagen hat, ist noch nichts bekannt. Nach den Einen fuhr er Ranton zu, nach den Anderen bringt er dem Admiral Lespes bie zur Beſegung von Kelung nöthigen Landungstruppen, wieder Andere behaupten, er werde Amoy oder die Insel bainan aufsuchen. Der National" glaubt zu wissen, daß der Blan der Regierung jest folgender ist:„ Der Admiral Courbet wird zunächst die chinesischen Kriegsschiffe zerstören, die die häfen verlassen haben und sich auf hohem Meere befinden, dann wird er wahrscheinlich Relung befeßen und die Vers theidigungswerke des nördlichen Theiles der Insel Formosa Der Vizekönig von Kanton fürchtet, daß die Franzosen die Bogue- Forts angreifen werden. Die französischen Bollbeamten haben Kanton verlassen. Ein fran zöftsches Kriegsschiff ist in Hongtong angekommen, um die franzöfifchen Handelsschiffe zu schüßen. Die chinesische Regie rung hat eine Broklamation erlassen, nach welcher auf den Kopf eines jeden Franzosen ein Preis ge= fest wird.(!!) Aus dem franzöfifch- chinesischen Konflikt scheint auch apan Vortheil ziehen zu wollen. Nach einer Reuter'schen Meldung aus Tien- ffin vom 28. v. M. hätte der japanische Gesandte die Souveränetät über die Inseln Loochoo für Japan in Anspruch genommen und im Uebrigen dieselben Vertragsrechte, welche China anderen auswärtigen Staaten zugestanden habe, auch für Japan gefordert. Der japanische Gesandte würde sich nach Beling begeben, um dort darüber weiter zu perhandeln. Die Loochoo- Inseln find im Jahre 1872 dem japanischen Reiche als Provinz einverleibt worden, doch erheben Die Chinesen noch heute Ansprüche auf dieselben. Das Vorgehen der japanischen Regierung in diesem Augenblick wird fonach darauf gerichtet sein, China zu einem endgiltigen Aufgeben jener Ansprüche zu drängen. = R. Auf der Polizeiwache paffiren oft recht unangenehme Sachen; ja, wenn die Wände reden könnten, so würde man gewiß vieles hören, was jezt unseren Dhren und Augen ver borgen bleibt. Ein Renkontre auf der Polizeiwache auf dem Werderschen Markte, beschäftigte heute die 87. Abthl. hiesigen Schöffengerichts. Als Angeklagter betrat die Anklagebant der Fuhrherr G., angeklagt 1. wegen groben Unfug, 2. Beleidigung, 3. Widerstandes gegen die Staatsgewalt, 4. Mißhandlung, 5. Sachbeschädigung. Als Vertheidiger fungirte Herr Rechtsanwalt Salomon. Nach der Anklage soll der Fuhrherr G. am 19. April d. J. auf dem mittleren Fuhrweg ,, Unter den Linden" an der Südseite mit einer Fuhre Eis entlang gefahren sein, troßdem er diesen Weg nicht mit Lastfuhrwert befahren durfte. Der Wachtmeister Wengot soll nun dem Angeflagten das weitere Fahren auf genanntem Wege verboten haben und hat schließlich, als er dieserhalb mit dem Angeklagten in Wortwechsel gerieth, denselben durch den Schußmann Demme zur Wache bringen laffen. Dem Schußmann Demme soll der Angeklagte dadurch passiven Widerstand geleistet haben, daß er deffen Anordnung, nach der Wache auf dem Werderschen Markt zu fahren, nur zögernd und unter öfterem Stillhalten nachgekommen sein soll. Auch soll er den Schußmann Demme höhnend aufgefordert haben, doch auf den Wagen zu kommen, damit er nicht zu gehen brauche. Auf dem Wagen befand sich außer dem Angeklagten noch des sen jüngerer Bruder, welcher ebenfalls mit zur Wache genom men wurde. Auf der Wache soll sich nun der Angeklagte äußerst renitent benommen, dem dort anwesenden Schußmann Kind auf die Nase geschlagen und nachdem ihm darauf die Hände gefesselt worden, noch mit den Füßen die Thürfüllung eingestoßen haben. Der Angell. stellt den Borgang folgendermaßen bar: Ich wußte nicht, daß ich auf genanntem Wege nicht fahren durfte und als der Wachtmeister mir umzukehren befahl, gerieth ich mit demselben in einen Wortwechsel, worauf er einen Schuß mann aufforderte mich und meinen Bruder mit dem Fuhrwerk zur Wache zu bringen. Ich kam dieser Aufforderung nach; auf der Wache mußte ich und mein Bruder eine volle Stunde fißen, dann wurde mein Bruder aufgefordert, vorzukommen und sein Nationale anzugeben. Bei dieser Gelegenheit wurde mein Bruder Strolch titulirt, wogegen ich intervenirte, was zur Folge hatte, daß ich an den Händen gefesselt wurde.' So ges N Die Singhalesen bei den Auftraliern. Unter Füh rung Carl Hagenbeds statteten gestern Abend in der 8. Stunde etwa 25 Einwohner Ceylons, unter ihnen der Kandian Chief Kubanda Bais Naiede Nellumbe und Brivatsekretär Aridji Punchi Banda den im Panoptikum befindlichen Kanibalen von New- Queensland einen Besuch ab. Die Begrüßung dieser beiden fremdländischen Völlerraçen bot eine für den Ethnolo gen hoch interessante Szene. Nachdem fich das erste Erstaunen gelegt, versuchten die Kannibalen, die ja zum größten Theil englisch sprechen, fich mit ihren Gästen zu verständigen und da dies bei den Singhalesen feine Erwiderung fand, so gaben fie fich Mühe, durch Zeichen und Geberden 2c. ihren Gefühlen des Erstaunens über den unerwarteten Besuch Ausdruck zu geben. Auf Anordnung des Mr. Cunningham, der bekanntlich die Leute aus Australien hierher geschafft, gaben nunmehr die Australier ihren schon mehrfach geschilderten Känguruh- und den Corrcebory- Tanz zum Besten, worauf die Singhalefischen Schamanen auf Wunsch des Herrn Hagenbed mit einigen Nationaltänzen speziell dem eigenartigen Teufelstanz aufwarteten. Beinahe eine Stunde verweilten die Singhalesen im Panoptikum fich anscheinend ganz speziell für die großartige Gallerie von Wachsfiguren 2c. intereffirend. Nach dem Besuch im Panop filum fuhr die ganze Geſellſchaft in 6 Droschten 1. Klaffe durch die Straßen, um Berlin mal bei Gas und elektrischem Licht zu besehen. Heute Nachmittag 3 Uhr statteten die Menschenfreffer den Singhalesen im Naffen Dreiec des Ausstellungs- Partes einen Gegenbesuch und verweilten nahe an 2 Stunden im inneren Gehege mit sichtlichem Erstaunen den Im heftigen Lohntampf stehen in Amerika augenblick lich die Grubenarbeiter des Kohlendistrikts Hocking in Ohio, die einer Lohnreduktion durch einen großen Strife zu begegnen suchen. Hierbei scheint es zu einigen Ausschreitungen gekommen zu sein, wenn das Telegramm des W. T- B." nicht übertreibt. Es meldet Folgendes: Die strifenden Grubenarbeiter des Kohlendistrikts Hoding in Dhio haben am Sonnabend ernſte Rubestörungen begonnen, die Strikenden griffen die zum Schutz ter, verwundeten zwei andere und durchschnitten den Telegra phendraht. Die ftrilenden Arbeiter lagern bei den Gruben, um die nicht Strifenden am Arbeiten zu verhindern. Zur Herstellung der Ruhe find Truppen abgesendet worden, der Gouverneur von Ohio hat fich persönlich an Drt und Stelle eigenartigen Produktionen der Singhalesen folgend. begeben, der Sheriff ist angewiesen, die Tumultuanten in der ftörer zugenommen. I. Falsche Zehnmartstüde find in den letzten Tagen in mehreren Fällen von hiesigen Staufleuten angehalten worden. Nach den letzten Meldungen hatte die Bahl der Ruhe: Die Falfififate waren der Gerichtsztg." zufolge ihrem Aeußern Lokales. nach den echten Goldstücken täuschend ähnlich. Die Oberfläche war galvanisch vergoldet, und der Rand muß mit einer besonderen Maschine eingepreßt worden sein. Geübte Ohren fonnten allerdings die Stücke schon am Klange unterscheiden, der gegen ben Klang der echten hell und etwas dünn ist. der gegen ben Klang der echten hell und etwas dünn ift. Bur Entdeckung aber führte in den meisten Fällen das um Aus Steglit erhalten wir folgende Buſchrift: Gestern bar es ein Jahr, daß in Steglig das gräßliche Unglüd paffirte, das einigen vierzig Personen das Leben gekostet hat. Wenn auch ein großer Theil der Schuld das Publikum trifft, welches Geleise unbefugter Weise überschritt, so trägt doch die vers tehrte Anlage des Stegliger Bahnhofes auch einen Theil bemittelten Beamten entnahm nach vorheriger Verabredung der Schuld, und hätten Seitens der Bahnverwaltung sofort bei einem in ihrer Nähe wohnenden Materialwaarenhändler radikale Veränderungen getroffen werden müssen. Hauptpersonenverkehr geht nämlich in der Richtung nach räume, Billetverkauf 2c.) Der auf derjenigen Seite der Geleife befinden, wo nach Berlin eingestiegen wird; nun 1 Gramm zu geringe Gewicht, was zur Folge hatte, daß die Stücke in den bekannten Goldwagen, wie fte faft in den meisten größeren Geschäften gebraucht werden, liegen blieben. m. Die Ehefran eines gut betitelten aber schlecht Berlin, und müßte fich deshalb der Bahnhof( Warte pünktlich den Saldo des Buches, blieb dann aber einen er alle Bedürfnisse ihrer Wirthschaft, welche sie dort erhalten sammelt fich bis heute noch das Publikum( des Sonntags die eingeklagten Binsen aber wehrte er fich und erlangte heblichen Rest schuldig. heblichen Rest schuldig. Der Beamte wurde darauf wegen dieses Restes verklagt, den er ohne Weiteres bezahlte; gegen gewöhnlichen Kunden ein Konto eröffnen, so ist anzunehmen, daß ihnen Kredit auf unbestimmte Beit gewährt worden ist. bunden mußte ich stundenlang fizen und da ich großen Durst hatte, so bat ich um etwas Wasser, darauf rief man mir zu: Sie Hund brauchen kein Wasser! Ich bat mehrmals und da ich es nicht länger aushalten konnte, so stieß ich mit den Füßen die Thürfüllung ein, Hierauf wurde ich auch an den Füßen gefesselt, so daß ich ganz frumm liegen mußte und einer der Schußleute stieß mich zu wiederholten Malen mit dem Stiefelabsaß in die Seite und in den Naden. Am näch sten Tage hat Herr Dr. Scheuer die Verlegungen, welche ich erlitten habe, festgestellt und mir attestirt, daß die Verlegungen von Stößen, resp. Fußtritten herrühren." Rechtsanwalt Salomon: Sch muß bemerken, daß der Bruder des Angeklagten etwas geistestrant ist, es befindet sich aber in den Atten ein Protokoll, wonach dieser Bruder ausgesagt haben soll, daß er gesehen habe, daß sein Bruder( der Angeklagte) geschlagen, geschimpft und sich widersetzt habe. Ich werde nachher um die Vernehmung desselben bitten und es wird sich dann herausstellen, daß derselbe dieses nicht gesehen hat." Beuge Schuß mann Demme: Wachtmeister Wangot hat mir damals befohlen, den Angeklagten zur Wache zu bringen; ich that dieses und unterwegs verhöhnte mich derselbe fortwährend, indem er mir zurief: Herr Wachtmeister kommen Sie doch auf den Wagen, warum wollen Sie denn laufen!" Außerdem hielt er öfters still und frug: Wohin soll ich denn fahren?" Es dauerte Als er wohl 25 bis 30 Minuten bis wir zur Wache kamen. dort vom Wagen stieg, fiel er ein wenig noch vorn über, worauf er mir zurief: Nicht stoßen!" Im Wachtlotale tobte und schimpfte er fortwährend." Bertheidiger: Warum haben Sie den Wagen nicht durch die Charlottenstraße zur Wache fahren laffen, das wäre doch viel näher gewesen?" Beuge: Ich hatte teine Zeit, mich erst lange zu befinnen." Präfident: " Der Angeklagte soll den Schußmann Kind geschlagen haben, haben Sie das gesehen?" Beuge: Sch sah nur, daß Kind, als er aus der Arrestantenzelle tam, eine blutige Nase hatte." Schußmann Kind betritt als Beuge den Saal; auf Wunsch des Vertheidigers wird dessen Vereidigung vorläufig ausgeseßt. Derselbe deponirt: Der Angeklagte war auf der Wache sehr laut und sträubte sich dagegen, als seines Bruders Nationale aufgenommen werden sollte; als ich den Bruder anfaßte, erhielt ich von dem Angeflagten einen Schlag auf die Nase. Später beschimpfte mich derselbe noch mit den Worten: Sie find nicht werth, daß Sie Die Uniform tragen. Angeklagter: Ich habe den Beuge um Waffer gebeten und da er mir feins geben wollte, ha ich diese Worte zu ihm gesagt.- Präfident zum Zeugen: der Sie nun geschlagen worden waren, was geschah dann dare Dor Ankunft des betreffenden Zuges zum Abfahrtsperron zugelaffen, und hat dann sämmtliche Geleise des Bahnkörpers zu überschreiten. Anstatt nun durch Verlegung des Bahnhofes Es ist dies notorisch eine bei dergleichen Handelsgeschäften zweiten Bahnhofes für den Verkehr nach Berlin eine gründ- Verzinsung des nicht sofort gezahlten Kaufgeldes durch den rung zu treffen, läßt man fich vom Landtag ca. eine halbe zur Binszahlung eintreten, so muß ein besonderer Grund dafür Million Mark bewilligen, und endlich, dreiviertel Jahr nach dem Unglüd, werden die nach dem Ermeffen der Herren vom grünen Tisch für nothwendig befundenen Unterfüh tungen der Albrechtstraße und eines Fußgängertunnels in Angriff genommen. Jn 8 Wochen sollten die Arbeiten bes vorliegen, der entweder in einer Verabredung, z. B. daß nur auf bestimmte Beit Kredit gegeben worden, oder in einer Mahnung liegen darf. Mit der Festnahme des Fälschers der Berliner Stadt endet sein, wie es in den Submissionsbedingungen für die Polizei einen ganz besonders glücklichen Fang gemacht. Es ist der Fußgängertunnel ist noch lange nicht fertig, und die Ar- gelegt, ein fingirter ist, daß man es vielmehr mit einem der Po beiten an der Unterführung der Albrechtstraße, faum begonnen, lizei schon längst bekannten Falschmünzer zu thun hat, der schon ruben ganz. Die einzige gepflasterte Fahrstraße, welche die beiden, durch die Bahngeleise getrennten Hälften des ca. 8000 Einwohner zählendes Ortes verbindet, ist dadurch auf vor äufig nicht absehbare Beit gesperrt, und damit der Lastfuhrbereits ermittelt, daß der Name Kaiser, den der Mann fich bei viele Jahre, u. A. allein 8 Jahre wegen Münzverbrechen im Buchthaus zugebracht hat. Bei der in der gleichfalls ermittelten Wohnung des Verbrechers vorgenommenen Haussuchung hat man zwar die vom Graveur Stechow ohne Kenntniß des " Zeuge Kind: Wir banden ihm die Hände, und al darauf die Thürfüllung einstieß, auch noch die Füß " 11 " Vertheidiger: Wie lange war der Angeklagte in der Belle? Beuge: 2 oder 3 Stunden. Vertheidiger: Das lann wohl nicht richtig sein, denn derselbe ist Abends um 9 Uhr mit dem grünen Wagen abgeholt worden. Beuge: Das weiß ich nicht." Vertheid.: Und Sie haben ihn auch nicht mit dem Stiefelabsaß gestoßen?" Beuge:„ Nein". Bertheid.: Der Arzt hat doch am nächsten Morgen die Ver legungen konstatirt!" Beuge:" Es ist ja möglich, daß er auf der Treppe gefallen ist." Vertheidiger: Warum mußte der Mann mit eisernen Feffeln gefesselt werden und warum behielt man ihn acht Stunden auf der Wache?" Schußmann Beuge: Weil er tobte". Beuge wird vereidigt.- Schußmann Bersch, von deffen Vereidigung vorläufig Abstand genommen wird, deponirt: Sch sah Kind blutend aus der ArrestantenBelle kommen und da der Angeklagte noch tobte, so haben ich und Kind ihm die Hände gefesselt, später, als er die Thüre eingetreten hatte, auch noch die Füße." Bräfident: Wie lange war der Mann in der Belle?" Beuge: Ich weiß nicht. Vertheidiger: Wer hat denn dem Ange flagten das Portemonnaie aus der Tasche genommen und mit seinem Gelde den Dienstmann, der das Fuhrwerk in Obhut batte, bezahlt? Beuge: Ich weiß es nicht!- Zeuge wird vereidigt. Wachtmeister Ramlet: Ich bin bei Ankunft der Arrestanten nicht anwesend gewesen, es ist aber Usus, daß den Arrestanten das Geld abgenommen wird und da ein Dienstmann bas Fuhrwert beaufsichtigte, wird man diesen von dem Gelde bezahlt haben. Mir gelang es später den Angeklagten zu be ruhigen, so daß ihm die Feffeln abgenommen werden konnten. So bald jedoch derselbe die beiden Schußleute Kind und Barsch wiedersah, wurde er wieder erregt! Verth.: Mir ist es unerklärlich, wes halb man eines fleinen Vergehens halber den Mann so lange auf ber Wache behalten konnte und ihn dann noch mit dem grünen Wagen wegschickte. Es wird nun noch der Bruder des An getlagten, Baul G. vernommen. Derselbe behauptet, daß sein Bruder zuerst geschlagen worden sei, dann habe er freilich wie dergeschlagen. Auch habe einer der Schußleute seinen Bruder in die Seite getreten mit den Worten: Dich Lump wollen wir schon ruhig friegen. Präfident: Ift ihr Bruder öfters heftig, läßt er fich leicht aufregen? Beuge: Ja, wenn man ihn zu narren sucht, sonst nicht. Beuge wird nicht vereidigt, da er etwas geiftesschwach ist. Der Vertheidiger beantragt den Termin zu vertagen und zum nächsten Termin den Dr. Scheuer vorzuladen. Der Staatsanwalt widerspricht und der Gerichtshof lehnt den Antrag ab. Der Staatsanwalt hält die Anklage in allen Punkten aufrecht; der Vertheidiger ist der Ansicht, daß nur eine Verurtheilung wegen Beleidigung erfolgen tönne. In glänzender Weise weist er darauf hin, daß es hier hauptsächlich auf die Aussagen der Schußleute Kind und Bersch ankomme; der Angeklagte sei diesen beiden Schußleuten gegenüber doch nur eine schwache Person,( der Schußmann Bersch ist ein sehr starker Mann), so daß die soge nannte Bändigung des Angeklagten für dieselben ein Leichtes hätte sein müffen; er sei der Ueberzeugung, daß die Verlegungen des Angeklagten von Fußtritten herrührten, wie dieses auch das ärztliche Attest behaupte, und da die beiden genannten Beugen nur zu der Zeit mit mit dem Angeklagten zu thun hatten, so hatten, so dürfe man thren Worten nicht voll und ganz Glauben schenten. Man babe den Angeklagten mit eisernen Ringen gefesselt, obwohl Derselbe sich nur eines ganz unbedeutenden Vergehens schuldig gemacht batte und jo piel jei gewiß, daß man auf den Bolizei Wachen nicht gewohnt sei, mit Glacéhandschuhen anzufaffen. Wenn Unter den Linden ein Schußmann einen Wagenführer Herr Werneke, zweiter Vorfißender Herr Holze, Schriftführer Herr Ihlow. Das Referat hatte Herr Julius Müller übernommen über: Was bietet uns die freie Hilfskaffe gegenüber der allgemeinen Fabritarbeiter- Kranken- und Sterbelasse als Ortstaffe." Referent führte an, daß vor allen Dingen ärztliche Verbände für freie eingeschriebene Hilfskaffen gegründet werden müßten, um so den Genossenschaften etwas Gutes zu schaffen. Er unterzieht dann die Drtsstatuten einer näheren Kritit und meint, daß das Statut der Ortskaffe gar nicht von der Be hörde genehmigt werden kann, da durch das Programm dieser Ortstaffe alle anderen Kassen illusorisch gemacht würden, da fast sämmtliche Korporationen in dieser Ortskaffe vertreten find. Er forderte dann die Gegner auf, fie sollten fich recht zahlreich an der Diskussion betheiligen, besonders die Vorstandsmitglieder der allgemeinen Fabrit arbeiter Krankenkaffe, fie find gerade diejenigen, welche fich am meisten sträubten für freie Hilfskaffen einzutreten, be sonders da dieselben auf die Bedingung hin gewählt worden find, nur für freie eingeschriebene Hilfskaffen einzutreten. Die Unterstügung bei der freien eingeschriebenen Hilfskaffe dauert 52 Wochen, während bei den Ortskaffen nur 26 Wochen Hilfe geleistet wird, die lettere behauptet, bei einer Karenzzeit von 52 Wochen müßte fie au Grunde gehen, die Ortskaffe leiftet eine wöchentliche Unterstügung von nur M. 7.20, pro Tag also M. 1.20, während die Woche doch fieben Tage hat und der Arbeiter am fiebenten Tage natürlich ebenfalls leben will. Die freie Hilfstafse dahingegen hat mehrere Klassen und zwar bei einem Beitrag von wöchentlich 15 Pf. 6 M., 20 Pf. 8 M., 30 Pf. 12 M., 35 Pf. 14 M. und 40 Pf. 16 M. Sterbegel der werden ebenfalls so gezahlt als bei wöchentlichem Beitrag von 15 Bf. 40 M., 20 Pf. 50 M., 30 Pf. 70 M., 35 Pf. 80 M., 40 Pf. 90 M. Hierauf entspann fich eine lebhafte Disluffton, an welcher besonders theilnahmen die Herren Fischer, Völkel und Spiller, welche mit dem Referenten vollständig einverstanden waren, während sich ein Herr gar nicht das mit einverstanden erklären konnte, wie Hr. Müller und die andere Redner immer gegen den Vorstand sprechen könnten. Diesem Herrn leuchtete man jedoch gehörig heim. Hierauf ging die Versammlung zum zweiten Bunft der Tagesordnung über, welcher lautete:" Das eigenmächtige Vorgehen des Vorstandes der Allgemeinen Fabritarbeiter- Krantenkaffe." Hier hatte Herr Wernede das Wort genommen, welcher alle die Unregelmäßigteiten des Vorstandes rügte. Es ging hervor, daß nicht alle Vorstandsmitglieder ihre Pflichten voll und ganz erfüllt haben, und somit wortbrüchig geworden find. Kurz vor Schluß der Bersammlung ging folgende Resolution ein: Die heutige öffentliche Versammlung der Fabritarbeiter erklärt, der zu gründenden Hilfskaffe ihre volle Sympathie entgegen zu bringen, und der Majorität des Vorstandes der Ortslaffe der Fabritarbeiter für seine Statutenberathung ein Mißtrauens votum auszusprechen." Dieſe Reſolution wurde mit schwacher Majorität angenommen. Der größte Theil der Anwesenden Majorität angenommen. Der größte Theil der Anwesenden enthielt sich der Abstimmung. Der Unterstüßungsverein der Buchbinder und ver wandten Berufsgenossen hielt am Montag im Louisenstädtischen Konzerthaus seine regelmäßige Versammlung ab, der Vorfigende dieses Vereins, Herr Joost, sprach über das Thema:" Die Organisation der Buchbinder Deutschlands und wie verhalten fich unire auswärtigen Kollegen zu derselben." Der Redner führte u. A. aus, daß schon im Jahre 1869 in Leipzig die Buchbinder bestrebt gewesen seien, eine Organisation zu schaffen, daß dieselbe jedoch eine allgemeine nicht geworden sei. Ein fräftiger Anstoß zu einer solchen sei im Jahre 1873 von Nürn eines deutschen Buchbinder- Verbandes," mit dem Vorort bi verlassen sollten, während alle übrigen Redner fi Nothwendigkeit und Nüglichkeit dieser Maßregel ein Herr Kurze behauptete, daß die jüngeren Kollegen, nur 12, selten 15 Mart verdienten, dabei noch oft ohne seien, es auf der Landstraße beffer hätten als in Berlin würden sie bei Verlaffen Berlins soviel Reisegeld erhalte in einer anderen Stadt fich Arbeit suchen zu können Michelsen erklärte, daß es vielleicht zu einem Strel Tommen werde, denn viele Prinzipale hätten bereits d höhung der Löhne zugesichert. So seien durch seine Be lung in einer Steindruckerei, welche vier Buchbinder bef die Löhne derselben erhöht worden und in einer großen binderei würden die Löhne in nächster Beit ebenfalls werden, was ein Wert der Lohnkommission sei. Er selbst ohne Bedenken Berlin verlassen, was auch wohl bald geschehen müsse, indem er hier keine Arbeit finde müffe jest mit aller Energie die Lohnfrage in Angriff ne und werde die Lohnkommission schon in nächster Beit eine lage, betreffend eine Extrafteuer, machen. Nehmen wir un Tischler als Muster, die bei ihrem legten Streit so Opfer gebracht haben! Herr Jahn bemerkt, daß der einer großen Buchbinderei erklärt habe, er fönne des Be wegen einen geringeren Lohn als 18 M. nicht mehr Schließlich erklärte Herr Joost, daß er bereits Seiten Kollegen einiger Großstädte, wie Leipzig, Hannover Versicherung erhalten habe, daß im Falle eines Streis Berlin die Unterstüßungsgelder reichlich fließen würden. hr. In der öffentlichen Versammlung der Schl u. Berufsgen., welche am Montag, Kottbuserstr. 4a, unte Vorsize des Herrn Nezband stattfand, trat für Herrn Sta Ewald, der am Erscheinen verhindert war, Herr Görd Referent ein. Vor Eintritt in das Thema„ Unsere Ford gen und die Resultate, die wir bis jest erreicht haben" b Herr G. sein Bedauern aus, daß zur Ronstituirung des raus so viele Abstimmungen nöthig gewesen, da dies ben daß die nöthige Einigkeit unter den Kollegen noch nicht hem und bemerkte er weiter, daß sein Referat diesmal nur ein furzes sein könne, da er sich bald entfernen müſſe, um no einer Versammlung den zugesagten Vortrag zu halten. rent leitete dann die Rechtfertigung der Forderungen der Gef ( Verkürzung der Arbeitszeit auf 10 Stunden und Minima von 18 Mart wöchentlich) mit dem Hinweise auf die That ein, daß die Innungsmeister beim Magistrat die wahrh widrige Angabe gemacht, daß die Gesellen bei zehnitün Arbeitszeit bei ihnen einen Wochenlohn von 18 Mart ha Diese wahrheitswidrige Angabe sei ein indirektes Bugetan der Innungsmeister, daß auch fie die Forderungen der Ge nicht für ungerechtfertigt halten. Redner wies dann nach es für die Gesellen eine fittliche Pflicht sei, Verkürzung Arbeitszeit und Aufbefferung der Löhne zu erftreben und die Meister heutzutage, wo sie bei dem herrschend geworde Großbetriebe auch nur Arbeitnehmer find, guten haben, im voltswirthschaftlichen Kampfe fich auf Seite Der Gesellen zu stellen. Der Hochmut dünkel, welcher viele Meister noch abhalte, zu thun, entbehre in dem modernen Staate, in welchem Gefellen als Staatsbürger den Meistern gleichgestellt jeder thatsächlichen Grundlage. Redner schloß mit der nung an die Kollegen, in dem gerechten Kampfe, der Siege führen müsse, nicht müde zu werden. In der an Bra Nr. R Abend chem 1 Löwe hat. heit ni lange nicht f der He des A immer Arbeit müffen verleih fich da garten lins, Daß d priesen Der c Berlin furchtb muntel Mitgli beitern Antipe bielf. fein g Partei interef Leute feinen Freifin Schme tetten, geoifie feinem auch und Richte welche furzen fei Reen Herren geglau einem eigentl denten ftrebt Winte Fortid ging reifi das Al Freif fich u faßen Die a Bortrag, fich anknüpfenden Diskuffion wurde vom Borfisen der Lohnkommission, Herrn Lochmann, fonstatirt, daß Lohnbewegung seit ihrem Beginne( 21. Juli) fortwährend aufschreibe, so sammle sich jedesmal Bublifum an, dafür tönne berg aus erfolgt. Der dortige Kongreß beschloß die Gründung wachsen sei und daß viele Meister sich schon mit derfel man doch den Angeklagten nicht verantwortlich machen und wenn später der Angeklagte auf der Wache zu dem Schuß-| Leipzig. 1878 wurde dieser Verband aufgelöst aufgelöst und mann gesagt habe, er verdiene nicht die Uniform zu tragen, so, sei er selbst, falls die Angaben des Angeklagten des Angeklagten richtig seien, daß man ihm einen Trunk Waffer froß nahezu achstündigen Aufenthalts verweigert habe, der Anficht, daß dann der Angeklagte Recht gehabt habe. Wundern dürfe man fich doch nicht über die Aufregung des die Bewegung ruhte dann. Nachdem die Sache später wieder in Angriff genommen worden, habe man nicht viel mehr als nur die Wanderunterstüßungsfrage gelöst. hierbei könne man jedoch unmöglich stehen bleiben, sondern wir müffen mit aller Energie unsere Lage zu verbessern suchen. einverstanden erklärt haben. Andere Redner flagten 916 über, daß fie von ihren Meistern wegen der Betbeilig an der Lohnbewegung entlassen worden seien. Es wurde schlossen, die Namen dieser Meister zu veröffentlichen. Im Fachverein der Tischler findet am Mittwoch, 8% Ubr, im Restaurant Keller, Grüner Weg 29, eine fammlung statt. Dajelbst wird Herr Dr. med. Henem be einer selben in der Belle, denn, wenn ihm die Antwort auf sein Hauptorten unserer Industrie gleiche Löhne erstrebe. Es müsse plößlichen Erkrankungen. Ferner Fragelasten und Distuffion Dies sei vorzugsweise dadurch zu erreichen, daß man in den Bortrag halten über: Das Verhalten bei Unglüdsfällen un " Sie Hund find nicht werth, dahin kommen, daß der hiesige Arbeitgeber nicht mehr sagen Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder findet ftatt Bitten zu Theil geworden sei. daß Sie Waffer bekommen," so sei ihm doch nichts anderes übrig geblieben. In den lezten Jahren habe fich so manches auf den Polizeiwachen zugetragen, daß er nicht umhin tönne darauf hinzuweisen und bitte er deshalb seinen Klienten nur wegen Beleidigung mit einer geringen Strafe zu belegen, im Uebrigen aber freizusprechen. tönne: Wenn ich die Arbeit nicht zu dem und dem Preise hier haben kann, so schide ich sie nach Leipzig!" In der guten Beit strömten alle arbeitslosen Buchbinder nach Leipzig und Berlin und wurden dadurch in diesen Städten die Löhne sehr heruntergedrückt. Was nun unsere Strifebewegung anbelangt, zahlen sollten, alsdann nothwendig sein, daß die jüngeren, unverheiratheten Kollegen Berlin verlassen. Denn gerade diese jungen Arbeitskräfte würden, weil noch minder sattelVermischtes. Eine schauerliche Entdeckung. Aus London wird h Nach einer Erwiderung des fo werde es, falls die Fabrikanten nicht freiwillig höhere Löhne richtet: Fast teine Woche vergeht, daß nicht bei einem Bolig Staatsanwalts zieht sich der Gerichtshof zur Berathung zurück. Nach Wiedereintritt in den Gerichtssaal verkündet der Präfident das Urtheil, wonach der Angeklagte in allen Punkten für Schuldig erkannt und wegen des groben Unfugs mit 15 M. event. 3 Lage Haft, wegen der übrigen Vergehen mit 4 Wochen Gefängniß zu bestrafen ist. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Eine allgemeine Fabritarbeiter- Versammlung, die hofe der Metropole von betrübten Eltern Anzeige Verschwinden ihrer Kinder, meistens von Mädchen allem mit fo ( Sozi Und rother Der n Brav Gemi DI Don figent gemad Begin Scha richter famm 1 Die verfa Oppo fest in ihrer Branche, leicht billigere Bedingungen accep- fich keine Spur von den Verschwundenen entdecken. Weld tiren. Redner erinnerte an den jüngsten Streit der Maurer in Leipzig: dort habe man dieselbe Lattik angewandt. Würden etwa 200 bis 300 Buchbinder Berlin verlassen, dann wären liche Entdeckung, die im Garten eines Hauses in der Clare die Fabrikanten gezwungen, in die geforderten Lohnerhöhungen Straße begab sich das Dienstmädchen Morgens zur Gau au willigen. Der Referent berichtete sodann, daß der Vorftand Unterhandlungen mit dem Eigenthümer und Drucker thüre und erblidte im Garten ein großes Padet, von dem ci Ecke unter dem Gesträuche herausragte. Als man es öffne einen festbesoldeten Redakteur nicht engagiren wolle, sondern Mädchens in halb verwestem Bustande. Man brachte fand sich darin die Leiche eines augenscheinlich 11 Jabre all eine Breßkommiffion zu ernennen sei. In der sich hieran Körper aufs nächste Polizeiamt und die ärztliche Untersuchu im Königstädtischen Kafino. In das Bureau wurden auf anschließenden Diskussion sprach nur ein( jüngerer) Redner ergab, daß das Kind vermuthlich erst geschändet und dann Borschlag des Herrn Völkel gewählt: Als erster Vorfißender Theater. Mittwoch den 3. September. Opernhaus: Mignon. Schauspielhaus: Die Märchentante. Deutsches Theater: Der Richter von Zalamea. Reues Friedrich Wilhelmstädtisches Theater: Eine Nacht in Benedig. Wallner- Theater: Hotel Blancmignon. Victoria- Theater: Maria Stuart. Oftend- Theater: Diamanten. Refidenz- Theater: Ein Standal. Bellealliance- Theater: Böse Bungen. Walhalla Operetten- Theater: Nanon. Luisenstädtisches Theater: Benefiz für Herrn Ad. Krüger. Josef in Egypten, Oper in 3 Atten von Mehul. Central- Theater: Jäger- Liebchen. Arbeitsmarkt. Stuhlflechterin verl. Wustrow, Wafferthorstr. 46,. 32.[ 684 691] Ein tüchtiger Wagenladirer wird verlangt Friedrichsberg, Blumenthalftr. 38. Arb.- Bez.- Verein f. d. Often Berlins. Mittwoch, den 3. September, Abends 8, Uhr, im Lokale ,, Königsbant", Gr. Frankfurterstr. 117: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Schriftsteller Herrn Schwennhagen über: Rückblicke aus den 40 er Jahren". 2. Verschiedenes. 3. Frage faften. [ 685 Den Mitgliedern des Vereins zur Nachricht, daß Herr Stadtv. Paul Singer zu dieser Versammlung eingeladen ist. Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, find willkommen. Der Vorstand. NB. Der Monatsbeitrag beträgt 20 Pf. und wird ein Einchreibegeld nicht erhoben. gegen die Zumuthung, daß die jüngeren Buchbinder Berlin Stiftungsfest des Vereins zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter [ 689 findet Sonnabend, den 6. September, in Sanssouci, Rottbuserstraße 4a, statt. Billets, für Herren 50 Pf., für Damen 25 Pf., find zu haben: Both, Adalbertstraße 6, of 3 Tr.; Arndt, Körner ftraße 15, 2 Tr.; Arnhold, Köpniderstraße 181, 3 Tr.; Schiefelbein, Wilhelmstraße 53, hof 2 Tr.; Stramm, Stalizerstr. 18. Möbel-, SpiegelPolsterwaaren- Magazin = und eigener Fabrik von August Herold Berlin SO., Staligerstraße 112, zwischen der Manteuffel- und Mariannenstraße. = Empfiehlt sein reichhaltiges Lager zu den solidesten Breisen bei prompter Bedienung. 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Drud und Verlag von Bag Bading in Berlin SW., Beuthfirage 2 Hierzu eine Betta und mart bring Maa febr meiß Um thre gemi ftebe Die nicht tonn wäh wen gab fung bei häu wir mit mar und thi nich febe er Fü nid beg un สิน um feir zue G no neb ne யா ens Die Nr. 129. Beilage zum Berliner Volksblatt. Eugen Richter im Centralhotel. Mittwoch, den 3. September 1884. R. C. Prinz Eugen, der edle Richter" gab vorgestern Abend sein erstes Debüt in dem Berliner Wahlkreise, in welchem man seinen Freund und Gesinnungsgenossen Ludwig Löwe als Reichstagslandidaten aufzustellen für gut befunden hat. Die deutsch- freifinnige Partei" verfolgt in Berlin schon lange eine wunderbare Tattit, der man eine gewisse Schlauheit nicht absprechen kann, wer indeß den Rummel fennt, fällt nicht so leicht darauf rein. Reklame ist Alles", das ist einer der Hauptgrundsäge der„ Deutsch- Freifinnigen", und ein paffendes Aushängeschild für ihre Unternehmungen verstehen ste immer in ganz vorzüglicher Weise zu wählen. Der Berliner Arbeiter Verein" hatte diesmal seinen Namen dazu" hergeben müssen, dem Sermon des Herrn Richter das nöthige Relief zu verleihen. Der Berliner Arbeiter- Verein" wie verlockend fich das nicht anhört, und noch dazu, wenn derselbe im Wintergarten des Central- otels, vielleicht dem größten Saale Ber lins, tagt sollte da ein Unerfahrener nicht glauben, daß das Gros der Berliner Arbeiter hinter dem gepriesenen Chef der verkrachten Fortschrittspartei steht? Leider aber wiffen Eingeweihte, daß sich die wirklichen Berliner Arbeiter dem ,, Berliner Arbeiter- Verein" gegenüber furchtbar skeptisch verhalten, denn dieser Verein man munkelt davon, daß derselbe in seiner Blüthezeit bis zu 17 Mitgliedern gezählt haben soll hat mit der Berliner Arbeiterwelt gerade soviel Fühlung, wie Herr Richter mit seinem Antipoden Wagner, an welchem er vorgestern Abend natürlich fein gutes Haar zu lassen in seinem und im Interesse seiner Bartei für durchaus nöthig hielt. Es wäre wirklich höchst intereffant zu erfahren, ob Herr Richter in der That diejenigen Leute, die im Wintergarten mit so großer Aufmerksamkeit seinen Tiraden über die schönen Eigenschaften der„ DeutschFreifinnigen" lauschten, selbst für ,, Arbeiter" und Handwerker" bielf. Soviel wir davon verstehen, haben Arbeiter feine Schmerbäuche, tragen feine weißen Westen mit schweren Uhr- Stern nicht mehr, die Berliner Arbeiterpartei hat ganz letten, sondern das sind ganz besondere Kennzeichen der Bour20. eits hlo ter Stab di tben bri Sem ber in f mod H Befell mall Satfo the Inby bab and Sefell ch, g A rben Bra f em fein Benda B no felbe L ligunt De b Aben Her einer n und uffion tatt geoifte, zu deren Vertreter fich aufzuwerfen Herr Richter zu feinem Lebensberuf gemacht hat. Freilich bemerkte man auch unter den Zuhörern einzelne wirkliche Arbeiter, und wer dieselben bei den Ausführungen des Herrn Richter beobachtete, der sah auf ihren Gesichtern ein Lächeln, welches den Gedanken verkörperte, dem der Berliner mit den furzen aber treffenden Worten Ausdruck verleiht:„ ns tann Reener!" Wer nun nach den Vorbereitungen, welche die Herren Freifinnigen" für dieses Konventifel getroffen hatten, geglaubt hat, irgend etwas Neues zu hören, der hatte sich einem ganz besonderen Jrrwahn hingegeben, neu war für uns eigentlich nur die Loyalität, mit welcher man jedem Andersdenkenden den Zutritt zu der Versammlung zu versperren beWintergartens standen wohl dreißig in der Wolle gefärbte Fortschrittler zu zwei Gliedern und ihren scharfen Blicken entging nur selten Jemand, dem man nicht auf hundert Schritt die Freifinnigkeit an der Nase ansah. Wem es aber vergönnt war, in das Allerheiligste einzubringen, wo aus allenGauen Berlins sich die Freifinnigen" um ihre Heerführer geschaart hatten, der konnte fich unmöglich eines gelinden Grusels erwehren, denn hier faßen sie zu hunderten- die„ arbeiterfreundlichen Liberalen," die aus ihrer Arbeiterfreundlichkeit ein Geschäft machen, wie aus allem Anderen, deren Grundsatz nicht der ist, den sie immer mit so vieler Emphase proklamiren:„ Gleiches Recht für Alle" ( Sozialistengeset) sondern der: Selber essen macht fett." Und das war denn auch der Grundgedanke, der sich wie ein rother Faden durch Richters Rede hinzog, eine Verhimmelung Der manchesterlichen Ideen, und der Fortschrittsmob jubelte Bravo bei jeder Kraftstelle. Sie müssen doch fein ganz reines figende des Berliner Arbeitervereins" hielt es gleich beim Schaaren zu verkünden, daß ihm im Laufe des Tages Nachzugegangen seien, daß man die Absicht habe, diese Verfammlung zu stören. richten to b Solid emad r li Belde bau laren fame Bau n ein Finck alte фил ben die Reihen, war man doch zu mehreren Tausenden aus Berlin Und ein muthiges Murmeln ging bei diesen Worten durch versammelt, man hätte dem Einzelnen, der es gewagt hätte, Oppofition zu machen, recht deutlich das Uebergewicht der Miß Marrables Entführung. ( Aus ,, Chambers' Journal".) ( Schluß.) Deutsch- Freifinnigen" fühlbar machen können. Wer hätte außerdem wohl ein Interesse daran gehabt, Herrn Richter in den Ausführungen, die so bekannt sind, daß jedes Kind darüber lacht, zu stören? Sagte er etwas Neues? Wir haben uns die äußerste Mühe gegeben, nur die Spur eines originellen Gedankens in seiner fast zweistündigen Rede unter dem thut es Herr Richter bekanntlich nie zu entdecken- es gelang uns nicht. Nur die alten, breitgetretenen Phrasen, nur die althergebrach ten Beschönigungen eines rücksichts- und herzlosen Ausbeutungs systems ertönten von seinen Honiglippen, es fehlte nur, daß jemand die Melodie des ziemlich verbreiteten Liedes: daß jemand die Melodie des ziemlich verbreiteten Liedes: Schier dreißig Jahre bist Du alt," dazu gepfiffen hätte, dann hätten die ,, Deutsch- Freifinnigen" eine musikalische Soirée gehabt, die gewiß nach ihrem Geschmack gewesen wäre. Nur eins ist zu erwähnen, Herr Richter fühlte sich gedrungen, für seinen Freund und Gesinnungsgenossen Ludwig Löwe, dem Autor des berüchtigten Wortes ,, vom lebenden Material" eine Lanze zu brechen. Dieser menschenfreundliche, edelherzige Ausspruch ist nur gethan, wie Herr Richter mit vielem Feuer verficherte, um die Intereffen der Arbeiter, für welche Herr Ludwig Löwe bekanntlich schwärmt, in ein helleres Licht zu seßen, es war nur ein Wort, welches in überströmendem Eifer dem edlen Volksbeglücker entschlüpfte! Man merkt Derartige die Absicht, und man wird verstimmt," Sophistereien ziehen vielleicht bei den elf Mitgliedern des Berliner Arbeiter- Vereins", die Berliner Arbeiter jedoch verhalten sich dem gegenüber ,, fühl bis an's Herz hinan", eine derartige Spiegelfechterei beantworten fie mit eisiger Bugeknöpftheit; das Märchen von der ,, liberalen Arbeiterfreundlichkeit hat seinen poetischen Zauber verloren, seitdem der Arbeiter mehr wie einmal die eiserne Klaue gefühlt hat, die in den seidenen Handschuhen der Deutsch- Freisinnigen" steckt. Mag Herr Richter immerfort vor denselben Zuhörern hier in Berlin sprechen, diejenigen Gesellschaftsklassen, auf die er es hauptsächlich abgesehen hat, fie folgen seinem verblaffenden andere Jdeen zu vertreten, als sich mit Herrn Richter in den Dienst des Großkapitals und der Großindustrie zu stellen, und die Berliner Arbeiterpartei wird auch diejenigen Männer finden, welche ein warmes Herz, ein gerades Wort für ihre Interessen haben, zu denen zählt aber weder Herr Richter noch sein Sumpan Ludwig Löwe, und wenn das Hurrah, welches die„ Deutsch- Freifinnigen" vorgestern Abend ihren Führern brachten, noch viel lauter gewesen wäre- uns beweist es nur, daß immer noch der alte Spruch auf die Deutsch Freifinnigen" paßt: Viel Geschrei und wenig Wolle." Lokales. A Der Stadtverordneten Versammlung, welche am nächsten Donnerstag ihre erste Sigung nach den Ferien abhalten wird, ist seitens des Magistrats bereits einiges Berathungsmaterial zur Beschlußfaffung zugegangen, so u. A. das Projekt und der spezialisirte Rostenanschlag zum Neubau von sieben überwölbten Filtern für die städtischen Wasserwerke in Tegel, für welche die Versammlung bereits die Summe von 1264 200 m. bewilligt hatte; sodann die Zeichnungen und Kostenanschläge für auf den Gasanstalten in der Gitschiner straße und in der Müllerstraße auszuführende Bauten. Weiter liegt vom Kunstgewerbe- Museum ein Bericht über die Verwendung der Erträge der Friedrich Wilhelm- Stiftung pro 1883/84 vor. Danach beziffert fich der Geldbetrag der aus den Binserträgen der gen. Stiftung im Rechnungsjahre 1883/84 für die Sammlung des Kunstgewerbe- Museums erworbenen Gegenstände auf 14376 M. D In betheiligten Kreisen ist vielfach die Meinung verbreitet, daß die Schülerstellen in der Michaeli d. J. in der Nähe des Halle'schen Thores zu eröffnenden städtischen höheren Bürgerschule schon besest seien. Hiefige Blätter können dagegen mittheilen, daß in den drei zunächst einzurichtenden Klassen( für Kinder von 10 bis 13 Jahren) Pläge in größerer Anzahl noch offen find. Der nächste Aufnahmetermin wird Dienstag, den 9. September, Nachmittags 5-7, Wafferthor straße 31, abgehalten werden. Die höhere Bürgerschule will in einem sechsjährigen Kursus( bis zum 16. Lebensjahre) das Ziel der Berechtigung zum Einjährigendienste erreichen, Latein er ruhig schlafen dürfte; sobald Vivian ihn daher in die Ecke des Wagens gebracht, der auf dem Hof wartete, verfiel Mr. Griffiths in tiefen Schlummer. Darauf fuhr der Wagen vorn vor. Miß Marrable sah ihn, bemerkte auch, daß der Kutscher ein weißes Halstuch trüge, tam sogleich herunter und horchte an Amys Thür, um fich davon zu überzeugen, daß die junge Dame ihr nicht zuvorge Tommen sei. Der Hauswart öffnete bereitwilligst den Kutschenschlag. Im Schatten des inneren Wagens erblickte Mig Marrable Die Gestalt eines Mannes, und überzeugt, daß alles in Ordnung sei, stieg fie ein. In dem nächsten Augenblick wurde und sorgte dafür, daß er in Amys Hände gelangte. Dann Mig Marrable las den Brief, legte ihn wieder zusammen wartete fie, in dem Bewußtsein, daß fie eine gute That voll bringe, auf Amys Antwort, die ihr von der verrätherischen Mago gebracht werden sollte. Sie tam denn auch, und war fehr furz. Treuer Viv! Ich werde bereit sein und nach dem weißen Halstuch ausschauen. Deine Dich liebende Amy." Um ein Uhr frühstückte fie tüchtig; um halb drei führte fle ihre Richten zu einem Spaziergang aus und sprach mit ihrer gewöhnlichen Leutseligkeit über Frauenemanzipation; um halb fieben erschien fie an der Wirthstafel, flagte wie immer über bie zu start gepfefferte Suppe, den zu kalten Fisch und das nicht gar gebratene Hammelfleisch. Lucy dagegen und Amy fonnten ihre Erregung taum verbergen. Hundertmal sahen fie während der Mahlzeit nach der Uhr und fuhren jedesmal auf, Baare wurden herzlich begrüßt und äußerst gaftfreundlich aufwenn sich Wagengeräusch draußen hören ließ. Nach Tisch be gab fich Mik Marrable auf ihr Zimmer, um ihre Vorberei tungen zu treffen. Wie fie längs der einsamen Harlechstraße nordwärts entführt. Eine halbe Stunde später verließen zwei andere Wagen das Gasthaus, aber in der entgegengesezten Richtung. In einem derselben saß Lucy und Mr. Rhodes, in dem andern Amy und Jellicon. Es war beinahe Mitternacht, als fie bei den Browns in Llanyltid angelangt waren; diese waren aber noch alle auf und warteten auf fie. Die beiden flüchtigen genommen. Mig Marrable war weniger glücklich. Sobald der Wa gen, in dem fie saß, die erleuchtete Stadt hinter sich hatte, beschämt der junge Jellicon sein wird," dachte fie schlug ste ihren Schleier zurück und blickte mit vernichtendem bei fich, wenn ich mich entdecke und ihn mit Vorwürfen überhäufe. Die Männer find nur schwache Geschöpfe. Vielleicht wird er in Ohnmacht fallen. Ich will doch mein Riechfläschchen mitnehmen. Dann zog fie einen Amy gehörenden Regen mantel an, verbarg ihr Geficht hinter einem dichten Schleier men. Hohn auf die dunkle Gestalt, die ihr gegenüber Plat genomDa fie feine Antwort erhielt, so wagte sie erst leise, dann heftig zu huften. Die Gestalt achtete darauf nicht. ,, Dies ist äußerst seltsam," dachte sie dann bei sich.„ Ich und feste fich ans Fenster, das unmittelbar über der Eingangs muß fräftigere Mittel anwenden. Sie stieß Mr. Griffiths nicht geheuer zu Muthe. Er tannte Miß Marrable von An Inzwischen war Edward Griffiths, dem Billardkellner, gar fehen und fah mit Schrecken dem Augenblic entgegen, wo er mit ihr allein sein würde. Er hatte aber Vivian Jellicons Fünfpfundnote in der Tasche und war entschloffen, die Sache nicht aufzugeben. Um aber seinen natürlichen Muth zu stärken, begann er um sechs Uhr verschiedene starke Gaben von Whisky und Waffer hinunter zu schlucken. Mochte nun der Whisky zu stark, oder der wäfferige Zusatz zu schwach sein, genug, um zehn Minuten vor neun, als Vivian Jellicon fam, um feinem Stellvertreter noch einige Verhaltungsmaßregeln anquempfehlen, fand er Edward Griffiths entschieden trunken. Blüdlicherweise war er aber in seinem Zustande weder zänkisch mit der Spize ihres Regenschirmes in die Seite. Der Billard fellner stöhnte im Schlaf. Mr. Jellicon!" rief fie in tiefstem und drohendſtem Ton. Sie hatte darauf gerechnet, daß dieser Ausruf eine augenblickliche und überraschende Wirkung auf ihren Gefährten ausüben würde und war sehr enttäuscht, als er bloß abermals stöhnte. Himmel!" sagte fie ,,, er ift frant. Er würde sich so nicht benehmen, wenn er nicht frank wäre. Der Schreck hat ihn übermannt. Wie leid mir das thut! Die Männer find so schwache Geschöpfe. Ich muß den Wagen anhalten laffen." Damit ließ fie das Fenster herunter, stedte den Kopf heraus und rief dem Kutscher zu, er solle anhalten. Dieser aber war gleich dem Billardkellner reichlich beschenkt worden und war entschloffen, daß nichts ihn aufhalten sollte, bis er Harlech ernoch laut. Sein Hauptverlangen schien darin zu bestehen, daß reichte. Er knallte deshalb mit der Peitsche, um Mig Marrables 1. Jahrgang. wird nicht gelehrt; das Französische beginnt in der 4., das Englische in der 2. Klaffe. Erhöhung des Schulgeldes. Dem Magistrat ist amtlich mitgetheilt worden, daß bei allen königlichen höheren Schulen vom 1. Oktober ab das jährliche Schulgeld von 96 auf 100 M. erhöht werden wird. Der Magistrat_hat_in der Sigung am Freitag auf diese Mittheilung einen Beschluß noch nicht gefaßt und wird die Frage erst bei Gelegenheit der Etatsberathung zur Erörterung fommen, nachdem eine fleine Kommission unter Vorftz des Stadtraths Schreiner und unter Buziehung der beiden Schulräthe, des Kämmerers und des Dezernenten für die höheren Schulen die erforderlichen Materialien gesammelt haben wird. Ein kostspieliges Wert. Der Baurath Hobrecht hat auf Veranlassung des Magistrats und der Stadtverordneten Ver sammlung ein Werk über die Kanalisation Berlin's publizirt, das, wie die National 3tg." meint, für die Kanalisation der großen Städte von der höchsten Bedeutung werden wird. Daffelbe wird schon in der nächsten Beit den Mitgliedern der städtischen Behörden zugehen. Besonders werthvoll soll neben dem Text der Atlas sein, dessen Herstellung eine lange Zeit, viele Mühe und große Sorgfalt erfordert hat. Der Ladenpreis des Werkes ist auf 150 M. festgesetzt worden. g. Zeitungsverkauf und kein Ende. Am vergangenen Sonntag haben wiederum mehrere Händler mit Zeitungen das polizeiliche Verbot des Zeitungsverkaufs nach 9 Uhr Vormittags durch Abgabe von Zeitungen übertreten und sind dadurch straffällig geworden. Die Geldstrafen, welche die Behörde für derartige Uebertretungen in Anwendung gebracht hat, find bis iegt verhältnismäßig gering, obgleich sie für die mit nur geringem Verdienst arbeitenden Zeitungshändler immer noch hoch genug erscheinen. Beispielsweise wurde eine Beitungshändlerin, Frau R. Unter den Linden, wegen des gedachten Vergehens mit einer Geldstrafe von 2 Mart belegt, die fich allerdings im Wiederholungsfalle bedeutend erhöhen würde. Wie wir übrigens erfahren, sollen es weniger die Erekutivbeamten der Polizei sein, welche Denunziationen wegen des Verstoßes gegen das Verbot einreichen; dieselben sollen vielmehr in den meisten Fällen auf Veranlassung von Privatpersonen erfolgen, welche durch das Verbot des Beitungsverkaufs an Sonn- und Fest Der Intagen nach 9 Uhr Vormittags geschädigt werden. haber des Beitungsverkaufs in den Trinkhallen, Hr. Freybourg, hat die Verkäuferinnen streng angewiesen, unter feinen Umständen Zeitungen während der ausgeschlossenen Beit zu ver taufen und gleichzeitig erklärt, daß die Verkäuferinnen bei Uebertretungen die eventuellen Geldstrafen zu tragen haben. Um so bedauerlicher ist es, wenn Personen diese armen Mädchen zum Verkauf von Zeitungen während der verbotenen Zeit verleiten und fie hinterher denunziren. N. Das 25 jährige Jubiläum feierte gestern der Braumeister der Bazenhofer Bierbrauerei Herr A. Enders. Derselbe war vor 25 Jahren als Brauer in genanntem Etablissement eingetreten und hat sich in diesem Zeitraum zu seiner jezigen Stellung, welche zu gleicher Beit mit der eines Inspettors verbunden ist, emporgearbeitet. Dem Jubilar, welcher fich der größten Beliebtheit erfreut, wurden sowohl von der Direktion, dem Beamten- und übrigen Personal, als auch von anderen ihm nahe stehenden Personen Geschenke und Gratu lationen in Depeschen, Briefen 2c. zu Theil. N, Die Stadtbahnstation Zoologischer Garten" ist seit gestern mit einem Bahnhofsrestaurant versehen worden. Die Restauration ist einem früher im zoologischen Garten an gestellten Aufseher, Herrn Könne, der schon seit Jahren die Vertretung eines Rüdesheimer Weinhauses hatte, übertragen worden. Das Bahnhofsrestaurant besteht aus zwei geräumigen, tomfortabel eingerichteten Sälen für Passagiere zweiter und dritter Klaffe. Vorläufig ist das Restaurant nur für den Stadtverkehr eröffnet, während es am 15. Oftober mit Einführung des Winterfahrplanes auch für den Fernverkehr eröffnet wird. In Kaltberge- Rüdersdorf soll demnächst auch eine Bementindustrie entstehen und liegt ein darauf bezüglicher Vertragsentwurf zwischen der königlichen Berginspektion und Hrn. Baumeister Guthmann bereits vor. Wenn es der Fabrik gelingen sollte, aus dem dortigen Material einen wirklich guten Bement herzustellen, so würde der Fortbestand des Rüdersdorfer Werkes in einem dem jeßigen annähernd gleichen Umfange noch auf eine sehr lange Beit gesichert sein, während die Vorräthe Stimme zu ersticken und fuhr den nächsten Berg mit einer Geschwindigkeit hinab, welche den Wagen zu zertrümmern drohte. Halt, halt, um Gotteswillen halt!" rief die Dame; als fie aber fand, daß ihre Worte tein Gehör fanden, so zog sie den Kopf zurück und bemühte sich, den Aermsten vor ihr zu beleben. Sie hielt ihm ihr Riechfläschchen unter die Nase, fie rieb seine Hände, fächelte seine Stirn und ließ sein fieberndes Haupt an ihrer Schulter ruhen. Sie konnte ihn aber nicht erwecken. " 1 Wenn er stürbe," dachte fte. Ich wollte ihm einen Schreck einjagen, aber so weit wollte ich es nicht treiben. D, Dies ist schrecklich!" Noch einmal versuchte sie den Kutscher zu bewegen, daß er anbielte, aber vergebens. Der Anblic ent fernter Lichter beruhigte sie endlich etwas. Der Wagen bog in einen langen Baumgang und fuhr eine gute Stunde, nach dem er Abermaw verlassen, vor dem Hause der Joneses bei Harlech vor. Erleichtert öffnete Miß Marrable den Schlag und stieg aus, um sich von einem halben Dugend Personen umgeben zu finden, die auf der zum Hause führenden Treppe versammelt waren. ,, Schnell!" rief fie, fragen Sie nicht lange; er ist frank, er liegt im Sterben. Bringen Sie ihn heraus!" Die Joneses, welche auf die Ankunft einer Jungfrau in mittleren Jahren nicht vorbereitet waren und Mr. Jellicon und Mig Allerton erwarteten, waren nicht wenig erstaunt. Wer ist drin?" fragte Mr. Tom Jones, der Sohn und Erbe der Familie. „ D, Mr. Jelli on! Schnell, schnell! um Himmels willen schnell!" " Unmöglich!" rief Tom und stürzte zu dem Wagen, um seinem Freund beizuspringen. Im nächsten Augenblid brach er in lautes Gelächter aus. ,, Es ist ja gar nicht Jellicon!" fagte er. Es ist Griffiths, der Billardfellner aus dem Cors- yGedol und zwar ist er hoffnungslos betrunken. Ein netter Reisegefährte das!" Mis Marrable ist, wie wir schon sagten, eine Dame ohne Schwächen. Als fte aber diese Ankündigung vernahm, fiel ste in Ohnmacht. Als sie sich nach der rücksichtsvollsten Behand lung von seiten des weiblichen Theils der Familie Jones wi ber erholt hatte, warf sie diesen achtbaren Leuten unwillig vor, absichtlich ihr einen Streich gespielt zu haben, und wollte sofort nach Abermam zurückkehren. Der Wagen aber und Griffiths waren fort. Der ältere Mr. Jones erbot fich, das Fräulein in on tctncn Kalksteinen, euf deren Gewinnung der jetzige Betrieb gerichtet ist, in sehr wohl absehbarer Zeit zu Ende gehen werden. a Ergriffener Fälscher. Der Kommissionär D., welcher seit 7 Jahren in dem Holzgeschäft von Sch- in der Wrangel- straße thntig gewesen war, aber seit dem 14. Juli c. aus die- fem Geschäft entlassen ist. wurde gestern wegen schwerer Ur- kundenfälschung zur Hast gebracht. D. kannte in Folge der langjährigen Beschäftigung bei Sch- die ausstehenden Forde- rungen seines früheren Prinzipals und er begab sich vor eini- gen Tagen mit einer fälschlich mit dem Namen des Sch. unter- zeichneten Quittung zu der mit Sch. in Verbindung stehenden Firma K-, bei der er darauf 414 M. erhob. Die Fälschung wurde noch rechtzeitig entdeckt und D. wurde gestern Abend mit dem größten Theil des durch die Fälschung erlangten Gel- des von einem Knminalbeamten ergriffen und zur Haft ge- bracht. Einen recht ungelegenen Zeitpunkt hat sich ein Ber- liner Kind zu seiner Geburt auserkoren. Die in Berlin Metzer- straße 31 wohnhafte verehelichte Schlächtergesell Duscheck hatte den Potsdamer Jahrmarkt als Handelssrau besucht, als die- selbe mit einem Male mitten im flottesten Geschäft inne wurde, daß sie Mutter werden würde. Es stellt, n sich so heftige Schmerzen ein, daß der stävtische Krankenwt cn polizeilich re- quirirt werden mußte. Bald darauf genas.irou Duscheck im städtischen Krankenhause eines munteren Töchterleins. Der Mann wurde sofort tele graphisch in Kenntniß gesetzt und traf heftig erschrocken in der Nachbar-Refidenz ein, wähnend, seiner Frau wäre ein schweres Unheil begegnet. Die Sorgenfalten auf der Stirn wurden jedoch, wie die„Potsdamer Zeitung" erzählt, alsbald geglättet, als er den glücklichen Ausgang der Geburt erfuhr und seine Neugeborne in die Arme schloß. * lieber den unter seltsamen Umständen erfolgten Tod einer jungen Frau, deren Mann Inhaber eines renom- mitten Konfektionsgeschäftes«-> gros in hiesiger Stadt ist, wird uns von einem Berichterstatter Folgendes mitgetheilt: Die junge Frau erlag vor einigen Wochen, wie es in der Todes- anzeige hieß, plötzlich einem Herzschlage; es war aber ein öffentliches Gehetmniß, daß die junge Frau, die eben erst durch die Geburt eines Kindes erfreut worden war und mit ihrem Manne in glücklichster Ehe lebte, Gift genommen hatte und auch ihr Kind hatte vergiften wollen. Trotz der Allen bekannten Nervosität der beklagenswerthen Frau war es doch Jedem, der ihr näher stand, ein Räthsel, was sie, die mit allen denkbaren Gütern Gesegnete— ste stammte aus sehr reichem Hause und hatte eine Mitgift von einer Halden Million erhalten— in den Tod getrieben hatte. Man munkelte von Untreue des Gatten, Andere sprachen von einer kleinen Episode aus dem Mädchen- leben der Verstorbenen, die zu den Ohren des Gatten gedrun- gen wäre und diesen sehr aufgebracht Härte. Wie sich jeyt dem „Verl. B." zufolge herausstellt, hat die Geschichte einen ganz anderen Hintergrund, und sie wird aller Wahrscheinlichkeit nach noch ein ernstes Nachspiel vor dem Kriminalgericht haben. Man hat nämlich Briefe an die Adresse der jungen Frau gefunden, die alle möglichen Drohungen enthielten, auch Verleumdungen gegen ihren Mann; unter Anderm war auch mit der Ent- hüllung eines durchaus harmlosen Mädchenromans der jungen Frau gedroht. Die, wie demerkt, äußerst nervöse Frau soll sich diese Drohungen, besonders da ihr Mann sich auf einer länge- ren Geschäftsreise befand, so zu Herzen genommen haben, daß sie den Tod suchte und.fand. Die Briefe sind natürlich ano- nym gehalten, aber hoffentlich gelingt es der Kriminalpolizei, die elenden Gesellen, welche ein junges glückliches Famllien- leben vernichtet, zu ermitteln,-' und der verdienten Strafe zuzu- führen. GmrW-Leitung. München, 30. August. Für das nöthige Material an Preßsündern für die nächste Schwurgerichtssesfion ist jetzt bereits wentgstens einigermaßen gesorgt. Wegen Berufsbeleidigung der Münchener Polizei, begangen durch eine Broschüre, ist Herr Redakteur Dr. Schönlank vor das nächste Schwurgericht ver- wiesen Die heute erfolgte Konfiskation eines der fünf(!) gegenwärtig hier erscheinenden„Vaterländer" auf Grund des „groben Unfugsparagraphen", gegen welchen durch eine höchst abscönc„Räthselhafte Inschrift" verstoßen fein soll, dürfte eben- falls zu einer gerichtlichen Verhandlung führen und im Uebri- gen ist ja bis zur Eröffnung der Schwurgerichtssesfion noch hinreichend Zeit. An Flickmaterial hat's bei uns in dieser Beziehung noch nie gefehlt.— Das Landgericht Augsburg hat den katholischen Pfarrer Schmid von Scheppach wegen Betru- ges in eine Gefängnißstrafe von drei Monaten verurtheilt. Münster i. Wests., 30. August.„Ein ganzes Jahr un- schuldig im Gefängnisi zugebracht" hat der Bergarbeiter David Hugo aus Bruch bei Recklinghausen. Am 2. Juli 1883 wurde derselbe wegen Theilnahme an einer Schlägerei, bei der ein Mensch zu Tode gekommen war, und wegen fahrlässiger Tüdtung zu 2'/> Jahren Gcfängniß verurtheilt. Zu Ostern 1883 war in Bruch zwischen zwei sich feindlich gesinnten seinem Wagen nach dem Cors-y-Gedol-Hotel zurückzufahren. und so war sie um zwölf Uhr wieder auf ihrem Zimmer. Don erfuhr sie, daß Amt) und Lucy sie verlassen. Sie schwur, ihre Nickten sollten sie nie wieder sehen, telegraphirte an dem fol- genden Morgen an Mr. Larkspur und Mr- Allerton und ver- wünschte Sir Thomas Jellicon als den niedrigsten, herzlosesten Mann. Drei Wochen danach hatte sich ihr Zorn abgestumpft. ätucy und Amy waren verheirathet. Was sie gethan, war thöricht, doch vielleicht nicht ganz unentschuldbar. So denkend entschloß sich Miß Marrable in der Güte ihres Herzens, ihnen nach und nach die frühere Gunst wieder zu schenken. Nie aber hat sie es Lucy ganz vergessen können, daß sie den Billardkellner anstatt Vivian Jellicons eingeschwärzt. „Meine Beste," sagt sie, so oft sie die Geschichte ihrer Fahrt nach.Harlech erzählt,„der elende Mensch war mit Whisky vollständig getränkt, und ich weiß wirklich nicht, was er gethan hätte, wäre nicht mein Auge beständig auf ihn ge- richtet gewesen- Aber unter meinem Blick brach er zusammen. ja brach et»usammen. Nie sah ich eine wilde Bestte so vollkommen gezähmt." Und bis auf diesen Tag glaubt Miß Marrable, daß ohne ihr Auge der Billardkellner— schrecklicher Gedanke— mit ihr gleichfalls hätte durchgehen können. Aus dem Adlon Laffalles. In der„Vossischen Zeitung" veröffentlicht Theodor Fon- tane eine Reihe von interessanten Artikeln über Christian Frie- drich Schermberg und das literarische Berlin von 1840 bis 1860, aus denen wir Folgendes entnehmen: Nicht nur der preußische Hof, mit dem Könige selbst an der Spitze, waren unserem Dichter buldvoll zugethan, auch an- dere deutsche Fürstlichkeiten zeigten sich ihm geneigt, vor allem König Ludwig von Bayern, der um eben diese Zeit oder doch nicht viel später, folgende charakteristische Zeilen an ihn richtete: „Herr Scherenberg! In dem Verfasser der Schlachten von Waterloo und Abukir habe ich einen rühmlich ausgezeichneten Dichter kennen gelernt. Wir find in diese Schlacht versetzt, -mir sehen, wir hören sie, wir kämpfen sie mit. Und doch nicht beschreibend nur, nein, dichterisch sind ste aufgefaßt! Nächstens ch'erde ich Leuthen lesen, welcher Schlacht Teutsche gegen Deutsche «nstten. Möchte dieses sich nie mehr ereignen! Seine Aner- feyftung wiederholt Ihr Sie zu schätzen wissender Ludwig." Familien ein Streit entstanden, in dessen Verlaufe der Berg- mann Knoblauch einen Steinwurf empfing, der binnen wenigen Stunden den Tod des Getroffenen zur Folge hatte. Das Ge- richt nahm damals an, David Hugo habe den verhängnißvollen Wurf gethan. Durch viele Bemühungen war es dem Ver- urtheilten gelungen, Wiederaufnahme des Verfahrens durchzu- setzen. In der gestrigen Verhandlung, zu welcher 31 Zeugen geladen waren, gelangte der Gerichtshof zur Ueberzeugung, daß David Hugo den Wurf nicht gechan habe, vielmehr ge- wann es den Anschein, daß der Bruder des Angeklagten, Jo- bann, der Werfer gewesen ist. Derselbe verweigerte seine Aus- sage: mehrere Zeugen bekundeten, daß Johann Hugo nach der Verletzung des Knoblauch gesagt:„Wenn der Kerl stirbt, geht es mir schlecht." David Hugo wurde von der Anklage der fahrlässigen Tödtung freigesprochen und nur wegen Theil- nähme an einer Schlägerei zu zwei Monaten Gefängniß ver- urtheilt._ WmmsMes. Eine Sturmprophezeihung. Der größte Sturm des 19. Jahrhunderts, der sogenannte Saxcbu Gale, wird sich am 19. September 1887 einstellen nach der Berechnung des Astro- nomen des kanadischen Finanzministeriums, Professor E. Stone Wiggins, welcher die Stürme vom 9. März 1883 und vom 26. Januar 1884, welche auch wir hier empfunden haben, genau vorhergesagt bat. Der Saxeby Gale hat zuletzt am 7- Oktober 1869 gewüihet und sämmtliche Wälder Neu- Englands beinahe vernichtet, für die Holzindusttie nämlich un- brauchbar gemacht. Wiggins hat nun ausgerechnet, daß sich dieser heftigste aller Weltstürme in 5461 Tagen wiederholt, welche am 19. September 1887 ablaufen. Seine größte Kraft wird der Sturm nach Prof. Wiggers Angabe am Nachmittag des 20. September entfalten und soll von heftigen Erdbeben begleitet sein, die um die Mitte Oktober in Kalifornien und dem westlichen Europa eintteten. Zwischen dieser Zeitperiode und der gegenwärtigen sollen die heftigsten Stürme stattfinden: 1884 am 20.— 23. September und 20.— 22. Oftoder, 1885 am 18.— 20. März, 1886 am 29. und 30 September und 1887 am 26—29. März. Von diesen letzteren ist der heftigste der vom September 1886.1 Da? Weckerbett. In Kassel ist gegenwärtig eine inter- essante Sehenswürdigkeit am Wall ausgestellt, das elektrische Weckerbett, welches, je nach dem die Uhr gestellt wird, zu jeder beliebigen Zeit den Schläfer weckt und diesen, falls er nicht von selbst aufsteht, schließlich in drastischer Weise dazu zwingt. Der Verlauf des Weckens ist nach der„K. Ztg." folgender: Zunächst ertönen zwei Glocken einige Zeit, während ein in der Nähe des Bettes stehendes Licht sich entzündet. Bald da: auf wird dem zaudernden Schläfer durch unsichtbare Kraft urplötz- lich die Schlafmütze vom Kopfe gezogen; zu gleicher Zeit wird durch Elektrizität eine unter einer Kaffeemaschine stehende Spirituslampe angebrannt. Die Töne einer Spieldose find eine weitere Mahnung zum Aufstehen. Da die Musik nichts hilft, ertönen nochmals die elektrischen Glocken. Als letzte Warnung steigt an der Seite des BetteS ein Zettel mit der schriftlichen Aufforderung:„Rraaus!" emvor. Der Nicht- beachtung dieses Wortes folgt alsbald die Strafe: Der unverbesserliche Schläfer wird einfach aus dem Bette geworfen. Die Wachmannschaft der New- Yorker Feuerwehr schläft in ähn- liehen Betten- Abenteuer eines Walfisches. Als ein interessantes und beim Betriebe der unterseeischen Kabel vielleicht einzig dasteh- endes Ercigniß entnehmen wir den„Times" folgende, denselben von dem Vorsitzenden der westamerikanischen Telegraphengesell- schaft zugegangene Mittheilung, welche erkennen läßt, wie verhängnißvoll ein Angriff auf ein unterseeisches Telegraphen- kabcl für einen Walfisch ausfallm kann. Das Kabel der ge- nannten Gesellschaft war sieben Tage lang unterbrochen und wurde von dem für die Ausbesserung bestimmten Dampfer wieder hergestellt. Der von dem Kavitän dieses Schiffes der Gesellschaft erstattete Bericht über die Ursache der Störung lautet im Auszuge folgendermaßen:„Als wir das Kabel in einer Länge von 2l Knoten aufgefischt hatten und mit dem weiteren Auffischen desselben noch beschäftigt waren, kam ein ungeheurer Walfisch, welcher sich in das Kabel verstrickt hatte, an den Bug des Schiffes herauf. Er schien ungefähr 70 Fuß lang zu fein. In seinem Kampfe, sich zu befreien, schnitt das Kabel sich tief in seine Seite, so daß die Eingeweide und große Blutströme hervorquollen. Im letzten Todeskampfe zerschnitt er das Kabel an den Kanten des Bugs und trieb dann nach der Windseite fort. Das Kabel war in Form eines Drahtseils ungefähr zwei Klafter weit aufgeflochten und an sechs verschiedenen Stellen schien es so tief durch- gebissen zu sein, daß der Verkehr gehemmt werden mußte. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Walfisch die Störung verursacht hat." Diesem Bericht fügt der in Amerika stationirte Agent der Gesellschaft Folgendes hinzu:„Tie Ilnuche der Störung war, wie in Kapitän Morton's Bericht schon zum Ausdruck gebracht worden ist, ein ungeheurer Walfisch, welcher Dieses Handschreiden mit der Adresse„Herrn Scherenderg, Dich- ter in Berlin", hatte bei kleinstem Format ein riesengroßes Siegel, so daß es mehr einem alten Siegelabdruck, dem man rundum einen kleinen Papierrand gelassen, als einem Briefe glich. Und siehe da, zu den Fürstlichkeiten der hier in Rede stehenden Epoche gehörte schließlich auch ein Anti-Fllrst. der trotz dieses seines„Anti" nicht bloß ein Potentat, ein Macht- haber sein wollte, sondern auch thatsachlich einer war: Ferdinand Laffalle. Ferdinand Lassalle war in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre nach Berlin gekommen und bezog eine Wohnung in der Potsdamer Straße Nr. 1, dem Hause Franz Dunckers gegen- über, zu welchem er. als dem Verleger seines„Herakleitos", in fteundschaftliche Beziehungen trat. Aber die Potsdametsttaße wurde bald aufgegeben, um in der benachbarten Bellevuestraße Nr- 13 eine Parterrewohnung zu beziehen, in deren geschmack- vollen Räumen, emem ArbeitSkabinet. einem Eßsaal, einem pompejamschen Zimmer und einem angebauten Glas- und Blumen-Pamllon, sich nunmehr ein halbes Jahrzehnt lang ein nicht unbeträchtlicher Bruchthnl der damaligen Gesellschafts- und Geistes-Elite Berlms zusammenfand. Ob solche Ver- sammlungen, in denen der Respekt vor dem„Esprit" alle Rang- und Standes-Verschiedenheiten überbrückte, heute noch möglich wetten, stehe dahin. Wie begreiflich, wechselte Vre Gesellschaft mehrfach in ihrer Zusammen- seyung. ern verblerbender Stamm derselben aber waren &MX2%%%& iö% Studlenkameraden Lassalle's aus seiner Breslauer Zeit her). Oberbürgermerster Ztegler, Hosrath Friedrich Förster. Dr. Schonberg, ein junger Natronalökonom. Franz Duncker und Frau, Georg Blerbtteu und Frau. Ernst Dohm und Frau. Ludwig Ptetjch und Rernhold BcgaS. Rivalitäten und Rang- strettigketten existuten, wie schon angedeutet, nicht und nur dem Fürsten Pückler, wenn er erschien, fiel wie von selber das Wort zu. nrcht werl er Fürst, sondern einfach weil er Pückler war und an Witz und emmenter Gabe der Unterhaltung auch die Besten überragte- Taae?'e?n�fühtt sah, chelleich�durch Äeor�ÄÄrni."och des einen und dn still gewinnenden des andern kaum über- raschen konnte. Man sah sich oft, namentlich an den sog. sich in die Schlingen des Kabels verwickelt hatte und sieb Tage lang gefangen gehalten wurde. Die Störung des Kabels war eine recht unglückliche, immerhin gereicht es aber zur Be- friedigung, zu erfahren, daß das Kabel nicht nachgegeben hat, und an der Stelle, wo es aufgefischt wurde, sowohl die Um- hüllung als auch die Seele in fast ebenso vollkommenem Zu- stände befunden wurden und ein ebenso gutes Aussehen de- wahrt hatten, als an dem Tage der Verlegung des Kabels." Eine wunderbare Wette Jemand, der längere Zeit auf einem Landgute, nicht weit von Kingston(Jamaica) zuge- bracht, erzählt im„H. C." das Folgenve: Als ich einst an einem sehr heißen Tage auf dem Sopha ausgestreckt lag und die Zeitung las, hörte ich unter meinem Fenster Jemand mit lauter Stimme zanken. Neugierig stand ich auf und sah nacb draußen, wo ich einen Neger in lcdhaftem Gespräch niit einem beladenen Esel stehen sah.„So, also Du willst nicht weiter? Hast Du wirklich hier Absicht, stehen zu bleiben? Nun, es ist gut, aber ich wette mit Dir um einen „Bit", daß ich Dick weiter treibe! Nimmst Du das an? Nun gut, dann gib Acht!" Nach diesen Worten packle der Neger das Thier am Schwänze und begann diesen mit aller Kraft herumzudrehen. Wirklich setzte sich der Esel dann auch bald in einen gelinden Trab. Ich war neugierig, was der Neger mu seiner Wette im Sinne hatte:„Bit" ist nämlich ein auf Ja- maica einheimisches kleines Geldstück„Ihr habt Eure Wette gewonnen", rief ich dem Mannezu,„aber wer bezahlt nun den Bit?"„O, das thut der Esel! Mein Herr hat mir einen„Bit mitgegeben, um in Kingston Futter für den Esel zu kaufen,— nun bekommt er nichts und ich behalte das Geld. Der heilige Antonius Premier-Lieutenant. In der in Paulo(Brasilien) erscheinenden„Germania" ist zu lesen: Der heilige Antonius ist im Jahre 1750 zum Premierlieutp nant auf der Festung Buraco in Bahia emannt worden, und heute noch erhalt die betreffende Jrmandade den Sold von 108 Reis pro Monat, der dem Herrn Lieutenant nach der da- maliaen Löhnungstaballe zusteht. Im Jahre 1819 reauirirtw die Patres, die die betreffende Brüderschaft leiteten, Majorsrang für den Heiligen(um das Majorsgehalt einzuziehen) m>d der damalige Gouverneur Luiz do Roxo informirte dieses Re- querimento dahin, daß eine Patenterhöhunz unzulässig st'- fintemalm es sich um einen Offizier handle, der niemals sterbe und der mithin im Laufe der Zeiten jedenfalls zum Feldmar- schall aufrücken müsse, was dann dem Staate gar viel Geld tosten würde. So blieb der heilige Antonius also einfacher Premier-Lieutenant, während der hellige Georg(in Rio) Gene- ral-Lieutenant der b:asilianischen Armee ist Naives Gcständniß. Im Winterthurer Landboten lesen wir folgendes gelungene' Inserat:„Mache hiemit dem Tu- Publikum Winter thurs die ergebene Anzeige, daß die Theater« saison ihrem Ende Zugeht und erlaube mir zugleich aufmerlsaw machen, daßjlliemaitd außer Fräulein Jenny das Reast Ii at, das übliche Theater- Journal abzugeben und dem Pü tum unrechtmäßiger Weise Geld herauszulocken. Hochachten» ergebenst D. Schrutz. Theaterdireltor. Tie allerneueste Erfindung des Physikers Leomis zu Washington ist die„Telegraphie ohne Draht"; derselbe steil- in sichere Ausficht als demnächst zu patentirende Erfindungen: Die Helio- und Photographie ohne Licht, die Lithographst ohne Stein, die Xylographie ohne Holz, die Mctallographst ohne Farbe und den Kupferstich ohne Platte. Andere aineli- kanische Gelehrte beschäftigen sich mit der Lösung der Probleme. wie eine Orthographie ohne Kenntniß der Sprache, eine Ge»- graphie ohne Länderkunde und wie die Biographie eine» Menschen schon vor seiner Geburt herzustellen, kurz wie am graphische Thätigkeit, Kunst u. s. w., ja sogar die Staatslunst ohne Statistik und ohne Material zu betreiben ist. In Neiv« York ist— man halte die Nachricht nicht etwa für Humbuss- das Lichtenberg'sche„Messer ohne Griff, an welchem die ftlmfl' fehlt" soeben erfunden worden. Gimeinnütziges. Das Kollodium oder der Klebäther(in jeder Drogue:� oder Apotheke käuflich) ist, wenn auch kein neues, jedenfalls aber ein zweckmäßiges Heil- und Hausmittel, welches in)(% Familie bei seiner außerordentlichen Wohlfeilheit angescham werden sollte., Dasselbe besteht aus in Aether aufgelöster SchießbaUw- wolle und stellt sich als eine helle, klare Flüssigkeit var.» bildet, mit einem Pinsel öfter aukgettagen und sehr schnell ver dunstend, einen luft- und wafferdichten Uederzug und ist vortrefflichste und ausgezeichnetste Hausmittel bei allen crn fachen Wunden, bei Hautverletzungen im Gesicht und an Händen, bei Scheuerwunden der Wäscherinnen, bei wu abgegangenen Füßen, bei alten flachen Geschwüren, die w« heilen wollen, bei Rothlaufentzündungen, die noch nicht> Eiterung übergegangen find, und bei Zahnschmerzen, die v» hohlen Zähnen herrühren. Besonders verdient es bei Brav, wunden, wo es fast augenblicklich den Schmerz stillt, und Frostbeulen, wo es im Anfange brennt aber schnell heilt, gewendet zu werden. an- „kleinen Abenden", deren einer sich zu einem ganz besonderes Triumphe für unfern Dichter gestaltete._...,u Lassalle lag krank an einer nicht ungefährlichen Kno« entzündung darnieder, zu deren Heilung in erster Reche s. hörte, daß er sich ruhig verhallen und wochenlang bei t» hoher Temperatur aus einer Chaise longue liegen mußte. Langeweile verzehrte den leidenschaftlichen, an Thätigkeit u, Anregung gewöhnten Mann und so schrieb er denn über Brief,„daß man ihn besuchen und unterhalten Ein solcher Brief traf denn auch bei Scherenberg ein, der. --------■- und e'�r ständigst beschworen wurde,„doch ja zu kommen Neues mitzubringen". Natürlich eifolgte Zusage, von und Jenem auch, und so versammelte man sich denn Tiesein mit uuu uuuj, uuu Iv Dciiamincuc man nm Uhr Abends in dem mit allerlei Bildern aus der franzo!'�. Revolutionszell geschmückten„blauen Salon", der 6°®"mr geräumig, aber, der Kur halber, von sehr hoher Temper � war. Laffalle lag hier auf seinem Ruhebett, von dem au ,,., mit gewohnter Meisterschaft den Wirth machte. Der Borte' tisch stand da, die Lichter brannten und Scherenberg v' Platz. ES war Cercle intime: Franz Duncker und Blerbtteu und Frau, Dr. Prietzel, Friedrich Förster, Luvm Und nun las Scherenberg einzelne Stellen auS „Franklin" vor, grandiose Schilderungen von Eis und w- � Eis, mit einem glitzernden Sternenhimmel darüber, unv• � war es, als ob es von Minute zu Minute frischer u>w � im Zimmer würde.„Köstlich", rief Laffalle-„Mern berg, wie schön, wie henlich. Seien Sie von Hetze" � bedankt! Und welche Freundlichkeit gegen mich, ßerav � Polar-Meer zu wählen. Bei Gott, ern besseres Ö'J J ahit nie präsentirt worden und keines hat mir je so geschmea weiter, weiter." Und ein neuer Gesang hob an und rrtz � wie Gäste zu neuem Entzücken hin. Denn Scherenberg seinen guten Tag und las vorzüglich. Ihr Verhältniß, um es zu wiederholen, war „aß# gegenkommen und Nachsicht und selbst auf unseres m �K.�vel lachen etwas nüchternen Dichters Seite von so hervorr- y, ......»m Zmc K"« Herzlichkeit, daß mir Einer aus den Tagen jener versicherte:„Echerenberg hat überhaupt nur einen aufrichtig und wirklich geliebt, uno dieser Eine Herze*; Für diesen ttua er etwas wie Leidenschaft in seinem und als plötzlich und--------- v'- von unerwartet dic Tode kam, war er wie außer sich und nicht beruhigen." Verantwortlicher Redakteur R. Eronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin SW. Beuthstraße 2.