te bet Stadt Laubni Krei gerufen ndlung nd die Vate ir Be weigert reiben te ver nt bel refeglid irchhofe Refe em Ge Le vers t eines uge ift rperver alischen idiger: fönnen It wird, fewege fleinen ten fich Den Be Waffer denken, Bohlen, nächtigs Inblid! , weld' n neun rbend) ten. Rr. 137. Freitag, 12. September 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. J Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Boltsblatt" L feint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin rei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 Bf. Einzelne Rummera 5 f. Bostabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VII. Rachtrage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Jusertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmart 10 f. Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Juferate werden bis 4 thr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Simmerstraße 44, sowie von allen Annoncensidig post Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedifion Berlin SW., Bimmerstraße 44. Die Liberalen in Belgien und anderswo.| Liberalismus, wenn er sich anders nicht zu helfen weiß, zu Wir haben seiner Zeit erklärt, daß wir den Sturz der liberalen Herrschaft in Belgien aufrichtig beklagten, weil ein Roch unangenehmeres und verderblicheres Regiment, das der Aleritalen, an ihre Stelle trat. Soulb, fie hatten ihre langjährige Herrschaft dazu benutzt, Aber die Liberalen hatten an ihrem Sturze selbst : Ein das Boll, besonders die Arbeiterklasse zu bedrücken, sie waren , bie jeberzeit, wenn die Arbeiter von ihren Rechten Geohn ein Te nach Callehrer ugniffes -4 Uhr schrieb en eine fet in dem äußersten Terrorismus fähig ist. Und gerade dieser heuchlerische Liberalismus ift es überall, der anderen Parteien und Klassen die Neigung zu Gewaltthätigkeiten zuschreibt, ber, wie gesagt, in Belgien bie um ihr Brod kämpfenden Arbeiter mit Kartätschen zur Raison brachte, der in Deutschland von Herrn v. Treitschke an bis zu Herrn Eugen Richter Zeter und Mordio ge= schrieen hat über die zu Gewaltthätigkeiten geneigte ArGebeiterklaffe. die übermächtige kapitalistische Ausbeutung veranstalteten, Bolizei und Militär requirirten und dem in feiner Ausbeutung bedrohten" Rapital zu Hilfe schickten. Aber trotzdem bedauerten wir den Sturz des Liberalismus aus oben angegebenem Grunde und fügten hinzu, daß Diefen der Liberalismus feine Sünden bereuen und, mit dem De beim beitenden Volle vereint, bei den nächsten Wahlen den als et 6 ange te über ist ein chloffene zur ein, in Kreis er: ,, Ach ift ein wenn Enebmen mir doch hier auf zeibung, echnung ach lan ich und dungen en wird a und nugung unnels. en und Madrid grenden und im uf der bfahren wischen lange els, fo ang be o forg neben bunden nit ben Reller en ders Ende Weife 6 und Das ein uf eine ehmen. ubhaft ie wer ft fiber gefchr. vers Fenden werden ie von tionen wir rinten Bes rungs Lauf ich bie nt bie fein pie for Ja, der Liberalismus ist es durch dies Geschrei ge wesen, welcher in Deutschland dem Ausnahmegeseh gegen die Arbeiterpartei Thür und Thor geöffnet hat, der immer von der Bedrohung der öffentlichen Ordnung fafelte und die Arbeiterpartei in dieser Weise fortwährend denunzirte. Und in Belgien, wo leider die Arbeiter politisch noch in den Kinderschuhen stecken, wo sie nicht, wie in Deutsch land, eine selbstständige Partei bilden, da ist es gerade die d schäftigungen resp. Einrichtungen vorgenommen werden können. Troßdem hören wir von vielen Seiten, und namentlich aus den Klein- Fabrikantenkreisen, von Leuten, die eine kleine Werkstätte zu ihrem Geschäftsbetrieb nothwendig gebrauchen, Klagen über Klagen, über die Unkoulanz und das Verhalten der Verficherungsgesellschaften. Die Gesellschaften gehen natürlich von dem Grundsatz aus, daß fie vor allen Dingen verdienen müffen, und da das Nifilo wächst, wenn sie Werkstätten verfichern, die leicht brennbare Stoffe enthalten, so lehnen sie eine derartige Versicherung ab. So ein kleiner Meister oder kleiner Fabritant, der gezwungen ist, entweder mit leicht brennbaren Stoffen umzugeben oder wenn das auch nicht der Fall, so doch seine Werkstätte in einer Schneidemühle oder einem ähn lichen Etablissement miethen muß, der kann von Pontius zu Pilatus laufen, er mag bei jeder Versicherungsgesellschaft anflopfen, überall wird er abgewiesen. Die erste Frage, welche von der Gesellschaft gestellt wird, lautet bekanntlich: Sind Sie schon einmal abgebrannt?- Sit dieses der Fall, in Bezug auf die vorhin genannten Geschäfte, so erfolgt unbedingt die Abweisung des Aufnahmesuchenden. Was kann denn aber Jenicht gerade als ob der Betreffende in den Augen der Gesellschaften als ein Uebelthäter erscheint?!- Wozu find denn überhaupt die Gesellschaften da? Sie nennen fich Feuerverficherungsgesellschaften, sie wollen angeblich die Bürger bei Aleritalismus wieder stürzen möge. Das war der einzige liberale Partei, welche die Arbeiter auffordert, die öffentliche mand dafür, wenn er das Unglück hat abzubrennen? Ist es Beg, ben der Liberalismus betreten fonnte, um sich noch Drdnung zu bedrohen und Straßenkramalle zu insceniren! s einmal vor sich selbst zu retten. Statt dessen wandte er sich de- und wehmüthig mit Hier sieht man aber auch neben dem Terrorismus, den die Liberalen ausüben, die Dummheit derselben, da sie ihren Betitionen an den König, er möge dem neuen fleritalen Gegnern, den Klerikalen, Wasser auf die Mühle liefern. Feuerschaden dadurch schadlos halten, daß fie gegen eine be Culgefeße seine Zustimmung verfagen. Das war nicht Bis jetzt galten nämlich in Belgien die Gegenden, wo die ftimmte, ratenweise zu zahlende Summe bei eingetretenem hrlich und auch nicht flug; man wollte den König zu einem infonftitutionellen Schritte verleiten, den er dann leicht auch bei einer anderen Gelegenheit, wenn die Liberalen am Ruber waren und die Pfaffen ihn anpetitionirten, wieder golen tonnte. Furchten. Klerifalen herrschen, für diejenigen, in denen am leichtesten Exzeffe zu gewärtigen seien, da die Bevölkerung dort schlecht erzogen und deshalb roh ist. Das hat sich nun mit einem Schlage geändert, und die öffentliche Meinung wird sich wohl vollständig von den Liberalen abwenden. Das sind in der That keine verständigen Vorbereitungen zu den nächsten Wahlen, und wenn die Liberalen, die, wie Brandschaden dem Versicherten einen bestimmten Erfaß bieten. Wenn nun aber, wie das jezt von diesen Gesellschaften beliebt wird, feuergefährliche Werkstätten nicht aufgenommen werden überflüssig, denn wo nichts brennen kann, da ist auch die Verin die Verficherung, dann find die Gesellschaften ja eigentlich ficherung nicht nothwendig! Die ganze Versicherungsfrage bedarf aus anderen, noch folgenden Gründen, dringend der Regelung, so wie es jest ift, tann es in Butunft nicht weiterFeuerwehren, alljährlich Als das Volk diese Petitionen in urwüchsigem Drange burch Demonftrationen unterstüßen wollte, wehrten später bie Liberalen ab; sie schienen sich vor dem Volfe zu gefagt, alle anderen Parteien so gern der Rohheit und Ge- gehen. Die Kommunen, das heißt, die steuerzahlenden Bürger, Als dies die schlaueren Klerikalen sahen, ließen sie ihr schwimmen, so wird die Herrschaft der Klerifalen wohl noch Boll für das neue Schulgefes demonstriren Dazu hatten sie sicherlich ein Recht. eine lang andauernde sein. Und die Arbeiter? Leider liegen fie in Belgien noch in politischer Lethargie, sonst würden sie aus dem Kampfe der Liberalen und Klerikalen Vortheil ziehen, wie immer der Dritte. So aber lassen sie sich von beiden volks- und Aber das Recht bei einem anderen agten, ist niemals und nirgends Sache des iberalismus gewesen. Wir haben schon in der Politischen Uebersicht" des arbeiterfeindlichen Parteien noch ins Schlepptau nehmen. Straßentrawalls Erwähnung gethan, der in Brüssel stattfanb. rationen " Die Kleritalen haben seinerzeit die liberalen Demons gegen das neue Schulgesetz nicht gestört, anders Möge dies bald anders werden! Das Feuer- Versicherungswesen. Bei der Unzahl der vorhandenen Versicherungsgesellschaften aufbetzten gegen die klerikale Demonstration und Exzesse sollte man meinen, daß es jedem, der sich gegen Feuerschaden Berbeiführten, die mit Blut und Todtschlag endeten. Ebenverfichern will, ein Leichtes sei, seine Aufnahme in die Ver ficherung durch irgend eine Gesellschaft zu bewerkstelligen. Und Bu bedauern find in erster Linie die belgischen namentlich schon deshalb, weil die vorhandenen Polizeivors Arbeiter, die sich von den Liberalen zu solchen Exzessen schriften den Versicherungsgesellschaften eine Gewähr bieten, verleiten ließen. Dann aber auch ist zu ersehen, daß der Radbend verboten. 471 Feuilleton. Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. Fortsetzung) Die verschwiegene Natur des stolzen und hochherzigen daß in leicht brennbaren Gebäuden keine feuergefährlichen Be Botschafter in Konstantinopel und erbitten deffen Vermittelung und Verhaltungsmaßregeln für den Konsul und die Behörden in Smyrna. Es wird nothwendig sein, sehr vorsichtig zu Werke zu geben, damit dieser Türke brabim seinen Ges fangenen nicht zuvor bei Seite schafft. Der Konsul von Smyrna wird Sie vielleicht selbst nach dem Golf von Adalia begleiten. An Geldmitteln soll es Ihnen nicht fehlen, und Sie werden schnellstens reisen, nicht wahr, theurer Freund?" Mellodem, dem sein Weg so genau vorgezeichnet wurde, res Summers ängstlich verborgen gehalten, die fich jest versprach, noch mit dem Mittagszuge nach Dover zu gehen, und Derriethen. Ammer. verabschiedete fich sogleich von Myra. Durch diese kurze Unterredung schien Myra Barth's Leben Mit haftigen Schritten durchmaß fie das Bibliothek vollständig umgewandelt. Sie versenkte fich ganz in die Er Erregung Bletch innerung an Jasper Fipron, ihre Phantafie schritt rasch zu dem Barum zögern wir noch?" fragte fie in fieberhafter Tage seiner Rückkehr vorwärts. Warum find wir noch hier? Jede Minute des Aufschubs bebeutet Todestampf für ihn, wenn er noch lebt. Jede ver lorene Minute broht, daß wir zu spät lommen. Sogleich, fowürden jedem Fremden Hilfe zu bringen trachtenmuß er Antwort auf seinen Nothschrei erhalten. Wir thm D Jasper, Jasper!" Banzen Körper erschütterte. und ihm Würde das lange furchtbare Elend die Liebe in seinem Herzen erstickt haben? Würde fie seinem Gemüth fremd ge worden sein, oder erwartete er von ihr noch immer die Ein löfung des Wortes, das sie ihm einst verpfändet hatte? Das fonnte nimmer, nimmer geschehen. Wie war ste in den Besitz der Güter ihres Vaters gelangt? Nur dadurch, daß fie den rechtmäßigen Erben gewaltsam verdrängt hatte. Sein Tod oder sein moralischer Untergang, wenn er in Schluchzen, das fich aus Myra's Brust losrang und ihren schlechter Umgebung aufgewachsen war, ruhte auf ihrem Gewiffen, und die Strafe für jenes Verbrechen, so wiederholte fie fich mit frankhafter Beharrlichkeit, würde früher oder später ihr Haus heimsuchen. Und war fie dennoch nicht oft genug dem Entschluß nahe gewesen, fich zu verheirathen, blos um Bebanten an Jasper überwältigt, hatte sie verlassen. Ihre fich von James Wrigley zu befreien? Was durfte fte Langfam gemann fie ihre Faffung wieder. iminden ihres Bruders, wie die Schwäche, welche sie bei dem Das Entfeßen über ihre geheime Schuld an dem Ver Beifte gegenwart, eine ruhige Ueberlegung fehrte wieder. Sie blieb vor einer großen Landkarte, die an der Wand bing, Reben. Ihr Auge suchte den Golf von Adalia. Dr. Mekoder," sagte fie nach einer Weile ,,, Sie werden Beben ihn auffuchen, nicht wahr?" Der Advokat verneigte sich. Jasper Fipron bieten, wenn er jest wieder nach der Heimath tam. Würde es ihr gestattet sein, ihm die Befigung seiner Bäter, welche sie mehr als hunderttausend Bfund geloftet hatte, zu übergeben? Konnte nicht Wrigley Einspruch gegen die Entäußerung eines großen Kapitals erheben, und sollte Figron den heimathlichen Boden nur betreten, um den Ich werde Ihnen eine Anweisung auf zehntausend Stammsig seiner Ahnen an diese selben Wrigley's übergehen Bfund geben, und über diese Summe hinaus werden meine Banquiers Ihnen allezeit jede beliebige Summe zur Vermit, Heber Dottor." Tigung stellen. Nehmen Sie Jemand zu Ihrer Begleitung blickte, starrte ihr Kummer und Sorge entgegen. Die lange Beift die Fahrt zurüd. Wohin sie in dieser verwickelten Angelegenheit immer Nacht, welche sie damit hinbrachte, in dem Bibliothekzimmer rubelos hin- und herzuwandern, war nur ein Vorspiel langer Draußen vor der Thüre stand Elsa Wallace. Sie land und Brindift geben. In Brindisi miethen Sie fich ein Sie fönnen von hier nach Baris, von dort nach Mai- qualvoller Tage, die sie erwarteten. Beines Dampffchiff, telegraphiren den Fall an den englischen ängftigte fich um ihren Liebling. Was mochte geschehen sein? toulonnale Ausgaben verursachen, und mit Recht wird jest bie Frage aufgeworfen, ob die Kommunen nicht auch verpflichtet feien, für die invalid gewordenen Feuerwehrmänner und auch für die Hinterbliebenen verunglückter Feuerwehrmänner in genügender Weise zu sorgen. Daß die Kommunen diese Pflicht übernehmen müssen, steht außer Zweifel, dadurch werden aber Die Steuerzahler noch mehr in Anspruch genommen. Außerdem bestehen fast in allen fleineren Städten und Orten fog. freiwillige Feuerwehren, welche eine für die einzelnen Mitglieder oft anstrengende und kostspielige Thätigkeit entfalten, namentlich wenn es gilt Feuersgefahr zu beseitigen. Alle diese Thätigkeit, alle diese Ausgaben, fie lommen den Versicherungsgesellschaften zu gute, ohne daß diefelben sich nur den Finger frumm zu machen brauchen. Die Steuerzahler also und alle diejenigen, welche die Feuersgefahr beseitigen helfen, fie zahlen ihre Groschen, resp. opfern ihre Kräfte und die Versicherungsgesellschaften steden die fetten Dividenden in die Taschen. Oft genug find Diese Thatsachen schon in wirklich freifinnigen Kreisen erörtert und auch in die Deffentlichkeit gebracht worden; allein die jest Weshalb ließ sich Myra garnicht sehen? Endlich trat sie bei thr ein. Es ist zwei Uhr Morgens, mein Engel! Wollen Siebd nicht zu Bett geben? Ich fann es nicht ertragen, Kind, Sie fo gepeinigt zu sehen." Leg Dich nur schlafen, Elsa, mir ist nichts." " Und wollen Sie Ihrer alten Elsa nicht anvertrauen, was Sie bedrückt, mein Herzenskind? Wer in aller Welt liebt Sie mehr als ich?" Die Alte hatte Recht. Die schöne stolze Frau, die viel ons beneidete, unumschränkte Herrin eines fürstlichen Vermögens big stand vereinsamt und freundlos da. In ihren Jahren hätte fie längst der Mittelpunkt einer Familie, das Kleinod eines Gatten, der Schußgeist theurer Kinder sein müffen, aber fie op besaß Niemand, auf der ganzen weiten Erde, Niemand, der fie wirklich liebte, als ihre alte schottische Kinderfrau und ihre Adoptivtochter Milly. Einige bittere Thränen stahlen fich über ihre Wangen, als fte in der Stille der Nacht ihres on bellagenswerthen Looses gedachte. Hier in demselben Bimmer, an demselben Tisch war ihr Vater vor mehr als ein und zwanzig Jahren geftorben, und seit damals hatte Einsamkeit und Weißgeschid feine Erben verfolgt. Wieder ließ fich Elsa an der Thür vernehmen. Kind, süßes Kind, wollen Sie denn der alten Elsa durchaus nicht sagen, was Ihnen ist?" Myra war des einsamen Kampfes müde. Selbst die Theilnahme und die Liebe ihrer alten Wärterin vermochte ihr Troft zu spenden. Sie lehnte fich in den Seffel zurüd, in dem ihr Vater gestorben war, und erzählte Elsa Die Geschichte von der in Blut geschriebenen Botschaft Jasper Fipron's. D feien Sie guter Dinge, mein Liebling," sagte Elsa erfreut.„ Er ist nicht todt. Sie werden ihn finden und zurückbringen. Es war ein so braver Jüngling, und er wird ein ebenso braver Mann sein, und es ist noch nicht zu spät, Euch zu beirathen und meine alten Augen werden Sie noch im Brautschmuck sehen." Nie, niemals!" antwortete Myra. Ich darf nicht heirathen, Elsa!" Nicht heirathen, mein Lamm? Wenn der arme Mensch so viele Jahre in der Sllaverei geschmachtet und so viel Schweres erduldet hat, wollen Sie nicht einmal seine letzten Tage glücklich machen, ihm die einzige Belohnung vorenthalten, die ihn entschädigen tönnte? D, nicht doch, Fräulein." Führe mich nicht in Versuchung," seufzte Myra, aber ich Aus der Schweiz kommt die Nachricht, daß mit 13% Stimmen gegen 56 in Lausanne der Verfassungsrath den titel 18 angenommen hat, welcher lautet: Die Todesstrafe ist untersagt. Wie die ,, Grenzpost" vernimmt, ist die Untersuchung von Seiten der schweizerischen Behörden gegen die Anarchisten Schreiner Pfau und dessen verheiratheten Sohn beendigt und es werden diese demnächst vor Gericht erscheinen. Ein dritter Anarchist, ein deutscher Arbeiter, der am legten Sonntag noch verhaftet wurde, ist wegen Mangels an genügenden Beweifen wieder freigelassen worden. Der unbekannte Fremde, der in der Wohnung des Vaters Pfau festgenommen wurde, hat sei nen Namen noch nicht angegeben und wird, bis durch die zahlreich ausgesandten Photographien seine Person festgestellt sein wird, im Lohnhof verbleiben müssen. Ueber die Bestim mung der verdächtigen Riften mit Patronenhülsen, die wahr scheinlich zum Verpaden von Sprengstoff, bestimmt waren, hat er noch feine näheren Angaben gemacht. Herr Alexander Meyer, der also in eigener Sache" schreibt. So viel wir informirt find, hat der Herr Meyer allerdings sehr recht: die Haltung der Sozialdemokraten auch in Halle ist ihm teine zugeneigte. Er hätte aber als ehrlicher Mann auch den Grund dafür angeben sollen. Dieser ist nämlich, daß Herr Meyer Gott und alle Welt" Jahre lang über seine Haltung in Bezug auf die Verlängerung des Sozialispengesetes getäuscht hat. Diese Täuschung war eine so raffinirte, daß circa 3 Tage vor der entscheidenden Abstimmung über das Geses der Vorstand der deutsch- freifinnigen Partei den Dr. Meyer noch als einen Gegner der Verlängerung in ihren Listen geführt hat. Der Mann hat nämlich niemals dirett gesagt, er stimme gegen die Verlängerung, aber auch niemals, er stimme für dieselbe. In seinen Gesprächen aber erklärte er sich immer gegen das Sozialistengeses selbst. Daß die Haltung der Sozialdemokraten in Halle, die dort bei einer Stichwahl wahrscheinlich den Ausschlag geben, unter solchen Verhältnissen dem p. p. Meyer feine günstige sein kann, bedarf wohl faum erst der Versicherung. Im Vorgefühl seines Durchrische Cholera- Kommission den Uebergang italienischer Eisen falls in Halle hat Herr Meyer fich noch nach einem anderen Wahlkreise umgesehen und kandidirt nebenbei" auch in Breslau( Westfreis), wo ihm gleichfalls ein Durchfall bevorsteht. herrschenden Parteien haben diesen schreienden Mißverhältnissen gegenüber taube Dhren, ja, viele liberale und fonservative Herren find Verwaltungsräthe oder Aktionäre dieser Gesellschaften, fie haben das größte Interesse daran, daß diese Bu stände auch weiter bestehen bleiben, und deshalb wollen diese Herren absolut nichts in dieser Frage thun. Sie streuen dem Volke Sand in die Augen durch die Behauptung, daß auch auf dem Gebiete des Versicherungswesens die freie Konkurrenz alle Schäden heile, höchstens sollen die Gesellschaften mit einer bestimmten Steuer belegt werden, die dann den Kommunen Mit einer derartigen Lösung wäre zu gute fommen soll. Mit einer derartigen Lösung wäre aber absolut nichts erreicht, vielmehr würden dadurch nur die Versicherten belastet werden, die Gesellschaften würden sich einfach so und so viel Prozent von den Versicherten mehr zahlen laffen; in diesem Punkte würden alle derartige Gesellschaften fich einigen und somit würde dadurch an der Sachlage nichts geändert. Soll es also beffer werden, soll wirf lich gründliche Abhilfe geschaffen werden, so muß eine andere Lösung dieser hochwichtigen Frage stattfinden. Und diese Lösung ist, daß der Staat und eventuell auch die Kommunen, die Versicherungen selbst übernehmen. Da indeß nur wenig Kommunen im Stande sein würden es müssen schon Städte wie z. B. Berlin sein das Versicherungswesen selbst in die Hand zu nehmen, so würde die staatliche Verfiche rung das Beste sein. Die Gesammtheit der Staatsbürger würde dadurch nur gewinnen, die Millionen, welche alljährlich in die Taschen der Gesellschaften fließen, tönnten dann zu nüßlichen Zweden verwendet werden, und man könnte die Steuer zahler um ein Bedeutendes entlasten. Natürlich fönnten wir nur dann für staatliche oder kommunale Versicherungen eintreten, wenn die Garantie vorhanden wäre, daß der Staat, refp. Die Kommunen die Summen auch wirklich zum Besten der gesammten Bürger verwenden und nicht, wie das heute mit vielen Einnahmen der Fall ist, dieselben lediglich dem Milita rismus geopfert oder doch zu Ausgaben verwendet werden, die wir zum großen Theil für unnöthig halten. Es ist daher erklärlich, daß wir unter den heutigen Verhältnissen der staatlichen Versicherung noch nicht das Wort reben tönnen; indeß lönnen wir andererseits nicht umhin, darauf hinzuweisen, daß der Staat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht hat, den Versicherungsgesellschaften Vorschriften zu machen, die geeignet find, die von uns gerügten Uebelstände endlich zu befeitigen. eu anjom Wegen der Cholera in Nord- Italien hat die schweize bahnwagen für Personen und von Bostwagen auf schweize risches Gebiet untersagt. Die Reisenden müssen an den Grenz stationen umsteigen. Son woh Der für Dent find über getre Hosp behö 426 Shol befan d. J. Derül verur Duffe felbe zembe neral Κατα legter S börde fabrt begon erlaffe jungi als ei Unter Angri Dem den Milit berur leines baben S Aus Brüssel bringt die B. 3tg." einen Bericht, dem wir Folgendes entnehmen: Der Minister des Innern hat an den Bürgermeister Buls ein Schreiben gerichtet, in welchem er sein tiefes Bedauern über die Unzulässigkeit der zum Schut der katholischen Manifestation ergriffenen Maßnahmen" aus spricht. Er fonstatirt dabei, daß er die ganze Garnison der Hauptstadt wiederholt dem Kommunalrath zur Verfügung ge ftellt hat. Der Bürgermeister hat dem Minister fofort e widert, daß er alle seine Verabredungen, der klerikalen Mani festation denselben Schuß wie der liberalen zu gewähren, streng erfüllt, ja sogar diesmal die ganze Gensdarmerie, die Feuer wehr( und Hilfsmannschaften hinzugezogen habe. Aber die fleritale Manifestation inmitten der liberalen Bevölkerung Brüffels mußte unglücklicher Weise Alte der Feindseligkeit her vorrufen!" Die Einmischung der Armee hätte ein unable bares Unglüd herbeigeführt. Der Bürgermeister Bula bat dem Komitee der Lehrer, welche am 14. 5. Mts. eine Mant festation veranstalten wollten, mitgetheilt, daß er im Hinblic auf die jüngsten Ereignisse für jest jede Kundgebung unter sagen müsse. Nicht weniger als zwölf von den fleritalen Führern, darunter Senatoren und Repräsentanten, find leicht verwundet. Einer der Veranstalter der fleritalen Manifefta tion, Van One, welcher auch verwundet worden, wurde durch die Polizei gerettet; die empörten Maffen hätten ihn sonst ge lyncht. In den hiesigen Hospitälern befindet sich eine Anzahl Schwerverwundeter. Die Verwirrung auf dem Nordbahnhof ein Wartesaal war als Verbandzimmer, ein zweiter als Nachtaufenthalt für die Manifeftanten eingerichtet war eine derartige, daß selbst Hauptzüge, wie der Baseler, nicht abge laffen werden konnten. Die Rückkehr der Manifestanten aus Brüffel hat in den meisten Städten zu ernsten Unruhen. An lag gegeben. In Charleroi, Mons, Namur, Lüttich, Dinant, Brügge, Mecheln tam es zu den bedauerlichsten Scenen. In Gent ging es am schlimmsten her. Dort hatte man an bem felben Tage das 25. Jahresfest der landwirthschaftlichen Ge 14. 2 Ronfu fib Rann Befol Boote Haupt wurde Der Bolt Mehr Geld! Wie recht wir hatten, daß wir in unserem Artikel in Nr. 127, Die bevorstehenden Reichstagswahlen" erklärten, daß die deutsche Reichsregierung in der nächsten Legislaturperiode von dem neuen Reichstage mehr Geld" verlangen werde, geht aus folgender, allerdings recht schüchterner offiziöser Notiz hervor: Aus den Etatsberathungen für das Reich stellt sich heraus, daß die Anforderungen im Ordinarium für das Reich sheer auf 1885/86 sich er höhen werden und zwar sowohl für das preußische, als sächsische und württembergische Kontingent in verschiedenartigem Maßstabe. Die Mehrforderungen halten sich jedoch dem Vernehmen nach in bescheidenem Maße und dürften im Ganzen eine Million nicht viel überschreiten. Dagegen dürfte sich eine Million nicht viel überschreiten. Dagegen dürfte fich der Etat für außerordentliche Ausgaben, der im laufenden Rechnungsjahre 6,592,272 Mart, für Preußen 5,878,272, für Sachsen 360,650 und für Württemberg 353,350 Mart be trägt, nicht unbedeutend steigern."- Diese Notiz tommt uns so vor, als wenn fie nur einen Fühler ausstecken sollte, um die Stimmung des Volles zu erforschen. Im Übriotnik od sd dagen aber der Appetit fommt beim Essen!" Eine recht wackliche Retourtutsche leistet das Blatt bindes des Herrn Moffe. Es sagt: will das Berliner Volksblatt", welches betroffen darüber zu sein scheint, daß wir es ein sozial demokratisches Organ genannt haben, seinen Parteimann in die Tasche stecken, so haben wir nichts dagegen: wir werden es alsdann, indem wir seine eigene Manier acceptiren, in Zufunft nur als„ das Organ des Herrn Cronheim" bezeichnen." Dagegen haben wir gewiß auch nichts einzuwenden, wenn auch die Retourtutsche sehr wadlich ist. Herr Woffe, der bekannte Geldmann und Beitungsgründer, drückt seinem Blatte auch seinen Stempel auf; fein Blatt bewegt sich ganz in der fapitalistisch grünberischen Richtung des Herrn Moffe. Herr Moffe ist vollständiger Eigenthümer feines Blattes, ihm gehört daffelbe, ja das Blatt geht in Herrn Moffe auf. Das Berliner Voltsblatt" ist nicht Eigenthum unseres Re- sellschaft von Ostflandern gefeiert. Der Handelsminister Beernaert dakteurs Herrn Cronheim das ist ein wesentlicher Unterschied, deshalb eben ist die Retourkutsche so bedenklich. Was sonst das Blatt des Herrn Mosse über unsere jüngste Entgegnung: Ein sozial- demokratisches Programm" bemerkt, ist ausweichend und nichtssagend. Auf die Aeußerung des Blattes, daß die politische Freiheit ein oberstes Arbeitsinteresse sei, erwidern wir: Ja wohl! segen aber hinzu: die politische Freiheit ist eine Lüge ohne die soziale Gleichberechtigung! Somit ist die von den Deutsch- Freifinnigen und dem Blatte des Herrn Moffe verkündete politische Freiheit eine Lüge, da von einer sozialen Gleichberechtigung bei den Herren Freifinnigen" nicht die Rede ist und auch nicht sein kann. Politische Uebersicht. In eigener Sache. Gewöhnlich braucht die Redak. tion eines Blattes diese Vorschrift, wenn fie in ihrer eigenen Angelegenheit den Lesern etwas mitzutheilen hat. Dieselbe Borschrift tann aber auch ein Korrespondent für ein Blatt gebrauchen, wenn er über feine eigene Person der stau nenden Welt etwas verkündet. So schreibt der parlamen tarische Korrespondent der Breslauer Beitung" aus Berlin Folgendes: di Condiment ad Die en auf. Escar Damit Die er unter Del er boller war unverhofft des Morgens hierzu eingetroffen. Als er Abends nach dem Bahnhof fuhr, waren Straße und Bahnhof Schwar von Menschen. Ein Höllenlärm tobte auf dem ganzen Wege. Der Minister wurde bis in seinen Waggon hinein durch Pfeifen, Bischen, Rufe: Nieder mit Malou! Nieder mit Beernaert! Nieder mit den Pfaffen! verfolgt. Und als bald darauf die Manifeftanten antamen, tam es zu den blutigsten Schlägereien. Es sieht jest gut in Belgien aus. Die gesammte flecitale Presse erklärt den Bürgermeister Buls als allein verantwortli für den„, liberalen Ueberfall!" In diplomatischen Kreisen i der Vorfall mit dem Konsul von Uruguay in Aller Munde Derselbe befand sich auf dem Ballon seines Hauses am Bou levard mit mehreren in den flerifalen Farben gekleideten Damen Sie jubelten den Klerikalen so auffallend zu, daß die Volls maffen ihre Angriffe gegen das Haus richteten und die befürch tete Demolirung nur durch ihr Abtreten und Schließen alle Fensterläden abgewendet wurde. In Bremen beschäftigt man sich wieder mit dem schon geplanten Bollanschluß; in der gestrigen Sigung der Bürgerschaft wurde die Mittheilung des Senats in Betreff des Boll anschlusses Bremens einer Kommission von 12 Mitgliedern zur schleunigsten Berathung und Berichterstattung überwiesen. ,, Der ,, Hann. Cour." hat die Wahl in Halle beson ders auf das Korn genommen und längere Artikel dar über gebracht. In denselben heißt es ohne Weiteres: Alexander Meyer ist von der liberalen Partei fallen gelaffen werden; nur wenige Fortschrittler werden für ihn stimmen". Und mit einer fühnen rhetorischen Figur wird dann fortgefahren: Demnach ist Täglichsbedt mit großer Majorität gewählt". Wer es jetzt lieft, muß glauben, daß das auf guten Informationen aus dem Kreise selbst beruht, und dabei ist es schlechtweg aus den Fingern gefogen. Dem liberalen Kandidaten Meyer wird auch nicht eine einzige Stimme fehlen, die ihm bei der vorigen Wahl zugefallen, mit Ausnahme der So zialdemokraten. Im Gegentheil werden aber viele, die vor drei Jahren für den nationalliberalen Kandidaten Boretius gestimmt haben, gegen Täglichsbed ſtimmen, und zwar aus dem einleuchtenden Grunde, weil derfelbe ein Anhänger des Tabaksmonopols und der Holz- und Kornzölle ist Die Hoffnung der Nationalliberalen, Meyer diesmal zu Fall zu bringen, stüßt sich ausschließ lich auf einen Grund, den sie auszusprechen nicht für gut halten werden, nämlich auf die Haltung der Sozialdemokraten. Die Kunst, durch unrichtige Berichte Stimmung zu machen, haben sie gelernt. Auf diese beschränkt sich aber auch ihr Avanciren auf der ganzen Linie". Sie wollen in Halle einen Parteitag abhalten und werden bei dieser Gelegenheit beobachten fönnen, wie wenig Boden fie in dieser Stadt haben. Aus ganz Sachsen wird mir die Stimmung als durchaus gut geschildert; nur in Magdeburg ist insofern ein Fragezeichen zu machen, als die Sozialdemo tratie hier bedeutend an Ausdehnung gewonnen hat. Das Tabaksmonopol ist noch nicht soweit vergessen, daß es flug war, Kandidaten aufzustellen, die fich in dieser Frage von der Partei getrennt haben." fpäter Der T ordent Man Rüfte fonitig jutauf tommt - Soweit der Bericht. Der selbe zeigt uns, daß das belgische Volt, soweit es in den größeren, intelligenteren Städten sich befindet, mit den Kleri Allein durch derartige Nube ftörungen wird für das arbeitende Volf nichts erreicht; dieselben nußen dort nur dem Liberalismus und dieser ist um kein haar breit beffer, wie der Stleritalismus. Benn die denkenden Belgier etwas erreichen wollen, so müssen fie fich von beiden Parteien ab und einer Partei zuwenden, die edlere Biele vers folgt und die Kazbalgereien den Klerikalen und Liberalen Vom Bezirkspräsidenten des Unter- Elsaß ist der Straßburger Gesangverein Concordia" aufgelöst worden, nach dem„ Hann. Kour." wegen seines Verhaltens auf dem Sänger feste zu Besançon. Der parlamentarische Korrespondent" der Breslauer Beitung" ist nun aber kein anderer, als der Abg. bin auch überzeugt, daß fie ihn nicht mehr am Leben finden werden. and sid In Breslau haben die Führer der Centrumspartei eine Katholiken- Versammlung abgehalten, in welcher der Beschluß gefaßt wurde, fatholische Arbeitervereine zu gründen. Das hört fich gerade so an, als ob es noch eine besondere ,, katholische Arbeiterfrage gäbe. Derartige Versammlungen werden von den Herren Centrumsmännern nur arrangirt, um im Trüben fischen zu können. Der Druck der heutigen Verhält niffe lastet ebenso schwer auf dem katholischen als wie auf dem evangelischen Arbeiter und kann deshalb von einer besonderen katholischen Arbeiterfrage nicht die Rede sein.dis ,, Um so besser für ihn", erklärte Elsa verschmißt. Soll er blos herkommen, um aufs Neue eine so bittere Enttäuschung zu erfahren, um seine legte, seine theuerste Hoffnung vernichtet zu sehen? D, Sie müssen von diesen Wrigley's sehr eingenommen sein, daß Sie ihnen durchaus die Barth'schen und Die Fipron'schen Güter sichern wollen." In diesem Aufruhr von Befürchtungen um Jasper Figron kehrten alle die Besorgnisse der ersten Jahre nach seinem und des Kindes Verschwinden in Myra's Gemüth zurück. öffnet, wenn sie beständig im Dunkeln gehalten wird, wie eine Einsiedlerin?" überläßt. Brüssel. Der Senat nahm mit 40 gegen 25 Stimmen die Schulgesetvorlage in der von der Kammer votirten Fassung an. Ein Senator enthielt sich der Abstimmung STY franti des ba wähler ipateft welche bat, fo anzune Inner tegieru alfo di Da po Die bo Fertig Bodbe I Sonnt Franti Berjan Ainnige felder haben, Fortich Paris abwesenden Minister schriftlich einladen laffen, fich zum Der französische Konseil- Präsident Ferry hat alle von O Papa!" bat die arme Milly erröthend. Ich bin in schmerzlicher Aufregung," sagte Myra ,,, ich habe Nachricht von von Jasper Figroy." Wrigley sprang wie von einer Natter gestochen empor. om Er ist nicht mit der Dzeankönigin untergegangen?" Wrigley erinnerte sich seines längst vergessenen Briefes und murmelte einen Fluch zwischen den Zähnen. ,, Meine Koufine," rief er wie verzückt aus, das ist gerade zu wunderbar! Wo sagtest Du, befinde fich Jasper Figrog! Aber seine kurze Abwesenheit hatte genügt, um Myra Zeit zur Gewinnung ihrer gewöhnlichen Schweigsamkeit und Ber schloffenheit ihm gegenüber wiederzugeben. Ihr altes Mik Das werden wir hören, wenn mein Bote zurücklehrt. Ja Es gab leinen so verzweifelten und unglücklichen Menschen ringsum in London, als James Wrigley an diesem Morgen Er fühlte, daß Alles, was er seit Jahren in ruchloser Weife Er war in türkische Gefangenschaft und mag zur Stunde schon viele Jahre todt sein, aber so lange ich über sein Geschid in Ungewißheit bin, ist es mir nicht möglich, mich an Festlichkeiten zu betheiligen." Sie hatte zu Milly's Geburtstag eine größere Festlichkeit veranstalten wollen, und alle Anordnungen waren dazu bereits getroffen worden. Milly sollte damit in die Gesellschaft eingeführt werden, denn Myra hatte sich längst Vorwürfe gemacht, daß fie ihr Pflegekind noch nicht in die Kreise gebracht habe, in welche thre Jugendgenosfinnen fich bewegten. Sie beabfichtigte deshalb, auf einem Ball zu Ehren des Geburtstagsfindes die jungen Leute der benachbarten Familien bei sich zu versammeln. Der nächste Tag war dazu bestimmt gewesen, die Einladungskarten auszuschiden. Mit wichtigthuender Ges schäftigkeit war Wrigley schon am Morgen im Schloß erschienen, wie bei jeder Gelegenheit, die ihn dem Barth'schen Befig näher zu bringen versprach. simo Aber wie erfuhrst Du das, Myra, und was beabsichtigst Du zu thun? Auf welche Weise wolltest Du Näheres er Tunden?" 11 ,, Er schrieb die Thatsache trauen gegen Wrigley war erwacht, und sie erwiederte: nie wann, weiß ich nicht der, und die Botschaft erreichte mich erst gestern Abend. Was ich zu thun habe, ist sehr einfach. Ich muß ihm hilfe schicken, wenn er noch am Leben ist." Myra und feine Tochter waren noch beim Frühstück, als er ihnen eine neue Liste für die Einladungen vorlegte. Lord Bide's zweiter Sohn ist angekommen, und wir fönnen ihn nun gleich zu dem Balle einladen," sagte er ernst. ,, Er hat für Dich besondere Aufmerksamkeit gezeigt, Milly, und er wäre eine recht gute Partie für Dich. Wir haben unsere Pflicht gegen dieses Kind sehr schlecht erfüllt, liebe Coufine, indem wir es so lange im Schatten hielten." tug ziehe vor, jest nichts weiter darüber zu sagen." Myra," sagte Wrigley mit Begeisterung, das ist einer erfämpft, seinen Händen plöglich entglitt. ger mi liner Dag S irgend Reichst lafen Berfam P Bu welchem Zwede hatte er Rupert so raftlos verfolgt und ohne Rücksicht auf die eigene Gefahr, ohne Scheu vor den verwegenſten und ruchlosesten Mitteln an seiner Ber heirathung verhindert, wenn Myra Barth's als toot beklagter Bräutigam jest wieder auftauchte, und wie aus dem Grabe erstiegen mit seiner Wiederkehr ängstigte? Bweifellos würde Myra ihn heirathen. nicht m weiß, auf Ich will Dein Bote sein! Keines meiner Geschäfte ist so wichtig, länger lebte, würden alle seine stolzen Pläne bald gestört sein. Aufruf tagswa und n aufgefo noch ute Die großartigen Befigungen der Barths und der Figrop sollten ihm, James Wrigley, dem kühnen, nimmer müden Heiligen, eines Engels würdig! würdig Deiner selbst, Myra! Spekulanten, jest verloren sein! D, wenn Myra nur fterben, wenn fie an der Seite ihres Vaters in der friedvollen Gruft thres Erbbegräbnisses Ruhe finden möchte! Wenn fie noch for Jasper tehrte aus der Tiefe des Meeres zurüd; war dann nicht noch eher zu erwarten, daß auch Sir Rupert im nächsten Augenblicke wieder zum Vorschein tommen, wunderbare Art ausgerüstet mit den Beweisen seiner eigenen Ich muß den Ball aufschieben," rief Myra verzweiflungsvoll aus. Ja Du mußt Deinem unglücklichen Freunde Hilfe schicken, und awar ohne Bögerung, ohne Aufschub. Gieb mir Deine Befehle! als dieses Wert christlicher Barmherzigkeit. Morgen schon werde ich reisefertig sein." Mein Bote ist schon unterwegs. Ich habe Dr. Mellodew mit zehntausend Pfund entsendet." Behntausend Pfund", sagte Wrigley erbleichend. MelloJdentität? ernit n es ma follte mañen mand thren S ultrama Timmer liberale und n ceptiren Wahlir Ihon Bahler In befannt Bie m dew! Ich hätte den Auftrag um so viel besser ausführen Während er so in Gedanken verloren, über neue ver Ich empfing die Nachricht durch Mellodem. Sie war auf streifte, begegnete er Elsa, welche aus einer der Arbeiter brecherische Entwürfe finnend, durch den Barth'schen Barl Elsa ging gewöhnlich tönnen." eine Fünfpfundnote geschrieben. Jemand hatte dem Dokter eine mit rostfarbenen punkten und Linien bezeichnete Banknote in Bahlung gegeben. Die seltsamen Punkte und Striche erweckten Mellodew's Neugier, er trug das Papier zu Dr. Brice, der Jaspers Nothschrei entzifferte." ,, Es thut mir sehr leid, meine theure Milly, Deine Freude zu verderben, aber ich fann in meinem Hause nicht mufiziren und tanzen lassen in einem Augenblick, wo alle die Sorgen und Kümmerniffe vergangener Jahre in meinem Herzen wieder erwacht sind, als wäre ich von Neuem verwittwet worden!" fügte fte mit einem Blick auf ihre Trauerkleider hinzu. Dich will lieber auf den Ball verzichten, als daß Sie sich barüber betrüben, theuerste Myra," sagte Milly herzlich. Was bedeutet das?" fragte Wrigley verdrießlich. Welche Aussichten für die Zukunft find meiner Tochter er Wrigley schien sich der Boden unter seinen Füßen zu wohnungen jenseits des Waldes fam. O mit einem grimmigen Lächeln an Wrigley vorüber, ohne ihn zu beachten, heute nickte fie ihm heiter zu. Haben Sie die glückliche Neuigkeit gehört, Herr Dottor? Wir werden wieder frohe Tage in Barth haben. Nachrichten von dem guten jungen Herrn, der mein Fräulein fo innig ( Fortsetzung folgt) öffen. Hatte er die Botschaft vier und zwanzig Stunden liebte, find angekommen. Dr. Mellodem bringt ihn zurid zu übermitteln! Er stürzte in das Nebenzimmer, um sein Barth wird auch jest noch eine ftattliche Braut fein. Und wünschte fich und die Welt, und fehrte wankenden Schrittes müthige Verwandte mit einem so braven Edelmann ver Sie Herr Doktor werden sich gewiß auch freuen, Shre groß früher in Händen gehabt, um sie selbst Myra, Myra Barth aufgeregtes Gemüth durch einen Fluch zu erleichtern. Er ver zu Myra zurüd. heirathet zu sehen. Den 23 Seu banden, De tanbni bandler Barteig In 32 fe ng en no ter och fen in eise Ten ise ***** fei die ellt im br bat ent Dem an ter bus mus ber ge Cani reng euer Die rung ber feb bat ani blid Enter talen leidt efta ourc t ge nzahl nbof r als eine abge aus An inant, In dem Ge naert bends hwarz Bege feifen, maert! if die ereien. eritale ortlich en ift tunde Bou amen Bolts efürch aller Der den Aleris Rube efelben Haar Lenden beiden le ver eralen immen otirten Me von 5 sum gerade Brog?" ra Beit Ver Mik rt. Jd enfchen Lorgen Weife erfolgt 11 Sonnabend dort einzufinden und einem Ministerrathe beizu wohnen. In demselben dürfte der Termin für die Einberufung der Kammern festgesetzt werden. Der Temps" hält es sogar für möglich, daß Bräfident Grevy nach" Baris zurückkehren und dem Ministerrathe präftdiren werde. In den Dst- Pyrenäen find gestern sechs Cholera- Todesfälle vorgekommen. GegenGegen über den Nachrichten, wonach die Cholera auch in Paris aufgetreten sei, wird darauf hingewiesen, daß weder aus den hofpitälern noch sonst bezügliche Meldungen bei der Sanitätsbehörde eingelaufen find. Italien. Gestern starben insgesammt an der Cholera 426 Personen, davon in Neapel 358. Spanien. Gestern sind in den infizirten Provinzen 6 Choleratodesfälle vorgekommen. Aus Odessa in Rußland kommt die Nachricht, daß die bekannte Kaufmannstochter Kaliushnaja, welche am 20. August D. J. einen Mordversuch gegen den Gensdarmerieoberst Katanski verübte, von dem Kriegsgericht zu 20 jähriger Zwangsarbeit verurtheilt worden ist. Marienberg kandidirt seitens der Deutschfreifinnigen Dr. Max Hirsch aus Berlin. Die Heidelbergerei stellt Herrn Hirsch den Fabrikanten Gehlert in Dittersdorf gegenüber. Auch die im Kreise stark vertretenen Sozialdemokraten haben ihren eigenen Kandidaten.- Märchen möchte doch zu gerne irgendwo unter die Haube fommen! Lokales. Im gesundheitspolizeilichen Interesse muß eine er neute Räumung der Panke erfolgen, welche für dieses Mal ausnahmsweise und unter Vorbehalt aller Rechte der Stadt gemeinde an die Verpflichteten durch den hiesigen Magistrat bewirkt werden wird. Die Eigenthümer der an der Pante be legenen Grundstücke werden daher aufgefordert, den mit der Räumung, welche voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Monats beginnen wird, beauftragten Personen den Zutritt bezw. die Zufahrt zu dem Fluffe zu gestatten und überhaupt bas Räumungswert nach Möglichkeit zu fördern. Der englische Botschafter in Konstantinopel, Lord Dufferin ist zum Vizekönig von Indien ernannt worden. Derfelbe wird fich am 16. d. nach London begeben und im De- Fall um so mehr Beachtung, als sich ähnliche Vorkommnisse Jember in Ralfutta eintreffen. Egypten. Lord Northbrook, General Wolseley und Generalfonful Baring trafen am Dienstag Abend in Kairo ein. In Suatin in Egypten ist die Meldung eingelaufen, daß Rajala von den Rebellen in großer Macht angegriffen wurde, leptere indeß mit starkem Verlust zurückgeschlagen wurden. Aus Shanghai wird gemeldet, daß die chinesischen Behörden bereits die Operationen für die Absperrung der Einfahrt des Woosung- Fluffes durch mit Steinen gefüllte kähne begonnen hätten. Der Kaiser von China hat ein Manifest an sein Volk erlassen. In demselben erklärt er nach einem inweise auf die fingsten Handlungen der Franzofen, daß er diese Handlungen als einen Kriegsfall bildend betrachte, und er fordert seine Unterthanen auf, ihm in der Zurückweisung der französischen Angriffe beizustehen. Seitdem das französische Geschwader nach den Flug Min verlassen hat, find die chinesischen Marine- und Militärbehörden mit der Ermittelung und Ausbesserung des verursachten Schadens beschäftigt gewesen. Derselbe foll leineswegs so bedeutend sein, als franzöftsche Blätter angegeben baben. r. Eine bemerkenswerthe Erkrankung ist in der Fa milie eines hiesigen Lehrers vorgekommen, und verdient der in andern Familien und unter gleichen Voraussetzungen eben falls leicht ereignen dürften. Das jüngste, etwa ein halbes Jahr alte Kind wurde täglich vom Dienstmädchen und unter deffen Aufsicht in die benachbarten Parkanlagen gefahren; beim Nachhausekommen wurde das Kind regelmäßig fehr unruhig, und es bildete fich bei demselben eine gefährliche Augen zweifelhaft blieb, die aber einen so bedentlichen Charakter annahm, daß die Aerzte um den gänzlichen Verlust des Augen lichts bei dem Kinde besorgt wurden. Auch in diesem Zustande wurde das Kind mit ärztlicher Bewilligung noch täglich in den Park geschickt und hier fand es der Vater in dem mit einem Schußleder wohlversehenen Wagen liegend, der aber so gegen die Sonne gestellt war, daß deren Strahlen gerade dem Kinde ins Gesicht fielen. Die Ueberlegung des Dienstmädchens hatte nicht weit genug gereicht, um das Gefährliche einer solchen Lage zu begreifen. Wenn man bedenkt, welche Qualen das Kind in dieser Lage beständig erlitten haben muß, so wird man die Mahnung gerechtfertigt finden, bei nicht ganz zuverlässigen Dienstboten eine öftere Kontrole über ihren Umgang mit den Kindern vorzunehmen. t. Gerechte Strafe. Ueber einen recht rohen Scherz Von der Westküste Afritas liegen folgende, bis zum wird uns von einem Augenzeugen Folgendes berichtet: Vor14. Auguſt reichende neue Nachrichten vor:„ Der englische gestern Abend gegen 10 Uhr passirten zwei den Flegeljahren fich ihm mehrere Häuptlinge und Kaufleute, unter ersteren Ronful Hewett begab sich füngst von Bonny nach Benin, wo wohl noch nicht entwachsene Burschen die Dranienstraße. Bei dem alten Kirchhofe in der Nähe der Süraffterstraße moleftirten fte einen dortſelbſt verweilenden, augenscheinlich auf eine Fahr Booten und Rähnen den Fluß Forcados hinauf nach der Befolge der zwei Häuptlinge begab sich die Geſellſchaft in gelegenheit mit der Pferdeeisenbahn wartenden alten werin ba Hauptstadt von Warree, wo ein großes Meeting abgehalten Die durch, daß fie ihm in zudringlichster Weise Schnaps zum Trinken anboten. Als der alte Herr in höflichster Weise dan tend ablehnte, goß ihm einer der rohen Patrone den äßenden Fuſel ins Geficht, ſo daß jener momentan seiner Gehlraft bee raubt war. Ein gerade des Weges kommender Bierverleger, welcher den Vorgang beobachtet hatte, eilte nunmehr schleunight herbei, faßte den einen der Uebelthäter beim Kragen und bläute ihm in energischster Weise Anstand und Sitte ein. Diese Prozedur fesselte bald noch mehrere Straßenpañanten an dieser Stelle, welche, von dem Vorfall in Kenntniß gesezt, sofort bereit waren, in gleicher Weise mit dem Zweiten zu ver fahren. Dieser wohlmeinenden Abficht suchte sich der Betreffende aber dadurch zu entziehen, daß er auf einen gerade artiger Geschwindigkeit dem Schauplage seiner Frevelthat zu entfliehen. Der Pferdebahnschaffner, rechtzeitig avertirt, ließ that gerichtete Brief als unbestellbar zurückkam, schöpfte die Direktion Verdacht und wandte fich um nähere Auskunft an die Polizeiverwaltung zu Sommerfeld. Es stellte sich nun heraus, daß eine Frau Direktor F. dort nicht eristirt hat, wohl aber ein Hotelbefizer F. dort wohnt, bei welchem im Frühjahr d. J. ein Mädchen Emma Krause gedient, welches seit dem 1. Juni cr. wegen Betrügereien aus dem Dienst entlassen ist. Die angebliche Anna Engel wurde demzufolge zur Polizeiwache gebracht, woselbst fte einräumte, die Emma Krause zu sein und ihre Erzählung erfunden, sowie die Postkarte der Frau F. selbst geschrieben zu haben, um fich Unterkommen und Kost zu verschaffen. Die Krause ist wegen Betruges und Ürkundenfälschung in haft genommen worden. a. Ein bedeutender Einbruchsdiebstahl ist gestern Vormittag zwischen 9 bis 10% Uhr bei dem in der Hagels bergerstraße wohnenden Kaufmann E., während seiner Abwesenheit und während seine Frau mit dem Dienstmädchen auf dem Markt war, verübt worden. Als die Frau vom Markte zurüdlehrte, fand fte sämmtliche in der Wohnung befindliche Spinden und sonstige Behälter geöffnet und durchwühlt, und vermißte Gold und Silberfachen im Werthe von 900 m. Unter denselben befand sich ein grüner Smaragdring mit fleinen Brillanten besett, ein paar Brillant- Ohrringe, ein breites, mattgoldenes Armband, eine goldene, dünne Halstette, ein fleiner Ring mit Brillant, umgeben mit schwarzer Emaille, ferner eine goldene Damenuhr mit dicker goldener Buscheltette, ein halbes Dußend filberne Kaffeelöffel ohne Beichen, 4 Kaffeelöffel gez. B. E.. ein filberner Gemüselöffel, gez. S. B. E. und 57 Mart baares Geld. Die Diebe, welche noch nicht ermittelt find und mittels Nachschlüffels fich in die Wohnung Eingang verschafft haben, find wahrscheinlich bei ihrer Arbeit gestört worden, denn sie baben einen großen Theil weiterer Werthfachen nicht mitgenommen. " In der Gronad'schen Mordsache sind die Aften, nachdem das schwurgerichtliche Erkenntniß vom 3. Juli d. J. durch die auf Wunsch des Verurtheilten vom Vertheidiger Herrn Rechtsanwalt Wronker zurückgezogene Revision nunmehr die Rechtskraft beschritten hat, auf dem Instanzenwege nach dem Kabinet des Kaisers gesandt worden. Gegenwärtig befinden fich die Akten bei dem Kriminalsenat des Königlichen Kammer gerichts, und von dort aus werden fte dem Justizministerium zugestellt, welches wiederum die Absendung der Atten nach dem kaiserlichen Kabinet veranlaßt. Herr Rechtsanwalt Wron fer hat, wie die ,, Gerichtszeitung" mittheilt, aus eigenem Antriebe ein Gnadengesuch an den Kaiser eingereicht und darin gebeten, dem Verurtheilten die Allerhöchste Gnade zu Theil werden zu laffen. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, daß bei der töniglichen Staatsanwaltschaft beim Landgericht I bis zum Dienstag biefigen und auswärtigen Berſonen mit der Bitte eingegangen find, ihnen Eintrittskarten zu der in Aussicht stehenden Hinrichtung des Gronad reserviren zu wollen. Alle diese, sowie etwa noch weiter einlaufende Gesuche werden aber auf feinen Fall Berücksichtigung finden; vielmehr ist zu erwarten, daß, wenn der Kaiser von dem ihm zustehenden Begnadigungsrechte feinen Gebrauch macht, und der Gerechtigkeit freien Lauf gelassen wird, nur in sehr beschränkter Bahl Personen der Zutritt zu der Hinrichtung gestattet wird. Bolt die britische Kontrole begünstigen, hißte Konsul Hewett awei genannten Häuptlinge, und da dieselben und deren englische Flagge unter großen Freudenbezeugungen förmlich Escarbos, wo eine ähnliche Geremonie vollzogen wurde, und Die Geſellſchaft begab sich alsdann nach dem Flusse damit betrat fte den Fluß Ramos, in deffen Distrikt ebenfalls Die englische Flagge entfaltet wurde. Die in solcher Weise unter britische Kontrole gestellten Territorien find werthvolle, Del erzeugende Länder und haben eine große eingeborene Be bollerung. Das englische Kanonenboot Goshawk" besuchte später die drei Flüsse. Zu gleicher Zeit wurde die Topographie vorüberfahrenden Pferdeeisenbahnwagen sprang, um mit affen- Sigismund Perl und Lothar Lennert, sowie den BerichterDer Territorien aufgenommen." Danach scheint es außer ordentlich leicht zu sein, in Afrika Länderstrecken zu erwerben. jutauschen. Ran tönnte fich fast versucht fühlen, nach der afrikanischen halten, faßte mit nerviger Faust den frechen Burschen und Aufte zu reisen, um dort gegen einige alte Flinten oder fonstigen Blunder einige tausend Quadratmeilen Land eintommt! Wenn nur das dicke Ende nicht noch nachüberlieferte ihn dem Publikum, von dem ein Theil den Gefangenen in Empfang nahm, in die verschwiegenen Räume eines Hauses schleppte und ihm daselbst einen Denkzettel applizirte, der ihm fürs Erfte die Lust zu ähnlichen Streichen wohl benommen haben dürfte. Det is beffer, als uf de Polizei!" meinte einer der Exekutoren, und können wir dem selben nur unbedingt beipflichten. Wie aus der amtlichen Bekanntmachung eines ober Wahlbewegung. fränkischen Bezirksamts hervorgeht, soll nach den Intentionen des bayerischen Ministeriums die Herstellung der Reichstagswählerlisten derartig gefördert werden, daß deren Auslegung fpätestens bis 20. September erfolgen kann; der Tag, welchem die Auslegung der Listen in Wirklichkeit zu beginnen mehrere herkulische Gestalten mit schweren, wuchtigen Schlägen bat, soll jedoch noch besonders bekannt gegeben werden. Es ist g. Neuer Segen des Asphaltpflasters. Bei dem bereits zur Beschwerde geführten langsamen Fortgang der Kanalisa tionsarbeiten in der Leipzigerstraße ist die Schwierigkeit in Be tracht zu ziehen, welche das Aufreißen des Asphaltpflasters verursacht. Nur mittels starker, schmiedeiserner Meißel, welche durch in das Asphaltpflaster und deffen Betonuntermauerung getrieben werden, gelingt ein langsames Entfernen der steinartigen Maffe. Würden noch die Vortheile des Asphaltpflasters so bedeutende Tegierungen bezeichnet worden ist. Im frühesten Falle kann sein, daß man derartige Mißhelligkeiten anüandslos in den also die Reichstagswahl im legten Drittel des Oktober erfolgen, Rauf nehmen könnte, so ließe sich weniger gegen die Arbeiten Da vom Beginne der wirklichen Auslegung der Wählerlisten, die doch erst nach der Konstatirung der allenthalben erfolgten zuvor vollständig neu gelegtem Asphaltpflaster zeigen, wie wenig Fertigstellung stattfinden kann, bis zum Wahltage volle vier Bochen verstrichen sein müssen. kurz praktisch das ganze Pflaster ist. Der Gefahr für die Pferde gar nicht zu gedenken, welche bei einiger Nässe auf diesem Pflaster wie die Fliegen" stürzen. Daß die Erschütterung, die das mittelst schwerer Hämmer 2c. erfolgende Entfernen des AsIm vierten Berliner Reichstagswahlkreis findet am Frankfurterstraße 117, im Restaurant Königsbank, eine große phaltpflasters verursacht, weder den umliegenden Gebäuden noch Annigen Partei statt. Der Reichstagsabgeordnete Albert Trä reits früher einmal von durchaus fachmännischer Seite als unBersammlung zur Aufstellung des Kandidaten der deutsch- frei ger wird den Vortrag halten. Bekanntlich wollen die Elberfelder Fortschrittler den Herrn Träger nicht als Kandidaten liner Wählern präsentirt werden. dem übrigen Asphaltpflaster selbst zum Nußen gereicht, ist be g. Durch einen herabfallenden Blumentopf wäre haben, weil er ihnen zu reaktionär ist. Was die Elberfelder heute Mittag gegen 12 Uhr an der Ecke der Kronen- und Fortschrittler nicht einmal haben wollen, daß soll nun den Ber- Jerusalemerstraße ein junger Kaufmann um eine Haabreite Reichstagstandidat, Wir sind der Meinung, vielleicht in Hinterpommern daß Herr Träger am besten fahren würde, wenn er sich in irgend einem unbekannten Winkel des deutschen Reiches als lafen würde, denn daß er im vierten Berliner Wahlkreis doch nicht mehr gewählt wird, daß hat er bereits selbst in einer Bersammlung zugestanden, wo er sagte:„ Meine Herren, ich weig, Sie wählen mich ja doch nicht wieder." tu vor Ber Hlagter Grabe Figrogs müden fterben L Gruft e nod rt fein t; war pert im auf eigenen ue ver Barl rbeiter öhnlich ibn ju Dottor? brichten innig Jurid Myra Und e groß In Der olgt) aufftellen verunglückt. Aus der dritten Etage des Hauses Kronenstr. 34 fiel der ziemlich große Blumentopf, eine Fuchsia, auf das Trottoir herab und streifte hierbei mit seinen 8weigen den die Stelle gerade paffirenden jungen Mann. Der Topf war selbstverständlich in tausend Stücke zerbrochen. Anstatt daß der betreffende Bewohner, aus dessen Fenster der Topf gefallen war, auf die Straße eilte und fich der angesammelten Menschenmenge gegenüber entschuldigte, schloß er das Fenster und überließ den Blumentopf seinem Schicksal. Ein Fuhrmann eignete Die deutsch- freifinnige Partei hat wiederum einen Aufruf erlaffen, woraus hervorgeht, daß dieselbe zu den Reichss fich denn auch denselben an. tagswahlen drei Dinge braucht, dieselben heißen: Geld, Geld und nochmals Geld. Alle freifinnigen Wähler" werden aufgefordert, thr Scherflein herbeizuschleppen. Db es wohl noch Dumme genug geben wird, die diese Leute wirklich Börse" ein junges Mädchen mit der Angabe gemeldet, fie ernst nehmen mit ihren Freiheitsphrasen? Bekanntlich heißt es zwar: Die Dummen werden nicht alle", allein nachgerade Dienstmädchen engagirt worden um mit Frau F. nach Berlin follte man doch meinen, daß wenigstens in Berlin die Voltsmaffen soweit aufgeklärt find, daß auf diesen Schwindel Nie mand mehr hineinfällt. ceptiren. alla. Eine durchtriebene Schwindlerin ist heut zur Haft gebracht worden. Unter dem Namen Anna Engel hatte sich am 26. Auguſt cr. im Mägdehaus am Stadtbahnhof wäre von einer Frau Direktor F in Sommerfeld als zu ziehen. Die Dienstherrin hätte mit ihr zusammen, die Reise nach Berlin in einem Eisenbahncoupee am 25. Auguſt angetreten. In Fürstenwalde hätte Frau F. ein Glas Waffer gewünscht, welches sie( die Engel) vom Brunnen geholt hätte. igren Standidaten Herrn v. Hövel auf Herbed aufgestellt, einen Als fie aber mit dem Wasser zu dem Zuge zurüdgekommen ultramontanen Agrarier, für den also die Zentrumswähler wäre, hätte dieser sich bereits in Bewegung gesezt, und sie wäre ftimmen werden. Vielleicht bequemen sich auch die National- demzufolge in Fürstenwalde ohne irgend welche Mittel und liberalen aus Haß gegen Richter dazu, Herrn v. Hövel zu ac Wir wollen hierzu noch bemerken, daß in diesem Bablfreife bis jetzt unser Eugen" gewählt worden ist; jedoch Frau in Köpenid Nachtquartier gegeben. Auf Grund dieser ichon bei der vorigen Reichstagswahl nur in der Stichwahl und nur dadurch, daß zum Theil die sozialdemokratischen Bahler in der Stichwahl für ihn gestimmt haben. ben Vertreter der Stadt Meß im Landesausschuß, Herrn ohne Billet zurückgeblieben. Sie hätte sich sodann zu Fuß nach Berlin aufgemacht, und unterwegs hätte ihr eine mildthätige Angaben, welche glaubwürdig erschienen, wurde das Mädchen in dem Mägdehause aufgenommen und demselben ohne jedes Entgelt Rost und Obdach bis heut gewährt, auch wurde seitens der Direktion des Mägdehauses eifrig nach dem Aufenthalt der angeblich nach Berlin neu zugezogenen Frau Direktor F. " Gerichts- Zeitung. Ein Schreibfehler in einer Reporternotiz führte die Redakteure des Berl. Tagebl." und des„ Kl. Journals" statter der Schirp'schen Korrespondenz", Edgon Faulhaber, vor die Schranken der vierten Ferienstraftammer hiesigen Landgerichts unter der Beschuldigung, das Offizierkorps des vierten Pionierbataillons Torgau beleidigt zu haben. Am 15. April cr. war ein Lazarethgehilfe L. dieses Bataillons durch einen Gendarmen fiftirt worden, weil er ohne Urlaub fich von seinem Garnisonsort Torgau entfernt hatte. Hierüber ging der Schirp'schen Korrespondenz von ihrem Rirdorfer Berichterstatter eine undeutlich geschriebene Mittheilung zu, und der Angeflagte Faulhaber entzifferte das Wort Lazarethgehilfe" als Lieutenant". Demgemäß verfaßte er auch seinen Bericht über dieses Ereigniß, der gerade mit Rücksicht auf das Auffallende, daß ein Offizier von einem Gensdarmen sistirt worden in ift, Den beiden genannten und auch noch in mehreren hiesigen Blättern Aufnahme fand. Der Bataillonsfommandeur stellte gegen dielangeklagten Blätter wegen der durch den Abdruck dieses Artikels erfolgten Belei digung des Dffizierkorps, unter dem fich ein Lieutenant Leonhardt befinde, Strafantrag. Der amtirende Staatsanwalt führte aus, daß ein einem Mitgliede des Offizierkorps gemachter ehrenrühriger weil seine daß fte den Korpsgeist nicht zu erhalten verständen. Er beantrage ie 50 Mart. Gegen diese Auffassung richteten sich die Ausführungen der Vertheidiger, Rechtsanwälte Michaelis und Steinschneider, welche die Freisprechung ihrer Mandanten be antragte. Der Gerichtshof verurtheilte die Angeklagten nach dem Antrage des Staatsanwalts zu je 50 M. ev. fünf Tagen Gefängniß, indem er annahm, daß sich jeder einzelne Offizier des Korps durch die inkriminirte Notiz betroffen fühlen konnte, somit das Recht hatte, Strafantrag zu stellen. Witglieder ſelber erwähle und ihnen damit infinuit werde, bag Ueber vier Monate unschuldig in Untersuchungshaft zugebracht. Unter der Anklage des gewerbsmäßigen SüdsipieIs nahmen heute die aus der Haft vorgeführten Stallmeister Bryant und Kaufmann Mertens vor den Schranken der zweiten Ferienſtraflammer hiesigen Landgerichts I Play. Sie sind beschuldigt, gemeinschaftlich dem 24 Jahre alten Baron v. Mecklenburg im Glücksspiel die Summe von 4100 M. abgenommen zu haben. Aus der Beweisaufnahme wurde aber, und zwar auf Grund des Geständnisses der Angeklagten, da der als Beuge geladene Damnifikat nicht erreicht werden konnte, nur der folgende Thatbestand ermittelt: Der Baron v. Mecklen burg hatte sich Mitte Februar cr. an Bryant, um Beschaffung von Geld auf Wechsel, gewandt. Dem Lesteren bezeichnete der Angeklagte Mertens einen Dußbruder von fich, den als gewerbsmäßigen Spieler bekannten Partikulier Giesen, als eine Berson, die das Geschäft wohl machen werde, und in Folge deffen erschienen Bryant und von Mecklenburg am Nach mittag des 23. Februar cr. in der Wohnung des Giesen, in welcher dieser und der Angeklagte Mertens fich mit Ecartés spiel beschäftigten. v. M. bat um die Erlaubnig, sich durch Bariren an dem Spiel betheiligen zu dürfen und verlor dabei an Mertens 2500, an Giesen 1100 Mt., für welche Summe er Wechsel ausstellte. Einen Wechsel über 500 Mt. soll auch Bryant erhalten haben, was dieser indeß entschieden bestreitet. Die Wechsel find nicht eingelöst worden. Der Staatsanwalt hielt die Schuld der Angeklagten, bezüglich des Bryant aber nur wegen Beihilfe oder Hehlerei, für festgestellt und bean= tragte Strafen von 3 Monaten resp. einem Jahre Gefängniß. Mertens ist schon wegen des gleichen Vergehens mit 1 Jahren Gefängniß vorbestraft, was er bisher geleugnet, heute aber zugestanden hat. Rechtsanwalt Dr. Friedmann findet in der ganzen Sache weiter feinen Gefichtspunkt als erwähnenswerth, als daß sein bisher unbescholtener Mandant Bryant seit dem 1. Mai cr. fich in Untersuchungshaft befindet." Die Frei Bie man hört, wollen die Klerikalen und deren Freunde ihm geforscht, ohne diese jedoch ermitteln zu können. Inzwischen sprechung desselben sei unbedenklich. Der Gerichtshof sprach Der Volksz." zufolge ist in Solingen im Einverschrieb das Mädchen einen Brief an eine Frau Engel in Lieben thal, angeblich ihre Großmutter, worin fie um Zusendung von 30 Mart bat und ihre traurige Lage in ergreifenden Worten schilderte. Auch ging einige Tage später bei der Direktion des Ständniß mit der sozialdemokratischen Parteileitung der Leder- Mägdehauses eine Postkarte ein, worin die Frau Direktor F bat, das Mädchen nur noch kurze Zeit zu behalten, da fie noch feine passende Wohnung gefunden hätte: fie würde für sämmt3m 20. fächsischen Reichstagswahlkreis Bichopau- liche Unkosten aufkommen. Als aber sodann der nach Liebenbeide Angeklagte frei, weil Ecarté kein Hazardspiel sei. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Die am Mittwoch Abend einberufene, große Volks versammlung" ist wiederum und zwar in lester Stunde von der Polizei auf Grund des Sozialistengesezes verboten worden. Die Versammlung, in der der Stadtverordnete Gördi zu dem Thema: Herr Eugen Richter und die Arbeiterfrage" sprechen wollte, versprach äußerst zahlreich besucht zu werden. Viele Tausende umftanden den Versammlungsort und die angrenzenden Straßen, wurden jedoch von der überaus zahlreich auf gebotenen Schußmannschaft bald zum Auseinandergehen veranlaßt. Zu der Versammlung waren die Abgg. Richter und Löwe vom Vorstande eingeladen worden und soll, wie hiesige Blätter berichten, auch Löwe sein Erscheinen zugesagt haben. Noch lange umftanden die Maffen die die Plakate tragenden Anschlagfäulen der Nebenstraßen, doch bald erschienen Schuß leute und entfernten die Versammlungsanzeige. hr. In der Versammlung der Schneider, welche etwa 250 Mann start am Mittwoch, Dorotheenstr. 57, tagte, theilte der Vorfigende Herr Pfeiffer zunächst mit, daß Herr Perls mit ,, weiteren Schritten" gegen die angeblichen Verleumdungen" gedroht, Herr S. Gräß aber, einem vorliegenden Lohnzettel zufolge, schon beffere Löhne zable. Bum ersten Gegenstande der Tagesordnung: Mangelhafte Einrichtung der Werkstellen in Bezug auf Luft und Licht" berichtete Herr Pfeiffer über vier Werkstellen, in welchen bedeutende Schneiderfirmen Berlins arbeiten laffen, und wies nach, daß dieselben sanitätspolizeilichen Vorschriften, wie fie für Fabrikräume und für Schlafstellenräume erlaffen find, in feiner Weise entsprechen. Die Werkstelle z. B., in welcher für die Firma Truns und Vos in der Behrenstraße 6-7 Schneider arbeiten müssen, ist 12' breit, 12. tief und nur 6', am hinteren Ende sogar nur 5' hoch. In der Diskussion wurden weitere, zum Theil haarsträubende Details in Betreff der Beschaffenheit vieler Berliner Schneiderwerkstellen beigebracht, um zu fonstatiren, daß die hier zur Sprache gebrachte Kalamität im Berliner Schneidergewerbe nicht länger ohne Remedur bleiben darf. Es wurde schließlich einstimmig die folgende Resolution ange nommen: Die Versammlung spricht ihr Bedauern darüber aus, daß die Geschäftsinhaber Truns und Vos, Heider und Jean( Unter den Linden), Schneider und Rothmann( Unter den Linden), Levi( Krausenstraße) u. A. dem Arbeiter in Be zug auf Luft und Licht nicht beffere Arbeitsräume bieten, und erwartet, daß dafür Sorge getragen werden wird, daß der Sanitätspolizei die gehörigen Angaben gemacht werden, und beauftragt die Lohnkommission, mit den weiteren Schritten so fort vorzugehen, damit die ungefunden Werkstätten in Berlin verschwinden, damit die Arbeiter nicht zu früh dem Siechthum verfallen. Die Unfitte des Kumpanschaftarbeitens"( den 2. Gegenstand der Tagesordnung) betreffend, wurde von mehreren Rednern dargethan, daß diese Art des Arbeitens nur dem Arbeitgeber zu gute fommt, dagegen für die Arbeiter nur Nachtheile und Unannehmlichkeiten mit fich bringt. Es wurde allgemein anerkannt, daß die Arbeitnehmer guten Grund haben, das Kumpanschaftsarbeiten soviel wie möglich zurückzu. weisen. h. Eine bemerkenswerthe Mitgliederversammlung der ( seitherigen ortsstatutarischen) Kranken- und Sterbe( fünftigen Orts-) Kaffe der Tapezierer berieth und beschloß am 8. d. M., in Deigmüller's Salon( Alte Jakobstraße 8a), über das neue Drtstaffen- Statut, nach dessen Verlesung fich eine sehr animirte Diskussion entspann, in welcher zunächst Herr Ritolas an der Hand einer von ihm ausgearbeiteten Statistit der legten 5 Jahre nachzuweisen suchte, daß auch die künftige Drtstaffe recht gut werde bestehen können. Herr Sander beftritt dies, indem er auf die jetzt bestehende Karenzzeit, das Einschreibegeld u. s. w. hinwies, die hauptsächlich zur Bildung des Refervefonds der( feitherigen Gewerks) Kaffe beigetragen. Aehnlich sprachen sich noch mehrere Redner aus. Große Heiterfeit rief ein Redner hervor, der die angeblichen Vorzüge der Drtskaffe in überschwänglichster Weise anpreisen zu sollen glaubte. Der Altgehilfe Herr Tiemann sprach sein Bedauern Darüber aus, daß der Kaffenrendant, Herr Staudinger, ihn bei der Aufsichtsbehörde wiederholt wegen agitatorischer Schädigung der alten Kaffe" denunzirt und bei der zweiten Denunziation fogar falsche Angaben gemacht und die Behörde zur Abseßung eines solchen Altgehilfen zu veranlaffen gesucht habe. Herr Staudinger verwahrte fich gegen die Anschuldigung des Denunzirens"; als Beamter Der Kaffe habe er es für seine Pflicht gehalten, so zu handeln, wie er es gethan. Die zweite Denunziation", von der Herr T. gesprochen, sei nicht von ihm( Herrn St.) ausgegangen. Theater. Freitag, den 12. September. Königliches Opernhaus: Freitag: 172. Vorstellung. Der Prophet. Königliches Schauspielhaus: Freitag: 174. Vorstellung. Maria und Magdalena. Deutsches Theater: Freitag: Der Probepfeil. Bellealliance- Theater: Freitag: Buchholzen's! Im Sommergarten: Konzert. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Freitag: Eine Nacht in Venedig. Walhalla- Operetten- Theater: Freitag: Bum legten Male: Nanon. Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernst. Freitag: Bum 43. Male: Jäger- Liebchen. Gesangspoffe in 4 Atten von 2. Treptow; Couplets und Duodlibets v. G. Görß. Mufit von G. Steffens. Kaffen Eröffnung 6% Uhr, Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Nefidenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. Freitag: Geschloffen wegen der Vorbereitungen zu: Sonnden ersten Male: Die abend, La Flamboyante.) Schwank in 3 Atten von Sirene. B. Ferrier und A. Valabrèque.( Novität.) Vorher, zum erſtem Male: Der erste April. Luſtſpiel in 1 Ati n. b. Franz. des Quatrelles von L. Gauthier.( Novität.) Euisenstädtisches Theater: Freitag: Abschieds- Vorstellung des Herrn von Kaminski. Lucia von Lammermoor. Dienstag, den 16. Septem ber: Gesammtspiel der Liliputaner( Die 7 Bwerge): Robert und Bertram. Oftend- Theater: Freitag: Der Verschwender. Wallner Theater: Hotel Blancmignon. Kroll's Theater: Der Waffenschmied. 751 Arbeitsmarkt. Hällerinnen auf Kleidchen und Tücher verlangt Buchholz, Kolbergerstr. 10, 2 Tr. Damen- und Kinderkleider jeden Genres fertigt billig Elisabeth Schent, Mustauerstr. 28, Hof, part. Allgemeine Wählerversammlung des Nieder- Barnimer Kreises, Sonntag, den 14. September, Vorm. 11 Uhr, im Lokale des Herrn Spizig, Friedrichsberg, Frankfurter Chauffee Nr. 3( Kronprinzengarten). Tagesordnung: Die Stellung der Arbeiter zu der bevorstehenden Reichs tagswahl. Referent: Herr Bruno Scholz. Um zahlreiche Betheiligung wird ersucht. 734 vor Darauf wies Herr Tiemann auf wie er behauptete gekommene Unregelmäßigkeiten bei Buchung der Kaffenmit glieder- Beiträge hin, mit dem Bemerken, er( Redner) habe bisher seine Schuldigkeit, soweit es in seinen Kräften stand, vollauf gethan, und der Rendant thäte beffer, sein Augenmert auf dergleichen Unregelmäßigkeiten, als auf völlig gesetzliche Agi tationen zu richten. In der Versammlung des Bezirksvereins des werkthätigen Volfes im 29., 30. und 31. Wahlbezirk bei Harendt, Grenadierstraße 39, hielt am Mittwoch, den 10. September Herr Pred. emer. Rendcziora einen interessanten und mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über: Die Stei lung der Arbeiter zur Wissenschaft". Bum 2. Punkt der Tagesordnung( Verschiedenes) wurde mitgetheilt, daß, da das jezige Vereinslotal am 1. Oftober abgebrochen wird, die lette Versammlung in demselben am Mittwoch, den 24. September, abgehalten wird und ist der Vorstand mit Beschaffung eines neuen Vereinslokals betraut worden. Es wäre im Intereffe dieses Vereins zu wünschen, daß sich die in diesen Bezirken wohnenden Arbeiter anschlössen. nach, daß die freie Hilfskaffe bedeutende Vortheile gegenüber der( alten) Gewerkskaffe biete, die freie Hilfskaffe leiste jetzt schon mehr und werde noch bedeutend mehr bieten tönnen, jemehr fich die Kollegen derselben anschlössen. Von den Kollegen welche ihre Unterschrift gegeben, erwarte er, daß auch nicht eirer fein Wort zurückziehen werde. Für alle Diejenigen, welche der alten Kaffen oder sonst einer Kaffe angehören, fallen die Altersgrenze, sowie die ärztliche Untersuchung weg. Die Kaffe tritt am 1. Oftober in Kraft, der Aufforderung, heute schon die Aufnahmescheine zu unterschreiben, fam der größte Theil der Versammlung nach. Die nächste Versammlung am 22. d. M. ist eine geschloffene Mitglieder- Versammlung, in welcher der Ortsvorstand gewählt wird. Vertrauensarzt der Kaffe ift Dr. Zadeck, welcher am Sonnabend, den 13. d. M. im Verein der Sattler und Fachgenossen einen wissenschaftlichen Vortrag hält. Folgende Kollegen nehmen Beitritts Erklärungen an: Krause, Paulstr. 30 II I., Moabit; Bertrand, Bukowerstr. 14 IV I.; Lorenz, Schwedterstr. 267,. I r.; Meyer, Bernauer straße 31,. IV; Abraham, Roloniestr. 151 p.; Ertelt, Fried richstr. 105 I. III; Fuchs, Dennewigstr. 29, H, II; Kotter, Gor mannstr. 12,. II I.; Gebauer, Dieffenbachstr. 67 HII; Soil, Louifenufer 2a, H. p.; Kleiner, Dresdenerstr. 41, H. 1; Lies, Mauerstr. 23,. IV; Schnürle, Pallisadenstr. 71. Bei dem Arbeitsnachweise- Bureau, Krausenstr. 11, von 8-9 Uhr Abends, außer Sonnabend. Sonntags von 12-14 Uhr Mittags. Außerdem nächsten Sonnabend, den 13., in der Vereins versammlung, Gratweil'sche Bierhallen, Kommandantenstraße Nr. 77-79. An die Buchbinder und verwandten Berufsgenossen erläßt die Lohnkommission folgenden Aufruf: Infolge des Beschlusses unserer Hauptversammlung vom 17. v. Mis. hat der größte Theil unserer Arbeitgeber und Meister Stellung zu unserer Forderung, betreffend den Minimallohn von 18 Mart genommen. Collegen! Man will an dieser Stelle durchaus nicht begreifen, daß wir Arbeiter berechtigt find, eine solche Forderung zu stellen: Es ist daher nun unsere heilige Pflicht, Alle vereint zu dokumentiren, was wir wollen, daß wir des h. Der Verein zur Wahrung der materiellen Inter langen Barlamentirens müde und zum Handeln bereit sind. essen der Klempner nahm in seiner gut besuchten Mit Collegen! Kommt daher in großer einiger Maffe am Sonntag, gliederversammlung am 8. d. M., nach Anhörung eines bei den 14. d. M., Morgens 10%, Uhr zu unserer großen allge fällig aufgenommenen Vortrages des Herrn Mitan über Totale und zentrale Gemerts Organisation meinen Maffenversammlung nach der Flora, Friedrichstr. 218, dort mag fich entscheiden, ob nun ferner noch in bisheriger einstimmig eine dem genannten Referenten zustimmende Refo Weise mit unseren Prinzipalen verhandelt werden soll. Fehlelution an, in welcher die Versammlung den Vorstand ersucht, aber keiner auf dem Blaze, nur die große Einigkeit der Maffe, fie kann uns den Sieg bei unseren Forderungen verbürgen. Mit brüderlichem Gruß und Handschlag: J. A. Friedr. Michelsen, Dresdenerstr. 26, IV. $ die Zentralisation resp. Errichtung eines Verbandes der deut schen Drechsler- Fachvereine ftets im Auge zu behalten, und worin fie fich verpflichtet, für eine feste Lokalorganisation ein zutreten und für die hebung des Vereins zu wirken". Der Referent hatte hauptsächlich befürwortet, überall in fedem Ge werk behufs Befferung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu nächst lofale Organisationen( Fachvereine) zu errichten, denen jeder Arbeiter des betreffenden Gewerks beitreten müffe, natio nale Gewerks- Verbände aber erst dann herzustellen, wenn die lokalen Vereinigungen in größerer Anzahl vorhanden und ge nügend erstarkt find. In der animirten Diskussion wurde unter Anderem angeregt und allgemein gebiuigt, demnächst eine Reiseunterstüßungstaffe zu errichten. Laut Mittheilung des Vorfizenden veranstaltet der Verein am Sonnabend den 13. bs. Wits. eine gesellige Unterhaltung mit besonders reich b. In der zahlreich besuchten Tischler- WerkstättenDelegirten- Versammlung am Dienstag Abend im Louisenstädtischen Konzerthause erstattete Herr Roedel den Rechnungsbericht über den Generalfonds. Der Kaffenbestand von Mark 2354.23 von Ende Juni bis 1. September d. J. hat sich inzwischen um Einnahmen im Betrage von Mt. 2153.15 ver mehrt. Der jeßige beträgt daher nach Abrechnung der Ausgaben von Mt. 2993.90 per 1. September Mt. 1513.48. Die Hauptausgaben vertheilen fich auf Unterstüßungen biefiger strifender und gemaßregelter Kollegen( mit Mt. 1479), des Tischlerstrikes in Hannover( britte Rate mit Mt. 100), des hiefigen Strikes der Bauanschläger( mit Mt. 100); ferner aufhaltigem Programm. Gerichts und Prozeßkosten( Mt. 192) und Ausgaben für Drucksachen( Mt. 395) und mehrere andere Posten. Die bis jest aus 11 Personen( 7 Raffirern und 4 Bezirksleitern) bestehende Kommission wurde um zwei Mitglieder( die Herren Stellmann und Pfeiffer) vergrößert. Von den genannten Mits theilungen sei erwähnt, daß am Sonnabend behufs Beschlußfaffung über den betreffenden Spezialtarif eine Versammlung faffung über den betreffenden Spezialtarif eine Versammlung der Küchenmöbel- Branche und am Sonntag eine NordbezirksWerkstättenversammlung stattfinden wird. In der Versammlung der Sattler und Berufsgenossen im Betreff der Bentral- Kranken- und Begräbnißlaffe, welche am Montag, den 8. d. M. im Louisenstädtischen Konzerthaus tagte, referirte Herr Giese zunächst über den Delegirtentag, so wie über die Thätigkeit der Statuten- Berathungskommission. Nachdem der Rechnungsbericht verlesen und von der Versamm lung ohne Widerspruch bestätigt war, erklärte die Kommission ihre Mandate für erloschen. Aus der Mitte der Versammlung wurde hierauf der Antrag gestellt: Der Kommission für ihre treue und ausharrende Thätigkeit den Dank der Versammlung entgegenzubringen, welchem Antrage der Vorfigende Giese mit entgegenzubringen, welchem Antrage der Vorfißende Giese mit warmen Worten entsprach und zugleich die Bitte hieran knüpfte, ein jeder Kollege möchte für die gedeihliche Entwickelung der freien Hilfskaffe eintreten. Der Vorstand werde von jetzt jeder Verleumdung und Verdächtigung der freien Hilfskaffe energisch entgegen treten. Nachdem das Statut verlesen war, erläuterte der Vorfißende die einzelnen Hauptpunkte desselben und wies Die allgemeine Stuhlarbeiter- Vereinigung Berlins feiert am Sonnabend den 13. Mts. im„ Berliner Brater", Raftanienallee 6-9, ihr zweites Stiftungsfest durch Theater, Ballet, Gymnastik und Ball. Das Fest verspricht um fo er hebender zu werden, als das schon an sich sehr reichhaltige Pros gramm noch durch einen von einem Mitgliede der Vereinigung gedichteten, recht finnigen Prolog und eine Festrede erweitert wird. Billets à 25 Pf., find vorher bei Herrn B. Wagner, Rüdersdorferstraße 11, zu haben. Abendlasse findet nicht statt. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter hält am Sonnabend, den 13. d. M., Abends 8% Uhr, Kommandantenstr. 77-79, Gratweil'sche Bierhallen ( unteren Saal), eine Versammlung ab. T.- D.: Antrag des Vorstandes um Abänderung der Statuten. Ref. Herr Henle Verschiedenes und Fragelasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Um pünktliches Erscheinen ersucht der Vorstand. Die freie Vereinigung der Graveurs, Giseleurs und Berufsgenossen hält am Montag, den 15. September, Abends 8% Uhr, im Restaurant Sahm, Annenstr. 16, eine außeror dentliche Generalversammlung ab, in welcher Neuwahl eines 1. Vorsitzenden, an Stelle des Herrn Schmitt, und zweier Bei figer, an Stelle der Herren Gniser und Boigt, welche ihre refp. Aemter niedergelegt haben, stattfindet. Am Sonntag, den 21. September,( Morgens 6 Uhr, vom Schlesischen Bahn hof) veranstaltet der Verein eine Herrenpartie nach Ertner Näheres im Verein. Ausstellungs- Park frühere Hygiene Ausstellung. Carl Hagenbeck's Ausstellung. Sonntag: Letzter Tag. DIE SINGHALESEN 40 Eingeborene, Männer, Weiber, Kinder. 23 grosse Arbeits- Elephanten. 12 Zeburinder. Ethnographische Ausstellung. Vorstellungen von 9-12 und 2-7 Uhr. Täglich von 9 Uhr früh bis 12 Uhr Abends Großes Militär- Concert Jeden Sonntag Morgens Früh- Vorstellung und Concert. Bis 7 Uhr Entrée 50 Pf. Kinder und Militair vom Feldwebel abwärts 20 Pt. Nach 7 Uhr Entrée 30 Pf., Kinder frei. Entreepreis an jedem Sonntag Vormittag von 8 bis 12 Uhr für Erwachsene 30 Pf. Kinder und Militair ohne Charge 10 Pfennige. Generalversammlung der Mitglieder der ZimmergesellenKranken-, Sterbe- und InvalidenUnterstützungs- Kaffe Sonntag, den 14. September, Vormittags 10 Uhr, im Lotale Königftädtisches Kafino", Eingang Holzmarktstr. 72. Tages- Ordnung: Vorlage des entworfenen Statuts der Drtskranten c. Raffe des Bimmerer- Gewerbes zu Berlin zur Beschlußfassung. Nur gegen Borzeigung des Quittungsbuches oder tontrollirten Statutenbuches ist der Eintritt gestattet. Das Kassenlokal ist ist an diesem Tage nur von 7-9 Uhr Vormittags geöffnet. 747 Der Der Vorstand. J. A.: Ming. Deutscher Handwerker- u. ArbeiterNotizkalender ist erschienen und in der Expedition des Berl. Bolfsblatt", Bimmerftr. 44, vorräthig. Preis 50 Pf. Die statistischen Wahltafeln find soeben erschienen und in der Expedition des Berliner Volksblatt", Zimmerstr. 44, zu haben. 757 Solmeftr. 38,§. 1 Zr. r. ein möbl. 3. fof. oder & 1. neu eröffnetes Geschäft mit Dbft, Gemüse, Milch, Badwaaren W. Milchels, Mariannenstraße 4, im Keller, empfiehlt fein alle Sorten Biere, sowie sämmtliche Artitel zur Wäsche.( 702 Abg. v. Kammg., Tibet, Tricot, Tuch u. Wolle lauft und bolt ab. Quedeno, Wienerstr. Nr. 40. Möbel-, SpiegelPolsterwaaren- Magazin und eigener Fabrik Don August Herold Berlin SO., Staligerstraße 112, zwischen der Manteuffel- und Mariannenstraße. Empfiehlt sein reichhaltiges Lager zu den solideften Preisen bei prompter Bedienung. jede im Tischlerfach vorkommende Arbeit verfertigt Ein- und Verkauf von alten Möbeln, auch wirb und ganze Wirthschaften werden aufpolirt. Verantwortlicher Redacteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1291 teran eine Bellag Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 137. Livländische Bustände. ( Aus: Livland und Jrland. Ein Briefwechsel.") Die Regelung der Agrarverhältnisse wurde in Livland früher als in irgend einem anderen Lande Europas, schon zu Ende des vorigen Jahrhunderts, in Angriff genommen. Als in Deutschland die glebae adscriptio und die Leibeigenschaft abgeschafft wurden, als Desterreich zur Regelung und Abschaf fung seiner Robott sich entschloß, war das Alles in Livland schon längst ein überwundener Standpunkt. In ihrer Gefammtheit ist die Bauerschaft in dem Befiße des Bauerlandes ftets geschüßt gewesen, sei es durch Geset, sei es durch Herfommen und Sitte. Als nach Eintritt der Freizügigkeit und nach Einführung des freien Kontraktes" der bisherige Schutz nicht genügend erschien, wurde durch den rothen Strich" die herkömmliche Scheidung zwischen Hofes und zwischen Bauerland zu einer absolut festen gemacht. Einziehen" von Bauer land zu grundherrlicher Nugung, mecklenburgisches Einschlachten von Bauerhöfen ist in Livland durchaus unmöglich und undentbar. In Folge einer aus dem Schooße der livländischen Ritterschaft hervorgegangenen Agitation hat sich die Tendenz zum Verkaufe des Bauerlandes geltend gemacht. Unter Beihilfe der ritterschaftlichen Agrarbank hat solcher Verlauf den besten Fortgang genommen. Von sämmtlichem Bauerlande unter Ausschluß der zur Disposition der Grundherren verbliebenen Quote" find bereits 66 Prozent mittels forroborirter Rauffontrafte in bäuerlichen Beftz übergegangen. Würden hierzu noch diejenigen Bauerhöfe gerechnet, die nach abgefchloffenem Vorkontratte bereits faktisch im Erbbefize der Käufer fich befinden, welche jedoch ihre Befigtitel noch nicht empfan gen haben, so steigerte sich jener Prozentsaz sicherlich auf circa 75 Prozent. Somit hat hier die Agrarreform fich gewissermaßen von felbst, lediglich durch den gesunden und praktischen politischen Blick der Betheiligten, ohne Inanspruchnahme irgend welcher ftaatlichen Opfer, ruhig vollzogen- eine Reform, deren Durchführung in Irland dem Staate zweihundert Millionen Pfd. Sfecl. oder fünf Milliarden Franken Staatsschuld aufbürden würde. Giebt es für diese Leistung ein Analogon in Europa? Welch ein schreiender Kontrast zu den irländischen Agrarzus ständen! Und das alles hat sich vollzogen im Schatten des an geblichen Giftbaumes", im Schatten durchaus aristokratischer Institutionen! " Auch zu dem irländischen Absenteismus und zum dortigen Systeme der Afterpachten findet sich hier das strikte Gegentheil. Von jeher hat der livländische Grundherr auf seinem Hofe gesessen und den Betrieb seiner Wirthschaft selbst geleitet. Auch im Falle der Einherrigkeit mehrerer Güter werden in der Regel die Wirthschaften von Beamten unter beständiger Kontrole des Herrn und für seine Rechnung betrieben. Verpachtungen der Großwirthschaften sind verhältnismäßig selten. Meistens kommen sie nur dort vor, wo der Besitz zu einer Erbmaffe gehört oder einen minorennen Eigenthümer hat oder wo er ein publiker ist, oder aber wo der Grundherr, sei es durch ein öffentliches Amt, sei es zur Erziehung seiner Kinder, an die Stadt gefeffelt ist. Aber auch in allen diesen Fällen pflegt die Bewirthschaftung unter fortgesetter Kontrole des Grundherrn zu stehen. Beispiellos dürfte es sein, daß auch die Pachtländereien der Bauern, das Bauerland, vom Grundherrn, wie in Irland, einem dritten zur Disposition überlassen würden, und daß der Grundherr sich nicht die Beziehungen zu feinen Bächtern, die Regelung der Pachtsäße u. s. w. vorbehielte. Niemals, seit Deutsche den Fuß an dieses Gestade sezten, hat sich hier die Lendens gezeigt, das Entstehen von Zwergwirthschaften und damit das Entstehen eines übermäßigen Bachtangebotes und einer unmäßigen Bachthöhe zu begünstigen. Vielmehr ist durch das bäuerliche Erbgesez und durch die ge einer allzugroßen Bersplitterung des Grund und Bodens voll ständig entgegengewirkt worden ein flarer Beweis, daß der Der Scheich und sein Efel. ( Aus: John Brown, The Dervishes.) | Freitag, den 12. September 1884. hiefige Aristokratismus feineswegs nur den unmittelbaren Vor theil des Grundherrn, sondern vielmehr die Sicherung eines tüchtigen Bauerstandes im Auge gehabt hat. Db in dieser Fürsorge nicht aus Mißverständniß zu weit gegangen und über das Ziel hinausgeschossen worden sei, ist eine andere Frage, die besondere Erörterung verdient. Jedenfalls findet sich auch hierin ein vollständiger Gegensatz zu den irländischen Verhält niffen. Daffelbe gilt von der Dotirung der hiesigen Landeskirche. In Jrland hat das von den Grundherren gebildete parlament In Irland hat das von den Grundherren gebildete parlament selbst dazu die Hand geboten, daß die Landeskirche beraubt und ihres Vermögens entkleidet werde. Aus dem Raube hat die dortige Aristokratie fich Pfründen und Sinekuren für ihre füngeren Söhne" geschaffen. Hier im Gegentheile dürfte es wenige Pfarrhöfe geben, die nicht aus Donationen der Grundherren entstanden wären. Durchweg sichern sie dem Geistlichen und seiner Familie eine mehr oder weniger ausfömmliche und unabhängige Eriftenz. Im Gegensage zu der Preisgebung der irländischen Landeskirche durch die dortige Aristokratie ist hier, alle Jahrhunderte hindurch, Sicherung und Festigung der Landeskirche oberster politischer Grundsatz des Adels gewesen. Landeskirche oberster politischer Grundsatz des Adels gewesen. In allen beim Wechsel der Herrschaft abgeschloffenen Kapitulationen, in allen Landesprivilegien findet sich Freiheit der Religionsübung und Sicherung der Landeskirche voran und obenan gestellt, und Patron der Landeskirche zu sein, hat der livländischen Ritterschaft stets als heiliges Erbtheil gegolten. Können Tag und Nacht verschiedener sein, als Irland und Livland auch in dieser Hinsicht! - Hier in Livland Endlich das hiesige Volksschulwesen. hat von Anbeginn der Eingeborene und seine Nationalität unter dem Schuße des Eroberers und seiner Geseze gestanden. Zur Beit der Unabhängigkeit hat die geistliche Obrigkeit, der Landesfürst, es zu feiner Zeit unterlassen, seine schüßende Hand über den ,, undeutschen" auszustrecken, und durch das Gesetz des heiligen Römischen Reiches deutscher Nation war der Lette und Efthe als freier Mann" anerkannt. Daß solche Fürsorge nicht wirkungslos gewesen, ergiebt sich aus vielfachen Zeugnissen des Sechszehnten Jahrhunderts über die damalige Wohlhabenheit, ja über den üppigen Uebermuth der livländischen Bauern.- Minder beneidenswerth war freilich seine Lage nach den darauf folgenden endlosen Kriegen, nach Verwüstung, Verödung und Verwilde rung des Landes... Ja, wer hatte es damals gut in Liv land?! Sobald aber geordnete Bustände wiedergekehrt waren, hat der Deutsche nicht nur die materielle Sicherung des Landvolkes fich angelegen sein laffen und das zu einer Zeit, da noch nirgend in Europa die staatliche Fürsorge dem Bauerftande fich zugewandt hatte sondern auch die Volks bildung ist von den deutschen Ritterschaften gepflegt worden, und zwar in nationalem Sinne. Deutsche waren die Ueberseger der Bibel ins Esthnische und Lettische, die Verfasser let tischer und esthnischer Andachtsbücher, ja die Begründer der lettischen und esthnischen Nationalliteratur, die Erforscher der lettischen und esthnischen Sprache und Alterthümer. Von den Deutschen ist die Begründung des livländischen Volksschulwesens ausgegangen, von den Deutschen ist es in nationalem wesens ausgegangen, von den Deutschen ist es in nationalem Sinne verwaltet und fortgeführt worden mit solchem Erfolge, daß es fich jedem, auch dem besten der Welt, ebenbürtig an die Seite stellen fann. Nur wenige Volfsschulen dürften in Livland bestehen, die nicht sei es gänzlich, sei es hauptfächlich auf Donationen der deutschen Grundherren zurück zuführen wären. Welch ein himmelweiter Kontrast auch hierin, gegenüber den Verhältnissen in Irland, wo die penal laws den Engländer gleich wie für Hochverrath bestraften, der betroffen wurde, fich des irischen Idioms zu bedienen!- wo Jahrhunderte lang alles darauf angelegt war, die Eingeborenen, die Frländer, zu vertilgen. Hier haben sich die lettische und esthnische Nation des Giftbaumes", im Schatten aristokratischer 11 Institutionen nicht nur frei entwickelt, sondern gewisse Einflüsse haben sie sogar derart ins Kraut schießen gemacht, daß ihnen ernstliche Gefahr droht die Gefahr nämlich, vor Erlangung Nothwendigkeit, daß er seine Derwischwanderung antrete. Ich habe dich, sagte der Scheich, mit vieler Sorgfalt in allem, was bir zu deiner Laufbahn zu wissen nothwendig ist, unterrichtet. Dein längeres Verbleiben hier wäre nicht nur unnüß, sondern auch von Nachtheil. Wie du weißt, besige ich wenig irdisches Gut, doch werde ich gerne das, was ich habe, mit dir theilen. Gerührt von der Güte des Scheichs, führte Alt deffen Hände an seine Lippen. Auf nächsten Sonntag wurde die Abreise des Neophyten bestimmt. Eine humoristische Geschichte wurde mir von einem Scheich erzählt, der in der Nähe einer der größeren Städte Klein aftens die Aufsicht über das Grabmal eines heiligen Ders misches hatte. Bei ihm befand sich auch ein Jüngling Namens Ali, dem er sein Wissen beibrachte. Der Scheich besaß wegen seiner Frömmigkeit und übernatürlichen Kräfte einen weit ver breiteten Ruf und wurde deswegen von der ländlichen Bevöl ferung, der Aristokratie und namentlich von dem weiblichen nehmen und seine Wanderung anzutreten. Es währte nicht Theil der Gemeinde sehr gesucht. Das Grabmal über dem Grabe war ein in die Augen fallender Bau, der zwei bis drei Bimmer enthielt, worin der Scheich und sein Jünger Al wohnten; auch dienten sie nöthigenfalls zu Schlafstätten für die in Kleinaften von einem Wallfahrtsorte zum andern herumwandernden Derwische. Zu Kopfe des Grabes hing eine Ampel, welche Nachts immer in Brand gehalten wurde, zu weilen auch bei Tage, wie z. B. am Geburtstage des ver ewigten heiligen Derwisches und an Feiertagen, wo die Be fuche am zahlreichsten waren, um dem Scheiche Geschenke dar zubringen, feinen Segen und seine Fürbitte für fich zu ers flehen und am Grabe ihre Andacht zu verrichten. Die Fensterdes fleinen Mausoleums waren ganz mit Seugfeßen bedeckt, welche von den Gläubigen, die dort um etwas gebeten hatten, befestigt waren, damit sich der Heilige beim Anblicke der Feßen ihrer erinnere. Die Gaben aber, welche man dem Todten wie den Lebendigen spendete, tamen dem Scheiche und seinem Jünger sehr zu statten. Sonntag stand Ali früh auf den Beinen, er erwartete nur das Erwachen des Scheichs vom Schlummer, um Abschied zu lange, so erschien der Scheich. Ich gebe dir, sagte legterer, als Beweis meiner Freundschaft meinen langjährigen geschäßten Kameraden, meinen Esel, dann einen Sattel, eine meiner wattirten Jacken, eine Reschgul( eine Schale, welche den Derwischen dazu dient, Almosen zu sammeln, und welche fie, an einer Kette gehängt, am Arme tragen), eine eiserne Waffe, um fich gegen wilde Thiere vertheidigen zu können, ein Tigerfell, welches dich gegen die Sonnenstrahlen schüßen und bei Kälte wärmen soll, ein Nuscha( Amulet), welches ich selbst in einem fleinen filberartigen Cylinder am Halse trug, und einen Sad mit Lebensmitteln für die ersten Tage deiner Reise. Efel hatte natürlich die meisten Ansprüche auf die Fürsorge Ali's. Er war schnell reisefertig, seine Last bestand nur, da Ali beschloffen hatte, nach Derwischart zu Fuß zu gehen, aus dem Quersack, der Keschgul und dem Mantel. Der Scheich nahm bei alle den Reisevorbereitungen herzlichen Antheil; als alles bereit war, machte sich Ali und sein Esel auf den Weg; der Scheich gab ihnen noch eine halbe Meile Wegs Geleit, dann nahm er die Hände Ali's in die feinigen, segnete ihn, Der Esel, auf dem er seine Besuche bei Freunden in der Nachbar rezitirte mit bewegter Stimme die Fatiha( erstes Kapitel des fchaft abftattete. Er trug die volle Tracht seines Ordens, Koran), wünschte ihm eine gute Reise und kehrte dann langaußerdem das Abzeichen der Nachkommen des Propheten, den mit grünfarbigem Zuch umvidelten Turban. Db er wirklich ein Nachkomme des Propheten war und als Beleg die erforder liche Genealogie- Urkunde dazu besaß, das wußte Niemand, aber sam zu seinem Grabmale heim. Ali aber schlug den ersten besten Weg in einem Thale ein, welcher zu einer schwarzen Kette von Bergen führte. So verfolgte Ali während einiger Tage auf der öffentlichen Heerstraße seinen Weg, ohne viel im Handwerke, suchte er mehr nach Einsamkeit, wo nichts zu dedung die gewöhnliche Ordensmüße des Scheichs; seine übrige anfingen, farg zu werden, begannen auch die Kräfte des Esels Niemand zweifelte daran. Sein Jünger Ali trug als Kopfbes darnach zu fragen, wohin er führte. Als aber die Lebensmittel Kleidung war infolge des langjährigen Tragens in einem sehr zum Marschiren auszugehen. Aufgefrischt hatte er bis jetzt mißlichen Zustande, doch hatte legter Umstand keinen Einfluß noch garnicht seine Nahrungsmittel, denn noch zu schüchtern Attribut der Derwische bekannt, daß ste daraus ihre Hauptkraft holen ist, als nach belebten Gegenden, wo er hätte Almosen Schöpfen; es fezt sie in den Stand, große Reisen zu unternehmen, ohne befürchten zu müssen, ausgeraubt zu werden, und zweitens, ohne Lebensmittel zu bleiben. Armuth macht den Stolz des gesegneten Propheten aus, so kann es wohl auch der Stolz eines Scheichs sein. Eines Freitags Abends, als die Besucher alle weggegangen fammeln fönnen. Eines Tages, wo Ali außergewöhnlich ermüdet war von der Hiße und namentlich von dem steten Antreiben des Esels, der durchaus nicht mehr vorwärts wollte und schon unterwegs ein paar Mal zusammengefallen war, hatte Ali fich früher als sonst seine Nachtlagerstätte bei einem Baume unter freiem Himmel ausgewählt; als er mit einemmale zu maren, eröffnete der Scheich seinem Jünger Ali einen Gegen seinem größten Erstaunen seinen Esel lang die Beine ausftreden stand, den er schon oft mit ihm besprochen hatte: nämlich die sah. Das Thier holte einige Male tief Athem, seine Glieder er 1. Jahrgang. der Reife von nordöstlichem Froste geschädigt zu werden, wenn sie aus dem schüßenden Schatten sich sollten herauslocken laffen. = Lokales. N. Der projektirte Bau eines Anschlußgeleises der Berlin Görliger Eisenbahn an die Berliner Ringbahn wird endlich zur Ausführung kommen. Die Weigerung einiger Ländereibefizer in Treptow, ihre Grundstücke zu dem offerirten Preise herzugeben, hat dahin geführt, daß in Betreff derselben das Enteignungsverfahren hat eingeleitet werden müssen. Zum Kommissarius der Regierung in der Enteignungsfache ist der Herr Regierungs- Assessor Hemptenmacher ernannt, welcher einen Termin zur Aufnahme der Tare und Erklärung der Eigenthümer der betreffenden Grundstücke zum Freitag den 12. d. Mts., an Ort und Stelle anberaumt hat. Sobald das Ent eignungsurtheil erlaffen, wird mit dem Bau des Anschlußgeleises vorgegangen werden. N. Ein empörender Unfug, der die strengste Ahndung verdient, ist, wie uns von verschiedenen Seiten mitgetheilt wird, in legterer Zeit wiederholt an den Sanitätswachen ver übt worden. Genau in derselben Weise, wie früher halbwüchstge Burschen die Feuerwehr durch die öffentlichen Feuermelder unnöthig alarmirten, scheinen ähnliche rohe Patrone jegt ein Vergnügen daran zu finden, die Beamten der Sanitätswachen während der Nachtzeit unnöthigerweise zu alarmiren. Jedem vernünftig denkenden Menschen leuchtet die 3weckmäßigkeit der Institute ein, und ist es daher unerhört, wenn Belästigungen der Anstalten von finnlos Betrunkenen oder solchen Individuen getrieben werden, die den wirklich humanen Zwed, der für Berlin so nothwendigen Einrichtungen verkennen. Im Intereffe des Publikums wird gebeten, auf das Energischfte diesem Unwesen entgegen zu steuern und jeden vorkommenden Fall sofort zur Anzeige zu bringen. Als ein erfreuliches Beichen des Fortschritts unserer Sanitäts- Wachen sei erwähnt, daß seit Anfang d. J. bis 1. September cr. die Hilfs- Wache Blumenstraße allein 365 Hilfsbedürftigen Beistand geleistet hat. Der überhandnehmende Wucher gegen arme Arbei terinnen hat die Augen unserer Behörden auf eine besondere Spezies von Damen" und Gewerbetreibenden" gelenkt, die von dem Schweiße armer weiblicher Handarbeiterinnen sehr viel ernten, obgleich fie selbst wenig säen. Wie bekannt, wird fort und fort geklagt, daß gerade weibliche Handarbeiten, wie Stickerei, Häfelei, Wäschenähen 2c. außerordentlich schlecht bezahlt werden, troßdem diese Artikel für Bedarf wie Lurus einen guten Arbeitslohn vertragen, da dieselben fast ausnahmslos in fertigem Zustande verhältnißmäßig gute Preise erzielen. Nach forschungen nach der Ursache der so sehr geringen und täglich mehr fintenden Arbeitslöhne haben folgendes überraschende Res fultat zu Tage gefördert: Die Arbeitslöhne, die von den größeren Geschäftsinhabern wie von fleineren Gewerbetreiben den gezahlt werden, sind zwar für weibliche, oft fünstlerisch ausgeführte Arbeiten, feine brillanten, immerhin aber solche, daß Arbeiterinnen, wenn sie fleißig sind, ein menschenwürdiges Da sein fristen können. Demgegenüber wuchert jedoch eine Spezies von Damen" in Berlin, welche die Ausbeutung weiblicher Kräfte als Broderwerb auf ihre Fahne geschrieben haben. Diese Damen", größtentheils den beffer fituirten Stän den, den Mitteln wie der Erziehung nach, angehörend, wiffen sich in den Geschäftshäusern Eingang zu ver schaffen und nehmen die Arbeit außer dem Hause" gleich en gros an, da fie angeblich so und so viele Hände beschäftigen; fte erhalten diese Arbeiten, weil sie erstens dem Hause Vertrauen wegen ihrer Sicherheit bieten, das heißt, daß ihnen das Material zur Arbeit ohne Risiko anvertraut werden fann, zweitens weil das Haus dadurch die Mühe erspart, sich mit vielen Arbeiterinnen zu befaffen. Auf diese Weise verlieren die armen Handarbeiterinnen ihre Brodstelle" und sind glück. lich, wenn sie nun bei einer dieser Damen" noch Arbeit erzitterten, in seiner Keble gurgelte es unheimlich, seine Augäpfel verdrehten sich, und Alles war aus! Ali war mit einemmale mutterseelen allein auf der Welt, zur Seite nur einen todten Esel und Niemand, mit ihm den herben Verlust zu beklagen.. Seine traurigen Gedanken schweiften zum entfernten Grabmale und deffen Scheich zurück, wo er so viele Jahre seines Lebens forgenlos zugebracht hatte. Das legte Glied, welches ihn noch mit jener Joylle verband, war heute unwiderruflich zerstört. Während der junge Derwisch traurig brütend dasaß, erhob fich am fernen Horizonte eine Staubwolle, welche das Herannahen von Reisenden bekundete. Da er fürchtete, daß die Leute ihn vielleicht, wenn sie seinen todten Esel am Wege liegen sähen, der Grausamkeit gegen seinen Kameraden zeiben und ihm die Schuld an seinem Lode beimeffen würden, hielt er es für flug, ihn von der Landstraße zu entfernen, und scharrte ihn hurtig unter einem kleinen Sandhügel ein. Nach dem er dies Geschäft vollbracht, ſette er sich wieder hin und fing von Neuem an, sein Geschick zu beweinen. Unterdessen hatte sich die Staubwolfe genähert, und Ali unterschied eine Kavalkade von, dem Anscheine nach, reisender reicher Muselmänner. Voran ritt ein Mann, der der Vor nehmste der Reiter zu sein schien; Ali, der am Wege saß, bemerkte er gar nicht, da er, wohl ermüdet von der bleiernen Atmosphäre, schnell vorüberritt. Ali, um sich ihm bemerkbar zu machen, erhob sich schnell, und zog damit auch wirklich die Aufmerksamkeit des Voranreitenden auf sich, der, als er in Ali an feiner ihn kennzeichnenden Müße, Reschgul und Tigerfell einen Derwisch erkannte, einen seiner Diener zu ihm sandte, um ihn zu fragen, ob er Hilfe bedürfe. Als er von seinem zurückkehrenden Diener vernahm, daß es ein armer, hilfsbedürftiger, wandernder Derwisch set, der noch dazu weinend bei einem frisch aufgeworfenen Grabeshügel fäße, eilte der Ben( der Reisende war nämlich ein Bey der Nachbarschaft, welcher von einem Besuch beim Statthalter nach Hause zurückkehrte) mit seinem ganzen Gefolge zum Fled, wo Alt weinend stand. Was ist dir, daß du so bittre Thränen weinst?" fragte mitleidig der Bey. Traurig sah Ali auf das Grab, welches die sterbliche Hülle seines Reisekameraden barg. Der Bey verstand. Gewiß ist ihm sein Ordensbruder hier gestorben, und der Arme mußte ihn ohne menschlichen Beistand allein begraben. Wann ist Dein Kamerad gestorben?" fragte weiter der Bey. D, beute," erwiderte unter erneutem Thränenstrom Ali. Und waret ihr lange Zeit Kameraden?" Seit meiner Kindheit," antwortete Ali weiter mit von Trauer bewegter Stimme. Selbst tief gerührt über diese innige Zuneigung zwischen awei Ordensbrüdern, fand er es unpassend, noch weiter nach Der Lebensgeschichte des Todten zu forschen und sagte zu Ali, er fehe es als eine glückliche Fügung der Vorsehung an, daß sein Gefährte seine theure Seele hier ausgehaucht, und hoffe, daß daraus ein Segen für die Umgebung entspringe, da ste halten, welche in den meisten Fällen den armen Mitschwestern nur die Hälfte, höchstens Bweidrittel des Lohnes zahlen, so daß gerade diese Damen" die eigentlichen Urheber der Verzweiß lung so mancher weiblichen Kraft und des Unterganges so vieler Mädchen werden. Die ,, B. 3." hört, daß solche ,, Damen" oft wöchentlich an den Arbeitslöhnen ihrer hungernden Mitschwestern, welche fte diesen vorenthalten", 100-300 M. er übrigen und so ein Leben voller Lurus und Freuden führen. Selbstredend wuchert dies Unwesen auch in der Konfektionsbranche, und werden Erhebungen angestellt werden, in welchem Umfange dies eingeriffen ist und wie die Höhe wirklicher ge zahlter Löhne seitens der Fabrikanten sich zu den Löhnen verhält, welche diefe ,, Damen und sonstigen Arbeitgeber" zahlen, auch welche Steuern diese dem Staate entrichten. " 1 zurückziehen zu dürfen. Der Transporteur vertröstete ihn bis zur Ankunft an dem Bestimmungsort, Herrmann wiederholte aber sein Verlangen und erklärte schließlich, nun nicht weiter mitgehen zu können. Infolge deffen begab sich der Angeklagte mit seinem Gefangenen in die Tauchertsche Destillation, in der der Lettere zwei Glas Bier forderte und fich von der Kellnerin den Schlüssel zum Abort erbat. Der Angeklagte überzeugte sich nun, daß sein Transportal nach den Hof ging, und blieb bann im Lokal zurüd. Als Herrmann nach 10 Minuten nicht wieder zurückkehrte, überzeuate fich der Angeklagte, daß dieser die kurze Zeit mangelnder Beaufsichtigung zur Flucht benutzt hatte. Mit Rücksicht auf die Gröblichkeit dieser Fahrlässigkeit erkannte der Gerichtshof dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf eine 14tägige Gefängnißftrafe. Ein schlechter Spaß. Eine Anzahl Schriftseter in einer hiefigen Offizin spielte seit Jahren in der sächsischen Lotterie ein Loos, auf das sie natürlich immer große Hoffnungen gesezt hatten. Als die Jünger der schwarzen Kunst" am Montag Morgen den Winkelhafen ergriffen, um die langen und schmalen, fetten und mageren Gutenberger" in Reih und Glied zu bringen, ahnten sie noch nichts von der ihnen bevorstehenden Ueberraschung. Im Laufe des Vormittags stürmte ein Telegraphenbote in den Sepersaal, um eine Desesche abzugeben, der zufolge das von den Kollegen gespielte Les mit 30000 m. herausgekommen sei. Nun gab es in allen, Jassen" und an fedem ,, Kasten" großen Jubel und eine sehr lebhafte Debatte über die Vertheilung dieser enormen Summe. Mit einem Worte: es herrschte eine angenehme Temperatur" in den Sälen, in denen es sonst sehr geschäftsmäßig herzugehen pflegt. Allmälig regte einer der glüdlichen Gewinner den Gedanken an, bevor man eine definitive Vertheilung vornehme, doch lieber erst einmal bei dem Kollekteur, der zweifelsohne davon unterrichtet sein müffe, Erkundigungen einziehen zu laffen. Nur widerstrebend führte man diese Idee aus. Als aber später der ausgeschickte Bote mit der Meldung zurückkam, daß dem Kollekteur von einem Gewinn nicht das mindeste bekannt sei, schaute man fich mißtraurisch an, machte ein langes Geficht und verwünschte den Spaßvogel, der die Ursache des urfidelen Montags gewefen und dem man, sollte er eruirt werden, in handgreiflicher Weise lebhaftesten Dank zollen wird. ist produzirt. Dieses Kind trägt Piecen mit all dem durchtriebe nen Chic einer routinirten Lingel- Tangel- Sängerin vos, folet tirt und affektirt comme il faut und ergößt das Publikum durch obscöne Geberden und Gliederverrentungen und horribile dictu durch Cancan in aller Form. Ein zehnjähriges, un schuldiges Wesen wird systematisch dazu erzogen und geschult, ein unwürdiges, verworfenes Geschöpf zu werden, jede edlere, fittliche Regung frühzeitig unterdrückt und erstickt, und Sinn lichkeit und Wollust früh und in hohem Grade entwickelt. Was fann und muß man wohl für Resultate erwarten und befürch ten, hier, wo das Gift der Eitelkeit, des Leichtfinns, der Ver blendung dem jungen Geschöpfe tropfenweise eingeflößt wird. Daß fich Eltern oder Angehörige finden, die um des schnöden Mammons willen ihre Pflichten vergessen, die nicht fühlen, daß fte den moralischen Todeskeim in die junge Seele legen ein trauriges Zeichen der Zeit. Bedauernsweith ist es aber auch, daß fich das Publikum findet, welches mit frenetischem Jubel solche unnatürlichen, widerwärtigen Schaustellungen und fragenhaften Produktionen begrüßt und billigt, durch rauschen den Beifall dieses unzulässige Treiben ermuntert und bestärkt und nicht daran denkt, daß es sicheres Gift dem jungen Leben bereitet, das mit jedem Fortschritt und Erfolg auf den Brettern einen Schritt abwärts in der Moral befürchten muß. Wenn es auch vielleicht kein Gesez giebt, das diesem Treiben steuern oder die entarteten Eltern oder Angehörigen einer wohlver dienten Strafe unterziehen kann, so müßte doch das Publikum beweisen, daß sein Geschmack nicht so verirrt, feine Sitten nicht so verwildert find, um hier Beifall zu zollen." Reichsgerichts- Entscheidung. Zu den besonderen Umständen, welche nach§ 20 des Reichspreßgefeßes die Bestrafung des verantwortlichen Redakteurs einer Beitung oder Zeitschrift wegen eines der veröffentlichten strafbaren Artikel als Thäter ausschließen, gehört nach einem Urtheile des Reichsgerichts, II. Straff., vom 24. Juni 1884, die bloße Versäumung der dem Redakteur obliegenden Pflichten nicht; es fann sich demnach der Redakteur damit nicht entschuldigen, daß er in Folge anderweitiger Geschäfte von dem inkriminirten Artikel feine Kenntniß gehabt, und daß der Artikel ohne sein Wissen in der Zeitung Aufnahme gefunden habe.- Insoweit nicht eine Theilung der Redaktionsgeschäfte stattfindet, ist der Re dakteur einer periodischen Druckschrift für den ganzen Inhalt der von ihm gezeichneten Nummer verantwortlich. Alles ihm übergebene Material eignet er fich an, indem er es zur Deffentlichkeit bringt, er wird also als der geistige Urheber des Blattes angesehen. Er kann sich der Regel nach nicht damit ent schuldigen, daß er den Artikel nicht gelesen oder nicht geprüft habe, denn ohne Kenntniß und Prüfung dürfte er ihn nicht aufnehmen; hat er die ihm als Redakteur obliegende Pflicht Der Kenntnißnahme, Prüfung, Sichtung und Aenderung des Materials nicht erfüllt, so wird er gleichwohl als Thäter bestraft. Von dieser Regel wird allerdings eine Ausnahme für den Fall festgesezt, daß durch besondere Umstände die Annahme der Thäterschaft ausgeschlossen wird. Allein zu solchen besonderen Umständen gehört die bloße Versäumung der dem Redakteur obliegenden Pflicht nicht; anderenfalls würde der nachlässige Redakteur im Vergleiche zum pflichteifrigen privilegirt erscheinen und die vom Geseß ausgesprochene Verantwortlichfeit illusorisch sein." An Veränderungen in der hiesigen Presse werden zum 1. Oktober u. A. folgende erfolgen. Der gouvernementalarbeiterfängerische Volksfreund" führt fernerhin nur mehr den Titel Berliner Morgenzeitung". An neuen Beitungen er scheinen hier die Fachblätter„ Die Lehrerin,"" Freie Stenogra phenzeitung"," Deutsche Hutmacherztg.", Deutsche Konsulatszeitung", sowie in Rirdorf ein Deutscher Reichsfechter," in Charlottenburg eine Deutsche Gerichtsvollzieherzeitung". Ein Blatt„ Der Berliner" erscheint fernerhin in Breslau, ein anderes Berliner Gartenlaube" in Dresden; an politischen Wochenblättern fommen heraus: Berlin, Freifinnige Wochenschrift für die kommunalen und politischen Verhältnisse der Hauptstadt" und Neues Berliner Montagsblatt". Das neue illustrirte Wochenblatt Deutsche Illustrirte Zeitung" erscheint bereits seit einigen Wochen. Da wird man schließlich garnicht mehr wissen, wo man seinen geistigen Bedarf decken soll. N. Feuer. Die Lampenfabrik von Brendel und Loewig in der Neuenburgerstraße 38 schwebte nach einer gestern Abend 9 Uhr in den Feuerwachen eintreffenden Meldung in Feuers gefahr. In einem der Lagerräume war Backpapier c. auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise in Brand gerathen, das Feuer aber so rechtzeitig von den Arbeitern in der Fabrit entdeckt worden, daß die größte Feuersgefahr beim Eintreffen der Feuerwehr bereits beseitigt war. Die Mannschaften konnten daher, ohne erst in Thätigkeit zu treten, wieder abrücken. N. Ein in Stettin auf der Bahn beschäftigter und sich auf der Reise zu seinen bier wohnenden Berwandten befind licher Arbeiter Listowsky hatte gestern auf der vorlegten Sta tion von Berlin das Unglück, daß ihm beim Buschlagen der Roupeethür sein Mittelfinger der rechten Hand abgequetscht wurde. In Berlin angekommen, fuhr 2. fofort nach der Sanitätswache Blumenstraße, wo ihm die erste Hülfe zu Theil wurde. Gerichts- Zeitung. Vermischtes. " 1 Ein Student der Theologie wird von vier Profefforen geprüft. Derselbe hat noch keine Frage richtig beantwortet Da reißt einem der Eraminatoren die Geduld, und er schreit den Kandidaten an: Sie können ja noch nicht einmal eine Bibelstelle richtig zitiren." Doch," ruft der Kandidat, fo eben fällt mir eine Stelle aus der Offenbarung des Johannes ein, fie lautet: ,, Und ich erhob meine Augen und fah vor mir vier ungeheure Thiere." Kindermund. Herr Assessor, sehen Sie nur meine Toch ter nicht so schmachtend an, fie fann so schon feine Nacht mehr schlafen!" Affeffor( für sich): Simmel, sollte sie mich lie ben?" Harlchen( der das gehört hat): Nee, Onkel, wir haben Wanzen!" Unverfrorenheit. Aus München wird geschrieben: Gin hiefiger Geschäftsmann gab einem Lithographen den Auftrag, ihm Birkulare zu drucken des Inhalts, daß er seine zahl reichen Gläubiger ersuchte, ihm ein halbes Jahr Frist zur Deckung seiner Verbindlichkeiten zu gönnen. Als der Litho graph die Birkulare ablieferte und hierbei die Rechnung pra sentirte, war derselbe nicht wenig verblüfft, als ihm der Auf traggeber sofort eines derselben statt der erwarteten Bahlung überreichte. Ein altes bewährtes Mittel. Der junge Adolph zu einem Chemifer: Könnten Sie mir nicht etwas geben, um mein überflüffiges Haar zu beseitigen?" Der Chemiter fragt nachdenklich seinen Kahltopf: Hm, hm! Sie fich!" Verheirathen Grobe Antwort. Ich bitte Sie, haben Sie hier bei den Konzerten Blas oder Streichmufit? Je nachdem. Wenn ein neues Anleher aufgenommen werden soll, wird gestrichen, und wenn die Kommune etwas vom Stadterweiterungsfonds haben will, dann wird ihr was geblasen. 時尚 frei Sta Dere S werter Frant reid bet m gelegt S lacher Mitte μάτι Stubi rauich Leben Gemo fire fi Leicht bie a bene fdaft find, Stub tehen furrer ber S Los v fie a gen ergeb wirth bod In der Hike des Gefechtes. Du bist aber ein herz lofer Mann; ich glaube, daß, wenn ich gestorben bin, Du nicht einmal mein Grab besuchen wirst!" ,, Erst versuch's, dann tannst Du reden!" Unsere Beluftigungen ist ein Artikel der St. Petersb. 8tg." überschrieben, der auf die Verwilderung des Geschmacks und der Sitte in gewiffen Kreisen der russischen Hauptstadt ein grelles Schlaglicht wirft. Nachdem der Verfasser eine Barallele zwischen den Gladiatorenspielen der Römer und dem Treiben moderner Akrobaten und ihrer Verehrer gezogen, die feineswegs sehr schmeichelhaft für die moderne Bildung unseres Großstadtpublikums ausfällt, fährt derselbe fort: Man laffe einmal einen Seiltänzer oder Afrobaten seine Rünste wenige Fuß über dem Erdboden ausüben man wird ihn faum beachten. Wenn ein Solcher aber in schwindelnder Höhe arbeitet," so wird ihm Bewunderung und Beifall gezollt. Das pridelnde Ge fühl der Möglichkeit einer Katastrophe, die den Waghalsigen zerschmettert vor unsere Füße schleudern kann, ist immer noch das Lockende, Reizende,- Tausende werden angelockt, das tollkühne Wagflück eines Beudet anzusehen, bei welchem ein unvorsichtiger Griff, ein Buden der Muskeln, eine Häusliche Pflichten! Klara's Bräutigam: Nun, wo unglüdliche Bewegung, ja selbst ein ungünstiger Luftzug allein stedt denn Klärchen, man sieht sie ja garnicht? Der fleine genügt, unfehlbaren Untergang herbeizuführen. Und dennoch Frig: Kläre ist draußen in der Küche. Der Bräutigam: Ah, wird jede neue Luftfahrt mit endlosem Jubel begrüßt, die das ist schön, fie tocht wohl?- Fris: Hm, hm.- Der Bräus Kinder des neunzehnten Jahrhunderts ergößen sich daran und tigam: Ein braves Mädchen, wird eine gute Frau werden. Hör denken nicht daran, daß in der nächsten Stunde vielleicht jener ' mal Frig, was giebt's denn heute gutes zu essen?- Friz Gautler als Leichnam zurückgebracht werden kann. Doch das Nußpudding. ist noch nicht Alles. Wir müssen leider noch auf eine andere Der Bräutigam: Ach, den macht wohl Klärs chen?-Frig: Sie hilft blos dabei. Der Bräutigam: Wie Geschmacksverirrung binweisen, auf einen anderen Gewerbs zweig, der glüdlicher Weise noch nicht allzu ſehr um sich ge- fo? Fris: Sie knackt die Nüsse dazu mit den Zähnen auf -Der Bräutigam( enttäuscht): Ach fo! griffen hat, aber immer mehr Boden zu gewinnen droht, wenn Eine tragikomische Verzweiflungsthat. Aus Beſt dem nicht bei Zeiten Einhalt gethan wird. Es ist dies eine wird geschrieben: Ein flafterlanger, spindeldürrer Jüngling Beluftigung, bei der freilich kein phyfisches Menschenleben auf wurde heute von der Oberstadthauptmannschaft, wo er per dem Spiele steht, wohl aber ein moralisches Gefahr läuft, zu haftet war, freigelaffen und stürzte im Freiheitstaumel einer Grunde zu gehen. Seit einiger Zeit sehen wir an verschiedenen Drten Kinder im zartesten Alter angehalten, unnatürliche mageren, fleinen Dame, welche in banger Erwartung auf dem Flur stand, in die Arme. So hielten fie fich eine Beit lang Leistungen zu produziren, um den überreisten Gaumen der umichlungen, die beiden Verlobten. Er ist ein Handlungs schauluftigen Menge neue Abwechslung zu bieten. Junge, unbefliffener aus Ofen, fie die Tochter eines Kleinhändlers aus schuldige Geschöpfe müssen Lieder erotischen Inhalts vortragen und unpassende Tänze aufführen. So tritt in ,, Bavaria" ein Beft. Dem Segen der Eltern der Braut war auch eine Mit zehnjähriges Mädchen Jda Heath auf, die sich als Chansonettengift zugedacht, und diese Mitgift hätte beinahe die Liebe de Sängerin in verschiedenen Mundarten, sowie als Tänzerin großen Mageren und der kleinen Mageren zu einem tragischen Ende geführt. Der Vater der Braut bestimmte nämlich ein Geschäft" auf der unteren Donauzeile als Mitgift, während der strebsame Jüngling flüssiges Geld lieber gehabt hätte. Und daher fühlte er fich unglüdlich, ungemein unglüdlich. Wegen Entweichenlassens eines Gefangenen aus Fahrlässigkeit hatte sich heute der Transporteur, frühere Schußmann, Friedrich Krajewski vor der ersten Ferienstraf Tammer hiesigen Landgerichts I zu verantworten. Am Vor mittag des 25. Februar cr. hatte der Angeklagte den Strafgefangenen Herrmann, einen höchft gemeingefährlichen Menschen, ju einem Termin nach dem Kriminalgerichtsgebäude aus der Anstalt zu Plößenfee zu transportiren. Unterwegs verlangte der Gefangene, zur Befriedigung eines größeren Bedürfnisses, fich bis jetzt gänzlich der Vorzüge entbehre, welches von dem Grabmale eines heiligen Menschen ausströme. Deshalb bitte ich dich instädigst, bleibe hier, ich werde auf meine Kosten über die geheiligten Gebeine deines Gefährten ein Grabmal errichten laffen und du magst als treuer Gefährte sein Hüter sein. Auch forge nicht für dein materielles Wohl, das wird meine Sorge fein." Als Ali sah, welche glückliche Wendung sein Mißgeschick nahm, hütete er fich wohl, etwas über die wahre Gestalt des unter dem Grabhügel ruhenden Todten laut werden zu laffer, und begnügte fich damit, ein de- und wehmüthiges Geficht, mit auf der Brust übereinander gefalteten Händen, zu machen. Der Bey entfernte fich, mit dem Versprechen, ihm schleunigst alles Nöthige zu senden. Sobald der Bey heimgekehrt war, verbreitete sich alsbald die Nachricht, daß in der Nähe ein heiliger Derwisch gestorben fei, und der gottesfürchtige Ben über ihm ein Grabmal errich ten laffen würde. Jeder, der es hörte, nahm sich vor, eilends hinzupilgern, um sich die Gunst des Heiligen zu erwerben. Die Sonne war noch nicht vom Horizonte verschwunden, als Ali einen Abgesandten des Beys zu sich kommen sah, der ihm eine Menge Lebensmittel überbrachte, und, indem er ehr erbietig die Hände Ali's füßte und an seine Stirne führte, die Bitte des Beys überbrachte, Ali möge fie doch ja nicht ver laffen." Ali versprach auch, nicht wegzugehen. " 1 mal seines Lehrers, des Scheichs, welcher darüber sehr erstaunt war, daß er von dem Tode eines Mitgliedes seines Ordens M Alfo nichts erfahren habe. Db Neugierde, ob Neid sein Beweggrund Vorgestern suchte er seine Braut auf. Er hatte einen schred war, genug, der Scheich entschloß fich, auch nach dem berühmten Grabe zu pilgern und langte eines Freitags mittags beim Grabmal an der Heerstraße an. Am darauffolgenden Morgen war Ali's erstes Geschäft, die Reste seines Esels tiefer einzuscharren, die Erde mit Waffer zu negen und festzutreten, aus Furcht, daß man irgend etwas von den vermeintlichen heiligen Gebeinen des Derwisches zu feben bekäme; er war eben fertig, als er eine Maffe beladener Wagen und Arbeiter herantommen fah. Jeder näherte fich Ali und füßte ihm die hand; dann machten sich die Arbeiter an das Abladen der für das Grabmal bestimmten Steine, und lichen Entschluß gefaßt. Mit dem Dolch im Gewande fragte er feinen Schwiegervater in spe zum legten Male: Sie geben fein baares Geld?" Der Alte schüttelte das Haupt und erklärte kategorisch: Kein Geld, sondern ein Geschäft!" Det Tachterawans, Damen zu Pferde, andere zu Esel und andere Bräutigam zog ein langes Küchenmeffer hervor und schrie: Es waren gerade sehr viele Besucher anwesend, Damen in zu Fuß, desgleichen Männer. Auch Kranke und Krüppel, alle ihr Heil vom Grabe und Segen von Scheich Ali erwartend. Dann stirbt fie und ich!" und damit stürzte er auf seine Braut los, um ihr die Brust zu durchbohren. Zum Glüd Da der alte Scheich gar nicht beachtet wurde, feste er fich ging der Stoß fehl. Lautes Wehgeschrei durchzitterte die Luft, unter einen Baum hin, betete, und dachte über den Propheten und über alle verewigten Heiligen im allgemeinen nach. Scheich Ali ging mehrere Male an ihm vorüber, und ihm däuchte, daß er diesen Menschen schon irgendwo unter anderen wirth Der S Brof bap 5 die unft gren mirth Inod ben Alles flüchtete, und der Jüngling blieb allein im Bimmer mit seiner Verzweiflung und begann nun- fich selbst zu entleiben. Er schnitt sich vorerst die Nägel, dann stach er fich den Daumen Umständen gesehen haben müßte. In der That fand er einen die Pulsader zu suchen Da erschien endlich ein rettenber an der linken Hand durch, rigte die Hand am Handgelenk, um Engel in Gestalt eines Konstablers. Der machte dem schand lichen Beginnen ein Ende und führte den Jüngling in's able Heute war bereits in frühester Morgenstunde die ganze Familie des Thäters und des außerlesenen Opfers auf den Beinen, um dem Jüngling Befreiung zu bringen. Vor Allem erklärte der Vater der Braut feierlichst, daß er die große Liebe des Jüng lings würdigen wolle und die Mitgift in Baarem geben werde. Und so ist das schreckliche Geschick glücklich abgewendet, und der große Magere und die kleine Magere werden ein Augenblick, daß er seinem früheren Jünger ähnlich sehe, doch war daran ja nicht zu denken; dieser hatte einen großen Bart und trug einen enormen, mit grünem Tuch umwundenen Turban, der ihn ja als direkten Abkommen des Propheten tenn zeichnete; jener war seit Jahren verschollen, gewiß elendiglich irgendwo umgekommen, da er seit seiner Abreise vom Grabmal nie wieder etwas über ihn gehört. Als die frommen Befucher allmählich weggegangen waren und der Scheich einige Worte mit seinem fiüheren Jünger gewechselt, überzeugte er fich baldigft von der Identität feines früheren Jüngers und des jezigen Scheich Ali. Um ihm Ge rechtigkeit widerfahren zu lassen, er freute fich wirklich, daß fein Jünger es zu einer so glänzenden Stellung gebracht; nachdem sie viel über die Intereffen der beiden Grabmäler gesprochen, drückte der alte Lehrer Scheich All's seine Neugierde aus, nähere Details über das geehrte Glied ihres Drdens bas glüdliches Baar. Gemeinnütiges. Für Maurer und Diejenigen in ähnlichen Gewerben ist e von großem Nußen, zu wiffen, wie man fich zu verhalten hat wenn einem Kalt ins Auge sprigt. Viele wiffen fich vor beißen fonbe To e fann poni Radbr 48 Fein Schl Dorbe über find 气 Fra Der t Rach antm gela Rad Bef Arm beir chei thre Dem Fra Sie ichu mie 28ri bar Eli gie nun begann der Bau des Grabmals, welches bald beendigt ihn darüber zu belehren, entschloß sich aber doch, als der schließlich auf schleunigstem Wege frisches Waffer, um die war. Zu Häupten des Grabmals segte man eine Grabschrift, Scheich in ihn drängte, es zu thun, nachdem er das heilige Schmerzen durch Auswaschen des betreffenden Auges zu lindern. welche lautete: Dies ist das Grab des berühmten Rut", des großen Frommen, von dem Orden der bekannten Kadires des Scheichs Abd el Kader. Lest eine Fatiha für seine Seele." Das Grab wurde mit einem Drahtgeflecht umgeben, um es por unreinen Händen zu schüßen. Ueber das Grab wurde ein Toftbarer Shawl gebreitet. Eine Ampel hing von der Kuppel herunter, welche ftets, Tags und Nachts, brannte. Eine fromme Dame, welche starb, vermachte dem Grabmal eine gewiffe Summe Geldes, welche dazu dienen sollte, die Kosten für das Brennmaterial für die Lampe zu decken. Auch andererseits wurde es mit frommen Legaten bedacht, so daß sich Ali als Hüter sehr wohl befand, auch hatte man ihm den Titel„ Ali Der Scheich" gegeben. Db verdient oder unverdient, fein Ruhm wurde weit verkündet; seine große Frömmigkeit und die vielen Wunderthaten, welche er that, riefen den Neid der anderen Scheichs hervor. Sein Ruhm gelangte sogar bis zum GrabVersprechen seines Lehrers, es Niemand wieder zu erzählen, zur Bedingung gemacht; nun erzählte er seinem Meister die ganze den Schmerz zu lindern, facht es denselben erst recht an. Das Geschichte seiner Bilgerfahrt, seine plögliche Unterbrechung durch beste Linderungsmittel dabei ist Buckerwaffer, da belanntlich Buder mit dem Kalte eine chemische Verbindung eingeht, welche die äßende Wirkung und Schädlichkeit für das Auge aufhebt den unzeitigen Tod seines ihm vom Scheich großmüthig gefchenkten Efels und wie deffen Refte vcx populi- zum Seiligen fanonifirt worden. Bei diesem aufrichtigen Geſtändnig feines Jüngers zeigte er zum großen Erstaunen Echeich Ali's feine Spur von Üleberraschung und Tabel. Wie sich bas trifft, und wie merkwürdig das Kismet ist, unter derfelben Bedingung, die du mir gestellt, und die ich versprochen, dir zu halten, will ich dir auch ein wichtiges Geheimniß anvertrauen: Der Heilige meines Grabmals ist Riemand anders als der Briefkasten der Redaction. Nabe 555. Sie bedürfen, sofern Sie das einundzwanzige Lebensjahr vollendet haben, zur Eheschließung lediglich ber Einwilligung Ihrer Frau Mutter. Die Genehmigung be. Vater deines Heiligen, der mir auch frepirte und fast unter minderjährig ist. Shre Braut bedarf der Einwilligung ibres Vormundes ist nur so lange erforderlich, als das Mündel noch Vaters. Dem Standesbeamten haben die Verlobten ihre Ge burtsatteste, sowie die Einwilligungserklärungen in beglaubigter denselben Umständen, wie dein Efel, in den Geruch eines Heiligen gelangt ist!" Form beizubringen. Verantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2.