39 e tauft 291 chen 3,00, cots 1,00, etc. emden 1,00 5,2,00 60, 70 1.95 580 PE Berlagt Nr. 140. Dienstag, 16. September 1884. I. Jahrg. Berliner Volksblatt. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das Berliner Boltsblatt schein täglich Morgens außer nach Sonn- und Fetagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Mart, wöchentlich 25 f. Cinzelne Nummern 5 Pf. Postabonnement pro Quartal 3 Mart.( Eingetragen im VII. Nach trage der Postzeitungspreisliste unter Nr. 719a.) Insertionsgebühr beträgt für bie 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf. Arbeitsmarkt 10 Bei größeren Aufträgen hoher Rabatt nach Uebereinkunft. Inserate werden bis 4 i Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bimmerstraße 44, sowie von allen Annonce Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Redaktion und Expedition Berlin SW., Bimmerstraße 44. Von heute ab erscheint unsere Zeitung mit einer täglichen Beilage. Wir erwarten, daß die Berliner Arbeiterbevölkerung uns auch fernerhin unterstützen und dafür sorgen wird, daß das„ Berliner Volksblatt" eine immer größere Verbreitung erhält. „ Trauen Sie Niemandem!" Diefen allbekannten Ausspruch, der so vielfach, manch mal wohl unbewußt, angewendet wird, hörten wir vor einigen Abenden aus dem Munde einer gutmüthig aussehenden älteren Dame, welche denselben einem gleichfalls alten Herrn, auf den sie mit lebhaften Gestikulationen einredete, zurief. Auch glaubten wir noch das Wort„ Geld" unter dem Bortreichthum, der aus dem Munde der" Dame quoll, zu vernehmen. Wie oft haben wir diesen Ausruf schon vernommen, mie geläufig ist derselbe in den weitesten Kreisen.„ Traue Niemandem!" ,, Traue keinem Menschen!" Man denkt gar nicht mehr darüber nach, was der Ausdruck bedeutet, welchen geradezu infamen Sinn derselbe bat, man hört ihn gewohnheitsmäßig, als etwas Selbstverständliches und als etwas absolut Richtiges an. Das aber ist eben das Bezeichnende! Als wir aus dem Munde der alten, wohlfituirten Dame ben Ausdruck einem Greise gegenüber vernahmen und zwar bes Abends auf der Straße, da war es auch nur die eigenthümliche Situation, welche uns veranlaßte, diesem Ausbrud etwas näher auf die Finger zu fehen. Also Niemandem soll man frauen und besonders in Geldangelegenheiten nicht? Das heißt mit dürren Worten: Alle Menschen sind Gauner und Betrüger! Du mußt dich vorsehen, fie spekuliren sämmtlich auf dein Geld! Sie wollen es dir aus der Tasche locken auf irgend eine Art! Heinrich Heine läßt in seinem„ Atta Troll" den mißmuthigen Bärenvater seinen Söhnlein erzählen von der Leben ist der Kampf Aller gegen Alle, die Ausbeutung Aller der Verfassung in wahrhaft freiheitlichem und föderativem gegen Alle proklamirt. Und dabei soll einer dem anderen trauen? Wartet nicht mit Schmerzen der Beamte auf den Tod seines Vorgesezten, um selbst die so heiß ersehnte Stellung besselben endlich zu erlangen? Freut sich nicht der Fabrikant über den Bankerott seines Konkurrenten, durch den ihm hoher Gewinn erblüht? Ist nicht auch der Arbeiter vielfach neidisch auf die bessere Arbeit seines Kollegen, und sucht er diefen nicht oft genug zu verdrängen? Sehen wir nicht die Ausbeutung der Arbeitskraft durch das Kapital und den allerdings oft sehr nuslosen Haß der Arbeiter gegen einzelne Personen, welche die Fabrikation und das Kapital gerade in Händen haben? Rennen wir nicht die Gründereien und Schwindeleien, bei denen einzelne wenige Personen die Taschen ihrer Mitmenschen in gröblichster Weise geplündert haben? Trauen Sie Niemandem!" Wiffen wir nicht, daß fast alle Nahrungsmittel und Lebensbedürfnisse gefälscht werden, um die Nebenmenschen in geradezu lebensgefährlicher Weise auszubeuten und ihnen das Geld aus den Taschen in unredlichster Art zu locken? „ Taschendiebe sind die Menschen!" " Und kann man, darf man Taschendieben" trauen? Das Sprüchwort: Traue Niemandem!" hat also doch wohl seine innere Berechtigung. = Doch wir wollen hoffen, daß durch wahrhafte Sozial Reformen der heutige Gesellschaftszustand Sozial Reformen der heutige Gesellschaftszustand gebessert wird, daß die Ausbeutung der Menschen durch den Menschen aufhört, die signatura temporis zu sein, und daß ein neuer Heine bann feinen Bären die Menschen nicht mehr ein neuer Heine bann feinen Bären die Menschen nicht mehr als Taschendiebe bezeichnen lassen kann. Eine beffere Beit, eine schönere Zeit ist es sicherlich, wo man die Taschen nicht immer zuzuhalten braucht und wo man allen seinen Mitmenschen trauen darf. Politische Uebersicht. Schlechtigkeit der Menschen und es endet die betreffende wird nach der B. 3." im Laufe dieser Woche der BeschlußStrophe mit dem schwerwiegenden Verse: ,, Taschendiebe faffung des Bundesrathes unterliegen. sind die Menschen!" Ja einen und bes andern Tasche. wohl, fie spekuliren gegenseitig auf das Geld in des unrichtig nicht. Die ,, Deutsche Volkspartei", die lediglich in Süddeutschland einigen Anhang hat, ist mit folgendem Prodeutschland einigen Anhang hat, ist mit folgendem Programm vor die Wähler getreten: Die deutsche Volkspartei, geftüßt auf ihr Programm vom 12. Oftober 1873 und auf die Beschlüsse ihrer Generalver sammlungen, verlangt von den Reichstags- Abgeordneten, die wählt oder unterstügt, daß sie während der nächsten Legisfte wählt oder unterstügt, daß fie während der nächsten Legis Sinne und im Geiste der deutschen Grundrechte von 1849, gegen jede Vergewaltigung der Einzelstaaten, für die Gewäh rung von Diäten an die Reichstagsabgeordneten, gegen jede Verfümmerung des allgemeinen, direkten und geheimen Stimmrechts, gegen jede Verlängerung der einjährigen Budget- und Legislaturperioden, gegen lettere auch auf dem indirekten Wege der Vorlage zweier Budgets in einem Jahre. 2) Für die Freiheit der Meinungsäußerung in Wort und Schrift, für die Ueberweisung der politischen und der Breßprozesse an die Schwurgerichte, für gefeßliche Regelung der staatlichen Entschädigungspflicht gegenüber unschuldig Verur theilten, gegen alle Ausnahmegefeße und Ausnahmeregeln zum Nachtheile einzelner Landestheile, Parteien, Confessionen oder Bevölkerungsklaffen. # 3) Für die Herabminderung der öffentlichen Lasten, ins besondere der Gerichtskosten, und für Ersparnisse, namentlich beim Militair Etat, für vollständige Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht unter gleichzeitiger Herabseßung Der Präsenzzeit unbeschadet der Aufrechterhaltung der für Kriegstüchtigkeit und Schlagfertigkeit des Heeres, oder Privilegien des Heeres die Beseitigung aller einzelner Stände innerhalb deffelben in Bezug auf das Avancement, den Gerichtsstand für militärische Vergehen, das Ges richtsverfahren, die Steuerzahlung, die Penfionsverhältnisse und nach Ablauf des Septenats für gleiche Behandlung des Militäretats mit den übrigen Zweigen des Reichshaushaltes. 4) Gegen die Erhöhung von Böllen und Steuern auf nothwendige Lebensbedürfniffe, gegen das Tabaksmonopol, gegen jede Art von Unterscheidungszoll; für die Beseitigung übermäßiger Ausfuhrvergütungen auf Buder und Branntwein; überhaupt gegen jede stärkere Belastung des Volts. 5) Für Förderung der Landwirthschaft, für eine stetige und gerechte, das Volkswohl und nicht nur Einzelintereffen fördernde Boll, Schifffahrts- und Handelspolitik, für Förs derung und Schuß deutscher Handelskolonien im Auslande unter Kontrole des Reichstags, für die vertragsmäßige Rege lung der internationalen Handels-, Arbeits- und Rechtsvers hältniffe, für die Verbesserung und Erweiterung der Genoffenschaftsgesetzgebung, für die Aufrechterhaltung der vollen Gewerbefreiheit und Freizügigkeit unter gleichzeitiger Förderung der freien genoffenschaftlichen Vereinigungen des Gewerbes die Uebernahme weiterer Theile des Vers und anderer Erwerbszweige durch das Reich6) Für eine gesunde Sozialpolitik zum Wohle der arbeitenden Klassen unter den nöthigen verfassungsmäßigen Bürgschaften, insbesondere für Einführung einer angemessenen Haf tung der Arbeitgeber für Unfälle aller dem Unfallversicherungsgeses nicht unterstellten Arbeiter jeder Art, für die Verbesserung der Arbeiterschußgefeßgebung, für die Einführung des Normalarbeitstages, für Gewährung der Mittel an die Reichsregierung zur Untersuchung der Frage, wie eine Alters- und Invaliden versorgung der industriellen Lohnarbeiter durchgeführt werden fann, für die Ausdehnung der Frift behufs Erlangung des Der Sat: man soll Niemandem trauen", wenn man ihn seiner äußeren Brutalität entkleidet, ist in der That so Er ist der Stempel, den fifte unsere heutige Gesellschaft felbst aufge laturperiode eintreten: brudt hat. In unserem ganzen wirthschaftlichen und tommerziellen, sagen wir also in unserem ganzen fozialen Rechte des Volles und der Volksvertretung, für Ausbildung Unterstüßungswohnfizes. Radbrud verboten.] 501 Feuilleton. Das Kind des Proletariers. Sensationsroman von U. Rosen. Forthegung) 1) Für die Aufrechterhaltung aller verfaffungsmäßigen fuchen. Die ganze Nacht entwarf fie Plan auf Plan zur Wiedererlangung ihrer Freiheit. und das flein geschnittene Holz häufte fie auf ihrem Tischchen auf, das fie dicht an den hölzernen Laden des Kämmerchens schob. Frau Petigrem hatte ihr ein Meffer zum Zerschneiden Der Speisen gebracht. Dieses bohrte sie durch das Draht geflecht ihres Fensters und stieß damit die Scheibe vor den Ausschnitten in dem eichenem Laden entzwei. Jetzt ergriff ste mit zitternden Händen die Lampe und goß das Del aus der selben auf den Fensterlagen der Kammer, auf das Stroh und das zerschnittene Holz und darauf legte sie den brennenden Noch einen legten Blick auf diese unheimlichen Vorbes reitungen werfend, verließ fie die Kammer, zog die Thür Auch ste bot Frau Petigrew eine Bestechung an, die aber viel zu gering war, um diese Harpy zu gewinnen, denn sie fonnte das habgierige Weib nur auf das Silber und die Kleidungsstüde hinweisen, die nach dem Häuschen in Hadney geschickt worden waren, von dem sie schon seit einer Ewigkeit geschieden zu sein schien, obwohl erst eine Woche vergangen vernahm fie schaudernd. Ein Tasten und Poltern folgte, Ich hoffe, daß sich das nicht als Mord ausweist, Tony," geschieden zu sein schien, obwohl erst eine Woche vergangen war, seit fie und ihre Mutter und Rupert es in glüdlichster Docht. Seit der Wagen mit ihrer Mutter und dem Manne, deffen heisere Stimme fte aus dem Flur gehört hatte, fortgewahren war, glaubte Worte. eine Thür flog Inartend auf, und wieder unterschied fie einige Stimmung wohnlich eingerichtet hatten. und das Alles durch Deine Schuld, Erbärmlicher! Verflucht Francesca fich mit ihrer Gefangenwärterin allein im Hause ins Schloß und stopfte mit einem Streifen des Teppichs fei der Tag, an welchem ich zum ersten Male Dein häßliches Geficht gefehen. alte Deinen nimmer ruhenden Mund, Weib!" an die Deffnung im Fensterladen. D, wenn das Gitter fte Francesca stürzte ans Fenster und drückte ihr Geficht nur nicht verhindert hätte, die Scheiben entzwei zu brechen und durch die Deffnung hinaus zu schreien in die Nacht! Eine Laterne wurde vor das Thor gestellt, ein Wagen fuhr vor, und Francesca erkannte die Umriffe eines Mannes und einer Frau, welche eine weibliche Gestalt in den Wagen hoben. Das Blut fror in ihren Adern. Was war das? Die Laterne wurde aufgehoben und dem Wagen näher gebracht, und ihr Schein beleuchtete das todtenbleiche Geficht der Gräfin Foria. Francesca stieß einen gellenden Schrei aus, der ungehört und fie faßte die verzweifeltsten Pläne, ihre Gefangenwärterin zu bändigen. Würde es ihr möglich sein, dieses Weib niederzuwerfen, fie fest zu binden, ihr die Schlüffel zu entreißen Würde es ihr gelingen, die halsstarrige Frau zu überreden, die Nacht bei ibr im Simmer zu bleiben, um, wenn der Schlaf ihre Feindin überwältigt hatte, ihr zu entfliehen? Aber Frau Petigrew war viel zu schlau. Sie hielt fich in ficherer Entfernung von Francesca, fte wies die versproche nenen Geschente spöttisch zurück und lachte über den Vorschlag, mit dem Fräulein in einem Raum zu übernachten. Wir bleiben am besten einander fern," sagte fte,., Sie lieben mich nicht gerade und ich muß warten, bis mein Mann zurüdlommt, nicht etwa aus Bärtlichkeit oder Sehnsucht das nach, ihn bei seiner Heimkehr zu begrüßen. So geben Sie mir wenigstens ein Licht, ich mag nicht Derhallte. Der Blid in den Wagen hatte ihr die Gewißheit beständig in dieser Finsterniß bleiben." gegeben, daß ihre Mutter noch lebte, aber im bewutlofen Bu ftande fortgeschafft wurde. D, wohin, und zu welchem Zweck! Francesca Iniete in bitterer Verzweiflung nieder. Frau Petigrew lachte wieder, und als fte Francesca das Abendessen brachte, ließ fie auch eine Lampe zurück. Als Francesca fich gesättigt hatte, holte fte den Waffer Ihre Mutter wurde fortgeschleppt, fie wurden gewaltfam frug aus der Kammer. Ihr Geficht war bleich, und ihre Au von einander getrennt, fie, die vordem auch nicht einen Tag getrennt gewesen waren. Sie mußte ihrer Mutter Hilfe bringen, fie mußte fle retten. Wenn sie nur frei wäre, fönnte fte den Weg nach gen glühten. Sie hatte den verzweifelten Entschluß gefaßt, ihr Leben an die Freiheit zu wagen. Jeßt, da ihre Mutter nicht mehr unter diesem entseglichen Dache war, mußte auch fte entfliehen. London auffinden. Dann wollte fie nach dem Handlungshause befand, von der Wand herunter und zerschnigelte es mit ihrem gehen, in welchem Rupert Buchhalter war, um fich nach ihm zu erfundigen und endlich zu Myra Barth. Diese war reich, edel und flug genug, um ihr erfolgreich beizustehen. Myra Barth würde ihr die unverhüllte Wahrheit über Rupert und Milly fagen und ihr helfen, die Mutter zu Sie riß das Geschirrbrett, das sich in dem Kämmerchen Federmesser in ganz kleine Stücke, dann trennte sie die alten Riffen ihres Lehnseffels auf und zog das Stroh und das Seegias, mit welchen dieselben gefüllt waren heraus. Als fie mit Diefer Aufgabe fertig war, hob fie den Teppich vom Boden auf und schnitt ihn in drei Theile. Das Stroh, das Seegras Spalten und Riffe, um den Rauch so lange als möglich aus ihrem Bimmer fern zu halten. Zufrieden mit dem, was fie vollbracht, trat fie vor die zerbrochene Scheibe, um die eindringende frische Luft einzuathmen. Draußen war Alles still. Kein Blatt regte fich, feine Grille zirpte, aber nach einigen Sekunden begann es nebenan zu Inistern und zu trachen. Ein wenig Rauch stahl fich bis zu ihr. Das Haus war alt und das vertrocknete Holz lieferte ein ausgezeichnetes Feuer ungsmaterial. Das Krachen und das Emporzüngeln der Flamme wurde lauter und lauter, und Francesca wunderte fich, daß ihre Wächterin nichts davon hörte. Die Scheiben zerbrachen, und als die freie Luft das Feuer berührte, schlug es mächtig und heulend in die Höhe. Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, ehe ein gewaltiger Krach das Gebäude erschütterte. Was fie gewünscht war geschehen, der Fensterladen war aus seinen Angeln gefallen. Ihr eigenes Bimmer füllte fich mit Rauch. Sie öffnete vorsichtig die Kammerthür. Das Fenster war ausgebrannt, und die Flammen ringelten fich an den Balken der Decke weiter. Die alten Bäume draußen waren von dem röthlichen Licht des Feuers übergossen. Zwischen Francesca und der Außenwelt lag_nur noch das brennende Rämmerchen, wenn es ihr gelang, dasselbe zu durcheilen, dann war fie frei! Sie hüllte sich in einen Theil des Teppichs, den andern tränkte fte mit dem Wasser aus ibrem Kruge und warf den naffen Streifen über den mit glühenden Holzstücken überstreuten Boden, und auch das dritte Ende des Teppichs erfassend und vorsichtig vor sich herhaltend, stürzte fie fich auf die Fensterhöhle zu. Die Flammen Loderten über ihr und um sie her. Der Rauch rollte in dichten Wolken in das von ihr verlassene Simmer. Sie hatte jede Bewegung genau vorher überlegt. Mit ihren Zähnen hielt fie das Stud Teppich, das ihren Kopf bea Hebet den Sieg der Sozialdemokraten bei den Stadt» vetotdnetenwahlen zu Mannheim, den wir schon kurz ge- meldet haben, schreibt die„Vosstsche Zeitung" noch Folgendes: Bei den Ergänzungswahlen zur Stadtverordneten-Vcrsamm- lung in Mannheim haben die Sozialdemokraten einen vollen Erfolg davongetragen. Es handelte sich um die Neuwahlen für vre dritte Klaffe, und den Sozialdemokraten find dabei 18 Sitze zugefallen. Sie erhielten 923 Stimmen, während auf die demokratische Partei 626, auf die Nationalliberalen 494 und auf Kandidaten unpolitischer Färbung 73 Stimmen entfielen. Die Sozialdemokraten waren in Mannheim bisher nicht selbst- ständig, wenigstens nicht in so energischer Weise wie jetzt, her- vorgetreten, sondern hatten fich im wesentlichen der Volkspartei angeschlossen. Die überraschend großen Erfolge, die ihnen zu Theil geworden, geben nach mehr als einer Richtung hin zu denken. Das Märchen von dem Nachlassen der sozialdemo- kratischen Bewegung wird durch solche Vorkommnisse jedenfalls gründlicher widerlegt, als es selbst durch einen vereinzelten Sieg in den Reichstagswahlen geschehen könnte. Hebet die Genetalvetsammlung det Jnvalidenkasse det Maschinenbauer und Metallarbeitet(Hirsch-Dunker'- scher Gcwerkverein), die kürzlich hier in Berlin stattfand, läßt fich der„Hamburgische Korrespondent" schreiben, daß sich dort herausgestellt habe, daß auch diese gesonderte Kasse, ebenso wie die seit 1869 bestehende allgemeine Jnvalidenkasse, auf durch- aus falscher rechnerischer Grundlage auf- gebaut i st, indem den Verficherten viel zu hohe Renten versprochen worden find. Nachdem 1875 die Karenzzeit bei der Letzteren von 5 auf 15 Jahre ausgedehnt worden war, wurden 1833 die Statuten durchweg dahin abgeändert, daß den bereits anerkannten Invaliden die Penfion nachträglich noch bis zum 15. Jahre zu kürzen sei. Der grelle Fall P a m p e l veranlaßte den Herrn Handelsminister, eine poli- zeiliche Reviston der Bücher zu verfügen. Ihre Beschlagnahme zum Zweck genauer Information wurde von der interesfirten Presse so gedeutet, als wolle fich die Behörde auf diesem Wege geeignetes Material für staatliche Kassen verschaffen. Die Remfion ergab, daß die Kasse mit einem enornren Defizit arbeiten müßte, wollte fie auf die Dauer ihren Verpflichtungen nachkommen.— Das gleiche Hebel ist also jetzt bei der Jnvalidenkasse der Maschienenbauer zu Tage getreten, und es mußte unter den Betheiligten eine sehr begreifliche Aufregung verursachen, daß der Verbandssachver- ständige Dr. Zillmer, auf dessen Autorität die Zentralleitung fich immer berufen, und der früher für diese gesonderte Kasse einen Ueberschuß von gegen 50000 M. hcrausgerechnet hatte, jetzt eine Erhöhung derPrämie um 300pCt. für event. notbwendig erklärte. Diese Jnvalidenkasse hat noch eine Karenzzeit von nur fünf Jahren' man beschloß, fie aufrecht zu erhalten und eine nothdürflige Heilung dadurch zu bewirken, daß in Zukunft statt fortlaufender Renten eine einmalige Unter st ützung gezahlt werde. Auch haben die Maschinenbauer den„Gewerkoerein" fallen lassen und wollen ein eigenes Organ gründen. Und dabei wagen es die Herren Hirsch, Polle und Genossen immer noch, gegen die zentralifirtcn Kranlenkassen und gegen die Fachvereine los- zuziehen und diese ihrer angeblichen Unrcellität wegen zu ver- dächtigcn. Dieses Geschrei erheben die Herren aber nur deshalb, um dadurch den Bankerott ihrer eigenen Kassen zu verdecken- Die Arbeiter seien ausdrücklich vor solchen Schreiern gewarnt. Sand in die Augen. Durch die offiziöse Presse geht folgende Nachricht:„In Gleiw itz wurde kürzlich das Knappschaftsfest der königlichen Eisen- gieß er ei gefeiert. Um IV, Uhr ordnete fich der Festzug, der an Ansehen und Schmuck durch die Menge der Fahnen und die den einzelnen Abtheilungen voraufgetragenen Modelle (Hochofen, Dampfkessel rc.) sehr gewann, und stellte fich vor der improvifirten Tribüne auf. Der Redner Bergrath Jüngst be- stieg dieselbe und gab einen kurzen Rückblick auf die seit dem letzten Fest verflossenen zwei Jahre. Die damals drohenden Schwierigkeiten seien beseitigt worden, die Löhne hätten erhöht werden können, so daß bei einer Zunahme der Belegschaft um nur 28 Mann im vorigen Jahre 568000 Mk. gegen 462000 Mk. im Jahre 1882 hätten ausgezahlt werden können. Die königliche Hütte könne zur Zeit allen Arbeitern volle Arbeit und guten Lohn gewähren. Der aus Fürsorge für Die Arbeiter ausgeblasene Hochofen habe während seiner Tbätigkeit drei Mill. Zentner Eisen mit einem Ertrag von 10 Mill. Mark produzirt; das sei ein Resultat, das bisher noch kein anderer oberschlefischerHoch- ofen erreicht habe. Der neue Ofen sei vor wenigen Tagen ab- geblasen und werde fich hoffentlich nicht minder bewähren. Im Großen und Ganzen sei der Stand der königlichen Eisen- gießerei ein durchaus befriedigender."— Das ist allerdings eine angenehme Nachricht für die dort beschäftigten Arbeiter ge- wesen,— nur schade, daß fie selbst von dem„guten Lohne" nichts verspüren. Bei einigen Arbeitern ist allerdings der Lohn vor einem halben Jahre etwas erhöht worden, jedoch find auch erhöhte Ansprüche an die Arbeiter selbst gestellt worden. Im Allgemeinen zahlt die königliche Eisengießerei orts- oder landes- übliche Löhne. Die offiziöse Notiz erzählt ihren Lesern auch deckte, das andere Stück, das fie trug, breitete fie über das ver- kohlte und noch glühende Fensterbrett und sprang durch den brennenden Fensterrahmen, wohin, wußte fie selbst kaum. Das Fenster ging auf eine graslose, von dem Tannen« gehölz überschattete Erdsenkung. Durch den Teppichstreifen, in welchen fie eingewickelt war, verhindert, fiel fie kopfüber den Abhang hinunter. Sich rasch aufrichtend, warf Francesca ihre Hülle ab und blickte nach dem Hause zurück. Die Lust hatte die Flammen heftig entfacht, und fie verzehrten bereits das Zimmer, in welchem fie gefangen gewesen war. Sie waren durch die eichene Decke der Kammer nach dem darüber liegenden Zimmer gedrungen, und bald mußte das ganze Gebäude in Feuer stehen. Niemand schien etwas von dem, was vorging, zu bemerken. Alles war still wie zuvor. Nur das Knistem der Flammen und das Niederfallen brennender Holzstücke unterbrach das traumhafte Schweigen, das über der Gegend lagerte. Einen Augenblick dachte Francesca daran, ins Haus zurückzukehren um die Frau zu warnen, die fie gefangen gehalten hatte, aber fie erinnerte sich, daß für sie Leben, Freiheit und Ehre auf dem Spiele stand, und außerdem noch das Leben ihrer Mutter. Sie mußte entfliehen. Bei dem Schein des Feuers eilte fie durch das dichte Gehölz, in welchem das Gebäude stand. Sie erreichte eine hohe unübersteigliche Mauer, doch diese Mauer mußte irgendwo enden, irgendwo ein Thor, einen Ausweg haben. Die Flammen wurden ihr jetzt durch die Bäume verdeckt, aber fie sah ihren röthlich gelben Widerschein am Horizont. Athemlos lief sie die Mauer entlang, fie stol- perte über Schutthaufen, zerriß ihr Kleid am Gestrüpp, fie stieß und verwundete fich, aber nichts hielt fie auf, fie floh und floh immer weiter und sah fich endlich vor einer breiten Oeffnung, es war ein Fahrweg. Die düstere Gluth des Feuers zeigte ihr, wo das Haus stand; fie kehrte ihm den Rücken und folgte der Richtung, wo die Spuren der Wagenräder auf die Land« sttaße zu führen schienen. Bei einer plötzlichen Wendung hörte fie ein Geräusch von Pferdehufen und ein dunkler Körper kam ihr hastig näher. Sie sprang in den Schatten der Bäume und schlug einen andern Pfad ein, doch vergebens hoffte fie, fich verbergen zu können. Das Feuer, das hinter ihr immer weiter um fich griff, er- leuchtete Alles ringsumher. Der Kutscher Tony Petigrew sah' und erkannte sie. Er sprang vom Bock und quer durch den Wald laufend stand er plötzlich wie aus der Erve gewachsen vor ihr. nicht, wie hoch denn eigentlich die Löhne dort find, um w i e viel fie haben erhöht werden können, woraus eben erhellt, daß wir es mit einer der allbekannten„glaubwürdigen" offiziösen Notizen hier zu thun haben. Im Allgemeinen aber find in Oberschlefien und auch in Gleiwitz, wie auch der„Ober- schlefische Anzeiger" kürzlich mittheilte, die Löhne sehr niedrig, so niedrig, daß die Arbeiterfamilien ein äußerst kümmerliches Dasein führen müssen. Der deutsche Jutistentag hält augenblicklich seine zweite Generaloersammlung in W ü r z b u r g ab. Die Verhandlungen welche dort stattfinden, füllen mehr oder weniger die Spalten der Tageszeitungen; trotzdem haben wir bis jetzt von dem Thun und Treiben keine Notiz genommen, weil wir der Anficht find, daß es für das Volk höchst gleichailtig sein kann, ob einige findige Rechtsaelehrte in dieser Versammlung ihre Findiglett zum Besten geben oder nicht.— Abgesehen davon, daß dieser Versammlung ein gesetzgeberischer Ernfluß nicht inne wohnt, zeugt schon die Anwesenheit von Personen wie: Justizminister Fäustle, verschiedene Staatsanwälte, Professoren, wie z. B. Gneist und Landgerichtsdirektoren und Rechtsanwälten davon, daß für das Volk auf diesem Juristentag nichts geschaffen werden kann. — Wir haben heute bereits so viel Gesetze, daß oft ein Richter fich nicht einmal klar ist, wo Recht aufhört und Unrecht anfängt. Und wenn etwas Gutes erreicht werden soll, so müßte der An- fang hierzu anders gemacht werden.— Vor allen Dingen gilt es, die Ursachen der heutigen Gcsetzesverletzungen zu ermit- teln und dann zu beseitigen; will man dieses nicht,— und hierzu hat man bis jetzt nicht die mindeste Lust gezeigt— nun dann hat es auch keinen Zweck, die Wirkungen zu kritifiren und zu bemodeln.— Ganz besonders müßten die Herren wenigstens doch darauf hinwirken, daß dem heranwachsenden Staatsbürger mehr Gesetzeskenntnisse schon in der Schule beigebracht werden. — Im Uebrigen ist bis jetzt nur ein bemerkenswerther Be- schluß gefaßt worden,' nämlich: die Wiedereinführung der Berufung gegen Urtheile der Strafkammern. Da jedoch, wie schon erwähnt, die Versammlung absolut keinen gesetzgeberischen Einfluß hat, so ist auch dieser Beschluß ohne großen Belang. Belgien. Von angeblich gut unterrichter Seite will man erfahren haben, daß der König das Schulgesetz sanktionirt habe, und dasselbe in kurzem durch den„Moniteur" werde veröffent- licht werden. Im Hinblick darauf seien die Reserven der Truppen einberufen, und im Kriegsministerium Vorbereitungen getroffen worden, um zur Aufrcchtcrhaltung der öffentlichen Ordnung erforderlichen Falls 6000 Mann von den Garnisonen in Brüssel zu konzentriren. Der Oberbefehl über die Truppen solle dem General Van der Smissen übertragen werden.— Ein neuer Skandal ist das Tagesgespräch der polttischen Kreise. Die Gattin des Justizministers mit ihren drei Töchtern und drei Herren— alle mit rothen Blumen geschmückt— rissen, um ihr Müthchen an dem ihnen verhaßten Bürgermeister Brüssels zu kühlen— dessen Affichen von den öffentlichen Ge- bäuden ab, suchten besonders mit Schirmen und Stöcken den Namen Buls zu entfernen. Ein Vorübergehender sah es, zeigte es der Polizei an; die Gesellschaft wurde auf frischer That er> tappt, fistirt, ein Protokoll aufgenommen, und ist die Klage bereits eingereicht.— Die noch in Haft befindlichen 18 Personen in Folge der Vorgänge am Sonntag find nunmehr auch entlassen morden, so daß fich Niemand mehr in Untersuchungs- Haft befindet. Die niederländische Liga für Einführung des allge- meinen Stimmrechts hielt in Gemeinschaft mtt Deleginen und Mitgliedern von Arbeitervereinen und sozialdemokratischen Vereinen ein von etwa 2000 Personen besuchtes Meeting ab- ein Antrag zu Gunsten der Einführung des allgemeinen Stimmrechts wurde einstimmig angenommen. Der bezügliche Beschluß soll dem Minister des Innern durch eine Deputation übermittelt werden. Irland. Am 9. d. verstarb in Dublin David Duggan. Er war seiner Zeit an der Befreiung des damaligen Ferner« Chefs Stephen aus der Gefangenschaft betheiligt, figurirte bei dem Aufstande im Jahre 1867, und war auch in Verbin- vung mit ver Befreiung der fenischen Gefangenen in Australien im Jahre 1876 wohl bekannt. Seines Zeichens ein Uhrmacher, schloß er fich im Jahre 1861 den Fernem an und wurde das Haupt des größten Distriktes des Geheimbundes in Dublin. Die Freunde des Verstorbenen in Dublin treffen Vorbereitun- gen für ein öffentliches Begräbniß. Cholera. In den von der Cholera infizirten Provinzen Italiens find am Freitag zusammen 1015 Erkrankungen und 447 Todesfälle vorgekommen; hiervon entfallen auf die Stadt Neapel 872 Erkrankungen und 395 Todesfälle. In Rom ge- langte am Freitag kein Cholerafall zur Anzeige. Im Departement Ostpyrenäen in Frankreich find gestern sechs Choleratodesfälle vorgekommen. Gestern find in der spanischen Provinz Alicante neun Personen,'~' storben- in Catalonien eine Person an der Cholera ge- Wahlbewegung. Die auch von uns gebrachte Nachricht, dust der 21. Okto- ber zum Wahltag bestimmt sei, wird jetzt von offiziöser Seite widerrufen. „Nein, mein Fräulein, so geht das nicht!" herrschte er fie an, und umfing fie mtt seinen Armen. Francesca stieß einen Schrei aus und wurde ohnmächtig. 29. Kapttel. Wenige Personen schienen einer glücklichen Vereinigung näher als Rupert, Francesca und die Gräfin an jenem schönen Morgen des zweiten Mai auf ihrem Kirchgange nach St. Cleoyas', wenige weiter auseinandergetrieben, als diese drei vierundzwanzig Stunden später durch den Wirbelwind der leidenschaftlichen Habgier eines bösen Menschen. Als James Wrigley der Entführung Francesca's und ihrer Mutter beigewohnt hatte, suchte er ein kleines Wirths- Haus in Harcstreet auf, um dort zu übernachten. Hm sechs Hhr Morgens war er vor der Thür zu Rupert's Wohnung und beauftragte das Dienstmädchen, dem jungen Herrn einen Brief abzugeben, wenn er bereit sein werde, auszugehen. Wrigley hatte lange darüber nachgesonnen, ob es wahr- scheinlich sei oder nicht, daß Rupert die Handschrift der Gräfin Jdria kenne. Er kam zu dem Schluß, fie werde ihm fremd sein, da der junge Mann seit seiner Bewerbung um Francesca ihr so nahe gewohnt und so häufig bei seiner Schwiegermutter verkehrt hatte, daß schriftliche Mtttheilungen überflüsfig gewesen sein mußten. Wrigley besaß eine gefährliche Geschicklichkeit, die vielleicht allen hinterlistigen Naturen eigen ist, stemde Handschristen nachzuahmen. Er schrieb einen Brief in einer feinen spitzen ftemdarttgen Schrift, die, wie er vermuthete, im Allgemeinen derjenigen der Gräfin ähnlich sein mußte. Er lautete also: „Mein theurer Rupert! Die Vorsehung scheint die Ver- zögerung Deiner Verheirathung mit meiner Tochter beschloffen zu haben. Kaum hattest Du uns gestern Abend verlassen, als ich eine Depesche aus Italien empfing. Mein Schwager thettte mir mit, daß er sein einziges Kind verloren habe und bereit sei, Francesca ihr Eigenthum wieder zu geben. Er forderte uns auf, ohne Aufschub zu ihm zu eilen. Die Rück- ficht auf Francesca's Zukunft gebietet mir, ihm zu gehorchen. Mit dem Mitternachtszuge fahren wir nach Dover. Wie lange wir fortbleiben werden, kann ich nicht bestimmen. Ich schreibe Dir bald wieder. A. Gr. Jdria." Nachdem er diesen Brief für den hoffnungsfrohen Bräuti- gam zurückgelassen hatte, verfügte fich Wrigley in den Bäcker- Erster Berliner Wahlkreis. Im Centralhotel, Sonnabend Herr Träger zu Gunsten der Kandidatur desip Ludwig Löwe im ersten Wahlkreise einen Vortrag, in w*r er fich zu folgender Anpreisung des Herrn Löwe verM Wählen Sie Ludwig Löwe! Er ist ein fester, echter Teiffl#; national gesinnter und„freihctterglühter" Mann, der mr und da mit ganzer Kraft einzutreten pflegt, wo es„g e m n ü tz i g e" Unternehmungen gilt, der üherall das Rechte, wr und Anständige thun und verfechten will!"— Also Li# Löwe ist ein„freiheiterglühter" Mann!— Wirklich, der 5� Karl fängt an, uns fürchterlich zu werden!— Und auch# da tritt Ludwig Löwe mit ganzer Kraft ein, wo e m e i n n ü tz i g e" Unternehmungen zu schaffen.— Das g wir auch, aber wer hat bis jetzt von den gemeinnützigen nehmungen des Herrn Löwe profitirt?— Der Rest ist 0% gen.— Uebrigens wollen wir nicht vergessen, daß aut � diesem Abend wieder das übliche Raußschmeißen stattfand. Vierter Wahlkreis. Der konservative Kandidat® vierten Berliner Wahlkreises, Landrath von Köller wird# mehr auch am Dienstag in der Alhambra die Wähler w vierten Wahlkreises mit seiner Kandidatenrede beglücken. Hanau. Hier haben die Nationalliberalen den% I. F. Zimmermann als Reichstagskandidaten proklamirt. die sozialdemokratische Partei hat Herr C. Frohme längst zur Wiederannahme einer Wahl bereit erklärt. Aua?: Deutsch-Freifinnigen haben ihren Kandidaten in Herrn W* Es fehlen nur noch die Ultramontanen und die Konservl»» zu einer vollen Fünfzahl. Lokales.„ Guten Appetit! Das Fälschen von Lebens- und mittein muß nicht nur sehr einträglich sein, sondern* wissen Kreisen auch als ein ganz reinliches Geschäft dessen fich Niemand zu schämen braucht. Durch Zufall uns dieser Tage die neueste, vom 4. September dalttte, mer einer hier erscheinenden Fachzeitung für die Konstr�, und Delikatessenbranche in die Hände, deren Inseraten?! einen wahrhaft verblüffenden Beweis für die Ungen» giebt, mit welcher die Herren Fälscher ihre Waare an. Mann zu bringen suchen. Da offerirt ein Herr Rusja>, Kosten„Rothwein-Couleur, giftftei und unschädlich, praZA. schön", zu 125 M. per Hektoliter,— ein hier in der@#5 dierstraße hausender Plantscher empfiehlt„Rum-Extran,� ein von echtem Rum kaum zu unterscheidendes Produkt"-L "U und die Herstellung der verschiedenen Rumsorten na«. brauchsanweisung ermöglicht", für 12 M. pro Kilo,—?'n unter Chiffre annoncircnder Wohlihüter der Menschheit vre»!". zepte zur Bereitung französischer Liqueure, z. B. Benedeftiner, Maraschino, Curat ao u. s. w., femer ö". Glühwein, Absynth, Rum, Cognac", das Rezept für 3 A- — ebenfalls unter Chiffre sucht Jemand Abnehmer für Bw färbe und einen Käsezusatz. Hnd um dem Ganzen du%.. aufzusetzen, beschreibt ein Herr I. B. in Bielefeld im red nellen Theil(!) mit der rührendsten Unbefangenheit fahren, Heidelbeeren als Färbematerial für Liqueure und K l weine zu trocknen. Und das ist, wie gesagt, in einem � blatt für Delikatessenhandlungen zu finden, nicht etwa solchen für Budiker. So schreibt die„B. Z." in ihrer& tagsnummer. Unseres Wissens nach existirt überhaupr Fachblatt für„Budiker". Diejenigen Leute, welche du heute„Budiker" zu nennen beliebt, haben ganz etwas AM zu thun, als Fachblätter zu gründen. Außerdem aber der Verfasser jenes Artikels zu glauben, daß in„Budiken" � mehr gefälscht wird, als in Delikatessenhandlungen.! Einc iM" � bareZAnstcht, die das„ultrafreifinnige" Organ da zu der l�, macht. Was soll denn in einer„Budike übcrhaugt W fälscht werden? Ein„Rollmops" kann doch(chlle#* aus Leder, ein Eisbein nicht aus Papier-machö, ein aim�i nicht aus Gummi arabikum hergestellt werden, was sours* Leute also fälschen? Der Arbeiter trinkt in„Budiken' � ¥<*{*40 Ofrtitöitrd Xenfe* ftfuirftrtlll)» J . V* v»/ V VUV w»; wy-w— „Gourmands" dieselben konsumiren: und diese ver! m„Budiken" sicherlich nicht. Weßhalb also solche gc.. Bemerkungen. Sie find erstens nicht nur überflüsfig,'SLs fie setzen einen großen und ehrenwerthen Stand in den. des Publikums herab. Ein„Budiker", der mit der � Schürze hinter dem Ladentisch steht, ist ein recht ge»( Mann, der im Schweiße seines Angesichts sein Brov verfügt in der Regel nicht über eine Kompagnie � Kellner, er zieht sein Weißbier in seinen freien Stunde allein ab, er sticht sein Viertel Bier in höchst eigener � selbst an, er verkauft seine häufig selbst fabrizirte Wurst,$ während seine Frau mit dem Dienstmädchen in der, v. Hände voll zu thun hat. Es ist also sehr schwer anzu� jh daß diese Leute viel Zeit übrig haben, um über du schung von Nahrungsmitteln nachzudenken. Und tri"'„ wj es einmal vorkommt, daß in einer„Budike" verfall�# tränke verkauft werden sollten, so haben das mets»" yK# die Großfabrilanten gethan, die eben mehr Gelegenhn�/ bei Der' einer laden und verlangte den Bäcker und dessen Frau, die Gräfin gewohnt hatte, zu sprechen. „Ich komme in einem vertraulichen Aufttag Jdria, die fich unter dem bescheidenen Namen-, Montaomery bei Ihnen eingeführt," sagte er.„ jtf „Ah, und wie befindet fich der schöne junge M* fragte die Bäckersfrau theilnehmend._ „Vielleicht errinnem Sie sich, daß ich schon ß Ihnen vorsprach." „Gewiß mein Herr," verficherte der Bäcker. „Ich komme als Freund der Gräfin, um zu ob Sie die Leute find, denen man ein Geheimrnß kann, und ich beruhigte die Geängstigte darüber. trag ist folgender. Die Gräfin hatte erst in den �.«ett A entoeckt, daß die Absichten des jungen Mannes Tochter keine redlichen waren, und er fie bald im würde. Nun ist es sehr schwer, eine junge Dam Pen, daß der Geliebte ihr untreu sei- Die A es für ihre Pflicht, ihr Kind um jeden P' deshalb wurde jener Plan inS Werk gesetzt_ von hier fortzulocken und fie nach und nach oe zu macken. Sie wünscht nickt, daß K W, Bräutigam in den Stand gesetzt werde, fie aufzu'�rffi> wird heute hierherkommen, darauf bedacht, seinen auszuführen. Die Gräfin btttet Sie, ihm»n& � nur zu sagen, daß fie und ihre Tochter gezwung der plötzlichen Ausforderung eines Verwandten zu �1, j und auf der Stelle abzureisen, daß Sie, meine nicht wissen, wohin Ihre Miether fich begeben b*" gW# lange dieselben fortbleiben werden, das ist d>e-(stg welche die Gräfin von Ihnen erbittet, und weloK gebig belohnen wird.". „C Gott! o Gott! Ich habe niemals so jammerte die Frau.„Das ist ganz st» wie>n et!$ Wir werden die Wünsche der Frau Gräfin»ün' ,,.J Und er wollte das liebe junge Fräulein be Schurke! Aber ich sagte immer zu meinem Mann, m w»u hübsch, um gut zu sein,". „lind Sie werden" gütigst darauf atbsttt''''vie�'N' Gespräch mit ihm zu vermeiden und thm ve> ,u geben, welche ich Ihnen andeutete? Sre � dadurch vielen Kummer ersparen." „Seien Sie ganz unbesorgt!" (Fortsetzung folgt.) p them erall Babu Dwig nab ube ntes wes be num De Serm Fil Тсфол bi tidel tive enu n g elter eriet Num Cerven ntbel rthel ben at is htooll Sren ba liefert Se n nu Treufe unfa 2. a Sutter Rrom attic Ver Run Fad einem Sonn tein B.3. berd cheint Deid ander nigen об до nicht Mr. 140. Beilage zum Berliner Volksblatt. Die Landfrage in Großbritannien. " In Nr. 134 des Volksblattes" brachten wir unter Politischer Uebersicht" eine Notiz über die großbritannische Landfrage, in der mitgetheilt wurde, daß dieselben Zustände, die in Irland so zu manchen traurigen Vorkommnissen geführt haben, uns auch in England und Schottland begegnen, wo die Landfrage insofern noch akuter auftritt, als dort, weil die kleinen Bächter bereits fast gänzlich verschwunden sind und den Großgrundbefizern nur ein massenhaftes Landproletariat gegenübersteht. Nur in Schottland giebt es noch fleine Bächter, die logenannten Crofters, die unter ganz ähnlichen Verhältnissen leben, oder richtiger vegetiren, wie die irischen Bächter; und hier hat auch die irische Bewegung zunächst angeknüpft. Ja, was in Bezug auf Irland gilt, gilt auch von Schottland. Die Schaffung eines Standes von Kleingrundbefizern wird hier ebensowenig gelingen wie dort; die Lage des Kleingrundbefizes find gezählt; er kann mit dem Großgrundbesitz nicht lonfurriren, und würden die kleinen Bächter sämmtlich freie" Kleingrundbefizer, so würden fie bald unter dem Druck der Konkurrenz in das alte Elend zurüdfallen. Auch in England, wo der Großgrundbesitz ausschließ lich herrscht, hat die Landbewegung begonnen, richtet sich aber hier, den Verhältnissen angemessen, radikal auf die Nationalifirung" des Landes, d. h. die Verwandlung des Grund und Bodens in Staatseigenthum. Noch hat die Bewegung nicht eine solche Stärke erlangt, daß fie praktische Erfolge zu verzeichnen hätte; allein das wird nicht ausbleiben. Dienstag, den 16. September 1884. dieser Tage einer Besprechung, in welcher gewisse Damen und Gewerbetreibende" gebrandmarkt wurden, die jene bedauernswerthen Geschöpfe in der schimpflichsten Weise ausnußen. Allein noch einen andern Feind befißen die armen Näherinnen, Stickerinnen und andere Handarbeiterinnen. Das ist die Kon turrenz der vornehmen Damen, die aus Passion" oder um fich auf angenehme und nüßliche Weise die Beit zu vertreiben" gegen ein geringes Nadelgeld für Geschäfte arbeiten. Diese Frauen und Jungfrauen, welche oft den vornehmsten Kreisen angehören, langweilen fich, und da ste nicht den ganzen Tag am Klavier oder mit einer interessanten Lektüre verbringen tönnen, so suchen sie das Nügliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Die Erhaltung ihrer eleganten Garderobe kostet ohnehin viel; da ist solch ein kleiner Verdienst eine ganz ange nehme Bubuße, sei es auch nur, um einen modernen Hut oder eine schöne Straußfeder anzuschaffen. Wenngleich die Leistungen dieser Damen meistens weit geringere als die der profeffionirten Arbeiterinnen find, so wird ihnen doch von vielen Geschäftsins habern der Vorzug gegeben, denn erstens arbeiten fie weit billiger, weil sie es nicht nöthig" haben und außerdem führen fie dem betreffenden Magazin, für welches ste thätig sind, Kundinnen aus ihrem noblen Bekanntenkreise zu, die sich glücklich schäßen, die Arbeiten ihrer lieben Freundin" erwerben zu fönnen. Leider ahnen die Arbeiterinnen aus Paffion" nicht, daß sie den wirklich bedürftigen Frauen und Mädchen, die nicht uur für ihren But, sondern für ihren und nicht selten auch für ihrer Familie Lebensunterhalt arbeiten müffen, auf diese Weise das Brod geradezu wegnehmen und die Unglücklichen der Verzweiflung oder der Prostitution in die Arme treiben. Das Herabdrücken der Löhne für weibliche Handarbeiten ist wesentlich Dem gerügten Uebelstande zuzuschreiben, und deshalb ist es endlich einmal an der Zeit, denselben öffentlich zu geißeln."-Wir haben nichts dagegen, daß die Berl. Btg." diesen Uebelstand öffentlich geißelt, wir sind vielmehr völlig darin mit ihr einverstanden, daß die Konkurrenz der vornehmen Damen den armen Näherinnen gegenüber durchaus verderblich ist. Wenn aber die Berl. Stg." sagt, daß es endlich einmal an der Zeit sei, gegen eine solche Konkur renz zu Fesde zu ziehen, so machen wir darauf aufmerksam, daß dies schon seit fünfzehn Jahren von den Arbeiterblättern unaufhörlich geschehen ist, so daß sich die Berl. Ztg." lediglich mit fremden Federn schmückt, wenn sie sich als die erste, die dies thut, hinstellt. Inzwischen überzeugt man sich in Irland mehr und mehr von der Unzulänglichkeit der Gladstone'schen Reformen. Während das ehemalige Haupt der Landliga, Parnell, mit Gladstone wesentlich einverstanden ist, und im freien" Kleingrundbesitz das Heil erblickt, hat sein früherer Mitstreiter, Michael Davitts. fich entschieden für die Verwandlung des gesammten Grund und Bodens in Staatseigenthum er lärt. Und mehrere irische Parlamentsmitglieder, namentlich Dealy, haben neuerdings den gleichen Standpunkt eingenommen. Dieser Tage hielt Healy auf einem Meeting der irischen Nationalliga in Dublin, eine Rede, in der er das Gladstone' iche Programm als durchaus ungenügend bezeichnete, und zu einer fräftigen Agitation zu Gunsten der Nationalisation des Landes aufforderte. Nur, wenn die Jrländer energisch borgingen, sei die englische Regierung zu den nothwendigen Ronzestonen zu bewegen. Er sagte u. A.: Was war es, was Mr. Gladstone zuerst bewog, den Forderungen Frlands Aufmerksamkeit zu schenken? Es waren die Ausschreitungen, die in ganz Irland verübt wurden, und wir müffen demnach folgern, daß das britische Parlament absolut taub gegen Argumente und Logit ist und daß die beste Trompete, um sein taubes Dhr zu erreichen, der Mund der Büchse ist. Wir mögen argumentiren, wir mögen Reden halten, wir mögen uns zu Tausenden versammeln, wir mögen Resolutionen faffen, wir mögen Vertreter ins' Parlament senden, aber erst nachdem das Geraffel der Kugeln auf den Landstraßen gehört wird, nimmt fich das Parlament Englands die Mühe, die Beschwerden Irlands zu prüfen. Der Vizekönig benachrichtigte uns neulich, daß wir keine weiteren Konzeffionen u erwarten haben. Ich möchte wissen, wer uns daran verhindern will, dieselben zu erlangen. Wir kennen diese non possumus- Erklärungen britischer Staatsmänner zur Genüge; aber die Konzessionen find nichtsdestoweniger bewilligt worden. Es würde ein sehr schlimmer Tag für den Frieden Irlands und für Gesetz und Ordnung sein, wenn das irische Volt überzeugt wäre, daß es durch Agitation feine weiteren Ronzeffionen erlangen lönnte; denn es würde unverzüglich seine Zuflucht zu den alten Waffen nehmen, die in der Vergangenheit so viel gewonnen haben." Rafe Dief bod chwen ctitel bften bod ffiges nden luges Glauc Lagi t gabte ebes Man sieht, Herr Gladstone hat seinen Zwed, Irland zu beruhigen und der Landbewegung den Boden zu entziehen, nicht erreicht. Im Gegentheil, die Landbewegung hat sich ausgedehnt, und wird aller Voraussicht nach bald ganz Großbritannien umfassen. Berfon allein De all bmen Berfal Den fchon baben peldien Brafit Fra beilen traues Lokales. Einen ,, vollständig neuen Gedanken" tischt die„ Berl. 3tg." ihren Lefern auf, indem fte schreibt:„ Die Noth und das färgliche Einkommen der armen Arbeiterinnen unterzogen wir Budels Brautwerbung. ( Aus dem Englischen.) Heute vor zwei Jahren stand unser Klub noch in voller Blüthe; jezt bin ich das einzige Mitglied deffelben. Budell, Darby, Smithers und ich hatten einen Junggesellenklub geftiftet, um dem Whistspiele und anderen geistreichen Unterhaltungen zu huldigen, und wir verlebten zusammen sehr ver gnügte Tage. Wir hatten für unsern Klub nicht viele Regeln und Vorschriften. Wir waren geschworene Junggesellen und jeder von uns mußte einen Grund anführen, weshalb er die Abficht hatte, fich nicht zu verehelichen; weil wir jedoch die Möglichkeit einer Sinnesänderung in dieser Beziehung vor gesehen, so hatten wir uns feierlich verpflichtet, den Klub sofort davon in Kenntniß zu seßen, wenn wir jemals daran denten sollten, unser Vergnügen zu halbiren und unsere Ausgabe zu verdoppeln". Smithers sagte, er hätte teine Beit, fich zu verheirathen; ich war zu arm, und Marby, der für unser romantisches Mitglied galt, gab uns unbestimmt zu vers ftehen, daßgetränkte Liebe" zwischen ihm und dem Traualtar lachte zuerst darüber, daß er itande. Budell unden Laffen tibe aber retten Cochter brbed auben Fireid Falli bare orden aber iglett or fre Mört!" oman Damen fürchte. Wir einen nicht gefunden hätte. waren Budell's wegen, der bei einer " Die Singhalesen im Ausstellungspart scheinen am geftrigen Sonntag die Parole sämmtlicher Berliner gewesen zu sein. Die Besucherzahl erreichte am gestrigen Tage die unglaubliche Höhe von 56,816 zahlenden Personen, so daß incl. Der Freikarten und ständigen Abonnenten im Ausstellungspark mit Sicherheit die Besucherzahl auf rund 65,000 Menschen geschäßt werden kann. Seit dem großen Kalmücentage am 5. August v. J., an dem bekanntlich 91,866 Personen herbeigeströmt waren, um die Bewohner der Kirgisensteppen anzustaunen, dürften wohl noch in keinen anderen Etablissement Berlins so viel Besucher auf einmal zusammen gewesen sein. Bis Mittag 12 Uhr wurden an den Kaffen und Kontrolen 21,906 zahlende Besucher gezählt, während Nachmittags noch 34,910 Personen hinzukamen. Das Gewühl im Park spottet jeder Beschreibung, abgesehen von 2 Polizeiwachtmeistern und 12 Schußleuten waren ca. 30 Aufsichtsbeamte nöthig, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Kein Baum und fein Baun waren hoch genug, um nicht von Schaulustigen erklettert zu werden. Wunderbarer Weise ist trop des enormen Besuchs, dank des ganz außerordentlich gut getroffenen Arrange ments, auch nicht der geringste Unfall zu verzeichnen. Der Konsum an Getränken und Lebensmitteln war, obwohl es Mühe machte, an die an verschiedenen Punkten im Garten aufgestellten Buffets heranzukommen, ein dem kolonalen Besuch entsprechender. Es wurden nicht weniger als 67,958 Seidel Tivoli- Bier und 21,880 Glas Funkstädter Bock- Ale konsumirt, während es bis heute früh nicht möglich war, festzustellen, wieviel Heftersche Würstchen und Butterbrode genossen wurden. Es erscheint dies legtere um so großartiger, wenn man bedenkt, daß die Mehrzahl der Besucher sich ihren Proviant selbst mitgebracht. Heute Morgen wurden im Garten nicht mehr als 286 Pfund Papier zusammengelesen, das augenscheinlich zum Einwickeln der Fourage bestimmt gewesen war. Die Abrechnung mit den einzelnen Kaffen dauerte bis heute Nacht 2 Uhr. Tausende von Menschen mußten an den Kassen wegen Ueberfüllung umkehren, um ihren Besuch auf einen andern Tag zu verschieben. Wir willen befiel uns, als uns die furchtbare Thatsache flar wurde, daß Budell verliebt war und auf dem Punkt stände, sich zu verheirathen. Wären wir Frauen gewesen, so würden uns wahrscheinlich die Symptome der fortschreitenden Krankheit nicht entgangen fein, aber so waren wir nur stumpfe und turzsichtige Männer. Die erste Anspielung, die er gegen mich über die Dame machte, welche die Beatrix für diesen Benedilt werden sollte, geschah in einem Konzert oder vielmehr in der Garderobe nach dem Konzert. Das nenne ich ein hübsches Mädchen", flüsterte er mir zu, das Mädchen da drüben mit den dunkeln Augen, in dem warmen, wolligen, braunen Tuch, das nicht wie eure leichten, weißen Opernmäntel ist." Das Mädchen war allerdings hübsch, frisch und pikant; selbst einem geschworenen Junggesellen hätte man es nicht verdenken können, daß ihm das offene Lächeln gefiel, mit welchem sie unseren Budell begrüßte. Dann einige Tage später äußerste er zu mir, à propos des bottes: Traf gestern Abend ein anziehendes Mädchen, das hinsichtlich des Namens ganz meiner Ansicht ist." Ich habe zu erwähnen vergeffen, daß Budell einen Molluske anziehend gefunden hätte, wenn er darin mit ihm übereingestimmt, daß es nichts Abscheulicheres gibt, als einen Namen zu verstümmeln. Er legte besonderen Werth darauf, daß man seinen Namen auf der zweiten Silbe betone, damit er nicht mit Pudel oder Nudel reime. Aber die bedeutungsvolste Anspielung geschah nach dem Ball bei Frau Burton, wo wir alle zugegen gewesen waren. Wir befanden uns in Budell's Wohnung, und Smithers machte sich über die Ober flächlichkeit luftig, mit der fich gewöhnlich junge Männer mit den Mädchen unterhalten. Alles Unfinn," unterbrach ihn Budell, ihr seid wenigstens selber schuld daran. Ich hatte gestern Abend ein ernſtes und anziehendes Gespräch über weibliche Erziehung mit einem Mädchen. Ich zitirte sogar die Bibel." Grund angeben sollte, und stellte als den seinigen den Umstand hin, daß er Frau Budell noch Me dann die übrigen Mitglieder diesen Grund einstimmig verwarfen, überließ er uns die Annahme, daß er sich vor den Junggesellenmahlzeit einer der beften und fröhlichsten Gesellschafter war, so nachfichtig, diesen zweiten Grund gelten zu laffen. Im übrigen waren wir hochherzig entschlossen, der Bersuchung nicht aus dem Wege zu gehen, aber ihr zu widerStehen. Unser Grundſaß war der, daß jede Dame reizend ist, so lange man fich nicht mit ihr verheirathet hat. Wir waren fomit alle gern bereit, Gesellschaften zu besuchen und selbst unferen Ruf als Tänzer aufrecht zu erhalten. Budell war namentlich in Gesellschaften sehr beliebt. Gleich den Uebrigen hatte ich seine Behauptung, daß er sich vor den Damen fürchte, Anfangs für Scherz gehalten, aber ich merkte bald, daß fie nicht ganz unbegründet war. So lange fich Budell in großer Gesellschaft, z. B. einem Ballsaal, befand, war er io fühn wie ein Löwe; sobald er aber in zeitweilige Ge fangenschaft durch den Bogen und Speer eines einsamen Mädchens gerieth, überfiel ihn große Aengstlichkeit, und seine Unterhaltungsgabe stoďte vollständig. Jm Klub dagegen war er stets unser begeistertstes Mitglied und Schrecken und UnFilen Da Genia henb Stunt " ,, Dann will ich wetten, du haft fie falsch zitirt," sagte der ungläubige Smithers, der jeden für so unwiffend hielt als er selbst war. 11 Nein, ich scherze nicht; es ist eine Thatsache, und ich bin um ein paar Gedanken reicher dabei geworden." Hätte er uns nur gesagt, daß er sich mit der Dame ins Treibhaus be geben, um das Gespräch mit ihr ungestört fortsetzen zu können, so würde ich wenigstens die Ueberzeugung gewonnen haben, daß die neuen Gedanken nicht das einzige Ergebniß gewesen waren. Indeffen sollte ich nicht lange in Unwiffenheit ver 1. Jahrgang. fönnen daher Herrn Hagenbeck nur dankbar sein, daß er den hiesigen Aufenthalt der Singhalesen bis zum Donnerstag, den 18. 5. inkl., verlängert hat. Einer unserer Mitarbeiter, dem es Vergnügen machte, wiederholt mit der Stadtbahn zwischen Bellevue und Lehrter Bahn hin und her zu fahren, schildert uns den Anblick des Ausstellungsparts in geradezu überraschender Weise. Der ganze Ausstellungspark soll den Anblick eines Ameisenhaufens gemacht haben. Tausende und aber Tausende lagen, da die Sippläge vergriffen, im Rasen, hier den mitgebrachten Proviant verzehrend. T. Unsere Briefkasten haben zwar, dank der Fürsorglichfeit des Herrn Stephan, ein leidlich geschmackvolles Aeußere erhalten, allein gegen ihre sonstige Einrichtung ist vom Standpunkte der Zweckmäßigkeit Manches einzuwenden. Der Chef eines hiesigen Komptoirs, der den Verkehr am Briefkasten den ganzen Tag über in einer frequenten Stadtgegend beobachten fann, theilt uns Folgendes mit: Es vergeht wohl keine Viertelstunde, wo nicht Jemand, der einen oder mehrere Briefe in den Kasten zu stecken im Begriffe ist, noch eine Ungenauigkeit oder einen Mangel auf der Adresse entdeckt, und diesen schnell beseitigen will; ein Schreibstift ist wohl zur hand, nun aber beginnt eine Reihe für den Zuschauer im hohen Maße beluftigender Stellungen und Verrenkungen des Körpers. Während der Eine, ein federgewandter Mann, den Brief auf die linke Handfläche legend, schreibt, wobei seine Beine eine eigenthümlich wankelmüthige Stellung einnehmen, begiebt sich die Köchin, welche irgend ein zartes Geheimniß der Briefpoft anvertraut, in die tiefe Kniebeuge, um mit dem hinreichend zwischen den Lippen befeuchteten Bleistift die Adresse zu forrigiren, und eine schlanke Schneidermamsell läßt ihre schönen Formen bewundern, indem sie in Haupteshöhe den Brief auf die nächste Hausthür legt und in dieser Stellung noch einige Schriftzüge zufeßt. Das Alles ließe sich leicht vermeiden, wenn der Briefkasten statt seiner architektonisch geschwungenen Oberfläche ein glattes, wenig nach vorne gerichtetes Dach hätte, das in entsprechender Höhe angebracht, sehr wohl in solchen Fällen als Bult dienen tönnte. r. Der Schacher mit Adelsdiplomen scheint gegenwärtig ungemein schwungvoll betrieben zu werden, wenigstens laffen fich's einige der Vermittler solcher Adelserhebungen ein schönes Stück Geld toften, um durch Inserate in gelesenen Blättern ihre Dienste für dieses, reinliche" Geschäft anzubieten. welchem Wege diese Vermittelungen stattfinden, ist natürlich Geschäftsgeheimniß dieser ehrenwerthen Herren; ein von ihnen gern und viel benutter Weg ist indessen der der Adoption; Ser über 50 Jahre alte Träger irgend eines adligen Namens ist bereit, einen Bürgerlichen zu adoptiren; natürlich muß für diese Annahme an Kindesstatt ein ausreichender Grund vor handen sein, und wie könnte der zu Adoptirende den wahren Adel seiner kindlichen Gesinnung beffer beweisen, als durch liebevolle Unterstüßungen seines noblen Adoptivvaters, deren dieser gewöhnlich recht dringend bedürftig ist. Ob es für die Herren Vermittler noch andere Wege zur Erreichung neuer Adelsdiplome giebt, mag dahingestellt bleiben; seltsam ist es nur, daß ein schon vor Jahrhunderten im Volte viel gehöhntes Bestreben sich heute plößlich wieder breit macht. Gegen Ende des fiebzehnten Jahrhunderts flagte der Adel darüber, daß Krämer mit dem kaiserlichen Adelsbrief in der Tasche ihren Kunden die Heringe in Papier einwideln, und daß sogar ein Schornsteinfeger, dessen Handwerk damals noch in besonders geringer Ehre stand, für wenig Geld den Adel verliehen erhalten habe. Im Volte aber sagte man von solchen Neugeadelten, daß sie nur um's Macherlohn" geadelt worden wären, und wie tief der in Folge des großen Krieges vielfach verarmte Landadel gesunken war, das beweisen die Bezeich nungen Krippenreiter, Wurstreiter, Maßraufer, Schlackenläufer und Misthammel", mit welchen die in Koppeln" umherziehen den Sproffen des Landadels von der Bevölkerung benannt wurden. Solche Verarmte zogen von Gut zu Gut, wo ein Feft gefeiert wurde oder wo sie Vorräthe in Küche und Keller witterten, ste trabten auf zottigen Pferden über die Stoppeln, während ihre Kinder in Lumpen gingen und ihre Frauen zuweilen Lebensmittel bei den Verwandten einsammelten.- Das Geschäft des Adoptirens wohlhabender Bürgerlichen scheinen die verarmten Adeligen damals noch nicht gefannt zu haben aber für denjenigen, der heute noch vom Adelskibel geplagt wird, dürfte es gut sein, wenn er sich diese historische Erinnerung an den ihm so begehrenswerth erscheinenden Stand ins Ges dächtniß ruft. Eines Tages suchte mich Budell auf, um mir die harren. vertrauliche Mittheilung zu machen, daß der Junggesellenklub purer Unsinn sei; er wäre bis über die Ohren verliebt; ob ich glaubte, daß er es den anderen melden müßte. Es erfolgte darauf ein wahrer Schauer von Entschuldigungen, in denen sanfte braune Augen" und Gott weiß, welche andere persönlichen Reize die Hauptsache waren. Als ich mich erholt, sagte ich ihm, daß ich es für seine Pflicht hielte, dem Klub zu beichten. Ich war fühl und streng aus Aerger, denn ich faßte es beinahe wie eine Beleidigung auf, daß er mich als seinen Vertrauten gewählt, als ob meine Grundsäße als Junggesell weniger fest ständen, als die Marby's oder Smithers'. Seine Ankündigung an jenem Abend wurde von dem Klub mit feierlichem Schweigen aufgenommen. Selbst Smithers wußte nicht gleich, was er fagen sollte. Endlich fragte Marby: ,, Darf man nach dem Namen der Dame und nach der Beit fragen, wann die Hochzeit stattfinden wird?" Budell wurde unruhig. Die Sache ist die," antwortete er, ich hielt es für meine Pflicht, dem Klub sofort Mittheilung davon zu machen, aber in der That, ich habe noch nicht, das heißt, ich weiß gar nicht recht, wie ich es anfangen soll, um die Dame anzuhalten." Budell sah so komisch verlegen aus, als er dieses Betenntniß ablegte, daß der Klub es mit hellem Gelächter begrüßte. Daß der kühne und zuversichtliche Budell in den Feffeln der Liebe lag, war für unsern Ernst zu viel. Budell nahm dies ernstlich übel. Ich glaube nicht," sagte er, daß meine Offenheit gegen den Klub gebührend aufgenommen worden." Dabei sah er mich scharf an, als ob ich besonders sein Vertrauen gemißbraucht hätte. Wir entschuldigten uns und beruhigten ihn schließlich. Er war in der That in Ver legenheit darüber, wie er die Werbung anbringen sollte. Marby schlug den altmodischen Plan vor, auf die Knie zu fallen. Es schien, als hatte er es schon zweimal versucht. Das erste Mal war ein Störenfried von Bruder dazwischen gekommen ich habe nie ein hübsches Mädchen gekannt, rief Budell, das nicht einen Störenfried von Bruder besaß"; bei einer anderen Gelegenheit war er schon soweit gekommen, dem Gegenstand seiner Liebe( eine Bezeichnung, die Budell durchaus nicht leiden konnte) mitzutheilen, daß er ihr etwas zu fagen habe, als ihre Mutter hereintam und er ablenkend vo einer Blumenausstellung zu sprechen anfing. Offenbar fehlte es ihm an dem nöthigen Muth, einen dritten Versuch zu wagen. g. Opfer der Arbeit. In der Schwarzkopff'schen Mas schinenbau Anstalt, Aderfir. 96, verunglüdte ein daselbst be schäftigter Arbeiter am Sonnabend dadurch, daß er mit der Hand zwischen zwei Zahnräder einer Maschine gerieth, wobei ihm drei Finger start gequetscht wurden. Der Bedauernswerthe mußte sich nach dem Lazarusfrankenhause begeben, woselbst ihm sofort einer der drei verlegten Finger abgenommen werden mußte. Dieb bat fich dadurch Eingang in die Wohnung verschafft, daß er die Füllungen der verschloffen gewesenen Korridor und Stubenthür etwa 50 Mal mit einem Nagelbohrer an ver schiedenen Stellen freisförmig angebohrt und sodann ausge schnitten hat. Die in den Zimmern befindlichen Spinden und Behälter find mittels Brecheifens geöffnet und sehr beschädigt worden. Sämmtliche in den Spinden befindliche Wäsche und Kleidungsstücke find herausgeriffen und lagen auf der Erde umber, außerdem war die Wohnung in arger Weise verunreinigt. Der oder die Diebe scheinen, wahrscheinlich in Folge einer vermeintlichen Störung oder weil sie Gold- und Silberfachen nicht vorfanden, nichts mitgenommen zu haben, denn die telegraphisch herbeigerufene Frau M. hat einen Verlust an Sachen noch nicht bemerkt. g. Der feltene Fall, daß ein Begräbnißort von Neuem. zu anderweitigen Beerdigungen verwendet werden soll, steht in unferer Nachbarstadt Spandau zu erwarten. Wie uns näm lich mitgetheilt wird, hat der dortige Gemeinde- Kirchenrath beschloffen, das in der Oranienburger Vorstadt zu Spandau, längs des Baunes an der Kirchhofstraße, zwischen dem Todtengräberhause und der Mauer gelegene Todtenfeld von Neuem zu Beerdigungen zu verwenden. Aus diesem Grunde find nun die Nachgebliebenen, welche die Gräber ihrer daselbst seit 25 Jahren und länger beerdigten Angehörigen erhalten wollen, aufgefordert worden, die Gräber gegen Zahlung der Gebühren auf eine fernere Beerdigungszeit zu erneuern. Fachblät fimpler Die biefiger und erst fie feit ei Fuhrwert Ende der barauf zu aufforder Wird nun der Ballast aus dem Schiffe geschafft so hat die betreffende Behörde einen Schein auszustellen, worin angegeben wird, wie viel Ballast, wann und auf welche Weise derselbe ans Ufer ge bracht worden ist. Ein Schiff fann nicht früher segeln, als bis es diesen Schein vorgezeigt hat; erst dann wird ihm de Paß ausgestellt. Alle diese Vorschriften waren aber seit einigen Fahren zu einer bloßen Formalität herabgesunken. Der Ballat wurde einfach ins Meer geworfen, wo das Schiff gerade stand. Mit welcher Unverfrorenheit diese gesezwidrige Handlungsweise betrieben wurde, fann schon daraus geschlossen werden, daß oft der über Bord geworfene Ballast in ein gerade an das Schiff anlegendes Bollboot hineinfiel. Das Ballastbillet wurde vom Bollfomtor gegen Bahlung einer festgesetzten Tare ausgefertigt Dieses Billet bezeugte, daß das Schiff so und so, dann und dann den Ballast mit dem und dem Boote ausgeladen hatte; in Wirklichkeit war der Ballast einfach über Bord geworfen, und das angegebene Boot eristirte überhaupt nur auf dem Papier. Ja selbst wenn der Kapitän eines Schiffes vorschrifts mäßig seinen Ballast ausladen wollte, so wurde er daran ge hindert! Die aus diesem Geschäft" refultirenden Einnahmen floffen natürlich in die Taschen des betreffenden Beamten Die Rhede von Taganrog war von jeher nur flach, jetzt aber, nachdem Jahre lang Sand und Steine hineingeschüttet worden find, ist sie erst recht flach geworden. Natürlich hatte die Stadt Taganrog darunter zu leiden, verlor immer mehr ihre Bedens tung als Exporthafen und konnte die Konkurrenz mit Marinpol nicht aushalten. Die Liste der Angeklagten ist nicht voll ständig, zwei Beamte haben fich der Verantwortung durch den freiwilligen Tod entzogen, nämlich der Fürst Maksutom und deffen Kreatur. Die Sache tommt voraussichtlich im Oktober zur Verhandlung. Die Angeklagten befinden sich theils gegen Bürgschaft in Freiheit, theils haben sie sich durch Unterschrift verpflichtet. N. Mit einer klaffenden Wunde am Kopf wurde in der Nacht von Sonnabend zum Sonntag die Frau des in der Manteuffelstraße wohnenden Restaurateurs G. in die Sanitätswache in der Oranienstraße 30 eingeliefert. Die Frau war ihrer Aussage nach ihrem in später Nacht heimkehrenden Mann in einen Streit gerathen, in dessen Verlauf der Mann einen Nagelbohrer nahm und mit demselben seiner Frau einen Stich in den Hinterkopf versezte. Da das Schädelbein getroffen wurde, ist die Verlegung eine sehr bedenkliche, und die Folgen vorläufig unberechenbar. Die Frau befindet sich in ärztlicher Behandlung g. Komischer Kauz. Ein intereffanter Prozeß ist vor Kurzem zu Gunsten eines 80 Jahre alten Rentiers, eines Sonderlings, Namens F. in der pommerschen Stadt P. entschieden worden. F., der seit seiner Geburt seinen festen Wohnfig in B. hatte, faufte sich auf dem zuständigen Kirchhof eine Stelle, auf der er einst begraben werden wollte. Vor einiger Zeit ließ fich F. einen Grabstein mit einer langen Inschrift anfer tigen und denselben auf die erworbene Kirchhofsstelle seßen. Die Gemeinde remonstrirte dagegen, und da F. fich nicht zur Fortnahme des Grabsteins verstehen wollte, so strengte fie gegen F. einen Prozeß wegen Unfugs an mit dem Antrage, ben F. zur Fortschaffung des Grabsteins zu verurtheilen. Das Gericht war jedoch der Meinung, daß F., welcher die Kirchhofsstelle gekauft, mit derselben machen könnte was er wollte, und daher auch zur Aufstellung eines Grabsteins berechtigt set. Es sprach deshalb den F. frei und legte der Gemeinde die Kosten des Verfahrens auf. N. Selbstmord. Vorgestern Nachmittag machte der seit einigen Jahren von seiner Ehefrau getrennt lebende Töpfer B., welcher in der Biethenstraße in Rirdorf wohnte, seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Ueber die Motive fehlen vorläufig noch Anhaltspunkte. Die Leiche wurde nach der Leichenhalle geschafft. N. Ein jugendlicher Ausreißer, der gjährige Knabe Gustav C., Sohn des Schlächters C. in der Mühlenstraße in Rirdorf wohnhaft, hat wieder einmal das Weite gesucht. Der Knabe hat schon durch verschiedene eigenmächtige Handlungen den Beweis geliefert, daß er einen großen Hang zu Betrüge reien und Abenteuern hat. Das Schuleschwänzen" gehörte zu feinen Lieblingsneigungen, und Gelder, welche er für seine Mutter einzutafsiren hatte, sind von ihm mehrfach unterschlagen worden. Nachdem er vor einigen Tagen wieder einige Betrü gereien ausgeführt, hat sich der Knabe, wahrscheinlich aus Furcht vor Strafe, entfernt und ist bisher nicht zu ermitteln gewesen. Er war mit grauer Joppe, brauner Hose und Holzpantoffeln bekleidet, hatte bei seinem Weggehen aber keinen Hut. Bei sei ner Ergreifung dürfte dem jugendlichen Vagabonden wahrschein lich die Einlieferung in eine 3wangserziehungs- Anstalt bevorftehen. mbie ap Gerichts- Zeitung. Es werde den, um Ein Theil feb Don Sta fiszirt m Eigenthü bei der A Nem leitet bas Ein toller Hund hat in Goeding bei Wien am Sonn abend Abend furchtbares Unglück angerichtet. Nachdem der selbe zwei Personen in einem Nachbarorte gebissen, rannte er über die Felder nach Goeding, big den Wirth in das Hand gelent, sprang ihm dann ins Gesicht nnd rig ihm die Unter lippe und Fleischtheile des Kinnes weg. Hierauf rannte auf den Berron des Bahnhofes, wo eben die Passagiere in den Bug einsteigen wollten, und verlegte dort sechs Personen, darunter zwei Bahnbedienstete, sowie einen Gendarmen und einen Ulanen Unteroffizier, welche die Bestie tödten wollten. Der Gendarm wurde in das Garnisonsspital nach Brünn ge bracht, drei andere Personen wegen der erlittenen schweren Verlegungen, welche eine operative Behandlung von einer Amputation der förmlich zermalmten Hände- noth wendig machten, nach Wien in ein Spital. Ein gefährlicher Fund. Aus Wien wird berichtet: Der Drechslermeister Franz Fuchs hatte sich am 12. Juli d. J. einen Wagen voll Knochen gekauft und seinen Gehilfen beauftragt, dieselben zu sortiren. Abends fam der Gehilfe zu seinem Meister und brachte ihm eine Blechbüchse mit dem Bedeuten, daß er sie unter den Knochen gefunden habe. Die Blechbüchse war zum Deffnen, und in ihrem Innern befanden sich zwei Glasröhren, weshalb Fuchs fie zur Polizei trug. Dort konsta tirte man, daß die mit Ritt an beiden Enden verschlossenen Glasröhren je 20 Gramm eines grauschwarzen Pulvers enthielten, welches Pulver sich als ein äußerst empfindsames Gemenge von 50 Prozent chlorfaurem Kali und 50 Prozent schwefelsaurem Antimon darstellte, eine Mischung, die sehr leicht explodirbar ist und von verheerender Wirkung sein kann. Die Knochen hatte Fuchs von dem in der Klosterneuburgerstraße wohnenden Hadernhändler Johann Friedl erstanden, und dieser hatte sich auf Grundlage der gegen ihn eingeleiteten Untersuchung heute vor dem Bezirksgerichte Leopoldstadt wegen Außerachtlassung der besonderen Vorschriften bei Aufbewahrung und dem Transporte von explodirbaren Stoffen(§ 336, lit. f.) zu verantworten. Er versicherte, feine Ahnung von dem Vorhandensein der Blechbüchse in dem Wagen gehabt zu haben. Wie dieselbe dort hineingekommen, sei ihm ein Räthsel, denn er selbst habe die Knochen auf den Wagen geladen und denselben zu dem Drechslermeister geführt, was er gewiß nicht gethan hatte, wenn ihm bekannt gewesen wäre, welche Gefahr ihm drohe. Budem habe er die Knochen selbst im Hause des Drechslermeisters abgeladen und da hätte er doch die Büchse entdecken müssen. Der Richter Dr. Glaser sprach nach dieser Darstellung den Angeklagten frei. Belle- Alliance- Theater. Die beiden Künstlerinnen Frau Niemann- Seebach und Franziska Elmenreich find eingetroffen und beginnt die erstere bereits heut ihr Gastspiel als Generalin in Mutter und Sohn". Neben ihr debütirt Herr Schwellach als Bruno. Frl. Fröhlich hat die Partie der Franziska übernommen. Morgen debütirt Herr Würzburg vom Stadttheater zu Niga als Gottfried, Hypolit und Charles Fall in Kozebue's Die Unglüdlichen", während Franziska Ellmenreich erst am Sonnabend ihr Gastspiel als Maria Stuart" eröffnet. Das erste Gastspiel der Liliputaner findet heute im Louisenstädtischen Theater statt. Wie wir hören, ist die Nachfrage nach Billets eine außerordentlich starke, und darf man daher wohl mit Recht vorausseßen, daß sich das Gastspiel der Zwerge zu einem, tleinen" Ereigniß für das Louisenstädtische Theater gestalten wird. Vermischtes. man sprach rend der mir" find ja reits auf Berlehrs Ich lo Sehr lie Schleftsch Bedingu brüchig f Dere foll Wert be einigen trafen un balteftell Don Sch brüchige Dorgebigt Fabrziele frage!" Herren i teigen." fagen, id Nein, n Der Kond blinde G Richtung tüdgebal jur Ged Thr Wa Der Böl grünen bequem. gewohnh Der Hint bas Fen Derren? fährt ja teigen lieber idhwante gen, ver darin und mi dert, fich wagens Fürften it gen ab, Morigo Lächeln Steglit Warnung für Schnapsbrenner. Wie der„ Kottbuser Anzeiger" mittheilt, ist dem Mühlenbefizer, Herrn Hartenberger, Befiger der Hainmühle, vor einiger Zeit ein Schriftstück von Berlin zugegangen, worin er seitens der Heilsarmee vor der Fabrikation von Branntwein gewarnt wird. Das Schreiben führt an der Spize die Bezeichnung:„ Aus dem Reiche der Heilsarmee im dritten Jahre ihres Kampfes. Birkularan sämmtliche Schnapsbrenner der Erde!" Der Schluß deffelben lautet: Wir laffen Dir noch eine fue Spanne Beit. Stellst Du Dein Schnapsbrennen nicht ein, -so wirst Du die Wunder unserer Kraft erfahren Verderben allem Schnapse! II, 4. I, 5.- 8764. Mitglied de Heilsarmee. Termin: 5885. I. 1." Bravo! Für die Zustände in der russischen Beamtenwelt be zeichnend ist ein gegen mehrere Beamte des Taganrog'schen Bollamtes wegen Verschüttung der Rhede mit Ballast anhän gig gemachter Prozeß vor dem Charfower Appellhofe. Die Anklageaften in Angelegenheit dieser Sache sind bereits zufammengestellt und den Angeklagten: dem Hofrath Kusow, dessen Gehilfen, den Kollegienaſſeſſoren Michailow und schin, dem Kollegienfelretär Pauli, dem Hofrath Londis, dem Kollegienaffeffor Poljakom und dem Beamten für habe. Das Büchelchen nennt sich Schweinealbum, dem men Schweincalbum. Wie man noch immer ohne Anstren gung zu Gelde fommen kann, das zeigt die Ankündigung de Firma Risel u. Co. in Hagen, daß fie in acht Wochen o einem fleinen harmlosen Büchelchen 20,000 Exemplare verkauft liegt das Räthsel. Die 20,000 Käufer werden über den Inhalt des Buches nicht wenig enttäuscht gewesen sein. Ich dachte, es ist ein Bummelzug. In Neukirchen wurde, so erzählt die„ Linz. 3.", dem von Salzburg am 9. D tommenden Schnellzug durch den dortigen Bahnwächter zum Stillftehen signalistit. Die in den Waggons befindlichen Reisenden schnellten, da der Zug an außergewöhnlicher Stelle unter dem Thurm belegenes Zimmer wurde durch Einstürzen besondere Aufträge, dem Kollegienrath Kramzem, ausgehän Waggons herab, nicht minder der Zugführer, doch gewahrte N. Ein bedeutender Dachstuhlbrand fand am gestrigen Vormittag in der elften Stunde auf dem Grundstück des Edhauses an der Bülowstraße 8 und Biethenstraße 24 statt. Hausbewohner bemerkten um die angegebene Beit Rauchwollen aus dem Dach auffteigen, denen plöglich helle Flammen folg fen. Legtere griffen mit so rapider Schnelligkeit um sich, daß auch der an der Ede befindliche Thurm in Mitleidenschaft gezogen und völlig zerstört wurde. Auch ein in der 4. Etage der Decke sehr erheblich beschädigt, und verschiedene darin befindliche Mobilien verbrannten. Beim Eintreffen der Berliner und freiwilligen Schöneberger Feuerwehr traten zwei Dampf sprißen und mehrere Handdrucksprißen in Aftion, welche über eine Stunde thätig waren, um die Flammen auf ihren Heerd zu beschränken. Von den auf dem Boden lagernden Hausgegenständen, Betten 2c. fonnte nichts gerettet werden. Die Entstehungsurfache war bisher nicht zu ermitteln, und der verursachte Schaden nicht festzustellen. Die Aufräumungsarbeiten zogen fich bis Mittag gegen 1 Uhr hin. a. Einbruchsdiebstahl. In der ohne Aufsicht gelassenen Wohnung der in der Gitschinerstraße 73 wohnenden Wittwe M., die sich seit 8 Wochen außerhalb Berlin aufhält, ist, wie erst nachträglich entdeckt worden, in der Nacht vom 6. zum 7. d. M. ein Einbruch verübt worden. Der um nach der Ursache des plöglichen Stilleſtehens zu forschen. Auch das Bugpersonal sprang von den Trittbrettern der man troß allen Spähens kein Hinderniß, nur sah man den Folgendem: Die Mehrzahl der in die Häfen des Asow' Bahnwächter fortwährend Zeichen geben, neben ihm ein feiffe gewöhnlich aus Sand besteht. Nach den für das Asow'sche stehen gebracht und dadurch eine Verspätung herbeigeführt Meer geltenden Regeln hat ein Beamter den Ballast auszus habe, entschuldigte er sich naiv: Ich dachte, es ist der Bum 11 digt worden. Die Sache besteht nach der Now. Wr." in fchen Meeres einlaufenden Schiffe führt Ballast mit sich, der meffen und die Resultate im Manifest anzugeben. Das Schiff melzug und der Kohlhofer muß nach Wels. Der bei lich um Raffiner Schulter blinden fe endli fest mer Dem S Fahrt b mich vo Der fein Hären Morgen Dafür fi glänzen der thn nebit et g. in der Großes Aufsehen erregte es, daß der Kaiser im Taubstummen Institute mit Schülern, welche nicht russisch verstanden, pol machen, ob es Ballast mit sich führt. Ein Beamter begiebt fich aus Warschau folgendes sensationelle Telegramm fenden: fich sodann an Bord und überzeugt fich, ob der Ballast nicht in's Meer geworfen ist. Im Uebertretungsfalle wird dem Ka pitän des betreffenden Schiffes entweder das Recht entzogen, das Meer zu befahren, oder er unterliegt einer Gefängnißstrafe bis zu einem Jahr. Der Ballast wird an besonders dazu be stimmten Stellen ausgeladen. In Taganrog mußte er am Ufer ausgeladen werden, und zwar durch Vermittelung fleiner Boote. nisch sprach." man es mit einem Taubstummen zu thun hatte. Ein seltener Fall. Wegen ruheftörenden Lärmens wurde Nachts in einem Salon an der Elbchausee in Ottensen ein Mann verhaftet. Bei der Vernehmung erwies es fich, daß werbung noch nicht förmlich angebracht, aber mir ist vor der eigenen Jdee. Die Szene war eine Waldlandschaft. Eine die junge Dame hier im Hause ist, und daß sie Miß Maxwell Füßen und hielt eine ihrer Hände. In geringer Entfer Antwort nicht bange. Ich zögere nicht, euch zu sagen, daß junge Dame saß auf einer Bant, ein Liebhaber kniete zu ihren Ich machte den Vorschlag, er solle schreiben, doch schien es, daß die junge Dame, als fie von einem Roman sprach, den Helden deshalb ausgelacht, weil er seinen Antrag feiger Weise einem Briefe anvertraut hatte. ,, Kannst du ihr nicht in erschütternder Weise das Leben retten und dich ihr dann zu Füßen werfen?" fragte der romantische Marby. Oder fannst du dich nicht von einem Regenschauer überrafchen laffen und fie dann höflich bitten, dein Loos und deinen Regenschirm zu theilen?" bemerkte Smithers. Budell lächelte verächtlich. Ihr habt gut lachen, da ihr es nicht selber zu thun habt, aber es bleibt immer eine heitle Sache, wenn man sie gut machen will. Ih wünsche, es aufrichtig und ohne Umschweif zu vollführen." Ich bin überzeugt," sagte Smithers, daß du es am Ende in einer ganz außergewöhnlichen und urtomischen Weise machen wirft." Nun", sagte Budell mit Würde, die Zeit wird es lehren." heißt." ,, Großer Gott!" rief Budell Nun," sagte Marby, ich will diese Gelegenheit benutzen, stehe, dasselbe zu thun. Nur bin ich so vorsichtig gewesen mit nung von den Liebenden, ungesehen, beobachtete ein Neben buhler das nichts ahnende Baar von einem Busche aus. Dal den Klub davon in Kenntniß zu seßen, daß ich auf dem Punkte Kleidung sehr reizend aus, und Smithers lugte prächtig. Bu Bild war sehr wirkungsvoll. Miß Maxwell sah in ihrer dell's Geficht fonnte man nicht sehen, denn er hatte den Bu der jungen Dame zu reden und Fanny Carlyon wird bald schauern den Rüden zugekehrt. Bis zu diesem Augenblid war es allen Darstellern gelungen, starr und steif wie Bildsäulen zu Ich war wie vom Donner getroffen. In diesem Fall," bleiben, aber in diesem Bilde schien Miß Maxwell, die schon mehrere Male aufgetreten war, ihre Haltung zu verlieren. Der Vorhang Als ich eben wenige Minuten vor dem Diner mein Hals- ansah und schließlich tief erröthend von der Bühne weglief. Der August brachte mir eine Einladung von Will CarIyon, vierzehn Tage bei seinem Vater in Schottland zuzu bringen, um Rebhühner zu schießen. Ich habe Marby, Smithers und Budell ebenfalls gebeten," schrieb er, und erwarte sie alle. Ich weiß ihr vier habt fürchterliche Ketten- und Sklavereivor stellungen von der Ehe, aber hier bei Fanny ist eine Menge hübscher Mädchen, und es sollte mich wundern, wenn ihr nicht alle mit dem feften Entschluß nach Hause ginget, sofort Bene bifts zu werden." Frau Marby heißen." fagte ich würdevoll und schritt aus dem Bimmer, bin ich jetzt Als ich hintam, fand ich das Haus voller liebenswürdiger Männer und Mädchen. Auch die Hühner gewährten ein sehr Schönes Jagdvergnügen. Budell war in der besten Laune, er war der maître de plaisir und sorgte für alle Art von Vergnügungen. tuch Inüpfte und darüber nachdachte, daß, wenn auch Blödig teit, Mangel an Beit und selbst gekränkte Liebe überwunden werden konnten, ich wenigstens einen Grund hatte, der mich der Ehe fern hielt, stürzte Budell in mein Zimmer. D" fagte er. ich bin in einer schönen Klemme! Smis thers will um Miß Maxwell anhalten, und sie ist meine Liebe." Wie? ihr beide liebt Miß Maxwell?" Eines Nachmittags hatte ein schwerer Regen die Jäger früher als sonst nach Hause gebracht; ich untersuchte eben meinen Hinterlader als Smithers mich geheimnißooll ersuchte, mit ihm fogleich ins Rauchzimmer zu fommen. Dort fand ich Budell und Marby. Smithers hatte den Klub zusammen berufen, und wir waren im Bimmer allein. Er erklärte in der Kürze den Zweck der Zusammenkunft. " Ja, und der vorlaute Kerl, der Smithers, wird sich frischweg um fie bewerben, während ich nie dazu Gelegenheit gehabt habe." Mein lieber Budell, du mußt dir eine Gelegenheit machen. Thu' es noch heut Abend!" Ich habe eine Mittheilung zu machen" sagte er, ähnlich berjenigen, die Budell vor kurzem gemacht hat. Ich bin im Begriff seinem Beispiel zu folgen, und lade euch hiermit alle zu meiner Hochzeit ein. Wie Budell, habe auch ich meine Be 11 foll, wo mit me enthalta war ma beitere Schl., fleine Fehler des vorhergehenden schadete dem allgemeinen Das legte Bild aber ging ohne hinderniß vorüber, und der und ich stand müßig da, als Budell, wieder in seinem ge wöhnlichen Anzug, in höchster Aufregung zu mir stürzte. ,, Beim Zeus," flüsterte er ,,, wünsche mir Glüd: Ich hab's Deut Abend? Wir gehen ja gleich zu Tisch, und nach dem Diner haben wir die lebenden Bilder. Gott weiß, was Smithers anfängt, während ich die verwünschten Bilder zu stellen babe. Und morgen habe ich Carlyon versprochen, um neun Uhr mit ihm nach der Haide aufzubrechen." Ich versuchte, ihn damit zu trösten, daß ich sagte, vielleicht würde Miß Marwell Smithers ausschlagen. Budell zitterte bei der Möglichkeit, daß ihm ein anderer zuvorkommen fönnte. Er war verstört und sah während der ganzen Mahlzeit zergethan; es ist alles in Ordnung." Damit zog er mich in das Lesezimmer. " Was meinst du denn? Was hast du gethan? " Ich habe meine Bewerbung angebracht und bin ange Ich wünschte ihm von Herzen Glüd und fragte ihn dann: ,, Wie hast du es denn gemacht? wann hast du Zeit dazu g nommen worden." funden? wo haft du den Muth bergenommen?" bein be berg vo tauf un Die Mi a. befand Ich will dir's sagen. Ich hab's im Bilde gethan. Wäh rend die Musik spielte, sagte ich dem Fräulein, daß ich allen ich fie bäte, meine Frau werden zu wollen. Deshalb rannte sie hinweg." ,, Darüber lann man fich freilich nicht wundern. Wohnu paufe a Bohnu leife an an der er auf erhob, feiner Schlaf Flucht War es nicht famos, daß ich es unter Smithers Augen that? Nachher habe ich die Dame natürlich in dem Kleinen streut aus. Smithers dagegen hatte neben Miß Maxwell Play Bimmer gesprochen. Sie wird gleich hier sein, sobald fie fich genommen und ließ alle seine Liebenswürdigkeit spielen. Die lebenden Bilder begannen sogleich nach dem Diner und waren febr erfolgreich. Seltsam genug hatte in dem vorlegten Bilde Miß Maxwell, Smithers und Budell allein zu erscheinen, und noch seltsamer war es, daß der dargestellte Gegenstand die Nebenbubler" bieß. Wo Budell ihn her genommen, weiß ich nicht; wahrscheinlich entstammte er feiner umgezogen." Don fid junger erwarte Beide mit id Beibe g. ichöne, regung ein b gebend aufgeg geralt Dame mertia bie D mehrer abicher wohn Nun, es freut mich, daß die Sache endlich entichieben ift. Smithers hatte recht, als er sagte, du würdest es in einer außerordentlichen Weise thun. Es muß Miß Marwell aller Smithers heirathete achtzehn Monate nachher Miß Mar dings febr in Verlegenheit gefegt haben. well's Schwester. Berantwortlicher Redakteur R. Gronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. Die St a Daufe 14 jab Ritirt am 4. treffende wie viel Ifer ge eln, als hm der einigen Ballast De ftand. ngsweise Daß oft & Schiff de vom gefertigt. nn und hatte; eworfen, auf dem rschrifts ran ge nahmen Beamten egt aber, t worden Die Stadt Bebe Rarinpol ht voll urch den com und Ottober Is gegen nterfchrift n Sonn Dem der cannte er s Hands ie Unter annte er giere in Berfonen, nen und wollten. rünn ge schweren an sprach noth Rottbufer enberger, tüd von vor der Schreiben weiche der Iar an e!" Der Ene furge nicht ein, hren. glied der Anftren gung der chen von e verkauft barin en Inhalt eutirden am 9. b. hter zum findlichen Der Stelle Fenfter, foridhen ttern der man den gewahrle ein feifted Am Stille beigeführt Der Bum Blatt läßt n fenden: ftummen nden, pol ns wurde fen ein fich, daß ft. Gine zu ihren er Entfer Ein Neben us. Das in ibrer tig. Bu e den Bu amblid war Diäulen zu on mehrere Vorhang Bubell eweglief gemeinen Ju tangen und der einem ge Ich hab's Tate. bin ange ihn dann: Dazu ge n. Wäh ich allen und daf 16 rannte Augen m Heinen lb fie fich entichieben 6 in einer well aller Rig Mar Fachblätter für Delikatessen- Handlungen" zu studiren als ein fimpler Berliner Budiler". Die Moltkebrücke, die erst vor wenig Jahren neu gebaut und erst fürzlich renovirt worden ist, hat fich, nach Mittheilung biefiger Blätter, in Besorgniß erregender Weise gesenkt, so daß fie feit einigen Tagen von der Pferdebahn und allem anderen Fuhrwert nur im Schritt befahren werden kann. An jedem Ende der Brücke steht ein berittener Schußmann, der streng darauf zu achten hat, daß die aufgepflanzten Tafeln, welche auffordern, Schritt zu fahren, gehörig respektirt werden. Es werden sicherlich sofort energische Maßregeln getroffen werden, um einem Unglüd vorzubeugen. Ein Trost für Befizer von Stammseideln. Die zum Theil sehr werthvollen, als Andenken oft unerfeglichen Deckel Don Stammseideln, welche wegen Fehlens des Füllstriches tonfiszirt worden find, werden vom Polizeipräsidium an die Eigenthümer wieder verabfolgt, ebenso fönnen dieselben auch bei der Beschlagnahme der Gläser zurückbehalten werden. Nemesis auf der Pferdebahn. Haben Sie Beit?" So leitet das B. T." eine hübsche Schilderung aus dem Berliner Berlehrsleben ein.„ Gewiß," ist die Antwort ,,, was wünschen Sie?" Jch lade Sie zu einer Gratihfahrt auf der Pferdebahn ein." Sehr liebenswürdig, und wohin?" ,, Meinetwegen bis zum Schlesischen Thor; je weiter desto beffer. Aber ich stelle eine Bedingung". mir" Und die wäre?" Sie müssen sich während der ganzen Fahrt äußerst furzsichtig und ein bischen gichtbrüchig stellen". Das Eine bin ich ohnedies, und das Anbere soll mir einen besonderen Spaß machen; aber erklären Sie -Später, später, lieber Freund; erst soll das Bert den Meister loben."- Die beiden„ Dnfels", welche vor einigen Tagen in der Nähe des botanischen Gartens zusammentrafen und dieses Zwiegespräch führten, stellten sich auf der baltestelle bei der Alvenslbenstraße auf und erwarteten den Don Schöneberg kommenden Wagen, zu welchem der Gichtbrüchige von seinem Freunde nicht ohne fichtliche Mühe em porgehißt wurde. Der Kondukteuer erkundigt sich nach dem brziele der neuen Passagiere.„ Ede Französische Friedrichtrage!" ,, Dorthin lommen wir ja gar nicht, da müssen die teigen." Herren in den Wagen Bülowstraße Köllnischer Fischmarkt einfind ja noch gar nicht an der Bülowstraße!" ,, Nun, das ist doch dieser!" ,, Keine Rede, wir Was Sie inzwischen be: reits auf dem halben Wege nach der Bülowstraße angelangt. Nein, nein, Sie müssen absteigen meine Herren!" Der Rondukteur. Kommen Sie, lieber Freund!" Der halbblinde Gichtbrüchige trifft Anstalten, fich in möglichst unpassender Richtung auf's Straßenpflaster zu stürzen, wird indessen von dem menschenfreundlichen Kondukteur mit sanfter Gewalt zu ur Geduld verwiesen.„ So, meine Herren- dort drüben steht The Wagen!" Dante sehr!". Auf dem Standplay an drängt Der halb aus dem Waisenhause zu Rummelsburg entsprungen sei. Er wurde nach dem Moltenmarkt gebracht, woselbft fich herausstellte, daß seine Angaben über seine Person und Herkunft erlogen waren. Der Knabe machte nunmehr andere Angaben über seine Person, die sich ebenfalls als erlogen herausstellten. Heut endlich ist es gelungen, zu ermitteln, daß der Knabe vor mehreren Tagen aus dem katholischen Waisenhause zu Moabit, woselbst es ihm gar nicht gefallen hat, entsprungen war. a. Abgefaßter Dieb. Der Gärtner B. fehrte gestern Vormittag gegen 10 Uhr in seine in der Frankfurter Allee be legene Wohnung, welche er auf furze Zeit verlassen hatte, zurück und ſah vor der Wohnungsthür einen fremden Mann Er hielt denselben fest aus seiner Wohnung herauskommen. Er hielt denselben fest und fiftirte ihn mit Hilfe mehrerer Nachbaren zur nächsten Polizeiwache. Hier wurde in dem Sistirten der bereits 21 Mal wegen Diebstahls, zulegt mit 5 Jahren Buchthaus be strafte Kommis M. festgestellt. Die weiteren Nachforschungen ergaben, daß er die B.'sche Wohnung mittels Nachschlüffels geöffnet und sich eine frei auf der Kommode liegende goldene Uhr mit Rette, ein paar goldene Ohrringe und eine Granatbroche, im Gesammtwerth von 180 M. angeeignet hatte. M. wurde zur haft gebracht und die bei ihm vorgefundenen ent wendeten Gegenstände wurden dem Eigenthümer zurüc gegeben. N. Vergiftung mit Kali- Lauge. Der zweijährige Sohn des Album- Fabrikanten R. Dranienstr. 188 befand sich gestern Vormittag in der Küche und während das Dienstmädchen am Fensterbrett Küchengeräthschaften mit dem sogenannten Oleum pugte und dem Kind den Rücken zuwendete, faßte der Kleine nach der vor ihm stehenden Flasche und trank von der gefähr lichen Flüssigkeit. Durch den lauten Schmerzensschrei wurde das Mädchen auf den Vorgang aufmerksam, rief die Mutter herbei, welche ihr Kind sofort nach der nahe belegenen Sanitätswache brachte. Hier wurden dem Knaben sofort Gegenmittel eingeflößt. Das Kind, welches sich noch nicht außer Lebensgefahr befindet, wird von einem Arzt behandelt. N. In größter Lebensgefahr schwebte heute Vormittag in der Leipziger Straße ein bejahrter Herr. Derselbe wurde beim Ueberschreiten des Fahrdammes an der Ede der Charlotten- und Leipziger Straße, dieser frequenten Stelle, von Krämpfen befallen und stürzte bewußtlos zusammen. Nur der Geistesgegenwart eines Droschkentutschers II. Klasse, welcher sein Bferd sofort parirte, war es zu danken, daß der alte Herr dem Ueberfahren entging. Ein Schußmann und viele Passanten sprangen dem Bedauernswerthen sofort bei, trugen ihn in ein Haus und durch Effigeinreibungen, sowie Einflößen von faltem Waffer war es möglich, denselben wieder zum Bewußtsein zurückzubringen. Per Droschte fonnte er sich in seine in der Brandenburgstraße belegene Wohnung begeben. N. Eine brutale Mißhandlung hat fich am Sonnabend Abend gegen 834 Uhr der in der Weberstraße 44 wohnende Hauswirth, der Brunnenbauer R., zu Schulden kommen laffen. Zwischen dem Genannten und einer Mietherin L. war in Folge eines verlorenen Prozesses, der zu Ungunsten des Wirthes aus gefallen ein gespanntes Berhältniß eingetreten. In Folge der Bölowstraße steigt das Paar in den Wagen mit dem rothbequem. Der Wagen fährt ab der Kondukteur beginnt gewohnheitsmäßig jezt erst mit der Billetausgabe. Erst wird Der Hinterperron, dann das Interieur bedient, endlich klappt deffen lauerte das Fensterchen nach dem Vorderperron auf. Wohin, meine R. am Sonnabend der L. auf dem Hausflur auf und brachte der legteren mit einem stumpfen Instrument mehrere Wunden am Stopf bei. Auf die ärt ja gar nicht Dabin, Sie hätten in" ben hintern Wagen Hilferufe der Verlegten eilten Nachbarsleute herbei, und auf fteigen müffen!" Gott, wie unangenehm! Kommen Sie, der Straße versammelte fich eine große Anzahl Menschen, lieber Freund!" Wieder humpelt der Halbblinde auf seinen welche für Frau L. Partei nahmen. Die Wuth der Zeugen war eine so große, daß fie mit Steinen nach dem Fenster des gen, derübt en passant Attentate auf verschiedene Hühneraugen Wirthes warfen und ihn ficher gelyncht hätten, wären sie seiner and wird endlich vom Stondufteur mit Inapper Noth verhin habhaft geworden. Frau 2. befindet sich in ärztlicher Be wagens zu werfen. dert, sich unter die Räder eines eben vorübersausenden Gegen handlung. Warten Sie bis zur Haltestelle!" ruft der besorgte Beamte dem Unvorsichtigen zu. An der Kur- straße 17 wohnhaft, wurde in der vergangenen Nacht, als er fürstenstraße steigen die Beiden aus, warten den nächsten Wa lich um fie bekümmert, den sehnlichen Wunsch aus, nach dem gen ab, fteigen ein und drücken, als fich der Kondukteur endg. Rohheit. Der Strumpfwirkergeselle Baul F., Markusfich auf dem Nachhausewege befand, von mehreren Männern angerempelt und nach einem furzen Wortwechsel überfallen. F. wurde derartig zugerichtet, daß er mehrere Wunden am ftraße in Anspruch nehmen mußte. Einer der Rowdies wurde festgenommen und zur Polizeiwache ststirt. Morigplay befördert zu werden, worauf fte mit mitleidigem Kopf erhielt und die Hilfe der Sanitätswache in der BlumenLächeln auf ihren Irrthum aufmerksam gemacht und an der Stegligerstraße abgesezt werden. So geht es fort; mit einem Raffinement und einer Lokalkenntniß, wie sie nur ein altge= fhulter Bferdebahn- Fahrgast erwerben fann, benußen die edlen blinden Baffagiere einen falschen Wagen nach dem andern, bis fie endlich am Schlesischen Thor vom Treptower Wagen abge Gerichts- Zeitung. legt werden, weil sie denselben in der verkehrten Richtung nach Waffentragen beschäftigte heute in der Strafsache gegen den Dem Spittelmarkt benußen zu wollen vorgeben. Die ganze Fahrt hat nur wenig über drei Stunden gedauert. Ich habe hiesigen Landgerichts I. Der Angeklagte hatte sich am Abend mich vortrefflich amüfirt!" versichert der Pseudo- Gichtbrüchige, des 3. Auguft cr. die Uniform seines Freundes, des Grenadiers Der feine Rolle zum Entzüden durchgeführt hat; aber nun ers lären Sie mir endlich glänzend gerächt!" Ach was, ich sprang diesen Spricht's und steigt in den Wagen ein, Arbeiter Bernhard August Stroch die erste Ferienftraffammer Fuchs, angethan und dabei auch deffen Seitengewehr umgeschnallt. Fuchs hatte dafür des Angeklagten Civilsachen angezogen. In diesem Aufzuge besuchten fte ein Schantlotal, in welchem der Angeklagte mit den anderen Gäften in Streit gerieth und dabei den Säbel zog. Die Angegriffenen entriffen dem Pseudogrenadier diese Waffe, und dadurch kam die vorgenommene Metamorphoftrung an den Tag. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten wegen dieses Streichs zu 1 Woche Die vielfach verbreitete Ansicht, einem Andern unter Rorgen zwanzig Schritte vor der Theilstrecke auf und mußte dafür fünf Pfennig mehr bezahlen. Dafür habe ich mich nun der ihn und seinen Freund nach der Bülowstraße zurückbringen foll, wofür er mit höchst befriedigtem Lächeln sechzig Pfennig nebst einem generösen Trinkgeld bezahlt. g. Einen üblen Ausgang nahm ein Ausflug, den der Gefängniß. mit mehreren Freunden nach Straußberg, dem Sommer- Auf vier Augen ungestraft eins auswischen zu fönnen, erwies enthaltsorte feiner Frau, unternommen hatte. In Straußberg fich heute aus dem Resultat einer gegen den Klempnergesellen war man sehr ausgelaffen, und bei der Kurzweil, welche die Kohnert wegen vorfäßlicher Körperverlegung geführten Verhandbeitere Schaar trieb, stieß einer der Reisegefährten so stark den lung als ein verhängnißvoller Jerthum. Ünter den Arbeitern, bein des linten Armes brach. Dem Verlegten wurde in Strauß- fortarbeiteten, befand sich auch der Klempnergeselle Becker. Schl., daß Beide zur Erde fielen und Schl. fich das Schlüssel- welche während des Strifes in der Holy'schen Lampenfabrit rauf unter großer Betrübniß der Gattin und der Reisegenossen sich die Lauftgerstraße entlang zu Tisch zu begeben, als hinter Unangenehme Ueberraschung. Der Post beamte L. theils Strikende aus der Holy'schen Fabrit ihn mit Stichelreden befand sich am 12. d. Mts., Nachmittags 2% Uhr, in seiner regalirten. Plöglich erhielt er von einem derselben einen FaustWohnung in der Kleinen Auguststraße, um daselbst Mittagsschlag ins Gesicht. Um sich nicht der Gefahr auszuseßen, von pause zu halten, und er schloß deshalb die Entreethür zu seiner a. Derselbe war in der Mittagsstunde des 6. Mai cr. im Begriff, er will die beregte Manipulation nur zu dem Zwecke vorge nommen haben, um ein stärkeres Mouffiren des Würzburger Bieres, das überhaupt nicht ordentlich geschäumt habe, zu ver anlaffen. Die Kellner, von deren Beeidigung das Gericht wegen Verdachtes der Beihilfe abfteht, fügen aber als weiteren Grund noch hinzu, daß der Angeklagte wiederholt zu ihnen gesagt habe, er müsse das Würzburger Bier auf die angedeutete Weise verschenken, weil dasselbe zu theuer sei, um ein Drittel Liter( ein Seidel) für 25 Pfennig verkaufen zu können. Bemerkt mag hierbei noch werden, daß der Angeklagte hundert Liter Würzburger Bier zum Preise von ca. Mart 31,50 bezog. Ferner mußten auf das Geheiß des Angeklagten die in dem Bierkeller seines Geschäftes beschäftigten Arbeitsleute zweimal, nämlich im September vorigen Jahres und im Januar dieses Jahres, als gerade kein Würzburger Bier mehr auf Lager war, an den Bierdruckapparat ein Faß dunkles Rostocker Bier legen. Oben im Restaurant wurde dasselbe dann so lange mit hellem Rostoder Bier verschnitten, bis es eine dem Würzburger Biere ähnliche Färbung annahm Dies Gemisch wurde den Gästen als echtes Würzburger Bier vorgesezt und von diesen nicht nur als solches getrunten, fondern auch bezahlt. In zwei Fällen verabfolgte der Angeklagte auch an zwei auswärtige Kunden, welche ausdrücklich echtes Würzburger Bier auf Gebinden bestellt hatten, ein durch Zuſammengießen von anderen Bieren hergestelltes Gemisch. Der Gerichtshof nahm mehrfachen Betrug, begangen in idealer Konkurrenz, mit dem Vergehen gegen§ 10, Abs. 1 und 2 des Nahrungsmittelgesezes vom 14. Mai 1879, an und verurtheilte den Angeklagten zu einer Gefängnißstrafe von drei Monaten und 500 Mark Geldstrafe eventuell weiteren fünf Wochen Gefängniß. Arbeiterbewegung, Vereine und Versammlungen. Die Generalversammlung der Mitglieder der Zim mergesellen- Kranten- und Sterbetasse tagte am Sonntag Vormittag 10 Uhr im Königstädtischen Kafino in der Holzmarktstraße unter dem Vorfis des Herrn Marzian. Auf der Tagesordnung ftand die Beschlußfaffung über das entworfene Statut der Ortskaffe des Simmergewertes zu Berlin. Herr Ming verlas das dem Vorstand zugegangene Ortsstatut und eine Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg vom 25. August, in welcher der Vorstand aufgefordert wird, die Statuten der Kaffe innerhasb 4 Wochen dem Geseze anzupaffen, andernfalls von der Aufsichtsbehörde ein rechtsverbindliches Statut vorgelegt werden würde. Sodann wurde das vom Vorstande unter Zuziehung eines Sachverständigen entworfene Statut der Ortstaffe verlesen, worauf der Vorfigende die Distusston eröffnete mit einem Antrage des Herrn Hugo Lehmann und Genoffen, über die einzelnen Baragraphen des Entwurfs gesondert abzustimmen. Die anwesenden Vorstandsmitglieder mit Ausnahme des Herrn Marzian befürworteten dagegen die Annahme des Entwurfs en bloc. Herr Lehmann vertheidigte in längerer Ausführung seinen Antrag und erweiterte denselben dahin, heute nur die Hälfte der Sta tuten zu berathen. Dieser Antrag wurde nach längerer Debatte mit allen gegen 9 Stimmen angenommen, und hierauf in die Berathung der Statuten eingetreten.§ 1 wurde ohne Debatte angenommen. Bu§ 2 stellten die Herren Hugo Lehmann und Rose den Antrag, die entworfenen Statuten in einer Anzahl von 500 Exemplaren drucken zu lassen und in der nächsten Versammlung an die Mitglieder zu vertheilen. Die Herren Hammer und Ringmann beantragten dagegen, daß auf jeden Plas ein Exemplar und in der nächsten Versammlung 200 Gremplare unter die Mitglieder vertheilt werden sollten. Legterer Antrag wurde schließlich angenommen, und die Versammlung nach Verlesung des Protokolls um etn halb 2 Uhr geschloffen. t. Die Tischlerversammlung für den Norden Berlins, welche unter Borsig der Kommissionsmitglieder Lenz, Künzel und Stellmann in Randel's Salon, Invalidenstraße la abge= halten wurde, hatte die Hauptaufgabe, die Frage zu ventiliren, wann der geeignete Zeitpunkt zur Einführung der Minimaltarife gekommen sei. Herr Ridel als Referent erörterte zunächst im Augemeinen, was und zu welchem Zwecke Minimaltarife find und legte klar, daß dieselben bestimmt wären, die Lohndifferenzen für dieselben Arbeiten in den verschiedenen Wert stätten auszugleichen und eine Norm zu schaffen, auf Grund welcher es dem mittleren und schwachen Arbeiter ermöglicht wird, bei 9% stündiger täglicher Arbeitszeit 18 Mr. pr. Woche zu verdienen. Durch diese Minimaltarife würden nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch ein großer Theil der Arbeitgeber geschädigt, welche jetzt durch die gegenseitige Konkurrenz ge zwungen wären, billiger zu arbeiten, und würde von dem Theile der Arbeitgeber, welche schon jest die bis dahin in dem Bautarife vorgesehenen Preise und noch darüber bezahlen, die Buftimmung zu diesem Vorgehen der Kommission täglich fundgethan. Kein reeller Meister würde sich von der Anerkennung der Minimaltarife ausschließen, und würde man es in Folge deffen seiner Beit nur mit den sogenannten Schundmeistern" zu thun haben, gegen welche dann allerbings rücksichtslos vorgegangen werden müsse, da jezt auf allen Gebieten der Tischlerei eine günstige Geschäftsconjunctur zu fonstatiren set, es empfehle fich, zu Nuz und Frommen des ganzen Tischlergewerks fehr bald vorzugehen, und würden vielleicht schon in 14 Tagen die bis bahin fertiggestellten Minimaltarife sämmtlicher Branchen einer allgemeinen Generalversammlung zur Begutachtung und Be schlußfaffung darüber vorgelegt werden. Nachdem sich in der folgenden Distuffton Hr. Schmit gegen Innungen und Arbeitsbücher ausgesprochen, Herr Klohse rege Betheiligung an der Lohnbewegung und am Generalunterstügungsfonds für event. Fälle empfohlen, und verschiedene andere Redner fich im Sinne des Referenten geäußert hatten, wurde einstimmig fol gende Resolution angenommen: Die heute in Randel's Salon tagende Tischlerversammlung im Norden Berlins beschließt in Erwägung, daß durch die Aufstellung der Minimaltarife eine weitere Befferstellung der Tischler zu ermöglichen ist, an der Aufstellung und Durchführung der Tarife mitzuarbeiten, sowie voll und ganz durch Bahlungen zum Unterstügungsfonds und Wahl von Delegirten, wo dies noch nicht der Fall ist, für die Lohnbewegung einzutreten. Gleichzeitig werden die Versam melten in Bulunft der Kommission diejenigen Werkstätten, wo länger gearbeitet wird, anzeigen, damit dieselben zur Einhal tung der Arbeitszeit angehalten werden können." erfolgte die Vorlage der aufgestellten Minimaltarife für Spe zialartikel in der Baubranche, dem sich zunächst die Ausarbei tung eines Minimaltarifs für Küchenmöbel( Montag) und für Spiegelrahmen( Dienstag) anschließen wird. ihm drein theils Arbeiter aus der Sommerfeld'schen Fabrit, den Gegnern in der Gesammtheit angegriffen zu werden, ließ Becker diesen ihm angethanen Schimpf ruhig über sich ergehen, das Aeußere des Schlagenden merfte er fich aber genau und ermittelte in ihm den Angeklagten, der damals in der Wohnung ab. Während er auf seinem Sopha lag, hörte er an der Thür der benachbarten Wohnung geklopft würde, blieb er auf dem Sopha liegen. Nach kurzer Zeit hörte er die Thür Sommerfeld'schen Fabrik arbeitete. Hervorzuheben ist noch, daß feiner Borderstube öffnen, und als er sich erschrocken vom Sopha erhob, trat ein ihm gänzlich unbekannter junger Mann in sein Flucht ergriff und einen Bambus- Stock auf dem Treppenflur Don fich warf. Der Dieb entkam und mit ihm ein zweiter der Schlag in einem Augenblicke geführt worden war, in welchem die Aufmerksamkeit der Anderen durch einen Ruf des Schlafzimmer, der, den Wohnungsinhaber sehend, schleunig die Angeklagten, was das für ein seltsames Pferd vor dem Milchwagen sei, abgelenkt wurde. Daraus erklärt es sich, daß der dem Becker versette Schlag von keinem der Bassanten gesehen worden war. Der Angeklagte legte sich aufs Leugnen und erwartet hatte. Nach den angegebenen Signalements find berief sich auf das Beugniß seiner Kollegen, die damals mit Beide im Alter von etwa 20 Jahren, von unterseßter Figur, ihm zusammen die Lauftgerstraße entlang gingen, daß er den mit schwarzen Haaren und fleinem schwarzen Schnurrbart. regung verfette, rief gestern Vormittag in der Breitenstraße Becker nicht geschlagen habe. Während dieser den Angeklagten mit Bestimmtheit refognoszirt, vermögen die Entlastungszeugen nur ihr Nichtsehen zu bekunden. Der Gerichtshof schenkte der ichöne, elegant gekleidete, junge Dame, in nicht geringe Auf- Aussage des Demnifikaten vollen Glauben und verurtheilte ein bedeutendes Aufsehen hervor. Der mit einem Herrn gehenden Dame war nämlich der das Kleid haltende Haken den Angeklagten mit Rücksicht auf den ohne jegliche Veranlaffung verübten Erzeß zu sechs Wochen Gefängniß. Rostod. Ein Prozeß, der auch für weitere Kreise von aufgegangen, und so zeigte sich in sehr indiskreter Weise eine Intereffe sein dürfte, beschäftigte die Ferienstraffammer des gewaltige Tournüre den Bliden der Paffanten. Eine Landgerichts zu Rostod in Medlenburg. Es handelte fich im mertiam. Starr vor Entseßen griff fie herum und dann war Nur noch fagte ein Herr, dann ist die vorliegenden Fall um eine in ziemlichem Umfange betriebene Biermanscherei. Der Restaurateur Carl M. in Rostoc, dessen Lokal namentlich von den befferen Ständen frequentirt wird, hatte seinen sämmtlichen Kellnern den Auftrag gegeben, beim Ausschant von Würzburger Bier, das mittels eines Druc apparates aus den in dem Keller liegenden Fäffern verzapft bie Dame plöglich in ein Haus verschwunden. mehrere derartige Blamagen," Ausweisung. Der Klempner Frit Pötting, Straße 30 wohnhaft, ist aus Berlin ausgewiesen worden. Derselbe hat wurde, jedem Seidel ein sog.„ Häubchen" von Rostocker Bier die Reichshauptstadt bis Mittwoch Mittag 2 Uhr zu verlassen. zuzuseßen. Die Kellner führten auch das Gebot ihres Herrn Hauses Elsafferstraße 95 wurde am 12. d. Mts. ein etwa fiftit. Hier gab der Knabe an, daß er Richard Mähr heiße, behauptet, daß ihm bei diesem Verfahren der Biermanscherei 14 jähriger Anabe nächtigend betroffen und zur Polizeiwache unvermischtes Würzburger Bier zu trinken. Der Angeklagte am 4. Ditober 1870 in Berlin geboren und vor einigen Tagen eine widerrechtliche Vermögensbereicherung fern gelegen habe; aus, und in Folge dessen bekamen die Gäste, welche das Etablissement des Angeklagten besuchten, in sehr vielen Fällen tein Hierauf Eine allgemeine Buchdrucker- Versammlung, welche von Herrn Leopold Lehmann im Auftrage der Kaffen- Mit glieder der Nordbentschen Buchdruckerei und Verlags- Anstalt für Sonntag, den 14. September, im großen Saale bei Buggenhagen einberufen und von ca. 1000 Bersonen besucht war, be schäftigte sich mit der Kranken- und Begräbnißkaffe der Berliner Buchdrucker. Genannte Kaffe, welche sowohl Gehilfen, wie Brinzipale zu ihren Mitgliedern zählt, beschloß in der 54. ordentlichen halbjährigen General- Versammlung( 2. Tag) am 18. November v. J. eine Kommission von 7 Mitgliedern zu wählen, welche das Statut gu. Kaffe den gefeßlichen Bestim mungen einer Ortskrantentasse anzupaffen hatte. Diese Kommisston nun führte ihre Arbeit aus und versandte Mitte Juli Die gedruckten Statuten- Entwürfe. Die Versammlung, welche am 17. Juli über den vorgelegten Entwurf berathen sollte, ging über denselben zur Tagesordnung über, da die anwesen= ben Mitglieder wenig Lust verspürten, fich in einer Orts Krankenkaffe zu versichern. Der Berliner Prinzipal- Verein glaubte nun ein Anrecht zu haben, diese Kaffe vor dem Unter gang zu bewahren, beschloß in einer hierzu eigens zu diesem Bwede einberufenen Versammlung, die Kaffe auf keinen Fall untergehen zu lassen und wählte eine Kommission, welche einen neuen Statuten- Entwurf auszuarbeiten hatte. Dieser von den Brinzipalen ausgearbeitete Entwurf wurde sämmtlichen Kaffenmitgliedern zugestellt mit einem Anschreiben, welches wörtlich folgendermaßen lautete: Um die Zahl der Kaffenmitglieder zu ermitteln, die mit dem vorliegenden Entwurf, vorbehaltlich spezieller Feststellungen, sich einverstanden erklären und der Staffe weiter angehören wollen, wird binnen 8 Tagen eine Liste zirkuliren, in die jeder sein Ja" oder„ Nein" einzu tragen ersucht wird. Nach dem Resultat dieser Ermittelung sollen weitere geeignete Schritte zur Ordnung der Sache gefchehen." Die nun, wie Anfangs erwähnt, einberufene Ver fammlung sollte den Mitgliedern einen Hinweis geben, wie fie fich gegenüber dem Listeneinzeichnen zu stellen hätten und was eigentlich aus der alten Kranken- und Begräbnißkaffe zu machen sei. Auch diese Versammlung fonnte fich nicht dazu verstehen, fich unter eine Drts- Krankentaffe zu stellen und lehnte einen dahingehenden Vorschlag ab, acceptirte vielmehr mit großer Majorität den Antrag, für sämmtliche Berliner Buchdruder und Schriftgießer eine eingeschriebene Hilfskaffe zu gründen und wählte zu diesem Behufe eine 7gliedrige Kommission, welche die dazu nöthigen Schritte in die Hand nehmen sollte; ebenso beschloß die Versammlung, die betr. Listen auf keinen Fall zu unterzeichnen. Polizeilich aufgelöst nach kaum halbstündiger Dauer wurde auf Grund des Sozialifiengesezes die Arbeiterversamm lung, welche am Sonntag Vormittag im Salon zum Deut schen Kaiser, Lothringerstr. 37, stattfand. Herr Drechsler Ju lius Müller hielt daselbst einen wahlagitatorischen Vortrag, am Schluffe deffen er den Abg. Grillenberger als Kandidaten für die nächsten Reichstagswahlen empfahl. In Folge dessen wurde die Versammlung aufgelöst. Deutscher Senefelder- Bund, Mitgliedsschaft Alexanderstraße 9, Dienstag, den 16. d. M. Ab. ( Restaurant Schmidt). Geschäftliche Mittheilungen. Auf neuer Mitglieder. Die Generalversammlung der Krankentafe Unterstüßungsvereins der Bildhauer Deutf ( Gauverein Berlin) findet heute, Dienstag, den 16. b. Sahm, Annenftr. 16, Abends 9 Uhr statt. Die Mitg werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. Louisenstädtischer Bezirksverein„ Vorwärts". woch, den 17. September, Abends 8, Uhr, Wasserthor Konrad's Saal, Vereinsversammlung. Tagesordnung: nahme neuer Mitglieder. 2. Bericht des Vorstandes. 3. trag des Herrn Th. Meyner:„ Die Arbeiter und die A freunde. 5. Wie verhält sich der Verein bei den bevorste Reichstagswahlen. 6. Verschiedenes und Fragekasten reiches Erscheinen erwünscht. Gäste willkommen. titionen zur gesetzlichen Feststellung eines Normalarbeitstags Leichtes wäre, durch Sprengung gegnerischer Versamm verbinden kann. fich zu rächen. Mögen diese Beilen dazu beitragen, jeda Im Gewerbeverein zu Eutritsch bei Leipzig fand kürzlichen Politifer zu bestimmen, gegen solche niedrige Han lich eine interessante Debatte über die gegenwärtige Lage des weise, wie sie bei besagter Gelegenheit vorgekommen i Kleingewerbes" statt, in welcher ein immerwährender Rückgang schieden Front zu machen. desselben konstatirt wurde. Als Ursache dieses Rückgangs stellte man die Konkurrenz des Großbetriebs vernünftigerweise hin; auch schien man keine Hoffnungen_auf_Acermann- Windthorst'sche Quacksalbereien zu seßen. Es ist dies als ein erfreuliches Beichen zu betrachten, daß auch die Handwerker nach und nach zur Einsicht kommen nnd die Hülfe dort anstreben, wo sie noch erfolgen kann, und zwar durch ein gemeinsames Streben der Handwerker und Arbeiter. Wilhelmshaven. Das Abreißen von Plakaten und sonftigen Maueranschlägen, so wird dem Nordd. Wochenblatt" geschrieben, hielt man bisher für ein Privilegium der Straßenjugend oder Betrunkenen. Nun sind wir aber belehrt worden, daß selbst Leute, die auf Bildung und Anstand Anspruch machen, eine Heldenthat darin zu erblicken scheinen, derartige Gamin- Streiche auszuführen. Als vorigen Mittwoch Plakate angeklebt wunden mit der Anzeige, daß der sozialistische Abgeordnete Liebknecht hier einen Vortrag halten werde, geordnete Liebknecht hier einen Vortrag halten werde, jah Schreiber dieses, wie ein Werftbeamter( Sekretär) ein der Werft gegenüber an einem Gartenzaun angeklebtes Blafat mit wahrer Begeisterung herunterrig. Einige Arbeiter, die, von der Arbeit tommend, Beugen dieser wirklich edlen That waren, drückten mir ihre Entrüftung darüber aus, und hatten nicht übel Luft, den muthigen Herrn für diese Heldenthat mit einigen schallenden Ohr feigen zu belohnen, was grade nichts geschadet hätte. Nur der Umstand, daß es noch heller Tag war, bewahrte ihn vor dieser wohlverdienten Büchtigung. Auch in der Ostfriesenstraße hatte man systematisch die Blafate entfernt. Es ist mehr wie lächerlich, wenn man glaubt, durch eine solche niedere Kampfesweise der Arbeiterpartei schaden zu können. Aber geradezu beschämend für die Gegner ist es, wenn man das taktvolle Verhalten der Anhänger der Arbeiterpartei betrachtet, gegenüber solchen Provofationen, wie es doch entschieden eine ist, als denselben in legter fationen, wie es doch entschieden eine ist, als denselben in letter Stunde trop vorheriger bestimmter Busage das Lokal zur Abhaltung ihrer Versammlung verweigert wurde, welches Verfahren aber übrigens auch von jedem anständigen Gegner der Arbeiterpartei entschieden verurtheilt worden ist. Man fann dreift behaupten, daß diese Machination und die Verhinderung des Vortrages in Wilhelmshaven der Partei mehr genügt hat, als wenn die Versammlung wirklich stattgefunden hätte. Außerdem sollte man doch bedenken, daß diese Partei nicht nur die zahlreichste, sondern auch die thatkräftigste ist, und es ihr ein Der Fachverein für Fabritweber in Meerane hat eine Eingabe an die dortige Stadtverwaltung wegen Beseitigung der Sonntagsarbeit gelangen laffen. Es wurde demsel ben, wie auch zu erwarten stand, ein ablehnender Bescheid zu theil. Das Stadtverordnetenkollegium erklärte fich als infompetent, hielt übrigens dafür, daß die Sonntagsarbeit in befonderen Fällen z. B. beim Saisonwechsel inne zu halten sei. Bir find anderer Meinung. Auch die Sonntagsarbeit schafft Ueberproduktion und bewirkt Krisen. Aber der einzige Weg ift, die Sonntagsarbeit abzuschaffen: massenhafte Peti tionen an den Reistag, mit denen man aber auch BeTheater. Königliches Opernhaus: Dienstag: 176. Vorstellung. Oberon, König der Elfen. Königliches Schauspielhaus: Dienstag: 178. Vorstellung. Ein Schritt vom Wege! Deutsches Theater: Dienstag: Die Welt, in der man fich langweilt. Bellealliance- Theater: Dienstag: Erstes Gastspiel der kgl. Hofschauspielerin Frau Marie Niemann- Seebach. Neu einstudirt: Mutter und Sohn. Neues Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Dienstag: Der Bettelstudent. Walhalla- Operetten- Theater: Dienstag: Rofina. Central- Theater: Alte Jakobstraße 30. Direktor: Ad. Ernft. M Dienstag: Bum 47. Male: Jäger Liebchen. Gesangspoffe in 4 Atten von L. Treptow; Couplets u. Quodlibets v. Jm Lotale Königsbant, Gr. Frankfurterstraße findet am 17. September d. J., Abends 81% Uhr, eine sammlung des Arbeiter Bezirks- Verein für Often Berlins" statt. Tagesordnung: 1. Vortr Herrn Stadtverordneten Paul Singer. 2. Verschi 3. Fragelasten. Die Mitglieder werden ersucht recht zu erscheinen. Gäste willkommen. Eine Versammlung der Spiegelrahmenarbeiter am Dienstag, Abends 8 Uhr, im Königstädt. Kafino, marktstraße 72, statt. Da es sich um Aufstellung der Mi Tarife für Spiegelrahmen handelt, so find sämmtliche fanten mit eingeladen. bi be In der Versammlung der Metallarbeiter, Sonntag den 14. d. M. nach Sanssouci einberufen wat ein aus der Mitte der Versammlung eingebrachter Be gefaßt, der dahin ging, daß die Versammlung weg schwachen Besuches und der wichtigen Tagesordnung noch einmal zu Freitag den 19. d. M. einzuberufen sel eines jeden Metallarbeiters ist es, in dieser Versammlu erscheinen. Briefkaften der Redaction. Abonnent S., Alte Schönhauserstr. Das Betref ist angekommen. Ausstellungs- Park. Carl Hagenbeck's Ausstellung. Die Singhalesen. Auf allgemeines Verlangen bleibt die Karavane bis Donnerstag, den 18. September incl. Täglich Vorstellung von 9-12 und 2-7 Uhr Abends.- Von 9 Uhr früh bis 12 Uhr Abends: Grosses Militär- Concert. Entree: 50 Bf., Kinder und Militär ohne Charge 20 Pf. Nach 7 Uhr: 30 Bf., Kinder frei. 3. Görf. Dufit von G. Steffens. Kaffen Eröffnung Grosse Schneider-Versammlung G. 61% Uhr, Anfang der Vorstellung 7 Uhr. Residenz- Theater: Direktion: A. Anno, Blumenstraße 9. ( Wiederholt): Dienstag: Bum dritten Male: Die Sirene.( La Flam boyante.) Vorher, zum vierten Male Der erste April. Louisenstädtisches Theater: Dienstag: Erstes Gesammtgastspiel der Liliputaaer.( Die fieben Bwerge). Robert und Bertram. Große Poffe mit Gesang Mittwoch den 17. Septbr. cr., Abens 81, Uhr, im Deuts 793 Nähmaschinen für Familien und Handwerker mit und Außerhalb zu Fabrikpreisen. Anerkannt höchste Reparaturen zu soliden Preisen. Leiftu schen Vereinshaus, Wilhelmstr. 118. Tagesordnung: fähigkeit. Vollständige Garantie. Bequeme Theilabl V Die Lohnverhältnisse der Militär, und Militär- und Beamten Lieferungs- Geschäfte Mohr u. Speyer, Ed. Sachs, sowie des Offizier Konium- Vereins. Das Erscheinen aller Schneider, speziell der MilitärBeamten- Lieferungs- Branche erwartet Die Lohnkommission der Berl. Schneider. 791] und Lanz in 4 Abtheilung von G. Räder. Anfang Louisenstädt. Bez.- Ver. Vorwärts. 7 Uhr. Oftend- Theater: Dienstag: Ertravorstellung unter Mitwirkung namhafter Gäfte. Der Rattenfänger von Hameln. Phantastisches Voltsstück mit Gesang in 8 Bildern von Dr. G. Braun. Mufit von Hübner- Trams. Wallner Theater: Bum 4. Male: Lottchen's Spiellamerad. Kroll's Theater: Dienstag: Norma. Arbeitsmarkt. 716] Tüchtige Stuhlflechterinnen in und außer dem Hause, dauernde und lohnende Beschäftigung, verlangt R. Fertau, Naunynftr. 88, H. r. Einen Gesellen auf gute Tische verlangt F. Mitan, Wienerstr. 29. 784] Für Schuhmacher. [ 720 Einen Lehrling verlangt F. Wendt, Pallisadenstr. 72, Ein tüchtiger Schneider, der vorgezeichnete Damen- Winter- Mäntel exact und schnell ausschneiden kann, wird bei hohem Lohn verl. b. Welsch, Oberwasserstr. 13. 796 [ 792 787] bal 6. Apelt, Berlin S. O., Wienerfit Einem geehrten Publikum zeige ich ergebenst an, = Nr. mein Destillations Geschäft von der Zimmerstr. 44 nad Prinzenstraße Nr. 6 verlegt habe.„ Berl. Voltsblatt" liegt Achtungsvoll W. Fähnrich. Zwei junge Leute finden fr. Schlafstelle. Näbered 795] ift erschienen und in der Erved. d.„ Berl." Bollabl." Die Nr. 8 der humoristischen Blätter„ Der wahre Ja Mittwoch, den 17. September Abends 8%, Uhr, Wafferbertstraße 20, of I. IV. bei Prauße. thorstraße 68, Konrad's Saal. Vereins- Versammlung. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Vortrag des Herrn Th. Meßner: Die Arbeiter und die Arbeiterfreunde. 4. Diskussion. 5. Wie verhält sich der Bezirksverein bei den bevorstehenden Reichstagswahlen? 6. Verschiedenes und Fragelaften. Bahlreiches Erscheinen er wünscht. Gäste willkommen. Ein tüchtiger Tischlergehilfe auf Ausziehtische von Krajewski, Rüderstr. 1 verlangt. Unentgeltlicher Arbeitsnachweis der Metallarbeiter RitterStraße 123. Morgens und Abends v. 8-9. Daselbst tönnen Metallbrücker u. Klempner Arbeit nachgewiesen erhalten.[ 789 Im Zentral- Arbeits- Nachweis der Schneider, Mauerstr. Nr. 86, find immer tüchtige Rockschnei der zu haben, ebenso werden gute hosen und Westenschneider verlangt. Eine große Versammlung der Arbeiterinnen, die in Buchbindereien und den verwandten Geschäftszweigen beschäf tigt find, findet am Mittwoch den 17. d. M., Abds. 8 im Lotale Sanssouci", Kottbuserstr. 4a statt. Es handelt sich in derselben um die Stellungnahme der Frauen zur Buchbinder Lobnbewegung. Das Referat führt Herr Buchbinder Friedrich Michelsen. Allen Buchbindern und Berufsgenossen ist der Zutritt gestattet. Uhr, [ 794 Arbeiter- Bezirksverein Glückauf. Dienstag, den 16. Sept. Abends 8 Uhr Mitglieder- Versammlung im oberen Saal von Sansouci. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2 Vortrag des Herrn Baul Schulz. 3. Verschiedenes und Fragetaften. Gäfte haben zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Außerordentliche Versammlung des 785 Bezirks- Vereins der arb. Bevölkerung des SW. Berlins. [ 786 Mittwoch, den 17. Sept cr. Abends 8 Uhr in Grattweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn F. Gördi über unsere politische Lage." 2. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. für je nur Wir verkaufen durchweg 5 Sgr. Jerusalemerstr. 5, nur Ede Central Depot Reinleinene Bett- Laken ohne Naht, 3 Ellen lang, 15 Sgr. für Herren in Dowlas, vollständige Größe, 10 Sgr. Hemden für Damen in Dowlas mit Trimming Besat 10 Sgr., Hemden 4% Sgr., Holltücher, 3 Ellen lang, 7 Sar. 2 Sgr., 4, 4, 4, 24 Brettdrell, Inletts roth und gestreift Elle 2%, 3', 1 Posten Hausmacher- Hemden- Leinen a 2% Sgr., Gebirgs Leinen a 3 Sgr., Teppiche, 6 Ellen lang, den neuest. Mustern, 7 Thlr., früher das Vierfache; Dowlas, Hemdentuch, Shirting, vorzügliche Qualität, Elle 14, 1%, 1 Partie hocheleg. Sopha- Teppiche, noch nie dagewesen, Stüd 1 Thlr., Salon1 vollständiger großer Sopha- Bezug in allerneuest. Mustern für nur 1 Thlr. 1 Tischdecke mit Schnur und Quasten und 1 Tüll- Tischdecke für nur 1 Thlr., 1 Fenster Lill- Gardinen und 1 Paar Gardinenhalter für nur 1 Thlr., 1 Fenster Zwirn- Gardinen und 1 große Manilladecke für nur 1 Thlr., 10 Sgr. Elle 21, Sgr. 84 Reinwollene Gachemires und neueste Kleiderstoffe statt Paar Manschetten, 1 Filet- Gesundheitshemde,% Ded. reinl. Handtücher. tücher, 1 großen Bett- Teppich,% DBd. reinl. Herren- Kragen, ½ Dyd. Nachtjacke,% Ded. reinl. D. Servietten,% Ded. weiße trische TaschenRande, 1 garnirtes Mädchen- Kleid, 4 Dyd. Kinderschürzen, 1 Damen1 Dyd. Kaiser- Taschentücher, Dd. abgepaßte Wischtücher m. rothem Simmerstr. 769 Abonnements- Einladung erfcheint feli in'i Ramme auf die in München erscheinende sozialpolitische Wochen schrift: ,, Das Recht auf Arbeit" B₁ Wie heimräthe merkwürt gung für noch nich biefes S doch das bie Unter es bei de Eine ftellen ist einen Willen f fchon geb forgung Jahr, wi so ist das verforgun Mir Das in deren und arbe nung, Be Nahrung die Herst lid dürf die in den wenigen Wochen ihres Bestehens schon e außerordentlich zahlreichen Leserkreis gewonnen hat ,, Das Recht auf Arbeit" ist weder ein Parteiunte nehmen, noch sollen in dem Blatte die Intereffen irgen einer politischin Partei vertreten werden. Daffelbe i vielmehr ein vollkommen unabhängiges Arbeiterorga das ohne Furcht vor den Mächtigen diefer Erde mi wie für die Intereffen der unpolitischen Arbeiterorgan allen gefeßlichen Mitteln für die Rechte der Arbeit, sationen eintritt. ,, Das Recht auf Arbeit" wird wie bisher tragen, energisch unterstützen, Баиза Gefeß Invalide halb der bewegen müßte D bie Höhe und flar ordnunge bas gang mentarifo Wi für einzel Diann u braucht, Abe jetzt ung fluß zu Gen Faf nannte und vern riefige R Radbrud v 511 Bri etmas zu beobachte Der Dot nach dem jammervo fein Glü Bon zuerst mi 1) eine wahrheitsgetreue und völlig ungefchmin Darstellung der bestehenden sozialen Verhältniffe liefern 2) alle auf der Bafis der bestehenden Staats- und Ge sellschaftsordnung fich bewegenden Reformvorschläge fa lich fritifiren, und dieselben, soweit fie geeignet fint zur Besserung der Lage der arbeitenden Klaffen bei 3) über die Vorgänge auf sozialpolitischem Gebiete Arbeiter Vereine und Bersammlungen, die Freien Bil laffen, Fabrilzustände 2c. fortlaufend Bericht erstatte sowie das Verhältniß zwischen Rapital und Arbeit be 4) die einschlägige Literatur aufmerksam verfolgen un soweit es der engbegrenzte Rahmen unseres Blattes laubt, besprechen, sowie auch der Arbeiterpreffe bie leuchten. bührende Beachtung schenken. ,, Das Recht auf Arbeit" ist im Berliner Nr. 532a eingetragen. zeitungs- Katalog unter Nr. 4108a, in Münden unte bei eigener Abholung von unserer Haupterpedition ,, Das Recht auf Arbeit" loftet vierteljährlich 75 München, oder bei den Bostanstalten des deutschen Heid 90 Pf. bei Poftabonnenten mit Zuftellgebühr;. 12 Bei Partienbezug tritt eine bedeutende Breidermi Recht zahlreichen Abonnements sehen entgegen Redaktion und Berlas bei direktem Kreuzbandabonnement. gung ein. Verantwortlicher Redacteur R. Cronheim in Berlin. Drud und Berlag von Mar Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2 des Recht auf Arbeit" L. Viered. Hierzu eine Beila des Bäd Antwort Rup fo unerm Mann, ging er feine So einige von der ohne ihn reise rech Francesc bleiben zuvor tu und ihre Der thre Ei War ihr Den Gla feit feine fin biefe betrogen war, aud feben, m mie befo nicht, w Sohnes feiner ei